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Freitag, 30. März 2018

Erinnert Ihr Euch noch an Thomas Middelhoff?

Hat vor ein paar Jahren ziemlich Wellen geschlagen, weil er als uneinsichtiger Manager der Untreue schuldig gesprochen wurde - und tatsächlich auch in's Gefängnis wanderte.

Ich hatte es seinerzeit aufgegriffen, weil in Mainz noch viele Schuldige an der Nürburgring Insolvenz unbehelligt frei herumliefen bzw. heute noch laufen. Elegant aus der Schusslinie genommen von einer Ex-Staatsanwältin.

Thomas Middelhoff jedenfalls scheint geläutert, hat sich der Strafe gestellt und offensichtlich harte Zeiten durchgemacht.

Hier ist ein aktuelles Interview mit ihm auf Phoenix - sehenswert.

Dabei fällt mir wieder ein: wieso läuft der vor 4 Jahren auf Gefängnis ohne Bewährung verurteilte Ingolf Deubel eigentlich noch frei herum?

Middelhoff | Deubel | Dreyer | Untreue | Gefängnis |


Dienstag, 23. Januar 2018

Lauda kauft Niki.


Montag, 15. Januar 2018

Kai Richter´s Grüne Hölle wird abgerissen.

Zumindest ein Teil.

Es gibt also doch noch gute Nachrichten.

Dabei sage ich doch schon seit Jahren: abreißen den Rotz!

Wobei ich nicht gedacht hätte, dass das überhaupt so lange hält.

Einweihung war am 9. Juli 2009.

Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

Steuergeld - wie sich später rausstellt.

Erlebnisgrab | KaiRichter | Insolvenz | GrüneHölle | Abriss | Rückbau |


Freitag, 12. Januar 2018

Die Nexovation-Klage wird am 30. Januar in Brüssel verhandelt - die ähnliche Klage von JzN hat aber noch keinen Termin.

Wie - so schnell geht das?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Ringverkauf | Nexovation | JaZumNürburgring |


Sonntag, 07. Januar 2018

Kurt Beck versucht sich in Geschichtsverdrehung zum Thema Nürburgring.

Entgegen aller Gutachten und wirtschaftlicher Prognosen ging dort schief, was schiefgehen konnte.

Meint er in einem Artikel von heute in der Rheinpfalz (Achtung: Link enthält Fotos von Kurt Beck.).

Natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: alle, die irgendwie mit dem Nürburgring zu tun haben, haben eindringlich und früh vor den desaströsen Konsequenzen gemahnt. Lange BEVOR am 19.Nov.2007 die Entscheidung zum Bau der Erlebnisregion durchgewunken wurde.

Nur wurde diese unbequeme Kritik in unerträglicher Arroganz von Leuten wie Kurt Beck vom Tisch gewischt.

Von wegen “Nah bei de Leut”. Eher: “Nah bei de Kameras.”

Was ist eigentlich mit seinem Finanzminister Ingolf Deubel? Der im April 2014 zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, aber immer noch frei herumläuft?

Nun laufe das Projekt ganz gut.

Das Denkmal Nordschleife wurde auf zwielichtige Art und Weise in private - russische - Hände verschachert, über 500 Millionen Euro Steuergeld das Klo runtergespült. Und der bräsige Egomane versucht gewohnt herablassend so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Dass die Rheinpfalz das kritiklos durchgehen lässt spricht auch Bände.

Wer Becks Zeit als Ministerpräsident auf solche Affären verkürzt, leidet an politischer Amnesie. Wie wenige hat er sich für das Land der Reben und Rüben eingesetzt. Zu seinen großen Verdiensten zählt die Einführung kostenloser Kitaplätze, was ihm viele Eltern nicht vergessen haben dürften. Rheinland-Pfalz ist damit zum Vorreiter in der Bundesrepublik geworden.

Hier ist mal eine Tabelle (Quelle), wie Rheinland-Pfalz über die Jahre Geber- und Nehmerland im Länderfinanzausgleich war. Ich schreibe das als Einwohner in NRW, der jeden Monat brav für den Kindergarten bezahlen darf. Stellt sich raus: Rheinland-Pfalz war noch nie Geberland!

Womit die Frage berechtigt ist, WER hier an politischer Amnesie leidet. Auf Kosten anderer den großen Gönner spielen, das passt gut in das Bild, das ich von Kurt Beck habe.

KurtBeck | Rheinpfalz | Erlebnisgrab | Insolvenz |


Freitag, 10. November 2017

Hein Gericke - der traditionsreiche Konzern rund um Motorrad-Zubehör - hat Insolvenz angemeldet. Das ist ziemlich rekordverdächtig, weil es ist schon die Vierte.


Dienstag, 22. August 2017

Insolvenz bei Schug - aber das Traditionsunternehmen gibt sich noch lange nicht geschlagen.

Liebe VG Adenau: ihr wisst, was zu tun ist, wenn ihr auch in Zukunft noch einen Baumarkt in der Nähe haben wollt.


Mittwoch, 19. Juli 2017

Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Donnerstag, 22. Juni 2017

Boris Becker - die ehemalige Nürburgring-Lichtgestalt - für zahlungsunfähig erklärt.

Aus der Nürburgring Pressemitteilung von 2012:

Boris Becker ist einer der international bekanntesten deutschen Spitzensportler und er besitzt eine hohe Affinität zu Motorsport und automobilem Lifestyle. Boris Becker verkörpert wie der Nürburgring Leistungsbereitschaft, Stärke, Herausforderung und Erfolg“, erläutert Dr. Walter Kafitz, Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, die Wahl Boris Beckers.

Inzwischen ist Walter Kafitz offiziell Verbrecher, Boris Becker droht die Pleite - und die Nordschleife haben die Möchtegerns natürlich mit in den Abgrund gerissen.

Oder wie ein Blogger damals formulierte:

Die Boris-Becker-Nummer war eine der vielen kleinen und großen Sargnägel, die in die Nordschleife getrieben wurden.

BorisBecker | Kafitz | pleite | Insolvenz |


Mittwoch, 06. Juli 2016

Jubelfreunde des Nürburgring passen sich der neuen Windrichtung an.

Die angeblichen Freunde des Nürburgrings haben sich mal wieder getroffen, um ihr Fähnchen neu auszurichten.

Denn sobald der Wind sich dreht, drehen sie sich mit. Da schockt selbst die Insolvenz nicht, solange es noch Schnittchen gibt.

Wem der Hintergrund fehlt: der Verein wurde Ende 2010 von politischer Seite und auf Initiative von Hendrik Hering gegründet, um ein leicht manipulierbares Gegengewicht zu SAVE THE RING usw. zu installieren.

FreundeDesNürburgring | Sattler | Demandt | Stone | Scheerbarth | Jubelperser |


Samstag, 02. April 2016

Meilenwerk ist pleite.

Ich bin ja nicht so in der Oldtimer-Szene, aber da gibt es wohl den Martin Halder, dessen Träume offensichtlich seine eigenen Mittel als auch die seiner Investoren übersteigen.

Die Locations in Berlin und Düsseldorf haben sich früh genug vom Meilenwerk Name getrennt und firmieren jetzt unter Classic Remise.

Weiss aber auch nicht jeder, deswegen gibt es eine Klarstellung der Classic Remisen und Rüdiger Lange:

Sowohl die Classic Remise Berlin wie auch die Classic Remise Düsseldorf wurden ursprünglich unter dem Namen Meilenwerk eröffnet. (..) geschäftliche Beziehungen zur Meilenwerk AG hat es nie gegeben. Die Meilenwerk AG gibt es seit 2010, unsere Häuser wurden lange vorher eröffnet (Berlin 2003, Düsseldorf 2006). (..) Die Classic Remisen waren von Anfang an im Eigentum der Famlie Lange. Auch die heutige Motorworld Region Stuttgart in Böblingen, ebenfalls unter dem ursprünglichen Namen Meilenwerk im Jahr 2009 eröffnet, war immer ausschliesslich im Eigentum der Familie Dünkel. Heute sind wir froh, durch die frühe Umbenennung unserer Häuser von der Insolvenz der Meilenwerk AG nicht mehr unmittelbar betroffen zu sein.

Jetzt sehe sogar ich klarer :)

Wie immer bei Insolvenzen, wenn Handwerker oder Investoren sich von ihrem eigenen Geld verabschieden müssen, scheint einiges im Argen zu liegen - die Kommentare bei Detlef’s Motorblöckchen lassen tief blicken, denn da haben einige Leute den Insolvenzbericht vorliegen.

Meilenwerk | ClassicRemise |


Sonntag, 28. Februar 2016

Die Politik täuscht - tarnt - trickst weiter mit allen Mitteln.

Die SPD macht ein Riesenfass auf, dass sie so transparent seien und die Bürger einbinden. Das unwürdige Schauspiel geht sogar so weit, dass einen #FragMalu Hashtag verwenden und die ZEIT das sogar noch unterstützt.

Dabei liegen die Fragen auf der Hand und werden von den Verantwortlichen wegignoriert. Was denen nicht einfach fällt, die müssen sich mächtig anstrengen.

Wie zum Beispiel hier - auch wieder Wilhelm Hahne - der die kürzlich vorgestellte 2014er Bilanz des Lindner Hotels zum Anlass nimmt noch einmal gezielt nachzufragen.

Fast 30 Mio. nicht gedeckter Fehlbetrag - wie erklärt sich das? Warum gab es nie einen Sanierungsplan für die Nürburgring GmbH Insolvenz? Wieso tut die Regierung immer so, als hätte sie keinen Einfluss auf die Abläufe, dabei handelt es sich doch um eine Insolvenz in Eigenverwaltung?

Und ganz generell könnte man auch einfach die Frage stellen, wieso Politiker einfach nie Verantwortung übernehmen, wenn sie den Karren übelst in den Dreck gesetzt haben. Also außer zu sagen: tut mir leid?

Dreyer | Beck | Ringverkauf | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Montag, 18. Januar 2016

Nürburgring - damit auch die Nordschleife - jetzt komplett unter russischer Kontrolle.

Bisher musste Getspeed mit dem 2. Nürburgring Geschäftsführer Adam Osieka alle Entscheidungen am Nürburgring mittragen. Das ist jetzt Geschichte, weil sich die russische Holding freigekauft hat und jetzt niemanden mehr um Erlaubnis fragen muss.

Zwischen den beiden Geschäftsführern bzw. Beteiligungen haben sich einige Gerichtsprozesse aufgetürmt - nicht gerade üblich, wenn es doch beiden um den gemeinsamen Geschäftserfolg gehen sollte.

nuerburgring.de:

Die beiden Gesellschafter der capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH (cNBG), GetSpeed GmbH & Co. KG und NR Holding AG, haben ihre Differenzen und rechtlichen Auseinandersetzungen einvernehmlich beigelegt. GetSpeed GmbH & Co. KG hat seinen Geschäftsanteil an der capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH deutlich reduziert. Damit gibt GetSpeed GmbH & Co. KG auch ihre Rolle in der Geschäftsführung der Nürburgring-Gesellschaften auf. Eine entsprechende Vereinbarung haben die beiden Gesellschafter am Freitag, 15. Januar 2016, unterzeichnet.

Wieviel das die Russen gekostet hat weiss man nicht. Axel Heinemann dürfte froh sein, wenn er mit einem blauen Auge davongekommen ist - man konnte lesen, dass er seine Beteiligung durch einen Bankkredit erst möglich gemacht hat.

In den Sternen steht auch wie es mit Getspeed weitergeht, die kurze Meldung der CNG lässt vermuten, dass die Beteiligung nicht kompett aufgelöst wurde. Florian Zerfaß meint in der WiWo sie sei auf unter 5% gesunken.

Ist Euch mal aufgefallen, dass bei vornehmlich gut klingenden Nachrichten seitenweise aufgebauscht wird - am besten noch mit tollen Handschlagsfotos begleitet. Hier zum Beispiel. Aber wenn es beendet wird, dann eher heimlich - da müssen wir schon froh sein, dass sie überhaupt was schreiben.

Und was bedeutet das Ganze jetzt für den Ring? Noch bevor es zur Landtagswahl im März geht ist Maria Luise Dreyer’s Versprechen (kein Oligarch!) hinfällig. Falls die EU Klagen erfolglos bleiben, geht der Ring in russische Hand über. Bis dahin gehört er - ja wem gehört er denn? - und wird von den Russen gepachtet.

Wer diese Russen sind? Streng geheim, sogar der Vorzeigefrontmann und Fast-Milliardär Viktor Charitonin hat es nicht für nötig gehalten, sich auch nur einmal der Öffentlichkeit vorzustellen.

Übrigens, wenn man heute nach Russland googelt, landet man erstmal auf diesem Artikel: Ohne Schmiergeld geht gar nichts.

Ok, den Gag mit der Schmierstoffindustrie spar ich mir jetzt.

UPDATE:

Dieter fasst die Situation einmal zusammen:

Ein Armutszeugnis für Landesregierung, die in beispielloser Unfähigkeit den Nürburgring aus recht stabiler Lage erst in die Insolvenz getrieben hat, wie auch für die Insolvenzverwalter, die den Ring dann an einen Käufer ohne die nötigen Mittel verschleuderten, um ihn dann in einem fragwürdigen Zweitverkauf in die Hände russischer Investoren zu spielen.

Charitonin | Getspeed | Osieka | Heinemann |


Samstag, 31. Oktober 2015

Übrig Ns vom Samstag.

Guy Martin hat ein Buch geschrieben: When You Dead, You Dead.

Valentino Rossi hat dann mal Einspruch eingelegt.

Am Wochenende ist wieder WEC und die Audikutscher haben diesen netten Clip mitgebracht.

Die Chance stehen nicht schlecht, dass Juan Pablo Montoya für Porsche in Le Mans startet.

Darren Cox verlässt Nissan nach 18 Jahren.

Für Rock nicht am Ring ist der Vorverkauf gestartet worden - ab 170€ ist man am 3.–5.Juni 2016 mit dabei. Nicht am Ring, da hat man Lieberberg mit maximaler Arroganz den Stinkefinger gezeigt - sondern In Mendig, wo man die Veranstaltung mit offenen Armen empfängt.

Der getarnte Regierungssprecher Dietmar Brück hat in seiner Rhein-Zeitung wieder mal einen Jubelartikel untergebracht - zum Glück gibt es Wilhelm Hahne, der die Alles-super-Alles-toll-Märchen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Von Jörg Lindner haben wir lange nichts mehr gehört. Wie wäre es mit einer Insolvenz eines seiner Medico Fonds?

Schwer verdaulicher Lesestoff zur Deutschen Bank - die kennen wir ja auch aus dem unrühmlichen Nürburgring Verkaufsversuch. Ein paar Einblicke hinter die Kulissen, wie die Vorstände da so ticken.

Der Börsengang von Ferrari hat einige Details das Licht der Welt erblicken lassen: die Einkünfte von Sponsoring, Merchandising und Licensing liegen in der Region von $473m pro Jahr - quasi ein Formel 1 Programm für umsonst.

GuyMartin | Rossi | Montoya | RockAmRing | DarrenCox | Medico | Ferrari | DeutscheBank |


Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

Insolvenz | WiWo | Zerfaß |


Freitag, 03. Juli 2015

Kurt Beck soll die offenen Handwerker-Rechnungen bezahlen.

Im Zuge der Diskussion um die offenen Handwerkerrechnungen kam die Frage auf, was man denn unternehmen könne.

Meiner Meinung nach wird es Kurt Beck viel zu leicht gemacht. Er hat sich mit einer Ausrede davongestohlen, ist jetzt nicht weniger beschäftigt als vorher.

Dabei war er es, der den Untergang bzw. Umbau des Rings zu verantworten hat - und er war es, der den Handwerkern Bezahlung versprochen hat, als er den Nürburgring in die Insolvenz geführt hat.

Daher finde ich es absolut legitim, DASS ER PERSÖNLICH HAFTET MIT SEINEM PRIVATVERMÖGEN. Warum denn nicht? Das wäre jedem von uns auch so gegangen.

Auch wenn es kein Gesetz dafür gibt, mein gesellschaftliches Selbstverständnis fordert das von ihm ein.

Und um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, habe ich diese Petition in’s Leben gerufen:

Kurt Beck soll die offenen Handwerker-Rechnungen am Nürburgring bezahlen.

Schon knapp 300 Unterstützer in einer Woche - viele Unterschriften sind begründet worden, das sind lesenswerte Rückmeldungen von Bürgern.

Auch wenn Petitionen oft im Sande verlaufen, so können sie doch ein Mittel sein ein Thema in die Öffentlichkeit zu bringen - oder in unserem Fall aus dem Dunstkreis des Nürburgrings in die Wohnzimmer der Rheinland-Pfälzer.

Würde mich freuen, wenn Ihr das mit geeigneten Mitteln unterstützt, um den Rheinland-Pfälzern klar zu machen, was für einem perfiden Ganoven sie so lange die Treue gehalten haben.

KurtBeck | Beck | Petition | Handwerker | Insolvenz |


Donnerstag, 25. Juni 2015

Wenn die Arbeiterpartei die Arbeiter um ihr Geld betrügt.

Verlorenes Steuergeld ist ja immer etwas unwirklich und diffus, weil es einem nicht direkt persönlich aus der Tasche gezogen wird.

Da sind die offenen Rechnungen Ring°Umbauer Handwerker um einiges realistischer.

Na gut … dass man Kurt Beck kein Wort glauben darf, das hätte die Lebenserfahrung mitbringen können. Der SWR (!) hat seinen denkwürdigen Insolvenzauftritt noch einmal aufbereitet.

Wenn man etwas verspricht muss man es auch halten.

Apropos halten: was hält Kurt Beck eigentlich davon ab, den von ihm angerichteten Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen?

Handwerker | Beck | Insolvenz | Arbeiterpartei |


Mittwoch, 08. April 2015

Es geht doch nichts über gesunde Selbstreflektion.

Jens Guth ist SPD Generalsekretär in Mainz:

“Guth verwahrte sich gegen Versuche, im Wahlkampf der Landesregierung aktuelle Missstände am Nürburgring anzulasten. Wenn der Landesregierung vorgeworfen würde, sie sei schuld an der Absage der Formel 1 am Ring und dem Abgang von „Rock am Ring“, dann sei das „lächerlich“, so Guth.”

Wenn es jemand gibt, der mal komplett völlig unschuldig ist an der Plünderung des Nürburgrings, dann ja wohl die Landesregierung.

Tags: Guth | Beckwerk | Insolvenz | Ringverkauf |


Freitag, 03. April 2015

Leseempfehlung: Wilhelm Hahne´s Wort zu Ostern.

Diesmal geht es über den runden Alibi-Tisch des DMSB …

“Man lässt einen „Runden Tisch“ entscheiden, was sich die Herren bei der Präsidiumssitzung des DMSB ausgedacht haben.”

… über den Niclas Kentenich Unfall …

“Motor-KRITIK findet es nicht gut, wenn sich bei einem Aufprall in die Leitplanken ein Stück dieser Sicherheitseinrichtung im Fahrzeug wieder findet.”

… den schon im Vorfeld ausgeguckten Bentley als 24h-Gewinner …

“Aus meiner Sicht wird alles getan, um einen solchen Erfolg darzustellen.”

… die Atmosphäre bei den Leuten rund um den Ring …

“Die erlebte Stimmung war immer depressiv, die Situation des Rings wurde – unter diesen Bedingungen – als aussichtslos empfunden.”

… die aktuelle Schachmattsituation der Gesellschafterstruktur und den sich anbahnenden Gerichtsprozessen mit dem Fazit:

“Im Moment – um es ganz volkstümlich zu formulieren – wird die gute alte Nordschleife „an die Wand gefahren“. (..)”

“Steht nun der Nürburgring, die Nordschleife vor dem Exidus? - Ja! - Wenn man jetzt nicht in Mainz – und das möglichst umgehend – eine Kursänderung vornimmt. Man sollte nicht jede Verantwortung, für das was aktuell geschieht, weit von sich weisen. Man sollte sich der Aufgabe stellen, sie annehmen. - Mainz hat schließlich den Nürburgring nicht nur in eine Insolvenz geritten, sondern auch gegen EU-Gesetze verstoßen. - Die Politik ist hier zum Täter geworden. - Und flüchtig!”

Ein attraktiver Lösungsansatz darf nicht fehlen, man wird doch noch träumen dürfen!

“Eine Stiftung, die zu je einem Drittel von der Landesregierung, dem ADAC und der deutschen Automobilindustrie (VDA) ins Leben gerufen wird.”

“Aber so positiv kann man wirklich nur kurz vor Ostern denken. Dieses Fest erinnert uns an das Wunder, bei dem jemand den Tod besiegte.”

Amen.

Tags: WilhelmHahne | MotorKritik | Ostern | Karfreitag |


Donnerstag, 12. Februar 2015

Mainz versinkt seit gestern im Brückengau.

Dass die Einschläge irgendwann mal näher kommen müssen war klar. Aber dass die Versäumnisse von Insolvenz-Kurt der Maria Luise Dreyer so schnell auf die Füsse fallen?!

Mainz hat 3 Brücken und eine davon ist seit gestern gesperrt. Komplett. Sie ist marode und hat sich abgesenkt, Wiedereröffnungstermin: TBD.

Wenn sie das ganze Freizeitparkgeld in die Infrastruktur gesteckt hätten, dann würde jetzt Mainz nicht im Verkehrskollaps versinken. Und dem Nürburgring wäre die Insolvenz erspart geblieben.

So schlimm das auch für die Anwohner ist: es gibt einige Leute, denen ich von Herzen wünsche, dass sie von morgens bis abends im Stau feststecken und genau darüber nachdenken - allen voran Kurt Beck und seine ergebene Ziehtochter ML Dreyer.

Tags: Schiersteiner | Brücke | Mainz |


Samstag, 24. Januar 2015

Nürburgring GmbH, 17.Juli 1928 bis ... ?

(Korrektur! Siehe unten …)

Die Nürburgring GmbH wurde ist 86 Jahre alt und hat viele Höhen und Tiefen mitmachen müssen - davon die letzte leider mit fatalem Ende.

Viele haben bei ihrer Hinrichtung mitgewirkt - allen voran Kurt Beck.

Im Bundesanzeiger wird das lapidar mit zwei Sätzen abgehandelt, aber ich bin sicher nicht der Einzige den das traurig stimmt.

Nürburgring Betriebsgesellschaft GmbH, Nürburg

Die Gesellschaft ist mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich unter Angabe des Grundes und der Höhe ihres Anspruches bei der Gesellschaft zu melden.

Dr. Karl-Josef Schmidt, Der Liquidator

(Klick! für gross.)

KORREKTUR:

Oops - da habe ich jetzt die Betriebsgesellschaft überlesen - ist ja gar nicht die selbe Firma. Das heisst die Nürburgring GmbH ist noch nicht liquidiert. Wird sie aber wohl dann, wenn der Verkauf endgültig abgewickelt ist. Also Eigentümerübergang und volle Kaufpreiszahlung.

(Danke für den Hinweis Dieter!)

Tags: NürburgringGmbH | Insolvenz | KurtBeck | Liquidation |


Mittwoch, 07. Januar 2015

Ermittlungen gegen Kai Richter eingestellt.

Das hat die Staatsanwaltschaft am 23.12. bekanntgegeben (Link Kopie).

Gibt es ein besseres Datum, um eine Entscheidung sang- und klanglos untergehen zu lassen?

Begründung vom Oberstaatsanwalt Kruse: alle Mittel wurden zweckgebunden eingesetzt und überhaupt sind die Verantwortlichen des Landes immer im Bilde gewesen:

“…, dass sämtliche zweckgebundenen Mittel ihrer Zweckbestimmung durch die RIM entsprechend eingesetzt worden sind.”

“…, dass die Verantwortlichen auf Seiten des Landes und seiner Gesellschaften über die tatsächliche Verwendung der „stillen Beteiligungen“ umfassend unterrichtet und auch einverstanden waren …”

“… den Verantwortlichen auf Seiten des Landes und ihrer Gesellschaften die zugrunde liegenden Vertragswerke in allen Einzelheiten bekannt waren …”

Tags: KaiRichterStaatsanwaltStaatsanwaltschaft | Untreue | Insolvenz | Mediinvest | Ringverkauf |


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

Tags: KafitzDeubel | InsolvenzRingverkauf |


Dienstag, 09. Dezember 2014

My Open Letter to EU Commissioner Margrethe Vestager.

(Please find the English version further down.)

Sehr geehrte Frau Vestager!

Ich schreibe Ihnen als Bürger von Deutschland, der in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen ist und heute in Köln Nordrhein-Westfalen lebt.

Ich bin 49 Jahre alt und seitdem ich einen Führerschein besitze und mobil bin, beschäftige ich mich mit dem Nürburgring und insbesondere mit der historischen Nordschleife als Sportstätte. Rückblickend waren es sehr schöne 33 Jahre - doch die letzten 7 Jahre waren sehr nervenaufreibend und frustrierend.

Der Grund liegt im Freizeitpark-Projekt “Nürburgring 2009”, mit dem man die völlig funktionierende Anlage und deren öffentliche Besitzgesellschaft von 1925 innerhalb von nur 5 Jahren (!) in die Insolvenz getrieben hat.

Von Seiten der Politik gab es leider keinerlei Bemühungen die Rennstrecken vor dem Verkauf in Privathand zu bewahren. Die eingesetzten Insolvenzverwalter haben geradlinig den möglichst schnellen Verkauf gesucht. Als Beobachter bleibt einem nichts anderes übrig, als die Abläufe mit hektisch und chaotisch zu umschreiben.

Als Bürger war es unmöglich Kenntnisse über die im Geheimen ablaufenden Ereignisse zu erhalten. Allerdings haben Presseberichte regelmäßig im Nachhinein Verfehlungen während des Verkaufsprozesses öffentlich gemacht.

Der Nürburgring - und ganz besonders die Nordschleife - sind von hoher weltweiter Bedeutung für Fahrzeugentwicklung und Motorsport. Es gibt keine vergleichbare Anlage auf der ganzen Welt und dieses Alleinstellungsmerkmal hat innerhalb Europas eine hohe Anziehungskraft.

Sowohl die wirtschaftliche Zukunft als auch der Erhalt des kulturellen Erbes sind nur möglich, wenn eine gemeinwohlorientierte Betriebsform gewählt wird. Das Profitstreben eines Privaten bedeuten mittel- und langfristig das Ausbluten der Eifelregion und das Plündern eines kulturell herausragenden Denkmals.

Ich habe auf die Bedeutung schon einmal eindringlich hingewiesen während meines Besuches in Brüssel bei der Wettbewerbskommission am 25.Feb.2011. Gerne stehe ich jederzeit für weiterführende Gespräche zur Verfügung.

Um Ihrer europäischen Verantwortung gerecht zu werden, bitte ich Sie eindringlich die bisherigen Entwicklungen zu überdenken und den Nürburgring-Verkaufsprozess neu aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison


English version:

Dear Ms Vestager!

I’m contacting you as citizen of Germany, born and raised in Rhineland-Palatinate who is now living in Cologne North Rhine-Westphalia.

I’m 49 years old and since I have my driving licence and thus am mobile, I’m active at the Nürburgring and especially at the historic Nordschleife as sports venues. Looking back this have been great 33 years - however the last 7 years have been very exhausting and frustrating.

The reason is the Leisure Park project “Nürburgring 2009”, with which the absolutely functional property and its public owner company of 1925 have been led into insolvency within only 5 years!

Our politicians unfortunately have made no efforts whatsover to protect the Race Tracks against sale into private hands. The Insolvency Administration has not followed any other options except quickly selling the property. As observer one was left with the only option to describe the process as hectic and chaotic.

As a citizen is was not possible to gain knowledge on the procedures, which were carried out in secret. Only press reports have regulary published misconduct after the event during the sale process.

The Nürburgring - and Nordschleife in particular - are of worldwide importance for Automotive Engineering and Motorsport. There is no comparable site globally and this uniqueness has huge attraction within Europe.

Both the economical future and the conservation of the cultural heritage are only possible within a non-profit-making type of business. Profit seeking ventures of privateers will mid- and longterm lead to bleeding of the Eifel region and plundering of the cultural heritage.

I already had the chance to highlight the special significance during my visit in Brussels at Feb.25th, 2011 at the Competition Department (http://renn.tv/1016). I’m happy to join further discussions any time.

To serve your European responsibility I urge you to rethink the development and start the Nürburgring sale process all over again.

Yours sincerely,
Michael Frison


Die EU hat übrigens 24 Amtssprachen! Wenn Ihr auch Magrethe Vestager kontaktieren wollt:

By the way, EU has 24 official languages! In case you also want to contact Magrethe Vestager:

Adresse:

COMMISSIONER
Margrethe Vestager
European Commission
Rue de la Loi / Wetstraat 200
1049 Brussels
Belgium

Facebook: fb.com/margrethevestager

Twitter: @vestager

Email: margrethe.vestager@ec.europa.eu

Tags: VestagerMagretheVestager | EUKommission | RingverkaufOffenerBrief |


Dienstag, 04. November 2014

Schlachtfest im Mainzer Kabinett.

Malu Dreyer schwimmen die Felle davon und als letzten Ausweg entsorgt sie großflächig die Kurt-Beck-Verbündeten:

  • Finanzminister Carsten Kühl und
  • Fraktionsvorsitzender Hendrig Hering
  • Innenminister Roger Lewentz

Das wurde Zeit. Kühl und Hering haben den Nürburgring in die Insolvenz geritten. Warum Lewentz das Gemetzel überlebt habt? Er hängt genauso drin wie Kühl und Hering.

Aber es geht noch weiter:

  • Justizminister Jochen Hartloff
    Malu Dreyer als Ex-Staatsanwältin wird wissen, warum er gehen muss. Falls es demnächst Anklagen gegen Hering und Kühl gibt, dann weiss sie heute vielleicht schon mehr als wir.

  • Europaministerin Margit Conrad

  • Staatskanzlei-Chefin Jacqueline Kraege

Insgesamt gibt es in der RLP Regierung 8 Ministerien, davon 5 von der SPD. Und nur 1 (Lewentz) ändert sich nicht. 2 sind entsorgt (Kühl, Hartloff), die anderen beiden müssen wechseln (Doris Ahnen beerbt Kühl, Alexander Schweitzer beerbt Hering).

Ausgerechnet Clemens Hoch (36) macht (wieder!) Karriere, er wird Chef der Staatskanzlei. Malu Dreyer hat ihn erst bei ihrem Amtsantritt dort mit hingenommen. Er war Kurt Beck’s Mann für’s Grobe, hat im Untersuchungsausschuss den Chefabwiegler gespielt.

Stellt Euch mal vor, eine Firma würde in ihrer Führungsetage so auf den Kopf gestellt. Als ob sich jemand so mal schnell als Controller (Finanzminister) einarbeiten könnte. Während auch in den anderen Büros einmal komplett ausgewechselt wurde.

Ein Rezept für Disaster.

Krass finde ich auch, dass das Ganze nur 10 Tage vor dem Landesparteitag stattfindet. So etwas wie Mitspracherecht für die SPD Mitglieder scheint es im Königreich RLP nicht zu geben, da hat Kurt Beck ganze Arbeit geleistet.

Warum müssen ausgerechnet wir am Nürburgring von diesen Volldilettanten gequält werden? Hätten die sich nicht was anderes aussuchen können zum leuchtturmen?

Der Scherbenhaufen ist jetzt auch für den größten Optimisten nicht mehr schönzureden, unsere schlimmsten Befürchtungen sind WEIT übertroffen worden.

Noch bevor der Ring überhaupt den Besitz wechselt, wird er bereits zum Spielball von windigen Jongleuren, Robertino Wild hat nichts besseres zu tun, als seine Anteile nach Russland zu verticken.

Wer weiss schon, was als nächstes kommt? Das ist alles völlig außer Kontrolle.

Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen, aber das predige ja nicht nur ich seit Jahren. Gier und Geltungssucht zerstören das zarte Gefüge, mit dem die Anlage in die Region seit Generationen eingebettet ist.

Bedanken dürfen wir uns bei den Politikern in Mainz, die vor lauter Vertuschen und Verschleiern jetzt in’s Straucheln kommen und über ihre eigenen Füsse stolpern. Malu Dreyer ist dabei keinen Millimeter besser als Kurt Beck - Verantwortung ist in Mainz ein Fremdwort.

Ossi Kragl kocht, hat sie ihm doch persönlich versprochen, dass bei Finanzproblemen das Thema neu besprochen wird. War natürlich eiskalt gelogen.

Ich hoffe die Lawine macht vor ihrer Haustür nicht Halt und spült die ganze abgewixxte Bande davon.

Dem Ring wird es nicht helfen, aber wenn eine Regierung umgekrempelt werden kann, dann sollte das doch für einen kriminell anrüchigen Verkaufsprozess erst recht möglich sein.

Tags: Regierung | MaluDreyer | HendrigHering | CarstenKühl | RogerLewentz | JochenHartloff | Minister |


Montag, 13. Oktober 2014

Kommt jetzt der reinigende Knall?

Oder kittet Rheinland-Filz wieder alles zu?

Der bunte Luftballon vom erfolgreichen Mittelständler ist zumindest heute schonmal laut zerplatzt, denn die Finanzierungsschwierigkeiten bei Robertino Wild haben sich bestätigt. Dietmar Brück und die Rhein-Zeitung haben sich dafür den Sonntag um die Ohren gehauen.

Denn Wild meinte mal romantisch, er habe sein letztes Hemd verpfändet - jetzt bestätigt sich die Recherche der WiWo von vor 2 Wochen, dass ihm das Wasser bis zum Hals steht:

“Der Käufer der Rennstrecke, der Düsseldorfer Unternehmer Robertino Wild, ist offenbar in finanziellen Schwierigkeiten.”

“Seine Gesellschafteranteile am Ring sind an einen Treuhänder übertragen worden, seine Villa und eine Gemäldesammlung hat er mehrfach beliehen.”

Und was hat Malu Dreyer den ehrenwerten Mann auf das goldene Podest gehoben! Ist sogar extra zum Ring gekommen und hat sich bunte Filmchen angeschaut:

Und jetzt muss man sich fragen, wieso so eine Luftnummer so weit kommen konnte? Wurde der Grundbucheintrag nicht geprüft? Das wäre doch das erste, was man in solch einem Fall machen muss.

Sachwalter Lieser - der Nachjustierer - gehört meiner Meinung nach sofort ersetzt. Wieviele Patzer, die wohl auch die Staatsanwaltschaft interessieren dürfte, will man ihm noch zugestehen? Dem gehört sofort die Verantwortung entzogen, wen man weiteren Schaden vermeiden will. Entweder hat er die Finanzsicherheit im Vorfeld nicht geprüft oder er hat die Wahrheit verschleiert. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht und beides ist Anlass genug, ihm sofort die Verantwortung zu entziehen.

Lest Euch mal vor dem Hintergrund der jetzt bestätigten bitteren Wahrheit das Lügengebilde von Thomas Schmidt durch:

“Was ist an dem Bericht der ”Wirtschaftswoche“ dran?”

“Nichts. Insbesondere das, was dort behauptet wird über unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit den unterlegenen Bietern. Das ist eine freie Erfindung, ich würde sagen, das ist eine Zumutung - eine Frechheit, so etwas in die Welt zu setzen.”

Pinocchio könnte bei dem ehrenwerten Professor die Schulbank drücken!

Die beiden Insolvenz-Gestalten gehören sofort abgelöst.

Hallo Gläubigerausschuss, Amtsgericht, Staatsanwaltschaft?!

Ihr dürft nicht vergessen: wir reden hier nicht über irgendein Immobiliengeschäft - was an sich schon schlimm genug wäre - nein, wir reden über Volkseigentum, das besondere Sorgfalt erfordert! Nach meinem Verständnis müssten alle Beteiligte - von Amtsgericht über Gläubigerausschuss über Landesregierung - den beiden Ganoven ihr Mandat entziehen, wollen sie nicht selber für die Versäumnisse und Täuschungen haftbar gemacht werden. Wisst Ihr noch, wie sie sich vor 2 Jahren gefeiert haben?

(FTD, 10.Aug.2012)

Aber es kommt noch dicker:

“Inzwischen scheint zudem festzustehen, dass der ausgehandelte Deutsche-Bank-Kredit über 45 Millionen Euro, mit dem der Ring-Kauf maßgeblich finanziert werden sollte, später doch nicht von den Erwerbern gezogen wurde. Angeblich, weil die Bereitstellungsgebühren zu hoch waren.”

Moment mal, haben die uns nicht tausendfach versichert, dass die Finanzierung steht? Und jetzt stellt sich raus, das war gar kein Kreditvertrag, sondern nur ein Kreditangebot? Das wir ja immer abenteuerlicher, wieso klicken da keine Handschellen.

Was mich wirklich ärgert, sind die Fähnchen im Wind. Und davon gibt es in der Eifel leider viele. Von Blick Aktuell über Verbandsgemeinderat der VG Adenau sogar welche von letzter Woche. Oder lest Euch nochmal diese Reaktionen direkt nach dem Nürburgring-Verkauf durch.

Mit ein bischen mehr Rückgrat hätten wir die Krise längst ausgestanden. Aber so schlingern wir von einem Problem in’s nächste. Mit Stillhalteparolen erreicht man nämlich genau das nicht, was man eigentlich möchte: eine Zukunft für den Ring. Die gibt es nur nach einem reinigenden Gewitter und das wird ein schweres Unwetter werden. Das ist leider nötig, denn sonst wird weiter vertuscht, verschleiert, getäuscht, gelogen und betrogen.

Jeder, der dieses Gewitter verzögert oder aufhält, schadet dem Ring weiter, denn jedes neue Experiment lässt die Strecke tiefer im Sumpf versinken. Bis sie irgendwann komplett untergeht - dann bekommt Ruhe am Ring allerdings eine ganz neue Bedeutung.

Tags: CapricornRingverkauf | AmtsgerichtGläubigerausschuss | Insolvenzverwalter |


Mittwoch, 01. Oktober 2014

Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident, hätte er jetzt zurücktreten müssen.

Treffender Kommentar von Susanne Höll in der Süddeutschen:

"Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident in Mainz, hätte er in dieser Woche zurücktreten müssen. Die etlichen Millionen Euro Steuergelder, die er in das Phantasieprojekt Nürburgring steckte, sind nicht nur verloren. Er verstieß mit dieser Finanzierung von Anfang an auch gegen EU-Recht. (..)

Niemand, auch nicht Dreyer, seinerzeit Sozialministerin unter Beck, stellte das absurde Unterfangen je infrage."

Tags: Insolvenz | KurtBeckRingverkauf |


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Donnerstag, 14. August 2014

Neue Tribüne auch Kernschrott?

Es gibt ein Gutachten von 2013 (!!), das empfiehlt die neue Nürburgring Tribüne zu sanieren, indem man sie komplett ab- und dann wieder ordentlich aufbaut. Weil wenn man das nicht macht, dann verfault sie sowieso (“ausblühen”, so ein schönes Wort!).

Ich fass mal kurz zusammen:

  • Achterbahn: Schrott, wird abgebaut
  • Eifeldorf: Schrott, wird plattgemacht
  • Tribüne: Schrott laut Geheimgutachten
  • Boulevard: auch Schrott, wenn die Tribüne nicht bald saniert wird.

Kurt Beck ist es tatsächlich gelungen, mit Hilfe einer halben Milliarde Euro Steuergeld in nur 5 Jahren grösstmöglichen Schaden anzurichten. Eigentlich hätte er auch direkt Panzer schicken können. Der Nürburgring wurde schon verzockt - jetzt drohen Folgekosten für den Beck°Schrott, die noch garnicht abzusehen sind.

Tags: Insolvenz | Baumängel | Tribüne | Gutachten | WilhelmHahne |


Mittwoch, 30. Juli 2014

Egal wie die Nummer ausgeht, Capricorn wird weich fallen.

Dafür hat man laut Wilhelm Hahne vorgesorgt, denn anscheinend enthält der Kaufvertrag eine Klausel, die sich gewaschen hat:

“[Im Kaufvertrag] ist im Fall Capricorn festgehalten, dass der Nürburgring mit all seinen Teilen, falls der Verkauf von Capricorn von der EU-Kommission als „nicht als nach EU-Recht rechtmäßig abgewickelt“ gewertet wird, dann von der gleichen Firma capricorn NÜRBURGRING GmbH eben das Gesamtobjekt Nürburgring ab 1. Januar 2015 gepachtet wird.”

