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Dienstag, 12. Juni 2018

Daimler ist jetzt auch amtlicher Abgas-Nachbehandlungs-Abschalter.

Die große Show, die der neue Verkehrsminister Scheuer abzieht, um den großen Max zu markieren, zieht jetzt einen KBA Rückruf von 238.000 Autos nach sich. In Europa insgesamt sind 774.000 Autos betroffen (Vito, C-Klasse und GLC).

Ist das der komplette Umfang oder nur die Spitze des Eisbergs?

Mike Frison / renn.tv

Natürlich müssen dabei alle ihr Gesicht wahren und in der großmännischen Videonachricht spricht Scheuer verniedlichend von Applikationen in der Motorsteuerung. Und es sei das Ergebnis von stundenlangen Verhandlungen. Verhandlungen? Ja - anscheinend kann man mit dem Verkehrsministerium feilschen wie auf dem türkischen Basar.

Technische Details gibt es keine - warum auch. Das würde die Bevölkerung doch nur unnötig beunruhigen.

Aber anscheinend kann man die Diesel-Benz nur 20 bzw. 30 Minuten schadstoffarm fahren, danach schaltet sich die Nachbehandlung ab. Länger dauert ein Prüfstandslauf ja auch nicht.

Mike Frison / renn.tv

Das alles lässt sich wunderbar fixen mit Software Updates - daran hat sich der deutsche Michel in den letzten Jahren so schön gewöhnt, weil es ihm immer wieder eingetrichtert wurde. Dass das in Wirklichkeit natürlich sehr fraglich ist und technisch noch überhaupt nicht verifiziert, scheint im Moment niemanden zu interessieren.

Und rechtliche Konsequenzen gibt es natürlich auch keine - da lassen wir mal schön die Kirche im Dorf. Falls nötig kann man ja immer noch in 2 bis 3 Jahren eine Hausdurchsuchung machen - Placebo für's Volk.

Der unterirdischste Kommentar stammt aus Spiegel Online - voll verkrampfter Versuch den wichtigen Anzeigenkunden irgendwie in ein positives Licht zu rücken:

Im Wettbewerb von Nationalstaaten finden die Grundprinzipien unserer gesetzlichen Regelwerke allerdings nur eingeschränkt Anwendung. Hier gilt das Eigeninteresse als oberste Triebfeder des Handelns. Und nicht erst seit Donald Trump das Recht des Stärkeren. Das kann man beklagen, doch an der Tatsache führt kein Weg vorbei. Wäre es also nicht sinnvoll, die Sanktionen für unsere Autokonzerne so zu gestalten, dass sie auf internationaler Bühne weiterhin mit ganzer Kraft auftreten können? Denn unsere Industrie ist es, die Deutschland - und Europa - derzeit Gewicht in der Welt verleiht.

WTF?

Dieselgate | Zetsche | Daimler | Mercedes | Scheuer |


Montag, 11. Juni 2018

Daimler´s Verhandlungsstrategie beim Verkehrsministerium.

Autoverkäufer haben nach wie vor den Ruf der durchtriebenen Pferdehändler und Daimler Chef Dieter Zetsche ist ein Paradebeispiel:

Man wolle die Rückrufe beim Vito und den anderen gemeldeten Modellen nur akzeptieren, so soll Daimler vorgeschlagen haben, wenn im Gegenzug das KBA das Unternehmen nicht weiter mit Prüfungen behelligt. Daimler will also offenbar eine Art Amnestie.

Geile Idee! Das mache ich in Zukunft auch so:

Ja - ich gebe zu zu schnell gefahren zu sein. Aber dafür mich in Zukunft gefälligst nicht mehr mit Radaranlagen behelligen!

Dieselgate | Zetsche | Daimler | Mercedes | Scheuer |


VDA: Diesel Hardware-Umrüstung? Schlecht für´s Klima.

Neue Sprachregelung des VDA, um die Hardwareumrüstung bei Diesel Fahrzeugen abzuwenden:

Hardware-Nachrüstungen schmutziger Diesel lehnt der Automobilverband VDA trotz erster Fahrverbote ab. Sie dauerten "viel zu lange und führen zu Mehrverbrauch und höheren CO2-Emissionen", sagte Mattes. "Das hilft dem Klima nicht."

Klima und CO2 haben doch bisher auch immer gut beim Argumentieren geholfen - warum also nicht noch einmal aufwärmen.

Dieselgate | Mattes |


Mittwoch, 23. Mai 2018

Remo Klinger - der DUH Anwalt - fasst den Stand der Dinge beim Abgasskandal zusammen.

Abschalteinrichtungen sind das, was Volkswagen verwendet hat, und Abschalteinrichtungen sind auch diejenigen Einrichtungen, die bei Daimler, Opel und Co. verwendet werden. Denn wenn ich einen Motor absichtlich so baue, dass er bei Durchschnittstemperaturen in Deutschland keine ausreichende Emissionsminderung mehr hat, dann ist das eben von vornherein darauf angelegt gewesen, dass man die Grenzwerte nicht einhält. (..)

Und wenn die Bundesumweltministerin - sie ist ja jetzt nicht gerade in der Opposition - nur eben fordert, dass die Automobilindustrie das doch jetzt endlich machen müsste, dann muss man sich schon wundern. Da kann sie sich auch in die Wüste stellen und nach Dauerregen rufen - das würde nicht passieren. Warum sollte die Automobilindustrie denn Milliarden ausgeben für Fahrzeuge, die sie schon längst verkauft hat, und das auch noch freiwillig. Freiwillig wird sich daran nichts ändern, da muss man rechtlich eingreifen - das kann man auch tun, nur das tut man einfach nicht aus Schutzgründen gegenüber der Industrie, und die Kanzlerin hat das ja vorgestern im Deutschen Bundestag sogar noch offiziell verteidigt.

War am Freitag als Interview beim DLF mit dem Titel: Die Bundesregierung tut so, als wenn sie was tun würde.

Dieselgate | Umwelthilfe | Klinger |


Samstag, 21. April 2018

An der Brohltal Ost gibt es 6 neue Ladestationen mit 350 kW.

Bis Ende Mai darf kostenlos geladen werden.

Realisiert wurde es von Ionity, dem BMW-VW-Daimler-Ford Joint Venture.

BrohltalOst | Ionity | Elektro | Ladestation |


Freitag, 13. April 2018

Toto Wolff im Interview - während er in einem AMG über die Rennstrecke ballert.


Mittwoch, 28. März 2018

DriveNow (BMW) und Car2Go (Daimler) wollen fusionieren.

Aus der Pressemitteilung:

Die BMW Group und die Daimler AG bündeln ihre Kräfte, um ihren Kunden künftig Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand anzubieten. Dazu haben die beiden Unternehmen heute eine Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste unterzeichnet. Vorbehaltlich der Prüfung und Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden planen die BMW Group und die Daimler AG, ihre bestehenden Angebote für On-Demand Mobilität in den Bereichen CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und künftig strategisch weiter auszubauen. Beide Unternehmen sollen jeweils fünfzig Prozent der Anteile an dem Joint Venture-Modell halten, das die Mobilitätsdienste beider Konzerne umfasst. Die beiden Unternehmen werden mit ihrem jeweiligen Kerngeschäft auch künftig weiterhin im Wettbewerb stehen.

Oder kurz: Joint Venture - die Unternehmen halten jeweils 50%.

Wobei Car Sharing nur ein Teil davon ist:

1) Multimodal und On-Demand Mobility mit moovel und ReachNow.
2) CarSharing mit Car2Go und DriveNow.
3) Ride-Hailing mit mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat.
4) Parking mit ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC.
5) Charging mit ChargeNow und Digital Charging Solutions.

Das machte als Gerücht schon länger die Runde - jetzt ist es offiziell.

DriveNow | Car2Go |


Freitag, 23. März 2018

Schönes Lewis Hamilton Interview.

Im Daimler-Blog:

Was mich aber fasziniert, ist das Getriebe, und wie das Getriebe mit dem Motor zu einer Einheit verschmolzen wurde. Das ganze Auto ist faszinierend. Wenn die Motor- und Heckverkleidung abgenommen sind, und du siehst, wie genial das Packaging der Aggregate umgesetzt ist. Die Kühler sind eine Neukonstruktion, die Ingenieure haben kein Teil unberührt gelassen.


