Der Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Mittwoch, 30. April 2014

Der Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Die Veranstaltung heute abend kam mir ein wenig vor wie die Verabschiedung der Landesregierung vom Nürburgring. Auf jeden Fall hätten sie das gerne - das war Malu Dreyer deutlich anzumerken. Endlich das leidige Thema loswerden.

Immerhin konnte sie bis vornehin fahren …

… was ja bei Ihr tatsächlich Sinn macht.

Endlich kam auch mal wieder der stromfressende weltgrösste LED zum Einsatz:

Getroffen habe ich Dieter und die Familie Menzel …

… aber auch Reinhold Schüssler und Wilhelm Hahne:

Aber ansonsten war das Besucheraufkommen eher dürftig:

Wenn man mal die Journalisten, Reporter, Mitarbeiter, Funktionäre, Politiker, Chauffeure und Zulieferer abzieht, dann bleibt da nicht mehr viel übrig.

Das ganze Spekatakel ging kurz vor 7 los und hat etwa 90 Minuten gedauert. Keine Veranstaltung ohne Imagefilm - wie bei besten Richterlindnerzeiten wird kräftig der Mythos bemüht:

Allerdings war das für die erste Reihe etwas schwer zu sehen:

Informationen gab es wenige, dafür umso mehr Visionen. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass eine einzige Frage zufriedenstellend und auf den Punkt beantwortet worden wäre - obwohl man sich betont souverän gab.

Malu Dreyer hat gleich zu Anfang mal klargestellt, dass sie am Verkaufsprozess nicht beteiligt war.

Pietro Nuvoloni - den wir als Propagandaminister Pressesprecher der Insolvenzverwalter kennen, hat den Moderator gespielt und das garnicht mal schlecht. Regelrecht liebevoll hat er kritische Fragesteller umschifft und immer wieder betont sanft für eine familiäre Diskussionsatmosphäre gesorgt.

Das war auch nötig, denn besonders Robertino Wild zeigte sich zwischenzeitlich etwas dünnhäutig. Wenn er über seine Visionen (Träume?) referiert, dann redet er wie ein Kunstschaffender über seine Werke - aber wenn jemand kritische Töne anschlägt, dann könnte man meinen, er fühle sich in seiner Würde verletzt.

Für mich war es das erste Mal, dass ich ihn live erlebt habe, von daher war das mal ganz interessant.

Ich habe jemanden mit einer GoPro gesehen, ich hoffe das wird ein kompletter Mitschnitt, damit Ihr Euch selber ein Bild machen könnt.

An neuen Informationen gab es nicht viel zu holen: Barzahlung wird ab sofort wieder möglich sein - die Verluste der Ringkard, für die der Steuerzahler aufkommen muss, schätze ich in der Größenordnung von einem 2-stelligen Millionenbetrag. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Der Herr Hockenheim-Schmidt hat kein Hehl daraus gemacht, dass ab jetzt ein anderer Wind weht - nämlich ein kaufmännischer. Das heisst man wird die Vorgaben des Nürburgring-Gesetzes einhalten, aber auch nicht mehr. Ich sehe schwere Zeiten auf die RCN zukommen.

Der Herr Schumacher hat sich auch vorgestellt:

Robertino Wild meinte, er kenne ihn schon viele Jahre und er sei sehr beeindruckt von seinen Management-Fähigkeiten. Der Herr Schmidt sass aussen und hat versucht sich nichts anmerken zu lassen. Warum braucht man ein neues Management, wenn das existierende doch so toll ist?

Adam Osieka kam nur einmal kurz zu Wort, als es um Trackdays ging. Dag von Garrel aus Adenau wollte wissen, wieso er keinen Trackday bekommt, GetSpeed aber 7. Adam meinte als Antwort, dass er nur 1 Trackday habe und bei den anderen habe er sich nur eingeklinkt.

Herr Schmidt meinte daraufhin, das sei doch ein Kompliment, die Strecke sei ausgebucht und war es auch immer. Da frage ich mich, wo der zusätzliche Umsatz inkl. Rendite herkommen soll, um die hohe Kapitallast für den Bankkredit zu bedienen, von dem der Nürburgring gekauft wurde. Was bisher nicht gereicht hat, soll auf einmal Wunder vollbringen?

Zur Achterbahn hat Herr Wild versprochen, dass sie nächstes Jahr nicht mehr steht. Sie würde woanders zum Einsatz kommen und der neue Betreiber baut sie auch kostenlos ab.

Das neue Industriegebiet kam auch zur Sprache, Meuspath sei ein Erfolgsmodell, aber ausgebucht und Firmen würden bereits anfragen, um bei dem neuen Industriegebiet mitzumachen.

Zum Thema Erfolgsmodell fällt mir nur ein, dass der Zweckverband, der das Industriegebiet verantwortet, garnicht so rosig dasteht, wie die blumigen Worte das vermitteln.

Es gab noch einige weitere Themen, aber diese hier sind mir im Gedächtnis geblieben. Dieter fragte ganz zu Schluss, als der Herr Nuvoloni bemüht war, die Veranstaltung schnell zu beenden, ob die Regierung denn einen Plan B habe, wenn die EU den Verkauf nicht genehmigt. Stellt sich raus, hat sie nicht. Dann geht das Verkaufen einfach wieder von vorne los.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die ganzen Abläufe ziemlich traurig machen. Ohne mit der Wimper zu zucken wirft die Frau Dreyer den Ring Spekulanten vor die Füsse und verdrückt sich durch die Hintertür. Die Textbausteine sind immer die gleichen - die Insolvenzverwalter haben einen guten Job gemacht usw. Was als Informationsabend geplant war, war nichts weiter als ein großer Luftballon - immer die gleichen Sprüche - ohne Fakten und Tatsachen. Man hofft auf eine gute EU Entscheidung, man ist sich sicher, der Ring bricht in eine neue Zukunft auf.

Woher das ganze Geld kommen soll, für die Umbauten, die Zinslast, die Instandhaltung - ist nach wie vor offen geblieben.

War ein anstrengender Tag für mich heute, von der Arbeit aus Köln direkt zum Ring und wieder zurück - dabei wollte ich eigentlich meinen Spa-Besuch für die WEC 6h vorbereiten. Ich hatte schon im Gefühl, dass das heute am Ring keine schöne Veranstaltung wird, aber ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Ich hab auch viele bekannte Gesichter gesehen, denen es ebenso ging - das fand ich dann wiederum gut.

Tags: Insolvenz | Capricorn | MaluDreyer

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