Besuch bei Reifen Schlag in Leimbach (bei Adenau).

Dienstag, 29. Januar 2019

Besuch bei Reifen Schlag in Leimbach (bei Adenau).

Das stand schon länger auf dem Programm: mal den Günter Schlag und seine Reifensammlung besuchen! Er ist auch schon lange als Unterstützer des Blogs hier an Bord - wofür ihm natürlich nochmal Extradank gebührt.

Am Wochenende war es dann soweit - wir waren verabredet und ein Ritt zum Ring ist immer ein lohnenswerter Ausflug.

Relativ unscheinbar versteckt sich seine Dependence hinter dieser nüchternen Fassade:

Mike Frison / renn.tv

… aber so ganz ohne Indizien präsentiert sie sich dann doch nicht:

Mike Frison / renn.tv

Während der Chef noch im Einsatz war:

Mike Frison / renn.tv

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… habe ich mal den Blick streifen lassen:

Mike Frison / renn.tv

… und die gute Seele im Büro kennengelernt:

Mike Frison / renn.tv

Das mit dem Kaffee hat Günter aber dann doch lieber persönlich gemacht:

Mike Frison / renn.tv

… und dann waren wir auch schon soweit:

Mike Frison / renn.tv

Das Besondere an Reifen-Schlag ist, dass man hier mit Rennreifen versorgt wird. NUR mit Rennreifen. Dazu gehört auch der Renn-Service an der Strecke - vorzugsweise im historischen bzw. FHR Motorsport.

Günter selber hat ebenfalls motorsportliche Wurzeln - genauer gesagt im Rallye-Sport. Vom Beruf Energieanlagen-Elektroniker hat er schon bald gemerkt, dass er mehr Zeit und Geld für das Rallyefahren braucht und hat bei einer Spedition angeheuert, um Tankzug zu fahren.

Er war dann in der Baden-Württembergischen und teilweise auch Deutschen Rallyemeisterschaft unterwegs - erst mit Opel C Kadett (Gruppe 2) und später B Manta (Gruppe A).

1979 kam auch ein dritter Platz in der BW-Meisterschaft dabei heraus.

Die Erfahrungen von damals helfen ihm auch heute noch die Zusammenhänge im Rennsport bezüglich der Reifen zu erkennen, aber auch zu erklären.

Kennt Ihr noch die Reifenmarke “Kleber”? Die suchten 1980 jemanden für den Renndienst. Das war quasi der Startschuß für Günter’s Reifenlaufbahn, denn er bekam den Job und damit die Aufgabe das Audi Rallye-WM-Team zu betreuen. Wie wir alle wissen wurde Michèle Mouton 1982 Vizeweltmeisterin - was man vielleicht nicht so auf dem Schirm hat: mit Kleber-Reifen.

Heute ist die Firma nicht mehr im Rennsport aktiv - damals waren sie die ersten, die einen Semi-Racing angeboten haben. Und das wandelnde Reifenlexikon in Leimbach hat auch sofort die Bezeichnung noch parat: V 10 RS.

Für den 23-jährigen Günter Schlag damals war das natürlich eine heftige Herausforderung: seinen Idolen aus dem Rallyesport sollte er auf einmal sagen, was sie zu verwenden haben. Hat ihm aber nicht geschadet - und seine Erinnerung an Michèle Mouton: Vulkan hoch zehn!

Schnell war sie! Aber auch aggressiv - die Reifen von Hannu Mikkola waren weniger zerrissen als ihre.

Als Kleber von Michelin aufgekauft wurde, hat sich Günter schnell wieder abgewendet - im Nachhinein die richtige Entscheidung, weil nicht zwei Sportabteilungen gleichzeitig aufrechterhalten wurden.

Seine nächste Station hieß Walter Lechner, der damals für Yokohama die Reifen importiert hat. Und auf der Suche war nach jemanden für den Rallye-Service - hat genau gepasst. Ziemlich bald kamen noch die Formel Ford Läufe dazu. Walter Lechner selber war in der Interserie unterwegs - und wurde 1985 auch Meister. Ihm war auch der Rennsport wichtiger, deshalb hat er kurzerhand dem Günter Schlag den Yokohama Vertrag für Deutschland überlassen.

