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Freitag, 08. November 2019

Im laufenden Baradun-Prozess wird der Leichnam des Erlebnisgrabes noch einmal exhumiert.

Wenn nach über 10 Jahre solche Details aus dem Nürburgring’schen Erlebniswelt-Skandal ans Tageslicht kommen, dann reg ich mich nicht mehr darüber auf - aber die Details sind immer eine gute Gelegenheit, meine Chronik zu ergänzen.

Der Controller war es, der am 29. Juni 2009 den ersten Scheck über 67 Millionen Dollar entgegennahm, in einem Luxushotel in Zürich.

Ebenfalls im Juni 2009: Hausdurchsuchung bei Wilhelm Hahne (9. Juni) und Plenarsitzung im Mainzer Landtag (24. Juni). Dort untermauern Kurt Beck, Ingolf Deubel und Hendrik Hering die Seriosität der “Finanzierung” - muss man tatsächlich in Anführungszeichen setzen, denn es war ja nicht mehr als ein schlechter Witz.

Wieso habe ich damals eigentlich gewusst, dass ich das Plenarprotokoll später nochmal brauche?

Auch solche Andeutungen sind nur Bestätigung dessen, was ich seit Jahren bzw. Jahrzehnten schreibe:

Während der Controller im Gerichtssaal befragt wird, sitzt draußen bereits der nächste Zeuge, der Ex-Finanzchef. Er raunt: Wenn die wahre Geschichte ans Licht käme, dann „gibt es keine Regierung mehr“. Es gehe um Hinterzimmer-Absprachen von Regierung und Justiz.

Wenn aber dann die Rheinland-Pfälzer ihre Regierung im Amt bestätigen (2011 & 2016), dann wollen sie es ja vielleicht genau so.

Erlebnisgrab | Barandun | Beck | Deubel | Prozess |


Sonntag, 18. August 2019

Alleinrennen.

Diesen Begriff gibt es wirklich, obwohl man ja normalerweise für ein Rennen Gegner braucht.

Bin ich hierüber gestolpert, wo ein Raser jemanden überfahren hat.

Die Formulierung wurde im Zusammenhang mit dem relativ neuen §315d des StGB als neues Wort geschöpft - das ist der Raserparagraph.

Betonung liegt auf StGB - für Strafgesetzbuch. Denn da droht statt Punkten oder Geldstrafe direkt Gefängnis.

Nicht nur für den der fährt, sondern auch für den der ausrichtet oder durchführt.

Da können wir ja echt froh sein, dass bei den Touristenfahrten keiner dabei ist, der

"(..) sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen."

Denn wer möchte schon gerne ins Gefängnis?

Auch gut, dass BMW keinen 315d im Programm hat, weil da wären die Kalauer vorprogrammiert!

Fehlt jetzt nur noch, dass in der Öffentlichkeit ein allgemeines Tempolimit diskutiert wird, weil das kann die freie Kraftfahrstraße Nordschleife überhaupt nicht gebrauchen.

Oh ... warte ...

StGB | Alleinrennen | 315d | Gefängnis | Touristenfahrten |


Sonntag, 21. Juli 2019

Er ist wieder da.

Kurt Beck hat es geschafft: endlich wieder lange Interviews, ohne dass Nürburgring oder Rücktritt zur Sprache kommen.

Denn auch der bräsigste Politikerdarsteller weiß: die Zeit heilt alle Vergehen, nichts ist so verlässlich wie die Vergesslichkeit des Stimmviehs.

KurtBeck | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Montag, 29. April 2019

Kurt Beck hat es mal wieder - über Bande - in die Schlagzeilen geschafft.

Andrea Nahles konkurriere inzwischen mit Rudolf Scharping und Kurt Beck darum, wer der schlechteste SPD-Vorsitzende ist.

Da wüsste ich auf Anhieb tatsächlich jetzt auch nicht direkt die richtige Antwort.


Sonntag, 17. März 2019

Dem peinlichen Politrentner Kurt Beck ist jedes Thema recht um nochmal in die Zeitung zu kommen.


Sonntag, 03. März 2019

Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Dienstag, 26. Februar 2019

Neues aus RLP: Flughafen Hahn wird durchgereicht.

Müsste Kurt Beck sich um einen Job bewerben, wäre die Liste seiner erfolgreichen Projekte ziemlich übersichtlich.


Sonntag, 17. Februar 2019

Kurt Beck: Ich habe keine Feinde mehr.

Na wenn das so ist, kann er ja mal probieren in Nürburg Kaffee trinken zu gehen. Ich glaube nicht, dass er ihm gut bekommt.

(Achtung: Link geht zu Bild.)

Sein selbstgeschaffenes beck°ruine Mahnmal wird jedenfalls noch viele Generationen an den größenwahnsinnigen Versager erinnern.


Montag, 04. Februar 2019

Jetzt wo Kurt Beck 70 wird, erinnern sich alle wieder daran, dass er sich am Nürburgring verhoben hat und Hunderte Millionen Steuergelder versenkt wurden.

Was ich viel schlimmer finde und worüber nie geredet wird: die Nordschleife inklusive des restlichen Nürburgrings war vor dem Kurtbeckwahn ein öffentliches Gut, das uns allen gehörte - jetzt ist es in Privatbesitz.

Das sollte man ihm eigentlich im Minutentakt um die Ohren hauen - von morgens acht bis abends um sechs. Und am Geburtstag doppelt. Es wäre eh keine Strafe hart genug für dieses Verbrechen.


Donnerstag, 04. Oktober 2018

RLP Justiz hat Urs Barandun wieder im Visier.

Das Gefängnisurteil gegen Ingolf Deubel ist zwar nicht ungültig, aber gültig ist auch auch nicht. Und das schon jetzt seit über 4 Jahren.

Und so ist der potentielle Verbrecher nach wie vor auf freiem Fuß und Verhandlungstermin ist auch noch keiner angesetzt. Wahrscheinlich, weil sie zu viel zu tun haben.

Denn die Justiz in RLP kümmert sich lieber um solche Leute wie Urs Barandun.

Krähe und Auge, Ihr versteht schon.

Dass sie DEN wieder aus dem Hut zaubern, hat mich schon vor 2 Jahren das erste Mal stutzig gemacht.

Kurt “ganz großer Milliardärsadel” Beck wäre wohl lieber, das Thema Barandun käme nicht mehr auf die Tagesordnung. Hoffentlich reiben ihn die Medien nochmal kräftig mit Salz ein.


Dienstag, 29. Mai 2018

Auf der Unbeliebtheitsskala ist Kurt Beck nach wie vor das Maß der Dinge.


Samstag, 27. Januar 2018

Kurt Beck fliegt wieder mal ein Millionengrab um die Ohren.

Kurt Beck hat dem Fußballverein FC Kaiserslautern ein 76,5 Millionen Euro teures Stadion übergeholfen, in der Folge sind die Fußballer pleite gegangen, die Stadt Kaiserslautern ist rettend eingesprungen, kauft das Stadion und vermietet es an den Verein.

Beim Beck’schen Lieblingsverein läuft es aber nicht rund, es droht akute Drittklassigkeit. Und die Stadt Kaiserslautern hat einen grandiosen Plan: Steuererhöhung.

KurtBeck | Kaiserslautern | Stadion |


Donnerstag, 25. Januar 2018

Toyota fotografiert seinen Nürburgring-Yaris ... vor Kurt Beck´s Achterbahn!


Donnerstag, 18. Januar 2018

Hans Joachim Stuck versucht sich auch in Geschichts-Umschreibung.

Was Kurt Beck kann, kann HJS schon lange:

Porsche habe sich wegen der hohen Kosten aus der WEC verabschiedet - der ACO ist schuld.

Die Veranstalter hätten mehr auf die Hersteller hören und aus den Erfahrungen ihre Lehren ziehen sollen. Jetzt bekommen sie die Quittung“, meint Stuck. ”Jetzt bleibt nur noch Toyota."

Wer ist denn ausgestiegen?

  1. Nissan. Haben hoch gepokert - und sind kräftig auf die Nase gefallen. Schade - mir hat es gefallen. Ich weiß, mit dieser Meinung stehe ich ziemlich alleine da. Jedenfalls ist das Wagnis nicht aufgegangen, Nissan hat wieder die Koffer gepackt.

  2. Audi. Und damit über Bande Stuck’s Arbeitgeber, denn er ist ja “VW Repräsentant”. Der Konzern hat den Stecker am 25. Okt. 2016 gezogen - zur großen Überraschung aller Beteiligten. Nachdem im Jahr zuvor - ebenso überraschend - schon das 3. Le Mans Auto gestrichen wurde.

Dabei kam der Abgasskandal erst im September 2015 an die Öffentlichkeit. Die Ausgangslage war bitter: man wollte das Dieselthema still und leise unter den Teppich kehren - da hilft es nicht, wenn DIESEL Rennwagen in Le Mans antreten. Der Antrieb wurde ab da auch nur noch verlegen TDI genannt. Auf Benziner umzustellen wäre ein unmöglicher Kraftakt und die Budgets sind sowieso schneller verdunstet, als man gucken kann - Milliarden Strafen waren zu bezahlen, Ende offen.

  1. Porsche. Nachdem klar war, dass Dieselgate Unsummen verschlingen wird und zusätzlich enorme Umwälzungen auf die Autoindustrie und den VW Konzern zukommen, gab es auch bei Porsche die Notbremse. Mit viel Glück noch das 3. Le Mans Rennen gewonnen und dann - wieder mal überraschend - der Abschied.

Und Hans Joachim Stuck muss man schon wieder fragen, für wie naiv er die Leute hält.

Stuck | Dieselgate | Porsche | LeMans |


Sonntag, 07. Januar 2018

Kurt Beck versucht sich in Geschichtsverdrehung zum Thema Nürburgring.

Entgegen aller Gutachten und wirtschaftlicher Prognosen ging dort schief, was schiefgehen konnte.

Meint er in einem Artikel von heute in der Rheinpfalz (Achtung: Link enthält Fotos von Kurt Beck.).

Natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: alle, die irgendwie mit dem Nürburgring zu tun haben, haben eindringlich und früh vor den desaströsen Konsequenzen gemahnt. Lange BEVOR am 19.Nov.2007 die Entscheidung zum Bau der Erlebnisregion durchgewunken wurde.

Nur wurde diese unbequeme Kritik in unerträglicher Arroganz von Leuten wie Kurt Beck vom Tisch gewischt.

Von wegen “Nah bei de Leut”. Eher: “Nah bei de Kameras.”

Was ist eigentlich mit seinem Finanzminister Ingolf Deubel? Der im April 2014 zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, aber immer noch frei herumläuft?

Nun laufe das Projekt ganz gut.

Das Denkmal Nordschleife wurde auf zwielichtige Art und Weise in private - russische - Hände verschachert, über 500 Millionen Euro Steuergeld das Klo runtergespült. Und der bräsige Egomane versucht gewohnt herablassend so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Dass die Rheinpfalz das kritiklos durchgehen lässt spricht auch Bände.

Wer Becks Zeit als Ministerpräsident auf solche Affären verkürzt, leidet an politischer Amnesie. Wie wenige hat er sich für das Land der Reben und Rüben eingesetzt. Zu seinen großen Verdiensten zählt die Einführung kostenloser Kitaplätze, was ihm viele Eltern nicht vergessen haben dürften. Rheinland-Pfalz ist damit zum Vorreiter in der Bundesrepublik geworden.

Hier ist mal eine Tabelle (Quelle), wie Rheinland-Pfalz über die Jahre Geber- und Nehmerland im Länderfinanzausgleich war. Ich schreibe das als Einwohner in NRW, der jeden Monat brav für den Kindergarten bezahlen darf. Stellt sich raus: Rheinland-Pfalz war noch nie Geberland!

Womit die Frage berechtigt ist, WER hier an politischer Amnesie leidet. Auf Kosten anderer den großen Gönner spielen, das passt gut in das Bild, das ich von Kurt Beck habe.

KurtBeck | Rheinpfalz | Erlebnisgrab | Insolvenz |


Samstag, 30. Dezember 2017

Kurt Beck bleibt sich treu: als Steuergeld-Ausgeber.

Wenn man etwas über politische Stiftungen lesen möchte, dann macht man das am besten im Ausland - z.B. der Schweiz:

Beim Wort Stiftung denkt man zwar an eine mit Spenden finanzierte Organisation. Doch die zurzeit sechs politischen Stiftungen erhalten ihre Mittel fast vollständig aus der Staatskasse, also vom deutschen Steuerzahler. Und diese Gelder fliessen immer üppiger: 2005, als Angela Merkel erstmals einer Regierung vorstand, waren es 330 Mio. €, für 2017 rechneten die sechs Organisationen laut ihren Jahresberichten mit rund 570 Mio. €.

Und dann stellt man fest, dass sich Kurt Beck treu geblieben ist. Denn diese Stiftungen - auch die Friedrich-Ebert-Stiftung, deren Vorsitz er sich unter den Nagel gerissen hat - finanzieren sich hauptsächlich aus Steuergeldern.