Freitag, 16. März 2018

Erleben wir gerade Peak Share?

Wenn schon Sascha Pallenberg eine gewisse Müdigkeit zum Teilen verspürt, dann könnte das bald auch bei anderen ankommen.

Ich hätte nichts dagegen - meiner Meinung nach haben Facebook, Instagram & Co. die Schraube längst überdreht.

Heutzutage wird man schon aus Gruppen rausgeschmissen, wenn man eine Benz-Motorhaube auf einen Polo schnallen will. Womit sich zwar der Kreis zum Mercedes-Sascha schließt, aber andererseits auch deutlich wird, das es manchmal besser ist das Posten einfach bleiben zu lassen, um wie früher einfach sein Ding zu machen.


Montag, 26. Februar 2018

China´s Geely und Li Shufu kaufen sich mal eben 10% Daimler.

VW hat die Porsche-Familie, BMW die Quandts - und Daimler? Der größte Anteilseigner war bisher ein Investmentfonds aus Kuwait (6,8%).

Das hat sich schlagartig geändert, als am Freitag überraschend bekannt wurde, dass der chinesische Milliardär Li Shufu sich über die frei gehandelten Aktien an den Börsen fast 10% zusammengekauft hat. Das hat ihn 7,5 Milliarden € gekostet.

China´s Geely und Li Shufu kaufen sich mal eben 10% Daimler.

Der Mann ist kein Unbekannter: er hat 1986 in China den Autobauer Geely gegründet, die 2010 Volvo von Ford übernommen haben. Vor 8 Jahren hat ihn das 1,8 Milliarden USD gekostet - für 100% Volvo. Daran sieht man mal, wie wichtig ihm die 10% Daimler sein müssen, die mit 9,2 Milliarden USD 5x so teuer waren.

Und schwierige Zeiten für Daimler, bei allen aktuellen Beschwichtigungen. Denn bisher blieb ihnen starke Einflussnahme von außen erspart - den Konzern trifft es völlig unvorbereitet. Ich persönlich empfinde es sogar als einen Mini-Hostile-Takeover, wobei das “Mini” sich sowohl auf “Hostile” als auch auf “Takeover” bezieht.

Wenn man sich mal die Aktienwerte von Autokonzernen anschaut, dann hätte Li Shufu mit seinem Budget auch 1/3 von Renault übernehmen können - oder gut 20% von Ford.

Kurz gesagt: keiner ist mehr sicher. Das sind die ersten Vorboten einer großen Konsolidierungswelle, die die Autoindustrie auf links drehen wird. Denn im Moment sind die Unternehmen noch relativ gesund - das wird richtig scheppern, wenn sie erst einmal angezählt sind.

Daimler | Shufu | Geely | China | Konsolidierung |


Montag, 19. Februar 2018

Die Nachrichten werden aktuell mit Mercedes-Dieselgate geflutet, aber dass Mercedes in den USA gar keine Diesel verkauft, wird nicht erwähnt.


Freitag, 26. Januar 2018

VW ließ Affen mit Dieselabgasen zwangsbeatmen.

Bei der Suche nach kreativen Möglichkeiten die Auswirkungen von Dieselabgasen zu verharmlosen, ließ VW diese Studie durchführen:

Ten monkeys squatted in airtight chambers, watching cartoons for entertainment as they inhaled fumes from a diesel Volkswagen Beetle.

Ein Artikel von Jack Ewing in der New York Times - aufmerksamen Bloglesern ist er ein Begriff.

Matthias Müller hätte das Thema gerne zu den Akten gelegt, aber die Vergangenheit holt ihn und den Konzern immer wieder ein. Was bei solchen Frankenstein-Szenarien ja auch kein Wunder ist.

The details of the Albuquerque experiment have been disclosed in a lawsuit brought against Volkswagen in the United States, offering a rare window into the world of industry-backed academic research. The organization that commissioned the study, the European Research Group on Environment and Health in the Transport Sector, received all of its funding from Volkswagen, Daimler and BMW. It shut down last year amid controversy over its work.

Das sind ja wieder die drei deutschen Premiumhersteller. BMW gibt aktuell wieder in Amerika - in Daytona - viel Geld aus, um das Image aufzubessern.

Dieselgate | Volkswagen | Ewing | Affen | Beetle |


Dienstag, 23. Januar 2018

Mercedes bekommt keine Diesel PKW in USA zugelassen - gibt jetzt auf.

Diesel waren in Amerika nie wirklich ein Thema für normale Autos und Mercedes beerdigt das Thema jetzt komplett:

In early 2016, the U.S. Department of Justice asked Daimler to have a look at Mercedes' diesel certification process. Shortly after that, Mercedes delayed for a year plans to sell diesel versions of its C-Class sedan and GLC-Class crossover. One year later, the EPA still hadn't granted Mercedes the right to sell 2017-model-year diesel vehicles in the U.S., so Mercedes gave up trying.

Dieselgate | Mercedes | Amerika |


Sonntag, 03. Dezember 2017

[Update] Tesla Model X: Daimler ´testet´ Mietwagen.

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, mietete Daimler im Sommer über den Autovermieter Sixt einen Tesla Model X bei einem kleinen Unternehmen in Bayern für sieben Wochen.

Anscheinend wurde das Auto auf den Teststrecken chefmäßig rangenommen - und dann auch noch auseinander gebaut.

Während der Mietzeit wurde das Auto offenbar auseinandergebaut und wieder zusammengeschraubt. Zudem wurde es unter Extrembedingungen getestet - unter anderem bei Hitze, auf einer Rüttelstrecke und einer Traktionsstrecke.

Wenig überraschend gib es da aber die ein oder andere Klausel:

Im ursprünglichen Mietvertrag mit Sixt waren allerdings sowohl das Auseinanderbauen als auch die Nutzung auf Teststrecken ausgeschlossen.

Oh - man darf keine Mietwagen zerlegen?

Und wie ist das ganze rausgekommen?

Auf die Spur gekommen war der Kleinstunternehmer den Testfahrten nur über die Ortungsfunktion des Fahrzeugs. Diese zeigte es auf Teststrecken nahe Barcelona und in Sindelfingen.

Also genau so, wie auch schon die verdeckte StreetScooter Ausleihe bei Daimler aufgeflogen ist. Kam ebenfalls im Spiegel.

UPDATE:

  • Gegendarstellung Sixt
  • Spiegel dazu

    Dem SPIEGEL hatte Daimler zuvor mitgeteilt, eine Anmietung zu “Vergleichsfahrten” sei in der Branche üblich. Das stimmt. Im Fall von van Rinsum kam der Wagen allerdings mit einem 15.000-Euro-Schaden zurück, unter anderem waren Verkleidungsteile mit Klebeband angepappt worden und der Lack beschädigt. Im Handschuhfach lag außerdem ein Zettel mit der Notiz “Sie parken falsch”. Es war eine Nachricht aus dem Mercedes Benz Technology Center in Sindelfingen.

  • Daimler dazu: kein Kommentar.

Daimler | Tesla | ModelX | StreetScooter |


Mittwoch, 25. Oktober 2017

Bußgeldimmunität - neues Wort gelernt vom Autokartell.

Da musste ich auch erstmal googeln, ob sich Daimler das selber ausgedacht hat, oder ob es das vorher schon gab.

Google bringt schlanke 54 Ergebnisse - nicht wirklich überzeugend.

Hintergrund ist das selbstangezeigte Autokartell von VW, BMW und Daimler, bei dem die Stuttgarter die sogenannte Kronzeugenregelung beanspruchen - und Antrag auf Bußgeldimmunität gestellt haben.

Es gibt zwar aus Brüssel noch kein offiziell eingeleitetes Verfahren, aber nach dem unangemeldeten Besuch bei BMW letzte Woche, hatten auch VW und Daimler neugierige EU Beamte im Haus.

Kartell | Volkswagen | Daimler | Durchsuchung | Bußgeld | Kronzeuge |


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Mutiger Online Pioneer: Daimler.

