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Samstag, 15. Dezember 2018

Vortrag einer Schülerin bei der Uno Klimakonferenz.

Die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden hat bei der Uno-Klimakonferenz in Polen die versammelten Funktionäre richtig alt aussehen lassen und ihnen ordentlich die Leviten gelesen:

youtu.be/HzeekxtyFOY

“You are not mature enough to tell it like it is - even THAT burden you leave to us children.”

Treffer - versenkt.

Jason Kottke hat es aufgegriffen und hat weitere interessante Details:

She has stopped eating meat and buying anything that is not absolutely necessary. In 2015, she stopped flying on airplanes, and a year later, her mother followed suit, giving up an international performing career. The family has installed solar batteries and has started growing their own vegetables on an allotment outside the city. To meet me in central Stockholm, Thunberg and her father rode their bikes for about half an hour; the family has an electric car that they use only when necessary.

Wir verhalten uns selber wie die 3 Affen, wenn wir uns der Gegenwart nicht stellen. Und mit dieser Ignoranz unseren eigenen Kindern die Zukunft versagen.

Und jetzt stellt Euch mal vor, Ihr müsstet mit Greta über Motorsport diskutieren. Da wird auf einmal die Sinnlosigkeit eklatant deutlich und dabei braucht man nur 1 und 1 zusammenzuzählen. Die Diskussion über den eigenen CO2 Verbrauch wird die Gesellschaft spalten und während Einige meinen es sei Luxus im dicken SUV oder PS starken Sportwagen unnötige Spazierfahrten zu machen, mühen sich andere mit dem Fahrrad durch den Regen, um ihren Beitrag zum Erhalt des Klimas zu leisten.

Der Motorsport - also der mit dem Verbrennungsmotor - wird geächtet werden und schon sehr bald so uncool und verachtenswert sein wie eine Elefantenjagd in Afrika.


Mittwoch, 29. August 2018

Nachtrag zu Silverstone: Aggregate Industries, Stuart Pringle und Freddy Spencer.

In den zähen Stunden des nicht-stattfindenden MotoGP Rennen's in Silverstone hatte man den Eindruck, dass die DORNA die Fahrer zu sich gebeten hat, um eine Entscheidung abzustimmen.

Stellt sich raus, es sind einzelne Fahrer von sich aus zum DORNA Truck gegangen / gefahren, andere haben das im Live Feed gesehen und so nahm die Sache eigendynamisch ihren Lauf. Natürlich war diese spontane Fahrerversammlung nicht komplett und wenig überraschend sorgt das jetzt für Diskussionsbedarf, ob das nicht ein wenig offizieller gehandhabt werden könnte.

Welche Fahrer wären denn überhaupt gestartet? Jack Miller und Johann Zarco - Respekt.

Jack Miller ist sowieso mein persönlicher Held.

Wer übrigens eine Entschuldigung erwartet hat vom Silverstone Streckenbetreiber, den muss ich enttäuschen: Stuart Pringle ist sich nicht der geringsten Schuld bewusst, lammentiert von einem Regenfall "biblischen Ausmaßes" und überhaupt, die Drainage funktioniere bestens.

Jau - hat man live im Fernsehen gesehen, wie toll das alles funktioniert. Tagelang!

Er spielt sogar auf den Mut der Fahrer an, um den Vorwurf dann wieder weit von sich zu weisen. Den Typ habe ich ja jetzt schon gefressen, ohne ihn jemals gesehen zu haben.

Ich habe auch mal Aggregate Industries angeschrieben - die haben im Februar dort neu asphaltiert und deren Name ist jetzt in allen Berichten zu lesen. Aber wirklich zu Wort melden sie sich nicht. Immerhin kam die - nichtssagende - Antwort recht schnell:

We are working in close partnership with Silverstone and will be conducting a full review of the track resurfacing over the next few days to better understand the issues caused by the extremely wet conditions on Sunday. We will continue to make resources available to assist our client during this difficult period.

Auf meine weitere Frage, welche anderen Strecken sie denn noch asphaltiert hätten und ob Sepang und Barcelona dazugehören, gab es erstmal Funkstille. Werde es nachtragen, wenn da noch was kommt.

Freddy Spencer, dessen Podcast ich nach den Rennen kaum abwarten kann, hat Silverstone ausführlich kommentiert. Er meint, dass die Pfützen - also das stehende Wasser, das nicht abgeleitet wird - schon zu seiner Zeit vor 30 Jahren das große Problem waren. Und es nur schwer nachzuvollziehen sei, warum das immer noch nicht adressiert ist. Aber auch der Streckenzustand an sich: beim Silverstone Classic vor kurzem war er nicht in der Lage die Fireblade vernünftig auf den Kurs abzustimmen. Was ist das denn für eine Puckelpiste? Die erst im Februar frisch asphaltiert wurde? Die Fireblade ist eine messerscharfe Rennstreckenwaffe und ich gehe mal davon aus, dass Honda einen Freddy Spencer mit der SP (Öhlins) Version ausrücken lässt (s. auch Honda Fahren 2018 bzw. 2017). Wenn die Strecke schon für so ein Motorrad ungeeignet ist, dann braucht man mit einem MotoGP Bike eigentlich gar nicht erst ausrücken.

Es wird für Rennstrecken nicht einfacher in der Zukunft, wenn die Industrie Richtung Elektromobilität und Selbstfahrer ohne Lenkrad marschiert. Wie sollen sie überleben, wenn sie jetzt schon straucheln?

Silverstone | Pringle | Aggregate | Spencer | MotoGP |


Dienstag, 17. Juli 2018

Erste EFO Anzeichen: kleine, kraftvolle und bisher unbekannte elektrische Fahrobjekte.

So langsam kommen die Sportgeräte, die ich in Aussicht gestellt habe - z.B. hier vor einem Jahr.

youtu.be/JngSIuT3CZY

Das geht doch schon in die richtige Richtung!

Und bestätigt auch meine andere These:

The spectators of today are the participants of tomorrow.

In der Zukunft werden weniger Leute zuschauen, sondern sie werden den Sport aufgrund der leichteren Zugänglichkeit selber ausüben.

Mehr Infos zum EZRaider gibt es hier.

Zukunft | Elektro | EZRaider | Fahrobjekte |


Montag, 09. Juli 2018

The Future of Racing - Workshop in Goodwood von Roborace.

Roborace wird beim Festival of Speed in Goodwood das erste Mal eine Rennstrecke autonom in Angriff nehmen und Rod Chong - den ich ja kürzlich erst in Berlin zum Stickertausch getroffen hatte:

Mike Frison / renn.tv

... hat einen Workshop angekündigt:

The Future of Racing.

Ein Thema, das ich hier regelmäßig anschneide, denn meiner Meinung nach wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Dieses Jahr bin ich nicht in Goodwood, daher hatte ich mir erlaubt ihm in Linkedin direkt zu antworten. Und zwar so:

Great subject Rod and one I’m investigating closely. I would love to be around, but as I’m unfortunately not I hope you don’t mind I share my thoughts just here.

I think by now we can all agree that in the future our mobility will be electric, shared and autonomous (“modules” for short). The timeframe can lead into wild discussions, but I’m with Tony Seba and around 2030 the transition will be all over.

Motorsport has historically been driven by competition and the desire to win (to be the fastest). It has been (and still is) heavily funded by OEMs, who not only compete directly, but have also found a huge playground within current GTs. What started as a business case for cup cars (Renault, Porsche) has now an open door for many more OEMs to sell their GT3s worldwide.

In contrast public traffic of the future will not be against other participants, but closely networked and aligned with them. The smoother, the better.

In the future Motorsport can’t sell any viable marketing message anymore.

Also brands in general as we know them will fade, while user experience (of the mobility service) and competing eco systems will take over.

Even rich people will have trouble to licence a human driven vehicle on public roads (statistically much higher accident rates vs defensive driven modules with 360° view).

Motorsport will still be happening, but less funded (without OEM support). As a consequence racetrack venues will face financial challenges (high fixed costs, but less funding without OEMs plus less utilisation).

On the other side electric power will enable a complete new range of sports utilities (skate boards, light weight but powerful bikes (10kW / 50 kg), … and many more, which we have not seen yet. The much easier to install electric power will enable amazing future sports tools - for much lower prices. They are slowly appearing as we speak.

Racing sport will become much more accessible and emission-free - therefore moving closer to or directly into cities. We lose - but we also gain. The spectators of today are the participants of tomorrow.

Great times ahead - difficult to digest for the established OEMs though.

I’m looking forward to comments and the outcome of your conference! :)

Um es hier auch zur Diskussion zu stellen. Bin gespannt, ob die Konferenz Früchte trägt.

Zukunft | Roborace | Goodwood |


Sonntag, 08. Juli 2018

Ein denkwürdiges VLN Rennen.

Denn es gibt nur ein vorläufiges Ergebnis. Und die VLN nennt das “einen ganz normalen Vorgang”.

Ich nenne das so: die Regeln sind so kompliziert und unüberwachbar, dass die Veranstalter nicht mehr Herr der Lage sind.

Bei der 49. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy kam es kurz vor Ende der ersten Rennhälfte zu einer unübersichtlichen Situation auf der Döttinger Höhe. Dabei bildete sich ein Pulk von knapp 30 Fahrzeugen, in dem einige Fahrzeuge möglicherweise das Überholverbote missachteten.

Aufgrund des laufenden Rennbetriebs war es der Rennleitung unmöglich, die Situation direkt aufzuklären. Sie gab den Fall, wie es üblich ist, an die Sportkommissare des DMSB weiter, um nach dem Rennen für Klärung zu sorgen. Diese nutzten im Anschluss an das Rennen unterschiedliche Videoaufzeichnungen, um sich ein genaues Bild zu machen. Anspruch der Regelhüter ist nun, die Situation so weit wie möglich aufzuarbeiten und mögliche Vergehen zu ahnden. Da dieser Vorgang vor Ort nicht mehr abgeschlossen werden konnte, bleibt das Ergebnis des vierten Laufs vorläufig.”

Du weißt, dass Du verloren bist, wenn Du den DMSB bemühen musst. Dass die Verantwortlichen jetzt so tun, als würde sie das alles nichts angehen und mit “ganz normaler sportrechtlicher Prozess” argumentieren, ist schon eine mittelgroße Frechheit. Ist es dann also in Zukunft auch ganz normal, wenn die Rennleitung in ähnlichen Situationen ebenfalls überfordert ist? Die neue Normalität bei der Langstrecke?

Und das Ganze bei einem Rennen, bei dem übersichtliche 135 Fahrzeuge in’s Rennen gestartet sind.

Wieviel müssen die Teilnehmer nochmal für den GPS-Pflichtsender abdrücken?

Aber es gab auch tolle Nachrichten:

  • Leonard Weiss ist in dem Junior-Ferrari zusammen mit Nico und Christian Menzel mit einem 2. Platz auf das Podest gefahren. Und als wäre das nicht schon sensationell genug, ist Vater Georg Weiss im Senior-Ferrari 3. geworden mit Oli Kainz und Jochen Krumbach - und somit standen 2x Vater und Sohn und 2 Ferraris auf dem Podest. Bei einem Rennen, das Frikadelli gewonnen hat (Siedler/Arnold)!
  • Sabine ist wieder voll im Einsatz und 5. geworden! Mit Klaus und Felipe Fernández Laser.
  • Ralf Schall feiert seinen 100. VLN-Klassensieg - Christopher Gerhard war wieder zusammen mit ihm unterwegs.

VLNLangstrecke | Wochenspiegel | DMSB | Sabine | Schall |


Montag, 11. Juni 2018

Daimler´s Verhandlungsstrategie beim Verkehrsministerium.

Autoverkäufer haben nach wie vor den Ruf der durchtriebenen Pferdehändler und Daimler Chef Dieter Zetsche ist ein Paradebeispiel:

Man wolle die Rückrufe beim Vito und den anderen gemeldeten Modellen nur akzeptieren, so soll Daimler vorgeschlagen haben, wenn im Gegenzug das KBA das Unternehmen nicht weiter mit Prüfungen behelligt. Daimler will also offenbar eine Art Amnestie.

Geile Idee! Das mache ich in Zukunft auch so:

Ja - ich gebe zu zu schnell gefahren zu sein. Aber dafür mich in Zukunft gefälligst nicht mehr mit Radaranlagen behelligen!

Dieselgate | Zetsche | Daimler | Mercedes | Scheuer |


Freitag, 11. Mai 2018

N24h - Nordschleifenwanderung.

Als Karl Mauer sich Ende letzten Jahres von der VLN verabschiedet hat, fand ich das verständlich - aber auch etwas traurig. Uns verbinden viele Erlebnisse - das reicht zurück bis 1990, seit er mir als Student ein Praktikum in der Opel Motorsport-Abteilung ermöglicht hat. Und so waren meine Wünsche für die Zukunft auch begleitet mit der Hoffnung, dass wir uns trotzdem wiedersehen.

Gerne - meinte er - wie wäre es bei meiner traditionellen Nordschleife-Umwanderung beim 24h-Rennen? OK - sage ich - 24h Donnerstag um 9h bei Uschi zum Kaffee und los geht’s.

Gestern hab ich erstmal standesgemäß auf dem Grosse-Ford-Parkplatz das Bloggermobil einquartiert:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… und mich Richtung Nürburg aufgemacht. Eine Mann - ein Wort und so sitzt Karl um 9h im Hotel Tiergarten.

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Und weil es so schön ist, hat sich auch Christian Kohlhaas dazugesellt - mit dem mich natürlich auch einiges verbindet. So sind wir vor 30 Jahren beim 24h-Rennen aufgelaufen. Von der gemeinsamen Fahrt AUF dem Laacher See ganz zu schweigen. Er wäre zwar lieber selber beim 24h-Rennen am Start gewesen, hat sich aber dieses Jahr nicht ergeben. Da kommt so ein Wandertermin genau richtig als Plan B.

Nach einem Kaffee ging es los entgegen der Fahrtrichtung - für mich nach 2016 und 2017 die dritte 24h-Do-Umwanderung - also inzwischen zementierte Tradition.

Wir wussten auch sofort, dass wir hier richtig sind:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Harald Grohs residiert dieses Jahr auch lieber neben der Strecke:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Wenn man nicht alleine wandert, vergeht die Zeit viel schneller - es gibt viel zu erzählen.

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Kein Wunder bei diesen Autos …

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… und diesen Streckenabschnitten:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Hier noch mehr Eindrücke vom Schwalbenschwanz:

Weiter ging es Richtung Pflanzgarten und Brünnchen und wir waren verblüfft vom Zuschaueraufkommen. Bzw. das Fehlen dessen:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Zum Wandern war das super, man hatte immer freien Blick auf die Strecke und auch keine Wartezeiten an den Büdchen:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Und konnten die phantasievollen Aufbauten bewundern, vom Profi-Container bis Rettungskapsel:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Und es gab nie Zweifel, dass wir richtig sind:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Am Brünnchen …

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… bot sich uns dieses Bild. Sagte ich schon, dass wenig los war?

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Am Wippermann haben wir dann auch das Nummernschild des Tages gefunden:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… und uns zu einem Bierchen überreden lassen. Wer kann schon Nein sagen zu Mühlen Kölsch?

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Was Chris zu völlig neuen Talenten beflügelt hat:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Gut gelaunt und durstig - so kennen wir das Wippermann Veedel:

Richtung Karussell war der Weg gut ausgeleuchtet:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… und während die Wanderpraktikanten im Gespräch vertieft waren:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… dachte ich es wird mal Zeit für ein paar Rennfotos. Denn inzwischen war nach der WTCR und das 24h Feld auf der Strecke:

Wie man auf den Bildern sieht, waren wir inzwischen schon im Kesselchen auf dem Weg zur Mittagspause in Breidscheid.

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Wo für diesen Boliden tatsächlich eine Garage eingerichtet war:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Durch den Tunnel oberhalb Wehrseifen:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… Richtung Adenauer Forst. Wo die Prioritäten klar zu erkennen waren:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Aber auch an die Kinder wurde gedacht:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

… und dieses Häuschen-Kunstwerk erfreute das Auge:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Die Krönung war aber das hier:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Ich war ja schon oft beim 24h-Rennen und habe viel gesehen - aber ein Boot ist neu. Das Rätsel war schnell gelöst: die Frage war Boot oder Wohnwagen, weil beides gerade rumstand. Die Wahl fiel auf Boot und es stellte sich raus, dass der auch viel billiger auf dem Zeltplatz ist als ein Wohnwagen. Ich schätze die Bootquote wird in Zukunft zunehmen. Den Bootbewohner ausfindig zu machen war auch nicht schwer:

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

Weiter ging es für uns Richtung Schwedenkreuz und hier waren schon fast fertig mit unserer Runde. Dort im Hatzenbach haben wir uns in Ruhe das erste WTCR Rennen anschauen können - ging gut ab.

N24h 2018 - Nordschleifenwanderung.

War ein toller Tag und diesmal bin ich ohne Zecken (2016) und Blasen an den Füßen (2017) durchgekommen - und freue mich schon auf nächstes Jahr!

Vielen Dank an Karl und Chris für die nette Begleitung, das hat die Sache noch einmal extra aufgewertet. Jetzt kann das Rennen kommen.

Ringwalk | N24h | Mikebericht | KarlMauer | Kohlhaas |


Mittwoch, 04. April 2018

Karfreitag und Nordschleife.

Der Karfreitag ist ein großer Feiertag für die christliche Gemeinde - oder sollte man besser sagen: ein großer Trauertag. Es ist die Erinnerung an den Tag, an dem Jesus an das Kreuz genagelt gestorben ist und zwei Tage später, wenn an Ostern die Fastenzeit beendet wird, feiern die Christen seine Auferstehung.

Die Eifel ist generell eher konservativ geprägt, der Glaube an Gott fest verankert und hat mit Barweiler direkt am Nürburgring sogar einen Wallfahrtsort.

Daran musste ich denken, als viele Autoverrückte wieder am Carfreitag am Ring die Sau rausgelassen haben. Was mögen die Gläubigen denken, die die Traditionen pflegen und die am Ende der Fastenzeit und kurz vor Ostern ein tiefes Gefühl der Trauer überkommt? Und sind sich die Tuningfreaks darüber bewusst, dass sie mit ihrer ungezügelten Feier die Gefühle anderer Menschen durchkreuzen?

Erinnert ein bisschen an den Tanz um das goldene Kalb - oder um im Motorsport Jargon zu bleiben: an das Rennen um die goldene Ananas.

Die Bilder sind jedes Jahr gleich: Show & Shine soweit das Auge reicht, die Herausforderung des Tages ist der Brünnchen Parkplatz, der für Viele sowohl aufgrund des Verkehrsaufkommens als auch der Tiefe der Fahrwerke unerreichbar bleibt.

Auf die Strecke trauen sich die Wenigsten und wenn, dann kommen sie nicht mal bis zum Adenauer Forst. Ich hoffe den Beteiligten ist nichts passiert und wenn man nur den Ausgang der einschlägigen Videos sieht - pun intended - dann kann man nicht unbedingt auf den Unfallhergang schließen. Aber wer Ausgang Fuchsröhre stumpf in die Leitplanke einschlägt - oder sogar vorher mit einem Überschlag abrundet - noch ein pun intended - der braucht eigentlich nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

Neben den Einzelschicksalen gibt es aber noch andere - viel gravierendere - Auswirkungen, die die traditionelle Touristenfahrt insgesamt gefährden. Und damit das Wohl einer ganzen Region, denn ohne den Touristenverkehr zwischen den großen Veranstaltungen sind die vielen Betten und Bewirtungen nicht aufrecht zu erhalten.

Ich weiß ja nicht, in welchem Paralleluniversum die Nürburgring Betreiber - Besitzer - oder wie sie sich heutzutage nennen wollen - unterwegs sind, aber die Gier siegt nach wie vor über die Vernunft. Ich will nicht wieder mit dem Arbeitskreis anfangen, den ich zwar mitbegründet habe, in dem man mich aber nach 2004 lieber nicht mehr sehen wollte. Die Argumentation ist aber gleich geblieben: der Veranstaltung Touristenfahrt muss der Renncharakter genommen werden, um sie in Zukunft ohne Ärger weiter fortführen zu können.

Das ist eine große Herausforderung, denn immerhin fährt man auf einer Rennstrecke, mit rennähnlichen Fahrzeugen, oft mit Helm und vor Publikum. Links und rechts die Curbs, auf der Suche nach der Ideallinie - und dann bitteschön kein Renncharakter.

Doch was machen die Verantwortlichen? Stellen Streckenposten mit gelben Flaggen auf! Fehlt tatsächlich nur noch die Klasseneinteilung und die Zeitnahme.

Ich kann über so viel Leichtsinn nur den Kopf schütteln und eigentlich wäre es mir ja egal, wenn mir die Tradition der Touristenfahrten nicht so am Herzen liegen würde. Das können wahrscheinlich nur Leute nachvollziehen, die noch den Geruch von verrauchten Kupplungen in der alten Auffahrt in der Nase haben und das lässige Winken des grimmigen Personals an Start und Ziel, wenn man an der T13 noch eine Runde gefahren ist und den Jahreskartenaufkleber auf der Verkleidung hatte.

Vielleicht hat es sich auch noch nicht herumgesprochen, dass es seit September 2017 eine neue Gesetzgebung gibt, die drakonische Strafen für Rennen im öffentlichen Verkehrsraum vorgibt. Ich bin zwar kein Rechtsexperte, aber wenn ich mir den Text durchlese, dann wird sowohl für Veranstalter als auch für Fahrer die Luft ziemlich dünn. Selbst die Polizei geht hohes Risiko, wenn sie den öffentlichen Raum Nordschleife anders bewertet als den öffentlichen Raum Autobahn. Und wenn es die Amtsträger nicht durchsetzen, dann die Versicherer. Die immer bemüht sind Zahlungen zu vermeiden und dafür selbst die kleinsten Unregelmäßigkeiten bemühen.

Die Nürburgring Verantwortlichen mit höchster Priorität Lösungen erarbeiten. Sonst heißt es bald, dass die Touristenfahrten an einem Carfreitag an’s Kreuz genagelt wurden.

Touristenfahrten | Nordschleife | Karfreitag | Carfreitag |


Donnerstag, 01. März 2018

Harley Davidson und Alta Motors.

Klingt auf den ersten Blick wie zwei völlige Gegensätze.

Bloglesern ist die junge und innovative Firma Alta Motors ein Begriff - und die Elektrifizierung von Harley Davidson auch nichts Neues.

Heute kam die Meldung, dass die beiden Marken in Zukunft zusammenarbeiten.

AltaMotors | HarleyDavidson |


Mittwoch, 24. Januar 2018

Sicherheit ist Aufgabenstellung Nummer 1 bei elektrischen Motorrädern.

Keine Kupplung und die gesamte Kontrolle basiert auf Software:

Testoni said the single biggest problem for an electric bike manufacturer is making the bike safe. That means many, many hours testing the software in the “brain” of the bike to make sure it can’t and won’t accidentally apply 100-percent throttle when you do something weird, eg, attempt to change the riding mode while holding down the starter button. We’ve all encountered software bugs on our phones and computers – often they are more amusing than annoying. But in the case of an electric vehicle, a bug could be the cause of serious injury or worse. Most electric bikes lack even a clutch lever that could be relied upon to disengage the final drive in an emergency. You’re putting your faith into things working correctly all the time.

Gilt natürlich genauso für Autos - aber da sitzt man nicht ganz so direkt an der frischen Luft.

Der Autor macht sich Gedanken, was sich ändert, wenn wir statt einem Verbrenner ein Elektromotorrad in der Garage stehen hätten:

It’s all too easy to spend an hour or two on an electric bike and walk away thinking the only difference is whether you plug into a wall socket afterwards or fill up with gas – I’ll admit I was guilty of this. The truth is that the changes go far, far deeper.

Wobei ja noch nicht geklärt ist, ob wir in der Zukunft überhaupt noch Motorrad fahren dürfen.

Elektro | Motorrad | Energica | Software |


Freitag, 12. Januar 2018

Der Kart-Club Kerpen hat eine Stellungnahme veröffentlicht.

Auch um die MItgliederversammlung am 1. Feb. vorzubereiten.

Der in der Presse kolportierte Wert des Grundstücks mit einer Summe von 8 bis 12 Millionen Euro entbehrt jeglicher Grundlage. Dieser Betrag ist anzusetzen, für eine komplett neu zu errichtende Rennstrecke nebst großzügig bemessenen Grundstück mit Gastronomien, Pressezentrum, Organisationsterminal und einer zusätzlichen Hotelanlage.

Diese Presse hat einen Namen: Express Köln.

So wäre dann auch der RWE-Konzern - über die Entschädigungsleistung hinaus - bereit, als Sponsor die geplante Jugendförderung des hiesigen Kartsports zu unterstützen.

Womit dann auch das friedliche Verhalten gegenüber RWE geklärt wäre.

Erftlandring | Garzweiler | Kartbahn | Kerpen |


Donnerstag, 28. Dezember 2017

Wolfgang Porsche zu Formel 1 - und Mobilität der Zukunft.

In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten.

Und dem überspezifischen Dementi der Woche: Wolfgang Porsche auf die Frage: “Soll Porsche hinkünftig neben der Formel E auch in der Formel 1 antreten?”

Der Einstieg in die Formel 1 mit einem eigenen Werksteam ist für Porsche derzeit kein Thema.

Oha! So genau wollte es der Fragesteller doch gar nicht wissen. Also dann doch die Variante des Motorenlieferanten?

Bei der Mobilität hat er arge Bedenken. Dass die individuellen Möglichkeiten eingeschränkt werden, daran besteht sogar für ihn inzwischen kein Zweifel mehr. Er hofft nur, dass es nicht allzu schlimm wird.

Das ist auch kein Wunder, denn besonders die Marke Porsche setzt darauf, dass man auch in Zukunft noch selber fahren darf. Ich habe da so meine Zweifel. Und wir dürfen ja nicht verbohrt nur nach Deutschland oder Europa blicken, sondern müssen bei dieser Frage die ganze Welt im Auge behalten. Da wird der Freiraum für Porsche-Automobile eng.

Eine aussterbende Spezies: ähnlich wie zum Beispiel Raubkatzen immer weniger Lebensraum zugestanden wird und sie weiter zurückgedrängt werden bzw. ganz aussterben oder nur noch in Zoos und Reservaten anzutreffen sind, so könnte die individuelle Mobilität - also das Selberfahren - nur noch auf Rennstrecken oder speziell freigegebenen Straßen bzw. Gebieten möglich sein. Das trifft Sportwagen-Hersteller natürlich am härtesten. (Die Motorradfahrer sogar noch härter, aber das ist ein anderes - ungelöstes - Thema.)

Um auf VW zurückzukommen: Porsche, Lamborghini, Bugatti, Ducati - teilweise auch Audi, Seat, und Bentley - wird es schwerfallen mit sportlichem Image zu punkten, während man dem Diktat der mobilen Harmonie unterworfen wird.

Zu der Rolle von Wolfgang Porsche nach Piëch’s Abdankung empfehle ich diesen Film - so anschaulich ist mir die Volkswagen-Familie bisher nirgendwo erklärt worden.

WolfgangPorsche | VWGroup | Mobilität | Zukunft |


Dienstag, 26. Dezember 2017

Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer, wenn wir autonome Fahrzeuge nutzen?

Noch ist es zu früh, um Namen zu nennen. Aber selbst wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was in diesem simplen Schaubild dargestellt wird, dann müssten sich einige Leute ziemlich dringend Sorgen machen.

Industrien wie Automobilfertigung, Ölproduktion und Versicherungen werden in den nächsten 15 Jahren bis zur Unkenntlichkeit zusammengedampft.

Es eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, aber ist noch nicht genau abzuschätzen, wo diese liegen. Eine Reise in's Ungewisse - bedrohlich, aber gleichzeitig auch sehr spannend:

The value chain that was forged almost 100 years ago, sparked by the production of the Ford Model T, will be completely dismantled. In its place, there will be opportunities for whole new businesses to develop.

Leider zeichnet sich auch ab, dass viele der neuen Möglichkeiten in der Werbung liegen - als wäre sie heute nicht schon aufdringlich genug. Und im Sammeln von Daten. Denn: wir sind in den A-EV's gefangen:

The real money stands to be made by monetizing the user base by creating entirely new revenue streams from this low-cost transport system. TaaS platform operators will be able to sell these additional services at much higher margins - not only do they have a captive audience for the entirety of each journey, but they are collecting vast amounts of data from every passenger. Control of the customer relationship and data will be critical to realizing the opportunities on offer here.

Warum würden wir das freiwillig machen? Weil die Mobilität sogar kostenlos werden könnte. Glaubt Ihr nicht? Wir liefern uns heute schon Facebook und Google aus - weil die Dienste kostenlos sind:

In a competitive marketplace, the revenues generated from these additional services, which are potentially vast, are likely to be passed on to passengers in the form of lower prices, to the point where transport could ultimately be free, in the same way that Google and Facebook give away their services.

Und die ganzen Autofirmen, die es heute gibt? Was wird aus denen?

There is no guarantee that existing car manufacturers will have a place in the new autonomous order.

Uups.

Gilt auch für Versicherungen:

Current safety data suggest at least a 90% reduction in the number of accidents involving A-EVs compared with ICE vehicles. This is because 94% of collisions result from human error.

Das wussten wir schon - hier noch ein Aspekt:

A-EVs will also be much more difficult to steal. While hackers could in theory take remote control of a vehicle, the cars will have cameras, GPS and vibration sensors, so tracking and recovering them would be relatively simple.

Macht ja auch nicht viel Sinn ein A-EV zu stehlen - wer klaut heutzutage schon einen Bus? Oder einen Zug?

The combination of fewer accidents and thefts will have a devastating effect on insurance companies. The insurance market will be forced to move to a cost-per-mile model rather than an annual premium, resulting in a 90% reduction in revenues.

90% weniger Umsatz. Noch ein dickes Uups.

Tony Seba und James Arbib werden nicht müde den Finger in die Wunde zu legen.

Seba | autonom | Zukunft |


Montag, 18. Dezember 2017

Motorradindustrie mit dem Rücken an der Wand.

Dass Motorradfahren angezählt sein wird in Zeiten des autonomen Fahrens, hatte ich ja schon öfter. Jetzt lese ich zum ersten Mal von Industriebeteiligten, dass sie selber fürchten Zweiräder könnten von den Straßen verbannt werden:

The arrival of autonomous vehicles may push motorcycles off the road entirely.

Nicht heute oder morgen, aber wenn autonomes Fahren Überhand gewinnt, wird es schwer.

Robert Pandya:

“There is a very real risk of motorcycling being completely cut out of the conversation for future vehicle infrastructure systems,” the panel concluded. “The single biggest threat to motorcycling overall … will be the incompatibility between autonomous vehicles and existing motorcycles.”

Liest der Mann hier mit?

Erschwerend kommt die Nachricht kommt zu Zeiten, in denen die Motorradindustrie sowieso nach Perspektiven sucht. Denn die Zahlen sind rückläufig und es ist keine Besserung in Sicht. Das ist nicht gut, denn je mehr die Zweiräder in den Hintergrund gedrängt werden, desto einfacher wird es sein sie komplett zu verbannen, wenn die Zeit reif ist.

Anscheinend will der Nachwuchs nicht mehr so gerne Motorradfahren. Und den Entscheidern in der Industrie, die damals® noch von der 50er direkt auf die 1100er umsteigen durften, fehlt die Kreativität und Vorstellungskraft, eine geeignete Ansprache zu finden.

But even those who have built splendid lineups of starter motorcycles, like Honda, are having trouble capturing the attention of potential riders whose free time and disposable income already are occupied by online gaming, streaming video content and other popular outdoor activities such as cycling, mountain biking, hiking or RV camping.

Mein vergeblicher Versuch auf der Intermot letztes Jahr Elektromotorräder zu finden, spricht Bände.

“What we have is cool and fun and genuine and appealing,” he said. “Everyone who does it knows how great it is, and how fun it is. What we’re trying to do here shouldn’t be impossible.”

Die Lösung liegt für mich auf der Hand: Elektro. Solche spaßigen Geräte wie der Eigenbau hier z.B. am Freitag baut die Brücke vom normalen Radfahrer oder Fussgänger zum Motorradfahrer.

Auf der Suche nach Möglichkeiten die jungen Leute anzufixen? Das sind solche kleine Einsteiger-Spaßmaschinen, die den Weg ebnen. Damit meine ich aber nicht diesen Trümmer aus München.

Den Skatepark-Test sollten die Geräte schon überleben: keine schiefen, sondern neugierige Blicke wollen geerntet werden. Und wenn zwei Ex-Zuvi-Fahrer bei Gefriertemperaturen vor lauter Spaß die Zeit vergessen, dann stimmt die Richtung.

Noch eine Sache fällt auf: die eher progressiven Gedanken kommen vorzugsweise aus Amerika. Hier bei uns schnarcht man weiter vor sich bin, bis es zu spät ist. Jetzt ist z.B. der Zeitpunkt gekommen die Gesetzgebung in der Richtung zu lockern, dass elektrische Geräte aller Art die Mobilität aufmischen dürfen.

Das Auto wird beschützt bis zum letzten Atemzug, aber dann stehen wir irgendwann im Vergleich mit anderen Ländern mit ziemlich leeren Händen da.

Motorrad | Motorradindustrie | Mobilität | Zukunft | Pandya |


Dienstag, 28. November 2017

Ein Porsche wird eines der letzten Automobile mit Lenkrad sein.

Meint Lutz Meschke - Porsche's stellvertretender Vorstandsvorsitzender (Finanzen und IT).

Und wie lautet der Cunning Plan?

Eine andere Idee ist die Mark-Webber-Funktion, wie wir sie nennen – nach dem Rennfahrer und unserem Markenbotschafter. Damit ließe sich das Fahrzeug autonom über eine Rennstrecke wie den Nürburgring bewegen – so wie Webber fahren würde.

Hat sich in den letzten 12 Monaten also nicht wirklich viel getan in der Ideenabteilung.

Andere Vorschläge?

Denkbar ist zum Beispiel, sich Module aus dem Bereich des autonomen Fahrens individuell zusammenzustellen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich per Software-Update over-the-air kurzfristig ein paar zusätzliche PS oder eine andere Fahrwerksabstimmung runterladen, wenn Sie am Wochenende auf die Rennstrecke wollen – oder dynamisches Scheinwerferlicht, wenn Sie eine lange Nachtfahrt vor sich haben.

Für Licht bezahlen, da wird sich die Porschekundschaft aber freuen.

Die Sportwagenbauer mit der großen Historie haben auf dem Weg zum autonomen Verkehr ein Problem: Marken - Brands - werden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Wie will man da rechtfertigen, dass ein Porsche teurer ist als andere Autos? Bleibt nicht viel übrig, um sich besonders dynamisch und exklusiv zu positionieren.

Man kann schon regelrecht daran fühlen, dass zumindest in Deutschland die Fahrerlebnis-Marken ihren politischen Einfluss ausschöpfen werden, dass menschengelenkte Fahrzeuge so lange wie möglich am Verkehr teilnehmen dürfen. Was die Entwicklung insgesamt lähmen wird und andere Länder werden uns in Bezug auf Mobilität links und rechts überholen.

Ein Diesel Déjà Vu.

Porsche | Zukunft | Autonom | Lenkrad |


Montag, 20. November 2017

Uber bestellt 24.000 Volvos.

Ihr erinnert Euch an die Diskussion, dass die Flottenbetreiber bei den Autoherstellern die Fahrzeuge kaufen werden, die sie dann als autonome Taxis einsetzen.

Das ist 11 Tage her.

Heute diese Nachricht: Uber bestellt bei Volvo 24.000 Fahrzeuge (XC90), die zwischen 2019 und 2021 geliefert werden sollen. Sie wollen sie selber auf autonomen Betrieb umbauen:

Uber will accept conventional XC90s from Volvo and then add the company’s proprietary sensors and software to convert them into fully driverless models.

Das bestätigt, dass die Flottenbetreiber diejenigen sind, die in Zukunft die Autos kaufen, um dann die Mobilität als Service anzubieten. Und offensichtlich ist Uber überzeugt, dass sie bis dahin den Autopilot im Griff haben.

Ich frage mich, ob das BEVs sein werden - oder Hybride? Verbrenner können wir wohl ausschließen.

Der Artikel spricht von einem Milliardendeal, das wäre dann bei 24.000 Autos ein Preis von 42.000 $ das Stück.

So richtig bleibt einem aber der Sinn des Ganzen verborgen, denn nicht-autonome Fahrzeuge gibt es ja wie Sand am Meer. Warum also jetzt schon dieses Kontingent sichern? Vielleicht kann der Volvo ja irgendetwas besonders oder man möchte sich schon früh auf ein Modell konzentrieren, damit das Adaptieren der autonomen Technik einfacher wird. Wobei einfach nicht ganz das passende Vokabular ist.

Uber | Volvo | autonom |


Donnerstag, 09. November 2017

Bob Lutz - nüchterner Blick in die automobile Zukunft. Wird nicht jedem gefallen.

Für regelmäßige Leser hier im Blog alles keine neuen Erkenntnisse. Aber dass sie ausgrechnet von Bob Lutz stammen, ist schon bemerkenswert:

It saddens me to say it, but we are approaching the end of the automotive era. The auto industry is on an accelerating change curve. For hundreds of years, the horse was the prime mover of humans and for the past 120 years it has been the automobile. Now we are approaching the end of the line for the automobile because travel will be in standardized modules.

Als Petrolhead ist er über diese Entwicklung genauso traurig wie Du und ich - aber nichts wird sie aufhalten.

Auch wenn ich in Gesprächen oder auch anhand politscher Ereignisse immer wieder feststelle, dass Leute nicht in der Lage sind, die Dramatik des Wandels zu antizipieren, so wird er trotzdem stattfinden. Und wer nicht vorbereitet ist, wird von den Ereignissen einfach überrollt werden. Das gilt für Fahrzeughersteller ebenso wie den Vertrieb aber auch die Konsumenten.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge der Zukunft sind so miteinander verzahnt, dass sie wie ein Zug die Straßen entlanggleiten. Überholen, Sicherheitsabstand oder Performance sind Schnee von gestern, werden abgelöst durch Vernetzung. Man wird auch nicht vor die Wahl gestellt, denn man wird feststellen, dass Unfälle stets von Menschen verursacht werden. Die Unfallstatistiken werden die Länder zwingen per Gesetz den Individualverkehr zu verbieten, es werden sich auch keine Versicherer für das Risiko Mensch im Straßenverkehr finden.

Diese fahrenden Module - so nennt Bob Lutz sie - werden von den Flottenbetreibern in Massen in Auftrag gegeben. Fahrzeughersteller geraten immer mehr in den Hintergrund. Kein Wunder, denn wenn die Module aneinander gekettet durch die Landschaft düsen, gibt es für Marken kaum noch Unterscheidungsmerkmale - optisch wird alles ziemlich gleich aussehen ohne prägnante Front- und Heckpartie. Die heutigen Sicherheitsmerkmale - z.B. Blinker und Spiegel - sind ebenso überflüssig wie Fenster - dadurch ergeben sich uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten für den Innenraum.

Und die Akzeptanz in der Bevölkerung? Nebensächlich:

All we need is acceptance by the big fleets: Uber, Lyft, FedEx, UPS, the U.S. Postal Service, utility companies, delivery services. Amazon will probably buy a slew of them. These fleet owners will account for several million vehicles a year. Every few months they will order 100,000 low-end modules, 100,000 medium and 100,000 high-end. The low-cost provider that delivers the specification will get the business.

These modules won’t be branded Chevrolet, Ford or Toyota. They’ll be branded Uber or Lyft or who-ever else is competing in the market.

Vor einem Jahr meinte Holger Weiss noch zu mir (German Autolabs, während der TU Europe in München), dass sich Marken wie BMW oder Porsche - also die deutschen Premiumhersteller - nach wie vor über die Dynamik differenzieren werden.

Meine Zweifel an dieser Theorie wurden in den letzten 12 Monaten eher bekräftigt als abgeschwächt. Der Verkehr der Zukunft ist ein stetiges Miteinander, keine nervöse Lichthupe auf der linken Spur.

Schlechte Nachrichten für die stolze Autonation Deutschland. Aber statt die Zeichen der Zeit zu erkennen, protektiert man lieber den Status Quo, so wie Sigmar Gabriel in Brüssel. Damit ist natürlich niemandem geholfen - im Gegenteil, es vergrößert den Entwicklungsrückstand nur noch mehr. Wenn das so weitergeht, dann bleibt am Ende als Autohersteller nur noch DHL übrig.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: der Motorsport wird als Betätigungsfeld übrig bleiben und er wird faszinieren, weil hier der Mensch noch selber fährt. Allerdings nur so lange, wie sich die Infrastruktur - also z.B. Rennstrecken - über Wasser halten kann.

Die Analogie zum Pferd und dem Reitsport habe ich oft bemüht, aber sie bietet sich an und auch Bob Lutz greift sie auf:

A horse dealer had a stable of horses of all ages, and you would come in and get the horse that suited you. You’d trade in your old horse and take your new horse home.

Das hätte damals auch niemand gedacht, dass die Pferdehändler mal arbeitslos werden wegen so einer komischen knatternden Kutsche ohne Pferde.

Bob Lutz schätzt, dass die Umwandlung spätestens in 20 Jahren abgeschlossen sein wird - also 2035 bis 2040. Vergleicht das mal mit den Aussagen der Politik - da phantasieren einige noch was vom Verbrennungsmotor.

BobLutz | Zukunft | autonom |


Montag, 06. November 2017

Den Verbrennungsmotor verbieten - wer, wann, wo?

In letzter Zeit überschlagen sich die Nachrichten damit, dass in allen möglichen Regionen der Verbrennungsmotor abgeschafft werden soll.

Inside EVs hat mal eine Übersicht erstellt:

Norway — 2025
Paris, Mexico City, Madrid, and Athens — 2025
China — 2030
Netherlands – 2030
India — 2030
United Kingdom — 2040
France — 2040
Germany/EU — TBD
California — TBD

Ich glaube Gesetze werden nicht nötig sein, das regelt sich alles von selber über den Markt. Die laufenden Kosten für EVs sind jetzt schon erheblich niedriger (keine Inspektionen, weniger Reperaturen) und sobald die Kaufpreise über das Volumen purzeln, muss man schon sehr Old-School gepolt sein, um die höheren Verbrenner-Kosten in Kauf zu nehmen.

Heute sind EVs exklusiv und elitär - das waren Smartphones vor 10 Jahren auch. Wer kann schon abschätzen, wie es 2027 - also in 10 Jahren - aussieht? In unserer schnelllebigen Zeit - Geschwindigkeit zunehmend - wird noch so manches auf den Kopf gestellt werden.

Elektro | Verbrenner | Zukunft |


Donnerstag, 02. November 2017

Autonomes Fahren? Allan McNish: Not in our lifetime.

Die Motorsportler leben ja gerne in ihrer eigenen Welt. Kann man auch ruhig machen, ist nicht weiter schlimm: die Benzinverrückten bleiben vorzugsweise unter sich und bemühen sich erst gar nicht sich bei den normalen Autofahrern sowas wie Verständnis zu erarbeiten.

Inzwischen sind wir allerdings auf der Schwelle zum autonomen Fahren - wir werden in Zukunft normalerweise unsere Fahrzeuge nicht mehr selber bewegen. Und da halte ich es für den Motorsport schon für sinnvoll, mal aus dem Schneckenhaus herauszuschauen.

Denn während in Phoenix Arizona sich die Bewohner schon an die Selbstfahrer gewöhnt haben und sie dort bereits zum normalen Straßenbild gehören, macht der Sport einfach so weiter als würde das alles gar nicht passieren.

Markus Schurig z.B. schreibt Google ab, obwohl sie in Wirklichkeit mit Waymo eine große Flotte im Testeinsatz haben. Und vor ein paar Tagen meinte Allan McNish auf Twitter, dass wir beide das autonome Fahren wohl selber nicht mehr erleben werden.

Muss man IT'ler sein um zu verstehen, dass die Lösungen, die gerade in der Entstehung sind, blitzschnell skalierbar sind? Die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs ist sehr aufwändig und kostenintensiv - zugegeben eine der größten Herausforderungen, an der die Menschheit aktuell arbeitet. Aber sobald das Konzept steht und ausgereift ist, macht es nur einen marginalen Unterschied, ob man es in 1 oder in 100.000 Fahrzeugen zum Einsatz bringt. Denn die Software wird lediglich kopiert - wenn sie irgendwann mal serienreif ist. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, geht alles ganz schnell. Was sollte die Verbreitung aufhalten, zumal ein gigantischer Wettbewerbsvorteil und damit Profit auf dem Spiel steht?

Natürlich kann man argumentieren: was hat das mit dem Motorsport zu tun? Der könnte ja nach wie vor genauso stattfinden wie heute auch. Das Problem: wenn die Hersteller das Interesse verlieren, werden große Geldflüsse versiegen und ich wüsste nicht, was dies kompensieren sollte. Und die Hersteller werden das Interesse verlieren, weil sie keine "dynamischen Fahrer" mehr umwerben müssen in ausgerechnet ihr Fahrzeug zu steigen.

Auch wenn die Akzeptanz für Petrol Heads heute schon sehr gering ist - sie wird weiter sinken. Denn die Renndynamik steht im Widerspruch zur Mobilität von morgen - und die betrifft die Gesellschaft als Ganzes.

Zukunft | Mobilität | McNish | Schurig | autonom | nachgedacht |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mobilität der Zukunft: Medien hinken noch schwer hinterher.

Selten habe ich so einen schlechten Artikel gelesen, wie diesen hier gestern in der Washington Post.

Ich greife mal ein paar Argumentationen auf.

Eigentlich fängt es ganz gut an, indem 2017 rückblickend als der Wendepunkt betrachtet werden könnte, an dem Elektromobilität so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Aber da bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen - der Artikel aber schon. Das autonome Fahren wird die Straßen erobern und damit auch neue Geschäftsmodelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz ad absurdum führen, weil viel zu aufwendig und teuer. Kürzlich habe ich aufgeschnappt, dass wir hier in Deutschland ca. 14.000 km im Jahr fahren. Wenn man mal von einer konservativ angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h ausgeht, dann fährt ein Auto im Schnitt 350 Stunden pro Jahr. Bzw. 4%. Und steht 96% der Zeit rum - bzw. im Weg.

Das autonome Fahren wird dieses Verhältnis umkehren, weil die Autos maximal ausgelastet werden - also immer unterwegs sind statt rumzustehen. Und dadurch natürlich die Kosten dramatisch senken - man kauft in Zukunft den Service, nicht das Auto. Das gilt für alle 46 Millionen PKW in Deutschland. Das würde sich meiner Rechnung dann auf 1,8 Millionen reduzieren. Bei gleicher Mobilität, aber höherer Auslastung der Fahrzeuge. OK, das ist noch ein weiter Weg, aber würde 660 km2 an Fläche freigeben. Zum Vergleich: Berlin - die größte Stadt - hat eine Fläche von knapp 900 km2.

Urging caution about the impact of EVs on the oil industry, John Eichberger, executive director of the Fuels Institute, said he doesn’t expect to see significant changes in demand for another 15 years or so. “We don’t know how fast EV sales will pick up, but what we do know is that no matter how fast they pick up, the inventory in the market will turn over more slowly, and this will delay the impact on liquid gallon demand,” he said.

Es ist nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße, die Öl oder Strom verbrauchen. Es ist die gefahrene Strecke. In 15 Jahren - also 2032 - haben die neuen Konzepte längst gegriffen und den alten Fahrzeugbestand überflüssig gemacht. Nicht weil auf einmal so viele neue elektrische Fahrzeuge verkauft werden, sondern weil der Großteil der Strecken damit zurückgelegt wird. Es wird übrigens auch teuer werden die alten Autos zu entsorgen. Bzw. günstig sich einen Verbrenner für’s Hobby zu kaufen :)

Die nächste steile These:

“The idea is that for hospitality-type venues — restaurants, gas stations, coffee shops — electric vehicle charging could be an attractive way for them to attract customers the way WiFi was a decade ago, when it caused a lot of people to hang out at Starbucks.”

Das mit dem autonomen Verkehr scheint in den Köpfen nicht anzukommen. Wenn es einmal aussortiert ist, lässt es sich spielend leicht skalieren, denn dann reden wir nur noch von Copy/Paste - die Software, die das Auto schlau macht.

Und autonome Autos machen bestimmt nicht Pause, um Kaffee zu trinken ;)

Paradoxerweise zitiert der Artikel sogar Tony Seba, allerdings um das Verschwinden der Werkstätten zu untermauern:

Seba pointed out that there are thousands of department store and dealer repair locations — as well as about 70,000 mom-and-pop repair shops — that will be significantly affected by a decline in business.

Hätten sie dem Forscher mal besser insgesamt zugehört.

Übrigens, auch eine Meldung von heute: Shell hat sich NewMotion einverleibt, über die 50.000 Ladestationen in Europa zugänglich sind. Das zeigt a), dass jetzt langsam die Panik ausbricht und b), dass das mit den umgebauten Tankstellen vielleicht doch nicht die beste Idee ist.

Die Meldungen überschlagen sich im Tagestakt, aber der Mainstream ist immer noch festgefahren in alten Gedankenmodellgängen.

Zukunft | Elektro | Seba | WashingtonPost | autonom | Fläche | PeakOil |


Dienstag, 10. Oktober 2017

KVB Kundenbefragung - um höhere Preise zu rechtfertigen?

Als ich kürzlich in der KVB (= Kölner Stadtbahn) unterwegs war, kam ein Herr auf mich zu, ob ich an einer Kundenbefragung teilnehmen möchte. Normalerweise nicht mein Ding, aber in der Hoffnung vielleicht etwas zum besseren Verständnis über die Fahrgäste beitragen zu können, habe ich mich breitschlagen lassen.

Mir ist da nämlich in dem letzten knappen Jahr, seitdem ich mit Jahreskarte täglich die KVB nutze, so einiges aufgefallen. Man würde sich telefonisch bei mir melden … Hab ich zwar jetzt nicht verstanden, warum wir das nicht direkt machen - aber ok - von mir aus.

Heute dann der Anruf - ich war auch passend gerade im Bus unterwegs auf der nach-Hause-Fahrt. Leider wurde ich während der Befragung, die auch nur 10 Minuten dauerte, jäh aus meinen naiven Verbesserungträumen gerissen: der KVB ging es überhaupt nicht darum einen Kunden-Rückkanal zu öffnen. Nein, sie wollten nur die Preiselastizität feststellen, um höhere Preise durchzudrücken!

Das lief ungefähr so:

Welches Ticket ich nutzen würde, wie oft ich fahre - alles unverdächtig. Doch dann: ob ich das Ticket zu teuer finden würde - ob mir klar sei, dass alles immer teurer wird - ob ich denn weniger fahre, wenn die Tickets teurer würde - welcher Preis denn meiner Meinung nach angemessen sei (das war übrigens die einzige Nicht-Multiple-Choice Frage mit freier Größenwahl - sehr gnädig) - ob mir denn überhaupt klar sei, welche tollen Angebote ich mit meiner Jahreskarte mitnutzen könnte - ob unser Haushalt gut mit seinem Budget auskommt … you get the picture.

Sehr enttäuschend liebe KVB, eine schöne Chance vertan einen frischen Konvertierten nach seinen Erfahrungen zu befragen, um eventuell in Zukunft mehr Leute vom PKW Individualverkehr Richtung ÖPNV zu bewegen. So wird das nichts mit der tollen neuen Mobilität, wenn jeder Anbieter nur in seinem eigenen kleinen Mikrokosmos versucht den Gewinn zu maximieren. Und kein Wunder, dass in und um Köln herum fast täglich der Verkehr kollabiert.

Zur Vollständigkeit ergänze ich noch, dass die KVB eine Firma der öffentlichen Hand ist - also sowieso schon uns allen gehört. Denn eigentlich müsste die Nutzung kostenlos sein - wir haben doch schon alles bezahlt. Wenn ÖPNV keine Infrastruktur ist, was dann? Und zählt damit zu den originären Aufgaben des Staates: Bereitstellung einer ordentlichen Infrastruktur. Aber sie haben uns inzwischen schon so weit, dass das gar nicht mehr eingefordert wird.

Köln | Stadtbahn | Umfrage |


Sonntag, 17. September 2017

Mathematisch hat 2026 jedes neue Auto einen Elektromotor.

Meint der Physiker Richard Randoll im Interview. Alle 15 Monate verdoppelt sich die Zahl der neuen Elektrofahrzeuge:

Dieses natürliche Wachstum wird durch eine Exponentialfunktion beschrieben. Wählt man eine logarithmische Skala, so erscheint die Funktion als Gerade, deren Werte man für kommende Jahreszahlen ablesen kann. Im Sommer 2026 erreichen wir 100 Millionen Elektrofahrzeuge jährlich, das ist dann voraussichtlich die komplette Weltproduktion.

Also in knapp 10 Jahren. Seit 2011 folgen die E-Auto Verkäufe exakt dieser Linie.

Elektro | Zukunft |


Freitag, 08. September 2017

24h-Rennen Termine 2018 bis 2023.

Nein, kein Witz, ADAC Nordrhein und Nürburgring haben mal in die Zukunft geplant und grob die nächsten 6 Jahre festgezurrt:

10.-13. Mai 2018 (Christi Himmelfahrt)
20.-23. Juni 2019 (Fronleichnam)
21.-24. Mai 2020 (Christi Himmelfahrt)
3.-6. Juni 2021 (Fronleichnam)
16.-19. Juni 2022 (Fronleichnam)
8.-11. Juni 2023 (Fronleichnam)

Als Begründung wurde hauptsächlich Rock am Ring genannt, weil diese beiden riesigen Veranstaltungen - N24h und RaR - sich besser nicht in’s Gehege kommen sollten.

Da wird Euer Chef aber blöd gucken, wenn Ihr ihm diese Urlaubsplanung einreicht. Und ich bin mal gespannt, ob Lieberberg jetzt auch die Rock am Ring Termine für die nächsten 6 Jahre bekanntgibt.

N24h | RockamRing | Nordrhein | Termine |


Freitag, 01. September 2017

Erste Versuche mit ohne Lenkrad: Smart Vision EQ.

Autonomous concept car smart vision EQ fortwo

So soll der autonome Smart aussehen - schickes Ding, wird auf der IAA ausgestellt werden. Da bekommt man schonmal einen Eindruck, wie das so ohne Lenkrad wirkt.

Natürlich fehlt auf den ersten Blick etwas, weil wir das so gewohnt sind. Aber es werden dafür andere Sachen dazugewonnen - nicht nur Platz.

