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Dienstag, 27. November 2018

Martin Winterkorn und Herbert Diess arbeiten wieder zusammen:

... im Aufsichtsrat von Bayern München.

Nur Rupert Stadler darf nicht mehr mitspielen. Warum eigentlich nicht? Inhaftierung ist doch seit Uli Hoeneß fast schon Märtyrertum.


Dienstag, 16. Oktober 2018

Herbert Diess zeigt sein wahres Gesicht.

Auf einer Zuliefermesse heute:

Wir sind es gewohnt, dass das Auto in der Kritik steht. Der jetzige Feldzug gegen die individuelle Mobilität und damit gegen das Auto nimmt jedoch existenzbedrohende Ausmaße an. Ich denke dabei an die beinahe hysterische Stickoxiddiskussion um wenige Problemzonen in unseren Städten, die sich in den nächsten Jahren fast von selbst auflösen werden.

Das kann selbst die beste PR Abteilung nicht mehr einfangen - hier sieht man das wahre Ich des Managers.

Wen kümmert schon das bisschen Stickoxid? Sind ja nur 11,5 Millionen Betrugs-Fahrzeuge, die die VW Gruppe ihren Kunden untergejubelt hat, der Audi Chef sitzt aktuell im Bau und die Liste der Haftbefehle ist - zumindest in den USA - lang und führt als erstes seinen Vorgänger Martin Winterkorn auf.

Und als wäre das alles nicht genug, zeitgleich heute (!) hat Audi ein Bußgeld von € 800 Mio. angenommen.

Was für eine Arroganz für einen Manager, der sich aktuell in Demut üben sollte.

Volkswagen | Diess | Dieselgate |


Montag, 27. August 2018

Mal eine gewagte Verschwörungstheorie zum VW Dieselgate: Bernd Gottweis habe ausgesagt, dass er in einem 1-Pager Martin Winterkorn bereits am 14. September 2015 informiert habe. Zur Erinnerung: am 18. Sep. wurde Dieselgate öffentlich.

Würden sich alle Beteiligten auf diesen Ablauf einigen, dann hätte VW als Konzern zwar die teuren Anlegerklagen am Bein, aber Martin Winterkorn könnte ansonsten zivilrechtlich einiges abperlen lassen, weil er ja vorher gar nicht informiert war - die Mär der kriminellen Techniker.

Sozusagen den Konzern opfern, um seine eigene Haut zu retten.

Zu weit hergeholt?


Sonntag, 05. August 2018

VW Besprechungsunterlagen von 2007 - 8 Jahre vor Dieselgate.

Martin Winterkorn hat sich ja herzergreifend an die Bevölkerung gewandt, als das mit der Diesel-Prüfstandserkennung rauskam. Und hält nach wie vor die Theorie aufrecht, dass er nicht wusste, was in über 11 Millionen VW Dieselmotoren abläuft.

Heute ist im Spiegel von einer Sitzung vom 8.Nov.2007 (!) die Rede, als Winterkorn und seine Windschatten sich über US Grenzwerte für Stickoxide besprochen haben. Dass er vorsorglich Geld in die Schweiz schafft - schlappe 10 Mio. € - macht ihn auch nicht gerade unverdächtiger.


Donnerstag, 26. Juli 2018

Martin Winterkorn und das Mai-2015-Meeting mit den ´Antriebsfritzen´.

Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ein Beschuldigter VW Manager schon im November detailliert ausgepackt. Demnach war Martin Winterkorn im Mai 2015 komplett informiert. Er war bei dem Meeting überraschend ruhig geblieben - das fällt auf bei Cholerikern. Als hätten ihn die Ausführungen nicht überrascht.

Was mich in diesem Zusammenhang auch in keinster Weise überrascht.

Der Mann wurde bei VW beauftragt die Prüftstandserkennung bzw. Umschaltlogig zu korrigieren - eine an Unmöglichkeit grenzende Vorgabe. Das hat ja einen Grund, warum die Werte legal nicht einzuhalten waren.

Der Manager - als Friedrich E. bezeichnet und immer noch bei VW tätig - war auch oft in den USA wegen dem Thema - ich glaube im Nachhinein ist er froh, dass er wieder nach Deutschland zurückfliegen durfte. Wurde ja nicht jedem VW-Motoren-Manager vergönnt.

Müller und Diess kommen übrigens auch zur Sprache, d.h. das kann alles noch richtig lustig werden in Wolfsburg. Und der Eindruck der kriminellen Vereinigung drängt sich immer mehr auf - aber keine Sorge, die Regierung hält ihre schützende Hand über das Unternehmen.

