Dienstag, 25. Juli 2017

Mercedes zieht den DTM Stecker.

Noch dieses und nächstes Jahr - und ab 2019 sind sie aus der DTM raus.

Kann man ihnen nicht verübeln, denn die DTM-Organisation ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht mehr mitbekommt, was um sie rum passiert.

Es ist nicht mehr opportun mit stinkenden Verbrennungsmotoren auf Rennstrecken zu fahren - und damit nicht mehr massentauglich. Und genau das wollte die DTM immer sein, zusammen mit der steuerfinanzierten ARD hohe Reichweiten erreichen, um gute Argumente für die hohen DTM-Marketingausgaben der Hersteller zu haben.

Der Einstieg in die Formel E ist natürlich nicht der Grund, aber eine willkommene Ausrede. Nicht ganz so peinlich wie bei Audi’s Le Mans Ausstieg, aber es wird in der breiten Öffentlichkeit niemand hinterfragen und gibt der Formel E wieder etwas mehr Aufmerksamkeit. Die sich darüber natürlich freut, während man bei der ITR trotzig die Fahne von “einer der bedeutendsten Tourenwagen-Serien der Welt” hochhält.

Gestern dachte ich noch: die DTM ist auch nichts anderes als einer dieser Arbeitskreise der deutschen Automobilindustrie, wo in heimlichen Treffen Maßnahmen ausgeklüngelt werden, um den Kunden etwas vorzugaukeln.

Für die, die hier schon länger mitlesen, kommt die Geschwindigkeit, mit der sich aktuell die Ereignisse überschlagen, nicht überraschend. Und im Vergleich, was da in Zukunft auf uns zukommt, ist das bisher alles Kindergarten. Die Disruption hat noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen und wenn der Motorsport nicht unter die Räder kommen will, muss er sich schleunigst neu aufstellen. Aber so lange der DMSB das Sagen hat, brauchen wir uns hier bei uns über Veränderungen keine Sorgen zu machen - allerdings erledigt sich das Thema dann auch ziemlich schnell von selbst.

Das erklärt auch den seltsamen Zeitpunkt der Meldung: Montags abends mitten in der Saison - aus heiterem Himmel. Schwer vorzustellen, dass das von langer Hand geplant gewesen wäre.

Kleiner Realitätsabgleich: vor nicht einmal 3 Jahren hat die ITR noch von einem weltweiten Reglement geträumt - in Japan hat man das sogar ernstgenommen und das eigene Regelement angepasst. So schnell wird man heute von der Wirklichkeit eingeholt.

Früher hätte man sich über den Weggang von Mercedes tatsächlich noch freuen können, dann wäre der Einstieg leichter gewesen für andere Hersteller wie Toyota, Alfa oder Citroen. Die haben aber inzwischen auch ganz andere Sorgen und sehen natürlich die selbstgefällige Bräsigkeit, mit der sich ITR und DMSB selber im Weg stehen. Bei BMW und Audi wird das einige Diskussionen in Gang setzen - beide haben sich bereits für die Formel E verpflichtet: Audi in der kommenden Saison (17/18), BMW danach (18/19) und dann Mercedes (19/20).

Denn der Kalender der Formel E ist anders strukturiert: die Rennen gehen von Oktober bis Juli - in der aktuellen Saison steht der letzte Lauf bevor. Das heißt der Einstieg in den Elektrosport von Mercedes wird im Herbst 2019 vollzogen. Sie hatten sich eine Option offen gehalten und diese um ein Jahr verlängern können.

Wenn die DTM jetzt implodiert, hat das noch einen anderen Effekt: die Formel E macht alles anders und fährt absichtlich nicht auf Rennstrecken, sondern installiert Kurse dort, wo die Leute schon sind: in den Metropolen. Da können die Rennstreckenbetreiber nur mit den Schultern zucken und müssen zuschauen, wie ihnen die Felle davonschwimmen. Wenn die etablieren Rennserien nicht in der Lage sind, sich zu modernisieren - und zwar nicht irgendwann, sondern ganz schnell. Und die armen DMSB Funktionäre hätten auch keine Möglichkeit mehr um die Welt zu jetten und lecker Hospitality abzugreifen. Dass Werksfahrer keine zukunftssichere Berufswahl mehr ist, hatte ich ja auch schon öfter.

