Samstag, 23. September 2017

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest mit Wanderung durch Köln.

Meine Waffe der Wahl ist die Canon EOS 100D - und das schon ein paar Jahre lang. Eigentlich war das nicht geplant, ich wollte ursprünglich was Kleines und Kompaktes, das trotzdem viele Möglichkeiten bietet. Denn bei den Events, die ich besuche, geht es auch darum flexibel und beweglich zu sein - man weiß nie, was auf einen zukommt.

Mein Exemplar ist von 2013, sieht aus wie neu und hat mich noch nie im Stich gelassen. Ich passe zwar auf mein Material auf, aber am Ende ist es ein Werkzeug, das auch im harten Einsatz Leistung zeigen muss. In der Praxis hat mich die Vielseitigkeit dann so sehr überzeugt, dass ich mehr und mehr die große Kamera mit den fetten Objektiven zuhause gelassen habe.

Bei meinen 24h-Donnerstag-Wanderungen um die Nordschleife kann man das ja noch verstehen - wer will schon ein 300er 2.8 beim Wandern schleppen. Aber auch in Le Mans oder Goodwood war ich nur mit der 100D ausgerüstet und ich fand es mega. Es ist aber auch immer eine schöne Herausforderung, trotz des Spiegelreflexzwerges und den Kitobjektiven schöne Bilder zu schießen. Und mit den riesigen Speicherchips heute und einem 2.Akku - der ja auch schön klein ist - kommt man auch nicht an Kapazitätsgrenzen.

Inzwischen hat die 100D einen Nachfolger: die 200D. Und als ich kürzlich von Canon die 7D MkII zum Testen bekommen habe, hab ich mich natürlich direkt im Anschluss mal für die 200D gemeldet. Hat etwas gedauert, weil das neue Modell ist aktuell bei den Magazinen begehrt, aber letzte Woche kam die Nachricht - ich hatte gar nicht mehr dran gedacht und umso schöner, dass Canon mich noch auf dem Zettel hatte. Ein Tag später war das Paket zuhause - voilá:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Der große Unterschied zur 100er: Ausklappbildschirm und eingebautes WLAN:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Und für mich natürlich am spannendsten: ist sie größer geworden? Schwerer?

Der Formfaktor hat sich tatsächlich leicht geändert - der Griff ist jetzt griffiger - links die EOS 200D und rechts im Vergleich meine 100D:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Für meine großen Hände nicht so wirklich von Vorteil, aber wenn man die Kamera in der Hand trägt, dann kann man sie sicher greifen - ist auf jeden Fall auch kein Nachteil und ich habe mich schnell dran gewöhnt. Ich schätze mal, die brauchten bei Canon etwas mehr Raum zur Unterbringung von Komponenten - kann man so machen.

Ansonsten von der Größe her sind die beiden Modelle vergleichbar - von vorne:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

… ebenso wie von hinten:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Und wie sieht es jetzt aus mit dem Gewicht? In der Hand merkt man, dass die Neue schwerer geworden ist - was sich auch auf der Waage bestätigt:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

48 Gramm hört sich jetzt nicht viel an, aber es sind 12% die man merkt. Der Akku ist auch leicht größer geworden - und minimal schwerer - hat jetzt 1.040 mAh und hört auf den Namen LP-E17. Und ist natürlich nicht kompatibel zu dem alten LP-E12 der 100er, der 875 mAh hat:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

In der 200er kam ich mit voller Akkuladung 250 Bilder weit, allerdings hatte ich auch beim Fotografieren den Monitor immer Einsatz, nachdem ich mich mal dran gewöhnt hatte.

Zum Testen war ich diesmal im Gegensatz zur 7D nicht bei einem Rennevent - ich musste nach Köln und hatte den ganzen Nachmittag Zeit - also hab ich mich mal umgesehen und dabei die Kamera ausprobiert:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Das mit dem Ausklappmonitor ist ein großer Zugewinn. Mit ist wieder eingefallen, wie gerne ich über den Monitor arbeite. Das kommt aus der Videofilmerei - statt sich das Gerät vor’s Gesicht zu halten kann man bequem aus der Hüfte arbeiten. Gerade in der Stadt hat das den Vorteil, dass die Leute sich nicht so fotografiert vorkommen und man unbemerkt schöne Schnappschüsse schießen kann:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Sogar Mitzieher sind mit etwas Übung kein Problem. Hier noch einer:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Das Bild mit der Straßenbahn hab ich im Sitzen gemacht - wieder über den Monitor fotografiert - kleine Kaffeepause vor der Bäckerei:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Dieses Selfie-Selfie habe ich natürlich auch über den Monitor ausgerichtet - das wäre mit der 100D eigentlich gar nicht gegangen - dadurch eröffnen sich wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten.