Das Video von Martin Winterkorn vom September 2015 kann man sich gar nicht oft genug anschauen. Wenn alles schief läuft bleibt immer noch die Hoffnung, dass er für einen Oscar vorgeschlagen wird.

Dieselgate | Winterkorn |


Freitag, 06. Juli 2018

Porsche Werksfahrer werden in Google Themenwolke mit Dieselgate Beschuldigten verknüpft.

Normalerweise sind die Porsche Werksfahrer ja weit von Dieselgate entfernt.

Aber wenn man in der neuen Google News Suche Wolfgang Hatz eingibt, dann stehen neben Hackenberg, Neußer und Winterkorn auch Namen wie Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas, Neel Jani und Brendon Hartley.

Mike Frison / renn.tv

Gar nicht nett von den Algorithmen.

Dieselgate | Google | Algorithmus |


Mittwoch, 27. Juni 2018

Martin Winterkorn möchte die Aussage verweigern.

In dem Anlegerprozess vor dem LG Stuttgart.

Was ist das denn für eine Arbeitseinstellung, von jemandem der 3.000 € verdient?! Pro Tag!

Das muss diese schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz sein, von der immer alle reden.

Dieselgate | Winterkorn | Stuttgart |


Montag, 14. Mai 2018

Hintergrundartikel zu Martin Winterkorn.

Das Manager Magazin hatte einen ausführlichen Artikel über Martin Winterkorn - hier die Druckansicht zur besseren Lesbarkeit.

Kaum war mit Piëch der alte Autogott weg, folgte jedoch der Skandal um elf Millionen manipulierte Dieselautos in den USA - und der Sturz seines eifrigsten Jüngers aus dem Autohimmel.

Ich hab schon damals nicht an Zufall geglaubt, was die zeitlichen Zusammenhänge angeht.

Dabei waren sie mal die besten Verbündete:

Ein Team, das Volkswagen über Jahrzehnte dominierte, war geboren. 1988 übernahm Piëch den Chefposten bei Audi, 1993 stieg er zum Konzernboss auf und wechselte 2002 an die Spitze des Aufsichtsrats. Winterkorn folgte ihm wie ein Hinterrad dem Vorderrad. 1993 machte Piëch ihn zum Qualitätschef des Konzerns, dann zum Entwicklungsvorstand, erst der Marke VW und später des gesamten Unternehmens. 2002 wurde er zusätzlich Audi-Chef, Anfang 2007 löste er Bernd Pischetsrieder (68) als Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG ab. (..)

Immer an Winterkorns Seite: Ulrich Hackenberg, bis 2012 Chefentwickler bei VW, später dann Audi-Vorstand.

Und dann kam das Dieselthema:

Winterkorn verstand das alles nicht. Er hatte doch die Motoren nicht persönlich manipuliert. Verantwortlich waren andere. Konnte nicht sein langjähriger Intimus Hackenberg - zuletzt Entwicklungsvorstand bei Audi - die Verantwortung übernehmen? Doch Hackenberg wollte sich nicht opfern. Er sei überhaupt kein Motorenexperte. Winterkorn verlor nach Piëch den zweiten Fixpunkt seiner Volkswagen-Welt. Dieses Unternehmen war nicht mehr seins. Er trat zurück.

Volkswagen | Winterkorn | Piëch | Hackenberg | Dieselgate |


Dienstag, 08. Mai 2018

Nach dem US-Haftbefehl gegen Martin Winterkorn hat sich Herbert Diess einen Freifahrtsschein besorgt.


Sonntag, 06. Mai 2018

USA sucht Martin Winterkorn per Haftbefehl.

Um der Anklage Nachdruck zu verleihen, hat die amerikanische Justiz gegen Martin Winterkorn einen Haftbefehl erlassen.

Im Gegensatz dazu schnarchen die Gesetzeshüter in der Deutschland kräftig vor sich hin, argumentieren schamlos mit Gründlichkeit.

Und es ist mal wieder der Postillon, der den Nagel auf den Kopf trifft.

Dass Martin Winterkorn unter diesen Umständen Fernreisen in absehbarer Zeit meiden wird, ist keine Überraschung. Aber dass auch Herbert Diess die USA meidet, ist dann doch schon verwunderlich. Dabei wäre das eine tolle Gelegenheit, auch seine eingelochten treuen Mitarbeiter Liang und Schmidt zu besuchen, die hätten ihm sicher einiges zu erzählen.