Jetzt rächt sich das, war wir immer kritisiert haben: in den verkrusteten Strukturen sind gravierende Veränderungen unmöglich, die Konflikte zwischen ITR-DMSB-ARD-OEMs lähmen sich gegenseitig und ersticken jede Revolution im Keim. Damit ist die DTM auch so etwas wie ein Sinnbild des Auslaufmodells der etablierten Autoindustrie: selbstgefällig, zurückgeblieben und unbeweglich.

Mercedes | FormulaE | DMSB | TourenwagenMasters | Arbeitskreis | Disruption | Elektro |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Samstag, 22. Juli 2017

Eifel-Rallye mit Gruppe B in Daun - für Rennsport-Gourmets.

Auf die Eifel ist auch kein Verlass mehr: schon wieder strahlender Sonnenschein für die Motorsportfreunde!

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Ein Traumwochenende aber nicht nur wettermäßig, auch für die Sinne wurde einiges geboten: Vollausschlag für Augen und Ohren - und wenn der zweitaktende Trabi vorbeikam dann sogar für die Nase.

Daun und die umliegenden Ortschaften stehen natürlich Kopf, wenn der Rennzirkus kommt und alle packen mit an, damit es ein schönes Fest wird. Immerhin werden die 8.000 Ureinwohner bei der Rallye mal locker verdoppelt oder sogar verdreifacht. Die Gastronomie macht auch ordentlich Umsatz - aber Samstags um halb drei schließt die Pizzeria: Mittagspause! Kann man ihr nichtmal verübeln, denn die Überbleibsel aus ruhigen Tagen machen die Atmosphäre erst so besonders ehrlich und sympathisch.

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Mit Goodwood hat Daun nicht nur die Fläche von 50 km2 gemeinsam - Autos, Atmosphäre und Action sind ebenfalls vergleichbar. Teilweise sogar identisch, die Aufkleber von Lord March verbleiben als Trophäen stolz am Fahrzeug.

Die 7D Mk2 Testkamera hat sich gut geschlagen - natürlich braucht man immer etwas Eingewöhnungszeit, aber als alter Canonianer kam ich mit den Menus direkt klar. Ich werde noch einen detaillierteren Testbericht nachliefern - aber die Bildeindrücke hier sind schonmal ein guter Vorgeschmack: alles mit der 7D - allerdings auch mit meinen bewährten EF-Objektiven.

Im Fahrerlager gibt es immer was zu Sehen, z.B. einen RS 200 wie frisch aus dem Laden:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Oder diesen Toyota Prototyp, den man bisher unter Verschluss gehalten hat:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

… mit interessantem Fahrwerkslayout:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Die Autos sind auch immer in Bewegung:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

… und die Ernährung fahrerlagertypisch:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

An der Strecke wurden die Sportgeräte von fachkundiger Hand bewegt und Georg Berlandy wird den Tag wohl nie vergessen, an dem er den S1 fahren durfte:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Das war auch für die Zuschauer - bzw. fotografierenden Blogger - ein Genuss:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Sein ehemaliger Ascona war auch dabei - wie es sich gehört mit originaler Nfektion:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Und wo wir gerade bei Nfektionen sind, Dirk Riebensahm hat sich den Spaß auch nicht entgehen lassen:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Speedmäßig völlig den Vogel abgeschossen hat Thierry Neuville, Wahnsinn wie schnell das ist:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Da gingen auch alle Handys hoch und es gab Szenenapplaus:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Mein Lieblingsbild ist dieses - war tatsächlich auch mein Letztes! Da werden die Emissionen kurzerhand als Emotionen abgefackelt:

Eifel Rallye Festival mit Gruppe B - und Canon 7D Mk2 Test

Hier die komplette Galerie - ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

Eifelrallye | GruppeB | 7DMk2 | Mikebericht | Mikefotos |


Mein 1. Goodwood-Besuch zieht Kreise bis nach Stuttgart: blog.daimler.com.


Donnerstag, 20. Juli 2017

Die Formel 1 bekommt ´Halo´ Fahrerschutz ab 2018.

Hat die FIA entschieden:

Following the unanimous agreement of the Strategy Group, in July 2016, to introduce additional frontal protection for Formula One and the repeated support from the drivers, the FIA confirms the introduction of the Halo for 2018.

Halo heißt vom Englischen übersetzt Heiligenschein.