Während ich mir so die technischen Daten durchlese: eigentlich braucht man die Fenster ja nicht mehr beibehalten. Man könnte auch mit komplett abgeklebten Scheiben durch die Gegend fahren - das darf man ja heutzutage nicht, weil die Rennleitung die Fahrer fotografieren möchte. Das fällt in Zukunft weg - wahrscheinlich lassen sich die Scheiben dann elektronisch komplett abdunkeln oder verspiegeln. Eröffnet auch völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Elektro | Smart | Autonom |


Montag, 28. August 2017

Audi Vorstände ausgetauscht und das Wort DIESEL aus dem Wortschatz gestrichen.

Wie schon Anfang August bekannt wurde und hier zu lesen war, hat Audi jetzt 4 seiner insgesamt 7 Vorstände ausgetauscht.

Die Pressemitteilung wird in die Geschichte eingehen, denn da steht nicht nur 1 Elefant im Raum, sondern eine ganze Elefantenherde: das Wort DIESEL kommt in der PM genau null mal vor!

Stattdessen so Floskeln wie “Bisherige Vorstände haben positive Entwicklung von Audi geprägt” oder “Zuletzt ist Audi durch eine schwierige Phase gegangen.”

Vor allem soll der Eindruck erweckt werden, dass das (was denn eigentlich?) jetzt Vergangenheit ist und man neu durchstarten kann. Ein Reboot sozusagen.

“Die Weichen für die Zukunft zu stellen ..”, ”.. in der Mobilitätswelt von morgen erfolgreich zu sein.”

Ich fürchte da macht man es sich in Ingolstadt etwas zu einfach, denn die Sünden der Vergangenheit (Gegenwart?) werden sie noch ein paarmal einholen. Akustikfunktion? Da war doch was?

Audi | Dieselgate | Akustikfunktion | Elefant | Diesel |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Donnerstag, 24. August 2017

Stefan Johansson: Der Motorsport muss sich neu erfinden.

Der Mann spricht mir sowas von aus der Seele:

The fundamental problem in general for pretty much every level of racing is that technology has taken over. Everything is driven by technology. Every racing series is driven by the engineering side instead of the drivers and the sporting side.

Zukunft | Johansson |


Dienstag, 22. August 2017

Insolvenz bei Schug - aber das Traditionsunternehmen gibt sich noch lange nicht geschlagen.

Liebe VG Adenau: ihr wisst, was zu tun ist, wenn ihr auch in Zukunft noch einen Baumarkt in der Nähe haben wollt.


Donnerstag, 17. August 2017

Marcus Schurig: Deutschland sollte sich hüten, die Autoindustrie in den Untergang zu schreiben.

Marcus Schurig hat sich in der sport auto auch mal am Dieselgate versucht:

Deutschland sollte sich als Industrie- und Autonation davor hüten, eine Sparte, die bisher ein wesentlicher Treiber von Wachstum und Wohlstand war, in den Untergang zu schreiben.

Sich dem Wandel entgegen zu stemmen und in Alles-wird-gut Melancholie zu verfallen kann es aber auch nicht sein.

Audi in Le Mans raus, VW und WRC, Porsche und Le Mans, Mercedes und DTM … wieviel Einschläge braucht es denn noch?

Nur eine starke Autoindustrie kann Antworten auf die Fragen der Zukunft finden. Google und Apple haben ihre Autopläne nämlich schon wieder begraben.

Die starke Autoindustrie ist so mit sich selbst und ihren Altlasten beschäftigt, dass sie den abgefahrenen Zug gar nicht mitbekommen haben.

Und beerdigt ist bei den “halbgaren Internetfirmen” überhaupt nichts - im Gegenteil:

Bei Google - bzw. Alphabet Inc. - ist Waymo unterwegs:

In October 2015, we achieved the world’s first fully self-driving trip on public roads, in a car without a steering wheel or pedals. We refine Waymo technology through 1 billion miles of simulation testing each year, and our cars have self-driven more than 3 million miles on public roads across four U.S. cities.

Und Apple’s Tim Cook hat ja kürzlich erst bestätigt, dass es in Cupertino unter der Oberfläche kräftig brodelt.


Samstag, 12. August 2017

Weitere Diskussionen zu: Zukunft des Motorsports.

Inzwischen scheinen da doch ein paar Leute aufzuwachen, z.B. James Allen:

What is future for F1 as world moves towards ban on petrol cars?

Wobei er sich direkt am Anfang etwas Vertrauen verspielt:

Volvo announced it would soon stop making petrol and diesel cars, (..)

Na, nicht ganz - Volvo meinte, dass sie alle Autos elektrifizieren wollten und meinten damit auch Hybrids. Wurde aber von einigen Leuten mißverstanden.

Wie auch immer, der Artikel sagt auch einen Boom des historischen Sports voraus - der sei sogar schon spürbar:

(..) in June when Vincent Caro, who is responsible for historic racing at the FIA, said that his sector was the fastest growing in all of motorsports.

Was auch damit zusammenhängt, dass die Leute, die damals als Jugendliche den Sport verehrt haben, jetzt wohlhabend genug sind, um ihn selbst auszuüben.

Auch wäre es das spezielle Etwas, wenn auf den Straßen alles leise und autonom abläuft, dann der Rennsport laut und manuell sein darf. Wenn die Regierungen das überhaupt noch zulassen.

Formel 1 hat ein großes Problem, weil sie nicht mehr der Technologieführer sein werden:

F1 needs to be part of the solution here, not the problem. If the world is going zero emissions, then F1 must surely become obsolete, be overtaken by Formula E, or it must adapt?

Ziemlich schwierige Aufgabe - zumal inzwischen klar sein dürfte, dass man die Entwicklung komplett verschlafen hat und immer noch in Formel 1 typischer Arroganz auf dem hohen Roß sitzt.

Formel 1 Journalist möchte ich aktuell auch keiner sein - keine Perspektiven in Sicht.

So gesehen gut, sich mit dem düsteren Ausblick zu beschäftigen - aber der Versuch ist doch sehr zaghaft.

Zukunft | Elektro | FormelE | Formel1 |


Donnerstag, 10. August 2017

Motofire sagt voraus, dass nur die großen Rennstrecken überleben werden - ich sehe das genau umgekehrt.

So langsam kommen die Diskussionen in Gang, wie die Zukunft des Motorsports aussehen könnte.

motofire.com:

Racing for us is a sensory pleasure. It is all about what we see, hear, smell and feel. (..) At this year’s Isle of Man TT race, we were sitting by the road at Quarterbridge hours ahead of the first practice. We could hear the noise of the Norton as it took off from the start line, and as it got louder, you could sense the anticipation and excitement in the crowd build.

(..) It was when the TT Zero bikes came out that most people started to leave. We decided to stay, although after four bikes had gone past, we were done. They lacked everything we love about racing when you are trackside. The sound, the smell, the excitement. We were bored.

Kann man gut nachvollziehen. Ähnliche Gedanken hatte ich in Goodwood während der Flugshow der Düsenjets. Das sensationellste Element war die Geräuschkulisse kurz vor der Schmerzgrenze. Ohne Geräusch würden die Leute nichtmal gucken und die meisten Elektrorenner hat man verpasst, weil sie lautlos durchgezischt sind.

Ich hatte kürzlich noch neidisch auf die kleinen englischen Rennstrecken geblickt, doch Motofire sieht auch hier Probleme:

This is where we start to worry about the future of our beloved racing, and with it, the future of smaller race circuits such as Croft, Mallory Park, Goodwood, Thruxton.

(..) If the future of racing is electric, the future of circuits will change. Instead of fans being catered for, the people who save all year for a weekend of MotoGP or who wait a lifetime to head out to the IOM TT, circuits will cater only for corporate and sponsors. It will become a track full of pink shirts and plum trousers, of over-weight, new-money lords who gorge on ‘free’ food and booze and rarely look outside the VIP suite to embrace the quality of racing around them. Bigger circuits will thrive, smaller ones will fail.

Ich glaube diese Sorge ist unbegründet und es wird genau andersrum passieren: die großen Rennstrecken können ihre Fixkosten nicht mehr aufbringen, während die kleinen Strecken durch die aktiven Sportler am Leben gehalten werden können. Der historische Motorsport wird einen Aufschwung erleben - hier wird noch nach Belieben gelärmt. Aber die leise - elektrische - Variante wird auf geringeres Zuschauerinteresse stoßen und außerdem fährt z.B. die Formel E schon gar nicht mehr auf permanenten Rennstrecken.

Eine große Chance für die Aktiven, die entweder die veralteten ICEs aufbrauchen oder auf wartungsarme E-Antriebe setzen. Zwar ohne Zuschauer, aber immer noch genauso sensationell wie vorher. Das wird besonders beim Motorrad spannend mit Elektroantrieb, weil man sich noch mehr auf das reine Fahren konzentrieren kann. Wenn - und das ist das große Fragezeichen- die Rennstrecken überleben. Siehe Lausitzring - da kam die Umwidmung schneller als erwartet.

Zukunft | Elektro | IOMTT | FormelE |


Donnerstag, 27. Juli 2017

Ist der Motorsport vom Aussterben bedroht? Oder doch noch zu retten?

Nein, das ist keine Clickbait Überschrift - die Tage des Motorsports so wie wir ihn kennen sind gezählt. Aber es gibt Hoffnung.

Ich versuche mich mal an einer Erklärung:

Die Einschläge aktuell sind nicht zu übersehen. Erst hat sich VW aus der Rallye verabschiedet, dann Audi aus Le Mans und diese Woche sogar Mercedes aus der DTM. Und jetzt die Nachrichten von Porsche und deren Le Mans Engagement. Entgegen dem Trend wird allerdings BMW in Le Mans antreten (in der GT) - das wurde aber VOR der Kartellgeschichte entschieden und ich könnte mir vorstellen, dass sie es inzwischen schon wieder bereuen. Ich sehe auch große Fragezeichen für die noch bestehenden Engagements von Toyota (WEC) und Audi/BMW (DTM) - da rauchen in den Zentralen jetzt die Köpfe.

Warum? Weil ICE Autos - also die mit Internal Combustion Engine - ein Auslaufmodell sind. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann sind Verbrennerautos mit Lenkrad so altertümlich, als würde jemand sein Pferd satteln, um zum Einkaufen zu reiten.

Der DTM Ausstieg von Mercedes ist nicht mit Kosten oder DMSB Wirren zu begründen. Motorsport der Hersteller dient dem Imagegewinn und Rennen sind sportlich, dynamisch, spektakulär, laut, Wettbewerb und Kampf. Doch die Zukunft der Mobilität ist eine andere: geräuschlos, harmonisch, unspektakulär, vernetzt, miteinander und friedlich. Da müssen neue Bilder geschaffen werden für den Aufbruch in das neue Zeitalter und wer von Anfang an vorne mit dabei sein will, muss die Antike hinter sich lassen. Wenn nicht, könnte es sogar trotz der hohen Kosten zu einem negativen Effekt kommen, sodass die Marke veraltet und altbacken erscheint. Der Supergau jeder Marketingabteilung.

Fallt nicht auf die Formel E Ausrede rein - die Kosten sind nur ein Bruchteil der bisherigen Rennserien und es war eine willkommene Gelegenheit, um die Öffentlichkeit nicht vor den Kopf zu stoßen. Autohersteller denken nicht von einem Rennen zum anderen, sondern in Fahrzeugzyklen, die 3 … 7 … 10 Jahre umspannen. Da liegen die Pläne nicht nur in der Schublade, sondern der Entwicklungs-Zug ist längst abgefahren und die Prototypen beweisen sich im Testeinsatz.

Jetzt versetzt Euch mal in die Lage der Vorstände, denen die Zukunftsszenarien präsentiert werden: ein massiver Umbruch in der Art und Weise, wie wir Autos benutzen werden. Der Zeitpunkt für den Imagewechsel ist jetzt, wenn man nicht in’s Hintertreffen geraten will. Zumal neben der bisherigen Konkurrenz sich zunehmend neue Player in den Markt drängen.

Bedeutet das jetzt das Aus für den Motorsport?

Nein - nur den Rückzug der Hersteller mit ihren fetten Budgets.

Nur ist dabei relativ, denn aufgrund der satten finanziellen Ausstattung bisher hat sich eine kleine Industrie rund um diesen Sport dieses Marketingvehikel gebildet: Rennstrecken, Fahrer, Agenturen, Fotografen, … alles Profis, die damit bisher gut leben konnten. Doch die Geldgeber werden in Zukunft diese lauten und stinkigen Veranstaltungen meiden wie der Teufel das Weihwasser - und das Feld den Amateuren überlassen. Denn die Aktiven haben immer noch soviel Freude am Selberfahren wie das heute der Fall ist.

Eine sehr schöne Vorstellung, denn wenn sich die Hersteller zurückziehen, verschwinden nicht nur ihre Gelder, sondern auch ihre Einflussnahme. Eine große Chance für den Sport - vielleicht sogar eine Renaissance der Eigenbauten? Wenn es dann überhaupt noch Rennstrecken zum Fahren gibt, denn besonders in Deutschland musste ja unbedingt alles Formel 1 Standard haben. Die Gigantanlagen stehen vor großen Herausforderungen, der Lausitzring wurde aktuell schon vom autonomen Tsunami einkassiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich neidisch auf die Engländer mit ihren kleinen Clubrennstrecken bin.

Kleiner Blick in die Vergangenheit, denn der Motorsport wurde schon einmal totgesagt während der Ölkrise der 70er. Doch im Vergleich zu den heutigen Umwälzungen war das damals eine temporäre Geschichte. Umwälzungen sind endgültig - siehe Musik, Fotografie, oder Kommunikation.

Wie altbacken der Motorsport inzwischen schon ist, sieht man gut an dem Rückstand der Wettbewerbstechnik gegenüber den bereits käuflichen Serienfahrzeugen. Während sich früher technische Entwicklungen vor ihrem Serienstart erst im Sport beweisen mussten, ist heute die Technik der Straße weiter als der Wettbewerb. Pikes Peak oder IOMTT hat elektrische Beispiele gesehen - aber Le Mans wartet immer noch auf seinen ersten rein elektrischen Einsatz - so sehr wird sich an die herkömmliche Technologie geklammert. Natürlich auch durch das Diktat der Hersteller, Audi’s Le Mans Diesel vorneweg. Immerhin können wir uns glücklich schätzen das letzte Aufbäumen der Dinosaurier miterlebt zu haben, die Schlachten in Le Mans, als die Grenzen im Wettkampf komplett ausgelotet wurden. Was wohl die NASCAR macht, wo das V8 Getöse Teil der DNA ist?

Die Reaktionen und Kommentare, die ich zur Zeit zu lesen bekomme, sind weit von diesen Gedanken entfernt. Ähnlich wie die Autoindustrie mit ihrem Diesel klammern sich weltweit die Fans an Sound und Spektakel, als wäre ihnen irgendjemand etwas schuldig. Dass sie sowieso nur Mittel zum Zweck in dem großen Spiel sind, damit die Marketingmillionen auch in einem angemessenen Rahmen zur Geltung kommen, wird verdrängt obwohl es alle wissen.

Vielleicht liegt es an meinem Alter oder dem Tinitus, aber ich freue mich auf den Umbruch. Schlimmer als heute kann es sowieso nicht mehr werden, die Aktiven werden geschröpft und gegängelt bis zur Belastungsgrenze, obwohl sie doch nur mit Freude ihren Sport ausüben wollen. Die Elektrifizierung wird völlig neue Dimensionen der Dynamik eröffnen - wartungsarme Sportgeräte, von denen wir nichtmal zu träumen wagen, werden für alle zugänglich. Lärm- und Umweltschutzbeschränkungen sind Themen von gestern - dadurch eröffnen sich völlig neue Konzepte, Veranstaltungsorte und Formate. Jedes Wochenende 24h-Rennen? Wäre kein Problem mit Elektroantrieb. Eine Crossbahn in der Innenstadt? Ja warum denn nicht, gute Idee.

Lasst uns aufbrechen in das neue Zeitalter! Schneiden wir die alten Zöpfe ab, solange noch Zeit dafür ist. Oder der Motorsport endet wie der Diesel: verachtet, korrumpiert, und furchtbar altbacken.

Zukunft | LeMans | Elektro | Dieselgate | FormelE |


Dienstag, 25. Juli 2017

Mercedes zieht den DTM Stecker.

Noch dieses und nächstes Jahr - und ab 2019 sind sie aus der DTM raus.

Kann man ihnen nicht verübeln, denn die DTM-Organisation ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht mehr mitbekommt, was um sie rum passiert.

Es ist nicht mehr opportun mit stinkenden Verbrennungsmotoren auf Rennstrecken zu fahren - und damit nicht mehr massentauglich. Und genau das wollte die DTM immer sein, zusammen mit der steuerfinanzierten ARD hohe Reichweiten erreichen, um gute Argumente für die hohen DTM-Marketingausgaben der Hersteller zu haben.

Der Einstieg in die Formel E ist natürlich nicht der Grund, aber eine willkommene Ausrede. Nicht ganz so peinlich wie bei Audi’s Le Mans Ausstieg, aber es wird in der breiten Öffentlichkeit niemand hinterfragen und gibt der Formel E wieder etwas mehr Aufmerksamkeit. Die sich darüber natürlich freut, während man bei der ITR trotzig die Fahne von “einer der bedeutendsten Tourenwagen-Serien der Welt” hochhält.

Gestern dachte ich noch: die DTM ist auch nichts anderes als einer dieser Arbeitskreise der deutschen Automobilindustrie, wo in heimlichen Treffen Maßnahmen ausgeklüngelt werden, um den Kunden etwas vorzugaukeln.

Für die, die hier schon länger mitlesen, kommt die Geschwindigkeit, mit der sich aktuell die Ereignisse überschlagen, nicht überraschend. Und im Vergleich, was da in Zukunft auf uns zukommt, ist das bisher alles Kindergarten. Die Disruption hat noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen und wenn der Motorsport nicht unter die Räder kommen will, muss er sich schleunigst neu aufstellen. Aber so lange der DMSB das Sagen hat, brauchen wir uns hier bei uns über Veränderungen keine Sorgen zu machen - allerdings erledigt sich das Thema dann auch ziemlich schnell von selbst.

Das erklärt auch den seltsamen Zeitpunkt der Meldung: Montags abends mitten in der Saison - aus heiterem Himmel. Schwer vorzustellen, dass das von langer Hand geplant gewesen wäre.

Kleiner Realitätsabgleich: vor nicht einmal 3 Jahren hat die ITR noch von einem weltweiten Reglement geträumt - in Japan hat man das sogar ernstgenommen und das eigene Regelement angepasst. So schnell wird man heute von der Wirklichkeit eingeholt.

Früher hätte man sich über den Weggang von Mercedes tatsächlich noch freuen können, dann wäre der Einstieg leichter gewesen für andere Hersteller wie Toyota, Alfa oder Citroen. Die haben aber inzwischen auch ganz andere Sorgen und sehen natürlich die selbstgefällige Bräsigkeit, mit der sich ITR und DMSB selber im Weg stehen. Bei BMW und Audi wird das einige Diskussionen in Gang setzen - beide haben sich bereits für die Formel E verpflichtet: Audi in der kommenden Saison (17/18), BMW danach (18/19) und dann Mercedes (19/20).

Denn der Kalender der Formel E ist anders strukturiert: die Rennen gehen von Oktober bis Juli - in der aktuellen Saison steht der letzte Lauf bevor. Das heißt der Einstieg in den Elektrosport von Mercedes wird im Herbst 2019 vollzogen. Sie hatten sich eine Option offen gehalten und diese um ein Jahr verlängern können.

Wenn die DTM jetzt implodiert, hat das noch einen anderen Effekt: die Formel E macht alles anders und fährt absichtlich nicht auf Rennstrecken, sondern installiert Kurse dort, wo die Leute schon sind: in den Metropolen. Da können die Rennstreckenbetreiber nur mit den Schultern zucken und müssen zuschauen, wie ihnen die Felle davonschwimmen. Wenn die etablieren Rennserien nicht in der Lage sind, sich zu modernisieren - und zwar nicht irgendwann, sondern ganz schnell. Und die armen DMSB Funktionäre hätten auch keine Möglichkeit mehr um die Welt zu jetten und lecker Hospitality abzugreifen. Dass Werksfahrer keine zukunftssichere Berufswahl mehr ist, hatte ich ja auch schon öfter.

Jetzt rächt sich das, war wir immer kritisiert haben: in den verkrusteten Strukturen sind gravierende Veränderungen unmöglich, die Konflikte zwischen ITR-DMSB-ARD-OEMs lähmen sich gegenseitig und ersticken jede Revolution im Keim. Damit ist die DTM auch so etwas wie ein Sinnbild des Auslaufmodells der etablierten Autoindustrie: selbstgefällig, zurückgeblieben und unbeweglich.

Mercedes | FormulaE | DMSB | TourenwagenMasters | Arbeitskreis | Disruption | Elektro |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Schon mal dran gewöhnen, dass die Autos der Zukunft nur noch ein Pedal haben.

Beim Nissan Leaf schon im neuen Modell, dass im September kommt:

“With the flip of a switch, the technology turns your accelerator into an e-Pedal, allowing drivers to accelerate, decelerate and stop using just the e-Pedal. e-Pedal technology is the world’s first one-pedal operation that allows drivers to bring the car to a complete stop even on hills, stay in position, and resume driving instantly.” .

Kupplung fällt weg, eh klar. Aber Bremse fällt auch weg, weil das alles mit einem Pedal gesteuert wird. Nimmt man den Fuß vom Gas, reduziert das Auto die Geschwindigkeit - wenn es sein muß bis zum Stilstand.

Stelle ich mir ganz witzig vor.

Leaf | Pedal | Elektro |


Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Samstag, 15. Juli 2017

Aktuelles Tony Seba Video über Clean Disruption.

Kann ich nicht genug von bekommen - und ich teile es hier auch regelmäßig, damit hinterher keiner sagt es hätte niemand gewarnt.

youtu.be/4hoB7HN4B0k

Das ist von einem Vortrag vom 8.Juni und dauert eine Stunde - lohnt sich aber. Basiert in großen Teilen auf diesem Report, sind aber auch neue Sachen dabei bzw. aktualisierte Zahlen. Das mit dem Aktualisieren geht so schnell, dass selbst Tony Seba kaum noch hinterher kommt.

Die Fragen, die für mich offen bleiben:

  • Wird denn dann der Sprit billiger, wenn die Nachfrage so massiv zurückgeht?
  • Was passiert mit den ganzen existierenden Autos? Werden die Kosten für die Halter explodieren? Tony Seba geht sogar davon aus, dass man Geld in die Hand nehmen muss, um sie in Zukunft loszuwerden.
  • Werden sich Gebiete entwicklen, auf denen das aktive Fahren noch gepflegt wird? Oder geht das komplett den Bach runter? Reiten können ja heutzutage auch nur noch die Wenigsten.
  • Und wie immer steht im Raum: was passiert mit dem Motorsport? Ich könnte mir inzwischen sogar vorstellen, dass es dem Sport gut tut, wenn sich die Hersteller zurückziehen. Und mit den ganzen alten ICE Autos, die ja dann keiner mehr braucht, könnte man wunderbar noch ein paar Jahre sportlich rumfahren auf Rennstrecken. Da könnten sich ganz neue - kostengünstige - Konzepte entwickeln. Und wenn die aufgebraucht sind, lässt sich mit den leisen EVs rund um die Uhr fahren - keine lästigen Lärmschutzbestimmungen, die einen daran hindern könnten. Jedes Wochenende 24h-Rennen anybody?

Seba | Elektro | Autonom | disruptive |


Rote Flaggen durch einen Fotograf beim FIA WEC Lauf am Ring.

Wer war das?!

Die wichtigen Longruns der Teams wurden durch einen verrückten Fotografen behindert. Der Mann, der vor Aufnahme seiner Tätigkeit an einem Briefing durch die FIA hatte teilnehmen müssen, hielt sich nahezu ungeschützt im Bereich der Ford-Kurve auf. Der Rennleitung bot sich nur eine einzige Möglichkeit: Unterbrechung der Session mit roten Flaggen.

Und hier :

FP2 also saw a red flag, but for a German photographer who was standing in the run-off area in Turn 5. The photographer was escorted out of the facility and has been permanently banned from the WEC, ELMS and 24 Hours of Le Mans, according to FIA media delegate Jeff Carter.

Ich habe ein gutes Alibi, bin nämlich nicht vor Ort: Cheffin hat GT und der Rasen hatte es mal wieder nötig. Außerdem waren die letzten Wochen echt anstrengend - bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Wie man ausgerechnet bei der WEC allerdings auf die Idee kommen kann, sich über die Vorschriften hinwegzusetzen, ist mir ein Rätsel. Denn ausgerechnet in dieser Serie zieht nämlich Jeff Carter alle Register, um wirklich jedem einzubläuen, was erlaubt ist und was nicht. Ich kenne keine Details, aber ich fürchte dass diese Aktion es allen Fotografen in Zukunft noch schwerer machen wird, weil die Zügel noch weiter angezogen werden und die Fotografen-Briefings noch ausladender. Eventuell werden sogar die Akkreditierungs-Richtlinien weiter verschärft. Na herzlichen Dank.

Mir tut es ehrlich leid für Jeff Carter, weil er macht einen Super-Job, allen geduldig bei jedem Rennen auf's Neue zu erklären was geht und was nicht. Das Ganze auch sehr anschaulich mit Beispielfotos und Videos. Und jetzt bekommt er wahrscheinlich vom Race Director einen drüber, wie so etwas passieren konnte.

FIAWEC | Carter |


Mittwoch, 12. Juli 2017

Viele Fragen, viele Antworten: der Floersch-Formel-4-Vorfall kommentiert von ADAC und DMSB.

Das hat man selten erlebt, dass ein Formel 4 Rennen international soviel Aufmerksamkeit bekommt - zumal Mick Schumacher gar nicht mehr in der Serie mitfährt. Sophia Flörsch wurde von einem Sicherheitsfahrzeug fast von der Strecke gerammt, sie hat es per Onboardvideo über Social Media geteilt und international Fürsprache bekommen. Auch ich war geschockt, habe es aufgegriffen und bissig kommentiert. Allerdings sind für mich viele Fragen offen geblieben und ich habe - was bei mir eher selten vorkommt - einen Schwung Fragen formuliert und ADAC bzw. DMSB um Antwort gebeten.

Heute kamen zwei ausführliche Emails mit den aufgeteilten Antworten von ADAC (Oliver Runschke) und DMSB (Michael Kramp), die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

1.) Welcher Vorfall hat die roten Flaggen erfordert?

ADAC: Ein Dreher von Tom Beckhäuser im zweiten freien Training in das Kiesbett in Kurve 10. Auf dem im Internet kursierenden Clip ist das im Kiesbett entgegen der Fahrtrichtung stehende Fahrzeug von Beckhäuser auf der Höhe des Bergungsfahrzeuges zu sehen.

2.) Wie waren die genauen zeitlichen Abstände dieses Vorfalls, das rote Flaggensignal und das Beinahe-Zusammentreffen von Bergungswagen und Sophia Floersch?

ADAC: Die Session wurde um 13.42 Uhr mit der roten Flagge unterbrochen. Zu dem Zeitpunkt als Sophia Flörsch Kurve 10 passierte, wurde seit rund 30 Sekunden rot gezeigt. Auf dem Video-Clip ist zu erkennen, dass Sophia Flörsch zwei Posten mit roten Flaggen passiert sowie eine Signalbrücke mit roten Lampen. Das Onboardvideo der Incident-Cam zeigt, dass Sophia Flörsch bei der Anfahrt zur Schikane Vollgas gibt, die Schikane mit Tempo 151 km/h durchfährt und im Scheitelpunkt Kurve in der Anfahrt auf die Gegengerade wieder beschleunigt.

3.) Welche offizielle Kommunikation kann man zu diesem Vorfall finden und wann wurde diese veröffentlicht? (Die Homepage schweigt sich jedenfalls aus: https://www.adac-motorsport.de/adac-formel–4/de/news-all/)

ADAC: Sämtliche Entscheidungen der Sportkommissare bei der ADAC Formel 4 werden im Media Center vor Ort ausgelegt. Gesammelt werden die Entscheidungen am Montag nach der Veranstaltung online veröffentlicht. Zu finden sind die Entscheidungen im frei zugänglichen ADA-Motorsport-Presseportal unter der Rubrik Ergebnisse. Entscheidungen, die direkte Auswirkungen auf den sportlichen Ablauf der Veranstaltung haben, werden entsprechend in Newstexten und Pressemeldungen erwähnt.

4.) Wie ist die Verantwortung bezüglich der Strafe aufgeteilt - welche Rollen spielen Veranstalter, ADAC und DMSB? Welche Person(en) verantworten die Strafe gegenüber Sophia Floersch?

DMSB: Der DMSB stellt bei der Formel 4 die Mitarbeiter der Race Control (Renndirektor etc.), die Technischen und die Sportkommissare. Die Besatzungen der S-Wagen sind Mitglieder der DMSB-Staffel. Die Strafen wurden von einem Dreiergremium der Sportkommissare verhängt. Vorsitzender ist Achim Loth, der seit mehreren Jahren permanent bei allen Formel–4-Veranstaltungen als Sportkommissar tätig ist.

5.) Gibt es bei der F4 Serie so etwas wie Race Stewards bei der Formel 1, die sich aus Fahrerkreisen rekrutieren, über solche Vorfälle beraten und zu einem Ergebnis kommen?

DMSB: Nein, Race Consultants gibt es in Deutschland derzeit nur in der DTM.

6.) Wie ist die weitere Vorgehensweise zu diesem Vorfall?

DMSB: Wie vom Reglement vorgesehen, ist der Fall von den Sportkommissaren vor Ort bestraft und darüber hinaus an das Sportgericht des DMSB weitergeleitet worden. Die Unterlagen sind inzwischen in der DMSB-Geschäftsstelle eingegangen und das Verfahren wird in Kürze eröffnet. Da verschiedene Fristen bei der Ladung der Beteiligten zu beachten sind, dauert es erfahrungsgemäß einige Wochen bis zur Verhandlung.

7.) Wird es von der F4 Organisation eine in Englisch verfasste Kommunikation geben, um die Bedenken der internationalen Motorsport-Community zu adressieren?

(Mike: hier gab es eine Rückfrage - also noch offen)

8.) Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um eine ähnlich brenzlige Situation in Zukunft zu verhindern? Nur auf diese F4 Serie bezogen oder serienübergreifend?

DMSB: Das Thema der roten Flaggen wird sicher in der Fahrerbesprechung der Formel 4 bei der nächsten Veranstaltung vom Renndirektor erneut zur Sprache gebracht. In Art. 10.3 b des Rundstreckenreglements heißt es u. a.
„Wenn das Zeichen zur Unterbrechung (rote Flagge) gegeben wird:
1) Während eines Trainings / einer Qualifikation / eines Warm-up: Alle Fahrzeuge müssen sofort ihre Geschwindigkeit verringern und langsam zu den Boxen zurückfahren;
3) Überholen ist verboten und die Fahrer sollten beachten, dass sich Renn- und Servicefahrzeuge auf der Strecke befinden können, dass die Strecke aufgrund eines Unfalls vollständig blockiert sein kann und die Strecke aufgrund der Witterungsbedingungen im Renntempo nicht mehr befahrbar ist.”
Erinnert sei in diesem Zusammenhang übrigens an den Unfall in Spielberg (Rennen 1, Kurve 3), wo die Strecke tatsächlich durch mehrere verunfallte Fahrzeuge blockiert war. Gerade weil ein Fahrer nicht wissen kann, welche Hindernisse sich hinter der nächsten Kurve auf der Strecke befinden, muss er bei roter Flagge „auf Sicht fahren“ und das Tempo entsprechend anpassen.

9.) Warum wird den jungen Serienteilnehmern nicht erlaubt, mit eigenem Videomaterial ihre Social Media Kanäle zu füttern, wo doch aktuell selbst die Formel 1 die Zeichen der Zeit erkannt hat?

ADAC: Grundsätzlich begrüßen wir wenn die Teilnehmer der ADAC Formel 4 aktiv Social-Media-Kommunikation betreiben. Deshalb gibt es auch spezielle Bewegtbildrichtlinien, die die Bedürfnisse von Social-Media-Kommunikation abdecken. Das im Umlauf gebrachte Material war allerdings kein Material aus einer klassischen Onboardkamera sondern Material aus der vom Reglement vorgeschriebenen „Incident Cam“. Diese Aufnahmen stehen dem DMSB zur Analyse von Zwischenfällen zur Verfügung sowie den Teams zur Unterstützung ihrer internen Analysen. Sie enthalten Daten wie Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Gaspedalstellung etc.. Die Veröffentlichung dieses Materials ist den Teilnehmern laut ADAC Formel 4 Reglement (Artikel 27.10.) untersagt. Zuwiderhandlungen sehen entsprechende Strafen vor.

Soweit die Antworten - natürlich liegt mir wie immer viel daran, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet - ergänzend biete ich hier auch meinen Kommentar dazu an:

Generell finde ich die Aufteilung ADAC / DMSB interessant - so ein konkreter Fall hilft es anschaulich zu erklären. An der Stelle auch herzlichen Dank an die beiden Herren für die ausführlichen und nüchternen Antworten und die detailreichen Hintergründe.

Zum Vorfall selber: Sophia hat die Diskussion heftig aufgeheizt, indem sie das Video ohne Erklärung der Umstände in Umlauf gebracht hat. Freies Training und Abbruch mit roter Flagge - das hätte geholfen, um die Situation zu verstehen. Ich werde auch den Eindruck nicht los, dass sie absichtlich Stimmung machen wollte - die Darstellung der Dinge ist schon sehr einseitig und oberflächlich betrachtet sieht es so aus, als wäre im Rennen ohne Vorwarnung ein Fahrzeug der Streckensicherung auf die Rennstrecke gefahren.

Natürlich muss sich auch die Streckensicherung Gedanken machen, wie das passieren konnte - auch bei rot muss man damit rechnen, dass noch eine Hitzköpfin angeflogen kommt.

Bei der Strafe für das Video hat Sophia die Umstände nicht erklärt, siehe Punkt 9.) oben. Erstmal wurden öffentlich die 20.000 € diskutiert, in Wirklichkeit sind es dann nur 5.000 € geworden. Ich bin jedenfalls davon ausgegangen, dass es sich um teaminterne Aufnahmen handelte - ich wusste bis heute gar nicht, was eine Incident Cam ist. Wieder was gelernt.

Und wie kommt die ganze Geschichte in die Bildzeitung, bzw. auf bild.de? Die generell und nach Mick Schumacher die Formel 4 ja nicht unbedingt auf dem Schirm haben? Sophia wird pressetechnisch von Georg Nolte betreut, der auch Nico Rosberg zu seinen Klienten zählt. Die Beziehungen wären also theoretisch da, um so eine Story sogar bei Bild zu platzieren.

Ich bin mal gespannt, wie Sophia - oder soll ich sagen Georg Nolte? - weiter mit der Sache umgeht. Spätestens zur Gerichtsverhandlung wird das Thema wieder aufleben. Auch die Reaktionen von Leena Gade, Marco Bonanomi, Peter Dumbreck, Damon Hill, David Heinermeier-Hansson, Filipe Albuquerque, …. würden mich interessieren - ob ihnen die Hintergründe bei ihren Kommentaren so klar waren?

Eure Kommentare sind auch willkommen - im Forum oder auf Twitter bzw. Facebook.

UPDATE:

ENGLISH SUMMARY

The original story with the video of the incident went viral internationally and has been discussed a lot. Here is a summary of what the organisers have to say - I asked them a couple of questions and they came back with detailed answers. They are pasted above in original form in German and are condensed by myself to the key facts here in English.

The incident happened in the second free practice session when a car got stranded in the gravel of corner 10 - right after the chicane - see track layout here. The stranded car can be seen in the video opposite the intervention car - facing into the wrong direction.

Due to the stranded car the session got stopped with red flags at 13:42 and when Sophia passed corner 10 the track was already red flagged for about 30 seconds. In the video it can be seen that she passes 2 posts with red flags and 1 red signal light.

The video was not an ordinary onboard video, as it was not recorded by the team’s own equipment, but contained in the so-called “incident cam”, which is required by regulations for every participant. These recordings shall allow the organisers to analyse incidents and are not allowed to publish, which is also part of the regulations (Artikel 27.10) as is the minimum penalty of 20.000 € in case of infringement. See the original Formula 4 regulations in English here for reference.

Flagging signals are part of “Rundstreckenreglement”, which states that one has to slow down immediately and slowly drive back to the pits.

In the short video Sophia posted it can be seen that she is on full throttle twice: approaching the chicane and after the chicane.

Concluding the summary of the details above, let me also add my personal view: the story made big highlights internationally, but also here locally in all motorsport publications. Surprisingly also in Bild Zeitung, which is German yellow press. Given that Sophia’s press officer is the same Georg Nolte who also looks after Nico Rosberg, the connections for placing such a story are theoretically given. Normally Bild Zeitung couldn’t care less about Formula 4 now that Mick Schumacher has moved on and left the series.

I’m not biased in any way, but I also picked up the story and I didn’t spare with criticism against the organisers. However now, after knowing more background, I feel sort of betrayed, as key facts have been suppressed. The way it went and also how it was handled afterwards with no or little intention to clarify the underlying details, I’m under the impression this was a welcomed little sensation to raise Sophia’s publicity.

Clearly the intervention car should operate much more sensible even under red flags - no question about that. But red flags should be strictly respected by drivers for their own safety, but also that of others.

Floersch | Formel4 | DMSB | ADAC |


Montag, 10. Juli 2017

Meine Fragen an DMSB/ADAC zu der Sophia Floersch F4 Geschichte.

Da sind nicht nur bei mir einige Fragezeichen offen geblieben, daher dachte ich ich frage mal bei DMSB und ADAC nach:

  1. Welcher Vorfall hat die roten Flaggen erfordert?
  2. Wie waren die genauen zeitlichen Abstände dieses Vorfalls, das rote Flaggensignal und das Beinahe-Zusammentreffen von Bergungswagen und Sophia Floersch?
  3. Welche offizielle Kommunikation kann man zu diesem Vorfall finden und wann wurde diese veröffentlicht? (Die Homepage schweigt sich jedenfalls aus: https://www.adac-motorsport.de/adac-formel–4/de/news-all/)
  4. Wie ist die Verantwortung bezüglich der Strafe aufgeteilt - welche Rollen spielen Veranstalter, ADAC und DMSB? Welche Person(en) verantworten die Strafe gegenüber Sophia Floersch?
  5. Gibt es bei der F4 Serie so etwas wie Race Stewards bei der Formel 1, die sich aus Fahrerkreisen rekrutieren, über solche Vorfälle beraten und zu einem Ergebnis kommen?
  6. Wie ist die weitere Vorgehensweise zu diesem Vorfall?
  7. Wird es von der F4 Organisation eine in Englisch verfasste Kommunikation geben, um die Bedenken der internationalen Motorsport-Community zu adressieren?
  8. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um eine ähnlich brenzlige Situation in Zukunft zu verhindern? Nur auf diese F4 Serie bezogen oder serienübergreifend?
  9. Warum wird den jungen Serienteilnehmern nicht erlaubt, mit eigenem Videomaterial ihre Social Media Kanäle zu füttern, wo doch aktuell selbst die Formel 1 die Zeichen der Zeit erkannt hat?

Falls jemand sonst noch mehr Hintergründe hat, würde ich mich darüber natürlich auch freuen.

So eine Geschichte hätte gar nicht erst passieren dürfen, aber sie ist passiert und jetzt ist es wichtig, dass sie nicht noch einmal vorkommt.

Floersch | Formel4 | DMSB | ADAC |


Montag, 03. Juli 2017

Mikebericht vom Goodwood Festival of Speed: WOW!

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll - ich weiss nur soviel: es hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen.

Aber der Reihe nach: eigentlich hatte ich keinen Grund mich über Langweile zu beschweren - 24h Nürburgring, Le Mans, 1 Woche Panigale testen … ziemlich strammes Programm in den letzten Wochen für einen Amateursportler.

Am Ring hatte ich mich gefreut den Sascha zu treffen - inklusive seinem Onkel Manfred - und wir konnten uns intensiv austauschen über alles Mögliche. Von den Anfängen des Motorsports bis hin zum Ausblick auf das autonome Fahren - Sascha ist der perfekte Gesprächspartner. Zusätzlich noch sein kürzlicher Umstieg vom Blogger direkt in’s Daimler-Management, da ist der neugierige Mike natürlich kaum zu halten. Und nebenbei haben wir auch mal locker überlegt, ob ich nicht einen Event der Sterne begleiten könnte - was käme denn da in Frage? “Wie wär’s mit Goodwood?” Ja klar - warum nicht - hab ich schon viel von gehört - wann ist das denn? Oh … schon so bald … na gut - egal - probieren kann man es ja mal.

Goodwood Festival of Speed 2017

Tja, und nur 5 Wochen später sitze ich im Flieger nach Heathrow, Hotel- und Mietwagenbuchung von Mercedes Classic in der Tasche, und sehe ziemlich aufgeregt der Tatsache entgegen, gleich in einem Rechtslenker die M25 Richtung Süden zu schwimmen.

Ich hatte keine Lust mich mit irgendeinem Navi rumzuärgern, in das man sich erst wieder reinfuchsen musste - also hatte ich in weiser Voraussicht auch mein Handyhalter für die Scheibe eingepackt. Dank Ladekabel perfektes Setup und teure Roaminggebühren gibt es auch keine mehr.

Goodwood liegt eine gute Stunde vom Flughafen entfernt und nachdem ich ein paarmal mit der rechten Hand den Ganghebel gesucht hatte und links mal kurz den Bürgersteig rasieren musste, kam ich gut in Schwung - lief besser als befürchtet. Allerdings ohne einen einzigen Pfund in der Tasche und Euro werden sie wohl beim Parken in Goodwood nicht annehmen. Aber ich fahre ja noch durch ein paar Ortschaften, da gibt es sicher einen Automaten.

Pustekuchen! Von der Autobahn runter kamen nach ein paar Kilometern nur idyllische Dorfkulissen verbunden durch enge englische Landstrassen - eigentlich sehr schön, aber natürlich auch sehr geldautomatenarm. Ein bisschen wie am Ring: durch verschlafene Landstriche fahren, um dann bei einer Racing-Location anzukommen.

Meine nächste Erwartung sollte sich genauso schnell in Luft auflösen: konditioniert durch die Gängeleien am Ring dachte ich, dass man bei der Einfahrt zu den Parkplätzen gleich abkassiert wird - daher auch die Suche nach Bar-Pfunden. Nix da - freundliche Menschen, die mir geduldig den Weg zeigen - akkurat wurden die Besucher millimetergenau ausgerichtet, um dann in einem rustikalen, aber schicken Anhänger mit tollem Traktor vorneweg zum Eingang gefahren zu werden - alles für umsonst.

Ich bin davon ausgegangen, dass ich vor Ort keine Menschenseele kenne - aber der erste, der mir begegnete, war Puffi vom Frikadelliteam - höchste Zeit meine Erwartungshaltungen einmal mit Schwung in die Tonne zu kloppen.

Das war auch gut so, denn die Szenerie vor Ort ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher erlebt hatte. Die Qualität der Fahrzeuge, die schiere Menge an Fahrzeugen, die Vielseitigkeit von Motorrad über Auto, von 1900 bis 2017, die Gerüche und Geräusche - man wird konstant mit atemberaubenden Eindrücken geflutet, dass man unmöglich in der Lage ist alles zu verarbeiten. Deswegen kann auch dieser Bericht hier nur grob widerspiegeln, wie das in der Realität vor Ort aussieht.

Was mich bisher immer gestört hatte, wenn man Fotos oder Bewegtbilder aus Goodwood gesehen hat: sie konzentrieren sich auf die Action und es fällt einem schwer sich vorzustellen, wie die knapp 2 km lange Strecke in die Veranstaltung eingebettet ist. Ich habe daher versucht alles etwas weitläufiger und vielseitiger einzufangen, damit es etwas leichter fällt sich das Ganze vorzustellen.

Übrigens wie auch schon in Le Mans alles wieder ohne Akkreditierung und alle Fotos mit der kleinen Canon EOS 100D gemacht.

Die Größe des Geländes ist auch so ein Thema. Ich dachte das sei halt so eine Art Gutshof mit einer Straße - nur größer. Über welche Größe reden wir also hier? Etwas Recherche ergibt, dass das Grundstück des Duke - festhalten! - einer Fläche von etwa 50 km2 entspricht. Wow. Das wären also ungefähr die Abmessungen von Daun.

Jedenfalls habe ich es in meinen 3 Tagen vor Ort nicht geschafft alles einmal gesehen zu haben! Die Rallye Stage z.B., auf die ich unheimlich scharf war, war aufgrund der Entfernungen einfach nicht drin.

Und so reiht sich dann ein WOW! an das nächste. Wenn einem z.B. dieses Fahrzeug vor die Linse fährt:

Goodwood Festival of Speed 2017

… dann denkt man: Mmmh, der Typ sieht aus wie Gordon Murray. Nur in Goodwood IST das dann auch Gordon Murray.

Die Veranstaltung an sich ist unterteilt in Batches, denen verschiedene Klassen zugeordnet sind (Zeitplan). Das hat den Vorteil, dass man an den Programmtagen Fr/Sa/So immer alle Fahrzeuge 2x über den Tag verteilt in Aktion sieht. Das heißt aber auch, dass ständig Fahrzeuge in Bewegung sind, um in das Fahrlager geleitet zu werden oder zurück an ihren Platz - und es laufen sich auch IMMER irgendwo irgendwelche Motoren warm - zusätzlich zu den Geräten, die gerade auf der Bergrennstrecke unterwegs sind. Sowas wie Dezibelbeschränkung kennen die gar nicht - entsprechend lautstark spielt sich das alles IMMER ab.

Und wem das alles noch nicht reicht: 2x am Tag gibt es eine aufwendige Flugshow mit Fighter-Jets. Die fliegen nicht nur einmal drüber so wie in Le Mans, die zeigen 20 Minuten lang die spektakulärsten Manöver inklusive irrsinnigem Getöse.

Bei so einem temporären Veranstaltungsort, dem Mega-Programm, Gewusel und Gelärme sollte man eigentlich denken, dass es drunter und drüber geht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: perfekter und minutiöser Ablauf, freundliche Marshals und auch jede Menge davon, tolle Details und einheitliches Bild, … also auch ein Fest für die Sinne, das dem Namen “Festival” absolut gerecht wird.

Den Besuchern wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen, z.B. habe ich ohne groß danach zu suchen 2 mobile Geldautomaten gesehen. Das ist komfortabel - und hilft natürlich auch dabei den Umsatz für die geschäftstüchtigen Briten nach oben zu schrauben. Apropos Umsatz: das Pflicht-Goodwood-Shirt für die kleine Mia hat mal gerade 20 GBP gekostet. Und die Merchandising-Stände waren ständig gut gefüllt mit kaufwilliger Kundschaft.

Meine Erinnerungen an das 24h-Rennen am Ring oder auch der Besuch in Le Mans vor nur 2 Wochen waren mir noch frisch im Gedächtnis - aber ganz ehrlich: Goodwood stellt die beiden organisatorisch in den Schatten. Und das kann doch eigentlich nicht sein, dass ein temporärer Event die permanenten Rennstrecken alt aussehen lässt. Aber genau so ist es.

Goodwood Festival of Speed 2017

Und da haben wir ja jetzt noch nicht über das Programm gesprochen. Das Besondere in Goodwood ist, wenn der Duke einlädt, dann kommst Du. Da gibt es gar keine Diskussion. Und so präsentiert sich auch das Feld: nur die feinsten und geschichtsträchtigsten Exponate aus den Museen der Werke und reichen Privatiers - insgesamt 600 - und passend dazu natürlich die vorzugsweise weltmeistergeschmückten Fahrer. Die auf dem Weg zu ihrer eigenen Teilnehmer-Hospitality extra einen langen Weg entlanglaufen müssen, damit sich drumherum die Autogrammjäger aufstellen können. Die wissen nicht nur - im Gegensatz zu mir - immer, wer das gerade ist - die haben auch direkt das passende Bild zur Hand:

Goodwood Festival of Speed 2017

Nichts wird dem Zufall überlassen und in völliger Selbstverständlichkeit kommt der Ferrari GTO natürlich quer daher:

Goodwood Festival of Speed 2017

Die Eindrücke werden dir quasi mit 5 bar kontinuierlich in’s Gehirn gepresst und selbst wenn man gar nicht dran denkt, hat man ständig Sensationen vor den Augen. Hinter dem DTM Mercedes - frisch aus dem Museum - Michael Dunlop’s Einsatzgerät. Als wäre es das Normalste der Welt:

Goodwood Festival of Speed 2017

Auch wenn die Tickets nicht gerade günstig sind, der Event ist gerne ausverkauft und wir reden über 200.000 Besucher auf die 3 Tage verteilt.

Mein großer Dank geht an Mercedes-Benz Classic, die mich sofort herzlich in ihrem Team aufgenommen haben, als wäre es nie anders gewesen. Ich war nämlich der Einzige, der als Externer mitgereist war und man hat mich kurzerhand einfach für das Wochenende adoptiert. Großartig!

Goodwood Festival of Speed 2017

Ich hoffe ich konnte mit meinem Bericht etwas von dem Gefühl vermitteln, das sich vor Ort einstellt. Mir war ja klar, dass das nicht einfach wird. Gerne könnt Ihr Euch auch zurückmelden im Forum oder bei Facebook.

Zum Abschluss noch ein paar schöne Eindrücke - ich wünsche mir, dass ich auch in Zukunft noch einmal Gelegenheit bekomme diesen tollen Event zu genießen:

Goodwood | Mikebericht | Mikefotos | FestivalOfSpeed |


Samstag, 10. Juni 2017

Tony Seba veröffentlicht erschütternde wissenschaftliche Analyse zum Autofahren 2020 - 2030.

Hier kann man sich den Report als PDF runterladen - und wer den Mann - z.B. hier aus dem Blog - kennt, wird schon erwarten, dass kein Stein auf dem anderen bleibt:

We are on the cusp of one of the fastest, deepest, most consequential disruptions of transportation in history. By 2030, within 10 years of regulatory approval of autonomous vehicles (AVs), 95% of U.S. passenger miles traveled will be served by on-demand autonomous electric vehicles owned by fleets, not individuals, in a new business model we call “transport- as-a-service” (TaaS). The TaaS disruption will have enormous implications across the transportation and oil industries, decimating entire portions of their value chains, causing oil demand and prices to plummet, and destroying trillions of dollars in investor value — but also creating trillions of dollars in new business opportunities, consumer surplus and GDP growth.

By 2030, individually owned ICE vehicles will still represent 40% of the vehicles in the U.S. vehicle fleet, but they will provide just 5% of passenger miles.

2030 - das ist schon in 13 Jahren. Und nicht einfach so dahergesagt, sondern wissenschaftlich analysiert und belegt. Nur noch 5% des Verkehrs mit Verbrennern! Die aber im Vergleich mehr stehen als fahren und als Dinosaurier einer vergangenen Epoche noch 40% der Flotte ausmachen.

Ganz entspannt werden solche dramatischen Prognosen rausgehauen wie:

As fewer cars travel more miles, the number of passenger vehicles on American roads will drop from 247 million to 44 million.

Demand for new vehicles will plummet: 70% fewer passenger cars and trucks will be manufactured each year. This could result in total disruption of the car value chain, with car dealers, maintenance and insurance companies suffering almost complete destruction.

Conventional energy and transportation industries will suffer substantial job loss.

Ganze Industrien werden verschwinden und nichts wird den Zerfall aufhalten können.

Aber es gibt auch gute Nachrichten:

The TaaS disruption will bring dramatic reductions or elimination of air pollution and greenhouse gases from the transport sector, and improved public health.

The geopolitical importance of oil will vastly diminish.

TaaS will dramatically lower transportation costs.

Warum macht Toni Seba das eigentlich - also den Leuten die Welt erklären?

Our main aim in starting this conversation is to provide an evidence-driven systems analysis that helps decision-makers who might otherwise rely purely on mainstream analysis.

Das ist tatsächlich auch dringend nötig. Mir persönlich fällt in letzter Zeit immer häufiger auf, dass vielen Leuten einfach die Vorstellungskraft fehlt, sich dieses Szenario auszumalen. Liegt es an der mangelnden Phantasie oder wird der bevorstehende Wandel einfach aus Bequemlichkeit ignoriert? Ich weiß es nicht - ich weiß nur, dass viele Firmen, Manager, Politiker, usw. einfach weitermachen wie immer und den Veränderungen völlig unvorbereitet gegenüberstehen werden.

Dabei kennen wir solche heftigen Umwälzungen alle schon, denn es entwickelt sich ähnlich wie beim Smartphone: vor 10 Jahren wurde das iPhone bei seiner Vorstellung als Luxusartikel abgetan - heute ist unsere komplette Kommunikation rund um Smartphones aufgebaut. Selbst der Elternbeirat unseres Kindergartens wäre ohne WhatsApp stummgeschaltet. In nur 10 Jahren einmal auf links gedreht - das geht und wir haben es erlebt.

Nur dass es bei dem Thema Mobilität viel größere wirtschaftliche Auswirkungen geben wird, da mehrere Umwälzungen parallel stattfinden und sich gegenseitig beschleunigen: vom komplexen Verbrenner mit Getriebe zum simplen EV, vom manuellen Fahren zur autonomen Fortbewegung, vom traditionellen Besitzen der Fahrzeuge zur individuellen Inanspruchnahme von Mobilitätsdienstleistungen - ein eigenes Auto werden sich schon sehr bald nur noch die Wenigsten an’s Bein binden.

Mehr Infos zu der provokanten, aber fundiert begründeten Ausarbeitung auf der Team-Webseite rethinkx.com.

Seba | RethinkX | Zukunft | Elektro | Autonom |


Ross Brawn über die Formel 1 Zukunft in einer elektrischen und autonomen Mobilitätswelt.

Zum ersten Mal lese ich, dass sich jemand Gedanken macht, wie es mit dem Motorsport weitergehen könnte in einer Welt voller elektrischer und autonomer Mobilität.

Dieser “jemand” ist kein Geringerer als Ross Brawn, der technische Stratege, der inzwischen in den Diensten des neuen Formel 1 Besitzers Liberty Media ist:

F1 is a little bit at a crossroads. The automotive world is going off on a different direction now, with fuel cell cars, electric cars, autonomous driving – and that’s not F1. How do we find the relevant path for the future?

Dieser Schritt ist längst überfällig und hätte meiner Meinung nach schon vor Jahren vollzogen werden sollen: das Abnabeln von dem Diktat der Hersteller, die im Motorsport ihre technischen Errungenschaften zu Schau stellen wollen. So fortschrittlich und technisch beeindruckend das auch ist, für den SPORT ist es das Todesurteil, denn der Fahrer wird zum Bediener degradiert. Und diese Entwicklung der elektronischen Unterstützung nimmt weiter Fahrt auf, bis wir schon in ein paar Jahren bei autonom gesteuerten Fahrzeugen landen werden.