WLAN habe ich auch hinbekommen, aber es war etwas fummelig:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Ähnlich kompliziert wie mit meiner WLAN SD Karte, aber dafür überträgt es ziemlich schnell und das ist ja auch schon was. Und noch ein großer Vorteil: man kann nur in RAW fotografieren und trotzdem die Bilder im Handy in JPEG empfangen. Ich schätze das wird vor der Übertragung konvertiert. Mir ist eigentlich auch egal wie sie es machen - dass man nicht JPEG und RAW gleichzeitig aufnehmen muss, nur um ab und zu was auf Instagram hochzuladen, ist schon ein Vorteil - besonders in der Geschwindigkeit. Klar, die Kamera hat ja auch weniger zu tun.

Apropos RAW: wenn ihr es noch nicht macht, solltet ihr unbedingt umstellen. Die Fülle an Bildinformationen ist ungleich höher und man kann viel besser nachträgliche Korrekturen für Belichtung oder Farbe anwenden. Ich benutze Lightroom für Archivierung und Nachbearbeitung, die Integration der RAW Bilder funktioniert nahtlos - merkt man garnicht.

Doch zurück zur 200D. Eigentlich dachte ich, ich würde wie gehabt meine beiden Objektive einsetzen, aber Canon hat mir den Kit mit dem 18–135mm Objektiv geschickt - das kannte ich bisher noch nicht. Also ausprobieren! Aber erstmal auf die Waage damit, denn wie schon die 200D kam es mir recht schwer vor:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Sogar schwerer als mein 55–250mm Tele, aber es hat dafür auch einen größeren Durchmesser - geht also mehr Licht durch. Und das merkt man - besonders in Situationen mit großem Hell-Dunkel-Spielraum:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Säuft lange nicht so schnell ab, wie ich das eigentlich gewohnt war.

Ist schon eine andere Liga und mit 18–135mm ist man sowohl nah als auch fern super ausgestattet. Besonders auf so einer Sightseeingtour, wie ich das gemacht habe:

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Noch viele weitere Bilder findet ihr unten in der Galerie - mit hat es viel Spaß gemacht damit zu arbeiten. Besonders der Ausklappmonitor hat es mir angetan. Sollte auch den Videofilmern gefallen - bis dahin habe ich mich noch gar nicht vorgerobbt - bin erstmal nur beim Fotografieren geblieben.

Und weil ich das Testexemplar wieder zurückschicken muss, steht für mich jetzt die Frage im Raum: kauf ich mir eine?

Canon EOS 200D im Vergleich zur EOS 100D - Miketest.

Hier wie versprochen noch mehr Beispielbilder und zugleich auch ein kleiner Stadtrundgang durch Köln Sülz und Weyertal. Die Bilder habe ich dezent über Lightroom in der Belichtung angepasst - das wäre sonst unfair der Kamera gegenüber. Die Automatik belichtet tadellos, aber manchmal setzt man nicht den richtigen Belichtungspunkt und das lässt sich am Computerbildschirm dann gut optimieren.

Die Canon EOS 200D gibt es seit Juli bei Amazon z.B. im Programm - entweder nur der Body (540 €) oder mit Kitobjektiv 18–135mm, das ich hier benutzt habe (885 €). Mit dem 18–55mm Objektiv gibt es sie auch für 620 €.

Falls hier auch jemand mit der 100er bzw. 200er fotografiert, würde ich mich über Rückmeldung freuen - natürlich auch, wenn euch der Test gefallen hat oder ich euch Anregungen geben konnte.

Canon | EOS200D | EOS100D | Miketest | Köln | Sightseeing | Mikefotos |


Freitag, 22. September 2017

Auto Union, Hans Stuck und das NS-Regime.

Am Großglockner in Österreich gibt es dieses Wochenende eine Oldtimer-Veranstaltung:

In Erinnerung an die legendären Rennen der 1930er-Jahre findet am Freitag und am Samstag wieder der Großglockner-Grand-Prix statt.

