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Freitag, 22. August 2014

Nachjustiert: Was nicht passt, wird passend gemacht.

Die Story von WH hat ordentlich Wellen geschlagen. Er wurde sogar in der RZ zitiert, das will was heissen.

Capricorn hat die zweite Rate für den Nürburgring-Kaufpreis nicht gezahlt, und normalerweise würde das eine Reihe von Konsequenzen nach sich ziehen: wenn ich das recht in Erinnerung habe 25 Mio Euro Strafe, 8% Verzugszinsen und Sonderkündigungsrecht.

Doch wir wissen ja, wie liebevoll die Landesregierung ihr mittelständisches Unternehmer-Pflänzchen gegen die bösen amerikanischen Heuschrecken verteidigt und so hat der Herr Lieser kurzerhand den Vertrag nachjustiert. Gläubigerausschuss? Drauf geschissen, so was braucht ein Sachwalter von Format nicht, um den Kaufvertrag zu ändern und die Fälligkeit der Rate nach hinten zu schieben. “Ein ganz normaler Vorgang.

Was die Zeitungen dazu schreiben könnt Ihr direkt vergessen, das hat denen Propagandachef Nuvoloni in die Feder diktiert. Haltet Euch lieber an Ja zum Nürburgring (DW) oder WH, da seid ihr besser aufgehoben, wenn es um die Wahrheit geht.

Und natürlich biete ich Euch auch meine Deutung der Ereignisse an:

Was wir von Anfang an befürchtet haben ist eingetroffen, Capricorn geht schon auf dem Weg in die Startaufstellung die Luft aus. Die Ausrede, dass man auf die Entscheidung der EU warte, ist total lächerlich, denn zum einen hat Capricorn ein Rücktrittsrecht, falls die Entscheidung negativ ausfällt und zum anderen gab es bei der ersten Rate auch noch keine EU Entscheidung.

Das ist ja der Sinn eines Treuhandkontos, dass das Geld nicht weg ist, sondern die Zahlungsfähigkeit unter Beweis gestellt wird. Wir reden hier übrigens über lächerliche 5 Mio Euro im Kaufprozess für den kompletten Nürburgring.

Das wissen Wild und Nuvoloni natürlich auch und freiwillig würden sie so einen Kommunikations-Super-GAU nicht eingehen. Da muss schon richtig was in die Hose gegangen sein, z.B. dass sie ihre Finanzierung von 45 Mio Euro über die Deutsche Bank doch nicht bekommen haben.

Es wird höchste Zeit, dass Capricorn die Hosen runterlässt und die Finanzierung offenlegt! Es geht hier um den Verkauf von Volkseigentum und wer weiss, ob durch die Hintertür nicht längst die befürchtete Heuschrecke Zugriff auf den Nürburgring hat? Das geht uns sehr wohl etwas an und wir haben ein Recht darauf zu erfahren was Sache ist.

Tags: Capricorn | Ringverkauf | Gläubigerausschuss | FinanzierungDeutscheBankHeuschrecke |


Freitag, 04. Juli 2014

Das Drehbuch ist jetzt klar: Auf keinen Fall Amerikaner oder Heuschrecke!

Wie sonst will man erklären, dass

  • höhere Angebote nicht zum Zug kamen

  • der endgültige Abgabetermin mehrfach verschoben wurde

  • das ach-so-transparente Verkaufsverfahren unter höchster Geheimhaltung und Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wurde

  • die ausgetricksten Mitbieter jetzt in Brüssel Sturm laufen und

  • die EU Kommission schon 3x ihre Entscheidung bezüglich des Verkaufes verschoben hat?

Florian Zerfaß hat für die WiWo - mal wieder - erstklassig recherchiert und wird dafür sogar von Wilm Hüffer / SWR gelobt:

EU-Kommission: Harter Kampf um Nürburgring-Beihilfebeschluss

Der Oberburner ist, dass Lieser/Schmidt - die offiziellen Totengräber - sich selber als “Retter des Nürburgrings” beweihräuchern.

Die gute Eifelluft bekommt halt nicht jedem.

Lest Euch den Artikel mal in Ruhe durch.

Für mich stellt sich die Sache so dar:

Man hat Capricorn - den tollen motorsport-affinen Mittelständler aus der Region - so lange mit allen Mitteln fitgespritzt, bis er einigermassen mit den großen Jungs mitspielen konnte und dann die Amerikaner und Heuschrecken ausgebootet.