Also wenn es einen Experten im Steuergeldverprassen gibt, dann ja wohl Kurt Beck.

KurtBeck | FriedrichEbertStiftung | NeueZüricherZeitung |


Mittwoch, 27. Dezember 2017

VLN nistet sich gemütlich in der beton°ruine ein.

Die VLN verschickt eine Weihnachtsmail. So weit, so neu - danke für die netten Grüße. Bisher kam VLN-Mail über den Presseverteiler allerdings immer von hier.

Aber was steht da als Absender? "Nürburgring Boulevard 1".

Da meide ich den Beck°schen Sarkophag weiträumig - und jetzt zieht die VLN da ein.

Ich habe dann mal in den "VLN racing news" geschaut: bis Juni zum 3.Lauf hieß das im Impressum:

Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring e.V. & Co. oHG - ohne Adresse

... und ab Juli dann:

VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, Nürburgring Boulevard 1, 53520 Nürburg

Wobei die VLN VV schon vor einem Jahr gegründet wurde - allerdings in der ehrwürdigen Otto-Flimm-Straße.

Für mich ist der Umzug ein Fall zum Fremdschämen.


Samstag, 09. Dezember 2017

Malu Dreyer lächelt sich weiter nach oben - jetzt in Berlin.

Und erobert den SPD Parteitag:

Die Abstimmungskönigin des Parteitags, die mit mehr als 97 Prozent erstmals an die Parteispitze und zur Stellvertreterin von Martin Schulz gewählt wurde, kommt aus Rheinland-Pfalz. Dort hat die 56-Jährige das Erbe von Kurt Beck so erfolgreich verwaltet, dass sie mitten in der Flüchtlingskrise 2016 ihre erste Landtagswahl gewann.

Das Intrigieren als Verwaltung zu umschreiben ist eine fahrlässige Verharmlosung. Ehrlicher wäre diese Zusammenfassung gewesen:

Nachdem sie Kurt Beck erfolgreich aus der Schusslinie und den Nürburgring weit unter Wert und fragwürdigsten Umständen in russische Hände verschachert hat, sind ihr die gutgläubigen RLP-Wähler trotzdem auf den Leim gegangen und haben eine weitere SPD Regierung ermöglicht.

Dreyer | Beck | Nahles | Berlin |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Neues von Kurt Beck und der Monarchie Rheinland-Pfalz.

Eigentlich nicht Neues, sondern Altes - aber es wird jetzt nochmal an die Oberfläche gespült und offenbart sehr anschaulich die in RLP verankerte Denkweise:

Ein dem Regime angenehmer Staatssekretär - Joachim Hofmann-Götting - hat 2010 die Möglichkeit Oberbürgermeister von Koblenz zu werden. Damit wäre zwar ein wichtiges Amt aus Sicht der Regierenden gut besetzt, hätte aber für die Person den Nachteil eines geringeren Gehalts.

Kurt Beck wäre nicht Kurt Beck, wenn es für den treuen Vasallen nicht eine perfide und bauernschlaue Lösung gäbe:

Den Noch-Staatssekretär einfach 4 Tage vor dem Wechsel in den vorzeitigen Ruhestand versetzen, damit die 1.500 Euro Monats-Ruhe-Gehalt dem OB helfen über die Runden zu kommen. Was bei 9.800 € OB Gehalt ja sonst auch eine echte Herausforderung geworden wäre.

Das alles kocht gerade wieder hoch, weil in Koblenz wieder gewählt wird - vielleicht hätte man sonst gar nichts davon erfahren.

Aber das Beste ist König Kurt’s entlarvender Kommentar:

Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte der “Rhein-Zeitung”: “Das Beamtenrecht sieht vor, dass ein Ministerpräsident ohne die Angabe von Gründen politische Beamte in den Ruhestand versetzen kann. Davon habe ich im Fall Hofmann-Göttig Gebrauch gemacht.” Mehr habe er dazu nicht zu sagen, so Beck weiter.

Bastapolitik at its best. Ist ja auch nicht sein Geld.

Das kommentiert König a.D. in dieser Form natürlich auch nicht zufällig, sondern um seine Thronfolgerin Dreyer aus der Schusslinie zu nehmen. Denn nur wenn es der SPD RLP gut geht, dann geht es auch Kurt Beck gut. Und als Terrorbeauftrager ein bisschen Ablenkungsstaub aufwirbeln geht auch immer.

UPDATE:

Zumindest einem Rheinland-Pfälzer war das dann doch zuviel - hat Anzeige wegen Untreue erstattet.

KurtBeck | Koblenz | Götting | Bürgermeister | Wahl |


Montag, 24. Juli 2017

Spiegel berichtet über Kartellverdacht der deutschen Autohersteller.

Montags morgens den Spiegel lesen habe ich auch lange nicht mehr gemacht - damals in der Beck’schen Erlebnisgrab Epoche kam das schonmal vor.

Heute ist Dieselgate Thema auf dem Titel - allerdings in der Form eines angeblichen Kartells, das der VW Konzern (inklusive Audi und Porsche) zusammen mit Mercedes und BMW gebildet haben soll. Von über 60 Arbeitskreisen und über 1.000 Sitzungen ist die Rede.

Sowohl Daimler als VW hätten sich bei den Behörden selbst angezeigt - um in den Genuss der Straffreiheit zu kommen. Wobei selbst den Autoren nicht klar ist, wer das zeitlich zuerst gemacht hat - der Spiegel selber hat wohl Einblick in die VW Vorgänge bekommen.

Das Ganze ist schon ein Jahr (!) alt - am 4.Juli 2016 hat VW die Ermittlungen selber in Gang gesetzt. Also mitten im Dieselgate, wo sie eigentlich ganz andere Probleme hatten. Die Arbeitskreise selber laufen demnach schon über 10 Jahre - ab 2006. Ob sie jetzt aktuell immer noch aktiv sind? Aufgelöst wurden? Oder einfach nicht mehr stattfinden?

Es ist ein schwieriges Thema, wo hört ein Arbeitskreis auf und wo fängt ein Kartell an? Alle möglichen Themen sind besprochen worden, von Cabriodächern über Luftfedern bis zu AdBlue Tanks. Und da wird es brisant, denn aus der Fahrwerksecke (!) wurde eine Limitierung der Größe gefordert. Und dann beißt sich die Katze in den Schwanz, weil einem Premiumkunden kann man ja schlecht alle paar tausend Kilometer die Kanister-Eigenbetankung mit klebrigem Harnstoff zumuten. Gut vorstellbar, dass der selber aufgebaute Druck der konträren Ziele der Entwicklungsabteilungen zu Dieselgate geführt hat.

Selbst wenn die Unternehmen vom Kartellverdacht freigesprochen werden - die Ermittlungen und Erklärungen werden viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, den Diesel (Verbrenner?) weiter in’s Abseits treiben und den Handlungsspielraum der Hersteller weiter einengen.

Wenn jetzt AdBlue das Allheilmittel sein soll, dann muss auch dessen Versorgung sichergestellt werden und quasi ein neues Betankungskonzept flächendeckend etabliert werden. Macht das Sinn? Wo inzwischen klar ist, dass der ICE (Internal Combustion Engine) ein Auslaufmodell ist? All diese Nebenkriegsschauplätze hemmen den Angriff mittels neuer Konzepte und wenn die Disruption tatsächlich zuschlägt (siehe Tony Seba), dann finden sich auf einmal viele Firmen - inklusive deren Mitarbeiter - auf dem Abstellgleis.

BMW scheint von den Vorfällen leicht auf dem falschen Fuß erwischt zu sein. Obwohl der Spiegel am Mittwoch einen Fragenkatalog zugestellt hat, gab es gestern Abend - auf die Vorabmeldung - nur ein knappes und etwas überspezifisches Dementi: nicht die Arbeitskreise werden zurückgewiesen, sondern lediglich dass die AdBlue Tankgröße nicht zu klein sei, weil man im Vergleich zum Wettbewerb einen niedrigeren AdBlue-Verbrauch hätte.

Jedenfalls hatten die Presseabteilungen - von Wolfsburg über Stuttgart und Ingolstadt bis München - nicht viel vom Wochenende.

Dieselgate | Kartell | Spiegel | AdBlue | Disruption |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Kurt Beck hat es mal wieder in die Zeitungen geschafft.

Auf welt.de:

Das einstimmige Ergebnis auf dem Parteitag war echt.

Ja, sooo echt in etwa.

Ich notiere mir seit 25 Jahren jeden Tag auf einem Zettel die Headlines und Kernaussagen der Zeitungen. Und diese Zettel zeigen eindeutig die mediale Anti-Schulz-Tendenz.

Da ist sie ja wieder die Schuld der anderen!

Das mit den Zetteln kann ich mir gut vorstellen, wie er da in einem miefigen Büro ganz wichtig in einem Stapel Zeitungen sitzt und Überschriften abmalt.

KurtBeck |


Freitag, 26. Mai 2017

Mikewalk: 1 x zu Fuß die Nordschleife entlang.

Wie letztes Jahr auch schon hatte ich am 24-Stunden-Donnerstag meine ganz private Vatertagstour: einmal um den kompletten Kurs.

Während unsere Kleine also zuhause das Setup optimiert hat, hat der Papa sich die Füsse wund gelaufen. Sogar wörtlich, weil ich bei der Reifenwahl daneben gegriffen habe: die Socken waren nix. Hab mich durchgebissen, kuriere jetzt meine Blasen aus und habe heute quasi meinen persönlichen Erholungstag. Hat sich trotzdem gelohnt, denn so kommt man überall mal vorbei und auf der Strecke ist auch immer was los - da konnte ich natürlich wieder gigabyteweise Bilder mitbringen.

Los ging es diesmal in Nürburg statt beim Retti, weil ich die Döttinger Höhe lieber am Anfang hinter mich bringe und gepflegt am Hatzenbach im Ziel einlaufen kann.

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Rennaction gab es dann ab Schwalbenschwanz, ich kam noch pünktlich zur RCN, also erstmal am Posten 184 gemütlich gemacht und warmgeknipst:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Auch die RCN hat schöne Autos im Angebot!

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

An der Strecke ging’s dann weiter und noch mehr als letztes Jahr muss sich der Veranstalter natürlich nicht an seine eigenen Vorgaben halten und die Strecke zugänglich machen:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Aber die VIPs sind auch selber schuld, verpassen sie so doch das beste, z.B. die gefährdeten Eifler Tierarten:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

… oder Transportmittel:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Unimogs waren dieses Jahr höher im Kurs als Defender, dieser hier hat sogar das superpassende Nummernschild dazu, MO-G 1958:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Darauf sind sogar die versammelten GT3 neidisch, eine Manta Rennreplika auf dem Campingplatz:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Beim Merchandising war das neue Logo noch nicht wirklich angekommen:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

… und das alte wertstabil:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Weiter Richtung Brünnchen - was mir schon vom Pflanzgarten aus ziemlich evakuiert vorkam:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Der Veranstalter wird es trotzdem irgendwie schaffen, eine Rekordbesucherzahl in Umlauf zu bringen.

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Wie wär’s, wenn man statt Gesamtwochenende einfach das Gesamtjahr nimmt? Vielleicht deswegen diese Überlegungen.

Was soll’s - die, die da waren, hatten ihren Spaß:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Weiter Richtung Wippermann, wo schon die WTCC auf mich wartete:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Und Radio Wippermann! Sehr geil:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Manche hatten allerdings überhaupt keine Probleme damit, denn Weg komplett zuzubauen:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Aber nicht nur das Radio wird inzwischen selbstgemacht, aus die Musik kommt nicht mehr vom Band:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Im Karussell war dann mein persönliches Youngtimer Festival:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

… und dank der coolen UK Streckenposten dort, kann mal als Knipser die Strecke überqueren:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Zur Steilstrecke bin ich auch runter, Pflichtprogramm:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Der Weg entlang unterhalb vom Kesselchen zieht sich ganz gut und dann ist man froh, endlich wieder in der Zivilisation und bei alten Bekannten aufzuschlagen:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

“Bierdose” habe ich genau 1 Jahr nicht gesehen - und wir haben uns letztes Jahr exakt an der selben Stelle getroffen.

Wenn andere in die Oper gehen, lauschen wir der Vollgas-Symphonie im Kesselchen. Hier auch ein kleiner Videoeindruck davon - Lautsprecher aufdrehen!

In Breidscheid wird inzwischen die Wand nicht nur einfach besprüht, sondern stilecht getaggt:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Rutschen waren auch hoch im Kurs, sind die Kinder aus dem Alter raus?

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Weiter Richtung Forst habe ich ein wenig mit der Kamera gespielt - 1/20 funktioniert manchmal:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Das war unterwegs ein Riesen-Ameisenhügel - sehr beeindruckend:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Vorbei am Schwedenkreuz:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

… wird man erstmal von der Beck°Bahn begrüsst. Unterwegs dachte ich, dass sie sich doch eigentlich mal gepflegt in Grund und Boden schämen könnte:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Super Stimmung auch am Hatzenbach:

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Und für mich oben angekommen noch Zeit für die WTCC und die abschließende Finisher Pommes!