Das ist ja praktisch. Also für Capricorn. Wäre eine Erklärung für das selbstbewusste bzw. arrogant-überhebliche Auftreten.

Der ach-so-transparente Verkaufsprozess war ja schon schwer auszuhalten, aber der Kaufvertrag scheint den Vogel komplett abzuschießen.

Nochmal Wilhelm Hahne:

“Dieser „Pachtvertrag“ wurde nach meinen Recherchen der EU-Behörde in Brüssel durch die Insolvenz-Sachwalter vollkommen verschwiegen. Man hat Brüssel – soweit ich das recherchieren konnte – auch keine Kopie des Kaufvertrages (mit Annex) zur Verfügung gestellt, sondern nur die wirtschaftlichen Eckdaten des eigentlichen Kaufvertrages übermittelt.”

Tja, einmal Insolvenzkomiker, immer Insolvenzkomiker!

Tags: Ringverkauf | CapricornKaufvertragPachtvertrag |


Samstag, 26. Juli 2014

Eine Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent? Wie entscheidet die EU zum Nürburgringverkauf?

Robertino Wild hält den Nürburgring-Verkaufsprozess für transparent, offen und diskriminierungsfrei. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht zum Zuge kommen könnte aufgrund von Bedenken seitens Brüssel, schätzt er auf 1%.

Ich persönlich habe den Verkaufsprozess intensiv beobachtet und jede Information, die an die Öffentlichkeit kam, aufgesaugt. Und ich finde die Vorgänge waren alles andere als offen - für mich war das eine Geheimveranstaltung, deren Ende von vorneherein abgesprochen war. Von Transparenz keine Spur - täuschen und verschleiern, so wie wir das vorher durchgängig von Erlebnisgrab und Regierung gewohnt waren.

Wer gehofft hatte es würde sich was ändern, wurde bitter enttäuscht. Erinnert Ihr Euch noch, wie sie versucht haben die Öffentlichkeit einzulullen? Mit ihrer nuerburgring-dialog Webseite zum Beispiel? Oder im Schulterschluss mit SWR Radio bei der Diskussionsrunde in Nürburg?

Ohne jemals einen Sanierungsplan vorzustellen haben sich die Sanierer daran gemacht, das Volkseigentum so schnell wie möglich zu verkloppen. Für diese Heldentat haben sie sich kürzlich sogar selber als die großen Nürburgring-Retter gefeiert (“Erfahrungen in der grünen Hölle – Die Rettung des Nürburgrings.”).

Mit der Erfahrung über die Jahre habe ich allerdings auch gelernt, die Manöver der Landesregierung immer schneller zu durchschauen - man wird auch hellhöriger mit der Zeit.

Und aktuell habe ich das Gefühl, dass sich die Windrichtung dreht. Erst wurde Otto Flimm öffentlich in die Zange genommen, jetzt wird die EU als Kapitalismusknechte beschimpft. Vom RLP Landtagspräsidenten.

Da wird meiner Meinung nach der Acker bereitet für die beiden Schuldigen, die später zur Schau gestellt werden sollen: Otto Flimm und die EU.

Das neueste Problem der Dilletanten in Mainz ist die Ablehnung Brüssels, weiteres Steuergeld in den Flughafen Zweibrücken zu stecken. Dort läuft nämlich seit 2010 ein Behilfeverfahren - 1:1 ein Nürburgring Déjà Vu. Sagenhafte 174 Millionen Euro haben sie seit 25 Jahren da reingebuttert und die Gesellschaft hat es in all den Jahren nicht geschafft, auf eigenen Füssen zu stehen.

Die haben tatsächlich Flugbetrieb rund um die Uhr - für gerade mal 6 (!!) Starts/Landungen pro Tag. Das muss man sich mal vorstellen, was da alles an Infrastruktur vorgehalten werden muss, damit alle paar Stunden mal ein Flugzeug landet. Dienstags sind es sogar nur 2 - schaut Euch mal den Flugplan an.

Gestern mussten sie Insolvenz anmelden und die SPD ist inzwischen so verzweifelt mit dem Rücken an der Wand, dass sie quasi gegen sich selber und die Schließung des Flughafens demonstrieren wollen. WTF? Wie dreist ist das denn, die Killer kommen noch trauernd zur Beerdigung?

Aber die einfältigen Rheinland-Pfälzer lassen sich offensichtlich alles bieten - so dumm kann der Trick garnicht sein, dass sie nicht drauf reinfallen. Ob Kurt Beck denen über seine Chemiekumpels irgendwas in’s Trinkwasser träufelt? Ich hab hier jedenfalls eine chronische Facepalmattacke nach der anderen.

Auch wenn es auf den ersten Blick mit dem Nürburgring nichts zu tun haben scheint, die Handelnden sind genau dieselben. Ich glaube in Brüssel schlagen sie schon wie ich die Hände über’m Kopf zusammen, wenn wieder was aus Rheinland-Pfalz angeflattert kommt. Wieso leistet sich die Regierung eigentlich eine Europa-Ministerin? Was macht die die ganze Zeit, habt Ihr jemals bei dem Brüsselgezetere etwas von ihr gehört?

Jedenfalls sind die Beziehungen zur EU so schlecht wie nie. In der Vergangenheit wurden Richtlinien und Gesetze in Gutsherrenarroganz - von Juristen!! - vom Tisch gewischt und wenn es jetzt darum geht, gütliche Einigungen zu erzielen, dann macht es das Gepoltere von Joachim Mertes bestimmt nicht einfacher.

Es sei denn - und hier kommt meine Spekulation - es ist sowieso schon zu spät und man pfeift auf gute Beziehungen. Jetzt geht es darum den Sündenbock aufzubauen. Denn wir wissen ja: selber Verantwortung zu übernehmen ist in Mainz keine Option.

Wer in dieser komplexen Lage als Bürger auf den Journalismus von Rhein-Zeitung oder SWR - die im regionalen Bereich rund um den Nürburgring die Kommunikationshoheit haben - hofft, der kann auch direkt bei kurt-beck.de lesen gehen - alles super, alles toll - die EU ist böse und Otto Flimm auch. Vorauseilender Gehorsam ist Tagesprogramm und da passt es auch, dass Robertino Wild als toller Hecht auf dem Silbertablett präsentiert wird - er ist ja auch soo autoaffin. Ob er sich den Spass überhaupt leisten kann, wird als nebensächliches Detail vernachlässigt und überhaupt: kritische Fragen trüben nur die nette Atmosphäre. Schließlich möchte man - bzw. Dietmar Brück - es sich nicht vermiesen mit der Regierung, dann klappt es auch mit der nächsten Chinareise.

Und wenn jetzt die schöne Inszenierung der Regierung in sich zusammenfällt und alles ganz anders kommt? Wilhelm Hahne hält es gar nicht für so unrealistisch, dass der geplante Verkauf an Capricorn in Brüssel abgelehnt wird. Natürlich alles Spekulation, aber es würde die aktuellen Handlungen gut begründen - die Mainzer Politiker wissen jedenfalls mehr, als sie öffentlich preisgeben.

Dieter hat sich mal Gedanken über die möglichen Szenarien gemacht, die auf uns zukommen könnten.

Wenn Capricorn die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, dann steht uns eine große Hängepartie bevor - hausgemacht in Eigenverwaltung von der Regierung und ihren Insolvenzkomikern.

Einen Funken Hoffnung gibt es: dass die EU die wirtschaftliche Kontinuität bemängelt und die Rennstrecke unabhängig vom Erlebnisgrab verwertet wird - und dadurch in gute Hände gelangt. Am besten in eine nicht-gewinnorientierte Organisationsform.

Alles andere könnte schnell sehr bedrohlich für Ring & Region werden, denn wenn Brüssel voll durchzieht, dann könnte aufgrund des gescheiterten Verkaufsprozesses tatsächlich eine Stilllegung folgen. Eigentlich sollte der Verkauf die illegale Beihilfe beseitigen - was ja dann kräftig misslungen wäre. Wenn in Brüssel der Hals dick genug ist - was man sich durchaus vorstellen kann - dann machen sie den Laden jetzt dicht. Die vom Ring abhängigen Firmen und Rennteams hätten ein ziemlich großes Problem und die Industrie würde verärgert ihre Entwicklungsteams abziehen.

Jetzt sind Fingerspitzengefühl und gutes Verhandlungsgeschick gefragt - beides in Mainz leider komplett Fehlanzeige. Wenn es so kommt, dann hätten die Nixblicker es tatsächlich geschafft auch den letzten Rest Porzellan zu zerschlagen.

Alles nur Spekulation im Moment, aber an Zufälle glaube ich bei diesem Disasterstadl schon lange nicht mehr. Die Handlungen der letzten Wochen kommen nicht von ungefähr und es schadet nicht zu versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Tags: ErlebnisgrabInsolvenz | RingverkaufCapricornInsolvenzkomiker | Nexovation


Dienstag, 22. Juli 2014

Neues von der Insolvenzregierung.

Und Schuld ist - wieder mal - die EU - es geht um den Flughafen Zweibrücken:

Brüssel wird vom Land verlangen, bis zu 56 Millionen Euro vom Flughafen zurückzufordern. Dabei handelte es sich um Betriebsbeihilfen für Investitionen oder den Verlustausgleich sowie um Infrastrukturmittel. Da der Airport das Geld nicht hat, wird er in Kürze Insolvenz anmelden.

Jetzt tun sie wieder ganz empört:

Innenminister Roger Lewentz betont, diese Entwicklung sei bis vor einer Woche nicht absehbar gewesen. Er sei “verärgert und enttäuscht”. Auch Landrat Hans-Jörg Duppré (CDU), der Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann und Jürgen Gundacker, Bürgermeister Zweibrücken-Land (beide SPD), machen aus ihrem Zorn keinen Hehl. Sie sprechen von “Willkür” der EU und einer “Entscheidung gegen den Willen der Bürger”.

Das nächste Volkeigentum, das unter den Hammer kommt. Bin mal gespannt, wieviel von den 56 Millionen Euro Steuergeld, die RLP da reingebuttert hat, wieder zurückkommt.

Ich sag’s ja nicht zum erstenmal, dass die alle geschlossen zurücktreten müssten. So wenig, wie die sich mit der EU Gesetzgebung auskennen - bzw. sich über diese hinwegsetzen. Entweder haben sie keinen Schimmer oder handeln absichtlich dagegen. Beides ausreichende Gründe für die sofortige Suspendierung, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird.

Tags: Flughafen | Zweibrücken | BeihilfenLewentz |


Freitag, 18. Juli 2014

Das ist doch kein Zufall: ver.di Chef Uwe Klemens verteufelt Otto Flimm!

Nachdem schon am Dienstag Robertino Wild Ringretter Flimm auf’s Korn genommen hat, legt heute der Gewerkschaftler Uwe Klemens nach und verhöhnt Otto Flimm in einem Atemzug mit Nexovation:

“Nexovation und Otto Flimm wollen den Crash. Sie sagen beide nicht wirklich „Ja zum Nürburgring“ und gefährden die noch verbliebenen Arbeitsplätze.”

Und wird sogar ausfallend:

“Pfui Teufel!”

Falls hier ver.di Mitglieder aus RLP mitlesen: vertritt der Mann Eure Meinung? Wenn nein, dann lasst ihn das spüren!

So perfide, wie ich die RLP Politiker kennengelernt habe, halte ich die beiden Vorstöße, die quasi aus dem Nichts kommen, nicht für Zufall, vor allem weil Klemens auch noch SDP’ler ist. Das ist doch abgesprochen. Offentlichtlich liegen die Nerven blank und man sucht schon einen Schuldigen, der im Falle einer Ablehnung des Verkaufsprozesses vorgeschoben werden soll.

Der Ring im Besitz von Amerikanern, das ist der Super-GAU für Mainz. Aber eines darf man bei der rheinland-pfälzischen Regierung auf keinen Fall erwarten: die Übernahme von Verantwortung.

Tags: PfuiTeufel | verdiUweKlemens | Ringverkauf | OttoFlimm | Nexovation | Insolvenz |


Dienstag, 15. Juli 2014

2011er Bilanz der Nürburgring GmbH veröffentlicht - nichts für schwache Nerven!

Kann man bei bundesanzeiger.de nachlesen - einfach “Nürburgring GmbH” im Suchfeld eingeben (hier nochmal gespiegelt):

“Im Geschäftsjahr 2011 wurde bei einer Gesamtleistung von € 27,7 Mio. ein Jahresfehlbetrag von €18,6 Mio. erwirtschaftet.”

Hahaha - erwirtschaftet! Das Geld wurde schubkarrenweise aus dem Fenster gekippt!

Zum Beispiel hier:

“Die im Rahmen der erstellten Businessplanung prognostizierten Pachterlöse konnten im Geschäftsjahr 2011 nicht in der geplanten Höhe realisiert werden. Die tatsächlichen Pachterlöse betrugen € 3,3 Mio.”

Heute wissen wir, dass selbst die in Aussicht gestellte Mindestpacht von 15 Millionen nicht einmal gereicht hätte, um den Kredit zu bedienen. Na Hauptsache die SPD hat 2011 noch einmal die Landtagswahl gewinnen können.

Die Bilanzen der Betriebsgesellschaft sind auch veröffentlicht worden, 2013 gab es einen Umsatz von 61 Mio. Euro. Lest es Euch mal durch (gespiegelt 2012, 2013). Man hat in etwa eine schwarze Null geschrieben, brauchte aber nur eine dünne Pacht zahlen.

Es gab 2013 insgesamt 313 Festangestellte - plus 417 (!!) Aushilfen - also insgesamt 730 Beschäftigte. Hut ab.

Auch Details zu den Hotelverträgen werden erstmals öffentlich, weil sie sich die Tür offen halten müssen wegen der Summe:

“Darüber hinaus liegen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den Hotel-Managementverträgen Managementfee (2,0% des Nettohotelumsatzes), Incentivefee (6,0% Bruttobetriebsgewinn) und einem Aufwandsersatz (3,0% des Nettohotelumsatzes) vor. Diese können mangels Kenntnisse der Umsatzerlöse der Zukunft nicht betragsmäßig beziffert werden.”

Damit hat der Hotelbesitzer - das sind wir Steuerzahler - das höchste unternehmerische Risiko. So wie wir das befürchtet haben.

Tags: Bilanz | Insolvenz | Betriebsgesellschaft


Samstag, 12. Juli 2014

Friedhelm Fähnchen-im-Wind Demandt.

rp-online.de:

“Als 2011 mit der Insolvenz das Ende der legendären Rennstrecke drohte, war der Wickrather bei der Gründung des gemeinnützigen Vereins ”Freunde des Nürburgrings“ dabei. In ihm haben sich Sport, Kultur, Medien und Persönlichkeiten aller Lebensbereiche zusammengeschlossen, die eines eint: die Faszination des ”Rings“.”

Also wenn diese Leute eins eint, dann ist das übersteigertes Geltungsbedürfnis oder die Gier nach Geld. 2011 hat von denen ganz bestimmt keiner von einer drohenden Insolvenz gesprochen - da wurden die blühenden Landschaften besungen, die Henrik Hering in Aussicht gestellt hatte, nachdem er alle Immobilien aufgekauft und die Gesamtanlage an die NAG verpachtet hat.

Die größte Katastrophe überhaupt und ein klarer Fall für den Staatsanwalt.

Der FDP Politiker Demandt gibt eine beeindruckende Schlagzahl von Seitenwechseln vor. Kaum hat jemand Neues das Regiment am Ring übernommen - was in der letzten Zeit ja öfters passiert ist - steht er schon für’s Thumbs Up Bild parat.

(Quelle: Nürburgring NAG Geschäftsbrief 1/2011)

Kai Richter? Super Typ, Spitzen Unternehmer. Ringcard, Arena oder Achterbahn? Die größte Erfindung seit geschnitten Brot!

Wer ihn auf der denkwürdigen SWR4 Veranstaltung in Nürburg live erlebt hat, der wird ihn vielleicht so wie ich in Erinnerung behalten haben: trauriges Überbleibsel eines senilen Wichtigtuers.

Aber die Darstellung solcher Zusammenhänge kann man heutzutage leider nicht mehr vom Zeitungsjournalismus erwarten. Da werden Loblieder gesungen, statt kritisch zu recherieren. Wobei Recherche ist auch übertrieben, da braucht man nur mal kurz Google anzuschmeissen.

Müssen sie sich wieder vom Blogger vorführen lassen - nützt ja alles nix.

Die Gründung des Vereins geht übrigens auf Hendrik Hering zurück, mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Alles in diesem Geschäftsbrief nachzulesen.

Mich haben die sauberen Freunde schon von Anfang an von ihrer Facebookseite verbannt - ohne Begründung. Da schließt sich dann der Kreis wieder zu Hendrik Hering.

Tags: Demandt | FreundeDesNürburgrings | Hering | KaiRichter


Samstag, 05. Juli 2014

Audiomitschnitt: Wie Hendrik Hering sein Nürburgring ´Zukunftskonzept´ am 26.März 2010 vorgestellt hat.

Aufgrund der aktuellen Brisanz hier noch einmal der komplette Mitschnitt - 2,5 Stunden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, denn Hermann-Josef Romes, Jörg Lindner und Kai Richter kommen ausführlich zu Wort.

Aber auch Hendrik Hering, der energisch den Vertrag verteidigt, von dem wir heute wissen, dass er den Nürburgring endgültig in die Insolvenz geschickt hat. Nicht nur wegen der desaströsen Verpachtung an die NAG, sondern wegen der Übernahme der ehemals privaten Investitionen von Kai Richter & Co in die Nürburgring GmbH, die sich von den ca. 100 Millionen Euro zusätzlichen Schulden nicht mehr erholen konnte.

Audio Mitschnitt, 26.März 2010 (2,5 Std. MP3)

Wie peinlich und billig das alles - nur 4 Jahre später - rüberkommt.

Ich hoffe Hendrik Hering ist inzwischen eine dicke und wachsende Akte bei der Staatsanwaltschaft.

Tags: Hering | Insolvenz


Freitag, 04. Juli 2014

Das Drehbuch ist jetzt klar: Auf keinen Fall Amerikaner oder Heuschrecke!

Wie sonst will man erklären, dass

  • höhere Angebote nicht zum Zug kamen

  • der endgültige Abgabetermin mehrfach verschoben wurde

  • das ach-so-transparente Verkaufsverfahren unter höchster Geheimhaltung und Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wurde

  • die ausgetricksten Mitbieter jetzt in Brüssel Sturm laufen und

  • die EU Kommission schon 3x ihre Entscheidung bezüglich des Verkaufes verschoben hat?

Florian Zerfaß hat für die WiWo - mal wieder - erstklassig recherchiert und wird dafür sogar von Wilm Hüffer / SWR gelobt:

EU-Kommission: Harter Kampf um Nürburgring-Beihilfebeschluss

Der Oberburner ist, dass Lieser/Schmidt - die offiziellen Totengräber - sich selber als “Retter des Nürburgrings” beweihräuchern.

Die gute Eifelluft bekommt halt nicht jedem.

Lest Euch den Artikel mal in Ruhe durch.

Für mich stellt sich die Sache so dar:

Man hat Capricorn - den tollen motorsport-affinen Mittelständler aus der Region - so lange mit allen Mitteln fitgespritzt, bis er einigermassen mit den großen Jungs mitspielen konnte und dann die Amerikaner und Heuschrecken ausgebootet.

Der Ring in amerikanischer Investorhand? Un-denk-bar! Die Rheinland-Pfälzischen Wähler sind zwar nicht die Hellsten, aber diese Nachricht hätte wirklich jeden erreicht. Und die Regierung bis auf die Knochen blamiert.

Und was macht man in einer solchen Situation? Als RLP Regierung, das was sie am besten können: tricksen, täuschen, tarnen - und nach aussen Heile Welt markieren.

Da passt dann auch in’s Bild, dass Robertino Wild die Insolvenzverwalter ganz toll findet.

Nur die arme Nordschleife sitzt jetzt noch tiefer im Sumpf, als sie es vorher schon war. Geht eigentlich garnicht, aber Malu Dreyer steht tatsächlich Kurt Beck in nichts nach, wenn es darum geht, größtmöglichen Schaden anzurichten.

Diese Leute gehören wirklich alle weggesperrt, bevor sie NOCH MEHR Schaden anrichten!

Tags: WiWo | Insolvenz | Ringverkauf


Keine Geduld: Kai Richter´s Partydorf soll noch vor Verfall abgerissen werden.

Eigentlich hätte man warten können, bis alles von selber zusammenfällt - ich glaube nicht, dass das lange gedauert hätte. So wird früher abgerissen - das wird den Bauherrn freuen, da kann man ihm dann keine Mängel mehr nachweisen.

Wieviel hat Hendrik Hering dafür nochmal bei seinem Superdeal 2010 bezahlt? Und wieso läuft er noch frei rum?

Tags: KaiRichter | Eifeldorf | Insolvenz


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Dienstag, 01. Juli 2014

Der Postillon und das Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst.

Mein Postillon Ableger von gestern hat es sogar bis in die SWR Nachrichten geschafft! Find ich gut - zeigt, dass diese Leute Humor haben. :)

Die Flanke gestern war einfach zu steil, als dass ich sie nicht verwandeln durfte ;)

Viele Leute haben es sogar für bare Münze genommen, obwohl ich es sehr deutlich gekennzeichnet habe: verlinkt, als Tag aufgelistet und den Postillon absichtlich 1:1 kopiert, damit es auch wirklich jeder merkt. Nur die Kräne hab ich durch die Achterbahn ersetzt. Aber anscheinend ist manchen von Euch Aufregen wichtiger als aufmerksames Lesen.

Wer darauf reingefallen ist, dann tut mir das zwar leid, aber Ihr seid selber schuld. Wie deutlich hättet Ihr es denn gerne?! Ein wenig mehr Sorgfalt statt schnellem Überfliegen bei dem Umgang mit Nachrichten würde Euch auch in anderen Bereichen gut helfen. Dieses Buch kann ich zum Einstieg empfehlen - schon ein paar Jahre alt, aber nach wie vor aktuell.

Lasst Euch nicht verarschen und hebt Euch die Empörung für Sachen auf, die es wirklich verdient haben! Das ist nicht nur unser Recht, das ist unsere Pflicht als Bürger.

Unabhängig davon wäre ich tatsächlich dafür, die Achterbahn als Mahnmal stehen zu lassen. 15+ Millionen Euro für Nichts ausgegeben, ausser einem vor sich hinrostenden Stahlgerüst - ein Sinnbild für die Politik in Rheinland-Pfalz. Jetzt haben wir 5 Jahre unter dem Anblick gelitten - während der Ring in die Insolvenz geritten wurde - dann kann man es auch mahnend als Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst für die Zukunft stehen lassen.

Tags: Achterbahn | Postillon


Montag, 30. Juni 2014

Keine Überschuldung laut Innenministerium?!

Was rauchen die in Mainz eigentlich? Oder vertrauen die darauf, dass die Bürger doof und die Journalisten handzahm sind.

t-online.de:

“(..) Der Ring sei 2010 noch nicht überschuldet gewesen und keineswegs ”schöngeredet“ worden. (..)”

Gewagte These!

Hier die Auszüge aus den öffentlich einsehbaren Bilanzen der Nürburgring GmbH:

2006:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis der Unternehmensfortführung erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2007:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis der Unternehmensfortführung erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2008:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird durch eine Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2009:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis einer positiven Fortführungsprognose erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin zur Gewährung nachrangiger Gesellschafterdarlehen vermieden. (..)

Wieso laufen diese Lügner eigentlich noch frei rum?

Tags: Insolvenz | Lewentz | Überschuldung


Hendrik Hering behauptet im TV, es habe keine Alternativen gegeben. Falsch!

Henrik Hering im SWR:

Damals wurden keine anderen verantwortbaren Vorschläge gemacht, wie man hätte anders handeln können. Und deswegen - will mal sagen - aus damaliger Sicht war das verantwortbar - es gab damals keine umsetzbaren Alternativen. Dass man nach 4–5 Jahren neue Erkenntnisse hat - dann schlauer ist - das zeigt das Leben auch in anderen Bereichen.

Ich darf dann mal kurz das Betreiberkonzept in Erinnerung bringen, das genau deswegen - ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand unter anderem von mir - ausgearbeitet wurde: um Alternativen aufzuzeigen.

Unser Motto damals am 27.April 2010:

“Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.”

Hier ist mein Mikebericht dazu: renn.tv/425.

Es gibt auch einen Audiomitschnitt und die anschließende Presseschau.

In Wirklichkeit haben sie sich beeilt, die Richter/Lindner Übernahme durchzuboxen. Denn die Einladungen für die Pressekonferenz in Mainz waren verschickt, der Termin bekanntgegeben. Dem wollte man unbedingt zuvorkommen - was man auch - am 26.März 2010 - geschafft hat.

Wir wurden absichtlich ausgebootet und der Vernichtungsfeldzug unbeirrt fortgesetzt.

Man hätte viele Fehler der letzten 4 Jahre vermeiden können, wenn man uns Gehör geschenkt hätte. Stattdessen ignoriert bzw. diffamiert man uns (“Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz”) und die geballte Arroganz kommt auch in dem Heringstatement hinterher sei man immer schlauer gut rüber.

Ingolf Deubel hat auch immer große Reden geschwungen und hat jetzt 3,5 Jahre an der Backe. Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe solche Möchtegern-Diktatoren wie Hendrik Hering und seine Bande bekommen ihre Quittung.

Tags: Hering | Insolvenz | Betreiberkonzept


Ringracer Achterbahn am Nürburgring wird unter Denkmalschutz gestellt.

Laut Denkmalrat Rheinland-Pfalz soll die Achterbahn am Nürburgring noch in diesem Jahr unter Denkmalschutz gestellt werden. Der 38 Meter hohe Coaster sei inzwischen so in das Erscheinungsbild des Nürburgrings integriert, dass ein Abbau nicht mehr in Frage komme. Ein siebenköpfiges Expertengremium aus Historikern und Architekten befand die im späten 20. Jahrhundert gefertigte Bahn für “historisch wertvoll” und bezeichnete sie als “Monument menschlicher Unfähigkeit”.

(Via.)

Tags: Achterbahn | Ringracer | Insolvenz | Postillon


Sonntag, 29. Juni 2014

Hendrik Hering und Carsten Kühl rücken zu Ingolf Deubel in die Riege der amtlichen Ringzerstörer auf.

SWR:

“Der neue Rechnungshofprüfbericht ergebe, dass die Überschuldungssituation der Ring GmbH schon 2010 klar erkennbar gewesen sei. Hering habe damals dennoch behauptet, dass die Landesregierung die Probleme in den Griff bekomme. Ebenfalls in der Kritik steht die durch Finanzminister Carsten Kühl (SPD) angewiesene zwischenzeitliche Finanzierung von 330 Millionen Euro über die Landesförderbank ISB, für die das Land auch noch gebürgt hatte. Laut Rechnungshof sei das Kreditausfallrisiko zu hoch gewesen - außerdem habe Kühl die Summe durch einen Nachtragshaushalt absegnen lassen müssen.”

Als ich Hendrik Hering auf Facebook um Stellungnahme gebeten habe, hat er mich kurzerhand gesperrt. Er hat dem Nürburgring im März 2010 den Todesstoss versetzt, als er - um die SPD über die 2011er Wahl zu retten - Kai Richter seine Gastro- und Hotelbauten für 100 (?) Millionen Euro abgekauft hat. Das konnte die Nürburgring GmbH überhaupt nicht verkraften.

Und Carsten Kühl war vor seiner Zeit als Finanzminister einer der 4 Verantwortlichen, die mit ihrer Aufsichtsratsentscheidung die Todesseuche Erlebnisregion im Nov. 2007 erst in Gang gebracht haben, schon daran hat sich die Nürburgring GmbH überhoben.

Tags: Hering | Kühl | Insolvenz


Freitag, 13. Juni 2014

Wenn es ein Nürburgring Souvenir gibt, das garantiert jeder haben will ...

… dann kann das nur das tolle “ring°racer Shirt” sein!

(Klick! für gross.)

Tags: Erlebnisgrab | Achterbahn | Insolvenz


Die alljährliche Zuschauerlüge.

“… startet das Team am 21. Juni 2014 vor über 200.000 Besuchern beim diesjährigen ADAC 24h-Rennen auf der traditionellen Nürburgring-Nordschleife.”

Das werden wir vor, während und nach N24h noch öfter hören leider. Mir wär’s ja egal, aber unsere Nürburgring-Enteignung hat ihren Ursprung in den gefälschten Zuschauerzahlen und der doppelten Buchführung. Damit wurde von Kafitz & Co die Begründung gebastelt, so überdimensioniert zu bauen und als dann - Überraschung!! - keine Zuschauer kamen, hat man einfach Insolvenz angemeldet für alles komplett.

(Rhein-Zeitung, Nov. 2011)

Tags: Zuschauerlüge | Besucherzahlen | Zuschauerzahlen


Samstag, 07. Juni 2014

Der Nürburgring-Plan von Roger Lewentz.

(Klick für Gross.)

Tags: Lewentz | Insolvenz


Freitag, 06. Juni 2014

Selbst der SWR wird jetzt deutlicher.

Bei SWR Zur Sache haben sie gestern das Nürburgring Thema vor dem Hintergrund der EU Vorlage durchleuchtet - erstaunlicherweise haben Beck, Kühl und Hering ordentlich einen mitbekommen. Und den Lewentz haben sie im Interview - für SWR Verhältnisse - kräftig gegrillt, der wäre fast geplatzt.

Erst geht’s um Rock am Ring (19:17) und dann kommt das allgemeinere Thema (25:55):

Videolink SWR.de / gibt es auch als Download.

Da sind dann solche Spitzen drin, dass Deubel und Beck zurückgetreten sind - die Beck’sche Ausrede mit der Gesundheit wird absichtlich nicht mehr erwähnt. Oder dass Kühl und Hering noch im Amt sind, obwohl sie Schuld an der Katastrophe haben.

Lediglich auf die Verantwortung von Roger Lewentz sind sie im direkten Gespräch nicht eingegangen - in seiner Verantwortung als Innenminister lag der Nürburgring seit der Landtagswahl März 2011.

Ich bleibe dabei: sollte die EU wirklich das vernichtende Urteil aussprechen, müsste meiner Meinung nach die Regierung zurücktreten und Neuwahlen ausgerufen werden. Denn dann wären die Massnahmen, die Hendrik Hering mit Rückendeckung der Regierung ergriffen hat, alle illegal und haben nur dem Ziel gedient, unter großen Verlusten für den Steuerzahler, die Landtagswahl 2011 zu gewinnen.

Die EU hat allerdings die Entscheidung - die heute hätte fallen sollen - vertagt. Das kann 2 Gründe haben: entweder versucht man das Urteil abzuschwächen oder der Verkauf geht doch nicht so sauber durch, wie es ursprünglich inszeniert wurde.

UPDATE:

In der WiWo steht, das die Beschwerde vom unterlegenen Bieter NeXovation der Grund ist.

Tags: ZurSache | Insolvenz


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Mittwoch, 14. Mai 2014

Hat die SPD den Nürburgring verzockt, um sich 2011 über die Landtagswahl zu retten?

Julia Klöckner hat heute im Landtag nochmal kräftig den Finger in die Wunde gelegt - richtig so (PDF ihrer Rede). Schadenersatz und Gefängnisstrafen, das sollte meiner Meinung auf einige amtierende (!) Politiker zukommen.

“Alle in der Regierung wollten am ganz großen Rad des internationalen Rennsports mitdrehen. Und als das Rad sich nicht drehen wollte, dann begannen die Durchhalteparolen, die Versprechungen wider besseres Wissen. Die Landtagswahl stand bevor. Dem Ministerpräsidenten und dem Kabinett ging es in erster Linie um den Machterhalt der SPD und darum, sich irgendwie über die Landtagswahl 2011 zu retten. Wurden die Wähler bewusst getäuscht?”

Meine Meinung: ja!

Ich hoffe, das hat alles noch ein kräftiges Nachspiel für die falsche Bande, die - entgegen allen Warnungen! - die Nordschleife verzockt hat.

Tags: JuliaKlöckner | Insolvenz | Landtag


Montag, 05. Mai 2014

Wilhelm Hahne zu dem Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Ich hatte mich ja schon direkt nach der Veranstaltung hingesetzt und meine Eindrücke aufgeschrieben - Wilhelm Hahne hat noch ein paar Hintergründe recherchiert und heute nachgelegt:

Der „Tag der Begegnung“ hatte für mich als alter Mann so etwas von einer großartig geplanten und dann auch in die Realität perfekt umgesetzten Kindergartenveranstaltung. - Hatte ich vielleicht schon die neuen Attraktionen einer neuen „Nürburgring-Geisterbahn“ kennen gelernt?

Eigentlich gab es auch keinen großen Unterschied zwischen dem was ich z.B. in 2010 in Adenau durch Herrn Kai Richter gehört hatte:

„Nun haben wir zunächst mal die Verträge geschlossen. - Und jetzt fangen wir an zu denken.“

…und den aktuellen Höreindrücken von 2014:

„Strukturen müssen angepasst und verändert werden. Aber wir werden nicht überhastet oder überstürzt vorgehen.“

Tags: Insolvenz | Capricorn | WilhelmHahne


Freitag, 02. Mai 2014

Dieter Weidenbrück zur gestrigen Capricorn/Regierung Veranstaltung.

Auf der Ja zum Nürburgring Webseite:

“Die Veranstaltung war gut gemeint und verfolgte die Absicht, capricorn/GetSpeed in dieser schweren Anfangsphase mit Rückendeckung zu versorgen. Aus meiner Sicht ist das nicht gelungen. Vielmehr hat sich der Eindruck verstärkt, dass das „Konzept“ und das „neue Geschäftsmodell“ doch eher auf Visionen denn auf konkreten, durchführbaren Plänen beruhen. (..) Man könnte das auch einfacher ausdrücken: es wird alles teurer werden, und zwar nicht zu knapp.”

Tags: Insolvenz | Capricorn | Dreyer | DieterWeidenbrück


Donnerstag, 01. Mai 2014

Fiktion vs Wirklichkeit am Nürburgring.

Während Malu Dreyer bei ihrer gefühlten Abschiedstournee (sieht mein Post gestern) selber Schwierigkeiten hat, ihre Sorgen zu unterdrücken (“Ich glaube, dass wir eine echte Chance haben, am Ring strukturell etwas zu bewegen.”), wird beim unterlegenen Bieter kräftig durchgeladen:

"Sehr geehrte Frau Dreyer, (..) Wir nehmen an, dass Ihnen bereits bekannt ist, dass das Bieterverfahren nicht den Vorgaben des EU Beihilferechts entsprochen hat, das Verfahren nicht transparent durchgeführt wurde und zudem nicht der Höchstbieter den Zuschlag erhielt. Dies bedeutet erstens, dass der obsiegende Bieter selbst in den Genuss rechtswidriger Beihilfen gekommen ist, was zur Nichtigkeit des Veräußerungsvorgangs führt und zweitens sich die Haftung für die Rückforderung der unrechtmäßig gewährten Beihilfen zugunsten des Nürburgringkomplexes auf den Erwerber erstrecken wird. Beides wird nicht in ihrem Interesse liegen, da so zu einem langjährigen Rechtsstreit um den Nürburgring in der Öffentlichkeit kommen kann und wird."

(Hervorhebungen entsprechen denen im Originaltext.)

Das Schreiben kann man als Teil von Florian Zerfaß’ neuem Artikel bei der Wiwo komplett nachlesesen - und es ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst.

“Der Erwerber des Nürburgrings stand bereits deutlich vor der Tagung des Gläubigerausschusses am 11. März 2014 fest, wie unser Mandant aus eigenen Recherchen nach Zuschlagserteilung erfahren musste.”

Soweit zu der Entscheidung des Gläubigerausschusses.

Der Nürburgring ist nicht zufällig in diese Situation geraten, sondern wurde von den Akteuren dieser Insolvenz in Eigenverwaltung - also dem eingesetzten Insolvenz-Geschäftsführer, dem Sachwalter und der Landesregierung - in diese hoffnungslose Lage manövriert:

“In der Konsequenz ist der einzig rechtmäßige und auch im Interesse der Sache richtige Schritt, das Bieterverfahren wieder aufzugreifen und in der Folge unsere Mandanten den Zuschlag zu erteilen.”

Also nicht die von Frau Dreyer mangels Plan B avisierte Neuauflage des Verkaufsprozesses, sondern der Austausch des Käufers: statt Capricorn die NeXovation Inc. aus Tennessee. Von der - nicht nur am Ring - noch niemand etwas gehört hat.

Ich bin mir sicher, dass Frau Dreyer dieses Schreiben vor ihrer Blümchentour am Ring bekannt war.

Aber noch ein weiteres Thema greift der Artikel auf: die wirtschaftliche Herausforderung, den Nürburgring unter dem Capricorn-Konstrukt mit schwarzen Zahlen zu betreiben:

“Das Memorandum liegt der WirtschaftsWoche vor. KPMG kommt darin zu dem Schluss, dass Capricorn ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 12,8 Millionen Euro erreichen müsse.”

Ein operatives Ergebnis von 12,8 Millionen, um Herr über die Lasten von Zinsen und Abschreibungen zu werden! Das geht entweder nur mit massiven Umsatzsteigerung oder Kosteneinsparungen. Die Strecken sind auch jetzt schon immer ausgelastet, also bliebt nur die Preisschraube. Und bei den Kosten ist es das Personal oder die Instandhaltung, wo der Rotstift als erstes kreist. Nach den Rieseninvestments in Beck’s Betonsärge ist in die Strecken kaum noch Geld geflossen und man sieht es ihnen inzwischen auch an. Wenn dort nicht bald etwas passiert, dann ist der Nürburgring auch schnell aufgebraucht.

Ach ja, da war ja noch was: die Rhein-Zeitung. Alles super, alles toll.

Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen und ich hoffe sehr, dass sich die Verantwortlichen alle irgendwann beim Freigang im Gefängnisinnenhof ihre Heile-Welt-Märchen gegenseitig erzählen können!

Tags: WiWo | Capricorn | NeXovation | Insolvenz


Mittwoch, 30. April 2014

Der Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Die Veranstaltung heute abend kam mir ein wenig vor wie die Verabschiedung der Landesregierung vom Nürburgring. Auf jeden Fall hätten sie das gerne - das war Malu Dreyer deutlich anzumerken. Endlich das leidige Thema loswerden.

Immerhin konnte sie bis vornehin fahren …

… was ja bei Ihr tatsächlich Sinn macht.

Endlich kam auch mal wieder der stromfressende weltgrösste LED zum Einsatz:

Getroffen habe ich Dieter und die Familie Menzel …

… aber auch Reinhold Schüssler und Wilhelm Hahne:

Aber ansonsten war das Besucheraufkommen eher dürftig:

Wenn man mal die Journalisten, Reporter, Mitarbeiter, Funktionäre, Politiker, Chauffeure und Zulieferer abzieht, dann bleibt da nicht mehr viel übrig.

Das ganze Spekatakel ging kurz vor 7 los und hat etwa 90 Minuten gedauert. Keine Veranstaltung ohne Imagefilm - wie bei besten Richterlindnerzeiten wird kräftig der Mythos bemüht:

Allerdings war das für die erste Reihe etwas schwer zu sehen:

Informationen gab es wenige, dafür umso mehr Visionen. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass eine einzige Frage zufriedenstellend und auf den Punkt beantwortet worden wäre - obwohl man sich betont souverän gab.

Malu Dreyer hat gleich zu Anfang mal klargestellt, dass sie am Verkaufsprozess nicht beteiligt war.

Pietro Nuvoloni - den wir als Propagandaminister Pressesprecher der Insolvenzverwalter kennen, hat den Moderator gespielt und das garnicht mal schlecht. Regelrecht liebevoll hat er kritische Fragesteller umschifft und immer wieder betont sanft für eine familiäre Diskussionsatmosphäre gesorgt.

