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Freitag, 18. Mai 2018

Honda Fahren 2018.

Die Motorradsaison steht vor der Tür und wie schon letztes Jahr habe ich mich gefreut wieder von Honda eingeladen zu werden, um die neue 2018er Modellpalette zu testen. Schon 2x hintereinander - in Köln nennt man so etwas Tradition.

Der ich mich natürlich verpflichtet fühle. Von daher gut, dass die Fireblade auch wieder am Start war:

Honda Fahren 2018

Was sag ich eine … viele!

Honda Fahren 2018

Ich habe natürlich nach der SP Ausschau gehalten, die es mir letztes Jahr so angetan hat mit ihrem messerscharfen Fahrwerk und dem süchtigmachenden Schaltautomat - auf Neudeutsch: Quickshift mit Blipper.

Honda Fahren 2018

Soweit so geil - und mit speziellem Detail für Audiophile: Akrapovic.

Honda Fahren 2018

Damit habe ich mir erstmal die Sinne warmgefahren und die Gegend erkundet, denn die Veranstaltung war diesmal in der Honda Akademie in Erlensee nähe Hanau.

Dieses Jahr habe ich noch gar nicht auf dem Motorrad gesessen - was natürlich auch hiermit zu tun haben könnte.

Zurück in der Basis habe ich bei einem Kaffee diese schöne Sammlung gesehen:

Honda Fahren 2018

Moment mal - was ist das?!

Honda Fahren 2018

Sagenhaft, ein Paris-Dakar Renner von 1991:

Honda Fahren 2018

Da wurden Erinnerungen wach, denn drei Jahre vorher - also 1988 beim 10-jährigen Paris-Dakar Jubiläum - hatte ich mir den Prolog in Paris angeschaut. So etwas lasert sich in’s Gehirn - da reicht der bloße Anblick von authentischem Material für eine Gänsehautmassage.

Die Africa Twins standen natürlich nicht zufällig da rum - Honda hat zum 30. Geburtstag die "Adventure Sports" aufgelegt - eine verschärfte Version der neuen Africa Twin, die 2016 vorgestellt wurde.

1986 hat Honda mit einem Prototypen die Paris-Dakar gewonnen und die Erfahrung in einem Serienmotorrad umgesetzt, das 1988 als erste Africa Twin vorgestellt wurde.

Von ’88 bis ’03 wurde sie erst als 650er, dann als 750er gebaut bevor es eine lange Pause bis 2016 gab. Wenn man das aktuelle Modell mit dem ersten von vor 30 Jahren vergleicht, dann ist es zwar mit der Zeit gegangen, aber seinem Ursprung bis in’s Detail treu geblieben - wo gibt es so etwas heute noch? Bewährtes feiern mit den Möglichkeiten der heutigen Technik - stark.

Die Adventure Sports hat 95 PS, großen 24L Tank für über 500 km, viel Bodenfreiheit (270 mm), Sitzhöhe (920 mm) und strammes Gewicht (243 kg vollgetankt).

OK - bin längst überredet - Probefahrt:

Honda Fahren 2018

Geht bärig, gut um’s Eck und ist sehr bequem.

Honda Fahren 2018

Die Größe taugt mir natürlich auch und das Gewicht merkt man beim Fahren nicht so, wie man das vermuten würde. Nur das mit den Wheelies wollte nicht klappen, aber da kann das Motorrad ja nichts für, wenn’s der Fahrer nicht drauf hat.

Die Fahrbilder sind übrigens wieder von Gerhard Gasgriffsalat Rudolph - vielen Dank an dieser Stelle für die schönen Aufnahmen und die Geduld!

Unser nächster Programmpunkt vor dem Mittagessen war eine Besichtigung der Akademie und was sich erstmal trocken anhört, hatte doch Einiges zu bieten.

Ovalkolben - erinnert Ihr Euch?

Honda Fahren 2018

Die Honda NR von 1992:

Honda Fahren 2018

Davon wurden nur 300 Stück gebaut. Vor 26 Jahren. Steht da einfach so rum.

Ovale Kolben übrigens, weil sich dadurch die Anzahl der Ventile verdoppeln lassen konnte. Ein Riesenaufwand für eine Verbesserung des Gaswechsels:

Honda Fahren 2018

Aber die Akademie unterrichtet noch ganz andere Sachen, wie z.B. Bootsmotoren:

Honda Fahren 2018

… oder Generatoren. Die sehen innen so aus:

Honda Fahren 2018

Auf dem Weg zur Kantine dann dieses zierliche Gefährt:

Honda Fahren 2018

Ziemlich alt und ein Teilnehmer meinte, dass ein paar Stück es damals sogar nach Deutschland geschafft haben. Ich habe kürzlich meine Hercules Ultra in gute Hände abgegeben - da sind auch Pirelli Mandrake drauf - damals unschlagbarer Reifen:

Honda Fahren 2018

Nach der Pause wurde es dann nackt - genauer gesagt CB 1000 R:

Honda Fahren 2018

Frisch für 2018 auf den Markt gekommen und im Grunde genommen ein Nachfolger meines eigenen Motorrades - der 900er Hornet. Die ich ja letztes Jahr extra zu diesem Event mitgebracht hatte - ich wusste ich werde das Foto noch einmal gut gebrauchen können:

Honda Hornet 900

Eine Hornet gibt es dafür nicht mehr im Honda Programm - aber da muss niemand traurig sein, denn die Neue hat es in sich:

145 PS bei 212 kg vollgetankt, Fireblade Motor (der von 2006), geschmiedete Kolben und das Beste: optional mit dem Quickshifter der Fireblade.

Die ich ja vorher schon gefahren bin, daher hatte ich den direkten Vergleich. Und was soll ich sagen, die CB 1000 R ist unglaublich handlich, messerscharf zu dirigieren und hat ähnlichen Bumms wie die Fireblade. Auch Charakteristik (im Sport Modus) und Sound ähnlich - eine echte Waffe. Sieht auf den ersten Blick gar nicht so gefährlich aus, aber ich glaube die wird ordentlich Gegner abräumen.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Ich bin gespannt wie die Tests ausfallen, aber ich glaube die wird auf der Rennstrecke viel Freude machen.

Ich habe dann auch mal 125er und 300er getestet - man ist ja neugierig. Die Kleine ist für unsereins natürlich anstrengend, aber die 300er kann man schon ernst nehmen. Bis Tempo 120 auf der Landstraße mit ihren 31 PS gut unterwegs - nur beim Überholen muß man das schon ordentlich vorbereiten. Dafür aber mega-handlich und sehr einfach zu fahren.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Kostet 5.090 € Liste - kann man nicht meckern. Wobei … für 3.350 € bekommt man eine gebrauchte 900er Hornet mit wenig Kilometern - soviel habe ich für meine vor 2 Jahren bezahlt.

Ich habe dann mal gefragt, was denn das teuerste Motorrad auf dem Hof ist. Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee war.

Die Bremsen sehen ja erstmal performant aus:

Honda Fahren 2018

Aber bei dem fehlenden Kupplungshebel könnte man schon stutzig werden:

Honda Fahren 2018

Auch bei dem Navi im Cockpit:

Honda Fahren 2018

… und der Knöpfesammlung:

Honda Fahren 2018

Und wenn ich Euch jetzt noch sage, dass der Trumm 380 kg wiegt! Aber ich habe es gewagt - Voilá - Mike auf der Goldwing:

Honda Fahren 2018

1,8 L Boxermotor mit 6 Zylindern und 126 PS. Automatikgetriebe mit 7 Gängen - und da ist der Rückwärtsgang noch nicht mitgezählt. Kofferraumvolumen von 110 Litern (50 + 2x30), Apple Car Play und Start-Stopp-Funktion an der Ampel. Kostet schlappe 36.000 €.

Honda Fahren 2018

Wenn Ihr mal an so einer steht, müsst Ihr unbedingt hupen. Die geilste Motorradhupe, die ich je gehört habe. Würde sich ein 40 Tonner nicht für schämen müssen.

Ich hab damit auch eine Runde auf der Landstraße gedreht - natürlich mit Radio an. Und ich war überrascht, wie einfach und komfortabel sie zu fahren ist. Das Vorderrad wird in einem Doppelquerlenker geführt und das sieht man nicht nur, man merkt es deutlich. Das Motorrad knickt nicht ein und Stöße werden senkrecht abgefedert. Dadurch entsteht eine Sänften-artige Fahrweise, die dem Bomber natürlich bestens taugt. Und das Getriebe schaltet knackig und kurz und beim Anbremsen auch frühzeitig runter, damit der Motor mitbremsen kann. Das haben die Ingenieure top programmiert, das Motorrad ahnt schon, was man vorhat und schaltet entsprechend. Man kann aber auch manuell eingreifen, vorausgesetzt man findet den richtigen Knopf. Aber das ist natürlich Gewohnheit - bei so einer Testfahrt ist man immer wieder auf der Suche.

Das war ein schwergewichtiger Abschluss eines aufregenden Tages, aber eine Aktion fehlt noch: Stickertausch!

Honda Fahren 2018

Das ist Alex kettenritzel.cc Hauser, der in Berlin die bloggenden Motorradfahnen hochhält - schaut mal vorbei, da gibt es bestimmt auch bald einen Bericht.

Leider war die Monkey noch nicht mit dabei - die kommt Mitte Juni. Dafür gibt es aber schon den Preis: 4.090 € Liste. Hat 9,4 PS, 107 kg vollgetankt und Upside-Down Gabel. Ich prophezeie mal blitzschnellen Ausverkauf.

Nach so viel Honda freue ich mich jetzt auf schönes Wetter und meine eigene Hornet, die nicht nur frisch bereift, sondern inzwischen auch frisch getüvt in der Garage steht.

Miketest | Honda | Fireblade | CB1000R | Goldwing |


Dienstag, 15. Mai 2018

Pramac Motorrad Grand Prix Deutschland.

Pramac hat sich die Namensrechte für den deutschen GP Lauf am Wochenende 15.Juli am Sachsenring gesichert.

Wem der Name nichts sagt:

Siena-based Pramac are a world-leading company in the production and supply of power generation systems and material handling equipment, designing and manufacturing light towers, portable and stationary generators, and a full range of material handling products. With a long and illustrious history in racing that first began in 2002 and continues to this day with Alma Pramac Racing in MotoGP™ – podium finishers in 2017 with Danilo Petrucci – Pramac are the perfect title sponsor for the world’s fastest motorcycle racing Championship.

Und wieso Deutschland?

Germany represents a very important market for Pramac also thanks to its deep-rooted presence in the territory, fed by our Stuttgart branch which is celebrating its 25th year of activity.

Ich bin ja ein Freund davon, bei Produktkäufen jene zu bevorzugen, die sich im Motorsport engagieren. Es gab mal eine Zeit, da habe ich nur Tuffi Milch getrunken! ;)

Pramac war mir bisher gar nicht so geläufig - eine gute Gelegenheit sich mal einen Überblick über deren Portfolio zu verschaffen.

Pramac | MotoGP | Sachsenring |


Sonntag, 06. Mai 2018

USA sucht Martin Winterkorn per Haftbefehl.

Um der Anklage Nachdruck zu verleihen, hat die amerikanische Justiz gegen Martin Winterkorn einen Haftbefehl erlassen.

Im Gegensatz dazu schnarchen die Gesetzeshüter in der Deutschland kräftig vor sich hin, argumentieren schamlos mit Gründlichkeit.

Und es ist mal wieder der Postillon, der den Nagel auf den Kopf trifft.

Dass Martin Winterkorn unter diesen Umständen Fernreisen in absehbarer Zeit meiden wird, ist keine Überraschung. Aber dass auch Herbert Diess die USA meidet, ist dann doch schon verwunderlich. Dabei wäre das eine tolle Gelegenheit, auch seine eingelochten treuen Mitarbeiter Liang und Schmidt zu besuchen, die hätten ihm sicher einiges zu erzählen.

Laut Anklage hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von der Prüfstandserkennung erfahren.

Um die Sache abzurunden: hier das Video, mit dem er sich am 22.9.2015 entschuldigt hat, um den Rücktritt eventuell noch abzuwenden. Der aber dann doch ein Tag später erfolgt ist.

Winterkorn | Dieselgate | Volkswagen | Diess | Haftbefehl |


Donnerstag, 03. Mai 2018

Martin Winterkorn in USA angeklagt.

Das wird einige Wellen schlagen:

An indictment was unsealed earlier today charging Martin Winterkorn, 70, the former chairman of the management board of Volkswagen AG (VW), with conspiracy and wire fraud in connection with VW’s long-running scheme to cheat U.S. diesel vehicle emissions requirements. (..)

If you try to deceive the United States, then you will pay a heavy price,” said Attorney General Sessions. “The indictment unsealed today alleges that Volkswagen’s scheme to cheat its legal requirements went all the way to the top of the company. These are serious allegations, and we will prosecute this case to the fullest extent of the law." (..)

Für die Ankläger ist die Sache ziemlich klar:

By the summer of 2015, however, the indictment alleges that U.S. regulators threatened to withhold authorization for VW to sell Model Year 2016 diesel vehicles in the United States until VW answered their questions about the discrepancies uncovered by the ICCT study. The diesel situation in the United States became increasingly alarming to VW senior management, culminating in a meeting on July 27, 2015 at VW’s headquarters in Wolfsburg, Germany, internally referred to as the “damage table meeting.” During that meeting, which was chaired by Winterkorn and attended by several senior VW executives, engine development department employees, with the help of a PowerPoint presentation, described to the attendees, and Winterkorn specifically: (1) how VW was deceiving U.S. regulators, including precisely what information had been disclosed and what had not yet been disclosed; and (2) the potential consequences of VW being caught cheating.

The indictment alleges that upon being presented with those and other facts, Winterkorn did not order his subordinates to disclose the cheating but instead agreed to continue to deceive U.S. authorities. Part of that strategy, which Winterkorn allegedly approved at the July 27, 2015 meeting, and which informed VW’s steps over the next several weeks, included sending Oliver Schmidt to meet with a senior CARB official on Aug. 5, 2015, in order to obtain the release of the Model Year 2016 vehicles without revealing the fundamental reason for the higher NOx measurements on the road: that software had been intentionally installed in VW vehicles so the vehicles could detect and evade emissions testing. Consistent with Winterkorn’s alleged directive from the July 27 meeting, VW executives also approved a script for an Aug. 19, 2015 meeting with CARB that continued to conceal VW’s cheating. At the meeting, however, in direct contravention of the instructions from his superiors, a VW employee, in answering a direct question from CARB, revealed that VW had been using software in its 2.0 liter diesel vehicles to cheat U.S. emissions tests. On Sept. 3, 2015, VW officially admitted that it had installed defeat devices in various 2.0 liter diesel vehicles sold in the United States.

Ob die USA jetzt einen Auslieferungsantrag stellen? Oder wird Winterkorn hier in Deutschland verhaftet? So war das jedenfalls im Juli bei Giovanni Pamio: in USA angeklagt, daher erstmal in Deutschland verhaftet.

Aber ich glaube solange der Herr Winterkorn sich in Wolfsburg aufhält und die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig ist, braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Und im Gegensatz zu dem inhaftierten Oliver Schmidt, der ja gekündigt wurde und seine Ansprüche zur Altersversorgung verloren hat, bekommt Martin Winterkorn seine täglichen 3.000 € Rente.

Ausgerechnet heute war Aktionärsversammlung bei VW - aber der Press Release aus Amerika kam zwar auch heute, aber erst nachdem die Veranstaltung längst vorbei war. Da haben die VW'ler mächtig Glück gehabt.

Hier ist die komplette Anklageschrift.

Dieselgate | Winterkorn |


Während der Verkehrsminister alles dransetzt den Diesel zu retten, fällt dem Wirtschaftsminister plötzlich auf, dass der Elektrozug ohne Deutschland abgefahren ist.


Donnerstag, 19. April 2018

Opel bangt um seine Jobs.


Mittwoch, 18. April 2018

Es gibt einen neuen BMW M2 Competition als Nachfolger vom M2 Coupé: 1.550 kg leer, 3L mit 410 PS, Preis: ?. Siehe auch hier.


Montag, 16. April 2018

Flixbus testet Elektrobusse.

Und die MÜSSEN aus China kommen, denn:

Wir würden ja noch mehr E-Bus-Modelle testen, aber Yutong und BYD sind im Moment die einzigen Hersteller mit einem entsprechenden Angebot.

Das muss diese innovative deutsche Autoindustrie sein, von der immer alle reden.


Samstag, 31. März 2018

VW´s MOIA in Hannover und bald auch in Hamburg aktiv.

MOIA - also Volkswagen´s Sharing Dienste - wird in der Pilotphase in Hannover von 20 auf 35 Autos aufgestockt. Und in Hamburg soll ein E-Auto zum Einsatz kommen Ende des Jahres.

Robert Henrich, MOIA:

Unser speziell für diesen Zweck optimiertes, vollelektrisches Fahrzeug für bis zu sechs Personen. Der Innenraum ist hochwertig und wirklich großzügig gestaltet, mit freistehenden Sitzen, großer Beinfreiheit und genügend Platz, um jeden Sitzplatz bequem erreichen zu können. Es gibt ein schnelles WLAN und USB-Charging an jedem Platz.

Aber es gab auch schon dicke Luft - Veränderungen stoßen bei dem bräsigen deutschen Michel erst einmal auf Ablehnung.

MOIA | Volkswagen | Hannover | Hamburg | Mobility |


Mittwoch, 28. März 2018

DriveNow (BMW) und Car2Go (Daimler) wollen fusionieren.

Aus der Pressemitteilung:

Die BMW Group und die Daimler AG bündeln ihre Kräfte, um ihren Kunden künftig Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand anzubieten. Dazu haben die beiden Unternehmen heute eine Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste unterzeichnet. Vorbehaltlich der Prüfung und Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden planen die BMW Group und die Daimler AG, ihre bestehenden Angebote für On-Demand Mobilität in den Bereichen CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und künftig strategisch weiter auszubauen. Beide Unternehmen sollen jeweils fünfzig Prozent der Anteile an dem Joint Venture-Modell halten, das die Mobilitätsdienste beider Konzerne umfasst. Die beiden Unternehmen werden mit ihrem jeweiligen Kerngeschäft auch künftig weiterhin im Wettbewerb stehen.

Oder kurz: Joint Venture - die Unternehmen halten jeweils 50%.

Wobei Car Sharing nur ein Teil davon ist:

1) Multimodal und On-Demand Mobility mit moovel und ReachNow.
2) CarSharing mit Car2Go und DriveNow.
3) Ride-Hailing mit mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat.
4) Parking mit ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC.
5) Charging mit ChargeNow und Digital Charging Solutions.

Das machte als Gerücht schon länger die Runde - jetzt ist es offiziell.

DriveNow | Car2Go |


Dienstag, 27. März 2018

Übler Formel 1 Start von ESPN in den USA.

Die Formel 1 Übertragung in den USA hat von NBC Sports zu ESPN gewechselt, weil NBC den zusätzlichen Stream von Liberty nicht akzeptiert hat (der zum ersten Rennen noch nicht einsatzbereit war).

ESPN hat das Ganze für Umme abgegriffen und damit war die Hoffnung verbunden, dass sie es nicht mit Werbung zukleistern.

Stellt sich raus, die Hoffnung war völlig unbegründet:

Not only were there plenty of ads on ESPN, they came with utterly no warning. The action would cut away jarringly, then after an ad or two, the feed would cut straight back, often mid-sentence.

Worst case scenario.

Wobei in Deutschland sind wir ja mit RTL bestraft, nachdem Sky den Vertrag nicht verlängert hat. Dadurch gibt es keine Möglichkeit mehr, in D ein Rennen ohne Unterbrechung zu schauen - höchstens wenn dann der F1 eigene Livestream kommt.

Das mit der Werbung grenzt schon fast an Folter, keine Wunder, dass es keiner mehr gucken will. Stellt Euch mal vor, bei den Spielen zur Fußball WM würde mitten im Spiel auf einmal weggeschaltet, um Werbung zu zeigen. Das gäbe Mord und Totschlag. Aber bei der Motorsport WM darf man das machen?!

Formel1 | Liberty | ESPN |


Freitag, 23. März 2018

Was fabuliert denn der Verkehrsverhinderungsminister Dobrindt denn da über den Islam?

Klarer Fall von Ablenkungsmanöver.


Donnerstag, 22. März 2018

Polizei veröffentlicht Onboard-Video zu dem tödlichen Unfall mit autonomem Uber-Volvo.

Die Polizei in Tempe / Arizona hat 2 Videos veröffentlicht zu dem tödlichen Unfall von Elaine Herzberg mit einem autonomen Uber Volvo: einmal mit Sicht nach vorne und einmal mit Sicht auf den Fahrer.

Die NYT hat die Details - sollte man sich nicht auf nüchternen Magen anschauen.

Eigentlich haben alle 3 (!) Beteiligten versagt: die Frau hat die Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten - der Uber-Fahrer war abgelenkt und hatte die Hände nicht am Lenkrad - die Radar/Lidar Systeme des autonomen Autos haben das Objekt nicht erkannt bzw. das Auto hat nicht reagiert.

Für die öffentliche Debatte finde ich es gut, dass das Video veröffentlicht wurde - würden wir in Deutschland nie erleben. Für den Fahrer tut es mir ein bisschen leid, dass er so aus dem Fenster gehangen wird. Aber 2 Tonnen bei 60 km/h sind nunmal eine große Energiemenge, die man nicht einfach so auf die Öffentlichkeit loslassen kann.

Jetzt ist Uber am Zug. Um nicht das Vertrauen komplett zu verlieren, müssen sie die Karten auf den Tisch legen: was ist passiert und warum hat das System versagt. Das ist eigentlich die Bringschuld dafür, dass sie im öffentlichen Verkehr ihre Experimente mit Prototypen machen dürfen. Sie haben mit Sicherheit jedes Byte in hoher Frequenz überwacht und im Log abgespeichert.

Aber ich fürchte das wird genauso wenig passieren, wie VW oder BMW nicht den Quellcode ihrer Motorsteuerung offenlegen.

autonom | Unfall | Video | Uber | Volvo |


Montag, 19. März 2018

Damit war auch nicht zu rechnen, dass Kroatien jemals Deutschland im Automobilbau den Rang abläuft. Mal gespannt, ob ich diesen Post in ein paar Jahren noch einmal aufwärme.


Donnerstag, 15. März 2018

Dieses schicke E-Bike kommt aus Deutschland und kostet nur 2.000 Euro.

Dafür kann man es nicht selber bauen.

Dieses schicke E-Bike kommt aus Deutschland und kostet nur 2.000 Euro.

Es hört auf den Namen Elbike und ist in verschiedenen Größen und Ausstattungen verfügbar.

Das Singlespeed-Konzept halte ich für sehr sinnvoll mit Elektroantrieb. Gut - ich halte es auch für sinnvoll OHNE Elektroantrieb, aber wenn man wenn elektrische Unterstützung hat, braucht man erst recht keine Gänge mehr. Macht das Gerät leicht und unkompliziert.

Elbike | Elektro | Singlespeed |


Mittwoch, 07. März 2018

Am Wochenende beginnt in Amerika die Indycar Meisterschaft mit neuem Auto - hier ein Vorgeschmack.

In Deutschland kann man alle Rennen live bei Sport1US sehen - das Rennen in St. Petersburg / Florida startet komfortabel um 17:30 Uhr unserer Zeit.


Donnerstag, 22. Februar 2018

Umweltbundesamt hält Stickstoffdioxid-Untersuchung zurück.

Genau die richtige Meldung für die Fahrverbotsverhandlung heute, denn in Leipzig steht quasi der Diesel vor Gericht:

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass auch sehr geringe NO2-Konzentrationen, wie in ländlichen Gebieten, gravierende gesundheitliche Folgen haben können – und zwar auch weit unterhalb des gültigen Jahresmittel-Grenzwertes von 40 µg / m³ Luft.

Von wann ist die Studie und warum wurde sie bisher unter Verschluss gehalten?

Die Studie wurde bereits Ende Mai 2017 fertig gestellt - bisher aber nicht veröffentlicht. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Umweltbundesamtes, dass es noch keinen Termin für die öffentliche Vorstellung der Studie gebe.

Achso, deswegen. Ich hatte schon Befürchtungen, man wolle wieder die Kumpels von der Autoindustrie schützen.

Dieselgate | Umweltbundesamt | Stickstockdioxid |


Montag, 19. Februar 2018

Wieviele Diesel gibt es in Deutschland?

Am Donnerstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über die generelle Möglichkeit der Diesel-Fahrverbote in Städten. Aber wieviele Diesel fahren überhaupt auf deutschen Straßen herum?

Das KBA veröffentlicht eine Statistik vom 1.1.2016. Ist ja nicht so, als wäre das im Moment Diskussionsthema Nr.1 - aktueller können oder wollen sie wohl nicht.

Demnach sind in D insgesamt 45 Millionen PKW zugelassen, davon 14,5 Millionen Diesel - also ziemlich genau jedes 3. Auto.

Die Transporter habe ich absichtlich weggelassen - da wird es schwer überhaupt Nichtselbstzünder zu finden.

Kein Wunder, dass die Politik in leichte Schockstarre verfällt bei dem drohenden Szenario.

UPDATE:

Es gibt auch 2017er KBA Zahlen, aber sie sind komisch verlinkt. Schön auch, dass als großes Symbolbild am Anfang der Datei ein Parkplatz aus Amerika (?) verwendet wird - super Idee für ein deutsches Bundesamt.

Jedenfalls hat sich der Bestand auf 45,8 Millionen Fahrzeuge erhöht, die Diesel auf 15 Millionen Fahrzeuge.

Dieselgate | Fahrverbot |


Freitag, 09. Februar 2018

Deutschlandweite Feinstaubkarte, deren Daten mit selbstgebauten 26 € Sensoren eingesammelt werden.


Mittwoch, 07. Februar 2018

Die Amis machen uns ordentlich was vor bei Dieselgate.

Nicht nur was die tatsächliche Strafverfolgung angeht: die waren nach 9 Monaten mit allem durch - hier werden immer noch ab und zu Büros durchsucht. Nach 2,5 Jahren.

Aber nicht nur die gemütliche Strafverfolgung - auch bei der Berichterstattung schaut Europa bzw. Deutschland tatenlos zu: Ob Jack Ewing’s Buch oder die Netflix Doku Dirty Money - so etwas werden wir von hier aus nicht erleben.

Und es geht weiter: es ist eine amerikanische Kanzlei, die fest an der Sammelklage Barrikade rüttelt.

Und dieser Artikel wurde frisch veröffentlicht - von einem New Yorker Verlag - der detailliert das Geschehene bisher aufbereitet und trotz der enormen Komplexität den Gesamtüberblick nicht verliert. Ja, ein langer Artikel - lässt sich wohl nicht vermeiden - und absolut lesenswert:

How VW Paid $25 Billion for Dieselgate — And Got Off Easy.

Dieselgate | ProPublica | Parloff | Myright |


Mittwoch, 31. Januar 2018

Netflix: Dirty Money. Die Verfilmung von Volkswagen Dieselgate.

Zumindest die Entwicklungen bis zu dem heutigen Zeitpunkt - ich hatte es schon angekündigt.

Folge 1 der 6-teiligen Serie dreht sich komplett um VW und den Abgasskandal - und das in einer Detailtiefe, die wir bisher so noch nicht gesehen haben.

Interessant, dass ein privater Anbieter aus Amerika dazu besser in der Lage ist, als das Fernsehen hierzulande. Der NDR bemüht sich, aber als Anstalt des Landes Niedersachsen, die 25% an VW halten, kann man eine Befangenheit schlecht ausschließen.

Jack Ewing - der Autor von Faster, Higher, Farther - kommt in der Netflix-Folge nicht nur ausführlich zu Wort. Wenn er eine Fortsetzung seines Buches schreiben würde, die dann verfilmt würde - das wäre eine gute Zusammenfassung für die Folge.

Viele Beteiligten kommen ausführlich zu Wort bzw. werden thematisiert, sogar Zeugenaussagen werden im Original verarbeitet:

  • Walter Groth (war auch schon in Faster, Higher, Farther)
  • John German - ICCT
  • Arvind Thiruvengadam - WVU
  • Stuart Johnson - VWOA - Head of Engineering & Environmental Office
  • Alberto Ayala - Deputy Exec Officer - CARB
  • Frank Tuch - VW Quality (2010 - 2016)

… und:

  • Dr. Jacob McDonald - Lovelace Research Institute

Das ist der Leiter des Institut's für den Affenversuch - das Thema, das seit Freitag die Nachrichten rauf und runter läuft. Nur Netflix wird nie erwähnt - warum nicht?

Sie haben sich sogar viel Mühe gegeben, die Szenerie des Laboraufbaus wiederzugeben (nachzustellen?):

Mike Frison / renn.tv

Wir sitzen hier in Deutschland mittendrin in diesem Erdbeben - tuen aber irgendwie so, als würde es garnicht stattfinden. Besonders als Motorsportfans - wo die Marken Porsche, Audi, VW, Seat, Skoda, Lamborghini und Bentley energisch vertreten sind bzw. waren - sind wir direkt und massiv betroffen von den Ausläufern. Auch wenn schon vom höchsten deutschen Motorsportfunktionär versucht wird, die Tatsachen im Nachhinein abzufälschen.

Im Film ist davon die Rede, dass Martin Winterkorn von seinem Amt entbunden ist. Nicht erwähnt wurde, dass er immer noch 3.000 Euro täglich (!) als Gehalt einstreicht - zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges gehört.

Netflix | Volkswagen | Dieselgate | Ewing | Ayala | Winterkorn |


Dienstag, 23. Januar 2018

David Richards übernimmt Vorsitz der UK Motor Sports Association.

Und legt direkt mal den Finger in der Wunde:

Over the last decade we've seen a drop in MSA licence-holders of nearly 10%; that's more than 3000 fewer people participating in motorsport in the UK. This has contributed to a 15% drop in entries so the warning signs are already there and cannot be ignored."

Er verspricht in seiner Antrittsrede sich um die Belange der Aktiven und der Veranstalter zu kümmern.

David Richards hat einen beeindruckenden Motorsport Lebenslauf: Rallyeweltmeister als Beifahrer von Ari Vatanen (1981, Ford Escort), hat mit seiner Firma Prodrive Subaru an die Spitze der Rallye WM gebracht und gewann mit Ferrari und Aston Martin in Le Mans und der WEC. Selbst das ist nur ein Auszug.

Hier ist er mir vor die Linse gefahren im Le Mans Fahrerlager 2016:

Mike Frison / renn.tv

Ich wette in Deutschland ist der Rückgang der aktiven Sportler noch dramatischer - aber da redet man natürlich nicht drüber. Lieber so tun, als sei alles in Ordnung. Oberflächlich ist es das ja auch, die Hersteller verdienen mit ihren Rennwagen aus dem Regal (GT3, GT4, Cup) so viel wie nie. Aber wenn die Basis wegbricht, dann ist das alles nur noch eine leere Hülle.

Der Motorradsport ist schon so gut wie beerdigt, Yamaha hat nach 40 Jahren den R6 Cup beendet und beim DMSB in Frankfurt sieht man die Zweiradler sowieso nur als lästiges Anhängsel. Viel wichtiger ist dort die DTM, für die kein Mittel und Weg zu unsinnig wäre, sie weiter künstlich am Leben zu halten.

Wenn man David Richards und DMSB Pendant Hans Joachim Stuck vergleicht, dann drängt sich die Frage auf: was sind eigentlich HJS's Fähigkeiten? Seine rennfahrerischen stehen außer Frage - aber sonst? Mir fällt trotz langem Nachdenken nur Jodeln und Intrigieren ein. Gut - auf der anderen Seite deckt sich das auch in etwa mit dem Anforderungsprofil, das ich vom DMSB erwartet hätte.

Wenn man die Herausforderungen, die auf den Sport zukommen, gegenüberstellt mit den Fähigkeiten des obersten Verbandes diese zu meistern, dann kann man eigentlich jetzt schon den Deckel zumachen.

Richards | MotorSportAssociation | Großbritannien | Prodrive |


Montag, 22. Januar 2018

Der erste Lieferant für die Formel 1 Heiligenscheine kommt aus Deutschland - genauer gesagt CP Tech (ex CP Autosport, ex Heggemann).


Donnerstag, 18. Januar 2018

Die EU führt Deutschland am Nasenring durch die Feinstaubarena.

That is why, on 30 January, we have called Environment Ministers from Germany, France, Italy, Spain, United Kingdom, Romania, Hungary, the Czech Republic and Slovakia to a meeting here in Brussels.

Hört sich so an, als sei das Fass kurz vor’m Überlaufen:

It is no use telling the parent of a 7 year old child with chronic bronchitis that things will improve by 2030. Much less telling the daughter of a 70 year old woman with COPD that the air quality will be better in 10 years’ time.

Bei so einer Drohkulisse haben die Verantwortlichen doch sicher ihre Hausaufgaben gemacht?

OK - das war eine rhetorische Frage.

In den Expertengruppen zur Lösung der Luftprobleme in Deutschland ist ein heftiger Streit entbrannt. Umweltschützer der Organisation BUND verweigerten die Zustimmung zu einem wichtigen Abschlusspapier und verfassten ein eigenes. Der Streit düpiert auch die Bundesregierung. Sie wollte die EU-Kommission kürzlich unter Verweis auf die Ergebnisse der Gruppen dazu bringen, von Sanktionen gegen Deutschland abzusehen.

Feinstaub | Brüssel | Vella |


Freitag, 05. Januar 2018

PKW Zulassungen Deutschland 2017 nach Konzernen gruppiert.

Das KBA hat die Statistik für neue PKW, die in 2017 zugelassen wurden, veröffentlicht: insgesamt haben letztes Jahr 3.441.262 neue Autos ihren Weg auf deutsche Straßen gefunden. Das entspricht alle 9 Sekunden ein neues Auto (bei 24x7 Betrachtungsweise).

Die Dominanz von VW im deutschen Markt ist nicht zu übersehen:

Zulassungszahlen 2017 nach Konzernen gruppiert.

… aber ich wollte mal wissen, wie sich der Eindruck noch verstärkt, wenn man die Konzernzugehörigkeit berücksichtigt.

Inklusive der frischen Opel-Übernahme teilen sich die Konzerne die in der KBA Statistik gelisteten Marken so auf (einige fallen unter “Sonstige” in der KBA Aufstellung, daher hier nicht berücksichtigt, z.B. Lamborghini oder Bugatti bei VW):

  • VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche
  • Peugeot, Opel, Citroën, DS
  • Mercedes, Smart
  • Renault, Nissan, Dacia, Mitsubishi
  • BMW, Mini
  • Ford
  • Hyundai, Kia
  • Fiat, Jeep, Alfa Romeo
  • Toyota, Lexus
  • Mazda
  • Volvo (Geely)
  • Suzuki
  • Land Rover, Jaguar (Tata)
  • Honda
  • Subaru
  • Tesla
  • Ssangyong

Und es ergibt sich ein noch dominanteres Bild des VW Konzerns:

Zulassungszahlen 2017 nach Konzernen gruppiert.

  • VW hat über 1/3 des deutschen Marktes im Griff (36,3%) - alle 25 Sekunden wird ein Auto des VW Konzerns zugelassen (24x7).
  • PSA rückt inklusive Opel auf Platz 2 (10,8%).
  • VW, Mercedes und BMW erreichen zusammen 55,8%.
  • Toyota, Mazda, Suzuki, Honda und Subaru kommen zusammen nur noch auf 6,3%.

Mal als Bestandsaufnahme, wenn dann die hier beschriebene Fusionswelle losbricht. So ein Jahresabschluss gibt doch immer einen ganz guten Überblick.

Zulassungszahlen | Kraftfahrtbundesamt | Marken | Konzerne | Deutschland |


Donnerstag, 04. Januar 2018

brand eins mit Schwerpunkt ´Reset´ und Prof. Andreas Knie: Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.

Auszug aus dem aktuellen Heft 1/2018 - ein Interview mit Andreas Knie.

Das ist zum einen interessant in Bezug auf den Kontext, in dem dieser Artikel eingebettet ist: Schwerpunkt der Ausgabe lautet "Reset".

Zum anderen auch aufgrund der übrigen Themen, die in dem Heft aufgegriffen werden - die Spannbreite reicht von Bitcoin bis Klitschko.

Und wieder einmal bekommen Deutschland, die Regierung und die heimische Autoindustrie den Spiegel vorgehalten - mit wieder einmal ernüchterndem Ergebnis.

Andreas Knie - Professor in Berlin (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, InnoZ), im Fach Soziologie mit Schwerpunkt Verkehrsforschung - redet nicht lange drumherum: von dem Szenario heutzutage im Autohaus überhaupt ein Elektroauto kaufen zu können - bzw. nicht zu können, der Historie der E-Autos vergangener Tage, die anscheinend mit Absicht dem Markt vorenthalten wurden (Mini-E, Elektro-Smart, GM EV1), dem Festklammern an Diesel- und Ottomotoren und den Situationen in unseren Städten.

Mike Frison / renn.tv

Er verweist in diesem Zusammenhang auf den historischen Dokumentarfilm "Who Killed the Electric Car", den ich z.B. hier gefunden habe.

Er stellt auch die verwegene Frage:

Da kommt also der Wirtschaftsprüfer und sagt, liebe Autohersteller, was habt ihr denn in euren Büchern? Ah, ein Dieselmotorenwerk, ein Ottomotorenwerk. Aus Kalifornien aber – das ist für euch der Markt mit der größten Strahlkraft – und aus China – das ist euer volumenstärkster Markt – kommen gerade Signale, dass die keine Otto- und Dieselmotoren mehr haben wollen. Ich schreibe eure Werke also mal auf einen Euro ab.

Wirtschaftsprüfer sind nämlich verpflichtet alle Risiken einzupreisen und nicht nur die Investitionskosten zu berücksichtigen. Mit schönen Grüßen von den Atomkraftwerken, die eine ähnliche Erfahrung machen mussten.

Noch aggressiver als Tony Seba traut er den etablierten Automarken nicht zu, den Wandel überleben zu können:

Es wird eine Fusionswelle geben, die einige wenige Foxconns der Autoindustrie übrig lässt. Und die liefert dann den IT-Konzernen zu. Daneben gibt es eine ganze Reihe digitaler Plattformen für Mobilität. Die Automarken werden das wahrscheinlich nicht überleben.

Wir haben uns in eine Sackgasse manövriert, weil wir 90 Jahre lang dem privaten Auto den roten Teppich ausgerollt haben. Das rächt sich jetzt in vielerlei Hinsicht: wir haben uns daran gewöhnt und tun uns schwer das eigene Auto loszulassen, die Städte und Wege sind entsprechend gestaltet ebenso wie das Verkehrsrecht:

Diese gesamte Mechanik, die dem Volk das Auto als privates Glück verkauft, existiert bis heute ungebrochen weiter.

Und junge Leute haben auch keine Lust mehr auf das Auto, weil:

Wir gehen aber davon aus, dass die Menschen, vor allem die der jüngeren Generationen, es schnell satthaben werden, sechs, sieben Stunden in einem Auto eingesperrt zu sein. Die wollen eine Vielfalt an Optionen haben, und das geht am besten im Zug. Da kann man sich die Füße vertreten, Filme schauen, arbeiten – und hat zukünftig flächendeckend WLAN.

Auch stellt Andreas Knie die Arbeitszeitmodelle in Frage - muss jeder von 8 bis 17h arbeiten? Das würde den Berufsverkehr entzerren. Oder ein (flexibler) Arbeitsplatz in der Nähe der Wohnung, den man zu Fuß oder bequem mit dem Fahrrad erreichen kann. Denn:

Autos in Privatbesitz sollten in Städten verboten werden.

Da kommt noch was auf uns zu!

AndreasKnie | Mobilität | Verkehrsforschung | Soziologie | InnoZ |


Mittwoch, 03. Januar 2018

Peinlich: Ladestromanbieter schafft keine genaue Abrechnung - muss auf Festpreise umstellen.

Da ist wohl jemand kalt erwischt worden:

Mit dem Beginn des neuen Jahres führt der Ladenetz-Betreiber Allego ein neues Abrechnungsmodell an seinen Ladesäulen in Deutschland ein. Hintergrund sind die nun verbindlichen Vorgaben des Eichrechts. Statt der Abrechnung nach kWh werden nun pauschal 5,45 Euro für eine Standard- bzw. 7,50 Euro für eine Schnellladung berechnet.

Festpreise! Das kommt ganz kurz vor "Laden dichtmachen".

Allego meint in seiner FAQ:

Die Anpassung der Hardware und der IT unserer Ladestationen an die behördlichen Vorgaben wird allerdings mehrere Monate in Anspruch nehmen. Allego arbeitet deshalb mit Hochdruck daran, seinen Kunden ab Mitte 2018 eine intelligente Lösung zu präsentieren, die mehr Transparenz und bessere Einblicke in die Ladevorgänge bietet. Bis dahin nutzen wir das neue Festpreismodell, das Ihnen ermöglicht, stets die Kosten an unseren Ladestationen im Blick zu behalten. Wir werden Sie gesondert darüber informieren, wenn der Umstellungsprozess abgeschlossen ist.

Mit Hochdruck! Weil dieses Eichgesetz, was da so plötzlich - bzw. 1969 - vom Himmel gefallen ist ... damit konnte doch keiner rechnen.

Allego | Elektro | Ladestation |


Samstag, 30. Dezember 2017

Russlands härtester Hindernislauf ´Winter Hell´ - das wäre doch DIE Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass sich der Nürburgring inzwischen in russischem Besitz befindet.


Wenn Euch von paar Jahren jemand gesagt hätte, dass der Batteriehersteller BMW den Autohersteller Post beliefert - wie hättet Ihr reagiert?


Donnerstag, 28. Dezember 2017

In Deutschland würden Grundschüler einen Motorrad (!) Rennfahrer nicht erkennen - in Spanien jedes Kind, sogar wenn er verkleidet ist.


Wolfgang Porsche zu Formel 1 - und Mobilität der Zukunft.

In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten.

Und dem überspezifischen Dementi der Woche: Wolfgang Porsche auf die Frage: “Soll Porsche hinkünftig neben der Formel E auch in der Formel 1 antreten?”

Der Einstieg in die Formel 1 mit einem eigenen Werksteam ist für Porsche derzeit kein Thema.

Oha! So genau wollte es der Fragesteller doch gar nicht wissen. Also dann doch die Variante des Motorenlieferanten?

Bei der Mobilität hat er arge Bedenken. Dass die individuellen Möglichkeiten eingeschränkt werden, daran besteht sogar für ihn inzwischen kein Zweifel mehr. Er hofft nur, dass es nicht allzu schlimm wird.

Das ist auch kein Wunder, denn besonders die Marke Porsche setzt darauf, dass man auch in Zukunft noch selber fahren darf. Ich habe da so meine Zweifel. Und wir dürfen ja nicht verbohrt nur nach Deutschland oder Europa blicken, sondern müssen bei dieser Frage die ganze Welt im Auge behalten. Da wird der Freiraum für Porsche-Automobile eng.

Eine aussterbende Spezies: ähnlich wie zum Beispiel Raubkatzen immer weniger Lebensraum zugestanden wird und sie weiter zurückgedrängt werden bzw. ganz aussterben oder nur noch in Zoos und Reservaten anzutreffen sind, so könnte die individuelle Mobilität - also das Selberfahren - nur noch auf Rennstrecken oder speziell freigegebenen Straßen bzw. Gebieten möglich sein. Das trifft Sportwagen-Hersteller natürlich am härtesten. (Die Motorradfahrer sogar noch härter, aber das ist ein anderes - ungelöstes - Thema.)

Um auf VW zurückzukommen: Porsche, Lamborghini, Bugatti, Ducati - teilweise auch Audi, Seat, und Bentley - wird es schwerfallen mit sportlichem Image zu punkten, während man dem Diktat der mobilen Harmonie unterworfen wird.

Zu der Rolle von Wolfgang Porsche nach Piëch’s Abdankung empfehle ich diesen Film - so anschaulich ist mir die Volkswagen-Familie bisher nirgendwo erklärt worden.

WolfgangPorsche | VWGroup | Mobilität | Zukunft |


Montag, 25. Dezember 2017

VW wird ungeduldig, weil sie keine Politik-Ansprechpartner haben.

Kaum gibt es mal ein paar Monate keine Regierung, da wird man in der Vorstandsetage plötzlich ganz nervös.

Ratet mal, wem das mit der Mobilität auf einmal nicht schnell genug geht.

Tipp: es ist es dieselbe Person, die sich gefühlt gestern noch schützend vor den Diesel gestellt hat.

Da merkt man mal, wie abhängig man in Wolfsburg davon ist in Berlin Einflüsterer zu sein.

Volkswagen | Regierung | Wolfsburg | Berlin | Dieselgate |


Dienstag, 19. Dezember 2017

motorsport.com - das Motorsport Monopol.

Das “Motorsport Network” saugt in letzter Zeit alles auf, was sich irgendwie mit Rennsport beschäftigt. Don Dahlmann im Racingblog hatte sich vor ein paar Monaten mit dem Thema beschäftigt - es ist nicht einfach den Überblick zu behalten.

Deutsche Publikationen sind ebenso betroffen wie Englische - global wird das große Fangnetz ausgeworfen.

Ich erinnere mich noch an die Anfänge: erst hat sich Eric Gilbert mit seiner motorsport.com übernehmen lassen (2011) und eine C-Suite Rolle eingenommen, dann wurden lokale Auftritte in anderen Ländern installiert - auch Deutschland (de.motorsport.com bzw. motorsport.de). Später kamen großflächig die Aquisitionen, nichts wurde dem Zufall überlassen. In Le Mans schon ein großer motorsport.com Auftritt, inzwischen gibt es Live Streaming und motorsport.tv wurde etabliert.

Christine Blachford greift im Sidepodcast das Thema aktuell auf und listet die Firmen, die inzwischen schon übernommen wurden - da wird einem schwindelig - absolute Dominanz. Von Autosport über Forix, James Allen, Motors TV, Sutton, Schlegelmilch - aber auch die deutsche Motorsport-Total - alle gehören zu diesem Imperium.

Es ist fast schon einfacher, die letzten übriggebliebenen unabhängigen Medien aufzulisten.

An den Größenordnungen und der Dominanz ist leicht zu erkennen, dass das keine gesunde Entwicklung sein kann. Und Christine bringt es auf den Punkt:

More than ever, it is important to support independent publishers of motorsport content. If you’ve enjoyed F1 or other motorsport coverage from anyone who hasn’t sold out this year, be sure to let them know.

MotorsportCom | MotorsportNetwork | Gilbert | Racingblog | Sidepodcast |


Freitag, 15. Dezember 2017

Nächstes Jahr auch in Deutschland: Honda Monkey 125.

Honda Monkey 125 - das Concept Bike der Tokyo Motorshow - soll als Serienmodell 2018 nach Deutschland kommen.

Honda Monkey 125 für 2018

Gasgriffsalat-Gerhard war mal so frei bei Honda nachzufragen, weil die es auch auf ihrer Webseite - etwas vage - ankündigen.

Das perfekte Fahrerlager- und Nordschleifen-Fotomoped würde ich sagen!

Die Super Cub, deren 100 Millionen gebaute Exemplare ich schon ehrfürchtig hier hatte, soll ebenfalls bald unsere Straßen bevölkern. Ich hoffe sie können das Teil zu einem echten Kampfpreis anbieten:

Honda Super Cub für 2018

Honda | Gasgriffsalat | Monkey | SuperCub |


Montag, 11. Dezember 2017

Peugeot will von GM Geld zurück wegen Opel-Kauf.

Als PSA Opel aufgekauft hat, dachten sie, dass der Ampera-e ihnen hilft den geforderten Flottenverbrauch runterzudrücken.

Prinzipiell ist das richtig, aber unter’m Strich keine so gute Idee, wenn dabei 10.000 € Verlust pro Auto rauskommen. Kein Wunder, dass sich PSA von GM leicht verschaukelt fühlt - you better don’t mess with Carlos Tavares.

Wir hatten ja schon Wind davon bekommen, dass die Verrechnungspreise für den EU Chevy Bolt gestiegen sind.

Peugeot | Opel | Chevy | Bolt | Elektro | Tavares |


Samstag, 09. Dezember 2017

Neuer LMK Direktor Eumann. In Rheinland-Pfalz werden öffentliche Posten ausgeklüngelt?

Na so eine Überraschung!

Es geht immerhin um den Direktorposten der LMK - Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz.

Mit SWR (!) Film dazu.

Oder wie Über Medien schreibt:

Ein Klüngelmännchen für die Medienaufsicht.

Oder die FAZ:

Die roten Würfel sind gefallen.

Auch heise.de hat fleissig Hintergründe gesammelt.

Natürlich reiner Zufall, dass der neue Direktor SPD Mitglied ist.

Und in Rheinland-Pfalz auch eher nützlich als schädlich, dass Marc Jan Eumann im Kölner Parteispendenskandal der NRW SPD eine aktive Rolle wahrgenommen hat - das ist für die Mainzer Genossen eine Qualifikation von Wert.

Markus Kompa, der die Sache von Köln aus kritisch begleitet und aus Protest sogar versucht hat sich zu bewerben, kennen wir übrigens noch von früher.

Eumann | Kompa | RheinlandFilz |


Mittwoch, 06. Dezember 2017

VW Dieselgate Manager Oliver Schmidt zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Heute war Prozesstag für Oliver Schmidt - der VW Manager, der trotz Dieselgate nach Amerika geflogen ist und dort prompt verhaftet wurde. In dem Buch von Jack Ewing kann man nachlesen, dass Oliver Schmidt in Florida Mietwohnungen besitzt und deswegen nach Miami geflogen ist.

Jedenfalls läuft der Prozess auch vor dem Hintergrund, dass der Ingenieur James Liang bereits die brutale Strafe von 40 Monaten Haft und 200.000 USD erhalten hat vor gut 3 Monaten. Ich habe das ausführlich dokumentiert.

Oliver Schmidt bekennt sich für schuldig, will aber auch Opfer des VW Konzerns sein. Und sein Anwalt fragt ernsthaft nach 40 Monaten und 100.000 USD Strafe. Also weniger als James Liang aufgebrummt bekommen hat. Er begründet das mit der Dauer der Verschwörung, James Liang sei viel länger beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert da schon stärker, bringt auch das brisante Detail, dass Oliver Schmidt am 27.Juli 2015 - also 2 Monate vor Bekanntwerden des Defeat Device - eine Präsentation zum Thema gegeben hat an keinen geringeren als Martin Winterkorn.

