Donnerstag, 09. Juli 2020

Am Wochenende hat die VLN 296 Fahrzeuge am Start.

Also nach Nürburgring- bzw. 24h-Rennen Zählweise. Da werden ja auch die Zuschauer für alle Tage zusammenaddiert. Und noch ein paar Eifeldörfer mit in die Summe geworfen. Damit man stolz verkünden kann, dass 200.000 Zuschauer das Rennen verfolgt haben. Was natürlich auch dann nicht stimmen würde, weil dann dürfte man ja nur Samstag und Sonntag für das Rennen zusammenzählen. Aber gucken wir den Kreativen bei ihren betrugsnahen Machenschaften mal nicht zu genau auf die Finger.

Für die VLN haben in Wirklichkeit 155 Teams für Samstag und 141 für Sonntag genannt.

Oh - habe ich da jetzt jemanden auf dumme Gedanken gebracht?

Ich könnte auch jetzt die Vorhersage machen, dass die Corona-Notgeburt den Ausrichtenden sehr gelegen kommt, weil sie damit ihrem feuchten Renn-Wochenende-Traum einen Schritt näher kommen. Und das auch in die Nach-Corona-Zeit ausdehnen werden wollen. Da meine Vorhersagen aber eine ziemlich hohe Trefferquote haben, lasse ich es lieber.


Beta 300 RX.

Beta hält die Zweitaktfahnen hoch und hat für 2021 einen 300er 2T Crosser im Programm.

Videobeweis:

youtu.be/MacMU-aWJQc

Motocross | Beta | Zweitakt |


Alex Zanardi Update.

Ist immer noch im künstlichen Koma und jetzt schon die 3. OP hinter sich.

Diesmal zur Gesichtsrekonstruktion:

The local hospital issued a press release saying his surgery took 5 hours and that it was successful. “The patient has undergone a new surgery aimed at cranial-facial reconstruction and stabilization of the areas affected by the trauma. The fractures were complex,” said Professor Paolo Gennaro, director of the Siena university hospital’s maxillofacial surgery unit, in a statement.

“This required careful programming that made use of computerized, digital and three-dimensional technologies, made to measure of the patient. The complexity of the case was rather singular, even if it is a type of fracture that we routinely face in our center,” he added.


Mittwoch, 08. Juli 2020

Die ersten Flat Track Pflänzchen werden in Deutschland gesetzt.

Nennt sich Krowdrace und wird von Indian unterstützt.

Tolles Konzept - und es könnte so schön sein, wenn sie sich nicht direkt dem DMSB unterjocht hätten.


Lotus stellt den elektrischen Evija vor: Unreal performance enabled by electricity.

Naja, so eine Stromschleuder denkt Ihr jetzt wahrscheinlich, die kann einen ja nicht vom Hocker reißen.

Mike Frison / renn.tv

Sitzt Ihr bequem?

3 Sekunden von 200 auf 300 km/h.


Servus TV überträgt Formel 1 ab 2021. Zumindest schonmal in Österreich.

Nachdem RTL sich (endlich!) von der Formel 1 verabschiedet, hatte ich ja die Hoffnung auf etwas Neues bzw. Servus TV.

Und siehe da, in Österreich ergänzt Servus TV ab 2021 die ORF Übertragungen. Ich schätze mal die Erweiterung nach Deutschland ist nur noch Formsache.


Die VW Anwälte kommen ganz schön rum, zum Beispiel Israel:

The state of Israel has filed a $152 million lawsuit against Volkswagen AG, Audi AG, and local distributor Champion Motors for alleged fraud and negligence relating to the dieselgate scandal.

Volkswagen | Dieselgate |


In Belgien kann man geführt auf elektrischen Sur-Rons ausreiten.

Übernahme bei Gefallen nicht ausgeschlossen.


Seat hat ja Cupra als Marke für den Sport ausgegliedert - jetzt stellen sie auch einen elektrischen Sport-Ableger des VW ID.3 vor.

Außer den Sportsitzen und der schnittigen Optik kann man da jetzt auch noch keine so großen Unterschiede erkennen. Wäre mal interessant, wie der auf Leistung getrimmt werden soll und was der dann so kann. Oder anders ausgedrückt: wie oft man damit 20,832 km umrunden kann und wie lange sowas dauert.