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

24h-Rennen 2017 - Mikewalk, 1 Runde Nordschleife

Eine pralle Galerie gibt es natürlich auch, klickt mal durch - alle Bilder lassen sich durch Anklicken auf HighRes vergrößern:

Teil 2 der Galerie meiner Nordschleifen-Wanderung gibt es hier.

Mikebericht | N24h | Mikefotos |


Mittwoch, 08. März 2017

Den Terroropfern von Berlin wird bei allem Leid jetzt auch noch Kurt Beck übergeholfen. Da fragt man sich was schlimmer ist.


Montag, 16. Januar 2017

Heute vor 4 Jahren ist Kurt Beck zurückgetreten: renn.tv/1927.


Freitag, 13. Januar 2017

Achtung, akute Kurt-Beck-Warnung für das Fernsehen heute abend.


Mittwoch, 11. Januar 2017

Welcher Politiker fällt Euch auch als erstes ein, wenn es um Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und den guten Ruf geht?

Richtig: Kurt Beck.

Beck gilt als ehrlich und verlässlich und genießt unter den Politikern in Deutschland einen ausgezeichneten Ruf.

Das muss dieses Fake-News Phänomen sein - wird Zeit, dass das unter Strafe gestellt wird.


Montag, 25. April 2016

*Jemand* hat den Nürburgring gekauft.

Jemand deswegen, weil nach wie vor unbekannt ist, welche Personen sich hinter der Käuferfirma verbergen und gekauft, weil die restliche Kaufsumme bezahlt wurde und damit der Vertrag abgeschlossen ist. Wenn man mal die paar Milliönchen außen vor lässt, die gemäß Vertrag auf Raten abgestottert werden.

Und wo Anglizismen im Spiel sind, da ist auch Nuvoloni nicht weit - das von ihm so geliebte Closure ist fast so sexy wie Stresslevelmonitoring und da liegt es doch nahe, dass der Vertrag jetzt geclosed wurde.

Die Rheinlandpfälzer lehnen Mitleid vehement ab und schaufeln sich lieber voller Naivität ihr eigenes Grab.

Logisch betrachtet hat der Käufer jetzt das Risiko an der Backe die 500+ Mio. € Beihilfen zurückzuzahlen, falls eine der beiden Klagen beim Europäischen Gericht gegen den Verkauf Erfolg haben sollte. Da jedoch in der kompletten Beck´schen Ringverkaufsaga überhaupt nichts logisch abgelaufen ist - angefangen bei der wahnwitzigen Idee des Erlebnisparks insgesamt - sind auch meine Hoffnungen auf logische Abläufe relativ weit unten angesiedelt.

Am 19.Nov.2007 wurde die Erlebnisregion beschlossen - am 25.April 2016 ist die Nordschleife russisches Eigentum.

Aber auf mich hört ja keiner.

Nur mein Weltbild hat sich in den vergangenen Jahren stark verschoben. Damit stehe ich auch nicht alleine, das hört man in den Gesprächen am Ring deutlich heraus. Also wenn man die lass-sie-doch-erstmal-machen Delegation ausblendet. Das sind die Leute, die sich mit jeder Situation zufrieden geben, denn damit begründet dieser Personenkreis vor sich und anderen jede Handlungsnotwendigkeit abzulehnen.

Und leider gab es von diesen lethargisch und obrigkeitshörig geprägten Charakteren mehr, als ich das vorher erwartet hätte.

Schwer zu sagen, ob ich mich trotzdem so aufgerieben hätte, wäre mir das Ergebnis vorher bekannt gewesen. Wahrscheinlich hätte ich meine Zeit angenehmer verbringen können, aber ich hätte mir vorwerfen müssen, nicht alles probiert zu haben.

Die Ringgemeinde war früher eine große Familie und ich hatte den Eindruck sie ist zu allem fähig. Heute bin ich schlauer und muss feststellen, dass die meisten erstmal an sich selber denken und danach lange nichts kommt.

Aber es gibt auch aufrechte Kämpfer, die sich nicht den Blick vernebeln lassen und bereit sind für die richtige Sache Opfer zu bringen. Und das ist eigentlich der größte Gewinn in all den frustrierenden Jahren: diese Leute kennengelernt zu haben, die sich nicht unterkriegen lassen und Kontra geben, obwohl sie genau wissen, dass sie im David - Goliath Spiel theoretisch nur eine kleine Chance haben.

Ich gebe auch nach wie vor die Hoffnung nicht auf - auch wenn ich Realist genug bin um zu sehen, dass ein großes Tal der Tränen vor uns liegt.

Ringverkauf | Nuvoloni | Closure | russisch | SPDRLP |


Sonntag, 28. Februar 2016

Die Politik täuscht - tarnt - trickst weiter mit allen Mitteln.

Die SPD macht ein Riesenfass auf, dass sie so transparent seien und die Bürger einbinden. Das unwürdige Schauspiel geht sogar so weit, dass einen #FragMalu Hashtag verwenden und die ZEIT das sogar noch unterstützt.

Dabei liegen die Fragen auf der Hand und werden von den Verantwortlichen wegignoriert. Was denen nicht einfach fällt, die müssen sich mächtig anstrengen.

Wie zum Beispiel hier - auch wieder Wilhelm Hahne - der die kürzlich vorgestellte 2014er Bilanz des Lindner Hotels zum Anlass nimmt noch einmal gezielt nachzufragen.

Fast 30 Mio. nicht gedeckter Fehlbetrag - wie erklärt sich das? Warum gab es nie einen Sanierungsplan für die Nürburgring GmbH Insolvenz? Wieso tut die Regierung immer so, als hätte sie keinen Einfluss auf die Abläufe, dabei handelt es sich doch um eine Insolvenz in Eigenverwaltung?

Und ganz generell könnte man auch einfach die Frage stellen, wieso Politiker einfach nie Verantwortung übernehmen, wenn sie den Karren übelst in den Dreck gesetzt haben. Also außer zu sagen: tut mir leid?

Dreyer | Beck | Ringverkauf | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Dienstag, 19. Januar 2016

SWR bestätigt offen seine Rolle als Regierungssender.

Das passt natürlich gut in die jetzige Debatte, dass der SWR auf Druck der Regierung konkurierende Parteien nicht zu TV Terminen einlädt.

Für unsereins, die wir den unterwürfigen SWR schon länger kennen, ist die Überraschung eher, dass jetzt irgend jemand überrascht ist.

Boudgoust, Boudgoust - da war doch was?

SWR und Regierung sitzen eng an eng zusammen in Mainz - da verschwimmen schonmal die Grenzen.

Die SPD ist seit 1991 ununterbrochen (mit)regierende Partei - die Netzwerke sind inzwischen undurchdringlich. Dass Kurt Beck immer noch beim ZDF - in Mainz! - in führender Position agiert, spricht Bände.

Trotz allem erlebt das unwürdige Schauspiel heute seinen Höhepunkt, denn so klar wurden die Abhängigkeiten bisher nicht nach außen gespült.

Peter Boudgoust windet sich jetzt, dass ihm keine Wahl geblieben sei - alternativlos!

Überlegen wir mal: wie würde ein wirklich unabhängiger Sender vorgehen? Man lädt Politker zu einer Talkrunde ein - wer kommt kommt, wer nicht kommt hat Pech gehabt.

Soweit die normale Logik.

In der rheinland-pfälzischen Parallelwelt ist das Rational leicht verschoben: die Regierung sagt, wenn XY auch eingeladen ist, dann komme ich nicht.

Dass die Regierung nicht kommt, ist für den SWR keine Option. Die Regierung ist gesetzt, egal was passiert. Zu sehr manifestiert sind die Abhängigkeiten, zu offensichtlich das Gefälle von Chef (= Regierung) zu Befehlsempfänger (=SWR). Umso entlarvender die Argumentation von Boudgoust, der im Eifer des Gefechts das Offensichtliche bestätigt.

Wäre die Stimmung in Deutschland gerade nicht so angeheizt, dann würde sich niemand dafür interessieren. Wir - die Leidgeplagten des Nürburgring Disasters - könnten einige Beispiele aufzeigen, die nach ähnlichem Muster abgelaufen sind. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Der vorauseilende Gehorsam spielt eine große Rolle, denn nach so vielen Jahren Anpassungsarbeit sind konkrete Handlungsanweisungen kaum noch notwendig. Vordergründig versucht der SWR die Mär der Unabhängigkeit zu wahren, aber hinter den Kulissen werden kräftig die Strippen gezogen.

Die Rheinland-Pfälzer lassen das alles ehrfürchtig über sich ergehen: was im Fernsehen kommt muss ja stimmen. Und die Regierung nutzt das willenlose Verhalten der abgestumpften Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst aus. Wir haben es die letzten Jahre erlebt und konnten nicht fassen, dass das in unserer heutigen - angeblich aufgeklärten Welt - in diesem Umfang möglich ist.

Allerdings kommt jetzt ein interessanter Aspekt dazu, mit dem man in Mainz keine Erfahrung hat und den wir Nürburgring-Kämpfer vergeblich versucht haben zu erreichen: dass die Grenzen von Rheinland-Pfalz überschritten werden und eine zahlenmäßig größere - und hoffentlich kritischere! - Bevölkerung erreicht werden kann.

Das wird noch interessant 2 Monate vor der Landtagswahl, denn mit ihren erprobten Strategien - aussitzen und zeitgleich die Marionetten in günstige Positionen bringen - werden die Mainzer Schauspieler diesmal nicht weit kommen. Und etwas anderes haben sie noch nie probiert.

Der angerichtete Schaden ist übrigens enorm, denn der einzige Profiteur des Skandals ist die AfD, die ohne einen Finger krumm zu machen jede Menge Neu-Sympathisanten in ihre klebrigen Demagogenfinger getrieben bekommt. Man kann es den Leuten nicht mal verdenken, denn sie werden vom Establishment weggetrieben - irgendwo müssen sie ja wieder an Land gehen.

Bei der Gelegenheit sage ich auch schonmal voraus, dass weder Die Grünen noch die SPD ihren Koalitionspartner in Schutz nehmen werden. Weil man sich jeweils die Chancen für eine Regierungsbildung mit der CDU offenhalten möchte. Macht korrumpiert: der eine hält die Hand auf - der andere wirft den Charakter über Bord.

SWRRLP | SPDRLP | Boudgoust | Kuschelkurs |


Samstag, 16. Januar 2016

Heute vor 3 Jahren ist Kurt Beck zurückgetreten.

Man muss die Feste feiern wie sie fallen.

Natürlich hatte sein Rücktritt überhaupt gar nichts mit seinem krachend gescheiterten Nürburgringumbau zu tun. Malu Dreyer stellt sich am 13.März zum ersten Mal zur Landtagswahl, denn sie ist von den Bürgern nie als Ministerpräsidentin gewählt worden.

Beck | Dreyer | Landtagswahl |


Samstag, 09. Januar 2016

Für Georg Link (SWR) ist das Nürburgring Disaster die größte RLP Pleite.

Der Landeskorrespondent meint rückblickend (!) zu dem Nürburgring Disaster, dass es von den Dimensionen her das Größte in der rheinland-pfälzischen Politik der letzten Jahrzehnte ist.

Zum einen finde ich das rückblickend unangebracht, denn das Disaster ist noch lange nicht ausgestanden. Fragt mal jemanden, ob er weiss, wem der Nürburgring aktuell gehört. So verworren ist die Informationslage. Oder wer weiss schon, wie die Klage in Brüssel ausgeht? Sowieso darf eine Nordschleife in Privatbesitz nicht das erstrebenswerte Ziel sein.

Zum anderen versucht er etwas verworren Kurt Beck in Schutz zu nehmen. Weil der ja immerhin seit 20 Jahren starke Mehrheiten erreicht habe und ihm jetzt das Ring°Grab an den Fersen hafte. Dabei ist es doch ganz einfach: gerade WEIL er so lange an der Macht war und dank feinmaschiger Netzwerke nichts dem Zufall überlassen hat, IST er der Hauptschuldige in der Ring-Katastrophe. Ob leichtgläubig oder nicht: er hat die ihm übertragene Verantwortung maßlos mißbraucht und sowohl den öffentlichen Kassen großen Schaden zugefügt als auch den Nürburgring Bewahrern unerträgliche Qualen beschert.

Immerhin bestätigt mich dieses Interview in meiner Ansicht, dass der SWR - bzw. die gesamte rheinland-pfälzische Presselandschaft inklusive Rhein-Zeitung usw. - mit den Dimensionen dieses mutmaßlichen Verbrechens weit überfordert war. Und immer noch sind. Weinfeste - ok, ein paar Skandälchen auch - aber ein waschechter Politkrimi? Das ist dann doch ein paar Nummern zu groß. Das wussten die Akteure auch und haben entsprechend selbstbewusst und kriminell gehandelt. Dass ein paar davon - vielleicht - verurteilt werden, ist nur ein kleiner Kollateralschaden.

