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Sonntag, 10. Dezember 2017

Spannender ZDF-Film über Porsche, Piëch und Dieselgate.

Der Film holt weit aus, geht zurück zu den VW Ursprüngen und spannt den Bogen über die Familien Porsche und Piëch bis heute.

Wurde ursprünglich vor 2 Monaten ausgestrahlt und kann jetzt in der ZDF Mediathek angeschaut werden:

Die Volkswagen-Story - Deutschlands große Clans

Ähnlich wie das auch schon Jack Ewing in seinem Buch gemacht hat - aber in bewegten Bildern aus der Historie ergeben die komplexen Zusammenhänge doch noch einmal einen ganz anderen Eindruck.

Habt Ihr z.B. Ferdinand Piëch jemals so entspannt gesehen?

Spannender ZDF-Film über Porsche, Piëch und Dieselgate.

Nach der Jacke frage ich lieber erst gar nicht.

Le Mans 1970 war dann schon spannender - kein Wunder. Aber Porsche gewinnt mit dem Piëch 917er.

Le Mans 1970 war dann schon angespannter - kein Wunder. Aber Porsche gewinnt mit dem Piëch 917er.

Wolfgang Porsche teilte sogar die Anekdote, dass sein Vater Ferry einen Berater hatte, der ihm empfohlen hat Ferdinand Piëch zu adoptieren. Damit er ihn als Nachfolger innerhalb von Porsche besser verkaufen kann. Hatte er damals abgelehnt, weil er schon 4 Söhne habe, da brauchte er nicht noch einen Fünften.

Und aus der Piëch-Era in Wolfsburg stammt der Satz:

“Bei VW gibt es keine Führungskräfte - bei VW gibt es nur Ausführungskräfte.”

So stark war das Unternehmen dem Diktat unterworfen.

Unterhaltsame, spannende - aber auch frustrierende 45 Minuten. Man wird den Eindruck nicht los, dass Macht und Gier alles Handeln beherrscht. Selbst der Motorsport, der uns alle so fasziniert, nur dazu dient, die Macht Einzelner zu stärken. Das ist schon etwas ernüchternd, wenn man es mit Abstand betrachtet.

Porsche | Piëch | Dokumentation | Dieselgate | Historie |


Samstag, 09. Dezember 2017

Während der Verabschiedung des Porsche LMP1 in den Ruhestand wurde ein Wort gemieden wie vom Teufel das Weihwasser: DIESEL.

Ist Euch das auch aufgefallen? Alle haben dem Ausstieg hinterher getrauert, aber niemand hat es gewagt den Grund zu nennen - am allerwenigsten Porsche selber.

Dabei ist es ausgerechnet der verhaftete Wolfgang Hatz, der den LMP1 als Porsche Entwicklungsvorstand zu verantworten hatte.

Dieselgate | Porsche | Hatz | LMP1 | FIAWEC |


Freitag, 08. Dezember 2017

VW liefert erstmal keine T6 Dieselbusse aus.

Neuer Service von VW: Software-Update wird aufgespielt, bevor Fahrzeug ausgeliefert wird. Hätte man auch ruhig früher drauf kommen können - für den T6 Bus bedeutet das erstmal Auslieferungsstopp.

Dieselgate | Volkswagen | T6Bus |


Mittwoch, 06. Dezember 2017

VW Dieselgate Manager Oliver Schmidt zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Heute war Prozesstag für Oliver Schmidt - der VW Manager, der trotz Dieselgate nach Amerika geflogen ist und dort prompt verhaftet wurde. In dem Buch von Jack Ewing kann man nachlesen, dass Oliver Schmidt in Florida Mietwohnungen besitzt und deswegen nach Miami geflogen ist.

Jedenfalls läuft der Prozess auch vor dem Hintergrund, dass der Ingenieur James Liang bereits die brutale Strafe von 40 Monaten Haft und 200.000 USD erhalten hat vor gut 3 Monaten. Ich habe das ausführlich dokumentiert.

Oliver Schmidt bekennt sich für schuldig, will aber auch Opfer des VW Konzerns sein. Und sein Anwalt fragt ernsthaft nach 40 Monaten und 100.000 USD Strafe. Also weniger als James Liang aufgebrummt bekommen hat. Er begründet das mit der Dauer der Verschwörung, James Liang sei viel länger beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert da schon stärker, bringt auch das brisante Detail, dass Oliver Schmidt am 27.Juli 2015 - also 2 Monate vor Bekanntwerden des Defeat Device - eine Präsentation zum Thema gegeben hat an keinen geringeren als Martin Winterkorn.

Automotive News Journalist Larry P. Vellequette kommentiert um 21:42 Uhr unserer Zeit:

If you can’t get the sense from watching it on Twitter, it’s evident here: The hammer is about to drop on Oliver Schmidt.

Was der verantwortliche Richter Judge Cox dann auch gemacht hat:

7 Jahre Gefängnis und 400.000 $ Strafe.

Also ziemlich genau doppelt so viel wie für James Liang.

Da klappen in Wolfsburg einige Kinnladen runter.

In München eventuell auch, denn während man in Deutschland die Gerichte kaum fürchten muss, läuft in den USA bestimmt schon ein 3er BMW Diesel durch die Prüfprogramme.

UPDATE:

So hat er den Prozess besuchen müssen:

In roter Häftlingskleidung kam er in kurzen Trippelschritten in den Gerichtssaal - weil er Fußfesseln tragen musste. Wegen seiner Handschellen konnte er nicht mal alleine aus seinem Wasserglas trinken

UPDATE 2:

Zudem muss Schmidt laut “BamS” 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

UPDATE 3:

Im Geständnis (“Factual Basis for Guilty Plea”) ist beschrieben, wie Oliver Schmidt vom VW Management angewiesen wurde sich zu verhalten:

Following the July 27, 2015 meeting, VW management instructed SCHMIDT to seek a meeting with a senior-ranking CARB employee, with whom SCHMIDT had had a business relationship based on SCHMIDT’s previous work in the United States. VW management instructed SCHMIDT not to disclose the defeat device or any intentional cheating by VW to the CARB employee during the meeting and rather to obtain the necessary U.S. regulatory approvals for the model year 2016 vehicles, which was Schmidt’s primary assigned objective.

On or about August 5, 2015 in Traverse City, Michigan, SCHMIDT and a colleague met with a CARB employee to discuss the discrepancy of emissions of the Subject Vehicles. During the meeting, and as instructed by VW management, SCHMIDT intentionally did not use the term “defeat device” when describing the discrepancy of the emissions of the Subject Vehicles. In addition, Schmidt did not disclose that VW had intentionally installed software in the Subject Vehicles designed to cheat and evade emissions testing. On or about August 7, 2015, SCHMIDT and a colleague had a telephone conversation with another CARB employee and made the same omissions. SCHMIDT knew that his omissions were misleading and designed to conceal the existence of intentional cheating by VW.

Zusätzlich soll Oliver Schmidt aber jetzt von VW vor die Tür gesetzt werden, weil er gegen die Compliance Regeln verstoßen habe. Was ist denn dann mit den Managern, die ihn angewiesen haben zu lügen? Werden die auch rausgeworfen? Oder verstößt man bei VW erst dann gegen die Compliance Regeln, wenn man verhaftet wird?

Dieselgate | Prozess | OliverSchmidt | Gefängnis | Akustikfunktion |


Dienstag, 05. Dezember 2017

DUH klagt Unterlagen frei vom Verkehrsministerium.

Bundesverkehrsministerium weigert sich der DUH Einsicht in Unterlagen zu geben - Verwaltungsgericht Berlin gibt DUH Recht.

An der Brisanz gibt es wohl kein Zweifel - warum würden sie sich sonst so zieren?

Das Verwaltungsgericht Berlin gab unter Vorsitz der Gerichtspräsidentin der DUH recht - DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch fordert den kommissarischen Bundesverkehrsminister Christian Schmidt dazu auf, die rechtswidrig zurückgehaltenen Unterlagen nun sofort zu übergeben. Das Bundesverkehrsministerium muss der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Einsicht in die von ihr begehrten Dokumente aus den ersten turbulenten Monaten nach Aufdeckung des Diesel-Abgasskandals gewähren.

Wieso ist eigentlich die DUH die einzige Organisation, die Bewegung in die Sache bringt? Wo sind die ganzen anderen Umweltschutzorganisationen?

Einmal mehr zeigt sich, wie diese Bundesregierung einseitig Partei für die Autokonzerne und gegen Umwelt und Verbraucher ergreift und nichts unversucht lässt, der Öffentlichkeit gegenüber ihre konspirative Abstimmung mit den Autokonzernen zu verschleiern.

Kann man nicht widersprechen.

Dieselgate | Umwelthilfe | Verkehrsministerium | Verwaltungsgericht |


DUH hat Euro 6 BMW im Visier - Steuergerät entschlüsselt.

Eine ziemlich unglaubliche Geschichte, die uns die DUH da auftischt: BMW soll beim 320d tief in die Trickkiste gegriffen haben. Das Besondere dabei: es ist ein Euro 6 Auto und wurde erst auf den Markt gebracht, nachdem Volkswagen schon in Handschellen durch’s Dorf getrieben wurde.

Und noch eine Besonderheit: die Motorsteuerung ist keine Black Box mehr, sondern wurde von dem Tuner DS Motorsport (die hier?) entschlüsselt. Ergebnis:

In der Software erkannten sie einen Programmteil, der die Abgasrückführung ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen reduziert und ab 3500 Umdrehungen ganz abschaltet.

Kommt nach dem Temperaturfenster jetzt das Drehzahlfenster?

Dieselgate | Umwelthilfe | BMW320d | DSMotorsport | BlackBox |


Dienstag, 28. November 2017

Politiker stellen überrascht fest, dass es kein elektrisches Taxi von deutschen Herstellern gibt.

Und zwar ausgerechnet beim Dieselgipfel.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt!

Dieselgate | Elektro | Dieselgipfel |


Heute ist wieder mal ein Dieseltag.

Die Politik versucht die Luft auf Biegen und Brechen sauber zu bekommen, indem sie - passend zur Weihnachtszeit - Pakete schnüren. Die Erkenntnis, dass sich Schadstoffe nicht mit Geld neutralisieren lassen, scheint sich nicht durchzusetzen.

Und so geistert die Fahrverbotsbedrohung weiter durch die Debatten, als würde damit das Ende der Menschheit besiegelt. Was ist eigentlich so schlimm daran, mal mit dem Rad zur Arbeit zu fahren? Die fehlende Sitzheizung?

VDA und FDP sind sich einig: das Fahrverbotgespenst muss aus den Städten vertrieben werden. Aber mehr als Verkehrsverflüssigung und den unglaublich freiwilligen Softwareupdates fällt ihnen auch nicht ein. Dabei steht auch hier mitten in der Stadt der Elefant - bzw. das Fahrrad - unübersehbar im Raum.

Zeitgleich fahren in Frankreich Geschütze gegen FIAT / FCA auf, weil man da wohl auch einen Luftverpestungsschalter installiert habe. Das Strafszenario schwingt sich in die Höhe von 10 Milliarden Euro auf - das würde bei einer Autofirma schonmal für einen Farbwechsel von schwarz auf rot in der Jahresbilanz ausreichen.

Im realen Leben habe ich jetzt schon mehrere Menschen getroffen, die eine regelrechte Wut entwickeln, wenn sie einen SUV sehen. Und das nicht nur, wenn der 2,5t Panzer auf dem Radweg stehend die Kinder Richtung Schule entfrachtet.

Dieselgate | Fahrverbot | Debatte |


Donnerstag, 23. November 2017

Verbraucherzentrale zu VW´s Dieselgate.

Auf der Webseite der Verbraucherzentrale läuft ein Dieselgate Countdown:

VW-Abgasskandal - Rechte, die Verbraucher haben.

Das Problem sind die unterschiedlichen Verjährungsfristen für Gewährleistung (2 Jahre), Schadensersatz (3 Jahre), Kartell (5 Jahre).

Im Interview erklärt Marion Jungbluth, welche Methoden VW bei seinem Spiel auf Zeit anwendet.

Dieselgate | Verbraucherzentrale | Volkswagen |


Mittwoch, 15. November 2017

2011er VW Amarok stillgelegt wegen Dieselgate.

Natürlich nicht einfach so, das Ganze hat eine Vorgeschichte:

Zwar boten ihm VW und Händler an, ein kostenloses Software-Update zu machen, aber das lehnte er ab, weil er trotz anderslautender Versicherungen Sorge hat, dass dadurch die Motorleistung sinkt und der Spritverbrauch steigt.

Er hat auch versucht sich mit VW und dem Händler zu einigen:

Er bot VW zum Beispiel an, dass der Konzern den Verbrauch vor und nach einem Update auf eigene Kosten testet und danach für eine mögliche Verschlechterung selbst aufkommt. VW lehnte ab.

Jetzt fährt er Leihwagen und hat den Händler auf Rückabwicklung verklagt.

EA189 | Dieselgate | Volkswagen | Amarok |


Sonntag, 05. November 2017

Akustikfunktion zwingt Audi zum A8 Diesel Rückruf.

Da schließt sich der Kreis, denn die Akustikfunktion, die dem EA189 die Abgasreinigung abschaltet, kam ursprünglich von Audi. Premium bedeutet bei Audi, dass der Diesel beim starten nicht nagelt, statt die Abgase zu reinigen - daher AKUSTIK-Funktion.

Stellt sich raus, dass beim Audi Flaggschiff - dem A8 - neue Rekorde gebrochen werden, damit die Akustik die empfindlichen Ohren der Premiumkunden nicht belästigt:

Prüfer des KBA haben (..) Emissionswerte von bis zu 2000 Milligramm pro Kilometer gemessen. Erlaubt sind 80 Milligramm.

Da fliegt dem Euro 6 Fahrzeug natürlich die KBA-Zulassung um die Ohren. Im VW Konzern interpretiert man so:

Audi hat den selbst festgestellten Sachverhalt dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) direkt und detailliert berichtet und ein Software-Update im Rahmen eins Rückrufes vorgeschlagen, das bereits vorbereitet wird. Auf dieser Grundlage hat das KBA einen Rückruf angeordnet.

Das liest sich im Spiegel leicht anders:

Das KBA hatte die Anordnung für den Rückruf bereits wegen einer Abschalteinrichtung in der Motorensoftware nach SPIEGEL-Informationen bereits am vergangene Freitag an Audi geschickt. Besonders verwundern dürfte die Beamten nun die Behauptung des VW-Konzerns, dass die ganze Aktion von Audi selber ausgegangen sei. Dabei waren es Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die in diesem Sommer die Behörden erst dazu veranlasst hatten, genauer beim A8 hinzusehen.

Und besonders dreist:

Von dem Update sind in Europa 4.997 Fahrzeuge betroffen, davon 3.660 Autos in Deutschland im Produktionszeitraum September 2013 bis August 2017.

Dieselgate wurde schon am 18. September 2015 öffentlich - bei Audi hat man einfach 2 Jahre lang weiterproduziert, als wäre nichts passiert.

Bei Motoren mit AdBlue Einspritzung ist es relativ einfach die Wirksamkeit zu erhöhen: AdBlue in korrekten Mengen dosieren. Können die A8 Fahrer schonmal nach geeigneten Tankstellen Ausschau halten.

Die Befüllung scheint einfach zu sein, aber ich frage mich beim Nachfüllen aus einem Behältnis: wie kontrolliert man den Füllstand, ohne dass die Suppe überläuft?

UPDATE:

Zum dem Befüllen schickt mir ein Leser (Danke Mario!) diesen Link. Cleveres System von Stihl - simple und wirkungsvoll, kein Überlaufen. So müsste man das mit AdBlue auch machen.

Dieselgate | AudiA8 | Umwelthilfe | Akustikfunktion | Euro6 |


Montag, 30. Oktober 2017

Wasser sucht sich seinen Weg - und Geld auch: Wie VW am deutschen Finanzamt vorbeifährt. Siehe auch hier.


Auf einmal will jede Stadt als erster die Diesel aus den Straßen verbannen.

Paris lässt ab 2024 keine Diesel mehr in die Stadt - aber es geht auch noch schneller:

Oxford has also announced it will restrict diesel and gas cars from its center and is set to become the first UK city to do so. Starting from 2020, only electric vehicles will be allowed to a number of streets in the central parts of the city, creating Britain’s first “zero-emission zone.”

Elektro | Diesel | Dieselgate | Fahrverbot |


Donnerstag, 26. Oktober 2017

DUH hat Prozess gegen VW gewonnen.

VW hatte im März der Deutschen Umwelthilfe eine Einstweilige Verfügung aufgedrückt - das OLG Düsseldorf hat das Schnellurteil seines Landgerichts jetzt aufgehoben.

Die DUH hatte einen Euro 5 Golf Diesel vor und nach dem Softwareupdate im Straßenbetrieb gemessen.

