KVB Kundenbefragung - um höhere Preise zu rechtfertigen?

Dienstag, 10. Oktober 2017

KVB Kundenbefragung - um höhere Preise zu rechtfertigen?

Als ich kürzlich in der KVB (= Kölner Stadtbahn) unterwegs war, kam ein Herr auf mich zu, ob ich an einer Kundenbefragung teilnehmen möchte. Normalerweise nicht mein Ding, aber in der Hoffnung vielleicht etwas zum besseren Verständnis über die Fahrgäste beitragen zu können, habe ich mich breitschlagen lassen.

Mir ist da nämlich in dem letzten knappen Jahr, seitdem ich mit Jahreskarte täglich die KVB nutze, so einiges aufgefallen. Man würde sich telefonisch bei mir melden … Hab ich zwar jetzt nicht verstanden, warum wir das nicht direkt machen - aber ok - von mir aus.

Heute dann der Anruf - ich war auch passend gerade im Bus unterwegs auf der nach-Hause-Fahrt. Leider wurde ich während der Befragung, die auch nur 10 Minuten dauerte, jäh aus meinen naiven Verbesserungträumen gerissen: der KVB ging es überhaupt nicht darum einen Kunden-Rückkanal zu öffnen. Nein, sie wollten nur die Preiselastizität feststellen, um höhere Preise durchzudrücken!

Das lief ungefähr so:

Welches Ticket ich nutzen würde, wie oft ich fahre - alles unverdächtig. Doch dann: ob ich das Ticket zu teuer finden würde - ob mir klar sei, dass alles immer teurer wird - ob ich denn weniger fahre, wenn die Tickets teurer würde - welcher Preis denn meiner Meinung nach angemessen sei (das war übrigens die einzige Nicht-Multiple-Choice Frage mit freier Größenwahl - sehr gnädig) - ob mir denn überhaupt klar sei, welche tollen Angebote ich mit meiner Jahreskarte mitnutzen könnte - ob unser Haushalt gut mit seinem Budget auskommt … you get the picture.

Sehr enttäuschend liebe KVB, eine schöne Chance vertan einen frischen Konvertierten nach seinen Erfahrungen zu befragen, um eventuell in Zukunft mehr Leute vom PKW Individualverkehr Richtung ÖPNV zu bewegen. So wird das nichts mit der tollen neuen Mobilität, wenn jeder Anbieter nur in seinem eigenen kleinen Mikrokosmos versucht den Gewinn zu maximieren. Und kein Wunder, dass in und um Köln herum fast täglich der Verkehr kollabiert.

Zur Vollständigkeit ergänze ich noch, dass die KVB eine Firma der öffentlichen Hand ist - also sowieso schon uns allen gehört. Denn eigentlich müsste die Nutzung kostenlos sein - wir haben doch schon alles bezahlt. Wenn ÖPNV keine Infrastruktur ist, was dann? Und zählt damit zu den originären Aufgaben des Staates: Bereitstellung einer ordentlichen Infrastruktur. Aber sie haben uns inzwischen schon so weit, dass das gar nicht mehr eingefordert wird.

Köln | Stadtbahn | Umfrage |

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