Dienstag, 07. Juli 2020

Die Formel 1 hat die Coronapause doch ganz sicher genutzt, um ihren desolaten Streamingdienst auf Vordermann zu bringen.

Oder? ODER?


Am Wochenende gab es überall in Deutschland Biker-Demonstrationen.

Also hier, hier oder hier.

Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff Biker ganz schlimm finde - das sind für mich so lederbekuttete Möchtegern-Bösewichte - haben diese Demonstrationen für Außenstehende eher so einen q.e.d. Effekt: gegen Fahrverbote und Lärmbeschränkungen demonstrieren, indem man zu Tausenden lärmend und verkehrslahmlegend die Städte flutet.

DAS bringt ganz sicher Pluspunkte in der Öffentlichkeit.

Mir fällt zwar auch keine bessere Idee ein, aber man kann ein schachmatt auch ruhig mal akzeptieren, wenn es vor einem steht.

Denn der Lärm fällt ja nicht von heute auf morgen vom Himmel, sondern wurde die letzten Jahre und Jahrzehnte zelebriert - Sound! - ohne Rücksicht auf Verluste. Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn die Gegner bei passender Gelegenheit versuchen reinzugrätschen.

Das kann der Motorradindustrie in Deutschland noch teuer zu stehen kommen - und die Motorradfahrenden ins Abseits stellen - dass man es versäumt hat eine starke Lobby aufzubauen. Die gibt es quasi garnicht. Bei den Autos gibt es den ADAC, den VDA und einen wechselnden, aber immer devoten CSU Verkehrsminister, bei den Fahrrädern immerhin den ADFC - zwar zahnlos, aber präsent - doch bei den Motorrädern? Das Hobby altert so nach hinten raus, im Motorsport löscht der DMSB wirkungsvoll jede noch so kleine aufkeimende Begeisterung und bei den Herstellern stehen ganz viele konkurrierende Importeure dem inzwischen mächtigen BMW Giganten gegenüber. (Auch wenn VW sich Ducati einverleibt hat.)

Aber auch die sportlichen Autofahrer sollten sich nicht zu früh freuen, denn über Bande steht hier das Spaßfahren auf dem Spiel. Also nicht die Fahrt von A nach B, sondern von A nach A. Für den wird es nochmal richtig ernst, wenn das autonome Fahren unsere Mobilität bestimmt und die Unfallzahlen dramatisch gesenkt werden. Dann wird das Selberfahren eine sehr exklusive Angelegenheit, insbesondere im öffentlichen Straßenverkehr.

Egal ob leise oder laut.

Motorrad | Fahrverbote | Lärm |


Typisch Formel 1 Ingenieur:

The updates have also shaved 300g of weight from the bike. Not life-changing, but not bad either, considering it brings the weight down to 38.4 lb (17.8 kg).

Dreht sich um das 2020 GoCycle GX von Richard Thorpe.

Schön zu sehen, wie man generell bemüht ist bei den Fahrrädern jedes unnütze Gramm runterzufeilen.

Umso deprimierender, wie gleichzeitig die Autos immer fetter (breiter) und schwerer werden.


In Frankreich haben sie einen Vanmoof Werbespot wegzenziert.

Mal abgesehen davon, dass streng nach Streisand der Effekt natürlich genau umgekehrt eintrifft - also, dass noch viel mehr Leute sich jetzt den Werbespot anschauen - ist es auch ziemlich armselig, den Spot zu verbieten.

youtu.be/kMpqVfnuyII

Das ist ein Fisker, oder?

Jedenfalls lässt das tief blicken, wenn eine Regierung die Autoindustrie vor Fahrrädern schützen muss. Ich glaube auch nicht, dass sie sich damit einen Gefallen tun - der Schuss jedenfalls ist ordentlich nach hinten losgegangen.

Und die Vanmoofs sind stylische Teile. Aber die Option des elektrischen Hilfsmotors für das Fahrrad hebe ich mir noch auf als Plan B für später. Bin bis jetzt auch noch so überall hingekommen, wo ich hinwollte. Le Mans zum Beispiel.

Aber es ist gut, dass es das gibt und jetzt im Corona laufen die Leuten den Radverkäufern anscheinend die Bude ein. Die verdienen sich eine goldene Nase, denn so ein E-Bike hat schon einen ziemlich saftigen Aufschlag. Als wären die Fahrräder heutzutage nicht schon teuer genug.