Automotive News Journalist Larry P. Vellequette kommentiert um 21:42 Uhr unserer Zeit:

If you can’t get the sense from watching it on Twitter, it’s evident here: The hammer is about to drop on Oliver Schmidt.

Was der verantwortliche Richter Judge Cox dann auch gemacht hat:

7 Jahre Gefängnis und 400.000 $ Strafe.

Also ziemlich genau doppelt so viel wie für James Liang.

Da klappen in Wolfsburg einige Kinnladen runter.

In München eventuell auch, denn während man in Deutschland die Gerichte kaum fürchten muss, läuft in den USA bestimmt schon ein 3er BMW Diesel durch die Prüfprogramme.

UPDATE:

So hat er den Prozess besuchen müssen:

In roter Häftlingskleidung kam er in kurzen Trippelschritten in den Gerichtssaal - weil er Fußfesseln tragen musste. Wegen seiner Handschellen konnte er nicht mal alleine aus seinem Wasserglas trinken

UPDATE 2:

Zudem muss Schmidt laut “BamS” 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

UPDATE 3:

Im Geständnis (“Factual Basis for Guilty Plea”) ist beschrieben, wie Oliver Schmidt vom VW Management angewiesen wurde sich zu verhalten:

Following the July 27, 2015 meeting, VW management instructed SCHMIDT to seek a meeting with a senior-ranking CARB employee, with whom SCHMIDT had had a business relationship based on SCHMIDT’s previous work in the United States. VW management instructed SCHMIDT not to disclose the defeat device or any intentional cheating by VW to the CARB employee during the meeting and rather to obtain the necessary U.S. regulatory approvals for the model year 2016 vehicles, which was Schmidt’s primary assigned objective.

On or about August 5, 2015 in Traverse City, Michigan, SCHMIDT and a colleague met with a CARB employee to discuss the discrepancy of emissions of the Subject Vehicles. During the meeting, and as instructed by VW management, SCHMIDT intentionally did not use the term “defeat device” when describing the discrepancy of the emissions of the Subject Vehicles. In addition, Schmidt did not disclose that VW had intentionally installed software in the Subject Vehicles designed to cheat and evade emissions testing. On or about August 7, 2015, SCHMIDT and a colleague had a telephone conversation with another CARB employee and made the same omissions. SCHMIDT knew that his omissions were misleading and designed to conceal the existence of intentional cheating by VW.

Zusätzlich soll Oliver Schmidt aber jetzt von VW vor die Tür gesetzt werden, weil er gegen die Compliance Regeln verstoßen habe. Was ist denn dann mit den Managern, die ihn angewiesen haben zu lügen? Werden die auch rausgeworfen? Oder verstößt man bei VW erst dann gegen die Compliance Regeln, wenn man verhaftet wird?

Dieselgate | Prozess | OliverSchmidt | Gefängnis | Akustikfunktion |


Samstag, 02. Dezember 2017

Schon das zweite erste elektrische Rennkart.

Eigentlich dachte ich, das elektrische Kart für die 1.Meisterschaft schon in Köln bei der Motorsport Expo gesehen zu haben:

Mike Frison / renn.tv

Aber jetzt wird noch ein zweites erstes elektrisches Kart in Essen vorgestellt - steht bei Porsche mit am Stand und wird auch von denen in der Entwicklung unterstützt.

Wie sie auf einmal alle erster sein wollen beim Elektrifizieren, nachdem sie vorher nur lässig abgewunken haben. Na gut, Konkurrenz belebt das Geschäft.

Das High Performance Racing E-Kart Rotax THUNDeR hat eine maximale Beschleunigung von 0-100 km/h in 3.5 sec und erreicht einen Top-Speed von 130 km/h. Neben dem Rotax ePowerpack besteht das E-Kart aus einem Sodi Sigma DD2 Chassis sowie Vega Reifen.

Laut Rotax hat der Motor 20 kW und die Batterie 2,5 kWh:

Mit seinem leistungsstarken Elektro-Antrieb ist der Rotax THUNDeR ein Kart-Antrieb der Premium-Klasse, kombiniert mit neuesten Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 2,5 kWh. Dieses innovative Elektro-Kart-Powerpack scheut bei einer Höchstleistung von 20 kW und 46 Nm einen Vergleich mit Karts mit Verbrennungsmotoren nicht im Geringsten. Er beschleunigt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Das sind in etwa auch die Werte des Mach1 Karts, wobei dort 2 Motoren mit je 10 kW eingesetzt werden.

Kart | Elektro | Mach1 | DEKM | Rotax |


Donnerstag, 30. November 2017

Köln ist nicht nur in der Bundesliga Letzter: ADAC Verkehrsindex.

Der ADAC hat mal in den 15 größten Städten nachgefragt, was die Leute so vom Verkehr halten: Auto- und Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer.

Ergebnis: Köln am Tabellenende.

Köln ist nicht nur in der Bundesliga Letzter: ADAC Verkehrsindex.

In den Kölner Ergebnissen fällt sofort auf: Radfahrer bemängeln das Verhalten der Autofahrer, Fußgänger und Autofahrer das Verhalten der Radfahrer.

Als täglich durch Köln Geher bzw. Fahrer mit allen vier Verkehrsmitteln (zu Fuß, ÖPNV, Rad, Auto/Motorrad/Roller) überrascht mich das nicht, denn die Kölner sind nicht besonders aggressiv im Deutschland-Vergleich - ihnen wird nur kein ordentlicher Raum zugestanden, um sich dem Verkehrsmittel entsprechend fortzubewegen.

Mit dem Auto steht man mehr im Stau als man fährt - mit dem Fahrrad wird man auf lebensgefährliche Weise mit dem übrigen Verkehr vermixt und als Fußgänger ist man gezwungen zu nehmen, was übrig bleibt.

Wer das noch nie in Köln erlebt hat: stellt Euch das konzeptloseste Verkehrsszenario vor, addiert dazu die tägliche Überlastung, tatenlose Polizei und Ordnungshüter und beliebig abgestellte Autos und Lieferwagen: so ungefähr geht das hier ab. Und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Die Konflikte sind Teil des Systems, weil es so designed wurde. Was natürlich nicht zur Entspannung beiträgt - aber leider auch jedes Jahr viele Tote und Schwerverletzte opfert, natürlich überwiegend Radfahrer und Fußgänger.

ADAC | Umfrage | Verkehr | Köln | Mobiltät | Stadtverkehr |


Mittwoch, 29. November 2017

Neue Rennserie: GT Retro.

Drei Gruppen - alle jeweils in bis 4L, bis 6L, über 6L eingeteilt:

  • Division I - GT3 Fahrzeuge bis Homologationsjahr 2015
  • Division II – GT light (GT Fahrzeuge mit einer Homologation bis 2015 – außer GT3)
  • Division III – GT open (GT Fahrzeuge ohne Homologation oder abgelaufener Homologation)

Gute Idee! Viel zu schade die relativ jungen GTs ungenutzt in der Ecke stehen zu lassen.

Terminkalender:

20.-22. April 2018 | Navarra (Spanien)
24.-26. Mai 2018 | Imola (Italien)
13.-15. Juli 2018 | Spa-Francorchamps (Belgien)
07.-09. September 2018 | Barcelona (Spanien)
28.-30. September 2018 | Nürburgring GP-Strecke (Deutschland)

Und die Ausschreibung ist auch fertig.

War eigentlich schon für 2017 geplant - aber die Vorbereitungszeit war wohl zu kurz.

GTRetro | FIAGT3 | Ausschreibung |


Dienstag, 28. November 2017

Ein Porsche wird eines der letzten Automobile mit Lenkrad sein.

Meint Lutz Meschke - Porsche's stellvertretender Vorstandsvorsitzender (Finanzen und IT).

Und wie lautet der Cunning Plan?

Eine andere Idee ist die Mark-Webber-Funktion, wie wir sie nennen – nach dem Rennfahrer und unserem Markenbotschafter. Damit ließe sich das Fahrzeug autonom über eine Rennstrecke wie den Nürburgring bewegen – so wie Webber fahren würde.

Hat sich in den letzten 12 Monaten also nicht wirklich viel getan in der Ideenabteilung.

Andere Vorschläge?

Denkbar ist zum Beispiel, sich Module aus dem Bereich des autonomen Fahrens individuell zusammenzustellen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich per Software-Update over-the-air kurzfristig ein paar zusätzliche PS oder eine andere Fahrwerksabstimmung runterladen, wenn Sie am Wochenende auf die Rennstrecke wollen – oder dynamisches Scheinwerferlicht, wenn Sie eine lange Nachtfahrt vor sich haben.

Für Licht bezahlen, da wird sich die Porschekundschaft aber freuen.

Die Sportwagenbauer mit der großen Historie haben auf dem Weg zum autonomen Verkehr ein Problem: Marken - Brands - werden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Wie will man da rechtfertigen, dass ein Porsche teurer ist als andere Autos? Bleibt nicht viel übrig, um sich besonders dynamisch und exklusiv zu positionieren.

Man kann schon regelrecht daran fühlen, dass zumindest in Deutschland die Fahrerlebnis-Marken ihren politischen Einfluss ausschöpfen werden, dass menschengelenkte Fahrzeuge so lange wie möglich am Verkehr teilnehmen dürfen. Was die Entwicklung insgesamt lähmen wird und andere Länder werden uns in Bezug auf Mobilität links und rechts überholen.

Ein Diesel Déjà Vu.

Porsche | Zukunft | Autonom | Lenkrad |


Samstag, 25. November 2017

Giovanni Pamio erstmal wieder aus Gefängnis entlassen.

4,5 Monate hatte er hinter sich.

Grund für die Freilassung:

Der internationale Haftbefehl gegen Giovanni Pamio, ehemaliger Audi-Techniker und mehrere Monate wegen der Diesel-Affäre des Konzerns in Untersuchungshaft, wurde aufgehoben.

Die US-Behörden hatten versucht, über Deutschland durchzugreifen. Hat nicht gereicht. Jedenfalls macht Herr Pamio in Amerika erstmal keine Ferien.


Donnerstag, 16. November 2017

Wer meint die Klagen der DUH gegen einzelne Städte könne man ja nicht ernst nehmen - wie wär's mit einer Klage der EU-Kommission gegen Deutschland?


Dienstag, 14. November 2017

Der neue BMW M5 wird auch MotoGP Safety Car.

„Die Herausforderungen an ein MotoGP Safety Car sind enorm. Denn es gilt, ein Feld aus weltweit einzigartigen und leistungsstarken Rennprototypen sicher durch alle Bedingungen zu führen“, sagt Frank van Meel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH. „Dabei sind innovative Technologien aus dem Motorsport unverzichtbar.

Was für “innovative Technologien aus dem Motorsport“ das sind fragt Ihr?

Da muss man sich im Pressetext durch viel Material lesen, bis man hier ankommt:

Komplettiert wurde die Verwandlung des BMW M5 in ein MotoGP Safety Car durch den Einbau spezieller Racing-Features und der notwendigen Sicherheitseinrichtungen. Beim Frontsplitter handelt es sich um einen eigens für das BMW M5 MotoGP Safety Car entwickelten Prototyp. Die Motorhauben-Verschlüsse stammen direkt aus dem Rennsport. Die Schalensitze aus dem BMW M4 GTS garantieren den Insassen die nötige Kombination aus Komfort und höchster Sicherheit im Einsatz auf der Rennstrecke.

Also wenn ein MotoGP Safety Car eins braucht, dann ja wohl “Motorhauben-Verschlüsse direkt aus dem Rennsport“ - wahrscheinlich für den schnellen Motorwechsel zwischen Einführungsrunde und Rennstart!

Ich habe sicher nichts gegen solche Features, auch wenn sie völlig sinnlos sind. Wie könnte ich auch, ich denke ja sogar dass Aufkleber ein Auto schneller machen. Aber muss man da so den Kahn aufreissen?

BMWM5 | MotoGP |


Donnerstag, 09. November 2017

Bob Lutz - nüchterner Blick in die automobile Zukunft. Wird nicht jedem gefallen.

Für regelmäßige Leser hier im Blog alles keine neuen Erkenntnisse. Aber dass sie ausgrechnet von Bob Lutz stammen, ist schon bemerkenswert:

It saddens me to say it, but we are approaching the end of the automotive era. The auto industry is on an accelerating change curve. For hundreds of years, the horse was the prime mover of humans and for the past 120 years it has been the automobile. Now we are approaching the end of the line for the automobile because travel will be in standardized modules.

Als Petrolhead ist er über diese Entwicklung genauso traurig wie Du und ich - aber nichts wird sie aufhalten.

Auch wenn ich in Gesprächen oder auch anhand politscher Ereignisse immer wieder feststelle, dass Leute nicht in der Lage sind, die Dramatik des Wandels zu antizipieren, so wird er trotzdem stattfinden. Und wer nicht vorbereitet ist, wird von den Ereignissen einfach überrollt werden. Das gilt für Fahrzeughersteller ebenso wie den Vertrieb aber auch die Konsumenten.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge der Zukunft sind so miteinander verzahnt, dass sie wie ein Zug die Straßen entlanggleiten. Überholen, Sicherheitsabstand oder Performance sind Schnee von gestern, werden abgelöst durch Vernetzung. Man wird auch nicht vor die Wahl gestellt, denn man wird feststellen, dass Unfälle stets von Menschen verursacht werden. Die Unfallstatistiken werden die Länder zwingen per Gesetz den Individualverkehr zu verbieten, es werden sich auch keine Versicherer für das Risiko Mensch im Straßenverkehr finden.

Diese fahrenden Module - so nennt Bob Lutz sie - werden von den Flottenbetreibern in Massen in Auftrag gegeben. Fahrzeughersteller geraten immer mehr in den Hintergrund. Kein Wunder, denn wenn die Module aneinander gekettet durch die Landschaft düsen, gibt es für Marken kaum noch Unterscheidungsmerkmale - optisch wird alles ziemlich gleich aussehen ohne prägnante Front- und Heckpartie. Die heutigen Sicherheitsmerkmale - z.B. Blinker und Spiegel - sind ebenso überflüssig wie Fenster - dadurch ergeben sich uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten für den Innenraum.

Und die Akzeptanz in der Bevölkerung? Nebensächlich:

All we need is acceptance by the big fleets: Uber, Lyft, FedEx, UPS, the U.S. Postal Service, utility companies, delivery services. Amazon will probably buy a slew of them. These fleet owners will account for several million vehicles a year. Every few months they will order 100,000 low-end modules, 100,000 medium and 100,000 high-end. The low-cost provider that delivers the specification will get the business.

These modules won’t be branded Chevrolet, Ford or Toyota. They’ll be branded Uber or Lyft or who-ever else is competing in the market.

Vor einem Jahr meinte Holger Weiss noch zu mir (German Autolabs, während der TU Europe in München), dass sich Marken wie BMW oder Porsche - also die deutschen Premiumhersteller - nach wie vor über die Dynamik differenzieren werden.

Meine Zweifel an dieser Theorie wurden in den letzten 12 Monaten eher bekräftigt als abgeschwächt. Der Verkehr der Zukunft ist ein stetiges Miteinander, keine nervöse Lichthupe auf der linken Spur.

Schlechte Nachrichten für die stolze Autonation Deutschland. Aber statt die Zeichen der Zeit zu erkennen, protektiert man lieber den Status Quo, so wie Sigmar Gabriel in Brüssel. Damit ist natürlich niemandem geholfen - im Gegenteil, es vergrößert den Entwicklungsrückstand nur noch mehr. Wenn das so weitergeht, dann bleibt am Ende als Autohersteller nur noch DHL übrig.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: der Motorsport wird als Betätigungsfeld übrig bleiben und er wird faszinieren, weil hier der Mensch noch selber fährt. Allerdings nur so lange, wie sich die Infrastruktur - also z.B. Rennstrecken - über Wasser halten kann.

Die Analogie zum Pferd und dem Reitsport habe ich oft bemüht, aber sie bietet sich an und auch Bob Lutz greift sie auf:

A horse dealer had a stable of horses of all ages, and you would come in and get the horse that suited you. You’d trade in your old horse and take your new horse home.

Das hätte damals auch niemand gedacht, dass die Pferdehändler mal arbeitslos werden wegen so einer komischen knatternden Kutsche ohne Pferde.

Bob Lutz schätzt, dass die Umwandlung spätestens in 20 Jahren abgeschlossen sein wird - also 2035 bis 2040. Vergleicht das mal mit den Aussagen der Politik - da phantasieren einige noch was vom Verbrennungsmotor.

BobLutz | Zukunft | autonom |


Sonntag, 05. November 2017

Akustikfunktion zwingt Audi zum A8 Diesel Rückruf.

Da schließt sich der Kreis, denn die Akustikfunktion, die dem EA189 die Abgasreinigung abschaltet, kam ursprünglich von Audi. Premium bedeutet bei Audi, dass der Diesel beim starten nicht nagelt, statt die Abgase zu reinigen - daher AKUSTIK-Funktion.

Stellt sich raus, dass beim Audi Flaggschiff - dem A8 - neue Rekorde gebrochen werden, damit die Akustik die empfindlichen Ohren der Premiumkunden nicht belästigt:

Prüfer des KBA haben (..) Emissionswerte von bis zu 2000 Milligramm pro Kilometer gemessen. Erlaubt sind 80 Milligramm.

Da fliegt dem Euro 6 Fahrzeug natürlich die KBA-Zulassung um die Ohren. Im VW Konzern interpretiert man so:

Audi hat den selbst festgestellten Sachverhalt dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) direkt und detailliert berichtet und ein Software-Update im Rahmen eins Rückrufes vorgeschlagen, das bereits vorbereitet wird. Auf dieser Grundlage hat das KBA einen Rückruf angeordnet.

Das liest sich im Spiegel leicht anders:

Das KBA hatte die Anordnung für den Rückruf bereits wegen einer Abschalteinrichtung in der Motorensoftware nach SPIEGEL-Informationen bereits am vergangene Freitag an Audi geschickt. Besonders verwundern dürfte die Beamten nun die Behauptung des VW-Konzerns, dass die ganze Aktion von Audi selber ausgegangen sei. Dabei waren es Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die in diesem Sommer die Behörden erst dazu veranlasst hatten, genauer beim A8 hinzusehen.

Und besonders dreist:

Von dem Update sind in Europa 4.997 Fahrzeuge betroffen, davon 3.660 Autos in Deutschland im Produktionszeitraum September 2013 bis August 2017.

Dieselgate wurde schon am 18. September 2015 öffentlich - bei Audi hat man einfach 2 Jahre lang weiterproduziert, als wäre nichts passiert.

Bei Motoren mit AdBlue Einspritzung ist es relativ einfach die Wirksamkeit zu erhöhen: AdBlue in korrekten Mengen dosieren. Können die A8 Fahrer schonmal nach geeigneten Tankstellen Ausschau halten.

Die Befüllung scheint einfach zu sein, aber ich frage mich beim Nachfüllen aus einem Behältnis: wie kontrolliert man den Füllstand, ohne dass die Suppe überläuft?

UPDATE:

Zum dem Befüllen schickt mir ein Leser (Danke Mario!) diesen Link. Cleveres System von Stihl - simple und wirkungsvoll, kein Überlaufen. So müsste man das mit AdBlue auch machen.

Dieselgate | AudiA8 | Umwelthilfe | Akustikfunktion | Euro6 |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mobilität der Zukunft: Medien hinken noch schwer hinterher.

Selten habe ich so einen schlechten Artikel gelesen, wie diesen hier gestern in der Washington Post.

Ich greife mal ein paar Argumentationen auf.

Eigentlich fängt es ganz gut an, indem 2017 rückblickend als der Wendepunkt betrachtet werden könnte, an dem Elektromobilität so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Aber da bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen - der Artikel aber schon. Das autonome Fahren wird die Straßen erobern und damit auch neue Geschäftsmodelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz ad absurdum führen, weil viel zu aufwendig und teuer. Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass wir hier in Deutschland ca. 14.000 km im Jahr fahren. Wenn man mal von einer konservativ angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h ausgeht, dann fährt ein Auto im Schnitt 350 Stunden pro Jahr. Bzw. 4%. Und steht 96% der Zeit rum - bzw. im Weg.

Das autonome Fahren wird dieses Verhältnis umkehren, weil die Autos maximal ausgelastet werden - also immer unterwegs sind statt rumzustehen. Und dadurch natürlich die Kosten dramatisch senken - man kauft in Zukunft den Service, nicht das Auto. Das gilt für alle 46 Millionen PKW in Deutschland. Das würde sich meiner Rechnung dann auf 1,8 Millionen reduzieren. Bei gleicher Mobilität, aber höherer Auslastung der Fahrzeuge. OK, das ist noch ein weiter Weg, aber würde 660 km2 an Fläche freigeben. Zum Vergleich: Berlin - die größte Stadt - hat eine Fläche von knapp 900 km2.

Urging caution about the impact of EVs on the oil industry, John Eichberger, executive director of the Fuels Institute, said he doesn’t expect to see significant changes in demand for another 15 years or so. “We don’t know how fast EV sales will pick up, but what we do know is that no matter how fast they pick up, the inventory in the market will turn over more slowly, and this will delay the impact on liquid gallon demand,” he said.

Es ist nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße, die Öl oder Strom verbrauchen. Es ist die gefahrene Strecke. In 15 Jahren - also 2032 - haben die neuen Konzepte längst gegriffen und den alten Fahrzeugbestand überflüssig gemacht. Nicht weil auf einmal so viele neue elektrische Fahrzeuge verkauft werden, sondern weil der Großteil der Strecken damit zurückgelegt wird. Es wird übrigens auch teuer werden die alten Autos zu entsorgen. Bzw. günstig sich einen Verbrenner für’s Hobby zu kaufen :)

Die nächste steile These:

“The idea is that for hospitality-type venues — restaurants, gas stations, coffee shops — electric vehicle charging could be an attractive way for them to attract customers the way WiFi was a decade ago, when it caused a lot of people to hang out at Starbucks.”

Das mit dem autonomen Verkehr scheint in den Köpfen nicht anzukommen. Wenn es einmal aussortiert ist, lässt es sich spielend leicht skalieren, denn dann reden wir nur noch von Copy/Paste - die Software, die das Auto schlau macht.

Und autonome Autos machen bestimmt nicht Pause, um Kaffee zu trinken ;)

Paradoxerweise zitiert der Artikel sogar Tony Seba, allerdings um das Verschwinden der Werkstätten zu untermauern:

Seba pointed out that there are thousands of department store and dealer repair locations — as well as about 70,000 mom-and-pop repair shops — that will be significantly affected by a decline in business.

Hätten sie dem Forscher mal besser insgesamt zugehört.

Übrigens, auch eine Meldung von heute: Shell hat sich NewMotion einverleibt, über die 50.000 Ladestationen in Europa zugänglich sind. Das zeigt a), dass jetzt langsam die Panik ausbricht und b), dass das mit den umgebauten Tankstellen vielleicht doch nicht die beste Idee ist.

Die Meldungen überschlagen sich im Tagestakt, aber der Mainstream ist immer noch festgefahren in alten Gedankenmodellgängen.

Zukunft | Elektro | Seba | WashingtonPost | autonom | Fläche | PeakOil |


Montag, 02. Oktober 2017

Winfried Kretschmann in Stuttgart hat inzwischen seine Grüne Vergangenheit komplett hinter sich gelassen, hat kein Problem damit bei dem Diesel-Fahrverbotsurteil in Revision zu gehen.


Samstag, 30. September 2017

Wer blickt noch durch bei Dieselgate und Volkswagen?

Die Lage bei VW wird zunehmend unübersichtlicher. Nachdem der ehemalige VW Motorenentwickler Wolfgang Hatz in Untersuchungshaft festgesetzt wurde, verbringen inwzischen schon 4 Personen ihre Zeit im Gefängnis:

Giovanni Pamio und Wolfgang Hatz in Deutschland, James Liang und Oliver Schmidt in den USA.

In Stuttgart wird aktuell die Größe der Staatsanwaltschaft hochgefahren - von aktuell 4 auf dann 7 Staatsanwälte.

Michael Hausfeld macht langsam Ernst:

Die US-Anwaltskanzlei Hausfeld, die auch hierzulande Tausende VW-Diesel-Käufer vertritt, will Mitte Oktober die bisher größte Massenklage in Europa einreichen. Man werde insgesamt 4000 bis 5000 Seiten Akten im Auftrag von knapp 20.000 Kunden aus Deutschland beim Oberlandesgericht Braunschweig vorlegen.

Volkswagen gibt eine Gewinnwarnung aus - die Kosten für die Umrüstung in Amerika sind - Überraschung! - höher als geplant, deshalb müssen 2,9 Milliarden Dollar zusätzlich zurückgestellt werden.

Unter’m Strich sind wir inzwischen bei 30 Milliarden Dollar:

30.000.000.000 $

Um die Zahl mal greifbar zu machen:

Dafür könnte man 1 Million nagelneuer Golf GTI VII kaufen - wenn man sie Stoßstange an Stoßstange aneinander stellt, dann hätte man nicht nur das größte Golf GTI Treffen der Welt, sondern bräuchte auch eine Straße mit 4.250 Kilometer Länge! Also ungefähr vom Nordkap bis nach Rom.

Das Geld muss ja irgendwo herkommen - 1 Million Golf GTI fallen auch nicht einfach so vom Himmel. Lange kann das auch ein Industriemonster wie VW nicht mehr durchhalten, das muss jedem klar sein.

Währenddessen laufen in Deutschland die VW Händler Sturm, weil sich die Euro 5 Diesel so langsam in den Autohäusern die Reifen plattstehen. Das sei nur durch eine Hardwareumrüstung vom Werk zu korrigieren - eine Vorgehensweise, die man schon mit dem Audi TT erprobt habe, als 2000 das Modell mit ESP nachgerüstet werden musste.

Bei so vielen Baustellen geht schon fast als Nebensächlichkeit unter, dass Scania - gehört auch zu VW - wegen illegaler Preisabsprachen aktuell in Brüssel zu 880 Millionen Euro verurteilt wurde.

Ich hoffe Jack Ewing arbeitet schon an Teil 2 - wie soll man da sonst Schritt halten?

UPDATE:

VW gibt Unregelmäßigkeiten bei Benzinern in Amerika zu. Schwer abzuschätzen, was sich wirklich dahinter verbirgt, aber sie haben erstmal Selbstanzeige erstattet: 500.000 Autos sind betroffen - ein Viertel aller Benziner der letzten 8 Jahre. Die sauergefahrenen Behörden haben sicher Spaß.

Dieselgate | Volkswagen |


Freitag, 29. September 2017

Elektromobilität: Verband rechnet 18 m2 Solarfläche für 14.000 km Fahrleistung vor.

Zu meinen Berechnungen der benötigten Solardachfläche, um 10.000 km kostenlos fahren zu können im Jahr, bin ich jetzt auf diesen Beitrag von Kurt Sigl und Raimund Kram gestoßen:

Das durchschnittliche Auto in Deutschland fährt laut Kraftfahrtbundesamt 14 000 Kilometer im Jahr. Ein E-Auto brauche für 100 Kilometer im Schnitt 17 Kilowattstunden – aufs ganze Jahr gerechnet wären das für die Durchschnittsfahrleistung von 14 000 Kilometern dann 2400 Kilowattstunden. Das ließe sich leicht mit einer Photovoltaik-Anlage von 18 Quadratmetern Fläche erzeugen.

OK - noch weniger als bei mir hier berechnet - ich bin extra konservativ an die Berechnung rangegangen - sowohl beim Durchschnittsverbrauch (18 vs 25 kWh) als auch beim Energiegewinn pro m2 (100 vs 133 kWh).

Solar | Elektro | Dachfläche | Solarenergie |


Donnerstag, 28. September 2017

Super GT Demo beim DTM Finale.

Totgesagte leben länger: beim finalen DTM Wochenende in Hockenheim werden zwei japanische Super GT Gäste ausrücken (Toyota/Lexus und Nissan/Nismo).

Von Demorunden in Renntempo ist die Rede und ich schätze man möchte tatsächlich vergleichbare Performance testen. Das geht natürlich am besten, wenn man am gleichen Tag auf der gleichen Strecke unterwegs ist - dann sind viele Parameter identisch (Temperatur, Luftdruck, Streckenquarakter, Grip, etc.). Die 2019er DTM - ohne Mercedes - soll dann auch mit 2L 4 Zyl. Turbomotoren fahren - den haben die Japaner schon im Einsatz und fahren mit etwas über 600 PS.

Damals - 2014 - dachten die Japaner, dass man sich auf das Wort aus Deutschland verlassen könnte. Jetzt fährt die DTM nach wie vor mit V8, die Super GT aber schon mit 2L Turbo.

Der Ausstieg von Mercedes scheint ja dann doch ein paar ehemals bequeme Leute zu Aktivität bewegt zu haben.

TourenwagenMasters | SuperGT | Class1 |


Montag, 25. September 2017

VW’s Matthias Müller ist schockiert über das kräftige AfD Ergebnis.

Ob die Empörung echt ist?

“Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich erfolgreich gewesen, weil wir ein weltoffenes, tolerantes und international orientiertes Land sind”, sagte Müller der Mitteilung zufolge. “Dafür gilt es weiter zu kämpfen.”

Vielleicht weil die Vorzeichen in Wolfsburg nicht zu spüren waren? Heile Welt in VW City?

Hier das Wahlergebnis: Grüne, Linke und FDP auf niedrigem Niveau - CDU und SPD nicht so abrasiert wie in anderen Gegenden - sogar ein SPD’ler die Erststimme gewonnen.

Der Wolfsburger Wahlkreis hat knapp 184.000 Wähler - davon haben 15.000 der AfD ihre Stimme gegeben, mit großem Abstand dritt-stärkste Partei mit 10,9%.

Also auch in Wolfsburg jeder 10. stramm-rechts, aber sowas dringt wohl nicht durch bis in die Vorstandsvorsitzendenvilla.

UPDATE:

Hier gibt es noch einige Kommentare zu diesem Thema.


Freitag, 22. September 2017

Auto Union, Hans Stuck und das NS-Regime.

Am Großglockner in Österreich gibt es dieses Wochenende eine Oldtimer-Veranstaltung:

In Erinnerung an die legendären Rennen der 1930er-Jahre findet am Freitag und am Samstag wieder der Großglockner-Grand-Prix statt.

Mit der historischen Startnummer 83 geht Hans-Joachim “Strietzel” Stuck auf den Bergkurs, der Sohn des Siegers von 1938.

Zur geschichtlichen Einordnung: ein Jahr später - im September 1939 - brach der 2.Weltkrieg los.

Hier eine Dokumentation zu den politischen Verflechtungen damals und auch die Rollen von Hans Stuck (der Vater von Hans Joachim Stuck) und Ferdinand Porsche (der Großvater von Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche).

Im Film (ab Min. 9:15):

Auch Ferdinand Porsche taktiert. Zur Unterredung bei Hitler nimmt er den bekannten Rennfahrer Hans Stuck mit.

Historiker Peter Kirchberg:

Stuck war derjenige, der sehr früh enge Kontakte zur NSDAP hatte und der ja auch bei der Schlüsselunterredung deshalb mit dabei war, als es 1933 bei Hitler darum ging Geld für die Rennerei zu finden.

Hans Stuck nach dem Sieg beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 15.7.1934: Heil unserem Führer!

Stuck | Politik | Grossglockner | Silberpfeile | AutoUnion |


Donnerstag, 21. September 2017

Faster, Higher, Farther - das Dieselgate-Buch von Jack Ewing.

Selbst wenn man die Abläufe bei Volkswagen so intensiv verfolgt, wie ich das hier im Blog gemacht habe, verliert man schnell die Übersicht in der komplexen Gemengelage zwischen Politik und Industrie, zwischen Deutschland, Europa und Amerika und den vielen Schachzügen der Mächtigen im Hintergrund.

Trotzdem hatte ich das Gefühl einigermaßen durchzublicken, denn als Ingenieur, in Deutschland, in der Autoindustrie arbeitend, sogar selber schon am Prüfstand Kennfelder programmiert, zeitgleich mit Ferdinand Piëch bei Audi in Ingolstadt gearbeitet - wie kann mir jemand von der New York Times aus Amerika noch etwas Neues beibringen?

Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich die Lektüre des Buches wird für mich eher Pflichtveranstaltung als Augenöffner.

Wie ich mich täuschen sollte!

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: durch meine Vorgeschichte war ich befangen, habe Ereignisse als selbstverständlich hingenommen, obwohl sie von großer Bedeutung sind und war auch nicht in der Lage, die Entwicklung aus der Distanz als großes Ganzes wahrzunehmen.

Jack Ewing ist das hervorragend gelungen: er hat behutsam die Historie ausgebreitet, akribisch alle Details aufbereitet und navigiert souverän zwischen den Schlüsselpersonen - aber auch geografisch zwischen den Kontinenten.

Alle Rollen der Akteure wurden - soweit das in der Öffentlichkeit möglich ist - zu den Geschehnissen logisch und zeitlich einsortiert: über die Porsches und Piëchs zu Pischetsrieder, Wiedeking und Winterkorn - die Liste der Handelnden ist mächtig und lang.

Auch technisch ist Jack Ewing sattelfest unterwegs. Mir war neu, dass der EA 189 Motor quasi die Ablösung von Pumpe-Düse hin zu Common Rail war - und welche Machtverhältnisse zu diesem Zeitpunkt im VW Konzern herrschten.

Aber auch solche Details, dass Oliver Schmidt nach Miami geflogen ist, weil er dort nicht nur das schöne Wetter genießen wollte, sondern selber in Florida auch Mietwohnungen besitzt.

Und gefreut habe ich mich, dass auch Felix Domke und der CCC den ihnen gebührenden Platz in dem Werk gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen bzw. europäischen Rechtssystem und dem amerikanischen war hierzulande in der Berichterstattung immer etwas zu kurz gekommen. Jack Ewing räumt damit auf. Auch die Vorgeschichte, warum es überhaupt zu der Enthüllung kam, die dann auffällig? zufällig? genau zum Start der 2015er IAA eingeschlagen ist - spannend, aber auch unterhaltsam zugleich. Da bleibt für Verschwörungstheorien nicht mehr viel Raum und wir müssen eingestehen, dass wir ohne die beharrliche Emissionsforschung in Amerika heute alle ein gewaltiges Stück dümmer wären.

Es wird während der Lektüre auch klar, dass uns das Thema noch lange nicht loslassen wird - so sehr das Matthias Müller auch herbeizureden versucht.

Fazit: volle Punktzahl und unbedingter Lesebefehl für alle, die irgendwie mit Autos zu tun haben. Also quasi jeder, der hier mitliest würde ich schätzen.

Ich selber habe die englische Originalversion gelesen, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung. Und Kindle gibt es auch - gut für Bahnfahrer wie mich.

Danke an Jack Ewing für dieses Buch!

Dieselgate | Ewing | Miketest | Buchvorstellung | NewYorkTimes | Piëch | Volkswagen |


Mittwoch, 20. September 2017

Keine IDM mehr.

Die Meldung der zusammengeschlossenen Motorradindustrie war kurz und knapp, keine Fortsetzung der IDM in 2018:

Trotz zahlreicher intensiver Gespräche konnte kein Konzept gefunden werden, das eine erfolgreiche Umsetzung der IDM im Jahr 2018 gewährleistet würde.

Das ist bitter für den Motorradsport und über die Gründe brauchen wir gar nicht lange spekulieren: zu teuer. Der DMSB lehnt sich zurück bzw. rollte dem Autosport den roten Teppich aus, während der Zweiradsport am langen Arm verhungert. Man hat die Verantwortung auf die Hersteller abgewälzt, die sich in ihrer Not einen Veranstalter suchen mussten. Der das natürlich nicht umsonst macht.

Tschüss IDM.

Die Absage kann man irgendwo auch verstehen, so ein Motorradhersteller bzw. Importeur hat ja eigentlich andere Aufgaben, als eine nationale Rennserie zu organisieren. Man hat es immerhin probiert, das sollte man den Herstellern hoch anrechnen, denn es hat ordentlich Lehrgeld gekostet. Wer hat nochmal die Sporthoheit in Deutschland? Achja, die Linzenzabkassierer in Frankfurt.

Schade für den Sport, ich hatte mir ja extra den Auftakt am Ring angesehen, um mir ein eigenes Bild zu machen - und ich fand es super.

Aber nicht alle sind traurig, es gibt da jemanden der tanzt vor Freude. Selten habe ich zu so einem bitteren Thema einen so euphorischen Beitrag gelesen wie den von Günther Wiesinger in Speedweek.

IDM1000 | Wiesinger | DMSB |


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Sonntag, 17. September 2017

Michael Hausfeld vertritt 100.000 VW Kunden - und könnte damit VW in den Ruin treiben.

Die erste Klage soll im Oktober eingereicht werden - als gebündelte Klage für 20.000 Kunden. Es gibt zwar in Deutschland keine Musterfeststellungsklagen, aber davon lässt sich Hausfeld nicht abhalten.

Bisher wurden laut dem Artikel erst 500 Gerichtsentscheidungen getroffen, weitere 5.000 Einzelklagen lauern noch in Wartestellung.

Und was passiert, wenn Hausfeld mit seinen Klagen gewinnt?

„Es gibt für mich keinen Zweifel, dass Volkswagen dann pleitegehen würde“, sagt Hausfeld. „Aber das wäre das Ergebnis ihres eigenen Tuns. Egal wie massiv ein Fehlverhalten ist, es gibt immer ein rationales Mittel, um auf den angerichteten Schaden zu reagieren“, sagt Hausfeld. „Aber dafür bräuchte es einen offenen Dialog, den es in diesem Fall nicht gibt.“

Dieselgate | Hausfeld | Klagen |


Freitag, 15. September 2017

Ehemaliger deutscher Dieselstolz entwickelt sich zur internationalen Peinlichkeit.

Jack Ewing´s ausführlicher Artikel in der New York Times über die Verflechtungen von Politik und Autoindustrie in Deutschland:

Sometimes it is hard to tell where the German government ends and the auto industry begins. (..)

For decades, the German government has been a crucial ally for carmakers, operating as a de facto lobbyist for the industry.

Und dabei selber für die Dieselprobleme gesorgt, die uns jetzt belasten:

Germany has taxed diesel fuel at a lower rate than gasoline since the 1980s, originally to make truck transport, which is predominantly diesel, less expensive. The goal, according to a 2011 study by Transport and Environment, an advocacy group in Brussels, was to lower costs to help German manufacturers compete internationally.

Alles hat nur auf CO2 geguckt und die NOX Werte lange ignoriert. Und die Regierung hat sich mit breiter Brust verteidigend vor die Autoindustrie gestellt, um die Einführung von strengeren Grenzwerten zu verhindern: in Deutschland, in Europa, sogar in Amerika.

Das ist erfrischend und erschreckend zugleich, die Zusammenhänge so klar und detailliert in einer nicht-deutschen Zeitung erklärt zu bekommen.

Dieselgate | NYTimes | JackEwing | Politik |


Donnerstag, 14. September 2017

VW´s Matthias Müller: Nichts verschlafen und Dieselthema jetzt zu den Akten legen.

Die diesjährige IAA hat schon 2 Pressetage hinter sich, morgen 2 “Fachbesucher” Tage und am Samstag für alle geöffnet bis nächste Woche Sonntag (24.Sep. = Wahltag Bundestag).

Ich hatte schon die historische Brisanz angesprochen, die auch in den Rückmeldungen aus den Medien so reflektiert wird. Die Hersteller hängen schwer in der Luft und man könnte die Messe auch als Konzeptschau bezeichnen, weil alle nur elektrische Zukunftsmusik präsentieren, die man meistens erst in 2 oder 3 Jahren kaufen können wird. Und dann ist 2019 schon wieder die nächste IAA.

Vor diesem Hintergrund ein spannendes Interview mit Matthias Müller, der nach der großzügigen Beurlaubung von Martin Winterkorn seit 2 Jahren den Vorsitz im VW Konzern hat und nach diesem entlarvenden Patzer ordentlich in n-tv von deren Ulrich Reitz gegrillt wird. Und der ihm diese gewagten Statements zu der Dieselthematik entlocken konnte (ab 7:34 Min.):

Ich denke wir sollten das Thema jetzt auch mal zu den Akten legen - wir haben in Amerika ein weitreichendes Settlement mit den Behörden gefunden im Frühjahr - das setzen wir sehr konsequent - und ich glaube auch sehr erfolgreich - um.

Wir haben nichts verschlafen - Volkswagen nicht und die deutsche Autoindustrie auch nicht - wir sind nach wir vor führend, insbesondere was Premiumprodukte anlangt. Dass wir aufholen müssen, das ist klar - wir müssen das Ganze forcieren - weil sich ganz offensichtlich das Bewusstsein der Menschen zur Mobilität verändert - mit dem müssen wir Schritt halten.

Interessante Sichtweise, das jetzt zu den Akten legen zu wollen, während in Amerika langgediente VW Mitarbeiter mit brutalem Strafmaß eingelocht werden - Ende offen, was Anklagen und Prozesse angeht. In Deutschland duckt sich VW weg und fordert von jedem Kunden einzeln einen Gerichtsprozess anzustrengen. Die übrigens zunehmend erfolgreich ausgehen, d.h. Rückkauf des betroffenen Fahrzeugs durch den Konzern. Eine europäische Lösung wird vermieden, hier nutzt VW aus, dass Europa durch die einzelnen Länder fragmentiert ist und man dadurch den Effekt klein halten will. Aber einige Klagen nehmen erst jetzt Anlauf und das weiß natürlich auch Matthias Müller. Ich glaube er versucht den Tenor zu setzen, dass irgendwann ja auch mal gut sein muss und hofft dabei, dass die Öffentlichkeit ebenfalls müde wird von dem Thema. Dabei gibt es hierzulande keinerlei Konsequenzen, außer der Verteufelung des Diesels allgemein, dessen Restwerte für Gebrauchte im Sinkflug sind und der Effekt in den Leasing- und Finanzierungsgesellschaften noch aussteht.

Ich lese übrigens gerade die Aufarbeitung der Ereignisse von Jack Ewing, der dieses Dieselgate-Buch geschrieben hat. Habe das erste Viertel durch - der Autor holt ziemlich weit aus und geht auch lange auf die Ursprünge und den Einfluß von Ferdinand Piëch ein - spannend. Denn die Ära, als Audi durchgestartet ist und VW ebenfalls ähnlich im Premiumbereich positioniert wurde, haben viele von uns damals live miterlebt. Interessant dazu die Hintergründe genauer dargelegt zu bekommen. Jack Ewing arbeitet im normalen Leben bei der New York Times - ich glaube das ist sogar ein Vorteil, dass es sich nicht um einen Autor aus Deutschland handelt.

Dieselgate | Volkswagen | MatthiasMüller | IAA2017 | Piëch | JackEwing | UlrichReitz |


Mittwoch, 13. September 2017

Welche Solar-Dachfläche, um kostenlos 10.000 km E-Auto zu fahren?

Eine interessante Fragestellung, bei der man sich leicht verschätzt. Bitte schaut Euch erst dann die Antwort an, wenn Ihr selber mal darüber nachgedacht habt:

Das Elektroauto hat den Reiz, dass man auch komplett kostenlos fahren kann, wenn man nämlich den Strom selber über eine eigene Solaranlage gewinnt.

Nehmen wir an hier in Deutschland mit der typischen Sonnen(nicht)einstrahlung hätte jemand diesen Plan - wie groß müsste dann die Dachfläche sein, um über ein Jahr die Energie zu gewinnen für 10.000 km Autofahrt?

Natürlich muss auch das Zwischenspeichern adressiert werden, denn das Auto kann ja nur dann geladen werden, wenn nicht fährt und zuhause steht. Das soll aber nicht das Thema sein - es gibt schon Batterien für die Garage - mir geht es vielmehr um die Energiegewinnung als solche. Mit den Mitteln, die uns bereits heute zur Verfügung stehen - also aktuelle Solarzellentechnik.

Wie gesagt, bitte erst selber drüber nachdenken und ich würde mich über Rückmeldung freuen, wie Eure Schätzung ausgesehen hat. Die Antwort gibt es dann hier.

Solar | Elektro | Dachfläche | Solarenergie | 10000km | regenerativ | Frage |


Montag, 11. September 2017

Bei PSA in Frankreich stinkt es auch nach Dieselgate.

Wie bei VW ist beim neuen Opelbesitzer ebenfalls von Abschalteinrichtungen die Rede - statt Akustikfunktion heißen sie in Frankreich LowNox und LowCO2.

Und wie bei uns in Deutschland sickern Details erst durch die Zeitung an die Öffentlichkeit (Le Monde).

Dieselgate | Peugeot | Citroen |


Montag, 04. September 2017

Versteckte Elektromotoren bei Radrennen - Neues von Istvan Varjas.

Istvan Varjas hatte ich hier ja schonmal im Februar - der trockene Ungar mit den Elektro-Rennrädern.

Jetzt gibt es eine neue Reportage, diesmal dort wo sie auch hingehört: nach Frankreich.

Alta Motors

Die Verdachtsmomente konnten nie ganz ausgeräumt werden, deshalb hat sich der UCI Verband (Union Cycliste Internationale) entschlossen, strenge Kontrollen durchzuführen. Aber - Überraschung! - die Kontrollen sind doch nicht so streng, wie man das nach außen erscheinen lässt und man sieht im Film, wie sie sich ganz einfach umgehen lassen.

Es gab auch einige Auffälligkeiten, dass z.B. mitten im entscheidenden Bergsprint auf einmal am Tacho rumgefummelt werden muss oder Räder kurz vor Ettappen-Ende auf einmal wegen technischem Defekt getauscht werden müssen. Natürlich ohne Zeitverlust erstmal mit einem Teamkollegen.

Spannendes Video und Danke nach Frankreich für die englischen Untertitel!

youtu.be/jBxfQJOHJxc

UPDATE:

Das lief am Wochenende sogar in Deutschland im Fernsehen - in der Sportschau.

Fahrrad | Rennrad | Verjas | Elektro |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Freitag, 25. August 2017

Es gibt wieder Michelin-Männchen für den LKW.

40 cm große Neuauflage für 80 €.

Der Michelin Mann kehrt aufs Führerhausdach zurück und begleitet Lkw-Fahrer wieder auf ihren Touren. Der Reifenhersteller hat jetzt die Neuauflage des beliebten Markensymbols ins Leben gerufen.

Bibendum

Erhältlich ist es in Tankstellen und Autohöfen entlang der Autobahn sowie im gut sortierten Reifenfachhandel. In Deutschland startet der Verkauf Mitte August, danach folgen Schritt für Schritt weitere europäische Länder.

Schöne alte Tradition, geht zurück bis in die 50er Jahre.

Michelin | Bibendum |


Donnerstag, 24. August 2017

Nach Honda bringt auch Peugeot schon nächstes Jahr einen Elektroroller.


Donnerstag, 17. August 2017

Marcus Schurig: Deutschland sollte sich hüten, die Autoindustrie in den Untergang zu schreiben.

Marcus Schurig hat sich in der sport auto auch mal am Dieselgate versucht:

Deutschland sollte sich als Industrie- und Autonation davor hüten, eine Sparte, die bisher ein wesentlicher Treiber von Wachstum und Wohlstand war, in den Untergang zu schreiben.

Sich dem Wandel entgegen zu stemmen und in Alles-wird-gut Melancholie zu verfallen kann es aber auch nicht sein.

Audi in Le Mans raus, VW und WRC, Porsche und Le Mans, Mercedes und DTM … wieviel Einschläge braucht es denn noch?

Nur eine starke Autoindustrie kann Antworten auf die Fragen der Zukunft finden. Google und Apple haben ihre Autopläne nämlich schon wieder begraben.

Die starke Autoindustrie ist so mit sich selbst und ihren Altlasten beschäftigt, dass sie den abgefahrenen Zug gar nicht mitbekommen haben.

Und beerdigt ist bei den “halbgaren Internetfirmen” überhaupt nichts - im Gegenteil:

Bei Google - bzw. Alphabet Inc. - ist Waymo unterwegs:

In October 2015, we achieved the world’s first fully self-driving trip on public roads, in a car without a steering wheel or pedals. We refine Waymo technology through 1 billion miles of simulation testing each year, and our cars have self-driven more than 3 million miles on public roads across four U.S. cities.

Und Apple’s Tim Cook hat ja kürzlich erst bestätigt, dass es in Cupertino unter der Oberfläche kräftig brodelt.


Mittwoch, 16. August 2017

Sport1 zeigt 3 WPs der Rallye Deutschland live - morgen (Do), Sa und So.


Donnerstag, 10. August 2017

Ist Euch das auch schon aufgefallen, die Sprache im Dieselgate-Skandal ist voller Verniedlichungen - von Schummelsoftware, überhöhten Werten, getäuschten Diesel-Fahrern und Nachjustierungen ist die Rede. Selbst der Justizminister kommt über ein Tricksereien nicht hinaus - so sehr wird die Autoindustrie in Watte gepackt.

Diese einseitige Protektion wird die Bevölkerung weiter spalten und ökologisch eingestellte Menschen werden noch weniger Verständnis für Motorsport aufbringen.

Die Gesellschaftsfähigkeit des Sports, die sich in etwa in der Nach-Schumi-Ära eingestellt hat und die es vielen Industriellen ermöglicht hat, ohne Pseudonym transparent ihre Leidenschaft zur Schau zu stellen, ist aktuell wieder gefährdet.


Mittwoch, 09. August 2017

Die Grenzen zwischen Staat und VW sind fließend.

Die KBA vorher-nachher Analysesoftware war inklusive Notebook von VW ausgeliehen und damals, als Dieselgate aufkam, hat Ministerpräsident Stephan Weil seine Regierungserklärung vorher mit VW abgestimmt.

Ganz normale Vorgänge zwischen Abteilungen.


Sonntag, 06. August 2017

In England scheint man endlich auch auf Walter Röhrl zu hören.

Guardian:

There is no clearer and bigger opportunity to help reduce air pollution than encouraging more people to ride bikes.

Sag ich doch!

In 2015, only 2% of trips in England were made by bicycle despite the average length of each trip being only seven miles.

Das würd mich auch mal für Deutschland interessieren, für wie viel (wenig!) km sich die Leute bequem in ihre fetten 2 Tonnen Panzer fallen lassen. Ich freu mich jedenfalls wieder auf meine Radtour morgen zur Arbeit.


