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Sonntag, 02. Dezember 2018

Vespa Elettrica - Erstkontakt.

Wenn der eigene Nachbar Vespahändler ist, dann gehört ja fast schon zum guten Ton dem Mike das langersehnte Elektromobil mal vor die Tür zu stellen:

Mike Frison / renn.tv

Wobei das Weihnachtskostüm natürlich das Sahnehäubchen ist. “Fahr mal ’ne Runde” lass ich mir auch nicht zweimal sagen und auf der Suche nach einer gut ausgeleuchteten Location ist mir nur die Tankstelle eingefallen.

Mike Frison / renn.tv

Natürlich blau-weiß, die Italienerin hat ja so ihre Designansprüche. Aber so harmonisch das auf dem Bild aussieht, so widersprüchlich ist es natürlich - da prallen die Welten aufeinander.

Der Vortrieb ist recht kräftig - Anfahren am Berg ist sportlich. Ich könnte mir vorstellen, dass man an der Ampel in Poleposition diese nicht so schnell aufgeben muss, wenn die Kreuzung zum Start freigegeben ist.

Mike Frison / renn.tv

Topspeed ist immer 50 km/h - auch wenn es bergrunter geht. Das wird ja leider elektronisch geregelt, vielleicht gibt es ja noch Luft nach oben - die Tuner werden es herausfinden!

Die Reichweite liegt so bei 80 km - das ist dicke genug für einen 50er Roller. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gerät morgens immer vollgetankt ist, weil es ja über Nacht an der Steckdose hängt. Der Roller war flammneu, hatte gerade mal 60 Weihnachtsmarktkilometer auf der Uhr - und noch 32 km Reichweite übrig.

Mike Frison / renn.tv

Vom Geräuch her würde man es sich etwas leiser wünschen, der Sound ist auf Augenhöhe - Ohrenhöhe? - mit der KVB, also Straßenbahn. Dafür war ich aber positiv überrascht von der Stärke der Motorbremse - ich mag das, weil man mit vorausschauender Fahrweise das Bremsen auf ein Minimum reduzieren kann. Übrigens bremst Guy Martin auch nicht gerne, habe ich in seinem Buch gelesen. Und dann muss es ja gut sein.

Ich habe mal versucht den Roller hinten hochzuheben - au weia. Da ist ordentlich Gewicht im Einsatz. Dass geht eher in die Richtung meiner 900er Hornet als einen klassischen 50er Roller. Und obwohl ich nur eine kurze OKF hier im Dorf gemacht habe, hatte das Fahrwerk so seine Probleme, das Gewicht sanft einzufangen. OK - ist ein Roller und hat übersichtliche Radgrößen, so soll das ja auch sein. Übrigens vorne 12 und hinten 11 Zoll und dem stolzen Preis angemessen auch mit Pirellis in der Serienausstattung.

Im Gepäckfach ist Platz für eine Weihnachtsmütze - Helm sollte auch passen, wenn er nicht zu groß ist:

Mike Frison / renn.tv

Und was ist unter diesem Deckel? Oh, ein Stecker! Das ist ja praktisch. Das Ladegerät ist nämlich eingebaut - erhöht den Komfort, aber auch das Gewicht.

Mike Frison / renn.tv

Größentechnisch ist es natürlich immer noch ein Roller, aber Euer Zweimeterblogger passt auch drauf:

Mike Frison / renn.tv

Die Zapfsäulen haben direkt beleidigt aufgegeben:

Mike Frison / renn.tv

Und wenn Ihr das Gerät testen wollt, Christoph Perscheid hat ein ganz frisches Exemplar zur Verfügung und das Zweite schon im Zulauf:

Mike Frison / renn.tv

Unterm Strich auf jeden Fall ein tolles Gefährt - wenn man es sich leisten kann. Und obwohl ich die Elettrica schon vor 2 Jahren als viel zu spät eingestuft habe, bin ich doch froh, dass es sie endlich gibt. Die erste elektrische Vespa - das ist schon was Besonderes.

Und während in Italien Vespa die Kumpan aus Remagen in einer sehr fragwürdigen Aktion und vor allem völlig unsouverän vom Stand räumen ließ, hat sich Zweirad Perscheid entschlossen die Kumpane mit in’s Programm aufzunehmen - so haben doch alle was davon.

Vespa | Elettrica | Perscheid | Miketest |


Samstag, 23. Juni 2018

Neues aus dem Fuhrpark, frische Bremsen.

Die Reifen auf der Hornet sind ja schon frisch und fahren gut - jetzt noch die Beläge vorne, damit es auch prima bremst.

Mike Frison / renn.tv

Meine Wahl fiel auf die TRW Sinterbeläge mit ABE - hören auf den Namen “SV”. Es gibt auch SRQ und CRQ - beide kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit. Ich habe sie geliebt! Sie brauchen zwar Temperatur - besonders die CRQ - aber dann beissen sie gnadenlos. Sogar wenn der Rest Serie bleibt.

Mike Frison / renn.tv

Die Sinterbeläge SRQ bzw. die Carbonmischung CRQ sind nicht unkritisch - besonders im Regen. Erst kommt nichts und dann - mit Temperatur - kommt plötzlich Biss. Muss man sich drauf einstellen. Sind auch nur für die Rennstrecke gedacht.

Für die Straße gibt es die zahme “SV” Version - die habe ich jetzt drauf und bin gespannt.