Wem das grotesk vorkommt, dass ausgerechnet so ein großer Konzern hier die Vorreiterrolle einnimmt: der Daimler Blog wird 10 Jahre alt - das ist eine mächtig lange Zeit in unserer schnelllebigen Welt. Also damals, als gerade das erste iPhone vorgestellt wurde, gab es mutige Leute, die einen Corporate Blog im Daimler Unternehmen durchgesetzt haben.

Uwe Knaus, der Initiator, schreibt heute:

Fast Food gibt es ja schon bei Facebook, Twitter oder Instagram. Vor allem Facebook setzt auf kurze Inhalte, die durch die Timeline rauschen und vom sogenannten EdgeRank gesteuert werden. Nachhaltig auffindbarer Content mit einem gewissen Tiefgang findet dort kaum statt. Wenn ausnahmsweise doch, dann ist dieser später kaum mehr auffindbar, zumindest nicht über Suchmaschinen.

Kann man gut so für die Online Medienlandschaft heutzutage stehen lassen.

Und das sollte sich jeder, der sich online mitteilen will, gut überlegen: möchte man durchrauschend auftreten oder nachhaltig mit Tiefgang?

Als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl für die Leute, die auf Facebook ihr zweites Zuhause gefunden haben ;)

Und für mich persönlich das Sahnehäubchen bei der Geschichte ist natürlich mein eigener kleiner Beitrag aus Goodwood.

Daimler | Geburtstag |


Dienstag, 17. Oktober 2017

Normalerweise würde man ja erwarten, dass sich die Car-Sharing Konzepte in den Städten ausbreiten.

Überraschung:

Weil die 550 Elektroautos, die Car2go im Raum Stuttgart einsetzt, häufig in Außenbezirken mit geringer Nachfrage abgestellt werden und dann in der Innenstadt fehlen, reduziert Daimler sein Geschäftsgebiet zum 2. November um 52 auf dann nur noch 101 Quadratkilometer.

Das sehe ich kritisch, denn es hat ja Gründe, warum die Leute mit den Autos in die Randbezirke fahren. Diese Mobilität muss zwingend vorhanden sein, denn in der Innenstadt zu leben können sich immer weniger Menschen leisten.

Bei autonomen Fahrzeugen ist das kein Problem, die fahren einfach nach der Fahrt dorthin, wo sie gebraucht werden. Aber bis dahin müssen die Autos von Angestellten eingesammelt werden, das kostet natürlich.


Montag, 16. Oktober 2017

Smart auch in Europa ab 2020 nur noch elektrisch.

In Amerika gibt es das neue 2018er Smart Modell schon ab jetzt nur noch elektrisch - für Europa ab 2020 - also nach der nächsten IAA (die wäre 2019).

Smart auch in Europa ab 2020 nur noch elektrisch.

Ich glaube die Konzerne würden gerne schneller, wenn sie könnten, aber die Verbrenner für das neue Modell laufen gerade ganz frisch vom Band - das ist in den großen Konzernen alles zäh und langatmig.

Man kann den Smart mit Electric Drive auch heute schon kaufen, allerdings passt in so ein kleines Auto natürlich keine Riesenbatterie. Ohne Kompromisse geht es nicht, die Batterie muß mit 17,6 kWh auskommen. Das liest sich im PR Speak dann so:

Eine komplette Batterieladung genügt für eine stadtverkehrsgerechte Reichweite. Der smart electric drive kann an der Haushaltssteckdose aufgeladen werden – mit dem leistungsstarken On-Board-Lader je nach Länderversion bis zu doppelt so schnell wie bisher.

Der Stromverbrauch ist mit 12,9 kWh pro 100 km angegeben, das könnte passen, dann das Auto wiegt nur 1.085 kg (s. technische Daten). Also rein rechnerisch sind das dann 136 km Reichweite. Das stimmt: so groß ist keine Stadt und zum Einkaufen oder für die Fahrt in’s Büro ist das genug. Und normale Steckdosen sind nicht wirklich Mangelware, in 6h ist das Auto wieder an der normalen Steckdose mit dem Onboard-Ladegerät aufgeladen. Jede Straßenlaterne hat Strom - da gibt es bestimmt bald Steckdosen, wenn die Nachfrage weiter zunimmt. Sonst kommt wieder das stammtischmäßige: soll ich dann vom 5.Stock die Kabeltrommel vom Balkon werfen?

Ohne Extras kostet der Mini-Daimler allerdings knapp 22.000 € - also im Moment für den normalen Verbraucher noch kein Kaufargument über die Kosten - das ist allerdings nur eine Frage der Zeit. Auch halten sich die Restwerte auf hohem Niveau, weil inzwischen erprobt ist, dass die Batterie kaum nachlassen.

Smart | Daimler | Elektro |


Freitag, 13. Oktober 2017

Während der Kartellverdacht der deutschen Autobauer es hierzulande bisher nur in die Zeitungen geschafft hat, formiert sich in Amerika eine Anlegersammelklage.


Dienstag, 29. August 2017

Daimler hat sich über eine Tarnfirma einen Streetscooter geliehen zur Untersuchung.

Lessons Learned: Verwende bei der Post keine Briefkastenfirma!


Dienstag, 22. August 2017

Aus der Rubrik: Was es nicht alles gibt! Heute: Klappradrennen.

Seit ich mich selber mal im Daimler Blog verewigen durfte, achte ich ein bisschen darauf was da so abgeht - und heute dann das:

Dieser Moment, wenn „KLAPP SABBATH“ – der Name deines Klapprad-Rennteams bei der Siegerehrung der Weltmeisterschaft in Mannheim als Letztes aufgerufen wird, ist einfach überwältigend. Und damit nicht genug: Auf der Bühne überreichte uns Céphas Bansah, ein waschechter ghanaischer König, höchstpersönlich die Siegertrophäe „HORST“.

Ja, richtig gelesen: ein Klappradrennen!

Es geht beim Klapprad-Sport nicht nur um das sportlich ambitionierte Radfahren an sich, sondern auch um den 70er- und 80er-Jahre Spirit. So muss beispielsweise jeder Teilnehmer einen echten 70er-Jahre-Bart zum World-Klapp tragen. Das Motto lautet: „Ohne Bart kein Start“.

Volle Punktzahl.

Daimler | Klapprad |


Freitag, 04. August 2017

Schadenfreude statt Vorsprung durch Technik.

politico.eu:

Germany may be no cleaner or dirtier than other European countries. But it’s certainly more self-righteous. And so it’s hard to avoid a shiver of Schadenfreude at the mounting reports of unsavory — and possibly illegal — behavior by some of its biggest business brands.

Das geschieht den arroganten Deutschen recht - so das aktuelle Bild im Ausland über uns.

Kein Wunder, auch der große Deutsche Bank Skandal z.B. sitzt immer noch tief verankert im Gedächtnis:

The collapse of residential-backed mortgage securities was a major factor in triggering the 2008 global financial crisis (which itself unleashed hordes of German moralizers). Deutsche Bank has also been fined over its U.K. subsidiary’s manipulation of LIBOR interest rates and for failing to prevent some $10 billion of Russian money laundering.

Oder Siemens - ganz aktuell:

Meanwhile, German engineering powerhouse Siemens stands accused of having supplied gas turbines for electricity generators that will enable Russia to open two power stations in occupied Crimea, ending the annexed peninsula’s dependence on energy from Ukraine, from which Moscow seized the region in 2014.

Wieso übernimmt da eigentlich niemand was? Weil unsere Regierung selber knietief mit drinsteckt:

One common thread among the raft of corporate scandals is that the German government has not been at the forefront of exposing or investigating them. On the contrary, it was regulators in the U.S. (and to a lesser extent, in Brussels) who unmasked bad behavior by Deutsche Bank and Volkswagen.

Amerika und Brüssel müssen uns mit der Nase drauf stoßen, damit überhaupt irgendeine - meistens doch nur scheinheilige Aktion - startet. Während in USA der VW Konzern kräftig Schadensersatz und Strafen zahlen muss, wird es bei uns unter den Teppich gekehrt:

The German carmaker agreed to pay about €15 billion in compensation to U.S. drivers, but brushed aside calls to compensate its European customers due to different consumer protection rules in the bloc.