Fangio 1957 - Deutschland Grand Prix:

Fangio set a new lap record, then dipped below his pole time – and then smashed it. He knew in his heart that he could not – nor would want to – go any faster.

Inklusive seltener Farbfotos!


Mittwoch, 02. August 2017

KBA: 13% weniger Diesel gebenüber Vormonat.


Dienstag, 01. August 2017

Jakob Augstein: Autoindustrie trägt Züge der organisierten Kriminalität.

Kann man nicht ganz von der Hand weisen:

Die deutsche Autoindustrie kann machen, was sie will. Es ist wie bei den Banken: Ist man erst mal “too big to fail”, dann sind die Gesetze egal, und die Politik hat ganz viel Verständnis - sogar die Grünen.

Er zitiert die Definition von organisierter Kriminalität, die sich so auch in der Wikipedia findet:

Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
c) unter Einflussnahme auf Politik, Massenmedien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.

Bis auf den Punkt b) mit der Gewalt scheint sich das leider zu bestätigen:

Danach wären also große Teile der deutschen Autoindustrie der organisierten Kriminalität zuzurechnen. “Planmäßige Begehung von Straftaten” - was sonst waren die Abgasbetrügereien, also das Vortäuschen günstigerer Emissionswerte anhand einer extra entwickelten Lügensoftware? Und was sonst wären die Kartellabsprachen der fünf deutschen Autokonzerne, wenn sich die jüngsten Berichte des SPIEGEL bewahrheiten?

Dieselgate | Augstein | Spiegel | Kriminalität |


Donnerstag, 27. Juli 2017

Ist der Motorsport vom Aussterben bedroht? Oder doch noch zu retten?

Nein, das ist keine Clickbait Überschrift - die Tage des Motorsports so wie wir ihn kennen sind gezählt. Aber es gibt Hoffnung.

Ich versuche mich mal an einer Erklärung:

Die Einschläge aktuell sind nicht zu übersehen. Erst hat sich VW aus der Rallye verabschiedet, dann Audi aus Le Mans und diese Woche sogar Mercedes aus der DTM. Und jetzt die Nachrichten von Porsche und deren Le Mans Engagement. Entgegen dem Trend wird allerdings BMW in Le Mans antreten (in der GT) - das wurde aber VOR der Kartellgeschichte entschieden und ich könnte mir vorstellen, dass sie es inzwischen schon wieder bereuen. Ich sehe auch große Fragezeichen für die noch bestehenden Engagements von Toyota (WEC) und Audi/BMW (DTM) - da rauchen in den Zentralen jetzt die Köpfe.

Warum? Weil ICE Autos - also die mit Internal Combustion Engine - ein Auslaufmodell sind. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann sind Verbrennerautos mit Lenkrad so altertümlich, als würde jemand sein Pferd satteln, um zum Einkaufen zu reiten.

Der DTM Ausstieg von Mercedes ist nicht mit Kosten oder DMSB Wirren zu begründen. Motorsport der Hersteller dient dem Imagegewinn und Rennen sind sportlich, dynamisch, spektakulär, laut, Wettbewerb und Kampf. Doch die Zukunft der Mobilität ist eine andere: geräuschlos, harmonisch, unspektakulär, vernetzt, miteinander und friedlich. Da müssen neue Bilder geschaffen werden für den Aufbruch in das neue Zeitalter und wer von Anfang an vorne mit dabei sein will, muss die Antike hinter sich lassen. Wenn nicht, könnte es sogar trotz der hohen Kosten zu einem negativen Effekt kommen, sodass die Marke veraltet und altbacken erscheint. Der Supergau jeder Marketingabteilung.

Fallt nicht auf die Formel E Ausrede rein - die Kosten sind nur ein Bruchteil der bisherigen Rennserien und es war eine willkommene Gelegenheit, um die Öffentlichkeit nicht vor den Kopf zu stoßen. Autohersteller denken nicht von einem Rennen zum anderen, sondern in Fahrzeugzyklen, die 3 … 7 … 10 Jahre umspannen. Da liegen die Pläne nicht nur in der Schublade, sondern der Entwicklungs-Zug ist längst abgefahren und die Prototypen beweisen sich im Testeinsatz.

Jetzt versetzt Euch mal in die Lage der Vorstände, denen die Zukunftsszenarien präsentiert werden: ein massiver Umbruch in der Art und Weise, wie wir Autos benutzen werden. Der Zeitpunkt für den Imagewechsel ist jetzt, wenn man nicht in’s Hintertreffen geraten will. Zumal neben der bisherigen Konkurrenz sich zunehmend neue Player in den Markt drängen.

Bedeutet das jetzt das Aus für den Motorsport?

Nein - nur den Rückzug der Hersteller mit ihren fetten Budgets.

Nur ist dabei relativ, denn aufgrund der satten finanziellen Ausstattung bisher hat sich eine kleine Industrie rund um diesen Sport dieses Marketingvehikel gebildet: Rennstrecken, Fahrer, Agenturen, Fotografen, … alles Profis, die damit bisher gut leben konnten. Doch die Geldgeber werden in Zukunft diese lauten und stinkigen Veranstaltungen meiden wie der Teufel das Weihwasser - und das Feld den Amateuren überlassen. Denn die Aktiven haben immer noch soviel Freude am Selberfahren wie das heute der Fall ist.

Eine sehr schöne Vorstellung, denn wenn sich die Hersteller zurückziehen, verschwinden nicht nur ihre Gelder, sondern auch ihre Einflussnahme. Eine große Chance für den Sport - vielleicht sogar eine Renaissance der Eigenbauten? Wenn es dann überhaupt noch Rennstrecken zum Fahren gibt, denn besonders in Deutschland musste ja unbedingt alles Formel 1 Standard haben. Die Gigantanlagen stehen vor großen Herausforderungen, der Lausitzring wurde aktuell schon vom autonomen Tsunami einkassiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich neidisch auf die Engländer mit ihren kleinen Clubrennstrecken bin.

Kleiner Blick in die Vergangenheit, denn der Motorsport wurde schon einmal totgesagt während der Ölkrise der 70er. Doch im Vergleich zu den heutigen Umwälzungen war das damals eine temporäre Geschichte. Umwälzungen sind endgültig - siehe Musik, Fotografie, oder Kommunikation.

Wie altbacken der Motorsport inzwischen schon ist, sieht man gut an dem Rückstand der Wettbewerbstechnik gegenüber den bereits käuflichen Serienfahrzeugen. Während sich früher technische Entwicklungen vor ihrem Serienstart erst im Sport beweisen mussten, ist heute die Technik der Straße weiter als der Wettbewerb. Pikes Peak oder IOMTT hat elektrische Beispiele gesehen - aber Le Mans wartet immer noch auf seinen ersten rein elektrischen Einsatz - so sehr wird sich an die herkömmliche Technologie geklammert. Natürlich auch durch das Diktat der Hersteller, Audi’s Le Mans Diesel vorneweg. Immerhin können wir uns glücklich schätzen das letzte Aufbäumen der Dinosaurier miterlebt zu haben, die Schlachten in Le Mans, als die Grenzen im Wettkampf komplett ausgelotet wurden. Was wohl die NASCAR macht, wo das V8 Getöse Teil der DNA ist?

Die Reaktionen und Kommentare, die ich zur Zeit zu lesen bekomme, sind weit von diesen Gedanken entfernt. Ähnlich wie die Autoindustrie mit ihrem Diesel klammern sich weltweit die Fans an Sound und Spektakel, als wäre ihnen irgendjemand etwas schuldig. Dass sie sowieso nur Mittel zum Zweck in dem großen Spiel sind, damit die Marketingmillionen auch in einem angemessenen Rahmen zur Geltung kommen, wird verdrängt obwohl es alle wissen.

Vielleicht liegt es an meinem Alter oder dem Tinitus, aber ich freue mich auf den Umbruch. Schlimmer als heute kann es sowieso nicht mehr werden, die Aktiven werden geschröpft und gegängelt bis zur Belastungsgrenze, obwohl sie doch nur mit Freude ihren Sport ausüben wollen. Die Elektrifizierung wird völlig neue Dimensionen der Dynamik eröffnen - wartungsarme Sportgeräte, von denen wir nichtmal zu träumen wagen, werden für alle zugänglich. Lärm- und Umweltschutzbeschränkungen sind Themen von gestern - dadurch eröffnen sich völlig neue Konzepte, Veranstaltungsorte und Formate. Jedes Wochenende 24h-Rennen? Wäre kein Problem mit Elektroantrieb. Eine Crossbahn in der Innenstadt? Ja warum denn nicht, gute Idee.

Lasst uns aufbrechen in das neue Zeitalter! Schneiden wir die alten Zöpfe ab, solange noch Zeit dafür ist. Oder der Motorsport endet wie der Diesel: verachtet, korrumpiert, und furchtbar altbacken.

Zukunft | LeMans | Elektro | Dieselgate | FormelE |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Freitag, 14. Juli 2017

BUND verklagt Kraftfahrtbundesamt, um Verkauf von Diesel PKW zu verbieten.

Das wird die Autolobby zwar zu verhindern wissen, aber immerhin:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat beim Verwaltungsgericht Schleswig Klage gegen das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erhoben. Erreicht werden soll ein Verkaufsverbot für zu viel Stickoxid ausstoßende Diesel-Neuwagen.

Dieselgate | Klage | Kraftfahrtbundesamt |


Mittwoch, 12. Juli 2017

Viele Fragen, viele Antworten: der Floersch-Formel-4-Vorfall kommentiert von ADAC und DMSB.

Das hat man selten erlebt, dass ein Formel 4 Rennen international soviel Aufmerksamkeit bekommt - zumal Mick Schumacher gar nicht mehr in der Serie mitfährt. Sophia Flörsch wurde von einem Sicherheitsfahrzeug fast von der Strecke gerammt, sie hat es per Onboardvideo über Social Media geteilt und international Fürsprache bekommen. Auch ich war geschockt, habe es aufgegriffen und bissig kommentiert. Allerdings sind für mich viele Fragen offen geblieben und ich habe - was bei mir eher selten vorkommt - einen Schwung Fragen formuliert und ADAC bzw. DMSB um Antwort gebeten.

Heute kamen zwei ausführliche Emails mit den aufgeteilten Antworten von ADAC (Oliver Runschke) und DMSB (Michael Kramp), die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

1.) Welcher Vorfall hat die roten Flaggen erfordert?

ADAC: Ein Dreher von Tom Beckhäuser im zweiten freien Training in das Kiesbett in Kurve 10. Auf dem im Internet kursierenden Clip ist das im Kiesbett entgegen der Fahrtrichtung stehende Fahrzeug von Beckhäuser auf der Höhe des Bergungsfahrzeuges zu sehen.

2.) Wie waren die genauen zeitlichen Abstände dieses Vorfalls, das rote Flaggensignal und das Beinahe-Zusammentreffen von Bergungswagen und Sophia Floersch?

ADAC: Die Session wurde um 13.42 Uhr mit der roten Flagge unterbrochen. Zu dem Zeitpunkt als Sophia Flörsch Kurve 10 passierte, wurde seit rund 30 Sekunden rot gezeigt. Auf dem Video-Clip ist zu erkennen, dass Sophia Flörsch zwei Posten mit roten Flaggen passiert sowie eine Signalbrücke mit roten Lampen. Das Onboardvideo der Incident-Cam zeigt, dass Sophia Flörsch bei der Anfahrt zur Schikane Vollgas gibt, die Schikane mit Tempo 151 km/h durchfährt und im Scheitelpunkt Kurve in der Anfahrt auf die Gegengerade wieder beschleunigt.

3.) Welche offizielle Kommunikation kann man zu diesem Vorfall finden und wann wurde diese veröffentlicht? (Die Homepage schweigt sich jedenfalls aus: https://www.adac-motorsport.de/adac-formel–4/de/news-all/)

ADAC: Sämtliche Entscheidungen der Sportkommissare bei der ADAC Formel 4 werden im Media Center vor Ort ausgelegt. Gesammelt werden die Entscheidungen am Montag nach der Veranstaltung online veröffentlicht. Zu finden sind die Entscheidungen im frei zugänglichen ADA-Motorsport-Presseportal unter der Rubrik Ergebnisse. Entscheidungen, die direkte Auswirkungen auf den sportlichen Ablauf der Veranstaltung haben, werden entsprechend in Newstexten und Pressemeldungen erwähnt.

4.) Wie ist die Verantwortung bezüglich der Strafe aufgeteilt - welche Rollen spielen Veranstalter, ADAC und DMSB? Welche Person(en) verantworten die Strafe gegenüber Sophia Floersch?

DMSB: Der DMSB stellt bei der Formel 4 die Mitarbeiter der Race Control (Renndirektor etc.), die Technischen und die Sportkommissare. Die Besatzungen der S-Wagen sind Mitglieder der DMSB-Staffel. Die Strafen wurden von einem Dreiergremium der Sportkommissare verhängt. Vorsitzender ist Achim Loth, der seit mehreren Jahren permanent bei allen Formel–4-Veranstaltungen als Sportkommissar tätig ist.

5.) Gibt es bei der F4 Serie so etwas wie Race Stewards bei der Formel 1, die sich aus Fahrerkreisen rekrutieren, über solche Vorfälle beraten und zu einem Ergebnis kommen?

DMSB: Nein, Race Consultants gibt es in Deutschland derzeit nur in der DTM.

6.) Wie ist die weitere Vorgehensweise zu diesem Vorfall?

DMSB: Wie vom Reglement vorgesehen, ist der Fall von den Sportkommissaren vor Ort bestraft und darüber hinaus an das Sportgericht des DMSB weitergeleitet worden. Die Unterlagen sind inzwischen in der DMSB-Geschäftsstelle eingegangen und das Verfahren wird in Kürze eröffnet. Da verschiedene Fristen bei der Ladung der Beteiligten zu beachten sind, dauert es erfahrungsgemäß einige Wochen bis zur Verhandlung.

7.) Wird es von der F4 Organisation eine in Englisch verfasste Kommunikation geben, um die Bedenken der internationalen Motorsport-Community zu adressieren?

(Mike: hier gab es eine Rückfrage - also noch offen)

8.) Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um eine ähnlich brenzlige Situation in Zukunft zu verhindern? Nur auf diese F4 Serie bezogen oder serienübergreifend?

DMSB: Das Thema der roten Flaggen wird sicher in der Fahrerbesprechung der Formel 4 bei der nächsten Veranstaltung vom Renndirektor erneut zur Sprache gebracht. In Art. 10.3 b des Rundstreckenreglements heißt es u. a.
„Wenn das Zeichen zur Unterbrechung (rote Flagge) gegeben wird:
1) Während eines Trainings / einer Qualifikation / eines Warm-up: Alle Fahrzeuge müssen sofort ihre Geschwindigkeit verringern und langsam zu den Boxen zurückfahren;
3) Überholen ist verboten und die Fahrer sollten beachten, dass sich Renn- und Servicefahrzeuge auf der Strecke befinden können, dass die Strecke aufgrund eines Unfalls vollständig blockiert sein kann und die Strecke aufgrund der Witterungsbedingungen im Renntempo nicht mehr befahrbar ist.”
Erinnert sei in diesem Zusammenhang übrigens an den Unfall in Spielberg (Rennen 1, Kurve 3), wo die Strecke tatsächlich durch mehrere verunfallte Fahrzeuge blockiert war. Gerade weil ein Fahrer nicht wissen kann, welche Hindernisse sich hinter der nächsten Kurve auf der Strecke befinden, muss er bei roter Flagge „auf Sicht fahren“ und das Tempo entsprechend anpassen.

9.) Warum wird den jungen Serienteilnehmern nicht erlaubt, mit eigenem Videomaterial ihre Social Media Kanäle zu füttern, wo doch aktuell selbst die Formel 1 die Zeichen der Zeit erkannt hat?

ADAC: Grundsätzlich begrüßen wir wenn die Teilnehmer der ADAC Formel 4 aktiv Social-Media-Kommunikation betreiben. Deshalb gibt es auch spezielle Bewegtbildrichtlinien, die die Bedürfnisse von Social-Media-Kommunikation abdecken. Das im Umlauf gebrachte Material war allerdings kein Material aus einer klassischen Onboardkamera sondern Material aus der vom Reglement vorgeschriebenen „Incident Cam“. Diese Aufnahmen stehen dem DMSB zur Analyse von Zwischenfällen zur Verfügung sowie den Teams zur Unterstützung ihrer internen Analysen. Sie enthalten Daten wie Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Gaspedalstellung etc.. Die Veröffentlichung dieses Materials ist den Teilnehmern laut ADAC Formel 4 Reglement (Artikel 27.10.) untersagt. Zuwiderhandlungen sehen entsprechende Strafen vor.

Soweit die Antworten - natürlich liegt mir wie immer viel daran, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet - ergänzend biete ich hier auch meinen Kommentar dazu an:

Generell finde ich die Aufteilung ADAC / DMSB interessant - so ein konkreter Fall hilft es anschaulich zu erklären. An der Stelle auch herzlichen Dank an die beiden Herren für die ausführlichen und nüchternen Antworten und die detailreichen Hintergründe.

Zum Vorfall selber: Sophia hat die Diskussion heftig aufgeheizt, indem sie das Video ohne Erklärung der Umstände in Umlauf gebracht hat. Freies Training und Abbruch mit roter Flagge - das hätte geholfen, um die Situation zu verstehen. Ich werde auch den Eindruck nicht los, dass sie absichtlich Stimmung machen wollte - die Darstellung der Dinge ist schon sehr einseitig und oberflächlich betrachtet sieht es so aus, als wäre im Rennen ohne Vorwarnung ein Fahrzeug der Streckensicherung auf die Rennstrecke gefahren.

Natürlich muss sich auch die Streckensicherung Gedanken machen, wie das passieren konnte - auch bei rot muss man damit rechnen, dass noch eine Hitzköpfin angeflogen kommt.

Bei der Strafe für das Video hat Sophia die Umstände nicht erklärt, siehe Punkt 9.) oben. Erstmal wurden öffentlich die 20.000 € diskutiert, in Wirklichkeit sind es dann nur 5.000 € geworden. Ich bin jedenfalls davon ausgegangen, dass es sich um teaminterne Aufnahmen handelte - ich wusste bis heute gar nicht, was eine Incident Cam ist. Wieder was gelernt.

Und wie kommt die ganze Geschichte in die Bildzeitung, bzw. auf bild.de? Die generell und nach Mick Schumacher die Formel 4 ja nicht unbedingt auf dem Schirm haben? Sophia wird pressetechnisch von Georg Nolte betreut, der auch Nico Rosberg zu seinen Klienten zählt. Die Beziehungen wären also theoretisch da, um so eine Story sogar bei Bild zu platzieren.

Ich bin mal gespannt, wie Sophia - oder soll ich sagen Georg Nolte? - weiter mit der Sache umgeht. Spätestens zur Gerichtsverhandlung wird das Thema wieder aufleben. Auch die Reaktionen von Leena Gade, Marco Bonanomi, Peter Dumbreck, Damon Hill, David Heinermeier-Hansson, Filipe Albuquerque, …. würden mich interessieren - ob ihnen die Hintergründe bei ihren Kommentaren so klar waren?

Eure Kommentare sind auch willkommen - im Forum oder auf Twitter bzw. Facebook.

UPDATE:

ENGLISH SUMMARY

The original story with the video of the incident went viral internationally and has been discussed a lot. Here is a summary of what the organisers have to say - I asked them a couple of questions and they came back with detailed answers. They are pasted above in original form in German and are condensed by myself to the key facts here in English.

The incident happened in the second free practice session when a car got stranded in the gravel of corner 10 - right after the chicane - see track layout here. The stranded car can be seen in the video opposite the intervention car - facing into the wrong direction.

Due to the stranded car the session got stopped with red flags at 13:42 and when Sophia passed corner 10 the track was already red flagged for about 30 seconds. In the video it can be seen that she passes 2 posts with red flags and 1 red signal light.

The video was not an ordinary onboard video, as it was not recorded by the team’s own equipment, but contained in the so-called “incident cam”, which is required by regulations for every participant. These recordings shall allow the organisers to analyse incidents and are not allowed to publish, which is also part of the regulations (Artikel 27.10) as is the minimum penalty of 20.000 € in case of infringement. See the original Formula 4 regulations in English here for reference.

Flagging signals are part of “Rundstreckenreglement”, which states that one has to slow down immediately and slowly drive back to the pits.

In the short video Sophia posted it can be seen that she is on full throttle twice: approaching the chicane and after the chicane.

Concluding the summary of the details above, let me also add my personal view: the story made big highlights internationally, but also here locally in all motorsport publications. Surprisingly also in Bild Zeitung, which is German yellow press. Given that Sophia’s press officer is the same Georg Nolte who also looks after Nico Rosberg, the connections for placing such a story are theoretically given. Normally Bild Zeitung couldn’t care less about Formula 4 now that Mick Schumacher has moved on and left the series.

I’m not biased in any way, but I also picked up the story and I didn’t spare with criticism against the organisers. However now, after knowing more background, I feel sort of betrayed, as key facts have been suppressed. The way it went and also how it was handled afterwards with no or little intention to clarify the underlying details, I’m under the impression this was a welcomed little sensation to raise Sophia’s publicity.

Clearly the intervention car should operate much more sensible even under red flags - no question about that. But red flags should be strictly respected by drivers for their own safety, but also that of others.

Floersch | Formel4 | DMSB | ADAC |


Freitag, 07. Juli 2017

BMW BoxerCup bei der IDM ab 2018.

BMW Presse:

Bis zu 30 Teams treten auf identischen, für den Einsatz auf der Rennstrecke modifizierten BMW R nineT Racer gegeneinander an. (..) In dem klassischen, halbverkleideten Sportmotorrad kommt der luft‑/ölgekühlte Boxer-Motor mit 1 170 cm3 Hubraum und 81 kW (110 PS) Leistung in Kombination mit einem Sechsganggetriebe zum Einsatz.

Diese Sonderversion „BoxerCup“ wird u.a. mit folgendem Zubehör versehen:

  • Gabelumbau von Wilbers
  • Stoßdämpfer von Wilbers
  • Zylinderkopfhauben, Motorspoiler, Heckabschluß von Ilmberger
  • Akrapovič Sportschalldämpfer und Titan-Krümmer
  • Brembo Bremsbeläge
  • Lenkungsdämpfer „High End“ von Müller Präzision
  • BMW Motorrad ABS mit Racing-Software

Seitenständer, Spiegel, Kennzeichenträger, Blinker und Lichtanlage werden für den Renneinsatz entfernt. Das Fahrzeug ist jedoch nach der Saison und nach Rückbau in den Originalzustand straßenzulassungsfähig.

Für absolute Chancengleichheit sind darüber hinaus keinerlei Änderungen – mit Ausnahme optischer Anpassungen wie Lackierung, Folierung oder Aufkleber – zulässig.

Sauber! An den alten BoxerCup kann ich mich noch gut erinnern, da ging es heftig zur Sache - hätte man nicht vermutet. Aber wenn Racer auf identischem Material losgelassen werden, dann wird es immer spektakulär - auch bei nur 110 PS.

Wetten, dass Günther Wiesinger wieder irgendetwas auszusetzen hat?

BoxerCup | IDM1000 | Wiesinger |


Wer meint ein Boosted Board sei teuer - dieser BMW Tretroller mit E-Antrieb soll ´unter 2.500 € kosten´.

Elektro |


Dieselgate: Audi Manager in München verhaftet, in USA angeklagt.

Die US-Anklage gegen Giovanni Pamio ist von gestern, die Verhaftung in München fand schon am Montag statt:

The former manager at Volkswagen AG’s Audi arrested by Munich prosecutors Monday is the same man who was charged by the U.S. Justice Department, two people familiar with the case said.

Aus der US-Anklageschrift:

According to the complaint, after Pamio and coconspirators realized that it was impossible to calibrate a diesel engine that would meet NOx emissions standards within the design constraints imposed by other departments at the company, Pamio directed Audi employees to design and implement software functions to cheat the standard U.S. emissions tests. Pamio and coconspirators deliberately failed to disclose the software functions, and they knowingly misrepresented that the vehicles complied with U.S. NOx emissions standards, the complaint alleges.

Im Januar war schon Oliver Schmidt von VW verhaftet worden, weil er so leichtsinnig war in die (durch die) USA zu reisen.

Während in den USA schon längst Nägel mit Köpfen gemacht werden, ist in Deutschland bzw. Europa davon nichts zu merken. Die Staatsanwaltschaft tritt hier und da mal in Aktion, aber Anklage wird keine erhoben. Und die Kunden sind gezwungen einzeln zu klagen, was tendenziell dazu führt, dass sich VW im Einzelfall einigt, ohne dass es zu einem Gerichtsurteil kommt. Kein Wunder, dass Myright und Volkswagen Car Claim Zulauf bekommen.

Dieselgate | Pamio | Myright | VWCarClaim |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Kurt Beck hat es mal wieder in die Zeitungen geschafft.

Auf welt.de:

Das einstimmige Ergebnis auf dem Parteitag war echt.

Ja, sooo echt in etwa.

Ich notiere mir seit 25 Jahren jeden Tag auf einem Zettel die Headlines und Kernaussagen der Zeitungen. Und diese Zettel zeigen eindeutig die mediale Anti-Schulz-Tendenz.

Da ist sie ja wieder die Schuld der anderen!

Das mit den Zetteln kann ich mir gut vorstellen, wie er da in einem miefigen Büro ganz wichtig in einem Stapel Zeitungen sitzt und Überschriften abmalt.

KurtBeck |


Freitag, 02. Juni 2017

Primitive Lenkwinkel-Erkennung bei Audi A7 und A8 für Abgasmessung auf dem Prüfstand.

Als hätte Audi nicht schon genug Dieselgate um die Ohren: die Einschläge kommen näher und sie kommen öfter. A7 und A8 sollen per Lenkwinkel-Erkennung bei Werten über 15° die Abgasreinigung außer Kraft setzen. Weil bei den Prüfstandsläufen natürlich keiner lenkt. Bei dem Theater prallen aktuell Verkehrsminister Dobrindt und Audi-Boss Stadler volley aufeinander.

Was mich bei der Sache irritiert: versucht mal in der offiziellen Audi Pressemitteilung zu dem Thema das Wort “Diesel” zu finden. Oder sind Benziner jetzt auch betroffen? Jedenfalls eiern sie sich ordentlich einen zusammen und tun so, als seien die bösen NOx-Werte irgendwie von außen in die schönen Audis reingezaubert worden.

Dabei ist das Thema überhaupt nicht neu - höchstens die Tatsache, dass es jetzt auch mal in Deutschland diskutiert wird.

Ich frage mich, wie sie das jetzt lösen wollen - denn schon im März schrieb ich, dass der feinen Audikundschaft natürlich keine AdBlue Betankung zugemutet werden kann. Kommen die Kunden überhaupt selber an den Tank beim A7/A8?

Das alles sind auch keine guten Nachrichten für Ducati.

Audi | Ducati | Dieselgate | Dobrindt | Stadler |


Sonntag, 21. Mai 2017

Dieselgate: Wie kommt es eigentlich, dass es für VW in Deutschland bisher so ruhig geblieben ist?

In den USA wurde nur ein Bruchteil der Dieselfahrzeuge verkauft, aber eine massive Strafe kassiert, während in D eine übersichtliche Umrüstaktion durchgeführt wird.

Vor Gericht wird im Unterschied zu Amerika hierzulande jeder Fall einzeln betrachtet und laut dem aktuellen Handelsblatt bemüht sich VW, die Außenwirkung möglichst gering zu halten. Bahnt sich eine positive Urteilsbegründung für den Kunden an, versucht man sich außergerichtlich zu einigen, damit kein Urteil gesprochen wird. Auf diesem Weg werden auch hier VW Fahrzeuge zurückgegeben, nur bekommt es kaum jemand mit. Unterstützt auch durch die Verschwiegenheitserklärung der Kläger, die diese bei Einigung unterschreiben müssen.

Auch ein neuer Begriff für das “Defeat Device” wird von VW bemühlt: “verbaute Umschaltlogik”. VW gibt auch keine Auskunft darüber, wieviele Fahrzeuge bisher zurückgekauft wurden.

Ob sie damit durchkommen, wird sich zeigen, denn Myright und Volkswagen Car Claim nehmen noch Anlauf.

Dieselgate | DefeatDevice | Volkswagen |


Samstag, 20. Mai 2017

Fiat 500X schaltet Abgasreinigung nach 22 Minuten ab?!

Die Wissenschaft hat die Herausforderung angenommen, die Motorsteuerungen der Hersteller zu durchleuchten. Reverse Engineering würde ich sagen.

Es gibt auch schon erste Ergebnisse:

Die Wissenschaftler haben dazu ein Programm geschrieben, „mit dem man gewissermaßen erstmals in diese Blackbox schauen“ kann, sagt Holz. Er konnte damit nachweisen, dass beim Fiat 500X eine programmierte Zeitschaltuhr als ausgesprochen primitives, gleichwohl aber wirkungsvolles „Defeat Device“ dient. Bisher konnte man das nur vermuten, indem man das Verhalten der Abgasreinigung auf dem Prüfstand und auf der Straße verglich. Dabei war aufgefallen, dass sie sich immer genau nach 22 Minuten abschaltete. Ein Prüfstandslauf dauert exakt 20 Minuten.

Anlass ist ein Kongress, der am Montag startet:

Die Computerexperten aus Deutschland und den USA werden ihr Analysetool gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Partnern auf dem „IEEE Symposium on Security and Privacy“ (22. bis 24. Mai 2017 in San Jose, Kalifornien) präsentieren.

Ich sehe da einige Turbulenzen auf FCA zukommen.

Dieselgate | Fiat | Blackbox | Prüfstand | IEEE |


Dienstag, 16. Mai 2017

Es gibt diese Gattung Elektro-Fahrräder, die noch keine richtige Bezeichnung hat, die mit "E-Bike" aber auf jeden Fall nicht richtig beschrieben sind.

Hier mal die Eckdaten: 6 KW Leisung bei 40 kg. In Deutschland gibt es die französischen LMX Freeride Bikes jetzt zum ersten Mal - nämlich bei EM-Laudenklos in Fürth/Odenwald.

Auf dass sie ihren Siegeszug antreten! Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich prophezeie, dass Funbikes dieser Art bald noch viel häufiger auftreten werden. Bei einem so lautlosen und leistungsstarken Gerät spielt auch die Legalität nur eine untergeordnete Rolle.

Elektro | Freebike | Laudenklos |


Samstag, 06. Mai 2017

3-facher Miketest: Honda Fireblade SP, CB 1100 RS und X-ADV.

Dieses Wochenende habe ich mit einer Tradition gebrochen: ich fahre keine Motorräder, die mir nicht gehören. Ich hatte immer die Befürchtung, dass mir dann mein eigenes vielleicht nicht mehr so gut gefällt - und das könnte ich den treuen Eisen ja nicht antun.

Und ich habe das 6h WEC Wochenende in Spa freiwillig sausen lassen - da muss es schon einen triftigen Grund geben? Und was ist besser, als anderen beim Fahren zuzuschauen? Natürlich selber fahren!

Honda Motorrad Deutschland hatte geladen: 2 LKW voll mit den neuesten 2017er Motorrädern und jede Menge Schreiber, Blogger und Youtuber, um die Kollektion auszuprobieren. Das Ganze im schönen Spessart, wo mir jeder vorher gesagt, dass das eine super Motorrad Gegend ist.

Muss man nicht lange überlegen um zuzusagen! Deswegen bin ich ja auch letztes Jahr extra auf der Intermot gewesen, um Kontakte zu knüpfen und die Fühler Richtung Motorrad auszustrecken - siehe Mikebericht. In Köln hatte Honda einen großen Auftritt, denn die Fireblade wurde weltpremiert:

Wer hätte gedacht, dass mich 7 Monate später dieser Fuhrpark anlacht:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und um des Bloggers Leben zu vereinfachen, war auch ein Fotograf für die Fahraufnahmen vor Ort - aber nicht irgendeiner, sondern Gerhard Rudolf vom Gasgriffsalat Blog, den ich schon immer mal treffen wollte:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wir hatten uns tatsächlich einiges zu erzählen! Und während wir so in alten Fotos stöbern stellt sich raus, dass er mir sogar mal vor die Linse gelaufen ist - auch erst 16 Jahre her! Kleine Welt.

Nur um ganz sicher zu gehen, hatte ich auch meine eigene Honda mitgebracht - ich kann die Arme ja schlecht in der Garage stehenlassen, um dann mit anderen Hondas fremdzugehen. Und um die Hornet etwas aufzumuntern, habe ich sie erstmal gebührend in Szene setzen dürfen:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Sie hat sich natürlich nichts anmerken lassen - aber sie ist fast geplatzt vor Stolz!

Mein erstes FAHRzeug sollte dann die neue CB 1100 RS werden - old Old School trifft new Old School:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

In Japan ist das Motorrad der Renner und man hat alle Register gezogen, dass der Motor luftgekühlt bleiben konnte trotz Euro 4 Norm. Es gibt auch eine CB 1100 EX mit Speichenrädern und 1° flacherem Lenkkopfwinkel. Also Gussräder für die RS - und gelbe Federbeine gehen immer:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Die 1100er hat 90 PS und wiegt 255kg - erst dachte ich: “uups, ganz schön schwer”, aber beim Fahren merkt man das Gewicht nicht mehr:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Lässt sich schön komfortabel bis sportlich fahren und hat jede Menge Charakter. Sogar ich mit meinen 1,96m hab gut Platz gefunden - die Fußrasten sind bequem und nicht zu weit oben angebracht. Der Alex von Fast Forward Films hat sich mit der Fireblade dazugesellt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… was bei zügigerer Gangart dann doch einige Schleifspuren hinterlassen hat:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Macht aber nichts - das kann man für die bequeme Sitzposition gerne in Kauf nehmen.

Eine weitere Überraschung hatte ich ja auch der Intermot, als ich zum ersten Mal hörte, dass Honda ein Doppelkupplungsgetriebe für Motorräder im Programm hat:

Das wird sogar relativ häufig bestellt von den Kunden, bei der Africa Twin z.B. hat jede Zweite dieses Getriebe an Bord. Und das neue X-ADV Gefährt hat es sogar serienmäßig. Da hilft nur eins, ausprobieren!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Ist ganz witzig, weil man völlig auf das Schalten verzichten kann. Der Roller hat übrigens sage und schreibe 750ccm und geht ganz ordentlich - 150 Sachen hat man ziemlich schnell drauf.

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Man fühlt sich auch sicher, komfortabel sitzt es sich sowieso. Die meisten Fahrzeuge gehen nach Südeuropa - z.B. Italien - aber auch in Deutschland werden einige auf der Straße zu sehen sein. Oder im Gelände, denn das soll der Roller auch können und hat dafür extra mehr Bodenfreiheit. Lass mal testen:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Stimmt - geht!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Für einen Feldweg reicht das allemal - ist auf jeden Fall ein mutiges Produkt.

Mut ist ein gutes Stichwort, denn ich wär dann jetzt soweit:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Die Fireblade ist ein mächtig heißes Eisen mit vielen tollen Details. Die schlanke Linie ist der Hammer, im Vergleich zu meiner Hornet eine echte Ballerina:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Wenn man von der Seite schaut bekommt man ein Gefühl, wieviel Arbeit da drin gesteckt haben muss, diese schlanke Linie über Tank, Rahmen und Motor zu realisieren:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Beim Betrachten wundert man sich, wie so etwas Zierliches so brutale Leistungswerte haben kann - 192 PS warten darauf, von der Leine gelassen zu werden:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wenn man dazu noch das Vergnügen hat die SP-Version auszureiten, dann kommen sogar noch feinste Brembo und Öhlins Zutaten in’s Spiel:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Dann lass uns mal die 192 Pferdchen wecken:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Ich will auch gar nicht lange drumrumreden - die Blade ist der Hammer - sowas habe ich noch nicht erlebt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

So knackig und scharf - und obenraus ein Kraft-Feuerwerk - da bist du froh, wenn du weißt wo die Straße langgeht, weil viel Zeit zum Nachdenken bleibt dann nicht mehr. Eigentlich ein Rennmotorrad - völlig unterfordert auf der Landstraße.

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Der Kracher schlechthin ist aber die Schaltautomatik:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Wenn die aktiviert ist, braucht man die Kupplung nur noch zum Losfahren - danach hat sie Sendepause. Man schaltet lustig hoch und runter - den Rest macht die Elektronik. Hört sich jetzt unspektakulär an - aber das läuft so ab: du fährst los, 1.Gang - ziehst auf - lässt das Gas stehen - 2.Gang ohne wirklich eine Schubunterbrechung zu merken - Zeit für Vollgas-Anschlag - ausdrehen - stehen lassen und dabei schalten - 3.Gang - kurz und knackig - kleines PENG aus dem Auspuff - 4.Gang … WOW - viel zu schnell - mach mal dünn. Was für ein Feuerwerk!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und umgekehrt dasselbe Spiel. Sagen wir mal Du kommst im 4. auf eine Spitzkehre zu - lässt dank Brembos lange rollen - spät in die Eisen - und bei relativ hoher Drehzahl 2 Gänge runter - BAMM BAMM - mit kräftigem Zwischengas passt die Blade die Gangwechsel ein - du hast beide Hände kontrolliert am Lenker - keine Unruhe während dem Anbremsen - legst um und sortierst Dir den Kurvenausgang. Ein Traum!

Das war nicht einfach für die Hondaleute mich abends wieder aus der Blade rauszuoperieren - unzertrennlich die zwei:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Aber auch im Stand kann man sich an der Waffe kaum sattsehen. Vom Schweißnähteporno:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… über die liebevollen Details:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… alles passt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wie sich der Tag so zu Ende neigt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… meldet sich mein eigenes Eisen zu Wort:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… das bei Kennern nach wie vor hoch im Kurs steht:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Also noch schnell eine schöne Runde drehen und die Spessart-Straßen genießen. Ein schöner Abschluss für einen herrlichen Ausflug - danke an Honda für die Einladung!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Miketest | Honda | Fireblade | CB1100 | XADV |


Donnerstag, 04. Mai 2017

Tesla dreht in Prüm alles auf Links - Klaus Grohmann nicht mehr an Board.

Es sieht so aus, als hätte sich Klaus Grohmann das etwas anders vorgestellt, als Elon Musk im November seine Firma in Prüm übernommen hat.

Nur ein paar Monate später sind alle Verträge mit anderen Herstellern gekündigt und Klaus Grohmann hat die Firma verlassen. Während sich Tesla inzwischen mit der IG Metall rumschlagen darf.

Ich würde mich ja freuen, wenn sich die stoischen Eifler zur Revolution aufschwingen - allein mir fehlt der Glaube. Ich bin aber auch ein verbranntes Kind und man sollte die Hoffnung nie aufgeben.

Klaus Grohmann hat jedenfalls einen illustren Werdegang hinter sich und macht trotz seines Alters von 74 noch einen recht umtriebigen Eindruck. Ich könnte mir vorstellen, dass er noch ein Ass im Ärmel hat.

Grohmann | Tesla | Prüm | Elektro |


Samstag, 22. April 2017

Apple Maps zeigt jetzt auch elektrische Ladestationen in der App.

Damit den Reichweitenpanikern nicht der Saft ausgeht:

Elektro | Apple |


Freitag, 07. April 2017

Sportfunktionäre und Beraterverträge.

Man vermutet immer, dass es sie gibt, aber nur selten bekommt man sie zu sehen bzw. zu lesen: die hoch dotierten Zuwendungen für Sportfunktionäre.

Hier hat so ein Fall aus Deutschland jetzt das Licht der Welt erkämpft, satte 125.000 € pro Jahr für unseren Mann bei Olympia - Thomas Bach. Hier gibt es Hintergründe.

Mit Sport hat das natürlich alles schon lange nichts mehr zu tun. Wie wohl die VW Konditionen beim DMSB Präsidenten aussehen?


Samstag, 11. März 2017

Zu Besuch beim Kölner Startup evopark.

Am Donnerstag hatte ich Gelegenheit die junge Firma in der Nähe vom Ebertplatz zu besuchen. Ich hatte schonmal Kontakt im November, als einer der Gründer - Tobias Weiper - einen Vortrag bei der TU Europe in München gehalten hat:

Zustande gekommen ist der Termin dann allerdings durch Jonas Kaczmarczyk, der - als gebürtiger Kölner und wohnend in Reetz bei Blankenheim - aktuell ein studienbegleitendes Praktikum dort macht, nachdem er vorher bei Manthey und Schnitzer gejobbt hat. Dem ein oder anderen von Euch wird er bekannt vorkommen. Sein Studium in Berlin wird er in einem Jahr abschließen. Der zweite auf dem Bild (rechts) ist Martin Storch, der das Marketing verantwortet und sich ebenfalls Zeit für den Termin genommen hat:

Das erklärte Ziel von evopark ist es, dass wir in Parkhäusern nicht mehr nach Kleingeld kramen müssen. Das geht sogar noch einen Schritt weiter, dass man auch nicht mehr das Fenster runterkurbeln muss, denn eine Chipkarte übernimmt die Kommunikation und die Schranke geht automatisch auf:

Die Schwierigkeit für das Unternehmen besteht darin, dass man einerseits den Parkhaus-Betreibern das Upgrade auf die Funktechnologie schmackhaft machen muss und andererseits die Kunden zur Registrierung animieren muss, damit sie als eingetragener User die Vorteile von evopark nutzen können.

Insgesamt arbeiten knapp über 20 Personen dort - wobei der Schwerpunkt aufgrund der Aufgabenstellung im IT Bereich liegt, also im Programmieren. Da die Kommunikation hauptsächlich online erfolgt, arbeiten einige der Kollegen gar nicht in Köln vor Ort, sondern remote mithilfe von Chat und anderen Tools. Angefangen hat das Ganze in der WG des 4-köpfigen Gründer-Freundeskreises direkt nach dem Studium in 2014.

Schlagzeilen hat evopark gemacht, als Porsche Digital - die neue Mobilitätsfirma, die ihren Sitz in Ludwigsburg hat - als (Minderheits-) Investor eingestiegen ist.

Bisher sind 25 Städte mit 69 Parkhäusern angeschlossen, Tendenz steigend. Alleine in Deutschland ist das Potential an anschließbaren Parkhäusern 4-stellig. Es gibt auch Kooperationen mit Einzelhändlern, die einen Einkauf mit einer Parkgutschrift direkt auf der Parkkarte honorieren - das wird im Hintergrund dann gutgeschrieben.

Dieses Modell nennt sich B2B2C - also Business-to-Business-to-Customer, weil evopark stets den Kontakt zu den Endkunden hält, auch wenn andere Firmen zwischengeschaltet sind. So hat z.B. die Versicherung AXA sich die Dienste von evopark gesichert, um eine eigene gebrandete Parkkarte anbieten zu können.

Was kennzeichnet also ein Startup und wodurch unterscheidet es sich von einer normalen Unternehmensgründung?

Martin definiert es über Innovation und digitale Inhalte, auch ist der Altersdurchschnitt der Beteiligten normalerweise eher jünger. Die Unternehmenskultur ist familiärer - z.B. wird mittags immer zusammen gegessen:

Möglich macht das trotz der kleinen Firma der Anbieter Meal Mates - witzigerweise ebenfalls ein Startup, das preislich attraktive Verpflegung für Unternehmen in der nördlichen Kölner Innenstadt anbietet und von Jonas und Martin ausdrücklich empfohlen wird - scheint gut zu schmecken!

Aber auch sonst stehen andere Startups hoch im Kurs - für Personal und Accounting werden Online Tools eingesetzt - eventuelle Berührungsängste sind gar nicht erst vorhanden. Spart Aufwand und man hat alles selber unter Kontrolle, weil man nicht an Dritte auslagert. Das gilt ebenso für die interne Kommunikation, aber auch solche Bereiche wie den Bewerbungsprozess.

“Für alles erstmal das Handy benutzen - jedes Problem erstmal mit dem Handy lösen. Meistens hat irgendein Startup eine Idee für ein Tool und du probierst es dann erstmal damit.”

… so definiert Martin den digitalen Wandel. Das würde man auch zwangsläufig lernen, wenn man bei einer Firma wie evopark aktiv ist.

Wie sehr jede kleine Dienstleistungs-Nische heutzutage besetzt wird, kann man am Beispiel evopark gut erkennen: aus dem Gesamtthema Mobilität konzentriert man sich auf’s Parken - und hier sogar speziell auf den Teilbereich Parkhäuser.

Wenn man mal in die Zukunft denkt und das autonome Fahren in’s Spiel bringt: gibt es dann überhaupt noch ein Geschäftsmodell für evopark? Stellt sich raus, dass es dann sogar noch viel wichtiger wird über Funkkontakt die Autos in die Parkhäuser zu lassen, denn es gibt ja keinen Fahrer mehr, der überhaupt ein Ticket ziehen könnte.

Es war auch interessant zu hören wie divers sich die Parkhauslandschaft gestaltet, das geht vom Familienbetrieb bis zum Großunternehmen - alles dabei.

Eine Herausforderung für evopark besteht darin, das Modell für den Kunden schmackhaft zu machen. Es gibt zwar Momente, an denen man den Parkautomaten am liebsten verprügeln möchte (schonmal mit 20€ bezahlt und Münzgeld zurückbekommen?!), aber später ist das wieder vergessen und es fehlt der Antrieb sich bei evopark zu registrieren.

Wer von Euch ein Parkhaus benutzt, das bereits angeschlossen ist, kann den Promocode

20832COM

benutzen - damit entfällt die Anmeldegebühr (normal 5€) und es gibt noch ein 5€ Guthaben zum Abparken dazu. Der einzelne Parkvorgang wird mit 0,39€ zusätzlich abgerechnet - alle Details stehen hier. Die dazugehörige App gibt es im jeweiligen Store.

Übrigens suchen die evoparker auch immer nach Verstärkung im Team - wer sich angesprochen fühlt, hier geht es zum Karrierelink.

Zum Abschluss meines Besuches gab es noch einen richtigen Kracher - ein Parkhausquartett! Hab ich vorher auch noch nie gesehen:

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evopark | Startup | Mikebericht |


Sonntag, 15. Januar 2017

Nächstes Wochenende steht das Race of Champions an - diesmal aus Miami. In Deutschland überträgt Sport1.


Donnerstag, 12. Januar 2017

Der Umweltminister von NRW fährt Tesla.

Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein deutscher Minister ein amerikanisches Auto fährt.

Aber was soll Johannes Remmel auch sonst machen? In NRW oder in Deutschland gibt es keinen Hersteller mit ähnlichem Produkt.

Sowas macht dann natürlich auch international Schlagzeilen.


Mittwoch, 11. Januar 2017

Welcher Politiker fällt Euch auch als erstes ein, wenn es um Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und den guten Ruf geht?

Richtig: Kurt Beck.

Beck gilt als ehrlich und verlässlich und genießt unter den Politikern in Deutschland einen ausgezeichneten Ruf.

Das muss dieses Fake-News Phänomen sein - wird Zeit, dass das unter Strafe gestellt wird.


Montag, 02. Januar 2017

Elektroautos kommen in Deutschland nicht in Fahrt.

In Berlin hat man sich zusammen mit der Autolobby ausgedacht, dass mit einem 4.000 € Zuschuss die Elektroautos weggehen wie warme Semmeln. Insgesamt stehen 1,2 Mrd. € bereit, das wären 300.000 E-Autos (oder 400.000 Plug-In Hybrid, die bekommen 3.000 €).

6 Monate später die Bilanz:

Nur etwa 9.000 Anträge, davon 5.000 Elektro und 4.000 Hybrid.

Also 1.500 Anträge pro Monat. Um aber auf die angepeilten 1 Million Fahrzeuge bis 2020 zu kommen, müssten es für die nächsten 36 Monate über 27.000 Anträge pro Monat sein.

Da hat sich jemand ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt und die Aussicht für Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität klingt eher nach Utopie. Immerhin kommen dieses Jahr neue attraktive Modelle wie der Tesla Model 3 oder Opel Ampera-e (baugleich mit Chevrolet Bolt).

Flop scheint die passende Vokabel. Die Zeiten, dass Made in Germany ein Selbstläufer ist, sind vorbei. Und das mit dem Leit… können sich unsere Vorreiter auf dem hohen Roß abschminken: China ist das Maß der Dinge.

Elektro | Umweltprämie |


Samstag, 10. Dezember 2016

Schnitzer und Charly Lamm zurück beim 24h-Rennen.

BMW Pressetext:

2017 verstärkt das BMW Team Schnitzer das ohnehin schon starke Aufgebot von BMW im internationalen GT- und Langstreckensport. Neben ROWE Racing, den Siegern des 24-Stunden-Rennens in Spa-Francorchamps, und Schubert Motorsport wird die Mannschaft um Teamchef Charly Lamm (DE) unter anderem bei den 24 Stunden vom Nürburgring (DE) um den 20. Gesamtsieg von BMW bei diesem Klassiker kämpfen. Außerdem ist der Start des BMW Team Schnitzer mit dem BMW M6 GT3 im ADAC GT Masters geplant. Traditionell werden die drei Teams auch bei vielen weiteren GT-Events – etwa im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) oder der Blancpain GT Series – die BMW Farben vertreten. Neben den in der DTM aktiven Werksfahrern wird beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring unter anderem der ehemalige BMW Motorsport Junior Jesse Krohn (FI) in einem BMW M6 GT3 antreten.

In der DTM werden nur noch 2 Teams je 3 Autos einsetzen: RMG und RBM. Gustl Farfus wechselt dabei zu Stefan Reinhold´s Team.

N24h | Schnitzer |


Samstag, 05. November 2016

Woran merkt man, dass die Zeit eines Motorsport-Funktionärs abgelaufen ist?

Wenn er meint, Motorsport bräuchte zum Erfolg Fernsehpräsenz:

Hans-Joachim Stuck: Für mich ist ganz klar ein wichtiger Parameter das Fernsehen. Es ist eigentlich schade, dass nur so wenig im TV zu sehen ist. (..) Wir brauchen mehr Fernsehpräsenz. Aus Eventsicht - beispielsweise die Panzerplatte bei der Rallye Deutschland - ist alles fantastisch. Aber durch die fehlende Präsenz im TV bekommt die WRC nicht den nötigen Stellenwert.

Ein guter Anlass, um noch einmal auf meine Ausführungen vom Anfang des Jahres zu verlinken: Motorsport-Übertragungen in der Zukunft.

Stuck | Zukunft | Funktionär |


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

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Samstag, 29. Oktober 2016

Ausgerechnet GM aus Amerika bringt Schwung in den E-Auto Markt.