Formel1 | Halo |


Ken Roczen sitzt wieder auf dem Motorrad!

Er hat seit seinem Unfall vor 6 Monaten einiges an Operationen über sich ergehen lassen müssen.

Roczen |


BMW M8 GTE für Le Mans: Schlachtschiff oder Rennwagen?

Heute hat BMW erste Bilder veröffentlicht ihrer Le Mans Waffe - den M8:

BMW M8 GTE

Ausgerechnet am Lausitzring wurde der 3-tägige Rollout gemacht - die Strecke braucht sich ja über fehlende Schlagzeilen im Moment nicht beschweren.

BMW M8 GTE

Natürlich ist die Freude groß, dass BMW wieder in Le Mans bzw. in der FIA WEC an den Start gehen wird. Das sind gute Nachrichten. Aber das Auge fährt doch mit?!

BMW M8 GTE

Der M6 GT3 war schon dick, aber der M8 setzt noch ordentlich einen drauf. Balance of Performance macht’s möglich - heutzutage müssen Rennautos nicht mehr wie Rennautos aussehen, sie werden einfach konkurrenzfähig ge-BOP’d.

Rein optisch scheint der Wagen relativ kleine Räder zu haben, aber ich fürchte das täuscht: die Riesenräder sehen einfach so klein aus, weil das Auto einfach noch riesiger ist.

Erinnert ihr euch noch an den X5, mit dem HJS mal über die Nordschleife gefahren ist? Mit Le Mans Motor? Hier das Video. Der SUV wirkt ja richtig zierlich verglichen mit dem neuen M8 Panzer:

BMW M8 GTE

BMWM8 | LeMans | FIAGTE |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Mercedes steht mit dem Rücken an der Wand - ruft 3 Millionen Diesel in die Werkstatt.

Mercedes steht dieselmäßig kurz vor dem Abgrund, beschließt freiwillige (!) Rückrufaktion für 3 Millionen (!) Fahrzeuge, nennt das Ganze dann scheinheilig Zukunftsplan für Diesel-Antriebe.

Der trockene Kommentar des Manager Magazin: Dieter Zetsche's Offenbarungseid.

Dieselgate | Mercedes | Zetsche |


Überschrift des Tages.


Wie sieht so ein Formel 1 Auto eigentlich von unten aus?


Schon mal dran gewöhnen, dass die Autos der Zukunft nur noch ein Pedal haben.

Beim Nissan Leaf schon im neuen Modell, dass im September kommt:

“With the flip of a switch, the technology turns your accelerator into an e-Pedal, allowing drivers to accelerate, decelerate and stop using just the e-Pedal. e-Pedal technology is the world’s first one-pedal operation that allows drivers to bring the car to a complete stop even on hills, stay in position, and resume driving instantly.” .

Kupplung fällt weg, eh klar. Aber Bremse fällt auch weg, weil das alles mit einem Pedal gesteuert wird. Nimmt man den Fuß vom Gas, reduziert das Auto die Geschwindigkeit - wenn es sein muß bis zum Stilstand.

Stelle ich mir ganz witzig vor.

Leaf | Pedal | Elektro |


Update/Foto zu dem Fotograf, der für die roten Flaggen beim WEC gesorgt hat.

Noch ein Nachtrag zum dem Abbruch-Fotograf beim FIA WEC Lauf am Nürburgring: stellt sich raus, er ist mit dem Fahrrad (!) bis fast auf die Strecke gefahren über die Versorgungswege. Das ist vor der schnellen Links, wenn man auf dem großen Kurs aus der Mercedes Arena kommt.

Hier das Foto. (Via.)

Durch den Rennabbruch kam es auch zu dieser Szene, als Jonathan Hirschi im LMP2 meinte einen schnelleren Limiter zu haben, trotz Rot überholen musste, sich beim Einscheren verschätzt hat, den GT beschädigte und sich dann sogar gedreht hat.

FIAWEC | Abbruch | Fotograf |


Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Dienstag, 18. Juli 2017

Joest für Mazda in die USA.

Audi Sport hat den Stecker so kräftig gezogen, dass Joest das Einsatzteam für Mazda (!) in den USA (!) wird.

mazdamotorsports.com:

Mazda Motorsports begins a new era today with the creation of Mazda Team Joest*, which will be the factory Mazda Prototype race team competing in the North American IMSA WeatherTech SportsCar Championship under Daytona Prototype international (DPi) rules. The team will make its racing debut at the 2018 Rolex 24 at Daytona in January.