Von Veränderung, Läuterung oder einer neu entdeckten gesellschaftlichen Integrität ist hierzulande leider nichts zu spüren - Gier und Machtstreben diktieren die Handlungen - ohne Happy End in Sicht. Stattdessen “Weiter so!” Signale auf allen Ebenen.

Dieselgate | Integrität | Ausland | Schadenfreude |


Dienstag, 25. Juli 2017

Mercedes zieht den DTM Stecker.

Noch dieses und nächstes Jahr - und ab 2019 sind sie aus der DTM raus.

Kann man ihnen nicht verübeln, denn die DTM-Organisation ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht mehr mitbekommt, was um sie rum passiert.

Es ist nicht mehr opportun mit stinkenden Verbrennungsmotoren auf Rennstrecken zu fahren - und damit nicht mehr massentauglich. Und genau das wollte die DTM immer sein, zusammen mit der steuerfinanzierten ARD hohe Reichweiten erreichen, um gute Argumente für die hohen DTM-Marketingausgaben der Hersteller zu haben.

Der Einstieg in die Formel E ist natürlich nicht der Grund, aber eine willkommene Ausrede. Nicht ganz so peinlich wie bei Audi’s Le Mans Ausstieg, aber es wird in der breiten Öffentlichkeit niemand hinterfragen und gibt der Formel E wieder etwas mehr Aufmerksamkeit. Die sich darüber natürlich freut, während man bei der ITR trotzig die Fahne von “einer der bedeutendsten Tourenwagen-Serien der Welt” hochhält.

Gestern dachte ich noch: die DTM ist auch nichts anderes als einer dieser Arbeitskreise der deutschen Automobilindustrie, wo in heimlichen Treffen Maßnahmen ausgeklüngelt werden, um den Kunden etwas vorzugaukeln.

Für die, die hier schon länger mitlesen, kommt die Geschwindigkeit, mit der sich aktuell die Ereignisse überschlagen, nicht überraschend. Und im Vergleich, was da in Zukunft auf uns zukommt, ist das bisher alles Kindergarten. Die Disruption hat noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen und wenn der Motorsport nicht unter die Räder kommen will, muss er sich schleunigst neu aufstellen. Aber so lange der DMSB das Sagen hat, brauchen wir uns hier bei uns über Veränderungen keine Sorgen zu machen - allerdings erledigt sich das Thema dann auch ziemlich schnell von selbst.

Das erklärt auch den seltsamen Zeitpunkt der Meldung: Montags abends mitten in der Saison - aus heiterem Himmel. Schwer vorzustellen, dass das von langer Hand geplant gewesen wäre.

Kleiner Realitätsabgleich: vor nicht einmal 3 Jahren hat die ITR noch von einem weltweiten Reglement geträumt - in Japan hat man das sogar ernstgenommen und das eigene Regelement angepasst. So schnell wird man heute von der Wirklichkeit eingeholt.

Früher hätte man sich über den Weggang von Mercedes tatsächlich noch freuen können, dann wäre der Einstieg leichter gewesen für andere Hersteller wie Toyota, Alfa oder Citroen. Die haben aber inzwischen auch ganz andere Sorgen und sehen natürlich die selbstgefällige Bräsigkeit, mit der sich ITR und DMSB selber im Weg stehen. Bei BMW und Audi wird das einige Diskussionen in Gang setzen - beide haben sich bereits für die Formel E verpflichtet: Audi in der kommenden Saison (17/18), BMW danach (18/19) und dann Mercedes (19/20).

Denn der Kalender der Formel E ist anders strukturiert: die Rennen gehen von Oktober bis Juli - in der aktuellen Saison steht der letzte Lauf bevor. Das heißt der Einstieg in den Elektrosport von Mercedes wird im Herbst 2019 vollzogen. Sie hatten sich eine Option offen gehalten und diese um ein Jahr verlängern können.

Wenn die DTM jetzt implodiert, hat das noch einen anderen Effekt: die Formel E macht alles anders und fährt absichtlich nicht auf Rennstrecken, sondern installiert Kurse dort, wo die Leute schon sind: in den Metropolen. Da können die Rennstreckenbetreiber nur mit den Schultern zucken und müssen zuschauen, wie ihnen die Felle davonschwimmen. Wenn die etablieren Rennserien nicht in der Lage sind, sich zu modernisieren - und zwar nicht irgendwann, sondern ganz schnell. Und die armen DMSB Funktionäre hätten auch keine Möglichkeit mehr um die Welt zu jetten und lecker Hospitality abzugreifen. Dass Werksfahrer keine zukunftssichere Berufswahl mehr ist, hatte ich ja auch schon öfter.

Jetzt rächt sich das, war wir immer kritisiert haben: in den verkrusteten Strukturen sind gravierende Veränderungen unmöglich, die Konflikte zwischen ITR-DMSB-ARD-OEMs lähmen sich gegenseitig und ersticken jede Revolution im Keim. Damit ist die DTM auch so etwas wie ein Sinnbild des Auslaufmodells der etablierten Autoindustrie: selbstgefällig, zurückgeblieben und unbeweglich.

Mercedes | FormulaE | DMSB | TourenwagenMasters | Arbeitskreis | Disruption | Elektro |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Samstag, 22. Juli 2017

Mein 1. Goodwood-Besuch zieht Kreise bis nach Stuttgart: blog.daimler.com.


Mittwoch, 19. Juli 2017

Mercedes steht mit dem Rücken an der Wand - ruft 3 Millionen Diesel in die Werkstatt.

Mercedes steht dieselmäßig kurz vor dem Abgrund, beschließt freiwillige (!) Rückrufaktion für 3 Millionen (!) Fahrzeuge, nennt das Ganze dann scheinheilig Zukunftsplan für Diesel-Antriebe.

Der trockene Kommentar des Manager Magazin: Dieter Zetsche's Offenbarungseid.

Dieselgate | Mercedes | Zetsche |


Donnerstag, 13. Juli 2017

Dieselgate - Daimlergate?

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ist aktiv und verdächtigt offen den Einbau von Abschalteinrichtungen. Hängt mit der Razzia im Mai zusammen.

Was ich nicht verstehe: warum lassen die sich nicht den Source Code der Motorsteuerung im Klartext aushändigen? Dann sieht man doch direkt, ob so etwas einprogrammiert ist oder nicht. Also relativ direkt, man muss sich da immer noch durchwühlen. Aber längst nicht so aufwendig wie z.B. dieser Reverse Engineering Ansatz.

Dieselgate | Daimler | Stuttgart | Staatsanwaltschaft |


Montag, 03. Juli 2017

Mikebericht vom Goodwood Festival of Speed: WOW!

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll - ich weiss nur soviel: es hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen.

Aber der Reihe nach: eigentlich hatte ich keinen Grund mich über Langweile zu beschweren - 24h Nürburgring, Le Mans, 1 Woche Panigale testen … ziemlich strammes Programm in den letzten Wochen für einen Amateursportler.

Am Ring hatte ich mich gefreut den Sascha zu treffen - inklusive seinem Onkel Manfred - und wir konnten uns intensiv austauschen über alles Mögliche. Von den Anfängen des Motorsports bis hin zum Ausblick auf das autonome Fahren - Sascha ist der perfekte Gesprächspartner. Zusätzlich noch sein kürzlicher Umstieg vom Blogger direkt in’s Daimler-Management, da ist der neugierige Mike natürlich kaum zu halten. Und nebenbei haben wir auch mal locker überlegt, ob ich nicht einen Event der Sterne begleiten könnte - was käme denn da in Frage? “Wie wär’s mit Goodwood?” Ja klar - warum nicht - hab ich schon viel von gehört - wann ist das denn? Oh … schon so bald … na gut - egal - probieren kann man es ja mal.

Goodwood Festival of Speed 2017

Tja, und nur 5 Wochen später sitze ich im Flieger nach Heathrow, Hotel- und Mietwagenbuchung von Mercedes Classic in der Tasche, und sehe ziemlich aufgeregt der Tatsache entgegen, gleich in einem Rechtslenker die M25 Richtung Süden zu schwimmen.

Ich hatte keine Lust mich mit irgendeinem Navi rumzuärgern, in das man sich erst wieder reinfuchsen musste - also hatte ich in weiser Voraussicht auch mein Handyhalter für die Scheibe eingepackt. Dank Ladekabel perfektes Setup und teure Roaminggebühren gibt es auch keine mehr.