Mit der historischen Startnummer 83 geht Hans-Joachim “Strietzel” Stuck auf den Bergkurs, der Sohn des Siegers von 1938.

Zur geschichtlichen Einordnung: ein Jahr später - im September 1939 - brach der 2.Weltkrieg los.

Hier eine Dokumentation zu den politischen Verflechtungen damals und auch die Rollen von Hans Stuck (der Vater von Hans Joachim Stuck) und Ferdinand Porsche (der Großvater von Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche).

Im Film (ab Min. 9:15):

Auch Ferdinand Porsche taktiert. Zur Unterredung bei Hitler nimmt er den bekannten Rennfahrer Hans Stuck mit.

Historiker Peter Kirchberg:

Stuck war derjenige, der sehr früh enge Kontakte zur NSDAP hatte und der ja auch bei der Schlüsselunterredung deshalb mit dabei war, als es 1933 bei Hitler darum ging Geld für die Rennerei zu finden.

Hans Stuck nach dem Sieg beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 15.7.1934: Heil unserem Führer!

Stuck | Politik | Grossglockner | Silberpfeile | AutoUnion |


China´s Baidu Suchmaschine investiert 1,5 Milliarden Dollar in autonomes Fahren.

Die fahrerlose Mobilität scheint bei Suchmaschinen hoch im Kurs zu stehen, Google bzw. Alphabet Inc. greift auf dem Gebiet über seinen Ableger Waymo an.


Zakspeed kündigt die Partnerschaft mit AMG auf, nachdem AMG die Partnerschaft mit Zakspeed aufgekündigt hat.

Angefangen hat alles mit der Disqualifikation beim letzten GT Masters, nachdem man Platz 1 und 2 gefeiert hat. Grund unerlaubter Verstellbereich der Nockenwellen. Offensichtlich wird das über die Kennfelder geregelt und jetzt fragen sich natürlich alle: wie kommt die modifizierte Software in die Autos?

Fast ein kleines Dieselgate.


Der Extremklimadauertestaufkleber auf der Zugspitze ist noch nicht erfroren.


Donnerstag, 21. September 2017

Faster, Higher, Farther - das Dieselgate-Buch von Jack Ewing.

Selbst wenn man die Abläufe bei Volkswagen so intensiv verfolgt, wie ich das hier im Blog gemacht habe, verliert man schnell die Übersicht in der komplexen Gemengelage zwischen Politik und Industrie, zwischen Deutschland, Europa und Amerika und den vielen Schachzügen der Mächtigen im Hintergrund.

Trotzdem hatte ich das Gefühl einigermaßen durchzublicken, denn als Ingenieur, in Deutschland, in der Autoindustrie arbeitend, sogar selber schon am Prüfstand Kennfelder programmiert, zeitgleich mit Ferdinand Piëch bei Audi in Ingolstadt gearbeitet - wie kann mir jemand von der New York Times aus Amerika noch etwas Neues beibringen?

Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich die Lektüre des Buches wird für mich eher Pflichtveranstaltung als Augenöffner.

Wie ich mich täuschen sollte!

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: durch meine Vorgeschichte war ich befangen, habe Ereignisse als selbstverständlich hingenommen, obwohl sie von großer Bedeutung sind und war auch nicht in der Lage, die Entwicklung aus der Distanz als großes Ganzes wahrzunehmen.

Jack Ewing ist das hervorragend gelungen: er hat behutsam die Historie ausgebreitet, akribisch alle Details aufbereitet und navigiert souverän zwischen den Schlüsselpersonen - aber auch geografisch zwischen den Kontinenten.

Alle Rollen der Akteure wurden - soweit das in der Öffentlichkeit möglich ist - zu den Geschehnissen logisch und zeitlich einsortiert: über die Porsches und Piëchs zu Pischetsrieder, Wiedeking und Winterkorn - die Liste der Handelnden ist mächtig und lang.

Auch technisch ist Jack Ewing sattelfest unterwegs. Mir war neu, dass der EA 189 Motor quasi die Ablösung von Pumpe-Düse hin zu Common Rail war - und welche Machtverhältnisse zu diesem Zeitpunkt im VW Konzern herrschten.