Das war auch nötig, denn besonders Robertino Wild zeigte sich zwischenzeitlich etwas dünnhäutig. Wenn er über seine Visionen (Träume?) referiert, dann redet er wie ein Kunstschaffender über seine Werke - aber wenn jemand kritische Töne anschlägt, dann könnte man meinen, er fühle sich in seiner Würde verletzt.

Für mich war es das erste Mal, dass ich ihn live erlebt habe, von daher war das mal ganz interessant.

Ich habe jemanden mit einer GoPro gesehen, ich hoffe das wird ein kompletter Mitschnitt, damit Ihr Euch selber ein Bild machen könnt.

An neuen Informationen gab es nicht viel zu holen: Barzahlung wird ab sofort wieder möglich sein - die Verluste der Ringkard, für die der Steuerzahler aufkommen muss, schätze ich in der Größenordnung von einem 2-stelligen Millionenbetrag. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Der Herr Hockenheim-Schmidt hat kein Hehl daraus gemacht, dass ab jetzt ein anderer Wind weht - nämlich ein kaufmännischer. Das heisst man wird die Vorgaben des Nürburgring-Gesetzes einhalten, aber auch nicht mehr. Ich sehe schwere Zeiten auf die RCN zukommen.

Der Herr Schumacher hat sich auch vorgestellt:

Robertino Wild meinte, er kenne ihn schon viele Jahre und er sei sehr beeindruckt von seinen Management-Fähigkeiten. Der Herr Schmidt sass aussen und hat versucht sich nichts anmerken zu lassen. Warum braucht man ein neues Management, wenn das existierende doch so toll ist?

Adam Osieka kam nur einmal kurz zu Wort, als es um Trackdays ging. Dag von Garrel aus Adenau wollte wissen, wieso er keinen Trackday bekommt, GetSpeed aber 7. Adam meinte als Antwort, dass er nur 1 Trackday habe und bei den anderen habe er sich nur eingeklinkt.

Herr Schmidt meinte daraufhin, das sei doch ein Kompliment, die Strecke sei ausgebucht und war es auch immer. Da frage ich mich, wo der zusätzliche Umsatz inkl. Rendite herkommen soll, um die hohe Kapitallast für den Bankkredit zu bedienen, von dem der Nürburgring gekauft wurde. Was bisher nicht gereicht hat, soll auf einmal Wunder vollbringen?

Zur Achterbahn hat Herr Wild versprochen, dass sie nächstes Jahr nicht mehr steht. Sie würde woanders zum Einsatz kommen und der neue Betreiber baut sie auch kostenlos ab.

Das neue Industriegebiet kam auch zur Sprache, Meuspath sei ein Erfolgsmodell, aber ausgebucht und Firmen würden bereits anfragen, um bei dem neuen Industriegebiet mitzumachen.

Zum Thema Erfolgsmodell fällt mir nur ein, dass der Zweckverband, der das Industriegebiet verantwortet, garnicht so rosig dasteht, wie die blumigen Worte das vermitteln.

Es gab noch einige weitere Themen, aber diese hier sind mir im Gedächtnis geblieben. Dieter fragte ganz zu Schluss, als der Herr Nuvoloni bemüht war, die Veranstaltung schnell zu beenden, ob die Regierung denn einen Plan B habe, wenn die EU den Verkauf nicht genehmigt. Stellt sich raus, hat sie nicht. Dann geht das Verkaufen einfach wieder von vorne los.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die ganzen Abläufe ziemlich traurig machen. Ohne mit der Wimper zu zucken wirft die Frau Dreyer den Ring Spekulanten vor die Füsse und verdrückt sich durch die Hintertür. Die Textbausteine sind immer die gleichen - die Insolvenzverwalter haben einen guten Job gemacht usw. Was als Informationsabend geplant war, war nichts weiter als ein großer Luftballon - immer die gleichen Sprüche - ohne Fakten und Tatsachen. Man hofft auf eine gute EU Entscheidung, man ist sich sicher, der Ring bricht in eine neue Zukunft auf.

Woher das ganze Geld kommen soll, für die Umbauten, die Zinslast, die Instandhaltung - ist nach wie vor offen geblieben.

War ein anstrengender Tag für mich heute, von der Arbeit aus Köln direkt zum Ring und wieder zurück - dabei wollte ich eigentlich meinen Spa-Besuch für die WEC 6h vorbereiten. Ich hatte schon im Gefühl, dass das heute am Ring keine schöne Veranstaltung wird, aber ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Ich hab auch viele bekannte Gesichter gesehen, denen es ebenso ging - das fand ich dann wiederum gut.

Tags: Insolvenz | Capricorn | MaluDreyer


Dienstag, 29. April 2014

3 Fragen an Malu Dreyer und Capricorn zum Nürburgring-Verkauf.

Morgen kommt Malu Dreyer zur Propaganda Wahlkampf Leute beruhigen Informations-Veranstaltung an den Nürburgring und ich hoffe es kommen viele Nürburgring-Freunde, um ihr auf den Zahn zu fühlen.

Die Fragen, die mich am meisten interessieren, wären:

1.)

Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass der Kauf durch Capricorn zum größten Teil fremdfinanziert ist und keine wesentlichen Zahlungen vor 2015 geplant sind. Ist der Kredit der Deutschen Bank an Bedingungen geknüpft? Ist die Kreditzusage verbindlich und kann nicht zurückgezogen werden? Welche Konditionen und Sicherheiten liegen dem Kredit zugrunde? Eine öffentliche Bestätigung der Deutschen Bank wäre hilfreich, normalerweise sind Banken bei Krediten bei solchen Größenordnungen und in der Öffentlichkeit stehenden Projekten nicht so zugeknöpft.

2.)

Zu den 25 Millionen Euro Investement:
a) Wo kommt dieses Geld her?
b) Wofür wird es ausgegeben?
c) Wann starten die Investitionen?

3.)

Frau Dreyer, welche Beteiligung hatten Sie und Ihr Büro am Verkaufsprozess? Wie beurteilen Sie, dass der Nürburgringverkauf auf einen Bankkredit gestützt ist?

Tags: Insolvenz | MaluDreyer | Capricorn


Sonntag, 27. April 2014

Schadensersatz von den Nürburgring-Zerstörern?

Julia Klöckner:

“Das Land müsse erklären, „ob es als Vermögensverwalter Schadenersatzansprüche an die Schuldigen des Nürburgring-Debakels stellen will“, so Klöckner. Sie beruft sich dabei auf die Einschätzung „führender Juristen“. Der Steuerzahler habe eine Summe von mindestens einer halbe Milliarde Euro verloren.”

Sag ich doch!

Tags: Insolvenz | Ringprozess


Samstag, 26. April 2014

Hat die Landesregierung am Nürburgring auch beim Verkauf getrickst?

Es mehren sich die Anzeichen, dass Capricorn absichtlich bevorzugt wurde: die Abgabefrist wurde mehrfach verlängert, den Finanzierungsnachweis von Capricorn wird angezweifelt und die Konkurenz-Angebote lagen sogar preislich höher. Von Durchwinken kann bei der EU in Brüssel keine Rede sein.

Wirtschaftswoche / Florian Zerfaß:

“Die Verlängerungen sind ein zentraler Punkt in der Cox-Beschwerde. „Ich vermute, dass diese Verlängerungen mit Absicht gewährt wurden, um Capricorn zu bevorzugen“, findet Cox. Denn eigentlich hatten alle Bieter die Vorgabe bekommen, bis zum 11. Dezember 2013 ihr verbindliches Angebot vorzulegen, inklusive Finanzierungsbestätigung. Capricorn hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Finanzierungszusage, (..)”

“Capricorn bekam später für einen substanziellen Teil des Kaufpreises zwar eine Finanzierungszusage der Deutschen Bank, diese allerdings sei dem Gläubigerausschuss nicht im Original vorgelegt worden. Zudem kritisiert Cox, dass gleich mehrere der von den Verkäufern selbst mitgeteilten Auswahlkriterien nicht konsequent eingehalten worden seien.”

Die Regierung reagiert wie immer, wenn es am Nürburgring knirscht im Gebälk - beschwichtigen, schönreden, verschleiern & vertrösten:

“Am Mittwoch allerdings werden die Beschwerden keine große Rolle spielen, dann ist Schönwettermachen angesagt. „Tag der Begegnung und des Informationsaustausches mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer“ lautet das Motto der Veranstaltung, in der Einladung heißt es, dass es für Pressevertreter die Gelegenheit zur Besichtigung exklusiver Nürburgring-Lounges „mit Blick auf die Grand-Prix-Strecke“ geben wird.”

Tags: WiWo | MeyrickCox | Insolvenz


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Samstag, 12. April 2014

Warum ich ein Problem mit Falken Motorsport habe - und was das mit Kai Richter und Mediinvest zu tun hat.

Kai Richter gilt nicht nur für mich als der Totengräber des Nürburgrings, seine weltfremden Investitionen, die am Ende der Steuerzahler bezahlen musste, sollen nach nur ein paar Jahren wieder abgerissen werden. Doch die Folgen sind katastrophal: Insolvenz der Nordschleife mit anschließendem Verkauf des öffentlichen Eigentums.

Nichtmal vor dem N-Forum hat er haltgemacht - und es kurzerhand verklagt.

Unterstützt wurde er bei seinen Aktivitäten von einer Kommunikationsagentur in Hamburg: Dederichs Reinecke.

Hier ein paar Beispiele der professionellen Schönredner:

“Den geschäftsführenden Gesellschafter der Mediinvest GmbH und Leiter der Investorengruppe, Kai Richter, überzeugten insbesondere die Alleinstellungsmerkmale des Projektes: ”Das was hier entsteht, ist weltweit einmalig. Der Nürburgring ist emotional enorm aufgeladen und für Motorsport-Fans auf allen Kontinenten ein Muss. Keine Rennstrecke ist so stark traditionell verankert und bietet gleichzeitig auf eine moderne Art und Weise so viele unterschiedliche Angebote. Prof. Dr. Ingolf Deubel sieht den Nürburgring-Ausbau auch als Resultat der regionalen Verantwortung: “Der Nürburgring ist der wichtigste Frequenzbringer und Wirtschaftsmotor in der Region. Diese wird im hohen Maße profitieren. Der Ausbau verbessert nicht nur die wirtschaftliche Stellung des Rings, sondern stärkt auch alle anderen touristischen Angebote in der Region.”

"Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

“Erstmalig bot der Nürburgring am Grand-Prix-Wochenende auch für Besucher ein Abendprogramm, das sich hinter keiner Großstadt-Partymeile verstecken muss. Am Donnerstag flossen zum Fassanstich im Eifeldorf Grüne Hölle 500 Liter Freibier - natürlich vom eigenen Nürburger Bräu. Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit konnten wir das Eifeldorf Grüne Hölle, das Lindner Congress & Motorsport Hotel sowie den Lindner Ferienpark Nürburgring in Dress/Eifel bereits einige Tage vor dem offiziellen Startschuss in Betrieb nehmen und insbesondere auch der regionalen Bevölkerung präsentieren“, freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.”

Schön die Taschen voll gemacht und den Leuten Honig um den Mund geschmiert, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als der Nürburgring Unterstützung am nötigsten hatte.

Immer wenn Kai Richter einen Auftritt hatte …

… war Dederichs Reinecke - hier in Person von “Senior PR Berater” André Schmidt - nicht weit:

Der Nürburgring wurde immer tiefer reingeritten, doch was kümmert einen schon die Not der Nordschleife, wenn man Kai Richter die Tasche hinterhertragen darf?

Doch was hat das jetzt mit Falken Motorsport zu tun?

Seit 2011 vertraut die Reifenfirma auf die Dienste von Dederichs Reinecke

(Klick! für gross.)

… und ganz ehrlich: damit ist Falken für mich untendurch. Business as usual ist mit mir nicht drin, besonders wenn es um den Nürburgring geht.

Aktuell feiert man sich mit 100.000 Facebook Likes und hat auch einen entsprechenden Aufkleber auf dem Auto:

Ob diese 100.000 Facebooker wissen, daß sie - über Bande - dem Totengräber des Nürburgrings ihre Stimme geben?

Tags: Dederichs | Reinecke | Falken


Sonntag, 23. März 2014

Wie hoch ist der Verkaufspreis für den Nürburgring und wann wird er bezahlt?

Im Grunde geht es uns Volk ja nichts an, wenn unser Eigentum verkauft wird. Da wird zum Verkaufspreis nur lapidar verkündet:

“Das Transaktionsvolumen liegt bei über 100 Mio. EUR, wovon bis zu 25 Mio. EUR für Investitionen in den Ausbau des Nürburgrings und seiner Peripherie sowie für die Entstehung eines neuen Automobilen Technologie Clusters vorgesehen sind.”

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Allerdings hat der Spiegel Details ausgegraben und das liest sich so:

“Demnach werden 3,5 Millionen Euro für Ausgaben abgezogen, darunter 2,5 Millionen für einen von Capricorn geplanten Personalabbau um etwa 70 Stellen. 6 Millionen sind ein reiner Rechenwert: der angeblich erwartete Gewinn, den der Ring bis zum Jahresende erwirtschaften soll.”

Beim nächsten Autokauf mach’ ich das auch so:

Ich sag dem Verkäufer, daß er ein Jahr lang kräftig Sprit sparen soll und die Ersparnis soll er mir dann auf den Verkaufspreis gutschreiben.

Daß ich da noch nicht früher drauf gekommen bin!

“Zudem sollen dem Käufer 11 Millionen teils jahrelang ”gestundet“ werden, die Zahlung hängt also vom Erfolg des Geschäftsmodells am Ring ab.”

Das hat ja schon unter Richter/Lindner garnicht prächtig funktioniert! Kann man also wieder so machen.

“Die angekündigten Investitionen über 25 Millionen Euro sind bislang reine Absichtserklärungen von Capricorn, die im Vertrag nicht fixiert sind.”

Vertraglich fixieren? Warum, wenn’s doch auch ohne geht.

Alles in allem nicht die Antworten, die ich mir erhofft hatte. Gut nachzuvollziehen, daß Reinhold Schüssler das nicht unterschreiben konnte. Die anderen 4 Gläubigerausschüssler hatten da wohl weniger Problem (die Namen stehen hier).

Für mich riecht das Ganze wieder stark nach Beihilfe (Staat unterstützt Unternehmen) und damit wären die nächsten Unruhen vorprogrammiert. Ich seh auch den Geier HIG wieder kreisen, denn so ein wackeliges Konstrukt ist angreifbar - wer weiß, ob da nicht schon an der Klage gebastelt wird. Schließlich hat HIG bisher in dem Verfahren schon eine mächtige Stange Geld ausgegeben, da kommt es darauf dann auch nicht mehr an.

Statt dem Nürburgring die verdiente Ruhe zu gönnen, werden einfach die nächsten Nebelkerzen gezündet. Wann hört die Geheimniskrämerei endlich auf?

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Sonntag, 16. März 2014

VIDEO: Länderspiegel, Freizeitpark vor dem Abriss.

Kritscher Beitrag im ZDF, kennt man so garnicht von denen. Fazit: Freizeitpark wird abgerissen, Zukunft ist offen.

Kein Sterbenswörtchen über den Vorsitzenden des ZDF Verwaltungsrates - Kurt Beck.

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Roland Tichy: 18 Ulis versenkte der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck am Nürburgring mit dümmlichsten Aktionen.

Roland Tichy im WiWo Blog:

“Stattdessen wird vorgerechnet, wie viel Kitas oder Schulen man für die von Hoeneß hinterzogenen Steuern bauen könnte. Die Rechnung geht auch anders herum. Nennen wir 27,2 Millionen Euro der Einfachheit halber „einen Uli“: 18 Ulis versenkte der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck am Nürburgring mit dümmlichsten Aktionen. (..) Auffällig: Dafür geht kein Politiker je in den Knast.”

Schön, daß das auch mal jemand aus dem nicht-Nürburgring Dunstkreis auffällt. Die Rechnung geht auch so: bei 18 Ulis müsste Kurt Beck demnach auch 18 x 3,5 Jahre in den Bau: 63 Jahre.

Tags: KurtBeck | Insolvenz


Happy Birthday N-Forum!

Heute hat das N-Forum Geburtstag, es wird 13 Jahre alt: Herzlichen Glückwunsch liebes N-Forum!

Und am Dienstag wurde die Nordschleife verkauft - ich muss zugeben, bei mir überwiegt die Trauer.

Ich glaube die Leute mit der “Lass-sie-doch-erstmal-machen” Einstellung sind pragmatischer als ich. Zweckoptimismus, nach vorne schauen, das Leben geht weiter. Ich bin da zurückhaltender. Sollte die EU den geplanten Verkauf besiegeln, geht ein Kapitel für immer zuende, das Volkseigentum Nürburgring wechselt in Privatbesitz.

All die Jahre habe ich mich bemüht, um genau das zu verhindern. Es gab und gibt auch viel Unterstützung und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der Zeit und Nerven geopfert hat und auch weiter opfert - doch leider gab es noch viel mehr Leute, die schneller in Deckung gegangen sind, als man gucken kann. Darunter waren auch genau die Leute gewesen, auf die es ankommt, die Leute mit Gewicht, die Leute, die auch der Nordschleife dankbar sein können, daß sie in der Situation sind, in der sie sich heute befinden. In zwei Wochen wollen sie wieder umjubelt werden und tun so, als wäre nichts gewesen.

Als ich das Forum gegründet habe, waren wir ein eingeschworenes Team, wir haben im FSZ und in Balkhausen Feste gefeiert und die Nordschleife hochleben lassen. Wir haben uns ausgetauscht, sind durch sportliche Höhen und Tiefen gegangen und die Welt war in Ordnung.

Die Jahre 2004 und 2005 waren sensationell, für alles Geld der Welt möchte ich sie nicht missen. Ich war so begeistert, daß ich alle Register gezogen habe, um sie in Foto und Film festzuhalten - und die Fahrer haben sich die Mühe gemacht, die Emotionen mit ihren Rennberichten rüberzubringen. Das N war unser Gütesiegel, der Fahrer des Jahres eine hart umkämpfte Wahl.

Doch dann kam das Böse. 2006 wurde es ernst, 2007 schließlich abgesegnet und 2009 erhob es sich für jeden sichtbar als hässliches Geschwür mitten in der schönen, traditionsreichen Anlage.

Doch das Böse zog auch ein in die Menschen, die Lager wurden gespalten und die Leute infiltriert von Habgier und Missgunst - andere zogen den Schwanz ein aus Furcht und Angst. Wie die Scheissfliegen wurden die gierigen Falschspieler aus allen Ecken angelockt: aus der Politik und Wirtschaft, aber auch aus Berater- und Anwaltbüros.

Ein räuberischer Beutezug durch die Eifel, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und - um den Bogen wieder zu spannen - auch ohne Rücksicht auf die engagierte Szene: das N-Forum wurde kurzerhand verklagt, für ein Jahr stillgelegt und der Betreiber - ich - in einen nervenaufreibenden Prozess verstrickt.

Ich habe es gerne gemacht, denn sonst hätte ich längst das Handtuch geschmissen - und ich habe auch die Hoffnung nie aufgegeben, daß die Gemeinschaft, die ich aus früheren Jahren so eingeschworen in Erinnerung hatte, zusammen das Ruder rumreissen könnte. Immerhin hatten wir alle Argumente auf unserer Seite und wenn wir alle zusammenhalten für die Sache, dann sind wir viele und dann sind wir laut.

Leider waren wir zu wenig und zu leise, die Politik konnte uns am langen Arm verhungern lassen. Ich bin mir sicher, es stand auf der Kippe und mit mehr Unterstützung aus den Reihen der Aktiven hätte die Entwicklung anders ausgesehen.

Doch so wurde die Nordschleife wieder und wieder vergewaltigt - viele schauen zu oder weg, manche klatschen sogar Beifall.

Was für ein bitterer Rückblick zum Geburtstag - ich weiß. In der Schule wären wir mit 13 jetzt in der 7.Klasse, aber unsere Schulzeit wäre geprägt gewesen von Versagern und Plünderern.

Ob ich es nochmal machen würde? Ich fürchte: ja. Die Alternative wäre gewesen tatenlos zuzusehen - da hätte ich dann sogar noch mehr gelitten.

Ich habe Respekt vor dem Coup, den Adam, Dr.Wild, Axel Heinemann und die unbekannten Geldgeber im Hintergrund gelandet haben. Ich hoffe sie werden glücklich. Aber ich sehe scharz für die Dinge, die mir und vielen anderen an der Nordschleife von Bedeutung waren - es sind Erinnerungen an eine vergangene Zeit, die vielleicht heutzutage nicht mehr passt. Ich möchte damit nicht bewerten, ob deren Abenteuer erfolgreich ist oder nicht - vielmehr ist der Nürburgring nicht mehr das, was er war: unser aller Volkseigentum, wo wir mit großer Freude unsere Frezeit verbringen durfen und für den wir manche Entbehrungen auf uns genommen haben. Jetzt ist er Privatbesitz und das wird - das Abnicken des Kaufvertrages durch die EU vorausgesetzt - immer und ewig so bleiben.

Das N wird uns vielleicht helfen, die schönen Erinnerungen an eine vergangene Zeit immer wieder zurück in’s Gedächtnis zu rufen - so wie Save The Ring den Protest zum Ausdruck bringt, daß gegen unseren Willen gehandelt wurde - aber auch die Hoffnung auf eine gute Nürburgring-Zukunft unter komplett veränderten Voraussetzungen.

Es waren einzelne Personen, die sich an der Rennstrecke vergangen haben und genau so, wie wir die Erfinder und Erbauer der Nordschleife in Ehren halten, so verdienen auch die Schuldigen ein Denkmal der Verachtung, damit ihre durchtriebenen Taten nie in Vergessenheit geraten.

Tags: NForum | Geburtstag | Insolvenz | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Montag, 10. März 2014

Hektisches Nürburgring Verkaufs-Chaos!

Heute erst in der Rhein-Zeitung so:

“Eine Gruppe regionaler Unternehmer plant nach Informationen unserer Zeitung, kurz vor Toresschluss noch ein Angebot abzugeben. Es wird mit ungefähr 15 Millionen Euro dotiert sein (..). Das neue Angebot (..) passt zu der ursprünglichen Offerte des ADAC. Es bezieht sich nach Informationen unserer Zeitung auf sämtliche Bereiche, die der Automobilklub nicht abdeckt.”

Das hört sich doch garnicht schlecht an: der ADAC mit angeblich 37 Mio kauft die Strecken (und Boulevard/Ringwerk, weil das wurde nur zusammen angeboten) und betreibt sie gemeinwohlorientiert - also ohne der Notwendigkeit Gewinn erzielen zu müssen. Und ein anderes Unternehmen kauft die Hotels und Ferienhäuser für 15 Mio - also insgesamt 52 Mio. So hoch sei wohl auch in etwa das Angebot von Capricorn bzw. der HIG Cayman Islands Heuschrecke. (Die 15 Mio haben vor nur 5 Jahren stramme 150 Mio Steuergeld gekostet!)

Und dann - wie ein Blitz aus heiterem Himmel:

Die Verwalter der Motorsport-Liegenschaft in der Eifel haben überraschend für Dienstagnachmittag zu einer Pressekonferenz nach Koblenz eingeladen. In dem Einladungsschreiben heißt es: „Auf unserer Pressekonferenz werden wir Ihnen das Ergebnis des Investorenprozesses über den Verkauf der Vermögenswerte des Nürburgrings sowie die Erwerber vorstellen. Die neuen Erwerber werden hierbei auch Grundzüge ihres Konzepts und ihrer Pläne für den Nürburgring präsentieren.“

WTF? Meinen die wirklich Dienstag - also morgen?! Ein kleiner Funken Hoffnung am Horizont und auf einmal muß alles in Windeseile durchgepeitscht werden? Was ist denn mit dem Gläubigerausschuss? Nur eine Formsache?

“Dieser enge Zeitplan könnte darauf hindeuten, dass sich die beiden Sanierungsexperten Thomas Schmidt und Jens Lieser längst entschieden haben - und nur noch der Gläubigerausschuss zustimmen muss.”

Nur noch? Da reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich: was läuft da ab? Das kann doch kein Zufall sein, daß dem einen Ereignis (neuer Bieter für Hotels) eine Hals-über-Kopf Pressekonferenz mit Gläubigerausschuss-Zustimmung-im-Vorbeiflug folgt.

Ich finde, das stinkt gewaltig - wie kann man einem Gläubigerausschuss so die Pistole auf die Brust setzen um innerhalb von Stunden eine Entscheidung zu treffen? So etwas muß wohlüberlegt sein, aber kann es ja garnicht, wenn die Zeit dafür fehlt.

Vor allem gibt es - wieder einmal - überhaupt keinen Grund für diese Hektik!

Tags: Insolvenz | Gläubigerausschuss


Montag, 03. März 2014

Werner Langen MdEP: Nürburgring-Rennstrecken können aus dem Verkaufsprozess herausgenommen werden.

MdEP Werner Langen:

“Im Falle der Motorsportanlage Nürburgring, die im Jahr 2010 gesellschaftsrechtlich mit dem ”Vergnügungspark“ zusammengelegt wurde und nur deshalb in den Sog des Beihilfeverfahrens geraten ist, wäre die EU-Kommission nach meiner Überzeugung bereit, den Ring selbst aus dem Verfahren herauszunehmen, wenn dadurch die ”Wiege des deutschen Motorsports“ diskriminierungsfrei für jeden zugänglich bleiben würde. Sozusagen als öffentliche Leistung der Daseinsvorsorge für eine ganze Region, die ”Opfer“ einer Fehlinvestition mit Steuermitteln geworden ist. Dazu sind allerdings der politische Wille, die Verhandlungsbereitschaft sowie ein diskriminierungsfreier Verkauf erforderlich. Ich setze darauf, dass sich Einsicht, Vernunft und regionaler Zusammenhalt doch noch durchsetzen werden.”

Wisst Ihr noch Malu Dreyer vor 4 Wochen in Mendig: die EU lässt keinen anderen Weg zu, als die Rennstrecken zu verkaufen - alternativlos!

Stellt sich raus, stimmt nicht.

Werner Langen ist seit 20 Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament - ich behaupte mal der kennt sich aus.

Tag: Insolvenz | Ringdemo | NordschleifeNotForSale | WernerLangen


Mittwoch, 26. Februar 2014

Jetzt werden schon mit Nicht-Käufern Nürburgring-Schlagzeilen produziert.

Der erbärmliche Verkaufsprozess ist so so erbärmlich, daß sogar Nicht-Käufer benutzt werden, um Schlagzeilen zu produzieren:

“Sebastian Vettels Management hat Gerüchte dementiert, der Formel–1-Weltmeister wolle in den insolventen Nürburgring investieren.”

Dieses angebliche Angebot hab ich übrigens nirgendwo gesehen, aber das Dementi haben alle brav verbreitet.

Tag: Insolvenz


Sonntag, 16. Februar 2014

Wilhelm Hahne: Warum wird der Nürburgring nicht einfach saniert?

Sabine, Christian und Ossi hatten ja vor zwei Wochen einen Termin bei Malu Dreyer und dort auch 15 Fragen schriftlich an sie gerichtet.

Die wurden jetzt “beantwortet” … von Clemens Hoch.

Leider von Einsicht nicht der Hauch einer Spur, stattdessen weiter die alten Phrasen, obwohl sie doch längst von der Realität eingeholt worden sind. Eigentlich peinlich, unverdrossen einfach weiter darauf herumzureiten.

Das ist ungefähr so, als würde man trotz Überrundung völlig ignorant nach dem Rennen jedem erzählen, man hätte um den Sieg gekämpft. Als hätten die Leute auf der Tribüne keine Augen im Kopf.

Und Clemens Hoch spricht gleich in der ersten Antwort von “dem Insolvenzverwalter”, obwohl es den garnicht gibt: es gibt nur einen “Sachwalter” und einen (Sanierungs-) “Geschäftsführer”.

Wilhelm Hahne nimmt das zum Anlass und hinterfragt generell, wieso eine SANIERUNG prinizipiell nicht in Frage zu kommen scheint, obwohl doch alle Tatsachen dafür sprechen:

  • Der Ring erwirtschaftet ein positives Ergebnis, die Firma wäre also erhaltenswert.

  • Die Insolvenz findet in “Eigenverwaltung” statt, d.h. die Sanierung sollte per Definition schon dem Verkauf vorzuziehen sein.

  • Ein “Sanierungsgeschäftsführer” wurde eingesetzt.

  • Ein Verkauf kommt ohnehin erst in Frage, wenn die EU ihr Beihilfeverfahren abschließt.

Wilhelm Hahne:

“Wenn einem Unternehmen bei einer auftretenen Schieflage eine Insolvenz in Eigenverwaltung zugestanden wird, so bedeutet das, dass das Unternehmen aus der Sicht des Insolvenzgerichts über einen förderungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt, dessen Basis man als so gesund empfindet, dass man diesem Unternehmen zugesteht, in Eigenverwaltung – unter Aufsicht eines Insolvenz-Sachwalters – wieder auf den rechten Weg zu finden.”

“Es gibt also keinen Insolvenzverwalter, wie er in dem Schreiben des Herrn Clemens Hoch erwähnt wird. Die Verwaltungs- und Vertretungsbefugnis geht bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nicht auf einen Insolvenzverwalter über, sondern verbleibt – trotz eröffnetem Insolvenzverfahren! - beim Schuldner. In diesem Falle bei dem Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, bzw. dem eigentlichen Besitzer, dem Land Rheinland-Pfalz. (..)”

“Nachdem die Eigenverwaltung eingerichtet ist und der Betrieb wieder ungestört läuft, wird dann zur Abwicklung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben normalerwiese ein Insolvenzplan erstellt, um die Gläubiger abzufinden und das Unternehmen endgültig zu sanieren.”

Tja, nur nicht am Nürburgring: da wird alles künstlich aufgehübscht, um den Verkaufspreis nach oben zu treiben - um dann in größtmöglicher Eile den Verkaufsprozess durchzupeitschen.

Dabei wurden in der Hektik gravierende Fehler gemacht, denn ohne die Abtrennung der Rennstrecken von der Kirmes wird die Wettbewerbsverzerrung, um die es Brüssel ja primär geht, nicht aufgelöst, sondern in Stein gemeisselt.

Es wird wirklich höchste Zeit mal innezuhalten, tief durchzuatmen … um in Ruhe die Optionen zu sortieren.

Ganz sachlich betrachtet ist für alle Beteiligten - auch die Landesregierung - der Verkauf an ein gewinnorientiertes Privatunternehmen die schlechteste aller Möglichkeiten.

Tags: Insolvenz | Dreyer | Eigenverwaltung


Freitag, 14. Februar 2014

Christian Menzel ruft noch einmal alle zur Demo-Teilnahme morgen auf.

Christian im Motorsport Magazin:

“Die Insolvenz-Verwalter werden eventuell am 17.02. (nächsten Montag) einen Käufer verkünden - wir müssen jetzt erneut ein Signal nach Mainz und Brüssel senden und hier die klare Botschaft vermitteln und fordern - KEIN VERKAUF - wer klar denken und beobachten kann, der wird feststellen, dass es keinen ”Gemeinwohl-orientierten“ Käufer gibt - und wahrscheinlich auch keinen geben kann!”

“Gleichzeitig rufe ich erneut alle Fahrer, Teamchefs, Mechaniker, Streckenposten, Motorsportclubs und Verbände auf uns noch stärker zu unterstützen - speziell an Rennserien wie VLN und RCN nehmen hunderte von Nordschleifenliebhabern teil - der Nürburgring braucht uns jetzt! Kommt bitte und unterstützt das Projekt! Bitte nicht erst jammern und klagen, wenn die Nenngelder nicht mehr tragbar sind, oder es die eine oder andere Rennserie auf dem Nürburgring nicht mehr geben wird.”

Tags: ChristianMenzel | Ringdemo


Der SWR spielt mal wieder Oberlehrer und schießt einen Bock nach dem anderen.

Beispiele gefällig?

“Da zugleich ein EU-Beihilfeverfahren läuft, erlaubt das Europarecht nur eine einzige Variante der Verwertung, und das ist der Verkauf.”

“Wer neuer Besitzer des Nürburgrings wird, entscheiden die Sanierer, also Sachwalter Jens Lieser und Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt.”

“Denn nur wenn der Ring zum Marktpreis verkauft wird, wäre die durch die etwaigen unrechtmäßigen Beihilfen eingetretene Wettbewerbsverzerrung beseitigt.”

“Die Landesregierung hat keinen Einfluss auf das Verkaufsverfahren. Spätestens seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben ausschließlich die Sanierer das Sagen.”

“Wenn der Ring am Ende nicht verkauft werden kann, droht ihm die Stilllegung.”

Eigentlich müsste man den Autor Armin Angele wegen Volksverdummung anzeigen. Uneigentlich ist das aber nicht nötig, weil das Volk die Tricks längst durchschaut.

Natürlich entscheidet am Ende der Gläubigerausschuss, der Verkauf ist alles andere als alternativlos und schon garnicht von der EU vorgeschrieben und der Marktpreis hilft nicht unbedingt, die eventuelle illegale Beihilfe zu beseitigen (Stichwort: wirtschaftliche Kontinuität). Die Landesregierung hat bei der gewählten Insolvenzform der Eigenverwaltung selbstverständlich die volle Kontrolle und ein Nicht-Verkauf ist längst nicht gleichbedeutend mit Ring-Stilllegung.

Lieber SWR, versucht ruhig die Leute blöd zu verkaufen. Die fallen darauf nicht ein - die fallen dafür morgen bei der #ringdemo bei Euch in Mainz ein!

Tags: Insolvenz | ringdemo


Dienstag, 11. Februar 2014

Die Nürburgring Insolvenzverwalter wollen mit allen Mitteln den Verkaufsvertrag durchboxen.

Heute morgen habe ich noch gedacht, von dem Nürburgring Geschäftsführer Schmidt hat man auch lange nichts mehr gehört - also jetzt der Hockenheim-Schmidt, nicht der Quadratdoktor. Und schwups ist er in der Zeitung.

Und hat Überraschendes zu vermelden:

“Hier hat sich eine Idee verselbstständigt. Ein ordentlicher Kaufmann hätte viel früher die Reißleine gezogen.” (..) Warnende Stimmen, so der Nürburgring-Geschäftsführer, habe es zu Genüge gegeben. Man habe sie nicht hören wollen. Schmidt: “Manche waren wie berauscht.” Es habe jedoch nicht lange gedauert, bis sich die “wirtschaftliche Wahrheit herausstellte”.

Uups, was ist denn da los, da reibt man sich ja verwundert die Augen? Woher die plötzliche Einsicht?

Inzwischen haben wir ja gelernt, nichts am Nürburgring ist Zufall und so geht es dem Herrn Schmidt auch nur um eins: Verkaufen!

“Das aktuelle Verkaufsverfahren sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gültigen EU-Richtlinien äußerst problematisch. Sollte es keinen Käufer geben, dann drohe dem Ring die Stilllegung.”

Die pöhse EU und die drohende Schließung - werden immer noch gerne als Argument vorgeschoben, obwohl sie doch längst widerlegt sind.

Und wo wir schon bei Zufällen sind: genau heute verbreitet die dpa (hier oder hier) gehorsam übelste Nuvoloni Propaganda:

“Sorgfalt geht vor Schnelligkeit, so lässt sich das Credo der Ring-Sanierer bei dem Prozess umschreiben, der auf die Zielgerade einbiegt.”

Wisst Ihr noch? Hektischer Verkauf und so? Tja, da muß der Kommunikationsprofi schon ganz tief in seinem Lehrbuch blättern, wie er das wohl wieder gerade biegt.

Das Problem ist nämlich:

Der oder die Erwerber des Nürburgrings werden nur dann von einer möglichen Beihilferückforderung verschont, wenn nachweislich der Verkaufsprozess EU-konform stattgefunden hat.

Erst haben sie über die Beschwerde von Otto Flimm in Brüssel gelacht - ganz gelassen - und jetzt wissen sie vor lauter Zurückrudern nicht mehr, in welche Richtung sie steuern sollen.

Und das ist gefährlich, denn der Verkauf muß es sein - das wird durchgeboxt, als gäbe es kein Morgen mehr!

Der neue Cunning Plan sieht anscheinend so aus:

Die Unterzeichnung eines Kaufvertrages wäre zunächst nur das “Signing”, wie Sanierersprecher Nuvoloni es ausdrückt. Das “Closing” erfolge erst nach der EU-Entscheidung zu den Beihilfen und der Rechtmäßigkeit des Verkaufsprozesses. Man habe noch nicht beim Signing einen neuen Erwerber, sondern erst beim Closing.

Signing and Closing - oder besser Singing and Dancing wenn die Unterschrift auf dem Papier steht?

Die glauben tatsächlich, sie kommen mit allem durch, denn genau diese Vorgehensweise haben wir mit dem Erlebnispark schon einmal erlebt: erst haben die Bagger und Betonmischer Fakten geschaffen, und später wurde sich um Finanzierung und Baugenehmigungen bemüht.

In diesem Fall also erst einmal eine Unterschrift unter ein Vertragswerk setzen und dann die neuen Pseudo-Besitzer Fakten schaffen lassen. In der Hoffnung, daß man aus der Nummer später nicht mehr raus kommt.

Wir werden nach wie vor nach Strich und Faden vorgeführt und die Presse lässt sich dabei auch noch willenlos vor den Karren spannen.

Ich hoffe bei der #ringdemo am Samstag platzt Mainz aus allen Nähten!

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Montag, 10. Februar 2014

Der Bieterprozess am Nürburgring entwickelt langsam Fremdschämpotential.

Vor garnicht allzulanger Zeit haben die Insolvenzverwalter getönt, daß die Bieter bei ihnen Schlange stehen.

Jetzt lichtet sich so langsam der Nebel und es stellt sich raus, daß die Insolvenzverwalter bei den 2 bis 3 Bietern auf Betteltour gehen.

wiwo.de:

Wie ein Mitarbeiter berichtet, versuchen die Nürburgring-Leute seit gut zwei Wochen vergeblich, Ecclestone zu erreichen, bekommen ihn aber nicht einmal ans Telefon. Die Insolvenzverwalter äußern sich auf Nachfrage auch hierzu nicht. Aus Ecclestones Umfeld ist zu hören, er sei mittlerweile „genervt“ von den ständigen Avancen.

Wie peinlich ist das denn. Hallo Landesregierung? Bekommt Ihr überhaupt noch was mit? Ihr verantwortet gerade eine Insolvenz in EIGENVERWALTUNG!

Für viel Unmut bei dem Bietertrio sorgte deshalb die Einschätzung eines Nürburgring-Mitarbeiters, wonach HIG kein überzeugendes Nutzungskonzept für den Komplex habe, sondern das bisherige Geschäft im Wesentlichen weiterbetreiben wolle.

Auch die Belegschaft ist alles andere als glücklich. „HIG wäre die schlechteste aller Lösungen“, sagt ein Mitarbeiter der WirtschaftsWoche. In Gesprächen mit den Nürburgring-Mitarbeitern sei HIG mitunter sehr aggressiv aufgetreten. Zudem habe man stramme Renditevorstellungen. „Da sollen pro Jahr 15 bis 20 Prozent Profit rauskommen.“

Sag ich ja: ausquetschen wie eine Zitrone. Wir - also Sport, Region und Rennteams werden die Dummen sein.

Eine gute Gelegenheit nochmal alle Kräfte zu mobilisieren für die #ringdemo jetzt am Samstag, um den Verkauf noch zu stoppen!

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Samstag, 08. Februar 2014

Keiner der Nürburgring Mitarbeiter traut sich zu reden, man könnte sich ja unbeliebt machen.

Dietmar Brück in der RZ:

“Die Stimmung ist überall zu greifen. Nur offiziell darüber reden will niemand. Kein Wunder. Äußert sich einer der Mitarbeiter negativ über einen möglichen Käufer in der Öffentlichkeit, macht er sich vielleicht bei seinem künftigen Chef unbeliebt. Wer will das schon riskieren?”

Es äußert sich wirklich niemand, noch nichtmal anonym - da wäre das Risiko gleich null. In Zeiten von Edward Snowden könnte man in der Otto-Flimm-Straße 1 ruhig auf den Gedanken kommen, auch zur Rettung des Rings beizutragen.