Bei der Hornet ist mir aufgefallen, dass ein Bremskolben kleiner als der andere ist - hatte ich vorher noch nie bemerkt:

Mike Frison / renn.tv

Nebenbei lief noch das VLN Rennen - die Übertragungen werden wirklich immer besser. Das, was an Kameras rund um die Strecke fehlt, wird durch Onboards ausgeglichen - die Rennautos dienen als Kamerawagen.

Mike Frison / renn.tv

Obwohl Uwe Winter den deutschen Kommentar unterstützt hat, bin ich lieber beim englischen Kommentar geblieben: weniger Gossip und Füllwerk - mehr Konzentration auf das Rennen und die Zusammenhänge. Inzwischen habe ich zuhause das WLAN auch soweit im Griff, dass es bis zur Garage reicht - ich bin jetzt auf den Geschmack gekommen was Rennen gucken in der Werkstatt angeht.

War ein spannender Lauf - Glückwunsch an Rinaldi / Wochenspiegel für die 1. Startreihe und den tollen 3. Platz im Rennen! Schön auch, dass Sabine wieder zurück ist und es bei den Frikadellis mit dem Gesamtsieg auch noch mehr zu feiern gibt.

Fuhrpark | Hornet |


Mittwoch, 13. Juni 2018

Den Elektroroller bringe ich am Wochenende mal mit nach Immekeppel.

Beim Brasseln in der Garage heute habe ich auch nochmal den Elektroroller an’s Tageslicht gezogen und die Reifen aufgepumpt. Was nicht so einfach war wegen diesen Plastikverkleidungsdeckeln, aber ich möchte sie dranlassen, weil sie a) den Motor verstecken und b) so schön oldschool sind. Jetzt habe ich das Loch am Ventil einfach größer gesägt.

Einen Platten möchte ich damit allerdings nicht gerne haben - zumindest nicht hinten.

Waschen war auch angesagt. Ist ja zum Glück nicht viel Material dran - von daher schnell erledigt. Nur mit dem Wasser muss man vorsichtig bzw. sparsam sein - verträgt sich nicht so gut mit der Elektrik. Der Arme war immer noch eingestaubt von meiner Nordschleifentour beim 24h-Rennen.

Mike Frison / renn.tv

Da schließt sich der Kreis, denn 24h ist auch diese Woche das Thema - allerdings in Le Mans. Bzw. in Immekeppel! Die Vorbereitungen laufen und ich dachte ich lade den Roller auch mal ein - vielleicht muss man ja mal was besorgen fahren oder jemand möchte ihn mal ausprobieren? Kein Problem. Aber Vorsicht: macht süchtig!

Mike Frison / renn.tv

Eine weitere Mini-Baustelle im Fuhrpark ist die Hornet - frisch ge-TÜV’t und bereift - ich hatte berichtet. Inzwischen bin ich auch mal ausgerückt auf der Landstraße - musste ja die Reifen probefahren.

Mike Frison / renn.tv

Und was soll ich sagen, das Motorrad ist wie verwandelt: kein zickiges Einlenken, kein Aufstellen beim Bremsen - so muss das sein. Ich erkläre mir das so, dass die Vorgängerreifen (Michelin - vom Vorbesitzer) schon etwas älter waren und auch eckig gefahren. Eventuell hat der Pirelli auch einen anderen Radius quer über den Reifen. Jedenfalls bin ich happy - das mit dem Grip-Testen habe ich mir mal noch gespart, aber bis jetzt passt’s. Noch Ölwechsel und vorne neue Bremsbeläge, dann ist das Moped wieder voll einsatzbereit.

Es warten nämlich noch andere Gerätschaften auf Zuwendung.

Mike Frison / renn.tv

Fuhrpark |


Freitag, 18. Mai 2018

Honda Fahren 2018.

Die Motorradsaison steht vor der Tür und wie schon letztes Jahr habe ich mich gefreut wieder von Honda eingeladen zu werden, um die neue 2018er Modellpalette zu testen. Schon 2x hintereinander - in Köln nennt man so etwas Tradition.

Der ich mich natürlich verpflichtet fühle. Von daher gut, dass die Fireblade auch wieder am Start war:

Honda Fahren 2018

Was sag ich eine … viele!

Honda Fahren 2018

Ich habe natürlich nach der SP Ausschau gehalten, die es mir letztes Jahr so angetan hat mit ihrem messerscharfen Fahrwerk und dem süchtigmachenden Schaltautomat - auf Neudeutsch: Quickshift mit Blipper.

Honda Fahren 2018

Soweit so geil - und mit speziellem Detail für Audiophile: Akrapovic.

Honda Fahren 2018

Damit habe ich mir erstmal die Sinne warmgefahren und die Gegend erkundet, denn die Veranstaltung war diesmal in der Honda Akademie in Erlensee nähe Hanau.

Dieses Jahr habe ich noch gar nicht auf dem Motorrad gesessen - was natürlich auch hiermit zu tun haben könnte.

Zurück in der Basis habe ich bei einem Kaffee diese schöne Sammlung gesehen:

Honda Fahren 2018

Moment mal - was ist das?!

Honda Fahren 2018

Sagenhaft, ein Paris-Dakar Renner von 1991:

Honda Fahren 2018

Da wurden Erinnerungen wach, denn drei Jahre vorher - also 1988 beim 10-jährigen Paris-Dakar Jubiläum - hatte ich mir den Prolog in Paris angeschaut. So etwas lasert sich in’s Gehirn - da reicht der bloße Anblick von authentischem Material für eine Gänsehautmassage.

Die Africa Twins standen natürlich nicht zufällig da rum - Honda hat zum 30. Geburtstag die "Adventure Sports" aufgelegt - eine verschärfte Version der neuen Africa Twin, die 2016 vorgestellt wurde.

