IHK Düsseldorf verteidigt die Rückständigkeit.

Dienstag, 14. November 2017

IHK Düsseldorf verteidigt die Rückständigkeit.

Sobald man ein Gewerbe angemeldet, kommt sofort die IHK angeschlichen und hält die Hand auf - ob man will oder nicht. Quasi die GEZ für Selbstständige - immerhin gibt es für Mini-Unternehmen eine Untergrenze. Hier im Blog wird ja auch Geld bewegt (Serverkosten, Unterstützer), also brauche ich auch eine Gewerbeanmeldung - zum Glück nicht in Düsseldorf. Die IHK dort ist nur für Düsseldorf und Kreis Mettmann zuständig.

Und sie geht anscheinend davon aus, dass Selbstständige kein Fahrrad fahren, anders kann ich solche Kommentare von Andreas Schmitz - IHK Präsident Düsseldorf - nicht deuten:

Radwege sind schön und gut, aber wir wollen nicht der Fahrradstadt Münster den Rang ablaufen. Fahrradwege mitten in einer dicht befahrenen Innenstadt sehe ich kritisch. Auch ein Blick auf die Bedeutung der Fahrradfahrer für die Einkaufmetropole sollte nachdenklich stimmen: Während diese durchschnittlich 50 Euro bei einem Einkauf in der Stadt lassen, geben Autofahrer im Schnitt 140 Euro aus. Fahrradfahren am Wochenende ist wunderbar, aber in unseren Breitengraden und bei den hohen Pendlerzahlen wird die Bedeutung des Verkehrsmittels Fahrrad für den Weg zur Arbeit in absehbarer Zeit kaum nennenswert steigen.

Man könnte meinen, das sei ein Interview aus den 70ern oder so, aber ist es aktuell. Die Fahrradfahrer und die Autofahrer - da werden direkt mal klare Grenzen gezogen. Dass beide beides sein können, kommt dem Präsident nicht in den Sinn. Ich will gar nicht wissen, wie diese Zahlen erhoben worden sind. Aber wie verbohrt muss man sein, um a) das Verkehrsmittel und b) den Verkehrsfluss an der angeblichen Solvenz festzumachen? Und überhaupt: seit wann diktieren die Einzelhändler die Mobilitätskonzepte? Wie wäre es damit die Einwohner selber zu fragen? Als wäre der öffentliche Verkehrsraum nur dazu da, den Einzelhändlern die Kunden durch die Tür zu tragen.

Bei so einer Rückständigkeit muss man sich nicht wundern, wenn das auf anderen Entscheidungsgebieten ähnlich läuft. Und Amazon & Co. im Handel die Oberhand gewinnen. Wenn man diese Dinosaurier reden hört, wie sie - ähnlich wie Sigmar Gabriel kürzlich auch - verzweifelt versuchen den antiquierten Status Quo zu erhalten, dann muss man sich über die Rückständigkeit nicht wundern. Gehen diese Leute denn nie mal vor die Tür?

Einzelhandel | Amazon | Düsseldorf | Fahrrad | Mobilität |

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