Zu Besuch bei Kumpan - elektrische Roller aus Remagen.

Samstag, 29. Oktober 2016

Zu Besuch bei Kumpan - elektrische Roller aus Remagen.

Wer meinen Intermot Bericht gelesen hat, dem werden sie schon aufgefallen sein: die Kumpan Elektroroller.

Als ich mich vor 2 Wochen dort am Stand als Blogger vorstellte meinte man: na dann komm doch mal bei uns in Remagen vorbei und wir zeigen Dir alles!

Gesagt - getan - Termin gemacht und gestern war es soweit. Transit gesattelt und Caracciola’s Geburtsort im Kreis Ahrweiler besucht:

Die junge Firma - als Startup 2010 in’s Leben gerufen - hat ihr Quartier im ehemaligen Sitz von Schauff bezogen.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Es gibt sogar noch ein paar verlorene Zeitzeugen:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Roller sind bereits in ihrer 2.Generation und der Einsitzer mit dem Namen 1953 wiegt leer 75 kg, hat 10 Zoll Räder und kann bis zu 3 der selbstentwickelten Akkus aufnehmen:

Der Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

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Das mit den entnehmbaren Akkus hat einen Grund: jeder wiegt 10 kg, also gerade OK, um sie zum Laden in die Wohnung tragen zu können. Hat ja nicht jeder eine Garage mit Steckdose und ein Kabel möchte man in der Stadt auch nicht aus dem Fenster werfen.

Ist doch einfach und clever gelöst. So ein Akku hat 29 Ah und das entspricht bei 51V Nennleistung knapp 1.500 Wh. Damit kommt man etwa 50 km weit - das ist schon eine gute Strecke für einen Roller. Mit 3 Akkus sind das 150 km - das fährt meiner Meinung nach kein Mensch mit einem 45 km/h Roller am Tag - und nachts kann man ja immer wieder aufladen.

Bei einem Strompreis von 0,25 € kWh entsprechen die Kosten etwa 0,75 € / 100 km.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

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Die Akkus werden übrigens von der deutschen Firma Ansmann nach den Vorgaben von Kumpan gefertigt.

Der aktuelle Ladestand wird natürlich im Cockpit angezeigt:

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Die Elektronik wird In-House ausgetüftelt:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

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… ebenso wie eigentlich der ganze Rest von dem Roller. Philip Tykesson - einer der 3 Brüder, die die Firma gegründet haben - zeigt mir den Entstehungsprozess der Komponenten - das geht dann auch schonmal ganz un-technisch mit Papier und Pappe:

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Die Roller sind bewusst im Retrostil designed - im Gegensatz zu z.B. einem BMW i3 möchte man ein Produkt anbieten, das vielen Leuten gefällt.

Die Lampe ist ein Kumpan Erkennungsmerkmal …

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Technik und das Design der Roller werden komplett in Remagen gestaltet - je nach Aufgabenstellung auch mit Unterstützung weiterer Ingenieurbüros. Die Komponenten werden nach Kumpan Vorgaben auch in China gefertigt, aber zusammengebaut wird wieder in Remagen:

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… wo auch die Einzelteile vorgehalten werden:

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… und die Roller dann per DHL verschickt werden:

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Neben dem 1-sitzigen 1953:

Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… gibt es noch den 2-sitzigen 1954 L, der läuft auf 12 Zoll Rädern:

Kumpan Modell 1954 L - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Nach den ganzen Hintergründen war ich natürlich scharf auf eine Probefahrt und die Probanden standen schon bereit:

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Ich habe mich dann mal bemüht ein wenig Remagen unsicher zu machen:

Mike auf dem Kumpan 1954 L, bereit zur Probefahrt - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das ist schon ungewohnt ohne Geräusch loszufahren, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der Roller fährt 45 km/h, ist ja auch eine kleine Nummer. Für mich könnte er etwas größer sein, aber Roller für 2 Meter Leute wären wohl auch eher eine Randerscheinung.

Eine große Herausforderung ist bei einem lautlosen Gefährt die Passgenauigkeit der Anbauteile. Denn man hört jedes rappelnde Geräusch, was bei einem Verbrenner natürlich übertönt wird.

Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass der Motor nicht mehr anschiebt, wenn man bremst - ähnlich wie man das von der Kartbahn kennt: Bremse = Motor aus. Aber unsereiner bremst ja gewohnheitsmäßig in die Kurven rein und da ist es dann eher suboptimal, wenn der Vortrieb so schlagartig ausgeknipst wird.

Neu - aber angenehm - ist die Tatsache, dass der Motor wenig Widerstand leistet im Rollbetrieb, d.h. wenn man vom Gas geht, dann rollt das quasi ungebremst weiter. Da ist ein Benzinmotor mit seinen beweglichen Teilen doch viel bremsender im Einsatz.

Der Motor im Kumpan ist ein bürstenloser Radnabenmotor, d.h. Verschleiß findet nicht statt. Es gibt dadurch auch keine Kette und großartige Inspektionen sind nicht nötig. Das beschränkt sich auf Luft prüfen und Bremsbeläge wechseln - aber viel mehr fällt einem zu dem Thema nicht ein. Höchstens wenn Lenkkopf- oder Radlager mal fällig werden - aber das dauert ja.

Neben den beiden Rollern hat Kumpan noch diesen witzigen Tretroller entworfen:

Kumpan Tretroller Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Hört auf den Namen 1950 und fährt 20 km/h schnell. Das hat den Vorteil, dass man keinen Helm braucht. Die Straßenverkehr-Variante mit Licht und kleinem Nummernschild wiegt nur 16 kg und dank Klappmechanismus passt das Teil auch in jeden Kofferraum.

Philipp hat mal vorgeführt, wie das geht: man kann die Geschwindigkeit durch ganz normales Rollern vorgeben und die wird dann gehalten:

Philipp Tykesson auf dem Kumpan Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das macht Spaß:

Mike auf dem Kumpan 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… auch wenn ich mir den Lenker etwas höher gewünscht hätte:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Preise für die 3 Modelle liegen bei 1.799€ für den Tretroller (StVZ-Version), 3.849€ für den Einsitzer und 3.999€ für den Zweisitzer.

Das ist schon gutes Vespa Niveau - aber Piaggio hat noch nichts Elektrisches im Angebot und der Vergleich mit dem Verbrenner hinkt, weil man damit immer zur Tankstelle muss.

Bisher hat Kumpan schon über 2.500 Roller verkauft und für die Zukunft hat man sich einiges vorgenommen. Den nächsten Roller - 1954 Ri - soll es auch mit großem Nummernschild geben, 80 bis 100 Sachen werden dann drin sein. Dauert aber noch ein Jahr, bis er fertig ist.

Wenn ihr mal in Remagen seid, schaut einfach bei Kumpan vorbei: goo.gl/2DpaXq. Die haben eine schöne Ausstellung und man kann auch die Modelle probefahren.

UPDATE:

Im Nachhinein bin ich gebeten worden einige Fotos nicht zu veröffentlichen. Schade, aber was will man machen - ihr seht also hier den editierten Beitrag.

Kumpan | Remagen | Mikebericht |

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