_____

*(Pronounced YŌst)

Ralf Jüttner:

Wir hatten nach dem Ende unserer Zusammenarbeit mit Audi Ende 2016 mehrere Optionen, haben uns aber für Mazda entschieden, auch weil wir uns schon bei den ersten Gesprächen mit dem Management von Mazda Motorsport sofort wohl und auf gleicher Wellenlänge gefühlt haben.

Das war keine einfache Situation und seit Oktober letzten Jahres sind auch einige Monate vergangen, die Joest überbrücken musste. Jetzt also IMSA statt Le Mans.

Der Mazda ist jedenfalls superschick:

Mazda Team Joest

Bei der Entwicklung ist auch Multimatic mit im Boot, das sind die Kanadier, die den Ford GT mit entworfen haben rund um Larry Holt.

Und um wirklich alle Register zu ziehen, steigt Mazda sofort aus der IMSA Meisterschaft für dieses Jahr aus und konzentriert sich voll auf 2018:

To use the extra months made available by stepping away from IMSA’s championship trail, Mazda’s Riley/Multimatic-built, AER-powered RT24-P DPi models will move to Joest’s European headquarters to begin an extensive testing and evaluation program. While in Germany, the RT24-P will be benchmarked to determine its current state of competitiveness before Joest can address and hopefully resolve the car’s shortcomings.

Da kann sich die IMSA aber für nächstes Jahr warm anziehen!

Mazda | Joest | IMSA |


VLN: Ralph-Gerald Schlüter löst Karl Mauer ab, für Peter Bröcher kommt Michael Bork.

Die offizielle Meldung könnte weder knapper noch nüchterner ausfallen.


Das Londoner E-Taxi ist fertig, war in Goodwood noch verkleidet unterwegs.


Hacker haben ein neues Angriffsziel: Teslas.

electrek.co:

They have apparently been targeting Tesla vehicles over the past few months in Europe and managed to get away with quite a few of them.

Welche Methode haben sie angewendet?

It was never clear how exactly they were stolen. In each case, the key fobs weren’t stolen and the vehicles not trackable, which means that the thieves either have an unknown sophisticated way to start and drive the car, or they managed to quietly tow it. The leading theory is that they gained access through hacking the key fob or Tesla app of the owner and they quickly removed the Sim card or used a GPS blocker to prevent tracking.

Aber - wie man das auch erwarten würde bei den Computern auf Rädern - wird die Schwachstelle über einen "Software-Fix" gelöst.

Tesla | Diebstahl | Hacker |


Montag, 17. Juli 2017

Elektroroller kann man jetzt bei Tchibo kaufen.

Und zwar den NIU N1s. (Nicht zu verwechseln mit NIO!)

Hier die Eckdaten: 2.700€ - 1,5KW Motor (bis 2,4KW) - 1,7kWh Batterie (60V / 29Ah).

Bisschen dünn der Motor, aber ist ja nur ein Roller. Und wie nicht anders zu erwarten, wenn man sowas von Tchibo angeboten bekommt, gibt es dann solche schönen Übersetzungs-Formulierungen bei den technischen Daten.

Kumpan aus Remagen werden diese Entwicklung interessiert beobachten, das ist die Elektroroller Startup-Firma, die ich letztes Jahr im Herbst besucht habe. Und die ganz aktuell einen neuen Investor an Land gezogen haben.

Elektroroller | Tchibo | Kumpan |


Sonntag, 16. Juli 2017

Neu im Testfuhrpark: Canon EOS 7D Mk II.

Canon hat mir freundlicherweise eine Testkamera zur Verfügung gestellt, damit ich bei der Eifelrallye ordentliche Bilder machen kann.

Nicht, dass die jetzt letztes Jahr nicht gut gewesen wären ;)

Aber ich finde es sehr spannend, mal ein aktuelles Modell zu testen. Denn ich selber investiere eigentlich selten in neue Kameras - im Laufe der Zeit habe ich erst 3 digitale Spiegelreflex mein Eigen genannt. Alles Canon, sonst müsste man alle Objektive neu kaufen - so kann man sie immer weiter benutzen.

