ADAC Gelber Engel: Chefredakteur Ramstetter fristlos entlassen.

Sonntag, 19. Januar 2014

ADAC Gelber Engel: Chefredakteur Ramstetter fristlos entlassen.

Am Freitag hatte ich das Thema schon hier im Blog - jetzt gibt es Neuigkeiten:

“ADAC Kommunikationschef und Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter (60) hat am Freitag, 17. Januar 2014 eingeräumt, dass bei der Leserwahl zum „Lieblingsauto“ im Rahmen der Verleihung des ADAC Mobilitätspreises „Gelber Engel“ die absolute Zahl der abgegebenen Stimmen - nicht aber die Rangfolge der Ergebnisse - geschönt worden ist. Diese Zahl ist in der ADAC Motorwelt höher dargestellt worden als tatsächlich Leser an der Umfrage teilgenommen haben. Er übernimmt dafür die alleinige persönliche Verantwortung. Als Konsequenz daraus legt Ramstetter mit sofortiger Wirkung sämtliche Funktionen und Aufgaben im ADAC nieder.”

Ich kann mir tatsächlich gut vorstellen, daß Herr Ramstetter alleine die Zahlen beschönigt hat. Er ist Chefredakteur einer Zeitschrift, die mit Riesenabstand die größte Auflagezahl in Deutschland hat. Das liegt an der hohen Mitgliederzahl des ADAC - und jedes Mitglied bekommt das Heft. Im Detail heißt das 13,7 Millionen Hefte - jeden Monat!

Allerdings spiegelt sich das auch in den Anzeigenpreisen wider. Könnte Ihr Euch hier im Detail anschauen - mal als Beispiel: ganzseitig schlappe 120.000 Euro netto.

Solche Preise wollen natürlich begründet sein:

"Kernzielgruppe: AUTOmobile Elite
Die Leser der ADAC Motorwelt sind deutlich jünger, besser gebildet und haben ein höheres Einkommen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine hohe Mobilität und ein überdurchschnittliches Interesse an den Themen Auto und Reisen aus.

Dann frag’ ich mich, warum das halbe Heft mit Anzeigen über Schiffsreisen und Treppenlifte zugepflastert ist - aber ok.

Jetzt stellt Euch vor, in dieser Gemengelage macht Ihr eine Autowahl: Was ist Ihr Lieblingsauto? Und das Ganze noch per Post.

Der Chefredakteur hat zwei Probleme: er muß seinem Vorstand imponieren, was für einen tollen Job er macht - immerhin haben sie ihm die Verantwortung über 13 Millionen Hefte gegeben - und auf der anderen Seite muß das natürlich auch für die Autohersteller toll aussehen, man hat ja einen Ruf zu verlieren.

Wenn jetzt nur ein Promille - also jeder Tausendste - für das Siegerauto stimmt, dann sind das immerhin 13.700 Leute. Was tun, wenn die Zahl viel niedriger liegt?

Herr Ramstetter hat sich anscheinend dafür entschieden, die Zahlen passend zu machen. Nicht so gut ist, wenn man das Vertrauen des Vorstands genießt und ihn mit reinreitet. Der reagiert bei sowas tendenziell sauer und dann sitzt man als Chefredakteur auf einmal vor der Tür.

Meiner Meinung nach liegt die geringe Wahlbeteiligung aber nicht nur an dem antiken Postweg für die Rücksendungen - das Heft insgesamt ist - naja - furchtbar altbacken. Nix Automobile Elite - eher so das, was auf dem Wühltisch in der Arztpraxis noch unter “Mein Dackel und ich” zu finden ist. Und obwohl es so breit gestreut verteilt wird, nur wenige Leser wirklich lesen. Was natürlich die Anzeigenpreise wieder in Frage stellt - und hier liegt das wirkliche Problem des Verlags versteckt.

Im Internet lässt sich mittlerweile sehr genau ermitteln, wer sich wie lange mit welchem Text aufhält. Auch Weiterleitungen, Likes und Kommentaren geben gut Aufschluß über die Reichweite.

Und weil dieser baumhaltige Newsletter kein Opt-Out hat: wieviele ADAC Motorwelt landen vom Briefkasten ohne Umweg direkt in Ablage P?

Garnicht hypothetisch ist zumindest der Sturm der Entrüstung, der aktuell auf Facebook tobt.

UPDATE:

Das Thema war heute in der Sonntagabend Tagesschau um 20 Uhr der erste Beitrag.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: ADACMotorwelt



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