Wenn man Leute trifft, die jetzt neu zum Fahrrad finden - egal ob mit oder ohne E - dann zeigen die sich immer überrascht, wie schlecht die Verkehrsgestaltung für Fahrräder ausgelegt ist. Das ist schon verblüffend, offensichtlich ist das aus dem Auto heraus nicht erkennbar, dafür muss man sich selber auf den Sattel schwingen. Egal - Hauptsache das Gemurkse wird mehr Leuten offenbar - auch wenn ich wenig Hoffnung auf großartige Veränderungen habe. Überall, nur nicht in Köln.

So it’s easy to see why car manufacturers might be scared of this behavioural shift. And the giants of the auto industry still have the weight and financial clout to lobby regulatory bodies like the ARPP. It might explain why to-date there have been almost no bike commercials broadcast worldwide. But with this market stranglehold starting to loosen, it’s only a matter of time before more voices can be heard. There’s a new day dawning indeed.

Meint der Vanmoof Blog wenig überraschend mit einer gehörigen Portion Süffisanz zu der französischen Werbefilmfarce. Ich bin mir nichtmal sicher, ob das hierzulande nicht genauso passieren könnte.

Vanmoof | Zensur | Werbefilm | Fahrrad | EBike |


Walter Röhrl hat bei einem großen E-Mountainbike Testjahrbuch mitgeholfen.

Das wäre eigentlich schon Grund genug, sich das Heft zu besorgen.

Die Entwicklung dieser Gattung ist jedenfalls irre - die Grenzen zum Motorrad fließend. Und wir sind erst am Anfang!

Die Preise sind allerdings auch ziemlich schwindelerregend - und auch hier die Grenzen zum Motorrad fließend. Mal zum Vergleich: mein neuer Crosser hat mich 7.290 € gekostet.


Elektrische Tretroller-Weltmeisterschaft.

Kein Witz, im Gegenteil:

The championship, which will hold its first event in 2021, will race specially developed high-speed electric scooters in the heart of major cities, and has been developed to make international motorsport more accessible, affordable and sustainable than ever before.

Hört auf den Namen eSkootr Championship - oder kurz eSC.

Alex Wurz und Lucas Di Grassi gehören von Anfang an mit zum Team.

Hier gibt es ein kurzes Image-Video.

So ein frisierter Roller mit über 100 Sachen ist schon eine Herausforderung, auch wenn große Leute gut benachteiligt sind. Das entgeht mir als fast Zwei-Meter-Mensch natürlich nicht, wenn ich mal auf so einem Gerätchen unterwegs bin. Aber Spaß macht es allemal - und bei dem Speed stelle ich mir das ziemlich aufregend vor.

Mal so als Gedankenmodell mit ein paar Leuten auf der Kartbahn in Kerpen - das gäbe ein ziemlich lustiges Gemetzel.

Ich sehe die Entwicklung positiv:

Die Elektrifizierung wird völlig neue Dimensionen der Dynamik eröffnen - wartungsarme Sportgeräte, von denen wir nichtmal zu träumen wagen, werden für alle zugänglich. Lärm- und Umweltschutzbeschränkungen sind Themen von gestern - dadurch eröffnen sich völlig neue Konzepte, Veranstaltungsorte und Formate.

Ein Zitat von mir von vor 3 Jahren.


Freitag, 03. Juli 2020

Wisst Ihr, was die VLN mit ihren 30 Klassen jetzt unbedingt braucht? Nach klar, noch eine Klasse!


An der Touristeneinfahrt Nordschleife gibt es eine neue 360° Panorama-Webcam.

Hier der direkte Link - und ist auch auf der Wetter- und Webcamseite 20832.com/wetter als Link eingefügt.

Webcam | Wetter | Nürburgring | Nordschleife |


Donnerstag, 02. Juli 2020

Für McLaren wird die Luft dünn, Bahrain schießt nochmal 185 Millionen Dollar nach.

Dabei gehört dem Land schon mehr als die Hälfte der Firma:

McLaren has secured a rescue loan of 150 million British pounds (approximately $184.5 million) from the National Bank of Bahrain, the automaker and race team said Monday.

Bahrain, through its Mumtalakat sovereign wealth fund, is the majority shareholder of McLaren, owning 56.4% of the company. The sovereign wealth fund is also the majority shareholder of the National Bank of Bahrain.

The funding will help McLaren pay suppliers and ensure its race team is on the grid for this weekend's start of the 2020 Formula One World Championship in Austria.

