Flutkatastrophe.

Samstag, 17. Juli 2021

Flutkatastrophe.

Das Ahrtal fast komplett verwüstet, entlang der Erft sieht es auch nicht besser aus - was für eine unfassbare Naturkatastrophe. Häuser, Autobahnstücke, Brücken, Autos, LKWs - umhergerissen, gestapelt, zerstört - alles nicht zu glauben. Mitten in Deutschland, nur wegen einem starken Regen.

Die Regenmengen waren enorm - ebenso wie das betroffene Gebiet.

Die Reaktionen sind wie in einem Bienenschwarm: Verzweifelung, Schuldzuweisung, Hilfsangebote, Schaulustige - und zusätztlich zu dem ganzen Chaos noch die Politik, denn in 2 Monaten ist ja Bundestagswahl.

Von Corona redet auch keiner mehr, obwohl die Zahlen dank Delta wieder stramm nach oben zeigen.

Wenn man sich auf Google Maps mit eingeschalteter Traffic-Ebene das betroffene Gebiet anschaut, kann man die Zerstörung erahnen. Im Ahrtal bekommt man das Gefühl, dass keine Brücke mehr steht. Die Ahrtalbahn ist quasi ausgelöscht, offziell sind 20 km Gleis und 7 Brücken nicht mehr vorhanden. Wikipedia hat eine Übersicht auch in die anderen Länder, denn Wetter macht ja nicht vor der Landesgrenze Halt. Im Gegensatz zu den Politikern, die betrauern interessanterweise nur die Verluste im eigenen Bundesland. Welche Rolle NRW bei den europäischen CO2 Emissionen spielt, hatte ich vor Jahren mal ausgerechnet - da gibt es auch keine Ländergrenzen.

Natürlich gibt es jetzt wieder viele Leute, die keinen Zusammenhang mit Klimaveränderungen sehen - das erinnert ein wenig an Teile der Bevölkerung, die auch Corona nicht als Pandemie einstufen. Ich bin gespannt, ob im Motorsport-Umfeld eine Art Umdenken stattfindet. Als der Regen über Köln niederging, haben sich Leute im Social Media beschwert, dass die Nachrichtenlage so dünn sei. Weil sie wären im Urlaub und wüssten nicht, wie es ihrem Stadtteil geht. Ohne zu erkennen, dass sie als Urlauber ja Teil des Problems sind.

Gut vorbereitet war man, wenn man dem Ticker von Kachelmann-Wetter gefolgt ist - Jörg Kachelmann hat auch im österreichischen Fernsehen ein interessantes Interview gegeben, indem er - wieder einmal - bemängelt, dass die Information zum früh Warnen vorhanden sei, aber nicht genutzt wird. Und dass die generelle Erwärmung solche Starkregen begünstigt, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit speichert.

Für die Betroffenen ist es so bitter, da schnürt es mir die Kehle zu. Angehörige verloren, Haus und Hof - teilweise sogar das Grundstück weg! Auch die Schäden an der Infrastruktur werden in den Gebieten noch lange zu schaffen machen, man hat noch nichtmal einen Überblick, was überhaupt noch übrig ist. Viel Leute werden auch traumatisiert sein - die sonst so romatische Ahr hat sich zu einem zerstörerischen Monster verwandelt - wie soll man das jemals vergessen? Aber mein Mitleid hilft da nicht viel und wir schauen auch, wie wir spendend unterstützen können.

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