“Die rund 300 festen Mitarbeiter des Ring-Komplexes in der Eifel bangen um ihre Jobs.”

Immer noch 300? Strammer Fixkostenblock. Nehmen wir mal 3.000 brutto im Schnitt dann sind das 10,8 Mio Euro im Jahr.

Zur HIG Heuschrecke:

“Eine hohe Renditeerwartung wird gar nicht bestritten. Dafür ist man, so heißt es, aber auch bereit, das Geschäft (Freizeitbereich und Motorsport) mit viel Geld auszubauen. Das sei die übliche Vorgehensweise von H.I.G. und anderen Finanzinvestoren.”

Die übliche Vorgehensweise geht eher so: kaufen - aussaugen - wegschmeißen.

Hanna Breuer hat auf FB mal hinter die Kulissen von “Finanzinvestoren” geschaut:

“Eins ist sicher - schon der Landesrechnungshof hat festgestellt, daß der Ring in der jetzigen Konstellation nicht profitabel zu betreiben ist. Auch ein Fonds-Unternehmen kann das Rad nicht neu erfinden. Zerschlägt man allerdings das Ganze, zieht die Preise mächtig an und macht Koppelgeschäfte um jeden Preis, ja dann sieht die Rechnung schon anders aus. Dann hat das Gewerbe der Region das Nachsehen. Doch was schert es einen amerikanischen Investor, was mit der Region oder den Gewerbebetrieben geschieht, wenn nur ordentlich Gewinn gemacht werden kann? Er ist schließlich nur seinen Anlegern verantwortlich. Hält der Fonds nicht, was er verspricht, sind die Anleger gleich mit Heerscharen von besten Anwälten unterwegs.”

Das klingt nicht nur furchterregend - das ist es auch.

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Mittwoch, 05. Februar 2014

Verlängerung der Verlängerung?

Jens Lieser heute im SWR:

“Im Moment gehen wir davon aus, daß wir Angebote zum 17.Februar bekommen werden. Wenn das nicht der Fall sein wird, werden wir einfach eine weitere Verlängerung des Verkaufsprozesses durchführen müssen.”

Exitstrategie in Raten? Ich hoffe es! Was der Herr Insolvenzverwalter auf jeden Fall bis zum 17.Februar bekommt, ist ein fetter Protest in Mainz - das ist nämlich am 15.Februar! :)

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Dienstag, 04. Februar 2014

Keine vernünftigen Angebote für den Nürburgring?

Im Juni letzten Jahres hieß es noch:

“Medienberichten zufolge sind bisher rund 100 Interessenbekundungen eingegangen, davon seien etwa 30 ernstzunehmende. Verbindliche Angebote liegen allerdings noch nicht vor. In Automobil-Branchenkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass am Ende tatsächlich 30 verbindliche Angebote für den Nürburgring abgegeben werden.”

Und heute dann so:

“Der Nürburgring-Verkauf droht zum Fiasko zu werden: Das vermeintliche Angebot von Bernie Ecclestone gibt es offensichtlich nicht, die Insolvenzverwalter suchen händeringend nach einem Käufer für die Rennstrecken samt angeschlossenem Pleite-Freizeitpark. Auch der Zeitplan dürfte kaum zu halten sein.”

In meinen Augen sind das gute Nachrichten, denn eine Möglichkeit den Verkauf zu stoppen, wäre natürlich auch, daß es keinen Käufer gibt.

Und was ist mit Capricorn oder der HIG Heuschrecke?

“Capricorn tat sich allerdings schwer, die geforderten Finanzierungsnachweise zu erbringen. Inzwischen soll nach Informationen aus dem Umfeld der Insolvenzverwalter daher HIG Capital die Nase vorne haben. Die Finanzierung ist für den 13 Milliarden US-Dollar schweren Finanzkonzern aus Miami nicht das große Problem – hier allerdings hakt es anscheinend am Nutzungskonzept. „Wir waren ziemlich entsetzt“, sagt ein Nürburgring-Mitarbeiter zu den Gesprächen, die HIG-Vertreter mit der Belegschaft geführt haben, „die HIG-Leute haben überhaupt keine Ideen, wie sie das Geschäft weiterentwickeln wollen. Im Grunde wollen sie die Anlagen so weiter betreiben wie bisher. Aber an der Pleite hat man ja schon gesehen, dass das so nicht funktioniert.“”

Hier gibt es noch einen Bericht bei yahoo/AFP und erstaunlicherweise auch ein kritischer Bericht beim SWR.

Ich hoffe mein Eindruck täuscht mich nicht, daß die IV’er auf dem Rückzug sind und doch nicht so schnell - hektisch! - der Verkauf durchgeboxt bekommen. Die Stimmen nach einem Verbleib des Rings in öffentlicher Hand werden jedoch immer lauter.

Es gibt sogar - bereits 10 Tage vor der Demo! - eine Vorabmeldung im Focus und auch die WiWo hatte die Demo mit drin.

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Montag, 03. Februar 2014

Bietet Graf von Oeynhausen über Bande für den Nürburgring?

Wilhelm Hahne:

"Für die H.I.G. waren nach Motor-KRITIK-Informationen im letzten Quartal des Jahres 2013 gleich vier Herren in die Eifel angereist:

Dr. Johannes Natterer, lt. eigener Aussage Director bei H.I.G.

Niclas Ahrens, (keine zuverlässige Zuordnung möglich)

Hans Joachim Pillich, (keine zuverlässige Zuordnung möglich)

Markus Sierstorpff, den wir besser als Graf Marcus von Oeynhausen-Sierstorpff und Macher des „Bilster Berg Drive Resort“ kennen. Er steht nun auch offensichtlich als Berater dem H.I.G.-Fonds unter leicht verändertem (verkürztem) Namen zur Verfügung."

So langsam wundert einen bei dieser Tragödie wirklich garnichts mehr.

UPDATE:

Diese Info kam noch rein: “Hans Joachim Pillich war Projektleiter / Projektsteuerer des Bilster Berg.”

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Samstag, 01. Februar 2014

Ja zum Nürburgring räumt mit dem nächsten Vorwurf auf: nur auf die Rennstrecken bieten sei Rosinenpicken.

Als Kommentar auf JzN:

“Man sieht also, dass es sich nicht nur um die reinen Rennstrecken handelt, sondern vor allem auch um den Bereich, der die größten Sorgen bereitet für die Zukunft. Es ist die meist leer stehende Bahnhofshalle mit allen Anbauten. (..)”

“Sollte die Landesregierung also wirklich darauf bestehen, sich auch vom Kernbereich des Nürburgrings, dem Strukturförderungstool der Großregion Eifel trennen zu wollen, dann soll die Motorsportstätte an einen Käufer gegeben werden, von dem man annehmen darf, dass er die Rennstrecken die nächsten 50 Jahre nachhaltig und konsequent betreibt und von seiner wirtschaftlichen Stärke auch betreiben kann.”

Ob Malu Dreyer auch 50 Jahre im Kopf hat, wenn sie von Zukunft spricht? Oder geht bei ihr Zukunft nur bis Frühjahr 2016 - dem Zeitpunkt der nächsten Landtagswahl?

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Malu Dreyer redet von Nürburgring Verkauf und guter Zukunft in einem Atemzug.

Sat1 1730live.de - ab ca. 5. Minute:

Frage: Haben Sie das Gefühl, daß Sie manchmal mehr reagiert als regiert haben?

Malu Dreyer:

“Nein, daß möchte ich eigentlich nicht sagen, denn auch mit dem Thema Hahn oder dem Nürburgring umzugehen ist natürlich auch ein ganzes Stück Gestaltung.”

Und dann weiter:

"Man kann jetzt einfach garnicht von ausgehen welche Summe erwirtschaftet wird am Nürburgring. Ich denke für die Region und unser Land Rheinland-Pfalz ist das allerwichtigste, daß der Ring wirklich ’ne positive Zukunft hat und Perspektive hat.

Insofern wird es darum gehen einen soliden Investor zu finden. Jemand der auch die Leidenschaft zum Ring hat - jemand der in der Region sich auch leicht verwurzeln lässt und kooperiert - das sind auch meine Ansprüche. Und natürlich geht es auch darum, daß möglichst nochmal viel Geld an den Landeshaushalt zurückfließt. Aber wir dürfen nicht davon ausgehen - leider - daß das Geld was im Nürburgring auch verloren gegangen ist - durch Investitionen, die sich eben nicht zurückgezahlt haben - daß das ganze auch wieder gut gemacht werden wird.

Es ist ein Stück Vergangenheit - das werde ich auch nicht wieder gutmachen können. Trotzdem, es geht um die Zukunft, ich habe mich auch für die Zukunft entschieden und ich hoffe, daß wir es hinkriegen oder hinbekommen mit den Insolvenzverwaltern, dem Ring wirklich ’ne gute Zukunft zu geben."

Was daran Gestaltung sein soll, wenn man sich aus der Verantwortung stiehlt und Volkseigentum privatisiert, das wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Nach wie vor versucht sie, den VERKAUF als alternativlos zu verbreiten. Und spricht dann gleichzeitig von guter Zukunft.

Wahrscheinlich meint sie, wenn man es oft genug wiederholt, dann werden es die Leute schon glauben.

(Danke für den Link Jan!)

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Die Dauerkommunikation der Insolvenzverwalter trägt Früchte.

Leserbrief im Kölner Stadtanzeiger:

“Es gibt eine Initiative gegen den Verkauf des Nürburgrings durch den Insolvenzverwalter. Dagegen zu sein, ist ja sozusagen erste Bürgerpflicht heutzutage. Was soll den mit dem Ring geschehen, wenn er nicht an einen Investor verkauft wird? Soll die ”grüne Hölle“ wieder grün werden - also zuwachsen? Vielleicht behält man ein kleines Museum oder besser einen Gedenkstein?”

Es gibt sogar Leute, die nicht nur die Alternativlosigkeit des Verkaufs glauben, sondern das auch noch süffisant öffentlich verteidigen.

Da ist aber noch einiges an Aufklärungsarbeit nötig.

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Donnerstag, 30. Januar 2014

Werner Langen (MdEP) interveniert bei Joaquín Almunia gegen den Nürburgring-Verkauf.

Über Wir sind Nürburgring auf Facebook:

“Es kann nicht sein, dass bei einem Kulturgut wie dem Nürburgring beim Verkaufsprozess lediglich darauf geachtet werden, den Profit kurzfristig zu maximieren und dabei die strukturelle und historische Bedeutung konsequent missachtet wird.”

Man hat den Eindruck, die ganze Welt hat verstanden - bis auf die Leute in der Mainzer Staatskanzlei.

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Montag, 20. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter mit dem Rücken an der Wand.

Heute gab es eine Pressekonferenz von Ja zum Nürburgring, die ganz gut besucht wurde und ein Echo in den Medien gefunden hat.

Aber ein noch größeres Echo haben die Aktionen bei den Insolvenzverwaltern gefunden, die drehen nämlich hohl wenn Ihr mich fragt.

Die haben heute auch in Koblenz sowas veranstaltet, aber Inhalte hatten sie keine:

“Die Sanierer der insolventen Eifel-Rennstrecke werfen Kritikern um den Verein ”Ja zum Nürburgring“ vor, mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren.”

Falsche Behauptungen, soso. Wer hat denn mehr Ahnung vom Nürburgring: Otto Flimm oder Thomas Schmidt? Keine weiteren Fragen.

Eine Sache war aber dann doch neu, zumindest aus der IV-Ecke, denn JzN hatte das schon ausgearbeitet:

"Ein Verkaufsvertrag wird laut Schmidt erst wirksam, wenn die EU-Kommission entschieden hat, ob Beihilfen für den Ring rechtmäßig waren, ob Beihilfen zurückgefordert werden und ob der Käufer dafür haftet.

Die IVer haben nämlich bisher immer behauptet, daß der neue Käufer damit nichts zu schaffen hat. Stimmt wohl nicht so ganz - bei wirtschaftlicher Kontinuität, die Dieter Frey erklärt hat, würden die Forderungen auf den Käufer übergehen.

Aber was mich wirklich überrascht hat, ist das hier:

Sachwalter Jens Lieser ergänzte, das Verkaufsverfahren werde sich noch bis Mitte Februar hinziehen. “Erst dann können wir entscheiden, ob ein zuschlagsfähiges Angebot dabei ist.”

Das haben wir bisher noch nicht gehört! “Ob ein zuschlagsfähiges Angebot dabei ist?” Bereitet da schon jemand seine Exitstrategie vor? Daß der Ring nicht verkauft werden kann, weil alle Angebote zu niedrig sind?

Ich schlage als Mindestpreis 20% der Baukosten vor - das sollte doch niedrig genug sein. Und trotzdem wird niemand soviel bieten.

Ich hab das Gefühl, da gehen so langsam aber sicher die Argumente aus.

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Freitag, 17. Januar 2014

Geht es wirklich immer nur um Regierung GEGEN das Volk?

Volker Wissing, FDP:

“Der von Rot-Grün betriebene Verkaufsprozess habe von Anfang an darunter gelitten, dass er mehr Krisenmanagement als durchdachte Strategie gewesen. Als die Kostenbombe am Nürburgring explodiert ist, wollte die Landesregierung vor allem das Thema loswerden, hatte aber kein Konzept, weder für die Rennstrecke noch für die Region.”

Wieso ist eigentlich immer nur die Opposition auf der Seite des Volkes?

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Around 50 Years worth of Profit.

REUTERS:

“The race track has gone into administration after local politicians loaded it with debt equating to around 50 years worth of profit and the famed and feared track is now looking for a new owner.”

Die Situation in einem Satz zusammengefasst, Respekt.

Nur: die Local Politicians laufen immer noch stolz wie die Gockel durch Gegend. Eigentlich sollten die mit den Schulden beladen werden.

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Es gibt gute Chancen, den Nürburgring-Verkauf zu stoppen.

Im Gegensatz zur Politik, die nur das alternativlos Argument als Grund anführen kann, geht Dieter Frey im Detail auf die Situation ein und die Gefahren, die sich aus dem aktuellen hektischen Verkauf ergeben:

„Ja zum Nürburgring“ will den Verkauf der Rennstrecke mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission des Nürburgrings stoppen. Wie realistisch ist das?

Wir halten dies für sehr realistisch, da die EU-Kommission bei Verstößen gegen die Transparenz und das Gebot der Diskriminierungsfreiheit von Bietverfahren verlangt, dass ein Verkaufsprozess eingestellt und neu konzipiert wird.

Es gibt gleich mehrere gravierende Fehler, die die Vorgehensweise der Insolvenzverwalter - um damit der Politik - in Frage stellen.

Daß der Verkauf der gesamten Anlage an einem Stück bevorzugt wird, dafür sprechen viele Anzeichen:

  • der ADAC wurde gedisst, obowhl er 37 Mio Euro (?) für die Rennstrecken geboten hat. Das sei zu wenig gewesen, aber Capricorn ist mit anscheinend 50 Mio Euro (?) der Favorit.

  • die Geschäftsunterlagen der Nürburgring GmbH, die hochtrabend als “Datenraum” bezeichnet werden, können nur von max. 5 Parteien eingesehen werden. Diese Beschränkung alleine ist schon eine Diskriminierung der Anbieter, die auf einzelne “Cluster” bieten. Sie liegen im Preis natürlich niedriger, als jemand, der auf alles bietet.

  • Denn Nuvoloni spricht ganz offen von Gesamtpreismaximierung.

  • Der Verkaufsprospekt wirbt für die Komplettanlage und einen “Neustart ohne Altlasten”.

Das erlaube den willkürlichen Ausschluss von Bietern, siehe ADAC und darüber hinaus gibt es noch weitere Schwächen, z.B. fehlende Bewertungs- oder Zuschlagkriterien. Und die durch illegale Beihilfen entstandenen Wettbewerbsverzerrungen werden weiter verfestigt, anstatt sie aufzulösen.

Das mag bei normalen Insolvenzen an der Tagesordnung sein, aber die Nürburgring Situation ist eine völlig andere. Die Regierung versucht durch den Verkauf einer eventuellen Rückforderung von verbotenen Beihilfen zuvorkommen. Auf der einen Seite ist die Rückforderung noch lange nicht ausgesprochen, auf der anderen Seite gesteht die Regierung durch den vorauseilenden Gehorsam automatisch ihr illegales Handeln in der Vergangenheit selber ein.

Wenn der Verkauf an sich jetzt aber auch noch ZUSÄTZLICH gegen EU Gesetze verstößt, dann gräbt sich der Nürburgring tiefer in den Schlamassel, als ihn loszuwerden. Also eine Fortsetzung dessen, was uns die letzten Jahre immer wieder als “Neuanfang” und “Zukunftskonzept” auftischt wurde: es ging immer tiefer bergab!

Dabei hat die Regierung - obwohl sie es gerne anders darstellt - alle Fäden in der Hand: das Land ist der Hauptgläubiger und die Insolvenz findet in Eigenveraltung statt.

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Mittwoch, 15. Januar 2014

Malu Dreyer verspricht den seriösen Partner ... und auf die Bühne kommt Bernie Ecclestone.

Malu Dreyer meinte an Weihnachten auf Facebook:

“Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird. ”

und heute steht in der Zeitung:

“Ecclestone greift nach dem Nürburgring - Der Formel–1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.”

Na dann ist ja alles klar.

Könnt Ihr schonmal den Bankraub planen, wenn Ihr nochmal Touristenfahrten machen wollt.

UPDATE:

Ein Gutes hat diese Ecclestone Nummer ja: so landen Otto Flimm’s Bemühungen sogar im Express.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

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Mittwoch, 08. Januar 2014

Sabine besucht dann mal Kurt Beck.

Rhein-Zeitung:

“Erst waren es nur Besuche auf den Facebook-Seiten, jetzt schauen Fans des Nürburgrings auch organisiert bei öffentlichen Terminen von Politikern vorbei.”

“Sabine Schmitz kündigt an, ”der SPD Delegation betroffene Eifelgrüße vom Ring“ mizubringen. Beck ist für die Nürburgringfans einer der Hauptschuldigen an der Schieflage.”

Und auch bei Hendrik Hering. Der löscht ja auf seiner Facebookseite alles, was mit dem Nürburgring zu tun hat. Na da passt es doch prima, daß er sein neues Bürgerbüro eröffnet:

“Geplant ist offenbar auch ein Besuch zur Eröffnung des Bürgerbüros von SPD-Fraktinschef Hendrik Hering. In den vergangenen Tagen hatte Herings Büro seine liebe Mühe mit zahlreichen kritischen Kommentaren auf Facebook, nachdem die Nürburgringfans zuvor die Seite von Ministerpräsidentin Malu Dreyer geflutet hatten. ”

Sehr gut! Die sollen nicht denken, daß wir uns die Zwangsenteignung bieten lassen!

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Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

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Samstag, 04. Januar 2014

Jetzt auch Roger Lewentz auf Facebook zum Nürburgring.

Nach Malu Dreyer (hier, Ministerpräsidentin) und Hendrik Hering (hier und hier, Ex-Wirtschaftsminister / bis 2011 und aktuell SPD Fraktionsvorsitzender), hat sich auch Roger Lewentz zum Thema Nürburgring Dialog auf Facebook geäußert:

Die Antwort ist allerdings noch ausweichend:

“Sehr geehrte Frau Breuer, mit Ihren sachlichen Anfragen, die meine Funktion als Minister betreffen, können Sie sich gerne und jederzeit an meine Anschrift im Ministerium wenden. Meine dortige Mailadresse lautet roger.lewentz@isim.rlp.de. Dies habe ich auch anderen, die hier gepostet haben, so mitgeteilt. Freundliche Grüße Roger Lewentz”

Ich habe Roger Lewentz gebeten, das Dialogangebot auf Facebook trotzdem anzunehmen, dafür ist es schließlich da. Habe es auch begründet:

"Schön, daß Sie auf Einträge antworten Herr Lewentz. Ihr Partei- und ehemaliger Ministerkollege Hering geht den entgegengesetzten Weg, indem er in großem Stil Kommentare von Bürgern auf seiner Seite löscht und anschließend aussperrt.

Ich möchte vorschlagen, daß Sie hier öffentlich Stellung beziehen, statt dieses Thema mit großem Bürgerinteresse in einem 1:1 Emaildialog zu bearbeiten.

Das ist sowohl für Sie als auch für die Öffentlichkeit der viel effizientere Weg:

  • Anfragen ebenso wie Antworten werden nicht doppelt und dreifach erstellt.
  • Das Thema “Drohender Nürburgring Verkauf” interessiert sehr viele Menschen, das hat man auf der Kundgebung am Samstag vor dem 4.Advent - also in der nicht-motorsportlichen Weihnachtszeit mitten im Winter - mit 2.000 Teilnehmern gut gesehen.
  • Die Zeit drängt, denn schon bald soll der Nürburgring verkauft werden. Wenn Ihnen daran gelegen ist, ebenso dringend zu unterstützen, dann verstricken Sie sich nicht in einzelne Hin- und Her Mailerei, sondern treten offen und öffentlich - hier - in den Dialog mit vielen Menschen auf einmal.
  • Sie sind es den Leuten und dem Nürburgring schuldig, denn Sie haben blühende Landschaften versprochen, aber den Bankrott geliefert. Der Nürburgring ist - auch dank Ihnen - kurz vor dem Totalkollaps und Sie haben einiges gutzumachen.

Wenn Sie und die RLP Regierung es ernst meinen mit dem Bürgerdialog, dann nehmen Sie diese Chance bitte wahr."

Den Eintrag findet Ihr auf Facebook - solange er denn überlebt - hier und vielleicht möchtet Ihr meinen Vorschlag unterstützen.

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Freitag, 03. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter haben eine alte neue Marke angemeldet.

Und wie ich finde, sehr frech:

register.dpma.de/../3020130598032/DE

Das ist das Layout nur der Nordschleife, das war eigentlich immer den Communities vorbehalten. Sozusagen als Erkennungsmerkmal, um was es wirklich geht. So wie 20832. Die, die keine Ahnung haben, fahren auf ihren Prollbüchsen ja immer noch die Grand Prix Strecke inklusive Haughaken mit spazieren.

Und das meldet die insolvente Nürburgring GmbH am 15.11. 2013 an. Zum zweiten Mal! Denn beim ersten Mal wurde keine Unterscheidungskraft festgestellt.

Ich hoffe mal, daß es da Widersprüche hagelt, denn dieses Bild wird von vielen Leuten verwendet, ohne daß es dafür eine Marke braucht.

Aber wo wir schon dabei sind: insgesamt hat die Nürburgring GmbH 98 Marken angemeldet.

Die älteste ist von 1982 - das war noch cool.

2006 kam das neue Nürburgring-Logo, die Entwicklung hatte damals viel Geld gekostet und Walter Kafitz hat sich in diesem Logo verewigt. Deswegen kann ich auch nicht verstehen, daß es trotzdem so viele Leute freiwillig benutzen, sie unterstützen damit quasi Kafitz’sches Gedankengut.

2008 wurde es albern, da wurden alle Nordschleife-Streckenabschnitte geschützt, z.B. Karussell. Verstehe zwar nicht, wie man sowas eintragen kann, aber geschenkt.

Und natürlich viel schlimmer, 2009 kam die heutige Freizeitpark- und Insolvenz-Era mit Ring°elpietz und Schimmel°pilz, als mit dem Beck°Werk alles be°ringt wurde.

Und nicht zu vergessen 2009, als sich auch Kai Richter auf Steuerkosten verewigen durfte.

Aber die affigste aller affigen Markenanmeldungen der Nürburgring GmbH ist mit Abstand diese hier von 2011. Was für eine Steuergeldverschwendung!

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

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Donnerstag, 26. Dezember 2013

Bei Malu Dreyer vor der Haustür.

(Via.)

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Dieter Weidenbrück an Malu Dreyer.

Nachdem auf der Facebook-Seite der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz über Weihnachten so richtig was los ist zum Thema Nürburgring, hat Dieter ihr auch einen Brief geschrieben (gibt’s auch als Text).

“Wie wollen Sie erklären, dass das Land wertvolles Eigentum aufgibt, nur um über die Insolvenz einen Bruchteil des Wertes wieder einzunehmen und auf diese Weise den Schaden für das Land noch zu vergrößern? Das Land ist der Verursacher allen Übels, der unerlaubten Beihilfen, der Insolvenz, des großen Fehlers, die Neubauten in die Nürburgring GmbH einzubringen und damit die Rennstrecke in das Beihilfeverfahren und schließlich die Insolvenz hineinzuziehen. Und alles, was Sie den Bürgern zu sagen haben, ist, man solle sich keine Sorgen machen, es würde schon der ”seriöse Investor“ kommen?”

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Mittwoch, 25. Dezember 2013

Malu Dreyer, Nürburgring und Weihnachten.

Zum zweiten Mal meldet sich die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zum Thema Nürburgring - diesmal persönlich auf Facebook und nicht wie beim ersten Mal in der Zeitung - und wieder versucht sie die öffentliche Diskussion kurzerhand für beendet zu erklären:

“Liebe Freundinnen und Freunde, Viele haben mir zum Thema Nürburgring geschrieben. So zum Beispiel Herr Thomas Waebs, Herr Stefan Cologne oder auch Frau Hanna Breuer. Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird.”

Seht Ihr? Alles in Ordnung, macht Euch keine Sorgen, alles wird gut.

Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!

Und vor allen Dingen: nicht auf Facebook schreiben. Weil - festhalten:

“Weiter kann ich mich hier auf dieser Seite nicht äußern, da dieses meine private Facebook-Seite ist. Für weitere Fragen bitte ich Sie, die Facebook-Seite der Staatskanzlei oder die Kontaktdaten der Staatskanzlei zu verwenden, weil ich meine Funktion als Privatperson und Ministerpräsidentin trennen muss. Ich versichere Ihnen aber, dass das Thema Nürburgring bei uns eine hohe Priorität besitzt.”

Privat! Da muß man doch Verständnis für haben.

Diese Trennung zwischen der “Funktion als Privatperson und Ministerpräsidentin” nach Malu-Dreyer-Definition sah die letzten Tag zum Beispiel so aus:

  • “SPD hat starke Ressorts und starkes Personal! …”
  • “Eine starke Basis für die Regierungsarbeit …”
  • “Danke liebe Genossen und Genossinnen für die hohe Wahlbeteiligung!”

usw. usw. Malu Dreyer so richtig privat unter Freunden.

Dazu muß man wissen, Seiten sind nach Facebook-Definition für Firmen, Künstler, Sportler, öffentliche Personen usw., die kann man als Fan liken - und im Gegensatz dazu gibt es persönliche Profile, die dazu dienen sich mit Freunden zu verbinden.

Nur in Rheinland-Pfalz wird passend gemacht, was nicht passt: über die Seite angeblich den Freundeskreis pflegen. Alles privat! Da ist man doch höflich und stört die nette Dame nicht weiter. Oder?

Ach ja, da war doch noch was:

“Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.”

Ich hatte mich vor 10 Tagen gefragt, wie sie wohl mit der Flut von Einträgen auf ihrer Seite umgeht - da standen ihr noch alle Optionen offen.

Entschieden hat sie sich für Schönreden in Kombination mit für beendet erklären.

Schade.

Ich habe den Eindruck Frau Dreyer hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

UPDATE:

Lars Wienand von der Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen.

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Freitag, 20. Dezember 2013

Ich glaube das wird ganz gut morgen!

Alles in allem doch eine garnicht so schlechte Ausgangsposition. Bis morgen im Brünnchen!

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Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

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Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die ersten Demonstranten sind unterwegs - aus Norwegen!

Das ist Pål gerade eben kurz vor’m Boarding, er macht sich mit Henrik aus Norwegen auf den Weg zum Brünnchen, um am Samstag um 5 vor 12 mit uns allen gegen den Nordschleife-Verkauf zu demonstrieren. Mega Respekt!

während auf Facebook inzwischen 1.900 Leute zugesagt haben. Daß man manchmal auf dem Brünnchen keinen Parkplatz findet, kennt wir ja. Daß das aber nicht an zugeparkten Autos liegt, sondern an demonstrierenden Bürgern - das ist neu! Ich freu mich drauf! :) Save The Ring!

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Was hat Hendrik Hering mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun?

Alle tun immer so, als sei die Insolvenz des Nürburgrings vom Himmel gefallen und heute hatte ich ein Telefonat mit einem Redakteur, der meinte, daß man ja keine Wahl hatte, außer die Nürburgring GmbH für zahlungsunfähig zu erklären. Die EU kam in dem Gespräch auch wieder vor, als ob die etwas dafür könnte, daß Kurt Beck mit seiner Gefolgschaft nach Belieben Hotels, Achterbahn und sogar eine Disko gebaut in die Eifellandschaft gesetzt hat. Auf Staatskosten! Gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt noch eine weitere Staatsdisko? Nur eine einzige?

Wenn wir uns die Abläufe im Detail anschauen, dann hat allerdings garnicht Kurt Beck die Disko gebaut, sondern Kai Richter und Co - und wir - der Staat und damit der Steuerzahler - haben sie ihm abgekauft.

Wieso fragt sich eigentlich niemand, warum wir das überhaupt gemacht haben? Besonders jetzt, wo doch alles wieder (zurück-) privatisiert werden soll?

Bei der schnellen Abfolge der Ereignisse kann man leicht den Überblick verlieren, daher brösel ich die hier entscheindenden Aktionen nochmal zeitlich auf:

26.März 2010:

Hendrik Hering verkündet in Adenau seinen Cunning Plan. Das war zum einen der Pachtvertrag mit Lindner/Richter und zum anderen die Übernahme der MSR, die fand dann statt am:

8.April 2010:

Die Nürburgring GmbH übernimmt die MSR - für wieviel? 100 Millionen Euro? So hoch waren die Verbindlichkeiten in der 2010er Bilanz.

Und nur zwei Jahre später so:

18.Juli 2012:

Kurt Beck verkündet die Insolvenz der Nürburgring GmbH

Was war nochmal MSR? Die Motorsport Resort Nürburgring GmbH war die private (!) Firma unter Mitwirkung von Kai Richter, die den Teilbereich II gebaut hat.

Und wer hat entschieden, daß die Nürburgring GmbH diesen privaten Bereich aufkauft?

Hendrik Hering, der damalige Wirtschaftsminister. Wir erinnern uns alle an seinen denkwürdigen Auftritt damals in Adenau. Wie die begossenen Pudel saß die Bevölkerung brav in der Halle und hat es mit sich machen lassen.

Warum ich das alles schreibe? Weil wegen dieser katastrophalen Entscheidungen jetzt die Nordschleife beim Auktionator gelandet ist! Wieso hat dieser Hendrik Hering eigentlich kein Untreueverfahren am Hals?

Heute versucht man wieder ZU VERKAUFEN, was man erst vor ein paar Jahren GEKAUFT HAT - und die Rennstrecken gibt’s noch obendrauf. Normalerweise müsste man schallend loslachen - oder laut aufheulen, je nach Gemüt.

Ist ja nicht das erste Mal, daß ich dieses Thema aufgreife - aber dieses Getue, daß die Insolvenz vom Himmel gefallen sei oder womöglich durch die ach so teure Formel 1 verursacht … Für 100 Millionen Euro könnte man viele Formel 1 Rennen veranstalten! Oder eine Rennstrecke vor dem Ausverkauf retten. Heute sind sie froh, wenn sie für alles zusammen insgesamt 100 Millionen Euro bekommen - nur 3,5 Jahre nach dieser weitsichtigen Hendrik-Hering-Entscheidung.

Und um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ja, Hendrik Hering hat sehr viel mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun - für mich ist er einer der Haupt-Verantwortlichen.

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Landrat Jürgen Pföhler hat Wichtigeres zu tun, als sich um den Nürburgring zu kümmern.

So ein Landrat ist ein vielbeschäftigter Mann, er hat immerhin Entscheidungen zu treffen!

Da ist der Terminkalender proppenvoll und leider keine Zeit, um mit den besorgten Bürgern bei der Demo am Samstag zu reden. An seinem Nürburgring.

Das muß man sich mal vorstellen. Andere setzen sich in Norwegen in’s Auto, um extra deswegen an den Ring zu fahren und der feine Herr Landrat hat Wichtigeres zu tun!?

Kam gerade bei Wilhelm Hahne:

“Herr Landrat Dr. Pföhler bedankt sich ganz herzlich für die u. a. Einladung. Leider ist eine Teilnahme aufgrund anderweitiger Termine nicht möglich. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis. Der Veranstaltung wünschen wir einen guten Verlauf ..”

Den Kreis Ahrweiler - “vertreten durch den Landrat Dr. Jürgen Pföhler” - erreicht man übrigens hier:

kreis-ahrweiler.de/impressum.php?menue=18

Vielleicht will der ein oder andere bitten, die Veranstaltung doch noch zu besuchen. Ansonsten bin ich gespannt, was für ein Termin das war, der wichtiger ist, als der Ausverkauf des Nürburgrings.

UPDATE:

Hab auf Facebook erfahren, daß der Landrat vor Ort “Cheesy” genannt wird, weil in jede Kamera grinst. Das passt.

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Dienstag, 17. Dezember 2013

Sinnvoller Einsatz unseres Steuergeldes: kein Deal mit Kai Richter - Prozess geht weiter.

Die Nürburgring Insolvenzverwalter - von der Presse liebevoll Sanierer genannt - lassen sich auf keinen Deal ein bei dem Prozess gegen Kai Richter. D.h. der Prozess in Düsseldorf geht weiter.

Das ist die erste gute Nachricht, die ich von den Insovenzverwaltern lese, seit sie im Einsatz sind.

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Montag, 16. Dezember 2013

Was bedeutet das eigentlich, wenn der Nürburgring verkauft wird?

Am Samstag ist die große Protest Demo - ab 5 vor 12 im Brünnchen. Sabine Schmitz und Christian Menzel werden unterstützt von vielen Helfern und wehren sich gegen den Verkauf der Nordschleife.

Doch was würde das bedeuten, wenn die Nordschleife verkauft wird?

1. Öffentliches Eigentum wird Privateigentum.

Damit geht es natürlich direkt mal los, was vorher uns allen gehörte, gehört nach dem Verkauf jemand anderem: einer Firma, einem Fonds, einer Privatperson … wer weiß das schon? Erst einmal vollzogen, ist der Kaufvertrag nicht mehr umkehrbar - dabei ist der Ring seit seiner Eröffnung 1927 fest in öffentlicher Hand.

Dazu kommt der Denkmal-Charakter der Rennstrecke, die es so in dieser ursprünglichen und historischen Form nicht ein zweites Mal auf der ganzen Welt gibt. Wenn man die internationale Resonanz verfolgt, dann kann niemand verstehen, wie man als Staat auf die Idee kommen könnte, sich freiwillig davon zu trennen.

2. Gemeinnützig vs privatwirtschaftlich.

Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Verkaufspreis von 100 Mio Euro aus. Die liegen ja nicht so rum, sondern die muß man sich entweder von der Bank leihen oder man setzt sie im Auftrag von Geldgebern ein. Das Investment den Nürburgring zu kaufen steht in Konkurenz zu vielen anderen möglichen Investments, mit 100 Mio Euro lässt sich eine Menge anstellen.

Die Geldgeber - wer immer das auch ist - wollen natürlich was davon haben, daß sie ausgerechnet in den Nürburgringkauf investieren. Hätten ja auch was anderes mit dem Geld machen können, was ordentlich Gewinn abwirft. Also muß eine Rendite her. Setzen wir die mal niedrig an: 5%. Das sind bei 100 Mio Euro satte 5 Mio Euro pro Jahr, die der Ring mehr abwerfen müsste, als er es bisher getan hat. Wir reden hier nicht von Umsatz, sondern von zusätzlichem Gewinn. Wo das Geld herkommt? Entweder steigen die Preise kräftig oder es wird an der Instandhaltung gespart. Gerne auch eine Kombination aus beidem. Die Anlage wird runtergeritten und ausgesaugt. Und niemand kann etwas dagegen machen.

Gemeinwirtschaftlich betrieben muß der Ring überhaupt keinen Gewinn machen, da reicht eine schwarze Null - also kein Minus. So sollten Sportstätten und Denkmäler - zum Wohle des Volkes - auch betrieben werden normalerweise.

3. Landesgesellschaft vs Privatfirma.

Bisher hatte die Nürburgring GmbH die Zügel in der Hand, sie war wie eine Behörde und wurde auch so behandelt. Der Ring liegt in einem hochsensiblen Gemenge aus Lärmschutz und Umweltschutz - kennt Ihr irgendeine andere Rennstrecke, die in einem Naturschutzgebiet (!) liegt?

Als Behörde lässt sich einfacher mit anderen Behörden zusammenarbeiten, als dies je eine Privatfirma könnte. Erst einmal in privater Hand sind die Probleme vorprogrammiert.

4. Zum Wohle der Region vs zum Wohle des Investors.

Manche haben es schon erfolgreich verdrängt, aber die Era Richter/Lindner vom 2.Mai 2010 bis 27.Nov.2012 hat uns einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, was ein Privatbesitzer veranstalten wird. Dabei waren die beiden nur Pächter - wie wird ein Besitzer erst der Region den Hahn zudrehen?

Das Monopol der Rennanlage nutzend werden nach und nach die Dienstleistungsangebote, die sich über Generationen und Jahrzehnte am Nürburgring angesiedelt haben, aus eigener Hand angeboten. Dabei muß man noch nicht einmal den Konkurenzkampf über Preis oder Qualität fürchten, man hat die uneingeschränkte Hoheit über die Strecke, alle Kommunikation gebündelt und kann spielend leicht kleine lokale Dienstleister in’s Leere laufen lassen.

5. Touristenfahrten.

Ganz heikles Thema. Ich hör dann immer gerne von den Leuten: “Die Touristenfahrten wird es immer geben, denn die bringen ja richtig Geld ein.” Das mag kurzfristig richtig sein und in den 2,5 Jahren, als die Richter/Lindner NAG möglichst schnell möglichst viel Geld scheffeln wollte hat man auch gesehen, daß der Verkehrsdurchsatz massiv erhöht wurde.

Wenn man das Ganze aber etwas längerfristig betrachtet, dann sind die TF vor allem eins: ein unkalkulierbares Risiko. Nehmt zum Vergleich 20 reiche Sportwagenfahrer, bietet ihnen die Strecke exklusiv mit allem, was ein VIP so braucht - zu Kosten von 5.000 Euro pro Nase. Machen die sofort, das Geld interessiert sie nicht und wer will nicht in Ruhe mit ein paar Kumpels mal die Nordschleife genießen. Das sind schlappe 100.000 Euro an einem Tag - ohne Aufwand - ohne Risiko. Da sehen die TF ganz schön alt aus. Und die vielen Pensionen und Gästezimmer ganz schön leer.

6. Breitensport.

Schon jetzt sind die Streckenmieten aufgrund der kostspieligen Module, die sich die NAG’ler ausgedacht haben und die deren GF Schmidt jetzt weiterführt, kaum noch zu bezahlen. Bodenständiger, bezahlbarer Motorsport ist am Nürburgring kaum noch zu realisieren, die Vereine, die die VLN Veranstaltungen durchführen, sind froh, wenn das Wetter passt - so sehr ist das alles auf Kante genäht.

Ein privater Besitzer - mit den oben beschriebenen Profit-Zwängen - wird unweigerlich weiter an der Preisschraube drehen oder sich weitere neue Zwangsmodule ausdenken, dann fällt’s weniger auf.

7. Die Region.

Noch ein heikles Thema. In den vergangenen acht Jahrzehnten war die Nürburgring-Führung schlau genug, die Region am Geschäft partizipieren zu lassen. Das wurde unter Kafitz zwar grenzwertig ausgeschöpft, aber auch er war schlau genug, daß er genug Krümmel vom Tisch fallen lassen muß, um den Frieden zu wahren.

Wird ein Privatbetreiber auch so weitsichtig agieren? Sobald die Region sich ausgegrenzt fühlt - oder auch Einzelne, deren Lebensplanung auf einmal ganz neue Wege finden muß - werden die sich überlegen, ob man die Lärm- und sonstigen Unannehmlichkeiten weiter ohne zu murren in Kauf nimmt.

