3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

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