Laut Anklage hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von der Prüfstandserkennung erfahren.

Um die Sache abzurunden: hier das Video, mit dem er sich am 22.9.2015 entschuldigt hat, um den Rücktritt eventuell noch abzuwenden. Der aber dann doch ein Tag später erfolgt ist.

Winterkorn | Dieselgate | Volkswagen | Diess | Haftbefehl |


Donnerstag, 03. Mai 2018

Martin Winterkorn in USA angeklagt.

Das wird einige Wellen schlagen:

An indictment was unsealed earlier today charging Martin Winterkorn, 70, the former chairman of the management board of Volkswagen AG (VW), with conspiracy and wire fraud in connection with VW’s long-running scheme to cheat U.S. diesel vehicle emissions requirements. (..)

If you try to deceive the United States, then you will pay a heavy price,” said Attorney General Sessions. “The indictment unsealed today alleges that Volkswagen’s scheme to cheat its legal requirements went all the way to the top of the company. These are serious allegations, and we will prosecute this case to the fullest extent of the law." (..)

Für die Ankläger ist die Sache ziemlich klar:

By the summer of 2015, however, the indictment alleges that U.S. regulators threatened to withhold authorization for VW to sell Model Year 2016 diesel vehicles in the United States until VW answered their questions about the discrepancies uncovered by the ICCT study. The diesel situation in the United States became increasingly alarming to VW senior management, culminating in a meeting on July 27, 2015 at VW’s headquarters in Wolfsburg, Germany, internally referred to as the “damage table meeting.” During that meeting, which was chaired by Winterkorn and attended by several senior VW executives, engine development department employees, with the help of a PowerPoint presentation, described to the attendees, and Winterkorn specifically: (1) how VW was deceiving U.S. regulators, including precisely what information had been disclosed and what had not yet been disclosed; and (2) the potential consequences of VW being caught cheating.

The indictment alleges that upon being presented with those and other facts, Winterkorn did not order his subordinates to disclose the cheating but instead agreed to continue to deceive U.S. authorities. Part of that strategy, which Winterkorn allegedly approved at the July 27, 2015 meeting, and which informed VW’s steps over the next several weeks, included sending Oliver Schmidt to meet with a senior CARB official on Aug. 5, 2015, in order to obtain the release of the Model Year 2016 vehicles without revealing the fundamental reason for the higher NOx measurements on the road: that software had been intentionally installed in VW vehicles so the vehicles could detect and evade emissions testing. Consistent with Winterkorn’s alleged directive from the July 27 meeting, VW executives also approved a script for an Aug. 19, 2015 meeting with CARB that continued to conceal VW’s cheating. At the meeting, however, in direct contravention of the instructions from his superiors, a VW employee, in answering a direct question from CARB, revealed that VW had been using software in its 2.0 liter diesel vehicles to cheat U.S. emissions tests. On Sept. 3, 2015, VW officially admitted that it had installed defeat devices in various 2.0 liter diesel vehicles sold in the United States.

Ob die USA jetzt einen Auslieferungsantrag stellen? Oder wird Winterkorn hier in Deutschland verhaftet? So war das jedenfalls im Juli bei Giovanni Pamio: in USA angeklagt, daher erstmal in Deutschland verhaftet.

Aber ich glaube solange der Herr Winterkorn sich in Wolfsburg aufhält und die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig ist, braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Und im Gegensatz zu dem inhaftierten Oliver Schmidt, der ja gekündigt wurde und seine Ansprüche zur Altersversorgung verloren hat, bekommt Martin Winterkorn seine täglichen 3.000 € Rente.

Ausgerechnet heute war Aktionärsversammlung bei VW - aber der Press Release aus Amerika kam zwar auch heute, aber erst nachdem die Veranstaltung längst vorbei war. Da haben die VW'ler mächtig Glück gehabt.

Hier ist die komplette Anklageschrift.

Dieselgate | Winterkorn |


Samstag, 17. März 2018

Süddeutsche über die VW-Gier.

Bei VW hatten Händler, Kunden - und auch die sonstige Bevölkerung - sicher kein einfaches Jahr. Und da haben wir noch nicht über James Liang, Oliver Schmidt und Wolfgang Hatz gesprochen.

Doch Vorstandschef Matthias Müller kennt nur eine Richtung: die des dickeren Bankkontos.

Die Süddeutsche titelt dazu:

Die Gier hat einen Namen.