Sicher gibt es noch viele weitere Auswirkungen, die ein Nordschleifen-Verkauf mit sich bringt. Ich hab hier einfach mal runtergeschrieben, was mir so spontan eingefallen ist.

Egal, wie man es dreht und wendet: der Nürburgring - und damit meine ich die Rennstrecken - muß in öffentlicher Hand bleiben und dem Gemeinwohl dienen.

Wir sehen uns am Samstag im Brünnchen!

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Sonntag, 15. Dezember 2013

Die Facebookseite von Malu Dreyer kennt im Moment nur ein Thema: Nürburgring.

Wie wird sie reagieren?

  • Ernstnehmen?

  • Ignorieren?

  • Schönreden?

  • Zensieren?

Bin gespannt, noch hat sie alle Möglichkeiten. Ihr könnt das selber verfolgen unter fb.com/malu.dreyer?filter=2. (Meinen Eintrag findet Ihr hier.)

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Samstag, 14. Dezember 2013

Der Frau Dreyer kann man auf Facebook schreiben - hab ich mal gemacht.

fb.com/1446166718938261

Sehr geehrte Frau Dreyer, knapp ein Jahr sind Sie jetzt im Amt - ich würde mal vermuten die Einarbeitszeit ist vorbei. Zum ersten Mal haben Sie sich vor einer Woche zum Thema Nürburgring geäussert: “Aus meiner Sicht gibt es im Moment keinen Anlass zur Sorge.” Aus Ihrer persönlichen Sicht mag das stimmen, denn was interessiert Sie schon eine Rennstrecke?

Aber als Ministerpräsidentin haben Sie Verantwortung übernommen und dieser werden Sie nur gerecht, wenn Sie sich der Sorgen und Nöte der Bürger annehmen. Wir vor Ort erleben mit Trauer und Wut den Ausverkauf einer historischen Sportstätte, die ohne Not in den Bankrott geführt wurde.

Und dafür sind Sie - bzw. Ihre Regierung - verantwortlich.

Bitte übernehmen Sie auch jetzt in der Not die Verantwortung, um dem Nürburgring - und damit dem Sport und der Region - eine Zukunft zu ermöglichen.

Der Ausverkauf muss dringend gestoppt werden, bevor es zu spät ist!

Wenn Sie jetzt nicht handeln, wird Ihnen das für immer nachlaufen. Der aktuell eingeschlagene Kurs führt geradewegs in die Katastrophe. Ein privater Betreiber - ich kann das Wort “Investor” wirklich nicht mehr hören - wird die Anlage und die Region auspressen wie eine Zitrone!

HILFE!!

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Donnerstag, 12. Dezember 2013

Jetzt liegt es an uns!

Die Karten zum Nürburgring-Verkauf liegen sowas von offen auf dem Tisch:

Das Rennen läuft, jetzt liegt es an uns!

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Samstag, 07. Dezember 2013

Dreyer schaltet sich zum Thema Nürburgring ein ...

... und erklärt die Diskussion kurzerhand für beendet:

“Aus meiner Sicht gibt es im Moment keinen Anlass zur Sorge.“”

Seht Ihr: alles Ordnung, bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Nur falls jemand meinte es würde nach Kurt Beck besser werden.

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Montag, 02. Dezember 2013

Teuflisch perfide Theorie zum Nürburgringverkauf.

Wenn man die aktuellen Berichte zum Ausverkauf der Nordschleife liest, dann denkt man unweigerlich: so doof können die doch garnicht sein?

Das hat mich zum Nachdenken gebracht und inzwischen glaube ich auch nicht, daß die so doof sind. Was wäre, wenn das alles zum Plan gehört?

Welcher Plan - fragt Ihr?

Im Grunde genommen haben wir ein Déjà Vu: der Karren steckt metertief im Dreck, dann - und zwar erst dann! - treten windige Geschäftsleute auf den Plan und später, wenn keiner mehr die chronologische Abfolge kennt, ist man “auf dubiose Geschäftspartner hereingefallen”.

Genauso versucht man es aktuell im Deubel-Prozess, denn der Beck°Beton war längst errichtet und Steuergelder millionfach abgezweigt, als überraschenderweise irgendwelche Schecks geplatzt sind. Konnte ja niemand ahnen! Wir sind reingelegt worden!!

Doch, konnte man - das war nicht nur zu riechen, das war penetranter Gestank meilenweit gegen den Wind! Aber die Medien haben treudoof die Mär der Betrüger durch die Lande getragen und die Politiker reingewaschen.

Seht Ihr, genau wie jetzt auch! Denken sich die Beck-Berater: warum sollte ein Cunning Plan nicht ein zweites Mal funktionieren? Den Halbseidenen Tür und Tor öffnen, um den später - garantiert! - eintretenden Kollaps Anderen in die Schuhe zu schieben, am besten noch mit einer schön theatralischen Klage garniert. Staatsanwaltschaft und Justiz hat man als untergebene Abteilung in der eigenen Firma - der Regierung - ist doch perfekt.

Zugegeben, eine gewagte Theorie und vor allem: sehr perfide. Doch gerade dieses Spiel können sie gut in der RLP Regierung, das haben sie uns die letzten Jahre deutlich spüren lassen.

Hütchenspieler werden ernst genommen, während zeitgleich der ADAC gedisst wird - sorry, für so eine Inszenierung finde ich keine andere Erklärung. Für Ring, Region & Sport natürlich der Sargnagel, aber das juckt in Mainz schon lange niemanden mehr.

Vielleicht sind die Politdarsteller und ihre Inkompetenzverwalter viel abgebrühter, als sich das Unsereins in seinem braven, bürgerlichen Hirn vorstellen kann.

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Sonntag, 01. Dezember 2013

Christian Menzel findet deutliche Worte.

Auf Facebook - und auf seiner Homepage - macht er sich heute Luft, die Bequemlichkeit und der Opportunismus sowohl der Region, als auch der Sportler, ist kaum auszuhalten:

“Das ich von meinen Rennfahrerkollegen kaum Unterstützung erhalte, daran habe ich mich schon gewöhnt. Immer dann, wenn es unbequem wird, halten die meisten doch lieber ihre Klappe, wollen ”korrekt“ bleiben, sich anpassen…”

“Warum kämpfen nicht mehr Menschen aus der Region für den Ring? Am Tresen in der Kneipe sind alle ganz aktiv und schimpfen wie die Weltmeister, beim verlassen der Lokalität ist es vorbei mit der Dynamik - schade!”

“Jetzt werden einige richtig böse auf mich sein - aber kein Problem, meine Kommentare entsprechen der Realität und ich kann jeden Tag in den Spiegel gucken und später meinen Enkeln erzählen, wie wenige Menschen aus der Region sich für den Ring aktiv eingesetzt haben.”

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Jetzt werden schon Rennautos zensiert.

Beim Wochenspiegel-Porsche auf der Motorshow Essen wurde das große “SAVE IT - DON’T SELL IT” auf dem Heckflügel mit weißer Folie überklebt.

Könnte damit zusammenhängen, daß er auf dem Nürburgring-Stand ausgestellt ist.

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Freitag, 29. November 2013

Kurt-Beck-Gedächtnispark mit der nächsten Luftnummer.

Lange brauchten die Nürburgring-Verzocker Insolvenzverwalter Lieser & Schmidt ja nicht, um sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Den ADAC haben sie nicht an die Geschäftsdaten gelassen, aber einen umtriebigen Träumer schon: ohne Geld an den Hacken den Nürburgring übernehmen - das kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Große Sprüche und kleine Kasse - wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht auch ein zweites Mal! Da scheint der Kurt Beck sich ja echte Gesinnungsgenossen ausgesucht zu haben, um den Nürburgring abzuwickeln. Sie führen sein Werk tatsächlich zu Ende, wenn ihnen niemand Einhalt gebietet. Otto Flimm hatte ja gestern schon eindrücklich den Stopp des Verkaufsprozesses gefordert.

Wieviele Schaumschläger sollen sich eingentlich noch an der Nordschleife gesundstossen, bis sich da mal bei den Sportlern und der Bevölkerung Widerstand regt? Alles wird gut?

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Donnerstag, 28. November 2013

Verkaufsprozess stoppen! PK mit Otto Flimm heute in Mainz.

Der Wind wird rauer, denn die Zeit wird knapp! Heute war in Mainz Pressekonferenz und zusammen mit Dieter Frey wurde von Ja zum Nürburgring massiv das undurchsichtige Rennstrecken-Verschachern kritisiert.

Der ADAC wurde schon gedisst, weil er - bei der unverbindlichen (!!) Angebotsabgabe - zu wenig auf den Tisch gelegt hat.

Aber geht noch weiter, sieht so aus, als würden die skrupelosen Insolvenzer darauf hinarbeiten, die Rennstrecken nur zusammen mit dem Beck°Beton verkaufen. Was dann passieren wird, haben wir schon einmal erlebt unter Richter/Lindner, die 1.000 Betten wollen gefüllt werden und mit dem Rennstreckenmonopol in der Hand kann der neue Besitzer ganz leicht argumentieren.

Nach draussen dringt vom Verkaufsprozess garnichts, alles top secret. Daher fordert Otto Flimm zu recht:

“Schluss mit der Geheimniskrämerei! Schließlich geht es um den Verkauf öffentlichen Eigentums, das noch dazu ein automobiles Kulturgut darstellt.”

Der Verein hat einiges in die Wege geleitet:

  • einen ausführlichen Brief an Malu Dreyer,

  • ein Schreiben an die EU inklusive Ankündigung einer Klage, und

  • eine Umfrage in der Region. Resultat: die Leute wollen, daß der Ring gemeinwohlorientiert betrieben wird. Na so eine Überraschung. Hoffentlich dämmert es denen in den Mainzer Büros auch bald.

Und schließlich fordert der Verein, daß das jetzige Verfahren gestoppt und nochmal neu - und dann - wenn nötig - vernünftig neu aufgesetzt wird.

Erfreulicherweise gibt es auch ein ordentliches Medienecho:

Wollen wir hoffen, daß es zündet und wenn nicht, dann hilft nur nachlegen. Jetzt im Winter haben wir den Vorteil, daß den Ring°Killern die Rennen ausgegangen sind, mit denen sie schön Werbung machen konnten. Und die Medien langsam mitbekommen, daß am Ring was ganz kräftig falsch läuft!

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter


Montag, 25. November 2013

Front gegen die Insolvenzverwalter.

Intrigen, Tricksereien, Betrug, … am Nürburgring haben wir schon die ganze Palette an Beratern, Investoren oder Managern erlebt inklusive der dazugehörigen langatmigen Gerichtsprozesse. Erst wird die Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst um den Finger gewickelt, um in aller Ruhe die Beute beiseite zu schaffen. Und wenn die Leute aufwachen … ja dann ist es zu spät.

Das Resultat kennen wir, 560 Millionen Euro Schulden wurden der bedauernswerten Nordschleife umgehangen und statt jetzt endlich den Karren aus dem Dreck zu ziehen, plant die Regierung in Mainz ihn endgültig zu versenken: die Nordschleife soll samt GP-Strecke meistbietend in private Hände verkauft werden - und das Freizeitpark-Disaster gibt’s als Sondermüll obendrauf.

Inzwischen sind wir abgehärtet, was die Tricks der Kommunikationsagenturen angeht und den Insolvenzverwalter ist jedes Mittel recht. Es wird inszeniert und beschichtigt nach allen Regeln der Kunst und hart an der Grenze dessen, was unsereiner als legal einstufen würde.

Ihr wahres Gesicht konnten sie spätestens dann nicht mehr verbergen, als sie den ADAC als Bieter nicht mehr zugelassen haben, Jörg Lindner aber schon. Und anscheinend wird der Verkauf des gesamten Nürburgrings in die Hände eines amerikanischen Investmentfonds geplant. Ganz ehrlich: ich würd’s den geldgeilen Säcken zutrauen.

Wem jetzt immer noch nicht klar ist, was uns und der armen Rennstrecke bevorsteht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Dieter Weidenbrück hat das gestern auf seine Art kommentiert: Stoppt die Insolvenzverwalter! (Hier als .txt für Nicht-FB’er)

Noch ist es nicht zu spät und das weiss auch Otto Flimm. Noch einmal mobilisiert er die Kräfte und lädt zur Pressekonferenz - diesmal nach Mainz. Dort, wo das Übel seine Ursache hat und gleichzeitig dort, wo die Lösung gefunden werden muss.

Termin ist kommender Donnerstag, 28.November, 11:00 Uhr, im Hyatt Regency Mainz, Malakoff-Terrasse 1, 55116 Mainz.

Bitte den Termin fleissig verbreiten und teilen, damit möglichst viele Leute die Veranstaltung besuchen können.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Donnerstag, 21. November 2013

ADAC vom Bieterverfahren ausgeschlossen.

Man hat uns lediglich mitgeteilt, dass unser Angebot als zu niedrig angesehen wird", sagte Meyer.

Und trotzdem wird es jetzt immer noch Leute geben, die sich die Katastrophe mit “Alles wird gut!” passend dichten :/

Tags: Erlebnisgrab | ADAC | Insolvenz


Sonntag, 10. November 2013

Die Nordschleife ist unverkäuflich - Not For Sale!

Klingt so selbstverständlich, aber ist es leider nicht, denn unsere Regierung setzt alles daran, um die Nordschleife zu Geld zu machen. Dabei wird das kulturelle Erbe mit Füssen getreten und der Willen der Bevölkerung hartnäckig ignoriert.

Nordschleife Not For Sale does sound like the best thing to do, but unfortunately our government makes every possible effort to turn Nordschleife into money. The heritage is ignored as is the will of the people.

Und trotzdem: ich wehre mich gegen den Verkauf der Nordschleife - sie darf nicht privatisiert werden - sie muss Eigentum der Öffentlichkeit bleiben!

But still: I fight against the sale of Nordschleife - it shall not be privatised - is has to stay in public ownership!

Oder kurz: Nordschleife Not For Sale!

Or in short: Nordschleife Not For Sale!

Gerri war so nett das Ganze grafisch umzusetzen und als Hashtag #NordschleifeNotForSale können wir für die Nachwelt verewigen: wir sind gegen den Verkauf!

Gerri has been helpful to come up with the artwork and together with the #NordschleifeNotForSale hashtag we can make our statement: we are against the sale!

Diese Person meint: Nordschleife Not For Sale!

This person says: Nordschleife Not For Sale!

Gerri an der Rettitanke:

Gerri at Döttinger Höhe Petrol Station:

Peter Becker frisch vom Mountainbiken im Batmankostüm:

Peter Becker - long time VLN participant - just coming from mountainbiking in his Batman livery:

Uschi muss man nicht lange bitten Ihre Forderung klazumachen:

Uschi Schmitz - Sabine’s mother and owner of Tiergarten Hotel:

Und Patricio in der Pistenklause auch nicht:

Patricio, who runs Pistenklause:

Das Schild steht jetzt erstmal am Eingang vom Hotel Tiergarten, könnt Ihr Euch gerne nehmen, um Fotos zu machen:

The sign now sits at the entry of Tiergarten Hotel, ready for you to use with your pictures:

Markiert sie in Instagram (oder Facebook, Twitter) mit dem #NordschleifeNotForSale Hashtag und wir bekommen eine nette Fotowall zusammen.

Mark them in Instagram (or Facebook, Twitter) with the #NordschleifeNotForSale hashtag and we will collect a nice picture wall.

Und wer es ganz korrekt machen will, der nimmt sich im Save The Ring HQ das Banner als Hintergrund:

In case you care about the details, use the Save The Ring banner as background:

Sobald ich die Grafik habe, werde ich sie hier auch als File einbinden, dann könnt Ihr es ausdrucken und Euer Bild machen. Oder auch selber etwas entwerfen!

As soon as I have the artwork, I will include the file here too, which you can print out to make your picture. Or you even create your own!

Und selbst wenn sie es wagen über alle unsere Köpfe hinweg den Verkauf der Nordschleife durchzwingen: wir sind dagegen und lassen es jeden wissen!

And even if they dare against all oppostion to push the sale through: we are against it and we let everybody know!

UPDATE:

Hier das Statement als File zum Ausdrucken:

Here the file, if you want to print yourself:

Tags: NordschleifeNotForSale | Insolvenz | Erlebnisgrab | Nordschleifeverkauf


Mittwoch, 06. November 2013

Der PR-Coup mit der Achterbahn-Eröffnung.

Falls noch jemand Zweifel an dem denkwürdigen Spektakel hatte: es stellt sich raus, daß die Bahn jetzt planmäßig geschlossen ist und erst nächstes Jahr bei gutem Wetter wieder aufmacht. Das steht so auf der Webseite (Öffnungszeiten Ringwerk) und wurde mir gegenüber auch bestätigt.

Jeder vernünftig denkende Unternehmer hätte unter diesen Umständen die Eröffnung für das Frühjahr geplant, denn den Hype, der durch TV und Presse ging, gibt’s nur einmal. (Siehe renn.tv/2296 und 2297.)

Daß interessierte Leute jetzt vor verschlossenen Türen stehen, scheint völlig egal zu sein. Oder habt Ihr irgendwo gelesen, daß das ein One-Weekend-Wonder wird?

Anders sieht es aus, wenn es garnicht darum ging, Leute anzulocken, sondern nur darum gute Nachrichten zu verbreiten, um den Verkauf zu begünstigen. Nur so macht diese Theaternummer Sinn. Nochmal ganz deutlich für die Leute, die meinen, daß das ja gute Nachrichten seien. Nein - sind es nicht. Es sind schlechte Nachrichten. Weil der Verkauf der Nordschleife weiter gnadenlos durchgezogen wird.

Und noch ein Fall, wo schlechtem Geld Gutes sinnlos hinterhergeworfen wurde. Das nächste Kapital in dem Trauerspiel, in dem der Nürburgring geldgierig und skrupellos missbraucht wird.

Tags: Achterbahn | Ringwerk | Insolvenz | Erlebnisgrab


Montag, 04. November 2013

Müllenbach´s Udo Mergen nicht mehr im Gläubigerausschuss.

UPDATE:

Stellt sich raus, es handelt sich nicht um Reinhold Schüssler, der von seinem Sitz zurücktritt, sondern um Udo Mergen! Ich habe das im Text ersetzt - sorry für die Missdeutung. An der Sache ändert das natürlich nichts.

=====

Reinhold Schüssler Udo Mergen ist ehrenamtlicher Bürgermeister von Nürburg Müllenbach und einer von 5 Mitgliedern im Gläubigerausschuss.

Heute schreibt Wilhelm Hahne, daß der Bürgermeister auf eigenen Wunsch aus dem Gläubigerausschuss ausgetreten ist. Das ist ein ziemlicher Paukenschlag, denn aus 5 Mitgliedern werden jetzt noch 4. Eine ungerade Anzahl Mitglieder erlaubt jedoch erst die Mehrheitsfähigkeit.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt den hastigen Verkaufsprozess zu stoppen und dem teuren Blendfeuerwerk ein Ende zu setzen. Die Chancen schätze ich auf 50/50:

  • Im günstigen Fall setzt Reinhold Schüssler’s Udo Mergen’s mutiger Schritt einen gesunden Denkprozess in Gang und erlaubt auch den anderen 4 Mitgliedern ihre Rolle (Ausnutzung?) zu überdenken.

  • Im ungünstigen Fall wird die vakante Stelle linientreu besetzt (wer entscheidet das?) und das große Plündern des Motorsport-Denkmals Nordschleife wird weiter gnadenlos durchgezogen wie bisher. Eigentlich müsste die Neubesetzung auch jemand sein, der die Gläubiger-Interessen von Nürburg Müllenbach vertritt - alles andere macht in meinen Augen keinen Sinn.

Reinhold Schüssler Udo Mergen hat zumindest Rückgrat bewiesen und ich persönlich habe den Eindruck, daß sich die wahre Absicht der Strippenzieher endgültig gezeigt hat und er sich nicht weiter als Kanonenfutter mißbrauchen lassen will.

Reinhold Schüssler in der Startaufstellung 24h-Rennen 2010.

Man muß sich auch mal vor Augen halten, in welche Rolle der Mann, der sein Bürgermeisteramt ehrenamtlich begleidet, gezwungen wurde. Er hat sich pflichtbewusst bereit erklärt, um für das Dorf Nürburg Müllenbach das menschenmögliche in dieser Rolle zu erreichen. Aber allein schon die Farce am 19.April 2013, als der Verkauf des Nürburgring’s einstimmig beschlossen wurde - nach einer 10-stündigen Marathondiskussion. Da braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie das gelaufen ist.

Und das alles nur, damit die Versager, die die Rennstrecke mit ihren bescheuerten Freizeitparkideen in den Bankrott getrieben haben, ihren warmen Hintern retten können.

Ich sehe zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer den Verkaufssprozess anzuhalten, um die Lage neu zu überdenken. Ich hoffe diese Einsicht kann sich auch bei anderen Leuten durchsetzen. Und solange der Ring nicht verkauft ist, solange können wir hoffen, daß die Rennstrecken Teil des öffentlichem Eigentums bleiben.

Tags: Insolvenz | Gläubigerausschuss | ReinholdSchüssler | Nürburg | UdoMergen | Müllenbach


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Achterbahn-Eröffnung vorzeitig beendet?

Gerade macht das Gerücht die Runde, daß der tolle Achterbahn-Eröffnungstag ein ziemlicher Flop wird, denn

a) BMW als Kunde mit einer Veranstaltung vor Ort hat sich über den Radau beschwert und

b) sollen heute abend die Nürburgring-Mitarbeiter durch den Boulevard laufen, damit es nach Besuchern aussieht, wenn das Fernsehen kommt.

Ich weiß ja nicht ob’s stimmt, aber die Bahn macht einen Höllenlärm und WH hatte schon angemerkt, daß BMW Kunde vor Ort ist. Das würde die Nutzung noch weiter einschränken, bei Rennveranstaltungen darf sie ja sowieso nicht fahren.

Und wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, daß nur ein einziger der Nürburgring-Leute sich für so ein Schauspiel einspannen lässt, die Jubelperser-Nummer passt einfach zu gut auf meine Schaumschläger Überschrift von heute morgen.

Auch passend dazu machen die gerade mit ihrer Agentur dictum law / Nuvoloni ein Riesenfass auf, hier die PM dazu:

“Der ring°racer, die schnellste Achterbahn Europas, ist heute am Nürburgring für den Publikumsverkehr erfolgreich gestartet.”

Ob das mit dem erfolgreich nicht doch Wunschvorstellung war?

“In der Vergangenheit galt die Achterbahn Kritikern als Symbol für das Scheitern des Nürburgring- Konzepts.”

Keine Sorge, das ist es immer noch. Die Affenbahn braucht kein Mensch. Es ist auch kein Nürburgring-Konzept, denn in diesem Wort steckt viel zu viel Rennstrecke drin. Es sind die feuchten Freizeitparkträume von Kurt Beck und seinem Gefolge, die den Nürburgring gegen die Wand gefahren haben.

“Nachdem nun auch die letzten Baumängel im Warsteiner Event Center behoben sind, ist der Nürburgring zum ersten Mal in Gänze fertig gestellt.”

Die haben wohl den Knall nicht gehört?! Der Nürburgring ist fertiggestellt seit spätestens 1984 - für manche sogar seit 1927!

“Damit sind erstmals alle Gebäude und technischen Anlagen des Komplexes ‚Nürburgring 2009’ (Eifeldorf Grüne Hölle, Freizeit- und Business-Zentrum mit ring°boulevard, ring°werk, ring°kartbahn und ring°racer sowie Hotels) voll funktionsfähig in Betrieb. „Das ist ein positives Signal für Fans, Besucher und Investoren“, ergänzt Jens Lieser.”

Nach herzlichen Glückwunsch, was für eine Geldverschwendung: Sachen, die kein Mensch braucht, für teuer (Steuer-!!)Geld instandgesetzt, damit der “Alles super - alles toll” Schein aufrecht erhalten werden kann. Das einzig positive Signal findet sich hinterher auf Jens Lieser’s Kontoauszug, falls ihm tatsächlich ein “Investor” auf den Leim geht und den Bauschutt in Spe für viel Geld abkauft. Wobei ich nicht glaube, daß die Mängelliste jetzt bei Null angekommen ist. Wetten die ist noch mindestens vierstellig?

In der PM wird schön darauf hingewiesen: “Passagiere müssen mindestens 1,40 m groß sein.”, aber daß bei 1,95 Schluß ist - also normale Erwachsene wie ich z.B. - wird höflich ausgelassen. Wegen Peinlichkeitspotential?

In der PM ist auch Streckenlänge (1.212m) und Fahrzeit (80 Sek.) angegeben - wenn mich meine Mathekenntnisse nicht völlig im Stich lassen, dann ist das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 54 km/h. WTF?!

Da bin ich ja mal heute abend gespannt, ob es wirklich welche gibt, die sich für nichts zu schade sind bei der landeseigenen Volksverarsche und Besucher für’s Fernsehen faken. Immerhin hat das Besucherzahlenfälschen am Ring große Tradition.

UPDATE:

Wie nicht anders zu erwarten stimmt der öffentlich-rechtliche SWR in die Jubelarien mit ein und berichtet etwas von großem Andrang. Rückmeldungen von Leuten, die vor Ort geschaut haben, berichten etwas komplett anderes, daß nämlich nichts los sei - also so wie immer.

Passt auf jeden Fall in’s Gesamtbild der regierungsgelenkten Schönfärberei und Propaganda.

UPDATE:

Rent4Ring / BridgeToGantry lässt sich vor den Karren spannen und ist … begeistert??!! WFT, wie tief kann man sinken?

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | DictumLaw | Nuvoloni | Besucherzahlen


Die Schaumschläger vom Ring.

Oder wie die WiWo titelt:

PR-Loopings mit der Geisterbahn

Heute soll also - mit nur 4,5 Jahren Verspätung - die Achterbahn in Betrieb gehen. Da fasst man sich natürlich beidhändig an den Kopf, was das jetzt - Anfang November mitten in der Eifel - soll?

Das übliche Getöse auf der offiziellen Webseite, das geht schon auf der Startseite los.

Jetzt ist auch klar, wie die das mit dem Unterfahrschutz gelöst haben: man darf einfach keine Gegenstände mitnehmen. Also nichtmal eine Brille, Uhr oder Schlüssel. Steht in den Nutzungsbedingungen (PDF).

Und Personen über 1,95 dürfen auch nicht mit. WTF? Ist die Bahn aus dem Mittelalter?

Aber der größte Witz ist dieser:

"Da die Fahrt überwiegend im Freien stattfindet, muss der Betrieb möglicherweise aus witterungsbedingten Gründen eingestellt werden, um die Erlebnisqualität nicht zu beeinträchtigen."

Sehr Ihr? Erlebnisqualität! Kein Wort darüber, daß bei Wind, Regen, Kälte, Schnee - also bei Nürburgringwetter - die Fahrt garnicht erlaubt ist. Und bei Rennveranstaltungen sowieso nicht. Wilhelm Hahne ist da mal tiefer eingestiegen.

Ich nenn das mal ganz platt Verarschungsqualität. Die hätten das Ding abreissen sollen, solange noch Zeit dafür war.

Jetzt poltert der Kasperlekarren an den Büros vorbei, verbrät mehr Geld, als er einnimmt, nur weil die Leichenfledderer Insolvenzverwalter gute Nachrichten verbreiten müssen. Die denken, daß sie in 6 Monaten mit vollgestopften Taschen fein raus sind, wenn unsere Enteignung besiegelt wird und das öffentliche Eigentum Nürburgring in private Hand verschoben wird.

Und weil’s gerade so schön zum Thema Verarschung passt: die Schön-Wetter-Abteilung der Landesregierung mit dem Namen “Freunde des Nürburgring” macht auch wieder von sich reden mit diesem Text, den die selber verfasst haben. “Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.” DAS glaub ich sogar, die betuteln sich gegenseitig und fühlen sich toll dabei.

In der Region selber leider nur Schockstarre, statt Protest gegen den Ausverkauf einer einmaligen Rennstrecke gibt es nur Werbung für Junggesellenfeste.

Auch im Industriegebiet Meuspath nur Schulterzucken. Entweder haben die sich ihrem Schicksal schon ergeben oder reden sich ein, daß alles gut wird.

Da tut es gut, wenn den Trickspielern die Hosen runtergezogen werden - wie jetzt aktuell in der WiWo. Auch wenn ich meine Zweifel habe, daß das Viele der 13.247 Einwohner der VG Adenau aufrüttelt.

Es ist zwar spät, aber noch nicht zu spät: solange keine Tinte unter dem Verkaufsvertrag steht, kann der Verkauf gestoppt werden!!

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | WiWo


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Kurt Beck´s Zukunftskonzept für den Nürburgring - aka die große Geld- und Rennstreckenvernichtung.

Hier sind ein paar Restwerte aufgeführt:

  • Kongresshotel: 10,22 Mio Euro
  • Eifeldorf plus Hotel, Ferienpark und Personalhaus: 6,91 Mio Euro.

Also insgesamt etwas über 17 Millionen Euro.

Und wieviel hat es gekostet?

Kurt Beck beschreibt das auf seiner Homepage majestätisch so:

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

Oder in Zahlen: stramme 115 Millionen Euro hat der Teilbereich 2, von dem hier die Rede ist, gekostet (siehe Kostenaufstellung renn.tv/1714). Also der Teil, der jetzt - 3 Jahre nach Neubau - noch ca. 17 Millionen Euro wert ist.

Nur falls mal jemand wissen will, wie der Nürburgring in die Insolvenz geritten wurde - so ein “Deal” hätte auch ganz andere Firmen in die Pleite getrieben.

Mir konnte auch noch keiner die Frage beantworten, warum vor 3 Jahren die Verstaatlichung der Immobilien - also DER KAUF - so ein tolles Zukunftskonzept sein soll, wenn 3 Jahre später und ca. 100 Millionen Euro weniger das jetzt wieder AN PRIVAT VERKAUFT werden soll.

Natürlich werden Kurt Beck oder sein Spannmann Hendrik Hering für die 100 Millionen NICHT zur Verantwortung gezogen, was habt Ihr denn gedacht. Das ist Strukturpolitik!

Tags: Erlebnisgrab | Mediinvest | KurtBeck | HendrikHering | Insolvenz


Einladung zur Bürgerversammlung am Montag 28.Okt.2013, 19 Uhr.

Ja zum Nürburgring mit Otto Flimm lädt zur Versammlung in die Graf Ulrich Halle, jeder ist willkommen:

“Die Sportstätte des Nürburgrings befindet sich in ihrer bisher tiefsten Krise, die durch die Einleitung des Verkaufsprozesses einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht hat. Das Trauerspiel Nürburgring geht so nach Wunsch der Landesregierung Rheinland-Pfalz und der ausführenden Insolvenzverwalter in die letzte Phase. Der Verein „Ja zum Nürburgring“ kämpft für einen gemeinwohlorientierten Erhalt und Betrieb der Rennstrecke und stemmt sich gegen die Veräußerung an einen privaten Investor, dessen Antrieb allein die Gewinnmaximierung und nicht der Sport und die Region ist.”

Diesmal bekommt Otto Flimm aber nicht das Wort abgeschnitten wie bei dem traurigen SWR4-Theater vor 6 Monaten an gleicher Stelle (renn.tv/2077).

Geplante Agenda:

“1) Begrüßung
2) Zielsetzungen Verein „Ja zum Nürburgring“
3) Schreiben KPMG
4) Bürgerbefragung zur Zukunft des Nürburgrings
5) Nürburgring-Gesetz
- Brief an Frau Ministerpräsidentin Dreyer
- Stellungnahme Nutzungsordnung
6) Auskunftsbegehren gegenüber Landesregierung
7) Sonstiges”

Dieter Weidenbrück hat das auf seine Art bei Facebook kommentiert (für nicht FB’er hier als Text) und appelliert an Sportler und Anwohner jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Tags: JzNring | Flimm | Weidenbrück | Insolvenz | Erlebnisgrab


Freitag, 04. Oktober 2013

Die Betriebsgesellschaft der Insolvenzverwalter will sich eine eigene Streckensicherung aufbauen.

Beworben auf der Homepage der Nürburgring GmbH Nürburgring Automotive GmbH Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH und begründet auf der Facebookseite (die auch schon mehrfach den Besitzer gewechselt hat von NG zu NAG und jetzt NBG):

“Der Nürburgring nimmt das Thema Streckensicherung in die eigenen Hände, mit einem eigenen Team, da es zumindest einem unserer bisherigen Partner zunehmend schwer fällt unter rechtlich einwandfreien Bedingungen genügend Marshals bereitzustellen.”

Aus meiner unmaßgeblichen Sicht sieht das so aus:

“Um im Zuge der Insolvenz und der geplanten Veräußerung dem zufünftigen Privatbesitzer ein möglichst unabhängiges Gesamtpaket anbieten zu können, bietet die Nürburgring Betriebsgesellschaft alle Leistungen aus einer Hand und damit auch eine eigene Streckensicherung. Größtmöglicher Einflussbereich der NBG ist gesichert, denn statt mit einem Dienstleistungsunternehmen zu verhandeln, werden jetzt individuelle Einzelverträge mit dem Streckenpersonal direkt abgeschlossen.”

Alles eine Frage der Sichtweise.

Tags: Betriebsgesellschaft | Insolvenz | Streckensicherung


Heute vor 5 Jahren war Beerdigungstermin.

Auszüge dem Pressetext von Dederichs Reinecke:

(..) Startschuss für die neue Erlebnisgastronomie, die als wichtiger Frequenzbringer ein Eckpfeiler im Gesamtkonzept Nürburgring 2009 sein wird. Rund 35 Millionen Euro investiert Projektentwickler Mediinvest GmbH (Düsseldorf) mit seinen Partnern und privaten Geldgebern (..).

„Passend zu packendem Rennsport bieten wir hier Entertainment und Partystimmung pur“, verspricht Kai Richter.

Neben dem Eifeldorf Grüne Hölle gehört ein neues 4-Sterne-Hotel sowie ein Ferienressort in Drees zum Paket, das der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest und seine Partner als private Investoren zum Projekt „Nürburgring 2009“ beisteuern.

Von dieser Entwicklung wird die gesamte Region nachhaltig profitieren.

„100 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze werden allein direkt im Dorf geschaffen und Personal dringend gesucht. Bewerben können sich Interessierte direkt bei der Betriebsgesellschaft“, ergänz Kai Richter.

Herzstück der Anlage sind das Brauhaus mit bis zu 400 Sitzplätzen und die Diskothek, in der bis zu 1.500 Menschen gleichzeitig feiern können. Je nach Publikumsgeschmack wird im Brauhaus geschunkelt, geschwoft oder gerockt. Von Hip-Hop bis Hardrock reicht das Musikangebot der Diskothek. Auf sechs verschiedenen Ebenen kann hier getanzt werden. Jede Ebene hat ihre eigenen Barszenarien, ihr eigenes Musikangebot, ihren eigenen Diskjockey. Die mit der modernsten Technik ausgestattete Bühne ist für Live-Auftritte bestens ausgerüstet. Und sie ist mobil: Per Knopfdruck kann sie vom Saal zum Dorfplatz gedreht werden und verwandelt sich so zur Open-Air-Plattform für Künstler.

Buchen kann man die Erlebnisgastronomie à la Carte am Ring aber jetzt schon – beispielsweise bei Müller-Touristik, Europas größtem Gruppenreisenveranstalter. Und da ist man begeistert über das riesige Buchungsinteresse - obwohl man erst für frühestens September 2009 bestellen kann. „Bis dahin wird uns der volle Nürburgring-Veranstaltungskalender das Dorf füllen“, ist Richter überzeugt.

Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen.

Die neue ganzjährige Freizeitanlage ring°werk als spannende Mischung aus Museum und Science-Center rund um die Themen Mythos Nürburgring, Motorsport und Mobilität wird dabei große und kleine Motorsport-Fans begeistern.

Im Vergleich zu letztem Jahr:

  • Kai Richter und Jörg Lindner betreiben den Nürburgring nicht mehr.
  • Die Nürburgring GmbH ist mit +/- 500 Millionen Euro Schulden insolvent.
  • Die Landesregierung, die den Untergang zu verantworten hat, hat sich komplett aus der Verantwortung zurückgezogen.
  • Insolvenzverwalter leiten die Geschicke am Nürburgring.
  • Der Nürburgring wurde zum Verkauf ausgeschrieben.
  • … und soll in den nächten 6 Monaten verkauft werden, damit würde endgültig der Übergang von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum vollzogen.

Warum Hendrik Hering seinerzeit überhaupt diese ganzen Privatengagements gekauft hat (= die Schulden erlassen hat), hat er nie schlüssig erklärt. Das wurde einfach gemacht, nennt sich dann “regieren”. Die Summe war ein großer Batzen der Gesamtkosten.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Hendrik Hering kauft im Namen der Nürburgring GmbH die privaten Immobilien (26.3.2010) und die Nürburgring-Gesellschaft erstickt an den Kosten und geht kurz darauf pleite (21.7.2012) und soll selber verkauft werden. Ratet mal, wer fein raus ist.

Die Grundsteinlegung war wohl eher eine Grabsteinsetzung.

Tags: Eifeldorf | Dederichs | Reinecke | Insolvenz | Eifeldorf | Mediinvest | KaiRichter | HendrikHering


Die Achterbahn soll - mal wieder und über 4 Jahren nach Eröffnung - in Betrieb gehen.

Braucht doch kein Mensch.

Achterbahn-Eröffnung im Sommer 2009 zur Formel 1 mit Walter Kafitz, Kurt Beck und Boris Becker - kam live im TV. In Betrieb genommen wurde sie aber nie, weil immer wieder was explodiert ist.

Ich weiß auch schon eine tolle Ausrede für den Propaganda-Nuvoloni, wenn die Besuchermassen ausbleiben: der überraschende Winter!

Mir fallen allerdings spontan einige Leute ein, die ich damit auf den Mond schießen möchte.

UPDATE:

Stellt sich raus, daß das

“Ringracer dürfte jetzt fahren …”

und

“.. wird die Achterbahn am Freitag für den Publikumsbetrieb freigegeben.”

von Uli Adams in der Rhein-Zeitung doch etwas optimistisch war. Wilhelm Hahne hat das mal relativiert.

Die Auflagen sind nicht ohne, von 42 Meter Feuerwehrleiter und Sicherheitspersonal ist die Rede.

Alles in allem wieder nur heiße Luft um die Braut aufzuhübschen. Ganz in dem Sinne: alles toll, alles super.

Traurig, wie unkritisch die gute Nachricht weiterverbreitet wird, z.B. über die Agentur dpa - dann steht sowas im FOCUS: “Gut vier Jahre nach Eröffnung des Freizeitparks am Nürburgring gibt es endlich grünes Licht für die stillstehende Achterbahn.”

Die Fehlkonstruktion hätte längst abgebaut werden müssen, aber das lässt der Stolz der Politiker ja nicht zu.

Tags: Achterbahn | Ringracer | Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Kafitz | BorisBecker | Nuvoloni


Freitag, 27. September 2013

Wie sie alle auf der Nordschleife rumreiten.

Und kein Wort darüber verlieren, daß die Strecke kurz vor’m Abgrund steht:

“Stefan Bogner, Neffe des Modemachers Willy Bogner, hat die Nordschleife des Nürburgrings puristisch fotografiert. Zu den Schmuckstücken gibt es ein Roadbook, das Tricks für eine schnelle Runde gibt.”

Wenn die Bilder wenigstens schön wären.

Tags: DieWelt | WillyBogner | Insolvenz


Mittwoch, 18. September 2013

Klaus Ludwig beschränkt sich auf´s Hoffen.

Deshalb kann ich nur hoffen, dass der Nürburgring in die richtigen Hände kommt, dass es dort weitergeht.

Ist ein klitzekleinesbisschen Einsatz zum Erhalt wirklich zuviel verlangt? Hoffen? Das ist alles?

Tags: KlausLudwig | Insolvenz | Erlebnisgrab


Donnerstag, 29. August 2013

Das Fahrsicherheitszentrum und der Offroad-Park ...

geben Wilhelm Hahne zu denken. Man könnte vermuten, daß die Anteile am FSZ verkauft worden sind - das wäre dann ohne Ausschreibung passiert und der Offroad-Park soll mit dem Nürburgring verkauft werden, obwohl er im Falle einer Insolvenz wieder an Drees zurückfällt. Und wenn Drees da nicht hart am Ball bleibt, dann machen sich die Verantwortlichen der Gemeinde schuldig. Also Aussitzen - was in der Politik immer gerne gemacht wird - wäre diesmal keine so gute Option.