Goodwood liegt eine gute Stunde vom Flughafen entfernt und nachdem ich ein paarmal mit der rechten Hand den Ganghebel gesucht hatte und links mal kurz den Bürgersteig rasieren musste, kam ich gut in Schwung - lief besser als befürchtet. Allerdings ohne einen einzigen Pfund in der Tasche und Euro werden sie wohl beim Parken in Goodwood nicht annehmen. Aber ich fahre ja noch durch ein paar Ortschaften, da gibt es sicher einen Automaten.

Pustekuchen! Von der Autobahn runter kamen nach ein paar Kilometern nur idyllische Dorfkulissen verbunden durch enge englische Landstrassen - eigentlich sehr schön, aber natürlich auch sehr geldautomatenarm. Ein bisschen wie am Ring: durch verschlafene Landstriche fahren, um dann bei einer Racing-Location anzukommen.

Meine nächste Erwartung sollte sich genauso schnell in Luft auflösen: konditioniert durch die Gängeleien am Ring dachte ich, dass man bei der Einfahrt zu den Parkplätzen gleich abkassiert wird - daher auch die Suche nach Bar-Pfunden. Nix da - freundliche Menschen, die mir geduldig den Weg zeigen - akkurat wurden die Besucher millimetergenau ausgerichtet, um dann in einem rustikalen, aber schicken Anhänger mit tollem Traktor vorneweg zum Eingang gefahren zu werden - alles für umsonst.

Ich bin davon ausgegangen, dass ich vor Ort keine Menschenseele kenne - aber der erste, der mir begegnete, war Puffi vom Frikadelliteam - höchste Zeit meine Erwartungshaltungen einmal mit Schwung in die Tonne zu kloppen.

Das war auch gut so, denn die Szenerie vor Ort ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher erlebt hatte. Die Qualität der Fahrzeuge, die schiere Menge an Fahrzeugen, die Vielseitigkeit von Motorrad über Auto, von 1900 bis 2017, die Gerüche und Geräusche - man wird konstant mit atemberaubenden Eindrücken geflutet, dass man unmöglich in der Lage ist alles zu verarbeiten. Deswegen kann auch dieser Bericht hier nur grob widerspiegeln, wie das in der Realität vor Ort aussieht.

Was mich bisher immer gestört hatte, wenn man Fotos oder Bewegtbilder aus Goodwood gesehen hat: sie konzentrieren sich auf die Action und es fällt einem schwer sich vorzustellen, wie die knapp 2 km lange Strecke in die Veranstaltung eingebettet ist. Ich habe daher versucht alles etwas weitläufiger und vielseitiger einzufangen, damit es etwas leichter fällt sich das Ganze vorzustellen.

Übrigens wie auch schon in Le Mans alles wieder ohne Akkreditierung und alle Fotos mit der kleinen Canon EOS 100D gemacht.

Die Größe des Geländes ist auch so ein Thema. Ich dachte das sei halt so eine Art Gutshof mit einer Straße - nur größer. Über welche Größe reden wir also hier? Etwas Recherche ergibt, dass das Grundstück des Duke - festhalten! - einer Fläche von etwa 50 km2 entspricht. Wow. Das wären also ungefähr die Abmessungen von Daun.

Jedenfalls habe ich es in meinen 3 Tagen vor Ort nicht geschafft alles einmal gesehen zu haben! Die Rallye Stage z.B., auf die ich unheimlich scharf war, war aufgrund der Entfernungen einfach nicht drin.

Und so reiht sich dann ein WOW! an das nächste. Wenn einem z.B. dieses Fahrzeug vor die Linse fährt:

Goodwood Festival of Speed 2017

… dann denkt man: Mmmh, der Typ sieht aus wie Gordon Murray. Nur in Goodwood IST das dann auch Gordon Murray.

Die Veranstaltung an sich ist unterteilt in Batches, denen verschiedene Klassen zugeordnet sind (Zeitplan). Das hat den Vorteil, dass man an den Programmtagen Fr/Sa/So immer alle Fahrzeuge 2x über den Tag verteilt in Aktion sieht. Das heißt aber auch, dass ständig Fahrzeuge in Bewegung sind, um in das Fahrlager geleitet zu werden oder zurück an ihren Platz - und es laufen sich auch IMMER irgendwo irgendwelche Motoren warm - zusätzlich zu den Geräten, die gerade auf der Bergrennstrecke unterwegs sind. Sowas wie Dezibelbeschränkung kennen die gar nicht - entsprechend lautstark spielt sich das alles IMMER ab.

Und wem das alles noch nicht reicht: 2x am Tag gibt es eine aufwendige Flugshow mit Fighter-Jets. Die fliegen nicht nur einmal drüber so wie in Le Mans, die zeigen 20 Minuten lang die spektakulärsten Manöver inklusive irrsinnigem Getöse.

Bei so einem temporären Veranstaltungsort, dem Mega-Programm, Gewusel und Gelärme sollte man eigentlich denken, dass es drunter und drüber geht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: perfekter und minutiöser Ablauf, freundliche Marshals und auch jede Menge davon, tolle Details und einheitliches Bild, … also auch ein Fest für die Sinne, das dem Namen “Festival” absolut gerecht wird.

Den Besuchern wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen, z.B. habe ich ohne groß danach zu suchen 2 mobile Geldautomaten gesehen. Das ist komfortabel - und hilft natürlich auch dabei den Umsatz für die geschäftstüchtigen Briten nach oben zu schrauben. Apropos Umsatz: das Pflicht-Goodwood-Shirt für die kleine Mia hat mal gerade 20 GBP gekostet. Und die Merchandising-Stände waren ständig gut gefüllt mit kaufwilliger Kundschaft.

Meine Erinnerungen an das 24h-Rennen am Ring oder auch der Besuch in Le Mans vor nur 2 Wochen waren mir noch frisch im Gedächtnis - aber ganz ehrlich: Goodwood stellt die beiden organisatorisch in den Schatten. Und das kann doch eigentlich nicht sein, dass ein temporärer Event die permanenten Rennstrecken alt aussehen lässt. Aber genau so ist es.

Goodwood Festival of Speed 2017

Und da haben wir ja jetzt noch nicht über das Programm gesprochen. Das Besondere in Goodwood ist, wenn der Duke einlädt, dann kommst Du. Da gibt es gar keine Diskussion. Und so präsentiert sich auch das Feld: nur die feinsten und geschichtsträchtigsten Exponate aus den Museen der Werke und reichen Privatiers - insgesamt 600 - und passend dazu natürlich die vorzugsweise weltmeistergeschmückten Fahrer. Die auf dem Weg zu ihrer eigenen Teilnehmer-Hospitality extra einen langen Weg entlanglaufen müssen, damit sich drumherum die Autogrammjäger aufstellen können. Die wissen nicht nur - im Gegensatz zu mir - immer, wer das gerade ist - die haben auch direkt das passende Bild zur Hand:

Goodwood Festival of Speed 2017

Nichts wird dem Zufall überlassen und in völliger Selbstverständlichkeit kommt der Ferrari GTO natürlich quer daher:

Goodwood Festival of Speed 2017

Die Eindrücke werden dir quasi mit 5 bar kontinuierlich in’s Gehirn gepresst und selbst wenn man gar nicht dran denkt, hat man ständig Sensationen vor den Augen. Hinter dem DTM Mercedes - frisch aus dem Museum - Michael Dunlop’s Einsatzgerät. Als wäre es das Normalste der Welt:

Goodwood Festival of Speed 2017

Auch wenn die Tickets nicht gerade günstig sind, der Event ist gerne ausverkauft und wir reden über 200.000 Besucher auf die 3 Tage verteilt.

Mein großer Dank geht an Mercedes-Benz Classic, die mich sofort herzlich in ihrem Team aufgenommen haben, als wäre es nie anders gewesen. Ich war nämlich der Einzige, der als Externer mitgereist war und man hat mich kurzerhand einfach für das Wochenende adoptiert. Großartig!

