So viele Rennen - so wenig Zeit.

Samstag, 05. Januar 2013

So viele Rennen - so wenig Zeit.

Obwohl eigentlich Winterpause ist, prügeln sich die einzelnen Motorsport-Veranstaltungen rund um die Erde schon um Deine und meine Aufmerksamkeit.

Ich komm da grad drauf, weil das schon die ganze Zeit in meinem Kopf spukt und bei Daytona 24 Stunden sind sie im Moment auf Hashtagsuche.

Und ich prognostiziere mal, das wird in den nächsten Jahren (Monaten?) weiter anziehen und wer da nicht auf den zeitgemäßen Zug aufspringt wird sich wundern, wo die Zuschauer bzw. die Aufmerksamkeit bleibt.

Aktuell buhlen:

und bestimmt noch welche, die ich übersehen habe, um des Zuschauers wertvolle Zeit.

Alle natürlich auch mit deutschen Fahrern, internationalen Sponsoren und mit dem Anspruch, das wichtigste Rennen zu sein.

Die neuen Medien ermöglichen es auch, daß man rund um die Erde die Ereignisse - mal besser mal schlechter aufbereitet - verfolgen kann.

Und jetzt kommt meine Theorie: es werden sich die Rennen durchsetzen, denen es gelingt, international eine große Fanbasis aufzubauen und zu unterhalten. Die kritische Masse zu erreichen ist garnicht einfach, aber wer es schafft wird nur schwer von einem anderen Rennen abgelöst werden.

Das ist natürlich noch Zukunftsmusik, aber wir alle haben nur 52 Wochenenden im Jahr und es gibt jetzt schon ein heftiges Renn-Überangebot jedes Wochenende.

Ein Rennen wie Le Mans 24h z.B. hat diesen Status und für dieses eine Wochenende die volle Aufmerksamkeit. Ein herrliches Motorsporterlebnis sogar auf der Couch, wenn man detailliert jede Minute des Rennens verfolgen kann. Doch was ist mit den anderen Rennen und Wochenenden? Die 24h Nürburgring haben auch das Zeug weltweit die Aufmerksamkeit zu erreichen, aber dafür müssen noch einige Voraussetzungen geschaffen werden. Neben der Herausforderung, den Überblick über knapp 200 Autos zu bieten!

Gute Berichterstattung macht es vor, auch von der Sim-Szene kann man einiges lernen.

Man braucht:

  • Spotter Guide (z.B. so)
  • Live Stream, gute Qualität
  • Englischen Kommentar (und auch lokale Sprache) von fähigen Leuten (!)
  • Live Timing (Basics müssen stimmen: schnellste Runde, aktuelle Runde, aktueller Fahrer, Anzahl Boxenstopps, usw.)
  • Offizielle Account Twitter / Facebook und etablierter Hashtag (hört sich so einfach an, aber da krankt es oft!)
  • Diskussionsmöglichkeit für große Community, entweder Facebook oder Extra-Lösung - um sich gegenseitig zu informieren

Optional:

  • GPS Position der Teams auf der Strecke
  • Rennverlauf im Details für jedes Team einzeln

Klingt alles so selbstverständlich, aber alleine die Diskussion der Daytoner um den Hashtag zeigt, wie weit wir noch davon weg sind. Und ich merke selber, wie ich mir die Finger wundsuche bei manchen Rennen.

In Le Mans sieht das schon viel besser aus, das Live Timing zeigt die Fahrer, Radio Le Mans macht einen Super Kommentar (!) und es gibt mehrere Kanäle (auch Onboard) als Live Stream in guter Qualität. Zusätzlich zum Fernsehen mit ebenfalls hervorragenden Kommentatoren (Eurosport).

Wenn man die Entwicklung zuende denkt, dann werden wir irgendwann für jedes Wochenende ein Motorsport-Highlight haben, das die Konkurenz in den Schatten stellt und unsere komplette Live Aufmerksamkeit verdient. Dadurch natürlich die Sponsoren-Engagements auf sich vereint ebenso wie die Top-Teams und Fahrer. Und es geschafft hat über die Kanäle hinweg die Fan-Diskussionen im Netz zu dominieren im Vergleich zu anderen Veranstaltern.

Da greift eins in’s andere und beschleunigt sich gegenseitig - es schließt sich der Kreis: es ist nicht mehr das Bewegtbild, das vermarktet wird.

Stattdessen wird der frei gestreamte Event vermarktet, da er mit Spannung die Zuschauer fesselt, die live rund um die Welt dabei sind. Nur Rennen, die wahrgenommen werden und Zuschauer erreichen, entsprechen einem Gegenwert. (Also jetzt mal als Business gedacht. Den Sportlern ist das egal, das Rennen ist aus deren Sicht sowieso immer spannend.)

Die ersehnten Zuschauer werden nur erreicht, wenn nicht gleichzeitig ein Rennen läuft, das “besser” ist - also “besser” im Sinne von komplett aufbereitet mit den Punkten von oben.

Das wird interessant und ich freue mich darauf, in naher Zukunft und teilweise auch jetzt schon internationaler aussuchen zu dürfen. Völlig ohne Motors TV oder sonstigem Pay TV. Das wird eine großartige Zeit für die kultigsten Rennen der Welt. Aber auch schwer für die Veranstalter, die unbeweglich bleiben. Für kleine Veranstalter auf der anderen Seite eine super Chance sich zu etablieren.

Noch ist alles im Fluß, die Veranstalter denken lokal, Geoblocking ist sogar beim Race of Champions im Einsatz - TV-Quoten sind noch das Maß der Dinge. Das wird sich bald ändern und wir sind dabei!

So viele Rennen, so wenig Zeit.

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