Zoff am Ring.

Montag, 02. Juni 2014

Zoff am Ring.

Die Rock am Ring Kündigung schlägt mächtig Wellen - alle großen Medien berichten darüber.

Capricorn will jetzt selber ein Konzert aufsetzen für 2015 und völlig ungeniert beschreibt man den Kopiervorgang.

Das erinnert mich an die Situation bei Rad am Ring 2012, als die NAG ebenso ungeniert den Kunden vor Ort einen neuen - eigenen - Event angepriesen hat.

Während man bei der Rhein-Zeitung wie gewohnt Lobeshymnen singt, kommt Marek Lieberberg bei Spiegel oder FAZ zu Wort:

“Die Verhandlungen mit Capricorn, den neuen Herren am Nürburgring, ziehen sich seit Januar hin.”

Wie geht das denn - die haben doch erst am 11.März den Zuschlag bekommen?

Lieberberg nutzt natürlich die mediale Aufmerksamkeit um klarzustellen, dass er weiter Rock am Ring veranstalten wird - nur Not auch einem anderen Ort. Immerhin besitzt er schon ewig die Markenrechte. Mönchegladbach rollt auch schon den roten Teppich aus.

Als neuen Nürburgring-Rock-Veranstalter hat man sich DEAG (Deutsche Entertainment AG) ausgeguckt, denn die haben schon Rock the Ring im Programm: mit Peter Maffay und Bryan Adams … im Autobahnkreisel in Hinwil (kein Witz!).

Der Schlagabtausch findet jetzt - also kurz vor dem Event - statt, der am Wochenende 5.–8.Juni steigt. So eine vergiftete Athmosphäre, wo Festivals doch zum Feiern da sein sollten.

Man kann sich leicht ausrechnen, wie das weiterläuft:

  • MLK und DEAG werden Druck auf ihre Bands/Agenturen machen, damit diese nicht überlaufen.

  • Sooo lukrativ ist die Festivallandschaft in Deutschland nicht, dass man gerade mal eben eine neues “größtes deutsches Festival” aus dem Boden stampft. Sowohl MLK als auch DEAG werden um die Kundschaft buhlen - da kann es nur Verlierer geben.

  • MLK meldet jetzt schon den 2015er Termin an (erstes Juni Wochenende - so wie immer) - das Ganze läuft ja seit einiger Zeit auch immer parallel in Nürnberg. Da darf man sich am Ring jetzt überlegen ob man parallel ein 3.Konzert auflegt (unwahrscheinlich) oder einen neuen Termin findet (ohne Tradition).

  • Die Fangemeinde ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn der Ring eine kultive Austragungsstätte ist, spätestens wenn Rock am Ring in - z.B. - Mönchengladbach ausgetragen wird, will jeder die Hintergründe wissen - da kommt Capricorn nicht gut weg. Und wenn die Zuschauer MLK treu bleiben, dann darf man am Ring erstmal neue Festivalbesucher anwerben.

  • Die Signal für aussenstehende Geschäftspartner ist - mal wieder - veheerend. Wenn man die Rhein-Zeitung ausblendet der mediale Super GAU - garnicht gut für das neue Image, das quasi nahtlos an beste Richter/Lindner Manier anknüpft. In der Woche vor der Veranstaltung die Situation so eskalieren zu lassen, dass sie in voller Breite in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist ganz schlechter Geschäftsstil und wird keinem zukünftigen Geschäftspartner gefallen.

Marek Lieberberg ist sicher kein Kind von Traurigkeit - aber: er hat dem Ring die Treue gehalten - er hatte ein großes Risiko und hat 3 Jahrzehnte alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Schaut Euch das Line Up von 1985 an, wie sehr sich die Musik und die Leute verändert haben. Hier ist übrigens meine Karte von damals. MLK war (fast) immer auf der Höhe der Zeit und der Ring hat finanziell, aber auch vom Image her, partizipiert.

Da geht man doch nicht im Streit auseinander.

Tags: RockAmRing

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