1986 hat Honda mit einem Prototypen die Paris-Dakar gewonnen und die Erfahrung in einem Serienmotorrad umgesetzt, das 1988 als erste Africa Twin vorgestellt wurde.

Von ’88 bis ’03 wurde sie erst als 650er, dann als 750er gebaut bevor es eine lange Pause bis 2016 gab. Wenn man das aktuelle Modell mit dem ersten von vor 30 Jahren vergleicht, dann ist es zwar mit der Zeit gegangen, aber seinem Ursprung bis in’s Detail treu geblieben - wo gibt es so etwas heute noch? Bewährtes feiern mit den Möglichkeiten der heutigen Technik - stark.

Die Adventure Sports hat 95 PS, großen 24L Tank für über 500 km, viel Bodenfreiheit (270 mm), Sitzhöhe (920 mm) und strammes Gewicht (243 kg vollgetankt).

OK - bin längst überredet - Probefahrt:

Honda Fahren 2018

Geht bärig, gut um’s Eck und ist sehr bequem.

Honda Fahren 2018

Die Größe taugt mir natürlich auch und das Gewicht merkt man beim Fahren nicht so, wie man das vermuten würde. Nur das mit den Wheelies wollte nicht klappen, aber da kann das Motorrad ja nichts für, wenn’s der Fahrer nicht drauf hat.

Die Fahrbilder sind übrigens wieder von Gerhard Gasgriffsalat Rudolph - vielen Dank an dieser Stelle für die schönen Aufnahmen und die Geduld!

Unser nächster Programmpunkt vor dem Mittagessen war eine Besichtigung der Akademie und was sich erstmal trocken anhört, hatte doch Einiges zu bieten.

Ovalkolben - erinnert Ihr Euch?

Honda Fahren 2018

Die Honda NR von 1992:

Honda Fahren 2018

Davon wurden nur 300 Stück gebaut. Vor 26 Jahren. Steht da einfach so rum.

Ovale Kolben übrigens, weil sich dadurch die Anzahl der Ventile verdoppeln lassen konnte. Ein Riesenaufwand für eine Verbesserung des Gaswechsels:

Honda Fahren 2018

Aber die Akademie unterrichtet noch ganz andere Sachen, wie z.B. Bootsmotoren:

Honda Fahren 2018

… oder Generatoren. Die sehen innen so aus:

Honda Fahren 2018

Auf dem Weg zur Kantine dann dieses zierliche Gefährt:

Honda Fahren 2018

Ziemlich alt und ein Teilnehmer meinte, dass ein paar Stück es damals sogar nach Deutschland geschafft haben. Ich habe kürzlich meine Hercules Ultra in gute Hände abgegeben - da sind auch Pirelli Mandrake drauf - damals unschlagbarer Reifen:

Honda Fahren 2018

Nach der Pause wurde es dann nackt - genauer gesagt CB 1000 R:

Honda Fahren 2018

Frisch für 2018 auf den Markt gekommen und im Grunde genommen ein Nachfolger meines eigenen Motorrades - der 900er Hornet. Die ich ja letztes Jahr extra zu diesem Event mitgebracht hatte - ich wusste ich werde das Foto noch einmal gut gebrauchen können:

Honda Hornet 900

Eine Hornet gibt es dafür nicht mehr im Honda Programm - aber da muss niemand traurig sein, denn die Neue hat es in sich:

145 PS bei 212 kg vollgetankt, Fireblade Motor (der von 2006), geschmiedete Kolben und das Beste: optional mit dem Quickshifter der Fireblade.

Die ich ja vorher schon gefahren bin, daher hatte ich den direkten Vergleich. Und was soll ich sagen, die CB 1000 R ist unglaublich handlich, messerscharf zu dirigieren und hat ähnlichen Bumms wie die Fireblade. Auch Charakteristik (im Sport Modus) und Sound ähnlich - eine echte Waffe. Sieht auf den ersten Blick gar nicht so gefährlich aus, aber ich glaube die wird ordentlich Gegner abräumen.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Ich bin gespannt wie die Tests ausfallen, aber ich glaube die wird auf der Rennstrecke viel Freude machen.

Ich habe dann auch mal 125er und 300er getestet - man ist ja neugierig. Die Kleine ist für unsereins natürlich anstrengend, aber die 300er kann man schon ernst nehmen. Bis Tempo 120 auf der Landstraße mit ihren 31 PS gut unterwegs - nur beim Überholen muß man das schon ordentlich vorbereiten. Dafür aber mega-handlich und sehr einfach zu fahren.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Kostet 5.090 € Liste - kann man nicht meckern. Wobei … für 3.350 € bekommt man eine gebrauchte 900er Hornet mit wenig Kilometern - soviel habe ich für meine vor 2 Jahren bezahlt.

Ich habe dann mal gefragt, was denn das teuerste Motorrad auf dem Hof ist. Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee war.

Die Bremsen sehen ja erstmal performant aus:

Honda Fahren 2018

Aber bei dem fehlenden Kupplungshebel könnte man schon stutzig werden:

Honda Fahren 2018

Auch bei dem Navi im Cockpit:

Honda Fahren 2018

… und der Knöpfesammlung:

Honda Fahren 2018

Und wenn ich Euch jetzt noch sage, dass der Trumm 380 kg wiegt! Aber ich habe es gewagt - Voilá - Mike auf der Goldwing:

Honda Fahren 2018

1,8 L Boxermotor mit 6 Zylindern und 126 PS. Automatikgetriebe mit 7 Gängen - und da ist der Rückwärtsgang noch nicht mitgezählt. Kofferraumvolumen von 110 Litern (50 + 2x30), Apple Car Play und Start-Stopp-Funktion an der Ampel. Kostet schlappe 36.000 €.

