Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |



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