Donnerstag, 02. Juli 2020

Für McLaren wird die Luft dünn, Bahrain schießt nochmal 185 Millionen Dollar nach.

Dabei gehört dem Land schon mehr als die Hälfte der Firma:

McLaren has secured a rescue loan of 150 million British pounds (approximately $184.5 million) from the National Bank of Bahrain, the automaker and race team said Monday.

Bahrain, through its Mumtalakat sovereign wealth fund, is the majority shareholder of McLaren, owning 56.4% of the company. The sovereign wealth fund is also the majority shareholder of the National Bank of Bahrain.

The funding will help McLaren pay suppliers and ensure its race team is on the grid for this weekend's start of the 2020 Formula One World Championship in Austria.

Nicht die besten Aussichten, denn auch so ein Rettungskredit will irgendwann mal zurückbezahlt werden.

McLaren | Bahrain |


Mittwoch, 01. Juli 2020

Kein GIMS 2021.

Während sich Anfang des Jahres die GIMS - also die Genfer Automesse - mit allen Vieren gegen die Corona-Absage gestemmt hat, überrascht sie jetzt bereits mit der Absage der 2021er Ausgabe.

Scheinen ihre Lektion gelernt zu haben.

GIMS |


BMW Motorrad mit Active Cruise Control.

Aus dem Pressetext:

Entspanntes Dahingleiten mit automatischer Geschwindigkeitsregelung, ohne die Fahrgeschwindigkeit selbsttätig an das vorausfahrende Fahrzeug anpassen zu müssen – beim Automobil bereits seit Jahren verfügbar, beim Motorrad bisher nicht in Serie. Doch in Kürze bietet BMW Motorrad mit der Active Cruise Control (ACC) diese Art von Fahrerassistenzsystem an und beschert Motorradfahrern damit ein völlig neues, komfortables Fahrerlebnis.

Das ist wirklich lästig - immer diese ständige Fahrgeschwindigkeitsanpasserei. Denn Gasgeben will doch keiner beim Motorradfahren, da möchte man Dahingleiten.

WTF?!

Zur BMW Ehrenrettung sei erwähnt, dass sie auch in der Superbike WM als Werksteam antreten. Aber meine Güte, was für ein Spagat.


Nordschleifewerbung ist wieder opportun.

Wisst Ihr noch - damals - als STR industrielle Mitstreiter suchte und alle einen Riesenbogen um das Thema Nürburgring gemacht haben?

Nun, diese Zeiten scheinen vorbei, denn die Leute haben ein kurzes Gedächtnis und die Nordschleife ist wieder gesellschaftsfähig. Das lassen sich die Marketingleute nicht zweimal sagen und schöpfen aus dem Vollen:

Auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings demonstriert das stärkste und schnellste jemals für den Straßenverkehr zugelassene Modell der britischen Traditionsmarke das vollständige Potenzial seiner mit Rennsport-Knowhow von John Cooper Works entwickelten Antriebs- und Fahrwerkstechnik.

Sie scheinen allerdings etwas berauscht von ihren eigenen Texten:

Seine eigentliche Bezeichnung verdankt der „Ring“ natürlich der im 12. Jahrhundert erbauten Nürburg, die heute auf einem Hügel inmitten der Nordschleife liegt. Der schönste Blick auf die Ruine der Burg ergibt sich in der gleichnamigen Ortschaft unweit der Zufahrt zur Rennstrecke. Ansonsten ist es der neue MINI John Cooper Works GP, der schon bei der Anreise zur sogenannten Touristenfahrt über die Nordschleife zum Fotomotiv wird. Je näher er dem „Ring“ kommt, desto mehr Motorsport-Enthusiasten stellen mit Begeisterung und gezückten Smartphones fest, dass ihnen gerade eine echte Rarität begegnet.

Ich kenne nur einen Mini, der am Ring oft fotografiert wird, und der ist ringminiblau.

Ist ja auch kein Wunder, am Ring ist quasi Sportwageninflation, da dreht man sich nichtmal mehr nach einem GT3 RS um (heißen die so?).