Honda Fahren 2018

Wenn Ihr mal an so einer steht, müsst Ihr unbedingt hupen. Die geilste Motorradhupe, die ich je gehört habe. Würde sich ein 40 Tonner nicht für schämen müssen.

Ich hab damit auch eine Runde auf der Landstraße gedreht - natürlich mit Radio an. Und ich war überrascht, wie einfach und komfortabel sie zu fahren ist. Das Vorderrad wird in einem Doppelquerlenker geführt und das sieht man nicht nur, man merkt es deutlich. Das Motorrad knickt nicht ein und Stöße werden senkrecht abgefedert. Dadurch entsteht eine Sänften-artige Fahrweise, die dem Bomber natürlich bestens taugt. Und das Getriebe schaltet knackig und kurz und beim Anbremsen auch frühzeitig runter, damit der Motor mitbremsen kann. Das haben die Ingenieure top programmiert, das Motorrad ahnt schon, was man vorhat und schaltet entsprechend. Man kann aber auch manuell eingreifen, vorausgesetzt man findet den richtigen Knopf. Aber das ist natürlich Gewohnheit - bei so einer Testfahrt ist man immer wieder auf der Suche.

Das war ein schwergewichtiger Abschluss eines aufregenden Tages, aber eine Aktion fehlt noch: Stickertausch!

Honda Fahren 2018

Das ist Alex kettenritzel.cc Hauser, der in Berlin die bloggenden Motorradfahnen hochhält - schaut mal vorbei, da gibt es bestimmt auch bald einen Bericht.

Leider war die Monkey noch nicht mit dabei - die kommt Mitte Juni. Dafür gibt es aber schon den Preis: 4.090 € Liste. Hat 9,4 PS, 107 kg vollgetankt und Upside-Down Gabel. Ich prophezeie mal blitzschnellen Ausverkauf.

Nach so viel Honda freue ich mich jetzt auf schönes Wetter und meine eigene Hornet, die nicht nur frisch bereift, sondern inzwischen auch frisch getüvt in der Garage steht.

Miketest | Honda | Fireblade | CB1000R | Goldwing |


Sonntag, 06. Mai 2018

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Die 900er Hornet habe ich jetzt seit zwei Jahren im Fuhrpark und sie ist ein wirklich dankbares Motorrad. Läuft rund und kräftig und ist auch immer wieder schön anzuschauen. Klassisches Naked Bike ohne Schnörkel mit viel Bumms.

Ich hatte bisher noch die Michelins draufgelassen, so wie ich das Motorrad gebraucht gekauft hatte. Jetzt steht der TÜV an und da waren die Reifen fällig - gute Gelegenheit mal auszuprobieren, was der Markt zu hergibt.

Meine Wahl fiel auf Pirelli - nicht die günstigsten, aber ich habe sie in guter Erinnerung aus meiner aktiven Zeit: viel Grip, aber gutmütig und auch im Nassen oder Kalten immer verlässlich.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Auch wenn das bei Reifen eher sekundär ist: gut aussehen können sie auch noch - das ist das Profil vom Pirelli Diablo Rosso III.

Die Größen sind klassisch mit 180 hinten und 120 vorne - jeweils mit 70er Querschnitt und 17 Zoll.

Bisher war die Hornet immer etwas unwillig beim Einlenken, brauchte für Stabilität festen Knieschluss, was manchmal anstrengend werden konnte. Und sie hatte ein hohes Aufstellmoment beim Bremsen - nicht schlimm, aber gewöhnungsbedürftig. Könnte natürlich auch am Motorrad liegen - ich bin gespannt. Immer gut, wenn man beide Reifen gleichzeitig wechselt, dann sind vorne und hinten die Gummis noch gleich rund.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Ich werde berichten wie sich die Pirellis schlagen.

Pirelli | Motorrad | DiabloRossoIII | Hornet | Miketest |


Donnerstag, 11. Mai 2017

Ein 51-jähriger Berliner Radfahrer erzählt mal wie das so läuft als Auto-Umsteiger.

Ich muss zugeben, da finde ich mich oft wieder - nicht nur beim Alter:

Ich bin immer seltener Auto gefahren. Die endgültige Trennung kam schleichend, es war kein Paukenschlag. Das Auto ist aus meinem Leben gegangen. Wie ein Werkzeug, das man nicht mehr braucht. Meine damalige Familie war mit der A-Klasse viel unterwegs, doch ich wusste oft gar nicht mehr, wo das Auto parkte.

Seit 6 Monaten verzichte ich selber auch auf das Auto für meinen Arbeitsweg und kombiniere seitdem ÖPNV und Fahrrad. Manchmal fahre ich auch komplett mit dem Rad - sind allerdings dann 60 km hin und zurück - ich muss einmal von Süden nach Norden komplett durch Köln jeden Tag. Motorrad habe ich auch probiert - deswegen kam extra die Hornet in's Haus - aber das kann man ebenfalls vergessen. Die Leute fahren sich morgens und abends so einen Stuss zurecht - da ist man nach der Fahrt erstmal mit den Nerven durch.

Der Radfahrer gefährdet immer zuerst sich selbst, der Autofahrer gefährdet immer andere.

Klar, das erlebt man auf dem Rad in der Großstadt jeden Tag. Dabei profitieren doch die Autofahrer von jedem Radfahrer. Denn würden die auch alle Auto fahren, dann geht eh nix mehr.