Aber auch solche Details, dass Oliver Schmidt nach Miami geflogen ist, weil er dort nicht nur das schöne Wetter genießen wollte, sondern selber in Florida auch Mietwohnungen besitzt.

Und gefreut habe ich mich, dass auch Felix Domke und der CCC den ihnen gebührenden Platz in dem Werk gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen bzw. europäischen Rechtssystem und dem amerikanischen war hierzulande in der Berichterstattung immer etwas zu kurz gekommen. Jack Ewing räumt damit auf. Auch die Vorgeschichte, warum es überhaupt zu der Enthüllung kam, die dann auffällig? zufällig? genau zum Start der 2015er IAA eingeschlagen ist - spannend, aber auch unterhaltsam zugleich. Da bleibt für Verschwörungstheorien nicht mehr viel Raum und wir müssen eingestehen, dass wir ohne die beharrliche Emissionsforschung in Amerika heute alle ein gewaltiges Stück dümmer wären.

Es wird während der Lektüre auch klar, dass uns das Thema noch lange nicht loslassen wird - so sehr das Matthias Müller auch herbeizureden versucht.

Fazit: volle Punktzahl und unbedingter Lesebefehl für alle, die irgendwie mit Autos zu tun haben. Also quasi jeder, der hier mitliest würde ich schätzen.

Ich selber habe die englische Originalversion gelesen, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung. Und Kindle gibt es auch - gut für Bahnfahrer wie mich.

Danke an Jack Ewing für dieses Buch!

Dieselgate | Ewing | Miketest | Buchvorstellung | NewYorkTimes | Piëch | Volkswagen |


Mittwoch, 20. September 2017

Keine IDM mehr.

Die Meldung der zusammengeschlossenen Motorradindustrie war kurz und knapp, keine Fortsetzung der IDM in 2018:

Trotz zahlreicher intensiver Gespräche konnte kein Konzept gefunden werden, das eine erfolgreiche Umsetzung der IDM im Jahr 2018 gewährleistet würde.

Das ist bitter für den Motorradsport und über die Gründe brauchen wir gar nicht lange spekulieren: zu teuer. Der DMSB lehnt sich zurück bzw. rollte dem Autosport den roten Teppich aus, während der Zweiradsport am langen Arm verhungert. Man hat die Verantwortung auf die Hersteller abgewälzt, die sich in ihrer Not einen Veranstalter suchen mussten. Der das natürlich nicht umsonst macht.

Tschüss IDM.

Die Absage kann man irgendwo auch verstehen, so ein Motorradhersteller bzw. Importeur hat ja eigentlich andere Aufgaben, als eine nationale Rennserie zu organisieren. Man hat es immerhin probiert, das sollte man den Herstellern hoch anrechnen, denn es hat ordentlich Lehrgeld gekostet. Wer hat nochmal die Sporthoheit in Deutschland? Achja, die Linzenzabkassierer in Frankfurt.

Schade für den Sport, ich hatte mir ja extra den Auftakt am Ring angesehen, um mir ein eigenes Bild zu machen - und ich fand es super.

Aber nicht alle sind traurig, es gibt da jemanden der tanzt vor Freude. Selten habe ich zu so einem bitteren Thema einen so euphorischen Beitrag gelesen wie den von Günther Wiesinger in Speedweek.

IDM1000 | Wiesinger | DMSB |


StreetScooter expandiert nach Düren.

Das wird nach Aachen der zweite Standort - in Düren gab es leerstehende Hallen des Zulieferers Neapco. Produktionsstart ab Sommer nächsten Jahres, eine 5-stellige Jahresproduktion wird angepeilt.

Neapco war ursprünglich Visteon und da schließt sich der Kreis, denn dahinter verbergen sich ausgegliederte Ford-Standorte. Und Ford hat ja auch StreetScooter in Auftrag gegeben.

StreetScooter | Elektro |


Rennabbruch wegen Schulbus auf der Strecke.

OK - auf der Nordschleife sind wir Busse gewohnt bei den Tourist Trophies um die goldene Ananas. Aber auf der Rundstrecke?!


18 Tage nach Beinbruch: Rossi reitet wieder.

Nicht normal diese MotoGP Fahrer - und Valentino Rossi besonders. Eigentlich verletzt er sich nicht oft, verglichen mit der Anzahl und der langen Jahre seiner Einsätze an der Weltspitze. Aber wenn er sich verletzt, dann zieht er alle Register das so schnell wie möglich abzuhaken. Nach seinem Unfall auf der Rossiranch am 31.8. und der Operation noch in der Nacht sitzt er bereits seit Montag wieder auf dem Motorrad. Und gestern hat er schon 20 Trainingsrunden absolviert.

