Sabine.

Donnerstag, 18. März 2021

Sabine.

Die Schockwellen sind noch nicht richtig abgeebt seit der traurigen Meldung, dass Sabine am Dienstag von uns gegangen ist. Der Verlust ist kaum in Worte zu fassen - genauso wenig wie man Sabine mit Worten beschreiben könnte: man muss sie erlebt haben.

Frech, schlagfertig, liebevoll, energiegeladen, die Sonne im Herzen, unbekümmert, spontan, ... Merkmale, die in der Motorsportwelt der großen Egos immer aneckten, was ihr aber herzlich egal war. Obwohl ... das stimmt nicht, ich glaube sie hat es auch ein wenig genossen. Denn sie war sauschnell und hat die großen Egos auf der Rennbahn - so nannte sie die Nordschleife immer - einfach aufgeschnupft.

Und da haben wir noch nicht über ihre Rolle als Frau in der Männerwelt gesprochen, denn trotz all ihrer Weiblichkeit ging es ihr immer nur um eines: Gas geben!

Aber sie nur aufs Rennenfahren zu reduzieren wäre auch viel zu kurz gesprungen: sie ist aus Nürburg, dort geboren und im berühmtesten Hotel am Platz aufgewachsen - also mehr Benzin im Blut als jede durchschnittliche Tankstelle. Und so schwer ihr Gasfuss war, so groß war ihr Herz - Tiere haben sie immer liebevoll begleitet.

Und bei den Save The Ring Revolten haben wir gelernt, dass sie auch ethisch und moralisch den richtigen Kompass hatte wenn es hart auf hart kommt und sie sich durch nichts aus der Spur werfen ließ - störrisch wie ein Esel ist sie beharrlich den richtigen Weg gegangen. Im Gegensatz zu vielen ihrer eher opportunistisch veranlagten rennfahrenden Kollegen, aber im Gleichklang mit ihrer Mutter Uschi, die in diesen Stunden und Tagen mein großes Mitgefühl hat.

Gestern im Gespräch mit Chris meinte der: wenn wir auch dort ankommen, wo sie jetzt ist, wird sie uns mit ihrem verschmitzten Lachen empfangen: "Na, seid ihr auch schon da?!" und uns zwei Kölsch in die Hand drücken.


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