NOx vorher: 964 mg/km
NOx nachher: 602 mg/km

Der Grenzwert liegt bei 180 mg/km

Die DUH meinte daraufhin, dass der Update weitestgehend unwirksam wäre - hat diese Aussage im März verboten bekommen - und hat jetzt ein OLG Urteil, nachdem sie es wieder darf.

Besonders krass:

In seinem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vom 28.3.2017 hatte die Volkswagen-Anwaltskanzlei Freshfields ausgeführt, dass alleine die unter Laborbedingungen gemessenen Werte maßgeblich seien, während die Werte, die im realen Fahrbetrieb gemessen werden, "vollkommen unerheblich" seien.

Wieviel Schadstoffe das Auto auf der Straße ausstößt, sei vollkommen unerheblich! Wie schamlos und arrogant ist das denn?!

Das sieht auch das Gericht so und formuliert ziemlich deutlich:

"(...) unter Berücksichtigung des übergeordneten Ziels der Verordnung, nämlich die Emissionen zum Schutz von Mensch und Umwelt zu senken, kann keine Rede davon sein, dass der von den Verfügungsbeklagten (DUH) vertretene Rechtsanspruch unvertretbar ist und jeder Grundlage entbehrt."

Das komplette Urteil kann man hier nachlesen.

Wie stellt VW sich das eigentlich vor? Die müssen doch davon ausgehen, dass das nachgemessen wird. Und wenn der Golf die Werte auf dem Prüfstand erreicht, auf der Straße aber nicht, dann muß doch da immer noch ein "Defeat Device" aktiv sein - also eine Prüfstandserkennung?

Umwelthilfe | Resch | Dieselgate | Volkswagen | EA189 |


Montag, 23. Oktober 2017

Bosch ist Dieselgate Verlierer und Gewinner gleichzeitig.

Natürlich ist Bosch völlig unschuldig im Dieselskandal - und die 327 Millionen Dollar haben sie freiwillig bezahlt, die waren halt gerade übrig.

Ist auch bestimmt nur Zufall, dass die EA189 alle Bosch Motorsteuerung an Bord haben und das mit der Akkustikfunktion - ja, das konnte doch keiner ahnen, dass das so mißbraucht würde.

Auf der anderen Seite ist Bosch natürlich hervorragend aufgestellt, wenn es um elektrische Mobilität geht - denn bei Anlassern und Lichtmaschine sind sie schon immer eine Macht und inzwischen hat gefühlt jedes E-Bike einen Boschmotor als Antrieb.

Kürzlich hat Bosch in London eine TranforMOTION Ausstellung gemacht mit allem, was sie so bei dem Thema anbieten können. Und das ist einiges.

Fully Charged hat sich das nicht entgehen lassen und ein Video mitgebracht.

Das neue Elmoto, was sie da fahren konnten, ist der Burner - in der 125er Klasse:

Elmoto

Heißer Feger - sieht aus, als könnte der was in der Stadt.

Die kleine Firma aus Stuttgart - also Elmoto, nicht Bosch - hat mich ja schon auf der Intermot letztes Jahr beeindruckt. Dort waren sie eins der Highlights, weil ansonsten die Messe in Bezug auf Elektro ja sehr enttäuschend war.

Aber Bosch liefert natürlich noch viel mehr - schaut Euch das Video an, ist unterhaltsam und gut gemacht.

Bosch | Elektro | Dieselgate | Akkustikfunktion | Elmoto |


Sonntag, 22. Oktober 2017

Warum Ringrekorde mit Vorsicht zu genießen sind.

Car and Driver - aus USA:

So, while we have no proof that manufacturers cheat at the endeavor of setting new Nürburgring records, there is nonetheless no mechanism to verify legitimacy when claiming those records for a production road car in street trim. It’s all a gentleman’s agreement. There’s no scrutineering official from the Nürburgring or ADAC (German auto club) or the FIA in pit lane, inspecting cars with a body jig and testing boost pressures and wastegates. The lap timing itself is not regulated at all.

Für uns eigentlich selbstverständlich - aber weltweit natürlich erklärungsbedürftig.

Als der Ring Hilfe benötigt hätte, konnten sich alle gar nicht schnell genug wegducken - inzwischen scheint die Zeitenjagd wieder gesellschaftsfähig.

Anscheinend werden solche Fahrten auch gerne mal mit Prototypen unternommen - also Fahrzeugen ohne Seriennummer oder Serienmotor:

Walliser said Porsche has asked the management of the Nürburgring “to work on this, to define clear rules for record attempts, and to provide clear definitions on several items like weight class, whether cars must carry a production engine number or VIN, and a minimum production figure to avoid specially built ‘record cars.’ Perhaps even conduct a chassis dyno test to show the car’s power level at the time.”

Da hatte auch Wilhelm Hahne kürzlich eher zufällig eine Auffälligkeit, als eine Nachfrage beim KBA zu einem TT RS ergab:

in dem von Ihnen genannten Artikel (Ausgabe 10/2017 der SportAuto) handelt es sich um einen Rennsport-Testwagen im Supertest– nicht um ein typgenehmigtes Serienfahrzeug für den Straßenverkehr.

Als wäre die Glaubwürdigkeit der Industrie nach Dieselgate nicht erschüttert genug.

Rekord | Rekordrunde |


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ängstliche Angestellte bei Ferrari?

Klingt paradox ausgerechnet bei dieser Machomarke, aber bei Ferrari - bzw. Fiat Chrysler - herrscht ein Regime der Angst:

If one accepts the premise that the Ferrari problem is one of fear, one has to then work out from where this is coming. Logically, it comes from the top, and by this I mean Sergio Marchionne, the chairman, who is famed for his use of the corporate stiletto (and we’re not talking heels here), despite his avuncular jersey-wearing appearance. You tell Marchionne he’s wrong and you’re likely to be filleted from the organisation.

Dieser Management-Style hat sich bei VW offenbart und Dieselgate möglich gemacht.

Solange man Weltmeisterschaften gewinnt, dringt kaum Kritik an die Öffentlichkeit. Aber sobald man es verwachst, werden die Fragen unbequem und Ferrari baut eine Mauer des Schweigens rund um das Team:

You do not win respect by building a wall around yourself and keeping the gates shut. Perhaps they debate these things within the keep of the Maranello Castle, but one gets the impression that geese can get away with saying “Boo!” to Ferrari folk at the moment.

Will Buxton schlägt einen ähnlichen Tenor an:

It has lost control of its narrative, too. The wall of secrecy within which this festering distrust and vile temper has been fed is reflected in the message being portrayed to the world at large for the team has nigh on closed itself off to the media, a strange thing for a team run by a marketing man to do. I have never witnessed anything like it. And people's sympathies have started to run out. (..)

This should have been Ferrari's greatest year in a decade. Instead it has brought into stark relief the very worst facets of what the team that defines this sport has become and the ugliness that has permeated its soul. Win or lose, one can only pray that Ferrari soon finds again the beauty and grace which was at one time its hallmark.

Pray for the prancing horse?

Ferrari | Marchionne | Arrivabene |


Samstag, 07. Oktober 2017

Kunden sollen bezahlen, wenn Autos die Prospekt-Versprechungen nicht einhalten?

So eine Logik versteht man wahrscheinlich nur als Politiker:

Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Konzerne dazu gebracht werden, eine Hardware-Umrüstung für Dieselautos anzubieten, deren Stickoxidausstoß auf der Straße zu hoch ist. (..)

Unklar ist aber noch, wer die Nachrüst-Sets für die Dieselautos bezahlt. Ein Teil der Kosten könnte auf die Kunden abgewälzt werden.

Dieselgate | AdBlue | Harnstoff |


Freitag, 06. Oktober 2017

Porsche schickt Audi eine 200 Mio. € Dieselgate-Rechnung.

Weil sie beschissen worden sind und jetzt nicht auf den Kosten sitzen bleiben wollen:

Porsche wants compensation from Audi for the costs of the retrofits, legal counseling and customer measures, Bild said.

OK - Bild - muss man mit Vorsicht genießen.

Vielleicht mal bei den Betroffenen nachfragen - immerhin gibt es ja ein gewisses öffentliches Interesse?

A spokesman for Porsche said VW group-internal issues were not meant for public discussion, without elaborating. Audi declined comment and referred inquiries to Porsche.

Dieselgate |


Sonntag, 01. Oktober 2017

Neue Dieselgate-Vokabeln: Robustheitspaket, Rollenmodus und Emission Possible.

Jedenfalls mangelt es in Ingolstadt nicht an rhetorischer Kreativität.


Samstag, 30. September 2017

Wer blickt noch durch bei Dieselgate und Volkswagen?

Die Lage bei VW wird zunehmend unübersichtlicher. Nachdem der ehemalige VW Motorenentwickler Wolfgang Hatz in Untersuchungshaft festgesetzt wurde, verbringen inwzischen schon 4 Personen ihre Zeit im Gefängnis:

Giovanni Pamio und Wolfgang Hatz in Deutschland, James Liang und Oliver Schmidt in den USA.

In Stuttgart wird aktuell die Größe der Staatsanwaltschaft hochgefahren - von aktuell 4 auf dann 7 Staatsanwälte.

Michael Hausfeld macht langsam Ernst:

Die US-Anwaltskanzlei Hausfeld, die auch hierzulande Tausende VW-Diesel-Käufer vertritt, will Mitte Oktober die bisher größte Massenklage in Europa einreichen. Man werde insgesamt 4000 bis 5000 Seiten Akten im Auftrag von knapp 20.000 Kunden aus Deutschland beim Oberlandesgericht Braunschweig vorlegen.

Volkswagen gibt eine Gewinnwarnung aus - die Kosten für die Umrüstung in Amerika sind - Überraschung! - höher als geplant, deshalb müssen 2,9 Milliarden Dollar zusätzlich zurückgestellt werden.

Unter’m Strich sind wir inzwischen bei 30 Milliarden Dollar:

30.000.000.000 $

Um die Zahl mal greifbar zu machen:

Dafür könnte man 1 Million nagelneuer Golf GTI VII kaufen - wenn man sie Stoßstange an Stoßstange aneinander stellt, dann hätte man nicht nur das größte Golf GTI Treffen der Welt, sondern bräuchte auch eine Straße mit 4.250 Kilometer Länge! Also ungefähr vom Nordkap bis nach Rom.

Das Geld muss ja irgendwo herkommen - 1 Million Golf GTI fallen auch nicht einfach so vom Himmel. Lange kann das auch ein Industriemonster wie VW nicht mehr durchhalten, das muss jedem klar sein.

Währenddessen laufen in Deutschland die VW Händler Sturm, weil sich die Euro 5 Diesel so langsam in den Autohäusern die Reifen plattstehen. Das sei nur durch eine Hardwareumrüstung vom Werk zu korrigieren - eine Vorgehensweise, die man schon mit dem Audi TT erprobt habe, als 2000 das Modell mit ESP nachgerüstet werden musste.

Bei so vielen Baustellen geht schon fast als Nebensächlichkeit unter, dass Scania - gehört auch zu VW - wegen illegaler Preisabsprachen aktuell in Brüssel zu 880 Millionen Euro verurteilt wurde.

Ich hoffe Jack Ewing arbeitet schon an Teil 2 - wie soll man da sonst Schritt halten?

UPDATE:

VW gibt Unregelmäßigkeiten bei Benzinern in Amerika zu. Schwer abzuschätzen, was sich wirklich dahinter verbirgt, aber sie haben erstmal Selbstanzeige erstattet: 500.000 Autos sind betroffen - ein Viertel aller Benziner der letzten 8 Jahre. Die sauergefahrenen Behörden haben sicher Spaß.

Dieselgate | Volkswagen |


Donnerstag, 28. September 2017

Dieselgate: Ex Porsche Vorstand Wolfgang Hatz verhaftet.

Bei solchen Meldungen habe ich sofort das “software engineers who put this in for whatever reason” im Ohr.

Jack Ewing - der Buchautor - fasst die Ereignisse auch für die NYT nochmal zusammen.

Wolfgang Hatz hat eng sowohl mit Matthias Müller als auch mit Martin Winterkorn zusammengearbeitet.

Dieselgate | Hatz | MatthiasMüller | Winterkorn | Ewing |


Dienstag, 26. September 2017

Wird bei euch AdBlue an der Tankstelle aufgelistet?

Sehe ich zum ersten Mal, dass AdBlue an der Tankstelle bei den Preisen gelistet wird:

Ist allerdings eine LKW Tankstelle. Trotzdem fühlt sich das Jahre zu spät an. Habt ihr den Aushang bei euren Tankstellen auch schon beobachtet?

Dieselgate | AdBlue | Harnstoff | Stickoxide |


Freitag, 22. September 2017

Zakspeed kündigt die Partnerschaft mit AMG auf, nachdem AMG die Partnerschaft mit Zakspeed aufgekündigt hat.

Angefangen hat alles mit der Disqualifikation beim letzten GT Masters, nachdem man Platz 1 und 2 gefeiert hat. Grund unerlaubter Verstellbereich der Nockenwellen. Offensichtlich wird das über die Kennfelder geregelt und jetzt fragen sich natürlich alle: wie kommt die modifizierte Software in die Autos?

Fast ein kleines Dieselgate.


Donnerstag, 21. September 2017

Faster, Higher, Farther - das Dieselgate-Buch von Jack Ewing.

Selbst wenn man die Abläufe bei Volkswagen so intensiv verfolgt, wie ich das hier im Blog gemacht habe, verliert man schnell die Übersicht in der komplexen Gemengelage zwischen Politik und Industrie, zwischen Deutschland, Europa und Amerika und den vielen Schachzügen der Mächtigen im Hintergrund.

Trotzdem hatte ich das Gefühl einigermaßen durchzublicken, denn als Ingenieur, in Deutschland, in der Autoindustrie arbeitend, sogar selber schon am Prüfstand Kennfelder programmiert, zeitgleich mit Ferdinand Piëch bei Audi in Ingolstadt gearbeitet - wie kann mir jemand von der New York Times aus Amerika noch etwas Neues beibringen?

Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich die Lektüre des Buches wird für mich eher Pflichtveranstaltung als Augenöffner.

Wie ich mich täuschen sollte!

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: durch meine Vorgeschichte war ich befangen, habe Ereignisse als selbstverständlich hingenommen, obwohl sie von großer Bedeutung sind und war auch nicht in der Lage, die Entwicklung aus der Distanz als großes Ganzes wahrzunehmen.

Jack Ewing ist das hervorragend gelungen: er hat behutsam die Historie ausgebreitet, akribisch alle Details aufbereitet und navigiert souverän zwischen den Schlüsselpersonen - aber auch geografisch zwischen den Kontinenten.

Alle Rollen der Akteure wurden - soweit das in der Öffentlichkeit möglich ist - zu den Geschehnissen logisch und zeitlich einsortiert: über die Porsches und Piëchs zu Pischetsrieder, Wiedeking und Winterkorn - die Liste der Handelnden ist mächtig und lang.

Auch technisch ist Jack Ewing sattelfest unterwegs. Mir war neu, dass der EA 189 Motor quasi die Ablösung von Pumpe-Düse hin zu Common Rail war - und welche Machtverhältnisse zu diesem Zeitpunkt im VW Konzern herrschten.

Aber auch solche Details, dass Oliver Schmidt nach Miami geflogen ist, weil er dort nicht nur das schöne Wetter genießen wollte, sondern selber in Florida auch Mietwohnungen besitzt.

Und gefreut habe ich mich, dass auch Felix Domke und der CCC den ihnen gebührenden Platz in dem Werk gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen bzw. europäischen Rechtssystem und dem amerikanischen war hierzulande in der Berichterstattung immer etwas zu kurz gekommen. Jack Ewing räumt damit auf. Auch die Vorgeschichte, warum es überhaupt zu der Enthüllung kam, die dann auffällig? zufällig? genau zum Start der 2015er IAA eingeschlagen ist - spannend, aber auch unterhaltsam zugleich. Da bleibt für Verschwörungstheorien nicht mehr viel Raum und wir müssen eingestehen, dass wir ohne die beharrliche Emissionsforschung in Amerika heute alle ein gewaltiges Stück dümmer wären.

Es wird während der Lektüre auch klar, dass uns das Thema noch lange nicht loslassen wird - so sehr das Matthias Müller auch herbeizureden versucht.

Fazit: volle Punktzahl und unbedingter Lesebefehl für alle, die irgendwie mit Autos zu tun haben. Also quasi jeder, der hier mitliest würde ich schätzen.

Ich selber habe die englische Originalversion gelesen, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung. Und Kindle gibt es auch - gut für Bahnfahrer wie mich.

Danke an Jack Ewing für dieses Buch!

Dieselgate | Ewing | Miketest | Buchvorstellung | NewYorkTimes | Piëch | Volkswagen |


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Sonntag, 17. September 2017

Michael Hausfeld vertritt 100.000 VW Kunden - und könnte damit VW in den Ruin treiben.