Goodwood Festival of Speed 2017

Ich hoffe ich konnte mit meinem Bericht etwas von dem Gefühl vermitteln, das sich vor Ort einstellt. Mir war ja klar, dass das nicht einfach wird. Gerne könnt Ihr Euch auch zurückmelden im Forum oder bei Facebook.

Zum Abschluss noch ein paar schöne Eindrücke - ich wünsche mir, dass ich auch in Zukunft noch einmal Gelegenheit bekomme diesen tollen Event zu genießen:

Goodwood | Mikebericht | Mikefotos | FestivalOfSpeed |


Mittwoch, 31. Mai 2017

Zu Besuch beim 24h-Rennen: Sascha Pallenberg hat das Bloggen nicht verlernt.

Auch dann nicht, wenn man als “Head of Digital Content” zu Daimler berufen wird.

Lest Euch Sascha’s Artikel im Daimler-Blog durch, dann wisst Ihr was ich meine:

Während all meine Freunde im Kindergarten die Matchbox-Autos durch selbstgebaute Nürburgring-Klone im Sandkasten schoben, saß ich mitten in der Eifel und jubelte den Helden meiner Kindheit zu. Wobei, der größte von allen kam erst in der zweiten Startgruppe und das auf einem 1600er Golf GTI (bevor die Poppnieten-Verbreiterungen in Mode kamen), mit dem wir noch selber zum Ring gefahren sind. Mein Patenonkel Manfred Birk war und ist nicht nur ein genialer Mechaniker, sondern hat auch den Rennsport-Virus in mich eingepflanzt, der mich bis zum heutigen Tage nicht mehr loslässt.

Genau der Manfred, den ich auch kennenlernen durfte und der zugegebenermaßen ein Pfundskerl ist.

Das sind genau die Geschichten, die für das Benzin in unseren Adern verantwortlich sind. Und alle haben wir auf die ein oder andere Art und Weise unsere ganz spezielle Verbundenheit zum Ring.

N24h | Pallenberg | Daimler |


Samstag, 27. Mai 2017

24h 2017 - Eindrücke Fahrerlager und Startaufstellung.

Der 24h-Freitag war für mich der verdiente Erholungstag - also erstmal das Fahrerlager besuchen.

Der Preis für die alte-Logo-Kappen ist doch schneller gesunken als erwartet:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Auf dem Weg in’s Fahrerlager liessen sich die Leute freiwillig zuqualmen und haben das auch noch fotografiert:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Drinnen trifft man wie gewohnt viele Einheimische, z.B. Jaber:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… oder Christian:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… oder Sascha mit seinem Onkel Manfred:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Sascha - fleissige Blogleser wissen das - hat inzwischen seine Lager bei Daimler aufgeschlagen und schimpft sich “Head of Digital Content”. Aber Ringfan ist er auch und der Grund sitzt auf dem Foto neben ihm: sein Patenonkel Manfred. Cooler Typ, hat schon in den 70ern am Ring mitgemischt und den Sascha eingepackt, sobald man ihn im Fahrerlager frei rumlaufen lassen konnte. Sowas verankert den Virus natürlich unheilbar. Hat tierisch Spaß gemacht mit den beiden zu klönen - die Zeit verging mal wieder wie im Flug.

AMG hat einen fetten Auftritt am Ring - der 50jährige Geburtstag verpflichtet. Da kann man fast froh sein, dass die F1 zeitgleich in Monaco gastiert, sonst hätte man wahrscheinlich vor lauter Rennpromis keinen Fuß vor den anderen bekommen.

Der BMW M Bunker war direkt gegenüber aufgebaut:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… und supercool mit herzlichen Geburtstagswünschen an AMG:

24h-Rennen Nürburgring 2017

AMG war auch keine geschlossene Gesellschaft - jeder war eingeladen mitzufeiern und es gab auch eine Tribüne, auf die jeder hochklettern durfte. Mit ordentlicher Aussicht:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Die beiden sind mir über den Weg gelaufen - das T-Shirt ist original von 2001:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Im Pressezentrum ist mir der Björn begegnet - und als alter N-Forums-Bewohner habe ich ihn gleich mal testen lassen:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Test bestanden - war sogar direkt eingeloggt!

Im Parc Fermé waren die Land Audi überraschend auf Dunlop:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… der Rinaldi Michele happy über Platz 4:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… und Norbert Kreyer skeptisch, ob alle - außer der Glickenhäuser - die Karten auf den Tisch gelegt haben:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Am Samstag waren die Reifen dann endgültig Thema Nummer 1:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Beim Manta waren neue Seitenscheiben drin, was ich ein bisschen schade fand, denn die Ns dort waren uralt - hatten noch das originale “nurburgring.de” drauf. Irre, wieviele Ringrunden diese alten Scheiben gesehen haben. Ich würde aber auch ohne Klebepflichten vor dem Auto niederknien:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Cooles Bild, oder? Der LMS Audi:

24h-Rennen Nürburgring 2017

In der Startaufstellung war natürlich wieder die Hölle los, aber auf den Tribünen war noch Platz:

24h-Rennen Nürburgring 2017

OK - Spässle - dort in der Sonne wurde man gegrillt, die Plätze waren komplett voll rundum. Findet sich jemand hier?

24h-Rennen Nürburgring 2017

Hoher Besuch für den Georg, das ist kein Geringerer als Cristiano Michelotto:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Darauf erstmal Prost!

24h-Rennen Nürburgring 2017

Das N mit Marc Basseng:

24h-Rennen Nürburgring 2017

… ziert jetzt das Auto mit dem Pferdchen:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Wobei ich etwa 30 Minuten gebraucht habe, um von der rechten auf die linke Seite vom Ferrari zu kommen. Der Jochen war übrigens einer der Wenigen, seinen Schirm selber halten konnte:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Aber noch ein nettes 488 Detail: die Chromfolio ist aus einem Stück - hat mir Kleber Ludger gesteckt. Und hier - zufällig - steht:

24h-Rennen Nürburgring 2017

“Geräumig, funktional, sicher, alltagstauglich - diese Attribute machen ein Auto zu einem idealen Familienfahrzeug.”

Passt!

Seit dem Qualifying sind auch den anderen Audis Dunlops gewachsen:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Es wird das Thema des Rennens bleiben - auch die Sticker wurden schon angepasst:

24h-Rennen Nürburgring 2017

Ich zieh mir jetzt gemütlich das Rennen rein - und werde später noch eine Galerie nachlegen. Schaut auch meine anderen Beiträge unter dem N24h Tag.

N24h | Mikebericht | Mikefotos | Michelotto | Fahrerlager |


Dienstag, 23. Mai 2017

Schon wieder eine Dieselgate-Razzia.

Diesmal bei Daimler.

Dieselgate | Razzia | Daimler |


Montag, 22. Mai 2017

Daimler baut seine Stellung als Batteriehersteller weiter aus.

Heute ist Grundsteinlegung für ein 2.Werk in Kamenz (Sachsen), das die bisherige Produktionsfläche vervierfachen wird.

Eine Entwicklung die sowohl den bisherigen Batterieherstellern, als auch den traditionellen Treibstofflieferanten Sorgen machen dürfte. Die ja auch schon versuchen gegenzusteuern. Haben sich Autohersteller bisher auf das Auto herstellen konzentriert, erweitern sie jetzt ihr Spektrum in Richtung Energieträger. Kein Wunder, denn Batterien sind der größte Kostenträger in elektrischen Fahrzeugen - und neben der Preiskontrolle möchte man natürlich auch bei der Kapazität nicht auf Dritte angewiesen sein.

Daimler | Elektro | Batteriefabrik |


Donnerstag, 18. Mai 2017

Volvos haben bald ausgedieselt.

Volvo verabschiedet sich langsam vom Diesel - Kudos an die FAZ für ihre Überschrift. Der jetzige Volvo Selbstzünder ist gerade mal 4 Jahre alt, aber wer die langen Entwicklungszyklen der Autoindustrie kennt, weiß, dass sich die nächste Generation schon in der strategischen Planung befinden müsste.

Aber:

Die Schweden wollten selbstverständlich ihren erst 2013 eingeführten derzeitigen Diesel weiterentwickeln und an den künftigen Abgasgrenzwert Euro 6c anpassen, doch danach werde der finanzielle Aufwand für eine Neukonstruktion zu hoch. Wie lange die bestehende Motorengeneration im Programm bleiben kann, darauf will sich Samuelsson noch nicht festlegen. Man darf bis etwa ins Jahr 2023 rechnen.