Das widerspricht natürlich dem Anspruch der Formel 1 und es ist höchste Zeit dies zu erkennen und gegenzusteuern, wenn man den Sport in eine erfolgreiche Zukunft steuern will.

Die Interessen der Hersteller und die der Sportveranstalter werden sich trennen müssen, und je früher das vorbereitet wird, desto größer die Überlebenschancen des Motorsport als Sportart. Ob die Hersteller dann noch mitspielen wollen, wird sich zeigen. Doch die Weichen müssen ohne deren Einfluss gestellt werden, mit dem Ziel die sportliche Qualität zu verbessern, um die Fans auf der ganzen Welt begeistern zu können.

Drücken wir Ross Brawn die Daumen, dass er sich mit seinem Weitblick gegen die versammelten Einzelinteressen durchsetzen kann.

Natürlich ist diese Weichenstellung nicht bei der Formel 1 zu Ende - auch die anderen Serien müssen sich bekennen und diesen Schritt gehen, wenn sie nicht ihre Daseinsberechtigung auf's Spiel setzen wollen. Aber die Formel 1 war schon immer ein guter Vorreiter - da besteht also Hoffnung.

Formel1 | Zukunft | Brawn |


Donnerstag, 08. Juni 2017

Kleiner Realitätsabgleich, per Email reingekommen:

Willkommen in der Zukunft

Gruss aus Hong Kong, hier siehst du mittlerweile mehr Teslas als Porsche… Manchmal fahren schon zwei hintereinander.

Elektro | Tesla | HongKong |


Dienstag, 30. Mai 2017

Leute, kauft Euch noch schnell ein altes Motorrad.

Also “alt” als Gegenteil von “neu”, denn:

Mit Internet, digitalem Schutzschild und vielen Detailinnovationen soll das Motorradfahren der Zukunft smarter und sicherer werden. Zulieferer Bosch zeigt jetzt die neuesten Entwicklungen.

Ich hatte mir auch letztes Jahr StVZO-tauglichen Zweiradzuwachs gegönnt und wollte unbedingt ABS vermeiden. Da musste ich schon 12 Jahre zurückgehen. Unschlagbar günstig sind diese Kraftwerke übrigens auch! Gegen die Einspritzung habe ich mich nicht gewehrt, funktioniert auch tadellos. Aber digitales Schutzschild? Die haben doch den Knall nicht gehört.


Montag, 22. Mai 2017

Unter Ross Brawn möchte die Formel 1 auf einmal von der MotoGP Serie lernen.

uk.reuters.com:

Ross Brawn, the former Ferrari technical director who has run three teams and is now Formula One’s managing director for motorsport, said he was open to learning lessons from any other series. The Briton told Reuters that he and Carmelo Ezpeleta, chief executive of MotoGP rights holders Dorna, had discussed “areas of cooperation and how we can learn from what each of us does” at last weekend’s Spanish Grand Prix in Barcelona. On a basic level, that means working to limit a clash of calendars.

Dieses Jahr gibt es 8 (!) Terminüberschneidungen bei Formel 1 und MotoGP.

Auch dass sich in der Formel 1 nicht die besten Fahrer messen, ist Ross Brawn ein Dorn im Auge. Einige Team müssten aus kommerziellen Gründen auf Bezahlfahrer zurückgreifen. Im Gegensatz dazu stehen bei der MotoGP zweifelsfrei die besten Motorradfahrer der Welt am Start. Und in Moto2 und Moto3 wird gleichzeitig sehr erfolgreich der Nachwuchs gezüchtet - siehe Johann Zarco, der am Wochenende seine französischen Landsleute begeistert hat und aus eigener Kraft auf’s Treppchen gefahren ist.

Wie ich schon vor 4 Jahren geschrieben habe:

Wenn man die Entwicklung zuende denkt, dann werden wir irgendwann für jedes Wochenende ein Motorsport-Highlight haben, das die Konkurenz in den Schatten stellt und unsere komplette Live Aufmerksamkeit verdient. Dadurch natürlich die Sponsoren-Engagements auf sich vereint ebenso wie die Top-Teams und Fahrer. Und es geschafft hat über die Kanäle hinweg die Fan-Diskussionen im Netz zu dominieren im Vergleich zu anderen Veranstaltern.

Das heißt, wenn sich F1 und MotoGP auf einmal einig werden, dann ist für die anderen Serien noch weniger Platz - das Rennen um die Aufmerksamkeit ist bereits in vollem Gange.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich von der F1 dieses Jahr nicht viel mitbekommen habe - aber bei der MotoGP habe ich noch keine Rennsekunde verpasst.

Brawn | Formel1 | MotoGP | Zukunft | Berichterstattung |


Donnerstag, 11. Mai 2017

Hier kommen 3 elektrische Energicas eine Passstrasse hoch - schonmal so als Vorgeschmack, wie sich das in Zukunft anhören wird.

Ich muss immer an die Straßenbahn denken, aber wir werden uns dran gewöhnen (müssen).

Energica | Elektro |


Dienstag, 09. Mai 2017

Michelin Power RS - neue Motorradreifen-Entwicklung.

Bei Michelin hat man die letzten 4 Jahre alle Register gezogen, um einen neuen Sportreifen zu entwickeln. Das ist in zweierlei Hinsicht erstaunlich: 1. dass das heutzutage 4 Jahre dauert - so hoch liegt die Latte schon - und 2. dass man dem Sportsegment eine Zukunft zutraut - sehr schön.

In Katar gab es kürzlich Testfahrten und die, die da waren, sind ziemlich begeistert:

1000ps.de, bmw-motorrad-portal.de, mutlistrada.eu, asphalt-süchtig.de, cycleworld.com, visordown.com, ... um mal ein paar Referenzen haben.

Denn sobald der Winter vorbei ist, der ja dieses Jahr ziemlich lange dauert, geht die Gasgriffsaison wieder los - vielleicht ist der neue Franzose ja eine Option falls frisches Profil benötigt wird. Deren Entwicklungsabteilung ist jedenfalls einiges zuzutrauen.

Michelin | PowerRS |


Dienstag, 11. April 2017

Freude am Fahren - aber BMWs dürfen nicht zum Trackday.

Und zwar die Neuen, die mit den ganzen Bevormundungssystemen. Die Rechner sind nämlich unberechenbar - für die anderen Teilnehmer:

For the first time that we know of a BMWCCA Chapter is banning all cars with collision avoidance systems from the time honored tradition of track days. More specifically the Genesee Valley Chapter is banning cars with “automatic emergency braking” and/or “lane keeping assistance” systems. According to the club, this ban is due to the systems causing cars to behave in unpredictable and undesirable ways on a racetrack.

Ja, man könnte das auch deaktivieren - aber kann man ja schon mal vergessen.

Das werden noch interessante Diskussionen werden in Zukunft. Es könnte ja auch jemand auf die Idee kommen, das Kollisions-Vermeidungs-System anderer Verkehrsteilnehmer gezielt einzusetzen, um die Bahn frei zu machen. Dafür bräuchte man nur auf Kollisionskurs gehen, der andere wird automatisch Platz machen.


Samstag, 11. März 2017

Zu Besuch beim Kölner Startup evopark.

Am Donnerstag hatte ich Gelegenheit die junge Firma in der Nähe vom Ebertplatz zu besuchen. Ich hatte schonmal Kontakt im November, als einer der Gründer - Tobias Weiper - einen Vortrag bei der TU Europe in München gehalten hat:

Zustande gekommen ist der Termin dann allerdings durch Jonas Kaczmarczyk, der - als gebürtiger Kölner und wohnend in Reetz bei Blankenheim - aktuell ein studienbegleitendes Praktikum dort macht, nachdem er vorher bei Manthey und Schnitzer gejobbt hat. Dem ein oder anderen von Euch wird er bekannt vorkommen. Sein Studium in Berlin wird er in einem Jahr abschließen. Der zweite auf dem Bild (rechts) ist Martin Storch, der das Marketing verantwortet und sich ebenfalls Zeit für den Termin genommen hat:

Das erklärte Ziel von evopark ist es, dass wir in Parkhäusern nicht mehr nach Kleingeld kramen müssen. Das geht sogar noch einen Schritt weiter, dass man auch nicht mehr das Fenster runterkurbeln muss, denn eine Chipkarte übernimmt die Kommunikation und die Schranke geht automatisch auf:

Die Schwierigkeit für das Unternehmen besteht darin, dass man einerseits den Parkhaus-Betreibern das Upgrade auf die Funktechnologie schmackhaft machen muss und andererseits die Kunden zur Registrierung animieren muss, damit sie als eingetragener User die Vorteile von evopark nutzen können.

Insgesamt arbeiten knapp über 20 Personen dort - wobei der Schwerpunkt aufgrund der Aufgabenstellung im IT Bereich liegt, also im Programmieren. Da die Kommunikation hauptsächlich online erfolgt, arbeiten einige der Kollegen gar nicht in Köln vor Ort, sondern remote mithilfe von Chat und anderen Tools. Angefangen hat das Ganze in der WG des 4-köpfigen Gründer-Freundeskreises direkt nach dem Studium in 2014.

Schlagzeilen hat evopark gemacht, als Porsche Digital - die neue Mobilitätsfirma, die ihren Sitz in Ludwigsburg hat - als (Minderheits-) Investor eingestiegen ist.

Bisher sind 25 Städte mit 69 Parkhäusern angeschlossen, Tendenz steigend. Alleine in Deutschland ist das Potential an anschließbaren Parkhäusern 4-stellig. Es gibt auch Kooperationen mit Einzelhändlern, die einen Einkauf mit einer Parkgutschrift direkt auf der Parkkarte honorieren - das wird im Hintergrund dann gutgeschrieben.

Dieses Modell nennt sich B2B2C - also Business-to-Business-to-Customer, weil evopark stets den Kontakt zu den Endkunden hält, auch wenn andere Firmen zwischengeschaltet sind. So hat z.B. die Versicherung AXA sich die Dienste von evopark gesichert, um eine eigene gebrandete Parkkarte anbieten zu können.

Was kennzeichnet also ein Startup und wodurch unterscheidet es sich von einer normalen Unternehmensgründung?

Martin definiert es über Innovation und digitale Inhalte, auch ist der Altersdurchschnitt der Beteiligten normalerweise eher jünger. Die Unternehmenskultur ist familiärer - z.B. wird mittags immer zusammen gegessen:

Möglich macht das trotz der kleinen Firma der Anbieter Meal Mates - witzigerweise ebenfalls ein Startup, das preislich attraktive Verpflegung für Unternehmen in der nördlichen Kölner Innenstadt anbietet und von Jonas und Martin ausdrücklich empfohlen wird - scheint gut zu schmecken!

Aber auch sonst stehen andere Startups hoch im Kurs - für Personal und Accounting werden Online Tools eingesetzt - eventuelle Berührungsängste sind gar nicht erst vorhanden. Spart Aufwand und man hat alles selber unter Kontrolle, weil man nicht an Dritte auslagert. Das gilt ebenso für die interne Kommunikation, aber auch solche Bereiche wie den Bewerbungsprozess.

“Für alles erstmal das Handy benutzen - jedes Problem erstmal mit dem Handy lösen. Meistens hat irgendein Startup eine Idee für ein Tool und du probierst es dann erstmal damit.”

… so definiert Martin den digitalen Wandel. Das würde man auch zwangsläufig lernen, wenn man bei einer Firma wie evopark aktiv ist.

Wie sehr jede kleine Dienstleistungs-Nische heutzutage besetzt wird, kann man am Beispiel evopark gut erkennen: aus dem Gesamtthema Mobilität konzentriert man sich auf’s Parken - und hier sogar speziell auf den Teilbereich Parkhäuser.

Wenn man mal in die Zukunft denkt und das autonome Fahren in’s Spiel bringt: gibt es dann überhaupt noch ein Geschäftsmodell für evopark? Stellt sich raus, dass es dann sogar noch viel wichtiger wird über Funkkontakt die Autos in die Parkhäuser zu lassen, denn es gibt ja keinen Fahrer mehr, der überhaupt ein Ticket ziehen könnte.

Es war auch interessant zu hören wie divers sich die Parkhauslandschaft gestaltet, das geht vom Familienbetrieb bis zum Großunternehmen - alles dabei.

Eine Herausforderung für evopark besteht darin, das Modell für den Kunden schmackhaft zu machen. Es gibt zwar Momente, an denen man den Parkautomaten am liebsten verprügeln möchte (schonmal mit 20€ bezahlt und Münzgeld zurückbekommen?!), aber später ist das wieder vergessen und es fehlt der Antrieb sich bei evopark zu registrieren.

Wer von Euch ein Parkhaus benutzt, das bereits angeschlossen ist, kann den Promocode

20832COM

benutzen - damit entfällt die Anmeldegebühr (normal 5€) und es gibt noch ein 5€ Guthaben zum Abparken dazu. Der einzelne Parkvorgang wird mit 0,39€ zusätzlich abgerechnet - alle Details stehen hier. Die dazugehörige App gibt es im jeweiligen Store.

Übrigens suchen die evoparker auch immer nach Verstärkung im Team - wer sich angesprochen fühlt, hier geht es zum Karrierelink.

Zum Abschluss meines Besuches gab es noch einen richtigen Kracher - ein Parkhausquartett! Hab ich vorher auch noch nie gesehen:

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evopark | Startup | Mikebericht |


Dienstag, 28. Februar 2017

VW will Chip-Hersteller werden.

Die Autoindustrie ist weiter auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen.

Beispiel VW:

Um diesen Anforderungen auch in Zukunft gerecht zu werden, hat Volkswagen jetzt das strategische Halbleiter-Programm ins Leben gerufen. In diesem Programm kooperiert das Unternehmen direkt mit Chipherstellern.

Erst Batterien, jetzt Chips - die rollenden Computer bahnen sich so langsam ihren Weg.


Mittwoch, 15. Februar 2017

GM will Opel an Peugeot verticken.

Schwerer Schocker in Rüsselsheim, denn die Betroffenen selber haben es als Letzter erfahren:

Die Führung des Rüsselsheimer Traditionsunternehmens wurde nach Informationen von manager-magazin.de erst am Dienstagmorgen telefonisch in die Pläne des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) eingeweiht.

Grund ist das chronische Geldversenken in Europa - in diesem Jahrhundert hat Opel/Vauxhall noch kein Jahr mit Gewinn abgeliefert. Stattdessen aber über 15 Milliarden Dollar Schulden produziert - Geld, das die Konzernzentrale aus den USA überweisen muss, um die Konten auszugleichen.

Dabei sieht die Zukunft vielversprechend aus: der elektrische Bolt, der rundum gute Kritiken einfährt, läuft gerade in diesem Moment zum ersten Mal als Opel Ampera-e vom Band im GM Werk in Michigan.

Und ratet mal wer jetzt im Dreieck springt, weil eine deutsche Firma unter ausländische Kontrolle geraten könnte? Kommt Ihr nie drauf! Man sollte ihr das Bundesscheinheiligenkreuz verleihen.

Noch ist der PSA Deal nicht in trockenen Tüchern, aber in der Autoindustrie scheint die nächste Konsolidierungswelle eingeläutet. Und Mary Barra scheint kein Interesse mehr am Titel Größter Autohersteller der Welt zu haben.


Dienstag, 31. Januar 2017

In Amerika stimmt Audi seine Händler auf die Elektrifizierung ein.

The technology on this front is moving at a staggering pace. You’re going to be looking at a marketplace in the next seven, eight, nine, 10 years where for 30 or 40 some brands their entire business is going to be battery-electric vehicles.

Da werden also doch langsam ein paar Leute wach. Das Problem mit den Händlern ist nicht von der Hand zu weisen - die Autos sind in Zukunft anspruchsloser und haben eine längere Lebensdauer. Tesla umgeht das Thema komplett, indem sie gar keine Händler mehr zwischenschalten.

Die Frage, die ich gestellt hätte: wann läuft bei Audi der letzte Verbrennungsmotor vom Band?


Freitag, 13. Januar 2017

Ab 1.1. ist die VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH in Betrieb.

In Zukunft wird es schwieriger von der VLN zu sprechen, denn zusätzlich zur VLN e.V. & Co. oHG hat jetzt auch die VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH ihren Betrieb aufgenommen (VLN VV GmbH).

Siehe auch mein Eintrag vom Juni.


Mittwoch, 11. Januar 2017

Bosch stellt in Detroit einen eigenen Motor vor. Natürlich elektrisch.

Die verbrennenden Motoren sind für die Autohersteller heute immer noch Unterscheidungsmerkmal. Der Antrieb und dessen Herkunft wird in der Zukunft viel unwichtiger - und die Fertigungstiefe der OEMs weiter abnehmen. Sie liegt heute bereits bei niedrigen 30%.


Mittwoch, 04. Januar 2017

Tony Seba: ab 2025 werden nur noch elektrische Autos gebaut.

Tony Seba - den hatte ich hier schon öfter - prognostiziert, dass ab 2025 nur noch EVs gebaut werden und ab 2030 die gesamte Flotte aller Fahrzeuge weltweit elektrisch unterwegs ist:

youtu.be/Kxryv2XrnqM

Das Video ist zwar von März 2016, aber aktueller denn je. Zusätzlich können einige seiner Annahmen dadurch bereits heute auf Gültigkeit abgeklopft werden. Dauert knapp eine Stunde, aber ich verspreche es wird nicht langweilig, denn er kann sehr schlüssig argumentieren, um seine steile These zu untermauern.

Es lässt sich absehen, dass in der Zukunft der eigene Fahrzeugbesitz ein Luxusgut wird, denn die gewünschte Mobilität an sich lässt sich bereits für ein Zehntel der Kosten realisieren, wenn man stattdessen Dienstleister nutzt. Also durchaus vergleichbar mit der Situation der heutigen Pferdebesitzer.

Welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Nordschleife? Ob es dann noch Touristenfahrten geben wird? Berechtigte Frage. Dieses Hobby ist ja heute bereits ein Luxusgut, von daher wird sich die Veränderung in Grenzen halten. Aber das Interesse der OEMs wird massiv zurückgehen, weil der Markt für selbstgefahrene Autos zusammenschrumpft und sich nur noch auf die übriggebliebenen Enthusiasten beschränken wird, die das Autofahren als Vergnügen aufrechterhalten.

Ein weiterer Gedanke beschäftigt mich: wann werden wir das erste elektrische Fahrzeug bei der VLN sehen? Meiner Meinung nach ist es überfällig. Ebenso wie die dafür notwendige Infrastruktur mit Ladestationen, die längst vorhanden sein könnte. Aber wenn man sich mal den Zustand der Zapfsäulen in der Boxengasse anschaut, dann bekommt man eine Idee davon, mit welchem Tempo am Ring modernisiert wird.

Für den Betrieb am Ring ist diese Bedrohung natürlich durchaus real und die Weichen für die Zukunft müssen früh gestellt werden. Es gibt großes Potential die Nordschleife trotz zunehmendem autonomen Verkehr als letzte große Selbstfahr-Bastion zu etablieren. Zumindest für die Generationen, die aufgrund der Mobilität den Führerschein machen musste. Denn das wird in Zukunft nicht mehr nötig sein und dann wird es nochmal teurer mit dem Hobby Selberfahren.

Seba | Elektro | autonom |


Dienstag, 03. Januar 2017

Seit gestern läuft die Rallye Dakar - aber Live Berichterstattung nach wie vor Fehlanzeige.

Ursprünglich war die Dakar mal in Dakar - aber da politisch brisant, ist man von Afrika nach Südamerika ausgewichen. Nicht weiter schlimm und mindestens genauso herausfordernd - aber seltsam von der Namensgebung her.

Leider hat sich das Konzept der Motorsport-Übertragungen für die Zukunft bei dieser Rallye noch nicht durchgesetzt, sodass man sich als Zuschauer die Inhalte mühsam zusammensuchen muss.

Gefunden habe ich neben der üblichen knappen Eurosport Zusammenfassung mitten in der Nacht noch:

Dann gibt es noch ein in-offizielles Livetiming … und das war’s auch schon.

Wenn jemand weitere Tipps hat, dann liste ich die hier gerne als Update auf.

Ist schon traurig, dass sich auf diesem Gebiet die letzten 30 Jahre nichts getan hat. Ich kann mich gut erinnern, dass ich damals schon den VHS Videorekorder programmiert habe, um am nächsten Tag die bewegten Bilder aufzusaugen wie ein ausgetrockneter Schwamm. Und was hab ich mich geärgert, wenn Eurosport das Timing verschoben hat oder ich die Programmierung vermurkst habe. Ich habe die Zukunft herbeigesehnt - und unfassbar, dass ich das heute immer noch mache.

Immerhin wird der Rallye viel Raum im französischen Fernsehen eingeräumt, wer darauf Zugriff hat kann das mal testen.

Dakar |


Samstag, 17. Dezember 2016

Der große renn.tv Jahres-Rückblick-Blog.

Als Blogger hat man es einfach, das Jahr Revue passieren zu lassen: man braucht nur den Blog zu durchforsten.

Zu Jahresbeginn mach ich mir immer einen Plan, welche Events ich mir genauer anschauen möchte. Irgendwas kommt zwar immer dazwischen, aber wenn ich die vergangenen 12 Monate sehe, dann hat meine kleine One-Man-Show doch wieder einige Bits und Bytes für die Nachwelt hinterlassen.

In erster Linie die aufwendigeren Mikeberichte:

… und der Miketest mit dem:

Gedanken habe ich mir gemacht, wie das mit den Motorsport-Übertragungen in der Zukunft aussehen soll.

Und diese Meldungen sind es wert noch einmal aufgegriffen zu werden:

… und in eigener Sache bekommt Mike’s Blog ein Responsive Design verpasst. Da passt der Rückblick im Rückblick: wie Mike vor 15 Jahren gebloggt hat. Auch die renn.tv URL ist schon 15 Jahre alt.

Und so neigt sich wieder ein aufregendes Jahr zu Ende.

Bei meinen Unterstützern bedanke ich mich für die Treue - ebenso bei den N Spazierenfahrern, die sich großzügig revanchieren für die verschickten Ns und natürlich bei Euch Lesern und Euren Rückmeldungen, die ich über Social Media oder Email bekomme.

Ich freue mich schon auf 2017 - und das ein oder andere Highlight!

Rückblick | Blogger | Mikebericht | Miketest |


Mittwoch, 07. Dezember 2016

Die Ölindustrie ist noch verschlafener als die Autohersteller.

Falls einer meint die Autoindustrie hätte die größten Schnarchnasen, was autonomes Fahren und Elektromobilität angeht -

bei der Ölindustrie ist das Problem noch viel hartnäckiger:

ExxonMobil Corp(XOM.N) , the largest western oil producer by market value, and British rival BP Plc (BP.L) publish oil market outlooks to 2035 and 2040 respectively that guide their investment decisions. Both predict that in 2035, less than 10 percent of new cars will be electric vehicles (EVs) or plug-in hybrids – cars with a backup combustion engine for when the battery runs flat.

Hallo McFly, jemand zuhause?

Autonomes Fahren wird in den Artikel zu Recht als Grund angeführt, aber es gibt noch eine andere Beunruhigung: die Autohersteller spielen immer mehr mit dem Gedanken, Batterien selber herzustellen - d.h. die Wertschöpfungskette für Mobilität bekommt immer mehr Mitspieler.

Eigentlich müssten die Konzerne in höchster Alarmbereitschaft Konzepte entwickeln, was aus den Tankstellen passiert, wenn in Zukunft jeder zuhause (Strom) tankt.

Aber von sowas lässt sich doch ein grundbräsiger Ölkonzern nicht aus der Ruhe bringen.

Elektro | Ölindustrie |


Freitag, 02. Dezember 2016

Die Zukunft von Porsche.

Wie sehr der Fortschritt die Zuffenhausener vor sich hertreibt, kann man gut an der allgemeinen Nachrichtenlage erkennen.

Erst wollte man dem Elektrowagen künstlichen Sound andichten, dann sollte ein virtueller Walter Röhrl die Ideallinie zeigen und der neueste Schrei ist das 800 V Stromnetz:

„800 Volt sind sicher wichtiger als 800 PS“, sagt Entwicklungschef Steiner. „Nach unserer Einschätzung ist es ein differenzierendes Merkmal der Elektromobilität, mit welcher Spannung ich den Antrieb betreiben und die Akkus laden kann.“ Der Mission E basiert auf dieser 800-Volt-Technik, die im Autobau noch nicht vorkommt. Das neue Elektroauto soll damit in nur 15 Minuten 80 Prozent nachladen können, Strom für 400 Kilometer.

Ich sehe die Porsche-Kundschaft schon alle euphorisch jubelnd durch die Straßen laufen. Nicht.

MissionE | Elektro |


Freitag, 11. November 2016

NVidia - Tesla´s Computer Lieferant - mit guten Quartalszahlen und AI Ausblick.

NVidia hat mit guten Quartalszahlen überrascht und CEO Jen-Hsun Huang ist überzeugt davon, dass Artificial Intelligence die Schlüsseltechnologie für die Autos der Zukunft ist:

And I think what Tesla has done by launching and having on the road in the very near-future here, a full autonomous driving capability using AI, that has sent a shock wave through the automotive industry. It’s basically five years ahead. Anybody who’s talking about 2021 and that’s just a non-starter anymore. And I think that that’s probably the most significant bit in the automotive industry.

Das war auch die Erkenntnis meines Besuches der TU Auto in München - aber außer Tesla scheint da noch keiner großartig aufgestellt zu sein.


Dienstag, 08. November 2016

KTM Duke 790 Prototype mit 2-Zylinder Twin.

Rattenscharf - was die wohl wiegt? Aktuell läuft die EICMA Motorradmesse in Mailand. Man könnte jetzt schön darüber streiten, ob es Sinn macht erst in Köln die Intermot und Wochen später nochmal Großaufgebot in Italien.


Samstag, 05. November 2016

Woran merkt man, dass die Zeit eines Motorsport-Funktionärs abgelaufen ist?

Wenn er meint, Motorsport bräuchte zum Erfolg Fernsehpräsenz:

Hans-Joachim Stuck: Für mich ist ganz klar ein wichtiger Parameter das Fernsehen. Es ist eigentlich schade, dass nur so wenig im TV zu sehen ist. (..) Wir brauchen mehr Fernsehpräsenz. Aus Eventsicht - beispielsweise die Panzerplatte bei der Rallye Deutschland - ist alles fantastisch. Aber durch die fehlende Präsenz im TV bekommt die WRC nicht den nötigen Stellenwert.

Ein guter Anlass, um noch einmal auf meine Ausführungen vom Anfang des Jahres zu verlinken: Motorsport-Übertragungen in der Zukunft.

Stuck | Zukunft | Funktionär |


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

TUEurope | Mobility | München | LiveBlog | Mikebericht |


Dienstag, 01. November 2016

Die nächsten zwei Tage begleite ich die größte europäische Zukunfts-Konferenz zur Mobilität.

Mittwoch und Donnerstag volles Programm im ICM in München:

Europe´s Largest Conference & Exhibition Dedicated to the Future of Auto Mobility. For 14 years the TU-Automotive Europe Conference & Exhibition has been the central meeting place for those at the forefront of automotive technical innovation and business strategy. Executives from the leading OEMs, tier1s, telematics services providers, telecoms and government bodies will gather to develop robust proof of concepts, agile business models and effective innovation processes to bring the auto industry up-to-date with the digital revolution.

Wenn es Antworten auf die Frage gibt, ob der autonome Verkehr der Zukunft den Motorsport gefährdet, dann ja wohl hier.

Grund genug für mich für die nächsten 2 Tage mein Quartier in München aufzuschlagen, um die Konferenz zu verfolgen.

Der Rahmen ist schonmal beeindruckend - hier werden morgen etliche Vertreter der C-Suite Stellung beziehen zu den Themen der Zukunft:

Ich werde einen Blogbeitrag als Live-Blog zünden und während der einzelnen Vorträge die Highlights aus meiner Sicht zusammenfassen - stay tuned.

Heute war Aufbautag …

… und man konnte die Anspannung gut spüren. Die Autoindustrie steht vor einem massiven Wandel - Revolution? Disruption? - und ich bin gespannt, ob das thematisiert werden wird.

Kongress | TUEurope | München |


Samstag, 29. Oktober 2016

Zu Besuch bei Kumpan - elektrische Roller aus Remagen.

Wer meinen Intermot Bericht gelesen hat, dem werden sie schon aufgefallen sein: die Kumpan Elektroroller.

Als ich mich vor 2 Wochen dort am Stand als Blogger vorstellte meinte man: na dann komm doch mal bei uns in Remagen vorbei und wir zeigen Dir alles!

Gesagt - getan - Termin gemacht und gestern war es soweit. Transit gesattelt und Caracciola’s Geburtsort im Kreis Ahrweiler besucht:

Die junge Firma - als Startup 2010 in’s Leben gerufen - hat ihr Quartier im ehemaligen Sitz von Schauff bezogen.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Es gibt sogar noch ein paar verlorene Zeitzeugen:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Roller sind bereits in ihrer 2.Generation und der Einsitzer mit dem Namen 1953 wiegt leer 75 kg, hat 10 Zoll Räder und kann bis zu 3 der selbstentwickelten Akkus aufnehmen:

Der Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das mit den entnehmbaren Akkus hat einen Grund: jeder wiegt 10 kg, also gerade OK, um sie zum Laden in die Wohnung tragen zu können. Hat ja nicht jeder eine Garage mit Steckdose und ein Kabel möchte man in der Stadt auch nicht aus dem Fenster werfen.

Ist doch einfach und clever gelöst. So ein Akku hat 29 Ah und das entspricht bei 51V Nennleistung knapp 1.500 Wh. Damit kommt man etwa 50 km weit - das ist schon eine gute Strecke für einen Roller. Mit 3 Akkus sind das 150 km - das fährt meiner Meinung nach kein Mensch mit einem 45 km/h Roller am Tag - und nachts kann man ja immer wieder aufladen.

Bei einem Strompreis von 0,25 € kWh entsprechen die Kosten etwa 0,75 € / 100 km.

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Akkus werden übrigens von der deutschen Firma Ansmann nach den Vorgaben von Kumpan gefertigt.

Der aktuelle Ladestand wird natürlich im Cockpit angezeigt:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Elektronik wird In-House ausgetüftelt:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… ebenso wie eigentlich der ganze Rest von dem Roller. Philip Tykesson - einer der 3 Brüder, die die Firma gegründet haben - zeigt mir den Entstehungsprozess der Komponenten - das geht dann auch schonmal ganz un-technisch mit Papier und Pappe:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Roller sind bewusst im Retrostil designed - im Gegensatz zu z.B. einem BMW i3 möchte man ein Produkt anbieten, das vielen Leuten gefällt.

Die Lampe ist ein Kumpan Erkennungsmerkmal …

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Technik und das Design der Roller werden komplett in Remagen gestaltet - je nach Aufgabenstellung auch mit Unterstützung weiterer Ingenieurbüros. Die Komponenten werden nach Kumpan Vorgaben auch in China gefertigt, aber zusammengebaut wird wieder in Remagen:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… wo auch die Einzelteile vorgehalten werden:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… und die Roller dann per DHL verschickt werden:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Neben dem 1-sitzigen 1953:

Kumpan Modell 1953 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… gibt es noch den 2-sitzigen 1954 L, der läuft auf 12 Zoll Rädern:

Kumpan Modell 1954 L - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Nach den ganzen Hintergründen war ich natürlich scharf auf eine Probefahrt und die Probanden standen schon bereit:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Ich habe mich dann mal bemüht ein wenig Remagen unsicher zu machen:

Mike auf dem Kumpan 1954 L, bereit zur Probefahrt - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das ist schon ungewohnt ohne Geräusch loszufahren, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der Roller fährt 45 km/h, ist ja auch eine kleine Nummer. Für mich könnte er etwas größer sein, aber Roller für 2 Meter Leute wären wohl auch eher eine Randerscheinung.

Eine große Herausforderung ist bei einem lautlosen Gefährt die Passgenauigkeit der Anbauteile. Denn man hört jedes rappelnde Geräusch, was bei einem Verbrenner natürlich übertönt wird.

Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass der Motor nicht mehr anschiebt, wenn man bremst - ähnlich wie man das von der Kartbahn kennt: Bremse = Motor aus. Aber unsereiner bremst ja gewohnheitsmäßig in die Kurven rein und da ist es dann eher suboptimal, wenn der Vortrieb so schlagartig ausgeknipst wird.

Neu - aber angenehm - ist die Tatsache, dass der Motor wenig Widerstand leistet im Rollbetrieb, d.h. wenn man vom Gas geht, dann rollt das quasi ungebremst weiter. Da ist ein Benzinmotor mit seinen beweglichen Teilen doch viel bremsender im Einsatz.

Der Motor im Kumpan ist ein bürstenloser Radnabenmotor, d.h. Verschleiß findet nicht statt. Es gibt dadurch auch keine Kette und großartige Inspektionen sind nicht nötig. Das beschränkt sich auf Luft prüfen und Bremsbeläge wechseln - aber viel mehr fällt einem zu dem Thema nicht ein. Höchstens wenn Lenkkopf- oder Radlager mal fällig werden - aber das dauert ja.

Neben den beiden Rollern hat Kumpan noch diesen witzigen Tretroller entworfen:

Kumpan Tretroller Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Hört auf den Namen 1950 und fährt 20 km/h schnell. Das hat den Vorteil, dass man keinen Helm braucht. Die Straßenverkehr-Variante mit Licht und kleinem Nummernschild wiegt nur 16 kg und dank Klappmechanismus passt das Teil auch in jeden Kofferraum.

Philipp hat mal vorgeführt, wie das geht: man kann die Geschwindigkeit durch ganz normales Rollern vorgeben und die wird dann gehalten:

Philipp Tykesson auf dem Kumpan Modell 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Das macht Spaß:

Mike auf dem Kumpan 1950 - Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

… auch wenn ich mir den Lenker etwas höher gewünscht hätte:

Zu Besuch bei Kumpan - Elektroroller aus Remagen. (CLICK for High Res.)

Die Preise für die 3 Modelle liegen bei 1.799€ für den Tretroller (StVZ-Version), 3.849€ für den Einsitzer und 3.999€ für den Zweisitzer.

Das ist schon gutes Vespa Niveau - aber Piaggio hat noch nichts Elektrisches im Angebot und der Vergleich mit dem Verbrenner hinkt, weil man damit immer zur Tankstelle muss.

Bisher hat Kumpan schon über 2.500 Roller verkauft und für die Zukunft hat man sich einiges vorgenommen. Den nächsten Roller - 1954 Ri - soll es auch mit großem Nummernschild geben, 80 bis 100 Sachen werden dann drin sein. Dauert aber noch ein Jahr, bis er fertig ist.

Wenn ihr mal in Remagen seid, schaut einfach bei Kumpan vorbei: goo.gl/2DpaXq. Die haben eine schöne Ausstellung und man kann auch die Modelle probefahren.

UPDATE:

Im Nachhinein bin ich gebeten worden einige Fotos nicht zu veröffentlichen. Schade, aber was will man machen - ihr seht also hier den editierten Beitrag.

Kumpan | Remagen | Mikebericht |


Dienstag, 25. Oktober 2016

Schaufelt sich die deutsche Autoindustrie mit dem Verbrennungsmotor ihr eigenes Grab?

Es ist mir nach wir vor unerklärlich, wieso der Elektromotor nicht längst die Verkehrsbilder bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl ich stehe mit meiner Meinung alleine, so stark ist der ICE (Internal Combustion Engine) in den Köpfen der Menschen festgefahren.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt daher dieser Film der ARD, den man sich in der Mediathek anschauen kann:

Autoland abgebrannt - Wie die Branche die Zukunft verspielt.

Hab ich gesagt: anschauen kann? Nein, ich meinte: anschauen MUSS. Absoluter Guckbefehl. Denn das Bedrohungsszenario ist enorm, aber irgendwie will es keiner wahrhaben. Selbst Dieselgate war nicht in der Lage die bräsigen Automanager wachzurütteln.

Die Rede ist von der disruptiven Innovation - sie kommt nicht schleichend, sondern wächst exponentiell. Ja, wir haben aktuell nur 1% Marktanteil für Elektroautos. Aber wenn der Markt kippt aufgrund der exponentiellen Entwicklung und du kein Produkt hast, das du skalieren kannst, dann bist du raus.

Das sage diesmal nicht ich, sondern das ist das Zitat von Tony Seba - Forschungsprofessors an der Uni Stanford. Und er hat auch plakative Beispiele: Nokia hat das Smartphone verschlafen und Kodak die Digitalfotografie.

Wie schnell solch eine Entwicklung heutzutage gehen kann, macht das Smartphone deutlich. Es hat längst die Welt erobert und unsere Kommunikation massiv verändert. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es unglaublich erscheint, dass vor 10 Jahren niemand dieses Produkt auch nur erahnt hätte. Ausser dem iPhone Projektteam in Cupertino natürlich, denn es wurde am 9.Januar 2007 zum ersten Mal vorgestellt.

Die Auto-Journalisten bekommen übrigens auch ihr Fett weg:

Kultur des Wegschauens? Oder warum wurde ein Betrug, der millionenfach über die Straßen rollt, einfach nicht bemerkt?

Auch Brüssel, VW, Oettinger, ..

Am krassesten ist aber Matthias Wissmann, Ex-Verkehrsminister, jetzt VDA Präsident und Merkel Duz-Freund:

Extremste Abweichungen - die sind vielleicht nicht illegal, aber sie sind natürlich an der Grenze des Legitimen. (bei 24:27 Min.)

Ah ja.

VW´s Ulrich Eichhorn meinte, dass man in 10–15 Jahren soweit sei, dass Elektroautos die Kunden überzeugen würden. In 10–15 Jahren? Eichhorn auf die Frage, wann bei VW der letzte Diesel vom Band rollt: Das werde ich in meiner aktiven Berufslaufbahn nicht mehr erleben. Er ist 55 Jahre alt und da muss die sarkastische Frage erlaubt sein, ob das vielleicht daran liegt, dass seine aktive Berufslaufbahn früher als erwartet zu Ende geht.

Dieter Zetsche ist auch nicht besser, er erwartet 2025 15–25% Prozent Elektrofahrzeuge bei Mercedes.

Aber über dessen Zeitrechnung habe ich mich ja letzte Woche auch schon aufgeregt.

Bevor ich mich jetzt hier auch noch auslasse über Konformitätsfaktor und die Rolle Chinas: schaut Euch den Film an - 45 Minuten, die das automobile Weltbild erschüttern.

Tony Seba schließt mit einem schönen Vergleich: die Weiterentwicklung des Diesels ist so als hätte Kodak den Analogfilm immer effizienter gemacht.

Elektro | Wissmann | Diesel | Autoindustrie | Seba | Eichhorn | Zetsche |


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Tesla will Ende 2017 autonomen Level 5 erreichen - Hardware ab jetzt in allen Modellen vorinstalliert.

Gestern gab es eine heftige Ankündigung von Tesla bzw. Elon Musk:

All Tesla Cars Being Produced Now Have Full Self-Driving Hardware

Und die Hardware, von der da die Rede ist, hat es in sich:

Eight surround cameras provide 360 degree visibility around the car at up to 250 meters of range. Twelve updated ultrasonic sensors complement this vision, allowing for detection of both hard and soft objects at nearly twice the distance of the prior system. A forward-facing radar with enhanced processing provides additional data about the world on a redundant wavelength, capable of seeing through heavy rain, fog, dust and even the car ahead. To make sense of all of this data, a new onboard computer with more than 40 times the computing power of the previous generation runs the new Tesla-developed neural net for vision, sonar and radar processing software.

8 Kameras, 12 Ultraschallsensoren und ein Radar - das ganze überwacht von einem Tesla-eigenen neuralen Netzwerk (eine Art der künstlichen Intelligenz), das von einem Computer mit richtig Leistung im Auto verwaltet wird.

Allerdings noch nicht scharfgeschaltet, das kommt per Update irgendwann in der Zukunft. Aber die Technik ist bei allen Autos, die ab jetzt ausgeliefert werden, eingebaut. Und sogar richtig schick im Fahrzeug-Design integriert. Die 8 Kameras sorgen für eine 360° Abdeckung rund um das Auto.

Das sind ziemlich sensationelle Nachrichten und da wird es heute einige Krisensitzungen bei der Konkurenz - also quasi der gesamten restlichen Automobilindustrie - gegeben haben. Denn - wie im autoblog.com so schön zu lesen steht - Put simply, Level 5 is the holy grail of autonomous driving. Level 5 ist die höchste Stufe - mehr geht nicht. Da kann man während der Fahrt Kaffee trinken, lesen, schlafen … und eigentlich braucht man auch kein Lenkrad mehr im Auto.

© Tesla, Model X

Das Tempo, das Tesla hier vorlegt, ist gigantisch und sie selber müssen auch erst einmal tief Luft holen, um richtig in Fahrt zu kommen. Da der bisherige Autopilot ersetzt wird, aber die neue technische Umsetzung noch nicht kalibriert ist, fallen sogar Assistenzsysteme im ersten Schritt weg, die heutzutage fast Standard sind:

Before activating the features enabled by the new hardware, we will further calibrate the system using millions of miles of real-world driving to ensure significant improvements to safety and convenience. While this is occurring, Teslas with new hardware will temporarily lack certain features currently available on Teslas with first-generation Autopilot hardware, including some standard safety features such as automatic emergency braking, collision warning, lane holding and active cruise control.

Also quasi 1 Schritt rückwärts (von aktuell Level 2 auf Level 1), um 3 Schritte nach vorne zu kommen (von Level 2 direkt auf Level 5).

So harmlos sich das vielleicht alles anhört - das ist ein großes Erdbeben und die Umsetzung ist Tesla tatsächlich zuzutrauen. Ein sehr mutiger Schritt noch dazu, denn kein etablierter Autohersteller hätte diese Strategie gewählt - das geht nur mit einem beweglichen und revolutionären Start-Up, wie es Tesla nunmal ist. Stellt Euch so ein Vorgehen mal bei Mercedes oder BMW vor - unmöglich!

Tesla kennt seine Kunden genau, um abschätzen zu können, ob diese Strategie Umsatzverluste mit sich bringen wird. Das können sie im Moment nämlich überhaupt nicht gebrauchen, weil sie Geld für das (Volumen-) Model 3 sammeln müssen, das zu einem Preis ab 35.000 $ Ende 2017 auf die Straße kommen soll. Wobei die ersten 12 Monate der Produktion schon ausverkauft sind. Aktuell kann man das Model S (Limousine, ab 77.000 €) und das Model X (SUV, der mit den Flügeltüren, ab 99.000 €) kaufen.

Umsonst ist der autonome Spaß natürlich auch nicht:

Tesla’s website/order configurator has already been updated, and “Enhanced Autopilot” adds $5,000 to the cost ($6,000 after delivery) – up from $3,000 earlier. And the promise of “Full Self-Driving Capability” in the future (without a date due to regulatory issues) adds another $3,000 ($4,000 after delivery).

Also 8.000 $ - ohne zu wissen wann es aktiviert werden wird.

Zur Demonstration hat Tesla heute ein Video veröffentlicht, wo man ohne Fahrer-Eingriff unterwegs ist und das Auto am Ende alleine einen freien Parkplatz sucht und einparkt. Was manchen Leuten schwer fällt sich gedanklich vorzustellen, ist bei Tesla inzwischen Realität:

Vom Timing her hat sich Elon Musk vorgenommen Ende 2017 eine Demonstrationfahrt zu realisieren von LA nach New York:

Our goal is, and I feel pretty good about this goal, that we’ll be able to do a demonstration drive of full autonomy all the way from LA to New York, from home in LA to let’s say dropping you off in Time Square in New York, and then having the car go park itself, by the end of next year. Without the need for a single touch, including the charger.

Was zufälligerweise in etwa mit den ersten Model 3 Auslieferungen zusammenfallen dürfte.

Ganz schön irre wie das abgeht. Einmal Schleudergang bitte für für den Rest der bräsigen Automobilindustrie.

Tesla | Musk | Elektro | autonom |


Samstag, 15. Oktober 2016

Motorradfahren in der Zukunft - BMW hat sich mal Gedanken gemacht.

BMW hat unter dem Motto The Great Escape ein Zukunftsmotorrad vorgestellt und dabei sind einige interessante Aspekte diskutiert worden.

Mal von den technischen Visionen abgesehen meint BMW Vorstand Karl Viktor Schaller sinngemäß, dass im Zeitalter des autonomen Fahrens nur noch mit dem Motorrad so etwas wie aktiver Fahrspaß möglich sein wird. Denn die Autos dienen - vernetzt untereinander - nur noch der effizienten Mobilität von A nach B, während das Motorrad weiterhin für Fahrten von A nach A eingesetzt werden wird.

Das finde ich aus 2 Gesichtspunkten spannend: 1.) wie kann ein Mix aus autonomen und individuellem Verkehr harmonieren und 2.) was bedeutet diese Entwicklung für den Motorsport?

Also der Reihe nach: autonomer Verkehr wird viele Vorteile bieten: schnellstmögliche Mobilität zwischen zwei Punkten, hohe Verkehrssicherheit (30+ Kameras pro Auto, Radar, Vernetzung untereinander), sich mit anderen Sachen beschäftigen zu können, z.B. Lesen, kein Auto mehr besitzen zu müssen, sondern es holt einen auf Bestellung ab, usw.

Die Programmierung des Fahrstils dieser Fahrzeuge ist natürlich maximal defensiv, d.h. an erster Stelle steht die Unfallvermeidung. Was man von unserer heutigen Verkehrslandschaft mit den vielen Honks am Steuer ja nicht gerade behaupten kann.

Wenn nun mitten in diesen friedlichen, verzahnten und maximal defensiven Verkehr ein paar wilde Motorradfahrer gemixt werden, wie geht sich das aus? Ich glaube nicht, dass das funktioniert, denn die Individualfahrer könnten die autonomen Roboter nach Belieben hacken, weil sie ja wissen, dass diese jeder sich anbahnenden Kollision aus dem Weg gehen werden. Das heißt im Klartext: man könnte voll auf die ferngesteuerten Fahrmaschinen draufhalten und sicher sein, dass sie ausweichen werden. Das wird natürlich nicht jeder machen, aber alleine dadurch, dass die Möglichkeit besteht und man es ja schlecht geheim halten kann, wird es Leute geben, die das ausnutzen.

Der zweite Aspekt ist die Zukunft des Motorsports. BMW Mann Schaller hat es zwar nicht direkt gesagt, aber wenn selbst die Freude-am-Fahren Firma zugibt, dass Autofahren nicht mehr die Fahrfreude ermöglichen wird, dann heißt das in der Folge, dass auch der Motorsport - also quasi der Zenit der Fahrfreude - auf der Strecke bleiben wird.

Unter´m Strich finde ich es schön, dass man sich jetzt konkret Gedanken macht, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden und wie wir die schönen Seiten aus der Vergangenheit - also den Fahrspaß - mit hinüberretten können. Zu Ende gedacht ist das noch lange nicht. Aber ein klein wenig Hoffnung können wir uns machen, dass zumindest der Motorradsport die bevorstehenden Umwälzungen überlebt. Emmissionsfrei natürlich.

UPDATE:

Tom Schwede greift das Thema auch auf: Mehr Kinderkarussell als Motorrad.

autonom | Motorrad | Zukunft | Schaller | Fahrspaß |


Sonntag, 02. Oktober 2016

Audi hat jetzt auch ein TCR-Auto vorgestellt.

Und zwar nicht mal so nebenbei, sondern auf der Motorshow in Paris.

Das ist zwar etwas seltsam, dass mit Seat, VW und jetzt auch Audi die drei Konzernmarken jeweils ein TCR Modell im Angebot haben, aber es zeigt auch, dass die Serie an Fahrt aufnimmt.

Franz Engstler ist es auch gelungen, in Deutschland den ADAC für weitere 3 Jahre mit in´s Boot zu holen.

Wobei das ein zweischneidiges Schwert ist - hat man bei der IDM gesehen.

Die sind auch stolz darauf das Fernsehen mit Sport1 verpflichtet zu haben, was einen gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Wer redet denn heutzutage noch von Fernsehen? Das müssen so Leute sein, die nicht wissen wie man einen Channel auf Youtube abonniert und die noch mit einer 3-programmigen Flimmerkiste groß geworden sind. Die sollten mal ihre Kinder fragen wie das heutzutage läuft.


Donnerstag, 22. September 2016

Wie unterscheiden sich eigentlich die verschiedenen Level beim autonomen Fahren?

Johann Jungwirth von VW erklärt das mal:

Wir sprechen von fünf Schritten auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto. Im Moment sehen wir Autos des Levels zwei mit Assistenzsystemen, die zum Beispiel die Spur halten und selbstständig bremsen und beschleunigen. Der Fahrer bleibt jedoch verantwortlich und muss die Situation jederzeit im Blick haben. Erst Autos des vierten Levels werden wirklich autonom fahren, im fünften Level werden wir auf Lenkrad und Pedalerie verzichten, so dass Menschen und Waren komplett selbstfahrend transportiert werden. (..) Technologisch werden wir Level vier und fünf in den nächsten drei bis fünf Jahren erreichen.

In den nächsten drei bis fünf Jahren! Das ist nicht mehr lange hin.

VW legt dann auch gleich mal vor mit dem neuen A8 (2017):

Der neue Audi A8 wird Maßstäbe setzen und zum Beispiel im Stau und bei stockendem Verkehr bis 60 km/h auf der Autobahn selbstständig fahren – er wird beschleunigen, bremsen, lenken. Der Mensch kann die Hände vom Steuer nehmen und teilweise Nebentätigkeiten ausüben. Mit dem Auto erreichen wir Level drei und liegen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern vorn.

So eine Übersicht wäre nicht schlecht, welcher Hersteller wann die Level 3, 4 und 5 eingeplant hat.

Ich habe wirklich starke Zweifel, ob wir in 10 Jahren noch Motorsport haben werden, so wie wir ihn heute kennen: mit Fahrer und Verbrennungsmotor.

Denn Motorsport dient den Herstellern zur Verbesserung des Markenimage und der Demonstration ihrer technischen Möglichkeiten. Und da geht’s in Zukunft um Strom und ohne Fahrer.

Also genießt die Zeit solange es noch Krach macht und gelenkt werden muss!


Die Leute bei Kawasaki haben wohl zu viele Science Fiction Filme geguckt.

Die phantasieren nämlich von Motorrädern mit künstlicher Intelligenz:

Mit Zugriff auf analytische wie auch gemessene Daten, welche in einer Cloud-Datenbank gespeichert sind, sowie auf diverse im Internet verfügbare Daten soll das System in der Lage sein, dem Fahrer Hinweise für mehr Fahrvergnügen, sicherheitsrelevante Informationen oder beruhigende Ratschläge zu geben. Durch fortschrittliche Technologie wird es zudem möglich sein, dass das System das Motorrad an die Erfahrung, das Können und den Fahrstil des Fahrers anpasst.

Beruhigend, so so. Mit sphärischer Hintergrundmusik oder wie? Was für ein alberner Quatsch. Da merkt man, dass denen nichts mehr einfällt, aber die Marketingleute irgendwie ihre Gehälter rechtfertigen müssen.

Da sollte ich meine Bullshitalarmtoleranz beim geplanten intermot Besuch aber ordentlich hoch setzen, um das therapielos zu überleben.

intermot | Kawasaki |


Dienstag, 16. August 2016

Autonomes Fahren - Good Bye Rennsport?

Autonomes Fahren kommt wohl doch schneller als befürchtet gedacht: in 5 Jahren, wenn es z.B. nach den Plänen von Ford geht (wurde heute vorgestellt).

Was das mit dem Motorsport zu tun hat? Schaut Euch die Entwicklung im GT Sport an: dominiert von Hersteller-Interessen und die Fahrer werden zu Marionetten degradiert. Keine Widerworte und gute Miene zum bösen BOP Spiel machen. Denn die Hersteller wollen demonstrieren, dass die Erfolge im Motorsport den Serienprodukten zu Gute kommen.

Wenn jetzt die Killerstory der Zukunft für die Hersteller das autonome Fahren ist, was will man dann mit einem menschgelenkten Fahrzeug? Das ist dann auf einmal was für die Retro-Abteilung.

Wer als Nachwuchstalent aktuell mit der Karriere des Werksfahrers liebäugelt: ich würde den Berufswunsch noch einmal überdenken.

Das Rennen um die Autonom-Herrschaft ist jedenfalls längst eröffnet.

Autonom |


Freitag, 10. Juni 2016

N24h: Müll am Ring.

Hier hat sich mal einer die Mühe gemacht und nach dem 24h-Rennen die Hinterlassenschaften dokumentiert.

youtu.be/pn47cOzm7S0

Das lässt einen ziemlich sprachlos, nichts für schwache Nerven.

Der Filmersteller meint zwar: Ein großes Lob an den Nürburgring. Am Montagabend war fast alles wieder sauber.

Aber ob es bei den Leuten zuhause auch so aussieht? Ist das so schwer den Platz so zu verlassen, wie man ihn angetroffen hat? Und in Zukunft wahrscheinlich auch wieder antreffen möchte?

(Danke für den Link.)

N24h | Müll | Ballermann |


Montag, 06. Juni 2016

ADAC Nordrhein treibt VLN in die offenen Arme der Ringrussen.

Heute gab es eine kurze PM, dass die VLN - schon kurz vor dem 24h-Rennen - mit den neuen Nürburgring Besitzern eine Firma gegründet hat: die VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH.

Zur Einordnung hole ich mal etwas weiter aus: die VLN mit ihren 10 Rennen ist das Rückgrat des Nürburgrings, denn hier steht die einmalige Nordschleife im Mittelpunkt. Weltweit herausragend ist auch die hohe erlaubte Starterzahl, wenn auch die aktuellen Nennergebnisse die Möglichkeiten nicht ganz ausschöpfen.

Normalerweise würde man davon ausgehen, dass sich so ein Konstrukt professionalisiert und mit der Zeit auf der Suche nach Mehr und Größer dem internationalen Wettbewerb stellt. Aber nicht die VLN.

Irgendwie schrullig, wie die Veranstaltung sich immer treu geblieben ist und das meine ich überhaupt nicht negativ. Schon immer dem Breitensport gewidmet wird die VLN von 10 Motorsport-Clubs getragen, die sich auch bei der Ausrichtung der Samstags-Rennen abwechseln.

Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass es nach all den Kapriolen am Ring die VLN überhaupt noch gibt. Denn die Gier greift maßlos um sich und hat natürlich längst auch die Finger Richtung VLN ausgestreckt.

Das 24h Qualirennen ist so ein Indiz, das für jeden sichtbar ist. 2014 wurde es eingeführt und wildert ohne Hemmungen im VLN Revier. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu sich auszumalen wie die feuchten Träume der 24h Veranstalter aussehen: weniger Rennen als bei der VLN bisher, dafür aber aufgeblasener - damit so schön gemolken werden kann wie beim 24h-Rennen: das wäre die VLN der Zukunft nach Nordrhein-Geschmack.