GM ist der erste, der ein E-Auto in größeren Stückzahlen herstellen wird.

In Amerika als Chevrolet Bolt EV:

… und in Europa als Opel Amera-E:

… wobei für England anscheinend kein eigener Rechtslenker geplant ist.

In US hat die Produktion bereits gestartet und das Auto wird die Kunden weniger als 30.000 $ kosten:

The Bolt starts at $37,495 in LT trim, but a $7500 federal tax credit will pull the price under $30,000. Some states and municipalities offer incentives beyond that.

Und die Reichweitenphobie?

In our most recent rendezvous with the Bolt, we performed a real-world range test that mimics a long highway road trip. With the cruise control set to 75 mph and the climate system set to 72 degrees, we drove the battery to exhaustion in 190 miles.

Das sind etwa 305 km. Stolzer Wert - wobei Opel sogar eine Reichweite von über 500 km angibt. Allerdings kommt das europäische Modell erst im Frühjahr - die ersten US Kundenautos werden noch dieses Jahr ausgeliefert - erste Presseautos sind schon unterwegs.

Von 0 auf 60 mph vergehen nur 6,5 Sekunden - das ist sportlich.

Vor allem weil das Gerät auch ziemlich schwer ist: knapp über 1.600 kg.

Das sieht man auch:

Im Motorraum sieht das komplexer aus, als ich erwartet hätte. Ich bin mir auch noch nicht so sicher, wie das getriebemässig gelöst ist.

Interessant auch:

A 10.2-inch touchscreen is standard equipment, but a navigation system isn’t offered. Instead, you’ll have to rely on a connected phone to pull up Android Auto or Apple CarPlay.

Kein Navi mehr fest eingebaut. Macht meiner Meinung nach auch wenig Sinn - sowas hat heute jeder im Handy mit Google Maps z.B. - inklusive dem Vorteil aktueller Verkehrsinformation. Ob sich das als Trend durchsetzt, kein Navi mehr anzubieten?

Dass ausgerechnet ein US Unternehmen, das normalerweise eher sowas im Angebot hat den Elektromarkt in Schwung bringt, hat schon etwas Skurriles. Oder liegt es einfach nur daran, dass man in Deutschland die Tür zu diesem Markt meilenweit offenstehen lässt?

Nächste Woche bin ich in München 2 Tage auf der TU Auto Konferenz, um zu ergründen wo die Reise hingeht. Auch in Bezug auf autonomes Fahren, das meiner Meinung nach eine Gefahr für den Motorsport an sich sein könnte.

Bold | Ampera | Elektro |


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Audi verabschiedet sich aus Le Mans.

Nicht 2018, nicht 2017 - nein schon Ende diesen Jahres wird das komplette WEC Programm eingestampft.

Noch 2 Rennen, dann ist Schluss.

Die Einschläge kommen im Moment knüppeldick für VW. Am Dienstag hat VW einem Vergleich in den USA über 14,7 Milliarden (Milliarden!) Dollar zugestimmt, um die 475.000 in Amerika verkauften Green-Diesel als 2 Liter Variante vom Tisch zu bekommen. 85.000 3L warten noch auf eine Lösung. Nicht vergessen, dass es sich insgesamt um 11 Mio. Fahrzeuge handelt - alleine 2,61 Mio. in Deutschland.

Bei VW geht es finanziell an´s Eingemachte und man hat sich sowieso gefragt wie es sich ein Konzern leisten kann, 2 LMP1 Teams - Audi und Porsche - auf allerhöchstem Level gegeneinander antreten lassen kann. Matthias Müller hatte an dieser Entscheidung sicher auch seinen Anteil, denn im Windschatten von Winterkorn ist er 2010 Chef von Porsche geworden. Um 2015 den dann geschassten Winterkorn zu beerben und die Leitung der VW AG zu übernehmen. Wo sich der Kreis wieder schließt, denn dort verantwortet er natürlich auch das Einstampfen des Audi R18.

Vielleicht schlägt sein Motorsport-Herz eher für Porsche, aber Audi über die Klinge springen zu lassen hat noch einen anderen Grund: den Diesel.

Denn Audi setzt als einziges Motorsport-Team einen Diesel als Antriebsquelle ein - aus Marketinggründen. Und zwar schon ewig - nämlich seit 2006. Insgesamt geht Audi seit 1999 in Le Mans am Start und hat ab 2000 eine unvergleichliche Siegesserie hingelegt: nur 2009 konnte Peugeot gewinnen - die Siege 2005 (ADT Champion Racing, R8) und 2003 (Bentley) buche ich mal mit dazu. Geändert hat es sich allerdings mit dem Einstieg von Porsche, denn die Weissacher konnten die letzten beiden Jahre gewinnen. (Das tragische Schicksal von Toyota von diesem Jahr haben wir ja noch gut in Erinnerung.)

Seit Dieselgate hat Audi Sport die Bezeichnung Diesel vermieden wie der Teufel das Weihwasser - wenn es gar nicht mehr anders ging wurde TDI eingesetzt. Was eigentlich nur Auto-Insidern ein Begriff sein dürfte. Damit stand also auch schon 2016 unter einem schlechten Stern, denn selbst Erfolge konnten sich überhaupt nicht vermarkten lassen, da der Ruf des Diesels für immer und ewig vergiftet war. Eigentlich hatte man sich geschämt, einen Diesel einzusetzen - aber das ließ sich ja nicht so schnell ändern. Ich wette es gab im Konzern genug Leute, die nur auf die erste Gelegenheit gewartet haben, das Audi Le Mans Programm über die Klinge springen zu lassen. Einen Sauger neu zu konstruieren machte natürlich noch viel weniger Sinn, das läuft ja schon bei Porsche.

Das ist schon bitter zu beobachten, wie ein Sportteam zum Spielball der Marketing Strategen wird - erst, als ihnen übergedeut wurde doch einen Diesel einzusetzen und jetzt, wo sie ihn ausgereift haben, gehen sie als Opfer mit unter.

Die Era dicker V8 (Toyota), kleiner Turbo (Porsche) und Diesel (Audi) in der LMP1 gegeneinander antreten zu sehen, wird als ausgewöhnlich in die Le Mans Geschichte eingehen. Ich war fasziniert davon, diese grundsätzlichen Konzepte Kopf an Kopf im Rennen zu sehen. Wetten, dass dass sich die Konzepte jetzt wieder aneinander annähern? Wobei ja nur noch Toyota und Porsche übrig sind. Ob jetzt noch ein weiterer Hersteller einsteigt? Die Türen beim ACO werden sperrangelweit offen stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die deutsche Autoindustrie beeindruckt aber auch das konsequente Handeln von Audi - durch den Druck von allen Seiten sind sie gezwungen alte Zöpfe abzuschneiden und können sich - ohne Diesel Ballast - voll auf Elektro konzentrieren.

So desaströs die Situation momentan erscheint - es könnte sich hinterher als großer Glücksfall herausstellen.

Bitter ist es für die Fahrer - ich hoffe sie müssen nicht aus der Not heraus noch Formel 1 fahren.

LeMans | AudiLMP1 | Dieselgate | LM24 |


Montag, 10. Oktober 2016

Intermot 2016 Mikebericht - Startet Elektro jetzt voll durch?

Die Intermot Motorradmesse findet alle 2 Jahre in Köln statt und dieses Jahr war es wieder soweit. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn zum einen wollte ich mal ausloten, wo wir in Bezug auf E-Mobilität stehen und zum anderen hatte ich mir ja extra Visitenkarten machen lassen. Die wollen verteilt werden. Ich hatte vor ein paar Kontakte zu knüpfen und das ist mir auch ganz gut gelungen.

Interessant zu beobachten, dass man heutzutage nicht mehr verächtlich angeschaut wird, wenn man sich als Blogger vorstellt. Je nach Firma wird man inzwischen mit offenen Armen empfangen - das war nicht immer so.

Insgesamt waren 220.000 Besucher da und das konnte man am Samstag auch deutlich sehen:

Vorreiter was die Bestromung angeht, ist BMW. Alle anderen - Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, … - zucken beim Thema Elektro nur mit den Schultern. Ja, es gäbe Überlegungen, aber nichts Spruchreifes. Da ist KTM mit der Freeride auch schon ein Stück weiter.

Aber zurück zu BMW: durch i3 und i8 hatte ich gehofft, dass der C Evolution ein paar revolutionäre Ansätze in sich trägt. Immerhin ist der i3 Wegbereiter, was die Serienproduktion von Kohlefaserteilen angeht.

Der Roller wird schon seit 2 Jahren in Serie gebaut und die einzige Neuerung, die zuerst bei der Autoshow in Paris vorgestellt wurde, ist die Reichweitenverlängerung von 100 auf 160km. Und eine neue Farbe.

Ganz schön dünn, da war ich doch etwas enttäuscht. Habe dann mich dann mal so durch die technischen Daten gefragt. Gewicht: 270 kg. Au weia. Da ist wohl eher Blei als Carbon im Einsatz - ganz schön heftig für einen Roller. Problem seien die Batterien, die Industrie ist noch nicht in der Lage, vernünftige Komponenten beizusteuern. Top Speed liegt bei 120 km/h - dann wird abgeregelt. Der könnte auch schneller, aber dann verbraucht er einfach zu viel. Und 120 sei ok, um nicht mit den LKWs kämpfen zu müssen.

Aber als tiefer gebohrt hatte, stellt sich raus, dass bei dem Gerät viele Kompromisse eingegangen wurden. Das Ladegerät ist fest verbaut, damit man auch unterwegs aufladen kann. Das Ding wird aber heiß, also braucht es Wasserkühler, -leitung und pumpe. Was für ein Aufwand. Da hätte ich lieber auf das Ladegerät verzichtet - 100 km Reichweite und gut ist. Wer fährt denn schon mehr als 100 km am Tag mit einem Roller? Oder geht damit auf mehrtägige Motorradtour? Da hat man doch sicher bessere Alternativen im Fuhrpark.

Geht aber noch weiter: der Antrieb basiert auf 96V und ist quasi aufgesetzt. Denn den gleichen Roller gibt es auch als Verbrenner. Der läuft allerdings stramme 180 km/h und kostet statt 15.000 € für die Strom-Variante nur 11.650 €. (Wiegt aber auch 270 kg.) Das 12V Bordnetz wurde vom fossilen Vorgänger übernommen sodaß 2 unterschiedliche Stromkreise verwaltet werden müssen. Der Elektromotor sitzt auch nicht an oder im Hinterrad, sondern wird über Kette, die in Öl läuft, angetrieben.

Je mehr ich bohrte, desto mehr fühlte ich mich von hinten durch´s Knie in´s Auge getroffen. Zumal auch die Sitzposition gewöhnungsbedürftig ist, weil man nicht besonders in das Fahrzeug integriert wird, sondern einfach oben drauf sitzt.

Performance-mässig muss das Schwergewicht allerdings eine Rakete sein: aus dem Stand bis 50 km/h gibt es im Straßenverkehr aktuell nichts, was mithalten könnte. Das glaube ich und hätte es auch gerne mal ausprobiert. Es gab einen Probefahrtbereich mit irre vielen Motorrädern, aber auch einer langen Schlange von Fahrwütigen:

Das hätte ich besser mal am ruhigeren Freitag gemacht, aber da hatte ich meinen Führerschein nicht dabei. Bin ich das nächste Mal auch schlauer. Vielleicht ergibt sich ja eine andere Möglichkeit den Roller mal zu testen - am liebsten auf dem Weg zur Arbeit, denn ich glaube dafür ist er gemacht.

Im kompletten Gegensatz dazu völlig kompromisslos war dieses Gefährt, das ich in Halle 10 gefunden habe:

Elmoto ist die Marke der jungen Firma ID-Bike aus Stuttgart und es gibt sie schon seit ein paar Jahren. Sie haben schon über 4.000 Bikes verkauft und die HR–4 ist die neueste Entwicklung. Kann man ab Februar nächstes Jahr für 4.000 Euro kaufen.

Läuft knapp 50 km/h und der Kracher: wiegt weniger als 60 kg! Der absolute Hit, ich habe es mal hochgehoben - man glaubt es nicht. Die Reichweite liegt bei mindestens 60 km - damit kommt man doch gut hin bei so einem kleinen Flitzer.

Interessant wie hier die Grenzen zwischen Motorrad und Fahrrad komplett verwischt werden:

Viele Komponenten kennt man aus dem Downhillbereich - das macht Sinn. Die schlanke Form sagt schon alles:

Blinker, Licht, .. - alles dran:

Ich könnte mir vorstellen, dass damit eine ziemlich dynamische Fortbewegung möglich ist.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass Vespa / Piaggio einen schicken E-Roller auf den Markt bringen - bietet sich doch an! Aber beworben wird lediglich dieses Fahrrad:

Sicher nicht schlecht, aber halt ganz andere Baustelle. Und dann ist mir dieses gelbe Gerät bei denen versteckt am Stand aufgefallen:

Das ist doch ein Piaggio E-Roller, oder nicht? Ja, ist es - aber wird hauptsächlich an Großkunden verkauft. Weil - festhalten - kostet 6.000 €. Hoppla. Jetzt verstehe ich warum die den verstecken:

Dabei ist es ein schickes Ding und man braucht nur ein Stromkabel einstecken, dann wird aufgeladen. Auf der Homepage wird der Liberty Elektrik nichtmal gelistet - WTF? Nichtmal technische Daten sind im Netz zu finden - wenn da jemand mehr weiss füge ich es gerne hier ein.

Die Lücke hat ein junges Start-Up aus Remagen erkannt und mischt mit dem Kumpan E-Roller den Markt auf:

Die sitzen in der alten Fahrrad-Fabrik von Schauff. Es gibt auch einen kleinen Tretroller im Retrodesign, der immerhin 30 km weit kommt mit einer Ladung.

Der Rest der Elektroszene ist ziemlich chinesisch, jeder Trend wird aufgegriffen und jede kleine Bude ist quasi Vollsortimenter:

Lustige Zeiten, die da anbrechen.

Sehr gut gefallen haben mir diese Roller von Egret:

Nicht unbedingt Leichtgewichte, aber dafür auch solide und stabil. Wären zu schwer um sie lange rumzutragen, aber könnte ich mir optimal im Kofferraum vorstellen. Es gibt auch eine Version mit Luftreifen, damit rollte sich richtig komfortabel.

Ich bin alles kreuz und quer probegefahren - hat mächtig Spaß gemacht und man hatte auch eine weitläufige Teststrecke. Hier ein paar Bilder des lustigen Treibens:

Für die Kinder gab es eine eigene Bahn:

Tolle Spielzeuge sind das - kleine Motorräder mit Elektromotor, leicht und leise - was hätten wir uns damals danach die Finger geleckt.

Es gab sogar einen Puky-Stand!

Design-mässig pendelt sich das alles gerade erst so ein:

Das größte Problem sind wohl die voluminösen Batterien und das schwere Gewicht. Da muss man bei der Optik - noch! - Abstriche machen:

Ansonsten war das natürlich in erster Linie eine Motorradmesse - mit jeder Menge Neuigkeiten. Zum Beispiel die neue Prima 6S:

OK - Spaß - das Ding sah übel aus - da ist jede Gebrauchte besser. Wollte ich gar nicht näher rangehen.

Im Gegensatz zur neuen Fireblade, der kann man einiges zutrauen:

Ich bin auf den Naked Ableger gespannt - als Hornetfahrer ist das wohl auch meine Pflicht. Aber bisher noch keine Infos dazu.

Die kleine MXS 125 war auch da - das wäre doch schon perfekt als Elektroflitzer:

Stattdessen: Automatikgetriebe! Wusste ich gar nicht:

Gibt es auch für die neue Africa Twin - man hat zwei Schalter am linken Lenker für rauf und runter. Kostet etwa 1.000€ mehr und wiegt 10kg. Gibt es bei Honda für einige Modelle und 2016 zum ersten Mal mit über 50% Take Rate bei den Modellen wo es angeboten wird. Ist ein Doppelkupplungsgetriebe - auf dem Bild sieht man die Gänge für die blaue Kupplung und die anderen sind für die rote Kupplung.

Was für ein Aufwand, aber ausprobieren würde ich es schon gerne mal.

Bei KTM gab es natürlich den MotoGP Renner zu sehen:

Was freue ich mich auf 2017!

Die KTM sieht noch nicht so filigran aus wie die Konkurrenz, man merkt, dass sie erstmal die Basics hinbekommen wollen. Ich drücke die Daumen, zumal KTM auch als einzige auf eine Stahlrahmen-Konstruktion setzen.

Rossi’s Bike war natürlich auch - mehrmals - vertreten:

Des Doktor´s Anker:

Das ist die 2015er Version am Yamaha Stand.

Bei Gilles Tooling stand die 2016er Version und die Details sind immer wieder faszinierend:

Das ist kein Showbike, hier die Rahmennummer:

Und steht einfach so in der Ecke rum:

Das war lustig, weil die Leute das Bike kaum beachtet haben. Als ich aber angefangen habe ein paar Details zu fotografieren, haben sie genauer geguckt und realisiert was da gerade vor ihnen steht.

Die Firma Gilles ist aber auch interessant, machen z.B. solche Kunstwerke:

Oder dieses Frästeil - extra als Hingucker:

Das war mal ein 11 kg Alublock.

Bei Ducati gab es diesen Scrambler, finde ich ganz nett:

Wäre doch was für die Stadt.

Ebenfalls Ducati - 205 PS! Da wäre mancher froh die im Auto zu haben:

Und man sieht schon rein optisch, dass das was kann:

Diese Naked bei Kawa fährt in einer französischen Rennserie - sieht spassig aus:

Die Aufklebescheinwerfer der Superbikes:

Kein Showbike, sondern frisch von der Rennstrecke. Inklusive aufgelösten Aufklebern vom Vorbeitanken:

Sagte ich schon, dass ich solche Details liebe?

Und jetzt schaut Euch mal im Vergleich Toni Mang´s 350er von 1979 an:

So sind die sich damals um die Ohren gefahren!

Ungefederte Massen waren auch noch nicht erfunden:

Held hatte die Kawa ausgestellt und weil es kälter wird, habe ich mich nach Handschuhen umgesehen. Dieses Modell ist echt clever:

Ist es kalt, dann geht man in den vorderen Bereich und hat einen Goretex Innenhandschuh. Bei warmem Wetter geht man unten rein und hat wieder einen dünnen Handschuh mit super Gefühl für den Gasgriff:

Leider etwas teuer - aber was muss das muss. Schön auch, das man bei Held alle Modelle in allen Größen angekarrt hat - man konnte schön ausprobieren und vergleichen.

Die neue Kreidler. Die neue Kreidler?

Dieses Transformer-Design geht mir mächtig auf die Nüsse:

Auf dem Trip sind irgendwie alle, aber mit Form-follows-Function hat das nichts mehr zu tun, das ist nur noch Show.

Bei Bell hat es mir dieser Crosshelm angetan:

Die Seitenpolster sind magnetisch befestigt und lassen sich ganz einfach rausnehmen:

Und das Material ist nicht nur sicher, es sorgt auch für gute Belüftung - man meint fast einen Fahrradhelm zu tragen:

Garmin stand auch auf meiner Liste, denn ich wollte mal hören, ob es spannende Neuentwicklungen im Navi-Bereich gibt. Sie hatten einen kleinen Super-Ministand, das war alles:

Und die 4 Leutchen, die von der Firma da waren, waren quasi rund um die Uhr belagert. Neuigkeiten gab es keine, die mir geholfen hätten - hier hinkt die Technik den Kundenwünschen auch noch um einiges hinterher.

Bei Abus habe ich gelernt, dass man auch verschiedene Schlösser mit einem Schlüssel ordern kann:

Und zwar so: man kauft ein Schloss und wenn man später noch eines dazukauft - z.B. ein hochwertiges Fahrradschloss - dann gibt man beim Händler den Code des ersten Schlosses an und bekommt den gleichen Schlüssel auch für das zweite Schloss. Finde ich super - muss ich mal ausprobieren. Das sind die Sachen, die einem sonst keiner erzählt.

Hättet Ihr gedacht, dass diese zierliche Lady neben dem bloggenden Eierkopf:

solche Sachen veranstaltet? Das war lustig, weil ich war dort am Stand von Icon USA und wurde von motoguru erkannt, dem ich auf Instagram folge. Das ist der Kollege mit auf dem Bild. Kleine Welt mal wieder! Wir hatten ein gutes Gespräch und ich habe ein paar neue Apps kennengelernt, die ihm in den USA beim navigieren helfen. Werde ich mal hier testen.

Die Stuntfahrer an sich sind schon ein komisches Volk - so oder so ähnlich haben die ihre Hinterradbremsen:

GoPro war auch vertreten und natürlich konnte man das Personal schön mit Fragen löchern. Die neue Hero5 ist wirklich fein mit dem Bildschirm und Touch Display. Nicht besonders leicht, dafür aber schön klein.

Das hier ist GoPro´s 360° Lösung:

Kostet natürlich viereckig, aber da steckt einiges an Knoffhoff drin. Man kann z.B. alle auf einmal aufladen über einen zentralen Stecker und eine Software um die 6 Kameras zusammenzusetzen gibt es auch.

Und dann war da ja auch noch die Drohne Karma:

Bei Liqui Moly wird einem erstmal klar, wieviele verschiedene Produkte es rund um´s Motorrad gibt:

Ziemlich erklärungsbedürftig - besonders im Bereich Additive oder Motorspülung etc.

Diesen Helm habe ich bei Arai gefunden - immer gut, wenn man an der Patina erkennt, dass das garantiert keine Replika ist:

Lang ist es her, heute ist Papa Jos stolz auf Max - wie z.B. zeitgleich in Suzuka.

Solche Reifen gab es bei Polaris zu bestaunen:

Überhaupt eine interessante Firma, denn denen gehört Indian Motorcycles, die bei diesem Guy Martin Stunt eine Hauptrolle spielen. Und die aktuell einen neuen Flat-Tracker vorgestellt haben. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Victory Motorcycles gehört auch zu denen, die haben - abgeleitet von Brammo, die sie aufgekauft haben - einen rattenscharfen Renner für die Isle of Man TT Zero am Start. Der aber leider nicht auf der Messe war.

Nicht dass ich mich beschweren will, denn zu sehen gab es genug. Eine Weltenbummler Vespa vielleicht?

Oder einen Trialkurs im Außengelände?

Oder einer der seltenen Phototypen?

Großen Zuspruch hat auch der Custom Bereich bekommen, hier waren jede Menge Selbstgebaute unterwegs:

Die meisten waren allerdings 2-Zylinder, komischerweise ist das bei den Umbauern normalerweise der Triebsatz der Wahl:

Es gab auch hier und da einen Reihenvierer, z.B. diese äußerst begrüssenswerte Kombination:

Ebenfalls sehr vernünftig - ein Öhlins Federbein in Elmar Geulen´s Street Magic:

Völlig abgefahren dagegen diese Metallskulpturen - Schrott neu in Szene gesetzt:

Wobei so ein meditierender Buddafrosch aus Altmetall so ziemlich das Schrägste ist, was mir je unter die Augen gekommen ist:

Insgesamt muss man abschließend feststellen, dass die Grenzen zwischen den Fahrzeuggattungen immer mehr verschwimmen. Da wird dann eine KTM kurzerhand zum Quad umgestrickt:

Mein persönliches Messehighlight möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Ein ganz ein scharfes Geschoss:

Hört auf den Namen Exeed und die Firma von Sebastian Jornitz ist sogar hier um die Ecke bei Euskirchen. Ich darf da nicht hinfahren … ich darf da nicht hinfahren … ich darf da hinfahren … ich muss da hinfahren! Wie wär´s mit einer Variante mit Elektromotor?

Entweder schließt sich dann der Kreis - oder ich werde hochkant aus der Halle getreten.

Falls Euer Bedarf an Intermot-Eindrücken noch nicht gedeckt ist, schöne Blogger-Reportagen gibt es auch bei kraftrad.com, motofire.com, Gasgriff Salat und Griesgram 999.

Intermot | Elektro | Mikebericht | Elmoto | Piaggio | Kumpan | Egret | Gilles | Held | Bell | Abus | GoPro | Polaris | Indian | Exeed |


Sonntag, 02. Oktober 2016

Nürburgring Ojeh - wieder ein Schlagerfestival.

Erinnert Ihr Euch noch an das hier?



Meine Güte war das peinlich.

Wer jetzt meint am Nürburgring würde man die Finger von Schlager lassen, den muss ich leider enttäuschen:



Uns bleibt aber auch nichts erspart.

Ich meinte damals tatsächlich, dass die Schmerzen so tief sitzen und nachhaltig wirken, dass wir kein weiteres Schlagerfestival mehr sehen werden. Da habe ich die Leidensfähigkeit wohl unterschätzt.

Wo wir gerade bei peinlich sind: die englische Variante für diese Seite listet im Text noch den Rock am Ring Clon Mega Reinfall, als man arrogant Marek Lieberberg nach Mendig gekantet hat.

Und verlinkt auf der-ring.de, der Webseite der DEAG, mit der man sich vor Gericht prügelt und die nach dem Rock am Ring Gedrisse kräftigst auf die Nase gefallen ist.

Das soll also tatsächlich der Rock am Ring Nachfolger sein, zumindest auf der englischen Nürburgring Seite ist das der Fall. Wie tief kann man sinken?

RockAmRing | Schlager |


Audi hat jetzt auch ein TCR-Auto vorgestellt.

Und zwar nicht mal so nebenbei, sondern auf der Motorshow in Paris.

Das ist zwar etwas seltsam, dass mit Seat, VW und jetzt auch Audi die drei Konzernmarken jeweils ein TCR Modell im Angebot haben, aber es zeigt auch, dass die Serie an Fahrt aufnimmt.

Franz Engstler ist es auch gelungen, in Deutschland den ADAC für weitere 3 Jahre mit in´s Boot zu holen.

Wobei das ein zweischneidiges Schwert ist - hat man bei der IDM gesehen.

Die sind auch stolz darauf das Fernsehen mit Sport1 verpflichtet zu haben, was einen gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Wer redet denn heutzutage noch von Fernsehen? Das müssen so Leute sein, die nicht wissen wie man einen Channel auf Youtube abonniert und die noch mit einer 3-programmigen Flimmerkiste groß geworden sind. Die sollten mal ihre Kinder fragen wie das heutzutage läuft.


Ein Grund, warum die SPD in RLP so ein leichtes Spiel hat, ist dass die Opposition andauernd über ihre eigenen Füße fällt:

Die CDU in Rheinland-Pfalz hat möglicherweise unzulässige Spenden in Höhe von mehreren zehntausend Euro erhalten. Die Partei soll das Geld über eine Anwaltskanzlei von dritter Seite erhalten haben. Berichten zufolge soll das Geld vom ehemaligen Geheimagenten Werner Mauss stammen.

Der Wikipedia-Eintrag von Werner Mauss ist filmreif und am Montag begann in Bochum sein Prozess wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 15 (!) Mio. €.

Ich glaube es ist schwer eine schillerndere Person zu finden, von der man Parteispenden annehmen könnte. Egal ob legal oder illegal: an dieser Geschichte wird Malu Dreyer noch lange Freude haben.


Sonntag, 25. September 2016

In Japan treffen sich aktuell die G7 Verkehrsminister und selbstfahrende Autos stehen ganz oben auf der Agenda.

Trotz der einzelnen Unfälle, auf die sich die Presse gierig stürzt, scheint es zu dämmern:

“One of the things I think that autonomous vehicles suffer from is that they get compared to perfection, and not to the 94 percent of car crashes that are attributable to human factors. We have to make the right comparisons,” Foxx said, while declining comment on the ongoing investigation on Tesla. “These vehicles will not be absolutely perfect in terms of having no accidents, but by comparison they can be markedly better.”

Diese Erkenntnis wird sich hoffentlich bald durchsetzen. In Deutschland gab letztes Jahr knapp 3.500 Verkehrstote.

Prognosen gehen schon davon aus, dass es das Potential gibt die Unfälle um 90% zu reduzieren. D.h. es wird dann immer noch 350 Verkehrstote geben, aber 3.150 tödliche Unfälle könnten irgendwann in D vermieden werden.

autonom | selbstfahrend |


Donnerstag, 22. September 2016

Der Rock am Ring Kopierversuch der DEAG stellt sich als ganz tiefer Griff in´s Klo heraus.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt!

Am lustigsten ist diese Versicherungskiste:

Siegt die Deag vor Gericht, bekäme sie ihr Geld entweder von der Gothaer oder von der Haftpflichtversicherung des eingeschalteten Maklers (..).

Von der Haftpflichtversicherung des Maklers der Versicherung!

Kann man sich gar nicht ausdenken sowas.


Montag, 19. September 2016

Misano MotoGP hatte 450.000 Zuschauer.

Aber nicht vor Ort, sondern hier in Deutschland war das die Eurosport Einschaltquote.

Ganz schön dünn für The Greatest Show on Earth. Und das war nicht etwa Eurosport 2, sondern Eurosport 1 ganz regulär im Free TV.


Sonntag, 24. April 2016

Das hätte man auch nicht gedacht, dass es mal soweit kommt:

Während in Deutschland sowohl der BMW M5 als auch der BMW M6 ausschließlich mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten werden, gibt es in den USA nach wie vor die Option auf den Handschalter. Diese wird mit den nächsten Generationen von BMW M5 und M6 aber entfallen.

Vielleicht sollte man froh sein, dass man die Autos überhaupt noch selber fahren darf.

BMWM5 | Automatik | Schaltgetriebe |


Donnerstag, 14. April 2016

Die IDM überlegt ernsthaft auf den DMSB zu verzichten.

Da reden wir nicht von irgendeiner Mofaserie, sondern vom höchsten Motorrad-Prädikat, das Deutschland zu bieten hat. Und so eine Überlegung kommt auch nicht von heute auf morgen, sondern hat eine entsprechend lange Vorgeschichte.

Doch inzwischen sind die Beteiligten so sauer gefahren worden, dass man den Frankfurter Getriebesand am liebsten los wäre:

Alle Jahre wieder geistert die Idee umher, eine Serie ohne den DMSB zu initiieren. Bis jetzt hat sich niemand so recht an das Thema herangetraut. Der Verband hat die sportlichen Rechte an der Serie, bestimmt über Reglements, vergibt Lizenzen und sitzt in Zusammenarbeit mit dem ADAC auch bei der Streckenvergabe und den Veranstaltern am längeren Hebel. Ein Machtspiel gegen ADAC und DMSB wäre wohl kaum zu gewinnen. Doch im Moment schrecken sowohl der Promoter als auch die Industriepartner nicht vor neuen Ideen zurück. Denn die Unterstützung der Industrie-Partner, allen voran aller grossen Hersteller, ist der IDM und dem Promoter sicher. (..) Denn die Hersteller wollen an der Serie festhalten. (..) Und so richtig Lust auf die Arbeitsweise des DMSB scheint keiner mehr zu haben.

​Meinen Segen hätten sie. Denn der Stein ist überfällig, der die Lawine in´s Rollen bringt. Und mit den Herstellern im Rücken sollte das sogar machbar sein.

DMSB | Motorrad | MotorEvents


Sonntag, 28. Februar 2016

Die Politik täuscht - tarnt - trickst weiter mit allen Mitteln.

Die SPD macht ein Riesenfass auf, dass sie so transparent seien und die Bürger einbinden. Das unwürdige Schauspiel geht sogar so weit, dass einen #FragMalu Hashtag verwenden und die ZEIT das sogar noch unterstützt.

Dabei liegen die Fragen auf der Hand und werden von den Verantwortlichen wegignoriert. Was denen nicht einfach fällt, die müssen sich mächtig anstrengen.

Wie zum Beispiel hier - auch wieder Wilhelm Hahne - der die kürzlich vorgestellte 2014er Bilanz des Lindner Hotels zum Anlass nimmt noch einmal gezielt nachzufragen.

Fast 30 Mio. nicht gedeckter Fehlbetrag - wie erklärt sich das? Warum gab es nie einen Sanierungsplan für die Nürburgring GmbH Insolvenz? Wieso tut die Regierung immer so, als hätte sie keinen Einfluss auf die Abläufe, dabei handelt es sich doch um eine Insolvenz in Eigenverwaltung?

Und ganz generell könnte man auch einfach die Frage stellen, wieso Politiker einfach nie Verantwortung übernehmen, wenn sie den Karren übelst in den Dreck gesetzt haben. Also außer zu sagen: tut mir leid?

Dreyer | Beck | Ringverkauf | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Wilhelm Hahne hat das Urteil im Ringprozess freigekämpft.

Stolze Leistung, denn der Prozess, der vom Oktober 2012 bis zum April 2014 dauerte, war zwar öffentlich ebenso wie die Urteilsverkündung, doch das Urteil im Namen des Volkes (!) sollte geheim bleiben.

Dank Wilhelm Hahne ist das Urteil jetzt öffentlich - fast zwei Jahre später. Keine leichte Kost mit 223 Seiten und natürlich nicht zu vergessen: noch nicht rechtskräftig.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass zum ersten Mal in Deutschland ein Politiker zu Gefängnis verurteilt wurde (3,5 Jahre für Ingolf Deubel).

Prozess | Ringprozess | Deubel | Kafitz | Urteil |


Mittwoch, 03. Februar 2016

Motorsport-Übertragungen in der Zukunft.

Wir erleben gerade eine sehr spannende Phase, denn viele althergebrachte Traditionen in der Übertragung von Motorsport-Veranstaltungen werden durch moderne Ansätze abgelöst. Rolex24 hat die Latte wieder etwas höher gelegt mit einer durchdachten IMSA Live-App, Bathurst kündigt erweiterte Timing-Funktionen an - während das 24h-Rennen am Ring bzw. ADAC Nordrhein bzw. Wige meint, dass ein neuer TV Vertrag das Gelbe vom Ei sei. Und MotoGP will uns 21 USD für eine Timing App abknöpfen!

Durch die an Fahrt gewinnenden technischen Möglichkeiten der Rennübertragungen sind völlig neue Konkurrenzsituationen entstanden. Eine etablierte Veranstaltung wie Dakar sieht sich auf einmal mit einem Endurancerennen in Dubai konfrontiert und Schwergewichte wie MotoGP, Formel 1 oder Le Mans bemühen sich in fremden Gewässern zu fischen, denn neue Anhänger zu gewinnen und damit zu wachsen, wird zunehmend schwieriger. Da gräbt man dann schon-Motorsport-Fans bei existierenden Veranstaltungen ab.

Ein weiterer Aspekt ist, dass sowohl die Werbetreibenden als auch die teilnehmenden Marken global auf allen Märkten vertreten sind. Ein Rennen in Australien macht z.B. für Audi oder Aston Martin genauso viel Sinn wie ein Rennen in Amerika, Asien oder Europa. Und noch viel mehr Sinn macht es, wenn es den Veranstaltern gelingt, ein weltweites Publikum zu erreichen.

Der Rolex24 Hashtag war am Sonntagmorgen trending - in Deutschland! Alles richtig gemacht Daytona.

Zusätzlich kommt es den Verantwortlichen zugute, dass es auch den Zuschauern einfacher gemacht wird zueinander zu finden. Wo man früher gut versteckte Special Interest Foren ausfindig machen musste, reicht es heute den richtigen Twitter Hashtag zu kennen.

Die Fahrer, die natürlich auch in einer besonderen Konkurrenzsituation zueinander stehen, haben den Trend als erste erkannt und arbeiten fleissig daran ihre Follower zu bedienen. Als ich 2013 zum ersten Mal die Social Media Aktivitäten des kompletten Le Mans Starterfeldes untersucht habe, war das Thema noch relativ jungfräulich. Heute veröffentlicht der ACO Twitter/Facebook/Homepage aller Teilnehmer mit gelassener Selbstverständlichkeit. Besonders engagierten Fahrern gelingt es ihren Marktwert durch ihre eigene Reichweite nach oben zu kurbeln - im Windschatten von Ken Block, der es allen vorgemacht hat.

Schöne neue Welt, doch sie birgt auch einige Risiken. Denn das Jahr hat nur 52 Wochen und es kommt zwangsläufig zu Überschneidungen. Wem es gelingt, den Fan für die gesamte Saison zu begeistern, der sitzt bei solchen Konflikten in der Pole Position.

Es ist immer noch alles im Fluss und sortiert sich - eine gute Gelegenheit für die Serien, sich zu profilieren. Als Zuschauer steht man nämlich immer noch vor dem Problem, auf Anhieb die richtigen Quellen für den perfekten Renngenuss zu finden. Auch kommen die Zuschauer mit unterschiedlicher Vorbildung, was es den Kommentatoren nicht einfacher macht, den richtigen Informationsgrad zu finden. Merkt man jedesmal erschreckend bei RTL und F1, wobei sich auch die Theorie tapfer hält, dass die es einfach nicht besser wissen.

Was wäre also das optimale Setup? Veranstaltungen müssen zwingend kostenlos (!) und weltweit (!) frei empfänglich sein. Wer das versteht, wird sich durchsetzen und andere verdrängen - und damit die Reichweite in die Höhe schrauben.

Über die hohe Reichweite wird die Vermarktung erzielt, denn für die Sponsoren der Teams und der Serie an sich ist das die einzige Kenngröße, die zählt. Wer hier vorne mit dabei ist, kann die Reklamekosten diktieren!

Wenn die etablierten Serien die Zeichen der Zeit nicht bald erkennen, dann sind sogar Newcomer Serien in der Lage ihnen das Wasser abzugraben. Wenn sie von Anfang an mit dem richtigen Konzept (s.o.) die Zuschauer fesseln und an sich binden. Der Druck auf die Veranstalter wird sich weiter erhöhen, denn Werbetreibende fordern möglichst hohe Reichweiten.

Goldene Zeiten für Motorsport-Zuschauer - auch wenn einige Serien noch hinterherhinken. In diesem Zusammenhang könnte man den N24h TV Vertrag zwar nett finden, aber viel wichtiger sind Stream, Timing und Hintergrundinformationen für eine globale Zuschauerschaft. Und solange es an den essentiellen Grundlagen krankt, sollte man sich nicht mit so etwas nebensächlichem wie TV Rechten aufhalten. Diese nützen nämlich nur einem: demjenigen, der sie verkauft. Sowohl Zuschauer als auch Veranstaltung wäre mit frei und stabil laufendem Stream viel mehr geholfen!

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich das Thema schon einmal aufgegriffen und die Situation prognostiziert, die wir heute erleben. Inklusive den Essentials, die das 24h-Rennen braucht, um sich international durchzusetzen.

Da steht nichts von neuem TV-Vertrag.

Geoblocking | DigitalGrid | Stream | Hashtag | Prognose | nachgedacht |


Mittwoch, 20. Januar 2016

ML Dreyer im Postillon.

Na das ging ja schnell!

SPD und Grüne halten sich so lange die Augen zu, bis AfD verschwunden ist.

Ist die AfD bald Geschichte? Mit einer neuartigen Taktik wollen die Regierungsparteien Grüne und SPD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dafür sorgen, dass die “Alternative für Deutschland” beim Wähler keine Chance hat: Sie halten sich ganz einfach so lange die Augen zu, bis die AfD von alleine verschwunden ist. “Sind sie schon weg? Kann ich wieder gucken?”, fragt Winfried Kretschmann (Grüne) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), und linst vorsichtig zwischen zwei Fingern durch.

Auch ansonsten kein Medium, das sich in Deutschland nicht mit dem Thema beschäftigt hätte. Und die SPD natürlich hoffnungslos überfordert, weil sie es mit einem Mal nicht mit hörigen RLP Quellen zu tun hat.

Aber genießen wir erstmal den heutigen Tag, Dreyer´s Postillon Auftritt war wirklich überfällig.

Dreyer | Postillon |


Dienstag, 19. Januar 2016

SWR bestätigt offen seine Rolle als Regierungssender.

Das passt natürlich gut in die jetzige Debatte, dass der SWR auf Druck der Regierung konkurierende Parteien nicht zu TV Terminen einlädt.

Für unsereins, die wir den unterwürfigen SWR schon länger kennen, ist die Überraschung eher, dass jetzt irgend jemand überrascht ist.

Boudgoust, Boudgoust - da war doch was?

SWR und Regierung sitzen eng an eng zusammen in Mainz - da verschwimmen schonmal die Grenzen.

Die SPD ist seit 1991 ununterbrochen (mit)regierende Partei - die Netzwerke sind inzwischen undurchdringlich. Dass Kurt Beck immer noch beim ZDF - in Mainz! - in führender Position agiert, spricht Bände.

Trotz allem erlebt das unwürdige Schauspiel heute seinen Höhepunkt, denn so klar wurden die Abhängigkeiten bisher nicht nach außen gespült.

Peter Boudgoust windet sich jetzt, dass ihm keine Wahl geblieben sei - alternativlos!

Überlegen wir mal: wie würde ein wirklich unabhängiger Sender vorgehen? Man lädt Politker zu einer Talkrunde ein - wer kommt kommt, wer nicht kommt hat Pech gehabt.

Soweit die normale Logik.

In der rheinland-pfälzischen Parallelwelt ist das Rational leicht verschoben: die Regierung sagt, wenn XY auch eingeladen ist, dann komme ich nicht.

Dass die Regierung nicht kommt, ist für den SWR keine Option. Die Regierung ist gesetzt, egal was passiert. Zu sehr manifestiert sind die Abhängigkeiten, zu offensichtlich das Gefälle von Chef (= Regierung) zu Befehlsempfänger (=SWR). Umso entlarvender die Argumentation von Boudgoust, der im Eifer des Gefechts das Offensichtliche bestätigt.

Wäre die Stimmung in Deutschland gerade nicht so angeheizt, dann würde sich niemand dafür interessieren. Wir - die Leidgeplagten des Nürburgring Disasters - könnten einige Beispiele aufzeigen, die nach ähnlichem Muster abgelaufen sind. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Der vorauseilende Gehorsam spielt eine große Rolle, denn nach so vielen Jahren Anpassungsarbeit sind konkrete Handlungsanweisungen kaum noch notwendig. Vordergründig versucht der SWR die Mär der Unabhängigkeit zu wahren, aber hinter den Kulissen werden kräftig die Strippen gezogen.

Die Rheinland-Pfälzer lassen das alles ehrfürchtig über sich ergehen: was im Fernsehen kommt muss ja stimmen. Und die Regierung nutzt das willenlose Verhalten der abgestumpften Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst aus. Wir haben es die letzten Jahre erlebt und konnten nicht fassen, dass das in unserer heutigen - angeblich aufgeklärten Welt - in diesem Umfang möglich ist.

Allerdings kommt jetzt ein interessanter Aspekt dazu, mit dem man in Mainz keine Erfahrung hat und den wir Nürburgring-Kämpfer vergeblich versucht haben zu erreichen: dass die Grenzen von Rheinland-Pfalz überschritten werden und eine zahlenmäßig größere - und hoffentlich kritischere! - Bevölkerung erreicht werden kann.

Das wird noch interessant 2 Monate vor der Landtagswahl, denn mit ihren erprobten Strategien - aussitzen und zeitgleich die Marionetten in günstige Positionen bringen - werden die Mainzer Schauspieler diesmal nicht weit kommen. Und etwas anderes haben sie noch nie probiert.

Der angerichtete Schaden ist übrigens enorm, denn der einzige Profiteur des Skandals ist die AfD, die ohne einen Finger krumm zu machen jede Menge Neu-Sympathisanten in ihre klebrigen Demagogenfinger getrieben bekommt. Man kann es den Leuten nicht mal verdenken, denn sie werden vom Establishment weggetrieben - irgendwo müssen sie ja wieder an Land gehen.

Bei der Gelegenheit sage ich auch schonmal voraus, dass weder Die Grünen noch die SPD ihren Koalitionspartner in Schutz nehmen werden. Weil man sich jeweils die Chancen für eine Regierungsbildung mit der CDU offenhalten möchte. Macht korrumpiert: der eine hält die Hand auf - der andere wirft den Charakter über Bord.

SWRRLP | SPDRLP | Boudgoust | Kuschelkurs |


Sonntag, 17. Januar 2016

Creventic veranstaltet 12h-Rennen in Deutschland.

Sie haben nur noch nicht gesagt wo, soll aber 2016 schon stattfinden.

Creventic |


Donnerstag, 24. Dezember 2015

Die Logik beim DSMB.

Hab ich in diesem Interview gelesen:

In der DTM sind mit Audi, BMW und Mercedes drei weltweit tätige Automobilhersteller engagiert, die in Deutschland ihren Stammsitz haben. In der IDM sind es fast ausschließlich Importeure.

An wen - außer BMW - denken die denn da so? Horex, Kreidler, Zündapp? Was für ein schwaches Argument, um die Bevorteilung des Autosports gegenüber dem Motorradsport zu begründen.


Donnerstag, 19. November 2015

Übrig Ns vom Donnerstag.

Was ist besser als eine 500er Vierzylinder 2Takt GP Maschine? Eine 576er Zweitakt! Oder besser gesagt: 99 Stück davon, die man einfach so kaufen kann. Dieses verrückte Projekt hat Eskil Suter auf die Räder gestellt: suter500.com. 195 Zweitakt-PS, 127kg. Shut up and take my money! Oooh, 120.000 Schweizer Franken. Möchte jemand Sponsorfläche kaufen? Ich verspreche auch eine schöne Flugkurve.

Die MotoGP ist in den Kurven schon so schnell geworden, dass bei Abflügen die Fahrer bzw. Mopeds in die Begrenzung knallen können. Deswegen will die Dorna jetzt was unternehmen, um die Kurvengeschwindigkeiten zu senken. Ist meines Wissens das erste Mal, das der Kurvenspeed z.B. durch maximale Reifendimension reduziert werden soll. Bisher war das rein durch den Performancegedanken optimiert worden. Schade eigentlich, dass es am Limit angelangt ist.

Citroen kehrt der WTCC den Rücken und setzt WRC 2016 auch aus. Dabei ist Citroen eine Firma, die keinen Abgasskandal an der Backe hat. Grund ist, um sich auf die WRC in 2017 zu konzentrieren - da gibt es neue, freiere Regeln. Damit bleiben als Teilnehmer der “Tourenwagen Weltmeisterschaft”: Volvo, Lada und Honda. Und wahrscheinlich private Citroens und Chevrolets. Uups.

Der Cayman GT4 Clubsport ist da, wurde gestern auf der LA Autoshow vorgestellt: rennfertige 1.300kg mit 385PS für 165.000 Dollar. In der VLN soll der kleine Feger in einer eigenen Klasse fahren - nach einem Upgrade Kit von Manthey / Raeder. Kann man sich auf der kommenden Essen Motorshow angucken (ab 27.11.).

Wenn Ihr mal einen Ausblick auf die Motorradmodelle des nächsten Jahres werfen wollt.

Romain Dumas sorgt immer wieder für schöne motorsportliche Überraschungen: hat dem Peugeot Werk einen 2008 DKR15+ abgekauft, um damit die Dakar Rallye zu fahren. Ist sein 2. Einsatz bei der Dakar - diesmal geht es durch Bolivien und Argentinien. Beruf: Rennfahrer, Hobby: auch Rennfahrer!

Läuft zwischen IDM und DMSB. Nicht.

Wer erinnert sich noch an die A1 Lückenschluss Planungen? Komisch, bei den Windrädern sind die Politikern mit viel mehr Einsatz bei der Sache, kaum ein Eifelhügel, der noch nicht zugespargelt ist. Liegt es an den Verdienstmöglichkeiten?

Ach der Herr Lewentz. Hat uns schon als Nürburgringminister von seinen Unfähigkeiten überzeugen können und jetzt als Innen- bzw. Terrorminister versucht er es wieder. Und zieht ausgerechnet die Sauerland Gruppe als Erfolgsmodell an.

Aus der Abteilung Dicke Männer im Anzug: Kurt Beck besitzt die Frechheit dem olympischen Komittee vorzuwerfen, es würde den Sport dem Kommerz unterordnen. Wer hat nochmal den Nürburgring geopfert, um sich ein persönliches denk°mal zu bauen? Und wieso sitzt der schwerkranke Mann eigentlich noch an oberster Stelle des öffentlich-rechtlichen Propagandaapparates? Warum kann der nicht einfach in’s Pflegeheim gehen, sich Essen bringen und uns in Ruhe lassen.

Suter | MotoGP | WTCC | Cayman | Dumas | Dakar | Lückenschluss | Lewentz | Beck |


Mittwoch, 18. November 2015

Übrig Ns vom Mittwoch.

Marcel Fässler und Mike Rockenfeller fahren für GM Corvette die Langstreckenrennen in Daytona (24h) und Sebring (12h). Allerdings keine Info darüber, inwiefern - und ob überhaupt - ihr Engagement bei Audi betroffen ist.

Die VLN hat die 2016er Termine veröffentlicht und nennt sich in dem Zusammenhang immer noch Breitensportserie.

Unter anderem wird Dirk Müller als neuer Ford GT Fahrer gerüchtelt.

In Wales wird eine neue Rennstrecke inklusive Drumherum gebaut. Veranschlagte Kosten: 315 Millionen Pfund. Hoffentlich haben die ihre Hausaufgaben gemacht, denn das Projekt wird teilweise über die Regierung finanziert. Kommt uns doch bekannt vor. Ist das jetzt Legal State Aid im Vergleich zum Ring?

Die neuen Porsche Junioren stehen fest: Dennis Olsen, Mathieu Jaminet, Matteo Cairoli und Sven Müller. Sind sind 19 bis 23 Jahre jung - und man wird die Namen sicher noch öfter hören! Erstmal gehen sie im Carrera und Supercup an den Start.

Zeretzke, Zeretzke … da war doch was? Oder klingelt’s bei La Tene Capital? Als die Insolvenzverkäufer am Ring sich - mal wieder! - komplett lächerlich gemacht haben? In Bayern ist man nicht so dämlich wie am Ring, da ist der Hochstapler schnell aufgeflogen. Siehe auch hier.

Wige hat sich über Bande bei motorsport-total.com eingekauft.

Kennt Ihr noch Darda?!

Man verliert ja in letzter Zeit gerne mal den Glauben an die Jugend - aber dann kommen Meldungen wie diese hier und es wird einem klar: es gibt noch Hoffnung!

Der Lausitzring angelt sich für die nächsten 3 Jahre die Superbike WM.

Von manchen Formel 1 Schwachsinnsregeln erfährt man erst, wenn jemand bestraft wird.