Jedenfalls bin ich noch nie soviel Rad gefahren wie in den letzten 6 Monaten - und habe gleichzeitig soviel gelesen wie in den letzten 5 Jahren zusammen. Und natürlich mein Nervenkostüm geschont.

Man muss aber erstmal in's kalte Wasser springen, um sich durch die Details zu fuchsen. Da ergeben sich auf einmal ganz neue Optionen, die einem vorher nicht bewusst waren. Ich kann als Abofahrer z.B. die KVB-Räder kostenlos nutzen. Mach ich auch oft.

Inzwischen bin ich überzeugt, dass wir in den Städten dringend neue Konzepte brauchen. Viele Leute würden auch gerne radfahren, aber werden zu sehr gegängelt und gefährdet, um ernsthaft weitere Strecken zurückzulegen. Es soll ja Städte geben, die reagieren - aber davon ist in Köln leider nichts zu spüren.

Umso mehr freut es mich solche Texte wie den von Christian Storbeck zu lesen - dass auch andere Leute ähnliche Erfahrungen machen.

Oder um Walter Röhrl zu zitieren:

In der Stadt fährt man nicht Auto, sondern Fahrrad.

Commute | Radfahrer | Mobility |


Samstag, 06. Mai 2017

3-facher Miketest: Honda Fireblade SP, CB 1100 RS und X-ADV.

Dieses Wochenende habe ich mit einer Tradition gebrochen: ich fahre keine Motorräder, die mir nicht gehören. Ich hatte immer die Befürchtung, dass mir dann mein eigenes vielleicht nicht mehr so gut gefällt - und das könnte ich den treuen Eisen ja nicht antun.

Und ich habe das 6h WEC Wochenende in Spa freiwillig sausen lassen - da muss es schon einen triftigen Grund geben? Und was ist besser, als anderen beim Fahren zuzuschauen? Natürlich selber fahren!

Honda Motorrad Deutschland hatte geladen: 2 LKW voll mit den neuesten 2017er Motorrädern und jede Menge Schreiber, Blogger und Youtuber, um die Kollektion auszuprobieren. Das Ganze im schönen Spessart, wo mir jeder vorher gesagt, dass das eine super Motorrad Gegend ist.

Muss man nicht lange überlegen um zuzusagen! Deswegen bin ich ja auch letztes Jahr extra auf der Intermot gewesen, um Kontakte zu knüpfen und die Fühler Richtung Motorrad auszustrecken - siehe Mikebericht. In Köln hatte Honda einen großen Auftritt, denn die Fireblade wurde weltpremiert:

Wer hätte gedacht, dass mich 7 Monate später dieser Fuhrpark anlacht:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und um des Bloggers Leben zu vereinfachen, war auch ein Fotograf für die Fahraufnahmen vor Ort - aber nicht irgendeiner, sondern Gerhard Rudolf vom Gasgriffsalat Blog, den ich schon immer mal treffen wollte:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wir hatten uns tatsächlich einiges zu erzählen! Und während wir so in alten Fotos stöbern stellt sich raus, dass er mir sogar mal vor die Linse gelaufen ist - auch erst 16 Jahre her! Kleine Welt.

Nur um ganz sicher zu gehen, hatte ich auch meine eigene Honda mitgebracht - ich kann die Arme ja schlecht in der Garage stehenlassen, um dann mit anderen Hondas fremdzugehen. Und um die Hornet etwas aufzumuntern, habe ich sie erstmal gebührend in Szene setzen dürfen:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Sie hat sich natürlich nichts anmerken lassen - aber sie ist fast geplatzt vor Stolz!

Mein erstes FAHRzeug sollte dann die neue CB 1100 RS werden - old Old School trifft new Old School:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

In Japan ist das Motorrad der Renner und man hat alle Register gezogen, dass der Motor luftgekühlt bleiben konnte trotz Euro 4 Norm. Es gibt auch eine CB 1100 EX mit Speichenrädern und 1° flacherem Lenkkopfwinkel. Also Gussräder für die RS - und gelbe Federbeine gehen immer:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Die 1100er hat 90 PS und wiegt 255kg - erst dachte ich: “uups, ganz schön schwer”, aber beim Fahren merkt man das Gewicht nicht mehr:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Lässt sich schön komfortabel bis sportlich fahren und hat jede Menge Charakter. Sogar ich mit meinen 1,96m hab gut Platz gefunden - die Fußrasten sind bequem und nicht zu weit oben angebracht. Der Alex von Fast Forward Films hat sich mit der Fireblade dazugesellt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… was bei zügigerer Gangart dann doch einige Schleifspuren hinterlassen hat:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Macht aber nichts - das kann man für die bequeme Sitzposition gerne in Kauf nehmen.

Eine weitere Überraschung hatte ich ja auch der Intermot, als ich zum ersten Mal hörte, dass Honda ein Doppelkupplungsgetriebe für Motorräder im Programm hat:

Das wird sogar relativ häufig bestellt von den Kunden, bei der Africa Twin z.B. hat jede Zweite dieses Getriebe an Bord. Und das neue X-ADV Gefährt hat es sogar serienmäßig. Da hilft nur eins, ausprobieren!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Ist ganz witzig, weil man völlig auf das Schalten verzichten kann. Der Roller hat übrigens sage und schreibe 750ccm und geht ganz ordentlich - 150 Sachen hat man ziemlich schnell drauf.