Unglaublich, das so schnell anzugehen - hoffentlich geht alles gut. Falls er am Wochenende beim Lauf in Aragón startet - Entscheidung soll wohl heute getroffen werden - dann bitte ohne Sturz. Soviel Drama - das ist ja sogar vor dem Fernseher kaum auszuhalten.

MotoGP | Rossi |


Dienstag, 19. September 2017

AMG Project ONE: Zenit des Verbrenners?

Die Hypercars werden immer elektrischer - ohne Hybrid fährt heute keiner mehr vor. Doch kaum ist der AMG Project ONE vorgestellt, ist auch schon die Rede von einem elektrischen Nachfolger. Obwohl selbst der Projekt ONE erst 2019 ausgeliefert wird - also bei der nächsten IAA.

Mercedes AMG Project ONE - IAA 2017

Mercedes AMG Project ONE - IAA 2017

Mercedes AMG Project ONE - IAA 2017

Hier geht es zu den technischen Daten - 1,6L V6 und insgesamt 4 Elektromotoren - Systemleistung über 1000 PS, aber noch keine Angaben zum Gewicht.

Elektro | ProjectONE | Zenit | Verbrenner


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Sonntag, 17. September 2017

Michael Hausfeld vertritt 100.000 VW Kunden - und könnte damit VW in den Ruin treiben.

Die erste Klage soll im Oktober eingereicht werden - als gebündelte Klage für 20.000 Kunden. Es gibt zwar in Deutschland keine Musterfeststellungsklagen, aber davon lässt sich Hausfeld nicht abhalten.

Bisher wurden laut dem Artikel erst 500 Gerichtsentscheidungen getroffen, weitere 5.000 Einzelklagen lauern noch in Wartestellung.

Und was passiert, wenn Hausfeld mit seinen Klagen gewinnt?

„Es gibt für mich keinen Zweifel, dass Volkswagen dann pleitegehen würde“, sagt Hausfeld. „Aber das wäre das Ergebnis ihres eigenen Tuns. Egal wie massiv ein Fehlverhalten ist, es gibt immer ein rationales Mittel, um auf den angerichteten Schaden zu reagieren“, sagt Hausfeld. „Aber dafür bräuchte es einen offenen Dialog, den es in diesem Fall nicht gibt.“

Dieselgate | Hausfeld | Klagen |


Mathematisch hat 2026 jedes neue Auto einen Elektromotor.

Meint der Physiker Richard Randoll im Interview. Alle 15 Monate verdoppelt sich die Zahl der neuen Elektrofahrzeuge:

Dieses natürliche Wachstum wird durch eine Exponentialfunktion beschrieben. Wählt man eine logarithmische Skala, so erscheint die Funktion als Gerade, deren Werte man für kommende Jahreszahlen ablesen kann. Im Sommer 2026 erreichen wir 100 Millionen Elektrofahrzeuge jährlich, das ist dann voraussichtlich die komplette Weltproduktion.

Also in knapp 10 Jahren. Seit 2011 folgen die E-Auto Verkäufe exakt dieser Linie.

Elektro | Zukunft |


Freitag, 15. September 2017

Ehemaliger deutscher Dieselstolz entwickelt sich zur internationalen Peinlichkeit.

Jack Ewing´s ausführlicher Artikel in der New York Times über die Verflechtungen von Politik und Autoindustrie in Deutschland:

Sometimes it is hard to tell where the German government ends and the auto industry begins. (..)

For decades, the German government has been a crucial ally for carmakers, operating as a de facto lobbyist for the industry.

Und dabei selber für die Dieselprobleme gesorgt, die uns jetzt belasten:

Germany has taxed diesel fuel at a lower rate than gasoline since the 1980s, originally to make truck transport, which is predominantly diesel, less expensive. The goal, according to a 2011 study by Transport and Environment, an advocacy group in Brussels, was to lower costs to help German manufacturers compete internationally.