Die erste Klage soll im Oktober eingereicht werden - als gebündelte Klage für 20.000 Kunden. Es gibt zwar in Deutschland keine Musterfeststellungsklagen, aber davon lässt sich Hausfeld nicht abhalten.

Bisher wurden laut dem Artikel erst 500 Gerichtsentscheidungen getroffen, weitere 5.000 Einzelklagen lauern noch in Wartestellung.

Und was passiert, wenn Hausfeld mit seinen Klagen gewinnt?

„Es gibt für mich keinen Zweifel, dass Volkswagen dann pleitegehen würde“, sagt Hausfeld. „Aber das wäre das Ergebnis ihres eigenen Tuns. Egal wie massiv ein Fehlverhalten ist, es gibt immer ein rationales Mittel, um auf den angerichteten Schaden zu reagieren“, sagt Hausfeld. „Aber dafür bräuchte es einen offenen Dialog, den es in diesem Fall nicht gibt.“

Dieselgate | Hausfeld | Klagen |


Freitag, 15. September 2017

Ehemaliger deutscher Dieselstolz entwickelt sich zur internationalen Peinlichkeit.

Jack Ewing´s ausführlicher Artikel in der New York Times über die Verflechtungen von Politik und Autoindustrie in Deutschland:

Sometimes it is hard to tell where the German government ends and the auto industry begins. (..)

For decades, the German government has been a crucial ally for carmakers, operating as a de facto lobbyist for the industry.

Und dabei selber für die Dieselprobleme gesorgt, die uns jetzt belasten:

Germany has taxed diesel fuel at a lower rate than gasoline since the 1980s, originally to make truck transport, which is predominantly diesel, less expensive. The goal, according to a 2011 study by Transport and Environment, an advocacy group in Brussels, was to lower costs to help German manufacturers compete internationally.

Alles hat nur auf CO2 geguckt und die NOX Werte lange ignoriert. Und die Regierung hat sich mit breiter Brust verteidigend vor die Autoindustrie gestellt, um die Einführung von strengeren Grenzwerten zu verhindern: in Deutschland, in Europa, sogar in Amerika.

Das ist erfrischend und erschreckend zugleich, die Zusammenhänge so klar und detailliert in einer nicht-deutschen Zeitung erklärt zu bekommen.

Dieselgate | NYTimes | JackEwing | Politik |


Donnerstag, 14. September 2017

VW´s Matthias Müller: Nichts verschlafen und Dieselthema jetzt zu den Akten legen.

Die diesjährige IAA hat schon 2 Pressetage hinter sich, morgen 2 “Fachbesucher” Tage und am Samstag für alle geöffnet bis nächste Woche Sonntag (24.Sep. = Wahltag Bundestag).

Ich hatte schon die historische Brisanz angesprochen, die auch in den Rückmeldungen aus den Medien so reflektiert wird. Die Hersteller hängen schwer in der Luft und man könnte die Messe auch als Konzeptschau bezeichnen, weil alle nur elektrische Zukunftsmusik präsentieren, die man meistens erst in 2 oder 3 Jahren kaufen können wird. Und dann ist 2019 schon wieder die nächste IAA.

Vor diesem Hintergrund ein spannendes Interview mit Matthias Müller, der nach der großzügigen Beurlaubung von Martin Winterkorn seit 2 Jahren den Vorsitz im VW Konzern hat und nach diesem entlarvenden Patzer ordentlich in n-tv von deren Ulrich Reitz gegrillt wird. Und der ihm diese gewagten Statements zu der Dieselthematik entlocken konnte (ab 7:34 Min.):

Ich denke wir sollten das Thema jetzt auch mal zu den Akten legen - wir haben in Amerika ein weitreichendes Settlement mit den Behörden gefunden im Frühjahr - das setzen wir sehr konsequent - und ich glaube auch sehr erfolgreich - um.

Wir haben nichts verschlafen - Volkswagen nicht und die deutsche Autoindustrie auch nicht - wir sind nach wir vor führend, insbesondere was Premiumprodukte anlangt. Dass wir aufholen müssen, das ist klar - wir müssen das Ganze forcieren - weil sich ganz offensichtlich das Bewusstsein der Menschen zur Mobilität verändert - mit dem müssen wir Schritt halten.

Interessante Sichtweise, das jetzt zu den Akten legen zu wollen, während in Amerika langgediente VW Mitarbeiter mit brutalem Strafmaß eingelocht werden - Ende offen, was Anklagen und Prozesse angeht. In Deutschland duckt sich VW weg und fordert von jedem Kunden einzeln einen Gerichtsprozess anzustrengen. Die übrigens zunehmend erfolgreich ausgehen, d.h. Rückkauf des betroffenen Fahrzeugs durch den Konzern. Eine europäische Lösung wird vermieden, hier nutzt VW aus, dass Europa durch die einzelnen Länder fragmentiert ist und man dadurch den Effekt klein halten will. Aber einige Klagen nehmen erst jetzt Anlauf und das weiß natürlich auch Matthias Müller. Ich glaube er versucht den Tenor zu setzen, dass irgendwann ja auch mal gut sein muss und hofft dabei, dass die Öffentlichkeit ebenfalls müde wird von dem Thema. Dabei gibt es hierzulande keinerlei Konsequenzen, außer der Verteufelung des Diesels allgemein, dessen Restwerte für Gebrauchte im Sinkflug sind und der Effekt in den Leasing- und Finanzierungsgesellschaften noch aussteht.

Ich lese übrigens gerade die Aufarbeitung der Ereignisse von Jack Ewing, der dieses Dieselgate-Buch geschrieben hat. Habe das erste Viertel durch - der Autor holt ziemlich weit aus und geht auch lange auf die Ursprünge und den Einfluß von Ferdinand Piëch ein - spannend. Denn die Ära, als Audi durchgestartet ist und VW ebenfalls ähnlich im Premiumbereich positioniert wurde, haben viele von uns damals live miterlebt. Interessant dazu die Hintergründe genauer dargelegt zu bekommen. Jack Ewing arbeitet im normalen Leben bei der New York Times - ich glaube das ist sogar ein Vorteil, dass es sich nicht um einen Autor aus Deutschland handelt.

Dieselgate | Volkswagen | MatthiasMüller | IAA2017 | Piëch | JackEwing | UlrichReitz |


Dienstag, 12. September 2017

Klassischer Freud´scher Versprecher von VW Müller auf der IAA.

Frage ZDF:

Herr Müller, viele stellen sich die Frage, warum VW den Dieselskandal nicht schon längst für eine radikalere Wende zur E-Mobilität genutzt hat. Nun haben sie die gerade gestern angekündigt - warum jetzt?

Matthias Müller:

Ich denke, dass wir die zwei Jahre zur Selbstbedienung … äh zur Selbstbesinnung genutzt haben …

Dieselgate | Volkswagen | IAA2017 | MatthiasMüller |


Montag, 11. September 2017

Bei PSA in Frankreich stinkt es auch nach Dieselgate.

Wie bei VW ist beim neuen Opelbesitzer ebenfalls von Abschalteinrichtungen die Rede - statt Akustikfunktion heißen sie in Frankreich LowNox und LowCO2.

Und wie bei uns in Deutschland sickern Details erst durch die Zeitung an die Öffentlichkeit (Le Monde).

Dieselgate | Peugeot | Citroen |


Samstag, 09. September 2017

Super Diesel: VW´s 8-Punkte Flyer für IAA Diskussionen.

So wirklich entspannt ist man bei VW vor der IAA nicht - ich hatte ja schon den denkbar ungünstigen Zeitpunkt thematisiert.

Damit das Standpersonal der Dieselthematik nicht komplett schutzlos ausgeliefert ist, hat man einen Flyer entworfen, der sich liest, als wäre er frisch aus Facebook kopiert.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, nächste Woche startet in Frankfurt die IAA, die wichtigste Automobilmesse der Welt. Neben Fahrzeugneuheiten und den großen Zukunftsthemen unserer Branche dürfte dort auch die Diskussion um den Dieselantrieb weitergehen. In der öffentlichen Debatte fallen wesentliche Fakten leider häufig unter den Tisch. Hier sind sie:

Fakten-Check Diesel. (Kopie hier.)

Zusammengefasst:

  • Die Luft ist viel sauberer als früher.
  • Schiffe sind noch schlimmer.
  • Die neuen Diesel sind jetzt aber super.
  • Diesel ist wichtig für CO2 Ziele.
  • 160.000 Jobs in Gefahr.
  • Diesel-Gipfel, Software Updates und Umweltprämie - was will man mehr.
  • Software Update löst die Probleme.
  • (Sorry - den Bla konnte ich nicht zusammenfassen - weil nichtssagend.)

Nicht Neues, dafür aber die Stammtischdiskussionen gesellschaftsfähig gemacht und für die IAA in einen schicken Flyer gedruckt.

Das mit den Schiffen ist ein gutes Beispiel - und wo wir gerade bei “Fakten-Check” sind: die Zeit hat das mal geprüft. Und veröffentlicht bevor VW seinen Flyer erstellt hat. Fazit: ja, die Schiffe sind dreckig, aber der gezogene Vergleich ist unseriös.

Bei dem CO2 Argument stellen sich bei mir regelmäßig die Nackenhaare hoch: der Diesel hat einen höheren Wirkungsgrad, daher weniger Verbrauch als der Benziner und weniger CO2 - ein Produkt der Verbrennung. Aber: was nützen die ganzen Ersparnisse, wenn immer dickere Motoren in immer dickere SUVs gesteckt werden? Richtig, nichts. Wenn der geringere Verbrauch nur dazu genutzt wird, um die Ersparnis mit einem noch dickeren Panzer kompensieren zu können, dann hat die Umwelt herzlich wenig davon.

Dieselgate | Faktencheck |


Freitag, 08. September 2017

VW´s James Liang legt Einspruch gegen sein Urteil ein.

Wurde gestern beim Gericht abgegeben - und hatte ich auch so erwartet: 40 Monate Haft im Low Security Gefängnis und 200.000 $ Strafe - schlimmer kann es eigentlich nicht kommen. Was aber noch nicht so klar ist bei den Berichten bisher: ob VW ihn bei seiner Verteidigung unterstützt. Oder andersrum: ob sie ihn selber auch zur Rechenschaft ziehen. Komische Rolle, die VW da gerade einnimmt: auf der einen Seite will es keiner Schuld gewesen sein, aber auf der anderen Seite fordern sie auch keinen Schadensersatz von den Leuten, von denen sie ja angeblich betrogen wurden. Was man ja als Stakeholder - z.B. als Aktionär - erwarten würde.

Liang | Dieselgate | Urteil |


Mittwoch, 06. September 2017

Der Auto Motor und Sport schwimmen die Felle davon - und die IAA.

“Warum diese IAA enorm wichtig ist” titelt Chefredakteur Ralph Alex:

“Es geht darum, bei über 900.000 Messebesuchern die Lust aufs Auto aufzufrischen, ganz ehrlich.”

Wenn sich jemand den denkbar schlechtesten Termin für die IAA ausdenken müsste, dann wäre das in der Sättigungsphase von Dieselgate - kurz vor der Bundestagswahl so Mitte September.

Punktlandung!


Dienstag, 05. September 2017

Stickoxide nicht nur gesundheitsschädlich - sie zerstören auch die Straßen.

TU Wien:

„Die Alterung von Asphalt führt zu einer Versprödung, vor allem die Rissanfälligkeit im Winter wird im Lauf der Zeit größer“, sagt Hofko. „Auch die Recyclingfähigkeit des Materials sinkt, wenn es zu stark gealtert ist – und genau diese Vorgänge werden durch Stickoxide beschleunigt, wie wir nun nachweisen konnten.“ Eine höhere Stickoxidkonzentration in der Luft führt dazu, dass die Lebensdauer des Asphalts sinkt und Straßen häufiger saniert werden müssen.

Dieselgate | TUWien | Aphalt | Stickoxide |


Freitag, 01. September 2017

Peinlich arrogante VW Werbung in Frankreich.

Beim Fußballspiel Frankreich gegen Niederlande gestern (4:0) gab es diese Bandenwerbung:

On ne va pas laisser un pays de cyclistes nous barrer la route.

Übersetzt ungefähr: "Wir lassen uns von einem Land der Radfahrer doch nicht den Weg versperren."

Da hat die Marketingabteilung bei offenem Fenster wohl zuviel Dieselabgase abbekommen - ist kräftig nach hinten losgegangen.

Dieselgate | Volkswagen | Niederlande | Frankreich | Fußball |


Aktueller Vortrag über Elektromobilität von Prof. Lienkamp TU München.

Ist ja immer ganz gut auch andere Stimmen zu hören - der Vortrag von Markus Lienkamp ist vom Juli und wurde am ifo Institut gehalten:

youtu.be/5moHQFbEsDU

Fazit: Elektromobilität lässt sich nicht aufhalten, ist gerade auf der Kurzstrecke in den Städten konkurrenzlos - vom Fahrrad mal abgesehen - und wird jetzt schneller passieren, als von vielen erwartet. Die Batteriekosten sinken 7% pro Jahr und der positive Abwärtstrend wird noch ein paar Jahre anhalten. Lithium ist weniger das Problem, sondern Cobalt - dessen Substitution kann aber auch gelingen. Würde in D der Verkehr komplett auf Elektro umgestellt, ergäbe sich ein Strommehrbedarf von 15%, den nach Aussage von E.ON die bisherigen Installationen bewältigen würden. Im Gegensatz dazu ist beim Wasserstoff-Konzept Platin das Bottleneck, was aber nicht lösbar erscheint.

Interessant fand ich auch die Aussage des Dozenten, dass er über dieses Thema mit dieser Art von Vortrag seit 8 Jahren regelmäßig auftritt, aber jetzt aktuell richtig Bewegung in die Sache gekommen ist durch Dieselgate und die Wahrnehmung bei den Verbrauchern. Die Verbrenner werden mehr und mehr in’s Abseits gestellt und Elektro wird sich als einzige akzeptable Variante durchsetzen, wenn es um das Auto als Statement geht.

Elektro | TUMünchen | Lienkamp | Dieselgate |


Dienstag, 29. August 2017

Die John Oliver Folge zu Dieselgate ist zwar schon 2 Jahre alt, aber trotzdem aktueller denn je.

youtu.be/Cdif-zK4z14

Dieselgate | JohnOliver |


Geheimes Abgas-Testlabor im VW Entwicklungszentrum?

Bloomberg:

Volkswagen AG operated a top-secret site at its sprawling headquarters to test the diesel technology at the heart of the emissions-cheating scandal, reflecting the lengths those involved went to conceal their actions, people familiar with the matter said. (..)

The unusual security arrangements at the site were in effect from at least 2006 through 2008, the people familiar said. The diesel engines that were equipped with the software were fitted in cars from model years 2009 to 2015.

Dieselgate |


Montag, 28. August 2017

Audi Vorstände ausgetauscht und das Wort DIESEL aus dem Wortschatz gestrichen.

Wie schon Anfang August bekannt wurde und hier zu lesen war, hat Audi jetzt 4 seiner insgesamt 7 Vorstände ausgetauscht.

Die Pressemitteilung wird in die Geschichte eingehen, denn da steht nicht nur 1 Elefant im Raum, sondern eine ganze Elefantenherde: das Wort DIESEL kommt in der PM genau null mal vor!

Stattdessen so Floskeln wie “Bisherige Vorstände haben positive Entwicklung von Audi geprägt” oder “Zuletzt ist Audi durch eine schwierige Phase gegangen.”

Vor allem soll der Eindruck erweckt werden, dass das (was denn eigentlich?) jetzt Vergangenheit ist und man neu durchstarten kann. Ein Reboot sozusagen.

“Die Weichen für die Zukunft zu stellen ..”, ”.. in der Mobilitätswelt von morgen erfolgreich zu sein.”

Ich fürchte da macht man es sich in Ingolstadt etwas zu einfach, denn die Sünden der Vergangenheit (Gegenwart?) werden sie noch ein paarmal einholen. Akustikfunktion? Da war doch was?

Audi | Dieselgate | Akustikfunktion | Elefant | Diesel |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Freitag, 25. August 2017

Wenn für ein Gerichtsverfahren ein Gutachten über Abgas erstellt werden soll, geht der TÜV auf Tauchstation:

Der dafür vereidigte und bestellte Sachverständige habe nunmehr mitgeteilt, dass sich deutsche Labore nicht bereit erklärten ihre Testeinrichtungen für derartige Überprüfungen von gerichtlich bestellten Sachverständigen zur Verfügungen zu stellen, wenn deutsche Hersteller betroffen seien.

Dieselgate |


Donnerstag, 24. August 2017

Deutsche Umwelthilfe will Abgasantworten von 62 deutschen Städten.