Beim Eifel Rallye Festival nächstes Jahr versuchen die Organisatoren die Gruppe S antreten zu lassen. Das wäre ein Coup! Diese Autos haben quasi nie das Licht der Öffentlichkeit gesehen - nachdem der Vorgänger - die Gruppe B - verboten wurde.

Fässler | Rockenfeller | Corvette | FordGT | Wales | Zeretzke | Wige | Darda | Crossbahn | GruppeS |


Dienstag, 03. November 2015

Übrig Ns vom Dienstag.

Habt Ihr schonmal einen 3-Sitzer Formel 1 gesehen? Hat der René Wolff am Start - war in Mexiko im Einsatz. Cooles Geschoss! Aber wie wird der gekühlt, wenn in den Kühlschächten die Passagiere sitzen?

Die VLN Saison wurde am Samstag mit roter Flagge beendet - ein Symbol für die Zukunft? Wilhelm Hahne hat sich umgeschaut und kann keine positive Prognose abgeben. Frust und Ärger soweit das Auge reicht. Und nicht der Nebel hätte die rote Flagge nötig gemacht - so wie die VLN schreibt - sondern 2 auf Bremsflüssigkeit verunfallte Porsche im Brünnchen.

Keiner der üblichen Jubelartikel über die Nürburgring-Situation, aber trotzdem einige Klopper in diesem Artikel der NZZ: da ist von Neuausrichtung die Rede, obwohl doch einfach alles so wie vorher weitergeführt wird. Oder der Weggang von Rock am Ring wird beheult, obwohl man Lieberberg doch arrogant vom Hof gejagt hat. Die größte Gefahr für Bürgermeister Guido Nisius ist nicht etwa die Privatisierung, sondern die Klagen von JzN und Nexovation. Immerhin haben sie Christoph Schäfer ausgegraben, der den Ring noch nicht in der Talsohle bei seiner Abwärtsfahrt sieht. Das sehe ich allerdings auch so.

Shuhei Nakamoto - der Honda-Boss der MotoGP Einsätze - im HRC Interview. Wenig überraschend ist Marc Marquez völlig unschuldig und ein Sportler ohne Fehl und Tadel. Und Rossi hätte ihn vom Motorrad gekickt und sei dabei an seinen Bremshebel gekommen. Haben die da nicht diese Ausleger zum Schutz dran?

3Sitzer | MotorKritik | Ringverkauf | MotoGP |


Donnerstag, 24. September 2015

Dem DMSB laufen die IDM Ehrenamtlichen weg.

Die Organisation der IDM ist schon so dünn, dass das nächste Rennen gefährdet ist. Vielleicht ist es Zeit die OMK wieder aufleben zu lassen und den DMSB mit der ITR zusammenzulegen. Das scheint nämlich das Einzige zu sein, was Schacht und Co. interessiert: das Schaulaufen der DTM.

Als würde der Motorradsport in Deutschland nicht schon genug am Boden liegen.

DMSB | Schacht | Hommes |


Frische Atombomben für Büchel - 30km von Nürburg entfernt.

Mit den Eifelern kann man es ja machen.

Büchel | Atombomben | Eifel |


Montag, 21. September 2015

Mein Besuch auf der dmexco Messe in Köln.

Wenn in Köln Messe ist, dann nehme ich schonmal die Gelegenheit wahr Veranstaltungen zu besuchen, die mir neu sind. Denn der Aufwand hält sich in Grenzen, wenn die Anreise kurz ist - mein täglicher Weg zur Arbeit ist länger ;) Dazu kommt noch, dass der Eintritt bei der dmexco frei ist, wenn man sich früh genug anmeldet.

Die Messe ging über 2 Tage (Mi/Do 16./17.Sep.) und wird im Vorwort zum Messeheft so beschrieben:

“Bereits zum siebten Mal macht die dmexco Köln zum internationalen ”place to be“ der digitalen Wirtschaft. In den kommenden zwei Tagen verbindet sie - in diesem Jahr unter dem Motto ”Bridging Worlds“ - aktuelle und künftige Business-Welten, die besonders für Marketing, Media, Werbung und Kundenkommunikation große Relevanz besitzen.”

Meint Gerald Böse vom Veranstalter Koelnmesse.

Bei IBM wurde ich dann gleich mal stutzig - Vollkontaktkunde? Na das kann ja heiter werden!

Auf solchen Messen wird einem auch immer wieder bewusst, welche Firmen längst verschmolzen sind:

Den Bullshitfilter sollte man auf jeden Fall immer sensibel halten - hier z.B. angebliche Leitmedien:

Aber dann wurde es zunehmend spooky - als ich diese Ankündigung von LG gelesen habe:

Und uns wird deutlich vor Augen geführt, wie aggressiv die Werbeindustrie in unsere privaten Bereiche vordringen will.

Noch steht da zwar “User Initiated”, aber ich habe die Befürchtung das ist nur ein Schönheitsfehler. Im dazugehörigen Prospekt der Firma smartclip wird es schon deutlicher:

“Zusätzliche Erlöse: Neue Werbeformate außerhalb der standardisierten TV-Werbeblöcke und erweitertes Kundenpotenzial dank individueller Werbeaussteuerung.”

Das Ganze soll über HbbTV realisiert werden, das steht für Hybrid Broadcast Broadband TV. Angeblich seien damit in Deutschland schon “mehr als 10 Millionen Haushalte” mit dem Fernseher - bzw. Smart-TV - an das Internet angeschlossen.

Was mal als Zusatzdienst für die Zuschauer gedacht war, wird also von der Werbeindustrie rücksichtslos für die eigenen Zwecke eingespannt.

Ach guck an - DTM harmonisch neben Marketing! Passt besser als Motorsport:

Hättet Ihr die Sparkasse auf der dmexco vermutet? Ich auch nicht:

For Programmatic Advertising Pioneers. Ungriffiger ging es nicht?

Hootsuite benutze ich auch. Ich wollte immer schonmal wissen, wie man es korrekt ausspricht: …suite wie Hotel Suite. Hätten wir das auch geklärt.

Neben der kostenlosen und der (nervig beworbenen) Pro-Version gibt es auch eine Enterprise Variante - die soll dann das Geld verdienen.

VW Busse waren irgendwie hoch im Kurs:

Da war ich überrascht, Firefox zu sehen:

Die waren bei mir immer in der Non-Profit Ecke. Die Mozilla Corporation hat immerhin über 1.000 Angestellte mit 160 Mio USD Umsatz (2011). Doch der Profit wird wieder zurück in die Produkte investiert.

Content on Demand. Klingt erstmal ungefährlich, aber beim genauen Hinschauen soll hier den Besuchern von Blogs - also Euch! - gekaufter Inhalt unterschoben werden. Und schon sind Broker zu Stelle, die zahlungswillige Firmen abkassieren, um sie mit käuflichen Blogs zu verkuppeln. Für mich eine Lose-Lose-Kombination.

Habe mich auch angeregt mit einem von denen auf dem Stand unterhalten. Natürlich hat er versucht, das Konstrukt als etwas Positives zu verkaufen, denn schließlich müssten auch Blogger von etwas leben.

Für mich hat sich der Eindruck verstärkt, dass den Firmen, die uns mit Werbung zuballern wollen, unsere Aufmerksamkeit durch die Finger gleitet und sie versuchen unsere Treffpunkte zu plakatieren.

Bei mir jedenfalls werden nur Texte stehen, die ich geschrieben habe. Das ist für mich keine Frage des Geldes, sondern der Ehre :) Just saying.

Falls Eure BS Kapazitäten noch nicht erschöpft sind, bitteschön:

Das sind natürlich alles Vorteile - eh klar.

Ach Quatsch, Yahoo gibt’s auch noch?

Was kommt als nächstes? Ein Stand von Geocities?

Nein, besser! AOL!!

Was machen die denn noch so? Antwort: Schokolade.

Aber es waren tatsächlich die ganz Großen der Branche da, Google:

… und Facebook:

Hättet Ihr gewusst, was die anderen beiden Logos neben Facebook und Instagram bedeuten?

Mir waren die komplett neu. Das mit dem A ist Atlas, ein “People Based Marketing, Powered by Facebook”.

Auf dem Flyer liest sich das so: “Atlas ist eine Adserving- und Measurement-Plattform, deren geräte- und kanalübergreifenden Lösungen für die Welt von heute entwickelt und zukunftsicher gestaltet wird. Atlas bietet Werbetreibenden echten Mehrwert.”

Und die machen auch keinen Hehl daraus, wer oder was hier vermarktet wird: “Mit Insights, die auf echten Menschen - den 1,49 Milliarden Facebook-Nutzern auf der ganzen Welt - basieren (..)”

Kann ich gut verstehen, wenn Euch die Farbe aus dem Gesicht fällt. Hier auf der Webseite von denen könnt Ihr Euch weiter den Appetit verderben.

Das andere Zeichen mit den Winkeln steht für “LiveRail”, da sollen Video-Publisher ihren Content vermarkten. Oder so. Bin ich der Einzige, der bei diesem Erklärbär-Video nichts versteht, weil die Musik das überlagert? Haben die was an den Ohren?

“Publishers can now accurately deliver against age and gender.”

(ca. bei Min 2)

Ihr wisst was das bedeutet. Facebook verkauft die Merkmale der User (Alter, Hobbies, etc.) direkt an Werbetreibende, die ihre Zielgruppe viel genauer als bisher definieren können.

Ich prognostiziere mal, dass Werbung in Zukunft noch aufdringlicher wird, als bisher. Während sich die User - ich sag jetzt mal wir, denn ich zähle mich dazu - weiter versuchen sich abzuschotten, um die Errungenschaften des Digitalen Zeitalters auszuleben, werden die Werbetreibenden ständig versuchen uns zu erreichen und dabei tiefer und tiefer bohren.

Erinnert mich ein wenig an Matrix, als die Maschinen das HQ ausgemacht haben und sich unaufhaltsam weiter vorgebohrt haben.

Noch ein Nachschlag aus der BS Ecke?

Aber diese Lampe war klasse!

War bei Microsoft. Ach so - ja - die waren auch da. Bin aber nicht schlau daraus geworden, was die verkaufen wollten. Hat mich aber auch nicht sonderlich interessiert um ehrlich zu sein.

Aber die Lampe war klasse!

Online Ad Fraud! Natürlich! Da ist es ja, das Perpetuum Mobile!

Während die Marketing Industrie halbgare und manipulierbare Lösungen verkauft, kommen schon neue Firmen auf den Plan, die das Untergraben verhindern wollen.

Achja, VW Busse gehen immer:

Und das hier ist der schlechteste Stand der Messe:

Plusserver mit ihrem Frontmann Walter Freiwald. Das war sooo laut, man konnte gar nicht weghören. Und es war sooo schlecht, man spürte spontan das Verlangen den beiden Clowns auf die Bühne zu kotzen.

Auf jeden Fall weiss ich jetzt, wo ich niemals nie einen Server mieten würde.

Twitter war auch da:

Und hat mächtig innovativ Mentions erarbeitet:

Die Leute standen tatsächlich Schlange für so ein Notizbuch.

Andere haben ähnlich um Aufmerksamkeit gegeiert - Tasche für Newsletter-Anmeldung:

Guck mal - ein VW Bus! Wie originell!

Noch eine Runde BS Bingo?

Bingo!

Im 2.Stock wurde noch eine “Blogger-Lounge” beworben und ich wollte mal sehen, was sie da machen:

Hab ich mir gedacht ;)

Wie heisst es so schön im Newsletter: “Nutzen Sie die Chance, sich auf der dmexco zu vernetzen, voneinander zu lernen, den Wandel zu begreifen und die Chancen und Potenziale der Digiconomy erfolgreich zum Einsatz zu bringen.”

Oh ja, den Wandel begreifen.

Mir wird Angst und Bange, wenn ich das zuende denke. Das habe ich mir tatsächlich anders vorgestellt, als ich zur Messe gefahren bin.

Dass der Normalo Nutzer der digitalen Medien so hemmungslos als Melkkuh gehandelt wird, verschlägt mir ein wenig die Sprache.

Ich fürchte wir müssen die Verteidigungswälle um einiges höher ziehen.

dmexco | Messe | Mikebericht |


Sonntag, 30. August 2015

Mikebericht WEC 6h-Rennen.

Endlich wieder Autorennen - das war mein erster Rennstreckenbesuch für dieses Jahr! Das Tempolimit auf der Nordschleife hat mir kräftig den Spaß versaut - na gut, anderes Thema.

Dieses Wochenende war Le Mans Atmosphäre angsagt und das ist natürlich Rennsport genau nach meinem Geschmack. In Spa und Le Mans hatte ich die Serie schon mehrfach besucht und bin nie enttäuscht worden.

Am Ring habe ich zur Abwechselung mal Heimspiel und passend zur Eifel wurde ich direkt mal von einem Traktor begrüßt:

Aber auch Sonnenuntergänge wie diese sind Eifel und zusammen mit dem stylischen Setup der WEC ein großartiges Schauspiel:

Wie gewohnt hat Audi dicker aufgetragen als alle anderen und diesen Palast in das Fahrerlager geklotzt:

Und zur Vollendung der Romantik gab es am Wochenende sogar Vollmond:

Ich selber war Freitag und Samstag vor Ort. Während es am Freitag noch übersichtlich war und man sich gemütlich auch in der Boxengassen abends das Treiben angucken konnte, war es am Samstag schon richtig voll:

Und das, obwohl am Samstag nur eine Stunde morgens (Freies Training) und 20 Minuten nachmittags (Qualifying) die LMP zu sehen waren.

Auf den Zuschauerrängen ebenso wie im Fahrerlager:

Diese Audiwerbung wirkte irgendwie deplaziert:

Und erinnert auch daran, dass Audi nichts unternommen hat, um die Nordschleife vor dem Ausverkauf zu bewahren.

Und weil wir schon im alten Fahrerlager sind - hier ist die Webcam untergebracht:

Und Andre Lotterer’s sport quattro - hab ich ihn doch gefunden:

Adventure GmbH? Ich dachte das ganze verschachtelte Sub-Firmen Konstrukt sei aufgelöst? Das sind die Relikte der Zakspeed Rennfahrerschule, die den Nürburgring bzw. den Steuerzahler viel Geld gekostet haben:

Im Pressezentrum war ich froh zu sehen, dass Gustav Büsing würdig vertreten war. Hat mich positiv überrascht und eine schöne Ergänzung zu der Beerdigung in Oldenburg, wo ich einige bekannte Gesichter vermisst habe:

Aber nicht nur eine kleine Gedenkfeier, sondern sogar einen eigenen Baum - die Gustav-Büsing-Blutbuche - ist zu seinen Ehren gepflanzt (?) worden:

Der Jochen ist jetzt auch feuerfest, aber dass meine kleine Kamera mit ihrem billigen Kitobjektiv so weitwinkelig kann, damit hat er wohl nicht gerechnet ;)

Und so ein N im prall gefüllten Presseraum macht sich natürlich immer gut - Olli’s Berichte könnt Ihr hier lesen, wenn sie fertig getippert sind:

Als ich im Juni vorletztes Jahr zum ersten Mal alleine nach Le Mans gefahren bin nach unserer Radtour in 2012, war Lorens der erste, den ich im Fahrerlager gesprochen habe.

Da habe ich mich natürlich sehr gefreut, ihn am Ring wiederzutreffen. War sein erster Besuch in der Eifel!

Mit Franz Konrad lässt sich natürlich prächtig fachsimpeln.

Nicht nur, dass KCMG ein glänzend schönes Auto haben, sie haben auch beim 6h-Rennen die LMP2 gewonnen! Sind Gesamt 7. geworden hinter den Werks-LMP1.

So gemütlich sieht das Freitags abends in der Boxengasse aus - also wenn das nächstes Jahr wieder stattfindet und ihr mal nahe an die Autos kommen wollt, den Termin solltet Ihr mitnehmen:

Da wurden dann die letzten Vorbereitungen getroffen. Allerdings habe ich auch noch nie vorher gesehen, dass jemand Klebestreifen auf den Boden hämmert:

Markus Schurig war auch da - natürlich. Ein WEC Rennen lässt er sich nicht entgehen - von daher praktisch, dass mal eins in Deutschland stattfindet:

Ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihm zu diesem Artikel über die DTM zu gratulieren. Da hat er mal richtig ausgeholt und Wahrheiten ausgesprochen, die man so bisher nicht in der Zeitung lesen konnte:

“Wird sich die DTM jetzt ändern? Nein. Das primäre Ziel ist nicht Rennsport, sondern Marketing. Den Ansatz hat man so lange weitergedreht, dass man sich ziemlich weit vom Rennsport entfernt hat. Sportlichkeit ist das hübsche Gewand, in das sich die DTM kleidet. Blöd ist halt nur, wenn der Rock hochrutscht.”

Das passt gut zu diesem Text, den ich zu dem Thema geschrieben habe.

Grund war natürlich die Schieb-ihn-raus Nummer. Dass er sich mit so einem Text nicht nur Freunde macht, dürfte klar sein. Aber gerade deswegen bewundere ich seinen Mut und die Aufrichtigkeit, das gibt mir den Funken Hoffnung, dass vielleicht doch nicht alles verloren ist.

Die sport auto hat in der Industrie nach wie vor ein Standing und vielleicht ist das der Weckruf für ein paar Entscheidungsträger die aktuelle Sportlandschaft zu überdenken. Von DMSB über DTM bis hin zu GEZ.

Und falls jemand Dr.Wolfgang Ullrich in Moskau beim DTM Rennen vermisst hat - wo er ja Boxenverbot hat - hier ist er:

Die Pose passt. Vor seinem Audi-Palast trotzt er der öffentlichen Meinung und zieht gnadenlos sein Ding durch.

Das soll mir mal einer erklären: da wird jemand von dem deutschen Sportgericht verurteilt, während der DTM keine Boxengasse mehr betreten zu dürfen. Die Strafe ist übrigens rechsgültig, keine Revision eingelegt. Und zeitgleich tritt er bei einer anderen Rennserie auf, als wäre nichts passiert?

Das ist so, als würde man seinen Führerschein verlieren, aber nur für die Strecke, wo man zu schnell gefahren ist.

Andre Lotterer war am Ring voll in seinem Element. Rattenschnell und super geerdet - für jeden Zeit für ein Foto oder Schwätzchen. Und dann noch mit dem eigenen sport quattro angereist, was will man mehr. OK - gewinnen - da war Porsche dann doch schneller.

Die haben im Ringboulevard mal ein paar Gewinner ausgestellt, davon haben sie ja genug. Schöner Fuhrpark, angeführt vom diesjährigen Le Mans Sieger:

Wer nicht weiss, was DMG MORI so macht - die Infografik hilft:

Coole Frästeile, das liebe ich am Werkssport:

Ich wollte dann aber auch mal wissen, wie die Autos auf der Strecke abgehen und habe mir die Dunlopkehre ausgesucht. Waren auch ein paar Zuschauer da:

Aber die T8 (Dunlopkehre) und T9 (Schumacher S) waren leider zu:

Verstehe ich nicht - sind die baufällig oder was? Gerade das Schumacher S halte ich mit diesen schnellen Autos für einen der besten Zuschauerpunkte.

Erinnert Ihr Euch noch an das alte Logo? Hier ist es:

Da war die Welt noch in Ordnung.

Anders als beim Einchecken, da wurde man nämlich in die Akkreditierungsstelle der Kai-Richter-Dorfkulisse gezwungen:

Überhaupt fällt auf, dass an vielen Stellen der Lack ab ist:

Wie war das noch mal mit den Premiummarken auf der Flaniermeile? Die Träumerei ist jetzt in der Realität angekommen:

Warum ist denn in der Retti-Außenstelle das Presse abgeklebt? Haben die Fotografen versucht sich da zu akreditieren? Werde ich wohl hoffentlich beim nächsten Mal Tanken erfahren :)

Widerwillig bin ich auch mal in den Boulevard, eigentlich nur um ein paar Fotos mitzubringen. Neudeutsch heißen die Imbisse da jetzt Food - ich musste an den Begrüßungstraktor denken:

Beim Tritt in den Allerwerten läuft alles höflich ab mit Bitte und Danke:

Welches Verständnis?

Selbst bei Mertens gibts es Food. Aber auch Nachwuchs - Glückwunsch an den schnellen Mario mit dem Vorschlaghammerhändedruck! Alle gesund und munter und die kleine Familie ist jetzt zu Viert!

Der Ringroster - hier das Beweisbild:

Lack ab oder Patina?

Kreativer Kabelkanal:

Das ist die Müllenbachschleifen-Kurzanbindung.

Was machen eigentlich diese grünen Säulen da? Von der F1 übriggeblieben?

Ich hab dann auch mal die Reifenstapellackiererei gefunden:

Auf der Strecke sehen die LMP super aus, sind ja auch mächtig schnell und vielseitig mit den unterschiedlichen Konzepten. Aber aus manchen Perspektiven sind sie auch grottenhässlich. Die Lackierung kaschiert da einiges, aber stellt den Euch mal in einer anderen Farbe vor - und guckt mal wo der Fahrer sitzt:

Dass ein Rennauto mit Platten in die Rettungsstrasse abbiegt, kommt wohl auch eher selten vor:

Da waren die Fotografen verdutzt - um mit der großen Brennweite drauf natürlich auch leicht überfordert ;)

FCY - Full Course Yellow:

Dann müssen alle 80 fahren, das soll das Safety Car ablösen.

Keep Fightig Michael:

Habt Ihr an dem Audi mal die Rückspiegel gesehen? Krass:

Das Qualifying habe ich mir vom 6.Stock des TÜV Tower angeschaut. Und mich gewundert, dass einige die NGK Schikane (Motorradvariante) im Adenauer-Forst-Stil genommen haben:

Und so kommt zusammen, was zusammen gehört: Radio Le Mans und 87,7 Ringradio mit Lars und Olli. Daran könnte ich mich gewöhnen!

Unter’m Strich eine Mega-Veranstaltung, man hat gemerkt, dass die Mannschaft am Ring alle Register gezogen hat, damit es ein Erfolg wird. Das mächtige Zuschauerinteresse wird für die Anstrengungen entschädigen - ich hoffe es sind sich alle einig, dass das nächstes Jahr fortgesetzt werden muss! :)

Bei so einer sonnigen Paradeveranstaltung denkt natürlich jeder, dass es mit dem Ring wieder aufwärts geht. Aber realistisch betrachtet ist der Komapatient immer noch zwangsbeatmet und die Heilungschancen sind nicht vorhersehbar.

Oder wisst Ihr, wer aktuell Besitzer ist? Was aus den Gerichtsprozessen zwischen den jetzigen Geschäftsführern wird? Wer hinter dem russischen Konsortium steckt, wenn schon der Vorzeigekopf selber Oligarch ist? Wie der Prozess beim Europäischen Gericht ausgeht? Und wann?

LeMans | FIAWEC | Mikebericht |


Montag, 24. August 2015

DTM redet von der Nordschleife, fährt aber auf der Kurzanbindung.

Kam im Zusammenhang mit der DTM Vertragsverlängerung bis 2015.

Hans Werner Aufrecht:

Der Nürburgring ist sozusagen die Mutter aller Rennstrecken in Deutschland (..)

Also die Kurzanbindung GP Kurs ist ganz sicher nicht die Mutter aller Rennstrecken, wenn dann ist das die Nordschleife.

In der DTM äffen sie doch sonst auch alles nach, was die Formel 1 macht. Dann sollten sie wenigstens den kompletten großen Kurs fahren.

Oder so wie die WTCC direkt Nordschleife fahren.

Aufrecht


Dienstag, 21. Juli 2015

DMSB Saga - nächste Runde.

Erstmal zu den Youngtimern.

Das Problem ist anscheinend die Anzahl pro Auslandsrennen einer nationalen Veranstaltung, weil man darf maximal nur 1x im Ausland fahren. Hat die FIA festgelegt - wahrscheinlich um mehr Geld zu verdienen mit internationalen Rennen - und darüber gab es 2012 auch schon mächtig Ärger.

Wie das übrigens Förderung des Motorsports sein soll, ist mir schleierhaft. Denn das sollte die Aufgabe der FIA sein - anstatt die Veranstalter zu schröpfen. Auch wie solche Gesetze (?) in die heutige politische Landschaft der EU mit ihrem gemeinsamen Markt passen soll, ist mir ein Rätsel. Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht klagt ja mal jemand in Brüssel.

Wie auch immer - die Veranstalter nicht dumm - haben für ihre Teilnehmer Auslandsrennen als Nicht-Wertungsläufe deklariert, damit man wenigstens kostengünstig und abwechselungsreich unterwegs sein kann. Für die Youngtimer also neben Nürburgring und Hockenheim auch Zandvoort, Spa und Zolder - wobei Zandvoort und Zolder im Kalendar klar mit * als Einladungsrennen deklariert sind.

Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Weiter zur IDM, bzw. Rüdiger Merdes und seinen Erfahrungen.

Er hat sich jetzt ausführlich und chronologisch gegenüber Günther Wiesinger in der Speedweek geäußert.

Da bekommt man mal Einblicke, wie das so abläuft im deutschen (Motorrad-) Motorsport und die Herren, die sich jetzt gerne mal erklären dürfen sind Christian Schacht und Hermann Tomcyzk. Ich hoffe sie nehmen diese Gelegenheit wahr mit der interessierten Öffentlichkeit einen Dialog zu führen - das ist doch eine tolle Chance.

Alles andere - also klassisches Aussitzen - wird ebendiese interessierte Öffentlichkeit in ihrem Empfinden bestärken, dass die oberste deutsche Motorsportbehörde ein korrupter und verfilzer Haufen arroganter Funktionäre ist.

Wenn Ihr meint ich übertreibe, dann lest Euch mal in der Speedweek die Kommentare durch (unter dem Artikel) - da ist man sich einig und in der Sprache deutlich, dass der DMSB abgeschafft bzw. abgelöst werden muss.

Ein Punkt, der auch dringend der Klärung bedarf, ist die Zuwendung für den Nachwuchs in Höhe von 125.000 USD, die der GP Promotor jährlich an den DMSB überweist. Das Thema hatte ich vor genau 2 Jahren schon einmal und aktuell bringt es der einzige deutsche MotoGP Pilot und Moto2 Weltmeister von 2011 - Stefan Bradl - deutlich zur Sprache:

“Es ist an der Zeit, dass jemand die Wahrheit sagt, auch wenn ich mich beim ADAC und beim DMSB unbeliebt mache. Aber das ist es mir wert, weil ich glaube, ich kann es mir als deutsches Aushängeschild erlauben, einmal auf den Tisch zu hauen und zu sagen, dass wir deutschen Nachwuchs brauchen”, sagt Stefan Bradl am Mittwoch offen gegenüber ‘Motorsport-Total.com’. “Der DMSB und der ADAC sollen sich angesprochen fühlen, denn wenn große Erfolge da sind, stellen sie sich auch vorne hin.”

Was muss eigentlich noch passieren?

Meine Meinung zur Situation:

Im normalen Leben - die Fahrer als Kunden und der DMSB als Dienstleister - wäre diese DMSB Firma längst vom Markt. Nur durch die privilierte Monopolstellung ist solch ein Handeln erst möglich.

Dabei möchte ich gar nicht werten, wer jetzt im Recht ist und wer nicht - man muss immer beide Seiten anhören. Was ich konkret am DMSB kritisiere ist die Intransparenz und das Nicht-Reagieren auf lautstark vorgebrachte Kritik. Und durch die großen Kreise, die das aktuell zieht, wird der Motorsport in Deutschland durch diesen fehlenden Dialog beschädigt.

DMSB | Schacht | Tomcyzk | Bradl | Youngtimer | Merdes |


Samstag, 04. April 2015

Dreyer´s Demokratieverständnis: weglächeln oder weglöschen.

Erinert Ihr Euch noch, wie Hendrik Hering an Sylvester großflächig Facebook-Kommentare gelöscht hat?

Maria Luise Dreyer zieht das jetzt auch durch - diemal also Ostern.

Ihr Frohes Ostern konnte ich - wie viele andere auch - nicht kommentiert stehenlassen und habe ihr geraten die Feiertage zur Besinnung zu nutzen, um danach die Korrektur für die Katastrophen am Nürburgring in Angriff zu nehmen.

Ihre Reaktion: Kommentar gelöscht und Mike gesperrt.

So einfach geht das: weglächeln - oder weglöschen. Gelebte Demokratie Made in Rheinland-Pfalz!

Könnt Ihr gerne mal selber probieren - Eifel reicht wahrscheinlich schon, damit die rote Furie zuschlägt.

Gleichgesinnte findet Ihr danach hier.

Damit sieht meine Liste an Facebooksperrungen so aus:

Illustre Runde!

Tags: Dreyer | Facebook | Ostern | Demokratie | Zensur |


Mittwoch, 04. Februar 2015

Deutsche Formel 1 Stars lassen den Nürburgring hängen.

DAS wäre die richtige Überschrift gewesen.

Und nicht diese hier.

Tags: Formel1 |


Samstag, 17. Januar 2015

Die heiße Kartoffel Formel 1.

Stellt sich raus, Hockenheim ist gar nicht scharf auf das Rennen:

“Dem Jahr 2015 am Hockenheimring ohne Formel 1 sah Gummer daher hoffnungsfroh entgegen. Mit vier ”Onkelz“-Konzerten, einem AC/DC-Gastspiel und Rock’n’Heim werden rund 600.000 Besucher erwartet. Finanziell mindestens eine ”satte schwarze Null“. Und jetzt die Bombe von Bernie.”

Und in diesem Artikel werden auch die Summen genannt, die so zu zahlen sind: 12 Mio $ am unteren Ende (Hockenheim) und 40 Mio $ am oberen Ende.

Carsten Schumacher lässt sich sogar zu diesem Statement hinreissen, der die F1 in die Wüste schickt - literally:

“Wir würden uns finanziell in der Tendenz besserstellen.”

Ich glaube das kann er ganz schnell haben.

Tags: Formel1 | Hockenheim |


Montag, 12. Januar 2015

Neuer Ford GT auf Detroit Motorshow.

Sensation heute. Ich bin jetzt 21 Jahre in dem Laden und hab entsprechend schon Einiges erlebt. Aber dass mal so ein scharfes Gerät vorgestellt werden würde, überrascht mich ordentlich! Es gibt Hoffnung!

Mit 20832.com bin ich auch schon knapp 15 Jahre am Start (im Juni ist Geburtstag!) und normalerweise gibt es eine ziemlich klare Trennlinie zwischen diesen beiden Welten.

Ich habe immer versucht auch Ford-Inhalte hier unterzubringen, wenn es Sinn macht - man ist der Firma schon stark verbunden. Aber sooo viel Schnittmenge gab es nicht.

Das scheint sich jetzt zu ändern - find ich super! Das neue Performance Team hat mich schon hellhörig gemacht, der Fiesta ST beeindruckt überall die Tester, der RS soll weltweit auf den Markt kommen, der Mustang kommt dieses Jahr nach Deutschland - und jetzt dieser Ford GT, der mal garnichts anbrennen lässt.

Es wird sogar spekuliert, ob 2016 - wenn sich Ford’s erster Le Mans Gesamtsieg zum 50.mal jährt - wieder ein Ford in Le Mans am Start steht. Aber soweit will ich denken.

Jalopnik hat jede Menge GT Fotos von heute. In meinen Facebook Kommentaren wurde die Ähnlichkeit zum LaFerrari gesehen - ich persönlich sehe im Fensterbereich den Stratos wieder und das gefällt mir außerordentlich gut. Ist eins meiner Lieblingsdesigns.

Der hintere Teil ist sehr eigenständig - das ist nicht einfach, da es heute inzwischen sehr viele aufregend gestylte Supercars gibt.

Ich kann es jedenfalls nicht abwarten, den live zu erleben!

Tags: FordGT | LeMans | LM24 |


Mittwoch, 07. Januar 2015

Formel 1 Rennen? Location: TBD.

Am 19.Juli findet das Formel 1 Rennen von Deutschland statt, aber auf der Nürburgring Homepage ist das Rennen nicht aufgelistet.

Karten gibt es auch keine, Location: TBD.

Tag: Formel1


Dienstag, 09. Dezember 2014

My Open Letter to EU Commissioner Margrethe Vestager.

(Please find the English version further down.)

Sehr geehrte Frau Vestager!

Ich schreibe Ihnen als Bürger von Deutschland, der in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen ist und heute in Köln Nordrhein-Westfalen lebt.

Ich bin 49 Jahre alt und seitdem ich einen Führerschein besitze und mobil bin, beschäftige ich mich mit dem Nürburgring und insbesondere mit der historischen Nordschleife als Sportstätte. Rückblickend waren es sehr schöne 33 Jahre - doch die letzten 7 Jahre waren sehr nervenaufreibend und frustrierend.

Der Grund liegt im Freizeitpark-Projekt “Nürburgring 2009”, mit dem man die völlig funktionierende Anlage und deren öffentliche Besitzgesellschaft von 1925 innerhalb von nur 5 Jahren (!) in die Insolvenz getrieben hat.

Von Seiten der Politik gab es leider keinerlei Bemühungen die Rennstrecken vor dem Verkauf in Privathand zu bewahren. Die eingesetzten Insolvenzverwalter haben geradlinig den möglichst schnellen Verkauf gesucht. Als Beobachter bleibt einem nichts anderes übrig, als die Abläufe mit hektisch und chaotisch zu umschreiben.

Als Bürger war es unmöglich Kenntnisse über die im Geheimen ablaufenden Ereignisse zu erhalten. Allerdings haben Presseberichte regelmäßig im Nachhinein Verfehlungen während des Verkaufsprozesses öffentlich gemacht.

Der Nürburgring - und ganz besonders die Nordschleife - sind von hoher weltweiter Bedeutung für Fahrzeugentwicklung und Motorsport. Es gibt keine vergleichbare Anlage auf der ganzen Welt und dieses Alleinstellungsmerkmal hat innerhalb Europas eine hohe Anziehungskraft.

Sowohl die wirtschaftliche Zukunft als auch der Erhalt des kulturellen Erbes sind nur möglich, wenn eine gemeinwohlorientierte Betriebsform gewählt wird. Das Profitstreben eines Privaten bedeuten mittel- und langfristig das Ausbluten der Eifelregion und das Plündern eines kulturell herausragenden Denkmals.

Ich habe auf die Bedeutung schon einmal eindringlich hingewiesen während meines Besuches in Brüssel bei der Wettbewerbskommission am 25.Feb.2011. Gerne stehe ich jederzeit für weiterführende Gespräche zur Verfügung.

Um Ihrer europäischen Verantwortung gerecht zu werden, bitte ich Sie eindringlich die bisherigen Entwicklungen zu überdenken und den Nürburgring-Verkaufsprozess neu aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison


English version:

Dear Ms Vestager!

I’m contacting you as citizen of Germany, born and raised in Rhineland-Palatinate who is now living in Cologne North Rhine-Westphalia.

I’m 49 years old and since I have my driving licence and thus am mobile, I’m active at the Nürburgring and especially at the historic Nordschleife as sports venues. Looking back this have been great 33 years - however the last 7 years have been very exhausting and frustrating.

The reason is the Leisure Park project “Nürburgring 2009”, with which the absolutely functional property and its public owner company of 1925 have been led into insolvency within only 5 years!

Our politicians unfortunately have made no efforts whatsover to protect the Race Tracks against sale into private hands. The Insolvency Administration has not followed any other options except quickly selling the property. As observer one was left with the only option to describe the process as hectic and chaotic.

As a citizen is was not possible to gain knowledge on the procedures, which were carried out in secret. Only press reports have regulary published misconduct after the event during the sale process.

The Nürburgring - and Nordschleife in particular - are of worldwide importance for Automotive Engineering and Motorsport. There is no comparable site globally and this uniqueness has huge attraction within Europe.

Both the economical future and the conservation of the cultural heritage are only possible within a non-profit-making type of business. Profit seeking ventures of privateers will mid- and longterm lead to bleeding of the Eifel region and plundering of the cultural heritage.

I already had the chance to highlight the special significance during my visit in Brussels at Feb.25th, 2011 at the Competition Department (http://renn.tv/1016). I’m happy to join further discussions any time.

To serve your European responsibility I urge you to rethink the development and start the Nürburgring sale process all over again.

Yours sincerely,
Michael Frison


Die EU hat übrigens 24 Amtssprachen! Wenn Ihr auch Magrethe Vestager kontaktieren wollt:

By the way, EU has 24 official languages! In case you also want to contact Magrethe Vestager:

Adresse:

COMMISSIONER
Margrethe Vestager
European Commission
Rue de la Loi / Wetstraat 200
1049 Brussels
Belgium

Facebook: fb.com/margrethevestager

Twitter: @vestager

Email: margrethe.vestager@ec.europa.eu

Tags: VestagerMagretheVestager | EUKommission | RingverkaufOffenerBrief |


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Dienstag, 26. August 2014

Skurriles von der Deutschland-Rallye.

Da war einiges dabei:

Tags: Rallye | NfiziertHyundai |


Montag, 21. Juli 2014

Michael Schmidt / ams: Es gibt keine Motorsportkultur in Deutschland.

Zum Thema leere Tribünen bei der Formel 1 in Hockenheim:

“Die traurige Wahrheit ist: Es gibt keine Motorsportkultur in Deutschland. Das Fernsehen und die Massenmedien haben es in der Schumacher-Ära versäumt, den Sport selbst zu verkaufen. Als der Mega-Star zurücktrat, traten auch viele Fans zurück. Sie haben Autorennen auf ihr Idol reduziert. Kaum war Schumacher weg, blieben die Zuschauer aus.”

Meine Rede!

52k Zuschauer, nur der Nürburgring hatte letztes Jahr mit 44k noch weniger. Carsten Schumacher - der Nürburgring/Capricorn Doppelagent - macht daraus:

“Im letzten Jahr waren wir am Nürburgring mit insgesamt 110.500 Zuschauern am Formel–1-Wochenende zufrieden.”

Iss klar.

Übrigens ist der Mainzer Staatsfunk tatsächlich auf die Truck GP Nürburgring vs Formel 1 Hockenheimring Nummer reingefallen. So wie von Kurt Beck vorgemacht und von mir vorhergesagt.

Wilhelm Hahne lässt sich so leicht natürlich nicht über’s Ohr hauen.

Tags: HockenheimFormel1 | TruckGP | Besucherzahlen |


Sonntag, 20. Juli 2014

Und auf einmal wundern sie sich, dass beim Formel 1 die Zuschauer ausbleiben?!

Beim Formel 1 Rennen in Hockenheim werden für den heutigen Rennsonntag nur knapp 50.000 Zuschauer erwartet - da waren in Silverstone selbst Freitags mehr (am Renntag 120k). Toto Wolff meint: das müssen wir analysieren und Niki Lauda rechnet in DIE WELT ab. Seiner Meinung nach liegt es u.a. daran, dass die Formel 1 nicht auf Facebook ist.

Mich fragt zwar keiner, aber ich biete mal ein paar Thesen, warum das - besonders in Deutschland - nicht funktioniert. Und da hat ein Arbeitgeber von Niki Lauda großen Anteil daran: RTL.

Furchtbare Fernsehübertragungen.

  • RTL bietet den unterirdischsten Kommentar, den man sich im Motorsport vorstellen kann. Für jemanden, der den Sport wirklich mag, ist es die reinste Folter. Schlimmer ist nur noch die DTM/ARD, ich glaube es gibt auf der ganzen Welt keine schlechteren Renn-Berichterstattungen.

    Es gibt nur ein Rennen in Deutschland (und eines um die Ecke in Spa), den Rest muss man sich also vor dem Fernseher anschauen, wenn man die Saison verfolgen will. Und das geht als Motorsport Anhänger bei RTL leider garnicht. Das ist anscheindend auch nicht das, was RTL will. Die machen mehr so eine Livestyle Geschichte in der Annahme, dass das die Leute sehen wollen. Auf die RTL Zuschauer mag das tatsächlich zutreffen, für Motorsportfans ist es die reinste Qual.

    Nicht nur die F1 ist in der Zeit stehengeblieben, RTL ist es auch und ich bekomme regelmässig Plaque, wenn Heiko Wasser irgenwelche unnützen Zahlen “für die Statistikfans unter Ihnen” zum besten gibt oder sich an den Positionen “der deutschen Piloten” aufgeilt. Für einen echten Race-Fan ist das doch total Nebensache! Wir wollen guten Sport sehen.

    Über Kai Ebel brauchen wir garnicht reden.

    Aber das werden die nie kapieren. Ich verfolge - wenn es mir die Zeit erlaubt - das ein oder andere Rennen bei BBC. Die Läufe, die bei denen aus Lizenzgründen nicht im Fernsehen ausgestrahlt werden, kann man dann per Radiostream hören und das deutsche Fernsehbild ohne Ton laufen lassen. Allan McNish und Live Timing dazu - läuft. Nichtmal die RTL-Werbung schafft es einen zu stören.

Schumi Mania - ein Relikt aus vergangenen Tagen.

  • In Deutschland war die Formel 1 in den vergangenen Jahren ein Michael-Schumacher-Phänomen (Keep fighting Michael!). Der Zug ist längst abgefahren, aber RTL klammert sich immer noch daran fest. Wenn man sich damals die Besucher angeschaute, dann konnte man sowieso nur mit dem Kopf schütteln. Das war eine ganz seltsame Spezies, so ein Zwischending aus Kegelclub und Rote Funken - hab ich zwar nie wirklich verstanden, aber war klar, dass das nicht ewig so laufen wird.

    Deutschland ist auch keine Motorsport Hochburg. RTL und ARD halten die Zahlen aufgrund ihrer Reichweite künstlich hoch und prügeln die Veranstaltungen in die Wohnzimmer. Ein gutes Indiz ist die Presselandschaft, die sich mit Rennsport beschäftigt: Speedweek hat die Segel gestrichen, Motorsport Aktuell hält sich gerade so über Wasser - das war’s. In UK, Spanien oder Italien sieht das mal komplett anders aus. Da sind die Leute noch richtig begeistert und folgen dem Sport aus eigenem Interesse. Da gibt es dann sogar eine Zeitung extra für Rennautos.

Langweilige Rennen.

  • Die Formel 1 vor Ort ist langweilig. Ja - der Speed ist beeindruckend und die Bremswege sind es auch - aber Rennverlauf und Action sind langweilig. Dieses Jahr wurde auch noch eine der wenigen übriggebliebenen Attraktionen gestrichen: der Sound. Witzigerweise nimmt die Werbeindustrie für ihre Clips den Sound vom letzten Jahr und denkt es merkt schon keiner.

Die F1 Autos sehen alle gleich aus.

  • Die Technik ist überdefiniert. Alle Autos sehen gleich aus, würde man sie neutral lackieren, man könnte sie nicht mehr auseinanderhalten. So wie bei GP2: identische Autos, unterschiedliche Lackierung. Die technischen Freiräume, die den Ingenieuren bleiben, sind für die Zuschauer im Inneren des Fahrzeugs verborgen.

Arroganz.

  • Die F1 ist arrogant. So richtig abgehoben und überheblich. Das passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit.

    Nicht-arrogante Sportarten bemühen sich um Dialog mit ihrer Fanbasis - und da spielt natürlich Social Media eine große Rolle.

    So gesehen hat Niki Lauda - teilweise - Recht. Aber Facebook und Twitter alleine werden es nicht richten, denn - das haben viele Beispiele in der Vergangenheit bewiesen - eine erfolgreiche Social Media Strategie kommt in erster Linie von innen. Aufgesetzte Kanäle, die nicht glaubwürdig sind, können den Schuss sogar nach hinten losgehen lassen.

    Aber bei dem Level an Überheblichkeit, den die F1 heutzutage zur Schau stellt, sehe ich wenig Chancen. Die übriggebliebenen interessierten Zuschauer, die es hierzulande noch gibt, bekommen es regelrecht um die Ohren gehauen: abgeriegeltes steriles Fahrerlager, strategische Entscheidungen gesteuert von einer ebenso arroganten FIA - wer lässt das schon mit sich machen. Die Sache mit den Penisnasen war doch das beste Beispiel: gegen den Willen ALLER - sogar der Teams - wurde die peinliche Optik durchgedrückt. Resultat: die Autos sehen aus wie Clowns.

    Apropos Social Media: wie heisst eigentlich Niki Lauda’s Facebook Account? Siehste.

Aerodynamik mit viel zu viel Anpressdruck.

  • Der grösste Killer in meinen Augen ist jedoch die Aerodynamik. Heutige Formel 1 produzieren soviel Anpressdruck, sie könnten mit 200 km/h an der Decke fahren. Das ist zwar beeindruckend, aber was hat der Zuschauer davon?

    Im Gegenteil: Überholmanöver werden erschwert, weil man im Windschatten Downforce verliert. Und es gibt aufgrund der hohen Kurvengeschwindigkeiten nur eine Ideallinie, auch das erschwert das Überholen. Doch das Schlimmste an der ausgefeilten Aero: man kann als Zuschauer von aussen einen überragenden Fahrer nicht mehr ausmachen. Wenn man sich einmal an den irren Speed gewöhnt hat, dann gleicht ein Formel 1 Rennen einer Hochgeschwindigkeits-Parade auf Schienen. Und durch die Überrundungen verliert man sogar den Überblick, wer an welcher Stelle liegt. Handy kannste in so einem Fall vergessen, zuviele Leute - zu dünnes Netz.

    Letztes Jahr habe ich mir zufällig den Nürburgring F1 Lauf vor Ort angeschaut - hätte es nicht mittendrin eine Safety Car Phase gegeben, wo sich alle wieder nach Position einreihen mussten, ich hätte nichts mehr geblickt. Nicht weil ich zu doof dafür bin - würde ich jetzt nicht pauschal ausschließen ;) - aber die Leute um mich um wussten es auch nicht besser.

    Schonmal aufgefallen, dass die spannensten Rennen ausgerechnet die sind, wenn es regnet? Sollte eigentlich zu denken geben - macht es aber nicht. Jetzt könnte man die Strecke künstlich bewässern, was natürlich Quatsch ist - oder man schraubt die Aerodynamik - und damit den Grip - massiv runter.

    Das würde den herausragenden Fahrern wieder die Chance geben, ihre Talente zu zeigen, so dass es auch jeder sieht: Fahrgefühl, saubere Linie, Reflexe, Limit ausloten und den Portion Mut, den diese Piloten so besonders macht. Solange man das nicht von aussen als normaler Zuschauer sehen und bewerten kann, macht es wenig Sinn ein Rennen vor Ort zu besuchen.

    Und das erleben wir gerade: keine 50.000 Zuschauer, das ist Bundesliga-Fussball-Niveau.

Grosse Hoffnung, dass sich etwas ändert, habe ich nicht. Zwar haben die deutschen Hersteller/Sponsoren ein Problem, aber das wird B.Ecclestone - bzw. seinen Nachfolger - wenig jucken. Um fundamental etwas zu ändern, müsste es richtig wehtun und ich fürchte das werden wir nicht erleben.

Besser wäre es meiner Meinung nach, wenn andere Serien versuchen, die entstandene Lücke zu füllen und einen beeindruckenden und spannenden Wettbewerb etablieren, der allen Beteiligten - Zuschauern wie Aktiven - großen Spass macht!

Tags: MikeRant | Formel1NikiLauda | TotoWolffSocialMedia | Besucherzahlen | Hockenheim |


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Freitag, 06. Juni 2014

Gute Nachrichten: Fischereihafen-Rennen findet statt!

fischereihafen-rennen.de

“Erleichterung und Freude nicht nur im Rennbüro, sondern auch bei vielen tausend Rennsportfreunden aus ganz Deutschland: Das 57. Internationale Fischereihafen-Rennen 2014 findet wie geplant und im vollen Umfang am 8. und 9. Juni 2014 statt.”

Das war knapp.

Man fragt sich wirklich, wozu man den DMSB noch braucht, wenn der nur die Hand aufhält und Ärger macht.


Dienstag, 03. Juni 2014

Die Rock am Ring Annexion.

Die heute offiziell vorgestelle Festival-Kopie soll tatsächlich

Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring

bzw. als URL

grünehöllerock.com

heissen.

Mit einem Design aus einer Mischung von Dschungelcamp und Frühlingsquark:

Das haben die doch 5 Minuten vor der Pressekonferenz zusammengenagelt, alles andere wäre zu peinlich.

Auch wird schon Werbung hochgezogen, um dem jetzt anlaufenden Rock am Ring die Kunden wegzuschnappen.

“Für die aus dem In- und Ausland erwarteten rund 80.000 Rockfans bleibt in 2015 bei der ‚Grünen Hölle - Rockfestival am Nürburgring’ fast alles wie bisher, einzig der Veranstalter ist neu.” (PM)

Zum einen ’ne super Idee für einen Event, der internationales Publikum anziehen soll, in der URL mit Umlauten zu hantieren - zum anderen den Kai-Richter-verseuchten Grüne Hölle Irgendwas wieder auszubuddeln. Am Ende haben sie dem Möchtegerninvestor und Yachtliebhaber noch die grottige Marke abgekauft.

Man will auch an dem 5.Juni 2015 festhalten, so wie ich gestern schon befürchtet hatte.

3 Open Air Konzerte (Rock am Ring, Rock im Park und die DEAG Kopie) in Deutschland an einem Wochenende.

Wieso auch nicht.

Tags: RockAmRing


Montag, 02. Juni 2014

Zoff am Ring.

Die Rock am Ring Kündigung schlägt mächtig Wellen - alle großen Medien berichten darüber.

Capricorn will jetzt selber ein Konzert aufsetzen für 2015 und völlig ungeniert beschreibt man den Kopiervorgang.

Das erinnert mich an die Situation bei Rad am Ring 2012, als die NAG ebenso ungeniert den Kunden vor Ort einen neuen - eigenen - Event angepriesen hat.

Während man bei der Rhein-Zeitung wie gewohnt Lobeshymnen singt, kommt Marek Lieberberg bei Spiegel oder FAZ zu Wort:

“Die Verhandlungen mit Capricorn, den neuen Herren am Nürburgring, ziehen sich seit Januar hin.”

Wie geht das denn - die haben doch erst am 11.März den Zuschlag bekommen?

Lieberberg nutzt natürlich die mediale Aufmerksamkeit um klarzustellen, dass er weiter Rock am Ring veranstalten wird - nur Not auch einem anderen Ort. Immerhin besitzt er schon ewig die Markenrechte. Mönchegladbach rollt auch schon den roten Teppich aus.

Als neuen Nürburgring-Rock-Veranstalter hat man sich DEAG (Deutsche Entertainment AG) ausgeguckt, denn die haben schon Rock the Ring im Programm: mit Peter Maffay und Bryan Adams … im Autobahnkreisel in Hinwil (kein Witz!).