Während des Spurts in Richtung Tiergarten vergehen 5,2 Sekunden, bis im digitalen Instrumentendisplay das Erreichen der Tempo-100-Marke angezeigt wird. Ein Vierzylinder-Turbomotor mit 225 kW/306 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm erzeugt diesen unwiderstehlichen Vorwärtsdrang. An die mit modellspezifischen High-Performance-Reifen bestückten Vorderräder gelangt die geballte Kraft über ein 8-Gang Steptronic Getriebe, das mit einer integrierten Differenzialsperre dafür sorgt, dass das Antriebsmoment verlustfrei in begeisternde Performance umgesetzt wird.

Die texten sich tatsächlich in diesem Stil einmal um die Nordschleife. Ich hoffe für die Marketingabteilung, dass sich die beworbenen Ringtool-Qualitäten auch so bewahrheiten, denn nach solchen Ansagen darf sich niemand wundern, wenn das Auto auch mit hoher Erwartungshaltung am Ring als Tool eingesetzt wird.

Geht aber noch weiter aus München, denn zeitgleich gibt es dieses Video vom neuen M4, das einen im Prototyp noch während der Entwicklung und den Abstimmungsarbeiten über die Nordschleife kutschiert.

Da scheinen endgültig alle Hemmungen zu fallen. War irgendwas?

SaveTheRing | Werbung | Insolvenz | Ringverkauf | Flimm |


Sonntag, 28. Juni 2020

N´dlich wieder Motorsport!

Am Samstag konnte ich endlich nochmal ausrücken zum Motocross - wie sehr habe ich den Moment herbeigesehnt, so sieht ein glücklicher und verschwitzter Motorsportler in seinem Element aus:

Mike Frison / renn.tv

Kurze Rückblende:

Ich war heiß auf die Saison, bin fleißig mit dem Rad zur Arbeit gefahren - auch im Winter - doch dann die große Coronapause. Da steht das scharfe Eisen quasi neu und vollgetankt in der Garage, und ich kann nicht fahren!

Der Originalplan war, die Winterpause möglichst kurz zu halten, damit es mir als altem Sack nicht so schwerfällt wieder in den Tritt zu kommen. Gibt wahrscheinlich nicht so viele Ü50, die mit dem Crossfahren anfangen. Und dann auch noch dank Corona Home-Office, wodurch mein Arbeitsweg - und damit mein Radtraining - wegfällt. Schöner Driss.

Ursprünglich war ja mein Plan B, dass ich meinen Arbeitsweg fake. Dass hat auch ganz gut geklappt, aber inzwischen bin ich bei Plan C, denn das kleine Schwarze läuft so schön, dass man mit genug Zeit auch eine 100km Runde zusammenbekommt.

Mike Frison / renn.tv

Die Strecke habe ich weiter optimiert - und inzwischen ist sie echt toll, eine Mischung aus asphaltierten Feldwegen, festen Waldwegen, flüssigen Singletrails und idyllischen Ortsdurchfahrten. Gesamt 90km und einmal um Euskirchen, also ohne Pause so etwa 4,5h. Sind auch ein paar knackige Steigungen dabei, aber der Rest ziemlich flach - ist ja ein getriebeloses Singlespeed.

Mike Frison / renn.tv

Doch was nützt die ganze Planung und das Training, abgerechnet wird auf der Crossbahn. Und gestern war es soweit:

  • 27.Juni: erstes richtiges Training auf großer Strecke.

Neben der Fitness hatte ich noch ein weiteres Fragezeichen: ob sie anspringt. Denn inzwischen haben die Crosser keinen Kickstarter mehr, alles läuft über die kleine Lithium-Ionen-Batterie. Dafür bräuchte man aber ein spezielles Ladegerät - also Risiko und erst vor Ort zünden. Damit nicht unnötig Strom verbraucht wird.

Was soll ich sagen: hat alles prächtig funktioniert - ist direkt angesprungen und ich habe mich auch gleich wieder wohlgefühlt. Natürlich fahre ich immer noch mein Anfängertempo, aber anstrengend ist es allemal - heute einen Tag später habe ich ordentliches Muskelkater. So soll das sein.