Der Ring in amerikanischer Investorhand? Un-denk-bar! Die Rheinland-Pfälzischen Wähler sind zwar nicht die Hellsten, aber diese Nachricht hätte wirklich jeden erreicht. Und die Regierung bis auf die Knochen blamiert.

Und was macht man in einer solchen Situation? Als RLP Regierung, das was sie am besten können: tricksen, täuschen, tarnen - und nach aussen Heile Welt markieren.

Da passt dann auch in’s Bild, dass Robertino Wild die Insolvenzverwalter ganz toll findet.

Nur die arme Nordschleife sitzt jetzt noch tiefer im Sumpf, als sie es vorher schon war. Geht eigentlich garnicht, aber Malu Dreyer steht tatsächlich Kurt Beck in nichts nach, wenn es darum geht, größtmöglichen Schaden anzurichten.

Diese Leute gehören wirklich alle weggesperrt, bevor sie NOCH MEHR Schaden anrichten!

Tags: WiWo | Insolvenz | Ringverkauf


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Montag, 10. März 2014

Hektisches Nürburgring Verkaufs-Chaos!

Heute erst in der Rhein-Zeitung so:

“Eine Gruppe regionaler Unternehmer plant nach Informationen unserer Zeitung, kurz vor Toresschluss noch ein Angebot abzugeben. Es wird mit ungefähr 15 Millionen Euro dotiert sein (..). Das neue Angebot (..) passt zu der ursprünglichen Offerte des ADAC. Es bezieht sich nach Informationen unserer Zeitung auf sämtliche Bereiche, die der Automobilklub nicht abdeckt.”

Das hört sich doch garnicht schlecht an: der ADAC mit angeblich 37 Mio kauft die Strecken (und Boulevard/Ringwerk, weil das wurde nur zusammen angeboten) und betreibt sie gemeinwohlorientiert - also ohne der Notwendigkeit Gewinn erzielen zu müssen. Und ein anderes Unternehmen kauft die Hotels und Ferienhäuser für 15 Mio - also insgesamt 52 Mio. So hoch sei wohl auch in etwa das Angebot von Capricorn bzw. der HIG Cayman Islands Heuschrecke. (Die 15 Mio haben vor nur 5 Jahren stramme 150 Mio Steuergeld gekostet!)

Und dann - wie ein Blitz aus heiterem Himmel:

Die Verwalter der Motorsport-Liegenschaft in der Eifel haben überraschend für Dienstagnachmittag zu einer Pressekonferenz nach Koblenz eingeladen. In dem Einladungsschreiben heißt es: „Auf unserer Pressekonferenz werden wir Ihnen das Ergebnis des Investorenprozesses über den Verkauf der Vermögenswerte des Nürburgrings sowie die Erwerber vorstellen. Die neuen Erwerber werden hierbei auch Grundzüge ihres Konzepts und ihrer Pläne für den Nürburgring präsentieren.“

WTF? Meinen die wirklich Dienstag - also morgen?! Ein kleiner Funken Hoffnung am Horizont und auf einmal muß alles in Windeseile durchgepeitscht werden? Was ist denn mit dem Gläubigerausschuss? Nur eine Formsache?

“Dieser enge Zeitplan könnte darauf hindeuten, dass sich die beiden Sanierungsexperten Thomas Schmidt und Jens Lieser längst entschieden haben - und nur noch der Gläubigerausschuss zustimmen muss.”

Nur noch? Da reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich: was läuft da ab? Das kann doch kein Zufall sein, daß dem einen Ereignis (neuer Bieter für Hotels) eine Hals-über-Kopf Pressekonferenz mit Gläubigerausschuss-Zustimmung-im-Vorbeiflug folgt.

Ich finde, das stinkt gewaltig - wie kann man einem Gläubigerausschuss so die Pistole auf die Brust setzen um innerhalb von Stunden eine Entscheidung zu treffen? So etwas muß wohlüberlegt sein, aber kann es ja garnicht, wenn die Zeit dafür fehlt.

Vor allem gibt es - wieder einmal - überhaupt keinen Grund für diese Hektik!

Tags: Insolvenz | Gläubigerausschuss


Sonntag, 09. März 2014

Rote Zahlen am Bilster Berg.

Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpf wird ja im Moment oft in den Medien genannt, weil er über Bande mit der Heuschrecke HIG Capital bei dem Nürburgring-Kauf mitbietet.