Nicht die besten Aussichten, denn auch so ein Rettungskredit will irgendwann mal zurückbezahlt werden.

McLaren | Bahrain |


Mittwoch, 01. Juli 2020

Kein GIMS 2021.

Während sich Anfang des Jahres die GIMS - also die Genfer Automesse - mit allen Vieren gegen die Corona-Absage gestemmt hat, überrascht sie jetzt bereits mit der Absage der 2021er Ausgabe.

Scheinen ihre Lektion gelernt zu haben.

GIMS |


BMW Motorrad mit Active Cruise Control.

Aus dem Pressetext:

Entspanntes Dahingleiten mit automatischer Geschwindigkeitsregelung, ohne die Fahrgeschwindigkeit selbsttätig an das vorausfahrende Fahrzeug anpassen zu müssen – beim Automobil bereits seit Jahren verfügbar, beim Motorrad bisher nicht in Serie. Doch in Kürze bietet BMW Motorrad mit der Active Cruise Control (ACC) diese Art von Fahrerassistenzsystem an und beschert Motorradfahrern damit ein völlig neues, komfortables Fahrerlebnis.

Das ist wirklich lästig - immer diese ständige Fahrgeschwindigkeitsanpasserei. Denn Gasgeben will doch keiner beim Motorradfahren, da möchte man Dahingleiten.

WTF?!

Zur BMW Ehrenrettung sei erwähnt, dass sie auch in der Superbike WM als Werksteam antreten. Aber meine Güte, was für ein Spagat.


Nordschleifewerbung ist wieder opportun.

Wisst Ihr noch - damals - als STR industrielle Mitstreiter suchte und alle einen Riesenbogen um das Thema Nürburgring gemacht haben?

Nun, diese Zeiten scheinen vorbei, denn die Leute haben ein kurzes Gedächtnis und die Nordschleife ist wieder gesellschaftsfähig. Das lassen sich die Marketingleute nicht zweimal sagen und schöpfen aus dem Vollen:

Auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings demonstriert das stärkste und schnellste jemals für den Straßenverkehr zugelassene Modell der britischen Traditionsmarke das vollständige Potenzial seiner mit Rennsport-Knowhow von John Cooper Works entwickelten Antriebs- und Fahrwerkstechnik.

Sie scheinen allerdings etwas berauscht von ihren eigenen Texten:

Seine eigentliche Bezeichnung verdankt der „Ring“ natürlich der im 12. Jahrhundert erbauten Nürburg, die heute auf einem Hügel inmitten der Nordschleife liegt. Der schönste Blick auf die Ruine der Burg ergibt sich in der gleichnamigen Ortschaft unweit der Zufahrt zur Rennstrecke. Ansonsten ist es der neue MINI John Cooper Works GP, der schon bei der Anreise zur sogenannten Touristenfahrt über die Nordschleife zum Fotomotiv wird. Je näher er dem „Ring“ kommt, desto mehr Motorsport-Enthusiasten stellen mit Begeisterung und gezückten Smartphones fest, dass ihnen gerade eine echte Rarität begegnet.

Ich kenne nur einen Mini, der am Ring oft fotografiert wird, und der ist ringminiblau.

Ist ja auch kein Wunder, am Ring ist quasi Sportwageninflation, da dreht man sich nichtmal mehr nach einem GT3 RS um (heißen die so?).

Während des Spurts in Richtung Tiergarten vergehen 5,2 Sekunden, bis im digitalen Instrumentendisplay das Erreichen der Tempo-100-Marke angezeigt wird. Ein Vierzylinder-Turbomotor mit 225 kW/306 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm erzeugt diesen unwiderstehlichen Vorwärtsdrang. An die mit modellspezifischen High-Performance-Reifen bestückten Vorderräder gelangt die geballte Kraft über ein 8-Gang Steptronic Getriebe, das mit einer integrierten Differenzialsperre dafür sorgt, dass das Antriebsmoment verlustfrei in begeisternde Performance umgesetzt wird.

Die texten sich tatsächlich in diesem Stil einmal um die Nordschleife. Ich hoffe für die Marketingabteilung, dass sich die beworbenen Ringtool-Qualitäten auch so bewahrheiten, denn nach solchen Ansagen darf sich niemand wundern, wenn das Auto auch mit hoher Erwartungshaltung am Ring als Tool eingesetzt wird.

