Eifel-Rallye in Daun - Mikebericht von der großen Gruppe B Show.

Dienstag, 24. Juli 2018

Eifel-Rallye in Daun - Mikebericht von der großen Gruppe B Show.

Pikes Peak zu Besuch in Daun - denn das war das Motto der diesjährigen Eifel-Rallye. Der Klassiker zeigte sich wieder von seiner besten Seite und man hat das Gefühl Aktive und Zuschauer kennen sich gegenseitig schon seit Jahren … bzw. Jahrzehnten! Viele Stammgäste jedenfalls von beiden Fraktionen.

Mike Frison / renn.tv

Nachdem ich 2016 und 2017 schon dort war, kann ich mich eigentlich auch dazuzählen. Mit dabei: mein Youngtimer-MTB, das nach dem DNF im Winter auch wieder einsatzbereit ist:

Mike Frison / renn.tv

Fahrrad generell ist ein guter Tipp, so lässt sich manch langer Fußmarsch zur WP abkürzen. Und man kann auch so etwas rumfahren und die Gegend erkunden. Wobei es erstmal natürlich darum geht die ausgestellten Schönheiten zu bestaunen:

Mike Frison / renn.tv

Die beiden waren zwar nur stehend unterwegs, aber trotzdem ein schöner Anblick. Ich habe auch gelernt, dass der LMP 1 Verschnitt 208er im Besitz von Sébastien Loeb ist - war bis vor einem Monat noch Pikes Peak Rekordhalter. Vielleicht erleben wir diese Paarung ja mal zu einem späteren Zeitpunkt?

Alles andere als stehend unterwegs war der Peugeot 208 von Dirk Riebensahm:

Mike Frison / renn.tv

Und wenn Dirk & Chris zusammenstehen, werden natürlich Erinnerungen wach - ja, dem 200er geht es gut :)

Mike Frison / renn.tv

Chris und ich haben auch schon so manches Abenteuer erlebt - die Fahrt auf dem Laacher See haben wir beide noch in guter Erinnerung. Obwohl es schon eine Weile her ist und ich hätte damals auch nicht gedacht, dass dieser schnelle, aber etwas häßliche Audi, irgendwann einmal ein Modellauto wird:

Mike Frison / renn.tv

Gab es bei Audi Tradition am Stand und damals dachte ich der Wagen hätte einen Unfallschaden gehabt - wegen der schwarzen Motorhaube. War aber original. Chris ist Audifan durch und durch und bei den vielen Quattros wurden die Knie ab und zu weich:

Mike Frison / renn.tv

Dieser Weiße war wirklich ein Traum - neu restauriert nach allen Regeln der Kunst:

Mike Frison / renn.tv

Ich habe auch gelernt, dass die Frontscheibe beim kurzen Quattro steiler steht, weil der komplette Vorderwagen von der Audi 80 B6 Limousine stammt. Inklusive der Türen. Erst hinter der B-Säule geht es los mit Quattro Coupe, aber nicht komplett - ein Stück wurde noch rausgelassen beim Anbauen - daher die Verkürzung. Auch der Radstand ist kürzer, dadurch ist das Auto nicht unbedingt einfacher zu fahren. Aus Performance-Gründen ist der Motor auch 5 cm nach hinten gewandert - die Antriebswellen stehen leicht schräg.

Auch ein Highlight war der Lancia S4:

Mike Frison / renn.tv

Davon wurden nur 71 Stück gebaut, damals das schnellste und aktuellste Auto der Gruppe B - und auch der Grund für deren Ende. Weil es auf einem Gitterrohrrahmen aufbaut braucht man keinen Überrollkäfig. Und diese Version hier auf der Eifel-Rallye war das Straßenauto - aber genau so ein Straßenauto sei bei der Rallye Monte Carlo 85 (?) am Start gewesen. Jedenfalls habe ich bisher immer nur richtige Rennautos gesehen, nie diese zivile Variante - ziemlich sensationelles Auto. Und weil es sowohl von einem Kompressor als auch einem Turbo zwangsbeatmet wird, hat es auch einen sehr scharfen Sound. Bitte nächstes Mal wiederkommen!