Sozusagen der Vorzeige-Motorsportler-Investor, weil er es geschafft hat, eine privat finanzierte Rennstrecke in Betrieb zu nehmen und Rennen fährt er ja auch fleissig.

Wer die Genehmigungen in Deutschland kennt, weiß was da für Hürden überwunden werden mussten.

Aber die Sache steht, 172 Investoren haben mit privatem Geld 34 Millionen Euro aufgebracht und die Strecke wurde im April 2013 in Betrieb genommen. Es gibt keine Bankenfinanzierung, denn die Banken haben sich zurückgezogen. Ganz so reibungslos ist das Genehmigungsverfahren allerdings auch nicht durchgelaufen.

Für die neuen Mitbesitzer gibt es freies Fahren und eine Rendite von 5–10% wurde in Aussicht gestellt.

Stellt sich jetzt allerdings raus, daß die Anlage für 2013 ein sattes Minus gemacht hat: 2,8 Millionen bei 3,4 Millionen Umsatz. Und für 2014 sieht der Ausblick nicht viel besser aus: weitere 1,4 Millionen Minus.

Linear umgerechnet auf die 172 Privatinvestoren sind 4,2 Millionen Kapitalbedarf knapp 25.000 Euro pro Nase.

Autsch.

Ich weiss zwar nicht, wie das technisch abläuft, ob die Mitbesitzer jetzt zur Kasse gebeten werden, so wie das Jörg Lindner bei seinen Medico-Fonds praktiziert, aber gute Nachrichten sehen anders aus.

Tags: Bilster | Oeynhausen


Samstag, 08. Februar 2014

Keiner der Nürburgring Mitarbeiter traut sich zu reden, man könnte sich ja unbeliebt machen.

Dietmar Brück in der RZ:

“Die Stimmung ist überall zu greifen. Nur offiziell darüber reden will niemand. Kein Wunder. Äußert sich einer der Mitarbeiter negativ über einen möglichen Käufer in der Öffentlichkeit, macht er sich vielleicht bei seinem künftigen Chef unbeliebt. Wer will das schon riskieren?”

Es äußert sich wirklich niemand, noch nichtmal anonym - da wäre das Risiko gleich null. In Zeiten von Edward Snowden könnte man in der Otto-Flimm-Straße 1 ruhig auf den Gedanken kommen, auch zur Rettung des Rings beizutragen.

“Die rund 300 festen Mitarbeiter des Ring-Komplexes in der Eifel bangen um ihre Jobs.”

Immer noch 300? Strammer Fixkostenblock. Nehmen wir mal 3.000 brutto im Schnitt dann sind das 10,8 Mio Euro im Jahr.

Zur HIG Heuschrecke:

“Eine hohe Renditeerwartung wird gar nicht bestritten. Dafür ist man, so heißt es, aber auch bereit, das Geschäft (Freizeitbereich und Motorsport) mit viel Geld auszubauen. Das sei die übliche Vorgehensweise von H.I.G. und anderen Finanzinvestoren.”

Die übliche Vorgehensweise geht eher so: kaufen - aussaugen - wegschmeißen.

Hanna Breuer hat auf FB mal hinter die Kulissen von “Finanzinvestoren” geschaut:

“Eins ist sicher - schon der Landesrechnungshof hat festgestellt, daß der Ring in der jetzigen Konstellation nicht profitabel zu betreiben ist. Auch ein Fonds-Unternehmen kann das Rad nicht neu erfinden. Zerschlägt man allerdings das Ganze, zieht die Preise mächtig an und macht Koppelgeschäfte um jeden Preis, ja dann sieht die Rechnung schon anders aus. Dann hat das Gewerbe der Region das Nachsehen. Doch was schert es einen amerikanischen Investor, was mit der Region oder den Gewerbebetrieben geschieht, wenn nur ordentlich Gewinn gemacht werden kann? Er ist schließlich nur seinen Anlegern verantwortlich. Hält der Fonds nicht, was er verspricht, sind die Anleger gleich mit Heerscharen von besten Anwälten unterwegs.”

Das klingt nicht nur furchterregend - das ist es auch.

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Dienstag, 04. Februar 2014

Keine vernünftigen Angebote für den Nürburgring?

Im Juni letzten Jahres hieß es noch:

“Medienberichten zufolge sind bisher rund 100 Interessenbekundungen eingegangen, davon seien etwa 30 ernstzunehmende. Verbindliche Angebote liegen allerdings noch nicht vor. In Automobil-Branchenkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass am Ende tatsächlich 30 verbindliche Angebote für den Nürburgring abgegeben werden.”

