[renn.tv] Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird. facebook.com/renntv twitter.com/renntv RSS Feed für Mike's Blog | renn.tv instagram.com/renntv
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Mittwoch, 12. Juni 2013

     renn.tv/2146 

  • Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

    Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

    Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

    Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

    Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

    Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

    Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

    Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

    Ich zitiere mal:

    "Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

    Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

    Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

    Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

    Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

    Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

    Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück

     renn.tv/2146 




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