Wir haben nun in insgesamt 62 Städten Rechts- bzw. bereits Klageverfahren eingeleitet, um für die vielen Millionen unter Dieselabgasen leidenden Menschen ihr „Recht auf Saubere Luft“ endlich durchzusetzen.

Da sind auch solche unscheinbare Orte wie Hürth - hier bei mir um die Ecke - oder auch Backnang dabei, das liegt in der Nähe von Stuttgart. Ob Eure Stadt auch betroffen ist erfahrt Ihr hier.

Für Düsseldorf, München und zuletzt hat Stuttgart hat die DUH Gerichtsentscheidungen erwirkt, die konkrete Diesel-Fahrverbote ab 2018 als einzige vom Gericht als wirksam angesehene Maßnahmen bewerten.

Dieselgate | Abgas | Umwelthilfe |


Dienstag, 22. August 2017

Die Gefahr eines Ducati-Verkaufs scheint erst einmal abgewendet.


Staatsanwaltschaft München schont Audi Vorstände.

Nachdem Giovanni P. so mitteilsam ist und auch wenig Respekt vor der Audi Chefetage zeigt, könnte man doch eigentlich mal ein paar Herren zum Verhör laden.

Nein! - meint die Staatsanwaltschaft München. Kein hinreichender Tatverdacht.

Ja nee iss klar.

Dieselgate | Stadler | Pamio |


Liste der bisherigen Gerichtsurteile gegen Volkswagen.

Stiftung Warentest hat sich mal die Mühe gemacht - und die Liste ist laaaaaang.

7 O 147/16 aus Krefeld - hatte ich hier - ist auch mit dabei.

Dieselgate | Volkswagen | Urteile | StiftungWarentest |


Montag, 21. August 2017

Der Herr Pamio von Audi singt wie ein Vögelchen.

Eine Handvoll Software-Ingenieure?

Dieselgate | Pamio |


Donnerstag, 17. August 2017

Marcus Schurig: Deutschland sollte sich hüten, die Autoindustrie in den Untergang zu schreiben.

Marcus Schurig hat sich in der sport auto auch mal am Dieselgate versucht:

Deutschland sollte sich als Industrie- und Autonation davor hüten, eine Sparte, die bisher ein wesentlicher Treiber von Wachstum und Wohlstand war, in den Untergang zu schreiben.

Sich dem Wandel entgegen zu stemmen und in Alles-wird-gut Melancholie zu verfallen kann es aber auch nicht sein.

Audi in Le Mans raus, VW und WRC, Porsche und Le Mans, Mercedes und DTM … wieviel Einschläge braucht es denn noch?

Nur eine starke Autoindustrie kann Antworten auf die Fragen der Zukunft finden. Google und Apple haben ihre Autopläne nämlich schon wieder begraben.

Die starke Autoindustrie ist so mit sich selbst und ihren Altlasten beschäftigt, dass sie den abgefahrenen Zug gar nicht mitbekommen haben.

Und beerdigt ist bei den “halbgaren Internetfirmen” überhaupt nichts - im Gegenteil:

Bei Google - bzw. Alphabet Inc. - ist Waymo unterwegs:

In October 2015, we achieved the world’s first fully self-driving trip on public roads, in a car without a steering wheel or pedals. We refine Waymo technology through 1 billion miles of simulation testing each year, and our cars have self-driven more than 3 million miles on public roads across four U.S. cities.

Und Apple’s Tim Cook hat ja kürzlich erst bestätigt, dass es in Cupertino unter der Oberfläche kräftig brodelt.


Dienstag, 15. August 2017

Deutsche Umwelthilfe versucht es über change.org.

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine change.org Petition an den Start gebracht. Sie wollen 100.000 Unterschriften, damit

  1. Alle neuen Diesel auf der Straße das halten, was sie auf dem Prüfstand versprechen.
  2. Alte Euro 5 und Euro 6 Diesel auf Kosten der OEMs umrüsten, damit … siehe 1.

So rein vom Gefühl her hätte ich ja gedacht, dass nach den ganzen Skandalen 1.) schon erreicht wäre - anscheinend ist das noch ein weiter Weg.

Und zu 2.): Wenn ein Modell aktuell ohne AdBlue in Euro 5 & 6 unterwegs ist, wüsste ich nicht, wie man das nachrüsten soll. Ist ja nicht so, dass da jetzt ein AdBlue-Tank-Platzhalter in den Autos freigehalten worden wäre.

Ja, ich kenne die Abmahnvereinvorwürfe gegen die DUH auch.

Dieselgate |


Freitag, 11. August 2017

Meine Hoffnungen, dass Ford und Dieselgate nicht im Zusammenhang auftauchen, haben einen starken Dämpfer bekommen.


Donnerstag, 10. August 2017

Ist Euch das auch schon aufgefallen, die Sprache im Dieselgate-Skandal ist voller Verniedlichungen - von Schummelsoftware, überhöhten Werten, getäuschten Diesel-Fahrern und Nachjustierungen ist die Rede. Selbst der Justizminister kommt über ein Tricksereien nicht hinaus - so sehr wird die Autoindustrie in Watte gepackt.

Diese einseitige Protektion wird die Bevölkerung weiter spalten und ökologisch eingestellte Menschen werden noch weniger Verständnis für Motorsport aufbringen.

Die Gesellschaftsfähigkeit des Sports, die sich in etwa in der Nach-Schumi-Ära eingestellt hat und die es vielen Industriellen ermöglicht hat, ohne Pseudonym transparent ihre Leidenschaft zur Schau zu stellen, ist aktuell wieder gefährdet.


Mittwoch, 09. August 2017

Die Grenzen zwischen Staat und VW sind fließend.

Die KBA vorher-nachher Analysesoftware war inklusive Notebook von VW ausgeliehen und damals, als Dieselgate aufkam, hat Ministerpräsident Stephan Weil seine Regierungserklärung vorher mit VW abgestimmt.

Ganz normale Vorgänge zwischen Abteilungen.


Dienstag, 08. August 2017

Heftiges Dieselgate-Urteil am Landgericht Krefeld.

Ist vom 19.7. und lohnt sich komplett gelesen zu werden:

Landgericht Krefeld, 7 O 147/16

Ein Audi Q5 Käufer mit EA189 2 Liter Dieselmotor hatte auf Schadensersatz geklagt und teilweise Recht bekommen - ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Begründung ist Sprengstoff für Wolfsburg und Ingolstadt - zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass sowohl Kläger als auch Gericht voll im Bilde sind. VW hat sich anscheinend auch nicht vor dem Urteil geeinigt, sodass es auch mal eine Urteilsbegründung zu lesen gibt - das versuchen sie nämlich normalerweise zu vermeiden.

VW hatte argumentiert:

Eine gesetzliche Vorgabe, dass die Emissionsgrenzwerte im normalen Straßenbetrieb und nicht bei einem hierauf gerichteten Test einzuhalten seien, gebe es nicht. Für die Erlangung der EG-Typengenehmigung sei allein erheblich, ob die Emissionsgrenzwerte im synthetischen Fahrzyklus unter Laborbedingungen eingehalten werden. Aus denselben Erwägungen liege auch keine Täuschungshandlung vor.

Und das Gericht hat die Frechheit volley aufgegriffen - ich schätze das sind ein paar VW Anwälte rückwärts vom Stuhl gefallen. Und weil das ja schon vom Juli ist, könnte sogar diese Aktion damit zusammenhängen.

Hier ein paar - brisante - Auszüge aus der Urteilsbegründung, aber wie gesagt, lest es euch am besten komplett durch:

Die Klage ist als Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO zulässig. Besteht der Schaden im Rahmen eines Anspruchs aus §§ 823 Abs. 2, 826 BGB in der Herbeiführung eines Vertrages, den der Geschädigte ohne die schädigende Handlung nicht geschlossen hätte, so kann dieser den Ersatz des negativen Interesses verlangen.

Der Begriff der Abschalteinrichtung wird von Art. 3 Nr. 10 der EU-Verordnung legaldefiniert als „ein Konstruktionsteil, (..) wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, die bei normalem Fahrzeugbetrieb vernünftigerweise zu erwarten sind, verringert wird“.

Dass der europäische Gesetzgeber im Rahmen der Festsetzung der Emissionsgrenzwerte nach Euro 5 und Euro 6 davon ausging, dass diese Grenzwerte im normalen Fahrbetrieb und gerade nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten werden, ergibt sich ausdrücklich aus den Erwägungsgründen der EU-VO 715/2007/EG, in denen es heißt, dass „weitere Anstrengungen unternommen werden (…), um sicherzustellen, dass sich die Grenzwerte auf das tatsächliche Verhalten der Fahrzeuge bei ihrer Verwendung beziehen“ (Erwägungsgrund 12 der EU-VO 715/2007/EG) und „Überprüfungen erforderlich sein können (!), um zu gewährleisten, dass die bei der Typengenehmigungsprüfung gemessenen Emissionen denen im praktischen Fahrbetrieb entsprechen (Erwägungsgrund 15 der EU-VO 715/2007/EG). Diese Erwägung wäre überflüssig, ginge der Gesetzgeber davon aus, dass sein Emissions-Regelwerk lediglich im Prüfstandmodus im Rahmen der Typengenehmigung eingehalten werden muss. Ausnahmen von dem strikten Handlungsverbot in Gestalt des Verbots der Verwendung von Abschalteinrichtungen können sich demnach allein aus der Norm selbst ergeben.

Plumps! Das waren die VW Anwälte, die vom Stuhl kippen! Das Gericht begründet schlüssig, dass es eben doch gesetzwidrig ist, die Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einzuhalten und die Vorgaben sind sehr wohl eindeutig.

Denn das war immer die Ausrede von Müller & Co., warum in Europa anders als in den USA kein Schadensersatz fällig würde. Das fliegt ihm hiermit um die Ohren - allerdings nicht mit einem großen Knall als Sammelklage, sondern kleinteilig kleinteilig als Splitterbombe.

Geht aber noch weiter in Krefeld:

Um die NOx-Emissionen zu minimieren, müssten die Spitzentemperaturen so niedrig wie möglich gehalten werden, was der Erreichung maximaler Leistung entsprechend im Weg stehe. Zur Reduzierung von Spitzentemperaturen stünden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die jedoch nichts an der geschilderten physikalischen Bedingung änderten, dass die Reduzierung der Temperatur auf Kosten der Leistungsfähigkeit des Motors ginge. Soweit in den Verbrennungsvorgang mit dem Ziel der Reduzierung der Spitzentemperaturen eingegriffen werde, erhöhe sich durch die notwendig verlängerte Verbrennungsdauer die Partikelemission und umgekehrt. Dieses Phänomen werde als “Ruß-NOx-Trade-Off“ bezeichnet.

Da hat sich jemand mal vorbildlich schlau gemacht.

Und das Gericht lässt sich auch nicht davon beeindrucken, dass angeblich niemand davon wusste. Denn die Auflösung dieser Crux: leistungsfähiger Motor, aber trotzdem keine Abgase - war so sensationell, dass es die Vorstandsetage erreichen musste.

Die Programmierung der Software setzt denknotwendig eine aktive, im Hinblick auf dieses Ergebnis gewollte präzise Programmierung der Motorsteuerungssoftware voraus und schließt die Annahme einer fahrlässigen Herbeiführung dieses Zustands aus (§ 291 ZPO). Ist eine solche Einstellung, wie hier bei den Motoren der Serie EA 189, ausnahmslos bei jedem Motor dieser Serie auffindbar, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass eine Entscheidung dafür, die Motoren mit dieser Einstellung planvoll und absichtlich zu produzieren und in den Verkehr zu bringen angesichts der Tragweite und Risiken für die Gesamtgeschicke eines so agierenden Konzerns durch die Geschäftsleitung selbst getroffen wurde und damit der Beklagten zu 2) zurechenbar ist gemäß § 31 BGB.

Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte für den Vorstand der Beklagten zu 2) ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der Abläufe in ihrem eigenen Unternehmen bei der Herstellung der Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

Der Vorstand hat das Unternehmen den gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu organisieren und zu führen (sog. „Compliance“ vgl. MüKoAktG/Spindler AktG § 91 Rn. 52–53).

Durch ihre Handlung hat die Beklagte zu 2) dem Hersteller des Fahrzeugs, der Audi AG, Beihilfe zur Begehung eines Betruges i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB geleistet. Die Abgabe der Übereinstimmungsbescheinigung durch die Audi AG stellt eine aktive Täuschung der Käufer i.S.d. § 263 Abs. 1 StGB dar, denn sie enthält die Auskunft des Herstellers, dass das konkrete Fahrzeug den Genehmigungsvoraussetzungen entspricht, obwohl es tatsächlich eine rechtswidrige Motorsteuerung enthält, die nicht genehmigungsfähig ist.

Die Audi AG hat zur Überzeugung der Kammer in Kenntnis der Tatsache, dass die gesetzlichen Voraussetzungen der Typenzulassung der Fahrzeuge derjenigen Baureihe, der das klägerische Fahrzeug angehört, wegen des Verstoßes gegen Art. 5 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG gemäß Art. 10 Abs. 2 der EU-Verordnung 715/2007/EG nicht vorliegen, vorsätzlich eine falsche Übereinstimmungsbescheinigung im Sinne des § 6 Abs. 1 EG-FGV für das Fahrzeug ausgestellt. Die Abgabe der Übereinstimmungserklärung und die damit einhergehende Täuschungshandlung ist nach der Auffassung der Kammer nur vorsätzlich denkbar, weil der Audi AG als etablierter Fahrzeugherstellerin die Kenntnis der Typengenehmigungsvoraussetzungen für ihre eigenen Fahrzeuge unterstellt werden kann.

Soweit sich die Audi AG darauf beruft, sie habe von der Nutzung der Abschalteinrichtung in den ihr verkauften Motoren nichts gewusst, änderte dies möglicherweise die Begehungsform i.S.d. § 13 StGB; an ihrem Vorsatz ändert dies jedoch nichts. Angesichts des lange bekannten Zielkonflikts zwischen möglichst geringer Kohlendioxidemission und der Begrenzung der Stickoxidemission sowie den ebenfalls bekannten Schwierigkeiten, den Stickoxidausstoß ohne Verwendung der AdBlue Technologie innerhalb des von der Euro 5 Norm vorgegebenen Rahmens zu halten, ohne Motorschäden, Leistungsminderungen oder einen erhöhten Kohlendioxidausstoß in Kauf zu nehmen, hätte auch für die Audi AG ein deutlicher Anlass zu einer genauen Überprüfung der ihr gelieferten Motoren bestanden, als aus Sicht der für die Motorenentwicklung zuständigen Mitarbeiter die Auflösung dieses Zielkonflikts angeblich auf einmal gelungen war.

In meinen Augen ist die armselige Salamitaktik - also immer nur das zugeben, was sowieso schon bekannt ist - gescheitert. VW wollte auf Zeit spielen und sicher hat es auch lange gedauert, aber jetzt fällt ihnen der Betrug zentnerschwer auf die Füsse. Und weil der Skandal schon so lange köchelt und immer wieder neu aufgewärmt wird - Stichwort: Kartell - ist die Allgemeinheit schon ziemlich gebildet bei dem Thema und lässt sich nicht mehr mit leeren Floskeln abspeisen. Auch wenn es hierzulande keine Sammelklagen gibt, durch die Einzelklagen wird das Thema ständig in den Medien gehalten - das ist für VW vielleicht kostenmäßig billiger, aber imagemäßig eine lang anhaltende Dauer-Katastrophe.

Dieselgate | EA189 | Krefeld | Schadensersatz | Urteil |


Freitag, 04. August 2017

Schadenfreude statt Vorsprung durch Technik.

politico.eu:

Germany may be no cleaner or dirtier than other European countries. But it’s certainly more self-righteous. And so it’s hard to avoid a shiver of Schadenfreude at the mounting reports of unsavory — and possibly illegal — behavior by some of its biggest business brands.

Das geschieht den arroganten Deutschen recht - so das aktuelle Bild im Ausland über uns.

Kein Wunder, auch der große Deutsche Bank Skandal z.B. sitzt immer noch tief verankert im Gedächtnis:

The collapse of residential-backed mortgage securities was a major factor in triggering the 2008 global financial crisis (which itself unleashed hordes of German moralizers). Deutsche Bank has also been fined over its U.K. subsidiary’s manipulation of LIBOR interest rates and for failing to prevent some $10 billion of Russian money laundering.

Oder Siemens - ganz aktuell:

Meanwhile, German engineering powerhouse Siemens stands accused of having supplied gas turbines for electricity generators that will enable Russia to open two power stations in occupied Crimea, ending the annexed peninsula’s dependence on energy from Ukraine, from which Moscow seized the region in 2014.

