Genau heute vor 4 Jahren - am 19.Nov.2007 - wurde der Bau der Erlebnisregion besiegelt.

Samstag, 19. November 2011

Genau heute vor 4 Jahren - am 19.Nov.2007 - wurde der Bau der Erlebnisregion besiegelt.

Kaum zu glauben, daß es möglich ist den Nürburgring in nur 4 Jahren so massiv zu zerstören, aber genau das ist passiert.

Die Herren:

  • Ingolf Deubel
  • Jürgen Pföhler
  • Carsten Kühl
  • Roland Härtel

haben am 19.November 2007 als Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH den Bau der Erlebnisregion offiziell besiegelt. Es sind diese 4 Personen, die mit ihrem einstimmigen Beschluss das Abreissen und Betonvergießen genehmigt und gestartet haben.

Die ddp-Meldung am 19.November dazu:

“Die geplante «Erlebnisregion Nürburgring» wird nun doch gebaut. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), im Anschluss an die Sitzung am Montag in Mainz. (..) Das Land nehme allerdings kein Geld in die Hand.”

Zwei Tage vorher - am 17.Nov.2007 - gab es auch schon im SWR die Meldung, daß im Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen werden soll:

“Der Auf­sichts­rat der Nür­burg­ring GmbH will unter Vorsitz von Finanz­minis­ter Ingolf Deubel (SPD) am Montag eine his­tori­sche Ent­schei­dung treffen: Er will das 150-Millionen-Euro-Projekt ”Erleb­nis­region Nür­burg­ring“ besiegeln, für das Ring-Haupt­geschäfts­füh­rer Walter Kafitz seit Jahren wirbt. (..) Der Weg für die geplante Erlebnisregion am Nürburgring in der Eifel ist frei. (..) Rund 80 Millionen Euro der Gesamtinvestitionssumme übernehme ein Großinvestor, sagte der Minister. Die restlichen 135 Millionen Euro lägen in der Verantwortung der Nürburgring GmbH.”

Die CDU - heute gerne Rächer der Enterbten - hat sich demonstrativ hinter das Projekt gestellt:

“CDU-Fraktion begrüßt das Vorhaben. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Walter Wirz, bezeichnete das Finanzierungskonzept als ”lange überfällig“. Seine Fraktion begrüße jedoch das Vorhaben, da es Arbeitsplätze in der Region sichere und schaffe.”

Dabei waren die Proteste gegen das Bauvorhaben massiv und unüberhörbar - es wurde nur skrupellos darüber hinweggesehen.

Hier ein kurzer Rückblick zu der damaligen Gefühlslage, als die Zahlen passend gerechnet und die Kritiker verhöhnt wurden:

Am 15.März 2007 der Offene Brief von RETTET DEN RING als Hilferuf an Ministerpräsident Kurt Beck:

“(..) Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..) Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Am 22.Mai 2007 widmet sich der SPIEGEL in einem großen Artikel dem Thema unter der Überschrift: Luftschlösser am Nürburgring.

“(..) Obwohl der erste Spatenstich schon im Oktober dieses Jahres erfolgen soll, ist bisher nach Angaben der Nürburgring GmbH noch völlig offen, welcher Investor sich beteiligen wird und zu welchem Teil. War anfangs noch geplant, das ganze Projekt zu 100 Prozent von privaten Investoren finanzieren zu lassen, heißt es im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz jetzt, die Erlebnisregion komme nur, wenn mindestens 50 Prozent von Investoren getragen werde. Wer das finanzielle Risiko trägt, sollte das Projekt scheitern, ist ebenfalls noch völlig offen.”

Am 15.September 2007 - zum VLN 6-Stunden Rennen - werden Hunderte Protestflyer verteilt: Vorderseite / Rückseite. Diese Flyer sieht man heute noch - etwas vergilbt, aber in Ehren gehalten - hinter der Scheibe in einigen Autos:

“Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab. Für die Nordschleife stellt die geplante Erlebnisregion am Nürburgring eine große Bedrohung dar.”

Am 8.Nov.2007 gab es einen weiteren großen SPIEGEL Artikel: Disneyland an der Nordschleife:

“Skepsis ist angebracht. ”Aufgrund der negativen Erfahrungen mit früheren Planzahlen bestehen Zweifel … ob die Erhöhung der Zahl der Besucher .. erreicht werden kann“, kommentiert etwa der rheinland-pfälzische Rechnungshof in einem Prüfbericht die Prognosefähigkeit des seit 1994 amtierenden Ring-Geschäftsführers. (..) Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH hat Kafitz’ Konzept indes bisher nicht abgenickt. ”Die Sache wurde noch nicht festgezurrt“, so ein Insider. Für den 19. November hat das Kontrollgremium der Nürburgring GmbH eine außerordentliche Sitzung angesetzt, um offene Fragen zu klären.”

Heute wollen die handelnden Personen nichts mehr auch nur annähernd von Verantwortung hören:

  • Ingolf Deubel ist zwar als Finanzminister zurückgetreten, weil irgendeiner mußte die Rübe hinhalten zum Zeitpunkt der großen Eröffnung zwei Jahre später beim Formel 1. Aber heute ist er längst wieder fleißig als Berater - ausgerechnet zu Schuldenthemen - unterwegs.

  • Jürgen Pföhler macht inzwischen einen auffällig großen Bogen um das Thema Nürburgring und möchte mit der ganzen Sache am liebsten nichts mehr zu tun haben.

  • Carsten Kühl hat Karriere gemacht und ist der aktuelle rheinland-pfälzische Finanzminister.

  • Auch Roland Härtel ist eine typische Politikerkarriere gegangen, nämlich vom Nürburgring Aufsichtsrat in den Lotto Verwaltungsrat.

Auch wenn Horst von Saurma mal in seinem sport auto Editorial meinte, daß es destruktiv sei sich hinterher aufzuregen, so finde ich, daß die Art und Weise wie sich unsere Politiker winden und wenden ein schönes Bild abgibt, in was für einer verkommenen Welt wir leben. Auf einen 4-Jahres-Rückblick der ehrenwerten Herren zu ihrer weittragenden Aufsichtsratsentscheidung können wir jedenfalls lange warten.


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