Freitag, 18. Dezember 2009

mikefrison.com/214

Unter der Überschrift "Motorsport steht an erster Stelle" teilt die noch in Amt und Würden stehende Nürburgring GmbH mit, daß es bei den Touristenfahrten doch nicht zu der bereits vorher bekanntgegebenen Preiserhöhung kommt. Die Pressemitteilung heißt Motorsport_Bekenntnis.pdf. Auch auf der Webseite wird das Thema werbetechnisch aufgegriffen: "MOTORSPORT STEHT AN ERSTER STELLE. KEINE PREISERHÖHUNG FÜR DIE TOUR DURCH DIE GRÜNE HÖLLE." springt ins Auge, wenn man "Nordschleife" anklickt.
Die deutschen Versicherer werden sich freuen, denn seit Jahren gibt es Streit darüber, ob die Touristenfahrten Straßenverkehr oder Motorsport-Veranstaltung sind. In England ist man da schon einen Schritt weiter, denn die meisten Versicherer klammern die Nordschleife explizit aus ihrer Haftung aus. Wenn man die Werbung und die Pressemitteilung liest, dann kommt da eigentlich kein Zweifel auf, daß die Touristenfahrten ab heute Motorsport-Veranstaltungen sind. Wenn man allerdings auf die vom Januar 2009 stammenden "Allgemeinen Bedingungen" klickt, wird auf die Gültigkeit der Straßenverkehrsordnung hingewiesen. Dort steht auch "Rennen mit Kraftfahrzeugen sind entsprechend § 29 Abs. 1 StVO verboten." Motorsport steht an erster Stelle?
Seit Jahren bemüht sich der Arbeitskreis Sicherheit für die Nordschleife primär darum, die Touristenfahrten als Nicht-Motorsport zu erklären. Der Arbeitskreis wurde in 2002 - also vor 7 Jahren - auch auf meine Initiative hin gegründet, um den steigenden Unfallzahlen mit hohen Sachschäden, Verletzten und Todesfällen entgegen zu wirken. Schritt für Schritt wurden Maßnahmen und Sicherheitseinrichtungen erarbeitet, um die Touristenfahrten am Leben zu erhalten. Die Touristenfahrten sind keineswegs selbstverständlich und in ihrer unkomplizierten Durchführung auf der ganzen Welt einmalig. Für den Ring und die Region sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung. Jetzt sind neue Leute am Ruder, die um jeden Preis positive Nachrichten brauchen und begleiten die erste Änderung - die eigentlich garkeine ist (Beibehaltung des 2009er Preisniveaus) - mit aufwendiger Pressearbeit, die quasi schon mit der Überschrift alle vorherigen Bemühungen zunichte macht: Motorsport steht an erster Stelle. Nicht zu fassen, wie unsensibel die neuen Betreiber mit dem Thema umgehen.

Obwohl zugegebenermaßen noch leicht schockiert, möchte ich auch das Thema Preise kurz durchleuchten. Die Preisstablilität begründet Herr Koch so: "Wir werden dieses Erlebnis auch weiterhin einem großen Kreis von Fans zu einem angemessenen Preis ermöglichen." Ich habe das mal zum Anlass genommen, mir die Preisentwicklung der vergangenen Jahre anzuschauen und mit einer jährlichen 5%-Steigerung zu vergleichen: Preisentwicklung Touristenfahrten 2000 - 2010. Bei einer jährlichen Steigerungsrate von 5% wäre eine Runde Nordschleife nächstes Jahr bei 17,50 Euro angekommen. Nur um einmal ins Verhältnis zu setzen, was Herr Koch unter einem "angemessenen Preis" versteht.


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