GeorgLink | KurtBeck |


Kurt Beck hatte Ende 2015 einen geheimen Schlaganfall.

Nichtmal die Staatskanzlei wusste davon.

Beck wurde stationär in einem südpfälzischen Krankenhaus behandelt. (..) Weder die Sprecherin der Staatskanzlei noch der Pressesprecher der SPD-Fraktion hatten zum Zeitpunkt der RHEINPFALZ-Anfrage Kenntnis darüber.

Er ist nach wie vor sowohl beim ZDF Verwaltungsrat als auch der Friedrich-Ebert-Stiftung Vorsitzender.

Beck | Schlaganfall |


Donnerstag, 19. November 2015

Übrig Ns vom Donnerstag.

Was ist besser als eine 500er Vierzylinder 2Takt GP Maschine? Eine 576er Zweitakt! Oder besser gesagt: 99 Stück davon, die man einfach so kaufen kann. Dieses verrückte Projekt hat Eskil Suter auf die Räder gestellt: suter500.com. 195 Zweitakt-PS, 127kg. Shut up and take my money! Oooh, 120.000 Schweizer Franken. Möchte jemand Sponsorfläche kaufen? Ich verspreche auch eine schöne Flugkurve.

Die MotoGP ist in den Kurven schon so schnell geworden, dass bei Abflügen die Fahrer bzw. Mopeds in die Begrenzung knallen können. Deswegen will die Dorna jetzt was unternehmen, um die Kurvengeschwindigkeiten zu senken. Ist meines Wissens das erste Mal, das der Kurvenspeed z.B. durch maximale Reifendimension reduziert werden soll. Bisher war das rein durch den Performancegedanken optimiert worden. Schade eigentlich, dass es am Limit angelangt ist.

Citroen kehrt der WTCC den Rücken und setzt WRC 2016 auch aus. Dabei ist Citroen eine Firma, die keinen Abgasskandal an der Backe hat. Grund ist, um sich auf die WRC in 2017 zu konzentrieren - da gibt es neue, freiere Regeln. Damit bleiben als Teilnehmer der “Tourenwagen Weltmeisterschaft”: Volvo, Lada und Honda. Und wahrscheinlich private Citroens und Chevrolets. Uups.

Der Cayman GT4 Clubsport ist da, wurde gestern auf der LA Autoshow vorgestellt: rennfertige 1.300kg mit 385PS für 165.000 Dollar. In der VLN soll der kleine Feger in einer eigenen Klasse fahren - nach einem Upgrade Kit von Manthey / Raeder. Kann man sich auf der kommenden Essen Motorshow angucken (ab 27.11.).

Wenn Ihr mal einen Ausblick auf die Motorradmodelle des nächsten Jahres werfen wollt.

Romain Dumas sorgt immer wieder für schöne motorsportliche Überraschungen: hat dem Peugeot Werk einen 2008 DKR15+ abgekauft, um damit die Dakar Rallye zu fahren. Ist sein 2. Einsatz bei der Dakar - diesmal geht es durch Bolivien und Argentinien. Beruf: Rennfahrer, Hobby: auch Rennfahrer!

Läuft zwischen IDM und DMSB. Nicht.

Wer erinnert sich noch an die A1 Lückenschluss Planungen? Komisch, bei den Windrädern sind die Politikern mit viel mehr Einsatz bei der Sache, kaum ein Eifelhügel, der noch nicht zugespargelt ist. Liegt es an den Verdienstmöglichkeiten?

Ach der Herr Lewentz. Hat uns schon als Nürburgringminister von seinen Unfähigkeiten überzeugen können und jetzt als Innen- bzw. Terrorminister versucht er es wieder. Und zieht ausgerechnet die Sauerland Gruppe als Erfolgsmodell an.

Aus der Abteilung Dicke Männer im Anzug: Kurt Beck besitzt die Frechheit dem olympischen Komittee vorzuwerfen, es würde den Sport dem Kommerz unterordnen. Wer hat nochmal den Nürburgring geopfert, um sich ein persönliches denk°mal zu bauen? Und wieso sitzt der schwerkranke Mann eigentlich noch an oberster Stelle des öffentlich-rechtlichen Propagandaapparates? Warum kann der nicht einfach in’s Pflegeheim gehen, sich Essen bringen und uns in Ruhe lassen.

Suter | MotoGP | WTCC | Cayman | Dumas | Dakar | Lückenschluss | Lewentz | Beck |


Montag, 28. September 2015

Wer wäre besser geeignet über ´Die Zentren der Macht´ zu referieren als der größenwahnsinnige Kurt Beck?

Im November im Forum WHU in Vallendar.

Kann man sich nicht ausdenken sowas.

Wie wär´s denn mit einem Vortrag:

Größtmöglichen Schaden anrichten - leicht gemacht?

Auf DEM Gebiet macht ihm so schnell nämlich keiner was vor.

Beck | KurtBeck | ForumWHU | Vallendar |


Mittwoch, 22. Juli 2015

Neue Anklage im Fall Erlebnisgrab.

Da hat sich jemand aber mächtig Mühe gegeben, das Wort Schmiergeld weiträumig zu umfahren.

SWR.de:

(..) vom Land beauftragt, einen Privatinvestor für den Nürburgring zu finden. Dafür verlangten die beiden 150.000 Euro. Um diese hohe Honorarforderung durchzusetzen, hat der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft dem Nürburgring-Prokuristen illegalerweise 15.000 Euro versprochen und auch bezahlt.

15.000? Das sind 0,003% der verprassten Summe, wenn wir mal konservativ von 500 Mio. ausgehen. Also quasi nichts.

Solange Kurt Beck noch frei herumläuft und ML Dreyer fröhlich weiterregiert, kann ich über solche inszenierten Schauprozesse nur lachen. Ablenkungsmanöver - billiges.

Ringprozess | Anklage | Controller |


Sonntag, 19. Juli 2015

Formel 1 GP auf dem Nürburgring.

Jetzt um 14h startet auf dem Nürburgring der deutsche Formel 1 Grand Prix.

Und gibt damit den Startschuss für den F1 GP am Nürburgring für die nächsten 5 Jahre! Und Kurt Beck hat sich mit Kumpel Ingolf Deubel angekündigt, um den Siegerpokal zu überreichen.

Natürlich hat CNG Geschäftsführer Carsten Schumacher allen Grund zum Jubeln und nutzt die Gunst der Stunde, um auf die hervorragende Situation am Ring hinzuweisen:

“Um den Nürburgring muss man sich keine Sorgen machen.”

Und soll ich Euch was sagen? Trotz dieser tollen Nachrichten werden die Schlechtredner wieder irgendein Häärchen in der Suppe finden, an dem sie sich hochziehen können. Wir werden es erleben.

Und wenn es am Ende nur das winzige Detail ist, dass alles erstunken und erlogen ist.

Formel1 | Capricorn | RobertinoWild | CarstenSchumacher |


Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

Insolvenz | WiWo | Zerfaß |


Freitag, 03. Juli 2015

Kurt Beck soll die offenen Handwerker-Rechnungen bezahlen.

Im Zuge der Diskussion um die offenen Handwerkerrechnungen kam die Frage auf, was man denn unternehmen könne.

Meiner Meinung nach wird es Kurt Beck viel zu leicht gemacht. Er hat sich mit einer Ausrede davongestohlen, ist jetzt nicht weniger beschäftigt als vorher.

Dabei war er es, der den Untergang bzw. Umbau des Rings zu verantworten hat - und er war es, der den Handwerkern Bezahlung versprochen hat, als er den Nürburgring in die Insolvenz geführt hat.

Daher finde ich es absolut legitim, DASS ER PERSÖNLICH HAFTET MIT SEINEM PRIVATVERMÖGEN. Warum denn nicht? Das wäre jedem von uns auch so gegangen.

Auch wenn es kein Gesetz dafür gibt, mein gesellschaftliches Selbstverständnis fordert das von ihm ein.

Und um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, habe ich diese Petition in’s Leben gerufen:

Kurt Beck soll die offenen Handwerker-Rechnungen am Nürburgring bezahlen.

Schon knapp 300 Unterstützer in einer Woche - viele Unterschriften sind begründet worden, das sind lesenswerte Rückmeldungen von Bürgern.

Auch wenn Petitionen oft im Sande verlaufen, so können sie doch ein Mittel sein ein Thema in die Öffentlichkeit zu bringen - oder in unserem Fall aus dem Dunstkreis des Nürburgrings in die Wohnzimmer der Rheinland-Pfälzer.

Würde mich freuen, wenn Ihr das mit geeigneten Mitteln unterstützt, um den Rheinland-Pfälzern klar zu machen, was für einem perfiden Ganoven sie so lange die Treue gehalten haben.

KurtBeck | Beck | Petition | Handwerker | Insolvenz |


Donnerstag, 25. Juni 2015

Wenn die Arbeiterpartei die Arbeiter um ihr Geld betrügt.

Verlorenes Steuergeld ist ja immer etwas unwirklich und diffus, weil es einem nicht direkt persönlich aus der Tasche gezogen wird.

Da sind die offenen Rechnungen Ring°Umbauer Handwerker um einiges realistischer.

Na gut … dass man Kurt Beck kein Wort glauben darf, das hätte die Lebenserfahrung mitbringen können. Der SWR (!) hat seinen denkwürdigen Insolvenzauftritt noch einmal aufbereitet.

Wenn man etwas verspricht muss man es auch halten.

Apropos halten: was hält Kurt Beck eigentlich davon ab, den von ihm angerichteten Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen?

Handwerker | Beck | Insolvenz | Arbeiterpartei |


Sonntag, 10. Mai 2015

Für mich fällt das 24h-Rennen dieses Jahr aus.

Das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das mal sage / schreibe. Das Rennen war für mich immer der Jahresmittelpunkt - so wie für normale Leute Weihnachten. Nach dem Rennen war vor dem Rennen und ich habe regelmäßig die Tage gezählt, bis es wieder losgeht.

Kaum vorstellbar, aber die ersten Rennbesuche liegen soweit in der Vergangenheit, da hatte ich sogar noch Haare!

Mit 16 ging der erste Ausflug mit der 50er in die Eifel - das ist jetzt über 30 Jahre her. Dann kam die glorreiche Zeit des Audi 200, der von uns zum ersten Mal 1994 an den Start geschoben wurde.

Seitdem hat sich viel verändert - leider hauptsächlich zum Schlechten. Das, was für mich persönlich die große Anziehungskraft damals ausgemacht hat, ist nur noch als Überbleibsel vorhanden - manchmal sogar nur noch aus Überlieferungen.

Mir fallen so Begriffe ein wie: Fairness, Sportsgeist, Kameradschaft, Ursprünglichkeit, Herausforderung, Erfindungsgeist, Purismus, Rennsport mit Herzblut und dem gewissen Extra, das die Nordschleife in ihrer weltweiten Alleinstellung so besonders und anspruchsvoll gemacht hat.

Leider bin ich nie in den Genuss gekommen, auf der Nordschleife Rennen zu fahren - das letzte Motorradrennen war 1994 und damit vor meiner eigenen aktiven Zeit. Die VLN zu verfolgen war für mich als nicht-mehr-Aktiver die beste Möglichkeit, so hautnah wie möglich dabei zu sein. Und ich habe keine Gelegenheit ausgelassen - seit über 20 Jahren.

Im vergangenen Jahr habe ich das Rennen verfolgt und viel Spaß gehabt - siehe Mikebericht - um mich danach komplett in den Haus(um)bau zu stürzen. Dadurch war ich quasi gezwungen die Dinge mit Abstand zu betrachten.

Natürlich gibt es immer Sachzwänge und besondere Umstände zu berücksichtigen - aber spätestens, wenn Probleme Handlungen erfordern erlauben die Ergebnisse deutliche Rückschlüsse auf die Intention der Handelnden.

Was früher einmal durch den sportlichen Ehrgeiz begründet war, reduziert sich heute immer mehr auf ein Geschäft. Oder Neudeutsch: den Business Case.

Die Teams - die Fahrer - die Hersteller - alle scheinen nur noch ein Ziel zu verfolgen: Geld zu verdienen.

Das klingt erst einmal paradox, denn normalerweise ist besonders der Motorsport dafür bekannt Geld zu verbrennen. Und das nicht zu knapp.

Aber die Gemengelage aus GT3 und deren Vermarktung lässt die eigenartige Situation entstehen, dass es auf einmal einen Markt gibt, für den es sich lohnt, Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Auf die GT3 Problematik an sich bin ich ja schon vor 4 Wochen detailiert eingegangen.

Die vergangenen Jahre haben den Ring, seinen Mythos und die Region in einem mächtigen Strudel immer weiter in die Tiefe gezogen. Ihr wisst was ich meine, das beck°werk wird den kommenden Generationen als mahnender Koloss für durchgeknallte Politiker erhalten bleiben.

Parallel dazu hat aber auch in der Sportlerszene ein Wandel stattgefunden: früher sind die Rennfahrer angetreten, weil sie die Herausfoderung liebten - heute geht es immer mehr um den pünktlichen Gehaltsscheck.