Tags: Fahrsicherheitszentrum | Offroadpark | Insolvenz | Erlebnisgrab


Sonntag, 18. August 2013

Steinreich oder hochverschuldet? WDR Düsseldorf über den Düsseldorfer Kai Richer.

WDR Lokalzeit: “Düsseldorf geniesst den Ruf die Stadt mit den meisten Menschen zu sein, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie steinreich oder hochverschuldet sind. Zu diesen Menschen zählt auch der Projektentwickler Kai Richter.”

Hier der Beitrag, der sich mit dem - ausnahmsweise mal in NRW stattfindenden - Zivilprozess um Schadenersatz beschäftigt. (Schnell anschauen, bevor es wieder depubliziert wird.) Wilhelm Hahne - der den Prozess besucht hat - kommt auch zu Wort. (siehe auch renn.tv/2234 vom Mittwoch.)

So einen Satz hätte es meiner Meinung nach im SWR nie gegeben, in RLP habe ich den Eindruck, daß Kai Richter Protektion durch die Politiker und Regierung erhält. Und der SWR das macht, was ihm gesagt wird. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz ermittelt, ermittelt, ermittelt, … aber von Anklage keine Spur.

Auf dem Bild da hinter Kai Richter ist übrigens sein damaliger Berater André Schmidt von der Agentur Dederichs Reinecke & Partner. Die waren in der Folgezeit Auffangbecken für Stephan Cimbal und haben heutzutage überhaupt kein Problem damit weiter (im Namen von Falken Motorsport) auf dem Nürburgring rumzureiten - großmütig ausblendend, daß sie tatkräftig mitgeholfen haben, ihn trotz aller Widersprüche in die Insolvenz zu treiben.

Tags: KaiRichter | Erlebnisgrab | Schadenersatz | Mediinvest | AndreSchmidt | Dederichs | Reinecke | WilhelmHahne | Lokalzeit | Düsseldorf


Donnerstag, 08. August 2013

Ich würd mich ja wirklich gerne über die Stefan Bellof Ehrung am Wochenende freuen ...

Ich würde mich gerne über die Stefan Bellof Ehrung am Wochenende freuen … aber es gelingt mir nicht. Das einzig wirklich Großartige ist die Demofahrt von seinem Teamkollege Derek Bell im restaurierten #007 von damals - aber alles andere ist nur noch Brechreizflatrate: Ausstellung im Ringwerk, Vorführung im Ringkino - und als Krone eine Ringcard mit Sonderdruck. Und in was für blumige Worte das alles gepackt wird.

Daß Stefan Bellof auch nur ansatzweise in die Nähe von Kai Richter gebracht wird, hätte ich nicht für möglich gehalten - soviel Fingerspitzengefühl hätte ich selbst in den dicksten Wurstfingern vermutet. Aber so kann man sich irren und wir werden erleben, daß Stefan Bellof und der Porsche 956 die verhasste Ringcard zieren, die Kai Richter mit seiner Firma CST dem Nürburgring und allen Veranstaltern übergeholfen hat. (stefan-bellof.de: “Mit dieser Karte kann an vielen Stellen des Nürburgrings bargeldlos bezahlt werden.” würg.) Die CST - C[r]ash Settlement Ticketing - ist inzwischen pleite, die Nürburgring GmbH dadurch auf ihren Forderungen sitzengeblieben, was wiederum einen Teil zu ihrer Insolvenz beigesteuert hat. Ausgerechnet Stefan Bellof, der wirklich am allerwenigsten dafür kann. Und es wird begeisterte Besucher geben, die das alles ganz toll finden, weil sie die komplexen Hintergründe nicht kennen. Das hat auch diese perfiden Züge, die wir in den letzten Jahren kennenlernen durften bzw. mussten: eiskalt wird der Enthusiasmus unschuldiger Fans ausgenutzt, um die Vergehen der Neuzeit gesellschaftsfähig zu machen.

Ich persönlich hab auf jeden Fall in meinem Leben noch keine Ringcard besessen und kann nur hoffen, daß diese Seuche bald endlich wieder verschwindet.

(Wobei das ja eigentlich nebensächlich ist, wenn der Ring nach den Plänen der Bestatter bald komplett verkauft ist.)

Und da haben wir noch nicht über den neuen Streckenabschnittsnamen gesprochen.

Tags: Bellof | KaiRichter | Ringcard | Ringwerk | Ringkino | OldtimerGrandPrix


Freitag, 19. Juli 2013

Der Fahrplan für den hektischen Nürburgring-Verkauf wird weiter ungebremst durchgezogen.

Im Frühjahr nächsten Jahres (Q1 2014) soll alles verkauft sein und die Zeitungen hüten sich wieder mal davor unbequeme Fragen zu stellen. Zum Beispiel wer die Gehälter der Mitarbeiter bezahlt der insolvenzen Nürburgring GmbH oder die Zinsen für aufgelaufenen Schulden in Höhe von über 550 Millionen Euro.

Ich bin sicher der Fahrplan bis zum Verkauf nächstes Jahr steht und niemand scheint ihn aufhalten zu können. So ein Pressetermin wie gestern gehört zum Programm und die Medien spielen bereitwillig mit, hier eine Auswahl:

Tenor: Alles super, alles toll - heile Welt und Blümchen-Tanz. Daß die Nordschleife bluten soll für die Freizeitpark-Katastrophe, wird unter den Teppich gekehrt.

“Uns ist es gelungen, das Ruder herumzureißen und dem Nürburgring eine neue Perspektive zu geben.”

meint der von Kurt Beck erst kürzlich ernannte Professor und hat überhaupt kein Problem damit sich als Sanierer feiern zu lassen. Für die Schandtat ein volkseigenes Denkmal zu privatisieren.

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Dienstag, 16. Juli 2013

Die Zuschauerverzigfacher mal wieder.

Beim Formel 1 wurden erfrischenderweise realistische Zahlen für das Rennen verbreitet (52.000), aber bei Truck GP vergangenes Wochenende war’s schon wieder vorbei mit der Ehrlichkeit: 165.000 - “… wie der ADAC Mittelrhein am Sonntag mitteilte …”.

Nicht zu vergessen: Formel 1 auf dem ganzen Kurs, Truck GP nur Kurzanbindung.

Nicht nur ist die Zuschauerlüge einer der Hauptgründe für die Gigantomanie und dadurch die Insolvenz, inzwischen ist auch allen klar, was da gespielt wird. Bis auf Kurt Beck vielleicht, dem ist das zu hoch.

Die Rhein-Zeitung hatte da vor knapp 2 Jahren einen großen Artikel drüber, hier der Screenshot für den Truck GP bis 2008:

Wilhelm Hahne nimmt sich auch des Themas an.

Das wäre am Wochenende eine prima Chance gewesen, um die alten Zöpfe abzuschneiden.

Tags: TruckGP | Erlebnisgrab | Zuschauerlüge | Besucher | Zuschauerzahlen


Freitag, 12. Juli 2013

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Die Rhein-Zeitung vielleicht, die sind sich ja auch nicht zu schade den Selbstinszinierer als Sanierer zu betiteln und seine Propaganda abzudrucken. Da wäre mir schon das Papier zu schade!

Festhalten:

“Es gibt keinen überdimensionierten Freizeitpark. Es gab allenfalls eine Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung.”

Der Mann hat ja nicht nur den Nürburgring in seiner Verantwortung, sondern ist von Kurt Beck vor garnicht allzulanger Zeit zum Professor ernannt worden. Was sagen eigentlich seine Studenten in Trier bzw. Birkenfeld zu solchen wirren Auswüchsen?

Das geht nämlich noch weiter:

“Wir brauchen diese Infrastruktur dringend für die sportlichen Großveranstaltungen.”

Bekommt dem die gute Eifelluft nicht? Wahrscheinlich hat er noch garnicht mitbekommen, daß die Mieter im Boulevard die Kurve kratzen und die tolle Eventhalle schon ewig leersteht. Achja, stimmt ja, liegt ja bloß an der Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung. Da muss man erstmal drauf kommen - als Insolvenzverwalter!

Ich glaube eher wir haben es hier mit einer akuten Unterdimensionierung im Bereich der Wahrnehmung zu tun - und zwar massivst!

Der Artikel geht sogar noch weiter, aber solche Schauergeschichten halte ich in dieser Konzentration nicht aus.

Aber zum Glück bin ich ja auch nicht der Einzige, der sich damit auseinandersetzt:

Gut, daß es neben der Rhein-Zeitung auch noch Journalisten gibt, deren Wahrnehmung noch nicht saniert ist:

Die Ruine am Fuße der Burg im Tagesspiegel, da sind ein paar echte Highlights am Start:

“Die Logik hat am Ring schon länger Zündaussetzer.”

oder

“Besser als an der Brücke und der Achterbahn lässt sich kaum erkennen, wie planlos hier mehr als 350 Millionen Euro Steuergeld verbaut wurden. Das großspurige Prestigeprojekt „Erlebniswelt“, unter dem inzwischen zurückgetretenen Ministerpräsidenten Kurt Beck in Angriff genommen, hat den Nürburgring in die Insolvenz getrieben. Jetzt hat das Örtchen Nürburg zwei Ruinen. Oben die wuchtige Burg, unten das Geisterdorf am Ring.”

Und man erinnert sogar an die hochnotpeinlichen Vergewaltigungen, die man der historischen Rennanlage reingedeut hat:

“Doch Nürburgring-Events wie Konzerte der Kastlruther Spatzen oder der „Musikalische Adventssonntag mit Sissi und Ludwig“ erwiesen sich als Flops.”

Diese Schlagerschei**e hatte ich schon erfolgreich verdrängt, was für eine peinliche Nummer, nichtmal 3 Jahre her.

Heutzutage braucht man keine Schlagersänger mehr, um den Schämalarm einzuleiten, da reicht ein Interview mit dem Doppeldoktor von und zu Vergewalter Schmidt, der im Übereifer auch noch den letzten Tropfen Lebensgeist aus der Nordschleife rausgepresst.

Sanierer?! Hoffentlich wird der ganz schnell vom Planierer abgelöst, ich bin sofort dabei, wenn es darum geht den Nürburgring wieder von seinem Geschwür zu befreien. Wann hat das Leiden endlich ein Ende mit diesen Selbstdarstellern und Sichdietaschenvollmachern!?

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Samstag, 06. Juli 2013

What a nightmare if Bernie Ecclestone buys the Nürburgring.

Bernie Ecclestone buying the Nürburgring would be a nightmare for grass root motorsport and tourist drives. Here is a 1:1 translation of what he said according to German WELT newspaper

Article Link

German:

“Wie ich höre, will man den Nürburgring verkaufen. Gut möglich, dass ich ihn kaufe. Zumindest denke ich darüber nach.”

English:

“I hear the Nürburgring is for sale. It’s quite possible that I buy it. At least I’m thinking about it.”

For the last 86 years the Nürburgring has been under public ownership and Ja zum Nürburgring / Save The Ring with support from motorsport, the local region and the worldwide community is fighting heavily that it remains under non-profit-making organisation. That is the only way to keep grass root motorsport - the very reason why the Nürburgring exists - alive under todays already tense economical burdens.

My feeling (and that of many others) is: as Bernie Ecclestone is the complete opposite of a non-profit-making organisation tourist drives and races series like RCN and VLN (and as a consequence 24 Hours too) would dissapear in no time.

Tags: Formel1 | Ecclestone | Insolvenz | Erlebnisgrab | SaveTheRing | JaZumNürburgring | English


Dienstag, 02. Juli 2013

´Wir Mitarbeiter akzeptieren den notwendig gewordenen Verkaufsprozess.´

Steht so heute in einem offenen Brief in der Rhein-Zeitung - die als einzige (!) lokale Zeitung im Nürburgringgebiet verbreitet wird. Wilhelm Hahne hat das in seinem Kommentar zu dem Thema treffend erwähnt.

Und wie so oft in letzter Zeit bei der RZ wird unkritisch weiterverbreitet. Statt ihrer Verantwortung als quasi Monopol-Zeitung gerecht zu werden und ein ausgeglichenes Bild zu zeichnen. Immerhin werden wir gerade Zeuge der größten Privatisierung, Steuergeldverschwendung, Katastrophe mit Ansage (sucht Euch was aus, gibt sicher noch mehr!), die die Eifel je gesehen hat.

Unterschrieben ist der Brief von “Die Betriebsräte der NBG und NG im Namen der Mitarbeiter des Nürburgring”. Da würd mich z.B. interessieren, über wieviele Leute reden wir? Und wieviele davon sind organisiert? Und überhaupt: wieviele Leute sind noch von der alten Vor-Erlebnisregion Nürburgring GmbH übrig? Und nicht den Rattenfängern - trotz aller Warnungen - auf den Leim gegangen?

Aber die RZ weiß sich zu benehmen und stellt keine unbequemen Fragen. Gehört sich nicht.

Am besten ist die Einleitung des dramatischen Werks, da wird hochtrabend Werner Niefer als MB AG Chef zitiert in dem Sinne Mitarbeiter sind das wertvollste Gut eines Unternehmens. Klingt toll, oder? Und so wird dem tumben Volk wieder Sand in die Augen gerieben, um die Enteignung des Volkseigentums Nürburgring weiter durchzupeitschen. Da ist jedes Mittel recht, denn die gierigen Insolvenzverwalter müssen auf ihren Schnitt kommen und die Landesregierung will die Altlasten beseitigen. Das muß sogar ein Privatunternehmen (!) herhalten, um den Verkauf von Volkseigentum (!) zu begründen.

Und die Mitarbeiter? Den letzen beißen die Hunde und die künstlich aufgepumpten Zahlen werden ganz schnell auf dem Boden der Realität aufschlagen, wenn ein Investor den Ring vereinnahmt.

Ein Gutes hat dieser Brief jedoch: ich glaube den abgebrühten Insolvenzprofis geht der Stift. Die Formel 1 steht vor der Tür und die heile Welt bröckelt - was schlecht für den Verkaufspreis ist. Da muß man natürlich reagieren und Mitarbeiter zieht immer. Ist ja nicht das erste Mal, daß diese Karte gespielt wird. Wie perfide damit auch noch den Verkauf (!) zu untermauern, der ja wie nichts anderes die Mitarbeiter im Regen stehen lässt.

Wie wäre denn das Szenario, wenn die Region, die Sportler, die Unternehmer und die weltweite Motorsportszene rebelliert? Der Verkauf könnte neu überdacht werden, die hektischen Entscheidungen nochmal detailliert analysiert und geprüft. Oder - anderes Szenario - der Kaufpreis sinkt, weil mit dem rebellischen Volk möchte man sich nicht anlegen.

Na und? Die einzigen, die das stört, sind die Handvoll Politiker in Mainz und die Verkaufs-Profis, die statt mit der Luxusyacht doch nur mit dem Tretroller vom Acker ziehen.

Kann ich gut mit leben.

Tags: Erlebnisgrab | Betriebsrat | Insolvenz


Montag, 01. Juli 2013

Dieses Nürburgringgesetz ..

… ist doch das Papier nicht wert, auf dem es draufsteht.

“Darüber werden sich die vielen Touristenfahrer auf der Nordschleife kaum freuen: Im Nürburgringschutzgesetz wird keine Preisbremse verankert.”

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Ringverkauf | Nürburgringgesetz


Samstag, 29. Juni 2013

Offensichtlich ist die Achterbahn noch nicht komplett verrostet, ..

… und soll am 7.Juli passend zum F1 wiedereröffnet werden. Wiedereröffnet? Die war noch nie auf!

Mit irrwitzigen 170 km/h geht es dann die Zielgerade lang. Hätten sie statt ’ner Formel 1 Optik besser mal die eines alten VW Käfers genommen. Ich schätze mal schneller als 170 trauen sie sich nicht, damit das Ding nicht wieder hochgeht und langsamer können sie auch nicht, weil dann kommt die Fuhre nicht durch die Steilkurve.

Mein Vorschlag: einstampfen!

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Achterbahn | RingRacer


Das wieviel trillionste Gutachten ist das eigentlich?

Gutachter und Anwälte, das sind die großen Gewinner der Nürburgring-Beerdigung. Und wenn mal ein Gutachter mit dem Rücken an der Wand steht, wie z.B. beim großen Zuschauerzahlenfrisieren, dann sind halt die Annahmen falsch gewesen.

Hauptsache die Handelnden haben freie Bahn, ihre Planungen durchzusetzen, wie jetzt die Landesregierung mit dem Verkauf der Nordschleife. Den sie der Bevölkerung mit einem Schutzgesetz schmackhaft macht. Das sie sich natürlich per Gutachten absichern lassen.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Gesetz


550 Millionen Euro Schulden.

So massiv wurde der Ring in das Verderben geritten, kam gestern im Kreistag raus. 550 Millionen bei 3% - das sind schlappe 16,5 Millionen Euro nur an Zinsen pro Jahr. Oder anders ausgedrückt: 2 Jahre Zinsen Nürburgring ist ungefähr eine schuldenfreie Rennstrecke Bilster Berg.

Und ja: die Verantwortlichen laufen immer noch frei rum. Zum Beispiel Jürgen Pföhler, Landrat des armen Kreises Ahrweiler, der gestern durch die Blume gesagt bekommen hat, daß er sich von seiner 2 Millionen Einlage am Ring besser schonmal geistig verabschiedet. Steht in diesem Artikel vom Bonner General Anzeiger.

Was in dem Artikel aber überraschenderweise nicht steht ist der Name Jürgen Pföhler. Auch die Kunst des Weglassens gehört zur hohen Schule der Manipulation. Im angegliederten Kommentar vom gleichen Redakteur Victor Franke kommt nur das Wort Landrat einmal vor.

Jürgen Pföhler ist nicht nur amtierender Landrat des Kreises AW, er ist es schon seit dem Jahr 2000 und er war es auch zum Zeitpunkt des Beschlusses zur Erlebnisregion. Den er als einer der 4 Aufsichtsräte der Nürburgring GmbH selber am 19.Nov.2007 unterschrieben hat. Bei den opulenten Dienstreisen hat er nicht gefehlt und beim Grabschaufeln selber Hand angelegt:

Dabei war der Kreis AW in einer hervorragenden Situation das Disaster zu verhindern, denn AW ist Miteigentümer der Nürburgring GmbH zu 10%. Und ein Blinder mit Krückstock konnte sehen, daß das in der Katastrophe enden musste. Siehe Luftschlösser am Nürburgring vom 22.Mai 2007 im Spiegel. Da war noch von 150 Millionen die Rede, knapp ein Viertel der heutigen Nürburgring-Schulden.

Tags: Ahrweiler | Pföhler | Erlebnisgrab | Insolvenz


Die Klage gegen Walter Kafitz, ..

.. die mit großem Brimborium von der Landesregierung rausgehauen wurde, ist jetzt auf ganz kleiner Flamme durch die Insolvenverwalter im Vergleich geendet.

Schlechte Presse ist nunmal schlecht für’s Image und schlechtes Image drückt den Kaufpreis. Was sich negativ auf die Insolvenzverwalterentlohnung auswirkt.

Ist schon sagenhaft, was alles unter den Denkmantel von Recht und Ordnung passt.

Tags: Kafitz | Erlebnisgrab | Insolvenz


Samstag, 15. Juni 2013

95% finden: Kurt Beck ist ein dreister Lügner.

Ist Kurt Beck dämlich? falsch beraten? oder dreister Lügner?

Hab ich gestern mal als repräsentative Umfrage in Facebook gemacht, haben sich insgesamt 109 beteiligt.

Das Ergebnis:

2%

“Kurt Beck ist zu dämlich die Zusammenhänge zu überblicken.”

3%

“Kurt Beck ist einfach nur falsch beraten”.

95%

“Kurt Beck ist ein dreister Lügner.”

Schade, daß man solche Fragestellungen nie im SWR sieht. Auch wenn die in ihrem Medien-Politik-Paralleluniversum noch so lange alles schön und toll tünchen, die Leute können sich ganz gut eine Meinung bilden.

In diesem Zusammenhang hier noch einmal der Link zu seinem Auftritt am Mittwoch in Marburg.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Umfrage


Donnerstag, 13. Juni 2013

Kurt Beck gestern in Marburg: EU schreibt Ring-Verkauf vor.

So werden wir weiter fleissig verarscht belehrt, wer Schuld am Ringverkauf ist: die böse EU. Ganz aktuell und kam gerade im 20832 Facebook rein: Kurt Beck referierte gestern in Marburg vor Studenten über Bürgerbeteiligung. (Kein Witz!)

Mir fehlen die Worte das zu kommentieren, deswegen hab ich es einfach mal abgeschrieben. Vorsicht: nur ganz schwer zu ertragen! Denn wie Ihr alle sicher wisst, läuft der Mann immer noch frei rum und lügt das Blaue vom Himmel runter.

= = = = = = = = =

Fragesteller:

Kurt Beck:

Also ich schätze in der Region um die Nürburg findet man 90% der Leute für das Projekt.

(regt sich auf) Ja natürlich! Das ist so!

Und diejenige, die sich äußern, sind doch nicht gegen das Projekt?! Sondern die haben jetzt Angst - und das war, was jetzt gelaufen ist - wenn der Ring - den wir (zeigt mit 2 Zeigerfingern auf sich) ja nicht verkaufen wollen! - die Europäische Gemeinschaft schreibt’s vor - …

(ungläubige Zwischenrufe - “echt?”)

… ja - weil man sowas nicht mehr als Staat betreiben darf. (hebt unschuldig die Hände) Ich halte das für eine falsche Ideologie! ähh - in Europa …, aber sei’s drum - und die Leute sagen jetzt, das darf aber nicht geschlossen werden - wir müssen da teilhaben können. Und darüber, weil die Leute das zu recht wollen, macht gerade der rheinland-pfälzische Landtag - das Gesetz liegt vor - dem hat die europäische Kommission jetzt gerade zugestimmt - ein Gesetz, daß der Nürburgring öffentlich zugänglich bleiben muß. Das ist die Diskussion. Also - es ist nicht so, daß die Leute dagegen sind - im Gegenteil - und dann darf man sich natürlich nicht’s vormachen - natürlich spielen dort auch. materielle. Dinge. eine. Rolle - da hat’s auch vorher ein Geflecht gegeben von Leute - ähh - da gab’s beispielsweise nur eine Firma, die ein Renntaxi dort fahren durfte. (dreht auf) Das hätten die gern’ wieder! (väterlich) Aber im Sinne jetzt eines offenen Wettbewerbs ist es natürlich nicht … - das sind alles nicht nur schöne Argumente - aber die Leute sind dort nicht dagegen, sondern sind dafür. (grinst zufrieden).

Fragesteller:

Naja, wenn ich jetzt mal anfügen darf, wir sind ja hierher gekommen weil uns der Ring sehr am Herzen liegt …

Kurt Beck: Ja eben!

… und wir haben uns damals dagegen geäußert, daß dieser - ähh - Bau stattfindet. Man muß sehen, Sie haben 300 Millionen investiert und dort hingebaut - und keine Finanzierung dafür gehabt - und haben das dann später aus Steuergeldern bezahlt, was dann die EU als unzulässige Subvention deklariert hat …

(Kurt Beck kurz vor’m Platzen, schüttelt sich)

… ob das so sein mag oder nicht, da möcht ich mich nicht einmischen. Aber der Punkt ist, bevor die Bagger angerollt sind, hätte man auf die Leute hören müssen. Weil wir wollten diesen Freizeitpark und diese Achterbahn und dieses Dorf nicht - was jetzt vor sich hinschimmelt und saniert werden muß - wo es sogar so ist, wenn man es abreisst auf 40 Jahre gesehen billiger ist, als es instand zu setzen und zu betreiben - wir wollten das nie haben.

Weil wir - die Fans vom Ring - wir sind an der Nürburgring Nordschleife - und halten uns an den Plätzen auf, wo man an der Strecke Zugang hat …

(Kurt Beck ist innerlich schon implodiert, die grinsende Maske nur noch schwer aufrecht zu erhalten.)

… und da wäre es vielleicht mal an der Zeit gewesen Behinderten-gerechte Zugänge und Treppen zu bauen - und nicht einfach fernab vom Schuß ein Freizeitpark hinzuklatschen, den niemand haben will.

Kurt Beck: … also …

(dann kommt ein Gag, Leute lachen - aber ich hab es nicht hören können - kann mal jemand helfen?)

Kurt Beck:

Es geht auch dort natürlich nicht darum zu fragen, ob man nicht ab und an investieren muß - es ist immer investiert worden dort. Und - ja - ehrenwert da zu campen - jetzt wieder bei Rock am Ring - das ist auch ’ne wichtige Geschichte - aber wir müssen auch gucken, daß diese Region (jetzt kommt der Staatsmanndarsteller durch) in der außer gutem Wein (WTF?) und einer schönen Landschaft bisher nix war - natürlich auch wirtschaftlich Umsatz gemacht wird. Und für das alles Schreckliche, was Sie jetzt beschrieben haben, liegen - Meldungen von heute - heute endet die Ausschreibung! - ääh - 100!! Interessenten vor - und ich sage Ihnen: das Ding ist viel wert!

Und ich hab mit einem - ääh - Journalisten gewettet (jetzt guckt er ganz selbstverliebt) um 5 Kisten Ahrrotwein - in 5 Jahren werden wir sagen: Gottseidank … (Lacher im Publikum - Kurt Beck wird enerigsch!) Manches ist zu groß geraten (winkt lässig ab) - einverstanden - aber prinzipiell ist das richtig und ist es notwendig, denn wir haben schonmal zu lange gewartet - und dann waren über Jahre keine großen Rennen mehr da. Sie werden sich daran erinnern, mit dem Brand - als damals Niki Lauda verur.. - ähh - verunglückt war - sind alle großen Rennen - vor allem die Formel 1 Rennen - eingestellt worden - und in diesem Sport (macht eine angewiderte Grimasse) - der übrigens nicht meiner ist - aber sei’s drum - mir muß es ja nicht gefallen - aber in diesem Sport geht’s eben auch darum, daß man die weltweiten Highlights hat - damit man eben Werbung usw. weiter so verkaufen kann - daß man Geld verdient. Und daß dann bis an die Mosel runter die Hotels voll sind - wenn DTM ist oder Trock Grand Prix ist - und jetzt wieder - in 3 Wochen ist es glaub ich - die Formel 1.

Also insoweit (winkt ab) - das war ärgerlich, wie es gelaufen ist, völlig einverstanden. Ich hab mich mehr geärgert als die meisten anderen wahrscheinlich. Aber insgesamt investieren, das ist nunmal auch Aufgabe des Staates und das macht man an Hunderten von Stellen teilweise mit sehr viel mehr Geld.

= = = = = = = = =

Herzlichen Dank, an die, die das ermöglicht haben zu sehen (Video, Fragen gestellt - Respekt!).

Ich weiß jetzt endlich, an wen mich Kurt Beck die ganze Zeit erinnert:

Der Schwarze Ritter triumphiert immer!

UPDATE:

Das mit dem Gag war garkein Gag, sondern man hat dem Fragesteller das Mikrofon weggenommen. Das war übrigens Adrian und er hätte gerne noch nachgelegt. Aber auch so: gut gemacht!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Insolvenz | Interview


Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

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Freitag, 31. Mai 2013

Offener Brief von Otto Flimm an die Nürburgring-Geschäftsführung.

Dem Otto Flimm wird aktuell wirklich übel mitgespielt. Als hätte er mit seinen 84 Jahren nichts besseres zu tun, als sich mit den übermächtigen Nürburgring-Beerdigern rumzuschlagen, die sich jetzt schon seit 6 Jahren von Mainz bis Düsseldorf die Taschen vollmachen. Auf Kosten des Sports, der Bevölkerung, der Region am Ring und natürlich der Historie und Tradition.

Viele Mittel zu wehren hat er nicht, so bleibt nur der offene Brief, um der Verärgerung über die Abläufe Luft zu machen. Adressiert an die Herren:

  • Professor Dr. Schmidt
  • Lieser
  • Dr. Schmidt

veröffentlicht er über die JzN Vereinshomepage diese 7 Seiten.

Mit dem Offenen Brief setzt sich der Vorsitzende des Vereins “Ja zum Nürburgring” mit Vorwürfen der Insolvenzverwalter auseinandert. Er sah sich zu dem Schritt veranlasst, da

1. in den Medien zu lesen war,

2. er am Nürburgring von Vielen angesprochen wurde,

dass behauptet würde, Flimm schädige den Ruf des Rings und der Verein sei schuld daran, dass es ein EU-Verfahren gebe. Das Gegenteil ist der Fall: Alle die die Geschichte des Rings kennen, wissen, dass der Ring dem Verein und insbesondere Otto Flimm sehr viel zu verdanken hat. Durch den unermütlichen Einsatz von Flimm konnte die Grand-Prix-Strecke gebaut werden und behielt die Nordschleife die FIA-Lizenz als Rennstrecke. “Ich bin der Letzte, der nicht alles versucht und mitmachen würde, um auch in der derzeitigen Situation zu retten, was zu retten ist” sagt Flimm und betont, dass es gerade sein Anliegen ist, Schaden vom Nürburgring, dem Breitensport und der Region fernzuhalten.

Das muss man sich mal reinziehen. Otto Flimm und dem Nürburgring schaden - wer kommt nur auf solche kranken Gedankengänge.

PERFIDE - dieses Wort musste ich schon öfter bemühen und was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Hoffentlich stemmen sich immer mehr Leute gegen den Verkauf, inzwischen zieht das weite Kreise. Das Vergehen, das die Schreibtischtäter an unser aller Kulturgut ausgeführen wollen nur um sich die Taschen zu füllen, muss verhindert werden!

Tags: JaZumNürburgring | OttoFlimm | Insolvenz | Erlebnisgrab | OffenerBrief


Mittwoch, 29. Mai 2013

Nürburgring Verkaufs-Prospekt.

Mir liegt er nicht vor, aber Wilhelm Hahne spricht von 50 Seiten, die das blaue vom Himmel versprechen:

motor-kritik.de/node/655

Man fragt sich, wie solch eine tolle Einrichtung jemals insolvent gehen konnte. Sicher nur ein unglückliches Missgeschick.

Oder mit den Worten von Wilhelm Hahne:

“Es wird immer deutlicher, das hier Bürger und Steuerzahler einer Region betrogen wurden und werden.”

UPDATE:

Den Prospekt hab ich mir inzwischen anschauen können, der ist echt übel.

Tags: Erlebnisgrab | WilhelmHahne | KPMG | Insolvenz


Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht.

Die Landesregierung setzt zur Zeit alles daran, gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung den Nürburgring und auch die Nordschleife zu verkaufen.

Ihr neuester Schachzug im Enteignungsverfahren: ein Gesetz erlassen, in dem die Argumente der Verkaufsgegner aufgegriffen werden, um vorzutäuschen, daß auch in der Zukunft der Ring den Sportlern offensteht.

Der Vorabentwurf des Gesetzes ist schon fleißig im Umlauf und Dieter hat sich mal die Mühe gemacht, den Inhalt im Detail zu kommentieren.

Fazit: Gibt die Landesregierung den Ring auf, dann gibt sie die Region auf.

Ihr könnt seine Stellungnahme hier auf Facebook oder noch einmal auskopiert als Textfile hier lesen.

Wieder einmal sollen wir an der Nase herumgeführt werden, doch das fatale ist diesmal die Endgültigkeit, die durch die Entscheidung des Verkauf erreicht wird: hat der Ring erstmal den Besitzer gewechselt, lässt sich nichts mehr kitten oder korrigieren, dann ist die Nummer durch.

Warum die Landesregierung dieses fiese Spiel treibt, ist mir schleierhaft, sie agiert, als würde ihr jemand die Pistole an die Schläfe setzen: mit aller Macht den Nürburgring verkaufen und dafür ist ihr jedes Mittel recht.

Wir wissen inzwischen längst, daß es überhaupt keinen Grund für diese Eile und Panik gibt und die EU wird nur als Schutzschild eingesetzt, um den Verkauf durchzuboxen. Von Verhandlungen keine Spur, auch die Opposition lässt man am langen Arm verhungern. Eher steht es in der Rhein-Zeitung, die der Regierung und den Ring-Ausschlachtern (“Sanierern”!) jeden Wunsch von den Lippen ablesen.

Dieter hat ja wohlformulierte Worte für das geplante Gesetz gefunden, ich persönlich finde es einfach nur frech.

Zum Beispiel:

“Das Benutzungsrecht kann im Einzelfall eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn die Betreiber nachweisen, dass die Gewährung der Benutzung aus betriebsbedingten oder sonstigen Gründen unzumutbar ist.”

Hahaha! Selten so gelacht! Ein super Gesetz ist das, den Touristenfahrten gebe ich nichtmal einen Tag!

Aber auch der Rest des Textes ist eine Aneinanderreihung von Hintertürchen:

“.. räumt das Gesetz dem Vermarktungs- bzw. Nutzungsinteresse der Betreiber Vorrang ein ..”
“ .. angemessen zu berücksichtigen ..”
“.. im Rahmen des Möglichen ..”
“.. hinreichend konkret ..”

usw. - you get the picture.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen meinen die Verfasser noch:

… daß es sich bei dem Nürburgring-Verkauf “nicht um ein Vorhaben mit großer Wirkungsbreite oder erheblichen Auswirkungen handelt.”

Kein Witz - kein Schreibfehler - da steht “nicht”!

Obwohl - genau betrachtet haben sie recht, denn es handelt sich ja um ein Vorhaben mit maximaler Wirkungsbreite und katastrophalen Auswirkungen.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Gesetz | DieterWeidenbrück | RheinZeitung


Mittwoch, 15. Mai 2013

So sieht das schwarz auf weiss aus, wenn man verraten und verkauft wird.

Das ist echt nur schwer auszuhalten.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Ringverkauf


Was für ein falsches Spiel.

Die Insolvenzverwalter haben heute die Nordschleife-Verkaufsanzeigen in den Zeitungen geschaltet - und zeitgleich missbrauchen sie die Fans über Facebook, die schon zum 24h-Rennen angereist sind, um mit “Alles toll, alles super!” den Preis hoch zu treiben.

Ob die Leute wissen, wofür sie benutzt werden?

Tags: Insolvenz | Ringverkauf | N24h

UPDATE:

Bekomme aktuell diese Mail zu dem Thema:

“Wir haben gerade das Bild mit unseren Leuten von der facebookseite nehmen lassen. Der Typ sah nicht wie Presse aus und unsere Mädels hielten ihn für privat.”

Wie kackdreist die sind, fotografieren STR-Supporter und packen die dann auf ihre Facebookseite, um den Nürburgringverkauf aufzuhübschen. Und geben sich noch nichtmal entsprechend aus, laufen Undercover “privat” durch die Gegend.

Am besten haltet ihr immer ein SAVE THE RING mit in’s Bild, dann seid Ihr auf der sicheren Seite ;) Die haben echt Mühe, damit davon bei denen nichts zu sehen ist!


Dienstag, 14. Mai 2013

Ich weiss, Euch ist schon schlecht, ...

.. aber lest Euch mal bitte dieses Gesülze durch.

Während sich bei unsereiner die Kehle zuschnürt, geht den Sanierern einer ab reiben sich die Profiteure die Hände. Trauerspiel elendiges.

Tags: Insolvenz | N24h | Erlebnisgrab


Sehr traurig: morgen wird der Nürburgring offiziell zum Verkauf ausgeschrieben.

Falls jemand gehofft hatte, daß man in Mainz Alternativen ausarbeiten würde, um den bevorstehenden Aus-Verkauf noch einmal zu überdenken … so weit geht das Engagement unserer Politiker dann doch nicht.

Ein Brief wurde geschrieben, doch Papier ist geduldig. Im Hintergrund wurde fleissig die Ausschreibung ausgearbeitet vom Hypnosedoppeldoktor und seiner Mannschaft. Da muss ja auch der Rubel rollen, schließlich haben die auch Familien zu ernähren. Oder wie erklären diese Leute sich gegenüber solch ein Verbrechen an Region und Motorsport?

Der SWR nimmt - mal wieder - die Rolle des Propaganda-Organs wahr und posaunt (Kopie) die alternativlose Begründung in die Welt: pöhse EU, drohende Schließung, etc. - kennen wir ja alles.

Am besten finde ich, daß die die immer noch SANIERER nennen, was für eine Farce. SAVE IT, DON’T SELL IT! kann ich da nur sagen, wenn das mit dem Sanieren ernst gemeint ist. Das einzige, was sie im Moment sanieren, ist ihr persönlicher Wohlstand, davon hat der Ring auf seinem Weg in’s Grab inzwischen einige durchfüttern müssen.

Otto Flimm warnt derzeit zur Vorsicht, denn die Kaputtierer suchen im Moment das Einzelgespräch mit den Veranstaltern. Hier ist sein Rundschreiben. (Non-FB-Link).

Und hier nochmal der Hinweis zu unserem Podcast von gestern, falls Ihr in Eurem internationalen Freundeskreis Leute mit vielen Fragen zum Thema habt - wir haben versucht sie auf Englisch (!) zu beantworten.

UPDATE:

Siehe auch: motor-kritik.de/node/648

Tags: Insolvenz | N24h | Erlebnisgrab


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Donnerstag, 04. April 2013

Womit Blogger sich so beschäftigen darf.

Aus der Rubrik “Mein Postfach” heute mal sowas:

(Klick! für gross.)

Nur mal so, damit Ihr seht, was bei mir aufschlägt. Das kam über Facebook und den Namen hab ich unkenntlich gemacht, obwohl ich schätze der ist ’eh falsch.

Ging wohl um diesen Eintrag hier.

Nicht daß ich da jetzt ein Problem mit hätte, geht mir eher um die Doku. Hier ist auch noch was in dem Tenor.

Ob das jetzt gefake’d ist, um mich einfach nur zu beschäftigen oder ob derjenige das tatsächlich so meint, kann ich nicht beurteilen. Ist auch egal.

Aber es wäre schon erstaunlich, sich mit einer Kartbahn zu beschäftigen, während ein paar Abteilungen drüber das Ende der Nordschleife und des Nürburgring’s insgesamt - so wie wir ihn kennen - vorbereitet wird. Da sollen 85 Jahre Motorsport-Geschichte zum Teufel gejagt werden und einer ganzen Region wird das Licht ausgeknipst.

Ich befürchte einige Leute werden noch ganz übel auf dem Boden der Tatsachen auftitschen - aber dann lässt es sich nicht mehr korrigieren. :/ Die einzige Chance das zu verhindern ist jetzt. Und je mehr die Insolvenz-Betriebsgesellschaft Geld ausgibt, das sie nicht hat, umso mehr erhöht das den Verkaufsdruck.

Doch dem Prof.Dr.Dr. rollen sie wahrscheinlich ehrfürchtig den Teppich aus, nachdem der Frison mal so richtig gebasht wurde.


Donnerstag, 28. März 2013

Insolvenz? Welche Insolvenz?

Erstmal neue Elektrokarts für den Tiefgaragen-Parcours die Nürburgring-Kartbahn kaufen!

“Selbst der Motorsound kommt über die integrierte Soundbox nicht zu kurz.”

Na dann.

Wo zaubern die eigentlich die Kohle her? Und was macht der aufgeblähte 300-Leute-Apparat den ganzen Tag? Also - außer sich wundern, warum das keiner gut findet.

Man kann sich natürlich auch prima damit beschäftigen erstmal mit LPG-Gaskarts rumzuexperimentieren (Zitat: “keine Geruchsbelästigung!” / “.. nahezu emissionsfrei ..”), um dann festzustellen, daß doch Kohlenmonoxid rauskommt.


Montag, 25. März 2013

Ausgevieselt.

Horst von Saurma-Jeltsch, geb. Vieselmann, verlässt den Verlag Motor Presse Stuttgart.

Ob er freiwillig geht oder gegangen wurde, wird nicht ganz klar, denn die Mitteilung konzentriert sich auf seinen Nachfolger Marcus Schurig, allerdings die Supertests darf er noch machen - als Freier dann wohl.