Mit erbärmlichen Argumenten verteidigt VW das Millionengehalt von Vorstandschef Müller. Den Managern fehlt jegliches Gespür für die Verantwortung, die sie tragen.

Da bekommt Müller's IAA Versprecher direkt wieder neue Aktualität.

Und nicht zu vergessen, dass Martin Winterkorn 3.000 € Rente bezieht - täglich.

Volkswagen | Süddeutsche | MatthiasMüller | Gier | Dieselgate |


Mittwoch, 31. Januar 2018

Netflix: Dirty Money. Die Verfilmung von Volkswagen Dieselgate.

Zumindest die Entwicklungen bis zu dem heutigen Zeitpunkt - ich hatte es schon angekündigt.

Folge 1 der 6-teiligen Serie dreht sich komplett um VW und den Abgasskandal - und das in einer Detailtiefe, die wir bisher so noch nicht gesehen haben.

Interessant, dass ein privater Anbieter aus Amerika dazu besser in der Lage ist, als das Fernsehen hierzulande. Der NDR bemüht sich, aber als Anstalt des Landes Niedersachsen, die 25% an VW halten, kann man eine Befangenheit schlecht ausschließen.

Jack Ewing - der Autor von Faster, Higher, Farther - kommt in der Netflix-Folge nicht nur ausführlich zu Wort. Wenn er eine Fortsetzung seines Buches schreiben würde, die dann verfilmt würde - das wäre eine gute Zusammenfassung für die Folge.

Viele Beteiligten kommen ausführlich zu Wort bzw. werden thematisiert, sogar Zeugenaussagen werden im Original verarbeitet:

  • Walter Groth (war auch schon in Faster, Higher, Farther)
  • John German - ICCT
  • Arvind Thiruvengadam - WVU
  • Stuart Johnson - VWOA - Head of Engineering & Environmental Office
  • Alberto Ayala - Deputy Exec Officer - CARB
  • Frank Tuch - VW Quality (2010 - 2016)

… und:

  • Dr. Jacob McDonald - Lovelace Research Institute

Das ist der Leiter des Institut's für den Affenversuch - das Thema, das seit Freitag die Nachrichten rauf und runter läuft. Nur Netflix wird nie erwähnt - warum nicht?

Sie haben sich sogar viel Mühe gegeben, die Szenerie des Laboraufbaus wiederzugeben (nachzustellen?):

Mike Frison / renn.tv

Wir sitzen hier in Deutschland mittendrin in diesem Erdbeben - tuen aber irgendwie so, als würde es garnicht stattfinden. Besonders als Motorsportfans - wo die Marken Porsche, Audi, VW, Seat, Skoda, Lamborghini und Bentley energisch vertreten sind bzw. waren - sind wir direkt und massiv betroffen von den Ausläufern. Auch wenn schon vom höchsten deutschen Motorsportfunktionär versucht wird, die Tatsachen im Nachhinein abzufälschen.

Im Film ist davon die Rede, dass Martin Winterkorn von seinem Amt entbunden ist. Nicht erwähnt wurde, dass er immer noch 3.000 Euro täglich (!) als Gehalt einstreicht - zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges gehört.

Netflix | Volkswagen | Dieselgate | Ewing | Ayala | Winterkorn |


Mittwoch, 06. Dezember 2017

VW Dieselgate Manager Oliver Schmidt zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Heute war Prozesstag für Oliver Schmidt - der VW Manager, der trotz Dieselgate nach Amerika geflogen ist und dort prompt verhaftet wurde. In dem Buch von Jack Ewing kann man nachlesen, dass Oliver Schmidt in Florida Mietwohnungen besitzt und deswegen nach Miami geflogen ist.

Jedenfalls läuft der Prozess auch vor dem Hintergrund, dass der Ingenieur James Liang bereits die brutale Strafe von 40 Monaten Haft und 200.000 USD erhalten hat vor gut 3 Monaten. Ich habe das ausführlich dokumentiert.

Oliver Schmidt bekennt sich für schuldig, will aber auch Opfer des VW Konzerns sein. Und sein Anwalt fragt ernsthaft nach 40 Monaten und 100.000 USD Strafe. Also weniger als James Liang aufgebrummt bekommen hat. Er begründet das mit der Dauer der Verschwörung, James Liang sei viel länger beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert da schon stärker, bringt auch das brisante Detail, dass Oliver Schmidt am 27.Juli 2015 - also 2 Monate vor Bekanntwerden des Defeat Device - eine Präsentation zum Thema gegeben hat an keinen geringeren als Martin Winterkorn.

