2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |

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