Dazu kommt, dass die Fahrzeuge größtenteils nur noch aus Kaufautos bestehen, denn die überwiegende Anzahl des Starterfeldes setzt sich aus GT3 und Cup Fahrzeugen zusammen. Die nicht verändert werden dürfen.

Und jetzt kommt das Wort, auf das alle schon warten: Tempolimit. Mein Problem an der ganzen Sache ist, dass die Fahrer, die so große Stücke auf sich halten, diese Demütigung einfach über sich ergehen lassen.

Protest dagegen kann man an einer Hand abzählen - alle fügen sich unkritisch dem Schicksal, weil das so von ihren Geldgebern erwartet wird.

Werksfahrer verkommen zu beliebig austauschbaren Arbeitnehmern, die sich kritikfrei durch die Mikrofone aalen.

Das erinnert mich an die Gleichgültigkeit, mit der die Entscheidungen zur Erlebnisregion und deren Bau kommentiert wurde: keine Kritik - kein Widerstand, stumpfsinniges Hinnehmen hirnrissiger Entscheidungen - die Erwartungen des Arbeitgebers stehen an erster Stelle und dann kommt erstmal lange nichts. Vor allem keine eigene Meinung.

Dem Langstreckensport wird die Seele genommen und alle finden es super. Was für eine Enttäuschung.

Stellt Euch mal vor, in einem anderen Sport gäbe es diese Situation: alle 5 Minuten eine kurze Pause. Im Radsport z.B. die Beine hängen lassen - das gesamte Feld neutralisiert. Die würden doch - zu Recht - ziemlich ausgelacht werden.

Früher wurden im N-Forum die ehrlichen Rennberichte aus erster Hand geteilt - heute gibt es kaum noch ein Team ohne ‘Pressesprecher’ - egal wie klein das Team ist. Dort werden weichgespülte Presseberichte produziert - einer erfolgreicher als der andere mit gefühlt Dutzenden von Gesamtsiegern pro Rennen.

Und macht Euch bitte nichts vor: auch die Zuschauer sind längst nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Aus der VLN-Familie, die durch dick und dünn geht ist nur noch eine Kulisse geworden, mit deren Hilfe man in den Vorständen die neuen Programme durchdrücken kann.

Die Klimmzüge, mit denen beim 24h-Rennen irgendwie 200.000 Zuschauer zusammengerechnet werden, sind längst allen bekannt und trotzdem werden sie von den Marketingabteilungen wieder rausposaunt werden, weil große Zahlen immer toll klingen. Dass bei dem Rennen tatsächlich nicht mehr Zuschauer vor Ort sind, als bei jedem x-beliebigen Bundesligaspiel, wird von niemandem hinterfragt.

Für mich jedenfalls ist mit dem Tempolimit das Fass übergelaufen, das in den letzten Jahren stetig gefüllt wurde. Wenn man gefühlt etwas schon immer gemacht hat, heißt das nicht, dass es nicht auch einmal auf den Prüfstein gestellt wird.

Der Bogen wurde - quasi mit Ansage - überspannt. Die sogenannten Sicherheitsmaßnahmen, die in erster Linie das Ziel haben, das Rennen auf Biegen und Brechen durchführen zu können, haben meiner Meinung nach das Unfallrisiko sogar noch weiter erhöht.

Der typische GT3 Nordschleifenunfall - das Disaster waiting to happen - ist meiner Meinung nach ein anderer, als der, den wir so tragisch erlebt haben.

Aufgrund der künstlich zusammengestauchten Leistungsdichte werden höhere Risiken in Kauf genommen, um einen kleinen Vorteil zu erkämpfen. Jetzt wird die Döttinger Höhe vom Renngeschehen ausgeklammert, d.h. dort kann man nicht mehr überholen - man kann aber - und das ist das Entscheidende - auch nicht mehr überholt werden.

Vor dem Tempolimit musste man die Aerodynamik so einstellen, dass man auf der langen Geraden nicht zur leichten Beute wird. Das fällt jetzt weg und die GT3 haben große Einstellmöglichkeiten für ihre mächtigen Flügelwerke. Resultat: noch höhere Kurvengeschwindigkeiten, anspruchsvolleres Fahrverhalten und höhere Belastungen für die Reifen. Gepaart mit der hohen Verkehrsdichte, den Herausforderungen bei Nacht und Wetter und teilweise Gentlemanfahrern hinter dem Lenkrad, eine tickende Zeitbombe.

Ich halte es einfach nur für Glück, falls nichts passieren sollte und möchte nicht erleben, dass meine Befürchtung wahr wird. Deren Ursache nur im Geldverdienen Einzelner begründet ist, die ihr Geschäftsmodell nicht aufgeben wollen, bevor zu Ende gemolken ist.

Wenn der Jahreshöhepunkt quasi zum Tiefpunkt wird, dann läuft etwas gewaltig verkehrt. Das ist nicht mehr meine Welt. Da erhalte ich mir lieber die Erinnerung wach an Zeiten, als der Ring und seine Aktiven mich wie ein Monstermagnet in seinen Bann gezogen hat. Widerwillig zum Ring zu fahren, einfach nur weil es immer schon so war, macht nüchtern betrachtet keinen Sinn.

Und damit geht für mich eine Ära zu Ende, die mein Leben bestimmt hat, wie nichts anderes auf der Welt.

Natürlich bin ich nicht glücklich über diese Situation - aber auf der anderen Seite bin ich froh das erkannt zu haben und ohne irgendwelche Abhängigkeiten die Schlüsse ziehe, die ich für richtig halte.

Tags: N24h | Tempolimit | Mikebericht |


Freitag, 24. April 2015

Bei welchem Thema kennt sich MP Dreyer so gut aus, dass sie ein Buch darüber schreiben könnte?

Probleme aussitzen? Katastrophen weglächeln? Kulturgüter an Russen verschachern? Kritische Facebook-Kommentare löschen? Kabinett auswechseln? Bei Kurt Beck in die Schule gehen? Warm lächeln, aber eiskalt lügen?

Alles falsch. Ich hoffe Ihr sitzt stabil: sie veröffentlicht ein Buch über ehrliche und transparente Politik.

Na klar! Bei dem Thema fällt einem doch als erstes die SPD RLP ein! Nicht.

Tags: Dreyer | SPDRLP | Buchvorstellung | Dreyerbuch |


Donnerstag, 12. Februar 2015

Mainz versinkt seit gestern im Brückengau.

Dass die Einschläge irgendwann mal näher kommen müssen war klar. Aber dass die Versäumnisse von Insolvenz-Kurt der Maria Luise Dreyer so schnell auf die Füsse fallen?!

Mainz hat 3 Brücken und eine davon ist seit gestern gesperrt. Komplett. Sie ist marode und hat sich abgesenkt, Wiedereröffnungstermin: TBD.

Wenn sie das ganze Freizeitparkgeld in die Infrastruktur gesteckt hätten, dann würde jetzt Mainz nicht im Verkehrskollaps versinken. Und dem Nürburgring wäre die Insolvenz erspart geblieben.

So schlimm das auch für die Anwohner ist: es gibt einige Leute, denen ich von Herzen wünsche, dass sie von morgens bis abends im Stau feststecken und genau darüber nachdenken - allen voran Kurt Beck und seine ergebene Ziehtochter ML Dreyer.

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Montag, 26. Januar 2015

Was haben Wilhelm Hahne und Robertino Wild gemeinsam?

Eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Eventuell noch, dass beide keinen Doktortitel haben - aber das sieht der Herr (Doktor?) Wild mal so - mal so.

Es gab letzte Woche jede Menge Hausdurchsuchungen, WiWo / Florian Zerfaß informieren - mal wieder - umfassenst!

Wild hatte Haus und Hof verpfändet, um den Fuß in die Tür zu bekommen und Malu Dreyer hatte ihn seinerzeit ja schon auf dem Sockel durch die Eifel getragen.

Die 2.Kaufrate für den Nürburgring konnte er aber schon nicht mehr beibringen - da war die Luft raus. Schwer nachzuvollziehen, wie jemand dann trotzdem als der große Zampano durch die Gegend stolzieren kann - aber genau das hat er gemacht.

Auf einer Fandiskussion - das kommt immer gut, wenn man die Öffentlichkeit gewinnen will - meinte er am 13.9.2014:

“Wenn wir scheitern, dürfen Sie mich teeren und federn und aus dem Dorf jagen.”

Und wie er gescheitert ist: Totalschaden.

Ich weiss nicht, was das für Bildchen waren, die der Sachwalter Lieser als Sicherheit akzeptiert hat. Es heisst immer nur “private Kunstsammlung”. Hört sich doch toll an. Vielleicht ist es nur eine selbstgemalte Doktorurkunde - wer weiss das schon.

Das Problem ist jedenfalls, da hatte schon jemand die Hand drauf. Und Kreditbetrug ist kein Kavaliersdelikt - also ist die Staatsanwaltschaft Monate später (!) ausgerückt. Und hat großflächig Büros gefilzt.

Da schließt sich dann der Kreis zu Wilhelm Hahne. Den wollten sie damals, als Deubel und Beck noch das herrschaftliche Zepter geschwungen haben, ruhigstellen. Na der Schuß ist aber mächtig nach hinten losgegangen.

Ich war noch nie bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz, aber ich stelle mir das so vor, dass die da ein eigenes Nürburgring-Resort haben. Den Flur lang und hinten gleich hinter “Rauschgift” links. Leider ist die Abteilung chronisch unterbesetzt, sodass die Abläufe nur nacheinander abgearbeitet werden können. Gleichzeitig wäre der richtige Weg. Mir fallen auf Anhieb 3 Bälle ein, die sie aktuell in der Luft halten wollen: Deubel, Barandun und jetzt Wild.

Wie wurde das so schön auf Twitter kommentiert:

“Mit R.Wild hat’s am Nürburgring sicher nicht den Falschen getroffen - aber keinesfalls den Richtigen!”

Ordentlich Druck im Kessel ist bestimmt nicht das, was Malu Dreyer mit ihrem brutalen Ministerkahlschlag erhofft hatte. Der Boomerang holt ordentlich Anlauf und das Frühjahr 2016 (neue Wahlen) rückt unaufhaltsam näher.

Wer weiss, was die Fahnder an brisantem Material rausgetragen haben. Soll Wild nur zum Sündenbock gemacht werden oder ist es die Spitze des Eisbergs? Wir wissen, was alles unter der Decke schmort und dem Herrn Lieser hat es sicher nicht geschmeckt, dass sie bei ihm Material abgesaugt haben. Propaganda Nuvoloni hat auch gleich verniedlicht, aber Oberstaatsanwalt Kruse hat nochmal den Besuch der Behörde bestätigt.

Bisher ist Jens Lieser nur als Zeuge Teil der Ermittlungen und natürlich hat er ein starkes Interesse, dass das so bleibt.

Ob die Aktionen in Brüssel zur Kenntnis genommen werden? Man hat den Eindruck die EU’ler wollen im starken Schulterschluss mit der RLP Regierung jeden Sturm aussitzen. Bisher kommen sie damit durch, aber wenn noch mehr Wind aufzieht könnte es eng werden.

Wenn es nach mir geht, dann dürfen sie gerne aussitzen: für ein paar Jahre bei Wasser und Brot auf der Kartause.

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Samstag, 24. Januar 2015

Nürburgring GmbH, 17.Juli 1928 bis ... ?

(Korrektur! Siehe unten …)

Die Nürburgring GmbH wurde ist 86 Jahre alt und hat viele Höhen und Tiefen mitmachen müssen - davon die letzte leider mit fatalem Ende.

Viele haben bei ihrer Hinrichtung mitgewirkt - allen voran Kurt Beck.

Im Bundesanzeiger wird das lapidar mit zwei Sätzen abgehandelt, aber ich bin sicher nicht der Einzige den das traurig stimmt.

Nürburgring Betriebsgesellschaft GmbH, Nürburg

Die Gesellschaft ist mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich unter Angabe des Grundes und der Höhe ihres Anspruches bei der Gesellschaft zu melden.

Dr. Karl-Josef Schmidt, Der Liquidator

(Klick! für gross.)

KORREKTUR:

Oops - da habe ich jetzt die Betriebsgesellschaft überlesen - ist ja gar nicht die selbe Firma. Das heisst die Nürburgring GmbH ist noch nicht liquidiert. Wird sie aber wohl dann, wenn der Verkauf endgültig abgewickelt ist. Also Eigentümerübergang und volle Kaufpreiszahlung.

(Danke für den Hinweis Dieter!)

Tags: NürburgringGmbH | Insolvenz | KurtBeck | Liquidation |


Mittwoch, 14. Januar 2015

Das kommt mir bekannt vor.