Wieso übernimmt da eigentlich niemand was? Weil unsere Regierung selber knietief mit drinsteckt:

One common thread among the raft of corporate scandals is that the German government has not been at the forefront of exposing or investigating them. On the contrary, it was regulators in the U.S. (and to a lesser extent, in Brussels) who unmasked bad behavior by Deutsche Bank and Volkswagen.

Amerika und Brüssel müssen uns mit der Nase drauf stoßen, damit überhaupt irgendeine - meistens doch nur scheinheilige Aktion - startet. Während in USA der VW Konzern kräftig Schadensersatz und Strafen zahlen muss, wird es bei uns unter den Teppich gekehrt:

The German carmaker agreed to pay about €15 billion in compensation to U.S. drivers, but brushed aside calls to compensate its European customers due to different consumer protection rules in the bloc.

Von Veränderung, Läuterung oder einer neu entdeckten gesellschaftlichen Integrität ist hierzulande leider nichts zu spüren - Gier und Machtstreben diktieren die Handlungen - ohne Happy End in Sicht. Stattdessen “Weiter so!” Signale auf allen Ebenen.

Dieselgate | Integrität | Ausland | Schadenfreude |


Donnerstag, 03. August 2017

Die Software zur Reduzierung der Dieselabgase ...

… gibt es nicht. Wie auch? Abgas ist das Resultat einer Verbrennung und das lässt sich nicht einfach so wegprogrammieren.

Der heutige Computer in der Motorsteuerung ersetzt die damalige Mechanik. Als der Vergaser durch die Einspritzung abgelöst wurde, haben sich neue Möglichkeiten aufgetan, denn Einspritzzeitpunkt und -menge konnten zum ersten Mal präzise dosiert werden. Dann kam durch den Computer noch der Zündzeitpunkt dazu, fertig war die erste Motronik. Natürlich war die Verbrennung immer noch eine Verbrennung, aber die Entwickler hatten mehr Stellschrauben, um die gegensätzlichen Ziele gegeneinander abzuwägen: viel Leistung, aber wenig Verbrauch - alle denkbaren Temperatur- und Einsatzgebiete, aber leise und komfortabel - Senkung der Kosten, aber Einhalten der Lebensdauer - möglichst leicht und geringer Platzbedarf, aber trotzdem robust und haltbar … die Liste der konkurrierenden Ziele ist lang und kompliziert. Was ja gerade den Reiz ausmacht, denn mit Ingenieurskunst und Liebe zum Detail können die Widersprüche angeglichen und optimiert werden.

Da kann der Computer im Auto bzw. in der Motorsteuerung eine große Hilfe sein, denn einige der Parameter kann man innerhalb der mechanisch vorgegebenen Grenzen in der Software variieren. Die große Szene der Chiptuner macht regen Gebrauch davon: einfach den Ladedruck erhöhen, schon gibt es mehr Leistung. Dass in diesem feinfühligen Gleichgewicht, das durch den enormen Wettbewerbs- und Kostendruck bei den Herstellern kaum noch nennenswerte Toleranzen oder Freiräume bietet, irgendetwas anderes hinten runterfallen muss, sollte jedem klar sein. Lebensdauer, Fahrkomfort, Verbrauch, Abgaswerte - die physikalischen Gesetze erfordern ein Gleichgewicht und wenn ich mehr Leistung abrufe, dann muss die irgendwo herkommen. Denn die lässt sich nicht einfach so einprogrammieren.

Genau so verhält es sich mit den Abgasen: die kann man nicht einfach wegprogrammieren, denn sie sind das Resultat der Verbrennung und die Physik ist nunmal so wie sie ist. Die Abgasreinigungsabschaltung des VW Konzerns hat schwerwiegende Gründe und war der letzte Ausweg aus dem beschriebenen Gleichgewichtsdilemma. Es gehört schon viel dazu, für ein normales Angestelltengehalt alle ethischen Grundsätze über Bord zu werfen, um die unmöglichen Vorgaben der Geschäftsführung zu erreichen.

Ganz einfach wäre bei den Fahrzeugen mit AdBlue den Verbrauch an Harnstoff zu erhöhen, um die Stickoxide zu bekämpfen. Doch das Nachtanken ist fummelig, klebrig und größtenteils bisher nur aus Kanistern möglich. Auch die Kontrolle, ob es funktioniert, ist kaum möglich - wer kann schon seine CO2 und NOX Werte messen? Selbst die Industrie hat offensichtlich große Probleme damit, BMW habe gerätselt, wie die Audis den AdBlue Verbrauch so gering halten können. Dabei hätte eine Abgasmessung auf der Straße sofort alles auflösen können. Beim Verbrauch ist das viel einfacher, den kann ich bei jedem Nachtanken kontrollieren.

Das weiss natürlich auch die Industrie und solange man es sich mit dem KBA gemütlich machen kann, kann man der Außenwelt viel erzählen. Und hier läge die Lösung: eine technische Entwicklung, die ein einfaches und unkompliziertes Nachmessen der Abgase ermöglicht. Eigentlich unfassbar, dass es so etwas heutzutage nicht gibt. Von mir aus auch gerne mit riesig großen Toleranzgrenzen von +/- 50%, es wäre immer noch genug, um die groben Ausreißer herauszufinden - es ist von Spitzenreitern von Faktor 17 die Rede, das sind sportliche 1.700%.

Eigentlich müsste die IT Community geschlossen aufstehen und auf den Tisch hauen, denn am Anfang waren es auch schon die paar bösen Programmierer, die an Dieselgate schuld sein sollen. Und wenn es jetzt die Software nicht richtet, dann kann man das prima wieder den Programmierern in die Schuhe schieben. Ich bin schon auf den 34C3 gespannt.

Dieselgate | Dieselgipfel | Software | Softwareupdate | Abgas | Chiptuning | Programmierer | ChaosComputerClub |


Mittwoch, 02. August 2017

Das Abschlusspapier für den Dieselgipfeltiefpunkt gab es schon, bevor das Treffen überhaupt startete.

Auf Spiegel Online - VOR dem Treffen:

Der Entwurf für die Abschlusserklärung, die dem SPIEGEL vorliegt, sieht nun vor, dass mehrere Millionen Dieselfahrzeuge “optimiert” werden sollen. Konkret bedeutet das: Dieselautos mit Euro-6- und Euro-5-Motoren sollen ein Softwareupdate bekommen. Die Kosten für die Umrüstung sollen die Hersteller selbst tragen.

Dieselgate |


Dienstag, 01. August 2017

Audi: Die fetten Jahre sind vorbei.

Eigentlich müssten in Ingolstadt die Sektkorken knallen: nach dem Gewinn durch Land Motorsport beim 24h-Rennen Nürburgring hat man am Wochenende auch das 24h-Rennen in Spa gewonnen. Und zusammen mit Abt im Saisonfinale die Formel E Weltmeisterschaft!

Es gab auch mal Zeiten, da hätte man das gebührend gefeiert. Aber momentan ist niemandem zum Feiern zumute - die Einschläge kommen näher und sie kommen härter. Diesel heißt das Tabuthema, über das niemand mehr sprechen will - und trotzdem sind die Zeitungen voll davon. Und die wichtigen Brand-Barrieren, die der VW Konzern mühevoll zwischen den Marken aufgebaut hat, verschwimmen immer mehr. Jüngstes Beispiel: Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne Diesel, der mit dem 3L Selbstzünder von Audi ausgerüstet ist und - fast schon Firmenphilosophie - eine Abgasreinungsabschaltung serienmäßig verbaut hat. Warum ausgerechnet der Porsche den blauen Brief vom KBA bekommen hat, ist nicht ganz klar - der 3L streut quasi durch das komplette Dickschiffprogramm der VW-Konzern Flotte.

Das Bild der aufgeschreckten Hühner hatte ich schonmal bemüht - es drängt sich mir auch bei Audi wieder auf: von den 7 Audi-Vorständen - hier ein aktueller Screenshot von audi.de - sollen 4 den Platz räumen.

Witziges Detail am Rande: Axel Strotbek verantwortet neben Finanz und IT auch die Integrität bei Audi - trägt das sogar im Titel. Also entweder hatte er seinen Laden überhaupt nicht im Griff - oder der Laden hatte ihn gut im Griff.

Und als hätten die Bayern nicht schon genug Probleme: jetzt wird auch noch der Geldhahn zugedreht. Weil man die E-Mobilität verschlafen hat und sich beeilen muss den Rückstand wieder aufzuholen.

Unter’m Strich also eine maximal schlechte Ausgangsposition, allerdings auch die große Chance, das Unternehmen einmal auf links zu drehen.

Warum ich das alles schreibe? Ich glaube nicht, dass in diesem Szenario ein DTM Engagement viele Freunde in der Konzernzentrale hat. Neben den Kosten stellt sich immer mehr die Frage nach dem Sinn - zumal die GT im Moment auf einer Erfolgswelle schwimmt, sowohl insgesamt als auch bei Audi im speziellen.

Audi | Dieselgate | Integrität | TourenwagenMasters | Vorstand | Elektro |


Jakob Augstein: Autoindustrie trägt Züge der organisierten Kriminalität.

Kann man nicht ganz von der Hand weisen:

Die deutsche Autoindustrie kann machen, was sie will. Es ist wie bei den Banken: Ist man erst mal “too big to fail”, dann sind die Gesetze egal, und die Politik hat ganz viel Verständnis - sogar die Grünen.

Er zitiert die Definition von organisierter Kriminalität, die sich so auch in der Wikipedia findet:

Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
c) unter Einflussnahme auf Politik, Massenmedien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.

Bis auf den Punkt b) mit der Gewalt scheint sich das leider zu bestätigen:

Danach wären also große Teile der deutschen Autoindustrie der organisierten Kriminalität zuzurechnen. “Planmäßige Begehung von Straftaten” - was sonst waren die Abgasbetrügereien, also das Vortäuschen günstigerer Emissionswerte anhand einer extra entwickelten Lügensoftware? Und was sonst wären die Kartellabsprachen der fünf deutschen Autokonzerne, wenn sich die jüngsten Berichte des SPIEGEL bewahrheiten?

Dieselgate | Augstein | Spiegel | Kriminalität |


Sonntag, 30. Juli 2017

Dieselgate Sanity Check - in Rubikon und Cicero.

Kennt ihr den Begriff “Sanity Check”? Kommt aus dem Finanz-Controlling. Wenn die Excelsheets rauchen und alles fertig berechnet ist, dann holt man sich erstmal einen Kaffee, lehnt sich weit zurück und überlegt, ob diese theoretische Berechnung auch Sinn macht, wenn man den normalen Menschenverstand anwendet - ohne Formeln und Nachkommastellen. Da ist schon manchem sein tolles Excelsheet um die Ohren geflogen - was natürlich in dem Fall auch erwünscht ist.

So ein Sanity Check - oder auch Realitätsabgleich oder Plausibilitätsprüfung - ist mir letzte Woche in den Turbolenzen des Abgasbetrugs gleich zweimal passiert: als politische Magazine das Thema Dieselgate aufgegriffen haben. Wenn man sich immer nur in automobilen Zirkeln (und Medien) bewegt, kann man leicht den Blick für das Ganze verlieren. Wenn einem aber in fachfremden Medien das gleiche Thema unterkommt und dann auch noch fehlerfrei recherchiert und dargestellt wird, dann ist klar, dass der Mainstream in voller Breite und Tiefe erreicht wurde.

Im Dezember 2015 sah das noch ganz anders aus - da mussten Geeks einen aufwendigen Vortrag abhalten, um andere Geeks auf Augenhöhe zu bringen. Selbst ein Jahr später immer noch. Und jetzt - im Sommer 2017 - nicht mehr, da ist die Gesellschaft inzwischen auf Augenhöhe mit den Geeks und den Ingenieuren.

Der erste Aufsatz ist aus dem Rubikon, geschrieben von Winfried Wolf - einem Diplompolitologen und der Zweite im Cicero, von Daniel Stelter, der in der strategischen Unternehmensberatung zuhause ist. Natürlich empfehle ich beide Texte zu lesen - es öffnet einem die Augen, wo wir mit dem Thema inzwischen angekommen sind.

Die Strategie der beteiligten Autokonzerne - beschwichtigen und aussitzen - ist offensichtlich krachend gescheitert. Leider aber keine Verbesserung bzw. kein Strategiewechsel in Sicht.

Dieselgate | Rubikon | Cicero |


Freitag, 28. Juli 2017

ACO/WEC über den Porsche LMP1 Ausstieg: ´not amused´.

fiawec.com:

Porsche, which recently confirmed its participation in the FIA ​​LMP1-H World Endurance Championship as a manufacturer up to the end of the 2018 season, and which has been actively involved in the development of the technical regulations that will come into force in 2020, has just announced the withdrawal of its LMP1 hybrids from the end of the 2017 season. The Automobile Club de l’Ouest, promoter of the WEC and organiser of the 24 Hours of Le Mans, regrets this precipitous departure, as it does the abruptness of the decision from one of endurance racing’s most successful and lauded manufacturers.

Man hat den dicken Hals der Veranstalter förmlich vor Augen. Und - falls es noch an Beweisen fehlte - zeigt dies Porsche’s Hektik bei diesen Entscheidungen. Die Disruption gewinnt an Energie und die Industrie springt umher wie eine Schar aufgeschreckter Hühner. Was gestern als Strategie verabschiedet wurde, wird heute schon wieder in die Tonne gekloppt. Aber gut zu sehen, dass man bei Porsche beweglich ist - nichts anderes erwartet man auch von einem durchtrainierten Sportler.

Wie ACO/WEC wohl reagieren, wenn sich jetzt auch Toyota zurückzieht?

Jedenfalls ist ihre Meldung auch mit heißer Nadel gestrickt:

Clearly, the reduction of costs and stability, but also inventiveness and audacity, will be vital in making it possible to stage an increasingly spectacular and attractive championship with the sport of endurance racing at the forefront.

Sehr zweideutig und nicht Korrektur gelesen: Reduction of stability? Ich glaube das ist umgekehrt gemeint - und hier genau zeigt sich, wie wenig die Organisatoren verstanden haben. Die Kosten waren nicht Porsche’s Hauptgrund - und Stabilität kann man inzwischen vergessen, denn die Nachrichtenlage ändert sich täglich und das Verhalten erinnert mich an die selbstgefälligen DTM/DMSB Funktionäre.

Die letzte Juliwoche im Jahr 2017 wird jedenfalls in die Geschichte eingehen, denn sie hat endgültig und für alle sichtbar das Ende der Verbrennertechnologie besiegelt. Da gibt es kein Zurück mehr. Und wenn Mercedes (DTM Ausstieg) und Porsche (WEC Ausstieg) so deutliche Signale setzen, werden die anderen Hersteller natürlich hinterherrennen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Brechen jetzt die Dämme?

Porsche schreibt heute morgen:

Die erfolgreiche LMP1-Mannschaft bleibt Porsche voll erhalten. Dies gilt auch für die beteiligten Werksfahrer.

So eine tolle Infrastruktur mit einer weltmeisterlichen Mannschaft gibt man nicht einfach auf. Und für normalen Motorsport wie z.B. Formel E ist es viel zu groß. Nein, hier sollen anspruchsvolle Aufgaben gelöst werden, die sich aus den neuen E Konzepten für den Straßenverkehr ergeben - da bin ich mir ziemlich sicher.

FIAWEC | LeMans | LMP1 | Elektro | Dieselgate | Disruption |


Donnerstag, 27. Juli 2017

Ist der Motorsport vom Aussterben bedroht? Oder doch noch zu retten?

Nein, das ist keine Clickbait Überschrift - die Tage des Motorsports so wie wir ihn kennen sind gezählt. Aber es gibt Hoffnung.

Ich versuche mich mal an einer Erklärung:

Die Einschläge aktuell sind nicht zu übersehen. Erst hat sich VW aus der Rallye verabschiedet, dann Audi aus Le Mans und diese Woche sogar Mercedes aus der DTM. Und jetzt die Nachrichten von Porsche und deren Le Mans Engagement. Entgegen dem Trend wird allerdings BMW in Le Mans antreten (in der GT) - das wurde aber VOR der Kartellgeschichte entschieden und ich könnte mir vorstellen, dass sie es inzwischen schon wieder bereuen. Ich sehe auch große Fragezeichen für die noch bestehenden Engagements von Toyota (WEC) und Audi/BMW (DTM) - da rauchen in den Zentralen jetzt die Köpfe.

Warum? Weil ICE Autos - also die mit Internal Combustion Engine - ein Auslaufmodell sind. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann sind Verbrennerautos mit Lenkrad so altertümlich, als würde jemand sein Pferd satteln, um zum Einkaufen zu reiten.