Natürlich setzt man danach auf die Elektronen und wie bei den anderen auch wird der Markt mit einem Mix aus Hybrid und rein elektrisch erstmal getestet.

Eigentlich kann derjenige OEM froh sein, der gerade einen frischen Diesel Technologie Zyklus hinter sich hat. Es besteht zwar das Risiko, dass über eine verkürzte Laufzeit nicht alle Kosten eingespielt werden, aber man gewinnt Zeit mit der Entscheidung, ob man eine Neuentwicklung lostritt. Das könnte nämlich viel heftiger in die Hose gehen.

Im Vergleich dazu hat z.B. Mercedes gerade ein neues Motorenwerk in Polen in Auftrag gegeben.

Die Konzernbosse wären besser mal in die Ballettschule gegangen, denn der aktuell geforderte Spagat könnte einige Firmen überfordern.

Diesel | Elektro | Volvo | Mercedes |


Mittwoch, 15. Februar 2017

Daimler verkauft nur noch Elektro- statt Benzinmotoren.

OK, es geht nur um den Smart und nur um Amerika, aber an so eine Überschrift können wir uns schonmal gewöhnen. Früher oder später wird das auch für den Konzern gelten.

Der Umbau der Fabrikanlagen hat bereits begonnen.


Mittwoch, 01. Februar 2017

Dass ein Taxi ein Mercedes ist, daran hat man sich seit dem 200 D gewöhnt. Dass die Taxis allerdings vom Werk selber eingesetzt werden und auch kein Fahrer mehr drin sitzen soll - das ist etwas schwerer zu verdauen.


Freitag, 09. Dezember 2016

Sascha Pallenberg hebt für Daimler das Bloggen auf einen neuen Level.

Wer schon länger hier mitliest kennt den Sascha, denn ich durfte ihn mal zum Thema Bloggen interviewen - auch schon wieder 4 Jahre her.

Ach was sag ich - sogar ein 2.Mal hat er mir Rede und Antwort gestanden - das war dann später auf der CeBit 2013.

Für mich ist Sascha immer das Paradebeispiel, wie man sich als Blogger hauptberuflich durchschlägt und ich bin mir sicher, dass er mit seinem Enthusiasmus und Ideenreichtum auch anderen Leute die Scheu genommen hat, sich als Blogger zu versuchen.

Gestern gab es überraschend Sascha’s Ankündigung, dass er Mobile Geeks - seinem Baby - den Rücken kehrt … und heute dann die Sensation, dass er ab 1.Januar bei Daimler anfängt!

blog.daimler.de:

Klassischer Journalismus wird bekanntlich immer öfter von Advertorials und Content Marketing durchsetzt. Das ist – sofern es kenntlich gemacht wird – auch nicht verwerflich, sondern verständlich, vor allem aus Sicht der Verlags-Buchhaltung. Selten ist es aber elegant oder interessant. In der globalen Kommunikation bei Daimler gehen wir zukünftig einen anderen Weg: Wir setzen verstärkt auf unsere eigenen Medien. Der Vorteil: Auf den eigenen Kanälen können wir Denkanstöße bieten, ohne Verkaufsimpulse setzen zu müssen. Ob das eleganter oder interessanter ist, gilt es zu beweisen. Aber ich finde, versuchen kann man es mal.

Was da so salopp verkleidet als kleines Experiment um die Ecke kommt, ist nichts anderes als ein mittelgroßes Erbeben. Es ist noch nicht so lange, da hat ausgerechnet die sport auto und dann Mercedes-Frau Anja Wassertheurer übelst über die Blogger abgelästert.

Inzwischen arbeitet sie bei Porsche, was eigentlich schade ist, denn ich stelle mir das interessant vor, wenn sie den Blogger als Kollegen begrüßen soll.

Daimler ist keine Firma, die wie ein Start Up heute so und morgen so agiert. Da wird analysiert, geplant und sorgfältig abgewogen.

Und festgestellt, dass so ein Blogger zum einen ein besonderes Gespür für interessante Inhalte hat - und zum anderen diese auch kurzweilig darstellen kann. Offensichtlich Fähigkeiten, die den alteingesessenen PR Abteilungen abhanden gekommen sind. Oder die sie vielleicht auch nie gehabt haben.

Für einen Blogger, der mit offenen Augen und neugierigem Geist durch so einen Konzern schlendert, gibt es Themen ohne Ende. Wie gerne würde ich manchmal auf der Arbeit das Handy zücken, um etwas interessantes aufzugreifen - und dann wieder in der Realität aufzuwachen mit der Erkenntnis, dass Fotografieren auf dem Werksgelände verboten ist. Grmpf.

Sascha gönne ich den neuen Job von Herzen und es wird - wieder einmal - spannend sein seinen Werdegang zu verfolgen. Die Zwänge eines Konzerns sind erdrückend, dafür aber auch die Möglichkeiten etwas zu gestalten absolut gigantisch. Und offensichtlich hat er sich Daimler ja nicht aufgedrängt, sondern sie wollten ihn haben. Also müssen sie ihm auch den Gestaltungsraum zugestehen.

Mehr Hintergrund gibt es in Interviews hier und hier

Alles Gute Sascha - misch den Laden mal ordentlich auf! :)

UPDATE:

Björn Habegger - selber selbstständiger Autoblogger, also Profi, nicht Amateur - befasst sich auch mit dem Thema. Erkennt in der Entwicklung sogar schon Das Ende der Rebellen-Zeit. Um gleichzeitig anzukündigen, dass er genauso unabhängig weitermacht wie bisher!

Pallenberg | Daimler | Mercedes |


Dienstag, 15. November 2016

Tony Seba über die Herausforderungen für die Autoindustrie.

Tony Seba - das ist der, der auch einen Auftritt in Autoland abgebrannt hatte - erklärt noch einmal, was auf die Autoindustrie in Kürze zukommt.

Das ganze Interview lohnt sich - hier ein paar Auszüge:

Nissan ist gut aufgestellt und die EVs (Electric Vehicle) werden am selben Band abgebaut wie die ICEs (Internal Combustion Engine):

The interesting thing about that plant is that they make ICE cars and EVs not just in the same plant but in the same line. So you see the Leaf—EV—and then the ICE car, ICE car, ICE car in same line. So essentially when the EV market takes off it is ready to scale.

Das Problem der Autoindustrie ist nicht die Komplexität der EVs - im Gegenteil, denn es gibt nur noch 18 bewegliche Teile. Der aktuelle Erfolg ist das Problem. Hier wieder der Vergleich zu Kodak:

Making EVs is not difficult, it’s the business model. It’s like making digital cameras with Kodak. Making a digital camera was not difficult; they made so much cash from film that it was hard to let go of that cash cow.

Noch ein guter Vergleich - diesmal Apple und Foxconn. Der eine vermarktet und hat die Ideen, der andere produziert nur. Wenn Autohersteller den Anschluss verpassen, dann könnten sie als Foxconns enden:

I forget who said it, but there is the fear in the car industry now that they are going to be the “Foxconns” of the auto industry. Meaning that Foxconn makes iPhones and iPads but they don’t have a brand. If you look at the cost of goods sold for an iPhone, Apple is making a pile—a huge margin—and Foxconn is not. It works for Foxconn but it’s not a great business. So there is a fear in the OEM industry to be a Foxconn and it’s starting to sink in, but I don’t think it’s sinking in fast enough.

Später meinte er dann noch:

I was on German television a few weeks ago and I said this in a documentary there. One of their questions was, German car companies are great at manufacturing and I said, “That’s true. Guess what other countries are great at manufacturing? Taiwan. And how many Taiwanese brands can you name?” So what may happen if car companies don’t get it is that Germany may be the Taiwan of the auto industry. Nothing wrong with that, but essentially they are going to manufacturer stuff for somebody else.

Das mit dem Anschluss-verpassen geht schnell, z.B. indem man in die falsche Technologie investiert:

Volkswagen is still investing billions in diesel, which makes exactly no sense. It doesn’t make any sense at all.