Der Schlagabtausch findet jetzt - also kurz vor dem Event - statt, der am Wochenende 5.–8.Juni steigt. So eine vergiftete Athmosphäre, wo Festivals doch zum Feiern da sein sollten.

Man kann sich leicht ausrechnen, wie das weiterläuft:

  • MLK und DEAG werden Druck auf ihre Bands/Agenturen machen, damit diese nicht überlaufen.

  • Sooo lukrativ ist die Festivallandschaft in Deutschland nicht, dass man gerade mal eben eine neues “größtes deutsches Festival” aus dem Boden stampft. Sowohl MLK als auch DEAG werden um die Kundschaft buhlen - da kann es nur Verlierer geben.

  • MLK meldet jetzt schon den 2015er Termin an (erstes Juni Wochenende - so wie immer) - das Ganze läuft ja seit einiger Zeit auch immer parallel in Nürnberg. Da darf man sich am Ring jetzt überlegen ob man parallel ein 3.Konzert auflegt (unwahrscheinlich) oder einen neuen Termin findet (ohne Tradition).

  • Die Fangemeinde ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn der Ring eine kultive Austragungsstätte ist, spätestens wenn Rock am Ring in - z.B. - Mönchengladbach ausgetragen wird, will jeder die Hintergründe wissen - da kommt Capricorn nicht gut weg. Und wenn die Zuschauer MLK treu bleiben, dann darf man am Ring erstmal neue Festivalbesucher anwerben.

  • Die Signal für aussenstehende Geschäftspartner ist - mal wieder - veheerend. Wenn man die Rhein-Zeitung ausblendet der mediale Super GAU - garnicht gut für das neue Image, das quasi nahtlos an beste Richter/Lindner Manier anknüpft. In der Woche vor der Veranstaltung die Situation so eskalieren zu lassen, dass sie in voller Breite in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist ganz schlechter Geschäftsstil und wird keinem zukünftigen Geschäftspartner gefallen.

Marek Lieberberg ist sicher kein Kind von Traurigkeit - aber: er hat dem Ring die Treue gehalten - er hatte ein großes Risiko und hat 3 Jahrzehnte alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Schaut Euch das Line Up von 1985 an, wie sehr sich die Musik und die Leute verändert haben. Hier ist übrigens meine Karte von damals. MLK war (fast) immer auf der Höhe der Zeit und der Ring hat finanziell, aber auch vom Image her, partizipiert.

Da geht man doch nicht im Streit auseinander.

Tags: RockAmRing


Freitag, 09. Mai 2014

Übrig Ns vom Freitag.

Was sonst noch passiert ist:

NEIN. Doch. Oh!!

(Den Begriff Inverstor im Zusammenhang mit Rennstrecken kann ich echt nicht mehr hören.)

Tag: ÜbrigNs


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Sonntag, 09. März 2014

Rote Zahlen am Bilster Berg.

Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpf wird ja im Moment oft in den Medien genannt, weil er über Bande mit der Heuschrecke HIG Capital bei dem Nürburgring-Kauf mitbietet.

Sozusagen der Vorzeige-Motorsportler-Investor, weil er es geschafft hat, eine privat finanzierte Rennstrecke in Betrieb zu nehmen und Rennen fährt er ja auch fleissig.

Wer die Genehmigungen in Deutschland kennt, weiß was da für Hürden überwunden werden mussten.

Aber die Sache steht, 172 Investoren haben mit privatem Geld 34 Millionen Euro aufgebracht und die Strecke wurde im April 2013 in Betrieb genommen. Es gibt keine Bankenfinanzierung, denn die Banken haben sich zurückgezogen. Ganz so reibungslos ist das Genehmigungsverfahren allerdings auch nicht durchgelaufen.

Für die neuen Mitbesitzer gibt es freies Fahren und eine Rendite von 5–10% wurde in Aussicht gestellt.

Stellt sich jetzt allerdings raus, daß die Anlage für 2013 ein sattes Minus gemacht hat: 2,8 Millionen bei 3,4 Millionen Umsatz. Und für 2014 sieht der Ausblick nicht viel besser aus: weitere 1,4 Millionen Minus.

Linear umgerechnet auf die 172 Privatinvestoren sind 4,2 Millionen Kapitalbedarf knapp 25.000 Euro pro Nase.

Autsch.

Ich weiss zwar nicht, wie das technisch abläuft, ob die Mitbesitzer jetzt zur Kasse gebeten werden, so wie das Jörg Lindner bei seinen Medico-Fonds praktiziert, aber gute Nachrichten sehen anders aus.

Tags: Bilster | Oeynhausen


Montag, 03. März 2014

Werner Langen MdEP: Nürburgring-Rennstrecken können aus dem Verkaufsprozess herausgenommen werden.

MdEP Werner Langen:

“Im Falle der Motorsportanlage Nürburgring, die im Jahr 2010 gesellschaftsrechtlich mit dem ”Vergnügungspark“ zusammengelegt wurde und nur deshalb in den Sog des Beihilfeverfahrens geraten ist, wäre die EU-Kommission nach meiner Überzeugung bereit, den Ring selbst aus dem Verfahren herauszunehmen, wenn dadurch die ”Wiege des deutschen Motorsports“ diskriminierungsfrei für jeden zugänglich bleiben würde. Sozusagen als öffentliche Leistung der Daseinsvorsorge für eine ganze Region, die ”Opfer“ einer Fehlinvestition mit Steuermitteln geworden ist. Dazu sind allerdings der politische Wille, die Verhandlungsbereitschaft sowie ein diskriminierungsfreier Verkauf erforderlich. Ich setze darauf, dass sich Einsicht, Vernunft und regionaler Zusammenhalt doch noch durchsetzen werden.”

Wisst Ihr noch Malu Dreyer vor 4 Wochen in Mendig: die EU lässt keinen anderen Weg zu, als die Rennstrecken zu verkaufen - alternativlos!

Stellt sich raus, stimmt nicht.

Werner Langen ist seit 20 Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament - ich behaupte mal der kennt sich aus.

Tag: Insolvenz | Ringdemo | NordschleifeNotForSale | WernerLangen


Sonntag, 09. Februar 2014

Das 12-Stunden Rennen in Bathurst / Australien war mit Abstand das beste Rennen des Jahres.

Ok, wir haben zwar erst Anfang Februar, aber es kann gut sein, daß wir das im Dezember immer noch so sehen.

Das Rennen ist zur absoluten Prime Time in Deutschland - Samstag 20:15 Uhr - gestartet. Mit freiem Livestream und Radio Le Mans Kommentar - so wie sich das gehört.

Und gleich zu Beginn ist Peter Kox im Lamorghini verunfallt.

Aus dem Rennbericht von GT-Eins:

“Der erste Pechvogel des Rennens ist Peter Kox im Lamborghini GT3 #23. In Quarry Bend erwischen er und der Erebus-Mercedes #63 ein über die Strecke hüpfendes Kängeruh. Beim Versuch einer Vollbremsung verklemmt sich eine im Fussraum des Lamborghinis herumrollende Klebebandrolle, die ein Kameramann im Lambo vergessen hat, unter dem Bremspedal. Der Gallardo kracht in die Wand (..)”

Das ist immer mein absoluter Alptraum, wenn ich Kameras in Rennautos montiere. Daß sich a) entweder etwas löst oder b) ich was im Auto vergesse. Wenn man sich unter Zeitdruck und mit allerlei Werkzeug bewaffnet durch die ganzen Rohre zwängt, dann legt man beim Einbauen natürlich auch mal was ab. Wenn man fertig ist, am besten noch einmal genau durchzählen, ob auch alles wieder komplett aus dem Auto raus ist.

Aber das war längst nicht das einzige Missgeschick in Down Under:

“Maxi Bukh übernimmt den HTP-Motorsport Mercedes. Allerdings wird seine Flügeltür nicht korrekt geschlossen und öffnet sich beim Losfahren.”

“In Runde 193 kommt Nico Bastian zu einem regulären Boxenstop in die Pitlane. der Stop fällt viel länger aus als geplant. Offensichtlich gibt es ein Problem an der Bremsscheibe des rechten Hinterrades. Nach gut 8 Stunden in Führung des Rennens verschwindet der Mercedes in der Box.”

“Der Il Bello Rosso Ferrari von Maranello Motorsport übernimmt nun die Führung. (..) Doch das Ferrari Team wird nun mittels einer schwarzen Flagge in die Boxengasse zitiert, weil das Team beim Stop ein Pitboard in der Boxengasse hat liegen lassen.”

Das Finish - schön Sonntagsmorgens beim Frühstück - war nichts für schwache Nerven:

“n einem unglaublich spannenden und packenden Sprintfinale, bei dem der HTP-Mercedes mindestens 2 mal auf gleiche Höhe mit dem Ferrari zieht, setzt sich die Maranello Motorsport Mannschaft mit Mika Salo, John Bowe und Schlussfahrer Craig Lowndes zum ersten Ferrari-Sieg in Bathurst durch. John Bowe ist damit der erste Pilot der sich zum 3. Male in die Siegerlisten der 12h eintragen darf. Nur 0,4s trennen am Ende den HTP-SLS vom Ferrari. Dahinter setzt sich der Erberus-SLS um 0,6s gegen den McLaren im genau so hart geführten Kampf um den letzten Podestplatz durch.”

Auf dem 458 ist letztes Jahr noch Allan Simonsen gefahren und hatte bis gestern auch den Rundenrekord. Das Team hat ihm den Sieg gewidmet.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Bathurst | B12Hr


Dienstag, 04. Februar 2014

Keine vernünftigen Angebote für den Nürburgring?

Im Juni letzten Jahres hieß es noch:

“Medienberichten zufolge sind bisher rund 100 Interessenbekundungen eingegangen, davon seien etwa 30 ernstzunehmende. Verbindliche Angebote liegen allerdings noch nicht vor. In Automobil-Branchenkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass am Ende tatsächlich 30 verbindliche Angebote für den Nürburgring abgegeben werden.”

Und heute dann so:

“Der Nürburgring-Verkauf droht zum Fiasko zu werden: Das vermeintliche Angebot von Bernie Ecclestone gibt es offensichtlich nicht, die Insolvenzverwalter suchen händeringend nach einem Käufer für die Rennstrecken samt angeschlossenem Pleite-Freizeitpark. Auch der Zeitplan dürfte kaum zu halten sein.”

In meinen Augen sind das gute Nachrichten, denn eine Möglichkeit den Verkauf zu stoppen, wäre natürlich auch, daß es keinen Käufer gibt.

Und was ist mit Capricorn oder der HIG Heuschrecke?

“Capricorn tat sich allerdings schwer, die geforderten Finanzierungsnachweise zu erbringen. Inzwischen soll nach Informationen aus dem Umfeld der Insolvenzverwalter daher HIG Capital die Nase vorne haben. Die Finanzierung ist für den 13 Milliarden US-Dollar schweren Finanzkonzern aus Miami nicht das große Problem – hier allerdings hakt es anscheinend am Nutzungskonzept. „Wir waren ziemlich entsetzt“, sagt ein Nürburgring-Mitarbeiter zu den Gesprächen, die HIG-Vertreter mit der Belegschaft geführt haben, „die HIG-Leute haben überhaupt keine Ideen, wie sie das Geschäft weiterentwickeln wollen. Im Grunde wollen sie die Anlagen so weiter betreiben wie bisher. Aber an der Pleite hat man ja schon gesehen, dass das so nicht funktioniert.“”

Hier gibt es noch einen Bericht bei yahoo/AFP und erstaunlicherweise auch ein kritischer Bericht beim SWR.

Ich hoffe mein Eindruck täuscht mich nicht, daß die IV’er auf dem Rückzug sind und doch nicht so schnell - hektisch! - der Verkauf durchgeboxt bekommen. Die Stimmen nach einem Verbleib des Rings in öffentlicher Hand werden jedoch immer lauter.

Es gibt sogar - bereits 10 Tage vor der Demo! - eine Vorabmeldung im Focus und auch die WiWo hatte die Demo mit drin.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Demo


Sonntag, 02. Februar 2014

Hermann-Josef Romes: Selbst im Nachhinein keine Spur schlauer.

Einen großen Auftritt hat der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau - nach 16 Jahren ist seine Amtszeit mit der Pensionierung zuende - mit einem ganzseitigen (!) Interview in der Rhein-Zeitung vom Wochenende.

Der Nürburgring spielt in dem Artikel eine große Rolle, ist HJR doch einer der Hauptverantwortlichen für die Katastrophe.

(Kafitz, Pföhler, Romes bei der Formel 1 2005)

Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn eine Kamera in der Nähe war, hat er tatkräftig mitgeholfen, das Grab der Rennstrecke auszuschaufeln:

2008 beim Spatenstich von Kai Richter’s Grünen Hölle …

… ebenso wie z.B. beim Richtfest von Nürburgring 2009 …

… immer in vordester Front dabei.

Und heute?

“(..) wir konnten doch damals nicht sagen, das kann nicht gut gehen. (..) Da geht kein Kommunalpolitiker hin und sagt, wir machen da nicht mit. Im Nachhinein ist jeder schlauer. (..)”

Herr Romes sieht sich da wohl eher in der Opferrolle und vergisst verdrängt, daß er den Freizeitpark-Ausbau massiv befürwortet hat.

Schon 2004 (!) hat er dafür Werbung gemacht (Rhein-Zeitung vom 6.Mai 2004).

“Überzeugt vom Projekt ist auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes. ”Das ist die zweite große Chance für die Region nach dem Bau der Rennstrecke in den 20er Jahren. Noch mehr in die Breite gehende Angebote am Ring würden den Tourismus in der Region stärken, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass, was die Kommunalpolitik an Hilfestellung geben könne, werde die Verbandsgemeinde leisten, verspricht er. Angst davor, dass ein neues Hotel und ein Feriendorf den Betrieben rund um Adenau Kunden wegnimmt, hat Romes nicht. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft, und die anderen Betriebe könnten von einer Ferienregion Nürburgring eigentlich nur profitieren, glaubt der Bürgermeister. “Wer auf dem Markt tätig ist, muss sich auf neue Angebote einstellen und notfalls auch neu orientieren. Das gehört zum Tagesgeschäft.” "

Im März 2007 hat er sich mit anderen Politikern persönlich sogar an Kurt Beck gewandt, um den Widerstand, der in Nürburg mit “Rettet den Ring” im Entstehen begriffen war, zu entkräften.

Aus der Rhein-Zeitung vom 27.3.2007:

“Wörtlich heißt es in dem Brief nach Mainz: ”CDU, SPD und FDP der Nürburgring-Verbandsgemeinde Adenau bedauern die nach unserer Überzeugung kurzsichtige Einstellung in Nürburg, die von den kommerziellen Interessen einiger Gewerbetreibender geprägt wird und die Chancen außer Acht lässt, die mit dem Projekt “Erlebnisregion” auch für die unmittelbare Anlieger-Gemeinde verbunden sind. Wir begrüßen und unterstützen vielmehr den Plan der Landesregierung und des Landkreises, ein ganzjährig nutzbares Sport-, Freizeit- und Business-Zentrum zu schaffen, um neue touristische Märkte zu erschließen und für den Nürburgring ein größeres Maß an Unabhängigkeit von den Konjunkturzyklen des Automobil-Rennsports zu erreichen."

Dabei war die Eingabe der Nürburger vom 15.März 2007 an Kurt Beck wohlbegründet:

“Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Oder 2009:

“Dass ein solches Riesenvorhaben – es ist die derzeit größte Baustelle in Rheinland-Pfalz – zu öffentlichen Diskussionen führe, sei normal. Es handele sich um eine Übergangsphase. Langfristig würden auch die Kritiker des Vorhabens erkennen, dass der Nürburgring zusätzlich zum Motorsport neue, zukunftssichere Standbeine brauche. Eine leere grüne Wiese sei jedenfalls keine Lösung.”

Wenn Herr Romes meint - “Im Nachhinein ist jeder schlauer.” - dann schließt er sich persönlich offensichtlich aus, denn:

“Die Unsicherheit, die jetzt geschürt wird, hat auch etwas mit dem Bieterverfahren zu tun. Da sollen mögliche Investoren abgeschreckt werden, ein Angebot abzugeben. In einer solchen Gemengelage tun wir als Kommunalverband gut daran, uns mit Kommentaren zurückzuhalten.”

Wenn Ihr mich fragt: nicht mal ansatzweise etwas dazugelernt - von wegen schlauer geworden. Hält sich mit Kommentaren zurück, damit die Heuschrecken, denen der Nürburgring geopfert werden soll, es schön mollig und warm haben.

Und überhaupt: die Schuld der anderen. Nicht er ist schuld, daß der Ring jetzt hoffnungslos am Ende ist. Sondern - festhalten:

RZ: Wie bewerten Sie die Aktionen von “Ja zum Nürburgring”, Save the Ring“ und ”Wir sind der Nürburgring"?

HJR: “Sie sind dazu geeignet, seriöse Anbieter von einem Angebot abzuhalten.”

So einfach ist das. Die bösen Kritiker, machen alles kaputt. Ohne sie kämen die “seriösen Investoren” in Scharen!

Und weiter:

HJR: “Es ist keine Volksbewegung, es ist nicht die Region, die protestiert. Es sind viele Fans aus ganz Deutschland, aber es ist nicht die Region.”

Was für ein Armutzeugnis. Es ist doch viel mehr eine Volksbewegung, wenn die Leute sich aus ganz Deutschland aufmachen, um an Protesten teilzunehmen!

Der Ruhestand für Herrn Romes ist wirklich überfällig. Ich werde den Mann als jemand aus einer Parallelwelt in Erinnerung behalten, der sich seine Rolle immer so zurechtgelächelt hat, daß sie sich mit dem geringstmöglichen Rückgrat opportun an die politisch vorgegebene Richtung angeschmiegt hat. Kein Volksvertreter, sondern nur ein grinsendes Gesicht, das großen Schaden angerichtet hat.

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Sonntag, 19. Januar 2014

ADAC Gelber Engel: Chefredakteur Ramstetter fristlos entlassen.

Am Freitag hatte ich das Thema schon hier im Blog - jetzt gibt es Neuigkeiten:

“ADAC Kommunikationschef und Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter (60) hat am Freitag, 17. Januar 2014 eingeräumt, dass bei der Leserwahl zum „Lieblingsauto“ im Rahmen der Verleihung des ADAC Mobilitätspreises „Gelber Engel“ die absolute Zahl der abgegebenen Stimmen - nicht aber die Rangfolge der Ergebnisse - geschönt worden ist. Diese Zahl ist in der ADAC Motorwelt höher dargestellt worden als tatsächlich Leser an der Umfrage teilgenommen haben. Er übernimmt dafür die alleinige persönliche Verantwortung. Als Konsequenz daraus legt Ramstetter mit sofortiger Wirkung sämtliche Funktionen und Aufgaben im ADAC nieder.”

Ich kann mir tatsächlich gut vorstellen, daß Herr Ramstetter alleine die Zahlen beschönigt hat. Er ist Chefredakteur einer Zeitschrift, die mit Riesenabstand die größte Auflagezahl in Deutschland hat. Das liegt an der hohen Mitgliederzahl des ADAC - und jedes Mitglied bekommt das Heft. Im Detail heißt das 13,7 Millionen Hefte - jeden Monat!

Allerdings spiegelt sich das auch in den Anzeigenpreisen wider. Könnte Ihr Euch hier im Detail anschauen - mal als Beispiel: ganzseitig schlappe 120.000 Euro netto.

Solche Preise wollen natürlich begründet sein:

"Kernzielgruppe: AUTOmobile Elite
Die Leser der ADAC Motorwelt sind deutlich jünger, besser gebildet und haben ein höheres Einkommen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine hohe Mobilität und ein überdurchschnittliches Interesse an den Themen Auto und Reisen aus.

Dann frag’ ich mich, warum das halbe Heft mit Anzeigen über Schiffsreisen und Treppenlifte zugepflastert ist - aber ok.

Jetzt stellt Euch vor, in dieser Gemengelage macht Ihr eine Autowahl: Was ist Ihr Lieblingsauto? Und das Ganze noch per Post.

Der Chefredakteur hat zwei Probleme: er muß seinem Vorstand imponieren, was für einen tollen Job er macht - immerhin haben sie ihm die Verantwortung über 13 Millionen Hefte gegeben - und auf der anderen Seite muß das natürlich auch für die Autohersteller toll aussehen, man hat ja einen Ruf zu verlieren.

Wenn jetzt nur ein Promille - also jeder Tausendste - für das Siegerauto stimmt, dann sind das immerhin 13.700 Leute. Was tun, wenn die Zahl viel niedriger liegt?

Herr Ramstetter hat sich anscheinend dafür entschieden, die Zahlen passend zu machen. Nicht so gut ist, wenn man das Vertrauen des Vorstands genießt und ihn mit reinreitet. Der reagiert bei sowas tendenziell sauer und dann sitzt man als Chefredakteur auf einmal vor der Tür.

Meiner Meinung nach liegt die geringe Wahlbeteiligung aber nicht nur an dem antiken Postweg für die Rücksendungen - das Heft insgesamt ist - naja - furchtbar altbacken. Nix Automobile Elite - eher so das, was auf dem Wühltisch in der Arztpraxis noch unter “Mein Dackel und ich” zu finden ist. Und obwohl es so breit gestreut verteilt wird, nur wenige Leser wirklich lesen. Was natürlich die Anzeigenpreise wieder in Frage stellt - und hier liegt das wirkliche Problem des Verlags versteckt.

Im Internet lässt sich mittlerweile sehr genau ermitteln, wer sich wie lange mit welchem Text aufhält. Auch Weiterleitungen, Likes und Kommentaren geben gut Aufschluß über die Reichweite.

Und weil dieser baumhaltige Newsletter kein Opt-Out hat: wieviele ADAC Motorwelt landen vom Briefkasten ohne Umweg direkt in Ablage P?

Garnicht hypothetisch ist zumindest der Sturm der Entrüstung, der aktuell auf Facebook tobt.

UPDATE:

Das Thema war heute in der Sonntagabend Tagesschau um 20 Uhr der erste Beitrag.

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

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Samstag, 11. Januar 2014

Überraschung in Dubai: Stadler Motorsport gewinnt 24h.

Nicht Black Falcon, auch nicht Schubert - heißt der Sieger beim 24h-Rennen in Dubai, das um 11 Uhr unserer Zeit heute am Samstag zuende gegangen ist.

Stadler Motorsport aus Reinach in der Schweiz hat gewonnen mit einem 997 GT3 R und den Fahrern:

  • Mark Ineichen
  • Rolf Ineichen
  • Marcel Matter
  • Adrian Amstutz
  • Christian Engelhart

Alles Schweizer, bis auf die Profiverstärkung Christian Engelhart (aus Deutschland).

Na wenn das mal keine Überraschung ist, Herzlichen Glückwunsch!

Zweiter wurde das Team Münnich/Basseng/Huff im SLS und Dritter der Black Falcon SLS Al Qubaisi/BLeekemolen/Al Faisal/Haupt/Christodoulou.

GT Corse im 458 wurden Vierter, der Walkenhorst Z4 Sechster und Zehnter das Team Schubert im Z4.

Das Gesamtergebnis gibt es unter live.24hseries.com/RESULTS und hier als PDF.

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Samstag, 04. Januar 2014

Kurt Beck reiht sich nahtlos ein ...

… zu Ronald Pofalla, Roland Koch, Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Helmut Kohl, …

Abendblatt:

“Prominente Seitenwechsler – Beck, Koch, Schröder und Kohl: Kurt Beck (SPD) wechselte 2013 nur wenige Monate nach seinem mit gesundheitlichen Problemen begründeten Rücktritt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident als Berater zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.”

Schön, daß die wahre Gesinnung von Kurt Beck auch in der Allgemeinheit ankommt.

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Montag, 16. Dezember 2013

Bathurst 12h - Starterliste.

Hier schonmal die startenden Teams - das Rennen in Down Under hat in Deutschland inzwischen hohe Beliebtheit!

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Donnerstag, 12. Dezember 2013

Jetzt liegt es an uns!

Die Karten zum Nürburgring-Verkauf liegen sowas von offen auf dem Tisch:

Das Rennen läuft, jetzt liegt es an uns!

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Mittwoch, 04. Dezember 2013

Übrig Ns vom Mittwoch.

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Freitag, 29. November 2013

Kurt-Beck-Gedächtnispark mit der nächsten Luftnummer.

Lange brauchten die Nürburgring-Verzocker Insolvenzverwalter Lieser & Schmidt ja nicht, um sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Den ADAC haben sie nicht an die Geschäftsdaten gelassen, aber einen umtriebigen Träumer schon: ohne Geld an den Hacken den Nürburgring übernehmen - das kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Große Sprüche und kleine Kasse - wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht auch ein zweites Mal! Da scheint der Kurt Beck sich ja echte Gesinnungsgenossen ausgesucht zu haben, um den Nürburgring abzuwickeln. Sie führen sein Werk tatsächlich zu Ende, wenn ihnen niemand Einhalt gebietet. Otto Flimm hatte ja gestern schon eindrücklich den Stopp des Verkaufsprozesses gefordert.

Wieviele Schaumschläger sollen sich eingentlich noch an der Nordschleife gesundstossen, bis sich da mal bei den Sportlern und der Bevölkerung Widerstand regt? Alles wird gut?

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Tags: Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Insolvenz | WiWo


Sonntag, 03. November 2013

Übrig Ns vom Sonntag.

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Die Schaumschläger vom Ring.

Oder wie die WiWo titelt:

PR-Loopings mit der Geisterbahn

Heute soll also - mit nur 4,5 Jahren Verspätung - die Achterbahn in Betrieb gehen. Da fasst man sich natürlich beidhändig an den Kopf, was das jetzt - Anfang November mitten in der Eifel - soll?

Das übliche Getöse auf der offiziellen Webseite, das geht schon auf der Startseite los.

Jetzt ist auch klar, wie die das mit dem Unterfahrschutz gelöst haben: man darf einfach keine Gegenstände mitnehmen. Also nichtmal eine Brille, Uhr oder Schlüssel. Steht in den Nutzungsbedingungen (PDF).

Und Personen über 1,95 dürfen auch nicht mit. WTF? Ist die Bahn aus dem Mittelalter?

Aber der größte Witz ist dieser:

"Da die Fahrt überwiegend im Freien stattfindet, muss der Betrieb möglicherweise aus witterungsbedingten Gründen eingestellt werden, um die Erlebnisqualität nicht zu beeinträchtigen."

Sehr Ihr? Erlebnisqualität! Kein Wort darüber, daß bei Wind, Regen, Kälte, Schnee - also bei Nürburgringwetter - die Fahrt garnicht erlaubt ist. Und bei Rennveranstaltungen sowieso nicht. Wilhelm Hahne ist da mal tiefer eingestiegen.

Ich nenn das mal ganz platt Verarschungsqualität. Die hätten das Ding abreissen sollen, solange noch Zeit dafür war.

Jetzt poltert der Kasperlekarren an den Büros vorbei, verbrät mehr Geld, als er einnimmt, nur weil die Leichenfledderer Insolvenzverwalter gute Nachrichten verbreiten müssen. Die denken, daß sie in 6 Monaten mit vollgestopften Taschen fein raus sind, wenn unsere Enteignung besiegelt wird und das öffentliche Eigentum Nürburgring in private Hand verschoben wird.

Und weil’s gerade so schön zum Thema Verarschung passt: die Schön-Wetter-Abteilung der Landesregierung mit dem Namen “Freunde des Nürburgring” macht auch wieder von sich reden mit diesem Text, den die selber verfasst haben. “Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.” DAS glaub ich sogar, die betuteln sich gegenseitig und fühlen sich toll dabei.

In der Region selber leider nur Schockstarre, statt Protest gegen den Ausverkauf einer einmaligen Rennstrecke gibt es nur Werbung für Junggesellenfeste.

Auch im Industriegebiet Meuspath nur Schulterzucken. Entweder haben die sich ihrem Schicksal schon ergeben oder reden sich ein, daß alles gut wird.

Da tut es gut, wenn den Trickspielern die Hosen runtergezogen werden - wie jetzt aktuell in der WiWo. Auch wenn ich meine Zweifel habe, daß das Viele der 13.247 Einwohner der VG Adenau aufrüttelt.

Es ist zwar spät, aber noch nicht zu spät: solange keine Tinte unter dem Verkaufsvertrag steht, kann der Verkauf gestoppt werden!!

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | WiWo


Dienstag, 29. Oktober 2013

Übrig Ns vom Dienstag.

Was sonst noch so im Nternet passiert ist:

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Übrig Ns vom Donnerstag.

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 22. August 2013

Mikebericht vom Besuch der Rallye-WM in Köln.

Zum ersten Mal war die Deutschland Rallye zu Gast in Köln und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Also Tag frei gemacht und die Kamera geschnappt.

Motorsport und Köln - da ist Peter Geishecker natürlich nicht weit.

Hab ihn am Flughafen Butzweiler getroffen.

Die Mechaniker von M-Sport auch schon da und erstmal alles auseinandergebaut.

Langsam trudeln die Autos ein, VW lädt schonmal aus.

So kommt das Citroen Werksteam angefahren - mmh, leicht befremdlich. Vielleicht mussten die Autos ja lüften.

Hab heute wieder die neue EOS 100D ausprobiert, hier mit dem 70-200 2.8, das ich mitgeschleppt habe.

Das mit dem Abladen ist garnicht so einfach, besonders bei 'nem normalen Abschlepper.

Aber dann hat's geklappt, erstmal 'nen Mitzieher :)

Zuschauermäßig ging das in Ossendorf, konnte man sich gut bewegen. Obwohl das eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht war, aber die waren insgesamt zu allen sehr kulant und haben keinen weggeschickt.

Sollte ich öfter mal zu IKEA fahren!

Ist schon irre, was da für ein Material angekarrt wird, insgesamt 172 Autos.

Und mir als Ford'ler geht natürlich beim Anblick der vielen Fiestas das Herz auf!

Das ist Georg Berlandy's S2000 - scharfes Gerät! Hat sich gleich mal 'ne Nfektion geholt, wer findet das N in dem ganzen Lakritz?

Mikko Hirvonen.

So wurde Mittag gemacht ...

... und Jari Matti Latvala freut sich über das Kölsch!

Nasser Al-Attiyah kennen wir ebenfalls vom Ring - immer gut gelaunt!

Ha! Den Walter beim Fotomachen erwischt! :)

Soll mal einer sagen Motorsport wäre kein Sport. Ganz schön durchtrainiert.

Skoda S2000 - sehr schicke Krawallbüchse.

So sieht der innen aus.

Gerri und Georg Berlandy ...

... mit dem Hitschler Peugeot.

Das ist doch mal ein Rallyewagen! Weißer E-Kadett! Kenn ich :)

Rechts das ist Gerri, in den Tunnels war's am besten. Ich mit dem Roller hinterher.

In der Innenstadt ein Paradies für's fotografieren.

Da stimmen die Haltungsnoten!

Ich bin bei ...

... Mitziehern geblieben. :)

Also ...

... von mir aus ...

... könnte in Köln ...

... jeden Tag ...

... Rallye-WM ...

... stattfinden! Super Motive, klasse Autos und gute Stimmung.

Da hinten sieht man schon den Dom.

Und die Leute haben alle fleissigst fotografiert.

Das ist die berühmte Startrampe ...

... und so hat das dann insgesamt mit dem #homeiswherethedomis ausgesehen.

Dananch ging's dann noch in den Rheinauhafen, Georg Berlandy vor Dirk Riebensahm.

Imprezebra!

Der Rennopel reiht sich nahtlos in die WRCs.

In Köln ist die Nfektionsgefahr fast größer als am Ring!

Georg und Dirk.

Ohne den Dirk gäbe es die Seite hier garnicht. Er hat damals den 200er mit aus der Taufe gehoben zusammen mit Christian Kohlhaas und Dieter Scharpe. Und jetzt geht er als Führender der DRM Tabelle in die Deutschland Rallye, drücken wir ihm und Kendra die Daumen, daß das so bleibt! :)


Mittwoch, 07. August 2013

Alle Zuschauerkarten für WRC Deutschland Rallye als Download - Start in Köln.

In zwei Wochen ist Rallye WM in Deutschland, diesmal auch zum erstenmal in meinem Zuhause Köln.

Das komplette Programm mit allen Zeiten und einer Landkarte gibt es jetzt als Download.

Tags: RallyeDeutschland | RallyeWRC | Köln


Freitag, 26. Juli 2013

Schöne Überraschung: Lucas Luhr startet bei den IndyCars.

“Ich wollte immer einmal bei den IndyCars starten”, sagte Luhr gegenüber den Kollegen von ‘Autosport’. “Schon als ich bei Penske den Porsche RS Spyder fuhr und man mich als Gast zum Indy 500 eingeladen hat, hat es mich umgehauen. Für diese Chance habe keinen Druck gemacht, aber ich ließ die Leute bei Honda Performance Development schon wissen, dass ich Interesse hätte. Das jetzt kam völlig aus dem Nichts.”

(Via.)

Tags: LucasLuhr | Indycars


Mittwoch, 12. Juni 2013

Ratet mal ...

... wer beim Großen Preis von Deutschland den Formel 1 Lauf vor Ort kommentiert? Lars und Olli!


Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Donnerstag, 06. Juni 2013

Der Ring wird immer tiefer reingeritten.

Heute war im Landtag wieder Nürburgring-Tag und prompt hagelt es von allen Seiten schlechte Nachrichten. Dieses Nürburgring-Gesetz - hatte ich ja hier schonmal - wurde im Landtag behandelt (Link zum Gesetzesentwurf als PDF in WiWo).

Aber auch die Wirtschaftswoche hat sich damit beschäftigt, lange nichts mehr von Florian Zerfaß gehört! Stellt sich raus, die sind auf dem besten Wege in die nächste Beihilfefalle zu springen.

Die Rhein-Zeitung bzw. deren Redakteur Dietmar Brück geht sogar soweit zu titeln:

“EU hat entschieden: Rennstrecken am Nürburgring werden verkauft”

Das ist natürlich völliger Blödsinn. Nicht die EU hat das entschieden, sondern nach meiner Einschätzung die sich die Taschen vollmachenden Insolvenzverwalter. Deren Handeln von der Landesregierung ferngesteuert wird. Nennen sich Sanierer und haben in einer Marathonsitzung auf den Gläubigerausschuss eingewirkt, bis dieser den Verkauf beschlossen hatte.

Natürlich muss überhaupt nicht verkauft werden und schon garnicht so dringend. Aber ein Pfahl nach dem anderen wurde eingschlagen und der Spielraum immer kleiner. So läuft das heute.

Und so ist sich die Rhein-Zeitung auch nicht zu schade, das so wirken zu lassen, als sei das eine alternativlose Vorgabe der EU.

Es ist übrigens erst knapp 6 Jahre her, als der amtierende Finanzminister Carsten Kühl mit seinen 3 Aufsichtsratskollegen den Bau der tödlichen Erlebnisregion beschlossen hat. Die 80 Jahre davor ging es dem Ring eigentlich ganz gut. Um Carsten Kühl muß man sich übrigens auch keine Sorgen machen, der genießt höchstens Ansehen. Also bei seinen Kumpels, nicht bei mir. Aber das ist ihm sowieso egal.

Wir sind ja inzwischen gewohnt zu leiden, aber der Showdown, den wir aktuell erleben, ist mit seiner Erbärmlichkeit nur sehr schwer zu ertragen.


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Sonntag, 10. März 2013

IDM am Nürburgring abgesagt.

Ausgerechnet der MSC Freier Grund, der immer mit viel Herzblut und Engagement das Nürburgringrennen gestemmt hat, wirft das Handtuch.

Dazu muß man wissen, daß der DMSB die Geschicke der IDM einem neuen Promoter übertragen hat.

Günther Wiesinger dazu:

“Der Fisch stinkt meistens am Kopf. In diesem Fall ist das der deutsche Verband DMSB, der die IDM in jahrelanger Mühsal mit grossteils unverständlichen Reglements, seltsamen Klassenanordnungen, dilettantischen Vermarktern, überforderten IDM-Funktionären und jugendlichen DMSB-Repräsentanten an die Wand fuhr.”

Und Dietmar Franzen:

“So wird die IDM sterben, was wir uns alle natürlich nicht wünschen. Ich hoffe die Verantwortlichen werden in ihren zukünftigen Entscheidungen ein glücklicheres Händchen beweisen. Die IDM, als eine der hochkarätigsten Meisterschaften in Europa, hätte es verdient.”

DSMB ist der int. Vertreter für den deutschen Motorsport, hat in Deutschland die Sporthoheit.

Hier mal Auszüge aus der Satzung:

  • “Der DMSB wahrt die Belange seiner Mitglieder …”
  • “Der DMSB fördert den Motorsport durch Unterstützung und Entwicklung des Spitzensports, des Amateur- und Freizeitsports unter besonderer Berücksichtigung der Ju- gendarbeit.”
  • “Der DMSB dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken …”

Und wisst Ihr, wer die DTM ausrichtet? Dieses GEZ-finanzierte Audi-BMW-MB-Marketing-Schaulaufen, das die ARD aufwendig in HD in die Wohnzimmer schickt?

Richtig, der gemeinnützige Förderer des Motorsports - aka DMSB. Da sind die gaaanz vorne mit dabei. Aber wenn die Nordschleife zu Grabe getragen wird oder der Motorradsport organisiert werden will, dann springen sie schnell in Deckung.


Freitag, 08. März 2013

Ari Vatanen gibt nicht auf.

Wisst Ihr noch? Ari Vatanen? Also nicht das hier, sondern seine FIA Präsidentschafts-Bewerbung. Das war im Oktober 2009 eine echte Chance für FIA Reformen. Hat leider nicht geklappt, Jean Todt sorgt prächtig dafür, das alles schön verkrustet und verfilzt bleibt.

Da schaut man von Deutschland jetzt neidisch nach Estland, denn die haben Ari Vatanen zum Chef des Sportverbandes gewählt. Der rollt hoffentlich das Feld von hinten auf!

Hier in Deutschland haben wir für diese verantwortungsvolle Aufgabe den Mann, der für Geld alles macht Hans Joachim Stuck.


Dienstag, 19. Februar 2013

Langsam bin ich es leid Recht zu behalten.

Kann Kurt Beck nicht einmal Rückgrat zeigen? Kann er nicht. Heute als Zeuge vor Gericht: viel geredet, nichts gesagt. Nur die üblichen Worthülsen, alles super, hinterher ist man immer schlauer und wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht. Bla, bla, bla.

Und wie erwartet: er könne sich ja nicht um alle Details kümmern (Resortverantwortlichkeit, siehe gestern) und es gibt ja auch noch diese … wie heißt es doch gleich? … Erinnerungslücken - das war’s!

Der einzige Lichtblick an diesem traurigen Tag war, daß es Florian Zerfaß geschafft hat den Prozesstag zu besuchen, um gewohnt treffsicher das elende Schauspiel in Worte zu kleiden:

Viel reden, bloß nicht viel sagen (Wirtschaftswoche)

Kurt Beck sagte vor dem Koblenzer Landgericht als Zeuge im Nürburgring-Prozess aus – und mit einer Doppelstrategie zwischen Ahnungslosigkeit und Ausweichen doch fast nichts.

Die Beck°Seuche werden wir und der Ring so schnell nicht los. Und das mit dem Nordschleife-Verkaufen pflanzen die als Sanierer getarnten Bestatter immer tiefer in die Köpfe der Bevölkerung.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Samstag, 16. Februar 2013

Steinkühler und die pösen Hacker.

Der NAG Sprecher von Richter/Lindner hatte sich letzte Woche mit seinem Politiker Blog über Peer Steinbrück wieder aus dem Internet zurückgezogen, Schuld waren Hackerangriffe:

“peerblog.de ist als normale Website online gegangen. Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage.”

Stellt sich raus sein Provider Strato weiß nichts davon: “Keine Auffälligkeiten.”

Wieso überrascht mich das jetzt nicht?

(Via.)


Freitag, 08. Februar 2013

Kommunikationsagentur, aber keinen Schimmer.

Der Karl-Heinz Steinkühler scheint ein hoffnungsloser Fall:

“Das von ihm gutgeheißene peerblog.de ist nach einem kurzem Gastspiel binnen nicht mal einer Woche wieder offline. Der schnelle Exit ist exemplarisch für Steinbrücks Scheitern in den sozialen Medien: Der 67-Jährige kann mit diesem Internet einfach nichts anfangen.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Die bösen Hacker!

Schade, daß der’s am Ring so lange ausgehalten hat.

Auf seiner peerblog.de stand gestern noch:

“Aufgrund von Wartungsarbeiten ist der Peerblog derzeit nicht verfügbar. Wir bitten um Verständnis.”

Heute steht da nur noch:

“ ”


Dienstag, 27. November 2012

Die Tyrannei der NAG ist beendet.

Heute wurde die Ära von Kai Richter und Jörg Lindner am Ring beendet. Ein Stückchen wiedergewonnene Freiheit nach 29 Monaten Geiselhaft für die Nordschleife:

“Die NAG scheidet damit aus der operativen Geschäftsführung des Ringgeschäfts aus.”

In den beiden Hotels, im Ferienpark und bei der Formel 1 haben sie noch Aktien, aber die Nordschleife wurde heute von ihrem Würgegriff befreit.

Ich wußte auch nicht, ob ich der Pressemitteilung der Insolvenzverwalter bzw. der Nürburgring GmbH trauen kann, besonders weil der Spiegel diesen eher irreführenden Artikel veröffentlicht hat:

“Demnach sollen die ungeliebten Pächter möglicherweise noch bis Ende 2015 diverse Führungsaufgaben am Ring übernehmen und dafür ein Millionenhonorar kassieren.”

Aber ich hab ein bisschen telefoniert und die Verträge seien unterzeichnet, die NAG Herrschaft über die Rennstrecken ist beendet. 1.5.2010 bis 27.11.2012 - was für eine Horrorphase. Nur damit die SPD sich über die Wahl retten kann.

Auf Nimmerwiedersehen NAG!

Wärst Du uns doch bloß erspart geblieben.


Freitag, 23. November 2012

Abschaffung der Gruppe H?

Hab gestern diese Mail von Markus bekommen:

"Hallo Mike, vielleicht hast Du es ja schon mitbekommen. Es gibt seitens des DMSB Pläne, die Traditionsreiche und überaus beliebte Gruppe H im Rallyesport zu verbieten. Um eine zentrale Anlaufstelle für aktive und passive Gruppe H-Freunde zu haben, wurde die IG-Gruppe H ins Leben gerufen.

Es wird versucht eine gemeinsame Lösung zu finden.

Vielleicht kannst Du in Deinem Blog ja einen Hinweis auf die Homepage www.ig-gruppe-H.de geben.

Es wird versucht möglichst viele Aktive und Fans zu mobilisieren. Wer nichts unternimmt, hat schon verloren …

Würde mich freuen, wenn die Rundstreckenjungs hier mal den Rallyecracks zur Seite stehen."

Schlage vor möglichst Vielen, die mit Gruppe H zu tun haben, das weiterzuleiten - auf der Homepage und auch auf Facebook gibt es Infos und kann man sich austauschen.

Was ist denn da los? Erst die Gebühren, jetzt die Gruppe H? Ich dachte Motorsport in Deutschland ist in Vereinen organisiert, die sich für die Belange ihrer Mitglieder einsetzen? Was jetzt aber Interessengemeinschaften übernehmen sollen? Wo sind sie denn, unsere ADACs, AvDs und DMVs? (Den DSK nenn ich ja schon garnicht mehr, die Interessen, die die Luftpumpen verfolgen, kennen sie wahrscheinlich nur selber.)


Samstag, 03. November 2012

Konsequenzen aus dem CST-Gutachten?

Heute vor zwei Jahren am 3.Nov.2010 hat der Landesrechnungshof ein Gutachten zur ring°card Firma CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) vorgestellt. Es ist später durch die Rhein-Zeitung veröffentlicht worden.

Wer es noch nicht kennt: interessanter Lesestoff.

Wenn man es liest kann man sich nur schwer vorstellen, daß nichts in den letzten 2 Jahren passiert ist, was irgendwie als Konsequenz aus dem Gutachten gedeutet werden könnte. Also von der Insolvenz der Nürburgring GmbH mal abgesehen.

Aktuell steht die CST wieder im Mittelpunkt, weil Kai Richter als CST Gesellschafter diese an die NAG verpachtet hat. Also wieder an sich selber.

Statt die CST zu kontrollieren, wie es die WiWo dem Insolvenzverwalter nahelegt, wäre ich für abschaffen. Und wäre damit nicht nur mit dem Rechnungshof einer Meinung (“überflüssig”), sondern im Grunde auch mit allen Besuchern und Sportlern am Ring. Durch die Gängelei haben einige Leute einen richtigen Hass aufgebaut. Und der gute Ruf des Rings ist orgentlich beschädigt worden.


Freitag, 02. November 2012

Freizeitpark? Welcher Freizeitpark?

In dieser dpa Meldung von heute wegen der amtlichen Pleite ist nur noch die Rede von

  • Nürburgring
  • Formel–1-Strecke
  • Rennstrecke

Keine Spur von beck°werk und Größenwahn.

Naja, q.e.d. - obwohl es mir andersrum auch lieber gewesen wäre.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt.

Das mit der Charme-Offensive vom Heissgetränke-Beauftragten am Samstag war wohl nur bedingt erfolgreich:

Sie sind noch gar nicht weg, da wird auf ihrer eigenen Facebook-Seite schon ihr Abschied besungen. “Netter Titel zum wörtlich nehmen”, schreibt da ein User auf der Nürburgring-Pinnwand und verlinkt dazu das Youtube-Video des Songs “You have to go”. Gemeint sind die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter. Ihnen gibt der kecke Facebook-User den Hinweis: “Nicht vergessen: Morgen ist Stichtag!” Inzwischen überbieten sich Nutzer damit, Musikvideos an die Nürburgring-Pinnwand zu posten. Von “Sag beim Abschied leise Servus”, einem Schinken aus dem Jahr 1932, über “Never Come Back” bis zum unvermeidlichen “Time To Say Goodbye.”

Steht in der WiWo. Dreht sich um den Abgang der NAG, der irgendwie immer noch nicht auf die Reihe kommt.

Das ist nämlich so:

“…im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt …”

Weiss zwar nicht wie sowas geht, aber steht in der FAZ - dann muss es ja stimmen.

Was haben die damals für ein Wind gemacht:

“In den zurückliegenden Monaten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft in diesem Sinne am Ring mit den jetzigen Pächtern nicht möglich ist, das Vertrauen in der Region und in der Mitarbeiterschaft ist aufgebraucht. Zudem bin ich als Sachwalter für das Land gezwungen, aus dem Umstand, dass die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt wurde, Konsequenzen zu ziehen. Ich habe deshalb heute dem Kabinett vorgeschlagen, die Nürburgring GmbH zu bitten, den Betriebspachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH sowie alle weiteren relevanten Verträge, insbesondere den Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel 1 Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring, unverzüglich außerordentlich zu kündigen.”

Nee iss klar, deswegen auch:

“… derzeit verhandeln die Ring-Pächter Lindner und Richter mit Formel–1-Boss Ecclestone, ein Ergebnis steht noch aus.”

Wenn jeder der NAG auf Facebook einen netten Gruß da läßt, dann will ich natürlich auch nicht fehlen:

Die Taschen voll, der Ring am Ende -
die schlimmsten Jahre der Legende.

Beton°geschwüre, Kitsch und Gier -
ohne euch war’s schöner hier.

Auch wenn der Müll noch lange steht:
geht nur, aber geht!


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die ersten zwei Wochen ring°prozess ...

… sind zu Ende und immer noch sitzt keiner im Gefängnis! Naja, man wird ja noch träumen dürfen ;)

Ich bin mir allerdings sicher, daß keiner der 6 Angeklagten damit gerechnet hat, daß sie mal auf der Anklagebank landen. Ist doch auch schon was. Knapp 5 Jahre nach dem Spatenstich.

Insgesamt gab es jetzt 6 Verhandlungstage, jeweils Di/Mi/Do in den letzten 2 Wochen. Ingolf Deubel hat alleine für seinen “Vortrag” 10 Stunden gebraucht, über mehrere Tage verteilt.

Der Controller der Nürburgring GmbH - Michael Nuß - oder wie Ingolf Deubel das nennt “aus der Nuß-Ecke” - wirkt bedauerlicherweise jetzt schon aufgebraucht. Mit den Nerven am Ende nennt es die RZ, Judo-Schwarzgurt Deubel geht rein optisch erstmal als der stolze Sieger von der Matte.

Siehe auch Volksfreund bzw. hier auch, SWR, und Allgemeine Zeitung.

Andrea Thelen von der Blauen Ecke hat auch mal die Gelegenheit genutzt die öffentliche Gerichtsverhandlung zu besuchen. Kann man nur empfehlen sich das anzusehen, nächster Verhandlungstermin in Koblenz ist am Dienstag. Laut SWR sollen dann die Beamten des Landeskriminalamt aussagen. Die hätten seinerzeit u.a. auch ausgerechnet vor Urs Barandun gemahnt. Von dem Deubel jetzt meint, er habe ihn mit krimineller Energie betrogen.

Nee iss klar.

Und Kurt Beck? Der meint unterdessen er werde trotz Rücktritt auch weiterhin politisch arbeiten - das kann man dann durchaus als ernstzunehmende Drohung ansehen.

Eine gute Gelegenheit auch noch einmal beim Wilhelm Hahne vorbeizuschauen, der aktuell das Thema anschneidet, Ingolf Deubel habe nie in die Geschäftsführungsaufgaben eingegriffen. Muss man wahrscheinlich im Gesamtzusammenhang sehen, des Deubels neuestes Lieblingswort.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Heute war wieder Die-Schuld-der-Anderen ...

… von Ingolf Deubel.

Die Rhein-Zeitung hat was zum 4.Prozesstag, dpa, dadp und die FAZ auch.

Warum wird der Prozess eigentlich nicht in’s Internet übertragen?

Banken von “Gegnern” bombardiert? Welche Gegner? Die hat es doch angeblich so gut wie garnicht gegeben. Und überhaupt: woher sollen die gewusst haben, von welchen Banken die Rede ist? Und wenn das soviele Banken waren, die alle zurückgezogen haben, sollte es da nicht klingeln? Hallo McFly?