Es gab aber natürlich noch viele weitere Highlights, z.B. dieser VW Bus, der gnadenlos in trabantgrau getüncht wurde:

Mike Frison / renn.tv

Auch bei den Zuschauern wurden einige Register gezogen:

Mike Frison / renn.tv

Dekorativ ging es im Fahrerlager sogar unter den Autos zu:

Mike Frison / renn.tv

Und der universelle Problemlöser aus Ringminihausen war sich wie immer nicht zu schade seine Künste in den Dienst der Sache zu stellen:

Mike Frison / renn.tv

Liebe Veranstalter: bitte nächstes Mal das Ringmini-Eichhörnchen 4x4 einladen! Das Auto ist absoluter Originalzustand und es gibt den Wagen auf der Welt nur einmal.

Für die Rallye hatte ich mir ordentlich Zeit genommen - habe 2 Nächte im Blogger-Transit übernachtet. Und sogar was gelernt, z.B. dass CO2 nicht nur schlecht ist. Im Sprudelwasser sorgt das aggressive Gas dafür, dass beim kilometerlangen Aufsteigen aus den Gesteinsschichten Mineralien ausgelöst werden. Darum ist z.B. Nürburgquelle Mineralwasser der Magnesium-Rekordhalter. Ich hatte mir sogar mal vor Zeit die Mühe gemacht die Magnesiumwerte der Sprudel zu vergleichen - aber 241 mg/L werdet ihr sonst nirgendwo finden. Guter Tipp für die Sportfraktion. Jedenfalls weiss ich jetzt auch warum:

Mike Frison / renn.tv

Aber auch sonst besteht kein Zweifel: wir sind mitten in der Eifel! Oder wann habt ihr das letzte Mal eine Hercules im Schaufenster gesehen?

Mike Frison / renn.tv

Das soll aber jetzt nicht abwertend klingen, denn immerhin stand auch das erste Mal eine elektrische Kumpan vor meinen Augen in freier Wildbahn:

Mike Frison / renn.tv

Siehe auch mein Besuch bei der Firma Kumpan in Remagen vor zwei Jahren - bald ist ja wieder Intermot - ich freue mich schon.

Bei meiner ersten Übernachtung auf einer Anhöhe - davon gibt es in Daun reichlich - bot sich diese Aussicht:

Mike Frison / renn.tv

Seht ihr das Bänkchen im Vordergrund? Da hat jemand mal richtig mitgedacht - toller Platz. Wie immer bei Motorsport-Veranstaltungen findet man schnell Anschluss und Bus-Übernachtungs-Nachbar Mosh hatte sogar einen frischen Kaffee für mich parat. Er hatte später im Fahrerlager fleißig Autogramme gesammelt und seine Markenpräferenz war ziemlich eindeutig:

Mike Frison / renn.tv

Wir sind am Samstag auch zusammen zur ersten WP gefahren: die Special Stage in der Nähe von Neichen. Die Zuschauerführung war zwar etwas ungewöhnlich und rustikal - aber liebevoll und sorgfältig:

Mike Frison / renn.tv

Belohnt wurde man vor Ort mit einer Ascona-Hochsprung-Meisterschaft:

Mike Frison / renn.tv

Gerade als ich ankam, war auch Georg Berlandy im Anflug - statt Foto habe ich schnell die GoPro gezündet für den Vorbeiflug.

Der Georg war ja einer der Starter bei der Grabfeld-Rallye, die sich erfolgreich vom DMSB abgewendet hat. Ich hatte Gelegenheit im Gespräch ihm meinen Respekt auszudrücken und er meint er zieht das durch. Hat dem DMSB auch schon einen entsprechenden Brief geschrieben, den die ja unbedingt haben wollten.

Ähnlich gepolt ist Uwe Sturm, der den alten Berlandy Ascona übernommen hat. Wir konnten uns ausgiebig unterhalten, war auch sehr interessant. Und hat mich in meinen Eindrücken bestärkt, die ich bisher auch schon hatte und hier regelmäßig teile. Er meinte auch, dass sich nicht nur mehr Teilnehmer vom DMSB abwenden dürfen, sondern auch Veranstalter. Wenn es gelingt in Deutschland 4 bis 5 Rallyes nach dem neuen, freien Konzept durchzuführen, dann hätte der Breitensport eine DMSB-befreite Basis und die Drohungen der Funktionäre würden komplett ins Leere laufen. Hoffen wir das Beste - jetzt ist Courage auf mehreren Ebenen gefragt.