Was dann von 1986 bis 2003 Günter’s Leben prägen sollte - aber auch die Motorsportszene, denn die Yokohama-Verbindung ist das, was die meisten mit Günter Schlag in Zusammenhang bringen. Und später den ATS PR-Einsatz für einige Jahre am Ring.

Mike Frison / renn.tv

Seit 2007 residiert er nun in Ring-Rufweite und sein Portfolio umfasst heute:

  • Hoosier - den Rennreifen von Continental aus USA - exklusiv als Markteinführung und EU Versand,
  • Michelin - dabei exklusiv die Klassik,
  • ebenfalls für Pirelli,
  • Toyo für die Semi-Racing,
  • und ebenfalls exklusiv und aktuell neu: die mehrteiligen BBS Felgen.

Bedient werden Fahrer aus dem historischen Sport, aber auch zum Beispiel Tourifahrer oder auch inzwischen 4 Teams aus der VLN-Langstrecke (mit Hoosier). Und die DMV BMW Challenge läuft schon im vierten Jahr auf Hoosier. Diese Marke wurde 2016 von Continental gekauft, aber es gab vorher schon eine jahrzehntelange Partnerschaft. Unter der Marke “General Tire”, die auch zu Continental gehört, wird künftig die European Nascar ausgestattet und auch von Reifen Schlag logistisch unterstützt.

Seine Kompetenz sieht Günter bei den historischen Reifen ab ’66 - dabei muss er nichtmal die Reifengröße wissen, Fahrzeug und Baujahr reichen meist schon aus. Und jede Menge Tipps gibt es natürlich noch dazu.

Aktuell werden keine Rennreifen verschickt - wegen dem Frost. Wusste ich auch noch nicht. Deswegen hat sein Lager auch immer erfrischende 6–7°C, damit es den Reifen gutgeht. Bei Frost drohen Risse in der Reifenschulter - technisch kein Problem, aber optisch suboptimal. Sind ja auch keine Schnäppchen solche Rennreifen, dann sollen sie auch gut aussehen.

Günter ist schon lange im Geschäft und ich konnte mir nicht verkneifen zu fragen, wo er den Motorsport in der Zukunft sieht. Und er stellt fest, dass er seit 36 Jahren von der Realität widerlegt wird. Denn Bedrohungen gab es für den Rennsport schon viele, aber er hat sich immer wieder neu behauptet. Damals gab es allerdings auch Argumente - wie z.B. den Technologietransfer in die Serienentwicklung - den es heute in dieser Form nicht mehr gibt. Dennoch hat er seit 36 Jahren die Angst, dass Motorsport verboten wird - schwingt immer so im Hintergrund mit. Irgendwann wird es auch so kommen, denn in der Form, wie es aktuell betrieben wird, sei es mit der Nachhaltigkeit, wie wir sie heutzutage brauchen in der Welt, nicht mehr vereinbar.

Einen Rundgang durch das Lager gab es natürlich auch noch. Überall frische Gummis mit:

Mike Frison / renn.tv

… und ohne Profil:

Mike Frison / renn.tv

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Die Toyo Ecke:

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Und sogar Kartreifen:

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… und das ist Günter’s historischer Toyota - einer von 15 in Deutschland:

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Kann man sich auch unter der Motorhaube anschauen:

Mike Frison / renn.tv

Der Wagen geht mit nach Bremen zur Classic Motorshow nächstes Wochenende.

Mike Frison / renn.tv

Und das ist Günter’s privater Renner - dem ein oder anderen vielleicht bekannt. Sieht exotisch aus, aber sehr wartungsfreundlich aufgebaut - z.B. identische Bremsanlage und Scheibe vorne und hinten. Und den Mittelmotor (vom 131er Mirafiori) in Kombination mit Heckantrieb sieht man ihm auf den ersten Blick auch nicht an:

Mike Frison / renn.tv

Wir kamen auch noch kurz auf den DMSB und den allseits beliebten KFP zu sprechen - was bei einem getüvten und zugelassenen Auto natürlich reine Geldmacherei extra daneben ist. Und was dem Günter den Sport auch ordentlich verleidet hat.

War ein netter und lohnender Besuch und Danke nochmal für den Kaffee!

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