Das hätte die Langstrecke nicht verdient, so ausgebeutet zu werden und zum Glück gibt es Karl Mauer, der jetzt schon eine Weile die Geschicke der Serie leitet. Für die VLN ist er ein Riesen-Glücksfall, denn zum einen ist er lange genug dabei (z.B. Gesamtsieger 24h 1979 auf Ford Escort) und zum anderen ausgefuchster Stratege, der immer das große Ganze im Blick behält.

Und da hat der neue Nürburgring Besitzer ein Pfund, das der ADAC Nordrhein niemals bieten kann: nämlich die Nordschleife.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass der Nürburgring selber eine Nordschleifen-Serie in’s Leben ruft - aber offensichtlich ist man zur Vernunft gekommen, dass das Ausrichten dieser Rennen - mit den vielen ehrenamtlich Beteiligten - in den Händen von Motorsport Clubs besser aufgehoben ist. Und das ist die eigentlich gute Nachricht bei diesem Deal: der Nürburging hat jetzt ein großes Eigeninteresse die Serie auf der Erfolgsspur zu halten. Und gegen Konkurenz zu schützen.

Da werden - ausgerechnet beim 24h-Rennen - einige Nordrhein’ler fassungslos in ihre VIP-Sessel geplumpst sein, denn der schöne Traum des Hostile Takeover ist geplatzt. Da nützen auch keine Intrigen oder Charitonin-Treffen mehr. Dass der Notartermin zur Vertragsunterzeichnung an einem Feiertag stattgefunden hat, dokumentiert die zeitliche Brisanz der Abläufe.

Man muss diese Entwicklungen nicht gut finden, aber nüchtern betrachtet war es die einzige Option. Und es sei ein fairer Vertrag mit langer Laufzeit.

Zum einen dient das natürlich in erster Linie der Sicherung der VLN als Rennserie. Zum anderen eröffnen sich aber auch bisher nicht dagewesene Möglichkeiten, denn der Bruch mit dem ADAC Nordrhein kann für den Sport nur Gutes bedeuten. Aus der ursprünglich übermächtigen Bedrohung könnten VLN und Sport als große Sieger hervorgehen.

Von mir aus darf sich die VLN jetzt auch gerne noch vom DMSB verabschieden!

VLNVV | Charitonin | Nordrhein | DMSB | Mauer | N24h |


Donnerstag, 02. Juni 2016

Katastrophale Unwetter in der Nürburgring-Region.

Eine Überschwemmung jagt die nächste,Müsch, Adenau, Ahrweiler, ... - alles unter Wasser. Fotos dazu - nichts für schwache Nerven.

Man wundert sich, dass so wenig gewarnt wird - Jörg Kachelmann springt deswegen im Dreieck: Hochwatergate Teil 1 und Teil 2. Auf seiner informativen Seite gibt es aber auch einen Ticker, der aktuell über die Lage informiert.

Es sind aber auch andere Länder betroffen - Schweiz, Frankreich, … es heißt schon, wir müssten uns in Zukunft an sowas gewöhnen. Ich bin gespannt wie lange es dauert, bis die Versicherungsprämien nach oben schießen.

Das hätte übel enden können beim 24h-Rennen für die Camper - gibt es da überhaupt einen (realistischen) Evakuierungsplan?

Jetzt am Wochenende ist Rock am Ring in Mendig - auch ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Wetterlage ist nämlich stabil, d.h. das bleibt jetzt erstmal so.

**UPDATE:**

Stefan Niggemeier dokumentiert die Nicht-Warnungen der Öffentlich-Rechtlichen.

Unwetter | Gewitter | Überschwemmung | Klimawandel |


Montag, 04. April 2016

#LeMans24 - Endlich nur noch ein ACO Hashtag beim 24h-Rennen in Le Mans.

Ich muss gestehen, als chronischer Pedant hat mich das immer tierisch genervt, dass der ACO mehrere Hashtags im Einsatz hatte. Neben #LeMans oder #24LeMans gab es #LM24 und #24LM und ich habe einige Zeit gebraucht um zu kapieren, dass der eine für englische und der andere für französische Nachrichten vorgesehen war.

Was für ein Chaos.

Doch das hat jetzt - angeblich - ein Ende, auf dem offiziellen Instagram Account wurde mir bestätigt, daß es in Zukunft nur noch den einen geben wird:

#LeMans24

Ich bin gespannt!

LM24 | LeMans | 24LeMans | Hashtag |


Sonntag, 07. Februar 2016

Spannendes Bathurst 12h-Rennen.

John Hindhaugh hat es nach dem Rennen passend zusammengefasst: This is a world class event! … und damit meine Theorie bestätigt, dass sich auf Dauer weltweit pro Wochenende jeweils ein Highlight herauskristallisieren wird, auf das sich die Aufmerksamkeit konzentriert.

Und dieses Wochenende war das - zu Recht - das 12h-Rennen in Australien.

Spannend bis zur letzten Runde, am Ende trennten die Verfolger (Nissan GT-R) vom Gewinner (McLaren 650S) genau 1,267 Sekunden. Nach 12 Stunden Rennen!

Bentley wurde Dritter und der Phoenix Audi aus Meuspath Vierter - und alle Vier waren noch in der Runde der Gewinner.

Wer das Rennen verpasst hat, kein Problem - hier kann man sich die kompletten 12 Stunden noch einmal anschauen. Was für ein Service!

Überhaupt, die Übertragung war vom Feinsten.

Bei mir lief der Stream - in 1.080p HD - auf dem iPad, Timing und Twitter auf dem Computer. Bin auch nicht der einzige mit so einem Setup.

Es gab sogar jemanden, der hat sich die Mühe gemacht den per Scanner abgefangenen Funk der Teams und der Racecontrol zu streamen. Wow. Aber da war ich überfordert - braucht man ja 3 Paar Ohren! Trotzdem, je mehr Info desto besser. Die internationale Community sorgt mit diesem Input dafür, dass keine Frage unbeantwortet bleibt.

Twitter hat im Moment die Nase vorne, wenn es darum geht die Renngemeinde zu vereinen. Ein gemeinsamer Hashtag - in diesem Falle B12Hr - reicht, damit alle zueinander finden.

Da gesellen sich dann auch schonmal so Leute dazu wie die Franchittis - das wäre bei einem Forum oder ähnlichem nicht so problemlos möglich.

Bathurst wird gerne mit der Nordschleife verglichen - zwar nicht so lang, aber ähnlich in die Natur und Berge eingebettet.

Diese Einstellung:

könnte auch von der Antoniusbuche stammen.

Oder die hier Metzgesfeld?

Im Gewinner McLaren saß u.a. Shane van Gisbergen aus Neuseeland - diesen Artikel über ihn bei Jalopnik hatte ich hier schon einmal verlinkt.

Krasser Typ, bei dem sich McLaren schonmal bedanken darf, nach über 20 Jahren ein Langstreckenrennen zu gewinnen. Man kann auch nicht gerade sagen, dass es einfach gewesen sei. Der Wagen hat auch einmal ordentlich gezickt und musste während dem Rennen auf der Strecke rebootet werden - kein Witz! Der Neustart hat 45 Sekunden gedauert.

Twitter Handle der Fahrer werden heute übrigens schon völlig selbstverständlich eingeblendet - das gehört zum guten Ton und ist wichtiger als z.B. die Homepage:

Also bei Rennen im Ausland von Leuten, die etwas davon verstehen. Beim DSMB unvorstellbar - wie soll man da auch einen Eingangsstempel draufmachen und abheften?

Der McLaren hat optisch eine gute Figur abgegeben:

und ist - wie in der VLN die Dörr McLaren auch - auf Pirelli gelaufen.

Bentley war mit 2 Autos am Start - meine Güte sind das Kühlschränke. Da wird sogar der GT-R blaß.

Ich habe mal aus Spaß aus diesem Bild - als im Stream der Audi auf der gleichen Höhe mit dem Bentley war - die beiden übereinandergelegt:

Ist doch nicht normal.

Die GT3 sind inzwischen reine Werks-Prototypen. Die Teams werden reduziert auf ihre Rolle als Einsatzteam, denn wenn einmal homologiert, dann darf der Wagen nicht mehr verändert werden.

So wurde schon am Nürburgring die Selbstbauerszene ausgerottet, weil die SP7/8 vom Reglement her den SP9 (= GT3; das ist ein Witz, dass die auch SP genannt werden) untergeordnet wurden. Damit kein Privatteam gegen die Werke gewinnen kann - wo kämen wir denn da hin!

Ich bin immer neidisch auf die australische V8 Serie, die mit dem Konzept Blechautos mit viel Leistung und wenig Aero sagenhafte Rennaction bietet.

Ihr habt vielleicht mitbekommen, dass Romolo Liebchen den Audi GT Bereich verlässt. Aber nicht ohne der V8 noch einen mitzugeben: wenn es nach ihm ginge, dann würden sie durch GT3 ersetzt werden. Das muss man sich mal vorstellen. Natürlich geht es wieder mal nur darum möglichst viel Geld für Audi zu verdienen - je mehr GT3 Meisterschaften umso besser. Ich hoffe in Down Under sind sie weise genug zu erkennen, was für eine geile Rennserie sie mit den V8 haben. Damit sie nicht den Fehler wie in der Nürburgring Langstrecke begehen, wo die sündhaft teuren GT3 inzwischen lähmend über den Privatteams liegen und zusätzlich durch ihren Speed die Nordschleife als Rennstrecke gefährden.

Apropos VLN: Patrick Simon war auch am Start in einem privaten Mercedes (der mit der Martini Beklebung) - ist aber leider verunfallt. Ansonsten war er gut unterwegs, das war schade.

War sowieso ein hartes Rennen - von den 36 Startern sind nur 20 ins Ziel gekommen.

Was mich auch überrascht hat, dass kein BMW und nur 2 Porsche (Cup S) bei den GT3 dabei war.

Das Bathurst Rennen zählt nämlich zur neuen International GT Challenge, die Stephane Ratel ins Leben gerufen hat. Es sind nur 3 Rennen und 24h Spa gehört dazu ebenso wie Sepang 12h. Es ist das erste Jahr in dem das stattfindet, soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Eingetragen sind Audi, Bentley, McLaren und Mercedes - sie dürfen jeweils 4 Autos pro Rennen nominieren. Und darum geht’s natürlich wieder einmal: dass die Hersteller mehr GT3 Autos verkaufen bzw. einsetzen und ihre Erfolge vermarkten können.

Trotzdem - unter´m Strich war Bathurst nach den grandiosen Rolex24 in Daytona schon das nächste Highlight im Endurance Kalender, so kann es ruhig weitergehen!

Dass inzwischen einige Veranstalter erkannt haben, dass mittelfristig nur über eine internationale Audience ein Rennen fest etabliert werden kann, das stimmt mich positiv. Auch wenn das Schnarchen des ADAC Nordrhein mit seinem selbst gefeierten RTL TV Vertrag die deutsche Rennsport-Landschaft erschüttert - international wird inzwischen in einer anderen Liga gespielt und wer nicht abgehangen werden will, wird sich zwangsläufig den geänderten Anforderungen stellen müssen.

Bathurst | Gisbergen | Liebchen |


Mittwoch, 03. Februar 2016

Motorsport-Übertragungen in der Zukunft.

Wir erleben gerade eine sehr spannende Phase, denn viele althergebrachte Traditionen in der Übertragung von Motorsport-Veranstaltungen werden durch moderne Ansätze abgelöst. Rolex24 hat die Latte wieder etwas höher gelegt mit einer durchdachten IMSA Live-App, Bathurst kündigt erweiterte Timing-Funktionen an - während das 24h-Rennen am Ring bzw. ADAC Nordrhein bzw. Wige meint, dass ein neuer TV Vertrag das Gelbe vom Ei sei. Und MotoGP will uns 21 USD für eine Timing App abknöpfen!

Durch die an Fahrt gewinnenden technischen Möglichkeiten der Rennübertragungen sind völlig neue Konkurrenzsituationen entstanden. Eine etablierte Veranstaltung wie Dakar sieht sich auf einmal mit einem Endurancerennen in Dubai konfrontiert und Schwergewichte wie MotoGP, Formel 1 oder Le Mans bemühen sich in fremden Gewässern zu fischen, denn neue Anhänger zu gewinnen und damit zu wachsen, wird zunehmend schwieriger. Da gräbt man dann schon-Motorsport-Fans bei existierenden Veranstaltungen ab.

Ein weiterer Aspekt ist, dass sowohl die Werbetreibenden als auch die teilnehmenden Marken global auf allen Märkten vertreten sind. Ein Rennen in Australien macht z.B. für Audi oder Aston Martin genauso viel Sinn wie ein Rennen in Amerika, Asien oder Europa. Und noch viel mehr Sinn macht es, wenn es den Veranstaltern gelingt, ein weltweites Publikum zu erreichen.

Der Rolex24 Hashtag war am Sonntagmorgen trending - in Deutschland! Alles richtig gemacht Daytona.

Zusätzlich kommt es den Verantwortlichen zugute, dass es auch den Zuschauern einfacher gemacht wird zueinander zu finden. Wo man früher gut versteckte Special Interest Foren ausfindig machen musste, reicht es heute den richtigen Twitter Hashtag zu kennen.

Die Fahrer, die natürlich auch in einer besonderen Konkurrenzsituation zueinander stehen, haben den Trend als erste erkannt und arbeiten fleissig daran ihre Follower zu bedienen. Als ich 2013 zum ersten Mal die Social Media Aktivitäten des kompletten Le Mans Starterfeldes untersucht habe, war das Thema noch relativ jungfräulich. Heute veröffentlicht der ACO Twitter/Facebook/Homepage aller Teilnehmer mit gelassener Selbstverständlichkeit. Besonders engagierten Fahrern gelingt es ihren Marktwert durch ihre eigene Reichweite nach oben zu kurbeln - im Windschatten von Ken Block, der es allen vorgemacht hat.

Schöne neue Welt, doch sie birgt auch einige Risiken. Denn das Jahr hat nur 52 Wochen und es kommt zwangsläufig zu Überschneidungen. Wem es gelingt, den Fan für die gesamte Saison zu begeistern, der sitzt bei solchen Konflikten in der Pole Position.

Es ist immer noch alles im Fluss und sortiert sich - eine gute Gelegenheit für die Serien, sich zu profilieren. Als Zuschauer steht man nämlich immer noch vor dem Problem, auf Anhieb die richtigen Quellen für den perfekten Renngenuss zu finden. Auch kommen die Zuschauer mit unterschiedlicher Vorbildung, was es den Kommentatoren nicht einfacher macht, den richtigen Informationsgrad zu finden. Merkt man jedesmal erschreckend bei RTL und F1, wobei sich auch die Theorie tapfer hält, dass die es einfach nicht besser wissen.

Was wäre also das optimale Setup? Veranstaltungen müssen zwingend kostenlos (!) und weltweit (!) frei empfänglich sein. Wer das versteht, wird sich durchsetzen und andere verdrängen - und damit die Reichweite in die Höhe schrauben.

Über die hohe Reichweite wird die Vermarktung erzielt, denn für die Sponsoren der Teams und der Serie an sich ist das die einzige Kenngröße, die zählt. Wer hier vorne mit dabei ist, kann die Reklamekosten diktieren!

Wenn die etablierten Serien die Zeichen der Zeit nicht bald erkennen, dann sind sogar Newcomer Serien in der Lage ihnen das Wasser abzugraben. Wenn sie von Anfang an mit dem richtigen Konzept (s.o.) die Zuschauer fesseln und an sich binden. Der Druck auf die Veranstalter wird sich weiter erhöhen, denn Werbetreibende fordern möglichst hohe Reichweiten.

Goldene Zeiten für Motorsport-Zuschauer - auch wenn einige Serien noch hinterherhinken. In diesem Zusammenhang könnte man den N24h TV Vertrag zwar nett finden, aber viel wichtiger sind Stream, Timing und Hintergrundinformationen für eine globale Zuschauerschaft. Und solange es an den essentiellen Grundlagen krankt, sollte man sich nicht mit so etwas nebensächlichem wie TV Rechten aufhalten. Diese nützen nämlich nur einem: demjenigen, der sie verkauft. Sowohl Zuschauer als auch Veranstaltung wäre mit frei und stabil laufendem Stream viel mehr geholfen!

Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich das Thema schon einmal aufgegriffen und die Situation prognostiziert, die wir heute erleben. Inklusive den Essentials, die das 24h-Rennen braucht, um sich international durchzusetzen.

Da steht nichts von neuem TV-Vertrag.

Geoblocking | DigitalGrid | Stream | Hashtag | Prognose | nachgedacht |


Dienstag, 03. November 2015

Übrig Ns vom Dienstag.

Habt Ihr schonmal einen 3-Sitzer Formel 1 gesehen? Hat der René Wolff am Start - war in Mexiko im Einsatz. Cooles Geschoss! Aber wie wird der gekühlt, wenn in den Kühlschächten die Passagiere sitzen?

Die VLN Saison wurde am Samstag mit roter Flagge beendet - ein Symbol für die Zukunft? Wilhelm Hahne hat sich umgeschaut und kann keine positive Prognose abgeben. Frust und Ärger soweit das Auge reicht. Und nicht der Nebel hätte die rote Flagge nötig gemacht - so wie die VLN schreibt - sondern 2 auf Bremsflüssigkeit verunfallte Porsche im Brünnchen.

Keiner der üblichen Jubelartikel über die Nürburgring-Situation, aber trotzdem einige Klopper in diesem Artikel der NZZ: da ist von Neuausrichtung die Rede, obwohl doch einfach alles so wie vorher weitergeführt wird. Oder der Weggang von Rock am Ring wird beheult, obwohl man Lieberberg doch arrogant vom Hof gejagt hat. Die größte Gefahr für Bürgermeister Guido Nisius ist nicht etwa die Privatisierung, sondern die Klagen von JzN und Nexovation. Immerhin haben sie Christoph Schäfer ausgegraben, der den Ring noch nicht in der Talsohle bei seiner Abwärtsfahrt sieht. Das sehe ich allerdings auch so.

Shuhei Nakamoto - der Honda-Boss der MotoGP Einsätze - im HRC Interview. Wenig überraschend ist Marc Marquez völlig unschuldig und ein Sportler ohne Fehl und Tadel. Und Rossi hätte ihn vom Motorrad gekickt und sei dabei an seinen Bremshebel gekommen. Haben die da nicht diese Ausleger zum Schutz dran?

3Sitzer | MotorKritik | Ringverkauf | MotoGP |


Montag, 02. November 2015

Übrig Ns vom Montag.

VLN 10 wurde von einem SP7 Auto gewonnen. Und nicht etwa Uwe Alzen im 4 Stunden Stint, sondern Manuel Metzger, Philipp Eng und ‚Gerwin’ - im Black Falcon 911er. Einen SP7 Gesamtsieg gab es seit 2009 nicht mehr.

Nachdem die VLN jetzt auch das letzte Rennen hinter sich gelassen hat stelle ich fest, dass ich dieses Jahr keinen einzigen Lauf besucht habe.

Beim FIA WEC Lauf in Shanghai am Wochenende war Brendon Hartley’s Qualirunde nur 4 Zehntel langsamer als Lewis Hamilton’s schnellste Rennrunde dieses Jahr in China.

Porsche wurde Langstreckenweltmeister - im 2.Jahr nach Wiedereinstieg. Hatten auch direkt schicke T-Shirt am Start.

Die MotoGP KTM für 2017 hatte ihren ersten Rollout mit Testpilot Alex Hofmann.

Wenn man sieht, wie sehr im Rennsport die Fahrerpersönlichkeiten gegenüber den Hersteller-Marken in den Hintergrund gedrängt werden, der kann sich auch vorstellen, dass in der Zukunft die Rennen mit autonomen Fahrzeugen ausgetragen werden. Die Fahrer sind doch heute auch nur noch zum meinungslosen Roboter verdammt. Doch während die alteingesessenen OEMs noch experimentieren, füttert Tesla den Zentralcomputer mit realen Daten ihrer Kundenautos. So kommt die Erfahrung von 1 Million Meilen pro Tag zusammen!

FIAWEC | MotoGP | Tesla |


Freitag, 23. Oktober 2015

Autonomes Elektro-Driften im DeLorean Style von der Uni Stanford.

Als wäre es nicht schon cool genug ein Elektroauto zu bauen, das selber im Kreis driften kann bis der Arzt kommt bis die Batterie alle ist - nein, die Studenten der Uni Stanford haben das Ganze auch noch in einen DeLorean gepflanzt.

youtu.be/WNIDcT0Zdj4

Das lässt mich in zweifacher Hinsicht doch noch an eine gute Zukunft glauben, denn a) aus den Leuten wird mal was und b) Forschungsgelder können sinnvoll eingesetzt werden.

(Via.)

Stanford | DeLorean | Autonom | Elektro |


Montag, 21. September 2015

Mein Besuch auf der dmexco Messe in Köln.

Wenn in Köln Messe ist, dann nehme ich schonmal die Gelegenheit wahr Veranstaltungen zu besuchen, die mir neu sind. Denn der Aufwand hält sich in Grenzen, wenn die Anreise kurz ist - mein täglicher Weg zur Arbeit ist länger ;) Dazu kommt noch, dass der Eintritt bei der dmexco frei ist, wenn man sich früh genug anmeldet.

Die Messe ging über 2 Tage (Mi/Do 16./17.Sep.) und wird im Vorwort zum Messeheft so beschrieben:

“Bereits zum siebten Mal macht die dmexco Köln zum internationalen ”place to be“ der digitalen Wirtschaft. In den kommenden zwei Tagen verbindet sie - in diesem Jahr unter dem Motto ”Bridging Worlds“ - aktuelle und künftige Business-Welten, die besonders für Marketing, Media, Werbung und Kundenkommunikation große Relevanz besitzen.”

Meint Gerald Böse vom Veranstalter Koelnmesse.

Bei IBM wurde ich dann gleich mal stutzig - Vollkontaktkunde? Na das kann ja heiter werden!

Auf solchen Messen wird einem auch immer wieder bewusst, welche Firmen längst verschmolzen sind:

Den Bullshitfilter sollte man auf jeden Fall immer sensibel halten - hier z.B. angebliche Leitmedien:

Aber dann wurde es zunehmend spooky - als ich diese Ankündigung von LG gelesen habe:

Und uns wird deutlich vor Augen geführt, wie aggressiv die Werbeindustrie in unsere privaten Bereiche vordringen will.

Noch steht da zwar “User Initiated”, aber ich habe die Befürchtung das ist nur ein Schönheitsfehler. Im dazugehörigen Prospekt der Firma smartclip wird es schon deutlicher:

“Zusätzliche Erlöse: Neue Werbeformate außerhalb der standardisierten TV-Werbeblöcke und erweitertes Kundenpotenzial dank individueller Werbeaussteuerung.”

Das Ganze soll über HbbTV realisiert werden, das steht für Hybrid Broadcast Broadband TV. Angeblich seien damit in Deutschland schon “mehr als 10 Millionen Haushalte” mit dem Fernseher - bzw. Smart-TV - an das Internet angeschlossen.

Was mal als Zusatzdienst für die Zuschauer gedacht war, wird also von der Werbeindustrie rücksichtslos für die eigenen Zwecke eingespannt.

Ach guck an - DTM harmonisch neben Marketing! Passt besser als Motorsport:

Hättet Ihr die Sparkasse auf der dmexco vermutet? Ich auch nicht:

For Programmatic Advertising Pioneers. Ungriffiger ging es nicht?

Hootsuite benutze ich auch. Ich wollte immer schonmal wissen, wie man es korrekt ausspricht: …suite wie Hotel Suite. Hätten wir das auch geklärt.

Neben der kostenlosen und der (nervig beworbenen) Pro-Version gibt es auch eine Enterprise Variante - die soll dann das Geld verdienen.

VW Busse waren irgendwie hoch im Kurs:

Da war ich überrascht, Firefox zu sehen:

Die waren bei mir immer in der Non-Profit Ecke. Die Mozilla Corporation hat immerhin über 1.000 Angestellte mit 160 Mio USD Umsatz (2011). Doch der Profit wird wieder zurück in die Produkte investiert.

Content on Demand. Klingt erstmal ungefährlich, aber beim genauen Hinschauen soll hier den Besuchern von Blogs - also Euch! - gekaufter Inhalt unterschoben werden. Und schon sind Broker zu Stelle, die zahlungswillige Firmen abkassieren, um sie mit käuflichen Blogs zu verkuppeln. Für mich eine Lose-Lose-Kombination.

Habe mich auch angeregt mit einem von denen auf dem Stand unterhalten. Natürlich hat er versucht, das Konstrukt als etwas Positives zu verkaufen, denn schließlich müssten auch Blogger von etwas leben.

Für mich hat sich der Eindruck verstärkt, dass den Firmen, die uns mit Werbung zuballern wollen, unsere Aufmerksamkeit durch die Finger gleitet und sie versuchen unsere Treffpunkte zu plakatieren.

Bei mir jedenfalls werden nur Texte stehen, die ich geschrieben habe. Das ist für mich keine Frage des Geldes, sondern der Ehre :) Just saying.

Falls Eure BS Kapazitäten noch nicht erschöpft sind, bitteschön:

Das sind natürlich alles Vorteile - eh klar.

Ach Quatsch, Yahoo gibt’s auch noch?

Was kommt als nächstes? Ein Stand von Geocities?

Nein, besser! AOL!!

Was machen die denn noch so? Antwort: Schokolade.

Aber es waren tatsächlich die ganz Großen der Branche da, Google:

… und Facebook:

Hättet Ihr gewusst, was die anderen beiden Logos neben Facebook und Instagram bedeuten?

Mir waren die komplett neu. Das mit dem A ist Atlas, ein “People Based Marketing, Powered by Facebook”.

Auf dem Flyer liest sich das so: “Atlas ist eine Adserving- und Measurement-Plattform, deren geräte- und kanalübergreifenden Lösungen für die Welt von heute entwickelt und zukunftsicher gestaltet wird. Atlas bietet Werbetreibenden echten Mehrwert.”

Und die machen auch keinen Hehl daraus, wer oder was hier vermarktet wird: “Mit Insights, die auf echten Menschen - den 1,49 Milliarden Facebook-Nutzern auf der ganzen Welt - basieren (..)”

Kann ich gut verstehen, wenn Euch die Farbe aus dem Gesicht fällt. Hier auf der Webseite von denen könnt Ihr Euch weiter den Appetit verderben.

Das andere Zeichen mit den Winkeln steht für “LiveRail”, da sollen Video-Publisher ihren Content vermarkten. Oder so. Bin ich der Einzige, der bei diesem Erklärbär-Video nichts versteht, weil die Musik das überlagert? Haben die was an den Ohren?

“Publishers can now accurately deliver against age and gender.”

(ca. bei Min 2)

Ihr wisst was das bedeutet. Facebook verkauft die Merkmale der User (Alter, Hobbies, etc.) direkt an Werbetreibende, die ihre Zielgruppe viel genauer als bisher definieren können.

Ich prognostiziere mal, dass Werbung in Zukunft noch aufdringlicher wird, als bisher. Während sich die User - ich sag jetzt mal wir, denn ich zähle mich dazu - weiter versuchen sich abzuschotten, um die Errungenschaften des Digitalen Zeitalters auszuleben, werden die Werbetreibenden ständig versuchen uns zu erreichen und dabei tiefer und tiefer bohren.

Erinnert mich ein wenig an Matrix, als die Maschinen das HQ ausgemacht haben und sich unaufhaltsam weiter vorgebohrt haben.

Noch ein Nachschlag aus der BS Ecke?

Aber diese Lampe war klasse!

War bei Microsoft. Ach so - ja - die waren auch da. Bin aber nicht schlau daraus geworden, was die verkaufen wollten. Hat mich aber auch nicht sonderlich interessiert um ehrlich zu sein.

Aber die Lampe war klasse!

Online Ad Fraud! Natürlich! Da ist es ja, das Perpetuum Mobile!

Während die Marketing Industrie halbgare und manipulierbare Lösungen verkauft, kommen schon neue Firmen auf den Plan, die das Untergraben verhindern wollen.

Achja, VW Busse gehen immer:

Und das hier ist der schlechteste Stand der Messe:

Plusserver mit ihrem Frontmann Walter Freiwald. Das war sooo laut, man konnte gar nicht weghören. Und es war sooo schlecht, man spürte spontan das Verlangen den beiden Clowns auf die Bühne zu kotzen.

Auf jeden Fall weiss ich jetzt, wo ich niemals nie einen Server mieten würde.

Twitter war auch da:

Und hat mächtig innovativ Mentions erarbeitet:

Die Leute standen tatsächlich Schlange für so ein Notizbuch.

Andere haben ähnlich um Aufmerksamkeit gegeiert - Tasche für Newsletter-Anmeldung:

Guck mal - ein VW Bus! Wie originell!

Noch eine Runde BS Bingo?

Bingo!

Im 2.Stock wurde noch eine “Blogger-Lounge” beworben und ich wollte mal sehen, was sie da machen:

Hab ich mir gedacht ;)

Wie heisst es so schön im Newsletter: “Nutzen Sie die Chance, sich auf der dmexco zu vernetzen, voneinander zu lernen, den Wandel zu begreifen und die Chancen und Potenziale der Digiconomy erfolgreich zum Einsatz zu bringen.”

Oh ja, den Wandel begreifen.

Mir wird Angst und Bange, wenn ich das zuende denke. Das habe ich mir tatsächlich anders vorgestellt, als ich zur Messe gefahren bin.

Dass der Normalo Nutzer der digitalen Medien so hemmungslos als Melkkuh gehandelt wird, verschlägt mir ein wenig die Sprache.

Ich fürchte wir müssen die Verteidigungswälle um einiges höher ziehen.

dmexco | Messe | Mikebericht |


Dienstag, 02. Juni 2015

0-100 km/h in 2,2 / 0-200 in 5,4 Sekunden.

DAS sind doch mal Eckdaten.

Ich weiss, ich weiss. Es gibt immer noch viele Leute, die halten elektrisch angetriebene Fahrzeuge für nicht-der-Rede-wert. Aber ich bin überzeugt und fasziniert - und bei solchen Eckdaten hooked.

Die Rede ist von Nobuhiro “Monster” Tajima’s neuester Waffe für Pikes Peak (28.Juni).

Gemessen wird nicht mehr in PS, sondern in MW - willkommen in der Zukunft! Und diese 1,1 MW - also 1.100 kW - sind schlanke 1.475 PS.

Ganz ehrlich: bei der Leistung könnten das von mir aus auch DNA-manipulierte Hamster unter synthetischen Drogen im Laufrad sein - bei 4-stelligen PS Zahlen setzt der Verstand aus.

Und Monster - das ist der Fahrer mit dem rostigen Eisenträger im Kopf - hat sich zum Ziel gesetzt den Gesamtsieg zu holen.

Also nicht irgendeine Klasse Alternative Treibstoffe oder so - sondern das gesamte Feld zu bügeln - so wie diese Jungs zum Beispiel.

Natürlich ist das Projekt ein technischer Leckerbissen mit einem Motor pro Rad und Energierückgewinnung.

Und er hat noch einen Joker, der mir gar nicht so bewusst war:

“Petrol engines have oxygen starvation problem at that altitude – the power of the engine decreases over 40 percent. However, electric motors don’t use oxygen, so Tajima will have the full power of all four electric motors available from start until the finish line.”

Ich kann’s kaum abwarten!

PikesPeak | Monster | Tajima | Rimac | Strom | Elektrisch | Bergrennen |


Montag, 25. Mai 2015

F1 Monaco: der Computer ist Schuld?

Den GP von Monaco zu gewinnen steht neben dem WM Titel ganz oben auf der Wunschliste aller Fahrer.

Lewis Hamilton hat dieses Wochenende alles richtig gemacht: zum ersten Mal in seiner Karriere von der Pole gestartet (0,342 Sek. vor dem Rest) und 15 Runden vor Schluß uneinholbar mit 25 Sek. Vorsprung in Führung gelegen - alle Pflichtboxenstopps erfolgreich abgehakt.

Dann so: Safety Car wegen Unfall und sein Team schickt ihn noch einmal zusätzlich in die Box, um nochmal neue Reifen aufzuziehen. WTF? In Monaco, wo überholen quasi unmöglich ist? Warum dieses Risiko? Durch die Nummer wurde er einkassiert von Rosberg und Vettel und am Ende nur Dritter.

Oh je.

Man weiss ja nie ob’s stimmt, aber wer nimmt schon freiwillig seinen führenden Piloten aus dem Rennen. Beim Monaco GP! Es scheint so zu sein, als hätte man falschen Zahlen vertraut, die der Computer ausgespuckt hat in Bezug auf den Abstand von Hamilton auf Rosberg.

Toto Wolff:

“We have to follow the data. This is how the sport works.”

Und das GPS Signal sei in Monaco so schlecht.

Klar sucht man jetzt händeringend nach Ausreden, weil die Nummer ist schon schwer peinlich. Besonders, da Mercedes dieses Jahr keine Gegner hat und nur über seine eigenen Füsse stolpern kann. Was sie ja dann mit Anlauf gemacht haben.

Gerade für eher rechthaberischen Lauda / Zetsche / Wolff keine einfache Situation.

Für mich macht es den Eindruck, als hätte man sich in der Zahlen- und Computerflut verhaspelt. Nicht über den Dingen stehend entschieden, sondern getrieben - ohne den Überblick zu behalten.

Was mich aber am meisten in der aktuellen Berichterstattung ärgert: dass der Computer schuld sei. Das ist ein Ausblick auf unsere Zukunft, wenn wir Menschen uns der künstlichen Intelligenz hingeben und dem Computer blind vertrauen. Wenn wir gar nicht mehr in der Technik-getriebenen Welt als Mensch dominant genug sind, um Entscheidungen zu treffen.

Die Formel 1 als Vorreiter für ein unter dem Strich sehr bedrohliches Szenario, bei dem wir nur noch Passagier sind. Vor dem auch Steven Hawking eindringlich warnt.

Und mit Sport hat das Ganze natürlich auch schon lange nichts mehr zu tun - das sind Technologieschlachten, bei denen der Fahrer so vernetzt integriert ist wie die ECU. Und einfach nur funktionieren muss im Spiel von Input und Output.

Und wo wir schon im Nerdbereich unterwegs sind: da liegt es in der Natur der Sache, dass ab und zu ein paar Nullen dabei sind! :D

Formel1 | Hamilton | Monaco | Computer | KünstlicheIntelligenz | Hawking |


Donnerstag, 21. Mai 2015

Otto Flimm hat durchgeladen: Klage gegen den Nürburgring-Verkauf von JzN.

Auf Ja zum Nürburgring:

„Wir wollen erreichen, dass das gesamte Verkaufsverfahren auf den Prüfstand kommt, und nicht etwa nur die Vorgänge rund um das Zuschlagsverfahren“, erklärt Otto Flimm. „Es ist höchste Zeit, dass reiner Tisch gemacht wird.“

Jetzt wird scharf geschossen, denn nach Beschwerden, Briefen und Eingaben reicht der Ja zum Nürburgring e.V. Klage beim Europäischen Gericht ein.

Respekt!

Diese Entscheidung haben die Beteiligten und Otto Flimm sicher nicht leicht getroffen - das wird ein langatmiger, aufreibender und geldverzehrender Gerichtsprozess.

Aber es ist der richtige Weg um mit legalen Mitteln zu versuchen das betrügerische Sumpfmonster trockenzulegen.

Es werden auf alle Beiligten schwierige Zeiten zukommen, denn jetzt hängt der Verkauf erstmal für lange Zeit in der Luft. Das heißt das aktuelle Pachtmodell an den Oligarchen-Stammtisch mit Capricorn Schleiermantel wird bis zur Gerichtsentscheidung Bestand haben. Falls die Russen nicht entnervt das Handtuch werfen.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch erstmal nichts abgerissen oder umgebaut wird - wer will in so einem Konstrukt schon finanziell in Vorleistung gehen.

Aber es ist der richtige Weg zur Rettung der Nordschleife vor der entgültigen Privatisierung. Der Prozess wird hoffentlich Abläufe an’s Tageslicht spülen, die die Handelnden bisher vor der Öffentlichkeit geheim halten konnten. Was an sich ja schon eine Frechheit für uns Bevölkerung ist, denn es geht um nicht weniger als Volkseigentum von herausragender historischer Bedeutung.

Wünschen wir Otto Flimm viel Kraft und die nötige Gelassenheit, um die vermuteten Betrügereien aufzudecken. Und der Nordschleife die Zukunft zu geben, die sie verdient hat.

JaZumNürburgring | Flimm | Weidenbrück | Frey | Prozess | Klage | Ringverkauf |


Freitag, 27. Februar 2015

Nürburgring Zukunft? Geschäfte koppeln und Preise hoch.

In die Nürburgring Zukunft zu gucken vermeide ich so gut es geht, denn die Aussichten sind mir einfach zu düster. Getreu dem Motto: Schlimmer kann es nicht mehr kommen … und es kam schlimmer.

Dieter liest a) die MotorSport aktuell (die gibt’s noch?) und macht sich b) die Mühe, ein Carsten Schumacher Interview zu deuten:

“Carsten Schumacher zeigt in diesem Interview deutlich auf, wo die Reise hingehen wird. Ob er sich dabei der Tragweite bewusst war, dieses Gedankengut öffentlich zu machen, ist unklar. Seine Handlungsweise ist von ganz normalen unternehmerischen Überlegungen geprägt. Leider wird sie aber dazu führen, dass existierende Strukturen darunter zu leiden haben oder gar daran zerbrechen werden. Der Motorsport am Nürburgring läuft finanziell am Anschlag. (..)”

“Die Region muss nun mit dieser geballten Macht am Ring fertig werden. Kein Ringgesetz wird den Vorteil ausgleichen können, den die CNG für ihre eigenen Hotels und Services durch das Monopol der Rennstrecken hat.”

Carsten Schumacher macht in dem Interview erst gar keinen Hehl daraus, dass die Geschäfte gekoppelt und die Preise nach oben getrieben werden müssen.

Bevor es wieder aufwärts geht, wird es erstmal eine Weile bitter bergab gehen.

Tags: Weidenbrück | JaZumNürburgring | CarstenSchumacher | Capricorn |


Samstag, 17. Januar 2015

Die heiße Kartoffel Formel 1.

Stellt sich raus, Hockenheim ist gar nicht scharf auf das Rennen:

“Dem Jahr 2015 am Hockenheimring ohne Formel 1 sah Gummer daher hoffnungsfroh entgegen. Mit vier ”Onkelz“-Konzerten, einem AC/DC-Gastspiel und Rock’n’Heim werden rund 600.000 Besucher erwartet. Finanziell mindestens eine ”satte schwarze Null“. Und jetzt die Bombe von Bernie.”

Und in diesem Artikel werden auch die Summen genannt, die so zu zahlen sind: 12 Mio $ am unteren Ende (Hockenheim) und 40 Mio $ am oberen Ende.

Carsten Schumacher lässt sich sogar zu diesem Statement hinreissen, der die F1 in die Wüste schickt - literally:

“Wir würden uns finanziell in der Tendenz besserstellen.”

Ich glaube das kann er ganz schnell haben.

Tags: Formel1 | Hockenheim |


Donnerstag, 15. Januar 2015

Nürburgring F1 zieht nach Hockenheim.

Bernie Ecclestone ist das Gekaspere leid und verlegt den F1 GP an den Hockenheimring:

“It’s going to be at Hockenheim, we’re in the middle of doing something with them. It can’t be Nürburgring because there’s nobody there.”

Und wo er schon dabei ist lästert er auch nochmal gepflegt über den Verkaufsprozess ab:

“We wanted to buy the Nürburgring, we made an offer and somebody topped us with a few dollars and bought it,” he said of previous circuit owners Capricorn. “And then they couldn’t pay and it went on sale again. I said I’d be interested and then they found somebody else. So I don’t know what’s happening.”

Zeitgleich in Mainz:

Dazu von mir ein herzliches #NoMaluDreyer!

Im Juni die Rhein-Zeitung mit deren Dietmar Brück noch so:

“Das ist die Sensation in der Formel–1-Welt: Von 2015 an wird die Königsklasse des Motorsports nach Informationen der Rhein-Zeitung (Koblenz) fünf Jahre lang jedes Jahr am Nürburgring gastieren.”

Der Mike hat das damals so kommentiert:

"Ich hab selten so einen Fall erlebt, wo sich jemand freiwillig vor allen Leuten so weit aus dem Fenster lehnt wie “Dear Robertino”. Und ja, das geht mich sehr wohl etwas an, denn noch ist die Strecke, deren Ruf und ihre Zukunft Volkseigentum.

Wenn das nächste Mal jemand zum Verhandeln nach London fliegt, dann nehmt bitte jemanden, der es wenigstens halbwegs mit Mr.E aufnehmen kann.

Tja, haben sie wohl niemand mit Format gefunden. Und während die Frau Dreyer vor 2 Jahren zusammen mit den Insolvenzverwaltern noch Jubelarien gesungen hat, bleibt sie heute schön in der Deckung.

Tags: Formel1 | MaluDreyer | Ecclestone | Hockenheim |


Dienstag, 13. Januar 2015

Neuer VW GTE - aber nicht was Ihr denkt!

Wie kann man denn diesen Koffer GTE nennen? GTE ist für mich in erster Linie das hier :) Auf dem Laacher See rumfahren macht heute auch keiner mehr. Und dann ist GTE heutzutage natürlich das hier. Das sollte sich doch auch bis nach Wolfsburg rumgesprochen haben.

Tags: VWGTE | LaacherSee | AudiGTE |


Dienstag, 09. Dezember 2014

My Open Letter to EU Commissioner Margrethe Vestager.

(Please find the English version further down.)

Sehr geehrte Frau Vestager!

Ich schreibe Ihnen als Bürger von Deutschland, der in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen ist und heute in Köln Nordrhein-Westfalen lebt.

Ich bin 49 Jahre alt und seitdem ich einen Führerschein besitze und mobil bin, beschäftige ich mich mit dem Nürburgring und insbesondere mit der historischen Nordschleife als Sportstätte. Rückblickend waren es sehr schöne 33 Jahre - doch die letzten 7 Jahre waren sehr nervenaufreibend und frustrierend.

Der Grund liegt im Freizeitpark-Projekt “Nürburgring 2009”, mit dem man die völlig funktionierende Anlage und deren öffentliche Besitzgesellschaft von 1925 innerhalb von nur 5 Jahren (!) in die Insolvenz getrieben hat.

Von Seiten der Politik gab es leider keinerlei Bemühungen die Rennstrecken vor dem Verkauf in Privathand zu bewahren. Die eingesetzten Insolvenzverwalter haben geradlinig den möglichst schnellen Verkauf gesucht. Als Beobachter bleibt einem nichts anderes übrig, als die Abläufe mit hektisch und chaotisch zu umschreiben.

Als Bürger war es unmöglich Kenntnisse über die im Geheimen ablaufenden Ereignisse zu erhalten. Allerdings haben Presseberichte regelmäßig im Nachhinein Verfehlungen während des Verkaufsprozesses öffentlich gemacht.

Der Nürburgring - und ganz besonders die Nordschleife - sind von hoher weltweiter Bedeutung für Fahrzeugentwicklung und Motorsport. Es gibt keine vergleichbare Anlage auf der ganzen Welt und dieses Alleinstellungsmerkmal hat innerhalb Europas eine hohe Anziehungskraft.

Sowohl die wirtschaftliche Zukunft als auch der Erhalt des kulturellen Erbes sind nur möglich, wenn eine gemeinwohlorientierte Betriebsform gewählt wird. Das Profitstreben eines Privaten bedeuten mittel- und langfristig das Ausbluten der Eifelregion und das Plündern eines kulturell herausragenden Denkmals.

Ich habe auf die Bedeutung schon einmal eindringlich hingewiesen während meines Besuches in Brüssel bei der Wettbewerbskommission am 25.Feb.2011. Gerne stehe ich jederzeit für weiterführende Gespräche zur Verfügung.

Um Ihrer europäischen Verantwortung gerecht zu werden, bitte ich Sie eindringlich die bisherigen Entwicklungen zu überdenken und den Nürburgring-Verkaufsprozess neu aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison


English version:

Dear Ms Vestager!

I’m contacting you as citizen of Germany, born and raised in Rhineland-Palatinate who is now living in Cologne North Rhine-Westphalia.

I’m 49 years old and since I have my driving licence and thus am mobile, I’m active at the Nürburgring and especially at the historic Nordschleife as sports venues. Looking back this have been great 33 years - however the last 7 years have been very exhausting and frustrating.

The reason is the Leisure Park project “Nürburgring 2009”, with which the absolutely functional property and its public owner company of 1925 have been led into insolvency within only 5 years!

Our politicians unfortunately have made no efforts whatsover to protect the Race Tracks against sale into private hands. The Insolvency Administration has not followed any other options except quickly selling the property. As observer one was left with the only option to describe the process as hectic and chaotic.

As a citizen is was not possible to gain knowledge on the procedures, which were carried out in secret. Only press reports have regulary published misconduct after the event during the sale process.

The Nürburgring - and Nordschleife in particular - are of worldwide importance for Automotive Engineering and Motorsport. There is no comparable site globally and this uniqueness has huge attraction within Europe.

Both the economical future and the conservation of the cultural heritage are only possible within a non-profit-making type of business. Profit seeking ventures of privateers will mid- and longterm lead to bleeding of the Eifel region and plundering of the cultural heritage.

I already had the chance to highlight the special significance during my visit in Brussels at Feb.25th, 2011 at the Competition Department (http://renn.tv/1016). I’m happy to join further discussions any time.

To serve your European responsibility I urge you to rethink the development and start the Nürburgring sale process all over again.

Yours sincerely,
Michael Frison


Die EU hat übrigens 24 Amtssprachen! Wenn Ihr auch Magrethe Vestager kontaktieren wollt:

By the way, EU has 24 official languages! In case you also want to contact Magrethe Vestager:

Adresse:

COMMISSIONER
Margrethe Vestager
European Commission
Rue de la Loi / Wetstraat 200
1049 Brussels
Belgium

Facebook: fb.com/margrethevestager

Twitter: @vestager

Email: margrethe.vestager@ec.europa.eu

Tags: VestagerMagretheVestager | EUKommission | RingverkaufOffenerBrief |


Mittwoch, 03. Dezember 2014

Club der Milliardäre.

Da ist der nächste: Jürgen Großmann, ex-RWE-Aufsichtsrat.

Wild sei vom Tisch, aber er dementiert.

Mir scheint jemand hat die Schleusen geöffnet und jetzt darf jeder machen, was er will. An die Zukunft von Touristenfahrten oder RCN will ich gar nicht denken.

Tags: Milliardär | RobertinoWildJürgenGroßmannRingverkauf


Sonntag, 16. November 2014

Das neue Narrativ der SPD.

In der Demo und der Reaktion der (Westerwald = Hering) SPD gestern dazu ist ein Detail etwas untergegangen: die Partei hat ihr - von der Polizei abgeriegeltes - Treffen dazu genutzt, eine neue Sprachregelung zum Nürburgring auszugeben.

  • Dreyer: “Lasst die CDU ruhig weiter in der Vergangenheit weilen. Lasst sie einfach in der Ecke des vergangenen Nürburgrings. Wenn sich die CDU weiter am gestern abarbeiten will, dann ist sie dort gut aufgehoben liebe Genossen und Genossinnen.”

  • Westerwald SPD / Hering: “Es waren einige Versprengte heute der Meinung, dass der Ring der Nabel der Welt ist, er ist es nicht. Fehler wurden gemacht, erkannt und abgestellt.”

Ihr seht schon, worauf das hinausläuft - mal mehr mal weniger deutlich. Natürlich lähmen die 500 Freizeitpark-Steuermillionen jegliche Diskussion über andere Themen - wie soll man auch jemanden ernst nehmen, der dermaßen verkackt hat?

Was also tun? Man erklärkt das Problem einfach für beendet. Das macht die Politik gerne schonmal, wenn sie keinen Ausweg mehr weiss.

Das Ganze wird dann noch positiv klingend garniert, “vorwärtsgerichtet”, “Zurück in der Zukunft” und zusammen mit den Dreyer Hütchenspielen (Politiker Rochade) glaubt man jetzt den Cunning Plan zu haben.

Mit tatsächlichen Lösungen hat das natürlich alles nichts zu tun, eher mit Sand-in-die-Augen-streuen.

Auch Kurt Beck hat mal beteuert, dass sein Freizeitpark den Steuerzahler nichts kosten wird. In Wirklichkeit hat er neben einer 9 bis 10-stelligen Summe Steuergeld noch ein weltweit einmaliges Kulturdenkmal oben draufgelegt, das dem Steuerzahler verloren geht.

Damit ist die einzige Konstante, die sich durch den Ablauf der Jahre hindurchzieht, der Nicht-Wahrheitsgehalt der Aussagen der SPD Politik. Malu Dreyer knüpft da nahtlos an.

So richtig stoppen kann das eigentlich nur die Staatsanwaltschaft, aber die scheint brav mitzumachen bei dem perfiden Schauspiel.

Für uns erst Recht der Grund uns hinzustellen und sowohl Aufarbeitung als auch eine echte Zukunft für Sport und Strecke zu fordern.

Wann ist die nächste Demo/Aktion? Ich stecke zwar noch mitten im Hausbau, aber dafür nehm ich mir immer Zeit, Ehrensache.

Tags: SPDRLP | Dreyer | ParteitagMainzPofalla | Lewentz | Hering | Ringdemo | Narrativ |


Montag, 10. November 2014

Sabine: Jetzt müssen wir nochmal alles geben!

Hallo Leute, ich habe eine große Bitte an euch:

Lasst euch um himmelswillen nix einreden oder von diversen Pressmitteilungen weiss machen, es gäbe nichts mehr am Verkauf zu rütteln.

Nach wie vor möchten uns die Landersregierung und vorallem die Insolvenzverwalter ruhig stellen. Die sitzen dermaßen auf glühenden Kohlen, dass sogar die IV rechtlichen Beistand gefordert und diesen bereits genutzt haben.

Was gerade mit dem Nürburgring und seinem Dunstkreis passiert, ist gleichzusetzten mit einer Naturkatastrophe. Wir kommen zwar mit heiler Haut aus der Misère aber unsere Lebensgrundlage wird systematisch vernichtet.

Nur stammt diese Katastrophe zu 100% aus Kafitz’ und Beck’s Kessel. Ist unser Ring einmal verkauft, wird er in Zukunft zum Wanderpokal mutieren und die Einschnitte werden immer tiefer.

Was juckt die potentiellen Käufer einen Nürburgringvertrag von der LR gebastelt (ohnehin ohne jegliches Hintergrundwissen) oder was scheren diese sich um die ursprüngliche Satzung, dass der Ring die! Infrastrukturmaßnahme für die Region ist???

Wir sind mit unseren Aktionen sehr weit gekommen, wir sind kurz vor dem Ziel, den Verkauf abzuwenden. Wir müssen jetzt nochmal alles geben.

Bitte unterstützt unseren Ring damit er nicht zum Nobel Racing Resort der Oberschicht verendet oder sonst wie misswirtschaftlich betrieben wird. Wir alle wollen doch unser Kulturgut behalten.

Also ich habe sehr sehr viel dem Nürburgring zu verdanken und ich werde den Teufel tun, zuzusehen wie ein paar Minister und Advokaten über Leichen gehen nur um ihr eigenes Pöstchen und ihre Pension zu retten.

Lasst uns gemeinsam kämpfen!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend und denkt mal drüber nach.

Eure Sabine

Tags: SabineSchmitz | Ringdemo | WirSindNürburgring |


Mittwoch, 05. November 2014

Verraten und verkauft!

Dieter Weidenbrück kommentiert in Björn’s Blog die Ausgangslage für die Nürburgring-Zukunft:

"(..) Fassungslos ist man angesichts des Verhaltens der Landesregierung. Sie trägt die Verantwortung für die Zustände am Nürburgring, auch wenn sie heute so auftritt, als wäre das Desaster irgendwann einmal vom Himmel gefallen.

Es ist die jetzige Ministerpräsidentin Dreyer, die verantwortlich ist für den unsäglichen Verkaufsprozess, in dem der Wunschkandidat Capricorn in recht transparenter Form zum Käufer gemacht wurde. Immer wieder wurde betont, dass es keine reichen Leute als Käufer geben werde, die den Nürburgring in einen Privatspielplatz umwandeln könnten.

Keine Scheichs, keine Oligarchen. Das größtmögliche Angstszenario für Motorsport und Region: völlig ausgeschlossen, das werde man zu verhindern wissen.

Aber jetzt sind sie da, Frau Dreyer, die Superreichen, und alles, was der Landesregierung bisher dazu einfällt, ist Zustimmung und der Satz von Roger Lewentz, dass man darauf hofft, dass es keine Heuschreckentendenzen geben wird.

Wie unglaubwürdig können Politiker überhaupt noch werden? (..)"

Tags: KommentarDieterWeidenbrückMeinAutoBlog | Ringverkauf |


Montag, 13. Oktober 2014

Kommt jetzt der reinigende Knall?

Oder kittet Rheinland-Filz wieder alles zu?

Der bunte Luftballon vom erfolgreichen Mittelständler ist zumindest heute schonmal laut zerplatzt, denn die Finanzierungsschwierigkeiten bei Robertino Wild haben sich bestätigt. Dietmar Brück und die Rhein-Zeitung haben sich dafür den Sonntag um die Ohren gehauen.

Denn Wild meinte mal romantisch, er habe sein letztes Hemd verpfändet - jetzt bestätigt sich die Recherche der WiWo von vor 2 Wochen, dass ihm das Wasser bis zum Hals steht:

“Der Käufer der Rennstrecke, der Düsseldorfer Unternehmer Robertino Wild, ist offenbar in finanziellen Schwierigkeiten.”

“Seine Gesellschafteranteile am Ring sind an einen Treuhänder übertragen worden, seine Villa und eine Gemäldesammlung hat er mehrfach beliehen.”

Und was hat Malu Dreyer den ehrenwerten Mann auf das goldene Podest gehoben! Ist sogar extra zum Ring gekommen und hat sich bunte Filmchen angeschaut:

Und jetzt muss man sich fragen, wieso so eine Luftnummer so weit kommen konnte? Wurde der Grundbucheintrag nicht geprüft? Das wäre doch das erste, was man in solch einem Fall machen muss.

Sachwalter Lieser - der Nachjustierer - gehört meiner Meinung nach sofort ersetzt. Wieviele Patzer, die wohl auch die Staatsanwaltschaft interessieren dürfte, will man ihm noch zugestehen? Dem gehört sofort die Verantwortung entzogen, wen man weiteren Schaden vermeiden will. Entweder hat er die Finanzsicherheit im Vorfeld nicht geprüft oder er hat die Wahrheit verschleiert. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht und beides ist Anlass genug, ihm sofort die Verantwortung zu entziehen.