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Man fühlt sich auch sicher, komfortabel sitzt es sich sowieso. Die meisten Fahrzeuge gehen nach Südeuropa - z.B. Italien - aber auch in Deutschland werden einige auf der Straße zu sehen sein. Oder im Gelände, denn das soll der Roller auch können und hat dafür extra mehr Bodenfreiheit. Lass mal testen:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Stimmt - geht!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Für einen Feldweg reicht das allemal - ist auf jeden Fall ein mutiges Produkt.

Mut ist ein gutes Stichwort, denn ich wär dann jetzt soweit:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Die Fireblade ist ein mächtig heißes Eisen mit vielen tollen Details. Die schlanke Linie ist der Hammer, im Vergleich zu meiner Hornet eine echte Ballerina:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Wenn man von der Seite schaut bekommt man ein Gefühl, wieviel Arbeit da drin gesteckt haben muss, diese schlanke Linie über Tank, Rahmen und Motor zu realisieren:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Beim Betrachten wundert man sich, wie so etwas Zierliches so brutale Leistungswerte haben kann - 192 PS warten darauf, von der Leine gelassen zu werden:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wenn man dazu noch das Vergnügen hat die SP-Version auszureiten, dann kommen sogar noch feinste Brembo und Öhlins Zutaten in’s Spiel:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Dann lass uns mal die 192 Pferdchen wecken:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Ich will auch gar nicht lange drumrumreden - die Blade ist der Hammer - sowas habe ich noch nicht erlebt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

So knackig und scharf - und obenraus ein Kraft-Feuerwerk - da bist du froh, wenn du weißt wo die Straße langgeht, weil viel Zeit zum Nachdenken bleibt dann nicht mehr. Eigentlich ein Rennmotorrad - völlig unterfordert auf der Landstraße.

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Der Kracher schlechthin ist aber die Schaltautomatik:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Wenn die aktiviert ist, braucht man die Kupplung nur noch zum Losfahren - danach hat sie Sendepause. Man schaltet lustig hoch und runter - den Rest macht die Elektronik. Hört sich jetzt unspektakulär an - aber das läuft so ab: du fährst los, 1.Gang - ziehst auf - lässt das Gas stehen - 2.Gang ohne wirklich eine Schubunterbrechung zu merken - Zeit für Vollgas-Anschlag - ausdrehen - stehen lassen und dabei schalten - 3.Gang - kurz und knackig - kleines PENG aus dem Auspuff - 4.Gang … WOW - viel zu schnell - mach mal dünn. Was für ein Feuerwerk!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und umgekehrt dasselbe Spiel. Sagen wir mal Du kommst im 4. auf eine Spitzkehre zu - lässt dank Brembos lange rollen - spät in die Eisen - und bei relativ hoher Drehzahl 2 Gänge runter - BAMM BAMM - mit kräftigem Zwischengas passt die Blade die Gangwechsel ein - du hast beide Hände kontrolliert am Lenker - keine Unruhe während dem Anbremsen - legst um und sortierst Dir den Kurvenausgang. Ein Traum!

Das war nicht einfach für die Hondaleute mich abends wieder aus der Blade rauszuoperieren - unzertrennlich die zwei:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Aber auch im Stand kann man sich an der Waffe kaum sattsehen. Vom Schweißnähteporno:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… über die liebevollen Details:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… alles passt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Und wie sich der Tag so zu Ende neigt:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… meldet sich mein eigenes Eisen zu Wort:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

… das bei Kennern nach wie vor hoch im Kurs steht:

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Also noch schnell eine schöne Runde drehen und die Spessart-Straßen genießen. Ein schöner Abschluss für einen herrlichen Ausflug - danke an Honda für die Einladung!

Honda Presse-Fahren Weibersbrunn 2017.

Miketest | Honda | Fireblade | CB1100 | XADV |


Freitag, 09. September 2016

Miketest: Focus RS auf Alpentour.

Ursprünglich wollte ich mit dem Motorrad in die Alpen fahren. Hab ich lange nicht mehr gemacht und nachdem inzwischen die 900er Hornet zum Fuhrpark gehört, stand dem nichts mehr im Wege.

Urlaub war genehmigt, Cheffin zuhause hat auch approved … doch dann kam mir der Gedanke, ob vom Fahrvergnügen so ein Focus RS eigentlich mit einem Motorrad mithalten kann? 350 PS sind doch eine Ansage und die Performance von dem Auto wird auch überall gelobt?

Der Gedanke ließ mich nicht los - also spontan bei der Ford’schen Presseabteilung angefragt. Ich hatte mir wenig Hoffnungen gemacht, das Auto ist doch stark nachgefragt. Ihr könnt Euch meine Überraschung vorstellen, als es dann hieß: Mike, gute Nachrichten, Du kannst den RS haben! Wow. Da wurd ich dann doch leicht nervös, aber der Miketest für das Auto ist sowieso Pflichtprogramm, nachdem das mit dem Fiesta ST so gut geklappt hat. Und ja - versprochen - der nächste Miketest wird ein Nicht-Ford!

Ihr wisst inzwischen, dass ich auch regulär bei Ford in Köln 4 Tage die Woche arbeite und man gibt mir die Freiheit meinen bloggenden Abenteuern freien Lauf zu lassen. Dass sich Ford’s und meine Themen zunehmend stärker überschneiden ergibt für mich völlig neue Möglichkeiten - Le Mans zum Beispiel. Aber auch als der RS zum ersten Mal vorgestellt wurde, das war nämlich auch in Köln - und ich mittendrin.

Kurz antesten konnte ich den Wagen auch schonmal, aber die bevorstehenden 10 Tage waren natürlich ein komplett anderes Kaliber.

