Dienstag, 08. Dezember 2009

mikefrison.com/190

Verschenkt unsere Regierung jetzt die Nordschleife? Diese Frage muß man sich stellen, wenn man die Details von heute anschaut, die vom Wirtschaftminister Hendrik Hering bekanntgegeben wurden:
Zum ersten Mal wird im Zusammenhang mit der Erlebnisregion der Öffentlichkeit die Summe "350 Millionen Euro" vorgestellt. Weil die neuen Investoren auch die Schulden der Nürburgring GmbH mit übernehmen sollen. Aber nur für 300 Millionen Euro sollen sie die Zinsen und die Abschreibungen bezahlen. Mal grob rechnen (konservative Abschreibung auf 20 Jahre - solange hält das sowieso nicht, fällt ja jetzt schon auseinander):
Das wären an Abschreibung pro Monat 1,25 Millionen Euro und an Zinsen (erstes Jahr bei 4%) nochmal 1 Million dazu, also pro Monat gut 2 Millionen. Wenn die pro Besucher 50 Euro verdienen (nie im Leben! Verdienen!!), dann sind das 1.500 Besucher pro Tag. Garkein Problem, siehe Karneval.
Da ist jetzt noch kein müder Euro Tilgung geflossen, das kommt erst 2 Jahre später.

Wieso wird eigentlich nie die Nordschleife erwähnt? Offensichtlich soll sie den neuen Betreibern möglichst unauffällig zugeschustert werden. Auch hier mal eine grobe Rechnung - seeehr konservativ:
Bei einer Auslastung von 70% und einer angenommenen durchschnittlichen Tagesrate von 13.000 Euro für die Nordschleife ergibt das pro Jahr 3,3 Millionen Euro Einnahmen, also für die angestrebten 10 Jahre 33 Millionen Euro. Das ist jetzt mal grob überschlagen und in Wirklichkeit eher in Richtung 40-50 Millionen Euro (Teuerungsrate, Ticketverkäufe, Industriefahrten, usw.). Nicht nur, daß das Kulturdenkmal in die Obhut von Privatleuten geschoben werden soll, die isoliert betrachtet profitable Nordschleife wird verschenkt (!!!) und in den gesamten Schuldenberg integriert, sodaß für Investitionen, Instandhaltung und historische Pflege kaum Platz bleibt.

Erfreulicherweise wird der Widerstand an allen Fronten zunehmend massiv. Während die Politik die Steuerverschwendung und die POLIS Abfragen in den Fokus rückt (Oppositionspartei a) und Oppositionspartei b)) mobilisieren sich auch die ansonsten ohne Lobby ausgestatteten Nürburgring Anhänger: die Wer-kennt-Wen-Gruppe "Gegen Privatisierung des Rings" hat sich innerhalb weniger Tage zu über 650 Mitgliedern aufgeschwungen und inzwischen sind auch Demonstrationen und Flugblattaktionen in realistische Nähe gerückt.

Kommentieren? Gerne per Email, Twitter, Forum oder Facebook.


Neue renn.tv Einträge:


<<<  Zurück zum Blog


Studie AG Japan Mercedes Hartmann Hotel am Tiergarten - Café und Restaurant direkt am Nürburgring Wochenspiegel Live - Die Onlineausgabe Ihres Anzeigenblatts
Fahrzeugbeschriftungen Teil und Vollverklebung. Folieren statt Lackieren. Glastec Racing Tearoffs Reifen Schlag Nürburgring - Rennreifen am Ring Freiberger Sicherheitssysteme, Köln-Sülz
Das Buch zum Rennen 24 Stunden Nürburgring Save The Ring! 20832 sucht Sponsor-Partner 20832 sucht Sponsor-Partner