Und heute dann so:

“Der Nürburgring-Verkauf droht zum Fiasko zu werden: Das vermeintliche Angebot von Bernie Ecclestone gibt es offensichtlich nicht, die Insolvenzverwalter suchen händeringend nach einem Käufer für die Rennstrecken samt angeschlossenem Pleite-Freizeitpark. Auch der Zeitplan dürfte kaum zu halten sein.”

In meinen Augen sind das gute Nachrichten, denn eine Möglichkeit den Verkauf zu stoppen, wäre natürlich auch, daß es keinen Käufer gibt.

Und was ist mit Capricorn oder der HIG Heuschrecke?

“Capricorn tat sich allerdings schwer, die geforderten Finanzierungsnachweise zu erbringen. Inzwischen soll nach Informationen aus dem Umfeld der Insolvenzverwalter daher HIG Capital die Nase vorne haben. Die Finanzierung ist für den 13 Milliarden US-Dollar schweren Finanzkonzern aus Miami nicht das große Problem – hier allerdings hakt es anscheinend am Nutzungskonzept. „Wir waren ziemlich entsetzt“, sagt ein Nürburgring-Mitarbeiter zu den Gesprächen, die HIG-Vertreter mit der Belegschaft geführt haben, „die HIG-Leute haben überhaupt keine Ideen, wie sie das Geschäft weiterentwickeln wollen. Im Grunde wollen sie die Anlagen so weiter betreiben wie bisher. Aber an der Pleite hat man ja schon gesehen, dass das so nicht funktioniert.“”

Hier gibt es noch einen Bericht bei yahoo/AFP und erstaunlicherweise auch ein kritischer Bericht beim SWR.

Ich hoffe mein Eindruck täuscht mich nicht, daß die IV’er auf dem Rückzug sind und doch nicht so schnell - hektisch! - der Verkauf durchgeboxt bekommen. Die Stimmen nach einem Verbleib des Rings in öffentlicher Hand werden jedoch immer lauter.

Es gibt sogar - bereits 10 Tage vor der Demo! - eine Vorabmeldung im Focus und auch die WiWo hatte die Demo mit drin.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Demo


Samstag, 01. Februar 2014

Der Besuch bei Malu Dreyer.

Gestern war eine Abordnung von Wir sind Nürburgring in der Staatskanzlei in Mainz, um 1 Stunde mit der Minsiterpräsident von RLP über den Nürburgring zu diskutieren (Sabine Schmitz, Ossi Kragl, Christian Menzel und Claire Craus).

Hier ein paar Links dazu:

Starker Einsatz den Termin hinbekommen zu haben und die Zeit zu opfern, wir müssen weiter kräftig am Ball bleiben.

Eine Wir-sind-Nuerburgring.de Webseite gibt es inzwischen auch.

Wenn es nach den Insolvenzverwaltern geht, soll der Nürburgring am 17.Februar schon verkauft sein, das müssen wir verhindern.

Ecclestone ist dann doch nicht mehr im Rennen, bei Capricorn gibt es viele Fragezeichen - dann bleibt eigenltich nur noch die amerikanische Private-Equity Heuschrecke H.I.G. Capital.

Soweit zu den massig Interessenten, die bei den Insolvenzverwaltern angeblich Schlange stehen.

Und Malu Dreyer verbreitet nach wie vor die Mär, daß sie hofft einen seriösen Investor zu finden. Das Wort Investor kann ich schon garnicht mehr hören und was es bedeutet, wenn der Ring mit Gewinnabsicht statt gemeinwohlorientiert betrieben wird, habe ich ja im Detail hier kommentiert. Kurzfassung: Totalkatastrophe!

In genau 2 Wochen geht es wieder nach Mainz mit einem massiven Korso und einer genauso massiven Party hinterher :)

UPDATE:

Hanna Breuer hat auf der FB-Seite von Malu Dreyer mal im Detail skizziert, wie HIG Capital arbeitet und was das für den Nürburgring bedeutet.

UPDATE 2:

Es gibt auch einen offiziellen Text von Wir sind Nürburgring zu dem Treffen.

Ich hatte einen Link drin, daß B.Ecclestone raus sei aus der Nummer, aber da bin ich einer alten Meldung aufgesessen. (Danke Uli!)

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: MaluDreyer | Demo




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