Ein 51-jähriger Berliner Radfahrer erzählt mal wie das so läuft als Auto-Umsteiger.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Ein 51-jähriger Berliner Radfahrer erzählt mal wie das so läuft als Auto-Umsteiger.

Ich muss zugeben, da finde ich mich oft wieder - nicht nur beim Alter:

Ich bin immer seltener Auto gefahren. Die endgültige Trennung kam schleichend, es war kein Paukenschlag. Das Auto ist aus meinem Leben gegangen. Wie ein Werkzeug, das man nicht mehr braucht. Meine damalige Familie war mit der A-Klasse viel unterwegs, doch ich wusste oft gar nicht mehr, wo das Auto parkte.

Seit 6 Monaten verzichte ich selber auch auf das Auto für meinen Arbeitsweg und kombiniere seitdem ÖPNV und Fahrrad. Manchmal fahre ich auch komplett mit dem Rad - sind allerdings dann 60 km hin und zurück - ich muss einmal von Süden nach Norden komplett durch Köln jeden Tag. Motorrad habe ich auch probiert - deswegen kam extra die Hornet in's Haus - aber das kann man ebenfalls vergessen. Die Leute fahren sich morgens und abends so einen Stuss zurecht - da ist man nach der Fahrt erstmal mit den Nerven durch.

Der Radfahrer gefährdet immer zuerst sich selbst, der Autofahrer gefährdet immer andere.

Klar, das erlebt man auf dem Rad in der Großstadt jeden Tag. Dabei profitieren doch die Autofahrer von jedem Radfahrer. Denn würden die auch alle Auto fahren, dann geht eh nix mehr.

Jedenfalls bin ich noch nie soviel Rad gefahren wie in den letzten 6 Monaten - und habe gleichzeitig soviel gelesen wie in den letzten 5 Jahren zusammen. Und natürlich mein Nervenkostüm geschont.

Man muss aber erstmal in's kalte Wasser springen, um sich durch die Details zu fuchsen. Da ergeben sich auf einmal ganz neue Optionen, die einem vorher nicht bewusst waren. Ich kann als Abofahrer z.B. die KVB-Räder kostenlos nutzen. Mach ich auch oft.

Inzwischen bin ich überzeugt, dass wir in den Städten dringend neue Konzepte brauchen. Viele Leute würden auch gerne radfahren, aber werden zu sehr gegängelt und gefährdet, um ernsthaft weitere Strecken zurückzulegen. Es soll ja Städte geben, die reagieren - aber davon ist in Köln leider nichts zu spüren.

Umso mehr freut es mich solche Texte wie den von Christian Storbeck zu lesen - dass auch andere Leute ähnliche Erfahrungen machen.

Oder um Walter Röhrl zu zitieren:

In der Stadt fährt man nicht Auto, sondern Fahrrad.

Commute | Radfahrer | Mobility |

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