Automotive News Journalist Larry P. Vellequette kommentiert um 21:42 Uhr unserer Zeit:

If you can’t get the sense from watching it on Twitter, it’s evident here: The hammer is about to drop on Oliver Schmidt.

Was der verantwortliche Richter Judge Cox dann auch gemacht hat:

7 Jahre Gefängnis und 400.000 $ Strafe.

Also ziemlich genau doppelt so viel wie für James Liang.

Da klappen in Wolfsburg einige Kinnladen runter.

In München eventuell auch, denn während man in Deutschland die Gerichte kaum fürchten muss, läuft in den USA bestimmt schon ein 3er BMW Diesel durch die Prüfprogramme.

UPDATE:

So hat er den Prozess besuchen müssen:

In roter Häftlingskleidung kam er in kurzen Trippelschritten in den Gerichtssaal - weil er Fußfesseln tragen musste. Wegen seiner Handschellen konnte er nicht mal alleine aus seinem Wasserglas trinken

UPDATE 2:

Zudem muss Schmidt laut “BamS” 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

UPDATE 3:

Im Geständnis (“Factual Basis for Guilty Plea”) ist beschrieben, wie Oliver Schmidt vom VW Management angewiesen wurde sich zu verhalten:

Following the July 27, 2015 meeting, VW management instructed SCHMIDT to seek a meeting with a senior-ranking CARB employee, with whom SCHMIDT had had a business relationship based on SCHMIDT’s previous work in the United States. VW management instructed SCHMIDT not to disclose the defeat device or any intentional cheating by VW to the CARB employee during the meeting and rather to obtain the necessary U.S. regulatory approvals for the model year 2016 vehicles, which was Schmidt’s primary assigned objective.

On or about August 5, 2015 in Traverse City, Michigan, SCHMIDT and a colleague met with a CARB employee to discuss the discrepancy of emissions of the Subject Vehicles. During the meeting, and as instructed by VW management, SCHMIDT intentionally did not use the term “defeat device” when describing the discrepancy of the emissions of the Subject Vehicles. In addition, Schmidt did not disclose that VW had intentionally installed software in the Subject Vehicles designed to cheat and evade emissions testing. On or about August 7, 2015, SCHMIDT and a colleague had a telephone conversation with another CARB employee and made the same omissions. SCHMIDT knew that his omissions were misleading and designed to conceal the existence of intentional cheating by VW.

Zusätzlich soll Oliver Schmidt aber jetzt von VW vor die Tür gesetzt werden, weil er gegen die Compliance Regeln verstoßen habe. Was ist denn dann mit den Managern, die ihn angewiesen haben zu lügen? Werden die auch rausgeworfen? Oder verstößt man bei VW erst dann gegen die Compliance Regeln, wenn man verhaftet wird?

Dieselgate | Prozess | OliverSchmidt | Gefängnis | Akustikfunktion |


Donnerstag, 28. September 2017

Dieselgate: Ex Porsche Vorstand Wolfgang Hatz verhaftet.

Bei solchen Meldungen habe ich sofort das “software engineers who put this in for whatever reason” im Ohr.

Jack Ewing - der Buchautor - fasst die Ereignisse auch für die NYT nochmal zusammen.

Wolfgang Hatz hat eng sowohl mit Matthias Müller als auch mit Martin Winterkorn zusammengearbeitet.

Dieselgate | Hatz | MatthiasMüller | Winterkorn | Ewing |


Donnerstag, 21. September 2017

Faster, Higher, Farther - das Dieselgate-Buch von Jack Ewing.

Selbst wenn man die Abläufe bei Volkswagen so intensiv verfolgt, wie ich das hier im Blog gemacht habe, verliert man schnell die Übersicht in der komplexen Gemengelage zwischen Politik und Industrie, zwischen Deutschland, Europa und Amerika und den vielen Schachzügen der Mächtigen im Hintergrund.

Trotzdem hatte ich das Gefühl einigermaßen durchzublicken, denn als Ingenieur, in Deutschland, in der Autoindustrie arbeitend, sogar selber schon am Prüfstand Kennfelder programmiert, zeitgleich mit Ferdinand Piëch bei Audi in Ingolstadt gearbeitet - wie kann mir jemand von der New York Times aus Amerika noch etwas Neues beibringen?

Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich die Lektüre des Buches wird für mich eher Pflichtveranstaltung als Augenöffner.