Ich weiß was noch schädlicher für die Nürburgring Gesellschaft war als ein drohender Baustopp: der Baustart.

Wer hat den nochmal in Gang gesetzt? Ohne stehende Finanzierung? Auf gefälschten Zahlen basierend?

Keine weiteren Fragen euer Ehren.


Samstag, 13. Oktober 2012

WiWo mit Vertuschungsdetails.

Nachdem im Sommer 2010 klar war, daß nochmal 50 bis 80 Millionen in das Beck°Grab gepumpt werden müssten, hat man laut WiWo im Wirtschaftsministerium großzügig den Radiergummi eingesetzt. Auf dem Weg bis zum Aufsichtsrat seien die Zahlen verschwunden und pauschal durch “Anlaufverluste” ersetzt worden.

Er wird auch die Frage gestellt, ob Alexander Schweitzer die Finger im Spiel gehabt hat. Er war Staatssekretär für Minister Hendrik Hering (Wirtschaftsministerium, Vorgänger von Eveline Lemke) und ISB Aufsrichtsrat in Personalunion.

Leider kann der sich nicht mehr erinnern.

Das ist auch so ein Phänomen: je größer die Zahlen, desto schlechter das Gedächtnis. Muß eine Politikerqualifikation sein.


Donnerstag, 04. Oktober 2012

Kurt Beck stürmt die Charts - Bürgerbeteiligung Theorie und Praxis.

Kurt Beck war ja letzten Freitag in allen Medien vertreten, weil er sich endlich durchgerungen hat abzutreten.

Das hat ihm wohl so gut gefallen, daß er es heute schon wieder in die Trending-Charts geschafft hat.

Wie er das gemacht hat? Salopp gesagt hat er - ausgerechnet als Experte für Bürgerbeteiligung - einem für seinen Geschmack zu frechen Bürger gesagt, er solle “einfach das Maul halten”.

Der Bürger meinte dann noch, er sei schließlich nur ehrlich und überhaupt, gut daß er (also der Beck) endlich zurückgetreten sei.

Bei sowas sind sie natürlich alle zur Stelle, die Spiegels, Sterns und Bilds in diesem Lande.

Aber wenn Hunderte Mio Steuergeld zusammen mit einer Traditionssportstätte vor aller Augen mit Ansage in die Tonne gekloppt werden, dann sucht man sie vergeblich.

Was mich am meisten wundert bei diesen Ausschnitt aus dem SWR Fernsehen: daß die das gesendet haben. Da haben wir beide nicht mit gerechnet, also weder ich noch der Kurt Beck. Sonst hätte er nicht so herrschaftlich die Fernsehleute dirigiert (“Können wir nochmal?”). Da sehe ich einen kleinen Funken Hoffnung, daß sich das Öffentlich-Rechtliche mit Sitz in Mainz aus dem Würgegriff der Regierung befreien möchte. Zu spät für den Ring, aber immerhin. Meinen Segen haben sie. Und meinen Respekt für den kleinen Sendebeitrag auch.

Das Video vom SWR kann man sich hier anschauen.

Noch ein paar Beckposen, der Mann hat Begabung.

Also jetzt reicht’s aber:

Kurz vor der Explosion:

Wieder auf Sendung, das fromme Schaf vom Lande:

UPDATE:

Beck’s Sprecherin verteidigt den Anschnauzer heute (Freitag):

“Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen.”

Tja, wir Bürger anscheinend schon.


Samstag, 29. September 2012

Das Beck´sche Paralleluniversum ...

… noch einmal zusammengefasst in der WiWo:

Beck führt eine an Unfähigkeit kaum zu übertreffende Regierung, die sich auf der Suche nach privaten Investoren für die Rennstrecke von zwielichtigen Hasardeuren ausplündern und abzocken lässt. (..)

Becks Regierung verliert in der Zeit der Alleinregierung die Bodenhaftung. Ohne das Korrektiv eines Koalitionspartners werfen die Genossen mehrfach Anstand und Verstand über Bord, begreifen den Staat zunehmend als ihr Eigentum, Recht und Gesetz dagegen als lästige Hindernisse beim Gestalten und Wohltaten verteilen. (..)

Kritiker bleiben auf der Strecke, treue SPDler kommen nach oben. So entwickelt sich die Mainzer Ministerialbürokratie zu einem geschlossenen Mikrokosmos, der zugleich ein Paralleluniversum ist und immer weiter von der Realität wegdriftet. (..)


Sonntag, 23. September 2012

Drei Formel Eins Rennen noch mit Fragezeichen.

Deutschland, Südkorea und New Jersey.


Mittwoch, 29. August 2012

Pleite Politiker statt Copy-Paste-Sanierer.

Daß der Flughafen Hahn ähnlich dem Nürburgring behandelt wurde und gleichermaßen ISB, Liquiditätspool und EU Kommission beschäftigt, hatte ich ja kürzlich.

Jetzt droht auch dort der Insolvenzverwalter zu übernehmen.

SpOn titelt treffend: Beck, der Bruchpilot.


Sonntag, 19. August 2012

Kurt mir-kann-keiner Beck.

Die demonstrative Gute-Laune-Tour von Kurt°Beck mag ihm selber vielleicht Spaß machen, aber die Journalisten, die er mit in seinem Bus hat, sind wohl doch nicht so doof wie er meint.

Welt Online:

Tomaten und Erbsen – Kurt Beck schaltet auf stur

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck begegnet dem Ärger in seinem Land mit demonstrativer Routine. Sein Motto nach der Insolvenz seines Prestigeobjekts: Aussitzen statt Abschiednehmen.

Rhein-Zeitung:

Auf Sommerreise: Kurt Beck lächelt die Krise am Ring weg

Ministerpräsident Kurt Beck hat das Desaster an der Rennstrecke Nürburgring äußerlich gut weggesteckt - und sieht es nur noch als ein Thema von vielen, um das er sich kümmern muss.

FAZ:

Verantwortungsträger mit beschränkter Haftung

Der Nürburgring war keine Station auf der Sommerreise von Kurt Beck. Vor der Kulisse rheinhessischer Winzertraumlandschaften versucht der gebeutelte Ministerpräsident, vom Finanzdebakel abzulenken.

Volksfreund:

Kurt Beck auf Sommerreise: Es muss auch mal gut sein

Da können noch so viele ärgerliche Berichte in der Zeitung stehen - etwa, wie zuletzt so oft, über das schmerzhafte Debakel am Nürburgring. Auf seine Sommertour mit Journalisten verzichtet Kurt Beck deswegen nicht. Auch diesmal sucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident dabei den Kontakt zu den “einfachen Leuten”. Und die scheinen ihm seine Fehler zu verzeihen.

Abgrundtiefe Verachtung, mehr kann ich für diesen #%&$§ nicht aufbringen.

Oder um Kurt Beck zu zitieren:

“Auf jeden Fall eine Herausforderung, die ich natürlich nicht gerne gehabt habe, aber die Entscheidungen, die damals in der Tat 2008/2009 getroffen worden sind, haben falsche Daten unterstellt - zwar guterachterlich empfohlen, aber das hilft ja alles nichts heute. Und insoweit sind wir in diese schwierige Situation geraten und jetzt werden wir sie miteinander lösen.”

Aber auch der Rest des großen SAT1 Sommerinterviews mit dem selbstherrlichen Selbstdarsteller ist nur unter großen körperlichen Schmerzen zu ertragen.


Samstag, 11. August 2012

Kurt Filzland-Beck und die böse EU Kommission.

Am 16.Mai 2012 veröffentlicht die Staatskanzlei über die Sprecherin der Landesregierung Monika Fuhr die Zwischenbilanz zu “Ein Jahr rot-grün”:

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, am Nürburgring zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die Kündigung der bisherigen Pächter am Nürburgring war ein wichtiger und richtiger Schritt auf diesem Weg. Alle weiteren Maßnahmen werden wir in enger Abstimmung mit der EU-Kommission durchführen.”

Alle weiteren Maßnahmen kann natürlich alles mögliche sein, aber am 12.Mai - also 4 Tage früher …

“… erging an die Beratungsfirma Ernst & Young der konkrete Auftrag, den Antrag auf Rettungsbeihilfe vorzubereiten. Das Unternehmen hatte Mitte April in einem Papier auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das sagte gestern der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Christoph Gehring, auf Anfrage.”

Steht in der RHEINPFALZ von gestern.

Die Zeitung hat sich mal die Mühe gemacht, die Zeitabläufe rund um das Thema EU Kommission und Nürburgring Insolvenz auseinanderzubröseln - ist ein lesenwerter Artikel, der sich nicht mit den sonst üblichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt.

Am 15.Mai wurde der Nürburgring nämlich schon einmal “gerettet” und durch Aussetzung von Krediten die Insolvenz abgewendet. “Toleriert” von der EU sagt die Regierung.

Das sieht die EU anders und hat letzten Dienstag (7.Aug.) entschieden diese Rettungsaktion vom 15.Mai in die große Prüfung (siehe Beschluss der EU vom 20.März 2012) mit einzubeziehen.

(Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Thema Nürburgring beschäftigen möchte, sollte die 52 Seiten des EU Beschlusses SA.31550 aufmerksam lesen - ich habe den Eindruck, das haben viele Leute die laut mitreden noch garnicht gemacht. Ist schwer verdaulich, aber erhellend.)

Jetzt gibt es also schon 2 Case Numbers in Brüssel für den Ring, SA.31550 und SA.34890. (Ich schätze SA steht für “State Aid”.)

Und die Regierung so? Auf der Pleitekonferenz am 18.7. - also komplett 2 Monate später (!!) - gab es deutliche Worte in Richtung Brüssel, sogar per Pressemitteilung:

Die Rettungsbeihilfe hatte dazu dienen sollen, die Liquidität der Nürburgring GmbH vorläufig und für einen begrenzten Zeitraum (sechs Monate) zu sichern. Das Ausbleiben der Genehmigung vor Ende Juli 2012 wird, wie der Kommission bekannt ist, zur Insolvenz der Nürburgring GmbH und ihrer Tochtergesellschaften führen.

oder via Kurt Beck:

“Das ist eine Vorgehensweise der Europäischen Kommission, die ich für bedenkenswert halte. (..) Und auf einmal sind wir in diese Schere geraten, dass man nicht entscheidet, nicht entscheiden auf der europäischen Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für das Land Rheinland-Pfalz.

… der mit einer schauspielerischen Glanzleistung die Opferrolle besetzte:

“Das ist eine bittere Wahrheit und es ist ein Stück Rechtsgeschichte. Weil keine Entscheidung getroffen wird, ist das in der Wirkung so, als würde negativ entschieden. In Deutschland würde es Rechtsmittel dagegen, in der EU gibt’s keine. In Deutschland wäre das ein klarer Verfassungsverstoß, wegen der Vermutung eines Fehlverhaltens einen solchen Schritt zu gehen.”

Eveline Lemke:

“Ich erwarte, dass uns geholfen wird. Ich möchte, dass mit gleichen Maßstäben gemessen wird. Wir wären ja in der Lage, uns selbst zu helfen, wenn man uns lässt.”

Carsten Kühl:

“Die ISB muss die Bürgschaft nun ziehen. (..) Das Land hat für ein solches Szenario eine Rückstellung von 254 Millionen Euro gebildet.”

(Eine Bürgschaft, die es laut Clemens Hoch ja garnicht gibt und was es mit der “Rückstellung” auf sich hat, siehe gestern.)

Jetzt könnte man ja meinen, bei der Nürburgringkirmes hat sich die Regierung mitlerweile so verrannt, daß sie garnicht anders mehr kann als hilflos rumzurudern. Das ist zwar so richtig, aber was mich dann doch überrascht, die haben da noch mehr Sachen bei denen in Brüssel laufen. Und was einen vom Hocker haut: das könnten Kopien der Nürburgring-Saga sein.

Sowohl in Hahn, als auch in Zweibrücken, laufen State Aid Untersuchungen:

  • SA.32833 - Flughafen Frankfurt Hahn, Verfahren eröffnet am 17.Juni 2008
  • SA.27339 - Flughafen Zweibrücken, läuft ab 22.Januar 2009.

Genau wie beim Freizeitpark sind auch hier ISB bzw. Liquditätspool mit im Spiel und - Überraschung - die Antworten kommen nicht bei.

“Nachdem das Land Rhein­land-Pfalz Mehrheitseigner der FFHG geworden war, wurden deren langfristige Darlehen im Laufe des Jahres 2009 durch die ISB umgeschuldet”

”.. werden die ISB-Darlehen durch eine Garantie des Lan­des Rheinland-Pfalz besichert.”

“Gegenstand der Beschwerde sind die angeblichen Infrastruktur- und Betriebsbeihilfen zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH und die Zweifel an der Erforderlichkeit der Flughafens Zweibrücken, der sich 39 km entfernt vom Flughafen Saarbrü­cken befindet. Ferner hat die Kommission auf der Grundlage der ihr vorliegen­ den Informationen beschlossen, auch die folgenden Aspekte zu prüfen: die ermäßigten Flughafenentgelte, die Germanwings, TUIfly und Ryanair für die Nutzung des Flughafens Zweibrü­cken zahlen; die Marketingvereinbarungen zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Airport Marketing Services Limited; einen staatlich besicherten Kredit und eine Kreditlinie zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH.”

usw. usw.

Wenn man die Beschlüsse durchliest, bekommt man ein Déjà Vu nach dem anderen. Und die Bezeichnung “Verfahren” gleich eine andere Bedeutung.

Dieses Amtblatt der EU beinhaltet 4 Fälle: 3 aus Rheinland-Pfalz und 1 aus Italien.

3:1

Gegen Kurt Beck sieht selbst Silvio Berlusconi alt aus.


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Freitag, 27. Juli 2012

Die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung.

Ich hab’s befürchtet, die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung ist ein Winkelzug, damit keine neugierigen Fragen gestellt werden.

Zu Gläubigern gehören natürlich auch Leute mit offenen Schadensersatzforderungen und grade am Ring ist es ja alles andere als koscher zugegangen.

Sowohl Ja zum Nürburgring als auch Dorint gegen auf die Palme.

WiWo: Protest gegen Insolvenz in Eigenregie

“So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

(Aus diesem Aufsatz hier.)

Rechtstreu? Vertrauenswürdig? Nein - ganz sicher nicht.


Dienstag, 24. Juli 2012

Blitzinsolvenz - Sachwalter mit den Trümmern vom Kafitzwalter.

Nochmal kurz der Ablauf der Insolvenz, geht alles so schnell:

  • WiWo berichtet Samstags (14.), daß die Nürburgring GmbH 413 Mio. Schulden bei 126 Mio. Unternehmenswert hat.

  • Am Dienstag (17.) veröffentlicht die Rhein-Zeitung, daß die EU die neuen angefragten Unterstützungen aus Landesmitteln in Höhe von 13 Mio. EU nicht bzw. nicht zeitnah genehmigen wird. Dadurch wäre die Zahlungsfähigkeit der hoffnungslos überschuldeten NG nicht mehr aufrecht zu erhalten.

  • Am Mittwoch (18.) tritt die RLP Regierung (Beck + 3 Minister Lemke/Lewentz/Kühl) hektisch vor die Presse und verkündet, daß man einen Insolvenzantrag für die Nürburgring GmbH einreichen wird.

  • Am Freitag (20.) wird dieser Antrag für die NG und 2 Tochterfirmen (MSR und CCxx) in den Nachtbriefkasten (!) des Amtsgerichtes Bad Neuenahr-Ahrweiler eingworfen, wo er Montags (23.) gefunden wird.

  • Am Dienstag (24.) werden die Gläubiger versammelt und anscheinend wird die Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt. Der Spiegel greift das sofort auf - durch das Einsetzen eines Sachwalters statt eines Insolvenzverwalters befürchtet man den Bock zum Gärtner gemacht zu haben.

Einen guten Text zum Thema habe ich hier gefunden:

Die Eigenverwaltung nach der Insolvenzordnung
von Prof. Dr. Thomas Zerres

So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

… woran ja nicht nur ich so meine Zweifel habe.


Sonntag, 22. Juli 2012

Ein betroffener Post zum Nürburgring ...

… von Peter Hoffmann:

(..) Der Unfähigkeit sowohl von Landesregierung wie auch der Opposition ist es in allererster Linie zu verdanken, dass das Kind im Brunnen liegt. Aber auch der Geldgier einiger Lokalpolitiker, wie auch dem Größenwahn und der Skrupellosigkeit einiger der Manager, die eigentlich das Wohl ihres Management-Objekts im Auge haben sollten. Ja, das Kind liegt im Brunnen.

Ich hoffe inständig, dass man es wieder herausbekommt. Ich hoffe inständig, dass der Ring überlebt. Diese Strecke muss überleben! Sie ist die gemeinste, bösartigste aber gleichzeitig auch faszinierendste Rennstrecke der Welt. Sie ist ein Stück Kulturgut und Sie ist Eigentum des Landes Rheinland Pfalz und damit Eigentum aller Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Als solches muss sie erhalten bleiben. Sie darf nicht verkauft werden! Was auch immer getan werden muss das sicherzustellen, muss getan werden. Es geht nicht um den Erhalt irgendwelcher Protzbauten, die kaum jemand wollte und die niemand braucht. Es geht darum 20.832 Meter weltweit einmaligen Asphalts zu retten auf dem Helden geboren wurden und gestorben sind. Bitte!

Wenn es etwas gibt, was ich ganz persönlich tun kann, dann werde ich es tun. Wenn es konstruktive Ideen dazu gibt, wie man die Katastrophe verhindern kann, dann bin ich bereit mitzuarbeiten, wenn ich sinnvolles beitragen kann. Und wenn es nötig wäre Geld in die Hand zu nehmen, dann würde ich auch meine nächste Rennsaison dafür opfern. Und ich bin davon überzeugt, dass ich auch dabei wieder nur einer von vielen bin. Jetzt ist die Zeit zu handeln, bevor die Schuldigen endgültige und unumkehrbare Tatsachen geschaffen haben. Jetzt. Denn viel Zeit bleibt uns sicher nicht mehr!

Hier steht der ganze Text in Peter’s Blog.


Nürburgring Insolvenz: Verleugnung als Mittel der Gefahrenabwehr?

Am VLN Wochenende war ich gespannt, wie wohl die Szene auf den offiziellen Kollaps reagieren würde. Zum einen ist meiner Meinung nach die Langstrecke mit VLN und 24h das Rückgrat des Nürburgrings und zum anderen kann man jetzt die Probleme nicht mehr wegdiskutieren, jetzt sind sie offiziell. Denn am Freitag wurde der Antrag zur Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht eingereicht.

Die Reaktionen - bzw. das Nichtvorhandensein dieser - hat mich überrascht. Nachdem ich in der Vergangenheit gegen Windmühlen gekämpft habe, scheint man es sich heute genauso einfach zu machen und kommentiert lapidar: “Mußte ja so kommen.”

Verstehe.

Wann wachen denn die Leute auf und warum nicht? Das Problem wird weiter verdrängt und so eine Insolvenz ist doch was Gutes: hat am Lausitzring auch funktioniert. Ein Statement (!) von der VLN nach dem Motto: Bitte gehen sie weiter, hier gibt es Nichts zu sehen. Die Insolvenz wird in der Überschrift zur “Situation”. Und bei der Fahrerbesprechung: kein Wort! Kein einziges, nichtmal in einem Nebensatz. Und das, obwohl es außer dem obligatorischen Guten Tag … gute Fahrt keine Themen gab. Man sagte mir dann hinterher, daß sowas auch nicht in eine Fahrerbesprechung gehört.

Wenn es nicht in die Besprechung der Nürburgring Langstreckenfahrer gehört - wohin denn dann?

Am Mittwoch war die Ring-Insolvenz Thema in der 20:00 Uhr Tagesschau - quasi den deutschen Nachrichten, deren Auswahl alleine schon die Nachrichten nach relevant / nicht relevant sortiert. (Was natürlich wieder Probleme in sich birgt, aber das ist ein anderes Thema.) Sie hat von ihrer begrenzten Sendezeit von 15 Minuten 1:30 Min. lang das Problem am Ring skizziert. Nicht als “Situation”, sondern klipp und klar für die Fernseher in Deutschland:

Nürburgring-Insolvenz: Rheinland-pfälzische Nürburgring-GmbH steht vor Pleite

Ich bin kein Psychologe und will auch keiner werden, aber Probleme lösen durch “Ausblenden” oder “Schönreden” erlebe ich am Nürburgring die letzten fünf Jahre. Das geht von “Laß die doch lieber hier die Steuermillionen versenken, als woanders.” über “Da kann man sowieso nichts machen.” bis zu dem Gipfel am Wochenende, daß man sogar in der Lage ist, die endgültig amtliche Insolvenz wegzublenden. Verleugnung laut Wikipedia:

Mittels Verleugnung lässt sich die Wahrnehmung realer Sinneseindrücke und deren Bedeutung für das Individuum ignorieren. Bedrohliche Stücke äußerer Wirklichkeit können auf diese Weise als nicht existent anerkannt (oder durch wunscherfüllende Phantasien ersetzt) werden. Bei der Verleugnung handelt sich also um das innerpsychische Pendant zum Abwenden des Blickes von einer Gefahrenquelle. Dieser Mechanismus ermöglicht es dem Individuum, bewusste oder vorbewusste bedrohliche Inhalte notfallmäßig dem Bewusstsein zu entziehen. Die Abwehr der Verleugnung ist also eine spontan einsetzbare Schutzreaktion, mit der die Person einer unangenehmen Wahrheit die Aufmerksamkeit, ja sogar den Realitätsstatus, entziehen kann.

Es ist nie zu spät die Barrikaden zu stürmen. Alleine da oben zu stehen ist zwar schön stürmisch, aber irgendwie auch grotesk.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Samstag, 14. Juli 2012

WiWo: Nürburgring GmbH hat 413 Mio. Euro Schulden an der Backe ...

… und muß noch diesen Monat Insolvenz anmelden, wenn aus Mainz keine weiteren Schulden in den Freizeitpark gepumpt werden (dürfen).

Nur mal um das greifbar zu machen, da sind an Zinsen bei 4% jedes Jahr 16,5 Mio. Euro fällig. Von Tilgung garnicht zu reden.

In dem Artikel steht auch:

  • daß die NAG der Nürburgring GmbH 13 Mio. Euro schuldet
  • daß der Unternehmenswert der Nürburgring GmbH laut einem Gutachten (ächz!) einen Unternehmenswert von 126 Mio. Euro hat. Und das sei schon positiv gerechnet.

413 minus 126 sind also 287 Mio. Euro, die irgendwie verdunstet sind. Jedenfalls sind damit nicht Werte entstanden.

Wenn die Staatsanwälte in Baden-Württemberg mit dem Mappus fertig sind: ich hätt da mal ein Anliegen.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Jetzt wirklich? Ministerpräsident bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Heute in der Sueddeutschen:

“Amtlich beglaubigt steht nun ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: dass sich ein Ministerpräsident zum Schaden seines Landes strafbar gemacht hat. Weil er nur das eigene Wohl im Blick hatte.”

Die Staatsanwaltschaft hat tatsächlich Ermittlungen gegen den Regierungschef aufgenommen.

Aber nicht den von Rheinland-Pfalz, sondern den von Baden-Württemberg. Und das auch erst, als er im Amt abgelöst war.

Da fallen mir spontan zwei denkwürdige Termine ein:

Dankbares Thema wären auch die gefälschten Zuschauerzahlen, um den Gigantismus schönzurechnen. Oder die Reihenfolge: erst Tribüne sprengen bzw. anfangen zu bauen, obwohl die Finanzierung noch unausgegoren war und wie wir inzwischen wissen auch immer geblieben ist. Viele Sachen wissen wir noch garnicht, Staatsanwälte aber schon - wenn sie denn wollen. Zum Beispiel die Verträge, mit denen der Steuerzahler dem Privatinvestor Mediinvest erst mit 85 Mio. Euro ausgeholfen hat, um dann später die realisierten Alpträume mit der Landesgesellschaft Nürburgring GmbH aufzukaufen. Und warum überhaupt.

Gibt es in RLP denn noch Staatsanwälte mit Rückgrad? Oder sind die nach 18 Jahren Beckherrschaft ausgerottet? Der Artikel in der Sueddeutschen ist von heute und zu Kurt Beck gibt es heute diese Nachrichten:

Beck will wieder als SPD-Landesvorsitzender antreten.

Im November wählt die SPD nämlich intern ihren Chefsozi und offentlich will Kurt Beck noch eine Weile Ministerpräsident bleiben. Weil er die Riesenschiebung am Ring noch nicht in trockenen Tüchern hat? Wenn die Macht erstmal abgegeben ist steht man auf einmal im Regen. Wilhelm Hahne hat das heute auch kommentiert. Dann scheint die Lage wirklich schlimm zu sein, wenn Beck gezwungen ist die Zügel stramm in der Hand zu halten.

Was auf der anderen Seite Anlass zur Hoffnung gibt, daß ihm sein ganzer Filz mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Und was meint Eveline Lemke dazu?

“Beck will bleiben. Erwartungsgemäße, gute Entscheidung!”


Samstag, 21. April 2012

WiWo ausführlich über EU-Verfahren.

Am 29.März war Kurt Beck im ZDF zum Talken und hat dabei auch über den Nürburgring erzählt. In Kurzform: alles ist super, Arbeitsplätze geschaffen, kein Geld bezahlt und Probleme kriegen wir in den Griff. Und dabei auch den Piraten Christoph Lauer angegiftet, daß er keine Ahnung habe.

Am 20.März - ALSO VOR DEM BECK-AUFTRITT! - hat die EU ihre Stellungnahme verschickt. Die Begründung der EU für die Einleitung des Verfahrens gibt es jetzt komplett in 53 Seiten als Download via WiWo und die Kommission läßt kein Zweifel daran, daß das Mainzer Freizeitparkabenteuer von vorne bis hinten einer verbotenen Beihilfe entspräche. Ob Kredite oder Pachtvertrag - alles wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge so eingestuft und müßte zurückgezahlt / rückabgewickelt werden.

Damit wär der Nürburgring - und diesmal sprechen wir über die Landesgesellschaft Nürburgring GmbH - mit einem Schlag pleite. Überschuldet war sie ja bereits.

Am Donnerstag hatte bereits Wilhelm Hahne das Thema aufgegriffen - heute nochmal ausführlich in der WirtschaftsWoche - wird wohl auch am Montag im Print im Heft zu finden sein.

Insgesamt auch nochmal eine gute Gelegenheit zu erinnern, WER damals am 19.Nov.2007 als Nürburgring Aufsichtsrat die Erlebnisregion abgesegnet hat.

Und wer eindringlich davor gewarnt hat.


Freitag, 06. April 2012

Übrig Ns vom Freitag.

Nur ein Höchstmaß an Transparenz kann dazu beitragen, dass Politiker nicht weiter unter Generalverdacht geraten. Deutschland hat da noch großen Aufholbedarf. Man glaubt ja gar nicht, mit welchen perfiden Mitteln Lobbyisten zuweilen versuchen, politische Entscheidungen zu beeinflussen.


Mittwoch, 22. Februar 2012

Aschermittwoch Übrig Ns.

Mein Vorschlag: einpacken.

“Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) habe einen wesentlichen Teil der Abmachung nicht erfüllt, nämlich keine Pachtzahlungen geleistet.”

und: “Wir sind sehr zuversichtlich, was die Qualität des Vertrags angeht.”

Zu dem Vertrag gehen die Meinungen auseinander:

“Zur Beurteilung des Vertrags haben wir ein juristisches Gutachten beauftragt. Dieses Gutachten macht deutlich, hier handelt es sich um kein solides Vertragswerk, sondern es werden zahlreiche Lücken deutlich.”

… meint Eveline Lemke … im Nov.2010.

Den Vertrag kann man hier nachlesen.

Daß der Kurt Beck jetzt mitspielt beim Ihr könnt nach Hause gehen deute ich mal als Zeichen, daß der Ring bald richter- und lindnerfrei ist. Muß man dem Mann fast dankbar sein, aber das hilft seinem Minuskonto auch nicht mehr.

Allerdings werde das Land Vorkehrungen für eine mögliche Umschuldung der Investitionskredite treffen, sollten die zukünftigen Pachteinnahmen die Tilgungsraten nicht decken können.

Wie lange will eigentlich der AW-Landrat Jürgen Pföhler noch untertauchen?

Das Ende der Netzgemeinde.

Das böse Unbekannte nimmt Einzug in unser tägliches Leben und das Internet wird dabei automatisch auch für alle Nicht-Nerds de-mystifiziert. Feine Sache das und für die gegensteuernden Lobbyisten glücklicherweise nur schwer in den Griff zu kriegen.

“Das ist die neue Realität in Deutschland: Die Netzgemeinde ist tot – es lebe das Netz. Und wer dessen Nutzung beschränken will, der stellt sich nicht gegen einen Kult oder eine Sekte – sondern gegen einen großen Teil der Bevölkerung.”

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Pressemitteilung dazu einen Tag vorher “plaziert”.

  • Sueddeutsche.de: Recht am Ring.

  • Aus der Rubrik: Blogger sind keine Journalisten.

  • Andrea Die-Ring-Region-im-Stich-gelassen Nahles macht einen auf Facebook. Am lesenswertesten wie so oft: die Kommentare.

  • Damit hat der Herr Steinkühler wohl nicht gerechnet, daß die Rhein-Zeitung einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt und mal bei Bernie Ecclestone anruft.


Mittwoch, 15. Februar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ach guck an, die auto motor und sport hat auch schon was mitbekommen. Gewohnt oberflächlich werden ein paar Sachen zusammengekratzt, mit NAG Propaganda ergänzt und ohne Hinterfragen zusammengeschüttet. Das Ganze wird dann noch garniert mit einem Bild von der Startaufstellung 24-Stunden Rennen. Echter Journalismus halt. Natürlich auch kein Wort davon, wer damals die “Manager mit Weitblick” auf das Schild gehoben hat.

Vor garnicht langer Zeit waren die so drauf.

  • Karneval - bzw. Fastnacht - das ist doch genau das Richtige, um von den Problemen abzulenken. Nur falls jemand der Bericht vom LRH nicht als Begründung für den plötzlichen Aktionismus reicht.

  • Meanwhile, at the Grünen Kreisverband Ahrweiler …

Rückbau des Ringracers, Umbau und Verkauf von einzelnen Gebäuden, mehrere Betreiber für die verschiedenen Bereiche: Grünen-Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schließt am Nürburgring derzeit fast nichts aus.

Also wenn’s nach mir gänge, ich würd die Achterbahn ja weiterrosten lassen. Da kann man prima Sachen dran aufhängen und so ein Mahnmahl hindert hoffentlich für die weitere Zeit, daß nochmal irgendwann irgendjemand auf die bescheuerte Idee kommt, für über 10 Millionen Euro Steuergeld sowas dahin zu bauen.

DAS kann man so unterschreiben: “Deren Schwächen in Konzeptionierung und Umsetzung haben den Ring zu einer Sackgasse gemacht.”

Von den Grünen RLP.

Komisch, von diesen “Ring-Fans” hab ich noch keinen getroffen. Dafür aber viele, die Angst um die Nordschleife haben.

Das Ringwerk macht angeblich 1 Mio. Euro Verlust ohne Abschreibung. Frag mich wie das gehen soll.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Wilhelm Hahne hat heute Geburtstag (79!) - Alles Gute und bitte schön feiern! :)

  • Riesenschocker in der Motorsport-Szene: Peugeut zieht sich aus seinem Le Mans Engagement zurück! Keine Schlachten mehr mit Audi - das ist jetzt Geschichte. Heute ist auch Einschreibefrist für Le Mans.

  • Eine Stunde Radio-Diskussion im SWR über den Ring. Mit Wilm Hüffer und sehr hörenswert, sind ein paar interessante Sachen dabei. Auch wenn das mit den 50 Euro pro Runde (noch) nicht stimmt.

  • Sag ich doch: Geburtstage.

  • “Sollten die jetzigen Pächter aufgeben, werden wir den Ring-Betrieb neu ausschreiben. Wir arbeiten an verschiedenen Rettungskonzepten, mit denen wir die Übergangszeit überbrücken könnten.”

meint Eveline Lemke heute im Interview. Das klingt doch garnicht mal schlecht!

Sieht so aus, als zeigt das Land Rückgrat beim Pachtvertrag und knickt auch nicht bei der politisch maximal schlechten Arbeitsplätze-in-Gefahr Drohung der NAG ein. Ihren höchsten Trumpf hat die NAG (auf Kosten der Menschen) ausgespielt, die Pacht muß trotzdem bezahlt werden.

Bei der NAG hab ich den Eindruck, daß sie jetzt versuchen, das Thema Arbeitsplätze in den Medien zu halten. Ah ja, geht schon los - und sogar auch international. Bloß nichts anbrennen lassen.

  • Wo wir medientechnisch in Deutschland grade stehe kann man gut daran ablesen, daß die Tatsache, daß der Herausgeber der FAZ selber twittert, einigen Wirbel in eben diesem verursacht hat. Ist noch ein langer Weg!

  • Das mit der Einschwungphase wendet der Jörg Lindner jetzt auch auf eigene Projekte an, bzw. im Namen der an seinem Fond beteiligten Leute. Ob der neue Mieter sich auch damit bedankt, daß er einfach nicht bezahlt?

  • Freizeitpark? Neues Hotels? 400.000 zusätzliche Besucher? Regierungspläne? Sieht so aus, als hätten die “Investoren” jetzt Magny Cours entdeckt. Das ist hier: http://g.co/maps/dp3b4. Fehlt eigentlich nur noch der magny°racer .

Zum Vergleich, Paul Ricard ist hier: http://g.co/maps/w4vh3.

  • Nach NUR 1,5 Jahren soll es dieses Jahr VIELLEICHT SCHON zur Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co. kommen.

Vielleicht sollten die es mal mit Rollrasen probieren, das normale Drüber-wachs-Gras wächst so langsam.

Der Harloff wird’s schon richten, daß am Ende doch keiner angeklagt wird.

  • Rock am Ring: ausverkauft (85.000), da freut sich MLK und NAG hat endlich gute Nachrichten. Die erfolgreichste Veranstaltung lehnt die Ringcard ab - na, klingelt’s? Aber Veranstalter: BB Promotion. Nie gehört, was ist mit Lieberberg und MLK?

Auch für die Landesregierung ist die Suche nach guten Nürburgring Nachrichten eine Verzweifelte, also hängen die sich auch mit dran.


Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Rheinpfalz rechnet vor, daß neben dem 330 Mio. Kredit für den Beck°Protz der Ring 160,33 Mio. Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten hat oder zugesagt sind.

In Zahlen:

490.330.000,00 Euro

Das ist jetzt erstmal eine unfassbar große Zahl, daher ein motorsportlicher Vergleich: in Deutschland baut man zur Zeit eine Tiptop-Rennstrecke für 34 Mio. Euro. Man könnte also 14 (!!) Rennstrecken für diesen Betrag bauen.

Eigentlich sollte sich mit dem Ringdrama nicht die Justiz, sondern eine leistungsfähige Psychiatrische Klinik befassen.

Ob’s am Ring auch so lange dauert?

Selbstverständlich ist die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich erfolgt - was habt Ihr denn gedacht?

Das mit der Spielbankabgabe steht auf Seite 20 vom Pachtvertrag und liest sich so:

Fällt die “Spielbankabgabe”, die im bisherigen Umfang dem Projekt Nürburgring zugute kommt, aus, verändert sich die vorgeschriebene Verteilung des Jahresergebnisses proportional.

Inwiefern man da einfach die Mindestpacht einbehält?

Das mit der Spielbankabgabe halt ich für Zeitspiel. Das steht nicht drin, daß die an die NAG zu zahlen ist. Das wär ja auch ein schlechter Witz, wenn der Steuerzahler ihnen Millionen zahlt und damit dann die Miete bezahlt wird. Obwohl … - würde nahtlos in’s Schema passen.

Kurz: den Grüßaugust.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Der Wulff Verteidiger.

Der Anwalt, den Kai Richter auserkoren hatte das Forum zu verklagen und der auch gegen Wilhelm Hahne vor die Gerichte zieht, bekommt heute vom SPIEGEL einen ganz Artikel gewidmet (Danke Kai!).


Montag, 09. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.
  • Die Sorgen am Brünnchenparkplatz haben viel Resonanz gefunden und viele Leute haben sich spontan bereit erklärt mitzuhelfen. Sind gute Aussichten und ich habe den Post von gestern entsprechend ergänzt.

  • “Alzen-Ford” klingt ungewöhnlich. Ist aber eine vielversprechende Kombination. Wem das noch nicht reicht kann noch Artur Deutgen mit dazuzählen.

  • Ich dachte bisher Achim kann nur ON oder OFF. Stellt sich raus, stimmt garnicht.

  • Scheint so als sprechen Jörg Lindner und sein Geschäfteführer Karl-Josef Schmidt bei ihren Plänen wörtlich von alternativlos.

Diese Wortwahl passt ausnahmsweise mal wie Arsch auf Eimer zu den beiden. Haben gute Chancen als Unmanager des Jahres!

Wäre mal interessant zu sehen, wie sich die 911er Zulassungen über die Jahre entwickelt haben. Gehen die sogar zurück? Also wenn da mal jemand einen Link zur Hand hat …

  • Mehr Details zu der Beschwerde Dorint / Bundeskartellamt. Der Rennstreckenmarkt in Deutschland werde maßgeblich durch Nürburgring und Hockenheimring bestimmt, daher hätten auch andere Bewerber geprüft werden müssen. Daß genau das nicht geschehen ist, haben wir ja eindrücklich nachweisen können.

  • Wenn es nach Julia Klöckner geht, dann ist der Nürburgring auch 2016 immer noch wahlentscheidend.


Mittwoch, 30. November 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Sitzplatz Südtribüne überdacht bei allen Motorsport-Veranstaltungen
  • Sonderparkplatz bei allen Motorsport-Großveranstaltungen garantiert
  • 1 x Fanpaket Hockenheimring
  • Freie Fahrt bei den Touristenfahrten während der gesamten Saison*
  • Freier Eintritt ins Motor-Sport-Museum am Hockenheimring
  • Freie Insider-Führung “Hockenheimring TOUR” während der gesamten Saison

Freier Eintritt - das ist doch mal ‘ne Ansage. Und keine künstliche Belebung von Besucherfailattraktionen. Ach ja: 880 Euro. (Via)

Für den Fall, dass die oben genannten … Unterlagen … der Europäischen Kommission nicht oder nur teilweise zugeleitet wurden: Warum nicht?


Ringtool oder Schaukelstuhl? Heute: NASCAR.

Auf die Idee, in Deutschland einen NASCAR zu verkaufen, muß man auch erstmal kommen.

UPDATE: Hab grad gelernt das ist ein Stock-Car! Kulturbanause ich.


Samstag, 19. November 2011

Eine Form des Grundbesitzes.

Der RLP Innenminister Lewentz kritisiert in einem aktuellen Interview die Kommunikationsstrategie der NAG - bzw. ihres neuen Lieblingsaufwieglers - um dann genau das selbe zu machen. Nämlich Themen zwischen den beiden Vertragspartnern erstmal via Medien in Umlauf zu bringen.

Neuestes Beispiel: Erbpacht. Die ist zwar in Deutschland verboten und vielleicht hat der Minister auch das Erbbaurecht gemeint - aber allein die Tatsache, daß dieses Thema bei der Nürburgring Diskussion in’s Spiel gebracht wird, halte ich für alarmierend.

“Selbst in der SPD machen jetzt Phantasien von der Abrissbirne die Runde. Wäre das eine Alternative?”

“Das geht mir natürlich deutlich zu weit. Dass die Nutzung bestimmter Räumlichkeiten wie beispielsweise der Arena verbesserungswürdig ist, wurde bereits mehrfach kommuniziert. Herr Lindner und Herr Richter haben uns eine neue Nutzung rund um das Thema Auto vorgestellt. Diese Überlegungen wären eine gute Grundlage für Gespräche. Geld können wir aber keines geben und verkaufen wollen wir die Räumlichkeiten auch nicht. Vorstellbar wäre eine Überlassung in Erbpacht.

Da geht’s zwar erstmal um “gewisse Räumlichkeiten”, aber so schnell können wir garnicht gucken, daß das Volk - also wir - nochmal ein Stück weiter enteignet wird.


Samstag, 05. November 2011

Zurück auf Anfang: Thema Zuschauerlüge.

Ich hab mir mal den Artikel in der Sueddeutschen durchgelesen, der zwar überall referenziert wird, aber wohl nur gestern (Freitag) in Papierform verbreitet wurde. Es ist ein Interview mit Richter/Lindner und auf mich macht es einen sehr gescripteten Eindruck. Die gestellten Fragen scheinen wie eine Vorlage, um die aktuelle Strategie - Wir sind nur Opfer und wurden mit falschen Zahlen auf’s Kreuz gelegt - zu verstärken.

Ein paar Statements sind dabei, da dreht’s einem echt den Magen um:

“Wir können nicht zaubern. Wir können einen Blinden nicht sehend machen.”

Gemeint ist Nürburgring 2009 und gesagt hat das ausgerechnet Kai Richter, der maßgeblich an Planung und Umsetzung beteiligt war. Und der Schwarze Peter ist auch schon gefunden: die Besucherzahlen.

SZ: Was läuft schief? Wo bleiben die vorhergesagten Besucher?

Richter: Das ist das generelle Problem, das wir hier vorgefunden haben: Der frühere Betreiber, die Nürburgring GmbH, wie auch die Veranstalter haben mit Besucherzahlen operiert, die allesamt falsch waren. Man hat die offiziell gemeldeten Zahlen einfach addiert und dann noch mit zwei multipliziert, weil manche Veranstaltungen ja über mehrere Tage gehen. So ist man auf eine irrsinnige Zahl von vier Millionen Gästen gekommen. Heute wissen wir, nach zwei Saisons, dass wir nicht mal mit einem Viertel davon rechnen können.

SZ: Also nur eine Million im Jahr?

Richter: Nein, viel weniger.

Da muß man sich echt die Augen reiben, das sind ja mal völlig überraschende Einsichten.

Stinknormale Bürger wie Du und ich haben sich lange vor den Ausgrabungen mit den Zahlen beschäftigt und sie für völlig übertrieben befunden. Grade die Tatsache, daß die oft geschönten Veranstalterzahlen Einzug gehalten haben in einen Businessplan, aufgrund dessen dann Beton vergossen wurde, war von Anfang an Kritikpunkt Nummer 1 aller öffentlichen Diskussion.

Weit VOR Vertragsunterzeichnung - am 4.Okt.2008 - wurde von der MSR (Motorsport Resort Nürburgring GmbH) diese Pressemitteilung unter die Leute gebracht.

Da ist zu lesen:

Der Nürburgring ist als Rennstrecke eine lebende Legende und wird von seinen Anhängern ehrfurchtsvoll Grüne Hölle genannt. Er ist heute einer der traditionsreichsten und gleichzeitig innovativsten Motorsportplätze der Welt. Und eines der beliebtesten Nationalmonumente in Deutschland. Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen. Formel 1, DTM, 24h-Rennen, Rock am Ring sowie Truck- und Oldtimerrennen gehören ebenso dazu wie Fahrertrainings, Offroad-Touren und Touristenfahrten.

Kai Richter war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer dieser GmbH (zusammen mit Erich Geisler).

Von den 4 Millionen war tatsächlich mal die Rede, aber davon hat man schnell wieder verabschiedet.

Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung im April 2008 wurde verbreitet, daß man die aktuellen 2 Mio. Besucher um 500.000 auf 2,5 Millionen steigern möchte.

Mit dem Projekt „Nürburgring 2009“ soll nun die jährliche Besucherzahl an der Rennstrecke, die 2007 seit 80 Jahren bestand, um eine halbe Million auf 2,5 Millionen steigen.

Diese Zahlen - 2 Mio. plus 0,5 Mio. - wurden über die Jahre dann aufrechterhalten.

VOR Vertragunterzeichnung wird Kai Richter am 25.Sep.2009 so wiedergegeben:

Und er sei überzeugt, dass auch das Gesamtkonzept am Nürburgring aufgehe. Die öffentliche, größtenteils negative Diskussion um das Eifel-Projekt hat er satt. “Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht."

Und zum Jahreswechsel 2009/2010 so:

Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter sieht sein Konzept für den Ring als ganzjährige Freizeitattraktion in der Eifel vor allem durch die Besucher-Resonanz bestätigt. Das neben der Rennstrecke Nürburgring hochgezogene „Eifeldorf Grüne Hölle“ (benannt nach dem Spitznamen der Rennstrecke) mit seiner Diskothek „Eifel-Stadl“ und zahlreichen weiteren Gaststätten, das neue Congresshotel und die motorsportlich geprägten Attraktionen um Ring-Arena, -Boulevard und -Werk hätten in ihrem ersten Jahr bereits erfolgreich eingeschlagen, befindet Richter. Nicht nur von weiter her angereiste Touristen, sondern auch Gäste aus der Eifel selbst hätten für erfreuliche Umsätze gesorgt, die teils deutlich über den Erwartungen lagen.

Allein die Diskothek zählte in ihren ersten sechs Monaten 100 000 Gäste, so der Investor. Das steht in unübersehbarem Widerspruch zu den Angaben früherer Geschäftsführer am Ring, die in ihrer Befragung in Mainz aussagten, die Besucherzahlen seien - auch infolge verspäteter Fertigstellung einiger Attraktionen - bisher weit unter den Prognosen geblieben. Ins „Ring-Werk“ kamen in diesem Jahr nur halb so viele Besucher wie erwartet. Der Mediinvest-Chef sieht es eben einfach anders.

Die Besucherzahlen - sowohl die verbreiteten als auch die darauf basierenden Prognosen - wurde von der Öffentlichkeit immer wieder in Frage gestellt.

Allen voran Wilhelm Hahne, der sich sogar mal die Mühe gemacht hat, die einzelnen Veranstaltungen aufzubröseln, um dann eine konservative Schätzung mit allem Aufrunden von 750.000 Besuchern abzugeben. Das war bereits im Jahr 2007 - genau am 13.Dez.2007 und damit auch in einem Formel 1 Jahr.

Am 2.Feb.2010 - also auch VOR Vertragsunterzeichnung - hat Norbert Hanhart im Untersuchungsausschuß Klartext gesprochen und die RZ hat darüber geschrieben:

“Die Prognose, mit dem im Sommer 2009 eröffneten Freizeitpark an der Rennstrecke jährlich 500 000 Besucher mehr anlocken zu können, sei auf fragwürdiger Basis zustande gekommen, kritisierte Hanhart. Teils sogar mit ”Taschenspielertricks“. So seien damalige Besucher zweier schon vorhandener Attraktionen am Nürburgring einfach doppelt gezählt worden. ”Das war eine Art wundersamer Besuchervermehrung.“ [..] Fatalerweise waren die ”überzogenen Prognosen“ nach Darstellung des Zeugen aber die Grundlage des Ausbaukonzepts. ”Wenn die Basis nicht stimmt, kann das Haus nicht halten“, sagte Hanhart. Am Ring sei eine landschaftsverschandelnde ”Gigantomanie“ geplant worden.”

Später kam es noch doller, als ein Excelpapier geleakt ist, das die doppelte Buchführung der Zuschauerzahlen dokumenieren soll. Das habe ich seinerzeit auch aufgegriffen - am 4.Nov.2010.

Daß die Besucherzahlen nicht nur leicht geschönt, sondern massiv nach oben phantastiert wurden, war in der Öffentlichkeit stets Kritikpunkt Nummer 1 für den völlig überdimensionierten Größenwahnsinn namens “Nürburgring 2009”. Solange man seine eigenen Bauprojekte damit in große Dimensionen schieben konnte, war das opportun. Jetzt - wo das wackelige Kartenhaus Stück für Stück kollabiert - möchte man sich reinwaschen und sucht verzweifelt nach Auswegen.

Daß man den Ausweg über die Zuschauerlüge wählt, zeigt eigentlich nur die Größe der Verzeifelung.


Dienstag, 01. November 2011

Mal eben 4 Millionen Euro Mietrückstand.

Die RZ bohrt nach und erfährt, daß die Landesregierung inzwischen per Mahnbescheid die Miete eintreiben muß. Würde das über den SPIEGEL gespielte Armutszeugnis erklären.

Inzwischen seien 4 Millionen Euro offen und die NAG hält schonmal vorsorglich 140 Mitarbeiter aus dem Fenster, um eine Maximalmiete von 5 Mio. Euro zu erpressen auszuhandeln.

Im April 2009 hörte sich das so an:

“Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest GmbH, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomieeinheiten am Nürburgring, ergänzt: ”Die neugegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Um jedem Bewerber eine faire Chance zu bieten, werden wir bis zur zweiten Bewerbungsbörse noch keine Personalentscheidungen treffen - auch wenn es bei derart engagierten und enthusiastischen Bewerbern oft schwer fällt."


Mittwoch, 26. Oktober 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

Auf der einen Seite kann ich ja verstehen, daß man nicht unbedingt Spaß daran hat, einem künstlich aufgemächtigten Gegner Paroli zu bieten - auf der anderen Seite könnte etwas mehr Courage auch nicht schaden.

Übrigens kann man Wilhelm’s Blog auch prima per RSS empfangen - so wie meinen auch. Ich persönlich benutze den Google Reader mit dem iPhone Gegenstück mobileRSS.

  • Law Hunting - ja, da seh ich Parallelen … (via http://buskeismus.de)

  • Escort-Mk1-Film via Speedhunters - toll gemacht! Mit AW Nummer drauf.

  • Nicht vergessen: Saisonabschluß in Nürburg beim STRassenfest am Freitag abend. Trotz Abmahnung und Unterlassungserklärung ab 18 Uhr gemütliches Beisammensein.

  • Scirocco-Cup Juniorchampion Moritz Oestreich - mit STR auf der Motorhaube. Aus dem wird mal was! ;)

  • Das mit dem Golfplatz hat sich ja hoffentlich erledigt. Wir haben schon genug Probleme an der Backe.

  • Neues aus Garmisch: Fast so schlimm wie Nürburgring oder Bayrische Landesbank.

  • Die Freunde machen garkeinen Hehl daraus, wo sie hingehören. Zum “Saisonabschlußfest” hat man sich als “Veranstaltungsort” die Kai-Richter-Kneipen ausgesucht, geschlafen wird bei Lindners und als Programmpunkte gibt’s “Backstagetour” und Ringwerkbesuch.

Was für ein (alb)traumhaftes Ringwochenende!


