Das kleine Schwarze.

Dienstag, 02. Juni 2020

Das kleine Schwarze.

In diesen verrückten Zeiten ist es manchmal nicht einfach den Überblick zu behalten. Eigentlich habe ich ja Urlaub - Feiertags-Pfingsten war noch zusätzlich. Aber statt mit der Familie in Urlaub zu fahren - Corona - oder auch der Crossbahn endlich die Saison einzuläuten - auch Corona - habe ich mal das kleine Schwarze ausgepackt, um es mir richtig zu besorgen.

Inzwischen haben sich ja 4 Cannondales angesammelt, war eher Zufall, aber ist jetzt halt so. Drei davon habe ich auf Singlespeed umgerüstet, eins hatte sowieso noch nie Gänge.

Die Übersetzungstabelle hat alle schön ordentlich ihrem Einsatzzweck zugeordnet - und da kommt jetzt auch das kleine Schwarze ins Spiel.

Mike Frison / renn.tv

Den Fake-Arbeitsweg konnte ich ganz gut aufrecht erhalten, zwar nicht so viele Kilometer wie bei normalen Bürotagen, dafür aber auch regelmäßig und um einiges schöner.

Durch Köln zu fahren kann man wirklich keinem wünschen.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen habe ich hier schöne Runden für 20, 30 oder 60 km - aber ich wollte ja mehr und dachte 100 km wären doch mal eine Messlatte. Das Schwarze ist inzwischen gut eingefahren, ich kenne das Tempo und die Wald- und Feldwege hier sind nett befestigt und die Höhenmeter übersichtlich.

Was soll ich sagen, war eine traumhafte Tour, die auch einer kleinen Motorradrunde gut zu Gesicht gestanden hätte:

Mike Frison / renn.tv

Man bekommt immer einiges Neues zu sehen ...

Mike Frison / renn.tv

... becauseracecar sogar auch dabei ...

Mike Frison / renn.tv

... und die Wege sind kaum bevölkert und sehr entspannend.

Landstraße bin ich früher gefahren, aber das ist heutzutage unmöglich geworden. Die Autos breiter, lauter (die Reifen), rücksichtsloser und schneller - ich weiß nicht, was mit den Leuten los ist. Den Kampf habe ich inzwischen aufgegeben, hoffnungslos. Das ziehe ich mich lieber zurück in die Gebiete, die einladend, leise und nett sind.

Mike Frison / renn.tv

Und da kommt das Cannondale F700 - so hieß das nämlich, als ich es vor 20 Jahren neu gekauft hatte - richtig gut in Fahrt. Dabei habe ich neben keinen Gängen auch keine Stollen. Stattdessen stabile, breite und hart aufgepumpte Marathon Plus:

Mike Frison / renn.tv

47 mm - d.h. wenn man die neu aufzieht, benehmen sie sich fast so störrisch wie Motorradreifen. Sehr guter Pannenschutz, durch die Breite auch relativ komfortabel und mit 5 bar auch recht schnell, wenn es sein muss.

Und so radele ich vor mich hin, nicht schalten zu müssen trägt auch zur Entspannung bei. Und wenn mal ein Berg kommt, dann tritt man halt fester rein - die dicke Kette ist jedenfalls nicht die Schwachstelle.

Mike Frison / renn.tv

Nach der 100er Runde war ich zwar platt, aber inklusive Mittagspause und gemütlich fahren unter 6 Stunden - kann man also gut mal an einem freien Tag einschieben.

Inzwischen sind auch viel mehr E-Bikes unterwegs - das Verhältnis hat sich quasi umgedreht: man ist schon froh, wenn jemand ausnahmsweise ohne Strom unterwegs ist. Mir soll es recht sein, man sieht den Leuten an, dass sie ohne die Unterstützung wohl eher nicht fahren würden, also haben wieder mehr Leute zum Radfahren gefunden.

Vielleicht hat da noch jemand einen Tipp für mich, was die Routenplanung angeht: ich klicke mir das immer in Google My Maps zusammen und exportiere als kmz-File auf ein ausrangiertes iPhone (5er, geht gut), das mir als Offline-Navi dient (die App heißt Guru Maps, geht auch gut). Ist etwas umständlich und ich hatte mit Google auch schon Pech bei der Routenwahl (zugewachsener Waldweg z.B.). Jetzt habe ich mal Komoot reaktiviert, wieder exportiert und auf das 5er geladen.

Für so lange Touren nehme ich mir einen Zusatzakku mit, dann ist man auf der sicheren Seite (laden in der Mittagspause), zumal das Handy auch Offline relativ batterie-schonend benutzt wird. Aber ist halt nicht mehr das Jüngste - so ganz ohne Strom geht es dann doch nicht.

Wie macht Ihr das - hat jemand einen guten Tipp? Die Routenplanung würde ich am Mac zuhause machen wollen (Rundkurs) und unterwegs wäre es gut, wenn man besonders gute - aber auch besonders schlechte Wege - markieren könnte. Dann wüsste man bei der nächsten Planung diese zu bevorzugen oder halt zu meiden.

Der Garten würde sich zwar freuen, wenn es mal wieder regnet, aber solange wir südspanisches Wetter haben, werde ich sicher noch ein paar Feldwege gangwechselschonend unter die Räder nehmen.

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