Lest Euch mal vor dem Hintergrund der jetzt bestätigten bitteren Wahrheit das Lügengebilde von Thomas Schmidt durch:

“Was ist an dem Bericht der ”Wirtschaftswoche“ dran?”

“Nichts. Insbesondere das, was dort behauptet wird über unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit den unterlegenen Bietern. Das ist eine freie Erfindung, ich würde sagen, das ist eine Zumutung - eine Frechheit, so etwas in die Welt zu setzen.”

Pinocchio könnte bei dem ehrenwerten Professor die Schulbank drücken!

Die beiden Insolvenz-Gestalten gehören sofort abgelöst.

Hallo Gläubigerausschuss, Amtsgericht, Staatsanwaltschaft?!

Ihr dürft nicht vergessen: wir reden hier nicht über irgendein Immobiliengeschäft - was an sich schon schlimm genug wäre - nein, wir reden über Volkseigentum, das besondere Sorgfalt erfordert! Nach meinem Verständnis müssten alle Beteiligte - von Amtsgericht über Gläubigerausschuss über Landesregierung - den beiden Ganoven ihr Mandat entziehen, wollen sie nicht selber für die Versäumnisse und Täuschungen haftbar gemacht werden. Wisst Ihr noch, wie sie sich vor 2 Jahren gefeiert haben?

(FTD, 10.Aug.2012)

Aber es kommt noch dicker:

“Inzwischen scheint zudem festzustehen, dass der ausgehandelte Deutsche-Bank-Kredit über 45 Millionen Euro, mit dem der Ring-Kauf maßgeblich finanziert werden sollte, später doch nicht von den Erwerbern gezogen wurde. Angeblich, weil die Bereitstellungsgebühren zu hoch waren.”

Moment mal, haben die uns nicht tausendfach versichert, dass die Finanzierung steht? Und jetzt stellt sich raus, das war gar kein Kreditvertrag, sondern nur ein Kreditangebot? Das wir ja immer abenteuerlicher, wieso klicken da keine Handschellen.

Was mich wirklich ärgert, sind die Fähnchen im Wind. Und davon gibt es in der Eifel leider viele. Von Blick Aktuell über Verbandsgemeinderat der VG Adenau sogar welche von letzter Woche. Oder lest Euch nochmal diese Reaktionen direkt nach dem Nürburgring-Verkauf durch.

Mit ein bischen mehr Rückgrat hätten wir die Krise längst ausgestanden. Aber so schlingern wir von einem Problem in’s nächste. Mit Stillhalteparolen erreicht man nämlich genau das nicht, was man eigentlich möchte: eine Zukunft für den Ring. Die gibt es nur nach einem reinigenden Gewitter und das wird ein schweres Unwetter werden. Das ist leider nötig, denn sonst wird weiter vertuscht, verschleiert, getäuscht, gelogen und betrogen.

Jeder, der dieses Gewitter verzögert oder aufhält, schadet dem Ring weiter, denn jedes neue Experiment lässt die Strecke tiefer im Sumpf versinken. Bis sie irgendwann komplett untergeht - dann bekommt Ruhe am Ring allerdings eine ganz neue Bedeutung.

Tags: CapricornRingverkauf | AmtsgerichtGläubigerausschuss | Insolvenzverwalter |


Mittwoch, 01. Oktober 2014

EU Kommission segnet Nürburgring- und Nordschleifen-Verkauf ab.

Jetzt hat es Almunia also doch geschafft, als eine seiner letzten Amtsaktionen den Ringverkauf durchzuboxen:

Die Kommission stellte fest, dass das Verfahren offen, transparent und diskriminierungsfrei war und die Veräußerung zum Marktwert erfolgte.

Immerhin haben sie nicht geschrieben: Die Kommission hat geprüft, dass …, weil dann wären sie zu einem anderen Schluss gekommen. So haben sie einfach nur die Darstellungen der Verkaufsbeauftragten Lieser & Schmidt übernommen, aus denen sie das dann festgestellt haben.

Erstaunlich, dass die wirtschaftliche Kontinuität explizit ausgeschlossen wurde:

Dabei legt die Kommission unter anderem folgende Indikatoren zugrunde: Gegenstand der Veräußerung (Aktiva und Passiva, Fortbestand der Belegschaft, gebündelte Aktiva), Kaufpreis, Identität des/der Erwerber(s), Zeitpunkt der Veräußerung und die ökonomische Folgerichtigkeit der Transaktion. Im Falle des Nürburgrings bestand offenbar keine wirtschaftliche Kontinuität.

Doch, das ist doch genau das Problem.

Die EU hat das Unmögliche möglich gemacht und den Weg geebnet, dass zum ersten Mal seit ihrer fast 90-jährigen Geschichte die Nordschleife in Privatbesitz verschoben wird. Volksenteignung vom Feinsten und ein sehr trauriger Tag für alle Nordschleifen-Freunde.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Kaufpreis gezahlt wird. Obwohl - da lässt sich bestimmt noch was machen - bzw. justieren, wenn es klemmt. Und ob es klemmt!

Das werdet Ihr so übrigens nirgendwo in den Nachrichten zu hören bekommen, dass weltweit einmaliges Kulturgut in Privathand verscherbelt wird. Man weiss ja, was sich gehört. So werden wir Zeuge, wie das heutzutage läuft: die Regierung will nichts weiter als die liebgewonnene Macht erhalten, was mit dem Nürburgring passiert, ist ihr völlig egal.

In Mainz finden sie deshalb den Verkauf auch total super, die Region könne aufatmen und man hätte Planungssicherheit.

Malu Dreyer:

Am Nürburgring können wir den Weg, den wir beschritten haben, weitergehen und das ist auch ein gutes Zeichen für die Region.

Auch mit meinem Kommentar Richtung Doktortitelsammler Schmidt hier habe ich richtig gelegen.

Gestern im Interview:

"Tatsache ist, dass die unterlegenen Bieter bei uns angefragt haben, ob man ein Gespräch führen könnte, um ihnen die Gelegenheit zu geben, noch einmal ihre rechtliche Position darzulegen. (..) Herr Lieser ist hingefahren und hat sich die Positionen angehört. Punkt - und das war’s. (..) Aber das war auch der einzige Grund, warum Herr Lieser hingefahren ist.

(Hervorhebung von mir.)

Heute in der Rhein-Zeitung von Regierungsprecher Redakteur Brück:

H.I.G. und Nexovation lassen indes durchblicken, dass sie den Eindruck hatten, es sei bereits nach einem Nachfolge-Käufer gesucht worden.

Genauso ist es gewesen, sie haben nach Möglichkeiten gesucht, wie HIG oder Nexovation in den Capricornvertrag eintreten könnten. Und der Herr Schmidt - der immerhin einen öffentlichen Auftrag erfüllt! - streitet es ab. Allein dafür sollte er schon zur Rechenschaft gezogen werden.

Warum diese Klimmzüge? Weil Capricorn protegiert ist. So wie es Richter/Lindner waren. Wir werden nicht erleben, dass die 25 Millionen Euro Vertragsstrafe fällig werden.

Die Region tut mir sehr leid. Ich prophezeie ein großes Tal der Tränen - dafür muss man kein Hellseher sein, sondern einfach nur 1+1 zusammenzählen. Mit was für Bandagen gekämpft werden wird, kann man heute schon sehen: Das Kai-Richter-Gedenk-Festival “Grüne Hölle” wurde gegenüber Rock am Ring in Mendig um eine Woche vorverlegt:

Unser Hauptinteresse gilt den Fans. Wir möchten, dass sie eine tolle Zeit und viel Spaß mit den coolen Bands am Nürburgring erleben.

Mein Gott, das tut echt weh, für wie doof die einen halten.

Lest Euch mal den Text durch und ersetzt “Festival” bzw. “Konzert” durch “24h-Rennen”, dann könnt Ihr erahnen, was in Zukunft passiert.

Der Zeitpunkt, das ausgerechnet heute bekanntzugeben, ist natürlich kein Zufall. Schön abgelenkt durch die EU Nachrichten wurde das noch schnell untergeschoben. Und so hat Robert Wild noch vor ein paar Tagen getönt.

Der Nürburgring ist übrigens nicht das einzige faule Ei, das Almunia und die scheidende Kommission (gilt noch bis Ende Oktober) durchgeschleust hat.

Auch wenn wir verschaukelt werden dass es kracht, sollten wir nicht resignieren. Es kommen auch wieder bessere Tage, aber ich fürchte erstmal geht es ziemlich bitter bergab.

Tags: AlmuniaEUKommission | Ringverkauf | Capricorn |


Dienstag, 30. September 2014

Kein Geld bei den Nürburgring-Wilderern?

Morgen soll in Brüssel über den Nürburgringverkauf entschieden werden. Und heute - 1 Tag vorher - hat Florian Zerfaß eine kleine Bombe in den Mainzer Klüngelstuben gezündet:

Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus (WiWo)

Ich hatte mich ja schon vor 6 Monaten darüber aufgeregt, dass es überhaupt möglich sei, den Ring auf Pump zu kaufen. Denn dadurch hängt die Zukunft der Nordschleife am seidenen Faden, falls der Schuldner mal in Schwierigkeiten kommt.

Jetzt scheint sich herauszustellen, dass es diese Finanzierung gar nicht mehr gibt. Oder noch schlimmer: nie gab. Das wird natürlich von Seiten der Verkaufsbeauftragten sofort dementiert:

Frage: Was ist an dem Bericht der “Wirtschaftswoche” dran?

Antwort von Doktortitelsammler Schmidt: “Nichts.”

Nichts?

Das Brisante an dem Thema ist, dass während der hektischen Verkaufsüberredungsveranstaltung am denkwürdigen 11.3.2014, die die Handlanger der Regierung Hals über Kopf einberufen haben, den Gläubigern laut WiWo wörtlich zugesichert wurde:

“Die Finanzierungsbestätigung der Deutsche Bank AG ist banküblich und valide. Die Deutsche Bank AG hat eine eigene Due Diligence durchgeführt, an der eine größere Gruppe von Beratern tätig war. Die Finanzierungsbestätigung ist, wie banküblich, auf ein Jahr befristet.”

Da passt ja was nicht zusammen, wenn es jetzt auf einmal keine Finanzierung mehr geben sollte und man darf sich fragen, wer sich da zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Erinnert mich an das hier:

“Am 10. September 2008, berichtet Deubel, habe er vom Geschäftsführer des Privatinvestors Mediinvest GmbH, Kai Richter, erstmals erfahren, die Finanzierung seiner Projekte sei gefährdet. Am 8. Oktober sei daraus Gewissheit geworden. Ein zugesagter (aber nicht schriftlicher fixierter) Kreditbetrag über 60 Millionen Euro sei der Mediinvest flöten gegangen.”

Robertino Capricorni heute so: An der Finanzierungzusage habe sich nichts geändert. Die Vorwürfe im Artikel der “Wirtschaftswoche” entbehrten der Tatsachen.

Ganz schön schwaches Dementi in meinen Augen, denn inzwischen hat man ja einen geschärften Blick für sowas. Nichts geändert könnte auch heißen, dass die nicht existierende Zusage nach wie vor nicht existiert. Er hätte ja einfach sagen können, dass eine Finanzierungszusage vorliegt - aber die Formulierung hat er vermieden.

Und wisst Ihr noch die Nachjustierung? Völlig normal sei das und erst vor kurzem hat der Herr Wild in Nürburg beim STRassenfest sinngemäß gesagt, was soll das Geld denn auf einem Konto verschimmeln, da kann man besseres mit anfangen. Es läge auf jeden Fall nicht daran, dass er knapp bei Kasse sei.

Jetzt der Hammer: die Beschlussvorlage der EU hat Details zu dem Deal. 8% Zinsen muss Wild für den Aufschub bezahlen - 8%! Da soll er uns mal zeigen, wo er sein angebliches Geld investiert bis Oktober, um über 8% mitzunehmen. Darüber hinaus musste er sein letztes Hemd verpfänden, um das abzusichern. Das macht man doch nicht freiwillig.

Machen wir in der jetzigen Situation doch einfach einen Sanity Check - also mal den gesunden Menschenverstand eingesetzt.

Was würdet Ihr in der aktuellen Lage an der Stelle von Robby Furious machen: die EU Entscheidung steht kurz vor der Tür - Zahlungsfähigkeit wird angezweifelt - Geld liegt millionenfach auf den Konten … RICHTIG! 5 Millionen auspacken und auf den Tisch legen. Schluss mit der schlechten Presse, weiter im Text, nächstes Thema. Noch heute mittag hätte ich das an seiner Stelle gemacht, ohne auch nur eine Sekunde Zeit zu verlieren. Alle Gerüchte vom Tisch, EU Abnicken nur noch Formsache.

Aber er macht es nicht. Warum? Nach gesundem Menschenverstand gibt dafür nur eine Erklärung: Ebbe auf dem Konto.

Und das soll die tolle neue Nürburgring-Zukunft sein, die in Mainz umjubelt und betanzt wird?

Tags: Ringverkauf | Capricorn | EUKommission | WiWo |


Freitag, 08. August 2014

VLN Sensation: Karl Mauer ist wieder da!

Das ist eine kräftige Überraschung und zur Abwechselung mal eine richtig gute Nachricht: Karl Mauer ist wieder zurück! Und nicht nur das, die VLN hat ihre Gesellschaftsform von GBR zu OHG geändert und mit Karl Mauer hat sie auch nur noch einen Geschäftsführer.

Weitere Personalien: Peter Bröcher kümmert sich um Sport, Dietmar Busch um die Geschäftsstelle. Rolf Krimpmann und Bernd Burkhardt sind ausgeschieden.

Ohne jetzt die Details oder den Verlauf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am Mittwoch zu kennen - ich halte das für das reinigende Gewitter, das überfällig war. Wenn Karl Mauer jetzt mit der nötigen Machtfülle ausgestattet ist Entscheidungen zu treffen, dann hat die VLN eine gute Chance für die Zukunft!

Endlich mal eine richtig schöne Nachricht, ich gebe zu, damit habe ich nicht gerechnet. Die Clubs, die die VLN ausmachen, stehen hinter Karl Mauer und das lässt hoffen. Großen Respekt und ein dickes Danke an alle, die diese Entscheidung mitgetragen haben.

Mehr unter VLN und bei Wilhelm Hahne.

Tags: Langstrecke | KarlMauer |


Freitag, 18. Juli 2014

Neue LMP3 Prototypen Einsteiger-Kategorie ab 2015.

endurance-info.com:

“The purpose of these championships is to enable teams, drivers and constructors to hone their skills in the specific aspects of endurance racing before moving up to the top level, the FIA World Endurance Championship of which the Automobile Club de l’Ouest is the promoter and organiser.”

Soll die FLM (Formula Le Mans) ersetzen. Die ist bisher in Le Mans nicht mitgefahren, ob die LMP3 mit dabei sein soll in Zukunft?

Tags: LeMans | LM24 | LMP3 |


Mittwoch, 16. Juli 2014

Formel 1: Nächstes Wochenende kann Kurt Beck wieder seine Rechenkünste unter Beweis stellen.

Ein Klassiker aus 2010, Kurt Beck zum Thema Erlebnisgrab:

“Das Investment wird am Ende ein Erfolg. Ich will den Finanzierungsablauf und Managementfehler nicht schönreden, aber der Nürburgring zieht. Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000.”

Nächstes Wochenende ist wieder zeitgleich Truck am Ring und F1 in Hockenheim. Deren Chef Seiler - übrigens geborener Hockenheimer! - hofft auf 55.000 Zuschauer.

Am Nürburgring werden die Zahlen einfach passend gemacht - war schon immer so.

Und wisst Ihr noch 2012?

“Und dann kam Lindner mit Richter nach Hockenheim, um mit Formel–1-Vermarkter Bernie Ecclestone über die Zukunft des Nürburgrings zu sprechen, sie hatten einen Termin am Samstag um zwölf Uhr. Aus dem mobilen Büro von Ecclestone aber trat nur seine Sekretärin heraus, eine Frau mit schwarzem Haar, Mister Ecclestone rufe an, sobald er Zeit habe, sagte die Sekretärin. Lindner hielt sein Handy in der rechten Hand, stundenlang, zwischendurch hatte sein Gerät keinen Empfang, weil Handys in Hockenheim öfter mal keinen Empfang haben, da wurde er leicht panisch. Ecclestone aber rief nicht an: Er war gar nicht in Hockenheim. Wie Jörg Lindner und seine Kollegen vor Ecclestones Büro standen und warteten, wie Kinder an Weihnachten warten, bis sie in das Zimmer mit dem Christbaum dürfen, das war ein schönes Bild, es erzählte viel über dieses Wochenende der Deutschen in Hockenheim.”

Aktuell schwebt über der F1 der sensationelle 5 Jahresvertrag mit dem Nürburgring, der sich nur 1 Tag später als fette Ente entpuppt hat.

Georg Seiler kommentiert ganz trocken:

“Fakt ist, dass nicht Bernie Ecclestone die Mitteilung herausgegeben hat, sondern Capricorn. Das finde ich schade. Vier Wochen vor einem deutschen Grand Prix macht man das nicht.”

Und seid vorsichtig, wenn Ihr nach Hockenheim zur F1 fahrt: auch da kann man sich ganz schnell eine Nfektion einfangen! ;)

Tags: Hockenheim | Formel1


Dienstag, 15. Juli 2014

2011er Bilanz der Nürburgring GmbH veröffentlicht - nichts für schwache Nerven!

Kann man bei bundesanzeiger.de nachlesen - einfach “Nürburgring GmbH” im Suchfeld eingeben (hier nochmal gespiegelt):

“Im Geschäftsjahr 2011 wurde bei einer Gesamtleistung von € 27,7 Mio. ein Jahresfehlbetrag von €18,6 Mio. erwirtschaftet.”

Hahaha - erwirtschaftet! Das Geld wurde schubkarrenweise aus dem Fenster gekippt!

Zum Beispiel hier:

“Die im Rahmen der erstellten Businessplanung prognostizierten Pachterlöse konnten im Geschäftsjahr 2011 nicht in der geplanten Höhe realisiert werden. Die tatsächlichen Pachterlöse betrugen € 3,3 Mio.”

Heute wissen wir, dass selbst die in Aussicht gestellte Mindestpacht von 15 Millionen nicht einmal gereicht hätte, um den Kredit zu bedienen. Na Hauptsache die SPD hat 2011 noch einmal die Landtagswahl gewinnen können.

Die Bilanzen der Betriebsgesellschaft sind auch veröffentlicht worden, 2013 gab es einen Umsatz von 61 Mio. Euro. Lest es Euch mal durch (gespiegelt 2012, 2013). Man hat in etwa eine schwarze Null geschrieben, brauchte aber nur eine dünne Pacht zahlen.

Es gab 2013 insgesamt 313 Festangestellte - plus 417 (!!) Aushilfen - also insgesamt 730 Beschäftigte. Hut ab.

Auch Details zu den Hotelverträgen werden erstmals öffentlich, weil sie sich die Tür offen halten müssen wegen der Summe:

“Darüber hinaus liegen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den Hotel-Managementverträgen Managementfee (2,0% des Nettohotelumsatzes), Incentivefee (6,0% Bruttobetriebsgewinn) und einem Aufwandsersatz (3,0% des Nettohotelumsatzes) vor. Diese können mangels Kenntnisse der Umsatzerlöse der Zukunft nicht betragsmäßig beziffert werden.”

Damit hat der Hotelbesitzer - das sind wir Steuerzahler - das höchste unternehmerische Risiko. So wie wir das befürchtet haben.

Tags: Bilanz | Insolvenz | Betriebsgesellschaft


Dienstag, 01. Juli 2014

Der Postillon und das Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst.

Mein Postillon Ableger von gestern hat es sogar bis in die SWR Nachrichten geschafft! Find ich gut - zeigt, dass diese Leute Humor haben. :)

Die Flanke gestern war einfach zu steil, als dass ich sie nicht verwandeln durfte ;)

Viele Leute haben es sogar für bare Münze genommen, obwohl ich es sehr deutlich gekennzeichnet habe: verlinkt, als Tag aufgelistet und den Postillon absichtlich 1:1 kopiert, damit es auch wirklich jeder merkt. Nur die Kräne hab ich durch die Achterbahn ersetzt. Aber anscheinend ist manchen von Euch Aufregen wichtiger als aufmerksames Lesen.

Wer darauf reingefallen ist, dann tut mir das zwar leid, aber Ihr seid selber schuld. Wie deutlich hättet Ihr es denn gerne?! Ein wenig mehr Sorgfalt statt schnellem Überfliegen bei dem Umgang mit Nachrichten würde Euch auch in anderen Bereichen gut helfen. Dieses Buch kann ich zum Einstieg empfehlen - schon ein paar Jahre alt, aber nach wie vor aktuell.

Lasst Euch nicht verarschen und hebt Euch die Empörung für Sachen auf, die es wirklich verdient haben! Das ist nicht nur unser Recht, das ist unsere Pflicht als Bürger.

Unabhängig davon wäre ich tatsächlich dafür, die Achterbahn als Mahnmal stehen zu lassen. 15+ Millionen Euro für Nichts ausgegeben, ausser einem vor sich hinrostenden Stahlgerüst - ein Sinnbild für die Politik in Rheinland-Pfalz. Jetzt haben wir 5 Jahre unter dem Anblick gelitten - während der Ring in die Insolvenz geritten wurde - dann kann man es auch mahnend als Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst für die Zukunft stehen lassen.

Tags: Achterbahn | Postillon


Mittwoch, 18. Juni 2014

Und ein Tag später entpuppt sich der clevere Coup als fette Ente.

Nachdem der Rauch verflogen ist, den die Sensationsmeldung am Montag ausgelöst hat, stellt sich raus - alles nur PR Getöse.

Wie zu besten DeuKaRiLi-Zeiten.

Erst sind die Agenturen natürlich angesprungen (ich auch!), waren wären ja auch sensationelle Neuigkeiten.

Aber Florian Zerfaß (WiWo) oder Karin Dauscher (Rheinpfalz) lassen sich nicht so leicht hinter’s Licht führen wie Dietmar Brück (Rhein-Zeitung).

FAZ … und selbst die Bildzeitung durchschauen die Nummer. DIE BILDZEITUNG!!1!

Bernie Ecclestone sah sich sogar genötigt durch Korrektur die Nuvoloni-Mitteilung geradezurücken. Das macht er sicher am liebsten. Ich wette der hat auch gerade ein Kafizsches Déjà Vu.

Und so wird aus der tollen Neuigkeit das gepfefferteste Eigentor, das der Ring seit langem gesehen hat:

  • Robertino Wild war tatsächlich letzte Woche bei Ecclestone zu einem Gespräch.

  • Es wurde zwar nichts vereinbart, aber anscheinend sind Robertino’s Glückshormone danach wild geworden und haben seine Sinne vernebelt.

  • Angesteckt von der Euphoriewelle wurde so aus einem Gespräch mit Zukunfsabsichten in der Rhein-Zeitung ein unterschriebener 5-Jahres-Vertrag.

  • Bernie Ecclestone packt die Gelegenheit beim Schopf und erschreckt den Hockenheimring. Um sich danach bei Chips und Bier gemütlich zurückzulehnen und zuzuschauen, wie sich die beiden - ehemals verpartnerten - Rennstrecken jetzt gegenseitig das Wasser abgraben. Und - freiwillig! - die Preise hochtreiben.

Ich hab selten so einen Fall erlebt, wo sich jemand freiwillig vor allen Leuten so weit aus dem Fenster lehnt wie “Dear Robertino”. Und ja, das geht mich sehr wohl etwas an, denn noch ist die Strecke, deren Ruf und ihre Zukunft Volkseigentum.

Wenn das nächste Mal jemand zum Verhandeln nach London fliegt, dann nehmt bitte jemanden, der es wenigstens halbwegs mit Mr.E aufnehmen kann.

Tags: Capricorn | Formel1 | Ecclestone


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Sonntag, 11. Mai 2014

Übrig Ns vom Sonntag.

Tag: ÜbrigNs


Mittwoch, 30. April 2014

Der Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Die Veranstaltung heute abend kam mir ein wenig vor wie die Verabschiedung der Landesregierung vom Nürburgring. Auf jeden Fall hätten sie das gerne - das war Malu Dreyer deutlich anzumerken. Endlich das leidige Thema loswerden.

Immerhin konnte sie bis vornehin fahren …

… was ja bei Ihr tatsächlich Sinn macht.

Endlich kam auch mal wieder der stromfressende weltgrösste LED zum Einsatz:

Getroffen habe ich Dieter und die Familie Menzel …

… aber auch Reinhold Schüssler und Wilhelm Hahne:

Aber ansonsten war das Besucheraufkommen eher dürftig:

Wenn man mal die Journalisten, Reporter, Mitarbeiter, Funktionäre, Politiker, Chauffeure und Zulieferer abzieht, dann bleibt da nicht mehr viel übrig.

Das ganze Spekatakel ging kurz vor 7 los und hat etwa 90 Minuten gedauert. Keine Veranstaltung ohne Imagefilm - wie bei besten Richterlindnerzeiten wird kräftig der Mythos bemüht:

Allerdings war das für die erste Reihe etwas schwer zu sehen:

Informationen gab es wenige, dafür umso mehr Visionen. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass eine einzige Frage zufriedenstellend und auf den Punkt beantwortet worden wäre - obwohl man sich betont souverän gab.

Malu Dreyer hat gleich zu Anfang mal klargestellt, dass sie am Verkaufsprozess nicht beteiligt war.

Pietro Nuvoloni - den wir als Propagandaminister Pressesprecher der Insolvenzverwalter kennen, hat den Moderator gespielt und das garnicht mal schlecht. Regelrecht liebevoll hat er kritische Fragesteller umschifft und immer wieder betont sanft für eine familiäre Diskussionsatmosphäre gesorgt.

Das war auch nötig, denn besonders Robertino Wild zeigte sich zwischenzeitlich etwas dünnhäutig. Wenn er über seine Visionen (Träume?) referiert, dann redet er wie ein Kunstschaffender über seine Werke - aber wenn jemand kritische Töne anschlägt, dann könnte man meinen, er fühle sich in seiner Würde verletzt.

Für mich war es das erste Mal, dass ich ihn live erlebt habe, von daher war das mal ganz interessant.

Ich habe jemanden mit einer GoPro gesehen, ich hoffe das wird ein kompletter Mitschnitt, damit Ihr Euch selber ein Bild machen könnt.

An neuen Informationen gab es nicht viel zu holen: Barzahlung wird ab sofort wieder möglich sein - die Verluste der Ringkard, für die der Steuerzahler aufkommen muss, schätze ich in der Größenordnung von einem 2-stelligen Millionenbetrag. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Der Herr Hockenheim-Schmidt hat kein Hehl daraus gemacht, dass ab jetzt ein anderer Wind weht - nämlich ein kaufmännischer. Das heisst man wird die Vorgaben des Nürburgring-Gesetzes einhalten, aber auch nicht mehr. Ich sehe schwere Zeiten auf die RCN zukommen.

Der Herr Schumacher hat sich auch vorgestellt:

Robertino Wild meinte, er kenne ihn schon viele Jahre und er sei sehr beeindruckt von seinen Management-Fähigkeiten. Der Herr Schmidt sass aussen und hat versucht sich nichts anmerken zu lassen. Warum braucht man ein neues Management, wenn das existierende doch so toll ist?

Adam Osieka kam nur einmal kurz zu Wort, als es um Trackdays ging. Dag von Garrel aus Adenau wollte wissen, wieso er keinen Trackday bekommt, GetSpeed aber 7. Adam meinte als Antwort, dass er nur 1 Trackday habe und bei den anderen habe er sich nur eingeklinkt.

Herr Schmidt meinte daraufhin, das sei doch ein Kompliment, die Strecke sei ausgebucht und war es auch immer. Da frage ich mich, wo der zusätzliche Umsatz inkl. Rendite herkommen soll, um die hohe Kapitallast für den Bankkredit zu bedienen, von dem der Nürburgring gekauft wurde. Was bisher nicht gereicht hat, soll auf einmal Wunder vollbringen?

Zur Achterbahn hat Herr Wild versprochen, dass sie nächstes Jahr nicht mehr steht. Sie würde woanders zum Einsatz kommen und der neue Betreiber baut sie auch kostenlos ab.

Das neue Industriegebiet kam auch zur Sprache, Meuspath sei ein Erfolgsmodell, aber ausgebucht und Firmen würden bereits anfragen, um bei dem neuen Industriegebiet mitzumachen.

Zum Thema Erfolgsmodell fällt mir nur ein, dass der Zweckverband, der das Industriegebiet verantwortet, garnicht so rosig dasteht, wie die blumigen Worte das vermitteln.

Es gab noch einige weitere Themen, aber diese hier sind mir im Gedächtnis geblieben. Dieter fragte ganz zu Schluss, als der Herr Nuvoloni bemüht war, die Veranstaltung schnell zu beenden, ob die Regierung denn einen Plan B habe, wenn die EU den Verkauf nicht genehmigt. Stellt sich raus, hat sie nicht. Dann geht das Verkaufen einfach wieder von vorne los.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die ganzen Abläufe ziemlich traurig machen. Ohne mit der Wimper zu zucken wirft die Frau Dreyer den Ring Spekulanten vor die Füsse und verdrückt sich durch die Hintertür. Die Textbausteine sind immer die gleichen - die Insolvenzverwalter haben einen guten Job gemacht usw. Was als Informationsabend geplant war, war nichts weiter als ein großer Luftballon - immer die gleichen Sprüche - ohne Fakten und Tatsachen. Man hofft auf eine gute EU Entscheidung, man ist sich sicher, der Ring bricht in eine neue Zukunft auf.

Woher das ganze Geld kommen soll, für die Umbauten, die Zinslast, die Instandhaltung - ist nach wie vor offen geblieben.

War ein anstrengender Tag für mich heute, von der Arbeit aus Köln direkt zum Ring und wieder zurück - dabei wollte ich eigentlich meinen Spa-Besuch für die WEC 6h vorbereiten. Ich hatte schon im Gefühl, dass das heute am Ring keine schöne Veranstaltung wird, aber ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Ich hab auch viele bekannte Gesichter gesehen, denen es ebenso ging - das fand ich dann wiederum gut.

Tags: Insolvenz | Capricorn | MaluDreyer


Dienstag, 22. April 2014

Charmeoffensive am Nürburgring.

Ist ja nicht so, als hätten wir das nicht schon mehrfach die letzten Jahre erlebt. Runder Tisch, Fandiskussion, Das Geschrei in der Region muss aufhören, … - you name it.

Der neueste geile Scheixx heisst Tag der Begegnung und des Informationsaustauschs.

Der Brief fängt direkt mal an mit den Worten:

“Der Nürburgring blickt nach dem Verkauf an die capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH in eine neue Zukunft.”

Nur, nach meinem Informationsstand befinden wir uns noch garnicht in der “nach dem Verkauf” Phase. (Das mit dem capricorn kleinschreiben und NÜRBURGRING GROSS steht tatsächlich so in dem Brief.)

Denn die Bestätigung der EU steht noch aus - und das sieht nicht gut aus. Vielleicht wissen die Politiker schon mehr als wir?

Wie auch immer, 30.April 18:30 Uhr gesellt sich zum ersten Mal zu so einer Veranstaltung eine Ministerpräsidentin zu den Betreibern bzw. Besitzern-in-spe und hat auch Wir sind Nürburgring dazu eingeladen.

Fragen gibt es ja genug!

Tags: capricorn | MaluDreyer | FanDiskussion


Sonntag, 30. März 2014

Mikebericht von VLN 1.

VLN 1 stand gestern an und nachdem ich letzte Woche ausfallen lassen musste, war ich froh mal wieder zum Ring pilgern zu dürfen. Hab’ auch ganz schnell rausgefunden, wer hier im Blog mitliest, das waren die Leute, die gefragt habe, ob’s mir wieder besser geht ;) Antwort: ja - alles wieder im Lack :)

Morgens war’s zwar noch frisch, aber strahlend blauer Himmel den ganzen Tag!

Ein Diskussionspunkt waren die neue BMW M235i und besonders Dirk hat sich mächtig in’s Zeug gelegt, um dem neuen Auto das Laufen beizubringen. Und besonders, um dem großen Konzern überhaupt das Projekt rauszuleiern.

Aber zum Autogrammeschreiben ist immer Zeit:

So sehen die Wägelchen von innen aus:

Und so von aussen:

Der M1 ist trotzdem die viel schärfere Waffe, die Heinrichs haben die Wertungsgruppe H gewonnen - Gesamt Platz 36 und schnellste Runde in 8:43,9.

Schnellster 2er war die 666 mit 9:23,647 - im Vergleich dazu der schnellste Astra 9:22,457.

Wobei ich glaube, daß die BMW noch nachlegen können - war die erste Ausfahrt mit den Autos, während die Astras schon ausgereift in ihre 2.Saison gehen.

Ansonsten war ich natürlich gespannt, was es sonst so gibt - aber mit Zoo Köln hab ich am allerwenigsten gerechnet :)

Der Mathol-Cayman hat eine tolle Optik und ist auch schnell unterwegs - leider im Rennen nicht angekommen. Der Ring ist immer noch nicht safe, Save The Ring hat noch nicht ausgedient und auf eine gesicherte Zukunft hoffen wir alle.

Wie so ein Auto lackiert wird konnte man am Schrauben-Clio verfolgen:

… sieht dann fertig so aus:

Was auch nie im Fahrerlager fehlen darf: Tape. Kann man auch Einschusslöcher mit zukleben - wer von Euch hat die Hand am Wochenende auch geschüttelt?

Der Frikadelliporsche wurde über den Winter komplett revidiert und ist fertig zum Angriff. Nachdem der Dicke von Manthey nicht mehr dabei ist, wer übernimmt die Rolle des schnellsten Porsche? Frikadelli war da in der Vergangenheit auch schon öfter zur Stelle.

Im Rennen waren sie in den Top 10 unterwegs, doch ein Reifenschaden hat sie vorzeitig rausgeworfen.

Da kam dann zum Trost sicher wieder die einzige Flasche im Team zum Einsatz:

Da lassen sich die Teams immer einiges einfallen, wenn es um Werbung geht - die VLN geht da eher konservativ zur Sache:

Nachdem die Meister von 2012 lange verschollen waren, treten sie dieses Jahr direkt doppelt an. Mit Susi:

… und Rosi:

Eineiige Zwillinge mit 2L 5-Zylinder - die Motoren baut Andreas Lautner selber auf, das lässt er sich nicht nehmen. Überhaupt - die TTRS sind Autos vom Schlag echter Specials - irgendwie eine aussterbende Gattung am Ring.

Die Schirra-Minis z.B. waren nicht im Einsatz, da tut es gut, solche hochkarätigen Einsätze verfolgen zu dürfen. Die kleinen Ns in der Motorentlüftung, die beim FH Köln Einsatz zum ersten Mal benutzt wurden, sind jetzt bei beiden LMSern zu sehen:

Ein Projekt, bei dem man sich wieder so richtig zuhause fühlt, ist der von Martin Kohlhaas / racing one eingesetzte Ferrari 458:

Er ist der Cousin von Christian Kohlhaas - ihre Väter sind Brüder und haben im heimischen Eich bei Andernach den Baubetrieb vom Großvater weitergeführt. So nah am Nürburgring war Rennsport schon immer ein Thema und 1994 hat Martin geholfen einen Audi 200 im 24h-Rennen einzusetzen. Naja - den Rest der Geschichte kennt Ihr alle! :)

20 Jahre später und Martin setzt zum ersten Mal sein eigenes Auto ein - sehr bewegender Moment. Zusammen mit Carsten Struwe ist Christian auf Platz 41 gelandet und beide bewegen sich schon unter 9 Minuten mit dem neuen Auto. Erfolgreicher Einstand und Platz 2 in der SP8:

Nach dem Rennen hat der 458er wieder zuhause bei racing one neben dem Audi 200 geparkt.

Black Falcon bleibt Mercedes treu und wird mit Platz 2 belohnt:

Umgestiegen ist Andreas Weiland und landet auf Platz 12:

So sieht der 350 SLK der Sings jetzt aus - Platz 4 in der heiß-umkämpften V6:

Doch das schönste Mercedesbild ist dieses hier vor der Box 16 - Generationentreffen, das ist VLN:

Der McLaren leider vom Pech verfolgt, Rudi Adams ist eine gute Trainingszeit gefahren, doch als Kévin Estre übernommen hat, bekam er Bremsprobleme und ist auf der GP Strecke geradeaus.

Das HARIBO Bärchen war gut gelaunt …

… aber bei der Meldung guck ich auch immer so:

Im Rennen ging’s leider im Karussell in die Bande, hoffentlich nicht zu schlimm.

Jürgen Alzen ist wieder auf Angriff gepolt im Ford GT und hat zusammen mit Dominik Schwager einen strammen 6.Gesamtplatz eingefahren:

Freitagabend bin ich mal in der Fahrerbesprechung vorbei, die englische Version wird auch gerne von deutschen Fahrern besucht, liegt wohl an der Uhrzeit. Trotzdem eine der größten Fahrerbesprechungen der Welt:

Um sich einen Überblick zu verschaffen, geht’s am besten auf den Turm - Martini Power:

Aber so ein Jägermeister ist auch nicht zu verachten!

Auch wenn über unsere Köpfe entschieden wird, dagegen:

… denn: Legenden verkauft man nicht!

Diesen Quatsch dagegen braucht niemand, das hat man wohl endlich eingesehen:

Der Manta ist auch wieder dabei und wenn der Maschinenraum offen ist, dann gibt es immer neugierige Blicke. Auch beim 24h-Rennen wird der Manta dabei sein!

Ich weiss zwar nicht, warum er ausgefallen ist und die Chronik gibt es auch nicht her - aber von den Rundenzeiten - schnellste in 9:27,2 - wäre er auch bei den Astras bei der Musik!

Das N in seiner Seitenscheibe ist noch ein richtig altes mit nurburgring.de.

Bei guter Pflege hält so ein N auch mal gerne 10 Jahre:

Im Vergleich dazu die neueste Nfektion, die Schubert Z4:

Ein bischen in die Sonne:

… oder zum Lüften vor die Tür, dann passt das!

Sogar als Tischdeko:

Der Marc hat die Pole eingefahren und im Gespräch stellt sich raus, dass er bei Münnich Motorsport aufgehört hat. Eine kurze Anfrage bei Audi und schon ist er einer der meistbeschäftigten Ringe-Kutscher: VLN und Amerika Einsätze und sowohl die komplette Blancpain Endurance als auch Sprint Saison - da kommt keine Langeweile auf.

So was ähnliches muss auch auf Hasso’s Notizblock stehen, aber könnt Ihr das entziffern? Ich nicht :)

Das war dann auch quasi ein Start- / Ziel-Sieg für Audi - immer ein paar BMWs im Nacken.

Mir hat es gutgetan wieder hinter der Leitplanke auf der Lauer zu liegen und mich warmzuschiessen.

… denn da sitzt man in der ersten Reihe, so wie der Flitz! :)

Am Anfang ging das Live-Timing noch und ich hab’ es nochmal per Twitter rausgeschickt, aber danach ist es dann leider ausgestiegen.

Genauso wie das Radio, das lief von Anfang an nicht. Der Grund war, dass der Nürburgring die Frequenz nicht erneuert hat - schwerer Doppelfacepalm. Jetzt hat die VLN Lautsprecher installiert, damit überhaupt was geht und über Internet oder DVB-T konnte man Lars, Patrick und Olli trotzdem gut hören.

Aber immerhin: die VLN hat eine neue schicke Webseite!

Das Wetter war ein Traum und ich bin mal im Schwalbenschwanz geblieben.

Die TT haben es sich kräftig besorgt:

Der Mathol-Cayman leider nicht lange dabei:

Auch ausgefallen, der Walkenhorst Z4 im neuen Design:

Ein Team aus Dänemark:

Der neue Fiesta ST mit Besetzung aus Schweiz/Italien war schon sehr langsam unterwegs, die ersten Runden um die 13:40 - das ist einem schon als Zuschauer aufgefallen, da sind die Intervention Cars schneller.

Und der alte Fiesta auch:

Kosmetische Schäden waren natürlich auch dabei:

Das ist einer von drei Roadrunner Clios:

Der neue GT3 Kundenaston ist auf Anhieb auf Platz 7 im Gesamt gelandet, tolle Leistung!

Falls sich einer gewundert hat, dass der Wochenspiegel immer wieder so schnell da war …

… davon waren zwei unterwegs. Und sind jeweils mit Weiss/Kainz/Jacobs/Krumbach beide in den Top 10 gelandet! Platz 8 für den SP7 (Nr.59) und Platz 10 für den SPPRO (Nr.154).

Die 2 waren aus Belgien, echte Profis:

Überraschend viele Reifenschäden gab es, seltsam.

Ein Symbolbild für Insider ;)

Den Ausklang hab’ ich mir bei Retti gegönnt:

Wo bekommt man heutzutage auch sonst noch Kreidler RS zu sehen - und zu hören!! :)

War ein schönes Rennen, so kann die Saison weitergehen!

Tags: VLNLangstrecke | Mikebericht


Sonntag, 16. März 2014

VIDEO: Länderspiegel, Freizeitpark vor dem Abriss.

Kritscher Beitrag im ZDF, kennt man so garnicht von denen. Fazit: Freizeitpark wird abgerissen, Zukunft ist offen.

Kein Sterbenswörtchen über den Vorsitzenden des ZDF Verwaltungsrates - Kurt Beck.

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Happy Birthday N-Forum!

Heute hat das N-Forum Geburtstag, es wird 13 Jahre alt: Herzlichen Glückwunsch liebes N-Forum!

Und am Dienstag wurde die Nordschleife verkauft - ich muss zugeben, bei mir überwiegt die Trauer.

Ich glaube die Leute mit der “Lass-sie-doch-erstmal-machen” Einstellung sind pragmatischer als ich. Zweckoptimismus, nach vorne schauen, das Leben geht weiter. Ich bin da zurückhaltender. Sollte die EU den geplanten Verkauf besiegeln, geht ein Kapitel für immer zuende, das Volkseigentum Nürburgring wechselt in Privatbesitz.

All die Jahre habe ich mich bemüht, um genau das zu verhindern. Es gab und gibt auch viel Unterstützung und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der Zeit und Nerven geopfert hat und auch weiter opfert - doch leider gab es noch viel mehr Leute, die schneller in Deckung gegangen sind, als man gucken kann. Darunter waren auch genau die Leute gewesen, auf die es ankommt, die Leute mit Gewicht, die Leute, die auch der Nordschleife dankbar sein können, daß sie in der Situation sind, in der sie sich heute befinden. In zwei Wochen wollen sie wieder umjubelt werden und tun so, als wäre nichts gewesen.

Als ich das Forum gegründet habe, waren wir ein eingeschworenes Team, wir haben im FSZ und in Balkhausen Feste gefeiert und die Nordschleife hochleben lassen. Wir haben uns ausgetauscht, sind durch sportliche Höhen und Tiefen gegangen und die Welt war in Ordnung.

Die Jahre 2004 und 2005 waren sensationell, für alles Geld der Welt möchte ich sie nicht missen. Ich war so begeistert, daß ich alle Register gezogen habe, um sie in Foto und Film festzuhalten - und die Fahrer haben sich die Mühe gemacht, die Emotionen mit ihren Rennberichten rüberzubringen. Das N war unser Gütesiegel, der Fahrer des Jahres eine hart umkämpfte Wahl.

Doch dann kam das Böse. 2006 wurde es ernst, 2007 schließlich abgesegnet und 2009 erhob es sich für jeden sichtbar als hässliches Geschwür mitten in der schönen, traditionsreichen Anlage.

Doch das Böse zog auch ein in die Menschen, die Lager wurden gespalten und die Leute infiltriert von Habgier und Missgunst - andere zogen den Schwanz ein aus Furcht und Angst. Wie die Scheissfliegen wurden die gierigen Falschspieler aus allen Ecken angelockt: aus der Politik und Wirtschaft, aber auch aus Berater- und Anwaltbüros.

Ein räuberischer Beutezug durch die Eifel, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und - um den Bogen wieder zu spannen - auch ohne Rücksicht auf die engagierte Szene: das N-Forum wurde kurzerhand verklagt, für ein Jahr stillgelegt und der Betreiber - ich - in einen nervenaufreibenden Prozess verstrickt.

Ich habe es gerne gemacht, denn sonst hätte ich längst das Handtuch geschmissen - und ich habe auch die Hoffnung nie aufgegeben, daß die Gemeinschaft, die ich aus früheren Jahren so eingeschworen in Erinnerung hatte, zusammen das Ruder rumreissen könnte. Immerhin hatten wir alle Argumente auf unserer Seite und wenn wir alle zusammenhalten für die Sache, dann sind wir viele und dann sind wir laut.

Leider waren wir zu wenig und zu leise, die Politik konnte uns am langen Arm verhungern lassen. Ich bin mir sicher, es stand auf der Kippe und mit mehr Unterstützung aus den Reihen der Aktiven hätte die Entwicklung anders ausgesehen.

Doch so wurde die Nordschleife wieder und wieder vergewaltigt - viele schauen zu oder weg, manche klatschen sogar Beifall.

Was für ein bitterer Rückblick zum Geburtstag - ich weiß. In der Schule wären wir mit 13 jetzt in der 7.Klasse, aber unsere Schulzeit wäre geprägt gewesen von Versagern und Plünderern.

Ob ich es nochmal machen würde? Ich fürchte: ja. Die Alternative wäre gewesen tatenlos zuzusehen - da hätte ich dann sogar noch mehr gelitten.

Ich habe Respekt vor dem Coup, den Adam, Dr.Wild, Axel Heinemann und die unbekannten Geldgeber im Hintergrund gelandet haben. Ich hoffe sie werden glücklich. Aber ich sehe scharz für die Dinge, die mir und vielen anderen an der Nordschleife von Bedeutung waren - es sind Erinnerungen an eine vergangene Zeit, die vielleicht heutzutage nicht mehr passt. Ich möchte damit nicht bewerten, ob deren Abenteuer erfolgreich ist oder nicht - vielmehr ist der Nürburgring nicht mehr das, was er war: unser aller Volkseigentum, wo wir mit großer Freude unsere Frezeit verbringen durfen und für den wir manche Entbehrungen auf uns genommen haben. Jetzt ist er Privatbesitz und das wird - das Abnicken des Kaufvertrages durch die EU vorausgesetzt - immer und ewig so bleiben.

Das N wird uns vielleicht helfen, die schönen Erinnerungen an eine vergangene Zeit immer wieder zurück in’s Gedächtnis zu rufen - so wie Save The Ring den Protest zum Ausdruck bringt, daß gegen unseren Willen gehandelt wurde - aber auch die Hoffnung auf eine gute Nürburgring-Zukunft unter komplett veränderten Voraussetzungen.

Es waren einzelne Personen, die sich an der Rennstrecke vergangen haben und genau so, wie wir die Erfinder und Erbauer der Nordschleife in Ehren halten, so verdienen auch die Schuldigen ein Denkmal der Verachtung, damit ihre durchtriebenen Taten nie in Vergessenheit geraten.

Tags: NForum | Geburtstag | Insolvenz | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Donnerstag, 20. Februar 2014

Übrig Ns vom Donnerstag.

Tag: ÜbrigNs


Samstag, 01. Februar 2014

Ja zum Nürburgring räumt mit dem nächsten Vorwurf auf: nur auf die Rennstrecken bieten sei Rosinenpicken.

Als Kommentar auf JzN:

“Man sieht also, dass es sich nicht nur um die reinen Rennstrecken handelt, sondern vor allem auch um den Bereich, der die größten Sorgen bereitet für die Zukunft. Es ist die meist leer stehende Bahnhofshalle mit allen Anbauten. (..)”

“Sollte die Landesregierung also wirklich darauf bestehen, sich auch vom Kernbereich des Nürburgrings, dem Strukturförderungstool der Großregion Eifel trennen zu wollen, dann soll die Motorsportstätte an einen Käufer gegeben werden, von dem man annehmen darf, dass er die Rennstrecken die nächsten 50 Jahre nachhaltig und konsequent betreibt und von seiner wirtschaftlichen Stärke auch betreiben kann.”

Ob Malu Dreyer auch 50 Jahre im Kopf hat, wenn sie von Zukunft spricht? Oder geht bei ihr Zukunft nur bis Frühjahr 2016 - dem Zeitpunkt der nächsten Landtagswahl?

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Malu Dreyer redet von Nürburgring Verkauf und guter Zukunft in einem Atemzug.

Sat1 1730live.de - ab ca. 5. Minute:

Frage: Haben Sie das Gefühl, daß Sie manchmal mehr reagiert als regiert haben?

Malu Dreyer:

“Nein, daß möchte ich eigentlich nicht sagen, denn auch mit dem Thema Hahn oder dem Nürburgring umzugehen ist natürlich auch ein ganzes Stück Gestaltung.”

Und dann weiter:

"Man kann jetzt einfach garnicht von ausgehen welche Summe erwirtschaftet wird am Nürburgring. Ich denke für die Region und unser Land Rheinland-Pfalz ist das allerwichtigste, daß der Ring wirklich ’ne positive Zukunft hat und Perspektive hat.

Insofern wird es darum gehen einen soliden Investor zu finden. Jemand der auch die Leidenschaft zum Ring hat - jemand der in der Region sich auch leicht verwurzeln lässt und kooperiert - das sind auch meine Ansprüche. Und natürlich geht es auch darum, daß möglichst nochmal viel Geld an den Landeshaushalt zurückfließt. Aber wir dürfen nicht davon ausgehen - leider - daß das Geld was im Nürburgring auch verloren gegangen ist - durch Investitionen, die sich eben nicht zurückgezahlt haben - daß das ganze auch wieder gut gemacht werden wird.

Es ist ein Stück Vergangenheit - das werde ich auch nicht wieder gutmachen können. Trotzdem, es geht um die Zukunft, ich habe mich auch für die Zukunft entschieden und ich hoffe, daß wir es hinkriegen oder hinbekommen mit den Insolvenzverwaltern, dem Ring wirklich ’ne gute Zukunft zu geben."

Was daran Gestaltung sein soll, wenn man sich aus der Verantwortung stiehlt und Volkseigentum privatisiert, das wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Nach wie vor versucht sie, den VERKAUF als alternativlos zu verbreiten. Und spricht dann gleichzeitig von guter Zukunft.

Wahrscheinlich meint sie, wenn man es oft genug wiederholt, dann werden es die Leute schon glauben.

(Danke für den Link Jan!)

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Freitag, 31. Januar 2014

Lucas Luhr fährt 24h auf Werks-BMW.

BMW Motorsport:

“In Lucas Luhr stößt ein weiterer Pilot zum Team, der beim Marathon auf der Nordschleife bereits triumphieren konnte: Der 34-Jährige sicherte sich 2006 und 2011 jeweils den Sieg – und tritt 2014 ebenfalls im BMW Z4 GT3 an.”

Ich weiss ja nicht wie es Euch geht, aber bei dem Namen Lucas Luhr kommt mir nur Porsche in den Kopf. (Sogar bei seinem Vater!) Plus die Einsätze im Prototypen.

Ganz schön gewöhnungsbedürftig, ihn bei BMW zu sehen.

Gut, Porsche hat auch 20 (?!) Werksfahrer.

Und jetzt also BMW-Werksteam - 4 Autos (2x Schubert, 2x MarcVDS) - die lassen mal nix anbrennen.

Und obwohl BMW der Nürburgring so am Herzen liegt, in der PM kein Wort darüber, daß die Zukunft der Nordschleife düster aussieht. :/

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Mittwoch, 15. Januar 2014

Malu Dreyer verspricht den seriösen Partner ... und auf die Bühne kommt Bernie Ecclestone.

Malu Dreyer meinte an Weihnachten auf Facebook:

“Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird. ”

und heute steht in der Zeitung:

“Ecclestone greift nach dem Nürburgring - Der Formel–1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.”

Na dann ist ja alles klar.

Könnt Ihr schonmal den Bankraub planen, wenn Ihr nochmal Touristenfahrten machen wollt.

UPDATE:

Ein Gutes hat diese Ecclestone Nummer ja: so landen Otto Flimm’s Bemühungen sogar im Express.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | MaluDreyer | Ecclestone


Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Mittwoch, 25. Dezember 2013

Malu Dreyer, Nürburgring und Weihnachten.

Zum zweiten Mal meldet sich die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zum Thema Nürburgring - diesmal persönlich auf Facebook und nicht wie beim ersten Mal in der Zeitung - und wieder versucht sie die öffentliche Diskussion kurzerhand für beendet zu erklären:

“Liebe Freundinnen und Freunde, Viele haben mir zum Thema Nürburgring geschrieben. So zum Beispiel Herr Thomas Waebs, Herr Stefan Cologne oder auch Frau Hanna Breuer. Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird.”

Seht Ihr? Alles in Ordnung, macht Euch keine Sorgen, alles wird gut.

Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen!

Und vor allen Dingen: nicht auf Facebook schreiben. Weil - festhalten:

“Weiter kann ich mich hier auf dieser Seite nicht äußern, da dieses meine private Facebook-Seite ist. Für weitere Fragen bitte ich Sie, die Facebook-Seite der Staatskanzlei oder die Kontaktdaten der Staatskanzlei zu verwenden, weil ich meine Funktion als Privatperson und Ministerpräsidentin trennen muss. Ich versichere Ihnen aber, dass das Thema Nürburgring bei uns eine hohe Priorität besitzt.”

Privat! Da muß man doch Verständnis für haben.

Diese Trennung zwischen der “Funktion als Privatperson und Ministerpräsidentin” nach Malu-Dreyer-Definition sah die letzten Tag zum Beispiel so aus:

  • “SPD hat starke Ressorts und starkes Personal! …”
  • “Eine starke Basis für die Regierungsarbeit …”
  • “Danke liebe Genossen und Genossinnen für die hohe Wahlbeteiligung!”

usw. usw. Malu Dreyer so richtig privat unter Freunden.

Dazu muß man wissen, Seiten sind nach Facebook-Definition für Firmen, Künstler, Sportler, öffentliche Personen usw., die kann man als Fan liken - und im Gegensatz dazu gibt es persönliche Profile, die dazu dienen sich mit Freunden zu verbinden.

Nur in Rheinland-Pfalz wird passend gemacht, was nicht passt: über die Seite angeblich den Freundeskreis pflegen. Alles privat! Da ist man doch höflich und stört die nette Dame nicht weiter. Oder?

Ach ja, da war doch noch was:

“Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.”

Ich hatte mich vor 10 Tagen gefragt, wie sie wohl mit der Flut von Einträgen auf ihrer Seite umgeht - da standen ihr noch alle Optionen offen.

Entschieden hat sie sich für Schönreden in Kombination mit für beendet erklären.

Schade.

Ich habe den Eindruck Frau Dreyer hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

UPDATE:

Lars Wienand von der Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen.