Geht aber noch weiter aus München, denn zeitgleich gibt es dieses Video vom neuen M4, das einen im Prototyp noch während der Entwicklung und den Abstimmungsarbeiten über die Nordschleife kutschiert.

Da scheinen endgültig alle Hemmungen zu fallen. War irgendwas?

SaveTheRing | Werbung | Insolvenz | Ringverkauf | Flimm |


Sonntag, 28. Juni 2020

N´dlich wieder Motorsport!

Am Samstag konnte ich endlich nochmal ausrücken zum Motocross - wie sehr habe ich den Moment herbeigesehnt, so sieht ein glücklicher und verschwitzter Motorsportler in seinem Element aus:

Mike Frison / renn.tv

Kurze Rückblende:

Ich war heiß auf die Saison, bin fleißig mit dem Rad zur Arbeit gefahren - auch im Winter - doch dann die große Coronapause. Da steht das scharfe Eisen quasi neu und vollgetankt in der Garage, und ich kann nicht fahren!

Der Originalplan war, die Winterpause möglichst kurz zu halten, damit es mir als altem Sack nicht so schwerfällt wieder in den Tritt zu kommen. Gibt wahrscheinlich nicht so viele Ü50, die mit dem Crossfahren anfangen. Und dann auch noch dank Corona Home-Office, wodurch mein Arbeitsweg - und damit mein Radtraining - wegfällt. Schöner Driss.

Ursprünglich war ja mein Plan B, dass ich meinen Arbeitsweg fake. Dass hat auch ganz gut geklappt, aber inzwischen bin ich bei Plan C, denn das kleine Schwarze läuft so schön, dass man mit genug Zeit auch eine 100km Runde zusammenbekommt.

Mike Frison / renn.tv

Die Strecke habe ich weiter optimiert - und inzwischen ist sie echt toll, eine Mischung aus asphaltierten Feldwegen, festen Waldwegen, flüssigen Singletrails und idyllischen Ortsdurchfahrten. Gesamt 90km und einmal um Euskirchen, also ohne Pause so etwa 4,5h. Sind auch ein paar knackige Steigungen dabei, aber der Rest ziemlich flach - ist ja ein getriebeloses Singlespeed.

Mike Frison / renn.tv

Doch was nützt die ganze Planung und das Training, abgerechnet wird auf der Crossbahn. Und gestern war es soweit:

  • 27.Juni: erstes richtiges Training auf großer Strecke.

Neben der Fitness hatte ich noch ein weiteres Fragezeichen: ob sie anspringt. Denn inzwischen haben die Crosser keinen Kickstarter mehr, alles läuft über die kleine Lithium-Ionen-Batterie. Dafür bräuchte man aber ein spezielles Ladegerät - also Risiko und erst vor Ort zünden. Damit nicht unnötig Strom verbraucht wird.

Was soll ich sagen: hat alles prächtig funktioniert - ist direkt angesprungen und ich habe mich auch gleich wieder wohlgefühlt. Natürlich fahre ich immer noch mein Anfängertempo, aber anstrengend ist es allemal - heute einen Tag später habe ich ordentliches Muskelkater. So soll das sein.

Insgesamt waren es vier Turns je 20 Minuten - der Klassiker könnte man sagen. Ich bin immer noch schwer beeindruckt, was solche Crosser heutzutage leisten. Laufen sauber, springen immer an, Druck ohne Ende, Fahrwerk mit mächtigen Reserven für Normalos - garantierter Fahrspaß. Wenn ich da an damals denke, als wir uns als Jugendliche so eine ausgenudelte 125er luftgekühlt zusammengestottert haben, die aber eigentlich nie lief - was für ein Krampf. OK - ist auch 40 Jahre her - Alter, wie die Zeit vergeht. Aber so lange laufe ich schon der Idee hinterher, mir einen neuen Crosser zuzulegen - also neu im Sinne von frisch aus der Kiste - um damit regelmäßig auszurücken. So langsam scheint das Realität zu werden, hoffentlich breche ich mir nichts, das fehlt jetzt noch.

Letzte Woche wurden von KTM auch die neuen 2021er Modelle vorgestellt - das ist im MX Bereich so üblich, dass das relativ früh im Jahr stattfindet. Das Gute dabei, dass das wieder eine Minor Revision war, also kleinere Verbesserung ohne den Rahmen oder die Plastikteile zu verändern. Das heißt mein blauer Plastik-Kit würde auch da noch passen, wenn es später mal eine 2021 werden sollte.