Insgesamt waren es vier Turns je 20 Minuten - der Klassiker könnte man sagen. Ich bin immer noch schwer beeindruckt, was solche Crosser heutzutage leisten. Laufen sauber, springen immer an, Druck ohne Ende, Fahrwerk mit mächtigen Reserven für Normalos - garantierter Fahrspaß. Wenn ich da an damals denke, als wir uns als Jugendliche so eine ausgenudelte 125er luftgekühlt zusammengestottert haben, die aber eigentlich nie lief - was für ein Krampf. OK - ist auch 40 Jahre her - Alter, wie die Zeit vergeht. Aber so lange laufe ich schon der Idee hinterher, mir einen neuen Crosser zuzulegen - also neu im Sinne von frisch aus der Kiste - um damit regelmäßig auszurücken. So langsam scheint das Realität zu werden, hoffentlich breche ich mir nichts, das fehlt jetzt noch.

Letzte Woche wurden von KTM auch die neuen 2021er Modelle vorgestellt - das ist im MX Bereich so üblich, dass das relativ früh im Jahr stattfindet. Das Gute dabei, dass das wieder eine Minor Revision war, also kleinere Verbesserung ohne den Rahmen oder die Plastikteile zu verändern. Das heißt mein blauer Plastik-Kit würde auch da noch passen, wenn es später mal eine 2021 werden sollte.

Am Wochenende gab es auch noch anderen Motorsport, nämlich den 1. VLN Lauf. Unterwegs dachte ich, ich schau mal, wie es läuft - aber auf Twitter nur das große Schweigen. Keine Infos zum Rennen auf @vln_de - dem offiziellen Kanal. Dafür, dass im Vorfeld in jedem zweiten Satz das Wort digital gefallen ist und man sich gerne als modern und fortschrittlich verkauft, war das dann doch eher enttäuschend. Ich schmeiß von unterwegs sicher kein Youtube an, nur um mal zu gucken, was so geht.

Und wenn man sich dann mal im nachhinein anschaut, wieviele Teams, Fahrer und Zuschauer den offiziellen Kanal referenziert haben, dann kann man sich gut vorstellen, wie der Notification-Button auf dem Account geglüht haben muss. Da gehört schon eine ordentliche Portion Sturheit dazu, das zu ignorieren.

OK - eh nicht mehr meine Welt. Den Fahrern ist es zu gönnen, können sie endlich mal wieder auf die Nordschleife. Nachvollziehbar. Aber als Zuschauer ist - zumindest für mich - der Zenit längst überschritten. Sollen es andere zu Grabe tragen. Kaufautos von der Stange, die in fast 30 verschiedenen Klassen ihre eigenen Rennen austragen. Und nach dem Rennen wird natürlich von ebenso fast 30 kommerziellen PR Strategen der großartige Erfolg posaunt - sind ja auch 30 glorreiche Siegerteams zu feiern.

Wenn man sich die Fotos anschaut, dann wird der Kaufauto-Einheitsbrei offensichtlich. Aber bitte, soll jeder selber entscheiden. Ich will das ja niemandem madig machen - nur nicht wundern, wenn ich selber besseres zu tun habe.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre so ein letztes mächtiges Aufbäumen. So noch einmal richtig aus dem Vollen, bevor der Hahn zugedreht wird. In Le Mans ist das gelungen: Audi, Porsche, Toyota - was für eine Schlacht. Am Ring waren das vielleicht die Jahre so um 2005, als Prototypen noch gewinnen durften. Danach nur noch kommerzielles Rahmabschöpfen - noch schnell die Seele verkaufen, bevor die große Ebbe einsetzt.

Problematisch wird nur für die Zukunft, dass man krampfhaft versucht, an Altem festzuhalten. Man hätte längst mit neuen Konzepten experimentieren müssen - als der Sport brummte und es Reserven gab. Aber jetzt - mit dem Rücken an der Wand - ist der Bewegungsspielraum natürlich nicht mehr vorhanden und man kann nur noch auf Zeit spielen. Und hoffen. Dass Corona bald vorbei ist, dass die Wirtschaft sich schnell wieder erholt, dass das mit dem Elektro und autonomen Fahren noch weit weg ist, dass die Leute möglichst bald wieder neue Autos kaufen und Vollgas fahren. Good Luck with that.