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Samstag, 14. Dezember 2013

Der Frau Dreyer kann man auf Facebook schreiben - hab ich mal gemacht.

fb.com/1446166718938261

Sehr geehrte Frau Dreyer, knapp ein Jahr sind Sie jetzt im Amt - ich würde mal vermuten die Einarbeitszeit ist vorbei. Zum ersten Mal haben Sie sich vor einer Woche zum Thema Nürburgring geäussert: “Aus meiner Sicht gibt es im Moment keinen Anlass zur Sorge.” Aus Ihrer persönlichen Sicht mag das stimmen, denn was interessiert Sie schon eine Rennstrecke?

Aber als Ministerpräsidentin haben Sie Verantwortung übernommen und dieser werden Sie nur gerecht, wenn Sie sich der Sorgen und Nöte der Bürger annehmen. Wir vor Ort erleben mit Trauer und Wut den Ausverkauf einer historischen Sportstätte, die ohne Not in den Bankrott geführt wurde.

Und dafür sind Sie - bzw. Ihre Regierung - verantwortlich.

Bitte übernehmen Sie auch jetzt in der Not die Verantwortung, um dem Nürburgring - und damit dem Sport und der Region - eine Zukunft zu ermöglichen.

Der Ausverkauf muss dringend gestoppt werden, bevor es zu spät ist!

Wenn Sie jetzt nicht handeln, wird Ihnen das für immer nachlaufen. Der aktuell eingeschlagene Kurs führt geradewegs in die Katastrophe. Ein privater Betreiber - ich kann das Wort “Investor” wirklich nicht mehr hören - wird die Anlage und die Region auspressen wie eine Zitrone!

HILFE!!

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Donnerstag, 07. November 2013

VIDEO: 850 PS, 4.000 Nm und alles im 1.Gang - der elektrische Drayson LMP1.

Da ist sogar Chris Harris sprachlos, Lord Drayson’s Elektroauto schiebt, das ist nicht mehr normal. Ich mag die Performance und ganz ehrlich: ich mag auch, daß es so unspektakulär leise ist - oder genauer gesagt regelrecht geräuschlos!

Wie gerne würde ich dieses Auto mal probefahren!

Großen Respekt an Paul Drayson diesen Prototyp real werden zu lassen, es war ihm wichtig unter 1.000 kg zu bleiben - was er auch geschafft hat. Auch wenn die Batterien erst 15 Minuten halten, in Zukunft werden sie leistungsfähiger sein und solche beeindruckenden Gefährte werden zahlreicher.

Was ich auch spannend fand: das Auto lässt sich anscheinend sehr angenehm bei langsamer Geschwindigkeit bewegen - also 5 bis 10 km/h zum Beispiel. Das probier mal mit einem hochgezüchteten Verbrenner!

Auf jeden Fall ein beeindruckender Film, unbedingt anschauen - oder um Chris Harris zu zitieren:

“Mindblowing - this is the future!”

Tags: Drayson | ChrisHarris


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Die Schaumschläger vom Ring.

Oder wie die WiWo titelt:

PR-Loopings mit der Geisterbahn

Heute soll also - mit nur 4,5 Jahren Verspätung - die Achterbahn in Betrieb gehen. Da fasst man sich natürlich beidhändig an den Kopf, was das jetzt - Anfang November mitten in der Eifel - soll?

Das übliche Getöse auf der offiziellen Webseite, das geht schon auf der Startseite los.

Jetzt ist auch klar, wie die das mit dem Unterfahrschutz gelöst haben: man darf einfach keine Gegenstände mitnehmen. Also nichtmal eine Brille, Uhr oder Schlüssel. Steht in den Nutzungsbedingungen (PDF).

Und Personen über 1,95 dürfen auch nicht mit. WTF? Ist die Bahn aus dem Mittelalter?

Aber der größte Witz ist dieser:

"Da die Fahrt überwiegend im Freien stattfindet, muss der Betrieb möglicherweise aus witterungsbedingten Gründen eingestellt werden, um die Erlebnisqualität nicht zu beeinträchtigen."

Sehr Ihr? Erlebnisqualität! Kein Wort darüber, daß bei Wind, Regen, Kälte, Schnee - also bei Nürburgringwetter - die Fahrt garnicht erlaubt ist. Und bei Rennveranstaltungen sowieso nicht. Wilhelm Hahne ist da mal tiefer eingestiegen.

Ich nenn das mal ganz platt Verarschungsqualität. Die hätten das Ding abreissen sollen, solange noch Zeit dafür war.

Jetzt poltert der Kasperlekarren an den Büros vorbei, verbrät mehr Geld, als er einnimmt, nur weil die Leichenfledderer Insolvenzverwalter gute Nachrichten verbreiten müssen. Die denken, daß sie in 6 Monaten mit vollgestopften Taschen fein raus sind, wenn unsere Enteignung besiegelt wird und das öffentliche Eigentum Nürburgring in private Hand verschoben wird.

Und weil’s gerade so schön zum Thema Verarschung passt: die Schön-Wetter-Abteilung der Landesregierung mit dem Namen “Freunde des Nürburgring” macht auch wieder von sich reden mit diesem Text, den die selber verfasst haben. “Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.” DAS glaub ich sogar, die betuteln sich gegenseitig und fühlen sich toll dabei.

In der Region selber leider nur Schockstarre, statt Protest gegen den Ausverkauf einer einmaligen Rennstrecke gibt es nur Werbung für Junggesellenfeste.

Auch im Industriegebiet Meuspath nur Schulterzucken. Entweder haben die sich ihrem Schicksal schon ergeben oder reden sich ein, daß alles gut wird.

Da tut es gut, wenn den Trickspielern die Hosen runtergezogen werden - wie jetzt aktuell in der WiWo. Auch wenn ich meine Zweifel habe, daß das Viele der 13.247 Einwohner der VG Adenau aufrüttelt.

Es ist zwar spät, aber noch nicht zu spät: solange keine Tinte unter dem Verkaufsvertrag steht, kann der Verkauf gestoppt werden!!

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | WiWo


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Einladung zur Bürgerversammlung am Montag 28.Okt.2013, 19 Uhr.

Ja zum Nürburgring mit Otto Flimm lädt zur Versammlung in die Graf Ulrich Halle, jeder ist willkommen:

“Die Sportstätte des Nürburgrings befindet sich in ihrer bisher tiefsten Krise, die durch die Einleitung des Verkaufsprozesses einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht hat. Das Trauerspiel Nürburgring geht so nach Wunsch der Landesregierung Rheinland-Pfalz und der ausführenden Insolvenzverwalter in die letzte Phase. Der Verein „Ja zum Nürburgring“ kämpft für einen gemeinwohlorientierten Erhalt und Betrieb der Rennstrecke und stemmt sich gegen die Veräußerung an einen privaten Investor, dessen Antrieb allein die Gewinnmaximierung und nicht der Sport und die Region ist.”

Diesmal bekommt Otto Flimm aber nicht das Wort abgeschnitten wie bei dem traurigen SWR4-Theater vor 6 Monaten an gleicher Stelle (renn.tv/2077).

Geplante Agenda:

“1) Begrüßung
2) Zielsetzungen Verein „Ja zum Nürburgring“
3) Schreiben KPMG
4) Bürgerbefragung zur Zukunft des Nürburgrings
5) Nürburgring-Gesetz
- Brief an Frau Ministerpräsidentin Dreyer
- Stellungnahme Nutzungsordnung
6) Auskunftsbegehren gegenüber Landesregierung
7) Sonstiges”

Dieter Weidenbrück hat das auf seine Art bei Facebook kommentiert (für nicht FB’er hier als Text) und appelliert an Sportler und Anwohner jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Tags: JzNring | Flimm | Weidenbrück | Insolvenz | Erlebnisgrab


Freitag, 18. Oktober 2013

Übrig Ns vom Freitag.

Nteressante Netz-Fundstücke in lockerer Folge:

Falls Ihr Links für mich habt: Danke, immer her damit! :) Aber bitte vorher prüfen, ob ich das schon hatte. (Email steht ganz oben.)

Tag: ÜbrigNs


Freitag, 30. August 2013

Dieter Weidenbrück: I have a dream ...

Dieter hat seine aktuellen Gefühle zum Nürburgring zu Papier gebracht und wir leiden alle mit ihm.

Jetzt ist nicht die Zeit, um auf eine sinnvolle Korrektur der Landesregierung zu hoffen, die sich allen Sachargumenten und Vorschlägen verschließt und sich hinter Insolvenzverwaltern und Bürokratie verschanzt. Es ist nicht die Zeit, um darauf zu hoffen, dass Insolvenzverwalter das Gegenteil von dem tun, wozu sie angeheuert wurden. Erst recht ist es nicht die Zeit, von einem Kommunikations-Söldner der Nürburgring-Gesellschaften zu erwarten, dass er zum Wohle des Nürburgrings arbeitet.

Wir könnten natürlich hoffen, daß alles gut wird und die Hände in den Schoß legen - oder wir stehen auf und kämpfen für das, was uns wichtig ist!

2013 ist nicht das Ende des Nürburgrings, sondern ein neuer Anfang. Wer darauf hofft, dass sich alle mit dem Verkauf des Rings abfinden, wird sich noch wundern. Es wird weder Ruhe noch Rast geben, bis dem Nürburgring die Zukunft zugebilligt wird, die ihm aufgrund seiner einzigartigen Stellung im Motorsport und der Region zusteht. Auch wenn es jetzt ein paar ruhige Wochen gab, ist der Widerstand nach wie vor da und wird immer stärker.

Hier Dieter’s Text komplett auf Facebook (bitte teilen!) und in Englisch (und hier nochmal als Text kopiert und auch die englische Version).

Tags: Elebnisgrab | SaveTheRing | DieterWeidenbrück


Mittwoch, 29. Mai 2013

Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht.

Die Landesregierung setzt zur Zeit alles daran, gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung den Nürburgring und auch die Nordschleife zu verkaufen.

Ihr neuester Schachzug im Enteignungsverfahren: ein Gesetz erlassen, in dem die Argumente der Verkaufsgegner aufgegriffen werden, um vorzutäuschen, daß auch in der Zukunft der Ring den Sportlern offensteht.

Der Vorabentwurf des Gesetzes ist schon fleißig im Umlauf und Dieter hat sich mal die Mühe gemacht, den Inhalt im Detail zu kommentieren.

Fazit: Gibt die Landesregierung den Ring auf, dann gibt sie die Region auf.

Ihr könnt seine Stellungnahme hier auf Facebook oder noch einmal auskopiert als Textfile hier lesen.

Wieder einmal sollen wir an der Nase herumgeführt werden, doch das fatale ist diesmal die Endgültigkeit, die durch die Entscheidung des Verkauf erreicht wird: hat der Ring erstmal den Besitzer gewechselt, lässt sich nichts mehr kitten oder korrigieren, dann ist die Nummer durch.

Warum die Landesregierung dieses fiese Spiel treibt, ist mir schleierhaft, sie agiert, als würde ihr jemand die Pistole an die Schläfe setzen: mit aller Macht den Nürburgring verkaufen und dafür ist ihr jedes Mittel recht.

Wir wissen inzwischen längst, daß es überhaupt keinen Grund für diese Eile und Panik gibt und die EU wird nur als Schutzschild eingesetzt, um den Verkauf durchzuboxen. Von Verhandlungen keine Spur, auch die Opposition lässt man am langen Arm verhungern. Eher steht es in der Rhein-Zeitung, die der Regierung und den Ring-Ausschlachtern (“Sanierern”!) jeden Wunsch von den Lippen ablesen.

Dieter hat ja wohlformulierte Worte für das geplante Gesetz gefunden, ich persönlich finde es einfach nur frech.

Zum Beispiel:

“Das Benutzungsrecht kann im Einzelfall eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn die Betreiber nachweisen, dass die Gewährung der Benutzung aus betriebsbedingten oder sonstigen Gründen unzumutbar ist.”

Hahaha! Selten so gelacht! Ein super Gesetz ist das, den Touristenfahrten gebe ich nichtmal einen Tag!

Aber auch der Rest des Textes ist eine Aneinanderreihung von Hintertürchen:

“.. räumt das Gesetz dem Vermarktungs- bzw. Nutzungsinteresse der Betreiber Vorrang ein ..”
“ .. angemessen zu berücksichtigen ..”
“.. im Rahmen des Möglichen ..”
“.. hinreichend konkret ..”

usw. - you get the picture.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen meinen die Verfasser noch:

… daß es sich bei dem Nürburgring-Verkauf “nicht um ein Vorhaben mit großer Wirkungsbreite oder erheblichen Auswirkungen handelt.”

Kein Witz - kein Schreibfehler - da steht “nicht”!

Obwohl - genau betrachtet haben sie recht, denn es handelt sich ja um ein Vorhaben mit maximaler Wirkungsbreite und katastrophalen Auswirkungen.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Gesetz | DieterWeidenbrück | RheinZeitung


Dienstag, 21. Mai 2013

24h-Rennen 2013 - Montag.

Tag 5 meiner kleinen Reportage vom 24h-Rennen und Junge, was war das für ein Finale!

Nachdem das Rennen wegen zu starkem Regen abgebrochen wurde, konnte ich natürlich gut den Eintrag vom Sonntag für das Netz fertigmachen und hab mich danach hingelegt. Um vom wohlbekannten Renngeräusch geweckt zu werden - herrlich!

Eigentlich stand uns quasi ein normales VLN-Rennen in's Haus, das geht auch von morgen halb neun bis nachmittags um vier oder sechs.

Wenn das Rennen einen Namen braucht, dann müsste man es nach Maxime Martin benennen. Ich konnte garnicht so schnell am frühen Morgen den Zeitenmonitor aufrufen, da hat der schon die Führung übernommen.

Ich hab mir erstmal genüsslich Radio Le Mans angehört über Stream, damit ich dem Rennen gut folgen kann. Beeilen musste ich mich nicht, denn es ging ja bis abends um fünf, also hab ich mich gegen 14 Uhr aufgemacht das Brünnchen zu besuchen.

Das war schon ziemlich leergeräumt um die Uhrzeit und bei den Zelten konnte man sich auch nicht sicher sein, ob die noch bewohnt sind.

Bei mir konnte man sich aber sicher sein, wie lange ich schon unterwegs bin, der Bart ist dann heute 5 Tage alt ;)

Dafür, daß die echte harte Zeiten hinter sich hatten mit dem Regen, waren sie gut drauf: "Das bisschen machen wir doch jetzt noch mit links."

Die Plakateaktion hat voll gezündet, unübersehbar war der ganze Event damit geflutet. Startaufstellung, Zuschauerplätze, Zäune - quasi alles! Respekt an alle Beteiligten und alle, die sich da reingehangen haben (und nur als Info, damit es keine unbeabsichtigen Missverständnisse gibt: daran war ich völlig unbeteiligt und bin sehr froh, daß was geht!)

Natürlich war das Feld schon reichlich ausgedünnt, den Ferrari 458 hab ich sehr vermisst. Von den insgesamt 173 gestarteten sind 137 gewertet worden.

Hier ist das Endergebnis "Gesamt" als PDF und hier nach Klassen.

Die Locals rund um Stefan Manheller in dem BMW mit der #82 haben es als 128. geschafft, war wohl kein problemloses Rennen!

Die Peugeots waren wirklich Granate und sind bis zum Schluß voll gefahren. Das mussten sie auch, denn sie wurden vom Schirra Mini gejagt - nur leider ist der kurz vor Ende ausgefallen! Also 1-2-3 für die Franzosen, im Gesamt ist das 32., 39., und 46.

Aber der Pokal für die schnellste SP2T Runde geht trotzdem an Schirra: 9:28,8.

Der 125-Jahre-Dunlop-Benz ist 17. geworden.

Weniger Zuschauer als bei jedem beliebigen VLN Rennen waren 2 Stunden vor Schluß noch im Brünnchen. Und vermutlich waren das Tagesgäste, die hatten auf jeden Fall große Auswahl beim Parken. Guter Tipp für die Zukunft, kann man zum Rennende ganz entspannt zum Brünnchen fahren und das Finale genießen.

Da hat jemand mit Isolierband ein Save The Ring gebastelt.

Einige waren ganz schön lädiert, z.B. dieser nfizierte Dörr GT86, auf dem auch Alex Hofmann gefahren ist - wurde 3. in der V3 geworden (96.gesamt).

Der GT-R hatte wohl eine längere Pause, hab da was mit Motorwechsel mitbekommen. Aber haben das Auto als Vorletzte in's Ziel gebracht!

Drifter Kiki Sak Nana muß sich wohlgefühlt haben, 3. in der SP10, nur eine Runde hinter dem Sieger, der auch von Bonk Motorsport kommt.

Wenn Ihr übrigens auch so wie ich Mario Merten vermisst habt, man sagte mir, der müsse sich um seinen Imbiss kümmern, den er irgendwo auf dem Gelände betrieben hat. Was für eine Verschwendung von Fahrgenie!

Die SP10 scheint auch der Grund zu sein, daß das Ergebnis noch "provisional" ist, die ist nämlich ausgesetzt.

Die Bilder, die Ihr hier seht, hab ich danach ausgesucht, ob sie gut geworden sind und das hier ist der 335d aus Argentinien, sind als 132. Gesamt in's Ziel gekommen (als 6.letzter quasi).

Der Haribo Porsche ist 12. geworden, aber das Junior Team muss kurz vor Schluß ausgefallen sein! 2 Stunden vor Rennende waren die Junioren 11. und die Senioren 15.

Das ist der Mann des Wochenendes, Maxime Martin. Sa-gen-haft. Da krieg ich jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die letzten beiden Rennstunden denke. Maxime war Vierter und die beiden ROWE Mercedes #22 und #23 waren bei Start und Ziel 20 Sek vor ihm, aber als sie im Brünnchen durch sind, fehlte nicht mehr viel. Ich hätte gedacht, der schnupft die sich auf dem GP Kurs alle beide, aber überraschenderweise hat das nicht geklappt. Jetzt ist das natürlich schwer, auf der Nordschleife zu überholen und ich dachte schon, da muß er sich jetzt eine Runde lang anstellen. Aber da hab ich ihn schon wieder unterschätzt. Hat sie sich auf der Nordschleife kassiert und war längst durch die Eiskurve weg, als da mal Mercedesse im Brünnchen ankamen. Was für eine Show! Komplett Ntfesselt!

Sind dann 2. gesamt geworden und ich muß sagen, da hab ich mich echt gefreut.

Aber so wirklich entschlüsseln konnte ich das nicht ;)

Der Wasserstoffbomber. Ist 114. geworden. Immerhin. Auf dem Auto ist auch der Chef Ulrich Bez selber mitgefahren.

Hier nochmal das übersichtliche Besucheraufkommen um die Zeit. Jetzt könnte man auch sagen, die waren alle auf der Tribüne, aber kann ich ja nicht beurteilen ;)

Offiziell sollen es 210.000 Zuschauer gewesen sein. "Für das Gesamt-Wochenende", kennen wir ja schon. Nur steht dann wieder in den Pressemeldungen, daß XY "vor 210.000 Zuschauern durch's Ziel gefahren ist". Da passt dann irgendwas nicht zusammen. Also im Brünnchen schätze ich beim Zeileinlauf mal auf so circa 217, falls das irgendeinem hilft bei seiner Pressemitteilung.

Der Subaru ist Zweiter in der SP 3T geworden und nur 54 Sekunden hinter dem Gewinner, dem Audi TT RS von Raeder Motorsport! Im Gesamt bedeutet das 25. und 26.

Ist schon krass, was manche da noch für ein hartes Rennen fahren, während andere winkend durch die Gegend schleichen. Halte ich nicht für ungefährlich.

Auch bei den schnellsten Rundenzeiten liegen die beiden Autos ganz dicht zusammen: 9:23,9 (Audi) und 9:22,9 (Subaru).

Kremer Racing ist mit allen seinen 3 Autos in's Ziel gekommen und das ist der Kleine, auf dem der Chef Eberhard Baunach selber gestartet ist. Sind 74. geworden, die Franzosen 55. (Nummer #38) und der #36 passend 36. Das ist der mit Kaufmann / Schornstein / Posavac und Jürgen Alzen.

Die Ginetta ist 2. in der SP10 und 30. Gesamt - sehr ordentlich!

Dem Rehs-130er hat es jemand von hinten ordentlich besorgt. Sind aber trotzdem auf 119 in's Ziel gekommen.

Der LFA sieht aus wie aus dem Laden und der Firmenchef ist mit seinen Landsleuten damit auf Platz 37 gefahren und 2. in der SP8 geworden hinter der Corvette. Und damit Akio Toyoda ganz locker vor Ulrich Bez. ;)

Der Manta hatte leider auch einige Probleme, dabei war er das schnellste Auto in der SP 3! Da waren 8 Autos am Start und die anderen mal mindestens 30 Sekunden langsamer. Von wegen Alteisen! Sind dann als 6. noch gewertet worden und insgesamt 100.

Der Wochenspiegel - Save It - Don't Sell It - Porsche ist 13. geworden - super Ergebnis! Man darf garnicht an das Drama von letztem Jahr denken. Jochen Krumbach hat die Stammfahrer verstärkt.

Die Frikos sind auf 16. gelandet. Immerhin in's Ziel gekommen, könnte schlimmer sein. Aber da gab es ohne Werksfahrer schon bessere Ergebnisse, hoffentlich sind sie nicht enttäuscht.

Der Dörr Z4 ist 61. geworden und hat die SP 6 gewonnen (10 Starter)! Immerhin ein kleiner Trost für das McLaren Pech.

1 Stunde vor Schluß war der Mini noch unterwegs :/

Der in der SP 7 gestartete STR Porsche aus Perth ist sauber auf 54 gefahren.

112. ist die #113 geworden, die starten als Team Liechtenstein.

Auch der Mini von Ralf Zensen hat die Zielflagge gesehen: 98.

Der Yalla-Yalla-Zetti ist in der V5 Dritter geworden und 65. Gesamt. Stramme Leistung!

Eine der stärkesten Klassen war die V6 mit 13 Startern und die hat mein Talk-Partner Dieter Weidenbrück gewonnen! Gratuliere ganz herzlich, tolle Leistung! Im Gesamt ist das der 41.Platz und aller Ehren wert. Die Kollegen waren Markus Schmickler, Rolf Buchstaller und Klaus Landgraf.

Noch ein Youngtimer, der in's Ziel gekommen ist: 118.!

Damit muss man am Brünnchen immer rechnen, ...

... hat auch keiner Gas rausgenommen. Wahrscheinlich waren die das schon gewohnt im Gegensatz zu mir.

Der Focus RS aus der AT Klasse ist 123. geworden und 2.in der Klasse (4 Starter).

Der Hyundai ist in der SP 2T gefahren und da hängen die Trauben natürlich hoch. Trotzdem heile in's Ziel gekommen auf dem 92. Platz.

Die Peugeot bereiten sich schonmal auf den Paarflug vor. Da ist noch ein Dritter, aber hab ich zu spät gesehen.

Wie, wo kommt denn jetzt der Lotus auf einmal her? Haben die wohl für den Zieleinlauf nochmal fit gemacht: 134. und damit viertletzter in der Wertung.

Das ist übrigens der Grund, warum er nicht weiter vorne gelandet ist.

Das war es dann auch schon wieder das 24h-Rennen, das rauscht immer so schnell durch, so schnell kann man garnicht gucken.

Der 88er Haribo am Haken, was für ein Drama. Da war ein Top 10 Ergebnis in Reichweite und jetzt ist er der Erste der insgesamt 36 Ausgefallenen. :/

Am Brünnchen gehen dann auch so langsam die Lichter - bzw. die Lagerfeuer - aus.

Bei dem Schlamm ist ein Syncro nicht das Schlechteste.

Hätte nicht gedacht, daß noch etwas Brennbares übrigbleibt.

Stufenlose Niveauregulierung dank Wagenheber, gewusst wie. Als langjähriger 24h-Rennen Besucher wird das Konzept über die Jahre halt immer ausgefeilter.

Zum krönenden Abschluß einer ereignisreichen Woche möchte ich Euch noch die Top 10 zeigen. Und weil man Autos besser zuordnen kann als Nummern und Namen, hier sind sie in Bildern:

1) Black Falcon #9: Schneider, Bleekemolen, Edwards, Thiim

2) BMW Sports Trophy Team Marc VDS #25: Martin, Piccini, Buurman, Göransson

3) ROWE Racing #22: Graf, Jäger, Seyffarth, Bastian
4) ROWE Racing #23: Arnold, Roloff, Seyffarth, Jäger

5) G-Drive Racing by Phoenix #1: Rockenfeller, Fässler, Stippler, Winkelhock

6) BMW Team Schubert #20: Adorf, Hürtgen, Klingmann, Tomczyk

7) Manthey Racing #18: Lieb, Dumas, Luhr, Bernhard

8) Phoenix Racing #4: Ammermüller, Stippler, Stuck, Stuck

9) G-Drive Racing by Phoenix #3: Biela, Joens, Ludwig, Rusinov

10) Aston Martin Racing #007: Turner, Mücke, Simonsen, Lamy

Ob wir nächstes Jahr noch ein 24h-Rennen haben werden? Schwer zu sagen. Der Termin ist auf jeden Fall fixiert: das Fronleichnam-Wochenende soll es sein, hab ich im Radio gehört. Das wäre dann 21./22.Juni. Gab's am Ring schonmal im Juni Schnee?

Ich hab dann noch gelesen, daß der Herr Schmidt im TV gemeint hätte, diese ganze STR Sache sei reine Panikmache. Das kann man durchaus als Kompliment sehen, wenn denen schon die Argumente ausgehen. Ich sag mal dranbleiben, das Medienecho international war ganz gut, denn der Protest ist wahrgenommen worden. Wie praktisch, daß Dieter und ich noch vor dem Rennen ein Video in Englisch aufgenommen haben ;)

Im Brünnchen hab ich dann noch die letzte Pommes bekommen und musste die nichtmal bezahlen, weil die Kasse schon zu war :)

Und das ist mein Abschieds-Selfie mit 5-Tage-Bart, mir hat das Bloggen mächtig Spaß gemacht und ich hoffe Euch auch ein bisschen ;) In der Form hatte ich das beim 24h-Rennen noch nie, doch ich glaube die Mikeberichte sind die richtige Richtung ;)

Tags: Mikebericht | N24h | MaximeMartin


Samstag, 18. Mai 2013

24h-Rennen 2013 - Freitag.

Heute der zweite Tag meiner 24h-Berichte - und zwar der Freitag, aber nach 24h-Zeitrechnung der Donnerstag. Da haben echt alle Probleme, mit denen man redet, in einen Rhythmus zu kommen, man muß das immer erst in alte 24h-Zeitrechnung umrechnen. Wie früher mit Euro und DM.

Der Tag war bestimmt vom Wetter, das war nämlich echt übel. Und leider ist die RCN dem dann auch zum Opfer gefallen. Das war so neblig, da ging garnix. Und großartig verschieben kann man ja auch nicht. Also wurde es nur eine Runde hinterm Safety Car - fertig.

Einige hatten am Abend vorher noch Riesen-Klimmzüge gemacht, um überhaupt dabei zu sein.

Aber auch im Fahrerlager nicht besser, Regen^3 den ganzen Vormittag. Da muß man sich schonmal was einfallen lassen:

Aber nicht überarbeiten, das ist auch keine Option! ;)

Die Youngtimer auch bei ziemlichem Sauwetter raus auf die Strecke.

Michael's Miene sagt alles.

Dörr's McLaren ist startklar und mit Rudi Adams, Arno Klasen und Peter Kox gut besetzt!

Das arme Auto hat keine Kapuze und muß trotzdem raus in den Regen.

Wenn es auf den letzten Schliff ankommt, dann läßt Lucas Luhr nichts anbrennen. Schwer gejetlagged von Laguna Seca tuned er noch sein Visier und Marc Lieb assistiert. Ist schon krass, wo die immer unterwegs sind - vor zwei Wochen kam mir Lucas Luhr noch so:

Bei Manthey könnt Ihr Euch sehr schicke Poster mitnehmen. Aber fragt mich bitte nicht, wie Ihr die trocken nach Hause bekommt! :)

Das ist doch DAS Symbolbild für: Raeder und Manthey spannen zusammen.

Der Aston ist schon Hightec vom Feinsten, die haben extra ein Klappe eingebaut, um den Sponsor besser zu präsentieren.

Das schärfste N vom Ring!

Ich hab mir dann auch mal erklären lassen, warum das "wetterfeste Tribüne" heißt. Ich mein, die war ja nicht gerade billig. Also "wetterfest" nicht in dem Sinne, daß man da irgendwie trocken sitzen könnte oder so - nein, die ist "wetterfest", weil die geht nicht gleich bei jedem Wetter kaputt. Hätte man ja auch gleich drauf kommen können. Und natürlich, sowas kostet.

Freies Training macht sich vom Acker, der LFA ist schon ein schickes Gefährt.

Der GT3 GT-R auch.

Und auch der Subaru.

MarcVDS nicht zu vergessen!

Bin dann mal hoch auf’s Boxendach, kann man ja schön die Gischt fotografieren. Dachte ich finde ein trockenes - also überdachtes - Plätzchen. Guckt Euch mal das Zelt an. Ich weiß nicht wie das geht, aber unter dem kompletten Zelt war es überall am Regnen. Kein Witz jetzt. Ich dachte ich spinne. Der kommt am Ring echt aus allen Richtungen.

Hab dann nach ein paar Versuchen - wie diesem hier - frustriert wieder aufgegeben.

Und bei der Suche nach einem warmen Unterschlupf DEN Pokal gefunden. Auf den sind sie alle scharf.

Nur mal so als Anregung für zuhause, was heutzutage geht. Also falls Ihr überhaupt so eine große Wand irgendwo habt.

Das war mal die NAG Lounge. Betonung liegt auf "war".

Jetzt ist Peter Meyer da Chef.

Und hat aus dem rot schön gelb gemacht. Gleich viel besser. Aber obwohl ich ziemlich durchfroren war, den Kaffee hab ich nicht angerüht. Stand Lindner drauf.

Eigentlich ist es ja immer so, daß hinter der Boxengasse mehr los ist, als vorne. Heute war das wohl umgekehrt und Schubert hat das Schrauben nach hinten verlegt.

Und die Fahrer nach oben. Die hausen in ihrer Lounge wie in der Jugendherberge. Hat auch was!

Bin dann zum Pressezentrum und der Kaffee da: super! Der Preis für den Größten geht an GT-Eins.

Die sport auto will uns in Zukunft wieder richtig Spaß machen und "ohne dem Horst zu nahe zu treten" können die Autoren - wie hier Christian Gebhardt - irgendwie befreiter agieren. Spannend! Das Layout hat sich schon erfrischt und da geht bestimmt noch was. Auf jeden Fall hab ich Markus Schurig bisher an allen Rennstrecken getroffen, wo ich in den letzten Monaten war. Da kommt das sport vielleicht jetzt nochmal ganz anders zur Geltung, weil er ja Chefredakteur geworden ist. Christian fährt übrigens gleich auf 2 Autos beim 24h mit - beim Mini - und noch einem (hab ich vergessen …) (Nachtrag: GT86 ist es!)

Der Preis für den Kleinsten geht an ... ?

24h-Ticker Team, ausgetickert.

Saudi Falcons! Gut zu erkennen am N bzw. STR. :)

Ups, ich hab Bridge to Gantry gehackt! ;)

War auch gerade zufällig eine kleine Pressekonferenz, war ganz interessant. Bernd Schneider meinte das ist echt brandgefährlich, wenn manche nur rumrollen und Du Vollgas fährst - weil durch die Gischt sieht man das nicht und auf einmal steht einer vor Dir. Im Rennen sei das ja nicht mehr so, daß die Rumrollen. Hofft er zumindest!

Für's Foto wurde aber nochmal dirigiert.

Und auf einmal stellt sich raus, daß der Oliver Hilger Geburtstag hat! Das sind dann so Gelegenheiten, wo Dir der Timo Bernhard in den Armen liegt. Sehr nett :)

Die Minis laufen super, aber leuchten schlecht. So ein Kabelwirrwarr hatte der Achim doch auch kürzlich ;)

Das Thema mit dem Gelb geschwenkt bzw. gehalten nachts hat die Gemüter erhitzt. Haben die sich irgendwie neu ausgedacht, obwohl es das eigentlich garnicht gibt. Ich fürchte das wird noch ein Spaß werden.

Der Jörg Müller hat ganz andere Probleme: wo ist der Roller!?

Hier natürlich, wo er hingehört ;)

Und dann hab ich doch noch Sabine getroffen. Dachte schon, die wär garnicht da. Hat auch nicht lange gedauert, dann durfte sie wieder ihren Namen malen.

Ich wollte mal wissen, wer so endlos an einem Stück ohne Pause reden kann. Sehen aber aus wie normale Leute. Scheint sogar auch Spaß zu machen.

Ich weiß jetzt nicht wie ich es sagen soll, aber wir leben ja nicht in einem Vakuum. Und wenn man dann Radio Le Mans hört, dann denkt man das ist ein anderer Event. Also ein ganz anderer. Ich will echt keinem zu nahe treten, aber im Vergleich zu John Hindhaugh und Team sind die deutschen Kommentatoren einfach nur Scheiße. Sorry, aber das muß man jetzt mal so deutlich sagen. Das ist echt nicht zum aushalten und ich bin froh, wenn ich genug Netz hab, daß ich mir den englischen Stream über iPhone anhören kann. Weil den deutschen machst Du einfach am besten aus. Oder wenn's nicht geht (Lautsprecher an der Strecke) die Ohrstopfen rein. Bekommt man Radio Le Mans auch über Radiofrequenz? Ich glaube nicht, das ist schade. In Spa bei der WEC vor zwei Wochen gab es dafür extra 2 Frequenzen. Wir haben hier DVB-T, aber keinen englischen Kommentar? Kann doch eigentlich nicht sein.

Endlich hab ich den Ansgar mal bei der Arbeit erwischt! :)

Der Focus RS von Ralph Caba und Co hatte einen Steinschlag und der wird nicht nur repariert, da kommt auch gleich eine Folie drauf, damit das nicht nochmal passiert.

Eichhörnchen! Ist es nicht süß? Haben Achim und ich uns mal schön ein Retticam Bild gemacht. So harmlos der kleine Mini aussieht, so böse geht der ab! Bekommt demnächst noch das große N vorne links über den Kotflügel genau wie bei dem Kombi - das kommt gut.

Sind doch schick die neuen Felgen. Hat der Sponsor spendiert für Sonntags.

Bin dann zum Brünnchen - innen. Bei den Wolken ist es Nebel oder Grill. Das hier war Grill.

Save The Ring Tribüne, komplett ausverkauft.

Ein echter Quattro! Also für den würde ich mich ja gerade noch so nassregnen lassen.

Dieter Weidenbrück auf Ideallinie unterwegs.

Ganz ehrlich, das hab ich bei VLN schon voller gesehen.

Das sind die Schweizer.

Luca's STR, super!

Sitz ich eben beim Retti und der Wolfgang kommt rein. Ich so: Super Sound habt ihr! Er dann: ja, echt toll, ist zu laut und jetzt dürfen wir einen anderen Auspuff dranbauen.

Uups. Also so laut fand ich das nicht, hat sich wirklich gut angehört.

Hier nochmal, wie wenig eigentlich los ist. Kommt vielleicht noch. Auch gut zu erkennen, wer da vorbeifährt ;)

Der 163er Posten hat auf jeden Fall alles im Griff. Die schicken blauen Mützen haben nicht nur alle Fahrer bekommen, sondern auch alle Streckenwarte. Sehr gut! Ich hätte gerne eine gekauft, aber hab bisher noch keinen Merchandising Stand gefunden. VLN, ADAC, alles schon gesehen - aber nicht 24h. Steht jetzt auf der To-Do-Liste.

Das war lustig, weil ich wollte wissen wie schwer der Trümmerrucksack ist - und ein Bild machen. Dachte aber das Licht reicht nicht - "nimm doch meinen Blitz - hinten unten rechts".

Die richtig guten Leute haben halt alle Canon im Einsatz ;)

SAVE THE RING - hart an der Klippe.

Aber die Stimmung wie immer großartig.

So richtig echtes Männercamping.

Der Trend geht dieses Jahr eindeutig zum Vorvorzelt.

Und an der Theke ist es doch immer noch am schönsten!

Oder am Ofen. Den mußte erst mal von der anderen Seite sehen!

Stimmt!

Sehr schick!

Mach ich immer gerne, Knipser abknipsen :)

Gemeinde Brünnchen, Gemarkung Nordschleife.

Ganz großes Kino!

Das ist ein Running Gag, wir treffen uns echt jedes 24h-Rennen. Also den Linken. Der rechte hat sich den Fuß gebrochen (war das gestern? oder doch die Hand?), deswegen ersetzt ihn seine Schwester. Kann man gelten lassen.

Sagt eigenlich alles.

Jetzt fragt Ihr Euch wahrscheinlich so wie ich: wasndas? Stellt sich raus, sind 4 bar Druck drauf, Wasserleitung dran und der Typ da hinten im Relaxsessel hat einen Knopf, dann kommen aus versteckten Leitungen vor dem Wagen Wasserstrahlen. Um die Leute zu bespassen. Oder besser gesagt, um sich selber zu bespassen beim Leute bewässern. Ist zwar nicht das passende Wetter, aber die Idee allein: volle Punktzahl!

Das ist der Laden.

Statement inklusive!

Weil's so schön war.

Weisste Bescheid.

Mit Drehnordschleifen-LEDs.

Hotel Schöne Aussicht.

Da geht selbst mir als Vegetarier das Herz auf!

Steakbrötchen, Brünnchen Art.

Wisst Ihr noch? Beim letzten VLN? Der Waleed ist schon wieder da aus Bahrain. Ich glaube der zieht bald hierhin ;)

Das ist kein Rennabbruch, das ist normal im Brünnchen.

4 Sauerländer, kannten 20832 nicht. Aber der mit dem Heiligenschein hat es sich gemerkt ;) Vielleicht finden sie es!

Word!

Hier auch Word.

Aber das Zelt - puuh. Das ist echt für die ganz Harten.

Das wär eher so mein Ding. Steht auch im Brünnchen! Respekt.

Hoffe es hat Euch gefallen, mal gespannt, ob ich das die nächsten Tage auch noch so durchhalte! ;)

Tags: Mikebericht | N24h


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Freitag, 05. April 2013

Regionalpolitik stemmt sich jetzt auch gegen den Rennstrecken-Verkauf!

Das ist ein deutliches Signal aus dem Kreis AW - danke an alle, die daran mitgewirkt haben:

"Ahrkreis-CDU: Ring muss im öffentlichen Eigentum bleiben - Rennstrecken dürfen nicht veräußert werden.

Die CDU im Kreis Ahrweiler fordert, dass der Nürburgring auch zukünftig in öffentlichem Eigentum verbleiben muss und spricht sich damit klar gegen eine kurzfristige Veräußerung der Rennstrecken im Rahmen eines europaweiten Verkaufsverfahrens aus. Nach einer Klausur der Parteispitze, an der auch der Vizefraktionschef der CDU-Landtagsfraktion Alex Licht teilnahm, befürwortet die CDU stattdessen die Herausnahme der Motorsportstätten „Nordschleife“ und „Grand-Prix-Strecke“ aus dem geplanten Ausschreibungsverfahren.

Kreisvorsitzender Horst Gies: „Wir teilen die Sorge der Bevölkerung am Nürburgring, dass mit einem Verkauf der Rennstrecken an einen Privatunternehmer die bisherige Ausrichtung am Gemeinwohl unumkehrbar verloren geht“. Die Kreis-CDU sieht die Zukunft des Nürburgringes in einer Rückbesinnung auf den Sport als das Kerngeschäft des „alten Ringes“. Hierzu sind ein öffentlicher und diskriminierungsfreier Zugang zu den Strecken insbesondere für den Breitensport aber auch verlässlich faire Rahmenbedingungen für die Akteure in der Region erforderlich.

Der Nürburgring wurde über Jahrzehnte als ein Projekt der Infrastruktur errichtet, ausgebaut und in enger Kooperation mit der Region betrieben. Vor einem voreiligen und unumkehrbaren Verkauf der Rennstrecken als dem Herzstück des Nürburgringes gilt es daher alle Möglichkeiten zu überprüfen, ob und wie durch eine überwiegend im Eigentum der öffentlichen Hand befindliche Besitzgesellschaft ein gemeinwohlorientierter Betrieb der Motorsportstätte Nürburgring auch zukünftig ermöglicht werden kann."

Auf der einen Seite werden die Reihen geschlossener, auf der anderen Seite aber sehr bedrohlich, was am Donnerstag geplant ist - dazu braucht man noch nichtmal zwischen den Zeilen zu lesen.


Mittwoch, 03. April 2013

Ein Haufen Drückeberger und Wendehälse?

Hatte ich gerade im Posteingang:

“Ich bin der Meinung, daß jetzt eigentlich mal die prominenten Persönlichkeiten, die ihre ganze Karriere rund um den Nürburgring aufgebaut haben, aus der Hüfte kommen sollten. Wir - mit Verlaub - Idioten stehen Rennen für Rennen bei Wind und Wetter an der Strecke und jubeln unseren Idolen zu - kaufen für viel Geld ihre besch*&$%ten Kappen etc., um dann festzustellen, daß man es nur mit einem Haufen Drückeberger und Wendehälsen zu tun hat …. PFFFFFF.”

Hätte es nicht besser ausdrücken können. Wo sind die ganzen Balls-of-Steel-Anwärter? Abgetaucht. Alle. Gründlichst.

Ich prophezeie mal, das werden die Fans ihren Ex-Idolen nicht vergessen, wenn Hyundai erstmal den Stacheldraht hochzieht.

Aber man muß garnicht so weit in die Zukunft schauen. Aktuell - also heute, gestern, usw. - wird die ehrwürdige Strecke bis zum Umfallen gemolken. Teeren, Salzen, Aufreissen, Teeren - das bereitet richtig körperliche Schmerzen zu sehen, wie der letzte Cent aus dem historischen Asphalt gepresst wird - Trauerspiel.

Und wer stemmt sich dagegen? Wir Idioten, klein und doof. Im Stich gelassen von den Stars, die ihrer Reichweite lieber die neue Sonnenbrille präsentieren, am Kamin noch ’ne Scheite nachlegen und die Tasche für den Testtag in Spanien packen.


Samstag, 30. März 2013

Eiszeit-Kommentar im Motorsport-Magazin.

Gut geschrieben von Sönke Brederlow:

“Es herrscht Eiszeit am Nürburgring. Schnee, Eis und auch die Politik lassen die Traditionsrennstrecke in der Eifel erstarren. (..)”

“Doch auch abgesehen vom Wetter herrscht am Nürburgring derzeit Eiszeit, denn die Landesregierung wird den insolventen Ring verkaufen! Motorsport-Fans, Veranstalter und Rennfahrer sind sich einig: der Nürburgring wird in privater Hand nie eine Zukunft haben. (..)”

So langsam kommt die Botschaft an.


Freitag, 29. März 2013

Die Zukunft der Zeitung.

Da hat der Richard Gutjahr eine schöne Diskussion in Gang gesetzt, wie es mit den Zeitungen aussieht bzw. weitergeht. Bzw. eben nicht weitergeht.

gutjahr.biz/2013/03/zukunft-zeitung

Zu Wort kommen

  • Sascha Lobo
  • Frank Schirrmacher
  • Amir Kassaei
  • Ulrike Langer
  • Mario Sixtus
  • Thomas Knüwer

und viele weitere lesenswerte Kommentare.

(Ulrike Langer hatte mich ja auch kürzlich im Digitalen Quartett zum Thema Google Reader zu Besuch.)


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Dienstag, 12. März 2013

Jürgen Pföhler 2008 vs Jürgen Pföhler 2013.

Anfang 2008 wurde der Grundstein für das Verderben den Freizeitpark Nürburgring gelegt und entsprechend Reden geschwungen.

Jürgen Pföhler am 12.April 2008:

“Deshalb ist es wichtig, dass wir diese Investitionen in die Zukunft mit soliden Partner durchführen. Ich freue mich sehr, dass wir den Spatenstich heute auch mit Unternehmern zusammen machen, die überall in Europa sich umschauen, die ihre Chancen suchen, Unternehmer die hoch kreativ sind, mutig, aber weiß Gott keine Glücksritter sind. Die Mediinvest-Gruppe, heute vertreten insbesondere durch Herrn Richter, werden 80 Millionen Euro hier investieren. Das macht man nicht mal einfach so.”

Knapp 5 Jahre später Jürgen Pföhler vor Gericht (!) so:

Jürgen Pföhler am 12.März 2013:

Nürburgring-Prozess: Landrat Pföhler hatte Zweifel an Betreibern

Koblenz – Vertreter des Landkreises Ahrweiler haben die mittlerweile gekündigten Nürburgring-Pächter schon früh sehr skeptisch betrachtet. Zweifel hätten er persönlich und der Kreistag an deren Konzept und Eignung gehegt, sagte Landrat Jürgen Pföhler am Dienstag im Untreue-Verfahren um die gescheiterte Privatfinanzierung des Ringausbaus vor dem Landgericht Koblenz.

Pföhler sagte aus: «Das hat sich durch die tatsächliche Entwicklung, glaube ich, auch bestätigt.»

Deswegen hat der vor Zweifel und Skepsis geplagte Landrat wahrscheinlich auch Richter/Lindner persönlich beim Schaufeln ausgeholfen.


Samstag, 02. März 2013

Audio Mitschnitt von JzN / Otto Flimm gestern.

Erstmal die Fakten: Audiomitschnitt von gestern (147 MB, 100 Min.)

Alternativ hier das MP3-File zum Anklicken/Download.

Dann der Link zur JzN Homepage mit der Pressemitteilung und den PDFs:

Nordschleife Verkauf stoppen! als Hintergrundbild.

Es war auch Presse vor Ort, aber so wie ich das mitbekomme nur:

Und zu meiner Wertung:

Die Veranstaltung insgesamt fand ich sehr gut, Termin war gut, der Verein bestens vorbereitet und die Halle in Nürburg eignet sich gut für solche Veranstaltungen.

Unterstützer: die Halle war gefüllt, knapp über 100 Leute hab ich geschätzt. An bekannten Sportlern waren nur einige wenige gekommen - aber die gekommen sind, lohnt sich einzeln aufzuzählen:

  • Sabine
  • Christian Menzel
  • Marc Hennerici
  • Ed Nicelife

Dazu auch noch Organisatoren des Breitensports, z.B. Karl Mauer von der VLN und Kalle Breidbach, Hans-Werner Hilger und Werner Klasen vom RCN.

Karl Mauer, Christian Menzel und Marc Hennerici.

Super enttäuschend wieder die Lethargie der Leute vor Ort, man könnte meinen die ganze Eifel besteht nur aus Uschi Schmitz. Die Kennzeichen der Autos vor der Halle waren alle von außerhalb, K, BM, EU, usw. - gezielt hab ich mal versucht jemanden aus dem Industriegebiet Meuspath auszumachen, aus Adenau oder sonstige Anwohner - Fehlanzeige. Auch von den 300 Mitarbeitern vom Nürburgring keine Spur, außer einer kleinen Betriebsratsdelegation. (Ich kann mir nicht vorstellen, daß die 300 (!) Leute aktuell mit dem Arbeitspensum überlastet sind.)

Reinhold Schüssler, Uschi Schmitz, Otto Flimm und Dieter Frey.

Ist schon grotesk, unsereins nimmt sich Urlaub, setzt sich von Köln aus in Bewegung und in Nürburg, Adenau usw. geht alles auf Tauchstation. Reinhold Schüssler hat das ganz am Anfang auch als Aufhänger genommen, könnt Ihr im Audio reinhören.

Auch die dünne Reaktion in der Presse ist heftig verglichen zum einen mit der massiven Insolvenzverwalter-Propaganda am Tag zuvor und den schweren Vorwürfen, die Otto Flimm zusammen mit Dieter Frey ausführlich dokumentiert haben.

Wirkt auch mich eher wie eine Pflichtübung statt engagiertem Journalismus. Sehr einseitig, was da abgeht. Das SWR Fernsehen lässt Landesregierung und Insolvenz-Anwälte ausführlich im Fernsehen zu Wort kommen und die sind sich im Schulterschluss einig das Volkseigentum Nordschleife zu versteigern.

Dabei ist das garnicht so notwendig wie immer wieder dargestellt, denn eine Sportstätte ist beihilfefähig, da sie dem Allgemeinwohl dient. Wenn das auf die Nordschleife nicht zutrifft, dann weiß ich nicht, auf welche Sportstätte es sonst zutreffen würde. Zumal der Sport in der Verfassung von Rheinland-Pfalz fest verankert ist.

Offensichtlich wurde auch die perfide Art und Weise, wie hier gespielt wird, denn Otto Flimm hat keinen Hehl daraus gemacht, wie man ihn erst mit Versprechungen gelockt hat, um ihn dann zu hintergehen.

Schön auch der Fragenkatalog des Vereins:

Denn er spricht an, daß der Verdienst der Insolvenzverwalter gewöhnlich an die Höhe des Verkaufspreises gekoppelt ist. Dadurch wird natürlich deren Verlangen gesteigert, die Rennstrecke unbedingt zu verkaufen.

Oder wie Dieter Weidenbrück es formuliert:

"(..) Nun wäre es eine gute Idee gewesen, dass sich Politiker aus Mainz, Insolvenzverwalter, Gläubigerausschuss und der Verein an einen Tisch setzen, um aus diesem Ansatz einen Plan zu machen, diesen dann in Brüssel vorzustellen, um damit das Beihilfeverfahren abzuwenden. Damit wäre dann der Weg frei gewesen für eine Neuausrichtung des Nürburgrings (hier nun nur die motorsportliche Seite der Anlage gemeint) im Sinne des Breitensports. Leider wurden alle Ansätze dieser Art abgeblockt, in der Hauptsache von den Insolvenzverwaltern. Der Motorsport wurde bewusst aus allen Gremien herausgehalten, warum auch immer. Offensichtlich verfolgen die Insolvenzverwalter das Ziel, die gesamte Anlage so schnell wie möglich irgendwie zu verkaufen. Das ist aus ihrer Sicht der einfachste und schnellste Weg, und für sie selbst wohl auch der lukrativste. (..)

Bezeichnend ist dabei die Flut von Presseartikeln, die am gestrigen Donnerstag wie bestellt losgelassen wurden. Die Pressevertreter wurden von den Insolvenzverwaltern informiert, durften aber nur nach einer Sperrfrist bis Donnerstag morgen die Fakten publizieren. Genau also einen Tag vor der Versammlung des Vereins “Ja zum Nürburgring”. Wer da nicht an Absicht denkt, dem ist wohl nicht zu helfen."

(Ich weiß, ist Facebook - gibt es hier auch nochmal.)

Abends nach der Veranstaltung formte sich noch spontan ein langer Tisch in der Pistenklause, der war ja mal kultig besetzt. Die Pistenklause ist übrigens auch schon über 40 Jahre alt - und so jung wie am ersten Tag.

Gut, daß sie uns wenigstens die nicht wegnehmen können, aber was ist eine Pistenklause ohne Nordschleife?


Samstag, 05. Januar 2013

So viele Rennen - so wenig Zeit.

Obwohl eigentlich Winterpause ist, prügeln sich die einzelnen Motorsport-Veranstaltungen rund um die Erde schon um Deine und meine Aufmerksamkeit.

Ich komm da grad drauf, weil das schon die ganze Zeit in meinem Kopf spukt und bei Daytona 24 Stunden sind sie im Moment auf Hashtagsuche.

Und ich prognostiziere mal, das wird in den nächsten Jahren (Monaten?) weiter anziehen und wer da nicht auf den zeitgemäßen Zug aufspringt wird sich wundern, wo die Zuschauer bzw. die Aufmerksamkeit bleibt.

Aktuell buhlen:

und bestimmt noch welche, die ich übersehen habe, um des Zuschauers wertvolle Zeit.

Alle natürlich auch mit deutschen Fahrern, internationalen Sponsoren und mit dem Anspruch, das wichtigste Rennen zu sein.

Die neuen Medien ermöglichen es auch, daß man rund um die Erde die Ereignisse - mal besser mal schlechter aufbereitet - verfolgen kann.

Und jetzt kommt meine Theorie: es werden sich die Rennen durchsetzen, denen es gelingt, international eine große Fanbasis aufzubauen und zu unterhalten. Die kritische Masse zu erreichen ist garnicht einfach, aber wer es schafft wird nur schwer von einem anderen Rennen abgelöst werden.

Das ist natürlich noch Zukunftsmusik, aber wir alle haben nur 52 Wochenenden im Jahr und es gibt jetzt schon ein heftiges Renn-Überangebot jedes Wochenende.

Ein Rennen wie Le Mans 24h z.B. hat diesen Status und für dieses eine Wochenende die volle Aufmerksamkeit. Ein herrliches Motorsporterlebnis sogar auf der Couch, wenn man detailliert jede Minute des Rennens verfolgen kann. Doch was ist mit den anderen Rennen und Wochenenden? Die 24h Nürburgring haben auch das Zeug weltweit die Aufmerksamkeit zu erreichen, aber dafür müssen noch einige Voraussetzungen geschaffen werden. Neben der Herausforderung, den Überblick über knapp 200 Autos zu bieten!

Gute Berichterstattung macht es vor, auch von der Sim-Szene kann man einiges lernen.

Man braucht:

  • Spotter Guide (z.B. so)
  • Live Stream, gute Qualität
  • Englischen Kommentar (und auch lokale Sprache) von fähigen Leuten (!)
  • Live Timing (Basics müssen stimmen: schnellste Runde, aktuelle Runde, aktueller Fahrer, Anzahl Boxenstopps, usw.)
  • Offizielle Account Twitter / Facebook und etablierter Hashtag (hört sich so einfach an, aber da krankt es oft!)
  • Diskussionsmöglichkeit für große Community, entweder Facebook oder Extra-Lösung - um sich gegenseitig zu informieren

Optional:

  • GPS Position der Teams auf der Strecke
  • Rennverlauf im Details für jedes Team einzeln

Klingt alles so selbstverständlich, aber alleine die Diskussion der Daytoner um den Hashtag zeigt, wie weit wir noch davon weg sind. Und ich merke selber, wie ich mir die Finger wundsuche bei manchen Rennen.

In Le Mans sieht das schon viel besser aus, das Live Timing zeigt die Fahrer, Radio Le Mans macht einen Super Kommentar (!) und es gibt mehrere Kanäle (auch Onboard) als Live Stream in guter Qualität. Zusätzlich zum Fernsehen mit ebenfalls hervorragenden Kommentatoren (Eurosport).