“Horst von Saurma-Jeltsch hat sport auto über Jahrzehnte entscheidend geprägt …”

steht da und ich wollte mal wissen, wie lange er das schon macht. Hatte ja letztens für mein über mich eine sport auto von 1990 ausgegraben, da steht er schon als Redaktionsmitglied drin. Und im Netz hab ich was gefunden von 1987, da war Horst Vieselmann AutoBild Redakteur.

Normalerweise wechseln die Redakteure gerne mal zur Industrie, wie kürzlich auch seine Kollegin Anja Wassertheurer, die jetzt bei Daimler arbeitet.

Wenn die Chefredaktion wechselt, ist eine gute Gelegenheit sich die Zahlen anzuschauen, das geht im Print ja super durch die IVW Auflage-Veröffentlichungen.

So sieht das für die sport auto für die letzten 15 Jahre aus:

(Quelle: IVW, klick! für groß)

Ziemlich klarer Trend - nach unten - und auf die Formulierung: “.. sport auto weiterzuentwickeln und im harten Wettbewerb weiter nach vorne zu bringen ..” muß man angesichts dieser Zahlen auch erstmal kommen. Das ist wohl die Kommunikation von heute.

Der Sprung bei den Abonnenten ist von 2000, das war wohl das mit dem Abo für DSK’ler. Heutzutage kommt die sport auto nicht mehr über 50.000 verbreitete Heftauflage und die VLN hat ja kürzlich zur AutoBild gewechselt. War vorher 12 Jahre mit sport auto verbandelt.

Als der Nürburgring Hilfe am nötigsten hatte, hat die sport auto - die sich sooo eng mit der Nordschleife verbunden fühlt! - lieber mit den Wölfen geheult und die Kohle eingestrichen, statt kritisch den Super-GAU mit Ansage zu durchleuchten. Zum Beispiel Februar 2009 oder Juni 2009 mit großem Sonderteil Nürburgring Spezial.

Hab ich ja mal thematisiert, als Horst von Saurma auf seine Art mit den Kritikern der Nürburgring-Insolvenz Mitte 2010 abgerechnet hat.

Bin gespannt, wie sich die sport auto unter’m Marcus jetzt entwickelt. Hoffentlich legt sie ihre Arroganz ab, könnte dann eine gute Zeitschrift werden.


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Samstag, 02. März 2013

Audio Mitschnitt von JzN / Otto Flimm gestern.

Erstmal die Fakten: Audiomitschnitt von gestern (147 MB, 100 Min.)

Alternativ hier das MP3-File zum Anklicken/Download.

Dann der Link zur JzN Homepage mit der Pressemitteilung und den PDFs:

Nordschleife Verkauf stoppen! als Hintergrundbild.

Es war auch Presse vor Ort, aber so wie ich das mitbekomme nur:

Und zu meiner Wertung:

Die Veranstaltung insgesamt fand ich sehr gut, Termin war gut, der Verein bestens vorbereitet und die Halle in Nürburg eignet sich gut für solche Veranstaltungen.

Unterstützer: die Halle war gefüllt, knapp über 100 Leute hab ich geschätzt. An bekannten Sportlern waren nur einige wenige gekommen - aber die gekommen sind, lohnt sich einzeln aufzuzählen:

  • Sabine
  • Christian Menzel
  • Marc Hennerici
  • Ed Nicelife

Dazu auch noch Organisatoren des Breitensports, z.B. Karl Mauer von der VLN und Kalle Breidbach, Hans-Werner Hilger und Werner Klasen vom RCN.

Karl Mauer, Christian Menzel und Marc Hennerici.

Super enttäuschend wieder die Lethargie der Leute vor Ort, man könnte meinen die ganze Eifel besteht nur aus Uschi Schmitz. Die Kennzeichen der Autos vor der Halle waren alle von außerhalb, K, BM, EU, usw. - gezielt hab ich mal versucht jemanden aus dem Industriegebiet Meuspath auszumachen, aus Adenau oder sonstige Anwohner - Fehlanzeige. Auch von den 300 Mitarbeitern vom Nürburgring keine Spur, außer einer kleinen Betriebsratsdelegation. (Ich kann mir nicht vorstellen, daß die 300 (!) Leute aktuell mit dem Arbeitspensum überlastet sind.)

Reinhold Schüssler, Uschi Schmitz, Otto Flimm und Dieter Frey.

Ist schon grotesk, unsereins nimmt sich Urlaub, setzt sich von Köln aus in Bewegung und in Nürburg, Adenau usw. geht alles auf Tauchstation. Reinhold Schüssler hat das ganz am Anfang auch als Aufhänger genommen, könnt Ihr im Audio reinhören.

Auch die dünne Reaktion in der Presse ist heftig verglichen zum einen mit der massiven Insolvenzverwalter-Propaganda am Tag zuvor und den schweren Vorwürfen, die Otto Flimm zusammen mit Dieter Frey ausführlich dokumentiert haben.

Wirkt auch mich eher wie eine Pflichtübung statt engagiertem Journalismus. Sehr einseitig, was da abgeht. Das SWR Fernsehen lässt Landesregierung und Insolvenz-Anwälte ausführlich im Fernsehen zu Wort kommen und die sind sich im Schulterschluss einig das Volkseigentum Nordschleife zu versteigern.

Dabei ist das garnicht so notwendig wie immer wieder dargestellt, denn eine Sportstätte ist beihilfefähig, da sie dem Allgemeinwohl dient. Wenn das auf die Nordschleife nicht zutrifft, dann weiß ich nicht, auf welche Sportstätte es sonst zutreffen würde. Zumal der Sport in der Verfassung von Rheinland-Pfalz fest verankert ist.

Offensichtlich wurde auch die perfide Art und Weise, wie hier gespielt wird, denn Otto Flimm hat keinen Hehl daraus gemacht, wie man ihn erst mit Versprechungen gelockt hat, um ihn dann zu hintergehen.

Schön auch der Fragenkatalog des Vereins:

Denn er spricht an, daß der Verdienst der Insolvenzverwalter gewöhnlich an die Höhe des Verkaufspreises gekoppelt ist. Dadurch wird natürlich deren Verlangen gesteigert, die Rennstrecke unbedingt zu verkaufen.

Oder wie Dieter Weidenbrück es formuliert:

"(..) Nun wäre es eine gute Idee gewesen, dass sich Politiker aus Mainz, Insolvenzverwalter, Gläubigerausschuss und der Verein an einen Tisch setzen, um aus diesem Ansatz einen Plan zu machen, diesen dann in Brüssel vorzustellen, um damit das Beihilfeverfahren abzuwenden. Damit wäre dann der Weg frei gewesen für eine Neuausrichtung des Nürburgrings (hier nun nur die motorsportliche Seite der Anlage gemeint) im Sinne des Breitensports. Leider wurden alle Ansätze dieser Art abgeblockt, in der Hauptsache von den Insolvenzverwaltern. Der Motorsport wurde bewusst aus allen Gremien herausgehalten, warum auch immer. Offensichtlich verfolgen die Insolvenzverwalter das Ziel, die gesamte Anlage so schnell wie möglich irgendwie zu verkaufen. Das ist aus ihrer Sicht der einfachste und schnellste Weg, und für sie selbst wohl auch der lukrativste. (..)

Bezeichnend ist dabei die Flut von Presseartikeln, die am gestrigen Donnerstag wie bestellt losgelassen wurden. Die Pressevertreter wurden von den Insolvenzverwaltern informiert, durften aber nur nach einer Sperrfrist bis Donnerstag morgen die Fakten publizieren. Genau also einen Tag vor der Versammlung des Vereins “Ja zum Nürburgring”. Wer da nicht an Absicht denkt, dem ist wohl nicht zu helfen."

(Ich weiß, ist Facebook - gibt es hier auch nochmal.)

Abends nach der Veranstaltung formte sich noch spontan ein langer Tisch in der Pistenklause, der war ja mal kultig besetzt. Die Pistenklause ist übrigens auch schon über 40 Jahre alt - und so jung wie am ersten Tag.

Gut, daß sie uns wenigstens die nicht wegnehmen können, aber was ist eine Pistenklause ohne Nordschleife?


Mittwoch, 16. Januar 2013

Beck ist weg. Amtlich.

Der Leidensweg vieler Motorsportler im Schnelldurchlauf:

16.01.2013 Kurt Beck tritt zurück
20.07.2012 Nürburgring meldet Insolvenz an
10.12.2009 Walter Kafitz wird fristlos entlassen
09.07.2009 Kurt Beck eröffnet Freizeitpark
07.07.2009 Ingolf Deubel tritt zurück
19.11.2007 Freizeitpark wird beschlossen
26.10.1994 Kurt Beck wird Ministerpräsident RLP
01.04.1994 Walter Kafitz Nürburgring Geschäftsführer

UPDATE:
Ausgerechnet 1927 ist die Nummer für diesen Blogeintrag. Das ist doch kein Zufall.


Montag, 31. Dezember 2012

1783 war ein hervorragendes Jahr.

“Mozart schrieb seine Krönungsmesse, die Gebrüder Mongolfier stiegen in den Himmel auf und England erkannte die Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten an.”

(Habt Ihr’s erkannt?)

2012 war aber auch nicht schlecht, obwohl einige sehr traurige Dinge passiert sind.

Ich persönlich schau am Jahresende immer gerne durch meine Bildersammlung. Dank guter Archivierung geht das ganz gut.

Insgesamt sind es 2012 wieder über 20k Bilder geworden, genau 24.535 Stück, das ist so in der Größenordnung der Vorjahre. Aber nur die Hälfte davon mit der Spiegelreflex, der Rest hauptsächlich mit iPhone, erst das 4er und seit drei Monaten das 5er.

Dadurch bin ich in 2012 auch Fan von Olloclip und Instagram geworden, mein erstes IG-Foto war dieser Haribo Porsche im Januar:

Dabei habe ich ursprünglich nach einem Workflow für das Unterwegsbloggen gesucht - nämlich die Radtour nach Le Mans:

Das war schon speziell, dort war ich nämlich zum ersten Mal und die Radtour war nicht ohne. Aber das mit dem Bloggen hat super funktioniert.

Aber muß der schöne Deltawing ausfallen? Direkt vor unseren Augen?

Ein paar Tage vorher ich noch so:

Denn den Frison haben se’ jetzt auch unter der Haube:

Und als wär das nicht schon genug Programm für so wenig Zeit, kurz vorher war auch noch das 24h-Rennen am Ring:

Das ich ebenso besucht habe wie auch alle VLN-Läufe - ein Programm, das ich mir seit über 10 Jahre gönne.

Ich freu mich dann über jeden N-Aufkleber der mitfährt - und das waren wieder einige!

Und auch Save The Ring, sozusagen der outgesourced’e Ärger, darauf hätten wir alle gern verzichtet, so um unser Volkseigentum Nordschleife kämpfen zu müssen.

Die Geburtstagsfeier zum 85. fiel ziemlich dünn aus, keiner hat an den Ehrentag gedacht. Also fast keiner:

Hat aber nichts genützt, denn dieses Jahr wurde die Insolvenz amtlich besiegelt. Zum Geburtstag.

Vielen Dank nach Mainz, das habt Ihr sauber hinbekommen. Immerhin verlässt der Hauptschuldige die Bühne, wenn auch mit vollen Taschen statt an den Füßen aufgehangen.

Und der Deubel/Kafitz Prozess hat begonnen, habe ich mir auch nicht entgehen lassen. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht:

STR-mäßig hat man sich ausgerechnet in Oschersleben richtig Arbeit gemacht:

Und bringt das Größte aller STRs zum Ring:

Das sieht in echt:

… so schön aus wie in 1:43

In der Reihe der Highlights darf der Steff nicht fehlen, hat sich in seinem ersten Jahr als DTM-Team sauber verkauft, der Lauf am Nürburgring war für uns alle ein emotionales Ereignis:

Dann war da noch der Besuch auf der CeBIT:

Die erste ernsthafte Ausfahrt in einem nicht-selbstgebauten Schalterkart:

Der Besuch hier um die Ecke bei Kremer:

Ebenso wie bei Ekkehard Zimmermann:

Und die vielen zufälligen und schönen Erinnerungen und Schnappschüsse, zum Beispiel dieses hier mit Aziz, solche Fotos gefallen mir:

Und wenn Ihr bis hierhin gekommen seid, dann seid genau Ihr es - meine geschätzten Blogleser und -liker - denen ich ganz besonders danken möchte für das regelmäßige Reinschauen, die Unterstützung und Aufmunterung, die ich auf vielfälltige Weise von Euch bekomme.

Genießt die Ruhepause, rutscht gut in’s neue Jahr und 2013 greifen wir wieder an!


Samstag, 22. Dezember 2012

Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Freitag, 21. Dezember 2012

Jahresende = Bilanzenveröffentlichungen.

Ring1.tv nürburgring.tv Media Services GmbH (das sind die Jubelperser Pathe/Althof) hat dann auch mal auf den letzten Drücker ihre 2011er GmbH Zahlen veröffentlicht und den Bilanzverlust auf knapp 80.000 Euro hochgeschraubt. Die Position Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag lag 2011 demnach bei 54.908,54 Euro (2010: 23.457,99 Euro).

Seit der Gründung 2009 rote Zahlen, wenn das schon mit Protektion kein Geschäftsmodell ist, wie sieht es dann erst ohne aus? Hauptsache mit Spaß bei der Sache.

Von der NAG (Nürburgring Automotive GmbH) nach wie vor keine Zahlen für 2010 (Pachtvertrag Start 1.Mai 2010 - Ende 31.Okt.2012). Aber auch von Nürburgring GmbH und der MSR (Motorsport Resort Nürburgring GmbH) kennen wir bisher nur Bilanzen bis 2009. Bei der CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) steht die 2011er Bilanz aus, 2010 war knallrot. Apropos rot: MFM und Grüne Hölle, die haben pünktlich zur Insolvenz der Landesgesellschaft die Hosen runtergelassen.

Und falls mir jetzt wieder ein Anwalt vorwerfen will ich würde ja recherchieren, hier im Bundesanzeiger kann man alles nachlesen, gibt es auch als iPhone App. Ich halte das für Bürgerpflicht, zumindest den Gesellschaften mit beschränkter Haftung soweit auf die Finger zu schauen, wie sie zur Veröffentlichung verpflichtet sind. Bei Landesgesellschaften umso mehr, da sie ja praktisch uns allen gehören. Bei den Ausreden, warum sie nicht pünktlich veröffentlichen, sind unsere Politiker im Gegensatz dazu schnell und kreativ.


Donnerstag, 22. November 2012

Emotionaler Save The Ring Artikel in der Aachener Zeitung.

Ein ganzes Dorf bangt um seine Existenz
(von Manfred Kutsch):

(..) Die zierliche, aber energische Ursula Schmitz kann so schnell nichts schrecken. Jüngst stand sie bei einer Tour in Ruanda Auge in Auge mit Gorillas, im Winter fährt sie in den Alpen auf den schwarzen Pisten Ski – aber wenn die Frau an die Macher der Eifler Insolvenz-Katastrophe denkt, überkommt sie nur Angst und Schrecken und Wut: „Selbstdarsteller“, „Blender“, „Betrüger“. Die 68-Jährige ist davon überzeugt: „Die Nürburgring GmbH war und ist stark genug zum Überleben, wenn sie sich auf den Motorsport konzentriert und den ganzen Protz abspaltet. (..)“


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Donnerstag, 15. November 2012

Ein Projektentwickler zusammen mit einem internationalen Hotelkonzern.

Ziemlich genau so klingt der Anfang vom Ende des Nürburgrings.

Und genauso steht das wörtlich im aktuellen Sauerlandkurier, ganz klein und schüchtern auf Seite 2 unten rechts.

Die Reizwörter Biggesee, Mediinvest, Kai Richter oder Edzard Plath tauchen nicht auf, reiner Zufall wahrscheinlich. Dafür aber “Lindner Hotels AG”. Ich kenn mich in der Gegend nicht aus, aber Attendorn ist Biggeseestadt:

goo.gl/maps/hnh4T

2.Anlauf?

Heute abend ist jedenfalls Informationsveranstaltung:

“Die Stadt Attendorn lädt zu einer Informationsveranstaltung über „Entwicklungen im Erholungsbereich Waldenburger Bucht“ am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr in die Stadthalle ein.”

Wäre ich Attendorner oder Biggeseeanwohner würde ich hochalarmiert heute abend dort in der Stadthalle sitzen. Mit SAVE THE RING T-Shirt.

Mediinvest gehört wohl ein 5 Hektar Grundstück an der Waldenburger Bucht. Seit dem denkwürdigen Auftritt im Mai 2011 ist es ruhig geworden um Edzard Andres Plath - also von den hektischen (?) tiefroten Unternehmensabschlüssen mal abgesehen. Damals hieß es noch

Ende mit Schrecken: Mediinvest wirft die Brocken hin.

Das war vor 1,5 Jahren in Olpe, aber Attendorn war auch schon beteiligt:

“Äußerst dünnhäutig zeigte sich gestern Abend Mediinvest-Chef Kai Richter. Er erklärte, keine Zukunft für das Gesamtprojekt zu sehen, weil eine ”unsachliche, an Personen statt an der Sache orientierte Diskussion“ entstanden sei.”

Siehe auch hier / hier und hier.

Wenn Kai Richter und Jörg Lindner kurz vor der Insolvenz ihrer NAG wirklich nichts besseres zu tun haben, dann läßt das ja tief blicken. So sehr ich mir auch wünsche, daß sie nach 5 Jahren Abwirtschaften dem Ring endlich den Rücken kehren, so sehr tut einem aber auch schon jeder leid, wo sie als nächstes aufschlagen. (Eine Ausnahme gibt es, könnt Ihr Euch sicher denken. Aber das werden wir wohl leider nicht erleben.)

Wenn man schon auf mich nicht hört, dann vielleicht auf die, die grade am Ring die Scherben zusammenkehren:

"Die Sanierer werfen den privaten Pächtern eine „verantwortungslose Interessenspolitik“ vor. „Hier werden Mitarbeiter, Veranstalter und die Region in Geiselhaft genommen“, kritisierte Nuvoloni. „Das ist eine Geschäftspolitik der verbrannten Erde.“


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Freitag, 09. November 2012

Wide wide wie sie mir gefällt.

Kaum macht die Rhein-Zeitung ein grosses Interview, da ist Kurt Beck auch schon wieder auf dem Pippilangstrumpftripp.

Wisst Ihr wer jetzt schuld ist am Nürburgring-Untergang? Die Weltwirtschaftskrise!! Der Mensch ist selbst auf seine letzten Tage noch so krass drauf, da bin ich echt froh keine Haare zu haben. Weil die würd ich mir sonst unweigerlich ausraufen.

“Es gab die Fehleinschätzung, den Freizeitpark maßgeblich privat zu finanzieren. Dass das nicht gelungen ist, dazu hat aber auch die damalige Weltwirtschaftskrise beigetragen.”

Dann kommt wieder die Ernst & Young Ausrede, das waren die, die in ihrem Auftragsgutachten alles passend gerechnet haben. Das bringt er die letzten Monate immer:

“Die Dimensionen sind, auch wenn wir uns hier auf ein Gutachten gestützt haben, unbestritten zu groß geraten.”

Kein Wort über RichterLindner (was haben die gegen den eigentlich in der Hand?), dafür wieder aber die pösen pösen Betrüger:

“Schließlich wurde nicht gesehen, dass man mit den damaligen Geschäftspartnern bei der Finanzierung danebengegriffen hat.”

Und dann noch diese Formulierung:

“Ich halte mir vor, dass ich die Reißleine zu spät gezogen habe.”

die suggerieren soll, als habe er jemals diese tolle Leine gezogen. Aber genau das HAT ER BIS HEUTE NICHT! Im Gegenteil, immer wieder verschleiern, vertuschen, täuschen und tricksen, bis der Karren komplett vor die Wand geknallt ist mit der Insolvenz.

Dann kommt aber noch ein kleiner Seitenhieb Richtung (Ex-?) Freund Ingolf Deubel:

“Als dieser Nachweisbetrag zum zweiten Mal in die Schweiz überwiesen wurde, hätte man Nein sagen müssen. Zugleich bin ich fest überzeugt, dass der damalige Finanzminister Ingolf Deubel mir oder dem Kabinett in keiner Weise oder aus irgendwelchen egoistischen Motiven etwas gesagt hat, was er zu diesem Zeitpunkt nicht selbst so eingeschätzt hat.”

Wenn man genau hinhört, dieses “egoistische Motive” wird zum ersten Mal verwendet und da wird wohl schon die Argumentationslinie aufgebaut, daß Ingolf Deubel der einzige Sündenbock bleibt. Der ist ja auch schon zurückgetreten und ein weiteres Opfer darf es (politisch gewollt?) nicht geben. Die haben anscheinend echt vor den komplett aus dem Fenster zu hängen und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Judoschwarzgurt das mit sich machen lässt.

Seine Nachfolgerin - die wie Beck auch vor Gericht als Zeugin aussagen soll - ist auch schon eingeschworen:

“Ich sehe meine Verantwortung als Kabinettsmitglied. Und das betone ich jetzt auch noch einmal. Aber ich sage auch: In der Landesverfassung ist die Ressortzuständigkeit festgelegt. Ingolf Deubel hat im Kabinett mündlich berichtet. Und es gab keinen Anlass zu glauben, dass er die Steuerung dieses Projektes nicht mehr in der Hand hat.”

Also da hätte ja NIEMAND mit rechnen können, daß der Ingolf Deubel das etwa nicht im Griff habe. Oder sollte er tatsächlich aus egoistischen … NEIN - undenkbar!

Da trifft es sich gut, daß dieser 500+ Millionenbeschluss offensichtlich nur mündlich besprochen wurde. Dieser lästige Papierkram auch immer.

Ressortzuständigkeit! Also bei Ingolf Deubel das Freizeitparkministerium? Nicht ganz, dafür aber Aufsichtsratsvorsitzender Nürburgring GmbH, ISB Grußwörtler und Finanzminister in Personalunion. Was soll da schon schief gehen!?

Eine Sache stimmt mich aber optimistisch: Frau Dreyer spricht explizit über traditionsreiche Rennstrecke. Nur im Zusammenhang versucht auch sie zu suggerieren, was leider nie der Fall war: “Es ging immer darum, diese traditionsreiche Rennstrecke zu erhalten und etwas für die Region zu tun.

Mit etwas Feintuning passt es. Einfach zu erhalten mit auszusaugen ersetzen und die Region mit private Bankkonten - schon sind wir uns wieder einig.


Samstag, 03. November 2012

Konsequenzen aus dem CST-Gutachten?

Heute vor zwei Jahren am 3.Nov.2010 hat der Landesrechnungshof ein Gutachten zur ring°card Firma CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) vorgestellt. Es ist später durch die Rhein-Zeitung veröffentlicht worden.

Wer es noch nicht kennt: interessanter Lesestoff.

Wenn man es liest kann man sich nur schwer vorstellen, daß nichts in den letzten 2 Jahren passiert ist, was irgendwie als Konsequenz aus dem Gutachten gedeutet werden könnte. Also von der Insolvenz der Nürburgring GmbH mal abgesehen.

Aktuell steht die CST wieder im Mittelpunkt, weil Kai Richter als CST Gesellschafter diese an die NAG verpachtet hat. Also wieder an sich selber.

Statt die CST zu kontrollieren, wie es die WiWo dem Insolvenzverwalter nahelegt, wäre ich für abschaffen. Und wäre damit nicht nur mit dem Rechnungshof einer Meinung (“überflüssig”), sondern im Grunde auch mit allen Besuchern und Sportlern am Ring. Durch die Gängelei haben einige Leute einen richtigen Hass aufgebaut. Und der gute Ruf des Rings ist orgentlich beschädigt worden.


Freitag, 02. November 2012

Amtlich pleite.

Kam gerade in der Zeitung:

“Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Nürburgring ist jetzt auch offiziell eröffnet.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Wir natürlich, die Schlechtredner, ewig Gestrigen und Kritiker. Wie war das noch? Das Geschrei in der Region muss aufhören.

Wenn sich nichts mehr dreht, dann wird’s ruhig.

Daher an dieser Stelle nochmal mein allerherzlichster Dank an all die Buckler und Mitläufer, die sich für

[ ] ein paar Euro
[ ] VIP Karten
[ ] Schnittchen
—————–
(zutreffendes bittes ankreuzen)

kaufen lassen.

Wo sind sie auf einmal alle? Manche poppen im gegenüberliegenden Lager schon wieder hoch, sogar wenn sie gleichzeitig bei der NAG noch als Empfänger geführt werden. (Hier auch gleichzeitig, gleichzeitig.)

Gerade eine Motorsport-Legende wie Hans-Joachim Stuck hätte das Zeug gehabt zu warnen, denn auf ihn hört man. Stattdessen weiht er das Eifeldorf ein, wird selbst bei VLN 10 noch als VIP zum Essen gereicht und huldigt bei der Formel 1 Übertragung Lindner und Richter als tüchtige Unternehmer. Die NAG auf dem 24h-Lambo fügt sich in’s Bild.

Daß man die Entwicklung nicht schon lange vorher wusste, kann mir keiner erzählen. Da braucht man nur mal in diesem alten Thread von 2007 zu lesen: Insolvenz mit Ansage. Seit mehr als 5 Jahren spielen wir jetzt schon Don Quijote. Merkwürdig, wenn wir popeligen Ringfans den Durchblick haben, aber andere fleissig weghören und uns gleichzeitig mit Propagandagetöse aus allen Agenturrohen übertönen. Und falls das nicht reicht, wofür gibt’s denn einstweilige Verfügungen?

Kurt Beck am 31.7.2012: “Das haben wir uns nicht ausgedacht, das waren Prognosen renommierter Wirtschaftsprüfer.”

(Klick auf’s Bild, Link.)


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

3.Prozesstag

Der “Prof.Dr. Ingolf Deubel” hat heute seinen Monolog fortgeführt und ist noch nicht fertig mit seiner Abrechnung. Obwohl die komplette historische Anlage in die Insolvenz getrieben wurde und nutzlose Betontrümmer vor sich hinschimmeln - mit ihm hat das alles nichts zu tun. Frei nach dem Motto “Die Schuld der Anderen” hat er heute gerechtfertigt und um sich geschlagen.

Zum Glück verfolgen Journalisten die Verhandlungstage aufmerksam - von der Bevölkerung gibt es leider wenig Anteilnahme. Grade mal 10 Leute schaffen es in der 100.000 Einwohnerstadt Koblenz - die mit 60 km Entfernung zum engeren Ring-Einzugsgebiet gehört - in den öffentlichen Gerichtssaal.

Hier ein paar Links von heute zum Nachlesen:

Nächsten Dienstag geht’s weiter.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Sonntag, 16. September 2012

Hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter.

Am 15.Oktober startet in Mainz in Koblenz der Prozess gegen 6 Angeklagte, laut Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen gegen Kai Richter weiterhin an. In Brüssel wurde im März das Verfahren wegen verbotener Staatsbeihilfen offiziell und sehr detailiert eröffnet und am 20.Juli hat die Nürburgring GmbH den Antrag zur Insolvenz gestellt.

Und die NAG? Na alles super, was denkst Du denn!?

“Die Kunden des Nürburgrings können sich weiterhin zuverlässig auf die Beratung, Betreuung und die Durchführung ihrer Veranstaltungen durch die Nürburgring Automotive GmbH in der gewohnten Qualität und Stabilität verlassen.”

Wobei mir das Wort verlassen im Zusammenhang mit NAG und Nürburgring richtig gut gefällt.


Montag, 03. September 2012

Rad am Ring 2013: Feindliche Übernahme.

Richter/Lindner (NAG) kapern dann mal Rad am Ring, hatte ich hier ja auch schon kurz. Daß die aber nichtmal davor zurückschrecken, WÄHREND der Rad am Ring Veranstaltung Banner-Werbung für ihre 2013 geplante eigene Veranstaltung zu machen, offenbart einen neuen Level von Skrupellosigkeit. Unter rad-und-run.de kann man sich bei der NAG schon für 2013 anmelden, Ausschreibung, Preis und Termin - alles fertig. Sogar den Sponsor BULLS haben sie übernommen. Ich werd mich hüten auf die #§&%$ zu verlinken.

Aus dem Rad am Ring Newsletter, wurde eben verschickt:

“Jubiläumsveranstaltung mit unappetitlichem Beigeschmack

Mehr als 10.000 Radsportler und Läufer feierten am Samstag und Sonntag erneut ein bemerkenswertes Breitensportfest bei Rad am Ring und dem Hochwald-Nürburgring-Lauf. Alleine 5.186 traten bei den 24-Stunden-Rennen in die Pedale und markierten damit einen neuen Teilnehmerrekord. Doch es gab nicht nur Grund zur Freude.

„Wir sind stolz auf das, was wir für unsere Teilnehmer geschaffen haben, die unseren Dank für ihren großen Anteil an diesem Erfolg verdienen”, berichten die Organisationsleiter Willi Schüller und Hanns-Martin Fraas. Jedes Rädchen der Veranstaltung, das von einem der insgesamt rund 500 Organisatoren und Helfern aus der Region rund um den Nürburgring gedreht wird, greift ins andere – und das von Jahr zu Jahr reibungsloser.

Einen unappetitlichen Beigeschmack bekam das Jubiläum durch die öffentliche Ankündigung der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), das Veranstaltungspaket Rad & Run am Ring im kommenden Jahr in Eigenregie organisieren zu wollen. Entsprechende Banner wurden während der laufenden Rad & Run am Ring-Ausgabe am Boxengebäude platziert sowie Plakate und Flyer gestaltet und aufgehängt.

Schüller und Fraas geben sich einerseits gelassen, anderseits kämpferisch. Dass die Automotive GmbH am Nürburgring nach 2012 überhaupt noch aktiv ist, ist laut Medienberichten eher unwahrscheinlich. „Für diesen Fall haben wir auch positive Signale von Insolvenz-Geschäftsführer Prof. Schmidt”, sagen Schüller und Fraas . „Sollte die NAG 2013 auf diesem Konfrontationskurs bleiben, haben wir ein starkes Bündel juristischer Möglichkeiten, uns gegen diese Trittbrettfahrerei zu wehren. Uns – wie geschehen - eine gemeinsame Zukunft vorzugaukeln und stattdessen zu versuchen, sich unser Know-how anzueignen und uns dann kaltblütig abzuservieren, halten wir für ein befremdliches Geschäftsgebaren, das wir weder menschlich noch juristisch akzeptieren werden.”

Die Erfahrungen aus 10 Jahren Rad am Ring liegen bei Schüller, Fraas und der „Rad am Ring”-Truppe. Die ist keinesfalls gewillt, nach zehn Jahren mühevollen Ackerns die Ernte von anderen einfahren zu lassen.

Herzliche Grüße Ihr “Rad am Ring”-Team”

Die mit denen noch Geschäfte machen sollte das eigentlich zu denken geben.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung greift auch das Thema auf: erfolgreiche Veranstaltungen werden von der NAG gekapert. Das wird natürlich gleich gesteinkühlert - war ja nicht anders zu erwarten. Die NAG Handlungen sind inzwischen so durchsichtig wie eine frisch geputzte Windschutzscheibe. Wem wollen die eigentlich was vormachen?

Am besten ist das hier:

“In den vergangenen Jahren gab es zum Teil erhebliche Kritik an der Veranstaltung, die auf den Betreiber des Nürburgrings zurückfiel. Das wollen wir in Zukunft verhindern.”

Ich weiß aus eigener Teilnehmererfahrung auch genau wann das besser war: in der Vor-NAG-Zeit.

Daß ausgerechnet jetzt der RC Herschbroich vorgeführt wird - die kleine Gemeinde Herschbroich ist eine von den 4 Ortschaften, die innerhalb der Nordschleife liegen.


Samstag, 01. September 2012

Bestmögliche Verwertung des Nürburgrings.

An den Gedanken, daß die Nordschleife verkauft wird, kann ich mich wahrscheinlich auch 10 Jahre nachdem es passiert ist nicht gewöhnen.

Was wäre das für ein Aufschrei, wenn der Kölner Dom verkauft würde?

Leider ist die Nordschleife nur für Wenige ein Denkmal und die verteilen sich eher um die ganze Welt, als auf Rheinland-Pfalz. Achtet mal auf die Artikel der letzten Zeit, ob da die Wörter Nordschleife, Kulturerbe, Denkmal oder Sportstätte vorkommen.

In diesem Artikel aus der RZ heute kommt immerhin Nordschleife einmal vor, und dann nur noch so:

künftiger Käufer / etwaige Investoren / Unternehmen, das übernimmt / der neue Besitzer / Kaufpreis / Investor / der Käufer / Kaufpreis / künftiger Eigentümer / private Investoren / bestmögliche Verwertung des Nürburgrings / Nürburgring wird abgegeben / Großinvestor / Wert des Nürburgrings / Finanzinvestor /strategischer Investor

Das ist so bitter.

Dabei gibt es auf der Welt nicht Vergleichbares, das in seiner ursprünglichen Form noch so erhalten ist und aktiv als Sportstätte genutzt wird.

Nur leider wird das Denkmal der Nordschleife in der öffentlichen Wahrnehmung komplett in den Schatten gestellt von Beck’s Betonbauten.

Deren Insolvenz auch die Nordschleife mitgerissen hat. Soviele Firmen und GmbHs sind unter den 15 Jahren Walter Kafitz Verwaltung gegründet worden - nur als es wirklich mal gezählt hat bei der Erlebnisregion, da hat man die schwere Schuld der historischen Nürburgring GmbH umgehangen.

Obwohl auf der Nordschleife quasi die komplette Entwicklung des Automobils stattgefunden hat, wird sie nicht als schützenswertes Kulturgut sondern maximal als Asset angesehen.

Was für ein Frevel.


Montag, 20. August 2012

DTM gucken.

Hier gibt’s den DTM Lauf von heute auf dem Ring in HD:

Die sagen am Anfang auch was über die Insolvenz - nicht ganz erwischt und dem gekündigten feinen Herrn Lindner eine Bühne gegeben, aber immerhin nicht ausgeblendet (hallo VLN!).

Ich war selber auch vor Ort um dem Steff die Daumen zu drücken, natürlich aber auch um mal hinter die Kulissen zu schauen. Ist ja sonst nicht so einfach bei dieser klinischen Veranstaltung.

Martin Tomczyk von Steff’s RMG ist dann auch Dritter geworden - super - Glückwunsch!

Hab auch noch andere Leute getroffen, z.B. den Dirk …

… mit schickem Telefon …

… und noch schickerem - weil GT2! - Dienstfahrzeug.

Gustl Farfus war auch da, …

… mit den richtigen Sponsoren!

Die Herren Kankkunen und Alén gewinnen den Lässigkeitspreis:

Sind gegen Carlos Sainz gefahren (Scirocco Cup) - da war doch mal was?

Was die da an Häusern hochziehen für das Wochenende ist echt nicht normal.

Ist der schönste Wagen, den der Steff da mit seiner Truppe im Einsatz hat!

Allan war auch da - ein richtiges Revival der alten Audi 200 Mannschaft:

Der wahre Analytiker sitzt übrigens unauffällig in der Ecke:

Und noch ein Detail: N-fizierter Boxenstand. Da wird’s jetzt eng für die anderen Teams!

Danke nochmal an Steff, der sich echt Zeit genommen hat - obwohl er doch andere Sorgen haben müsste. Wirklich gute Leute hat er da zusammen, die Bezeichnung “Neues Team” wird dem nicht gerecht, die verstehen sich blind - kennen sich gut - und ziehen routiniert und besonnen ihr Ding durch.

Da geht noch was! :)


Sonntag, 19. August 2012

Kurt mir-kann-keiner Beck.

Die demonstrative Gute-Laune-Tour von Kurt°Beck mag ihm selber vielleicht Spaß machen, aber die Journalisten, die er mit in seinem Bus hat, sind wohl doch nicht so doof wie er meint.

Welt Online:

Tomaten und Erbsen – Kurt Beck schaltet auf stur

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck begegnet dem Ärger in seinem Land mit demonstrativer Routine. Sein Motto nach der Insolvenz seines Prestigeobjekts: Aussitzen statt Abschiednehmen.

Rhein-Zeitung:

Auf Sommerreise: Kurt Beck lächelt die Krise am Ring weg

Ministerpräsident Kurt Beck hat das Desaster an der Rennstrecke Nürburgring äußerlich gut weggesteckt - und sieht es nur noch als ein Thema von vielen, um das er sich kümmern muss.

FAZ:

Verantwortungsträger mit beschränkter Haftung

Der Nürburgring war keine Station auf der Sommerreise von Kurt Beck. Vor der Kulisse rheinhessischer Winzertraumlandschaften versucht der gebeutelte Ministerpräsident, vom Finanzdebakel abzulenken.

Volksfreund:

Kurt Beck auf Sommerreise: Es muss auch mal gut sein

Da können noch so viele ärgerliche Berichte in der Zeitung stehen - etwa, wie zuletzt so oft, über das schmerzhafte Debakel am Nürburgring. Auf seine Sommertour mit Journalisten verzichtet Kurt Beck deswegen nicht. Auch diesmal sucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident dabei den Kontakt zu den “einfachen Leuten”. Und die scheinen ihm seine Fehler zu verzeihen.

Abgrundtiefe Verachtung, mehr kann ich für diesen #%&$§ nicht aufbringen.

Oder um Kurt Beck zu zitieren:

“Auf jeden Fall eine Herausforderung, die ich natürlich nicht gerne gehabt habe, aber die Entscheidungen, die damals in der Tat 2008/2009 getroffen worden sind, haben falsche Daten unterstellt - zwar guterachterlich empfohlen, aber das hilft ja alles nichts heute. Und insoweit sind wir in diese schwierige Situation geraten und jetzt werden wir sie miteinander lösen.”

Aber auch der Rest des großen SAT1 Sommerinterviews mit dem selbstherrlichen Selbstdarsteller ist nur unter großen körperlichen Schmerzen zu ertragen.


Samstag, 11. August 2012

Kurt Filzland-Beck und die böse EU Kommission.

Am 16.Mai 2012 veröffentlicht die Staatskanzlei über die Sprecherin der Landesregierung Monika Fuhr die Zwischenbilanz zu “Ein Jahr rot-grün”:

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, am Nürburgring zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die Kündigung der bisherigen Pächter am Nürburgring war ein wichtiger und richtiger Schritt auf diesem Weg. Alle weiteren Maßnahmen werden wir in enger Abstimmung mit der EU-Kommission durchführen.”

Alle weiteren Maßnahmen kann natürlich alles mögliche sein, aber am 12.Mai - also 4 Tage früher …

“… erging an die Beratungsfirma Ernst & Young der konkrete Auftrag, den Antrag auf Rettungsbeihilfe vorzubereiten. Das Unternehmen hatte Mitte April in einem Papier auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das sagte gestern der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Christoph Gehring, auf Anfrage.”

Steht in der RHEINPFALZ von gestern.

Die Zeitung hat sich mal die Mühe gemacht, die Zeitabläufe rund um das Thema EU Kommission und Nürburgring Insolvenz auseinanderzubröseln - ist ein lesenwerter Artikel, der sich nicht mit den sonst üblichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt.

Am 15.Mai wurde der Nürburgring nämlich schon einmal “gerettet” und durch Aussetzung von Krediten die Insolvenz abgewendet. “Toleriert” von der EU sagt die Regierung.

Das sieht die EU anders und hat letzten Dienstag (7.Aug.) entschieden diese Rettungsaktion vom 15.Mai in die große Prüfung (siehe Beschluss der EU vom 20.März 2012) mit einzubeziehen.

(Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Thema Nürburgring beschäftigen möchte, sollte die 52 Seiten des EU Beschlusses SA.31550 aufmerksam lesen - ich habe den Eindruck, das haben viele Leute die laut mitreden noch garnicht gemacht. Ist schwer verdaulich, aber erhellend.)

Jetzt gibt es also schon 2 Case Numbers in Brüssel für den Ring, SA.31550 und SA.34890. (Ich schätze SA steht für “State Aid”.)