Wie ich mich täuschen sollte!

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: durch meine Vorgeschichte war ich befangen, habe Ereignisse als selbstverständlich hingenommen, obwohl sie von großer Bedeutung sind und war auch nicht in der Lage, die Entwicklung aus der Distanz als großes Ganzes wahrzunehmen.

Jack Ewing ist das hervorragend gelungen: er hat behutsam die Historie ausgebreitet, akribisch alle Details aufbereitet und navigiert souverän zwischen den Schlüsselpersonen - aber auch geografisch zwischen den Kontinenten.

Alle Rollen der Akteure wurden - soweit das in der Öffentlichkeit möglich ist - zu den Geschehnissen logisch und zeitlich einsortiert: über die Porsches und Piëchs zu Pischetsrieder, Wiedeking und Winterkorn - die Liste der Handelnden ist mächtig und lang.

Auch technisch ist Jack Ewing sattelfest unterwegs. Mir war neu, dass der EA 189 Motor quasi die Ablösung von Pumpe-Düse hin zu Common Rail war - und welche Machtverhältnisse zu diesem Zeitpunkt im VW Konzern herrschten.

Aber auch solche Details, dass Oliver Schmidt nach Miami geflogen ist, weil er dort nicht nur das schöne Wetter genießen wollte, sondern selber in Florida auch Mietwohnungen besitzt.

Und gefreut habe ich mich, dass auch Felix Domke und der CCC den ihnen gebührenden Platz in dem Werk gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen bzw. europäischen Rechtssystem und dem amerikanischen war hierzulande in der Berichterstattung immer etwas zu kurz gekommen. Jack Ewing räumt damit auf. Auch die Vorgeschichte, warum es überhaupt zu der Enthüllung kam, die dann auffällig? zufällig? genau zum Start der 2015er IAA eingeschlagen ist - spannend, aber auch unterhaltsam zugleich. Da bleibt für Verschwörungstheorien nicht mehr viel Raum und wir müssen eingestehen, dass wir ohne die beharrliche Emissionsforschung in Amerika heute alle ein gewaltiges Stück dümmer wären.

Es wird während der Lektüre auch klar, dass uns das Thema noch lange nicht loslassen wird - so sehr das Matthias Müller auch herbeizureden versucht.

Fazit: volle Punktzahl und unbedingter Lesebefehl für alle, die irgendwie mit Autos zu tun haben. Also quasi jeder, der hier mitliest würde ich schätzen.

Ich selber habe die englische Originalversion gelesen, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung. Und Kindle gibt es auch - gut für Bahnfahrer wie mich.

Danke an Jack Ewing für dieses Buch!

Dieselgate | Ewing | Miketest | Buchvorstellung | NewYorkTimes | Piëch | Volkswagen |


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Donnerstag, 14. September 2017

VW´s Matthias Müller: Nichts verschlafen und Dieselthema jetzt zu den Akten legen.

Die diesjährige IAA hat schon 2 Pressetage hinter sich, morgen 2 “Fachbesucher” Tage und am Samstag für alle geöffnet bis nächste Woche Sonntag (24.Sep. = Wahltag Bundestag).

Ich hatte schon die historische Brisanz angesprochen, die auch in den Rückmeldungen aus den Medien so reflektiert wird. Die Hersteller hängen schwer in der Luft und man könnte die Messe auch als Konzeptschau bezeichnen, weil alle nur elektrische Zukunftsmusik präsentieren, die man meistens erst in 2 oder 3 Jahren kaufen können wird. Und dann ist 2019 schon wieder die nächste IAA.

Vor diesem Hintergrund ein spannendes Interview mit Matthias Müller, der nach der großzügigen Beurlaubung von Martin Winterkorn seit 2 Jahren den Vorsitz im VW Konzern hat und nach diesem entlarvenden Patzer ordentlich in n-tv von deren Ulrich Reitz gegrillt wird. Und der ihm diese gewagten Statements zu der Dieselthematik entlocken konnte (ab 7:34 Min.):

Ich denke wir sollten das Thema jetzt auch mal zu den Akten legen - wir haben in Amerika ein weitreichendes Settlement mit den Behörden gefunden im Frühjahr - das setzen wir sehr konsequent - und ich glaube auch sehr erfolgreich - um.