Dienstag, 11. Oktober 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Donnerstag, 06. Oktober 2011

Das mit dem SPIEGEL wird mir langsam unheimlich.

Der Nürburgring ist schon schon wieder im Spiegel. Diesmal SpOn zum Thema Tourifahrten auf der Nordschleife.

(Nein, zu dem leidigen Thema “Arbeitskreis Sicherheit” sag ich nichts, reg ich mich nur wieder auf. Aber Ihr könnt ja mal versuchen, das seinerzeit aufwendig produzierte Sicherheitsvideo auf der NAG Seite zu finden.)

Hier die Übersicht der auffällig regelmäßigen SPIEGEL Artikel:

29.Aug., Fehlende Ausschreibung
11.Sep., Brüssel und EU-Ärger
26.Sep., Freizeitpark = Fehlplanung
6.Okt., Touristenfahrten Nordschleife

Komischerweise kommt die NAG immer gut weg dabei. Ist sicher purer Zufall.


Donnerstag, 15. September 2011

Wie man es nicht machen sollte.

In der aktuellen MOTORSPORT aus England liest man im Editorial von Damien Smith:

The catchword for sports venues these days is to make them ‘destinations’. That was the aim of the major developments at the Nürburgring, a circuit whose heritage we celebrate in this issue. A roller-coaster that we’ve never seen run and a cavernous (and often empty) shopping mall are soulless warnings to Silverstone of how not to do it.

Nach Millionengrab steht der Nürburgring als nächstes Paradebeispiel bereit: für die Entwicklung von Rennstrecken auf der Welt, wie man es nicht machen sollte.


Dienstag, 06. September 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • In der MSa werden neue Rahmenbedingungen für das 24h-Rennen gelistet: nur noch 190 Teams (statt bisher 210–220), Top 30 Qualifying und Nenngelderhöhung von 4.500 auf knapp 5.800 Euro. Grund für Steigerung seien auch höhere Preisen der NAG.

Meiner Meinung eine nicht zu vermeidende Entwicklung, da das Rennen immer professioneller wird. Da schaukeln sich mehere Sachen gegenseitig auf - teils gesteuert (GT3 und auch sonst steigendes Hersteller-Engagement) und teils zufällig bzw. Zeitgeist (Nordschleife, weltweites Interesse, Playstation).

Das 24h-Rennen liebäugelt mit der Profiliga und eigentlich müßte unten jetzt wieder was nachwachsen. Ein 24h-Rennen für den echten Breitensport / Tourenwagen nur für Amateure, dafür ist die Zeit reif. Bis die Werke merken, daß ihr generalstabsmäßiger Ablauf viel zu steril geworden ist und die Abenteurlichkeit fehlt - und sie die Amateure wieder langsam unterwandern.

Irgendwie der ewige Motorsportkreislauf halt.

  • Hat jemand Zuschauerzahlen von der Superbike WSB letztes Wochenende? Ich war nicht vor Ort (war beim Mofarennen) und im TV sah es doch sehr leer aus - obwohl die sich bei den Schwenks bemüht haben, die Tribünen nicht zu zeigen.

  • Für die Öffentlichkeit ist der Nürburgring keine Rennstrecke mehr, sondern Millionengrab. Das gefährdet den Motorsport massiv, der in Deutschland sowieso einen schweren Stand hat. Die Zockerei mit der historischen Anlage hat jetzt schon ein nachhaltiges Trümmerfeld hinterlassen.

In dem SPIEGEL Beitrag von heute wird neu Jochen Hartloff und die Firma IGM GmbH aus Medard in’s Spiel gebracht. Die machen Fenster und Fassaden und am Nürburgring wohl sieben Mio. Euro Umsatz. Und sind aus Hartloff’s Wahlkreis Kusel. Der “liebe Ingolf” weist natürlich jede Schuld weit von sich.

Ein schönes Beispiel für das Politikverständnis in Rheinland-Pfalz, schaut Euch mal das SWR Video an. Der jetzige Justizminister und damalige Abgeordnete empfindet es als völlig normal von Unternehmern umgarnt zu werden - Tagesgeschäft und quasi seine Aufgabe als Abgeordneter. Der redet so selbstverständlich, ich habe die Befürchtung er glaubt das sogar selber, daß das seine Aufgabe sei. Der “gewählte” Herr Volksvertreter.

Das Video hat aber noch ein paar schöne Details, der Brief listet die Reihenfolge der Angebote (woher weiß er das?) und die Konkurenzfirma stammt aus “Bayer”.

Vielleicht bin ich einfach zu doof, um die schlauen Politiker zu verstehen: nach einem verlorenen Bieterverfahren bittet ein Unternehmer seinen Abgeordneten sicherzustellen, daß man berücksichtigt wird. Und das ist dann ganz normal. Ja nee iss klar.

Es ver-schanzen sich dort aber noch mehr Mediinvest-nahe Firmen:

Zum Beispiel die Grüne Hölle Betriebsgesellschaft, das sind die hier.

Oder die nürburgring.tv Media Services GmbH von Pathe/Althof.

Oder die Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH.

Muß irgendwie ein (das?) Nest sein. (Danke für die Hinweise!)


Mittwoch, 17. August 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Mir ist zu Ohren gekommen, daß die Siegerehrung für das kommende VLN 6h-Rennen im Fahrerlager stattfinden wird. Kein Randale°Stadl, keine Abflug°Halle - einfach nur Fahrerlager. Wär das schön!

  • Eh klar, Dörr Motorsport mit GT3 McLaren auf der Nordschleife. freu!! (Danke Nico!)

  • Deutschland Rallye steht an, schonmal ein Panzerplattenvorgeschmack (Danke Gerri!). Schade, daß ich in unserer Firma nix zu kamellen hab, ich würd nur solche Autos bauen!

  • Aktuelle Spendensumme: 10.997,48 EUR - danke!


Montag, 15. August 2011

Übrig Ns vom Montag.
  • Richter bekommt 28 Jahre Haft. (Via.)

  • Flash Korden @ Autoblog.

  • Neulich an der Nordschleife. Kunst? Meinungsfreiheit? Beleidigung? Satire? Karrikatur? Ich jedenfalls glaube nicht, daß der Nürburgring in seiner 84-jährigen Historie jemals unbeliebtere Geschäftsführer hatte.

  • Wie bei VW die Talente firmenintern umplaziert werden, kann man hier gut erkennen: Audi - VW - Porsche in einem Atemzug.

  • Aus der Welt:

“.. Beck, der zudem unter dem erfolglosen Nürburgring-Großprojekt leidet, ..”

Bevor er sich am Ende noch selber leidtut, ich finde die Schmerzgrenze besonders bei den ursprünglichen Ringfans ist längst überschritten. Das sind die wahren Leidenden.

  • “Offenbar wird auch die Variante in Betracht gezogen, dass ein privater Investor baut und das Gebäude dann (..) vermietet. (..) Ein solches Bauprojekt müsste allerdings ausgeschrieben werden, möglicherweise europaweit.”

Erstaunlich, so etwas aus RLP zu hören. Und dann auch noch aus der Ringstraße.


Mittwoch, 27. Juli 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

  • kA ob's 'ne Amthandlung war oder Privatvergnügen, aber beim Formel 1 Samstag hatten sich in der staatlichen Ringdisko mit Michael Ammer auch verantwortungsvolle Personen aus dem Bereich des Langstreckensports eingefunden. Solange mit offenen Karten gespielt wird, sehe ich da keinen Interessenskonflikt. Allerdings waren die dazugehörenden Fotos schneller wieder gelöscht, als ich sie verlinken konnte. Sicher ein unglückliches Mißverständnis.

  • Haben sich schon 20 Lover zusammengefunden. Die rekrutieren sich auffällig in den eigenen Reihen, bitte sagt mir jetzt nicht, daß das 'ne Dienstanweisung ist. Wobei - haben ja noch gut Platz nach oben bei 350 Abhängigen.

  • Formel 1 Kosten und die RZ macht Kai Richter zum Ring-Boss, ohne dabei die Frage nach dessen Qualifikation zu beantworten.

  • Vorschau Spa 24h.

  • Starterliste VLN 6, trotz 24h-sind-schon-rum-Effekt und 24h Spa zeitgleich mit 167 Startern. Beängstigend!

  • Falls jemand Spa kaufen will.

"There is the potential to develop the track but the efforts across the hills at the Nurburgring have been rather frightening, with the operating company in deep debt after building its theme park/convention centre and so on."

Auch nicht besser oder richtiger, sowas paßt meiner Meinung nach besser zu einem Pferderennen:

"Beim Qualifiying am Samstag konnte sich der Australier Mark Webber die Pole Position am Nürburgring sichern. Nachdem er bereits 2009 seinen ersten Sieg in der Eifel feiern konnte, ging der derzeitige WM-Zweite auch bei diesem Rennen als Führender auf die Strecke. Dicht gefolgt von Lewis Hamilton und Teamkollege Sebastian Vettel. Nach einem spannenden Rennen war es jedoch Lewis Hamilton, der als erstes die Ziellinie überquerte. Auf das Podium folgte ihm Fernando Alonso (2. Platz) und Mark Webber (3. Platz). In der Gesamtwertung führt weiterhin Sebastian Vettel mit 216 Punkten."

Ich hab ja nicht viel von dem Rennen gesehen, aber daß Lewis Hamilton am Start gleich mal Mark Webber kassiert hat, das ist sogar mir nicht entgangen.

Ist halt immer mit einem gewissen Restrisiko verbunden, wenn man sich kaufen läßt. Die meisten Bürgermeister scheinen aber umsichtig gehandelt zu haben. In dem Bericht steht auch drin, daß nach Nürburg erst garkeine geschickt wurden. Das paßt dann aber nicht zu der Hohn-Argumentation (".. den Menschen in der Region etwas zurückzugeben ..")

Die Eifelzeitung geht noch einen Schritt weiter: "Ob nun alle Formel-1-Ticket Beschenkten den freiwilligen Schritt nach vorne tun und ihre Vorteilsannahme anzeigen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Mal sehen, wer ehrlich ist und wer nicht."

"(..) Ihr Auftreten in den Medien finde ich Lächerlich. Um einen Job wie den Ihren zu machen braucht es eine gewisse Härte! Sie repräsentieren doch DEUTSCHLAND und nicht irgendeinen Stall voller LOOSER!"


Dienstag, 26. Juli 2011

Nürburgring Formel 1 mit einer ganz normalen PR-Kampagne.

"Eine normale PR-Kampagne", so nennt die NAG die LOVE THE RING Nummer, die sie mit aller Macht am Formel 1 Freitag rausgehauen hat. Am Formel 1 Freitag!! An dem man als Rennstreckenbetreiber ja sonst nix zu tun hat. Die Rhein-Zeitung nennt das "Bizarres Sticker Wettrüsten".

Wie originell das ist, habe ich ja schon beschrieben und mit der weit im Vorfeld angekündigten SAVE THE RING Demo hatte diese Überraschungs-Kampagne natürlich auch nichts zu tun.

Eine ganz normale PR-Kampagne, sich beim Großen Preis von Deutschland hiermit zu beschäftigen:

Und hat auch schon 6 (sechs!) Mitstreiter gefunden. (Hier auf "View Supporters" klicken. Waren mal 10, aber 4 haben es sich wohl schon wieder anders überlegt.)

Neue Sachen im Sinne von "kreativ" sind nicht dabei, dafür gibt es aber eine Erklärung hierzu:

"Die Eintragung ins europäische Markenregister erfolgte als vorbeugender Schritt, um die Botschaft "Love The Ring" in jedweder Form zu wahren und der Vermischung mit anderen Interessengruppen vorzubeugen."

Kann man hier nachlesen.

Und um der "Vermischung mit anderen Interessengruppen vorzubeugen" hat man dann sicher auch bei dem LRT-Button neben Nürburgring und Nordschleife

"Save the Ring"

als Keyword eingetragen.

Nein, Ihr wollt lieber nicht wissen, was ich von Euch halte.

Aber hier nochmal zur Erinnerung, was Ihr von Euch selber haltet:

"Es gibt kaum eine Sportstätte in Deutschland, in die die Fans so viel Leidenschaft investieren. Der Nürburgring hat sich in acht Jahrzehnten immer wieder neu erfunden und verändert und stets wurde das auch misstrauisch beäugt. Eine gewisse Verunsicherung ist dabei auch in der jetzigen Situation verständlich. Wir wünschen uns hier jedoch oft ein wenig mehr Fairness. Denn nicht selten versuchen Vertreter von eigenen Interessen, z.B. aus der Politik oder Wirtschaft, die Fans für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Wir setzen eine offene Kommunikationspolitik dagegen, denn es ist immer besser miteinander zu reden, statt übereinander."

Fairness? Offene Kommunikationspolitik? Instrumentalisierung? Eigene Interessen?


Montag, 25. Juli 2011

Übrig Ns vom Montag.


Sonntag, 17. Juli 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Von Leuten am Ring wurde auch heute wieder von Achterbahn-Tests berichtet. Die ist aber nicht ganz durchgefahren, sondern nur bis in den Looping. (Danke für die Mails!)

  • Das Handelsblatt findet ziemlich klare Worte:
    “Formel 1 auf dem Nürburgring vor dem Aus.”
    Das geistert jetzt auch als dpa Meldung durch die Lande und schreckt die Formel 1 Fans auf. In Wirklichkeit hätten die vor 2 Jahren auf die Barrikaden gehen sollen, als die Erlebniswelt genehmigt wurde. Damals war man aber noch ganz entspannt, so nach dem Motto: “Lieber hier Steuergelder versenken als woanders.” Die Rechnung kommt jetzt, denn nachdem soviel Geld verbrannt wurde, braucht man die nächsten Jahre sicher nicht mehr nach neuem fragen. Das jetzt den Grünen in die Schuhe zu schieben ist natürlich Quatsch, verbockt hat das alles Kurt Beck mit seinem Leuchtturmprojekt. Das übrigens gebaut wurde, um den Ring unabhängiger von der Formel 1 zu machen.

  • Neues vom Randale Stadl:
    “Gegen einen 26-jährigen Mann aus der VG Adenau wurde am Sonntag ein Strafverfahren eingeleitet. Er war am Sonntagmorgen gg. 01:20 Uhr im der Discothek „Eifelstadl“ in einen Rangelei mit zwei weiteren Männern verwickelt und schlug einer 20-jährigen Frau, die die Auseinandersetzung schlichten wollte, ins Gesicht.”
    (Quelle: Polizei PM)


Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Freitag, 01. Juli 2011

24h Rückblicke.
  • Speedweek, Guido Quirmbach: “Nimmt man diese Auswertung zu Grunde, dann hätte, wenn alle durchgekommen wären, wohl der Hybrid-Porsche gewonnen, da er als einziger Wagen Stints über 10 Runden fahren konnte, was mindestens ein Tankstopp weniger als der RSR bedeutet hätte.

  • Christian Menzel: “Generell können wir froh sein, ein solches Event in Deutschland zu haben. Wir müssen wie immer gut aufpassen, dass es auch so ein gutes Event bleibt und der Bogen nicht überspannt wird. Gleiches gilt für den Nürburgring selbst! Die “Bewölkung” nimmt immer weiter zu – schon wieder sind einige Herrschaften rund um den Ring in den Schlagzeilen – der Staatsanwalt lässt grüßen! Ich bin wie immer Optimist - und werde sicherlich noch eine bessere “Wetterlage” am Ring erleben. Hut ab vor allen Menschen, die hier sehr couragiert dafür kämpfen!

  • Christian Bollrath, Audi R8: “Wir waren das beste Amateurteam im Feld.” (..) “Unser Wagen war wohl der einzige, der nicht einen Kratzer hatte.” (..) Die fehlenden Trainingsrunden holte das Team einfach im Rennen nach.


Sonntag, 19. Juni 2011

Nicki Thiim gewinnt Lauf zum Carrera Cup.

Nicki Thiim feiert seinen ersten Sieg im Porsche Carrera Cup.


Sonntag, 29. Mai 2011

Gastbeitrag zum N-Forum.

Hier mal ein Gastbeitrag der mich freut und ermutigt - schön ihn hier veröffentlichen zu können. Er ist von Guido Kramer:

N-Forum offline

Das N-Forum (welches sich über 10 Jahre hinweg berechtigterweise zu einem wichtigen Forum des Nürburgrings entwickelt hat) ist zurzeit leider kein Forum mehr.

Der Austausch zwischen den Lesern kann nicht mehr stattfinden, da Mike Frison quasi dazu gezwungen wird, alle Beiträge nicht zuzulassen. Er kann -verständlicherweise- nicht alle Beiträge kontrollieren wenn sie veröffentlicht werden und in Vergangenheit gepostet wurden. Und ich denke, er will das im Sinne des freien Gedankenaustausches auch nicht. Das käme doch einer Zensur gleich. Die haben wir ja schon auf anderen Ebenen am und um den Ring herum.

Durch das N-Forum wurde bisher so viel Wissen ausgetauscht, Hilfe angeboten und angenommen, Hintergründe durchleuchtet, sogar Freundschaften geschlossen, Teams gebildet und auch so manches Gerücht beiseite geräumt. Man konnte anonym Fotos kommentieren, neueste Infos verbreiten und noch vieles mehr. Das geht nun seit einiger Zeit nicht mehr.

Und warum?

Weil ein Gericht  -frei übersetzt- sagt, ein Forum welches über 60.000 Einträge verfügt, sei kein Forum mit „Laienrecht“ für den Betreiber.

Und nun mal eine kleine Rechnung:
60.000 (Einträge) : 10 (Jahre) = 6.000 Einträge pro Jahr
6.000 (Einträge) : 12 (Monate) = 500 Einträge (pro Monat)
500 (Einträge) : 30 (Tage) = ca 17 Einträge pro Tag! Mal mehr, mal weniger.

Wie viele Artikel hat eine Tageszeitung? Wie viele Beiträge hat eine Nachrichtensendung?  Wie viele Informationen hat eine Radio/TV Liveübertragung? Wie viele Artikel haben Fachmagazine? Wie viele Produkte werden in Prospekten angepriesen?
Welche Berufe üben diese Informationsflüsse aus?
Wie viel Zeit investieren diese Personen in die Recherche der Beiträge/Produkte?
Wer überprüft die Richtigkeit der Artikel (vor UND nachher)?
Jedenfalls keine Privatperon die ihr täglich Brot mit einem normalem 8-10 Stundenjob verdient. Ein Forum ist ein Hobby, kein Beruf!

So viel Sand und keine Förmchen, was?

Professionell geführte Foren sind keine Foren, sondern Hotlines, Usernets oder Helpdesks. Dort können Fragen gestellt und Probleme aufgeführt werden, die von geschultem Personal (oder auch nicht :-P) beantwortet werden. Negativ geäußerte Beiträge werden dort von sogenannten Admins, Moderatoren oder dem Personal meist als „unwissender User“ oder „Bedienungsfehler“ freundlich herabgehandelt um das Produkt nicht in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Das trifft aber nicht auf ein Forum wie das N-Forum zu. Dort sollen freie Meinungen geäußert werden können (natürlich in gesetzlich geregeltem Maße), egal ob Insider oder Neuling. Fragen werden von Lesern beantwortet, nicht von bezahlten Personen. Kommentare werden von Proleten, Insidern und vor allem Fans zwischen 12 und 99 Jahren geschrieben. Das da nicht jeder Kommentar korrekt sein kann, ist doch wohl jedem klar, oder? Man sollte aber dem Betreiber die Möglichkeit geben, bestimmte Beiträge nach Aufforderung und in einem gewissen Zeitrahmen ohne Konsequenzen entfernen zu lassen. Sollte der Betreiber dem nicht nachkommen oder sich gar weigern, kann ich weitere gerichtliche Schritte voll und ganz einsehen.

Das ist aber hier in diesem Falle nicht so gewesen. Hier spielte wohl eher die allgemeine kritische Position des N-Forums und dessen Leser/Schreiber gegenüber den neuen Betreibern und deren Handlungen eine gewichtige Rolle. Und wer solch eine Position sich gegenüber nicht zulässt, hat meiner Meinung nach etwas zu verbergen oder befürchtet zu starken Gegendruck.

Niemand gibt jemals freiwillig eine lukrative Position auf wenn er weiß, was das Geschäft finanziell und richtungsorientiert für ihn bedeutet. Da wird keine Rücksicht auf Verluste anderer genommen. Dieses Problem betrifft aber nicht nur das N-Forum. JEDER, der in irgendwie erdenklicher Form freie Kommentare auf seiner Internetplattform (ob als Forumsbetreiber, Privatperson mit Gästebuch auf seiner Homepage, Konzern, usw.) zulässt, läuft Gefahr, unerwartet Post von Anwälten zu bekommen. Das kann und darf einfach nicht sein. Diese Rechtsprechung kann nicht im Sinne der freien Meinungsäußerung in Deutschland sein. Nicht jeder der angesprochenen Gruppen kann sein Wissen  journalistisch und juristisch soweit absichern, dass er ohne Sorgen diese neuen Medienplattformen nutzen und betreiben kann.  Hier muss man ganz klare neue Regelungen finden. Sonst wird eine im Grunde gute Institution gesetzlich soweit eingeschränkt, dass es nicht mehr von Interesse ist.

Und bevor „unser“ N-Forum vor Langeweile einstaubt, weil niemand mehr posten kann, müssen wir zusammen Flagge zeigen. Schreibt Eure Meinungen diesbezüglich in anderen (noch! offenen) Foren. Unterstützt Gruppierungen in den sozialen Netzwerken es sie z.B. auf Facebook (Nürburgleaks),  wer-kennt-wen, meinVZ oder unter www.savethering.org  gibt. Schreibt und redet darüber, tauscht euch aus und helft euch gegenseitig. Erhöht den öffentlichen Druck z.B. mit den bekannten savethering  und N-Aufklebern.

Und vor allem: Unterstützt Mike bei seinem Kampf FÜR UNS. Er kämpft für jeden von uns, weniger für sich. Für ihn wäre es leichter, er schließt das N-Forum, bezahlt die angefallenen Kosten und das wars dann.

War es das dann wirklich???

Guido Kramer


Sonntag, 08. Mai 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
Donnerstag, 14. April 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
Mittwoch, 30. März 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ich habe die Termine für GLP und RCN aktualisiert - ich hoffe, daß die jetzt so bleiben, damit ich nicht nochmal ändern muß.

Die Terminübersicht normal oder reduziert für’s Handy: 20832.com/termine. Wer Korrekturen oder neue Termine für mich hat: immer her damit! :)

  • Die Richtung stimmt: VLN Siegerehrung statt im Randalestadl jetzt in der Abflughalle. Fehlt nicht mehr viel bis zum Fahrerlager.

  • Die Noch-Regierung in Mainz glaubt sie könne den Untersuchungsausschuß UA 15/2 einfach so …. aufhören.

  • Schicke Schlagzeile in der Eifelzeitung:

“Monarchie in Rheinland-Pfalz beendet.”

  • Daumen drücken!

Keine Einigung ist beim Streitthema Nürburgring in Sicht. Die Grünen fordern vehement, das Land solle die Verträge mit den privaten Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter kündigen. Die SPD hält das für nicht machbar.

  • Die SPD sieht sich schon völlig selbstverständlich als neue Regierung:

‘Wir wollen uns auch ein Stück freuen, dass wir weiter mitregieren können’, sagte Hartloff.

  • Und für so einen Ministerposten spielt die Qualifikation offensichtlich eine untergeordnete Rolle:

Zu der Frage, ob er das Amt des Justizministers anstrebe, sagte Hartloff lediglich, alle Ministerposten seien ‘interessant.’

  • Rheinland-Pfalz Begrünung in der taz.

  • Christian Menzel freut sich in seiner Kolumne auf den ersten VLN Lauf, macht aber auch kein Hehl daraus, daß er sich große Sorgen um den Nürburgring macht:

Logisch entschieden haben sich ungefähr 36 Prozent der Wähler bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz scheinbar nicht. Wer den Nürburgring-Skandal seit einigen Jahren verfolgt hat, der weiß was ich meine. Ich habe Angst um die schönste Rennstrecke der Welt, und ich schreibe das auch ganz deutlich.


Montag, 28. März 2011

Übrig Ns vom Montag.

Siehe auch in Spon: Kurt Beck unter Schock

oder dieses Video ab 0:56 Min.:

“Es gibt für Rheinland-Pfalz und auch für Baden-Würtemberg einen klaren Auftrag an die Sozialdemokratie zu regieren und diesen Auftrag werden wir auch wahrnehmen.”

Aber Zahlen scheinen für K.Beck ja sowieso eher etwas Nebensächliches zu sein. Total erreicht die SPD exakt 666.666 Stimmen, das kann doch kein Zufall sein. Vor der eigenen Türe kehren ist natürlich alternativlos unmöglich, da wird lieber von “überlagerten Wahlen” gesprochen. Wieder mal schöne Fälle Kognitiver Dissonanz.

  • Auffällig finde ich auch, wie man versucht, die erfolgreichen kleinen Parteien in den offiziellen (steuerbezahlten!!) Meldungen totzuschweigen unter dem Sammelbegriff “Übrige Parteien”. Dabei haben die Piraten oder FWG teilweise gute lokale Erfolge erziehlt. Da hat man wohl Schiss vor der heranwachsenden Konkurenz - genauso hat man den Grünen in den Anfangsjahren auch mitgespielt und wieder nichts dazugelernt.

  • Der in Mainz streitbare und umstrittene Michael Billen genießt bei seinem Wahlvolk große Rückendeckung und hat souverän seinen Wahlkreis 21 “Bitburg” gewonnen.

  • Tolle Visualisierung der RLP-Wahl: Wahlatlas. (Via).


Donnerstag, 10. März 2011

Übrig Ns.
Sonntag, 23. Januar 2011

auto motor und politik.Wie sehr sich die Handelnden hier in Deutschland gefangen nehmen lassen, kann man an diesem Beispiel gut erkennen: auto motor und sport berichtet über das Nürburgring Desaster - allerdings nur in Polen.
Sonntag, 21. November 2010

Kurt Beck: das Nürburgring Projekt ist auf dem richtigen Weg. - Fragt man sich nur: wohin? Mit Vollgas gegen die Wand?Heute hat Kurt Beck im Welt Online Interview gesagt:

Beim Nürburgring sind Fehler gemacht worden, unbestritten. Die Fehler haben wir aufgearbeitet, und wir haben das Projekt inzwischen auf einen guten Weg gebracht.



Im Detail sieht das aktuell so aus:


Ja, das ist ein guter Weg: um den Nürburgring endgültig zu beerdigen. Vielleicht möchte Kurt Beck mal ab und zu in meinem Blog mitlesen, um zu erfahren, wie die Dinge wirklich stehen?
Mittwoch, 29. September 2010

Race of Champions kommt Ende November nach Düsseldorf.1989 am Ring, dann viele Jahre durch´s Ausland getingelt und jetzt zurück in Deutschland - genauer gesagt in Düsseldorf. Am 27./28.November gibt´s Race of Champions in der Arena in Düsseldorf.

Zugesagt haben bisher:

Michael Schumacher
Sebastian Vettel
Alain Prost
Sébastien Loeb
Tom Kristensen
Andy Priaulx
Travis Pastrana




Wie das vor über 20 Jahren am Ring aussah, hatte ich damals auch in Fotos festgehalten, kann man sich hier nochmal anschauen.


Dienstag, 07. September 2010

Die taz schreibt aktuell über die Ring-Flops.Aktuell in der taz: Flop am Ring:

Die Bosse der Nürburgring GmbH, die bis zu 50.000 Euro monatlich an Gehalt einstrichen, Spesen in exorbitanter Höhe abrechneten und in Personalunion auch noch als Geschäftsführer der von ihnen selbst erfundenen Tochterfirmen fungierten, steckten öffentliche Gelder oft genug in die eigenen Taschen. Die Landesregierung nickte alles ab, Bedenken wurden beiseite gewischt. (..) Dass der Freizeitpark Nürburgring einmal Gewinn abwirft, glaubt nur noch Beck.


Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Freitag, 16. Juli 2010

Für nachhaltige Strukturpolitik: Jobmotor Nürburgring.Jobmotor Nürburgring, hier ist einer davon:

Nürburgring Eifel - Jobs für Herren
Kurzbeschreibung: 20.-27.07.2010 Übernachtung wird gestellt!!
Gesucht werden: Männer
Aktionsland: Deutschland
Aktionszeitraum: 20.-27.07.2010
Aktionshonorar: 09,00
Einsatzort: Nürburgring Eifel
Aktionsbeschreibung: arbeiten Sie auf einer Veranstaltung als Spüler in Tag oder Nachtschicht! Übernachtung wird gestellt!



Das ist doch mal nachhaltige Strukturpolitik im SPD-Style.
Mittwoch, 14. Juli 2010

Für ein paar duselige Freikarten - jede Korruption fängt mal klein an.Watchblogs sind ein wichtiges Gegengewicht in der heutigen Medienwelt, die durch Propaganda und Meinungsmache bestimmt wird. ZEIT-Online stellt ein paar Etablierte vor, von denen ich auch einige verfolge. (Hier gefunden.) Ist recht komfortabel mit RSS Reader, z.B. FeedDemon. Dem Nürburgring - oder breiter gefasst dem Motorsport - würde ähnlich kritische Betrachtung auch gut tun. Mir fällt da auf Anhieb nur Wilhelm Hahne ein. Die Mehrzahl der Medien reduziert sich auf Copy/Paste von Pressemitteilungen und die Motorsport Print-Szene ist verseucht vom Druck der Anzeigenkunden. Besonders befremdlich finde ich dabei, daß Fanseiten - sowohl Nürburgring als auch Motorsport - sich in vorauseilendem Gehorsam freiwillig dem Diktat unterwerfen und selbst die kleinste Kritik nichtmal ansatzweise zur Sprache bringen. Die verkaufen sich tatsächlich für ein paar duselige Freikarten - jede Korruption fängt mal klein an.
Sonntag, 06. Juni 2010

BP heißt in Deuschland: AralDas war mir garnicht so bewußt, daß BP in Deutschland seit 2002 seine Tankstellen unter ´Aral´ betreibt.

Das Bohren nach Öl wird immer riskanter, den Preis für unsere persönliche Mobilität bezahlen grade unter anderem die Pelikane in Amerika.

Um die Größe der Katastrophe mit dem eigenen Wohnort in Verbindung zu bringen, kann man auf dieser Webseite automatisch über Internet IP und Google Maps die richtige Heimat-Umgebung aufrufen: ifitwasmyhome.com
Dienstag, 30. März 2010

MSa: Ein privater Betreiber übernimmt die Verantwortung. Nun regiert die Angst.

Am denkwürdigen Freitag letzte Woche war auch Arno Wester unter den interessierten Zuhörern. Das Ergebnis kann man ab heute in der MSa nachlesen:



Arno Wester ist absoluter Motorsport- und Ringkenner, er hat selber schon viele 24h-Rennen bestritten und ist einer der anerkanntesten Motorsport-Journalisten in Deutschland. Hier habe ich ihn fotografiert im Gespräch mit Wilhelm Hahne und hier ist er bei der Arbeit - an jenem denkwürdigen Freitag in Adenau, der die Verhältnisse am Nürburgring für die nächsten 20 Jahre regeln soll.


Samstag, 20. März 2010

Aktuell sitze ich in der Pressekonferenz der VLN, ein paar Fotos hab ich mal hochgeladen und es geht gleich interessant los. Matthias Wurm von der Wige Media AG hat einen neuen Sponsor für die VLN aus dem Hut gezaubert: Gran Turismo, das als Seriensponsor auf der Heckscheibe der VLN Starter angebracht wird. Der Vertrag wird interessanterweise nicht mit Sony abgeschlossen, sondern direkt mit Polyphony Digital in Japan. Der Vertrag hat erstmal eine Laufzeit von 1 Jahr, zum Erscheinungstermin von GT5 konnte man aber auch nichts neues berichten und geht von "irgendwann in 2010" aus.

Premio steigt als Sponsor in 2010 neu ein, man möchte das ähnlich aufziehen wie seinerzeit bei der V8Star Serie. Das Ganze heißt "Premio Race Cup" und soll über die Händler die Reifenkunden ansprechen.

Sandy Grau wechselt vom Renncockpit ins Business und wird sich in Zukunft stärker bei Uvex einbringen. In der Rennerei kennt er sich schonmal gut aus! Uvex wird auch einen Service vor Ort anbieten, zusätzlich zum racewear24 Shop im Boulevard.

Peter Geishecker hat das TV Paket vorgestellt und hat noch zusätzliche internationale Ausstrahlung in Aussicht gestellt. Das internationale Starterfeld der VLN erlaubt es, auch im Ausland interessant zu berichten. Daher, laut Robert Rust, heißt die neue Strategie der VLN: aktive Vermarktung auch außerhalb von Deutschland. Das DSF sei primär am 24h-Rennen interessiert, hat sich jedoch bereit erklärt 10 x 26 Min. (netto!) auszustrahlen.

Peter Geishecker gibt noch ein paar Infos zur DVB-T Ausstrahlung, der Sender soll stärker werden, um ein besserers Signal auszustrahlen. Das neue Wige Fernsehstudio am Ring erlaubt auch eine Moderation und eventuell auch Werbeeinspielungen. Nach wie vor ein Thema für die Wige ist die Ausstattung der Nordschleife mit Kameras, dafür fehlt allerdings das Geld.

Die VLN baut ihr Rahmenprogramm aus. Geben soll es: Drift Challenge, Sommerfest im Eifeldorf Grüne Hölle, Tourenwagen Revival und Formel Renault Saisonfinale.

Jöckel Hilgeland geht nach den Einschreibungen davon aus, daß das große Starterfeld von 2008 wieder erreicht wird - Krise? Welche Krise? Das Reglement war erfolgreich und man möchte weiterhin die 20-30 ersten individuell anpassen, um die Spannung und Chancengleichheit zu erhalten.

Neu ist auch der Freitag als Trainingstag, damit das Fahrerlager in der Obhut der VLN bleibt. Die Einstellfahrt findet immer Freitag morgens statt.

Klaus von Barby bestätigt nochmal, daß es gegenüber 2009 keine Änderungen im Reglement gibt. Verfeinert wurde der Bereich Aerodynamik, damit es keine Auswüchse gibt. Für die Serienwagen gibt es bei den Benzinern die Neuigkeit, daß auch Turbos eingestuft werden können. Grund sind die neuen kleinen Turbomotoren in der Autoindustrie. Der Hybrid von Porsche ist als Versuch unterwegs in einer eigenen Hybridklasse, der Stromkreis läßt sich zur Sicherheit komplett unterbrechen.

Frank Pohl, der neue Marketing Chef seit 3 Wochen am Ring, bescheinigt der Nordschleife einen hervorragenden Zustand und sie habe den Winter gut überstanden. Die Lärmschutzwand in Breidscheid ist nach seiner Aussage eine Auflage für die Betriebsgenehmigung ab 1.1.2010. Die Bauarbeiten sind bis VLN-Start abgeschlossen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel für die Sicherheit gemacht worden. "Six Packs" und FIA Zäune hat er dabei betont.

Es gibt auch immer von 17:30 bis 19:30 Uhr Touristenfahrten, außer beim 6-Stunden Rennen.

Die Siegerehrung bleibt jetzt im Eifelstadl und ab 21:00 Uhr soll dann noch gefeiert werden.

Laut Jöckel steht die Graduierung 3 der FIA kurz bevor und erlaubt jetzt internationale Wettbewerbe. Wenn das Zertifikat gültig ist, können sogar GT1 Fahrzeuge auf der Nordschleife fahren. Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr für die Nordschleife.

Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Dirk Adorf kamen dann als "Werksfahrer" :) auf's Podium. Marcel gewöhnt sich an den "R", weil der "RSR" nicht mehr konkurenzfähig ist. Der Neue hat noch einiges an Arbeit vor sich. Manthey hat über 20 Fahrer, d.h. könnten eine eigene Meisterschaft veranstalten ;)

Timo hat gestern den Rollout für den "R" gefahren, funktioniert erstmal alles ganz gut. Der Abtrieb ist geringer und noch gewöhnungsbedürftig. Timo hält 10 Autos für siegfähig und sieht die Werks-BMW und Audi als Hauptkonkurenz. Er war auch noch nicht im Hybrid auf der Nordschleife unterwegs, wird aber die Testarbeit begleiten. Es ist noch zu früh die Potentiale aufzuzeigen, aber die Entwicklung wird spanned zu beobachten.

Dirk im schicken weißen Fahreranzug von BMW ist stolz und geht die Sache mit viel Respekt an, aber ist völlig begeistert von seinem neuen Renner. Für ihn ist definitv ein Traum in Erfüllung gegangen und vielleicht ist es auch ein Dank von BMW an die Fans der Nordschleife, einen Privatfahrer in das Werksauto zu setzen. Wie stellen sie die Werksfahrer gegenüber den Nordschleifenfahrern dar? Dirk sei herzlich aufgenommen worden, eine Hackordnung gibt es nicht, aber Uwe und Dirk werden komplett im Team integriert und bringen wertvolle Infos ein. Der Z4 ist auch ein Thema, hört sich super an und sieht geil aus, der Z4 habe auch großes Potential und soll auch in die Runde der Favoriten vorstoßen.

Marcel hält nichts von Pokern, es wird von Anfang an Vollgas gegeben und sie werden versuchen, jedes Rennen zu gewinnen.

Die 2.Runde setzte sich zusammen aus Christer Jöns, Jan Derenbach und Heinz-Jürgen Winz. Christer wird den Black-Falcon Audi steuern, heute war Rollout. Gestern war zu knapp, obwohl heute das Wetter einiges schlechter ist. Klappt aber ganz gut und das Auto macht viel Spaß. Christer hält den Audi nach den ersten GP Runden "für genau mein Auto". Statt Dunlop wird bei Black Falcon Yokohama gefahren, aber es gibt Unterstützung von Audi Sport, um den Wagen in den Griff zu bekommen. Die ersten Rennen sind zum Testen vorgesehen, aber nach dem 24h-Rennen soll auch mal ein Gesamtsieg angepeilt werden. Das sei natürlich der Grund, in die GT3 Klasse zu wechseln. Christer fehlt auch nur noch der Gesamtsieg in seiner Sammlung - Junior Meister und VLN Champion hat er schon im Schrank stehen.

Das Ex-Junior Team der FH Köln ist jetzt erwachsen geworden und mit dem Ford Focus RS in der Specials Klasse SP4T. Gegenüber einem Cup (Honda Civic) sicher 2 große Schritte, aber trotzdem macht es viel Spaß. Die FH arbeitet eng mit der Ford Entwicklungsabteilung zusammen und die beiden sind in Köln nur durch den Rhein getrennt. Die Konkurenz ist eher in der SP3T zu suchen, die 9 Minuten Marke von Christoph Breuer ist nicht das Ziel. Dafür eher seriennah und zuverlässig.

Heinz-Jürgen Winz wird einen Fiat 500 Abarth einsetzen, weil es genausoviel Spaß macht mit kleinen Hubraum zu fahren. Und vielleicht kann man mit dem unterlegenen Fahrzeug den "Großen" ab und zu Paroli bieten. Der 1,4 L Punto sollte eigentlich mit Turbo aufgerüstet werden, aber der 500er war zu verlockend. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Turin, um diesen als Cup ausgelegten Wagen für die Nordschleife passend zu machen. Tank, Bremse, Elektrik - alles wird optimiert. Die Winz'ens sind ein Familienteam, Papa und Schwester, aber nach Geschäftsschluß im Autohaus kommen noch jede Menge Leute dazu, um die Rennen am Ring zu ermöglichen. Auch ein Einsatz beim 24h-Rennen ist geplant.

So, jetzt zieh ich mir erstmal einen Kaffee und guck mich nochwas im Fahrerlager um :)
Montag, 15. März 2010

Der Geschäftsführer eines Staatsbetriebes rettet im Alleingang eine Privatfirma vor dem Bankrott, indem er Steuersubventionen in Höhe von 5,6 Mio Euro rüberschiebt. Bürger, die sich um ihr Geld gebracht fühlen, machen die Staatsanwaltschaft auf das Durchreichen aufmerksam, doch die gibt dem Deal nach 3 Monaten Bearbeitung Bestnoten. Nicht irgendwo in Republica Banana, sondern mitten in Deutschland.
Freitag, 19. Februar 2010

Eigentlich würde man erwarten, daß Kai Richter's ring°card Firma - die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" (CST) - unter besondere Aufsicht gestellt wird. Immerhin ist sie nur trickreich der Insolvenz entkommen und hat den Nürburgring Geschäftsführer 4 Jahre zu früh den Job gekostet.

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sieht das alles ganz anders, denn die CST ist eine von 300 Finanzdienstleistern in Deutschland, die von der vollumfänglichen Aufsicht befreit sind:

Freigestellte Unternehmen nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG:

Nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG von wesentlichen Aufsichtsbestimmungen freigestellte Kreditinstitute bzw. Finanzdienstleistungsinstitute, deren jeweils besonders geprägte Geschäftstätigkeit eine vollumfängliche Aufsicht nicht erfordert.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Das neue drei°gestirn meinte gestern im Interview: "Es ist jedoch eine absolute Falschinformation .. nein, wir haben für 2010 keine Rennveranstaltung abgesagt."

Wenn man einem Veranstalter eigenes Catering und eigene Beherbergung aufzwingen will, der sich aber nicht knebeln läßt und von Nürburg nach Hockenheim wechselt - stimmt: abgesagt wurde die Veranstaltung nicht. Findet nur nicht mehr statt. Die schlaue Formulierung ändert aber nichts an der Tatsache, daß die World Series von Renault dieses Jahr in Hockenheim ausgetragen wird, inklusive der laut Veranstalter 90.000 Besucher.

Auch das 1000km-Rennen der Le Mans Series des ACO wurde nicht "abgesagt", sondern "ersetzt". Durch die neue FIA GT1 Weltmeisterschaft. Die Le Mans Series wurde im Jahr 2004 vom ACO geschaffen und hat seitdem durchgängig das 1000km-Rennen auf dem Nürburgring ausgetragen. Veranstalter war der ADAC Nordrhein und es war die einzige Möglichkeit in Deutschland Le Mans Prototypen in Aktion zu sehen.

UPDATE:
Herr Hütter von Renault schreibt mir zu den WSR:

"Der "Umzug" der WSR vom Nürburgring weg nach Hockenheim hat NICHTS und rein garnichts mit was auch immer am Nürburgring zu tun. Es ist eine reine Marketingentscheidung von Renault Frankreich [..] Wir haben uns am Ring immer wohl gefühlt und sind dort perfekt und gut behandelt worden!"

Vielen Dank für die Richtigstellung! Die Gründe hatte ich mir nicht ausgedacht, sondern am Ring aufgeschnappt. Da war man wohl falsch informiert. Wer noch etwas zu dem Thema beitragen möchte, kann das gerne im Forum oder direkt bei mir. Einigen wir uns darauf, daß der Nürburgring die Veranstaltung "verloren" hat.
Freitag, 29. Januar 2010

Dieter Althaus wird in Zukunft die Magna Interessen bei VW vertreten. Als Ex-Ministerpräsident hat man also auch mit Vorstrafe (Fahrlässige Tötung) immer noch sagenhafte Karrierechancen in der Privatwirtschaft. Interessenkonflikt? Nicht für Dieter Althaus.
Sonntag, 29. November 2009

Die Opposition ist so verzweifelt auf der Suche nach belastenden Informationen, daß sie etwas über´s Ziel hinausgeschossen ist. Durch den Zugriff auf die Polizeidatenbank POLIS wurde nun eine weitere Dimension zugeschaltet: der Datenschutz. Was neben den deutschen "Leitmedien" auch die Kreise auf andere Bereiche erweitert - sogar Heise berichtet und es werden 205 Kommentare zum Thema geschrieben. Am Nürburgring jagt ein Fehlgriff den anderen. Wie die Geier stürzen sich die übrigen Parteien (FDP, Grüne, Linke, SPD) auf diese Entgleisung, der Sache an sich ist damit nicht geholfen. Die wirklich relevanten Informationen bleiben bei Polizei und Ministerien beschützt unter dem Deckmantel "Geheimhaltung" und damit einzig und allein im Zugriff der Landesregierung. Die Gewaltenteilung funktioniert nicht mehr, die Behörde Nürburgring ist ein Paradebeispiel für die politische Struktur in Deutschland. GmbH Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Ministerien und Investoren sind abhängig und absichtlich komplex miteinander verflochten und auf Kritik wird wahlweise mit Staatsgewalt oder Ignoranz geantwortet.
Donnerstag, 15. Oktober 2009

Es gibt ein Jahrbuch, in dem der Nürburgring auf keinen Fall fehlen darf: das Schwarzbuch des Bund der Steuerzahler. Dafür werden jedes Jahr enorme Anstrengungen unternommen, denn die Konkurenz schläft nicht. Dieses Jahr titelt der Abschnitt mit "Nürburgring rast in die Pleite" und beschreibt, wie aus 205 Millionen mit höchstens 25% Landesanteil binnen Jahresfrist 270 Steuermillionen wurden.
Insgesamt werden 128 Steuerverschwendungs-Beispiele aus Deutschland gelistet und man kann das Schwarzbuch kostenfrei beim BdSt bestellen. War heute abend auch der 20 Uhr Tagesschau eine Meldung wert.
Montag, 12. Oktober 2009

Volle Deckung, ich habe jetzt die Lizenz zum Rennen! Im Sportbeamtenjargon heißt das dann weit weniger dynamisch: "Nationale Lizenz Stufe A des DMSB" - ist alles ganz übersichtlich! Richtig verwirrt ist man als Motorradsportler (da komme ich her), denn da ist die A-Lizenz die internationale Lizenz und die B-Lizenz die A-Lizenz. Wäre ja auch viel zu einfach, wenn's einfach wäre!
Michael Holz (rennfahrer-schule.com) und Peter Bonk (Bonk Motorsport) haben auf dem ausgedienten Militär-Flugplatz in Mendig einen Lehrgang für die A-Lizenz durchgeführt. Der Kurs ging den ganzen Tag und gliederte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Alles sehr kurzweilig und informativ, die 30 Teilnehmer aus allen Teilen von Deutschland gehen gut vorbereitet in ihr erstes Rennen demnächst.
Harro Haardt - ehemals Hauptmann am Bundeswehr-Flughafen und jetzt in TÜV-Diensten - war auch vor Ort, wir kennen uns noch von den Gixxerkart-Fahrten, die u.a. auch in DMAX liefen, als Achim im 2-Sitzer die Sabine in der Viper gebügelt hat :)).
Bonk Motorsport hatte auch seinen 318is als Anschauungsobjekt dabei. Witzig, weil Mario Merten damals auf dem Auto Meister geworden ist und er auch in Mendig viele Jahre im Dienst war (heute arbeitet Mario in Köln-Wahn).
So, die Lizenz hätte ich jetzt. Nur, wer macht dann die Fotos? Ach egal, wer also noch einen schnellen Nachwuchsfahrer sucht ... ;)
Montag, 28. September 2009

In Nürburg haben 5 Leute SPD gewählt. Bei 145 Wahlberechtigten ergibt das einen SPD-Anteil von 3,4% (Zweitstimme).
Im Vergleich dazu:

9,7% Verbandsgemeinde Adenau
20,6% Rheinland-Pfalz gesamt
16,1% Deutschland gesamt

Verständlicherweise sind die Rheinland-Pfälzer insgesamt sauer auf die (Landes-)Regierung, die Skandale um das Erlebnisgrab haben sicher ihren Beitrag dazu geleistet.
Aber die Eifler, für die diese Investitionen aus Sicht der Regierung so wichtig sind, haben die SPD noch stärker abgestraft als der Rest der Republik.
Ich hab mir mal die detaillierten Zahlen zu Gemüte geführt und Excel gefüttert, um die Verluste der SPD regional zu vergleichen:

VG Adenau: 41,8% Verlust
Rheinland-Pfalz: 32,8% Verlust
Deutschland gesamt: 38,6% Verlust

[zur Erklärung: Verlust = 100% - (SPD Wähler 2009 / Stimmberechtigte 2009) / (SPD Wähler 2005 / Stimmberechtigte 2005)]

Das heißt, die Verluste der SPD gegenüber 2005 sind in Rheinland-Pfalz zwar geringer als im Bundesdurchschnitt, doch in der Verbandsgemeinde Adenau auffallend hoch.
Das Beispiel von Nürburg (3,4%) gibt es auch noch in anderen Gemeinden: Wirft (4,7%), Herschbroich (5,8%), Wimbach (6,6%), Adenau (6,1%), .. nur um ein paar Beispiele rund um den Nürburgring zu nennen.
Die wahren Gestraften, die diesen Betonklotz jetzt am Bein hängen haben, sind die Anwohner und Gemeinden rund um den Nürburgring, und das haben sie den Regierenden jetzt deutlich gemacht.
Dienstag, 22. September 2009

Der Formel 1 Kalender für 2010 listet 19 Rennen, unter anderem den Großen Preis von Deutschland. Auf welcher Rennbahn wird gefahren? Früher haben sich die Rennstrecken um den Formel 1 Lauf geprügelt und heute will ihn keiner mehr haben.
Bei VW gibt es ein neues iPhone Spiel mit dem Scirocco R und einer Nordschleife Look-Alike Rennstrecke. Entweder waren die Lizenzgebühren zu teuer oder man geht absichtlich auf Distanz mit dem Nürburgring. "... irgendwo mitten im grünen Herzen von Deutschland ..." heißt es auf der Programmbeschreibung im Apple App Store, das Spiel kann man kostenlos für das iPhone runterladen. Auf den ersten Blick sofort alles Nordschleife: Curbs, Umgebung, bemalte Strecke und die Sciroccos, die man vom 24h-Rennen kennt und die sogar eine eigene Siegerehrung bekommen haben. Nur der Streckenverlauf, der ist ziemlich ungewöhnlich.
Dienstag, 15. September 2009

Jean Todt stellt für seine FIA Präsidentschaft seine Truppe vor. Deutschland wird vertreten vom AvD, bzw. dessen 71-jährigen Präsidenten "Rudolf Graf von der Schulenburg". Jean Todt meint: "Die FIA muß sich erneuern!", da sind Jundspunte offensichtlich fehl am Platz.
Rette Deine Freiheit, ein Kurzfilm über die Internetzensursperren, die per Gesetz beschlossen worden sind. Gegen eine Petition von 132.000 Mitzeichnern. Ein fünf Minuten langer Ausflug in die Politik unserer Volksvertreter in Deutschland.


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