“Wir haben uns belogen, betrogen, verraten und verkauft gefühlt. Und das ausgerechnet von den Grünen. Schließlich war XXXXX ja auch ein wichtiges Wahlkampfthema, das dazu beitragen hat, dass die Grünen ihren Stimmenanteil fast verdreifachen konnten. Doch in den Koalitionsverhandlungen hat Kurt Beck wohl sehr früh ein Machtwort gesprochen (..).”

Nein, nicht vom Nürburgring ist die Rede, sondern von der Hochmoselbrücke.

Tags: DieGrünen | Hochmoselbrücke | KurtBeck | verraten |


Dienstag, 13. Januar 2015

Kurt Beck soll wieder salonfähig werden.

Und weil Malu Dreyer ihm noch einen Gefallen schuldet, musste sie sich was einfallen lassen. Wer will schon mit Kurt Beck zusammen abgelichtet werden, also hat sie ihren Mann verpflichtet. Und weil der Bürgermeister von Trier ist, ist das hier dabei rausgekommen.

Tags: KurtBeck | MaluDreyer | KarlMarx | Trier |


Johannes Stuck versteht die Welt nicht mehr.

Was haben denn auf einmal alle gegen seinen tollen Papa Strietzel Stuck?

Auf Facebook (bzw. für die FB Verweigerer hier als Text kopiert):

“Das Thema dieses Beitrags ist die angespannte Situation rund um den Nürburgring, da wir besonders viele Nachrichten und Beiträge in diesem Zusammenhang erhalten. Viele dieser Nachrichten und Beiträge kritisieren uns persönlich und besonders meinen Vater Strietzel Stuck in Bezug auf ein mangelhaftes Engagement für die Rettung des Nürburgrings.”

Soweit stimme ich da ja noch zu, aber dann wird’s ziemlich haarsträubend:

“(..) nur sehr wenig Zeit geblieben ist, mich mit der Thematik und den aktuellen Geschehnissen zu beschäftigen und somit wäre jeder Kommentar unfundiert und ”Klugscheisserei“.”

“(..) Fakt ist jedoch, dass es keinem gelungen ist diese Rennstrecke profitabel und wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben.”

Das ist gelinde gesagt Bullshit. Dazu reicht ein Blick in die historischen Bilanzen. Ohne F1 Zuschüsse und Kafitz Experimente war die Nürburgring GmbH ein gesundes und profitables Unternehmen.

“Ich kann mir leider kein Szenario vorstellen und mir wurde auch noch nie eines vorgelegt, welches den Fortbestand des Nürburgrings sichert (..)”

Noch so ein nächste Klopper.

“(..) Das Schicksal des Nürburgrings liegt aus meiner Sicht nicht alleine in den Händen des nächsten Betreibers, sondern in den Händen der Macher des Motorsports, um die Ränge wieder zu füllen und die Begeisterung für den Motorsport wieder aufleben zu lassen.”

Dieser Zusammenhang erklärt sich mir nicht - der Nürburgring ist ausgebucht!

“Ich freue mich wirklich, wenn Ihr Eure Meinung und Gedanken teilt, mich und meine Ansichten kritisiert, ergänzt oder teilt, (..)”

Na aber immer doch! :)

Ohne das Beck°Werk und Aussaugen durch Richter/Lindner - unterstützt von den Stucks! - wäre der Ring gesund und munter wie eh und je.

“Zum Schluss möchte ich jetzt noch eine Lanze für meinen Vater brechen, der sich dessen sehr bewusst ist, was er dem Sport und der Nordschleife zu verdanken hat und nach bestem Wissen und Gewissen handelt. Um Prozesse anzuschieben und Missstände zu ändern zählt nicht die Lautstärke der Botschaft, sondern der Inhalt!”

Jau.

Hier mal ein Beispiel von bestem Wissen und Gewissen. Und hier, und hier, und hier, und hier, und hier, …

Tags: Stuck | Strietzel | Ringverkauf |


Samstag, 10. Januar 2015

Kurt Beck hält Neujahrsansprache.

Tja, der Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung ist ein gefragter Mann. Zumindest bei der SPD Rhein-Neckar.

Falls jemand dachte wir seien den los, als er vor ziemlich genau 2 Jahren ganz schlimm krank zurückgetreten ist.

Tag: KurtBeck


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

Tags: KafitzDeubel | InsolvenzRingverkauf |


Sonntag, 07. Dezember 2014

Wir müssen draußen bleiben?!

Jetzt ist ja wieder Weihnachtsmärkte-Zeit, da kam ein paar Versprengten die Idee nach Kaiserslautern zu fahren. Schließlich hatte sich auch Malu Dreyer angemeldet.

Ich hab noch nie vorher gehört, dass jemand von der Polizei davon abgehalten wurde einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Aber in Kurt Beck’s Königreich ticken die Uhren bekanntlich anders - seht selbst.

Aber starke Aktion wieder! Die jämmerliche Reaktion unserer angeblichen Volksvertreter zeigt doch wieder nur, wie sehr sie mit dem Rücken an der Wand stehen.

Tags: Weihnachtsmarkt | MaluDreyer | Versprengte |


Sonntag, 16. November 2014

Das neue Narrativ der SPD.

In der Demo und der Reaktion der (Westerwald = Hering) SPD gestern dazu ist ein Detail etwas untergegangen: die Partei hat ihr - von der Polizei abgeriegeltes - Treffen dazu genutzt, eine neue Sprachregelung zum Nürburgring auszugeben.

  • Dreyer: “Lasst die CDU ruhig weiter in der Vergangenheit weilen. Lasst sie einfach in der Ecke des vergangenen Nürburgrings. Wenn sich die CDU weiter am gestern abarbeiten will, dann ist sie dort gut aufgehoben liebe Genossen und Genossinnen.”

  • Westerwald SPD / Hering: “Es waren einige Versprengte heute der Meinung, dass der Ring der Nabel der Welt ist, er ist es nicht. Fehler wurden gemacht, erkannt und abgestellt.”

Ihr seht schon, worauf das hinausläuft - mal mehr mal weniger deutlich. Natürlich lähmen die 500 Freizeitpark-Steuermillionen jegliche Diskussion über andere Themen - wie soll man auch jemanden ernst nehmen, der dermaßen verkackt hat?

Was also tun? Man erklärkt das Problem einfach für beendet. Das macht die Politik gerne schonmal, wenn sie keinen Ausweg mehr weiss.

Das Ganze wird dann noch positiv klingend garniert, “vorwärtsgerichtet”, “Zurück in der Zukunft” und zusammen mit den Dreyer Hütchenspielen (Politiker Rochade) glaubt man jetzt den Cunning Plan zu haben.

Mit tatsächlichen Lösungen hat das natürlich alles nichts zu tun, eher mit Sand-in-die-Augen-streuen.

Auch Kurt Beck hat mal beteuert, dass sein Freizeitpark den Steuerzahler nichts kosten wird. In Wirklichkeit hat er neben einer 9 bis 10-stelligen Summe Steuergeld noch ein weltweit einmaliges Kulturdenkmal oben draufgelegt, das dem Steuerzahler verloren geht.

Damit ist die einzige Konstante, die sich durch den Ablauf der Jahre hindurchzieht, der Nicht-Wahrheitsgehalt der Aussagen der SPD Politik. Malu Dreyer knüpft da nahtlos an.

So richtig stoppen kann das eigentlich nur die Staatsanwaltschaft, aber die scheint brav mitzumachen bei dem perfiden Schauspiel.

Für uns erst Recht der Grund uns hinzustellen und sowohl Aufarbeitung als auch eine echte Zukunft für Sport und Strecke zu fordern.

Wann ist die nächste Demo/Aktion? Ich stecke zwar noch mitten im Hausbau, aber dafür nehm ich mir immer Zeit, Ehrensache.

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Montag, 10. November 2014

Sabine: Jetzt müssen wir nochmal alles geben!

Hallo Leute, ich habe eine große Bitte an euch:

Lasst euch um himmelswillen nix einreden oder von diversen Pressmitteilungen weiss machen, es gäbe nichts mehr am Verkauf zu rütteln.

Nach wie vor möchten uns die Landersregierung und vorallem die Insolvenzverwalter ruhig stellen. Die sitzen dermaßen auf glühenden Kohlen, dass sogar die IV rechtlichen Beistand gefordert und diesen bereits genutzt haben.

Was gerade mit dem Nürburgring und seinem Dunstkreis passiert, ist gleichzusetzten mit einer Naturkatastrophe. Wir kommen zwar mit heiler Haut aus der Misère aber unsere Lebensgrundlage wird systematisch vernichtet.

Nur stammt diese Katastrophe zu 100% aus Kafitz’ und Beck’s Kessel. Ist unser Ring einmal verkauft, wird er in Zukunft zum Wanderpokal mutieren und die Einschnitte werden immer tiefer.

Was juckt die potentiellen Käufer einen Nürburgringvertrag von der LR gebastelt (ohnehin ohne jegliches Hintergrundwissen) oder was scheren diese sich um die ursprüngliche Satzung, dass der Ring die! Infrastrukturmaßnahme für die Region ist???

Wir sind mit unseren Aktionen sehr weit gekommen, wir sind kurz vor dem Ziel, den Verkauf abzuwenden. Wir müssen jetzt nochmal alles geben.

Bitte unterstützt unseren Ring damit er nicht zum Nobel Racing Resort der Oberschicht verendet oder sonst wie misswirtschaftlich betrieben wird. Wir alle wollen doch unser Kulturgut behalten.

Also ich habe sehr sehr viel dem Nürburgring zu verdanken und ich werde den Teufel tun, zuzusehen wie ein paar Minister und Advokaten über Leichen gehen nur um ihr eigenes Pöstchen und ihre Pension zu retten.

Lasst uns gemeinsam kämpfen!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend und denkt mal drüber nach.

Eure Sabine

Tags: SabineSchmitz | Ringdemo | WirSindNürburgring |


Dienstag, 04. November 2014

Schlachtfest im Mainzer Kabinett.

Malu Dreyer schwimmen die Felle davon und als letzten Ausweg entsorgt sie großflächig die Kurt-Beck-Verbündeten:

  • Finanzminister Carsten Kühl und
  • Fraktionsvorsitzender Hendrig Hering
  • Innenminister Roger Lewentz

Das wurde Zeit. Kühl und Hering haben den Nürburgring in die Insolvenz geritten. Warum Lewentz das Gemetzel überlebt habt? Er hängt genauso drin wie Kühl und Hering.

Aber es geht noch weiter:

  • Justizminister Jochen Hartloff
    Malu Dreyer als Ex-Staatsanwältin wird wissen, warum er gehen muss. Falls es demnächst Anklagen gegen Hering und Kühl gibt, dann weiss sie heute vielleicht schon mehr als wir.

  • Europaministerin Margit Conrad

  • Staatskanzlei-Chefin Jacqueline Kraege

Insgesamt gibt es in der RLP Regierung 8 Ministerien, davon 5 von der SPD. Und nur 1 (Lewentz) ändert sich nicht. 2 sind entsorgt (Kühl, Hartloff), die anderen beiden müssen wechseln (Doris Ahnen beerbt Kühl, Alexander Schweitzer beerbt Hering).

Ausgerechnet Clemens Hoch (36) macht (wieder!) Karriere, er wird Chef der Staatskanzlei. Malu Dreyer hat ihn erst bei ihrem Amtsantritt dort mit hingenommen. Er war Kurt Beck’s Mann für’s Grobe, hat im Untersuchungsausschuss den Chefabwiegler gespielt.

Stellt Euch mal vor, eine Firma würde in ihrer Führungsetage so auf den Kopf gestellt. Als ob sich jemand so mal schnell als Controller (Finanzminister) einarbeiten könnte. Während auch in den anderen Büros einmal komplett ausgewechselt wurde.

Ein Rezept für Disaster.

Krass finde ich auch, dass das Ganze nur 10 Tage vor dem Landesparteitag stattfindet. So etwas wie Mitspracherecht für die SPD Mitglieder scheint es im Königreich RLP nicht zu geben, da hat Kurt Beck ganze Arbeit geleistet.

Warum müssen ausgerechnet wir am Nürburgring von diesen Volldilettanten gequält werden? Hätten die sich nicht was anderes aussuchen können zum leuchtturmen?

Der Scherbenhaufen ist jetzt auch für den größten Optimisten nicht mehr schönzureden, unsere schlimmsten Befürchtungen sind WEIT übertroffen worden.

Noch bevor der Ring überhaupt den Besitz wechselt, wird er bereits zum Spielball von windigen Jongleuren, Robertino Wild hat nichts besseres zu tun, als seine Anteile nach Russland zu verticken.

Wer weiss schon, was als nächstes kommt? Das ist alles völlig außer Kontrolle.

Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen, aber das predige ja nicht nur ich seit Jahren. Gier und Geltungssucht zerstören das zarte Gefüge, mit dem die Anlage in die Region seit Generationen eingebettet ist.

Bedanken dürfen wir uns bei den Politikern in Mainz, die vor lauter Vertuschen und Verschleiern jetzt in’s Straucheln kommen und über ihre eigenen Füsse stolpern. Malu Dreyer ist dabei keinen Millimeter besser als Kurt Beck - Verantwortung ist in Mainz ein Fremdwort.