Wir haben nichts verschlafen - Volkswagen nicht und die deutsche Autoindustrie auch nicht - wir sind nach wir vor führend, insbesondere was Premiumprodukte anlangt. Dass wir aufholen müssen, das ist klar - wir müssen das Ganze forcieren - weil sich ganz offensichtlich das Bewusstsein der Menschen zur Mobilität verändert - mit dem müssen wir Schritt halten.

Interessante Sichtweise, das jetzt zu den Akten legen zu wollen, während in Amerika langgediente VW Mitarbeiter mit brutalem Strafmaß eingelocht werden - Ende offen, was Anklagen und Prozesse angeht. In Deutschland duckt sich VW weg und fordert von jedem Kunden einzeln einen Gerichtsprozess anzustrengen. Die übrigens zunehmend erfolgreich ausgehen, d.h. Rückkauf des betroffenen Fahrzeugs durch den Konzern. Eine europäische Lösung wird vermieden, hier nutzt VW aus, dass Europa durch die einzelnen Länder fragmentiert ist und man dadurch den Effekt klein halten will. Aber einige Klagen nehmen erst jetzt Anlauf und das weiß natürlich auch Matthias Müller. Ich glaube er versucht den Tenor zu setzen, dass irgendwann ja auch mal gut sein muss und hofft dabei, dass die Öffentlichkeit ebenfalls müde wird von dem Thema. Dabei gibt es hierzulande keinerlei Konsequenzen, außer der Verteufelung des Diesels allgemein, dessen Restwerte für Gebrauchte im Sinkflug sind und der Effekt in den Leasing- und Finanzierungsgesellschaften noch aussteht.

Ich lese übrigens gerade die Aufarbeitung der Ereignisse von Jack Ewing, der dieses Dieselgate-Buch geschrieben hat. Habe das erste Viertel durch - der Autor holt ziemlich weit aus und geht auch lange auf die Ursprünge und den Einfluß von Ferdinand Piëch ein - spannend. Denn die Ära, als Audi durchgestartet ist und VW ebenfalls ähnlich im Premiumbereich positioniert wurde, haben viele von uns damals live miterlebt. Interessant dazu die Hintergründe genauer dargelegt zu bekommen. Jack Ewing arbeitet im normalen Leben bei der New York Times - ich glaube das ist sogar ein Vorteil, dass es sich nicht um einen Autor aus Deutschland handelt.

Dieselgate | Volkswagen | MatthiasMüller | IAA2017 | Piëch | JackEwing | UlrichReitz |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Samstag, 14. Januar 2017

Dieselgate arbeitet sich langsam von der angeblichen Handvoll Software Programmierer zum Vorstandsvorsitzenden hoch.

Die Frage im Dieselgate Skandal bei Volkswagen ist inzwischen gar nicht so sehr: Wer hat etwas gewusst? sondern Wem kann man etwas nachweisen?

Und offensichtlich hat man sich im Vorfeld schon alle Mühe gegeben, diesen Nachweis so schwer wie möglich zu machen:

Gottweis war der Mann für schwierige Fälle, für Probleme und Rückrufe, der Feuerwehrmann. Aber ein hochrangiger Zeuge beschreibt, seine Rolle gegenüber dem FBI mit dem Begriff “Firewall”, Brandschutzmauer. Gottweis’ Rolle sei es gewesen, heikle Probleme zu lösen, Winterkorn zu schützen. Einer, der dafür sorgt, dass der Chef über heikle Dinge immer mündlich gut informiert wird, aber dass ihm schriftlich - und damit nachweisbar - möglichst wenig offiziell mitgeteilt wird. Es müsse Winterkorn erst jemand “nachweisen, dass er etwas gewusst hat” - so soll sich Gottweis immer wieder geäußert haben.

Das hört sich schon anders an als software engineers who put this in for whatever reason, wie das Michael Horn als CEO VW USA verkaufen wollte (siehe auch hier).

VW gönnte seinem Ex-Chef Martin Winterkorn übrigens eine 3.000€ Rente. Nicht pro Monat, sondern pro Tag. Ich bin mir ziemlich sicher, DAS hat er schriftlich.

Bernd Gottweis wird - neben 5 anderen VW’lern - inzwischen von der US Staatsanwaltschaft angeklagt, nachdem sich VW für schuldig erklärt hat.

Was VW jetzt genau zugegeben hat, um die 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen zu dürfen, kann man im Detail hier nachlesen.

Dieselgate | Winterkorn |


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Audi verabschiedet sich aus Le Mans.

Nicht 2018, nicht 2017 - nein schon Ende diesen Jahres wird das komplette WEC Programm eingestampft.