Alles hat nur auf CO2 geguckt und die NOX Werte lange ignoriert. Und die Regierung hat sich mit breiter Brust verteidigend vor die Autoindustrie gestellt, um die Einführung von strengeren Grenzwerten zu verhindern: in Deutschland, in Europa, sogar in Amerika.

Das ist erfrischend und erschreckend zugleich, die Zusammenhänge so klar und detailliert in einer nicht-deutschen Zeitung erklärt zu bekommen.

Dieselgate | NYTimes | JackEwing | Politik |


Donnerstag, 14. September 2017

So rattenscharf kann ein selbstgebautes Elektromotorrad aussehen.


Lucas di Grassi wird CEO der Roborace Serie.


Wisst Ihr noch? Nokia?

Dieses Forbes Cover von vor genau 10 Jahren ist ein schönes Sinnbild für den bevorstehenden Wandel in der Autoindustrie. Wer kommt durch, wer bleibt auf der Strecke?


VW´s Matthias Müller: Nichts verschlafen und Dieselthema jetzt zu den Akten legen.

Die diesjährige IAA hat schon 2 Pressetage hinter sich, morgen 2 “Fachbesucher” Tage und am Samstag für alle geöffnet bis nächste Woche Sonntag (24.Sep. = Wahltag Bundestag).

Ich hatte schon die historische Brisanz angesprochen, die auch in den Rückmeldungen aus den Medien so reflektiert wird. Die Hersteller hängen schwer in der Luft und man könnte die Messe auch als Konzeptschau bezeichnen, weil alle nur elektrische Zukunftsmusik präsentieren, die man meistens erst in 2 oder 3 Jahren kaufen können wird. Und dann ist 2019 schon wieder die nächste IAA.

Vor diesem Hintergrund ein spannendes Interview mit Matthias Müller, der nach der großzügigen Beurlaubung von Martin Winterkorn seit 2 Jahren den Vorsitz im VW Konzern hat und nach diesem entlarvenden Patzer ordentlich in n-tv von deren Ulrich Reitz gegrillt wird. Und der ihm diese gewagten Statements zu der Dieselthematik entlocken konnte (ab 7:34 Min.):

Ich denke wir sollten das Thema jetzt auch mal zu den Akten legen - wir haben in Amerika ein weitreichendes Settlement mit den Behörden gefunden im Frühjahr - das setzen wir sehr konsequent - und ich glaube auch sehr erfolgreich - um.

Wir haben nichts verschlafen - Volkswagen nicht und die deutsche Autoindustrie auch nicht - wir sind nach wir vor führend, insbesondere was Premiumprodukte anlangt. Dass wir aufholen müssen, das ist klar - wir müssen das Ganze forcieren - weil sich ganz offensichtlich das Bewusstsein der Menschen zur Mobilität verändert - mit dem müssen wir Schritt halten.

Interessante Sichtweise, das jetzt zu den Akten legen zu wollen, während in Amerika langgediente VW Mitarbeiter mit brutalem Strafmaß eingelocht werden - Ende offen, was Anklagen und Prozesse angeht. In Deutschland duckt sich VW weg und fordert von jedem Kunden einzeln einen Gerichtsprozess anzustrengen. Die übrigens zunehmend erfolgreich ausgehen, d.h. Rückkauf des betroffenen Fahrzeugs durch den Konzern. Eine europäische Lösung wird vermieden, hier nutzt VW aus, dass Europa durch die einzelnen Länder fragmentiert ist und man dadurch den Effekt klein halten will. Aber einige Klagen nehmen erst jetzt Anlauf und das weiß natürlich auch Matthias Müller. Ich glaube er versucht den Tenor zu setzen, dass irgendwann ja auch mal gut sein muss und hofft dabei, dass die Öffentlichkeit ebenfalls müde wird von dem Thema. Dabei gibt es hierzulande keinerlei Konsequenzen, außer der Verteufelung des Diesels allgemein, dessen Restwerte für Gebrauchte im Sinkflug sind und der Effekt in den Leasing- und Finanzierungsgesellschaften noch aussteht.

Ich lese übrigens gerade die Aufarbeitung der Ereignisse von Jack Ewing, der dieses Dieselgate-Buch geschrieben hat. Habe das erste Viertel durch - der Autor holt ziemlich weit aus und geht auch lange auf die Ursprünge und den Einfluß von Ferdinand Piëch ein - spannend. Denn die Ära, als Audi durchgestartet ist und VW ebenfalls ähnlich im Premiumbereich positioniert wurde, haben viele von uns damals live miterlebt. Interessant dazu die Hintergründe genauer dargelegt zu bekommen. Jack Ewing arbeitet im normalen Leben bei der New York Times - ich glaube das ist sogar ein Vorteil, dass es sich nicht um einen Autor aus Deutschland handelt.