Ossi Kragl kocht, hat sie ihm doch persönlich versprochen, dass bei Finanzproblemen das Thema neu besprochen wird. War natürlich eiskalt gelogen.

Ich hoffe die Lawine macht vor ihrer Haustür nicht Halt und spült die ganze abgewixxte Bande davon.

Dem Ring wird es nicht helfen, aber wenn eine Regierung umgekrempelt werden kann, dann sollte das doch für einen kriminell anrüchigen Verkaufsprozess erst recht möglich sein.

Tags: Regierung | MaluDreyer | HendrigHering | CarstenKühl | RogerLewentz | JochenHartloff | Minister |


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Russe kommt.

Das ist der Super GAU für unser Kulturdenkmal:

Der Nürburgring hat einen neuen Eigentümer: Der russische Milliardär Viktor Charitonin kauft sich nach Informationen der WirtschaftsWoche anstelle des in Schieflage geratenen Düsseldorfer Automobilzulieferers Capricorn bei der Rennstrecke ein. (..) Der 41 Jahre alte Russe ist Großaktionär und Aufsichtsratschef des Unternehmens Pharmstandard, das er 2003 gemeinsam mit dem Oligarchen Roman Abramowitsch gegründet und inzwischen zum größten heimischen Arzneimittelhersteller in Russland ausgebaut hat. Sein Vermögen verwaltet er unter anderem über zwei Briefkastenfirmen auf Zypern. Das Magazin Forbes listete ihn 2013 mit einem geschätzten Vermögen von gut einer Milliarde Dollar auf Platz 1342 der reichsten Menschen der Welt.

Das muss man sich mal reinziehen: 500 (!) Mio Euro Steuergeld versenkt UND das weltbekannte Denkmal Nordschleife an einen russischen Privatier verschachert.

Erstaunlich viel Chemie im Spiel bei diesem Geschäft: Kurt Beck wird geschmiert als Berater bezahlt von Boehringer Ingelheim, Axel Heinemann ist von Haus aus Berater in der Pharmaindustrie und Viktor Charitonin ist Großaktionär von Russlands größtem Pharmakonzern (Pharmstandard). Das ist doch kein Zufall!

Und was haben sie getönt, um das Volk bei Laune zu halten:

Februar 2013:

Sachwalter Jens Lieser betonte: “Es ist kein Oligarch oder reicher Scheich darunter, der eine Privatrennstrecke will, sondern alle haben eine Beziehung zum öffentlichen Rennsport.”

Und die Verbrecherbande Volksvertreter verkaufen das auch noch eiskalt als gute Nachrichten. E-kel-haft!

Ein weiterer schwarzer Tag für unsere Nordschleife, es ist tatsächlich mal wieder noch schlimmer gekommen.

Otto Flimm kocht vor Wut:

"Die Landesregierung muss dem unkontrollierten Treiben der Insolvenzverwalter unmittelbar Einhalt gebieten. Über ihre Vertreter im Gläubigerausschuss muss sie alles tun, um diesen Ausverkauf zu stoppen.“ Alle, die eine Beziehung zum Nürburgring haben, müssen nun auf die Barrikaden gehen, um diesen bisher unvorstellbaren, größtmöglichen Schaden vom Nürburgring abzuwenden!

In zwei Wochen wäre eine gute Gelegenheit, um Dampf abzulassen. In Mainz!

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Dienstag, 28. Oktober 2014

Ingolf Deubel wird SPD Wahlkampfleiter.

Naja, nicht ganz, aber fast:

“„Es gibt keinen Grund, mit Kurt Beck zu brechen.“ Der SPD-Ehrenvorsitzende werde im Wahlkampf eine Rolle spielen. Wie es in der Partei heißt, ist Beck auf Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz weiterhin ein begehrter Redner.”

Ausgerechnet Kurt Beck!? Für mich gibt es zwei mögliche Erklärungen für die Wiederauferstehung des Problembärs aus der Pfalz:

a) Das RLP Wahlvolk ist tatsächlich so einfältig, dass sie den größenwahnsinnigen Ganoven brav zuhören, anstatt ihn mit faulen Eiern zu bewerfen.

oder/und

b) Der Schwachkopf Schwachstromelektriker befürchtet den SPD-Hyänen zum Opfer zu fallen und hat immer noch genug Netzwerk, um sich nach vorne zu drängeln. Im Rampenlicht ist die Chance geringer geopfert zu werden, so wie Ingolf Deubel schon für diese Rolle herhalten musste. Malu Dreyer hat vorsichtig angedeutet, dass “Fehler gemacht wurden” - und schon kommt die Schlange wieder aus dem Bau. Bevor das noch weiter ausartet oder man gar zur Verantwortung gezogen wird, stürzt man sich halt wieder in’s Rampenlicht und gibt den Ton an. Widerlich.

Jede Wette, die würden liebend gerne Kurt Beck abschütteln. Man könnte dann auch schön so tun, als gäbe es einen Neuanfang. Aber Kurt Beck lässt das nicht mit sich machen, er will seinen Ruf verteidigen. Offensichtlich hat er noch was vor, der arme kranke Mann. Da kann man nur hoffen er reisst die SPD in den Abgrund, und sich gleich mit.

Die Wahl ist übrigens erst im März 2016, die Genossen sind hypernervös. Gab schon schlechtere Ausgangspositionen. Und den Grünen würde ich auch keine Träne hinterherweinen: es gab nichtmal zarte Versuche aufzuräumen, die haben sich einfach komplett einkassieren lassen.

Tags: KurtBeck | Wahlkampf | MaluDreyer | IngolfDeubel |SPDRLP |


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Zieht Kurt Beck noch die Fäden im Hintergrund?

Volksfreund zum Thema Regierungs(nicht)erklärung:

“Dem Vernehmen nach hatte Beck Dreyers Rede zuvor bekommen, und sie hatte auch mit ihm telefoniert.”

Würde mich überhaupt nicht wundern.

Tags: MaluDreyer | KurtBeck |


Dienstag, 14. Oktober 2014

Diese Regierungserklärung heute war eine schallende Ohrfeige in´s Gesicht der Demokratie.

Solche arroganten und weltfremden Auftritte kennt man eigentlich nur von diktatorischen Regimes.

Und wenn sogar schon der SWR die Linie verlässt, dann bekommt man ein gutes Gefühl, in welchem Paralleluniversum die Politiker in Mainz unterwegs sind:

“Die Opposition konnte heute Rücktritte nur fordern. Erzwingen würde sie die Staatsanwaltschaft, wenn sie denn aufgrund des Rechnungshofberichtes Ermittlungen aufnehmen würde. Angesichts der Treue ihres grünen Koalitionspartners lauern die größten Gefahren für Dreyers Regierung nicht im Parlament, sondern im Gerichtssaal.”

Sowas vom SWR?!

Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Mir ist es nicht möglich, mich ernsthaft mit den Vorträgen auseinanderzusetzen - in bester System-Beck-Manier basteln sich die Regierenden die Welt, wie sie ihnen gefällt. Die Realität hat dabei gerade noch kosmetischen Charakter.

Gerri bringt es auf den Punkt und skizziert Malu Dreyer’s Auftritt so:

Lügen haben kurze Beine!

Die einzige Lösung, die mir zu diesen Leuten einfällt, ist die Sicherungsverwahrung.

Tags: RegierungserklärungLandtagMaluDreyer | StaatsanwaltschaftGerri |


Mittwoch, 01. Oktober 2014

Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident, hätte er jetzt zurücktreten müssen.

Treffender Kommentar von Susanne Höll in der Süddeutschen:

"Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident in Mainz, hätte er in dieser Woche zurücktreten müssen. Die etlichen Millionen Euro Steuergelder, die er in das Phantasieprojekt Nürburgring steckte, sind nicht nur verloren. Er verstieß mit dieser Finanzierung von Anfang an auch gegen EU-Recht. (..)

Niemand, auch nicht Dreyer, seinerzeit Sozialministerin unter Beck, stellte das absurde Unterfangen je infrage."

Tags: Insolvenz | KurtBeckRingverkauf |


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Donnerstag, 14. August 2014

Neue Tribüne auch Kernschrott?

Es gibt ein Gutachten von 2013 (!!), das empfiehlt die neue Nürburgring Tribüne zu sanieren, indem man sie komplett ab- und dann wieder ordentlich aufbaut. Weil wenn man das nicht macht, dann verfault sie sowieso (“ausblühen”, so ein schönes Wort!).

Ich fass mal kurz zusammen:

  • Achterbahn: Schrott, wird abgebaut
  • Eifeldorf: Schrott, wird plattgemacht
  • Tribüne: Schrott laut Geheimgutachten
  • Boulevard: auch Schrott, wenn die Tribüne nicht bald saniert wird.

Kurt Beck ist es tatsächlich gelungen, mit Hilfe einer halben Milliarde Euro Steuergeld in nur 5 Jahren grösstmöglichen Schaden anzurichten. Eigentlich hätte er auch direkt Panzer schicken können. Der Nürburgring wurde schon verzockt - jetzt drohen Folgekosten für den Beck°Schrott, die noch garnicht abzusehen sind.

Tags: Insolvenz | Baumängel | Tribüne | Gutachten | WilhelmHahne |


Samstag, 26. Juli 2014

Eine Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent? Wie entscheidet die EU zum Nürburgringverkauf?

Robertino Wild hält den Nürburgring-Verkaufsprozess für transparent, offen und diskriminierungsfrei. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht zum Zuge kommen könnte aufgrund von Bedenken seitens Brüssel, schätzt er auf 1%.

Ich persönlich habe den Verkaufsprozess intensiv beobachtet und jede Information, die an die Öffentlichkeit kam, aufgesaugt. Und ich finde die Vorgänge waren alles andere als offen - für mich war das eine Geheimveranstaltung, deren Ende von vorneherein abgesprochen war. Von Transparenz keine Spur - täuschen und verschleiern, so wie wir das vorher durchgängig von Erlebnisgrab und Regierung gewohnt waren.

Wer gehofft hatte es würde sich was ändern, wurde bitter enttäuscht. Erinnert Ihr Euch noch, wie sie versucht haben die Öffentlichkeit einzulullen? Mit ihrer nuerburgring-dialog Webseite zum Beispiel? Oder im Schulterschluss mit SWR Radio bei der Diskussionsrunde in Nürburg?

Ohne jemals einen Sanierungsplan vorzustellen haben sich die Sanierer daran gemacht, das Volkseigentum so schnell wie möglich zu verkloppen. Für diese Heldentat haben sie sich kürzlich sogar selber als die großen Nürburgring-Retter gefeiert (“Erfahrungen in der grünen Hölle – Die Rettung des Nürburgrings.”).

Mit der Erfahrung über die Jahre habe ich allerdings auch gelernt, die Manöver der Landesregierung immer schneller zu durchschauen - man wird auch hellhöriger mit der Zeit.

Und aktuell habe ich das Gefühl, dass sich die Windrichtung dreht. Erst wurde Otto Flimm öffentlich in die Zange genommen, jetzt wird die EU als Kapitalismusknechte beschimpft. Vom RLP Landtagspräsidenten.

Da wird meiner Meinung nach der Acker bereitet für die beiden Schuldigen, die später zur Schau gestellt werden sollen: Otto Flimm und die EU.

Das neueste Problem der Dilletanten in Mainz ist die Ablehnung Brüssels, weiteres Steuergeld in den Flughafen Zweibrücken zu stecken. Dort läuft nämlich seit 2010 ein Behilfeverfahren - 1:1 ein Nürburgring Déjà Vu. Sagenhafte 174 Millionen Euro haben sie seit 25 Jahren da reingebuttert und die Gesellschaft hat es in all den Jahren nicht geschafft, auf eigenen Füssen zu stehen.

Die haben tatsächlich Flugbetrieb rund um die Uhr - für gerade mal 6 (!!) Starts/Landungen pro Tag. Das muss man sich mal vorstellen, was da alles an Infrastruktur vorgehalten werden muss, damit alle paar Stunden mal ein Flugzeug landet. Dienstags sind es sogar nur 2 - schaut Euch mal den Flugplan an.

Gestern mussten sie Insolvenz anmelden und die SPD ist inzwischen so verzweifelt mit dem Rücken an der Wand, dass sie quasi gegen sich selber und die Schließung des Flughafens demonstrieren wollen. WTF? Wie dreist ist das denn, die Killer kommen noch trauernd zur Beerdigung?

Aber die einfältigen Rheinland-Pfälzer lassen sich offensichtlich alles bieten - so dumm kann der Trick garnicht sein, dass sie nicht drauf reinfallen. Ob Kurt Beck denen über seine Chemiekumpels irgendwas in’s Trinkwasser träufelt? Ich hab hier jedenfalls eine chronische Facepalmattacke nach der anderen.