Wenn man die Entwicklung zuende denkt, dann werden wir irgendwann für jedes Wochenende ein Motorsport-Highlight haben, das die Konkurenz in den Schatten stellt und unsere komplette Live Aufmerksamkeit verdient. Dadurch natürlich die Sponsoren-Engagements auf sich vereint ebenso wie die Top-Teams und Fahrer. Und es geschafft hat über die Kanäle hinweg die Fan-Diskussionen im Netz zu dominieren im Vergleich zu anderen Veranstaltern.

Da greift eins in’s andere und beschleunigt sich gegenseitig - es schließt sich der Kreis: es ist nicht mehr das Bewegtbild, das vermarktet wird.

Stattdessen wird der frei gestreamte Event vermarktet, da er mit Spannung die Zuschauer fesselt, die live rund um die Welt dabei sind. Nur Rennen, die wahrgenommen werden und Zuschauer erreichen, entsprechen einem Gegenwert. (Also jetzt mal als Business gedacht. Den Sportlern ist das egal, das Rennen ist aus deren Sicht sowieso immer spannend.)

Die ersehnten Zuschauer werden nur erreicht, wenn nicht gleichzeitig ein Rennen läuft, das “besser” ist - also “besser” im Sinne von komplett aufbereitet mit den Punkten von oben.

Das wird interessant und ich freue mich darauf, in naher Zukunft und teilweise auch jetzt schon internationaler aussuchen zu dürfen. Völlig ohne Motors TV oder sonstigem Pay TV. Das wird eine großartige Zeit für die kultigsten Rennen der Welt. Aber auch schwer für die Veranstalter, die unbeweglich bleiben. Für kleine Veranstalter auf der anderen Seite eine super Chance sich zu etablieren.

Noch ist alles im Fluß, die Veranstalter denken lokal, Geoblocking ist sogar beim Race of Champions im Einsatz - TV-Quoten sind noch das Maß der Dinge. Das wird sich bald ändern und wir sind dabei!

So viele Rennen, so wenig Zeit.


Samstag, 22. Dezember 2012

Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Donnerstag, 20. Dezember 2012

Manthey + Raeder!

Die Raeder Automotive GmbH wird im kommenden Jahr mit der Manthey-Racing GmbH verschmelzen. Ziel der Fusion, ist eine auf die Zukunft ausgerichtete Struktur, die einerseits die Kompetenzen zweier erfahrener Unternehmen bündelt und andererseits das Lebenswerk von Olaf Manthey sichert.

Das sind doch mal gute Nachrichten! Nachbarn werden sie bald sowieso - das freut mich sehr für alle Beteiligten!


Donnerstag, 15. November 2012

Ein Projektentwickler zusammen mit einem internationalen Hotelkonzern.

Ziemlich genau so klingt der Anfang vom Ende des Nürburgrings.

Und genauso steht das wörtlich im aktuellen Sauerlandkurier, ganz klein und schüchtern auf Seite 2 unten rechts.

Die Reizwörter Biggesee, Mediinvest, Kai Richter oder Edzard Plath tauchen nicht auf, reiner Zufall wahrscheinlich. Dafür aber “Lindner Hotels AG”. Ich kenn mich in der Gegend nicht aus, aber Attendorn ist Biggeseestadt:

goo.gl/maps/hnh4T

2.Anlauf?

Heute abend ist jedenfalls Informationsveranstaltung:

“Die Stadt Attendorn lädt zu einer Informationsveranstaltung über „Entwicklungen im Erholungsbereich Waldenburger Bucht“ am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr in die Stadthalle ein.”

Wäre ich Attendorner oder Biggeseeanwohner würde ich hochalarmiert heute abend dort in der Stadthalle sitzen. Mit SAVE THE RING T-Shirt.

Mediinvest gehört wohl ein 5 Hektar Grundstück an der Waldenburger Bucht. Seit dem denkwürdigen Auftritt im Mai 2011 ist es ruhig geworden um Edzard Andres Plath - also von den hektischen (?) tiefroten Unternehmensabschlüssen mal abgesehen. Damals hieß es noch

Ende mit Schrecken: Mediinvest wirft die Brocken hin.

Das war vor 1,5 Jahren in Olpe, aber Attendorn war auch schon beteiligt:

“Äußerst dünnhäutig zeigte sich gestern Abend Mediinvest-Chef Kai Richter. Er erklärte, keine Zukunft für das Gesamtprojekt zu sehen, weil eine ”unsachliche, an Personen statt an der Sache orientierte Diskussion“ entstanden sei.”

Siehe auch hier / hier und hier.

Wenn Kai Richter und Jörg Lindner kurz vor der Insolvenz ihrer NAG wirklich nichts besseres zu tun haben, dann läßt das ja tief blicken. So sehr ich mir auch wünsche, daß sie nach 5 Jahren Abwirtschaften dem Ring endlich den Rücken kehren, so sehr tut einem aber auch schon jeder leid, wo sie als nächstes aufschlagen. (Eine Ausnahme gibt es, könnt Ihr Euch sicher denken. Aber das werden wir wohl leider nicht erleben.)

Wenn man schon auf mich nicht hört, dann vielleicht auf die, die grade am Ring die Scherben zusammenkehren:

"Die Sanierer werfen den privaten Pächtern eine „verantwortungslose Interessenspolitik“ vor. „Hier werden Mitarbeiter, Veranstalter und die Region in Geiselhaft genommen“, kritisierte Nuvoloni. „Das ist eine Geschäftspolitik der verbrannten Erde.“


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt.

Das mit der Charme-Offensive vom Heissgetränke-Beauftragten am Samstag war wohl nur bedingt erfolgreich:

Sie sind noch gar nicht weg, da wird auf ihrer eigenen Facebook-Seite schon ihr Abschied besungen. “Netter Titel zum wörtlich nehmen”, schreibt da ein User auf der Nürburgring-Pinnwand und verlinkt dazu das Youtube-Video des Songs “You have to go”. Gemeint sind die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter. Ihnen gibt der kecke Facebook-User den Hinweis: “Nicht vergessen: Morgen ist Stichtag!” Inzwischen überbieten sich Nutzer damit, Musikvideos an die Nürburgring-Pinnwand zu posten. Von “Sag beim Abschied leise Servus”, einem Schinken aus dem Jahr 1932, über “Never Come Back” bis zum unvermeidlichen “Time To Say Goodbye.”

Steht in der WiWo. Dreht sich um den Abgang der NAG, der irgendwie immer noch nicht auf die Reihe kommt.

Das ist nämlich so:

“…im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt …”

Weiss zwar nicht wie sowas geht, aber steht in der FAZ - dann muss es ja stimmen.

Was haben die damals für ein Wind gemacht:

“In den zurückliegenden Monaten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft in diesem Sinne am Ring mit den jetzigen Pächtern nicht möglich ist, das Vertrauen in der Region und in der Mitarbeiterschaft ist aufgebraucht. Zudem bin ich als Sachwalter für das Land gezwungen, aus dem Umstand, dass die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt wurde, Konsequenzen zu ziehen. Ich habe deshalb heute dem Kabinett vorgeschlagen, die Nürburgring GmbH zu bitten, den Betriebspachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH sowie alle weiteren relevanten Verträge, insbesondere den Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel 1 Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring, unverzüglich außerordentlich zu kündigen.”

Nee iss klar, deswegen auch:

“… derzeit verhandeln die Ring-Pächter Lindner und Richter mit Formel–1-Boss Ecclestone, ein Ergebnis steht noch aus.”

Wenn jeder der NAG auf Facebook einen netten Gruß da läßt, dann will ich natürlich auch nicht fehlen:

Die Taschen voll, der Ring am Ende -
die schlimmsten Jahre der Legende.

Beton°geschwüre, Kitsch und Gier -
ohne euch war’s schöner hier.

Auch wenn der Müll noch lange steht:
geht nur, aber geht!


Dienstag, 09. Oktober 2012

Wer könnte besser über den Nürburgring diskutieren ...

… als Barbara Schleicher-Rothmund? Wahrscheinlich jeder. Trotzdem sitzt sie morgen in der Live-Runde vom Deutschlandfunk.

Die Dame fällt auf durch solche klugen Äußerungen:

Auch gute Nachrichten sind es wert, transportiert zu werden: Das Zukunftskonzept „Nürburgring 2009“ trägt inzwischen erste Früchte. Bereits im ersten Geschäftsjahr wird die Nürburgring Automotive GmbH eine Pacht in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro an die Nürburgring GmbH überweisen. Der Nürburgring bleibt also in der Erfolgsspur. Von dieser positiven Entwicklung am Nürburgring profitiert die gesamte Eifel.

Für mich gehört so jemand weggesperrt statt in eine Talkrunde.

Die Sendung Journal am Vormittag kommt morgen ab 10:10 Uhr aus Nürburg:

“Ein Mythos im Skandalstrudel - Welche Zukunft hat der Nürburgring?”

Wahrscheinlich hat sie sich auch nicht freiwillig gemeldet, sondern leider das kürzeste Hölzchen gezogen.

Als Vorbereitung für die Sendung empfiehlt sich wieder mal Wilhelm Hahne.


Montag, 03. September 2012

Rad am Ring 2013: Feindliche Übernahme.

Richter/Lindner (NAG) kapern dann mal Rad am Ring, hatte ich hier ja auch schon kurz. Daß die aber nichtmal davor zurückschrecken, WÄHREND der Rad am Ring Veranstaltung Banner-Werbung für ihre 2013 geplante eigene Veranstaltung zu machen, offenbart einen neuen Level von Skrupellosigkeit. Unter rad-und-run.de kann man sich bei der NAG schon für 2013 anmelden, Ausschreibung, Preis und Termin - alles fertig. Sogar den Sponsor BULLS haben sie übernommen. Ich werd mich hüten auf die #§&%$ zu verlinken.

Aus dem Rad am Ring Newsletter, wurde eben verschickt:

“Jubiläumsveranstaltung mit unappetitlichem Beigeschmack

Mehr als 10.000 Radsportler und Läufer feierten am Samstag und Sonntag erneut ein bemerkenswertes Breitensportfest bei Rad am Ring und dem Hochwald-Nürburgring-Lauf. Alleine 5.186 traten bei den 24-Stunden-Rennen in die Pedale und markierten damit einen neuen Teilnehmerrekord. Doch es gab nicht nur Grund zur Freude.

„Wir sind stolz auf das, was wir für unsere Teilnehmer geschaffen haben, die unseren Dank für ihren großen Anteil an diesem Erfolg verdienen”, berichten die Organisationsleiter Willi Schüller und Hanns-Martin Fraas. Jedes Rädchen der Veranstaltung, das von einem der insgesamt rund 500 Organisatoren und Helfern aus der Region rund um den Nürburgring gedreht wird, greift ins andere – und das von Jahr zu Jahr reibungsloser.

Einen unappetitlichen Beigeschmack bekam das Jubiläum durch die öffentliche Ankündigung der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), das Veranstaltungspaket Rad & Run am Ring im kommenden Jahr in Eigenregie organisieren zu wollen. Entsprechende Banner wurden während der laufenden Rad & Run am Ring-Ausgabe am Boxengebäude platziert sowie Plakate und Flyer gestaltet und aufgehängt.

Schüller und Fraas geben sich einerseits gelassen, anderseits kämpferisch. Dass die Automotive GmbH am Nürburgring nach 2012 überhaupt noch aktiv ist, ist laut Medienberichten eher unwahrscheinlich. „Für diesen Fall haben wir auch positive Signale von Insolvenz-Geschäftsführer Prof. Schmidt”, sagen Schüller und Fraas . „Sollte die NAG 2013 auf diesem Konfrontationskurs bleiben, haben wir ein starkes Bündel juristischer Möglichkeiten, uns gegen diese Trittbrettfahrerei zu wehren. Uns – wie geschehen - eine gemeinsame Zukunft vorzugaukeln und stattdessen zu versuchen, sich unser Know-how anzueignen und uns dann kaltblütig abzuservieren, halten wir für ein befremdliches Geschäftsgebaren, das wir weder menschlich noch juristisch akzeptieren werden.”

Die Erfahrungen aus 10 Jahren Rad am Ring liegen bei Schüller, Fraas und der „Rad am Ring”-Truppe. Die ist keinesfalls gewillt, nach zehn Jahren mühevollen Ackerns die Ernte von anderen einfahren zu lassen.

Herzliche Grüße Ihr “Rad am Ring”-Team”

Die mit denen noch Geschäfte machen sollte das eigentlich zu denken geben.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung greift auch das Thema auf: erfolgreiche Veranstaltungen werden von der NAG gekapert. Das wird natürlich gleich gesteinkühlert - war ja nicht anders zu erwarten. Die NAG Handlungen sind inzwischen so durchsichtig wie eine frisch geputzte Windschutzscheibe. Wem wollen die eigentlich was vormachen?

Am besten ist das hier:

“In den vergangenen Jahren gab es zum Teil erhebliche Kritik an der Veranstaltung, die auf den Betreiber des Nürburgrings zurückfiel. Das wollen wir in Zukunft verhindern.”

Ich weiß aus eigener Teilnehmererfahrung auch genau wann das besser war: in der Vor-NAG-Zeit.

Daß ausgerechnet jetzt der RC Herschbroich vorgeführt wird - die kleine Gemeinde Herschbroich ist eine von den 4 Ortschaften, die innerhalb der Nordschleife liegen.


Freitag, 31. August 2012

FAZ: Die wollen Autos, Boxengasse und Bratwurst – mehr nicht.

Dieser Nürburgring Hintergrund-Artikel ist gestern in der FAZ auf Seite 3 (Politik) erschienen:

Auf der Titelseite wird das so beschrieben:

“Mit Vollgas ins Ungewisse
Das Dorf Nürburg in der Eifel lebt seit über 80 Jahren vom Rennsport. 1927 wurde der Nürburgring eröffnet, nun ist die Nürburgring GmbH pleite und die Zukunft des Rings ungewiss.”

Um gründlich für den Artikel recherchieren zu können ist die Journalistin Anna Hansen-Nootbaar letztes Wochenende 3 Tage am Ring unterwegs gewesen, um Stimmungen einzufangen - ich durfte auch zu Wort kommen. Sie hatte übrigens auch die Ehre als eine der ersten das fertige Männerpuzzle probezusitzen!

Was ich spannend fand, wie wirkt das Ganze auf jemand, der noch nie am Ring war und sich selber ein Bild macht?

Das Resultat und die wie ich finde gut gelungene neutrale Momentaufnahme könnt Ihr auch online hier nachlesen:

FAZ 30.Aug.’12, Nürburgring - Ein Ring, sie zu knebeln


Dienstag, 28. August 2012

10 Jahre Rad am Ring - Weiterführung ungeklärt. Wie so vieles am Ring.

Kommendes Wochenende ist wieder Rad am Ring und da war ich ja auch schon ein paarmal dabei. Auch beim allerersten Mal 2003:

Da sind wir mit 31 (oder so) 4er Teams in’s 24h-Rennen gestartet. Ist ‘ne Weile her, damals waren sogar die Schilder noch grün:

(Wenn mich nicht alles täuscht ist das der Fabian Sigwart?)

Dieses Jahr dann also die 10.Veranstaltung mit dem RC Herschbroich und es werden 11.000 Sportler erwartet.

Hat sich ganz schön gemausert. Und das weckt natürlich Begehrlichkeiten, könnt Euch schon denken bei wem. War ein großer Artikel gestern in der Rhein-Zeitung:

Da steht:

“Die Zukunft ist noch offen. Denn im Mai teilten die amtierenden Pächter Richter und Lindner (..) mit, dass sie das Ding künftig selbst übernehmen wollen. (..)

Es gibt bislang noch keinen bestätigten Termin und keinen neuen Vertrag für 2013.

Willkommen im Club!

UPDATE:

Der Rad am Ring Artikel ist jetzt auch online verfügbar.


Samstag, 11. August 2012

Kurt Filzland-Beck und die böse EU Kommission.

Am 16.Mai 2012 veröffentlicht die Staatskanzlei über die Sprecherin der Landesregierung Monika Fuhr die Zwischenbilanz zu “Ein Jahr rot-grün”:

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, am Nürburgring zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die Kündigung der bisherigen Pächter am Nürburgring war ein wichtiger und richtiger Schritt auf diesem Weg. Alle weiteren Maßnahmen werden wir in enger Abstimmung mit der EU-Kommission durchführen.”

Alle weiteren Maßnahmen kann natürlich alles mögliche sein, aber am 12.Mai - also 4 Tage früher …

“… erging an die Beratungsfirma Ernst & Young der konkrete Auftrag, den Antrag auf Rettungsbeihilfe vorzubereiten. Das Unternehmen hatte Mitte April in einem Papier auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das sagte gestern der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Christoph Gehring, auf Anfrage.”

Steht in der RHEINPFALZ von gestern.

Die Zeitung hat sich mal die Mühe gemacht, die Zeitabläufe rund um das Thema EU Kommission und Nürburgring Insolvenz auseinanderzubröseln - ist ein lesenwerter Artikel, der sich nicht mit den sonst üblichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt.

Am 15.Mai wurde der Nürburgring nämlich schon einmal “gerettet” und durch Aussetzung von Krediten die Insolvenz abgewendet. “Toleriert” von der EU sagt die Regierung.

Das sieht die EU anders und hat letzten Dienstag (7.Aug.) entschieden diese Rettungsaktion vom 15.Mai in die große Prüfung (siehe Beschluss der EU vom 20.März 2012) mit einzubeziehen.

(Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Thema Nürburgring beschäftigen möchte, sollte die 52 Seiten des EU Beschlusses SA.31550 aufmerksam lesen - ich habe den Eindruck, das haben viele Leute die laut mitreden noch garnicht gemacht. Ist schwer verdaulich, aber erhellend.)

Jetzt gibt es also schon 2 Case Numbers in Brüssel für den Ring, SA.31550 und SA.34890. (Ich schätze SA steht für “State Aid”.)

Und die Regierung so? Auf der Pleitekonferenz am 18.7. - also komplett 2 Monate später (!!) - gab es deutliche Worte in Richtung Brüssel, sogar per Pressemitteilung:

Die Rettungsbeihilfe hatte dazu dienen sollen, die Liquidität der Nürburgring GmbH vorläufig und für einen begrenzten Zeitraum (sechs Monate) zu sichern. Das Ausbleiben der Genehmigung vor Ende Juli 2012 wird, wie der Kommission bekannt ist, zur Insolvenz der Nürburgring GmbH und ihrer Tochtergesellschaften führen.

oder via Kurt Beck:

“Das ist eine Vorgehensweise der Europäischen Kommission, die ich für bedenkenswert halte. (..) Und auf einmal sind wir in diese Schere geraten, dass man nicht entscheidet, nicht entscheiden auf der europäischen Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für das Land Rheinland-Pfalz.

… der mit einer schauspielerischen Glanzleistung die Opferrolle besetzte:

“Das ist eine bittere Wahrheit und es ist ein Stück Rechtsgeschichte. Weil keine Entscheidung getroffen wird, ist das in der Wirkung so, als würde negativ entschieden. In Deutschland würde es Rechtsmittel dagegen, in der EU gibt’s keine. In Deutschland wäre das ein klarer Verfassungsverstoß, wegen der Vermutung eines Fehlverhaltens einen solchen Schritt zu gehen.”

Eveline Lemke:

“Ich erwarte, dass uns geholfen wird. Ich möchte, dass mit gleichen Maßstäben gemessen wird. Wir wären ja in der Lage, uns selbst zu helfen, wenn man uns lässt.”

Carsten Kühl:

“Die ISB muss die Bürgschaft nun ziehen. (..) Das Land hat für ein solches Szenario eine Rückstellung von 254 Millionen Euro gebildet.”

(Eine Bürgschaft, die es laut Clemens Hoch ja garnicht gibt und was es mit der “Rückstellung” auf sich hat, siehe gestern.)

Jetzt könnte man ja meinen, bei der Nürburgringkirmes hat sich die Regierung mitlerweile so verrannt, daß sie garnicht anders mehr kann als hilflos rumzurudern. Das ist zwar so richtig, aber was mich dann doch überrascht, die haben da noch mehr Sachen bei denen in Brüssel laufen. Und was einen vom Hocker haut: das könnten Kopien der Nürburgring-Saga sein.

Sowohl in Hahn, als auch in Zweibrücken, laufen State Aid Untersuchungen:

  • SA.32833 - Flughafen Frankfurt Hahn, Verfahren eröffnet am 17.Juni 2008
  • SA.27339 - Flughafen Zweibrücken, läuft ab 22.Januar 2009.

Genau wie beim Freizeitpark sind auch hier ISB bzw. Liquditätspool mit im Spiel und - Überraschung - die Antworten kommen nicht bei.

“Nachdem das Land Rhein­land-Pfalz Mehrheitseigner der FFHG geworden war, wurden deren langfristige Darlehen im Laufe des Jahres 2009 durch die ISB umgeschuldet”

”.. werden die ISB-Darlehen durch eine Garantie des Lan­des Rheinland-Pfalz besichert.”

“Gegenstand der Beschwerde sind die angeblichen Infrastruktur- und Betriebsbeihilfen zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH und die Zweifel an der Erforderlichkeit der Flughafens Zweibrücken, der sich 39 km entfernt vom Flughafen Saarbrü­cken befindet. Ferner hat die Kommission auf der Grundlage der ihr vorliegen­ den Informationen beschlossen, auch die folgenden Aspekte zu prüfen: die ermäßigten Flughafenentgelte, die Germanwings, TUIfly und Ryanair für die Nutzung des Flughafens Zweibrü­cken zahlen; die Marketingvereinbarungen zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Airport Marketing Services Limited; einen staatlich besicherten Kredit und eine Kreditlinie zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH.”

usw. usw.

Wenn man die Beschlüsse durchliest, bekommt man ein Déjà Vu nach dem anderen. Und die Bezeichnung “Verfahren” gleich eine andere Bedeutung.

Dieses Amtblatt der EU beinhaltet 4 Fälle: 3 aus Rheinland-Pfalz und 1 aus Italien.

3:1

Gegen Kurt Beck sieht selbst Silvio Berlusconi alt aus.


Freitag, 27. Juli 2012

Die Sueddeutsche bleibt am Ball ...

… ... und lässt Kurt Beck nicht so leicht vom Haken.

Von heute:

Revolte gegen König Kurt

Wie ich hier auch schon gesagt habe:

Die Zukunft der Nordschleife ist umgekehrt proportional zu Kurt Beck’s politischer Karriere.

Was hat der Mann mit seinem Gefolgsleuten für einen Schaden angerichtet rund um Nürburg.

Kai Richter wird auch zitiert und fühlt sich unfair behandelt, hoffentlich bekommt er bald seinen Prozess.

UPDATE:

Die FAZ hat auch was zum Thema:

SPD in Rheinland-Pfalz, Im Blutrausch der Rücktrittsforderung

“(..) wird in der SPD-Führung jedoch gespannt abgewartet, wie Beck dieses auch ihn persönlich treffende Misstrauensvotum von 31 Prozent verkraftet und ob die bis jetzt geschlossen schweigende Partei weiter still hält.”

Ich fürchte die wachen erst auf, wenn sie unten aufschlagen.

UPDATE:

… und die Rhein-Zeitung:

Ring-Pleite: Becks SPD stürzt ab

UPDATE:

Allgemeine Zeitung / Markus Lachmann:

“Ob Beck das Nürburgring-Fiasko politisch überlebt, steht noch nicht fest. Mittlerweile wird überregional in Medien über die Pleite am Ring berichtet - Tenor: Die Landesregierung habe schon 2010, als sie das „Rettungskonzept“ für den Nürburgring strickte, gewusst, was auf sie zukommt. Gut für Beck und die SPD: Bis zur Wahl sind es noch knapp vier Jahre. Man hofft vermutlich auf die Vergesslichkeit des Wählers. Dennoch: Das Drama am Nürburgring ist ein Mehrakter. Als nächstes steht wohl ein Prozess gegen frühere Verantwortliche an. Vorwurf: Untreue im Zusammenhang mit der Ring-Finanzierung. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die CDU den nächsten Untersuchungsausschuss zum Nürburgring einrichtet. Aber das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Noch nicht.”

Daß die da lapidar von “einpreisen” reden wie bei einem Börsenkurs, das kann einen schon wütend machen. Hoffentlich kommt der Prozess bald! Und gründlich!

UPDATE:

Kommt ja immer mehr, Badische Zeitung:

Insolvenz des Nürburgrings: König mit Problemring.

UPDATE:

Kommentar von Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Doch wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für den ganzen Schlamassel? Niemand, weil die potenziellen Nachfolger Becks noch nicht aus der Deckung wollen? Oder geht der Ministerpräsident noch einmal in sich und überlegt, ob ein klarer Schnitt nicht etwas Befreiendes für die rheinland-pfälzische SPD haben könnte? Sagen wird ihm das niemand. Darüber nachdenken werden viele.”


Mittwoch, 25. Juli 2012

Mit den aktuellen Schlagzahlen der Nürburgring Meldungen ...

... kann man heute kaum noch Schritt halten.

Ich versuch’s mal in groben Zügen:

Los ging’s mit einer Pressekonferenz der Insolvenztruppe, die im Lindnerhotel (!) gehalten wurde. Und da waren einige Überraschungen dabei:

  • Seit gefühlten 20 Jahren gibt es wieder eine Pressemitteilung der Nürburgring GmbH. Die hat sich bisher ja aus allem rausgehalten und sich vornehm auf die Aufgaben als “Besitzgesellschaft” reduziert.

  • Was jetzt ziemlich paradox ist, weil die ebenfalls das Nürburgring Logo benutzen. Also einer von beiden - NAG oder NG - benutzt es rechtswidrig, ich wüßte auch schon wer. Ist da eigentlich auch Schadensersatzanspruch geplant?

  • Es gibt wieder mal einen neuen Geschäftsführer (Thomas Schmidt, Trier) und einen Sachwalter (Jens Lieser, Koblenz). Die beiden inszenieren sich mit Hilfe einer ebenfalls neuen PR Bude (Krisen-PR, das ist Dederichs Reinecke auch - Steinkühler sowieso).

  • Gaaanz bedeckt gibt sich die Landesregierung. Die ganze Inszenierung halte ich für die Ausrede-Strategie im Stile von: “Da können wir jetzt nichts machen, da müssen wir die Auflagen der Insolvenzverwalter befolgen.” Genauso wie die Grünen nach Machtübernahme sich mit “Da müssen wir uns an den Koalitionsvertrag halten” aus der Verantwortung gestohlen haben.

  • Zitat aus der PM: “Nur so wird es in Zukunft gelingen, die Attraktivität dieses traditionsreichen Standortes mit seiner bestehenden Infrastruktur aus Hotels, Gastronomie, Freizeit- und Erlebnispark in einer strukturschwachen Region zu erhalten.”

HALLO?? RENNSTRECKE?? Au Mann, das wird noch bitter.

Womit dann jetzt endgültig das nächste (letzte?) Kaptitel des Drehbuches Nürburgring Privatisierung in 5 Jahren eingeläutet wäre. Was mich an dieser groß angelegten Volksenteignung am meisten wundert: daß die Leute es mit sich machen lassen - oder für ein paar Krümelchen vom Tisch dabei mithelfen. Wi-der-lich.

Der “Wirkliche Neuanfang” sieht dann erstmal so aus, daß die NG das Ganze in Eigenverwaltung durchzieht und so wichtige Gläubiger wie “Ja zum Nürburgring” nicht zur Gläubigerversammlung zugelassen werden. Super.

Und wie es weitergehen soll, wissen die beiden auch schon: Vermarktungskonzept aus einem Guss. Mir bluten die Ohren, so oft mußten wir uns das die letzten Jahre anhören.

Was der Ring braucht wäre mal ein richtiges Aufräumen - also inklusive Ausmisten. Und dann Leute, die wissen was der Unterschied zwischen einer “Infrastruktur” und einer Rennstrecke ist. Ganz besonders einer so historisch bedeutenden.

Der Volksfreund schreibt:

Die Nürburgring GmbH (NG) gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Kreis Ahrweiler. Seit Mai 2010 ist die NG nur eine Besitzgesellschaft und Verpächterin der Formel-1-Rennstrecke und weiterer Einrichtungen wie Freizeitpark, Hotels und Geschäfte. Die NG beschäftigt 30 Mitarbeiter.

Die Nordschleife wird schon garnicht mehr erwähnt, was für ein Trauerspiel.

Hier sind auch die offiziellen Insolvenzbekanntmachungen:

Und noch ein paar Links:


Dienstag, 24. Juli 2012

Erinnert Ihr Euch an den DSK?

Der DSK, der dem Walter Kafitz die Füße geküsst hat für einen Tag freies Fahren? Und der sich nichtmal zu schade war, das sogar bei der NAG zu machen?

Und dessen Mitgliederschwund ich hier mal aufgegriffen habe und vom “Präsidenten” des Vereins dazu Stellung genommen wurde?

(..) Und wenn ich sehe, was im Rahmen der Konjunkturpakete so alles verbuddelt oder hingeklotzt wird, dann brauchen wir uns als Motorsportler eigentlich nicht zu beschweren. Schlimmer wäre es, wenn der Ring nichts abbekommen hätte.

Daß es einen ganze Reihe von Ring-Fans (wie wir es ja auch sind) gibt, die sich über den Finanzskandal und die Machenschaften hinter den Kulissen ärgern, verstehe ich sehr gut. Allerdings bin ich persönlich halt ein Pragmatiker:

Jetzt ist das Zeugs da, wir fahren gern auf dem Ring - laßt uns versuchen, das Beste daraus zu machen. Die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich, denn bei uns steht die Freude am Motorsport und der Spaß am sportlichen Fahren im Mittelpunkt.

Der laßt-uns-das-Beste-draus-machen-Spaß-haben-und-Pragmatiker-DSK?

Jetzt wo die Pleite nicht mehr weggeleugnet werden kann, wird sich - festhalten - POSITIONIERT:

Positionspapier des DSK zur Zukunft des Nürburgrings

Alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden müssen zugunsten der Zukunft des Nürburgrings ihre Grabenkämpfe beenden und sich konstruktiv bei der Entwicklung von Lösungen einbringen. Uneinsichtige Streithähne sind durch erfahrene und ergebnisorientierte Macher zu ersetzen. (..)

Nein, das geht sogar noch weiter, aber ich bring’s nicht fertig, das hier zu posten.

Ganz grotesk formuliert in einer Kombination aus “man muß” und Befehlsform: müssen - sind .. zu ersetzen - ist … weiterzuentwickeln - muss … gestaltet werden - ist … unabdingbar - müssen … verhandelt werden … - usw.

Nicht den Hauch der Spur einer Einsicht, daß man durch die selbstgewählte Schosshündchen-Rolle das Disaster mitzuverantworten hat. Und statt auf die Barrikaden zu gehen, wie es sich die ausgetretenen Mitglieder gewünscht hätten, gehorsam mit den Wölfen geheult hat.

Der DSK sieht sich selbst als die “europaweit größte Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsport-Fans” und gibt an 13.000 Mitglieder zu haben.

Wer sich bei dem “die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich” nicht mehr wiederfindet ist übrigens in guter Gesellschaft.


Samstag, 30. Juni 2012

Chaos, Kirmesmeile, FIA-Fristen: Offener Brief von ADAC Präsident Peter Meyer an Kurt Beck.

ADAC Präsident Peter Meyer schreibt - breits zum zweiten Mal! - einen offen Brief an Kurt Beck:

29.06.2012

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Beck,

mit Sorge betrachtet der ADAC die aktuelle Entwicklung am Nürburgring und seine damit zusammenhängenden Motorsportveranstaltungen.

Hintergrund ist die ungeklärte Pachtsituation zwischen der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH und der privaten Pächterin des Nürburgrings, der Nürburgring Automotive GmbH. Die damit verbundenen Planungsunsicherheiten für Motorsportveranstaltungen haben gravierende Auswirkungen, denn die Frist für die Anmeldung Internationaler Motorsportveranstaltungen bei der internationalen Motorsportbehörde FIA in Paris endet am 31. Juli 2012, die nationale Frist beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) in Frankfurt läuft am 13. August 2012 ab. Veranstalter wie der ADAC brauchen daher umgehend Rechts- und Planungssicherheit.

Der ADAC erwartet deshalb von der Landesregierung, dass sie schnellstmöglich dafür sorgt, dass rechtsverbindliche Verträge mit eindeutigen Zusagen für die Ausrichtung all seiner Motorsportveranstaltungen, wie zum Beispiel für das ADAC Zurich 24h-Rennen oder den Int. ADAC Truck-Grand-Prix kurzfristig geschlossen werden können. Dabei geht der ADAC davon aus, dass Sie, Herr Ministerpräsident, umgehend einen kompetenten Entscheidungsträger benennen, der zunächst die angemeldeten Veranstaltungstermine bestätigt, in der Folge die vertraglichen Konditionen verbindlich mit dem ADAC verhandelt und somit die notwendige Rechtssicherheit geschaffen wird.
Dabei kann es sich beim künftigen Vertragspartner nicht um die gekündigte private Pächterin Nürburgring Automotive GmbH handeln, denn diese wird entweder zeitnah freiwillig oder zukünftig gezwungenermaßen den Nürburgring zurückgeben müssen.
Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz muss endlich klare Verhältnisse schaffen, ansonsten wird es zumindest 2013 keine großen ADAC Motorsportveranstaltungen am Nürburgring geben. Dies würde nicht nur wirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe für die Region bedeuten, sondern auch weitere Arbeitsplätze gefährden.

Nach Auffassung des ADAC muss der Nürburgring als Sportstätte ohnehin öffentlich-rechtlich mit dem klar definierten Auftrag als Infrastruktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft betrieben werden, um so für die Region und für eine Vielzahl von Veranstaltungen wieder attraktiv zu sein.

Ich bin sicher, dass es nicht in Ihrem Interesse liegt, den Ring zu einer Kirmesmeile verkommen zu lassen. Deshalb fordere ich Sie auf, den Nürburgring zur Chefsache zu machen, das Chaos zu beenden und so auch in Zukunft professionellen Motorsport sowie bezahlbaren Breitenmotorsport möglich zu machen.

Geben Sie, Herr Ministerpräsident, eine klares Votum für die Region, für den Motorsport und für den Breitenmotorsport am Nürburgring ab.

Aufgrund des oben erwähnten Termindrucks erwarte ich gern Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

 
Peter Meyer

Die Medien greifen das auch auf, z.B. Rhein-Zeitung, dort gibt es auch den Brief als PDF, Rheinpfalz oder Volksfreund.

Was mich bei der Berichterstattung ein bisschen stört ist, daß es jetzt so dargestellt wird, als würde der ADAC drohen. Ich mein - was soll er denn machen? Ohne Verträge keine Rennen. Komische Drohung.

Hoffentlich drückt da bald in Mainz mal jemand den Startknopf! Die scheinen Beamtenmikado zu spielen.


Donnerstag, 10. Mai 2012

Nordschleife - aber sicher!

Marc Hennerici hat sich Gedanken über die Zukunft auf der Nordschleife gemacht und besonders die aktuelle Entwicklung der GT3 macht ihm Sorgen. Seine Gedanken möchte er der Diskussion stellen und hat alles ordentlich in ein Dokument gegossen:

Sicherheitskonzept Nordschleife (Marc Hennerici)

Find ich super, daß er sich die Mühe gemacht hat und uns/mir das ausgerechnet heute - an seinem Geburtstag - zuschickt. Aktuell ist er auf der Autobahn, kommt grade zurück vom Testen aus Navarra.

Eigentlich würde schon eine Eigenschaft reichen, um ihn Nordschleifen- und Motorsport Experte zu nennen:

Im Kommentareforum hab ich mal ein Thema aufgemacht.

Das ist übrigens deswegen nicht öffentlich, damit a) Eure Kommentare nicht gegoogelt werden können und b) uns nicht wieder irgendein Anwalt auf’s Dach steigt. Vor dieser traurigen Episode war das noch anders.


Dienstag, 01. Mai 2012

Ein besonderer Tag für Kai Richter und Jörg Lindner.

Jörg Lindner:

Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.

Wir freuen uns darauf, diese große gestalterische und operative Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nürburgring wollen wir ein verlässlicher und engagierter Partner für Veranstalter, Dienstleister, Kooperationspartner und die Eifel-Region sein.

Meinte er allerdings nicht heute, sondern vor 2 Jahren am 26.März 2010.

In der Zeitung heute so:

Das Kabinett habe daher beschlossen, die Pächter vom Ring zu klagen.

und:

Land will Nürburgring zurück

Streitwert Räumungsklage: 17 Mio. Euro, direkt mal bei Gericht zu bezahlen: 230.000 Euro.

Am Tag 84 der NAG Kündigung.


Donnerstag, 19. April 2012

Nach der Restsprechung des Gerichts sind deratige Betriebsbeihilfen nicht mit dem Binnenmarkt vereinbar.

Meint nicht irgendwer, sondern die EU Kommission. Und zwar BEVOR der Verantwortliche des Desasters diesen Auftritt im Fernsehen hatte und dreist verbreitet:

“Landesmittel sind NICHT geflossen bisher!”

Da kann man gut sehen, was für ein [hier-passende-Charakterqualität-einsetzen] der Kurt Beck doch ist.

Wilhelm Hahne hat sich heute die Mühe gemacht die Konsequenzen zusammenzutragen, die man in Mainz einfach nicht wahrhaben will:

“Am weitetesten fortgeschritten scheint aus meiner Sicht das Beihilfeverfahren zu sein. Die von der EU dort gesammelten Fakten wiegen so stark, dass die Regierung Kurt Beck hier keine Möglichkeit haben wird - mit welchen Tricks auch immer - den Konsequenzen zu entkommen.

Die sind allerdings tragisch, wenn man sie aus Sicht der Nürburgring GmbH empfindet: Die nämlich müsste alle Beihilfen zurückzahlen, ginge praktisch unrettbar in Konkurs und würde – wie Fachleute das nennen - „abgewickelt werden“. Der Staat könnte da nicht wieder helfend einspringen. - Aus! - Vorbei!

Die Zukunft des Nürburgrings, der Nordschleife, des GP-Kurses und des inzwischen angestauten „Anhangs“ (eine Achterbahn die nicht läuft, Lokalitäten die vom Schimmel befallen sind, und, und, und) ist also mehr als ungewiss. Auch das Schicksal der Mitarbeiter, über das immer nur dann gesprochen wird, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. - ver.di sollte jetzt schon mal darüber nachdenken!

Leider wieder einer jener Zeitpunkte, an dem man sich der Leute erinnert, die uns dieses Denkmal der geistigen Umnachtung vor die Nase gesetzt haben :/


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Sonntag, 01. April 2012

Kurt Beck im ZDF zum Nürburgring: keine Landesmittel geflossen und hunderte von Arbeitsplätzen entstanden.

Kurt Beck war am Donnerstag (29.März) im ZDF zu Besuch bei Maybrit Illner’s Talkrunde und siehe da: auch der Nürburgring wurde angesprochen. Das Thema am Abend war ausgerechnet “Sparen” und Kurt Beck’s Aussagen zum Thema waren so bemerkenswert, daß ich mir die Mühe gemacht habe sie abzuschreiben. Hier ist der Link zur Sendung, ab 47:30 geht’s los.

Das ist der Mann, der soviel Leid und Elend in die Eifelregion und zu den Nürburgringfans weltweit gebracht hat und immer noch selbstherrlich seine irre Realtitätsferne und den Größenwahn vor den Fernsehzuschauern verteidigt.

Maybrit Illner: Herr Beck: der Landesrechnungshof hat das grade nochmal alles bestätigt - das Land Rheinland-Pfalz hat eine Menge Geld ausgegeben für den Nürburgring. Fehlt das anderswo und wenn ja: wo?

Christopher Lauer: Schlecker?

(Publikum Gelächter.)

Christopher Lauer: Ich hab nichts gesagt …

Kurt Beck: Bisher haben wir überhaupt kein Geld dafür ausgegeben, sondern die Gesellschaft, die den Nürburgring trägt. Jetzt ist die Frage, ob man das rentabel kriegt oder nicht.

Der Nürburgring ist gebaut worden 1928 in der Eifel, wo nicht viel los ist, damit dort Arbeitsplätze hinkommen. Es ist zu Zeiten von Bernhard Vogel investiert worden zu 100% aus Steuermitteln.

Wir versuchen jetzt ein Teil, daß der sich refinanziert. Da haben wir einige Schwierigkeiten in der Umsetzung, das ist richtig, aber wir werden das in den Griff bekommen.

(Das ist Christopher Lauer, @schmidtlepp, Piraten)

Kurt Beck: In dieser Region in der Eifel nichts zu tun hieße eben, daß wir die ganzen Unternehmen, die auf Tourismus aufgebaut sind ecetera dort natürlich mit einem wichtigen Impuls nicht mehr versehen. Also so einfach ist es nicht, wie es dargestellt wird. Es gibt gelegentlich auch mal Probleme mit einem Projekt, das ist garkeine Frage, aber das kriegen wir in den Griff und darüber hinaus …

Einwurf Maybrit Illner: … darf ich nochmal zitieren, der Landesrechnungshof sagt bis 2030 - also die nächsten 2 Jahrzehnte - drohen dem Land in der Eifel Fehlbeträge von 210 Millionen Euro.

Kurt Beck: Das ist eine solche Rechnung wie wenn man das an dem Theater über das wir grad geredet haben hochredet. Wenn sie Infrastrukturprojekte zu 100% refinanzieren und die Abschreibung refinanzieren wollen, dann kommen sie auf solche Zahlen. Das ist bei Infrastrukturprojekten NIE der Fall.

Oder - sie müssen sie ja nicht machen als staatliche Gesellschaft, wenn’s ein Privater machen würde - wir haben ja einen Privaten als Betreiber dort - das macht man, damit Geldströme und Menschen in eine Region kommen - und das macht man an ganz vielen Stellen - das gibt’s bei uns an 600 Stellen - wo vorher Kasernen und Militärflugplätze waren … vorbildlich gelungen und an einer Stelle haben wir ein Problem in der Umsetzung …

Christopher Lauer: Haben Sie an allen Stellen 330 Millionen investiert oder ist das jetzt hier nur an der einen Stelle?

Kurt Beck: Ich hab’s ihnen grade erklärt, wenn sie zugehört hätten, könnten sie zumindest die Frage …

Christopher Lauer: Ich hör die ganze Zeit zu.

Kurt Beck: Nein, sie können jetzt nicht zugehört haben …

Chritopher Lauer: Doch.

Kurt Beck: … ich habe ihnen grade gesagt, daß eine Gesellschaft - die Nürburgring Gesellschaft - das investiert hat. Das ist eine 90%-ige Tochter des Landes und Landesmittel sind NICHT geflossen bisher! Ich sage nur, daß in der Zukunft man sehen muß, was ordnet man dem Infrastruktureffekt zu und was ist eben wirtschaftlich hereinzuholen durch Pachten und Mieten für die Hotels und das was dort gestanden ist.

Christopher Lauer: Was ist denn da zu holen?

Kurt Beck: Das sind wir grad dabei das hinzukriegen und nach unserer Rechnung - nach unserer Rechnung - ist ein Löwenanteil dessen hereinzuholen.

Christopher Lauer: Irre.

Kurt Beck: (wird laut) Ja sie sagen “irre” - sie haben doch KEINE Ahnung jetzt wovon sie reden. Entschuldigung: wieso nennen sie das irre? Sagen sie das mal. Es sind hunderte von Arbeitsplätzen dort entstanden - auch wenn’s ein Problem gibt - warum ist denn das irre?

Christopher Lauer: Der Herr Beck der Unterschied zwischen uns …

Kurt Beck: Nicht alles was man nicht weiß kann man beurteilen!

Christopher Lauer: Herr Beck, ich glaub der Unterschied zwischen uns beiden ist, daß ich wirklich zu meinen Lücken hier offen stehe und garnicht den Eindruck erwecke ich hätte davon Ahnung - sie es noch immer verzweifelt tun. Und das ist der Witz. Ich finde es bemerkenswert, wie sie auf die Piraten hier zum Beispiel draufhauen - wie sie auf uns hier irgendwie draufhauen - und so naja und BGE und sie haben von Schlecker keine Ahnung - und lalalalala - und dann mit so einer Leichtigkeit - ja - ach - 210 Millionen - ja - das hat der Rechnungshof jetzt hier gemacht - das erklärt dann auch einiges - wie gesagt, vielleicht haben sie ja auch Recht - ich konnte ihnen wie gesagt folgen - verstanden habe ich es noch immer nicht - aber ihre Wähler und Wählerinnen und Bürger von Rheinland-Pfalz finden das bestimmt großartig …

Kurt Beck: Sie haben mich auf jeden Fall die Wähler schon fünfmal wiedergewählt.

Christopher Lauer: Vielleicht war das ein paarmal zu oft.

Maybrit Illner: Herr Beck, vielleicht können wir die …

(Publikum lacht höhnisch.)

Kurt Beck: (zu Christopher Lauer) Ihre Arroganz wird ihnen auch noch vergehen, das versprech ich ihnen. Wenn sie mal ernsthaft versuchen Politik zu machen und für die Menschen da zu sein, statt so’n Schnickschnack von sich zu geben, dann werden sie mal erleben, wie schwer dieser Job ist. Glauben sie mir das.

Christopher Lauer: Ja.

Kurt Beck: … wie schwer dieser Job ist.

Christopher Lauer: Mach ich gerne. Mach ich gerne.

Kurt BeckIch hab ‘ne ganze Nacht wieder hinter mir - mit anderen telefoniert, um Schlecker zu retten.

Christopher Lauer: Hat gut funktioniert, ne?

Kurt Beck: Ja es hat nicht funktioniert wegen der FDP.

Christopher Lauer: Ja, iss ok.

Kurt Beck: Aber glauben sie mir, das war …

Christopher Lauer: Ja, immer die anderen.

Kurt Beck: Glauben sie mir, daß man da lustig ist, wenn man mit den Betriebsräten von Schlecker geredet hat - jetzt - und die Frauen VÖLLIG VERZWEIFELT SIND und da kann ich nicht so’n Schnickschnack mitmachen und jetzt heute abend hier lachen und lächeln.

Mir geht’s DRECKIG, weil’s tausenden von Menschen dreckig geht, denen wir hätten helfen können. Deshalb bin ich zornig und wütend und deshalb bin ich auch engagiert und innerlich empört und da kann ich so’n Schnickschnack einfach nicht ertragen - das sag ich ihnen.

(Kurt Beck lehnt sich zufrieden zurück, Publikum applaudiert.)

UPDATE:

Weil hier grade Leute von außerhalb - also aus dem Nicht-Nürburgring Dunstkreis - landen bzw. entern, ganz knapp eine kleine Executive Summary:


Donnerstag, 08. März 2012

N-Forum meets Bundesverfassungsgericht.

Das sieht lustig aus, wenn man Spiegel Online anklickt, und da das markante 20832 Layout zu finden ist - inklusive N-fiziertem Schubert Z4:

www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,818419,00.html

Verfassungsbeschwerde - Blogger kämpft fürs Laienprivileg

Sollten Blogger Journalisten gleichgestellt werden? Nein, findet Mike Frison. Aus gutem Grund: Wegen eines alten Zeitungsartikels in seinem Forum wurde er zu einer Unterlassungserklärung verdonnert, obwohl er den Text auf Aufforderung entfernt hatte. Jetzt zieht er vor das Bundesverfassungsgericht.

Muß ich doch direkt auch mal ‘nen Screenshot machen:

Der Grund für den Artikel ist allerdings weniger lustig, denn es geht nach wie vor um die Einstweilige Verfügung, die von Kai Richter / Mediinvest gegen das N-Forum und mich ergangen ist. Und zwar vor über einem Jahr am 7.Feb.2011.

Hier habe ich das ja alles im Detail dokumentiert:

20832.com/prozess

Ich bin nach wie vor fest überzeugt Nichts Unrechtes getan zu haben und durch die widersprüchliche Begründung der Urteile hat sich die Möglichkeit der Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ergeben.

Jetzt haben wir soviel Ärger hinter uns, da kommt es auf das Bisschen auch nicht mehr an. Die Kosten sind durch Eure Spenden gedeckt und wer weiß - vielleicht holen wir ja doch noch den Gesamtsieg! Echte Racer geben so schnell nicht auf ;)

Ich hoffe auch etwas beitragen zu können für die Rechtssicherheit von anderen Foren und Bloggern, damit solche Einschüchterungsversuche vielleicht in Zukunft viel schneller im Sande verlaufen.

Jetzt erstmal Daumen drücken, daß die Beschwerde zugelassen wird und wir das Ding gewinnen! :D


Dienstag, 28. Februar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: so könnte ich mir das vorstellen.

Tyrol Equity und der Unternehmer Udo Wendland wollen sich bei BBS künftig auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Leichtmetallrädern für den OEM- und Tuning-/Aftermarket konzentrieren.

PS: nach der Kündigung kam das Angebot diese aufzuheben, dafür gäb’s dann zwei Monate gratis. Da bin ich ja nochmal extrafroh das gemacht zu haben, wenn man als Mitglied erst interessant wird, wenn man sich verabschiedet.


Freitag, 10. Februar 2012

Den Unterschied zwischen Nürburgring und Freizeitpark verständlich erklärt.

Es ist dauernd die Rede davon, wie schlimm es um den Nürburgring steht. Dabei ist der Nürburgring eine Rennstrecke - und zwar die schönste der Welt!

Richtig schlimm ist aber das, was Kurt Beck und seine Helferlein mit unserem Geld in den letzten 4 Jahren dort verbrochen haben.

Hier mal eine Grafik die das allgemeinverständlich verdeutlicht.

beck°werk vs. Nordschleife

(Anklicken für großes Bild.)

Man achte bitte auf die Details: grünes Streckenschild und ohne FIA Zaun oben und beck°werk unten! :D

Könnt Ihr gerne teilen oder posten oder sonstwas mit machen, hier ist ein Shortcut zum Bild:

renn.tv/url/beckwerk


Montag, 06. Februar 2012

Übrig Ns vom Montag.
Sonntag, 15. Januar 2012

Übungsstunde bei Rethorik Steinkühler.

In der neuesten Folge von Rethorik Steinkühler geht es ausnahmsweise mal nicht um Schön-schreiberei, sondern Schön-rechnerei.

In der Vergangenheit ging es ständig darum die Arbeitsplätze möglichst hoch zu rechnen, um mit dem Arbeitsplätze-schaffen-Scheinargument der Regierung möglichst viele Milliönchen aus den Taschen zu leiern. Hat ja auch super funktioniert.

Zwei Jobbörsen wurden inszeniert und so hat sich das damals am 7.März und 5.April 2009 angehört, als für 400 neue Stellen die große Leutesuche durch den Propagandawolf gedreht wurde.

Walter Kafitz:

Wir haben heute vor Ort bewiesen, dass wir ein Konjunkturpaket zum Anfassen sind.

Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung, die daraus erwächst, voll bewusst.

Wir setzen auch in Zukunft alles daran, die bestehenden Arbeitsplätze am und um den Ring zu sichern.

Der “begeisterte” Projektentwickler Kai Richter:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.

Das Gesamtprojekt Nürburgring 2009 kann nur in der Vernetzung perfekt funktionieren.

Bei der Bewerbungsbörse hat sich gezeigt, wie gut die einzelnen Bausteine bereits jetzt zueinander passen.

Für Bewerber aus dem weiteren Umfeld können wir im Lindner Boardinghouse in Adenau komfortable Personalwohnungen zur Verfügung stellen.

Bernd Schiffarth, Bürgermeister Adenau:

Wir brauchen dringender denn je innovative Menschen mit Mut, die am Großprojekt Nürburgring 2009 mitwirken und es mitgestalten.

Otto Lindner (Vorstand von Lindner und Jörg’s Bruder):

Für unser außergewöhnliches Projekt direkt an der Rennstrecke des Nürburgrings suchen wir Bewerber, die für den Motorsport brennen.

Mit [unseren Hotels] ziehen wir Gäste an, die die spannungsgeladene Luft des Mythos Nürburgring atmen wollen.

Mitarbeiter genießen eine Reihe von Sonderleistungen: ein Personalhaus vor Ort, eine übertarifliche Bezahlung und Karrierechancen in einer führenden deutschen Hotelgruppe mit internationalem Wachstum.

Leider alles nur warme Luft und die reingelegten angeworbenen Leute werden nicht mehr gebraucht: die Wahlen sind inzwischen gewonnen, die Pachtverträge unterschrieben und die tollen Powerpointpläne nichts als teuer bezahlte Hirngespinste.

Die Leute müssen entlassen werden, aber die Auftraggeber wollen unbedingt gut-klingende Nachrichten vom Ring.

Ein Fall für Wir-helfen-in-Notlagen Super-Steinkühler!

Ausgangssituation, Mitte Dez.:

141 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Insgesamt sind 380 Beschäftige bei der NAG, diese hängt die Leute kurz vor Weihnachten aus dem Fenster und stellt die Landesregierung unter Druck.

Heutige Situation - steingekühlert und gehorsam von Agenturen und Presse verbreitet:

NAG optimiert Zukunftskonzept und reduziert den Personalabbau um 49 Stellen.

Welches Zukunfskonzept? 49 Stellen weniger - das hört sich doch toll an!

Bei der NAG müssen jetzt noch 92 von 338 Stellen abgebaut werden.

Augenblick mal: 338? Wo ist der Rest von 380?

Es ist jetzt aber erforderlich, mit Konsequenz und ohne Verzögerung das Zukunftskonzept umzusetzen, um die verbleibenden 224 Arbeitsplätze zu sichern.

Oha - 224!! Kurz überschlagen:

 380 NAG'ler Dez 2011
-224 NAG'ler Zukunft
 ===
 156 Entlassungen

Steingekühlert sieht die Rechnung so aus:

 380 NAG'ler Dez 2011
- 42 Wo sind die geblieben?
- 92 "Abbau" lt. PM
- 22 Was passiert mit denen?
 ===
 224 "verbleibende Arbeitsplätze"

Es ist typisch für die Katastrophe am Ring, daß solche Fragen von einem dusseligen Blogger wie mir gestellt werden, aber die Medien einfach übernehmen und verbreiten, was sie als PM serviert bekommen. Sogar die Ring-erfahrene Rhein-Zeitung und selbst die CDU Opposition.

Das Team Richter / Lindner / Steinkühler hat leichtes Spiel und versteht sich blind. Wie praktisch auch, daß alle 3 Nachbarn sind (A: Lindner, B: Richter, C: Steinkühler).

Armer Nürburgring :/


Samstag, 07. Januar 2012

ver°di.

Die Gewerkschaft, die den Ring für sich entdeckt hat, kuschelt mit der NAG und distanziert sich von den Zielen von Save The Ring:

“Wir wollen “nicht” die Plattform für Gruppierungen sein, die sich nur an der Veranstaltung dranhängen wollen, wie z.B. save the ring.”“geht es hauptsächlich um die Zukunft der Existenzenzen der über 350 Beschäftigten und deren Familien! Andere Organistionen mit anderen Zielen sollten sich eigenständig organisieren …”

Gut, daß der Herr Jürgen Rinke-Oster sich auch damit auskennt:

Insolvenz was nun?