Nach der Übergabe zuhause angekommen war die Familie natürlich neugierig, wie sich so ein Geschoss im Alltag benimmt - für mich eine gute Gelegenheit die Familientauglichkeit zu testen. Nach dem Volltanken - denn ich wollte während der ganzen Zeit akkurat den Verbrauch ermitteln - ging es dann am Samstag mit der kleinen Maus im Auto nach Nürburg zum STRaßenfest:

Allerdings musste ich auch vorsichtig sein, um keine Begehrlichkeiten zu wecken - ist mir nicht gelungen:

Wo wir schonmal da sind - dieses Foto durfte natürlich nicht fehlen:

In Merkenich beim Kinderfest waren wir auch:

… und der Wagen hat alles mit Bravour bestanden! Kurze Beschleunigungseinlagen wurden auf der Rückbank sogar mit Begeisterungsausbrüchen quittiert. Ich frag mich von wem sie DAS wohl hat?

Ausgangsbasis für den RS ist der 5-türige Focus, d.h. er bringt alle praktischen Eigenschaften eines Familienautos mit. Platz, Kofferraum, kompakte Abmessungen - alles im grünen Bereich. Und im Normal Modus gelingt die Tarnung sogar ganz gut - man muß schon Insider sein, um den RS als solchen richtig einzuordnen zu können.

Kofferraum ist ein lustiges Thema, denn wenn man ihn öffnet offenbart sich zwischen Spoiler und Antenne echte Maßarbeit:

Insgesamt gibt es 4 Fahrstufen, wobei ich mich nur in 1 (Normal) und 2 (Krawall, bzw. Sport) aufgehalten habe. 3 (Track) und 4 (Drift) sollte man im Straßenverkehr auch eher meiden:

Tag 1 meiner Tour ging erstmal über die Autobahn, das Tagesziel war das Stilfser Joch. In Füssen war Tankstopp:

… und so langsam wurde es bergiger. Und schlössiger:

Ich wurde dann nochmal eingebremst wegen Almabtrieb - sowas kann dauern. Also Pause gemacht und Mals im Vinschgau angeschaut.

Hat mich ein bisschen an Nürburg erinnert, alles voll Pokale:

… Vollgastiere …

… und Profimaterial:

Eine sehr schöne Gegend - gar keine Frage:

Dann ging es weiter, denn ich hatte ja noch was vor und um 19:30 - pünktlich zum Sonnenuntergang - war ich dann vor Ort: am Stilfser Joch.

Es gab kaum Verkehr und mein Herz machte Luftsprünge, als wir endlich Serpentinen jagen durften.

So ein Rheinländer wie ich ist natürlich schwer beeindruckt, wenn die Berge sich mächtig auftürmen - herrlich.

Inzwischen war ich aber auch durch von der Autobahnfahrt - es wurde Zeit sich eine Unterkunft zu suchen. Dank booking.com ging das überraschend gut und ich habe in Sulden einen echten Geheimtipp gefunden: das Hotel Nives - volle Punktzahl:

Das Hotel Nives in Sulden - sehr empfehlenswert! (CLICK for High Res.)

Also wenn Ihr mal in der Nähe seid: das Haus ist 4 Jahre alt, sehr großzügig mit großen Fensterflächen und geräumigen Zimmern und auffallend gut durchdacht.

Die Aussicht vom Balkon:

Die Aussicht vom Balkon des Hotel Nives in Sulden - traumhaft. (CLICK for High Res.)

Ich war natürlich neugierig und es stellt sich heraus, dass der Besitzer Architekt ist - das macht Sinn. Die Preise sind günstig und das Ambiente modern, aber gemütlich.

Ich hatte sogar kurz mit dem Gedanken gespielt 2 Tage zu bleiben, aber ich wollte ja Meter machen - also weiter.

Stilfser Joch komplett war angesagt und die Straße ist natürlich der Hammer. Vor langer Zeit bin ich sogar mal mit dem Rad hoch - nonstop. Würde ich heute nicht mehr schaffen:

Ursprünglich dachte ich, dass das mit dem RS eine Riesengaudi wird, aber war dann doch nicht so. Stellt sich nämlich raus, dass der Lenkanschlag ziemlich begrenzt ist, sodaß man in den engen Kehren entweder zum Ausholer mutiert oder behäbig wie ein Schwertransporter um die Kurven zirkeln muss. Ken Block hätte da weniger Probleme, aber das hab ich mir natürlich gespart. Wobei der respekteinflößende Abgrund auch nicht ganz unschuldig war.

Das war der erste Dämpfer für mein Motorrad vs. RS Experiment, obwohl das mit dem Motorrad natürlich auch mächtig eng ist. Die Autos heutzutage werden aber auch immer breiter, jeder ist mit SUV oder Camper unterwegs - da passt man bei Gegenverkehr kaum noch aneinander vorbei.

Egal - ich war dann oben - und da war vielleicht was los:

Die Radfahrer haben natürlich meinen größten Respekt. Eine schöne Überraschung gab es in der Herberge:

Hier sind wir richtig.

Bei der Suche nach meiner nächsten Unterkunft habe ich dann festgestellt, dass man sich sogar im Refugio einquartieren kann:

Aber den Gedanken habe ich nicht weiter verfolgt.

Nachdem das Stilfser Joch standesgemäß Nfiziert war:

… und der RS passend abgelichtet:

… musste ich wieder aufbrechen. Die Einheimischen fahren übrigens wenig überraschend entweder Defender oder Teneré:

Auf der anderen Seite ging es dann wieder runter und man sollte immer etwas Bremsreserve einbauen:

Was mich auch etwas überrascht hatte, was das hohe Verkehrsaufkommen auf den Pässen:

Überholen ist mit dem Auto ziemlich schwierig, obwohl es dem RS überhaupt nicht an Leistung oder Drehmoment mangelt.