Dieselgate | Volkswagen | MatthiasMüller | IAA2017 | Piëch | JackEwing | UlrichReitz |


Mittwoch, 13. September 2017

Welche Solar-Dachfläche, um kostenlos 10.000 km E-Auto zu fahren?

Eine interessante Fragestellung, bei der man sich leicht verschätzt. Bitte schaut Euch erst dann die Antwort an, wenn Ihr selber mal darüber nachgedacht habt:

Das Elektroauto hat den Reiz, dass man auch komplett kostenlos fahren kann, wenn man nämlich den Strom selber über eine eigene Solaranlage gewinnt.

Nehmen wir an hier in Deutschland mit der typischen Sonnen(nicht)einstrahlung hätte jemand diesen Plan - wie groß müsste dann die Dachfläche sein, um über ein Jahr die Energie zu gewinnen für 10.000 km Autofahrt?

Natürlich muss auch das Zwischenspeichern adressiert werden, denn das Auto kann ja nur dann geladen werden, wenn nicht fährt und zuhause steht. Das soll aber nicht das Thema sein - es gibt schon Batterien für die Garage - mir geht es vielmehr um die Energiegewinnung als solche. Mit den Mitteln, die uns bereits heute zur Verfügung stehen - also aktuelle Solarzellentechnik.

Wie gesagt, bitte erst selber drüber nachdenken und ich würde mich über Rückmeldung freuen, wie Eure Schätzung ausgesehen hat. Die Antwort gibt es dann hier.

Solar | Elektro | Dachfläche | Solarenergie | 10000km | regenerativ | Frage |


Dienstag, 12. September 2017

Neuer BMW i Vision Dynamics eignet sich hervorragend für N-Aufkleber.

Die neuen Fahrzeugdesigns ohne wirklichen Kühlergrill - weil Elektroautos ja keine Verbrennerabwärme haben - eröffnen völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten für N-Aufkleber-Aufkleber:

BMW i Vision Dynamics

Sorry, aber da musste ich direkt dran denken, als das Auto heute auf der IAA vorgestellt wurde.

Aber mal ernsthaft: durch die E-Technik fällt der prägnanteste Designaspekt für Autos weg: der Kühlergrill. Wie man hier deutlich sehen kann fällt es den Gestaltern schwer sich davon zu verabschieden. Als hätte die Industrie nicht Probleme genug, jetzt wird es auch noch schwieriger die einzelnen Marken erkennbar voneinander abzugrenzen. Die äußere Form wird schon seit langer Zeit von der Aerodynamik diktiert.


Neuer elektrischer Markenpokal mit Jaguar I-Pace.

Fährt im Rahmen der Formel E - also auf Stadtkursen und als Werkssport in Konkurrenz zur privat aus der Taufe gehobenen Electric GT.


Klassischer Freud´scher Versprecher von VW Müller auf der IAA.

Frage ZDF:

Herr Müller, viele stellen sich die Frage, warum VW den Dieselskandal nicht schon längst für eine radikalere Wende zur E-Mobilität genutzt hat. Nun haben sie die gerade gestern angekündigt - warum jetzt?

Matthias Müller:

Ich denke, dass wir die zwei Jahre zur Selbstbedienung … äh zur Selbstbesinnung genutzt haben …

Dieselgate | Volkswagen | IAA2017 |


Bugatti Chiron: von 0 auf 400 auf 0 in 42 Sekunden.

Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens?

42.

So lange hat Pablo Montoya im Bugatti Chiron gebraucht, um von 0 auf 400 zu beschleunigen und wieder runter auf 0 zu bremsen:

Zero–400-Zero nennen sie das - Weltrekord.

Auf der Webseite von Bugatti gibt es eine coole Animation mit der 100er, 200er und 300er Zwischenstation. Kommt einem schon am Computer vor wie Raketenantrieb.

Das ist doch kreativ: endlich mal kein Nordschleifenrekord.

Bugatti | Chiron | Montoya | Weltrekord |



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