Noch 2 Rennen, dann ist Schluss.

Die Einschläge kommen im Moment knüppeldick für VW. Am Dienstag hat VW einem Vergleich in den USA über 14,7 Milliarden (Milliarden!) Dollar zugestimmt, um die 475.000 in Amerika verkauften Green-Diesel als 2 Liter Variante vom Tisch zu bekommen. 85.000 3L warten noch auf eine Lösung. Nicht vergessen, dass es sich insgesamt um 11 Mio. Fahrzeuge handelt - alleine 2,61 Mio. in Deutschland.

Bei VW geht es finanziell an´s Eingemachte und man hat sich sowieso gefragt wie es sich ein Konzern leisten kann, 2 LMP1 Teams - Audi und Porsche - auf allerhöchstem Level gegeneinander antreten lassen kann. Matthias Müller hatte an dieser Entscheidung sicher auch seinen Anteil, denn im Windschatten von Winterkorn ist er 2010 Chef von Porsche geworden. Um 2015 den dann geschassten Winterkorn zu beerben und die Leitung der VW AG zu übernehmen. Wo sich der Kreis wieder schließt, denn dort verantwortet er natürlich auch das Einstampfen des Audi R18.

Vielleicht schlägt sein Motorsport-Herz eher für Porsche, aber Audi über die Klinge springen zu lassen hat noch einen anderen Grund: den Diesel.

Denn Audi setzt als einziges Motorsport-Team einen Diesel als Antriebsquelle ein - aus Marketinggründen. Und zwar schon ewig - nämlich seit 2006. Insgesamt geht Audi seit 1999 in Le Mans am Start und hat ab 2000 eine unvergleichliche Siegesserie hingelegt: nur 2009 konnte Peugeot gewinnen - die Siege 2005 (ADT Champion Racing, R8) und 2003 (Bentley) buche ich mal mit dazu. Geändert hat es sich allerdings mit dem Einstieg von Porsche, denn die Weissacher konnten die letzten beiden Jahre gewinnen. (Das tragische Schicksal von Toyota von diesem Jahr haben wir ja noch gut in Erinnerung.)

Seit Dieselgate hat Audi Sport die Bezeichnung Diesel vermieden wie der Teufel das Weihwasser - wenn es gar nicht mehr anders ging wurde TDI eingesetzt. Was eigentlich nur Auto-Insidern ein Begriff sein dürfte. Damit stand also auch schon 2016 unter einem schlechten Stern, denn selbst Erfolge konnten sich überhaupt nicht vermarkten lassen, da der Ruf des Diesels für immer und ewig vergiftet war. Eigentlich hatte man sich geschämt, einen Diesel einzusetzen - aber das ließ sich ja nicht so schnell ändern. Ich wette es gab im Konzern genug Leute, die nur auf die erste Gelegenheit gewartet haben, das Audi Le Mans Programm über die Klinge springen zu lassen. Einen Sauger neu zu konstruieren machte natürlich noch viel weniger Sinn, das läuft ja schon bei Porsche.

Das ist schon bitter zu beobachten, wie ein Sportteam zum Spielball der Marketing Strategen wird - erst, als ihnen übergedeut wurde doch einen Diesel einzusetzen und jetzt, wo sie ihn ausgereift haben, gehen sie als Opfer mit unter.

Die Era dicker V8 (Toyota), kleiner Turbo (Porsche) und Diesel (Audi) in der LMP1 gegeneinander antreten zu sehen, wird als ausgewöhnlich in die Le Mans Geschichte eingehen. Ich war fasziniert davon, diese grundsätzlichen Konzepte Kopf an Kopf im Rennen zu sehen. Wetten, dass dass sich die Konzepte jetzt wieder aneinander annähern? Wobei ja nur noch Toyota und Porsche übrig sind. Ob jetzt noch ein weiterer Hersteller einsteigt? Die Türen beim ACO werden sperrangelweit offen stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die deutsche Autoindustrie beeindruckt aber auch das konsequente Handeln von Audi - durch den Druck von allen Seiten sind sie gezwungen alte Zöpfe abzuschneiden und können sich - ohne Diesel Ballast - voll auf Elektro konzentrieren.

So desaströs die Situation momentan erscheint - es könnte sich hinterher als großer Glücksfall herausstellen.

Bitter ist es für die Fahrer - ich hoffe sie müssen nicht aus der Not heraus noch Formel 1 fahren.

LeMans | AudiLMP1 | Dieselgate | LM24 |




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