Von daher passt die zuschauerlose Nordschleife eigentlich ganz gut zur seelenlosen Rennserie.

Kommerzialisiert bis zur Unkenntlichkeit, ich glaube es würde sich sogar niemand wundern, wenn man in den Fernsehbildern die Zuschauer digital reinrendern würde. Austauschbar, reine Kulisse, geduldet ohne Mitsprache - so wie der digitale Applaus aktuell bei den Fußballspielen.

Ach - was rante ich hier rum - gehe ich nächste Woche wieder im Dreck wühlen und langweile Euch danach wieder mit meinen Anfängerberichten. Hauptsache Spaß in den Backen. Ist schon bemerkenswert, dass Integrität und Dreck im ehrlichen Sport so nah beieinander liegen.

Motocross | KTM350SXF | Langstrecke | Corona |


Mittwoch, 24. Juni 2020

In Verl bei Gütersloh sitzt nicht nur Corona-Tönnies, sondern auch das Motorsportteam von Franz Konrad. Nobert Ockenga hakt mal nach.


Ein Bike-Builder hat sich als privaten Spaß ein BMX mit Motor gebaut mit 2L Sprit im Rahmen.

Jetzt rennen sie ihm die Bude ein - und er hat eine Kleinserie aufgelegt.


Der erste Kamerahersteller verdunstet.

Bzw. wird vom Mobiltelefon vom Tisch gefegt: Olympus.

As recently as 2007, the dawn of the smartphone era, digital cameras were a $3-billion-a-year business for Olympus. Within a few years, however, most of the market evaporated because people were using their phones to take pictures. Camera revenue shrank to just over $400 million in the year ended March 31, and the business has lost money for the past three fiscal years.

Hätte doch bloß ... - ach, lassen wir das.


Daimler verpartnert sich mit NVDIA für den zukünftigen Computer auf Rädern.

Mal ein Rückblick - da muss man nur bis Juli 2019 schauen, seitdem überschlagen sich die Ereignisse:

  1. Juli 2019: Daimler und BMW Group: Langfristige Entwicklungskooperation für automatisiertes Fahren

  2. Juni 2020: Partnerschaftliche Entscheidung: BMW Group und Mercedes-Benz AG lassen Entwicklungskooperation für automatisiertes Fahren vorerst ruhen – spätere Wiederaufnahme möglich

  3. Juni 2020: Automatisiertes Fahren: Mercedes-Benz und NVIDIA wollen Software-definierte Fahrzeugarchitektur für künftige Fahrzeugflotte aufbauen

Und diese Vereinbarung ist mächtig und für nicht IT'ler vielleicht schwer zu greifen. In der alten Welt wäre das als Vergleich ungefähr so, als wäre Daimler mit seinen Motoren technisch ins Hintertreffen geraten und würde in Zukunft für alle Baureihen Motor und Getriebe zum Beispiel bei Honda einkaufen und sich dementsprechend verpartnern.

Natürlich kann Daimler froh sein, dass sich NVDIA auf diesen Deal eingelassen hat - auf der anderen Seite war NVDIA auch auf der Suche.

Ursprünglich waren sie das Herzstück der Tesla Fahrzeuge, doch dort entwickelt man inzwischen seine Computerhardware inklusive Chip selber - und hat dafür auch NVDIA Respekt bekommen.

Toyota ist seit 3 Jahren auch mit NVDIA verbandelt - allerdings hört man aus der Ecke bisher wenig.

Insgesamt gehen da schon die Augenbrauen hoch, wenn Daimler jetzt komplett auf den Lieferanten setzt, der Tesla nicht gut genug ist. Oder sind sie zu teuer? "Lieferant" ist auch der falsche Begriff, das ist schon eine halbe Übernahme.

Oder wie es dieser Artikel formuliert:

The big deal in this deal is that Mercedes-Benz is putting all its eggs in Nvidia’s basket.

Daimler | NVIDIA | autonom |


Über 140 Starter bei VLN 1.

Hier die Teilnehmerliste für die erste zuschauerlose Veranstaltung.


Montag, 22. Juni 2020

US Supercross kürt neuen Champion: Eli Tomac (Kawasaki).

