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Donnerstag, 26. Juli 2018

Martin Winterkorn und das Mai-2015-Meeting mit den ´Antriebsfritzen´.

Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ein Beschuldigter VW Manager schon im November detailliert ausgepackt. Demnach war Martin Winterkorn im Mai 2015 komplett informiert. Er war bei dem Meeting überraschend ruhig geblieben - das fällt auf bei Cholerikern. Als hätten ihn die Ausführungen nicht überrascht.

Was mich in diesem Zusammenhang auch in keinster Weise überrascht.

Der Mann wurde bei VW beauftragt die Prüftstandserkennung bzw. Umschaltlogig zu korrigieren - eine an Unmöglichkeit grenzende Vorgabe. Das hat ja einen Grund, warum die Werte legal nicht einzuhalten waren.

Der Manager - als Friedrich E. bezeichnet und immer noch bei VW tätig - war auch oft in den USA wegen dem Thema - ich glaube im Nachhinein ist er froh, dass er wieder nach Deutschland zurückfliegen durfte. Wurde ja nicht jedem VW-Motoren-Manager vergönnt.

Müller und Diess kommen übrigens auch zur Sprache, d.h. das kann alles noch richtig lustig werden in Wolfsburg. Und der Eindruck der kriminellen Vereinigung drängt sich immer mehr auf - aber keine Sorge, die Regierung hält ihre schützende Hand über das Unternehmen.

Das Video von Martin Winterkorn vom September 2015 kann man sich gar nicht oft genug anschauen. Wenn alles schief läuft bleibt immer noch die Hoffnung, dass er für einen Oscar vorgeschlagen wird.

Dieselgate | Winterkorn |


Mittwoch, 13. Juni 2018

VW muss nur knapp 100 € Strafe pro Dieselauto bezahlen.

Da haben sie ja einen feinen Deal mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgehandelt.

Ein Bußgeld von 1 Mrd. EUR hört sich erstmal viel an, aber bei insgesamt 10,7 Mio. betroffenen Autos sind das gerade mal 93,46 € pro Auto.

Zumal die Staatsanwaltschaft schreibt:

Der Bußgeldbescheid sieht eine Geldbuße in Höhe von insgesamt EUR 1 Mrd. vor, die sich aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung in Höhe von EUR 5 Mio. sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von EUR 995 Mio. zusammensetzt.

So eine milde Strafe wird nicht besonders zur Abschreckung beitragen, sondern eher zum Nachmachen aufmuntern. Bei VW knallen jedenfalls ein paar Sektkorken:

Durch den Bußgeldbescheid wird das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitenverfahren abschließend beendet.

Die betrogenen Kunden schauen natürlich nach wie vor in die Röhre.

Volkswagen | Dieselgate | Staatsanwaltschaft | Braunschweig | Bußgeld |


Donnerstag, 03. Mai 2018

Martin Winterkorn in USA angeklagt.

Das wird einige Wellen schlagen:

An indictment was unsealed earlier today charging Martin Winterkorn, 70, the former chairman of the management board of Volkswagen AG (VW), with conspiracy and wire fraud in connection with VW’s long-running scheme to cheat U.S. diesel vehicle emissions requirements. (..)

If you try to deceive the United States, then you will pay a heavy price,” said Attorney General Sessions. “The indictment unsealed today alleges that Volkswagen’s scheme to cheat its legal requirements went all the way to the top of the company. These are serious allegations, and we will prosecute this case to the fullest extent of the law." (..)

Für die Ankläger ist die Sache ziemlich klar:

By the summer of 2015, however, the indictment alleges that U.S. regulators threatened to withhold authorization for VW to sell Model Year 2016 diesel vehicles in the United States until VW answered their questions about the discrepancies uncovered by the ICCT study. The diesel situation in the United States became increasingly alarming to VW senior management, culminating in a meeting on July 27, 2015 at VW’s headquarters in Wolfsburg, Germany, internally referred to as the “damage table meeting.” During that meeting, which was chaired by Winterkorn and attended by several senior VW executives, engine development department employees, with the help of a PowerPoint presentation, described to the attendees, and Winterkorn specifically: (1) how VW was deceiving U.S. regulators, including precisely what information had been disclosed and what had not yet been disclosed; and (2) the potential consequences of VW being caught cheating.