Samstag, 03. Dezember 2011

Mit Vollgas in die Zukunft.

Vor gut einem Jahr ging es am Ring auch schonmal um Arbeitsplätze - das war im November 2010 und damit natürlich noch VOR den Wahlen. Da brauchte man gute Nachrichten und entsprechend wurde die Propagandamaschine angeworfen.

Die Pressemitteilung der Nürburgring Automotive GmbH sah am 2.Nov.2010 so aus:

Jobmotor Nürburgring

“Seit 2008 hat sich die Zahl der Mitarbeiter am Nürburgring mehr als verdreifacht.”

Inklusive tollem Gewinnerchart. Und Sprüchen wie:

… über 200 zusätzliche Arbeitsplätze …

… Steigerung von über 180 Prozent …

… als einen ersten Schritt auf dem Weg, das vorhandene Potenzial des Nürburgrings als Freizeit- und Erlebnisdestination voll zu erschließen.”

Jörg Lindner:

“Unsere motivierten und engagierten Mitarbeiter sind ein wesentlicher Bestandteil der Erfolgsgeschichte Nürburgring. Das Unternehmen profitiert von ihren Erfahrungen und Vorschlägen.

Neue Mitarbeiter, die wir auf zusätzlich geschaffenen Stellen einsetzen, bringen weitere Impulse und Ideen. In dieser Kombination können wir das vorhandene Wachstumspotenzial des Nürburgrings optimal ausschöpfen”.

Jetzt hat es sich anscheinend schon nach kurzer Zeit aus-profitiert und wie das mit dem Erschließen und Ausschöpfen des Potentials aussieht, ist dann gestern so die Zeitungen gegangen:

Sozialpläne und Entlassungen.

Aber das ist ja auch NACH den Wahlen.

Am Ring werden übrigens auch aktuell noch Leute geworben:

Ok, Teilzeit / Aushilfe / Wochenende - aber dafür verantwortungsvolle Tätigkeiten in einer stark wachsenden Unternehmensgruppe.

Und ich fürchte auch darauf werden wieder Leute reinfallen - die können einem jetzt schon leidtun.


Freitag, 02. Dezember 2011

Breitensport auf der Nordschleife.

“Unser erklärtes Ziel ist, den Breitensport auf der Nordschleife auch für die Zukunft zu sichern.”

Meint Karl Mauer im Interview zusammen mit seinem VLN-Vorstandkollegen Dietmar Busch.

(Das ist der Karl Mauer zusammen mit Christian Menzel)


Sonntag, 20. November 2011

24h-Rennen Zwischenstand.

Das 24h-Rennen, das grade hier läuft, ist eine ziemlich knappe Angelegenheit. Gestern nachmittag um 3 gestartet, sind die ersten beiden noch in der selben Runde.

Coole Sache, stilgerecht mit N:

und STR:

Mein Französisch ist zwar begrenzt, aber was die da auf die Beine stellen, kann sich echt sehen lassen. Fahren 24 Stunden am Stück mit Fahrerwechsel usw., Livetiming und Streaming am Start inklusive Kommentar. rFactor kommt dem Real Thing auch ziemlich nahe, also beim Zuschauen hat das schon was. 24 Teams sind insgesamt unterwegs.

Und das alles mit kleinsten Mitteln, bzw. ohne Budget. Ist ein schöner Ausblick in die Zukunft, was da von engagierten Simracern noch alles auf uns zukommt und vor allem, wie man als Zuschauer auch gut daran teilhaben kann.


Freitag, 18. November 2011

Bilster Behörden Berg.

Bilster Berg hat vorauseilende Anwohnerprobleme mit Lärm, bevor die Strecke überhaupt fertiggebaut ist geschweige denn jemand drüberfährt. Und obwohl das noch Monate dauert mit dem Fertigbauen, entscheidet das Verwaltungsgericht Minden per “Eilantrag”.

So ganz normal mit Menschenverstand Entscheidungen nachzuvollziehen ist wohl als Bürger nicht mehr drin.

“… die erteilte Genehmigung widerspreche hinsichtlich des beim Betrieb der Rennstrecke zu erwartenden Lärms den Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) und der  »Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm« (TA Lärm). (..) Neben Zweifeln an der Richtigkeit des von der Betreibergesellschaft im Genehmigungsverfahren vorgelegten Schallgutachtens war für die Kammer entscheidend, dass die Regelungen in der streitgegenständlichen Genehmigung nicht hinreichend sicherstellen, dass jeweils geltende Immissionsrichtwerte beim Betrieb der Rennstrecke eingehalten werden.”

Da hat schon jemand die grandiose Idee, in seinem Garten eine Rennstrecke zu bauen, aber jetzt darf er da nicht fahren, weil es könnte ja trotzdem zu laut sein - Gutachten hin oder her.

Das sind so Leute die rufen dann wahrscheinlich auch die Polizei, wenn einer einen neuen Fernseher kauft, weil der könnte ja dann in Zukunft mal zu laut sein. (Via.)


Dienstag, 23. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Gegen Deubel und Lindner - Wird Anklage am Ring wahrscheinlicher?”

Haben das aber schnell korrigiert und Lindner gegen Richter ausgetauscht. Wobei mich schon interessieren würde, was die Staatsanwaltschaft über die Rolle der Lindner’s weiß.

Der Artikel aus der RZ hat aber dem FOCUS mal nachrecherchiert und die Meldung in’s rechte Licht gerückt: nichts Genaues weiß man nicht.

Wie im Autoscooter, wenn man kein Geld nachwirft. (Danke Thomas!)

  • Sieht nicht gut aus für das Schwimmbad in Adenau. Das ist so unglaublich: die Verbandsgemeinde Adenau hat nichtmal 500.000 Euro pro Jahr, um ihren Bürgern ein Schwimmbad zu bieten. Wir reden hier über 13.600 Einwohner, die sich aus 37 Gemeinden zusammensetzen. Das ist doch das totale Armutszeugnis, daß nichtmal genug Geld da ist, um ein Schwimmbad zu halten. Es geht nichtmal um einen Neubau.

An solche Sachen muß ich immer denken, wenn ich den weltfremden Leuchtturm°Unsinn sehe. Während die Eifel schon am Tropf hängt, wird sie aus Mainz noch zusätzlich verzockt.

Es ist übrigens wieder die FWG, die positiv - weil konstruktiv - auffällt.

  • Jochen Krumbach ist derjenige, der am Montag für Toyota den eRekord knacken möchte. STR: Smash That Record!! :))

  • Kleines Update zur Starterliste 6h-Rennen:

    Schubert kommt mit 2 Z4 GT3:
    * Peter Posavac / “Flying” Anders Burchardt
    * Pedro Lamy (!!) / Marko Hartung (das “Spa” Auto)


Sonntag, 21. August 2011

4%-iger Rennbericht.

Ich habe mir mal diesen knapp 8-minütigen Rennbericht VLN #6 von dem NAG-nahen Ring1 Kanal angeschaut. Da ist von dem Enthusiasmus der vergangenen Jahre nicht mehr viel übrig geblieben, in den 8 Minuten werden nur 7 (!!) Teams erwähnt von insgesamt 165 gestarteten Autos. Das sind 4% (Frikadelli Racing, Rowe SLS, Busch Porsche, Pinta Racing, Wochenspiegel, 9XX Racing, Getrag BMW Z4).

Der einzige Lichtblick war ein druckreifes Interview von Karl Mauer (ab 2:56 Min.):

“Ein Teil der Geschäftsführung dieser Serie zu sein gehörte nicht unbedingt zu meiner ursprünglichen Lebensplanung. Ja, ich will es machen, wenn ich einen Beitrag zur Weiterentwicklung - zum Fortbestand - der VLN leisten kann. Einfach weil ich auf diese Art der VLN etwas von dem zurückgeben kann, was ich über viele Jahre erleben durfte und selbst auch erfahren durfte.”

Das mit dem “Fortbestand” macht mir Sorge, das wurde bisher noch nie thematisiert, daß die VLN für die Zukunft Probleme bekommen könnte. Allerdings gibt es zwischen NAG und VLN auch noch keinen 2012er Vertrag.

Bei Ring1 stelle ich fest, daß sie dort aus dem schon seit 6 Monaten geschlossenen N-Forum keinen Traffic abzweigen konnten. Das Forum plätschert so vor sich hin. Das mein ich jetzt nichtmal negativ, denn ich wäre froh, wenn ich irgendwo VLN Insiderstories lesen könnte, statt der inzwischen üblichen rundgelutschten Pressetexte. Vermutlich liegt es an der NAG Nähe, die irgendwie für die User nicht wirklich aufgeschlüsselt wird:

  • man sieht Ring1 Leute mit Nürburgring Arbeitsausweis (Pressekarte wäre ja ok),
  • Marius Althof und Michel Pathe haben sich selbstständig gemacht und residieren im Ring Boulevard, aber halten sich über ihre Geldgeber sehr bedeckt.

Das mögen Communities nicht, wenn sie das Gefühl bekommen benutzt zu werden. Auf der anderen Seite hoffe ich natürlich auf die Loyalität der N-User und vielleicht ist das Forum ja bald wieder auf-prozessiert.

Die einzig brauchbare Forenalternative ist das Touriforum, ist aber nicht jedermann’s Sache, weil etwas “noisy”. ;) Oder hab ich was verpasst? Natürlich hat Facebook auch seinen Anteil an dieser Entwicklung in der Forenlandschaft, aber wenn Ihr noch ein großes Nordschleifen-Forum kennt, ergänze ich das gerne.


Mittwoch, 27. Juli 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

  • kA ob's 'ne Amthandlung war oder Privatvergnügen, aber beim Formel 1 Samstag hatten sich in der staatlichen Ringdisko mit Michael Ammer auch verantwortungsvolle Personen aus dem Bereich des Langstreckensports eingefunden. Solange mit offenen Karten gespielt wird, sehe ich da keinen Interessenskonflikt. Allerdings waren die dazugehörenden Fotos schneller wieder gelöscht, als ich sie verlinken konnte. Sicher ein unglückliches Mißverständnis.

  • Haben sich schon 20 Lover zusammengefunden. Die rekrutieren sich auffällig in den eigenen Reihen, bitte sagt mir jetzt nicht, daß das 'ne Dienstanweisung ist. Wobei - haben ja noch gut Platz nach oben bei 350 Abhängigen.

  • Formel 1 Kosten und die RZ macht Kai Richter zum Ring-Boss, ohne dabei die Frage nach dessen Qualifikation zu beantworten.

  • Vorschau Spa 24h.

  • Starterliste VLN 6, trotz 24h-sind-schon-rum-Effekt und 24h Spa zeitgleich mit 167 Startern. Beängstigend!

  • Falls jemand Spa kaufen will.

"There is the potential to develop the track but the efforts across the hills at the Nurburgring have been rather frightening, with the operating company in deep debt after building its theme park/convention centre and so on."

Auch nicht besser oder richtiger, sowas paßt meiner Meinung nach besser zu einem Pferderennen:

"Beim Qualifiying am Samstag konnte sich der Australier Mark Webber die Pole Position am Nürburgring sichern. Nachdem er bereits 2009 seinen ersten Sieg in der Eifel feiern konnte, ging der derzeitige WM-Zweite auch bei diesem Rennen als Führender auf die Strecke. Dicht gefolgt von Lewis Hamilton und Teamkollege Sebastian Vettel. Nach einem spannenden Rennen war es jedoch Lewis Hamilton, der als erstes die Ziellinie überquerte. Auf das Podium folgte ihm Fernando Alonso (2. Platz) und Mark Webber (3. Platz). In der Gesamtwertung führt weiterhin Sebastian Vettel mit 216 Punkten."

Ich hab ja nicht viel von dem Rennen gesehen, aber daß Lewis Hamilton am Start gleich mal Mark Webber kassiert hat, das ist sogar mir nicht entgangen.

Ist halt immer mit einem gewissen Restrisiko verbunden, wenn man sich kaufen läßt. Die meisten Bürgermeister scheinen aber umsichtig gehandelt zu haben. In dem Bericht steht auch drin, daß nach Nürburg erst garkeine geschickt wurden. Das paßt dann aber nicht zu der Hohn-Argumentation (".. den Menschen in der Region etwas zurückzugeben ..")

Die Eifelzeitung geht noch einen Schritt weiter: "Ob nun alle Formel-1-Ticket Beschenkten den freiwilligen Schritt nach vorne tun und ihre Vorteilsannahme anzeigen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Mal sehen, wer ehrlich ist und wer nicht."

"(..) Ihr Auftreten in den Medien finde ich Lächerlich. Um einen Job wie den Ihren zu machen braucht es eine gewisse Härte! Sie repräsentieren doch DEUTSCHLAND und nicht irgendeinen Stall voller LOOSER!"


Samstag, 23. Juli 2011

Übrig Ns vom Samstag.

“Würde jetzt auch noch der Nimbus als Grand-Prix-Strecke verloren gehen, wäre dies ein abschreckendes Moment auch für Geschäftspartner, die beispielsweise Autos oder Reifen testen.

Kann ich irgendwie nicht glauben.

Ich sag doch, man soll nicht alles glauben, was so in der Zeitung steht!

Dabei ist die dpa das doch nah dran:

“Die Vereinigung “Save the Ring” (Rettet den Ring) wendet sich gegen “Missmanagement” der Nürburgring Automotive GmbH und fordert, die Rennstrecke vom Freizeitpark zu trennen.

Nürburgring-Kosten für (hier Variable einsetzen) höher als erwartet.

Variable diesmal: Formel 1

Irgendwann müssen die Dilettanten doch mal aufgebraucht sein?


Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Freitag, 15. Juli 2011

Lindner, Ecclestone und Save The Ring.

Bei Zur Sache Rheinland-Pfalz ging es gestern um die Zukunft der Formel 1, dabei kamen u.a. Renate Manthey, Jörg Lindner und Uschi Schmitz zu Wort.

Während Jörg Linder verregnet auf seinem neuen Siegerpodest stand und von Bernie Ecclestone schwärmte, hatte man bei Frau Schmitz einen schönen Überblender direkt von den SAVE THE RING Aufklebern gewählt. Paßt!

Hier kann man sich den Beitrag nochmal anschauen: “Ecclestone und die Eifel.”


Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Mittwoch, 29. Juni 2011

Der elitäre Verein der gemeinnützigen Nürburgringfreunde.

Die Freunde des Nürburgring haben mich kurzerhand von ihrer Facebookseite verbannt, nachdem ich mir erlaubt habe, auf ein paar Widersprüche hinzuweisen. In der folgenden Diskussion habe ich auch geduldig Fragen beantwortet, doch plötzlich waren alle meine Texte gelöscht und mein Account geblockt.

Das sieht für mich jetzt so aus, einen Post kann ich nicht mehr abschicken:

Hatte ich so in Facebook bisher auch noch nicht, wieder was Neues gelernt.

Der Verein stellt sich selber so dar:

“Wir rufen alle, die diese Ziele unterstützen und dem Nürburgring und der Eifel eine gute Zukunft wünschen, auf, sich daran zu beteiligen und bei den Freunden des Nürburgring mitzuwirken.

Und den Vorsitz übernimmt Fred Pretz (SPD), der auch als Präsident des Sportbund Rheinland sicher engen Austausch mit Kurt Beck und seinem Regime gewohnt ist.

Alles in allem also keine Überraschung.

Gemeinnützigkeit definiert sich übrigens so:

“„Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.”

Selbstlos - nee, iss klar.

Achso, mein gelöschter Eintrag, der die Diskussion in Gang setzte, liest sich so:

“Ziel .. des Vereins ist es .. neue Möglichkeiten zu erschließen.”

Genau das ist es doch, das den Nürburgring in den Ruin getrieben hat. Veranstaltungs-Experimentiererei bis zum Abwinken und damit die Rennstrecke der Lächerlichkeit preisgeben. Karneval im November, American Rodeo, Abba Coverband, Judomeisterschaften, Stunt Show, Harleytreffen, Familienfest, Schlagerfestival, Nabucco-Oper, Weihnachtsmarkt, Michael Ammer, Hallenfußball, Sissi & Ludwig, …. Alles dagewesen, alles gefloppt. Jedes weitere Experimentieren ist das todsichere Rezept, den Nürburgring endgültig zu killen. Auf Save The Ring kann man gut nachlesen, wie die Öffentlichkeit über die Entwicklungen denkt.

Wenn Ihr wirklich Ringfreunde seid, dann helft Ihr beim Verteilen von Save The Ring Aufkleber, statt Euch mit VIP Kärtchen und Schnittchen umgarnen zu lassen.

Der Rest meiner Texte ist wohl verloren, ich jedenfalls habe es nicht gespeichert. Vielleicht sollten die sich das mit Facebook nochmal überlegen, so diskussionsscheu wie sie sind.


Montag, 09. Mai 2011

Übrig Ns vom Montag.

Die WRC scheint gut aufgestellt für die Zukunft, auch VW will ab 2013 mitspielen - mit dem Polo.

  • Beim VLN 6h-Rennen am Samstag soll auch der P 4/5 wieder antreten.

  • In Remagen wurde das Denkmal von Rudolf Caracciola beschädigt, bzw. der Mercedes Stern wurde rausgebrochen.

  • Gerd Weisel wurde im Handelsregister als Geschäftsführer der Nürburgring GmbH eingetragen (mit Datum 21.4.2011). Mal so ‘ne Info für die Öffentlichkeit, was denn das bedeutet, ist wohl nicht drin. Ist ja bloß eine Landesgesellschaft, die uns allen gehört.

  • Die VLN besuchen schon ab 99,- Euro!


Mittwoch, 06. April 2011

Die Zukunft des N-Forums ...

… wird heute in 2 Wochen am Landgericht Köln entschieden:

am 20.April.

Bitte vormerken zum Daumendrücken oder Prozess anschauen.


Sonntag, 27. März 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Gewählt wurde heute in RLP, die beiden Großen SPD und CDU haben fast gleich viele Stimmen erhalten und die Grünen ziehen mit strammen 15% neu in den Landtag ein. Spannender als die Wahl werden allerdings die jetzt folgenden Koalitionsverhandlungen.

  • Randale Dorf? Schlägereien in der neuen Staatsdisko zu schlichten ist für die Rennleitung aus Adenau schon öfter vorgekommen. Jetzt ziehen die anderen Retortekneipen nach:

“In der Nacht auf Samstag wurde die Polizei Adenau gegen 03.40 Uhr zu einer Schlägerei zwischen betrunkenen Gästen einer im Eifeldorf am Nürburgring befindlichen Lokalität gerufen.”

  • Kurt Beck sieht die Aktivitäten der EU Kommission zum Vergaberecht gelassen.

  • Gab wohl letzte Woche einen Feuerunfall auf der GP-Strecke. Ich hoffe dem Fahrer geht’s gut, die Gerüchte hören sich nicht so gut an. Offizielles dazu hab ich bisher vergeblich gesucht.

  • Die VLN hat in Zukunft zwei SP3’s (“Special bis 2.000 ccm”): eine Klasse für die Renault Clio und eine für den Rest. Bei den sich anbahnenden Starterzahlen bei den Clio’s kann es für ein konstantes Team die Meisterschaft bringen. Sportlich kann ich dieser Regeländerung nichts abgewinnen.

  • Noch zwei Wochen, dann ist Rudi Adams wieder heile.

  • 3 x 3 = 4. Schubert bleibt der Langstrecke treu - mit 3 Need for Speed GT 3 Z4.

  • Sein Auto konnte er beim Rollout fast live verfolgen über Facebook, nächste Woche möchte Mr.Glickenhaus sein Baby live in Action sehen.

  • Schön Patrick Simon am Ring zu sehen! Neben seinen steigenden Aufgaben im Bewegtbildbereich hat das Nachwuchstalent auch einen schönen Rennsitz für 2011.

  • SAVE THE RING liest man jetzt nicht nur auf Rennautos, sondern auch auf Gartenzäunen. Immer weiter.

  • Ron Simons war für die Scuderia Glickenhaus die Fahrschule der Wahl:

“Larini & Giovinardi where the first guys to use an RSRNurburg car in tourist driving today after RSRNurburg won their court case against the Nurburgring earlier this week.”

“Mika Salo will complete the trio who will run the Glickenhaus Ferrari P4/5 in the Nurburgring 24hour race later this year.”

“Nicola off course won the famous ’90 ‘s DTM race against a fleet of Mercedes on home ground. Fabrizio did the play station thing so he can use a little help.”

Hier die passenden Fotos dazu.

  • Der Neue von Pohlen Racing ist aus jedem Betrachtungswinkel ein technischer Leckerbissen. Schwer zu glauben bei der Kombo Mercedes, Diesel und Dachdeckerfirma. Aber Heftig!!

  • Letztes Jahr wurden wir von R8’s überschwemmt, dieses Jahr sind es die SLS. Müssen 7 oder 8 Stück sein. Bei den Farben geben sich die Benze noch zurückhaltend: weiß, silber oder schwarz sind in freier Wildbahn.

  • Armin Hahne ist auch auf Mercedes umgestiegen und pilotiert den weißen Mamerow SLS zusammen mit Chris Mamerow. Schnelle Paarung das ist.

  • Ist der SLS eigentlich schon ein GT3?

  • Ralf Schall war zwar im SLS unterwegs, hab aber das Comeback des 190er versprochen. Auch wenn er dann manchmal in zwei Autos startet.


Sonntag, 05. Dezember 2010

Nürburgring ist Thema im grünen Wahlprogramm.Heute haben die Grünen in Rheinland-Pfalz ihr Wahlprogramm veröffentlicht.

Das hätte ich auch nie gedacht, daß wir ausgerechnet dort für die Rettung der Nordschleife am meisten Gehör finden:

Die SPD verwaltet unser Land, statt es zu gestalten. Ihr fehlt nach langen Jahren an der Macht die Zukunftsvision. Rheinland-Pfalz braucht frische Ideen und Konzepte. Die absolute SPD Mehrheit hat unserm Land nicht gut getan. Sie hat die SPD nur behäbig gemacht. Statt sich auf Inhalte zu konzentrieren und Neues zu durchdenken, denkt die Partei lieber an sich und verstrickt sich in handfeste Skandale. Am Nürburgring zeigt sich, was geschieht, wenn man ein Land zu besitzen glaubt.
(..)
Deshalb wollen wir insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen besser in ihrem Engagement für Arbeits- und Ausbildungsplätze unterstützen. Für uns ist aber auch klar, dass weitere Prestigeprojekte von der Dimension eines Nürburgrings in solch ein Konzept nicht passen. Auch hier gilt: ´Klasse statt Masse´.
(..)
Verschwenderische Prestigeprojekte stoppen - Umsteuern am Nürburgring Prestigeprojekte und nicht durchdachte staatliche Investitionen wie das Engagement am Nürburgring und Hochmoselübergang sind reine Verschwendung von Steuergeldern, die dringend für den Umbau der Wirtschaft benötigt werden. Bisher gibt es für den Nürburgring kein tragfähiges Konzept, das einen Betrieb ohne Zuschuss von Steuergeldern gewährleistet. Nachdem die Privatfinanzierung gescheitert ist, darf der Nürburgring nicht auch noch zum Grab für rheinland-pfälzisches Steuergeld werden. Wir wollen Alternativen erarbeiten, den Ring zukünftig sinnvoll und ohne horrende Risiken für den Landeshaushalt auszurichten. Beispielsweise hat der Nürburgring als Testplattform für klimafreundliche Mobilitätssysteme der Zukunft durchaus Potential.

Samstag, 20. November 2010

Industriepool vor dem Aus?Wilhelm Hahne hat seinem ihm typischen Stil wieder einen frischen Schwung neuer Geschichten veröffentlicht, darunter auch eine, die den Industriepool am Nürburgring betrifft. Für die Autoindustrie ist die Nordschleife bisher fester Bestandteil für Fahrwerksentwicklung und Dauerläufer, das Ziel der Kraftfahrzeugentwicklung ist sogar im Gesellschaftsvertrag der Nürburgring GmbH verankert.

Man hat aufgrund der neuen privaten Betreiberstruktur schon mit Preiserhöhungen gerechnet, aber die Miete gleich verzehnfachen?

Unter Strich möchte man auch den ´Pool´ als solchen abschaffen und die Termine in Zukunft per Fahrzeug und Datum im Voraus vergeben. Die schwere Planbarkeit dieser Termine war eigentlich der ursprüngliche Grund der Industrie die Strecke gemeinsam zu mieten und den Pool zu gründen. Die bisherige Streckenmiete liegt soweit ich informiert bin in den (bisher?) üblichen Regionen von Rennveranstaltern und Trackday Organisatoren.

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

Schöner neuer Nürburgring.
Freitag, 19. November 2010

ANTI STADLZivilcourage besonderer Art zeigt Reifferscheid bei seinem jüngsten Junggesellenfest.



Solche ANTI STADL Veranstaltungen könnten wir in Zukunft öfter sehen.

Daß sich die umliegenden Dörfer gegen die Konkurenz zur Wehr setzen ist kein Wunder, sogar per Bus werden die Besucher ringsum eingesammelt, damit in der Disko am Ring was los ist. Auch das aufdringliche und großflächige Tapezieren der Gegend mit Diskoterminen kommt nicht gut an.
Freitag, 27. August 2010

Das Nürburgring Desaster endlich auch zum Schönsaufen.Das Nürburgring Desaster endlich auch zum Schönsaufen:

Volle Pulle in die Zukunft!




Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Sonntag, 08. August 2010

Otto Flimm´s Nürburgring-Strategie: Abwarten.Otto Flimm war 1989-91 ADAC Präsident und hat auch sonst engste Beziehungen zu dem Club und dem Nordrhein Ableger in Köln. Gleichzeitig ist er auch Vorsitzender des solventen Vereins ´Ja zum Nürburgring´, der mal eben 1,6 Millionen Euro locker machte, um die Nordschleife zu vergittern.

Aktuell wendet er sich an seine Mitglieder. Zum Glück gibt es einen Briefkopf, sonst würde man den ADAC als Absender vermuten. Statt Tacheles gibt´s Hinhalteparolen:

Was nun wird und welche Auswirkungen insbesondere finanzieller Art dies auf den Motorsport haben wird, insbesondere in der Zukunft, bleibt abzuwarten.

Das muß man wirklich zweimal lesen, der präsidiale Stratege gibt tatsächlich die Parole ´Abwarten´ aus. Nicht nur einmal:

Ob sich die neue Betreibergesellschaft auf das Kerngeschäft - das Betreiben von Motorsport auf den Rennstrecken - konzentrieren wird oder ob der Nürburgring eine andere Entwicklung nehmen wird bleibt abzuwarten und sollte sehr kritisch beobachtet werden.

Aber ein Präsident kann auch ein Machtwort sprechen und so lautet seine Direktive:

Die Veranstalter werden sich ansonsten in die allgemeine Diskussion über das Wohl oder Wehe der Entwicklungen am Nürburgring nicht einmischen.

Ja zum Nürburgring? Ende August ist Mitgliederversammlung des Vereins. (Danke für die Zusendung!)
Mittwoch, 07. Juli 2010

Zum ersten Mal seit 8 Jahren nicht bei der VLN - und es war komischerweise garkein Problem.Letzter Samstag war etwas Spezielles für mich: VLN und zum ersten Mal seit 8 Jahren war ich nicht dabei. Die Urlaubsplanung ging vor und ich wollte mal für mich testen, wie sich das so anfühlt. Was mich etwas irritiert: war überhaupt kein Problem.

So ein Urlaub hat auch den Vorteil, daß man mit Abstand die Ereignisse reflektieren kann und von denen gab es ja in letzter Zeit Einige.

Erst wurden wir in Guatanamo eingepfercht (FIA-Zäune), dann wurde das gigantische ruin°werk hochgezogen. Hinter den Kulissen wurde die künstliche GT3 zum Wohle der Werke gefördert und dafür die kreativen SP-Teams verdrängt. Während es früher von Rennen zu Rennen immer wieder Überraschungen gab, ist man heute an die Homologation gebunden und neu sind jetzt höchstens noch die Lackierungen.

Zu allem Übel läßt sich die VLN grade auch noch Stück für Stück vereinnahmen: zuerst die Siegerehrung in der Pappmaché Kulisse, jetzt wird auch noch die traditionelle Freitags-Fahrerlager-Party zum Opferaltar getragen und zum ´traditionellen Sommerfest´umgedichtet. Für die Zukunft plant man sogar für die Touristenfahrten die VLN-Streckensicherung einzusetzen und verpasst der Veranstaltung damit den gefährlichen Renncharakter. Hier kann man nachlesen, wie ich mir die Finger blutig geschrieben habe, um diese Gefahr abzuwenden. Will wieder mal keiner hören.

Ich fürchte, daß der neuen experimentierfreudigen (planlosen?) ring°gmbh auf der Suche nach neuen Zielgruppen die Stammbesucher wegbrechen.
Mittwoch, 26. Mai 2010

Fragebogen statt Zukunftskonzept: ring°betreiber auf der Suche nach Antworten am NürburgringNach dem gescheiterten Versuch, das 24h-Rennen mit einer Stuntshow "aufzuwerten", herscht am Ring offensichtlich Ratlosigkeit. Konzeptlos steuern die neuen Betreiber in die Zukunft, jetzt versucht man mit einem Fragebogen herauszufinden, was die Kundschaft möchte. Die vorgegebenen Antworten reichen von Essensauswahl bis zur Musikrichtung. Ich hab da so meine Zweifel, ob ausgerechnet bei den OGP Teilnehmern auf Begeisterung für eifel°retorte und beton°ausstellung gehofft werden kann. Auf Replikas reagiert man normalerweise eher distanziert. (Danke Dirk!)



UPDATE:

Mir mailt grade jemand, ob der Brief aktuell sei, weil er mit "Nürburgring GmbH" unterschrieben ist. War mir garnicht aufgefallen! Ja - ist ganz aktuell - wurde den Teilnehmern des kommenden OGP zugesandt. (Danke Guido!)
Montag, 10. Mai 2010

Christian Menzel's Blog: "Zurück zu den Wurzeln des Sports, weg von Phantasiewelten und berechtigten Negativschlagzeilen. Wer etwas aufmerksam das Geschehen am Ring verfolgt, der kann die sehr dunklen Wolken am Himmel nicht übersehen. Ich mache mir um die Zukunft des Rings große Sorgen.

Für alle frühzeitig ausgefallenen Rennfahrerkollegen - es gibt auch für Euch ein Alternativprogramm! Samstagnacht im Stadl (Diskothek im Eifeldorf): Michael Ammer kommt!

Haben Sie noch nie im TV gesehen? Darf ich es Luderpartys nennen? Er kommt auf jeden Fall mit seinen Girls, um die VIP Lounge im Stadl zu beleben - gleichzeitig geben wir Aktiven auf der anderen Seite fleißig Gas - passt doch toll zusammen...

Nicht wundern, wenn der echte Nürburgringfan bald das Weite sucht - ihm blutet sicherlich auch das Herz - genau wie mir. Kommen wir zurück zum Sport!"
Dienstag, 27. April 2010

Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.

Das war der Titel unserer Pressekonferenz, die wir heute in Mainz abgehalten haben. Direkt vor der Türe der Landesregierung.

Wer ist WIR? Als Referenten saßen an dem langen Rednertisch Stefan Róta, Jacques Berndorf, Peter Rumpfkeil, Klaus Limburg, Ossi Kragl und ich - Mike Frison. Diese seltsame Zusammensetzung des Podiums kommt jetzt sicher für einige überraschend, aber das ist kein Zufall.

Vielleicht ein wenig zur Vorgeschichte: der Frust über das unfähige Vorgehen der handelnden Nürburgring-Entscheider hatte bei vielen Leuten soviel Energie freigesetzt, daß es an der Zeit war die Kräfte zu bündeln. Auch ich wurde im Herbst letzten Jahres eingeladen an den Treffen teilzunehmen und um es uns zu ermöglichen, von Anfang an Tacheles zu reden, wurden alle Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet. Neben den Leuten heute auf dem Podium haben aber noch viele andere hinter den Kulissen mitgewirkt - die Gruppe hat ein ziemlich dynamisches Eigenleben. Manche haben sich abgewandt, manche sind neu dazugekommen - wir haben die ganze Komplexität des Themas Nürburgring durchgemacht.

Am Anfang gab es keine genaue Zielformulierung und die konspirativ anmutenden Treffen waren sehr anstregend: es wurde kontrovers diskutiert, nicht selten hat das hohe Spannungsfeld die Nerven strapaziert. Und das Ganze natürlich parallel zu unseren normalen beruflichen Aufgaben, die wir alle haben - Profis eben ;)

Ok, einmal bedauern - danke - :) - ich spule mal vor: nach einem Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürburgring GmbH wurden wir ermuntert Alternativen auszuarbeiten und die Berücksichtigung eines Konzeptes wurde uns zugesagt. Da unsere Analysen weit gediehen waren, wurde ein Termin für eine Pressekonferenz ausgesucht, um unsere Ideen zu präsentieren. Und dann wurden wir alle in Adenau aus heiterem Himmel von Herrn Hering am 26.März 2010 darüber informiert, daß die Verträge unterschrieben sind und die nächsten 20 Jahre Bestand haben werden.

Uupps.

Ihr könnt Euch vorstellen, daß für uns erstmal eine Welt zusammengebrochen ist. Wie geht denn sowas? Nachdem wir das Ganze verarbeitet hatten, war uns klar: man wollte nur Zeit gewinnen, um uns dann klassisch auszubooten. Ok. Botschaft angekommen. Das Land will Ruhe am Ring? Nicht mit uns! Dafür hängen wir zu sehr an diesen 20.832 Metern, daß wir so schnell nicht aufgeben. Der Termin war fixiert - also fahren wir jetzt trotzdem nach Mainz und reden Tacheles. Und unser Konzept? Es liegt fix und fertig in der Schublade, die Bedienungsanleitung für den Nürburgring. Von unseren Regierenden hat sich leider niemand dafür interessiert.

Um sportlich zu bleiben: Fair Play geht anders und wer mit einem solchen Foul das Spiel gewinnt muß sich fragen lassen, was das wert ist.

Die Pressekonferenz an sich war für mich persönlich ziemlich spannend, denn diesmal saß ich nicht als rasender Reporter im Zuhörerbereich, sondern als referierender Nürburgring-Experte auf dem Podium. Ist mal was anderes! Endlich eine Gelegenheit um auszudrücken, was viele (alle?) hier im Forum oder bei den Gesprächen im Fahrerlager bzw. am fiesen FIA-Fangzaun deutlich rüber bringen: das kann doch alles nicht wahr sein! Beton statt Asphalt, Retorte statt Historie: das soll der Nürburgring der Zukunft sein? Und wir haben eine große Lanze gebrochen für den Motorsport, haben das Zahlentraumgebilde vor den großen Augen der Politiker zusammenbrechen lassen, haben anschaulich erklärt, daß die Katastrophe kurz bevorsteht.

Neben den Pressevertretern, deren Berichte grade nach und nach die Öffentlichkeit erreichen, möchte ich hier ein paar Anwesende namentlich aufführen und ihnen auf diesem Wege noch einmal für ihre Zeit danken:
Als Vertreter der Politik sind mir aufgefallen:

Christian Baldauf (CDU),
Günter Eymael (FDP),
Eveline Lemke (Die Grünen - sie hatte in den letzten Monaten als einzige Vertreterin der Politik immer ein offenes Ohr für uns und hat die Gruppe engagiert beraten!),
Alexander Licht (CDU).

Super fand ich auch, daß Christian Kohlhaas an seinem Geburtstag (!!) extra nach Mainz gefahren ist und Horst Philipp und Kalle Müller mitgebracht hat. Natürlich war auch Wilhelm Hahne vor Ort, denn auch er ist ein fleißiger Mitstreiter in der Initiatorengruppe, die für den Ring kämpft.

Wir sind absichtlich in Mainz aufgetreten, da hier die Reporter der Landespolitik zuhause sind und kurze Wege haben. Der SWR war direkt vor unserem Hotel, die Konferenz selber fand in der "Alten Patrone" statt, einer sehr schönen Hofanlage mit perfekter technischer Ausstattung für unseren Anlaß. (Danke für die großartige Unterstützung und auch an den Rettet-den-Ring Verein, der die Location und unsere Hotelzimmer bezahlt hat!!)

Auch wenn die letzten 8 Monate sehr anstrengend und aufreibend waren, ich durfte tolle, charakterstarke Menschen kennenlernen, denen Ehrenhaftigkeit noch etwas bedeutet und die sich nicht dem schnöden Mammon ausliefern.

2 Termine konnten wir auch schon bekannt geben, die Ihr Euch unbedingt rot markieren müßt! Am 19.5.2010 zeigt das SWR Fernsehen eine aufwendige 45-Minuten Nürburgring Recherche um 20:15 Uhr. Und Ende Mai - Anfang Juni erscheint Jacques Berndorf's "Nürburg Papiere" - ein Krimi mit garantiert hohem Unterhaltungswert.

Die Konferenz an sich habe ich komplett mitgeschnitten und werde sie in voller Länge hier im Netz einstellen. Aber ein paar Fotos kann ich jetzt schonmal zeigen:









Und wie geht es jetzt weiter? Von anderer Seite wird gegen die Vergabepraxis eine Klage beim EuGH vorbereitet. Das ist relativ aufwendig, doch die ersten Hürden - vor allem auch die finanzieller Art - sind genommen. Ansonsten heißt es weiterhin: ENGAGIEREN! Wenn jetzt nicht JEDER AUS DER DECKUNG KOMMT, dem die Nordschleife am Herzen liegt, dann wird die ehrwürdige 83-jährige Lady vor unseren Augen lebendig begraben! Wir können etwas bewirken und jede Initiative trägt ihren Anteil dazu bei. Auch zusätzliche Unternehmer bzw. solvente Privatpersonen möchten wir aufrufen sich zu überlegen, inwieweit sie sich finanziell engagieren und einsteigen möchten.

Abschließend bin ich ganz froh, daß wir diese spannungsgeladene Pressekonferenz gut hinter uns gebracht haben. Meine Kleine reagiert inzwischen sehr allergisch auf die roten Kalendareinträge mit dem Titel "Krisentreffen". ;)

Ich finde nach diesem ewig langen Blogolog und für die, die bis hierhin durchgehalten haben ;) paßt auch der Schlußsatz unserer Präsentation ganz gut:

"Wer immer im Windschatten fährt, kann nicht überholen!"
Freitag, 23. April 2010

Die Eifelzeitung hat Strafanzeige gegen Kai Richter bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz erstattet. Damit wehrt sich die kleine Zeitung gegen die einstweilige Verfügung, die die Firma Mediinvest und deren Geschäftsführer Kai Richter Ende letzten Jahres erwirkt hat. Das habe ich heute in einem Gespräch mit der Eifelzeitung erfahren. Grob formuliert geht es um seine Rolle als Investor, bzw. seiner Firma Mediinvest.

Das hatte er am Montag in einem Sat1-Interview auch noch einmal ausdrücklich betont:

Ich habe nie behauptet, 94 Mio. Euro zu investieren ....



Vor ein paar Monaten klang das noch anders. Da war in der Zeitung zu lesen:

Mediinvest/MSR verantwortet den "privaten" Teil mit Vier-Sterne-Hotel, Eifeldorf "Grüne Hölle", Ferienpark samt 100 Ferienhäusern in Drees (Vulkaneifelkreis) und Personalhaus in Adenau. Kosten: rund 112 Millionen Euro. Zwischen dem privaten und dem öffentlichen Teil müsse man strikt trennen, fordert Richter. [..] "Wir sind mit einer deutlich zweistelligen Millionensumme im eigenen Risiko." Man habe ganz normal Kredite aufgenommen, wobei der Kapitaldienst (Zins und Tilgung) von ihm und seinen Partnern geleistet werde. [..] Kai Richter blickt zuversichtlich in die Zukunft. "Wir haben das Ganze projektiert, finanziert, gebaut und betreiben es. Wir werden diese Immobilien zum Erfolg führen", sagt er."
Montag, 29. März 2010

Auf vln.de/tv gibt's eine schicke und kompakte Zusammenfassung von Lauf 1 (3:30 Min.). Soll auch in Zukunft jeweils nach dem Rennen montags nachmittags online sein.
Dienstag, 23. März 2010

Der SWR Landesschau Bericht von gestern ist jetzt auch online verfügbar.

Hendrik Hering: "Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten."
Samstag, 20. März 2010

Aktuell sitze ich in der Pressekonferenz der VLN, ein paar Fotos hab ich mal hochgeladen und es geht gleich interessant los. Matthias Wurm von der Wige Media AG hat einen neuen Sponsor für die VLN aus dem Hut gezaubert: Gran Turismo, das als Seriensponsor auf der Heckscheibe der VLN Starter angebracht wird. Der Vertrag wird interessanterweise nicht mit Sony abgeschlossen, sondern direkt mit Polyphony Digital in Japan. Der Vertrag hat erstmal eine Laufzeit von 1 Jahr, zum Erscheinungstermin von GT5 konnte man aber auch nichts neues berichten und geht von "irgendwann in 2010" aus.

Premio steigt als Sponsor in 2010 neu ein, man möchte das ähnlich aufziehen wie seinerzeit bei der V8Star Serie. Das Ganze heißt "Premio Race Cup" und soll über die Händler die Reifenkunden ansprechen.

Sandy Grau wechselt vom Renncockpit ins Business und wird sich in Zukunft stärker bei Uvex einbringen. In der Rennerei kennt er sich schonmal gut aus! Uvex wird auch einen Service vor Ort anbieten, zusätzlich zum racewear24 Shop im Boulevard.

Peter Geishecker hat das TV Paket vorgestellt und hat noch zusätzliche internationale Ausstrahlung in Aussicht gestellt. Das internationale Starterfeld der VLN erlaubt es, auch im Ausland interessant zu berichten. Daher, laut Robert Rust, heißt die neue Strategie der VLN: aktive Vermarktung auch außerhalb von Deutschland. Das DSF sei primär am 24h-Rennen interessiert, hat sich jedoch bereit erklärt 10 x 26 Min. (netto!) auszustrahlen.

Peter Geishecker gibt noch ein paar Infos zur DVB-T Ausstrahlung, der Sender soll stärker werden, um ein besserers Signal auszustrahlen. Das neue Wige Fernsehstudio am Ring erlaubt auch eine Moderation und eventuell auch Werbeeinspielungen. Nach wie vor ein Thema für die Wige ist die Ausstattung der Nordschleife mit Kameras, dafür fehlt allerdings das Geld.

Die VLN baut ihr Rahmenprogramm aus. Geben soll es: Drift Challenge, Sommerfest im Eifeldorf Grüne Hölle, Tourenwagen Revival und Formel Renault Saisonfinale.

Jöckel Hilgeland geht nach den Einschreibungen davon aus, daß das große Starterfeld von 2008 wieder erreicht wird - Krise? Welche Krise? Das Reglement war erfolgreich und man möchte weiterhin die 20-30 ersten individuell anpassen, um die Spannung und Chancengleichheit zu erhalten.

Neu ist auch der Freitag als Trainingstag, damit das Fahrerlager in der Obhut der VLN bleibt. Die Einstellfahrt findet immer Freitag morgens statt.

Klaus von Barby bestätigt nochmal, daß es gegenüber 2009 keine Änderungen im Reglement gibt. Verfeinert wurde der Bereich Aerodynamik, damit es keine Auswüchse gibt. Für die Serienwagen gibt es bei den Benzinern die Neuigkeit, daß auch Turbos eingestuft werden können. Grund sind die neuen kleinen Turbomotoren in der Autoindustrie. Der Hybrid von Porsche ist als Versuch unterwegs in einer eigenen Hybridklasse, der Stromkreis läßt sich zur Sicherheit komplett unterbrechen.

Frank Pohl, der neue Marketing Chef seit 3 Wochen am Ring, bescheinigt der Nordschleife einen hervorragenden Zustand und sie habe den Winter gut überstanden. Die Lärmschutzwand in Breidscheid ist nach seiner Aussage eine Auflage für die Betriebsgenehmigung ab 1.1.2010. Die Bauarbeiten sind bis VLN-Start abgeschlossen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel für die Sicherheit gemacht worden. "Six Packs" und FIA Zäune hat er dabei betont.

Es gibt auch immer von 17:30 bis 19:30 Uhr Touristenfahrten, außer beim 6-Stunden Rennen.

Die Siegerehrung bleibt jetzt im Eifelstadl und ab 21:00 Uhr soll dann noch gefeiert werden.

Laut Jöckel steht die Graduierung 3 der FIA kurz bevor und erlaubt jetzt internationale Wettbewerbe. Wenn das Zertifikat gültig ist, können sogar GT1 Fahrzeuge auf der Nordschleife fahren. Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr für die Nordschleife.

Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Dirk Adorf kamen dann als "Werksfahrer" :) auf's Podium. Marcel gewöhnt sich an den "R", weil der "RSR" nicht mehr konkurenzfähig ist. Der Neue hat noch einiges an Arbeit vor sich. Manthey hat über 20 Fahrer, d.h. könnten eine eigene Meisterschaft veranstalten ;)

Timo hat gestern den Rollout für den "R" gefahren, funktioniert erstmal alles ganz gut. Der Abtrieb ist geringer und noch gewöhnungsbedürftig. Timo hält 10 Autos für siegfähig und sieht die Werks-BMW und Audi als Hauptkonkurenz. Er war auch noch nicht im Hybrid auf der Nordschleife unterwegs, wird aber die Testarbeit begleiten. Es ist noch zu früh die Potentiale aufzuzeigen, aber die Entwicklung wird spanned zu beobachten.

Dirk im schicken weißen Fahreranzug von BMW ist stolz und geht die Sache mit viel Respekt an, aber ist völlig begeistert von seinem neuen Renner. Für ihn ist definitv ein Traum in Erfüllung gegangen und vielleicht ist es auch ein Dank von BMW an die Fans der Nordschleife, einen Privatfahrer in das Werksauto zu setzen. Wie stellen sie die Werksfahrer gegenüber den Nordschleifenfahrern dar? Dirk sei herzlich aufgenommen worden, eine Hackordnung gibt es nicht, aber Uwe und Dirk werden komplett im Team integriert und bringen wertvolle Infos ein. Der Z4 ist auch ein Thema, hört sich super an und sieht geil aus, der Z4 habe auch großes Potential und soll auch in die Runde der Favoriten vorstoßen.

Marcel hält nichts von Pokern, es wird von Anfang an Vollgas gegeben und sie werden versuchen, jedes Rennen zu gewinnen.

Die 2.Runde setzte sich zusammen aus Christer Jöns, Jan Derenbach und Heinz-Jürgen Winz. Christer wird den Black-Falcon Audi steuern, heute war Rollout. Gestern war zu knapp, obwohl heute das Wetter einiges schlechter ist. Klappt aber ganz gut und das Auto macht viel Spaß. Christer hält den Audi nach den ersten GP Runden "für genau mein Auto". Statt Dunlop wird bei Black Falcon Yokohama gefahren, aber es gibt Unterstützung von Audi Sport, um den Wagen in den Griff zu bekommen. Die ersten Rennen sind zum Testen vorgesehen, aber nach dem 24h-Rennen soll auch mal ein Gesamtsieg angepeilt werden. Das sei natürlich der Grund, in die GT3 Klasse zu wechseln. Christer fehlt auch nur noch der Gesamtsieg in seiner Sammlung - Junior Meister und VLN Champion hat er schon im Schrank stehen.

Das Ex-Junior Team der FH Köln ist jetzt erwachsen geworden und mit dem Ford Focus RS in der Specials Klasse SP4T. Gegenüber einem Cup (Honda Civic) sicher 2 große Schritte, aber trotzdem macht es viel Spaß. Die FH arbeitet eng mit der Ford Entwicklungsabteilung zusammen und die beiden sind in Köln nur durch den Rhein getrennt. Die Konkurenz ist eher in der SP3T zu suchen, die 9 Minuten Marke von Christoph Breuer ist nicht das Ziel. Dafür eher seriennah und zuverlässig.

Heinz-Jürgen Winz wird einen Fiat 500 Abarth einsetzen, weil es genausoviel Spaß macht mit kleinen Hubraum zu fahren. Und vielleicht kann man mit dem unterlegenen Fahrzeug den "Großen" ab und zu Paroli bieten. Der 1,4 L Punto sollte eigentlich mit Turbo aufgerüstet werden, aber der 500er war zu verlockend. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit Turin, um diesen als Cup ausgelegten Wagen für die Nordschleife passend zu machen. Tank, Bremse, Elektrik - alles wird optimiert. Die Winz'ens sind ein Familienteam, Papa und Schwester, aber nach Geschäftsschluß im Autohaus kommen noch jede Menge Leute dazu, um die Rennen am Ring zu ermöglichen. Auch ein Einsatz beim 24h-Rennen ist geplant.

So, jetzt zieh ich mir erstmal einen Kaffee und guck mich nochwas im Fahrerlager um :)
Dienstag, 23. Februar 2010

Wie in Zukunft die einheimischen Hotels von den Besuchern am Ring abgenabelt werden, zeigt die Judo-Veranstaltung kommendes Wochenende. Systematisch werden die Teilnehmer in die Lindner-Anlagen geschleust, selbst wenn diese meilenweit vom Veranstaltungsort entfernt sind. Das "Olympische Dorf" in Drees ist zwar 6 km entfernt, trägt dafür aber das Lindner-Logo. Und dort haben die Geschäftspartner des Nürburgrings zu übernachten. Mit dem Segen des Landeskartellamts, die keinerlei Kopplungspratiken erkennen können.
Sonntag, 07. Februar 2010

"Der größte Fahrer der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft", so hat Ferdinand Porsche über Tazio Nuvolari geurteilt. Wenn er nicht grade damit beschäftigt war die 24h Le Mans, die Mille Miglia, den GP von Monaco, auf der Nordschleife usw. zu gewinnen, hat er auch fleißg fotografiert. Das kann man sich in seiner Heimatstadt Mantua anschauen in einer Ausstellung. Ist vielleicht etwas weit für einen Wochenendtrip, aber wer schonmal in der Nähe ist? (hier gefunden.)
Freitag, 29. Januar 2010

Dieter Althaus wird in Zukunft die Magna Interessen bei VW vertreten. Als Ex-Ministerpräsident hat man also auch mit Vorstrafe (Fahrlässige Tötung) immer noch sagenhafte Karrierechancen in der Privatwirtschaft. Interessenkonflikt? Nicht für Dieter Althaus.
Mittwoch, 27. Januar 2010

Silverstone wird umgebaut, man gönnt sich eine "Arena". Die Auslaufzonen werden vergrößert, denn in Zukunft möchte man sowohl MotoGP als auch Formel 1 Rennen austragen. Das Ganze wird mit Fingerspitzengefühl umgesetzt: We’re keeping all the old heritage bits, but is it a shame that something like Bridge won’t be used? It will still exist, and we can still use it as [part of] a classic circuit. In terms of moving with the times it’s the right thing to do, and it’s also good to have something new for people to race on."
Die Kosten sind nicht ohne, bisher wurden 7 Mio. englische Pfund verbuddelt.
Montag, 18. Januar 2010

Wird der AvD ausgebootet? In einer Pressemitteilung verspricht der neue Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, - Hans-Joachim Koch - daß "die Zusammenarbeit mit dem ADAC intensiviert wird".

Ich finde es erstaunlich, daß jetzt schon öffentlich gewisse Weichen gestellt werden, obwohl die Nürburgring GmbH noch eine Landesgesellschaft ist. Wenn erst einmal Alles privatisiert ist, dann werden in Zukunft von der angestrebten Betreibergesellschaft solche Ansagen viel deutlicher gemacht werden. Herr Koch ist aber von seinen Chefs schon klar instruiert und läßt keine Gelegenheit aus, den gewünschten Ausgang zu festigen: "Der Nürburgring in seiner jetzt existierenden Form ist Fakt."

Da ist viel Wunschdenken dabei, denn ich finde, wenn die laufenden Kosten die Einnahmen übersteigen, dann ist ein Abriss unterm Strich immer noch billiger und sieht zudem auch noch hübscher aus.
Montag, 30. November 2009

Herr Billen von der CDU ist leider erkrankt. In dem RZ-Artikel ist auch seine Homepage gelistet, da bin ich natürlich als IT'ler immer neugierig. Meinen Eindruck formulier ich mal vorsichtig als "altbacken". Ich hab mir den Source angeschaut, um herauszufinden, mit welchem Data Becker Homepage Kit das gebastelt wurde und bin schon bei den META TAGS stutzig geworden: "Michael Billen, Landtagswahl, Rheinland-Pfalz, CDU, Bitburg, Prüm, Eifel, Vorstand, Parteivorstand, Politik, Zukunft, Heimat, Parteien, SPD". Uuups. (Anleitung, falls hier zufällig Politiker mitlesen: im Browser: View -> Source). Na immerhin ist er da inwzischen im Gespräch.
Sonntag, 29. November 2009

Beim Mofarennen in Kell hat die Dorfjugend "ausverkauft" gemeldet mit 1.500 zahlenden Gästen, als Brings Freitags abends auf dem Stoppelfeld das Festzelt rockte (s. mein Eintrag vom 4.Nov.).
Am Ring kann man alles bunter, besser, größer und hat gleich den kompletten Karneval am 1.Advent ausgerufen. Dazu die Werbetrommel gerührt und die Propagandamaschine in Gang gesetzt, schließlich hat man ein millionenschweres Einzugsgebiet zu bedienen. Aber obwohl noch garkein überraschend harter Winter eingesetzt hat, kam fast keiner.
Vielleicht sollte man in Zukunft besser Berater engagieren, die schonmal gezeigt haben, daß sie es können. Oder gleich die Mofajungend in Kell fragen!
Dienstag, 20. Oktober 2009

Michael Schumacher ziert das Titelbild des aktuellen Spiegel. In einem 10-seitigen Interview erzählt er, warum er so gerne Motorrad fährt, daß die Resonanz mit dem Comeback ihn ziemlich überrascht hat und er sich nicht unter Druck setzen läßt, was er in Zukunft machen wird. Motorradrennen seien erstmal kein Thema, obwohl KTM ihn gerne als Werksfahrer für die IDM verpflichten möchte. Er weiß selber nicht was noch kommt: "Aber mir ist auch klargeworden, dass irgendwann etwas Neues kommen wird, ein neues Kapitel, dass ich Verantwortung übernehmen will. Irgendwann wird es soweit sein."
Sonntag, 11. Oktober 2009

So sieht BMW's Efficient Dynamics in der Zukunft aus. Clever und Smart - ach nee .. - "Simple" und "Clever" heißen die zwei Kabinenroller, die im BMW Museum vorgestellt wurden.
"Simple" steht für "A sustainable and innovative mobility product for low energy consumption." Also quasi ganz einfach.
Und "Clever" heißt auf BMWisch: "Compact Low Emission Vehicle for Urban Transport."
Achja, und "BMW" heißt ab jetzt natürlich nur noch "Bavarian Motor Works".


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