Trotzdem habe ich alles an Pässen mitgenommen, was mir in den Weg kam und da waren einige traumhafte Straßen dabei.

Und wie fährt sich der RS so?

Hier die Antwort als Video:

youtu.be/cU3Jw7fA710

Der Motor ist echt eine Wucht. Das ist jetzt keine Übertreibung, aber es ist von der Beschleunigung her ziemlich egal, ob man berghoch oder bergrunter fährt, so bärig drückt das an. Und bei kleinen Autos mit großem Motor rennt man bei mir ja offene Türen ein. Und dann kann ich auch gut mit Abstrichen leben: die Schaltwege sind etwas lang - Focus halt - und der Schalthebel sitzt komfortabel, aber unsportlich. Das Auto ist innen superleise, dadurch hört man mit empfindlichem Gehört (= also ich) jedes Klappern. Und davon gibt es, dank sportlichem Fahrwerk, einiges.

Das war’s dann aber schon - trotz meiner 2 Meter passe ich super rein und fühle mich wohl. Die heutzutage serienmäßigen Gimmicks sind nicht so mein Fall, ich kann noch alleine Licht einschalten oder den Scheibenwischer bedienen. Aber das ist der Tribut an das Großserienprodukt - im Inneren ist außer Lenkrad, Sitzen, usw. Focus angesagt. Und da die Golf-Liga hart umkämpft ist, ist die Serienausstattung mächtig.

Aber bei dem Wagen geht es ja erstmal um’s Fahren und hier noch ungekürzt die Abfahrt vom schönen Penser Joch - erst im Normal, dann später im Sport-Modus - um beides mal im Vergleich zu sehen:

youtu.be/_ab1_AuJ2jk

Das Penser Joch kann ich übrigens sehr empfehl’N:

Eine flüssige Straße mit wenig Verkehr auf beiden Seiten des Berges, so wünscht man sich das. Der Grund ist wohl die außen rum gehende Bundesstraße, die vom normalen Verkehr gewählt wird. Laut Café-Betreiber gibt es aber auch Ausnahmen, es verirren sich schonmal polnische LKW-Fahrer, die im Navi kürzeste Route eingeben. Gewagter Ansatz in den Alpen!

Nachdem wir über das Hotel von Tag 2 besser nicht reden, wurde meine nächste Unterkunft wieder ein Volltreffer:

Das private Apartmenthaus Residence Reißenschuh in Sterzing. Liebevoll eingerichtete und geräumige Appartments, genau das Richtige für den Mike mit seinem ganzen Technikprüll, der wieder aufgeladen werden will. Und natürlich schnelles WLAN - gaaanz wichtig! Wieder volle Punktzahl, es gibt eine tolle Pizzaria direkt um die Ecke und damit alles zusammen noch ein echter Geheimtipp sowohl für Motorrad- als auch Skifahrer.

Ich hatte mir vorgenommen den Miketest schon im Netz zu haben, bevor ich zuhause ankomme. Und es klappt, denn aktuell sitze ich noch in Sterzing in Südtirol und habe mir Jaufenpass und Timmelsjoch für das Schlussfinale aufgehoben.

Wenn ich daran denke, dass ich den RS Schlüssel am Montag wieder abgeben darf, werde ich schon etwas traurig. Ich glaube wir zwei könnten - besonders hier in Südtirol - ein paar schöne Monate verbringen.

Am meisten beeindruckt mich der Motor: was für ein Kraftpaket. Kann alles: mächtig Kraft von unten raus, richtig Biss in der Mitte und scheut sich auch nicht vor Drehzahl. Die Bremsen sind standfest und kernig, Sound und Fahrwerk gierig und der Allradantrieb rundet das Paket so richtig schön ab: keine Gripprobleme am Kurvenausgang und super Traktion auch bei schlechtem Wetter. Würde ich gerne mal im Schnee ausprobieren! Das clevere Torque-Vectoring, dass einen immer von hinten außen in die Kurven schiebt, macht den Wagen umheimlich schnell.

Der Spritverbrauch hielt sich trotz Attackemodus noch in Grenzen: über 15 Liter bin ich nicht gekommen, aber auch nicht unter 11 Liter. Insgesamt sind es für die genau 1.501 km, die ich bisher gefahren bin mit Volltanken, ebenso genau 197,3 Liter gewesen - also im Schnitt 13,2 Liter. Kann man gut mit leben, vor allem weil ich immer alles rausgeholt habe, was ging.

Aber ich bin dem Auto auch mit Respekt begegnet, denn man wird ganz schnell ganz schnell. In den Händen eines kundigen Fahrers wird die Kombination mit Sicherheit zu einer ernstzunehmenden Waffe. Da werden sich Fahrer mit x-fach teureren Autos auf die ein oder andere Demütigung gefasst machen müssen.

Falls Ihr jetzt Lust auf den RS bekommen habt, es würde mich nicht wundern. Aber Lieferzeiten sind wohl sooo lang, dass man fast von ausverkauft sprechen kann. Hat wohl bei Ford - außer beim Entwicklerteam - keiner damit gerechnet, dass das so ein Kracher wird. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Konkurrenz reagieren wird: gibt es weitere Modelle mit Drift-Modus? Allrad und Torque-Vectoring? Unter 40k €?

Spannende Zeiten, die da auf uns zukommen!

FocusRS | Miketest | Mikebericht | alpNtour |




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