Während einige Rennserien dieses Jahr noch kein Rennen gefahren sind, haben die Amerikaner am Wochenende ihren Supercross Meister gekürt.

youtu.be/2wIvGn8n6Pc

Vor leeren Rängen, das sind wir ja inzwischen gewohnt.

Champion ist Eli Tomac auf Kawasaki - Cooper Webb muss die 1 abgeben und wird Zweiter (KTM) und Ken Roczen wird Dritter als Honda-Werksfahrer.

Das letzte Rennen war eine 1-2-3 für Husqvarna - ob es das jemals vorher gegeben hat?

Am 18. Juli geht es weiter mit der Outdoor-Saison - hier sind bisher nur 2 Termine bekannt, sollen aber noch 9 weitere dazukommen.

GoPro hat einen Motorsport-Kanal auf Youtube, auf dem sie auch Renn-Onboards von Ken Roczen hochladen. Ziemlich sensationelle Aufnahmen, offensichtlich mit einer Standard GoPro erstellt. Den Film vom Wochenende gibt es noch nicht, aber man kann sich schonmal warmgucken.

Supercross | Roczen |


Sonntag, 21. Juni 2020

Der Formel 1 bleiben in Zukunft die RTL Übertragungen erspart.

Also nichtmal die halben Rennen, die sie im Moment zeigen. Weil die andere Hälfte ist ja Werbung.

Das fand ich sowieso schon immer dreist, wie massiv man gegängelt wurde, um F1 im Free TV zu sehen. Haben einfach mitten im Rennen ausgeschaltet und Werbung gesendet. Stellt Euch das mal im Fussball vor. Aber da trauen sie sich sowas nicht.

Nach der Schumacher Era haben sie bei RTL mit allen Mitteln versucht noch irgendwie auf der Welle mitzuschwimmen. Wie peinlich das immer war, wenn sie die Deutschen der Reihe nach aufgezählt haben. Oder mit irgendwelchen Homestories und Shopping Touren versucht haben das Ganze Mainstream-fähig zu bekommen. Super verkrampft.

Weil das nur bedingt funktioniert hatte, dachten sie dann auch mal einen auf Motorsport zu machen und haben die WRC drumrum gezeigt. Was natürlich auch furchtbar aufgesetzt gewirkt hat.

Bei beiden Serien werden die Bilder zentral produziert, d.h. der Einsatz von RTL hält sich in Grenzen. Modernisiert wurde auch nichts, gefühlt läuft das bei RTL noch genauso ab wie vor 30 Jahren.

Bei der Formel 1 kann man sich inzwischen auch ein Streaming kaufen - wobei es da beim Launch ja mächtig technische Probleme gab. So richtig Formel 1 unwürdig. Läuft das inzwischen?

Um RTL ist es jedenfalls nicht schade. Wenn es etwas zu bedauern gäbe, dann höchstens warum das so lange gedauert hat. Vielleicht ergibt sich Möglichkeit für etwas Neues - so wie Servus TV bei der MotoGP zum Beispiel.


Samstag, 20. Juni 2020

Alex Zanardi hatte einen schweren Unfall.

Was sich anhört wie ein Déjà Vu - bzw. Déjà Entendu - ist leider ganz aktuell:

He arrived here with major facial cranial trauma, a smashed face, and a deeply fractured frontal bone [forehead]. The numbers are good, although it remains a very serious situation. We won’t see what his neurological state is until he wakes up — if he wakes up.

War ein Rennunfall mit dem Handbike gestern.

Ebenfalls gestern hat BMW seine Planung bekanntgegeben, dass er nochmal im GT3 startet.

Und hier ist ein aktueller Podcast von dieser Woche mit Alex Zanardi - aber da habe ich das selber noch nicht fertiggebracht, mir das jetzt anzuhören.

ForzaAlex.

Zanardi |


Donnerstag, 18. Juni 2020

Black Falcon will am Ring keine GT3 mehr einsetzen.

