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    Donnerstag, 01. Mai 2014


    Während Malu Dreyer bei ihrer gefühlten Abschiedstournee (sieht mein Post gestern) selber Schwierigkeiten hat, ihre Sorgen zu unterdrücken (“Ich glaube, dass wir eine echte Chance haben, am Ring strukturell etwas zu bewegen.”), wird beim unterlegenen Bieter kräftig durchgeladen:

    "Sehr geehrte Frau Dreyer, (..) Wir nehmen an, dass Ihnen bereits bekannt ist, dass das Bieterverfahren nicht den Vorgaben des EU Beihilferechts entsprochen hat, das Verfahren nicht transparent durchgeführt wurde und zudem nicht der Höchstbieter den Zuschlag erhielt. Dies bedeutet erstens, dass der obsiegende Bieter selbst in den Genuss rechtswidriger Beihilfen gekommen ist, was zur Nichtigkeit des Veräußerungsvorgangs führt und zweitens sich die Haftung für die Rückforderung der unrechtmäßig gewährten Beihilfen zugunsten des Nürburgringkomplexes auf den Erwerber erstrecken wird. Beides wird nicht in ihrem Interesse liegen, da so zu einem langjährigen Rechtsstreit um den Nürburgring in der Öffentlichkeit kommen kann und wird."

    (Hervorhebungen entsprechen denen im Originaltext.)

    Das Schreiben kann man als Teil von Florian Zerfaß’ neuem Artikel bei der Wiwo komplett nachlesesen - und es ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst.

    “Der Erwerber des Nürburgrings stand bereits deutlich vor der Tagung des Gläubigerausschusses am 11. März 2014 fest, wie unser Mandant aus eigenen Recherchen nach Zuschlagserteilung erfahren musste.”

    Soweit zu der Entscheidung des Gläubigerausschusses.

    Der Nürburgring ist nicht zufällig in diese Situation geraten, sondern wurde von den Akteuren dieser Insolvenz in Eigenverwaltung - also dem eingesetzten Insolvenz-Geschäftsführer, dem Sachwalter und der Landesregierung - in diese hoffnungslose Lage manövriert:

    “In der Konsequenz ist der einzig rechtmäßige und auch im Interesse der Sache richtige Schritt, das Bieterverfahren wieder aufzugreifen und in der Folge unsere Mandanten den Zuschlag zu erteilen.”

    Also nicht die von Frau Dreyer mangels Plan B avisierte Neuauflage des Verkaufsprozesses, sondern der Austausch des Käufers: statt Capricorn die NeXovation Inc. aus Tennessee. Von der - nicht nur am Ring - noch niemand etwas gehört hat.

    Ich bin mir sicher, dass Frau Dreyer dieses Schreiben vor ihrer Blümchentour am Ring bekannt war.

    Aber noch ein weiteres Thema greift der Artikel auf: die wirtschaftliche Herausforderung, den Nürburgring unter dem Capricorn-Konstrukt mit schwarzen Zahlen zu betreiben:

    “Das Memorandum liegt der WirtschaftsWoche vor. KPMG kommt darin zu dem Schluss, dass Capricorn ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 12,8 Millionen Euro erreichen müsse.”

    Ein operatives Ergebnis von 12,8 Millionen, um Herr über die Lasten von Zinsen und Abschreibungen zu werden! Das geht entweder nur mit massiven Umsatzsteigerung oder Kosteneinsparungen. Die Strecken sind auch jetzt schon immer ausgelastet, also bliebt nur die Preisschraube. Und bei den Kosten ist es das Personal oder die Instandhaltung, wo der Rotstift als erstes kreist. Nach den Rieseninvestments in Beck’s Betonsärge ist in die Strecken kaum noch Geld geflossen und man sieht es ihnen inzwischen auch an. Wenn dort nicht bald etwas passiert, dann ist der Nürburgring auch schnell aufgebraucht.

    Ach ja, da war ja noch was: die Rhein-Zeitung. Alles super, alles toll.

    Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen und ich hoffe sehr, dass sich die Verantwortlichen alle irgendwann beim Freigang im Gefängnisinnenhof ihre Heile-Welt-Märchen gegenseitig erzählen können!

    Tags: WiWo | Capricorn | NeXovation | Insolvenz


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