24h-Rennen oder Ballermann?

Donnerstag, 02. Juni 2016

24h-Rennen oder Ballermann?

Diese Email habe ich noch zum 24h-Rennen bekommen. Ich freue mich übrigens immer über Rückmeldungen von Leuten, die sich nicht unbedingt bei Facebook & Co. mitteilen wollen. Hier einmal Erfahrungen aus Zuschauersicht - das möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten - danke für die Einschätzungen:

Als bekennendem Ring-Süchtigen seit dem 1. Besuch mit Papa 1977 beim 1.000 km-Rennen (da war ich 10) missfallen mir die »Geschehnisse« rund um die Privatisierung und die Vermarktung des Nürburgrings genauso wie den meisten echten Ring-Fans. Ich denke, hierzu ist mittlerweile alles gesagt und deswegen äußere ich mich auch nicht weiter dazu.

Was mir am 24h-Wochenende mal wieder aufgefallen ist: ich schätze mal 2/3 der Besucher kommen mittlerweile nur noch zum Saufen und Abfeiern in die Eifel. Nichts gegen beheizte Pools oder die ein oder andere Disco.

Nichts gegen den ein oder anderen 6er-Pack oder ein paar Schnäpperken nach durchfrorener Nacht am Zaun. Aber dieser Ballermann-Zirkus geht mir mittlerweile gehörig auf den Sack! Das Rennen, der Sport – es scheint kaum noch jemanden zu interessieren. Jedenfalls habe ich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – nie Leute gesehen, die das Renngeschehen auch nur ansatz- weise mitverfolgen. Live-Timing, DVBT-TV, Ring-Radio? Fehlanzeige! Dafür die ganze Nacht Proletentechno und Kotzflecken-Slalom.

Und spätestens Sonntagmorgen packt man das Gelumpe zusammen und um 11.00 Uhr ist der halbe Campingplatz leer. Und ich gehe mal nicht davon aus, dass die Leute alle zum Zieleinlauf auf die Tribünen abgezogen sind – die waren in früheren Jahren weitaus voller.

Dazu kommt die »sportliche« Einstellung der Leute: da fliegen im Hagel reihenweise die Autos ab – wohlgemerkt unkontrollierbar – und die »Fans« feiern jeden Einschlag wie Bolle. Kein Gedanke daran, dass es die »Kleinen« besonders hart getroffen hat. Das ganze Jahr haben die am Auto gebastelt, Urlaub und ne Menge Kohle geopfert – und dann werden sie nach 4 Runden ausgelacht. Bei den Youngtimern konnte man das i.ü. auch »erleben«.

Und anstatt das Handy zu zücken sind früher in solchen Momenten reihen- weise die Werkzeugkisten über den Zaun geflogen und man hat die Fahrer in der nächstgelegenen Notbucht unterstützt bis zum Gehtnichtmehr.

Ich erinnere mich an eine solche Szene, als Anfang der 2000er Sonntag- morgens dem Strycek in seinem Stufenheck-Astra im Brünnchen das linke Vorderrad weggebrochen ist…

DIESER Spirit ist m.M. nach mittlerweile völlig abhanden gekommen. Die Zeiten von Käptn Ahab sind vorbei. Die RTL-Welt hat auch bei den Zuschauern gewonnen.

N24h | Blickwinkel | Werkzeugkisten | Ballermann |

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