Der DTM Ausstieg von Mercedes ist nicht mit Kosten oder DMSB Wirren zu begründen. Motorsport der Hersteller dient dem Imagegewinn und Rennen sind sportlich, dynamisch, spektakulär, laut, Wettbewerb und Kampf. Doch die Zukunft der Mobilität ist eine andere: geräuschlos, harmonisch, unspektakulär, vernetzt, miteinander und friedlich. Da müssen neue Bilder geschaffen werden für den Aufbruch in das neue Zeitalter und wer von Anfang an vorne mit dabei sein will, muss die Antike hinter sich lassen. Wenn nicht, könnte es sogar trotz der hohen Kosten zu einem negativen Effekt kommen, sodass die Marke veraltet und altbacken erscheint. Der Supergau jeder Marketingabteilung.

Fallt nicht auf die Formel E Ausrede rein - die Kosten sind nur ein Bruchteil der bisherigen Rennserien und es war eine willkommene Gelegenheit, um die Öffentlichkeit nicht vor den Kopf zu stoßen. Autohersteller denken nicht von einem Rennen zum anderen, sondern in Fahrzeugzyklen, die 3 … 7 … 10 Jahre umspannen. Da liegen die Pläne nicht nur in der Schublade, sondern der Entwicklungs-Zug ist längst abgefahren und die Prototypen beweisen sich im Testeinsatz.

Jetzt versetzt Euch mal in die Lage der Vorstände, denen die Zukunftsszenarien präsentiert werden: ein massiver Umbruch in der Art und Weise, wie wir Autos benutzen werden. Der Zeitpunkt für den Imagewechsel ist jetzt, wenn man nicht in’s Hintertreffen geraten will. Zumal neben der bisherigen Konkurrenz sich zunehmend neue Player in den Markt drängen.

Bedeutet das jetzt das Aus für den Motorsport?

Nein - nur den Rückzug der Hersteller mit ihren fetten Budgets.

Nur ist dabei relativ, denn aufgrund der satten finanziellen Ausstattung bisher hat sich eine kleine Industrie rund um diesen Sport dieses Marketingvehikel gebildet: Rennstrecken, Fahrer, Agenturen, Fotografen, … alles Profis, die damit bisher gut leben konnten. Doch die Geldgeber werden in Zukunft diese lauten und stinkigen Veranstaltungen meiden wie der Teufel das Weihwasser - und das Feld den Amateuren überlassen. Denn die Aktiven haben immer noch soviel Freude am Selberfahren wie das heute der Fall ist.

Eine sehr schöne Vorstellung, denn wenn sich die Hersteller zurückziehen, verschwinden nicht nur ihre Gelder, sondern auch ihre Einflussnahme. Eine große Chance für den Sport - vielleicht sogar eine Renaissance der Eigenbauten? Wenn es dann überhaupt noch Rennstrecken zum Fahren gibt, denn besonders in Deutschland musste ja unbedingt alles Formel 1 Standard haben. Die Gigantanlagen stehen vor großen Herausforderungen, der Lausitzring wurde aktuell schon vom autonomen Tsunami einkassiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich neidisch auf die Engländer mit ihren kleinen Clubrennstrecken bin.

Kleiner Blick in die Vergangenheit, denn der Motorsport wurde schon einmal totgesagt während der Ölkrise der 70er. Doch im Vergleich zu den heutigen Umwälzungen war das damals eine temporäre Geschichte. Umwälzungen sind endgültig - siehe Musik, Fotografie, oder Kommunikation.

Wie altbacken der Motorsport inzwischen schon ist, sieht man gut an dem Rückstand der Wettbewerbstechnik gegenüber den bereits käuflichen Serienfahrzeugen. Während sich früher technische Entwicklungen vor ihrem Serienstart erst im Sport beweisen mussten, ist heute die Technik der Straße weiter als der Wettbewerb. Pikes Peak oder IOMTT hat elektrische Beispiele gesehen - aber Le Mans wartet immer noch auf seinen ersten rein elektrischen Einsatz - so sehr wird sich an die herkömmliche Technologie geklammert. Natürlich auch durch das Diktat der Hersteller, Audi’s Le Mans Diesel vorneweg. Immerhin können wir uns glücklich schätzen das letzte Aufbäumen der Dinosaurier miterlebt zu haben, die Schlachten in Le Mans, als die Grenzen im Wettkampf komplett ausgelotet wurden. Was wohl die NASCAR macht, wo das V8 Getöse Teil der DNA ist?

Die Reaktionen und Kommentare, die ich zur Zeit zu lesen bekomme, sind weit von diesen Gedanken entfernt. Ähnlich wie die Autoindustrie mit ihrem Diesel klammern sich weltweit die Fans an Sound und Spektakel, als wäre ihnen irgendjemand etwas schuldig. Dass sie sowieso nur Mittel zum Zweck in dem großen Spiel sind, damit die Marketingmillionen auch in einem angemessenen Rahmen zur Geltung kommen, wird verdrängt obwohl es alle wissen.

Vielleicht liegt es an meinem Alter oder dem Tinitus, aber ich freue mich auf den Umbruch. Schlimmer als heute kann es sowieso nicht mehr werden, die Aktiven werden geschröpft und gegängelt bis zur Belastungsgrenze, obwohl sie doch nur mit Freude ihren Sport ausüben wollen. Die Elektrifizierung wird völlig neue Dimensionen der Dynamik eröffnen - wartungsarme Sportgeräte, von denen wir nichtmal zu träumen wagen, werden für alle zugänglich. Lärm- und Umweltschutzbeschränkungen sind Themen von gestern - dadurch eröffnen sich völlig neue Konzepte, Veranstaltungsorte und Formate. Jedes Wochenende 24h-Rennen? Wäre kein Problem mit Elektroantrieb. Eine Crossbahn in der Innenstadt? Ja warum denn nicht, gute Idee.

Lasst uns aufbrechen in das neue Zeitalter! Schneiden wir die alten Zöpfe ab, solange noch Zeit dafür ist. Oder der Motorsport endet wie der Diesel: verachtet, korrumpiert, und furchtbar altbacken.

Zukunft | LeMans | Elektro | Dieselgate | FormelE |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Mercedes steht mit dem Rücken an der Wand - ruft 3 Millionen Diesel in die Werkstatt.

Mercedes steht dieselmäßig kurz vor dem Abgrund, beschließt freiwillige (!) Rückrufaktion für 3 Millionen (!) Fahrzeuge, nennt das Ganze dann scheinheilig Zukunftsplan für Diesel-Antriebe.

Der trockene Kommentar des Manager Magazin: Dieter Zetsche's Offenbarungseid.

Dieselgate | Mercedes | Zetsche |


Freitag, 14. Juli 2017

BUND verklagt Kraftfahrtbundesamt, um Verkauf von Diesel PKW zu verbieten.

Das wird die Autolobby zwar zu verhindern wissen, aber immerhin:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat beim Verwaltungsgericht Schleswig Klage gegen das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erhoben. Erreicht werden soll ein Verkaufsverbot für zu viel Stickoxid ausstoßende Diesel-Neuwagen.

Dieselgate | Klage | Kraftfahrtbundesamt |


Donnerstag, 13. Juli 2017

Dieselgate - Daimlergate?

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ist aktiv und verdächtigt offen den Einbau von Abschalteinrichtungen. Hängt mit der Razzia im Mai zusammen.

Was ich nicht verstehe: warum lassen die sich nicht den Source Code der Motorsteuerung im Klartext aushändigen? Dann sieht man doch direkt, ob so etwas einprogrammiert ist oder nicht. Also relativ direkt, man muss sich da immer noch durchwühlen. Aber längst nicht so aufwendig wie z.B. dieser Reverse Engineering Ansatz.

Dieselgate | Daimler | Stuttgart | Staatsanwaltschaft |


Mittwoch, 12. Juli 2017

Dieselgate jetzt auch bei Porsche.

Staatsanwaltschaft hat offiziell Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Porsche | Dieselgate | Staatsanwaltschaft | Stuttgart |


Freitag, 07. Juli 2017

Dieselgate: Audi Manager in München verhaftet, in USA angeklagt.

Die US-Anklage gegen Giovanni Pamio ist von gestern, die Verhaftung in München fand schon am Montag statt:

The former manager at Volkswagen AG’s Audi arrested by Munich prosecutors Monday is the same man who was charged by the U.S. Justice Department, two people familiar with the case said.

Aus der US-Anklageschrift:

According to the complaint, after Pamio and coconspirators realized that it was impossible to calibrate a diesel engine that would meet NOx emissions standards within the design constraints imposed by other departments at the company, Pamio directed Audi employees to design and implement software functions to cheat the standard U.S. emissions tests. Pamio and coconspirators deliberately failed to disclose the software functions, and they knowingly misrepresented that the vehicles complied with U.S. NOx emissions standards, the complaint alleges.

Im Januar war schon Oliver Schmidt von VW verhaftet worden, weil er so leichtsinnig war in die (durch die) USA zu reisen.

Während in den USA schon längst Nägel mit Köpfen gemacht werden, ist in Deutschland bzw. Europa davon nichts zu merken. Die Staatsanwaltschaft tritt hier und da mal in Aktion, aber Anklage wird keine erhoben. Und die Kunden sind gezwungen einzeln zu klagen, was tendenziell dazu führt, dass sich VW im Einzelfall einigt, ohne dass es zu einem Gerichtsurteil kommt. Kein Wunder, dass Myright und Volkswagen Car Claim Zulauf bekommen.

Dieselgate | Pamio | Myright | VWCarClaim |


Dienstag, 27. Juni 2017

London bestraft schon die Dieselautos.

standard.co.uk:

Diesel car drivers will be charged an extra £2.45 an hour from today to park in parts of central London, in an attempt to combat toxic air. (..) The hourly charge for all pre-2015 diesel vehicles will be £7.35. All other vehicles will continue to be charged £4.90 per hour.

Die Einschläge kommen näher für die Nagler. Das wird auch bei uns spannend werden, denn wenn es auch im Moment den Anschein hat, dass Dobrindt, Wissmann & Co. den Diesel-Gau unter der Decke halten können - die Städte und Kommunen können unter dem Druck der Schadstoffwerte einknicken und der dann zu erwartende Flächenbrand lässt sich nicht mehr so leicht eindämmen.

Sicher werden auch bald andere europäische Städte nachziehen und ähnlich kreative Modelle vorstellen. Wobei es ja grotesk ist, dass die Londoner den Diesel ausgerechnet dann bestrafen, wenn der Motor aus ist: beim Parken! Und £4.90 die Stunde für's Parken ist auch ohne Erhöhung schon ein strammer Kurs.

London | Diesel | Dieselgate | Parkgebühr |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Diesel Fahrverbote in München?

OB Dieter Reiter sagt ja - Horst Seehofer beeilt sich ihn wieder zurückzupfeifen.

Dabei geht es nicht um alle Diesel, sondern nur etwa die Hälfte von gesamt etwa 300k (alle Autos in M: 700k).

Ich sag’s mal so: es knirscht im Gebälk! Der Ministerpräsident verteidigt hörig die Industriewünsche, der Bürgermeister aber kennt keinen Ausweg aus der realen Luftverschmutzung. In anderen Städten sieht es nicht besser aus und die starke Autolobby hat alle Hände voll zu tun die Wogen zu glätten:

Moderne, besonders schadstoffarme Dieselmotoren bleiben aufgrund ihres geringen Verbrauchs mittelfristig ein unverzichtbarer Baustein, um die CO2-Ziele erreichen zu können.

Oder anders ausgedrückt: Bitte gehen Sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen!

Dieselgate | München |


Mittwoch, 14. Juni 2017

Dieselgate jetzt auch bei Suzuki Motorrad?!


Mittwoch, 07. Juni 2017

TV Tipp heute abend: Geheimakte VW (ZDF 22:45).

Wie die Regierung den Konzern schützt:

"ZDFzoom" liegen interne Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, wie Regierung und VW die Abgaskrise bewältigt haben. Anstelle einer teuren Umrüstung - so einigte man sich - sollte ein kostengünstiges Software-Update durchgeführt werden. Damit seien die betroffenen Dieselautos wieder in Übereinstimmung mit den Gesetzen. Doch Messungen an auf diese Weise "nachgebesserten" Fahrzeugen ergeben ein anderes Bild.

spiegel.de:

Anstatt der erlaubten 180 mg/km NOx sollte das Auto nach dem Update 540 bis 900 mg/km NOx ausstoßen. Nur im offiziellen Labortest sollte laut VW der Grenzwert eingehalten werden. Diese "Zielwerte Volkswagen" für das Software-Update sind laut dem vertraulichen Papier des VW-Konzerns "inhaltlich mit den Zulassungsbehörden (KBA) und dem Rechtswesen vereinbart".

Zielwerte! Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Aber nach Auffassung von VW natürlich völlig legal. Und solange Wackeldackel Dobrindt alles abnickt.

Too big to fail? Wie auch schon bei den Banken.

Dieselgate | Volkswagen | Abgaskrise | Dobrindt |


Dienstag, 06. Juni 2017

Große wissenschaftliche Analyse zu den technischen Details von Dieselgate.

Inklusive Forschungspapier, an dem auch ein gewisser Felix Domke mitgearbeitet hat.

Viel Lesestoff, den ich mir auch für später aufhebe. Aber eins ist allen Fällen gemeinsam: Lieferant Bosch.

Plus ein 20-minütiges How They Did It Video vom IEEE Symposium für Security und Privacy.

Dieselgate | Domke | Bosch |


Freitag, 02. Juni 2017

Primitive Lenkwinkel-Erkennung bei Audi A7 und A8 für Abgasmessung auf dem Prüfstand.

Als hätte Audi nicht schon genug Dieselgate um die Ohren: die Einschläge kommen näher und sie kommen öfter. A7 und A8 sollen per Lenkwinkel-Erkennung bei Werten über 15° die Abgasreinigung außer Kraft setzen. Weil bei den Prüfstandsläufen natürlich keiner lenkt. Bei dem Theater prallen aktuell Verkehrsminister Dobrindt und Audi-Boss Stadler volley aufeinander.

Was mich bei der Sache irritiert: versucht mal in der offiziellen Audi Pressemitteilung zu dem Thema das Wort “Diesel” zu finden. Oder sind Benziner jetzt auch betroffen? Jedenfalls eiern sie sich ordentlich einen zusammen und tun so, als seien die bösen NOx-Werte irgendwie von außen in die schönen Audis reingezaubert worden.

Dabei ist das Thema überhaupt nicht neu - höchstens die Tatsache, dass es jetzt auch mal in Deutschland diskutiert wird.

Ich frage mich, wie sie das jetzt lösen wollen - denn schon im März schrieb ich, dass der feinen Audikundschaft natürlich keine AdBlue Betankung zugemutet werden kann. Kommen die Kunden überhaupt selber an den Tank beim A7/A8?

Das alles sind auch keine guten Nachrichten für Ducati.

Audi | Ducati | Dieselgate | Dobrindt | Stadler |


Dienstag, 23. Mai 2017

Schon wieder eine Dieselgate-Razzia.

Diesmal bei Daimler.

Dieselgate | Razzia | Daimler |


Sonntag, 21. Mai 2017

Dieselgate: Wie kommt es eigentlich, dass es für VW in Deutschland bisher so ruhig geblieben ist?

In den USA wurde nur ein Bruchteil der Dieselfahrzeuge verkauft, aber eine massive Strafe kassiert, während in D eine übersichtliche Umrüstaktion durchgeführt wird.

Vor Gericht wird im Unterschied zu Amerika hierzulande jeder Fall einzeln betrachtet und laut dem aktuellen Handelsblatt bemüht sich VW, die Außenwirkung möglichst gering zu halten. Bahnt sich eine positive Urteilsbegründung für den Kunden an, versucht man sich außergerichtlich zu einigen, damit kein Urteil gesprochen wird. Auf diesem Weg werden auch hier VW Fahrzeuge zurückgegeben, nur bekommt es kaum jemand mit. Unterstützt auch durch die Verschwiegenheitserklärung der Kläger, die diese bei Einigung unterschreiben müssen.

Auch ein neuer Begriff für das “Defeat Device” wird von VW bemühlt: “verbaute Umschaltlogik”. VW gibt auch keine Auskunft darüber, wieviele Fahrzeuge bisher zurückgekauft wurden.

Ob sie damit durchkommen, wird sich zeigen, denn Myright und Volkswagen Car Claim nehmen noch Anlauf.

Dieselgate | DefeatDevice | Volkswagen |


Samstag, 20. Mai 2017

Fiat 500X schaltet Abgasreinigung nach 22 Minuten ab?!

Die Wissenschaft hat die Herausforderung angenommen, die Motorsteuerungen der Hersteller zu durchleuchten. Reverse Engineering würde ich sagen.