Am Wochenende gab es auch noch anderen Motorsport, nämlich den 1. VLN Lauf. Unterwegs dachte ich, ich schau mal, wie es läuft - aber auf Twitter nur das große Schweigen. Keine Infos zum Rennen auf @vln_de - dem offiziellen Kanal. Dafür, dass im Vorfeld in jedem zweiten Satz das Wort digital gefallen ist und man sich gerne als modern und fortschrittlich verkauft, war das dann doch eher enttäuschend. Ich schmeiß von unterwegs sicher kein Youtube an, nur um mal zu gucken, was so geht.

Und wenn man sich dann mal im nachhinein anschaut, wieviele Teams, Fahrer und Zuschauer den offiziellen Kanal referenziert haben, dann kann man sich gut vorstellen, wie der Notification-Button auf dem Account geglüht haben muss. Da gehört schon eine ordentliche Portion Sturheit dazu, das zu ignorieren.

OK - eh nicht mehr meine Welt. Den Fahrern ist es zu gönnen, können sie endlich mal wieder auf die Nordschleife. Nachvollziehbar. Aber als Zuschauer ist - zumindest für mich - der Zenit längst überschritten. Sollen es andere zu Grabe tragen. Kaufautos von der Stange, die in fast 30 verschiedenen Klassen ihre eigenen Rennen austragen. Und nach dem Rennen wird natürlich von ebenso fast 30 kommerziellen PR Strategen der großartige Erfolg posaunt - sind ja auch 30 glorreiche Siegerteams zu feiern.

Wenn man sich die Fotos anschaut, dann wird der Kaufauto-Einheitsbrei offensichtlich. Aber bitte, soll jeder selber entscheiden. Ich will das ja niemandem madig machen - nur nicht wundern, wenn ich selber besseres zu tun habe.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre so ein letztes mächtiges Aufbäumen. So noch einmal richtig aus dem Vollen, bevor der Hahn zugedreht wird. In Le Mans ist das gelungen: Audi, Porsche, Toyota - was für eine Schlacht. Am Ring waren das vielleicht die Jahre so um 2005, als Prototypen noch gewinnen durften. Danach nur noch kommerzielles Rahmabschöpfen - noch schnell die Seele verkaufen, bevor die große Ebbe einsetzt.

Problematisch wird nur für die Zukunft, dass man krampfhaft versucht, an Altem festzuhalten. Man hätte längst mit neuen Konzepten experimentieren müssen - als der Sport brummte und es Reserven gab. Aber jetzt - mit dem Rücken an der Wand - ist der Bewegungsspielraum natürlich nicht mehr vorhanden und man kann nur noch auf Zeit spielen. Und hoffen. Dass Corona bald vorbei ist, dass die Wirtschaft sich schnell wieder erholt, dass das mit dem Elektro und autonomen Fahren noch weit weg ist, dass die Leute möglichst bald wieder neue Autos kaufen und Vollgas fahren. Good Luck with that.

Von daher passt die zuschauerlose Nordschleife eigentlich ganz gut zur seelenlosen Rennserie.

Kommerzialisiert bis zur Unkenntlichkeit, ich glaube es würde sich sogar niemand wundern, wenn man in den Fernsehbildern die Zuschauer digital reinrendern würde. Austauschbar, reine Kulisse, geduldet ohne Mitsprache - so wie der digitale Applaus aktuell bei den Fußballspielen.

Ach - was rante ich hier rum - gehe ich nächste Woche wieder im Dreck wühlen und langweile Euch danach wieder mit meinen Anfängerberichten. Hauptsache Spaß in den Backen. Ist schon bemerkenswert, dass Integrität und Dreck im ehrlichen Sport so nah beieinander liegen.

Motocross | KTM350SXF | Langstrecke | Corona |


Mittwoch, 24. Juni 2020

In Verl bei Gütersloh sitzt nicht nur Corona-Tönnies, sondern auch das Motorsportteam von Franz Konrad. Nobert Ockenga hakt mal nach.


Ein Bike-Builder hat sich als privaten Spaß ein BMX mit Motor gebaut mit 2L Sprit im Rahmen.

Jetzt rennen sie ihm die Bude ein - und er hat eine Kleinserie aufgelegt.



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