Und die Regierung so? Auf der Pleitekonferenz am 18.7. - also komplett 2 Monate später (!!) - gab es deutliche Worte in Richtung Brüssel, sogar per Pressemitteilung:

Die Rettungsbeihilfe hatte dazu dienen sollen, die Liquidität der Nürburgring GmbH vorläufig und für einen begrenzten Zeitraum (sechs Monate) zu sichern. Das Ausbleiben der Genehmigung vor Ende Juli 2012 wird, wie der Kommission bekannt ist, zur Insolvenz der Nürburgring GmbH und ihrer Tochtergesellschaften führen.

oder via Kurt Beck:

“Das ist eine Vorgehensweise der Europäischen Kommission, die ich für bedenkenswert halte. (..) Und auf einmal sind wir in diese Schere geraten, dass man nicht entscheidet, nicht entscheiden auf der europäischen Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für das Land Rheinland-Pfalz.

… der mit einer schauspielerischen Glanzleistung die Opferrolle besetzte:

“Das ist eine bittere Wahrheit und es ist ein Stück Rechtsgeschichte. Weil keine Entscheidung getroffen wird, ist das in der Wirkung so, als würde negativ entschieden. In Deutschland würde es Rechtsmittel dagegen, in der EU gibt’s keine. In Deutschland wäre das ein klarer Verfassungsverstoß, wegen der Vermutung eines Fehlverhaltens einen solchen Schritt zu gehen.”

Eveline Lemke:

“Ich erwarte, dass uns geholfen wird. Ich möchte, dass mit gleichen Maßstäben gemessen wird. Wir wären ja in der Lage, uns selbst zu helfen, wenn man uns lässt.”

Carsten Kühl:

“Die ISB muss die Bürgschaft nun ziehen. (..) Das Land hat für ein solches Szenario eine Rückstellung von 254 Millionen Euro gebildet.”

(Eine Bürgschaft, die es laut Clemens Hoch ja garnicht gibt und was es mit der “Rückstellung” auf sich hat, siehe gestern.)

Jetzt könnte man ja meinen, bei der Nürburgringkirmes hat sich die Regierung mitlerweile so verrannt, daß sie garnicht anders mehr kann als hilflos rumzurudern. Das ist zwar so richtig, aber was mich dann doch überrascht, die haben da noch mehr Sachen bei denen in Brüssel laufen. Und was einen vom Hocker haut: das könnten Kopien der Nürburgring-Saga sein.

Sowohl in Hahn, als auch in Zweibrücken, laufen State Aid Untersuchungen:

  • SA.32833 - Flughafen Frankfurt Hahn, Verfahren eröffnet am 17.Juni 2008
  • SA.27339 - Flughafen Zweibrücken, läuft ab 22.Januar 2009.

Genau wie beim Freizeitpark sind auch hier ISB bzw. Liquditätspool mit im Spiel und - Überraschung - die Antworten kommen nicht bei.

“Nachdem das Land Rhein­land-Pfalz Mehrheitseigner der FFHG geworden war, wurden deren langfristige Darlehen im Laufe des Jahres 2009 durch die ISB umgeschuldet”

”.. werden die ISB-Darlehen durch eine Garantie des Lan­des Rheinland-Pfalz besichert.”

“Gegenstand der Beschwerde sind die angeblichen Infrastruktur- und Betriebsbeihilfen zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH und die Zweifel an der Erforderlichkeit der Flughafens Zweibrücken, der sich 39 km entfernt vom Flughafen Saarbrü­cken befindet. Ferner hat die Kommission auf der Grundlage der ihr vorliegen­ den Informationen beschlossen, auch die folgenden Aspekte zu prüfen: die ermäßigten Flughafenentgelte, die Germanwings, TUIfly und Ryanair für die Nutzung des Flughafens Zweibrü­cken zahlen; die Marketingvereinbarungen zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Airport Marketing Services Limited; einen staatlich besicherten Kredit und eine Kreditlinie zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH.”

usw. usw.

Wenn man die Beschlüsse durchliest, bekommt man ein Déjà Vu nach dem anderen. Und die Bezeichnung “Verfahren” gleich eine andere Bedeutung.

Dieses Amtblatt der EU beinhaltet 4 Fälle: 3 aus Rheinland-Pfalz und 1 aus Italien.

3:1

Gegen Kurt Beck sieht selbst Silvio Berlusconi alt aus.


Donnerstag, 09. August 2012

Versuch einer Erlebnisgrab-Kostenaufteilung.

Gestern sind ja die 330 Mio Euro Kredit von der ISB Bank dem Land RLP umgehangen worden, weil das Land gebürgt hat und der Kreditnehmer - die Nürburgring GmbH - Insolvenz anmelden musste.

Da war sie wieder die dubiose Zahl 330 Mio und ich wollte immer mal wissen, wie die sich aufteilen. Ich glaube so könnte es gewesen sein:

(Zum Vergrößern Bild anklicken.)

Teilbereich 1 (Nürburgring GmbH)

20 Mio € Tribüne
26 Mio € Multifunktionshallen
9 Mio € Autowelten
17 Mio € Parkhaus

72 Mio € Boulevard

60 Mio € Innere und äußere Erschließungsmasnahmen
74 Mio € ring°werk
9 Mio € Ausstattung

215 Mio € Gesamt Teilbereich I

Teilbereich II (Mediinvest)

23 Mio € Ferienpark Drees
4 Mio € Personalhaus
36 Mio € Eifeldorf
31 Mio € Hotel 4*
21 Mio € (nicht gefunden, MSR)

115 Mio € Gesamt Teilbereich II

330 Mio € Gesamt I + II

Als Quelle hab ich bei Mediinvest die Angaben auf Kai Richter’s Seite gefunden und für die Nürburgring GmbH aus dem Schreiben der EU.

Da sind natürlich jetzt immer noch jede Menge Fragen offen, z.B.:

  • Was sind das für restliche 194 Mio €, da die EU von 524 Mio € spricht?

  • Wofür sind die 21 Mio € zwischen 94 und 115 Mio €?

  • Warum hat der Steuerzahler den Teilbereich II überhaupt Kai Richter abgekauft?

  • Entsprechen die von uns Steuerzahlern gezahlten Preise dem verbauten Gegenwert?

Auch wenn Kurt Beck sich alle Mühe gibt der EU die Schuld für die Insolvenz zu geben, in Wirklichkeit sind es natürlich diese nutzlosen Gebilde, die nach meinem Gefühl im Vergleich zur Sportanlage völlig überzogen und überteuert sind. Absolut hoffnungsloses Unterfangen schon auf der Papierform, da irgendwie die Zinsen - und geschweige denn eine Tilgung - zu erwirtschaften.

Tags: Erlebnisgrab | ISBBank | Mediinvest | Steuerzahler | KurtBeck


Mittwoch, 08. August 2012

Armer insolventer Nürburgring.

Und wieder gibt es eine Schlagzahl an Nürburgring Ereignissen, daß man kaum noch mitkommt.

Geht damit los, daß Kurt Beck den Insolvenzverwalter für die Insolvenz in Eigenverwaltung (s.hier) zur Chefsache macht und gestern persönlich besuchte. Für 1,5 Stunden. Und wie Markus Lachmann treffend kommentierte:

Infos für die Öffentlichkeit: Keine.

Da bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als zu spekulieren und ich rate mal, daß sie sich nicht über das Wetter unterhalten haben. Und ich rate weiter, daß er ihm nahegelegt hat, daß er das Gefühl von Transparenz und Bürgerbeteiligung vermitteln soll - aber in Wirklichkeit bliebe natürlich nichts anderes übrig, als möglichst viel zu versilbern. Falls sich kein Käufer für die Rennstrecke findet kann man immer noch sagen, daß es gelungen sei sie in Volksbesitz zu halten. Natürlich trage er - also der Insolvenzverwalter - jetzt die Verantwortung, dafür sei er ja da und die Politik sei jetzt raus aus der Nummer. Und natürlich soll das alles nicht zu seinem Schaden sein.

Wie gesagt, reine Spekulation, aber was bleibt mir übrig bei den Geheimniskrämern? Die mit Volkseigentum so umgehen, als sei es ihr eigenes? Denen das Denkmal Nordschleife am Arsch vorbeigeht völlig egal ist? Und immer war?

Passend zu der per Spekulation gemutmassten Unterhaltung zwischen Ringkiller Beck und dem als vermeintlichen Retter auftretenden Restezusammenkehrer gab es dann heute wieder Insolvenzkommunikation. Wie mir diese ganzen Profikommunikateure im Zusammenhang mit dem Nürburgring auf die Nerven gehen. Angefangen von Dederichs Reinecke (die sich jetzt bei Falken Motorsport als Ringfans ausgeben) über Steinkühler zu jetzt Pietro Nuvoloni. Wieso sagt einem immer noch keiner gradeaus mitten in’s Gesicht einfach was Sache ist?!

“Bei der Rettung des insolventen Rings will der Sanierungsgeschäftsführer alle Beteiligten einbinden. “Es soll auf jeden Fall der Eindruck vermieden werden, dass im stillen Kämmerlein eine Entscheidung getroffen wird”, so Schmidt.”

Und eine tolle Webseite gibt es, die Zeitungen linken sogar darauf:

www.nuerburgring-dialog.de

Das ist jetzt kein Witz, die machen allen Ernstes eine Presseinformation für eine leere Internetseite, für die es grade mal eine URL gibt.

Bei mir wird mit diesem Aktionismus nur der Eindruck verstärkt, daß der Ausgang dieses Schauspiels ohnehin längst feststeht. Und die Nordschleife vor unseren Augen verkauft werden soll. Und Schuld ist dann wieder die EU, damit hat man ja schon Erfahrung in Mainz:

“Es kann sein, dass das EU-Recht uns zwingt, in einen Versteigerungs- und Verkaufsprozess einzusteigen.”

Aber Hauptsache “Jeder kann Vorschläge einbringen” und ein “transparenter Dialog mit Workshops”. Die Nutzer (Motorsportverbände) und die Region (Anwohner, Gewerbebetriebe) werden damit gleichgestellt mit Hinz und Kunz im Internet - was für eine Farce. Vielleicht lassen sie die Seite besser blanko - man könnte alternativ über die leere Seite noch schreiben: “Die Nürburgring Businesspläne 2007-2012” - wenn es sie überhaupt geben sollte, sind die nämlich auch das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Damit seine Meldungen auch schön die Runde machen, wird auch noch die F1 provoziert - die könne nämlich gerne kommen, aber für umsonst - das ist doch klar. Ich hätte nicht gedacht, daß man einen am Boden liegenden Nürburgring noch weiter zusammentreten kann. Wie sieht es denn mit Instandhaltung aus? Gestrichen? Ich würd mir gerne die Haare ausraufen, wenn ich welche hätte. Was haben die in den letzten Jahren mit dem Geld um sich geworfen.

Apropos Geld: wieso geben wir Steuerzahler Kai Richter seinen Plunder eigentlich nicht wieder zurück? Geht doch bei Amazon auch, wenn was nicht funktioniert. Toxischer Schimmel steht bestimmt im Verkaufsprospekt. Hätten wir mit einem Schlag 115 Mio. Euro mehr in der Kasse - soviel hat er dafür bekommen.

Stattdessen erlöst das Land die ISB und überweist mal locker aus der Hüfte keine 254 Mio. Euro sondern die gesamten 330 Mio. Euro. Da bin ich doch jetzt sehr überrascht, wahrscheinlich denken die sich: wenn schon Beihilfeverstoss, dann richtig.

Von der Medienlandschaft bin ich auch enttäuscht, die machen sich nämlich garnicht mehr die Mühe, die Ereignisse zu hinterfragen. Die Ablösung der ISB wird als Rettung für den Nürburgring gefeiert, dabei ändern sich an den 330 Mio. Euro Schulden für den Ring und dem Insolvenzantrag Null Komma Null. Nur der Gläubiger wurde ausgetauscht.

Hier kann man das ja noch ahnen, weil wenn jemand Eau Rouge als Nürburgring verkaufen will, kann das nicht weit her sein. Aber autosport?

Immerhin Marc Surer spricht eine deutliche Sprache: Alles abreissen.

Willkommen in der Realität - soweit waren wir schon vor 2 Jahren.

Ach was soll’s, lasst uns feiern! Und die paar toxischen Schimmelpilze, die saufen wir uns einfach schön!


Donnerstag, 02. August 2012

Der 1.August 2012 war wohl Nürburgring-Tag.

Aber kein schöner Anlaß. Die Sondersitzung im Landtag hat etliche Berichte hervorgebracht. Passiert ist natürlich nichts, die Regierung hat sich gewunden wie eh und je und sich brav verprügeln lassen. Kurt Beck übernimmt heroisch die Gesamtverantwortung - als hätte er die nicht schon sowieso. Ja und? Ja nix und.

Hier eine Sammlung von Links, auch heute wieder Thema in der 20:15 Tagesschau - das ist schon sehr bemerkenswert.

Übrig Ns: Räuber Hotzenplotz wurde heute 50.

UPDATE:

  • Rheinpfalz, Kommentar Karin Dauscher - Zur Entschuldigung wurde er dem Vernehmen nach von der rot-grünen Koalition gedrängt. / Dass Beck bestellte Jubelnachrichten braucht, zeigt, wie angeschlagen er ist.

  • General Anzeiger Bonn und Kommentar von Ulrich Lüke, Ministerpräsidenten deutscher Bundesländer sind schon aus viel nichtigeren Anlässen zurückgetreten, als es die Millionenpleite in der Eifel ist. / Nachmittags das Parlamentsplenum stundenlang debattieren zu lassen, nachdem vorher der entscheidende Landtagsausschuss Hunderte von Millionen zur Milderung der Krise freigemacht hat, ist die falsche Reihenfolge. / Das Beste ist aus jetziger Sicht, dass wenigstens der alte Ring gerettet werden kann.

UPDATE:

The European: Der Beck-Effekt / v. Jennifer Nathalie Pyka -

Kurt Beck steht exemplarisch für einen arroganten Politikstil. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein zieht sich quer durch alle Ämter. (..)

Beck wiederum sagt zwar, die „gesamtpolitische Verantwortung“ für das Debakel zu übernehmen, allerdings meint er es nicht so. Denn ein Rücktritt kommt ihm selbstverständlich nicht in den Sinn, womit Worte eben nicht zu Taten werden, sondern ausgeleierte Hülsen bleiben. (..)

Christian Wulff beispielsweise hielt das Amt des Bundespräsidenten sowie vergünstigte Kredite und zweifelhafte Übernachtungen aller Kritik zum Trotz solange für vereinbar, bis ihm die Staatsanwaltschaft Hannover endgültig einen Strich durch die Rechnung machte. Seine Einsicht, also die zwingende Voraussetzung für Verantwortung, scheint er irgendwo zwischen Sylt und Mallorca verloren zu haben. (..)

Am Ende des Tages mag man sich fragen, ob ein solcher „Politikstil“ als Degeneration der Demokratie zu werten ist, und wie viele Aufschneider, die aus Macht automatisch Freiheit von Verantwortung ableiten, dieses Land eigentlich noch tragen kann. (..)

Was dagegen hilft? Nichts, außer vielleicht ein endgültiger Abschied von der Illusion des verantwortungsvollen Politikers.


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Freitag, 27. Juli 2012

Die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung.

Ich hab’s befürchtet, die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung ist ein Winkelzug, damit keine neugierigen Fragen gestellt werden.

Zu Gläubigern gehören natürlich auch Leute mit offenen Schadensersatzforderungen und grade am Ring ist es ja alles andere als koscher zugegangen.

Sowohl Ja zum Nürburgring als auch Dorint gegen auf die Palme.

WiWo: Protest gegen Insolvenz in Eigenregie

“So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

(Aus diesem Aufsatz hier.)

Rechtstreu? Vertrauenswürdig? Nein - ganz sicher nicht.


Die Sueddeutsche bleibt am Ball ...

… ... und lässt Kurt Beck nicht so leicht vom Haken.

Von heute:

Revolte gegen König Kurt

Wie ich hier auch schon gesagt habe:

Die Zukunft der Nordschleife ist umgekehrt proportional zu Kurt Beck’s politischer Karriere.

Was hat der Mann mit seinem Gefolgsleuten für einen Schaden angerichtet rund um Nürburg.

Kai Richter wird auch zitiert und fühlt sich unfair behandelt, hoffentlich bekommt er bald seinen Prozess.

UPDATE:

Die FAZ hat auch was zum Thema:

SPD in Rheinland-Pfalz, Im Blutrausch der Rücktrittsforderung

“(..) wird in der SPD-Führung jedoch gespannt abgewartet, wie Beck dieses auch ihn persönlich treffende Misstrauensvotum von 31 Prozent verkraftet und ob die bis jetzt geschlossen schweigende Partei weiter still hält.”

Ich fürchte die wachen erst auf, wenn sie unten aufschlagen.

UPDATE:

… und die Rhein-Zeitung:

Ring-Pleite: Becks SPD stürzt ab

UPDATE:

Allgemeine Zeitung / Markus Lachmann:

“Ob Beck das Nürburgring-Fiasko politisch überlebt, steht noch nicht fest. Mittlerweile wird überregional in Medien über die Pleite am Ring berichtet - Tenor: Die Landesregierung habe schon 2010, als sie das „Rettungskonzept“ für den Nürburgring strickte, gewusst, was auf sie zukommt. Gut für Beck und die SPD: Bis zur Wahl sind es noch knapp vier Jahre. Man hofft vermutlich auf die Vergesslichkeit des Wählers. Dennoch: Das Drama am Nürburgring ist ein Mehrakter. Als nächstes steht wohl ein Prozess gegen frühere Verantwortliche an. Vorwurf: Untreue im Zusammenhang mit der Ring-Finanzierung. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die CDU den nächsten Untersuchungsausschuss zum Nürburgring einrichtet. Aber das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Noch nicht.”

Daß die da lapidar von “einpreisen” reden wie bei einem Börsenkurs, das kann einen schon wütend machen. Hoffentlich kommt der Prozess bald! Und gründlich!

UPDATE:

Kommt ja immer mehr, Badische Zeitung:

Insolvenz des Nürburgrings: König mit Problemring.

UPDATE:

Kommentar von Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Doch wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für den ganzen Schlamassel? Niemand, weil die potenziellen Nachfolger Becks noch nicht aus der Deckung wollen? Oder geht der Ministerpräsident noch einmal in sich und überlegt, ob ein klarer Schnitt nicht etwas Befreiendes für die rheinland-pfälzische SPD haben könnte? Sagen wird ihm das niemand. Darüber nachdenken werden viele.”


Die Bilanz der MFM Nürburgring GmbH für 2011 ...

… ist wenig überraschend tiefrot.

Ausgeschrieben heißt die Firma

Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH

und der Geschäftsführer ist Edzard Andres Plath. Der hat ja bei einigen der neuen Ring°Firmen den GF gemimt, z.B. der Grüne Hölle Betriebsgesellschaft mbH. Und hatte auch am Biggesee seinen Auftritt. Er war schon Sales Manager bei Kai Richter, als die Mediinvest noch MediterranInvest hieß.

Hier sein Ergebnis für 2011:

Zum 31. Dezember 2011 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 1.245 aus. Die bilanzielle Überschuldung wurde durch einen Rangrücktritt der Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH beseitigt.

Und die “Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH” hat ja - wie wir wissen - letzten Freitag per Einwurf im Nachtbriefkasten Insolvenz angemeldet. Na da schließt sich doch der Kreis!

Moment noch … Grüne Hölle … mal gucken …

Tatsächlich - die hat auch ihre 2011er Bilanz veröffentlicht. Nicht 2010er - 2011er! So schnell waren die mit ihren Bilanzen noch nie.

Geschäftsführer wieder E.A.P. und das Ergebnis?

Zum 31. Dezember 2011 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 5.389 aus. Die bilanzielle Überschuldung wurde durch Rangrücktritte der Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH beseitigt.

5,3 Mio Euro! Herrschaftszeiten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Firma Motorsport Resort Nürburgring GmbH in Höhe von insgesamt Euro 6.692.000,00.

Für die die Landesregierung(!) Insolvenz angemeldet hat.

Na wenn das mal kein Grund zum Feiern ist!


Mittwoch, 25. Juli 2012

Ich hätte nie gedacht.

„Ich hätte nie gedacht, dass eine Landes-Tochter Insolvenz anmelden würde.“

Meint Manfred Strack.

Und daß man jetzt die Dinge nicht mehr beeinflussen kann.

Das war auch schonmal anders.

In beiden Firmen.


Dienstag, 24. Juli 2012

Blitzinsolvenz - Sachwalter mit den Trümmern vom Kafitzwalter.

Nochmal kurz der Ablauf der Insolvenz, geht alles so schnell:

  • WiWo berichtet Samstags (14.), daß die Nürburgring GmbH 413 Mio. Schulden bei 126 Mio. Unternehmenswert hat.

  • Am Dienstag (17.) veröffentlicht die Rhein-Zeitung, daß die EU die neuen angefragten Unterstützungen aus Landesmitteln in Höhe von 13 Mio. EU nicht bzw. nicht zeitnah genehmigen wird. Dadurch wäre die Zahlungsfähigkeit der hoffnungslos überschuldeten NG nicht mehr aufrecht zu erhalten.

  • Am Mittwoch (18.) tritt die RLP Regierung (Beck + 3 Minister Lemke/Lewentz/Kühl) hektisch vor die Presse und verkündet, daß man einen Insolvenzantrag für die Nürburgring GmbH einreichen wird.

  • Am Freitag (20.) wird dieser Antrag für die NG und 2 Tochterfirmen (MSR und CCxx) in den Nachtbriefkasten (!) des Amtsgerichtes Bad Neuenahr-Ahrweiler eingworfen, wo er Montags (23.) gefunden wird.

  • Am Dienstag (24.) werden die Gläubiger versammelt und anscheinend wird die Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt. Der Spiegel greift das sofort auf - durch das Einsetzen eines Sachwalters statt eines Insolvenzverwalters befürchtet man den Bock zum Gärtner gemacht zu haben.

Einen guten Text zum Thema habe ich hier gefunden:

Die Eigenverwaltung nach der Insolvenzordnung
von Prof. Dr. Thomas Zerres

So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

… woran ja nicht nur ich so meine Zweifel habe.


Sonntag, 22. Juli 2012

Nürburgring Insolvenz: Verleugnung als Mittel der Gefahrenabwehr?

Am VLN Wochenende war ich gespannt, wie wohl die Szene auf den offiziellen Kollaps reagieren würde. Zum einen ist meiner Meinung nach die Langstrecke mit VLN und 24h das Rückgrat des Nürburgrings und zum anderen kann man jetzt die Probleme nicht mehr wegdiskutieren, jetzt sind sie offiziell. Denn am Freitag wurde der Antrag zur Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht eingereicht.

Die Reaktionen - bzw. das Nichtvorhandensein dieser - hat mich überrascht. Nachdem ich in der Vergangenheit gegen Windmühlen gekämpft habe, scheint man es sich heute genauso einfach zu machen und kommentiert lapidar: “Mußte ja so kommen.”

Verstehe.

Wann wachen denn die Leute auf und warum nicht? Das Problem wird weiter verdrängt und so eine Insolvenz ist doch was Gutes: hat am Lausitzring auch funktioniert. Ein Statement (!) von der VLN nach dem Motto: Bitte gehen sie weiter, hier gibt es Nichts zu sehen. Die Insolvenz wird in der Überschrift zur “Situation”. Und bei der Fahrerbesprechung: kein Wort! Kein einziges, nichtmal in einem Nebensatz. Und das, obwohl es außer dem obligatorischen Guten Tag … gute Fahrt keine Themen gab. Man sagte mir dann hinterher, daß sowas auch nicht in eine Fahrerbesprechung gehört.

Wenn es nicht in die Besprechung der Nürburgring Langstreckenfahrer gehört - wohin denn dann?

Am Mittwoch war die Ring-Insolvenz Thema in der 20:00 Uhr Tagesschau - quasi den deutschen Nachrichten, deren Auswahl alleine schon die Nachrichten nach relevant / nicht relevant sortiert. (Was natürlich wieder Probleme in sich birgt, aber das ist ein anderes Thema.) Sie hat von ihrer begrenzten Sendezeit von 15 Minuten 1:30 Min. lang das Problem am Ring skizziert. Nicht als “Situation”, sondern klipp und klar für die Fernseher in Deutschland:

Nürburgring-Insolvenz: Rheinland-pfälzische Nürburgring-GmbH steht vor Pleite

Ich bin kein Psychologe und will auch keiner werden, aber Probleme lösen durch “Ausblenden” oder “Schönreden” erlebe ich am Nürburgring die letzten fünf Jahre. Das geht von “Laß die doch lieber hier die Steuermillionen versenken, als woanders.” über “Da kann man sowieso nichts machen.” bis zu dem Gipfel am Wochenende, daß man sogar in der Lage ist, die endgültig amtliche Insolvenz wegzublenden. Verleugnung laut Wikipedia:

Mittels Verleugnung lässt sich die Wahrnehmung realer Sinneseindrücke und deren Bedeutung für das Individuum ignorieren. Bedrohliche Stücke äußerer Wirklichkeit können auf diese Weise als nicht existent anerkannt (oder durch wunscherfüllende Phantasien ersetzt) werden. Bei der Verleugnung handelt sich also um das innerpsychische Pendant zum Abwenden des Blickes von einer Gefahrenquelle. Dieser Mechanismus ermöglicht es dem Individuum, bewusste oder vorbewusste bedrohliche Inhalte notfallmäßig dem Bewusstsein zu entziehen. Die Abwehr der Verleugnung ist also eine spontan einsetzbare Schutzreaktion, mit der die Person einer unangenehmen Wahrheit die Aufmerksamkeit, ja sogar den Realitätsstatus, entziehen kann.

Es ist nie zu spät die Barrikaden zu stürmen. Alleine da oben zu stehen ist zwar schön stürmisch, aber irgendwie auch grotesk.


Samstag, 21. Juli 2012

Nürburgring GmbH hat gestern offiziell Insolvenz angemeldet ...

… beim Amtgericht Bad Neuenahr.

Ich sitze grade am Ring, das VLN Zeittraining ist zuende und es ist ein niederschlagendes Gefühl, daß das alles auf einer Strecke abläuft, die in die Pleite geritten wurde. Im Streckenradio freut man sich über Rundenzeiten, als wäre nichts gewesen …

Gestern hat die Nürburgring GmbH dann eilig hochoffiziell das Handtuch geworfen und die Insolvenz eingereicht.

Aber nicht nur die, sondern insgesamt 3 Firmen - davon war bisher ÜBERHAUPT NICHT die Rede. Kurt Beck und seine treuen Minister halten das vielleicht für ein nicht-bemerkenswertes Detail.

  • Nürburgring GmbH
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH
  • Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Der Insolvenzverwalter ist auch schon klar:

RZ: Jens Lieser (Koblenz) soll “Sachwalter” bei #Nürburgring GmbH werden, Thomas Schmidt (Trier) verstärkt Leitung

In der Zwischenzeit ist auch der dicke Brief geleakt, den die Landesregierung (wann?) als sogenannten Antrag auf Rettungsbeihilfe an die EU geschickt hat. Die abgelehnt wurde und weswegen Kurt Beck und Eveline Lemke bei der Pressekonferenz so sehr Richtung Brüssel geschimpft haben.

Viele Medien haben dann auch erwartungsgemäß davon gesprochen, daß EU Hilfsgelder abgelehnt wurden, was natürlich Humbug ist. In Wirklichkeit wollte man weitere Schulden als RLP Steuergeld in die maroden Firmen stopfen - um Zeit zu gewinnen. Von Rettung kann garkeine Rede sein, der Freizeitpark war doch schon unrettbar, bevor er überhaupt gebaut wurde.

Dieser Antrag, der nicht genehmigt wurde und die Landesregierung - nach dem Rhein-Zeitungs-Report am Montag - dann am Mittwoch in die Offensive getrieben hat, ist inzwischen - wieder bei der Rhein-Zeitung - auch geleakt:

Da wird einem schwindelig.

Die Rolle der beiden anderen Firmen ist aber immer noch nicht geklärt, vor allem, warum der Steuerzahler jetzt dafür haften soll. (Siehe auch gestern.)

Die MSR wird von der RZ so erklärt:

MSR steht für die Motorsport Resort Nürburgring GmbH. Sie verantwortet das Eifeldorf mit Drei-Sterne-Hotel, das Vier-Sterne-Plus-Hotel sowie das Feriendorf in Drees. Hauptgesellschafter ist mit rund 40 Prozent die Düsseldorfer Mediinvest von Kai Richter, der auch MSR-Geschäftsführer ist. Ko-Geschäftsführer ist Erich Geisler vom österreichischen Hotel-Projektierer Geisler & Trimmel (rund 35 Prozent). Zehn Prozent hält die Nürburgring GmbH, fünf Prozent liegen bei Peter Weber Architekten (Köln).

Später war sie dann in den Schlagzeilen, weil sie sich nicht in die Bücher schauen ließ:

Weder dem Nürburgring noch dem Rechnungshof erlaubte die MSR, in die Bücher zu schauen, und fasste dazu sogar entsprechende Beschlüsse.

Und jetzt haftet der Steuerzahler für diese Firma, deren Geschäfte von Kai Richter geführt wurden.

Kann ich nicht nachvollziehen, wieso ein ganzes Land für die mißlungenen Geschäfte eines Unternehmers aus Düsseldorf zur Kasse gebeten wird.


Freitag, 20. Juli 2012

Ein Grund zum Feiern.

Die Freunde des Nürburgrings - das sind die hier - lassen sich von so einer popeligen Insolvenz doch nicht die Laune verderben, und laden zum “Saisonabschlußfest” ein:

”..nach einem ereignisreichen Jahr am Nürburgring gibt es gute Gründe, zum Abschluss der Rennsaison alle Mitstreiter in geselliger Runde zu treffen.”

Mit bleibt da garkeine andere Wahl, als das so zu interpretieren, daß sie den Nürburgring endlich da haben, wo sie ihn haben wollten: am Boden zerstört.

(Via.)


Samstag, 14. Juli 2012

WiWo: Nürburgring GmbH hat 413 Mio. Euro Schulden an der Backe ...

… und muß noch diesen Monat Insolvenz anmelden, wenn aus Mainz keine weiteren Schulden in den Freizeitpark gepumpt werden (dürfen).

Nur mal um das greifbar zu machen, da sind an Zinsen bei 4% jedes Jahr 16,5 Mio. Euro fällig. Von Tilgung garnicht zu reden.

In dem Artikel steht auch:

  • daß die NAG der Nürburgring GmbH 13 Mio. Euro schuldet
  • daß der Unternehmenswert der Nürburgring GmbH laut einem Gutachten (ächz!) einen Unternehmenswert von 126 Mio. Euro hat. Und das sei schon positiv gerechnet.

413 minus 126 sind also 287 Mio. Euro, die irgendwie verdunstet sind. Jedenfalls sind damit nicht Werte entstanden.

Wenn die Staatsanwälte in Baden-Württemberg mit dem Mappus fertig sind: ich hätt da mal ein Anliegen.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Rheinpfalz rechnet vor, daß neben dem 330 Mio. Kredit für den Beck°Protz der Ring 160,33 Mio. Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten hat oder zugesagt sind.

In Zahlen:

490.330.000,00 Euro

Das ist jetzt erstmal eine unfassbar große Zahl, daher ein motorsportlicher Vergleich: in Deutschland baut man zur Zeit eine Tiptop-Rennstrecke für 34 Mio. Euro. Man könnte also 14 (!!) Rennstrecken für diesen Betrag bauen.

Eigentlich sollte sich mit dem Ringdrama nicht die Justiz, sondern eine leistungsfähige Psychiatrische Klinik befassen.

Ob’s am Ring auch so lange dauert?

Selbstverständlich ist die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich erfolgt - was habt Ihr denn gedacht?

Das mit der Spielbankabgabe steht auf Seite 20 vom Pachtvertrag und liest sich so:

Fällt die “Spielbankabgabe”, die im bisherigen Umfang dem Projekt Nürburgring zugute kommt, aus, verändert sich die vorgeschriebene Verteilung des Jahresergebnisses proportional.

Inwiefern man da einfach die Mindestpacht einbehält?

Das mit der Spielbankabgabe halt ich für Zeitspiel. Das steht nicht drin, daß die an die NAG zu zahlen ist. Das wär ja auch ein schlechter Witz, wenn der Steuerzahler ihnen Millionen zahlt und damit dann die Miete bezahlt wird. Obwohl … - würde nahtlos in’s Schema passen.

Kurz: den Grüßaugust.


Samstag, 07. Januar 2012

ver°di.

Die Gewerkschaft, die den Ring für sich entdeckt hat, kuschelt mit der NAG und distanziert sich von den Zielen von Save The Ring:

“Wir wollen “nicht” die Plattform für Gruppierungen sein, die sich nur an der Veranstaltung dranhängen wollen, wie z.B. save the ring.”“geht es hauptsächlich um die Zukunft der Existenzenzen der über 350 Beschäftigten und deren Familien! Andere Organistionen mit anderen Zielen sollten sich eigenständig organisieren …”

Gut, daß der Herr Jürgen Rinke-Oster sich auch damit auskennt:

Insolvenz was nun?


Dienstag, 20. Dezember 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Tolle Überschrift gewählt vom Markus Kompa:

Nürburgring Forum wieder im Rennen.

Ring bekommt Sicherheitszentrum: Mit dem Bau des gemeinsamen Gebäudes für DRK, Feuerwehr und Polizei soll noch im ersten Halbjahr 2010 begonnen werden. [..] Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf einer SPD-Veranstaltung erklärt. Mit rund vier Millionen Euro ist die neue Heimstätte für Rettungskräfte, DRK und Polizei veranschlagt, die an der B 256 in der Nähe der Fahrsicherheitszentren entstehen soll. Die Kosten trägt das Land. [..] Zumal der Bedarf an Sicherheit und Sanitätsleistungen durch die neuen Einrichtungen wie Erlebnisboulevard und Gastronomiedorf gewachsen ist. [..] Jetzt kommen alle unter ein Dach in einem modernen Haus”, so Landrat Jürgen Pföhler.

NACH den Landtagswahlen (also heute):

Jahrelang wurde geplant - und jetzt wird kräftig abgespeckt: Für die vorgesehene Sicherheits- und Einsatzzentrale der Rettungskräfte am Nürburgring fehlt das Geld. Die Verantwortlichen haben sich von einem Millionen Euro teuren Neubau mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Einsatzfahrzeuge im kleinen Örtchen Balkhausen verabschiedet und planen nun ein Gebäude, das bei Bedarf um Container erweitert wird. (beides aus der Rhein-Zeitung)

Die das nicht kennen: damit “verdient” der Jörg Lindner in seinem normalen Leben sein Geld.

Für die schönen neuen Bauten brachte der vermeintliche Investor auch gleich einen Nutzer mit: die renommierte Düsseldorfer Hotelkette Lindner und in ihrem Schlepptau Jörg Lindner, einen von fünf Söhnen des Gründers und Seniorchefs Otto Lindner. Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt. (Quelle: wiwo)

  • Bilster Berg? Läuft.

  • Nürburgring-Rückblick in der Rhein-Zeitung:

    Skandalgeschichte … Schleuder- und Schlingerkurs … Teilzeitpark … Abriss? … leere Gebäude … eingemottet … Prozesse … am Ring brennt es … Erpressung … Täuschung … aggressive Kampagne … Mahnbescheid … brüchiges Zweckbündnis … schwerer Schlag … schillernde Seifenblasen … Rechnungshof … Staatsanwaltschaft … Finger am Abzug …

    das sind so die Vokabeln, mit denen heutzutage über den Ring berichtet wird.

  • Die ZDF Reportage von neulich gibt es jetzt auch mit englischen Untertiteln. Bitte in Eurem internationalen Bekanntenkreis verteilen - gibt einen relativ balancierten Überblick zur aktuellen Situation.

  • Im Forum ist wieder richtig Leben in der Bude - prima!

  • SAAB hat Insolvenz angemeldet (via).

  • Wilhelm Hahne über Verschaukeln statt Transparenz - die Nürburgring Verpachtung und die Gutachter.


Freitag, 16. April 2010

Über dem DTM Auftakt in HHeim braut sich grade bei der Wige ein bedrohliches Szenario zusammen, weil die freien TV-Mitarbeiter Sorge um ihre Bezahlung haben. Beziehungsweise um die Rückforderung der Honorare im Falle einer Insolvenz. Offiziell wird zur Beruhigung bereits von "Bargeschäften" gesprochen, die davon ausgenommen seien. Doch in diesem Punkt gehen die Meinung auseinander. In der jüngsten Vergangenheit sind einige der Freien der Wige schon entgegen gekommen und haben Stundung oder Verzicht zugestimmt.

Die Entwicklung wird vom selbstberufenen Wige Dokumentar und Gründer der Ursprungsfirma Wilhelm Gerner auf www.wige-buch.de aufgezeichnet. Für die Medienszene in Köln quasi ein spannender DTM Saisonstart.
Freitag, 19. Februar 2010

Eigentlich würde man erwarten, daß Kai Richter's ring°card Firma - die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" (CST) - unter besondere Aufsicht gestellt wird. Immerhin ist sie nur trickreich der Insolvenz entkommen und hat den Nürburgring Geschäftsführer 4 Jahre zu früh den Job gekostet.

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sieht das alles ganz anders, denn die CST ist eine von 300 Finanzdienstleistern in Deutschland, die von der vollumfänglichen Aufsicht befreit sind:

Freigestellte Unternehmen nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG:

Nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG von wesentlichen Aufsichtsbestimmungen freigestellte Kreditinstitute bzw. Finanzdienstleistungsinstitute, deren jeweils besonders geprägte Geschäftstätigkeit eine vollumfängliche Aufsicht nicht erfordert.

Dienstag, 08. Dezember 2009

Bricht das Eis? Walter Kafitz scheint die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" zum Verhängnis zu werden, denn Kurt Beck greift der Aufsichtsratsentscheidung vom kommenden Donnerstag vor. Die Firma wurde am 15.8.2008 installiert, um die Geldflüsse am Ring zusammenlaufen zu lassen. Die Firma ist am Ring auch sehr präsent, das sind nämlich die grünen "Haben-Sie-schon-eine-Ringcard?" Männchen, die den Besuchern meist zahlenmäßig überlegen waren.
Man fragt sich natürlich, was können das für "Mißstände" sein, von denen jetzt gesprochen wird? Wie kann eine Firma, die nichts anderes macht, als Geld zu sammeln, nach nur einem Jahr am Rande der Insolvenz stehen?
Die Fragen kann nur die Geschäftsführung der Grüne-Männchen-Firma beantworten. Laut Unternehmensregister sind oder waren dies Kai Richter, Hans-Jürgen Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn.
Dienstag, 01. Dezember 2009

Während am Nürburgring 2 Millionen Besucher pro Jahr Anlaß zur Sorge und damit Ansatzpunkt der gigangtischen Investitionen von ca. 400 Millionen Euro war, ist man in Oschersleben mit 620.000 Zuschauern pro Jahr zufrieden und schreibt schwarze Zahlen. Nach vollzogener Insolvenz versteht sich.
Samstag, 26. September 2009

Dr.Horst Hund - Leiter der Staatsanwaltschaft in Koblenz - im aktuellen Zeitungsinterview:

"Eine Straftat aufzuklären, herauszufinden, wie es wirklich war und dafür zu sorgen, dass der Schuldige eine gerechte Strafe bekommt, das ist das Interessante an meinem Beruf".
Und wie ist das nun mit Vater Staat und seinen stadt- oder landesnahen Töchtern, die Geld vom öffentlichen Papa bekommen, um dann privatwirtschaftlich ihr Glück zu suchen? Schwierig, sagt Dr. Hund. Er sieht einen politischen Fehler in diesen Konstruktionen, "die von den Fesseln des Haushaltsrechts befreit, aber vor Insolvenz faktisch geschützt sind". Dr. Hund: "In solche Gesellschaften gehen Steuermittel rein, doch wenn die gewählten Volksvertreter fragen, was ist daraus geworden, dann soll das ein Geschäftsgeheimnis sein - das überzeugt mich nicht!"

In diesem Zusammenhang: die Hausdurchsuchung, die Horst Hund in Virneburg am 9.6.2009 bei Wilhelm Hahne eingesetzt hat, wurde vor Gericht als illegal eingestuft.


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