Rock am Ring Nummer 1.

Montag, 25. Mai 2020

Rock am Ring Nummer 1.

War genau heute vor 35 Jahren.

Da kann man zur Feier des Tages ruhig mal die alte Eintrittskarte ausgraben:

Mike Frison / renn.tv

Da hatte ich gerade mal ein Jahr den Führerschein - und es war auch sonst eine wilde Zeit. Das Line Up damals war sensationell, vor allem für so Eifelgeister wie uns. Wir kannten ja bisher eigentlich nur die Fraukircher Kirmes oder das Weinfest in Winningen. Und das Pi in Engers, wer erinnert sich? OK, das Logo in Koblenz muss dann auch noch hier in die Sammlung.

Jedenfalls haben wir dann - live! - gesehen und gehört:

  • U2
  • Foreigner
  • Saga
  • Joe Cocker
  • Marillion
  • Gianna Nannini
  • Chris de Burgh
  • Westernhagen
  • The Alarm
  • Rick Springfield
  • REO Speedwagon
  • Huey Lewis
  • Shakatak
  • Mink DeVille

Ich erinnere mich gut. Weil es so mega war. Und einige der Bands - U2 z.B. - haben einen dann auch nach diesem grandiosen Start auf dem weiteren Lebensweg begleitet. Wir sind zusammen gereift, älter geworden, haben Weitblick gewonnen.

Damals war das auch noch keine Mehrfachbühnenveranstaltung.

Bühne, Sound, Band, fertig.

Es gab auch gute Rock am Rings (Rocks am Ring?) danach - aber nie mehr so gut wie 1985. Das hat wirklich alles in den Schatten gestellt. Weiß man natürlich auch erst hinterher, damals dachte ich das sei normal und das geht jetzt immer so weiter. Inzwischen habe ich ein besseres Gespür entwickelt für historische Ereignisse, denen man gerade aktuell beiwohnt.

Wie aktuell Corona - was für eine elegante Überleitung. Denn der kleine Winzvirus hat die großen Großveranstaltungen voll im Griff. Im Würgegriff. Das betrifft natürlich reine Veranstaltungsfirmen - wie der Nürburgring eine ist - maximal hart. Erst wurden Rennen nach hinten verlagert, als hinten raus das Jahr ausging auch abgesagt und inzwischen sind die Sommerveranstaltungen vom Tisch. Zumindest für dieses Jahr. Die für den Herbst - noch - nicht.

Wie Anfang des Jahres gehofft wurde, dass es kurzfristig vorbei ist, so hofft man, dass es dann aber spätestens nächstes Jahr vom Tisch ist.

In der realen Welt, also außerhalb des glamourösen alles-super Motorsports, ist inzwischen Kurzarbeit die Realität in Kombination mit Durchhalteparolen. Fußball auch nur mit der Brechstangen, weil muss ja weitergehen.

Ich frage mich bei solchen Eskapaden, wie das wohl aussehen würde, wenn man die betreffende Veranstaltungen gerade erst erfinden würde. Ob sie überhaupt eine Chance hätte. Die Antwort lautet eher: nein.

Gäbe es das 24h-Rennen noch nicht, würde es aktuell jemand erfinden wollen? Wohl eher nicht.

Oder ein Stadion bauen? Ich glaube kaum.

Das ebbt noch nach, in der Hoffnung, dass alles so wird wie Pre-Corona. Das ist legitim, aber den ersten geht schon die Luft aus. Audi anybody?

Wir können dann versuchen unseren Nachfahren zu erklären, wie das damals war, als wir mit 50.000 oder 100.000 beim Konzert waren, alle gleichgeschaltet durch die Rocker auf der Bühne.

Damals, als wir noch zu den Büros zum Arbeiten gefahren sind.

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