Meine erste Kamera habe ich sogar gebraucht gekauft - seinerzeit vom Heppy - und es ist die allererste digitale Spiegelreflex von Canon, die damals auf den Markt kam: die EOS D30. Das war im Jahr 2000. Ich habe sie extra mal aus dem Keller gebuddelt und reaktiviert - läuft noch. Da werde ich im Laufe des Tests mal Vergleichbilder machen.

Miketest Canon EOS 7D MkII

Die zweite war dann neu - EOS 1D Mk II, frisch als sie 2004 auf den Markt kam. Sie hat mich lange begleitet - tolles Gerät.

Nachdem sich meine Aktivitäten von den Fotos weg mehr zur Berichtsform verlagerten, brauchte ich was handlicheres - und da kam mir die zierliche EOS 100D sehr gelegen. Ich musste auf keine Funktion meiner Großen verzichten, hatte aber ein handliches und leichtes Package. Über die 100D habe ich früher schon einmal einen Review geschrieben - ich habe sie jetzt ein paar Jahre und fotografiere seitdem ständig damit, z.B. 24h am Ring, in Le Mans oder beim Goodwood Festival of Speed.

Gewichtsmäßig reiht sich die 7D brav zwischen den beiden ein:

Miketest Canon EOS 7D MkII

Größenmäßig auch:

Miketest Canon EOS 7D MkII

Mein erster Eindruck ist sehr gut: man hat ein ordentliches Werkzeug in der Hand, der Verschluss reagiert schnell und leise und man kann aus 96 vielseitig einstellbaren Fokuspunkten aussuchen.

Ich freue mich jetzt noch mehr auf die Eifel-Rallye, endlich kann ich auch nochmal meine großen 2.8er Objektive einsetzen.

Und falls jemand auch mit dieser Kamera im Rennsport fotografiert: Eure Erfahrungen würden mich interessieren.

Miketest | Canon | EOS7D | EifelRallye |


Samstag, 15. Juli 2017

Elektrische Cabrios werden der heiße Renner - wenn es sie gibt.

Eins der wenigen Fahrzeuge, die gleichzeitig elektrisch angetrieben sind und sich oben aufklappen lassen, ist der Smart fortwo cabrio electric. Autogefühl hat ihn gefahren und ist völlig begeistert. Weil man nichts hört und der niedrige Schwerpunkt und kleine Wendekreis neue Dynamikdimensionen eröffnen.

Ich füge mal noch hinzu: weil auch keine Abgase in’s Auto ziehen, die das Vergnügen trüben könnten. Ein Argument, dass man auch von Motorrad-Elektro-Umsteigern hört.


Aktuelles Tony Seba Video über Clean Disruption.

Kann ich nicht genug von bekommen - und ich teile es hier auch regelmäßig, damit hinterher keiner sagt es hätte niemand gewarnt.

youtu.be/4hoB7HN4B0k

Das ist von einem Vortrag vom 8.Juni und dauert eine Stunde - lohnt sich aber. Basiert in großen Teilen auf diesem Report, sind aber auch neue Sachen dabei bzw. aktualisierte Zahlen. Das mit dem Aktualisieren geht so schnell, dass selbst Tony Seba kaum noch hinterher kommt.

Die Fragen, die für mich offen bleiben:

  • Wird denn dann der Sprit billiger, wenn die Nachfrage so massiv zurückgeht?
  • Was passiert mit den ganzen existierenden Autos? Werden die Kosten für die Halter explodieren? Tony Seba geht sogar davon aus, dass man Geld in die Hand nehmen muss, um sie in Zukunft loszuwerden.
  • Werden sich Gebiete entwicklen, auf denen das aktive Fahren noch gepflegt wird? Oder geht das komplett den Bach runter? Reiten können ja heutzutage auch nur noch die Wenigsten.
  • Und wie immer steht im Raum: was passiert mit dem Motorsport? Ich könnte mir inzwischen sogar vorstellen, dass es dem Sport gut tut, wenn sich die Hersteller zurückziehen. Und mit den ganzen alten ICE Autos, die ja dann keiner mehr braucht, könnte man wunderbar noch ein paar Jahre sportlich rumfahren auf Rennstrecken. Da könnten sich ganz neue - kostengünstige - Konzepte entwickeln. Und wenn die aufgebraucht sind, lässt sich mit den leisen EVs rund um die Uhr fahren - keine lästigen Lärmschutzbestimmungen, die einen daran hindern könnten. Jedes Wochenende 24h-Rennen anybody?