Es gibt auch schon erste Ergebnisse:

Die Wissenschaftler haben dazu ein Programm geschrieben, „mit dem man gewissermaßen erstmals in diese Blackbox schauen“ kann, sagt Holz. Er konnte damit nachweisen, dass beim Fiat 500X eine programmierte Zeitschaltuhr als ausgesprochen primitives, gleichwohl aber wirkungsvolles „Defeat Device“ dient. Bisher konnte man das nur vermuten, indem man das Verhalten der Abgasreinigung auf dem Prüfstand und auf der Straße verglich. Dabei war aufgefallen, dass sie sich immer genau nach 22 Minuten abschaltete. Ein Prüfstandslauf dauert exakt 20 Minuten.

Anlass ist ein Kongress, der am Montag startet:

Die Computerexperten aus Deutschland und den USA werden ihr Analysetool gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Partnern auf dem „IEEE Symposium on Security and Privacy“ (22. bis 24. Mai 2017 in San Jose, Kalifornien) präsentieren.

Ich sehe da einige Turbulenzen auf FCA zukommen.

Dieselgate | Fiat | Blackbox | Prüfstand | IEEE |


Montag, 01. Mai 2017

In Wolfsburg wird offenbar der Verkauf von Ducati diskutiert.

Schreibt das Manager Magazin:

Der Verkauf Ducatis werde aktuell vorbereitet, spätestens im Juni sollten die Unterlagen für potenzielle Käufer fertig sein, berichten Beteiligte. Die Volkswagen-Tochter Audi hatte Ducati 2012 für rund 750 Millionen Euro gekauft.

Wer hätte gedacht, dass Ducati mal über Diesel stolpert? Allerdings gab es hier schonmal einen netten Zusammenhang.

Auf jeden Fall bitter für alle Beteiligten - und es zeigt, wie angespannt die Situation bei VW ist, auch wenn alle so tuen, als sei die Welt in Ordnung.

Ducati | Dieselgate |


Donnerstag, 16. März 2017

´Dieselthematik´ mit voller Wucht in Ingolstadt eingeschlagen.

Da haben sich einige Kreative lange Zeit die Köpfe zerbrochen, wie man den größten Betrug im Automobilbau Made in Germany mit einem harmlosen Wort verniedlichen kann: Dieselthematik.

Die Staatsanwaltschaften der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen lässt das kalt - sie hatten ganz andere Probleme: der Anfangsverdacht gegen Audi musste so wasserdicht sein, dass man sich mit maximalem Drehmoment zu den Köpfen von Clean Diesel der Volksverarsche durcharbeiten kann.

Und ausgerechnet Volkswagen selber hat den Startschuss gegegeben, als man sich zu den detaillierten Anschuldigungen in Amerika bekannt hat - in der Hoffnung damit die Sache vom Tisch zu bekommen.

Man kann die Dicke der Hälse der Staatsanwälte grob einschätzen, wenn bei breit angelegten Hausdurchsuchungen gestern sogar die VW’sche Anwaltskanzlei auf links gedreht wird. Oder selbst vor der zeitgleich stattfindenden Audi Jahrespressekonferenz keine Rücksicht genommen wird.

Innerhalb der aktuellen Berichterstattung gab es auch eine Theorie, warum die Abschaltung ausgerechnet als Akustikfunktion bezeichnet wurde:

Um die Rolle Audis im Dieselskandal zu verstehen, muss man sehen, welche Bedeutung Audi im großen VW-Konzern hat. (..) .. die Ingolstädter Ingenieure haben seit jeher wichtige Entwicklungsaufgaben im Konzern. (..) 1999 entwickelten sie eine Software, die das laute Klopfen von Dieselmotoren beim Starten unterdrücken sollte. Wie sich später herausstellte, ließen sich mit diesem zunächst ganz legalen Programm auch Abgasmessungen manipulieren. Eine Schummel-Software, die unter dem beschönigend-harmlosen Begriff “Akustikfunktion” geführt wurde?

Und das Nachfüllen von AdBlue sollte auf keinen Fall den Kunden aufgenötigt werden - die feine Audikundschaft könnte sich ja die Finger schmutzig machen. Bei den langen Inspektionsintervallen hätte das große AdBlue Tanks bedeutet, für die kein Platz war, denn der Kofferraum sollte natürlich auch üppig ausfallen. Also kleiner Tank und die Akustikfunktion sorgt für die nötige Sparsamkeit. Und weil das Nachfüllen ja jetzt Aufgabe der Werkstätten war, brauchte der Tank noch nicht einmal gut erreichbar verbaut werden: win-win-win.

Dieselgate | Akustikfunktion |


Mittwoch, 08. Februar 2017

Wenn Ferdinand Piëch zu Dieselgate auspackt, dann bleibt kein Stein auf dem anderen.

Kurzer Rückblick: am 25.April 2015 hat sich Piëch aus dem VW Konzern zurückgezogen.

Heute im Spiegel so:

Piëch habe gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, Weil, VW-Betriebsrat Bernd Osterloh, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber und Wolfgang Porsche hätten bereits Anfang März 2015 von Hinweisen auf Abgasmanipulationen in Amerika erfahren.

Laut VW aber alles erstunken und erlogen:

Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG weist die von Ferdinand Piëch laut Medienberichten erhobenen Behauptungen mit allem Nachdruck als falsch zurück.

Da wird mit scharfer Munition geschossen.

Dieselgate | Piech |


Marc Basseng neuer BMW Werksfahrer - insgesamt sechs (!) Werks-BMW beim N24h am Start.

Nachdem Audi sich dank Dieselgate selbst aus dem Rennen geschossen hat, werden bei BMW alle Register gezogen und 6 - Werks-GT3 eingesetzt. Die Pressemitteilung ist da zwar nicht so ganz eindeutig:

Wie im Vorjahr werden auch 2017 die Teams von Schubert Motorsport und ROWE Racing je zwei BMW M6 GT3 ins Rennen schicken. Das BMW Team Schnitzer, das bereits fünf Mal bei dieser Veranstaltung gewinnen konnte, verstärkt das ohnehin schon schlagkräftige Aufgebot weiter.

… aber 21 Fahrer kann man schlecht auf 5 Autos verteilen. Oder 5 Autos und 1 Fahrer ist nur Ersatz? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schnitzer nur 1 Auto einsetzt. Dann doch eher 3er und 4er Teams auf 6 Autos verteilt, das geht nämlich genau auf (3x3 und 3x4 = 21).

Die Fahrerbesetzungen in den Teams stehen auch noch nicht fest, aber dafür die Fahrer - hier in order of appearance laut der PM:

  • Marco Wittmann
  • Bruno Spengler
  • Maxime Martin
  • Augusto Farfus
  • Tom Blomqvist
  • Martin Tomczyk
  • Alexander Sims
  • John Edwards
  • Kuno Wittmer
  • Nick Catsburg
  • Richard Westbrook
  • Markus Palttala
  • António Félix da Costa
  • Jörg Müller
  • Philipp Eng
  • Jens Klingmann
  • Jesse Krohn
  • Timo Scheider
  • Tom Onslow-Cole
  • Marc Basseng
  • Alex Lynn

Das freut mich riesig für den Marc, das ist doch mal eine gute Nachricht!

BMW lässt jedenfalls nichts anbrennen - da zählt nur der Sieg.

N24h | Basseng | M6GT3 |


Freitag, 03. Februar 2017

Bosch ist dank Dieselgate jetzt auch ein paar Milliönchen ärmer:

Bosch, on Wednesday, agreed to pay consumers in the United States $327.5 million as compensation for its role in devising the software.

Was aber nicht gleichbedeutend sei mit einem Schuldeingeständnis, denn natürlich sind sie völlig unschuldig:

Bosch did not admit wrongdoing as part of the settlement with Volkswagen owners and the Federal Trade Commission, which must be approved by a judge.

Das Thema ist aber noch nicht durch:

The supplier still faces criminal inquiries in Germany and the United States, as well as multiple civil suits by Volkswagen owners in Europe.


Samstag, 14. Januar 2017

Dieselgate arbeitet sich langsam von der angeblichen Handvoll Software Programmierer zum Vorstandsvorsitzenden hoch.

Die Frage im Dieselgate Skandal bei Volkswagen ist inzwischen gar nicht so sehr: Wer hat etwas gewusst? sondern Wem kann man etwas nachweisen?

Und offensichtlich hat man sich im Vorfeld schon alle Mühe gegeben, diesen Nachweis so schwer wie möglich zu machen:

Gottweis war der Mann für schwierige Fälle, für Probleme und Rückrufe, der Feuerwehrmann. Aber ein hochrangiger Zeuge beschreibt, seine Rolle gegenüber dem FBI mit dem Begriff “Firewall”, Brandschutzmauer. Gottweis’ Rolle sei es gewesen, heikle Probleme zu lösen, Winterkorn zu schützen. Einer, der dafür sorgt, dass der Chef über heikle Dinge immer mündlich gut informiert wird, aber dass ihm schriftlich - und damit nachweisbar - möglichst wenig offiziell mitgeteilt wird. Es müsse Winterkorn erst jemand “nachweisen, dass er etwas gewusst hat” - so soll sich Gottweis immer wieder geäußert haben.

Das hört sich schon anders an als software engineers who put this in for whatever reason, wie das Michael Horn als CEO VW USA verkaufen wollte (siehe auch hier).

VW gönnte seinem Ex-Chef Martin Winterkorn übrigens eine 3.000€ Rente. Nicht pro Monat, sondern pro Tag. Ich bin mir ziemlich sicher, DAS hat er schriftlich.

Bernd Gottweis wird - neben 5 anderen VW’lern - inzwischen von der US Staatsanwaltschaft angeklagt, nachdem sich VW für schuldig erklärt hat.

Was VW jetzt genau zugegeben hat, um die 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen zu dürfen, kann man im Detail hier nachlesen.

Dieselgate | Winterkorn |


Freitag, 13. Januar 2017

Sowohl Fiat Chrysler als auch Renault bekommen Dieselgate Ärger.

Bei Fiat Chrysler ist es die United States Environmental Protection Agency, für die bei VW noch lange nicht Schluß ist. Es handelt sich um Jeep Grand Cherokees und Dodge Ram 1500 mit 3L Motor. Und weil Ferrari auch zum Konzern gehört, liegen in Maranello leicht die Nerven blank.

Während es bei Renault die französische Staatsanwalt ist, die wegen zu hoher Schadstoffemissionen die Ermittlungen aufgenommen haben.

Da könnten in beiden Fällen Motorsport-Programme auf dem Spiel stehen, so wie es die Audi WEC und VW WRC Programme schon dahingerafft hat.


Mittwoch, 11. Januar 2017

Bei VW hält man die Abgasaffäre wohl immer noch für einen Kavaliersdelikt. Wie sonst lässt sich erklären, dass Oliver Schmidt ausgerechnet nach Florida in Urlaub fliegt. Dort ist er prompt verhaftet worden.

Die Anklageschrift liest sich wie ein Krimi - die Kronzeugen lassen sich nicht lumpen und singen was das Zeug hält. Wenn sich die Vorwürfe halten, dann fliegen aus dem Vorstand erstmal einige auch nicht mehr nach Amerika.

Erst dachte ich ja das kann jetzt kein Zufall sein, dass die spektakuläre Verhaftung ausgerechnet zur Detroit Motorshow stattfindet. Stellt sich aber raus, dass es doch Zufall ist, weil das Timing ja von Schmidt´s Urlaub vorgegeben wurde.

Im Nachhinein erscheint dann auch der plötzliche Abgang von Ferdinand Piëch in einem anderen Licht: war der aufgeflogene Betrug der Grund für seinen Rückzug?

Dieselgate |


Dienstag, 27. Dezember 2016

Zwei neue Dieselgate-Vorträge heute abend beim Chaos Communication Congress.

Dieser Vortrag beim Congress letztes Jahr ist auch 1 Jahr später immer noch der aufschlussreichste zum Thema.

Das wird spannend heute, wenn die Referenten um 19h und 21h zur Fortsetzung einladen.

UPDATE:

Hier ist der Link für das Live-Streaming aus Halle 1.

Dieselgate | 33C3 | ChaosComputerClub |


Samstag, 03. Dezember 2016

Fahren EA189 VW Diesel ohne Betriebserlaubnis?

Zumindest hat das Langericht in München erstmal so entschieden (AZ 12 O 1482/16).

EA189 | Dieselgate |


Samstag, 05. November 2016

VW: Wir haben nicht manipuliert.

Bei VW sind wohl ein paar Sicherungen durchgeknallt:

Der Konzern behauptet, man habe in der EU den Schadstoffausstoß von Diesel-Pkw gar nicht manipuliert und keine Vorschriften verletzt.

Hier nochmal zur Erinnerung das Reverse Engineering eines VW Diesel Steuergerätes während des 32C3 vor knapp einem Jahr.

Dieselgate |


Dienstag, 01. November 2016

VW beschließt Aus für Rallye WM.

Das sage nicht ich, sondern Greg Kable - und dem folge ich schon lange genug auf Twitter, um die Aussage als Tatsache einordnen zu können.

Wurde heute vom Vorstand beschlossen und die freigesetzten Resourcen sollen teilweise dem TCR Golf unter die Arme greifen. Bitter, dass für 2017 ein neuer Rallyepolo entwickelt wurde und Greg zieht Parallelen zum Gruppe S Quattro: ein Auto, das vielleicht in 20 oder 30 Jahren mal das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Don hatte diese Entwicklung schon für 2016 vorhergesagt - doch dann hatten WEC und WRC noch ein Jahr Gnadenfrist bekommen. Zumindest kann keiner sagen, dass das jetzt eine überraschende Entwicklung sei.

Trotz aller Beschwichtigungen aus Wolfsburg macht diese Entwicklung auch deutlich, dass VW durch Dieselgate gezwungen wird alle Reserven aufzubieten, um das Überleben zu sichern. Denn während andere Autobauer schon bis an´s Limit gefordert werden, um den Wandel zu realisieren - Elektro, Connectivity, Autonomy - hat VW zusätzlich noch bleischwere Altlasten am Hals.

UPDATE:

Hier zur Vervollständigung die offizielle VW Pressemeldung zum WRC Ausstieg:

The commitment to the FIA World Rally Championship is coming to an end after four historically successful years, in which Volkswagen won WRC titles in the driver, co-driver and manufacturer rankings in a row with the Polo R. The Volkswagen brand is facing enormous challenges. With the upcoming expansion in electrification of our vehicle range we must focus all our efforts on important future technologies.

VW ist 4 Jahre lang angetreten und hat alle 4 Jahre die WM-Titel geholt. Das ist eine ziemlich sensationelle 100% Bilanz.

Übrigens: kein Wort über Diesel in dem Text.

Dieselgate | Volkswagen | Rallye | Polo |


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Audi verabschiedet sich aus Le Mans.

Nicht 2018, nicht 2017 - nein schon Ende diesen Jahres wird das komplette WEC Programm eingestampft.

Noch 2 Rennen, dann ist Schluss.

Die Einschläge kommen im Moment knüppeldick für VW. Am Dienstag hat VW einem Vergleich in den USA über 14,7 Milliarden (Milliarden!) Dollar zugestimmt, um die 475.000 in Amerika verkauften Green-Diesel als 2 Liter Variante vom Tisch zu bekommen. 85.000 3L warten noch auf eine Lösung. Nicht vergessen, dass es sich insgesamt um 11 Mio. Fahrzeuge handelt - alleine 2,61 Mio. in Deutschland.

Bei VW geht es finanziell an´s Eingemachte und man hat sich sowieso gefragt wie es sich ein Konzern leisten kann, 2 LMP1 Teams - Audi und Porsche - auf allerhöchstem Level gegeneinander antreten lassen kann. Matthias Müller hatte an dieser Entscheidung sicher auch seinen Anteil, denn im Windschatten von Winterkorn ist er 2010 Chef von Porsche geworden. Um 2015 den dann geschassten Winterkorn zu beerben und die Leitung der VW AG zu übernehmen. Wo sich der Kreis wieder schließt, denn dort verantwortet er natürlich auch das Einstampfen des Audi R18.

Vielleicht schlägt sein Motorsport-Herz eher für Porsche, aber Audi über die Klinge springen zu lassen hat noch einen anderen Grund: den Diesel.

Denn Audi setzt als einziges Motorsport-Team einen Diesel als Antriebsquelle ein - aus Marketinggründen. Und zwar schon ewig - nämlich seit 2006. Insgesamt geht Audi seit 1999 in Le Mans am Start und hat ab 2000 eine unvergleichliche Siegesserie hingelegt: nur 2009 konnte Peugeot gewinnen - die Siege 2005 (ADT Champion Racing, R8) und 2003 (Bentley) buche ich mal mit dazu. Geändert hat es sich allerdings mit dem Einstieg von Porsche, denn die Weissacher konnten die letzten beiden Jahre gewinnen. (Das tragische Schicksal von Toyota von diesem Jahr haben wir ja noch gut in Erinnerung.)