Die GT World Challenge ist auch gestrichen:

BLACK FALCON gehört seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Teams im internationalen GT3-Sport. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die in Zusammenarbeit mit Mercedes - AMG durchgeführten Einsätze auf der Nürburgring Nordschleife und bei der GT World Challenge. Aufgrund der zunehmenden Professionalisierung stellt die Finanzierung dieser Einsätze für ein rein durch den Rennsport finanziertes Privatteam eine große Herausforderung dar. Vor der Corona – Krise konnte diese Herausforderung durch Einnahmen aus Partnerverträgen, dem Kundensportprogramm von BLACK FALCON sowie aus Firmen-Incentives über viele Jahre gut bewältigt werden. Angesichts der erheblichen Beeinträchtigungen des Motorsports durch Reisebeschränkungen, der Absage von Großveranstaltungen und des Verbotes von Zuschauern und Teamgästen an der Strecke werden diese Einnahmen jedoch für längere Zeit zum großen Teil wegfallen. Die Entscheidung zur Auszeit vom werksunterstützten Rennsport war für BLACK FALCON daher die unausweichliche Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona – Pandemie.

Mike Frison / renn.tv

Timo Frings wird neuer Einsatzleiter - mit diesen Aktivitäten:

(..) Einsätze in der 24h Series by Creventic mit AMG GT3, GT4, und Porsche (..) Porsche Carrera Cup Deutschland (..) Ferrari Challenge (..) NLS und den 24h (..) Porsche 991 GT3 Cup MR Pro (..) AMG GT4 in der (..) SP8T (..) Porsche Cayman GT4 (..) Porsche 911 – Fahrzeuge in der Produktionswagen-Klasse.

Die Entscheidung ist Alex Böhm sicher nicht leichtgefallen - man baut sich so etwas nicht in jahrelanger Arbeit auf, um es dann auf dem sportlichen Höhepunkt wieder einzustampfen. Aber es spricht für ihn als Unternehmer das Kerngeschäft zu identifizieren, um dann eventuell später wieder aufzurüsten.

Corona kennt keine Gnade - besonders, wenn man international unterwegs ist.

BlackFalcon | Frings | FIAGT3 | Corona |


VLN empfiehlt Lindner.

Aus den Corona-Regeln (Kopie) für das erste VLN-Rennen:

Sofern eine Übernachtung vor Ort Ihrer Teilnehmer nötig ist, wird empfohlen, die Hoteleinheiten des Lindner Hotels zu buchen. Diese verfügen über ein Konzept, durch das die Einhaltung der gültigen Abstandregelungen und Hygienevorschriften garantiert werden kann.

Als hätten sie auf Corona gewartet, um irgendeinen Vorwand zu produzieren. Denn diese Formulierung suggeriert im Umkehrschluss, dass die Regelungen und Vorschriften in unabhängigen Hotels nicht garantiert sei.

Geht's noch frecher?

Damit will man wohl die angekündigte VLN-Lindner-Partnerschaft untermauern. Und nachdem die Trennlinien zwischen Nürburgring, VLN und Lindner zunehmend verschwimmen, findet sich die Empfehlung sogar in den offiziellen Durchführungsbestimmungen.

Wäre ich Hotelbetreiber in der Gegend, hätte ich nicht nur schon genug Sorgen aufgrund von Öffnungsverboten und Event-Ausfällen, sondern würde mich jetzt auch noch zusätzlich diskriminiert fühlen bei den wenigen Veranstaltungen, die trotzdem noch stattfinden.

Denn das ist ja kein Versehen, dass man die umliegenden Übernachtungsanbieter nicht aktiv in die Planungen mit einbezogen hat - sie werden ja regelrecht ausgegrenzt von diesem geschlossen Zirkel VLN-Nürburgring-Lindner.

Andererseits ist hoffentlich niemand überrascht zu hören, dass mich das nicht überrascht. Denn das ist genau das Szenario, vor dem ich lange und oft eindringlich gewarnt habe.

Langstrecke | Lindner | Koppelgeschäfte | Diskriminierung |


Dienstag, 16. Juni 2020

Eine Lady aus Barweiler hat es auf die Titelseite der Spa 24h geschafft.

Sieht gut aus!

Mike Frison / renn.tv


Factory Tour mit Jim Glickenhaus in New York.