The indictment alleges that upon being presented with those and other facts, Winterkorn did not order his subordinates to disclose the cheating but instead agreed to continue to deceive U.S. authorities. Part of that strategy, which Winterkorn allegedly approved at the July 27, 2015 meeting, and which informed VW’s steps over the next several weeks, included sending Oliver Schmidt to meet with a senior CARB official on Aug. 5, 2015, in order to obtain the release of the Model Year 2016 vehicles without revealing the fundamental reason for the higher NOx measurements on the road: that software had been intentionally installed in VW vehicles so the vehicles could detect and evade emissions testing. Consistent with Winterkorn’s alleged directive from the July 27 meeting, VW executives also approved a script for an Aug. 19, 2015 meeting with CARB that continued to conceal VW’s cheating. At the meeting, however, in direct contravention of the instructions from his superiors, a VW employee, in answering a direct question from CARB, revealed that VW had been using software in its 2.0 liter diesel vehicles to cheat U.S. emissions tests. On Sept. 3, 2015, VW officially admitted that it had installed defeat devices in various 2.0 liter diesel vehicles sold in the United States.

Ob die USA jetzt einen Auslieferungsantrag stellen? Oder wird Winterkorn hier in Deutschland verhaftet? So war das jedenfalls im Juli bei Giovanni Pamio: in USA angeklagt, daher erstmal in Deutschland verhaftet.

Aber ich glaube solange der Herr Winterkorn sich in Wolfsburg aufhält und die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig ist, braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Und im Gegensatz zu dem inhaftierten Oliver Schmidt, der ja gekündigt wurde und seine Ansprüche zur Altersversorgung verloren hat, bekommt Martin Winterkorn seine täglichen 3.000 € Rente.

Ausgerechnet heute war Aktionärsversammlung bei VW - aber der Press Release aus Amerika kam zwar auch heute, aber erst nachdem die Veranstaltung längst vorbei war. Da haben die VW'ler mächtig Glück gehabt.

Hier ist die komplette Anklageschrift.

Dieselgate | Winterkorn |


Mittwoch, 21. März 2018

Dieselgate Daily: Razzien bei VW und BMW.

Die bei VW ist von Anfang März, wurde aber jetzt erst bekannt:

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anfang März, wie jetzt durch einen Bericht der Wirtschaftswoche bekannt wurde, 13 Büros der VW-Konzernzentrale in Wolfsburg durchsucht.

Dreht sich um das Wertpapierhandelsgesetz, man hatte im Nov. 2015 800.000 Autos gemeldet, deren CO2 Werte zu niedrig angegeben sein könnten - Risiko von zwei Milliarden Euro. Das wurde dann aber Wochen später in einer weiteren Meldung korrigiert - nur noch 36.000 Autos seien betroffen.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht nun dem Verdacht nach, diese zweite Mitteilung könnte falsch gewesen sein.

Alles nur heiße Luft wenn Ihr mich fragt, die Staatsanwaltschaft Braunschweig scheint in Niedersachsen gegenüber VW nur ein zahnloser Tiger zu sein - da passiert außer Getöse genau nichts.

Und bei BMW waren gestern 100 Beamte im Einsatz - und ich dachte schon die 18 Staatsanwälte bei Audi im Februar seien viel. Die Staatsanwaltschaft München I wurde aktiv - hat gestern Büros in München und Österreich durchsucht.

Es dreht sich immer noch um diese versehentlich falsch programmierten Steuerungen - nachdem das jetzt 1 Monat bekannt ist finden die bei einer Durchsuchung bestimmt ganz viel.

Nochmal Süddeutsche:

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) wenige Tage vorher von Aussagen von BMW-Mitarbeitern bei einem KBA-Termin berichtet. Firmenvertreter hätten eingeräumt, in den Modellen 750xd und M550xd unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Dabei hätten die BMW-Vertreter jedoch erklärt, es handle sich um ein Versehen.

Heute (!) ist bei BMW Bilanzpressekonferenz - diesen zeitlichen Zufall gab es vor einem Jahr bei Audi auch schon.

Zur Lösung der ganzen Diskussionen und Durchsuchungen bin ich nach wie vor der festen Überzeugung, dass die Hersteller ihren Quellcode gegenüber dem Gesetzgeber offenlegen müssen. Denn dann klären sich alle Fragen bezüglich einer eventuellen Prüfstandserkennung und einem angeblich versehentlichen Einsatz.

Dieselgate | Diesel | BMWM550d | BMW750d | Staatsanwaltschaft | Durchsuchung | Razzia | München | Braunschweig |


Freitag, 02. März 2018

Dieselgate Daily: Anlegerprozess in Braunschweig.

Süffisanter Artikel der Sueddeutschen über einen 9 Milliarden Euro schweren Anlegerprozess.

Allerdings beim VW Heimspiel OLG Braunschweig, was die Gewinnchancen relativiert.

Dieselgate | Volkswagen | Umschaltlogik |


Donnerstag, 11. Januar 2018

VW´s Oliver Schmidt klagt gegen seine Kündigung.

Nach der Verurteilung hat VW ihn nämlich rausgeworfen.