Seit Dieselgate hat Audi Sport die Bezeichnung Diesel vermieden wie der Teufel das Weihwasser - wenn es gar nicht mehr anders ging wurde TDI eingesetzt. Was eigentlich nur Auto-Insidern ein Begriff sein dürfte. Damit stand also auch schon 2016 unter einem schlechten Stern, denn selbst Erfolge konnten sich überhaupt nicht vermarkten lassen, da der Ruf des Diesels für immer und ewig vergiftet war. Eigentlich hatte man sich geschämt, einen Diesel einzusetzen - aber das ließ sich ja nicht so schnell ändern. Ich wette es gab im Konzern genug Leute, die nur auf die erste Gelegenheit gewartet haben, das Audi Le Mans Programm über die Klinge springen zu lassen. Einen Sauger neu zu konstruieren machte natürlich noch viel weniger Sinn, das läuft ja schon bei Porsche.

Das ist schon bitter zu beobachten, wie ein Sportteam zum Spielball der Marketing Strategen wird - erst, als ihnen übergedeut wurde doch einen Diesel einzusetzen und jetzt, wo sie ihn ausgereift haben, gehen sie als Opfer mit unter.

Die Era dicker V8 (Toyota), kleiner Turbo (Porsche) und Diesel (Audi) in der LMP1 gegeneinander antreten zu sehen, wird als ausgewöhnlich in die Le Mans Geschichte eingehen. Ich war fasziniert davon, diese grundsätzlichen Konzepte Kopf an Kopf im Rennen zu sehen. Wetten, dass dass sich die Konzepte jetzt wieder aneinander annähern? Wobei ja nur noch Toyota und Porsche übrig sind. Ob jetzt noch ein weiterer Hersteller einsteigt? Die Türen beim ACO werden sperrangelweit offen stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die deutsche Autoindustrie beeindruckt aber auch das konsequente Handeln von Audi - durch den Druck von allen Seiten sind sie gezwungen alte Zöpfe abzuschneiden und können sich - ohne Diesel Ballast - voll auf Elektro konzentrieren.

So desaströs die Situation momentan erscheint - es könnte sich hinterher als großer Glücksfall herausstellen.

Bitter ist es für die Fahrer - ich hoffe sie müssen nicht aus der Not heraus noch Formel 1 fahren.

LeMans | AudiLMP1 | Dieselgate | LM24 |


Dienstag, 25. Oktober 2016

Schaufelt sich die deutsche Autoindustrie mit dem Verbrennungsmotor ihr eigenes Grab?

Es ist mir nach wir vor unerklärlich, wieso der Elektromotor nicht längst die Verkehrsbilder bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl ich stehe mit meiner Meinung alleine, so stark ist der ICE (Internal Combustion Engine) in den Köpfen der Menschen festgefahren.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt daher dieser Film der ARD, den man sich in der Mediathek anschauen kann:

Autoland abgebrannt - Wie die Branche die Zukunft verspielt.

Hab ich gesagt: anschauen kann? Nein, ich meinte: anschauen MUSS. Absoluter Guckbefehl. Denn das Bedrohungsszenario ist enorm, aber irgendwie will es keiner wahrhaben. Selbst Dieselgate war nicht in der Lage die bräsigen Automanager wachzurütteln.

Die Rede ist von der disruptiven Innovation - sie kommt nicht schleichend, sondern wächst exponentiell. Ja, wir haben aktuell nur 1% Marktanteil für Elektroautos. Aber wenn der Markt kippt aufgrund der exponentiellen Entwicklung und du kein Produkt hast, das du skalieren kannst, dann bist du raus.

Das sage diesmal nicht ich, sondern das ist das Zitat von Tony Seba - Forschungsprofessors an der Uni Stanford. Und er hat auch plakative Beispiele: Nokia hat das Smartphone verschlafen und Kodak die Digitalfotografie.

Wie schnell solch eine Entwicklung heutzutage gehen kann, macht das Smartphone deutlich. Es hat längst die Welt erobert und unsere Kommunikation massiv verändert. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es unglaublich erscheint, dass vor 10 Jahren niemand dieses Produkt auch nur erahnt hätte. Ausser dem iPhone Projektteam in Cupertino natürlich, denn es wurde am 9.Januar 2007 zum ersten Mal vorgestellt.

Die Auto-Journalisten bekommen übrigens auch ihr Fett weg:

Kultur des Wegschauens? Oder warum wurde ein Betrug, der millionenfach über die Straßen rollt, einfach nicht bemerkt?

Auch Brüssel, VW, Oettinger, ..

Am krassesten ist aber Matthias Wissmann, Ex-Verkehrsminister, jetzt VDA Präsident und Merkel Duz-Freund:

Extremste Abweichungen - die sind vielleicht nicht illegal, aber sie sind natürlich an der Grenze des Legitimen. (bei 24:27 Min.)

Ah ja.

VW´s Ulrich Eichhorn meinte, dass man in 10–15 Jahren soweit sei, dass Elektroautos die Kunden überzeugen würden. In 10–15 Jahren? Eichhorn auf die Frage, wann bei VW der letzte Diesel vom Band rollt: Das werde ich in meiner aktiven Berufslaufbahn nicht mehr erleben. Er ist 55 Jahre alt und da muss die sarkastische Frage erlaubt sein, ob das vielleicht daran liegt, dass seine aktive Berufslaufbahn früher als erwartet zu Ende geht.

Dieter Zetsche ist auch nicht besser, er erwartet 2025 15–25% Prozent Elektrofahrzeuge bei Mercedes.

Aber über dessen Zeitrechnung habe ich mich ja letzte Woche auch schon aufgeregt.

Bevor ich mich jetzt hier auch noch auslasse über Konformitätsfaktor und die Rolle Chinas: schaut Euch den Film an - 45 Minuten, die das automobile Weltbild erschüttern.

Tony Seba schließt mit einem schönen Vergleich: die Weiterentwicklung des Diesels ist so als hätte Kodak den Analogfilm immer effizienter gemacht.

Elektro | Wissmann | Diesel | Autoindustrie | Seba | Eichhorn | Zetsche |


Sonntag, 23. Oktober 2016

In den USA muss Audi 25.000 Q7 zurückkaufen.

Spiegel Online:

Nach den Vorgesprächen zeichnet sich ab, dass Audi bei 25.000 Modellen, die mit einem Sechs-Zylinder-Motor der ersten Generation ausgestattet sind, auch mit einer Nachrüstung die Abgasgrenzwerte nicht einhalten könnte. Diese Fahrzeuge, Geländewagen vom Typ Q7, soll Audi deshalb zurückkaufen.

Aber für Europa scheint das kein Problem zu sein - zumindest hört man von solchen Überlegungen nichts.

Sogar bei Audi selber ist nur von EA 189 die Rede - also dem Vierzylinder.

Dieselgate |


Sonntag, 16. Oktober 2016

VW muss den Gürtel enger schnallen.

Matthias Müller hat bei einem Management-Meeting ein neues Sparziel von 10% vorgegeben:

Die Folgen der Krise werden uns in den nächsten Jahren bis an die Grenzen belasten.

Die aufkommenden Gerüchte von einem Audi Le Mans Rückzug ab 2018 werden in Fuji beim 6h-Rennen von Wolfgang Ulrich so kommentiert:

I hope they are wrong.
Schwierige Zeiten für VW - der Zeitpunkt könnte auch nicht schlechter sein, denn die Autoindustrie steht vor mächtigen Veränderungen. Da werden sich auch Auswirkungen für den Motorsport nicht vermeiden lassen. Sowohl Audi als auch Porsche haben in Le Mans nur 2 statt 3 Autos eingesetzt und die Weiterentwicklung des R8 GT3 steht auch in Frage.

Dieselgate | LeMans | MatthiasMüller |


Donnerstag, 22. September 2016

Mattias Ekström leiht René Rast sein DTM-Auto für Hockenheim.

Audi’s Luxusreserve mal wieder im DTM-Auto. Damit der Ekki um den Titel in der WRX kämpfen kann - er führt aktuell vor Petter Solberg mit 10 Punkten Vorsprung. Allerdings hat G-Star ein Fahrerproblem bei der WEC Fuji, weil René nur ausgeliehen war. Wir erinnern uns: eigentlich war er auf dem 3.WEC Audi unter Vertrag, ist aber dann dem Dieselgate zum Opfer gefallen.

Eigentlich finde ich das gut, wenn Fahrer in mehreren Disziplinen unterwegs sind. Damals® war das völlig normal, aber heute bei den vollgepfropften Kalendern und den knallharten Verträgen der Hersteller kaum noch möglich.


Dienstag, 09. Februar 2016

Wolfgang Ullrich fiel aus allen Wolken, als ihm der 3. Le Mans Audi weggestrichen wurde.

Stellt sich raus, dass der Wegfall des 3.Le Mans Audis sogar für Dr. ‘Timo-schieb-ihn-raus’ Ullrich überraschend kam:

Filipe Albuquerque im Interview mit Daily Sportscar:

We never know what’s going to happen each year, for example this call-up, it was a shock. Dr Ullrich was shocked about all this because everything was settled, I’d driven the new car and Me, Marco (Bonanomi) and René (Rast) were all ready to do Le Mans. And then he got the call to say my car wouldn’t be racing.

LeMans | LM24 | Ullrich | Albuquerque | Dieselgate |


Dienstag, 05. Januar 2016

Dieselgate: Post vom Anwalt von Mercedes und BMW für Deutsche Umwelthilfe e.V.

Wenn sich jemand mal die Mühe macht, etwas Licht in´s Dunkel zu bringen, was die anderen Hersteller angeht, dann werden gleich große Geschütze aufgefahren. Gut, wenn man sich davon nicht beeindrucken lässt.

Nachdem raus ist wie Dieselgate technisch funktioniert, sollte man den anderen doch leicht auf den Zahn fühlen können. Wundere mich, dass das nicht schneller passiert.

Dieselgate | Umwelthilfe | Mercedes | BMWAG |


Sonntag, 27. Dezember 2015

32C3: VW Dieselgate Steuergerät entschlüsselt.

Auf dem 32C3 haben heute zwei IT’ler über den VW Emissionsbetrug referiert. Der 32C3 findet seit heute in Hamburg statt - also nur knapp 200km von Wolfsburg entfernt.

Der eine - Daniel Lange - war früher selber in der Autoindustrie und hat in seinem Vortrag das Feld geebnet, wie es so in den Entwicklungsabteilungen bezüglich Zielvorgaben abgeht und wie Emissionen technisch bekämpft werden sollen.

Der andere - Felix Domke - besitzt einen der betroffenen VWs und hat sich deshalb mal eine baugleiche ECU bei ebay besorgt, um den Code zu entschlüsseln. Was ihm auch tatsächlich gelungen ist durch das Ausnutzen einer Schwachstelle in einem der Chips, die er selber gefunden hat.

Der klassische Hacker also, der einfach mal sein eigenes Auto unter die Lupe nimmt. Übrigens nicht irgendwie bezahlt, sondern aus reiner Neugierde.

Und hat er Überraschendes rausgefunden, denn entgegen aller Meldungen, die bisher von den Medien weltweit verbreitet werden, wird nicht der stationäre Zustand auf dem Prüfstand abgefragt, sondern es muss ein enger Korridor aus Zeit und zurückgelegter Wegstrecke vorliegen, damit der AdBlue Zusatz zugeführt wird. Und damit die Abgase den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Von diesen Min/Max Kurven der zurückgelegten Wegstrecke in Abhängigkeit zur Zeit konnte Felix diese Korridore extrahieren:

(Klick! für gross.)

Die Daten, die Felix theoretisch aus dem Quellcode gewonnen hat, konnte er auf dem Prüfstand verifizieren, denn sobald er den einprogrammierten Zeit/Entfernung Korridor verlassen hat, wurde die AdBlue Zuführung quasi abgeschaltet.

Unnötig zu erwähnen, dass der Zeit/Entfernungs Korridor exakt den Prüfzyklus umschließt:

(Klick! für gross.)

In den Kommentaren des ECU Quelltextes wird die Funktion übrigens Akustikfunktion genannt - Arglistigfunktion wäre vielleicht besser gewesen:

(Klick! für gross.)

Der Vortrag dauert 90 Minuten und es gibt ihn hier zum Ansehen und als Download.

Aufgrund der genauen Eingrenzung, wie die Prüfsituation von der Elektronik erkannt wird - nämlich durch die zurückgelegte Wegstrecke über die Zeit und nicht durch eine stationäre Situation auf dem Rollenprüfstand - sollte es auch ein Leichtes sein, andere Fabrikate gezielter zu untersuchen.

Als kleines Nebenprodukt hat Felix übrigens noch herausgefunden, dass der Drehzahlmesser alles andere anzeigt, nur nicht die Drehzahl.

Dieselgate | 32C3 | ChaosComputerClub |


Samstag, 14. November 2015

Übrig Ns vom Samstag.

Die GTLM Version vom neuen BMW M6 sieht ziemlich furchterregend aus.

Jim Glickenhaus bringt 3 Autos zum 24h-Rennen 2016: den P 4/5C und zweimal SCG 003C. Beeindruckend! Das sind Eigenkonstruktionen! Echter Sportsmann mit Benzin im Blut. Und natürlich genug Geld auf dem Konto.

Am Samstag den 5.12. findet zum 6.Mal der Frikadelli Weihnachtsmarkt statt. Natürlich in Barweiler bei Frikadelli Racing.

Wie geht’s eigentlich dem Audi? Zumindest ist er nicht ganz alleine mit den vielen Italienerinnen (hinten links!)

Ergebnisse der Rallye Köln-Ahrweiler nach WP gelistet.

Ok Edeka, I’m sold!

Angeblich sollen mit einem Pagani Zonda Revolucion eine 6:30 gefahren worden sein. Ohne Video, dafür aber mit Tempolimit?

UPS gibt viel Geld für Werbung aus - auch via Motorsport Sponsoring. Immer auf der Suche nach Aufmerksamkeit und gutem Brand Image. Was wenn UPS - bei der gleichen Zielgruppe - aber megamässig verkackt und es dem Geschädigten gelingt es viral der Welt mitzuteilen? Da nützt die ganze Werbung nichts mehr, hätten sie mal besser vernünftig ihren Job gemacht.

Was wäre das schön, wenn der Erftlandring in Kerpen-Manheim genauso wie heute erhalten werden könnte. So eine geschichtsträchtige Bahn kann man doch nicht einfach verlegen!

Die Liste der Abgasproblemautos von VW wird langsam unübersichtlich.

BMWM6 | FIAGT3 | Glickenhaus | Frikadelli | Audi200 | RallyeKAW | Pagani | Erftlandring | Dieselgate |


Donnerstag, 05. November 2015

Übrig Ns vom Donnerstag.

Kennt Ihr diesen Film, wo Ayrton Senna den Honda NSX in Suzuka fährt? Die Schuhe! Aber: starke Aufnahmen. Motorsport Magazine: With three cameras focused on the rev counter, pedal box and the Brazilian’s forward view, the video captures a car completely on its toes, responding perfectly to the champion’s inputs. It’s great viewing and makes you ponder why we don’t see more grand prix drivers let loose on their respective manufacturers’ machinery. Is there a more effective marketing tool than F1? What they say!

Der kleine Priaulx ist auch schon im Autorennsport unterwegs.

Shane Van Gisbergen vorgestellt. Krasser Typ.

In der Formel E wird mit 1-, 2-, 3-, 4- und 5-Gang gefahren. Interessant - möge das bessere Konzept gewinnen! Jetzt am Wochenende wird in Malaysia gestartet - ist das 2.Rennen der Saison.

Wie ist das eigentlich gelaufen mit den verlorenen Steve McQueen Bildern? Sogar diese Story ist filmreif!

Es gibt eine 24 Hour Race Technology Zeitschrift - passenderweise vom Highpowermedia Verlag.

Ich bin mir nicht sicher, ob Carsten Schumacher die klare Eifelluft gut bekommt. Aber falls er nur Schlagzeilen machen wollte: Mission completed.

Die Dieselgate Lawine droht nicht nur den Motorsport zu überrollen, sondern auch Bereiche, die man im ersten Moment gar nicht so auf dem Schirm hat.

Valentino Rossi’s Versetzung auf den letzten Startplatz ist bestätigt worden. Am Sonntag ab 13:45 ist High Noon - live aus Valencia auf Eurosport 1 das letzte Rennen der Saison: Rossi 312 Punkte, Lorenzo 305 Punkte.

In 8 Tagen ist wieder Rallye Köln-Ahrweiler, hier geht’s zur Webseite.

HondaNSX | Senna | Priaulx | Gisbergen | FormelE | McQueen | Dieselgate | Rossi | MotoGP | RallyeKAW |


Montag, 05. Oktober 2015

Audi USA wirbt mit: Truth in Engineering.

Ist mir in diesem Video aufgefallen:

Von den etwa 500.000 US TDI’s sind zwar nur 14.000 Audi, aber ich musste direkt an Dieselgate denken.

Audi | Dieselgate |




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