Ich dachte eigentlich VW ist durch mit dem Diesel - ich bin mir daher nicht ganz sicher, ob die auf dem Gebiet wirklich weiter Geld verbrennen wollen. Allerdings hat Mercedes kürzlich bekanntgegeben, 3 Milliarden € dem Diesel hinterherzuwerfen. So wie Kodak damals noch schnell einen neuen Analogfilm vorgestellt hat.

Schön, dass auch mal die Hybrids angesprochen werden, denn die halte ich auch für eine Fehlkonstruktion. Viel zu aufwendig und beide Technologien müssen mitgeschleppt werden. Warum nicht das Geld sparen und direkt auf EV setzen?

Tony Seba:

No, hybrids are not disruptive. Hybrids are an eco thing (like the eco mode in Nossan cars) and they are a product line extension of the internal combustion engine. (We’ve had hybrids for 20 years or so and really they have not—with few exceptions—sold that well. Which leads people to believe, “Oh, hybrids have not been successful, so why would EVs be successful?” They are two different things. (..) The pure EV drivetrain is disruptive. Eighteen moving parts—that’s what’s disruptive. The fact that you can charge at home—or anywhere—that’s disruptive. You don’t need to go to the same old gas station and that’s disruptive.

So sieht´s aus.

Wer hätte das gedacht, sogar Kodak hatte einen Hybrid. Was hat es gebracht? Nichts.

An example of that is that at some point Kodak had a hybrid camera and not a whole lot of people know this. They had a combination—you took the film and instead of printing them you could basically [save them digitally]. That was their attempt to bridge but it didn’t work, as we know. Because hybrids in cameras, just like in EVs, are not disruptive but digital cameras just like EVs are disruptive. So I don’t see that path at all. It’s going to go from ICE to EV and that’s it—end of story.

Und wie schnell wird diese Entwicklung stattfinden? Sehr schnell!

In 2018 you are going to see level 4 self-driving in the tens of thousands, maybe hundreds of thousands of cars. And certainly by 2020 you are going to see them in the millions. The disruption is going to happen soon after that. (..) In many ways the technology, it’s not a 100%, but it’s improving dramatically. And that’s because deep learning technology, Artificial Intelligence, learns from data. It learns from experience—if you can say that, that computers have experience—let’s call it data. In all, Uber and Tesla are gathering a lot of data. Basically they are learning very quickly, and so their systems are improving dramatically and very fast. The more cars you have that are self-driving, the more you will learn, the faster it improves.

Und was können die Regierungen machen, um zu helfen?

The government’s role at this point is to help enable this disruption by helping the market make it happen. And they can best do that by getting out of the way.

Schnell aus dem Weg gehen! Aber das wird hierzulande wohl Wunschdenken bleiben.

Elektro | Autonom | Seba |


Dienstag, 04. Oktober 2016

Fangio, Mercedes Argentinien und das Nazigold.

Es gibt das Fangio Denkmal noch einmal - genau so, wie es am Nürburgring steht: nämlich in Buenos Aires in Argentinien vor der Mercedes Niederlassung:

Ist mir in Gaby Weber’s neuestem Film aufgefallen, der aufzeigt, wie die Nazis schon vor dem Ende des 2.Weltkrieges systematisch das zusammengeraubte Vermögen in’s Ausland transferiert haben, um nach der erwarteten Niederlage wirtschaftlich ausgepolstert zu sein:

youtu.be/MibJl-moB1Q

Pikanterweise spielt Daimler-Benz eine Schlüsselrolle bei dem späteren Problem, das Geld wieder legal in den Umlauf zu bringen.

Das passt alles so gar nicht in das Bild, das normalerweise von den Vorgängen damals in den Geschichtsbüchern zu finden ist. Aber Gaby Weber hat akribisch recherchiert und veröffentlicht auch zum ersten Mal ein etwa 10 Jahre altes Interview mit Jorge Antonio, über den Daimler-Benz die Geschäfte in Argentinien installiert hat. Jorge Antonio hatte als Unternehmer die Nazi Vergangenheit seiner Geschäftspartner und deren Geldern großzügig ausgeblendet, denn er war scharf auf eine eigene LKW Fabrik. Die er dann auch bekommen hat.

Fangio selber kommt auch nicht gut weg, laut Aussage von Eduardo Fachal - in den 70ern Betriebsrat bei Mercedes-Benz in Argentinien:

(bei 51:58)

Der Rennfahrer Juan Manuel Fangio - hinter mir steht sein Denkmal - war in den siebziger Jahren Präsident von Mercedes-Benz Argentina und sorgte, mit dem damaligen Wirtschaftsminister Cavallo dafür, dass die Schulden des Unternehmens von 92 Mio. Dollar vom Staat übernommen und in öffentliche Schulden verwandelt wurden.

Alles schwer verdauliche Kost - nicht auf nüchternen Magen anschauen und am besten stabil hinsetzen.

GabyWeber | Mercedes | Argentinien | Fangio | Nazigold |


Freitag, 09. Mai 2014

Übrig Ns vom Freitag.

Was sonst noch passiert ist:

NEIN. Doch. Oh!!

(Den Begriff Inverstor im Zusammenhang mit Rennstrecken kann ich echt nicht mehr hören.)

Tag: ÜbrigNs


Sonntag, 03. November 2013

Übrig Ns vom Sonntag.

Tag: ÜbrigNs


Montag, 25. März 2013

Ausgevieselt.

Horst von Saurma-Jeltsch, geb. Vieselmann, verlässt den Verlag Motor Presse Stuttgart.

Ob er freiwillig geht oder gegangen wurde, wird nicht ganz klar, denn die Mitteilung konzentriert sich auf seinen Nachfolger Marcus Schurig, allerdings die Supertests darf er noch machen - als Freier dann wohl.

“Horst von Saurma-Jeltsch hat sport auto über Jahrzehnte entscheidend geprägt …”

steht da und ich wollte mal wissen, wie lange er das schon macht. Hatte ja letztens für mein über mich eine sport auto von 1990 ausgegraben, da steht er schon als Redaktionsmitglied drin. Und im Netz hab ich was gefunden von 1987, da war Horst Vieselmann AutoBild Redakteur.

Normalerweise wechseln die Redakteure gerne mal zur Industrie, wie kürzlich auch seine Kollegin Anja Wassertheurer, die jetzt bei Daimler arbeitet.

Wenn die Chefredaktion wechselt, ist eine gute Gelegenheit sich die Zahlen anzuschauen, das geht im Print ja super durch die IVW Auflage-Veröffentlichungen.

So sieht das für die sport auto für die letzten 15 Jahre aus:

(Quelle: IVW, klick! für groß)

Ziemlich klarer Trend - nach unten - und auf die Formulierung: “.. sport auto weiterzuentwickeln und im harten Wettbewerb weiter nach vorne zu bringen ..” muß man angesichts dieser Zahlen auch erstmal kommen. Das ist wohl die Kommunikation von heute.

Der Sprung bei den Abonnenten ist von 2000, das war wohl das mit dem Abo für DSK’ler. Heutzutage kommt die sport auto nicht mehr über 50.000 verbreitete Heftauflage und die VLN hat ja kürzlich zur AutoBild gewechselt. War vorher 12 Jahre mit sport auto verbandelt.

Als der Nürburgring Hilfe am nötigsten hatte, hat die sport auto - die sich sooo eng mit der Nordschleife verbunden fühlt! - lieber mit den Wölfen geheult und die Kohle eingestrichen, statt kritisch den Super-GAU mit Ansage zu durchleuchten. Zum Beispiel Februar 2009 oder Juni 2009 mit großem Sonderteil Nürburgring Spezial.

Hab ich ja mal thematisiert, als Horst von Saurma auf seine Art mit den Kritikern der Nürburgring-Insolvenz Mitte 2010 abgerechnet hat.

Bin gespannt, wie sich die sport auto unter’m Marcus jetzt entwickelt. Hoffentlich legt sie ihre Arroganz ab, könnte dann eine gute Zeitschrift werden.


Dienstag, 15. Dezember 2009

Sind Brawn bzw. Mercedes einem Betrüger aufgesessen? Laut Handelsblatt könnten Henkel Sponsorverträge ungültig sein.
(Hier gefunden.)


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