Uwe Sturm ist großer Georg Berlandy Fan und es ist schön zu sehen, dass dem Georg quasi schon während seiner aktiven Zeit die Ehre zukommt, die ihm gebührt. Das Auto ist original, so wie es Georg eigentlich für sich selber vorbereitet hatte, bevor ihm der neue Kadett über die Füße lief. Und als auch der Mannschaftswagen aufgrund seiner Laufleistung ersetzt werden sollte, hat Uwe Sturm dankbar das Angebot angenommen auch diesen in seinen Fuhrpark aufzunehmen - perfekt!

Mike Frison / renn.tv

Sogar inklusive Motocartoon vom Gerri - die dezenten N’s an markanten Stellen haben sich auch schon das ein oder andere Mal noch mit Georg am Steuer in die Hosen geschissen.

Im Fahrerlager habe ich auch Olaf Manthey nach längerer Zeit mal wiedergesehen und konnte meine Neugierde natürlich nicht im Zaum halten. Hier mal so der grobe Überblick: Renate und er haben sich ein Domizil gesucht und auch in Ahr-Nähe gefunden. Er hat sich auch ein paar eigene Autos aufgehoben auch dafür ein Zuhause gefunden. Fit hält ihn aber auch der große Garten - was er offensichtlich genießt. Natürlich steht er immer noch gerne beratend zur Seite, möchte aber die Zügel übergeben wissen. Und ich finde, das hat man auch in Le Mans z.B. deutlich gesehen, als Nicki und Martin ziemlich oft im Fernsehen gezeigt wurden.

Übrigens hat Olaf auch eine beeindruckende Rallye-Karriere hinter sich: er hat alle Rallyes gewonnen, bei denen er gestartet ist! Um genau zu sein: die Rallye Köln-Ahrweiler 1995 in einem Porsche 914/6.

Zurück in Daun erkennt man die englischen Teilnehmer ziemlich schnell:

Mike Frison / renn.tv

Den Beifahrer-Facepalm lassen wir mal als Entschuldigung gelten.

Für den zweiten Tag hatte ich mir die WP5 ausgesucht - das war hier bei Mehren.

Ich hatte den Bus als Schlafquartier schon abends im Ort in Stellung gebracht und war dann nach dem Kaffee - Kännchen! - beim örtlichen Bäcker froh, das Fahrrad mitgenommen zu haben. Hat die Suche nach der WP doch schon gut erleichtert.

Vor Ort war es zwar staubig, aber quer:

Mike Frison / renn.tv

Irgendwie hatte ich ein Schotter-Näschen dieses Jahr - das war wohl nach der Special Stage die einzige andere WP, die Schotter Anteile hatte.

Das ist der Vater von Sebastian Klos:

Mike Frison / renn.tv

Sagt euch nichts? Sebastian hat den Youtube-Kanal Zeroundersteer gegründet und ist inzwischen mit einem kleinen Team sehr engagiert im Einsatz. Schaut mal vorbei, ich freue mich schon auf das Eifel-Rallye Video.

Noch einen weiteren Youtuber habe ich getroffen: Six Right Over Crest. Da kommen vielleicht auch noch Bilder die nächsten Tage.

Wer sich noch in der Galerie umschauen möchte, ich habe natürlich wieder fleißig Fotos gemacht. Wieder mit meinen kompakten Werkzeug Canon EOS 100D. Auch nicht mehr die Jüngste, aber nach wie vor tadellos und offensichtlich hart im Nehmen.

Insgesamt wieder eine Mega-Veranstaltung, bei mir inzwischen fester Programmpunkt im Jahreskalender. Ich habe jetzt auch die Klasseneinteilung verstanden mit Org (orginal), Slo1 (guter Nachbau), und Slo2 (Nachbau mit Abweichungen). Daun ist sich wieder treu geblieben, auch an so einem Wochenende schließt die Pizzaria gnadenlos um 22h. Das Publikum ist sehr international, nimmt teilweise richtig weite Anreise auf sich. Die WPs sind nicht einfach anzusteuern, entweder Zeit oder gute Ortskenntnisse mitbringen. Dafür ist das Fahrerlager im Stadtzentrum aber so konzentriert aufgrund des Platzmangels, dass man alles gut ablaufen kann. Auf Schotter setzen nicht alle Teams ihre Autos ein - sollte man bedenken bei diesen Prüfungen. Dafür fahren die anderen aber gerne mal eine Runde mehr, wenn es ihnen gefällt - es gibt ja keine Zeitnahme oder Wertung.

Abschließend ein großes Dankeschön nach Daun, wo mit viel Einsatz und Herzblut vieler freiwilliger Helfer ein so schöner Event regelmäßig zelebriert wird.

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