Seba | Elektro | Autonom | disruptive |


Kettenritzel-Alex testet die Yamaha 900 MT-09 Tracer.

Hat 3.000 km zusammenbekommen quer durch die Alpen - inklusive einem Ringbesuch.

Fazit:

An der einen oder anderen Stelle klang es schon durch: ich fühlte mich auf der Tracer 900 auf der Tour sehr wohl. Sie ist ein sehr vielseitiges Motorrad, welches für die lange Tour ebenso gut taugt wie für die schnelle Ausfahrt am Wochenende. Es muss also nicht immer Reiseenduro sein, wenn man mehrere Tage unterwegs sein will. Zumal die Tracer auch in Endurogefilden wie dem Colle delle Finestre eine sehr gute Figur gemacht hat. Die Optik mag nicht jedermanns Sache sein, aber der Fahrspaß ist jedem garantiert. Definitiv zwei Daumen hoch!

Optisch sind die MT-Modelle nicht so mein Fall, aber dieses Modell hier - die MT-10 SP - hat ziemlich beeindruckende Zutaten. Hat mich schon bei der IDM in ihren Bann gezogen. Ob ich die mal testen darf? Immerhin habe ich bei Honda und Ducati alles heile gelassen.


Rote Flaggen durch einen Fotograf beim FIA WEC Lauf am Ring.

Wer war das?!

Die wichtigen Longruns der Teams wurden durch einen verrückten Fotografen behindert. Der Mann, der vor Aufnahme seiner Tätigkeit an einem Briefing durch die FIA hatte teilnehmen müssen, hielt sich nahezu ungeschützt im Bereich der Ford-Kurve auf. Der Rennleitung bot sich nur eine einzige Möglichkeit: Unterbrechung der Session mit roten Flaggen.

Und hier :

FP2 also saw a red flag, but for a German photographer who was standing in the run-off area in Turn 5. The photographer was escorted out of the facility and has been permanently banned from the WEC, ELMS and 24 Hours of Le Mans, according to FIA media delegate Jeff Carter.

Ich habe ein gutes Alibi, bin nämlich nicht vor Ort: Cheffin hat GT und der Rasen hatte es mal wieder nötig. Außerdem waren die letzten Wochen echt anstrengend - bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Wie man ausgerechnet bei der WEC allerdings auf die Idee kommen kann, sich über die Vorschriften hinwegzusetzen, ist mir ein Rätsel. Denn ausgerechnet in dieser Serie zieht nämlich Jeff Carter alle Register, um wirklich jedem einzubläuen, was erlaubt ist und was nicht. Ich kenne keine Details, aber ich fürchte dass diese Aktion es allen Fotografen in Zukunft noch schwerer machen wird, weil die Zügel noch weiter angezogen werden und die Fotografen-Briefings noch ausladender. Eventuell werden sogar die Akkreditierungs-Richtlinien weiter verschärft. Na herzlichen Dank.

Mir tut es ehrlich leid für Jeff Carter, weil er macht einen Super-Job, allen geduldig bei jedem Rennen auf's Neue zu erklären was geht und was nicht. Das Ganze auch sehr anschaulich mit Beispielfotos und Videos. Und jetzt bekommt er wahrscheinlich vom Race Director einen drüber, wie so etwas passieren konnte.

FIAWEC | Carter |


Schönes kurzes Video vom Wochenspiegel Ferrari über den grandiosen Erfolg beim 24h-Rennen.



   Weiter >

Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)

Studie AG Japan Mercedes Hartmann Hotel am Tiergarten - Café und Restaurant direkt am Nürburgring Wochenspiegel Live - Die Onlineausgabe Ihres Anzeigenblatts
Fahrzeugbeschriftungen Teil und Vollverklebung. Folieren statt Lackieren. Glastec Autoglass Reifen Schlag Nürburgring - Rennreifen am Ring Freiberger Sicherheitssysteme, Köln-Sülz
Häggenäs Automobile AB Das Buch zum Rennen 24 Stunden Nürburgring Save The Ring! 20832 sucht Sponsor-Partner
20832 sucht Sponsor-Partner 20832 sucht Sponsor-Partner 20832 sucht Sponsor-Partner 20832 sucht Sponsor-Partner