Norbert Ockenga hat mal schnell - digital - bei Jim Glickenhaus vorbeigeschaut:

youtu.be/uuhK6vqviMM

Der macht im Moment Schlagzeilen, weil ihm die IMSA den Start verwehrt. Haben wohl Angst, dass er die Hersteller nass macht. Tja, wer die Musik bezahlt, bestimmt was sie spielt.


Erzberg - Jonny Walker und KTM.

Ich hatte hier mal vor Jahren Jonny Walker verlinkt, als er das Erzbergrodeo 2014 gewonnen hat und man sich das Rennen als Onboard komplett (!) auf Youtube anschauen konnte:

youtu.be/4j6dyAMrPZU

Aktuell gibt es bei KTM ein Interview mit Jonny Walker und er meint zu dem 2014er Rennen:

I still dream about 2014. I remember finishing and realising that I never fell off the bike, not once. Everything went so perfectly and that almost never happens at the Iron Giant. I got the holeshot and didn’t see another rider for the rest of the race. I won by about 30 minutes, which is unheard of now.

Er meint auch, dass es mal an der Zeit wäre, dass ein Viertakter gewinnt - nämlich die 350er. Also nicht so wie mein Crosser, sondern die Enduro-Variante. Mir war überhaupt nicht klar, dass das Rennen bisher immer nur zweitaktend gewonnen wurde.

KTM lässt sich aber auch nicht lumpen und hat zur Feier des Tages eine Erzbergrodeo-Sonderversion vorgestellt - 2-Takt natürlich:

Mike Frison / renn.tv

Viel zu schade für Erzberg!

Kennt Ihr eigentlich den Reitwagen? Motorradzeitschrift aus Österreich. Habe ich früher verschlungen. Früher - das heißt zu den Zeiten, als der Erzberg aus der Taufe gehoben wurde und ein frecher Chris Pfeiffer auf einer GasGas (!) das Rennen mal eben so gewonnen hat. Also vor gut 20 Jahren. Wahrscheinlich sitzt der Stachel bei KTM immer noch so tief, dass sie jetzt kürzlich GasGas übernommen haben.

Erzberg | Walker | Enduro |


US Behörden erwischen Audi-Dieselgate-Angeklagten in Kroatien.

Dieselgate ist vorbei - dachte sich Axel Eiser und ist nach Kroatien in den Urlaub.

Wo ihn US Agenten festgenommen haben. Basierend auf dieser Anklage.

Das wird aber jetzt ein langer Urlaub.


Ich hatte mich doch gefragt, was so ein Boston Dynamics Hund kostet:

74.500 $. Uups.


Kurt Beck macht wieder Insolvenz-Schlagzeilen, diesmal mit dem 1. FC Kaiserslautern.

Der hat gestern nämlich Insolvenz angemeldet - natürlich in Eigenverwaltung.

Aber es gibt noch mehr Parallelen zum Nürburgring, denn neben Kurt Beck ist natürlich in dem Pistolenroman auch Ingolf Deubel involviert und wie am Nürburgring ist Größenwahn die Wurzel allen Übels. Und der Verein kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wie am Ring gab es bei dessen Gründung Kurt Beck noch gar nicht, der FCK wird dieses Jahr stramme 120 Jahre alt.

Und - die nächste Parallele - der Mainzer Regierungs- und Propagandasender SWR versucht das Ganze noch als Gutes und Chance zu verkaufen. Hier ist so eine Sendung, die sich versucht einen neutralen Anstrich zu geben, in Wirklichkeit aber nur ein paar Wattebäusche wirft - bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Der Name Kurt Beck fällt - natürlich - überhaupt nicht. Dabei wollte der provinzielle Fürst unbedingt die Fußball-WM im Land haben, denn da kann er sich dann in den Kameras der weltweiten TV-Stationen sonnen. So wie er das auch immer gerne bei der Formel 1 gemacht hat.

Und natürlich gibt es auch - geheime - Investoren, die schon auf der Matte stehen - wer erinnert sich nicht gerne an den ganz großen Milliardärsadel.

Aber ich rege mich da überhaupt nicht auf - im Gegenteil. Nachdem die Rheinland-Pfälzer ihre geliebte SPD mehrfach wiedergewählt haben, haben sie sich selber zum Abschuss freigegeben.