Dagegen hat er jetzt Klage beim Braunschweiger Arbeitsgericht eingereicht.

VW will natürlich eine Verhandlung mit allen Mitteln verhindern. Wer weiß schon, was Oliver Schmidt alles auspackt. Immerhin habe er nur im Auftrag seiner Vorgesetzten gehandelt. Auf der anderen Seite können sie einem verurteilten Verbrecher schlecht einen Kompromiss anbieten.

Könnte noch lustig werden.

Dieselgate | Volkswagen | OliverSchmidt | Braunschweig |


Freitag, 17. November 2017

Was haben Volkert, Hartz und Osterloh gemeinsam?

Enge Beziehungen zur Staatsanwaltschaft Braunschweig.


Samstag, 30. September 2017

Wer blickt noch durch bei Dieselgate und Volkswagen?

Die Lage bei VW wird zunehmend unübersichtlicher. Nachdem der ehemalige VW Motorenentwickler Wolfgang Hatz in Untersuchungshaft festgesetzt wurde, verbringen inwzischen schon 4 Personen ihre Zeit im Gefängnis:

Giovanni Pamio und Wolfgang Hatz in Deutschland, James Liang und Oliver Schmidt in den USA.

In Stuttgart wird aktuell die Größe der Staatsanwaltschaft hochgefahren - von aktuell 4 auf dann 7 Staatsanwälte.

Michael Hausfeld macht langsam Ernst:

Die US-Anwaltskanzlei Hausfeld, die auch hierzulande Tausende VW-Diesel-Käufer vertritt, will Mitte Oktober die bisher größte Massenklage in Europa einreichen. Man werde insgesamt 4000 bis 5000 Seiten Akten im Auftrag von knapp 20.000 Kunden aus Deutschland beim Oberlandesgericht Braunschweig vorlegen.

Volkswagen gibt eine Gewinnwarnung aus - die Kosten für die Umrüstung in Amerika sind - Überraschung! - höher als geplant, deshalb müssen 2,9 Milliarden Dollar zusätzlich zurückgestellt werden.

Unter’m Strich sind wir inzwischen bei 30 Milliarden Dollar:

30.000.000.000 $

Um die Zahl mal greifbar zu machen:

Dafür könnte man 1 Million nagelneuer Golf GTI VII kaufen - wenn man sie Stoßstange an Stoßstange aneinander stellt, dann hätte man nicht nur das größte Golf GTI Treffen der Welt, sondern bräuchte auch eine Straße mit 4.250 Kilometer Länge! Also ungefähr vom Nordkap bis nach Rom.

Das Geld muss ja irgendwo herkommen - 1 Million Golf GTI fallen auch nicht einfach so vom Himmel. Lange kann das auch ein Industriemonster wie VW nicht mehr durchhalten, das muss jedem klar sein.

Währenddessen laufen in Deutschland die VW Händler Sturm, weil sich die Euro 5 Diesel so langsam in den Autohäusern die Reifen plattstehen. Das sei nur durch eine Hardwareumrüstung vom Werk zu korrigieren - eine Vorgehensweise, die man schon mit dem Audi TT erprobt habe, als 2000 das Modell mit ESP nachgerüstet werden musste.

Bei so vielen Baustellen geht schon fast als Nebensächlichkeit unter, dass Scania - gehört auch zu VW - wegen illegaler Preisabsprachen aktuell in Brüssel zu 880 Millionen Euro verurteilt wurde.

Ich hoffe Jack Ewing arbeitet schon an Teil 2 - wie soll man da sonst Schritt halten?

UPDATE:

VW gibt Unregelmäßigkeiten bei Benzinern in Amerika zu. Schwer abzuschätzen, was sich wirklich dahinter verbirgt, aber sie haben erstmal Selbstanzeige erstattet: 500.000 Autos sind betroffen - ein Viertel aller Benziner der letzten 8 Jahre. Die sauergefahrenen Behörden haben sicher Spaß.

Dieselgate | Volkswagen |


Mittwoch, 08. Februar 2017

Wenn Ferdinand Piëch zu Dieselgate auspackt, dann bleibt kein Stein auf dem anderen.

Kurzer Rückblick: am 25.April 2015 hat sich Piëch aus dem VW Konzern zurückgezogen.

Heute im Spiegel so:

Piëch habe gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, Weil, VW-Betriebsrat Bernd Osterloh, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber und Wolfgang Porsche hätten bereits Anfang März 2015 von Hinweisen auf Abgasmanipulationen in Amerika erfahren.

Laut VW aber alles erstunken und erlogen:

Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG weist die von Ferdinand Piëch laut Medienberichten erhobenen Behauptungen mit allem Nachdruck als falsch zurück.

Da wird mit scharfer Munition geschossen.

Dieselgate | Piech |




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