Die Intermot hat 2 Monate gebraucht, um sich zur Absage der Kölner Motorradmesse durchzuringen.

BMW und KTM haben schon Anfang April die Handtücher geworfen - und ich meinte schon, dass das dieses Jahr nichts mehr wird.


Sonntag, 14. Juni 2020

Virtuelles Le Mans 24h-Rennen.

Das wird sicher in die Geschichte eingehen und es sind auch beeindruckende Bilder, aber ich kann da nichts mit anfangen.

Der Hammer ist ja, dass die das sogar auf Eurosport übertragen haben:

Mike Frison / renn.tv

Ich muss zugeben, dass mir das alles unheimlich grotesk vorkommt. So als würde der Motorsport sich anstrengen zu beweisen, wie überflüssig er eigentlich ist. Dass alle brav mitspielen - Sponsoren, Teams, Fahrer, TV, ACO, .. - liegt am Kommerz, man gaukelt sich gegenseitig Präsenz und Zuschauerzahlen vor. Und versucht sich über die Zeit zu retten, damit niemand in der Coronapause auf andere Ideen kommt oder man in Vergessenheit gerät.

Ja, die Bilder und der Sound sind gut - täuschend echt, auch die Atmosphäre - das sind Glanzleistungen der Programmierer. Sie versuchen das Original - das reale Rennen - so echt wie möglich digital nachzubilden. Und damit wird es immer nur genau das bleiben: ein digitaler Versuch einer Kopie.

So wie z.B. ein Foto nie in der Lage sein wird, die Realität abzubilden.

Ich kann sowohl den ACO als auch rFactor verstehen und einfach war es sicher auch nicht. Von daher feiern sie es zu Recht als Erfolg. Aber für mich persönlich hat sich der Motorsport - wieder einmal - ein Stück weit verkauft und zur Kommerzhure gemacht. Inklusive aller Akteuere, die devot mitspielen und nicht müde werden zu betonen, wie toll das doch alles sei.

Nein. Ist es nicht. Zumindest nicht für mich. Ich fühle mich verarscht nach Strich und Faden von der Ernsthaftigkeit, mit der das Sim-Racing jetzt abgefeiert wird. Ohne Corona wäre es ein Spiel und jetzt auf einmal ist es die große Simulation, die man sogar live auf Eurosport als Ersatz zum Rennen übertragen kann. Was für ein Witz.

Es gibt Sim-Racing - oder so etwas ähnliches - das keine Kopie einer realen Veranstaltung sein will, sondern erwachsen genug ist, etwas eigenes zu sein: Drohnen Rennen. Man fliegt mit echten Drohnen, hat aber über VR-Brillen das Gefühl selber zu fliegen, wenn man die Geräte steuert. Das ist innovativ und spannend und eröffnet völlig neue Sichtweisen. Es versucht nicht irgendetwas Reales zu kopieren, sondern man nutzt die Möglichkeiten der Technik, um etwas Neues zu erschaffen.

Während der Motorsport in seinem eigenen Saft gart und nur noch gemolken wird. Bis von den ehemals kochenden Temperaturen nur noch ein lauwarmes Süppchen übrig bleibt.

Rant | LeMans | SimRacing |


Fabio´s Fiesta bei JP.

Schöne Sendung bei JP, der mal Fabio’s Fiesta in die Mangel genommen hat:

youtu.be/Hp4yMg–MS4

Ihr kennt das knuffige Auto vielleicht vom Ring, dort ist Fabio fleißiger Rundendreher - Nfiziert, eh klar. Ein schönes, kerniges Low-Budget-Ringtool. Im normalen Leben sind wir beide bei Ford in Köln beschäftigt und 2 Stockwerke auseinander, da trifft man sich dann mal zum Kaffee unter Petrolheads und da kann es auch nicht schaden, dass wir beide zweirädrig zum Motorsport gefunden haben.

Ist inzwischen aber auch schon über 3 Monate her, dass ich in Niehl war - seit März arbeite ich komplett aus dem Home Office. Von daher schön den Fabio wieder mal zu sehen, wenn auch nur über Bande - bzw. auf Youtube.



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