Auch wenn es auf den ersten Blick mit dem Nürburgring nichts zu tun haben scheint, die Handelnden sind genau dieselben. Ich glaube in Brüssel schlagen sie schon wie ich die Hände über’m Kopf zusammen, wenn wieder was aus Rheinland-Pfalz angeflattert kommt. Wieso leistet sich die Regierung eigentlich eine Europa-Ministerin? Was macht die die ganze Zeit, habt Ihr jemals bei dem Brüsselgezetere etwas von ihr gehört?

Jedenfalls sind die Beziehungen zur EU so schlecht wie nie. In der Vergangenheit wurden Richtlinien und Gesetze in Gutsherrenarroganz - von Juristen!! - vom Tisch gewischt und wenn es jetzt darum geht, gütliche Einigungen zu erzielen, dann macht es das Gepoltere von Joachim Mertes bestimmt nicht einfacher.

Es sei denn - und hier kommt meine Spekulation - es ist sowieso schon zu spät und man pfeift auf gute Beziehungen. Jetzt geht es darum den Sündenbock aufzubauen. Denn wir wissen ja: selber Verantwortung zu übernehmen ist in Mainz keine Option.

Wer in dieser komplexen Lage als Bürger auf den Journalismus von Rhein-Zeitung oder SWR - die im regionalen Bereich rund um den Nürburgring die Kommunikationshoheit haben - hofft, der kann auch direkt bei kurt-beck.de lesen gehen - alles super, alles toll - die EU ist böse und Otto Flimm auch. Vorauseilender Gehorsam ist Tagesprogramm und da passt es auch, dass Robertino Wild als toller Hecht auf dem Silbertablett präsentiert wird - er ist ja auch soo autoaffin. Ob er sich den Spass überhaupt leisten kann, wird als nebensächliches Detail vernachlässigt und überhaupt: kritische Fragen trüben nur die nette Atmosphäre. Schließlich möchte man - bzw. Dietmar Brück - es sich nicht vermiesen mit der Regierung, dann klappt es auch mit der nächsten Chinareise.

Und wenn jetzt die schöne Inszenierung der Regierung in sich zusammenfällt und alles ganz anders kommt? Wilhelm Hahne hält es gar nicht für so unrealistisch, dass der geplante Verkauf an Capricorn in Brüssel abgelehnt wird. Natürlich alles Spekulation, aber es würde die aktuellen Handlungen gut begründen - die Mainzer Politiker wissen jedenfalls mehr, als sie öffentlich preisgeben.

Dieter hat sich mal Gedanken über die möglichen Szenarien gemacht, die auf uns zukommen könnten.

Wenn Capricorn die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, dann steht uns eine große Hängepartie bevor - hausgemacht in Eigenverwaltung von der Regierung und ihren Insolvenzkomikern.

Einen Funken Hoffnung gibt es: dass die EU die wirtschaftliche Kontinuität bemängelt und die Rennstrecke unabhängig vom Erlebnisgrab verwertet wird - und dadurch in gute Hände gelangt. Am besten in eine nicht-gewinnorientierte Organisationsform.

Alles andere könnte schnell sehr bedrohlich für Ring & Region werden, denn wenn Brüssel voll durchzieht, dann könnte aufgrund des gescheiterten Verkaufsprozesses tatsächlich eine Stilllegung folgen. Eigentlich sollte der Verkauf die illegale Beihilfe beseitigen - was ja dann kräftig misslungen wäre. Wenn in Brüssel der Hals dick genug ist - was man sich durchaus vorstellen kann - dann machen sie den Laden jetzt dicht. Die vom Ring abhängigen Firmen und Rennteams hätten ein ziemlich großes Problem und die Industrie würde verärgert ihre Entwicklungsteams abziehen.

Jetzt sind Fingerspitzengefühl und gutes Verhandlungsgeschick gefragt - beides in Mainz leider komplett Fehlanzeige. Wenn es so kommt, dann hätten die Nixblicker es tatsächlich geschafft auch den letzten Rest Porzellan zu zerschlagen.

Alles nur Spekulation im Moment, aber an Zufälle glaube ich bei diesem Disasterstadl schon lange nicht mehr. Die Handlungen der letzten Wochen kommen nicht von ungefähr und es schadet nicht zu versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Tags: ErlebnisgrabInsolvenz | RingverkaufCapricornInsolvenzkomiker | Nexovation


Montag, 21. Juli 2014

Michael Schmidt / ams: Es gibt keine Motorsportkultur in Deutschland.

Zum Thema leere Tribünen bei der Formel 1 in Hockenheim:

“Die traurige Wahrheit ist: Es gibt keine Motorsportkultur in Deutschland. Das Fernsehen und die Massenmedien haben es in der Schumacher-Ära versäumt, den Sport selbst zu verkaufen. Als der Mega-Star zurücktrat, traten auch viele Fans zurück. Sie haben Autorennen auf ihr Idol reduziert. Kaum war Schumacher weg, blieben die Zuschauer aus.”

Meine Rede!

52k Zuschauer, nur der Nürburgring hatte letztes Jahr mit 44k noch weniger. Carsten Schumacher - der Nürburgring/Capricorn Doppelagent - macht daraus:

“Im letzten Jahr waren wir am Nürburgring mit insgesamt 110.500 Zuschauern am Formel–1-Wochenende zufrieden.”

Iss klar.

Übrigens ist der Mainzer Staatsfunk tatsächlich auf die Truck GP Nürburgring vs Formel 1 Hockenheimring Nummer reingefallen. So wie von Kurt Beck vorgemacht und von mir vorhergesagt.

Wilhelm Hahne lässt sich so leicht natürlich nicht über’s Ohr hauen.

Tags: HockenheimFormel1 | TruckGP | Besucherzahlen |


Mittwoch, 16. Juli 2014

Formel 1: Nächstes Wochenende kann Kurt Beck wieder seine Rechenkünste unter Beweis stellen.

Ein Klassiker aus 2010, Kurt Beck zum Thema Erlebnisgrab:

“Das Investment wird am Ende ein Erfolg. Ich will den Finanzierungsablauf und Managementfehler nicht schönreden, aber der Nürburgring zieht. Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000.”

Nächstes Wochenende ist wieder zeitgleich Truck am Ring und F1 in Hockenheim. Deren Chef Seiler - übrigens geborener Hockenheimer! - hofft auf 55.000 Zuschauer.

Am Nürburgring werden die Zahlen einfach passend gemacht - war schon immer so.

Und wisst Ihr noch 2012?

“Und dann kam Lindner mit Richter nach Hockenheim, um mit Formel–1-Vermarkter Bernie Ecclestone über die Zukunft des Nürburgrings zu sprechen, sie hatten einen Termin am Samstag um zwölf Uhr. Aus dem mobilen Büro von Ecclestone aber trat nur seine Sekretärin heraus, eine Frau mit schwarzem Haar, Mister Ecclestone rufe an, sobald er Zeit habe, sagte die Sekretärin. Lindner hielt sein Handy in der rechten Hand, stundenlang, zwischendurch hatte sein Gerät keinen Empfang, weil Handys in Hockenheim öfter mal keinen Empfang haben, da wurde er leicht panisch. Ecclestone aber rief nicht an: Er war gar nicht in Hockenheim. Wie Jörg Lindner und seine Kollegen vor Ecclestones Büro standen und warteten, wie Kinder an Weihnachten warten, bis sie in das Zimmer mit dem Christbaum dürfen, das war ein schönes Bild, es erzählte viel über dieses Wochenende der Deutschen in Hockenheim.”

Aktuell schwebt über der F1 der sensationelle 5 Jahresvertrag mit dem Nürburgring, der sich nur 1 Tag später als fette Ente entpuppt hat.

Georg Seiler kommentiert ganz trocken:

“Fakt ist, dass nicht Bernie Ecclestone die Mitteilung herausgegeben hat, sondern Capricorn. Das finde ich schade. Vier Wochen vor einem deutschen Grand Prix macht man das nicht.”

Und seid vorsichtig, wenn Ihr nach Hockenheim zur F1 fahrt: auch da kann man sich ganz schnell eine Nfektion einfangen! ;)

Tags: Hockenheim | Formel1


Mittwoch, 09. Juli 2014

Heute vor 5 Jahren: Freizeitpark-Eröffnung und Nürburgring-Todesurteil durch Kurt Beck.

“Mit einem Festakt im neuen WARSTEINER Event-Center wurde am Donnerstag, den 9. Juli 2009, um 12 Uhr der zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ausgebaute neue Nürburgring durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, eröffnet.”

Dazu wurde diese Pressemitteilung mit diesen Pressebildern (Bild1, Bild2) verschickt. Hier auch der passende Jubelfilm dazu. Und in diesem Film kann man schön sehen, wie die stolzen Gockel Beck/Pföhler/Kafitz durch die Gegend laufen und wichtige Sprüche machen. Kurt Beck:

“… nach vorne schauen und nicht zögerlich und ängstlich vor sich hinsiechen. (..) Wer daran zweifelt, hat einfach Zukunftsängste. (..) Der rheinland-pfälzische Steuerzahler wird keinen Euro draufbezahlen. (..) Die Nürburgring GmbH wird ihre Kredite zurückzahlen wie jedes andere Unternehmen auch.”

Da darf sich Walter Kafitz natürlich nicht lumpen lassen:

“Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen: wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung!”

Vor drei Jahren hab ich zum Jahrestag noch geschrieben: "Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine."

Immerhin haben sie inzwischen Ingolf Deubel am Haken - 3,5 Jahre, wer hätte das gedacht.

500.000 Euro hat angeblich alleine die Eröffnungsfeier gekostet. Was haben sie sich gefeiert die Versager.

Heute liegt alles in Trümmern und keiner will’s gewesen sein.

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Eröffnungsfeier


Freitag, 04. Juli 2014

Das Drehbuch ist jetzt klar: Auf keinen Fall Amerikaner oder Heuschrecke!

Wie sonst will man erklären, dass

  • höhere Angebote nicht zum Zug kamen

  • der endgültige Abgabetermin mehrfach verschoben wurde

  • das ach-so-transparente Verkaufsverfahren unter höchster Geheimhaltung und Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wurde

  • die ausgetricksten Mitbieter jetzt in Brüssel Sturm laufen und

  • die EU Kommission schon 3x ihre Entscheidung bezüglich des Verkaufes verschoben hat?

Florian Zerfaß hat für die WiWo - mal wieder - erstklassig recherchiert und wird dafür sogar von Wilm Hüffer / SWR gelobt:

EU-Kommission: Harter Kampf um Nürburgring-Beihilfebeschluss

Der Oberburner ist, dass Lieser/Schmidt - die offiziellen Totengräber - sich selber als “Retter des Nürburgrings” beweihräuchern.

Die gute Eifelluft bekommt halt nicht jedem.

Lest Euch den Artikel mal in Ruhe durch.

Für mich stellt sich die Sache so dar:

Man hat Capricorn - den tollen motorsport-affinen Mittelständler aus der Region - so lange mit allen Mitteln fitgespritzt, bis er einigermassen mit den großen Jungs mitspielen konnte und dann die Amerikaner und Heuschrecken ausgebootet.

Der Ring in amerikanischer Investorhand? Un-denk-bar! Die Rheinland-Pfälzischen Wähler sind zwar nicht die Hellsten, aber diese Nachricht hätte wirklich jeden erreicht. Und die Regierung bis auf die Knochen blamiert.

Und was macht man in einer solchen Situation? Als RLP Regierung, das was sie am besten können: tricksen, täuschen, tarnen - und nach aussen Heile Welt markieren.

Da passt dann auch in’s Bild, dass Robertino Wild die Insolvenzverwalter ganz toll findet.

Nur die arme Nordschleife sitzt jetzt noch tiefer im Sumpf, als sie es vorher schon war. Geht eigentlich garnicht, aber Malu Dreyer steht tatsächlich Kurt Beck in nichts nach, wenn es darum geht, größtmöglichen Schaden anzurichten.

Diese Leute gehören wirklich alle weggesperrt, bevor sie NOCH MEHR Schaden anrichten!

Tags: WiWo | Insolvenz | Ringverkauf


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Dienstag, 01. Juli 2014

Der Postillon und das Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst.

Mein Postillon Ableger von gestern hat es sogar bis in die SWR Nachrichten geschafft! Find ich gut - zeigt, dass diese Leute Humor haben. :)

Die Flanke gestern war einfach zu steil, als dass ich sie nicht verwandeln durfte ;)

Viele Leute haben es sogar für bare Münze genommen, obwohl ich es sehr deutlich gekennzeichnet habe: verlinkt, als Tag aufgelistet und den Postillon absichtlich 1:1 kopiert, damit es auch wirklich jeder merkt. Nur die Kräne hab ich durch die Achterbahn ersetzt. Aber anscheinend ist manchen von Euch Aufregen wichtiger als aufmerksames Lesen.

Wer darauf reingefallen ist, dann tut mir das zwar leid, aber Ihr seid selber schuld. Wie deutlich hättet Ihr es denn gerne?! Ein wenig mehr Sorgfalt statt schnellem Überfliegen bei dem Umgang mit Nachrichten würde Euch auch in anderen Bereichen gut helfen. Dieses Buch kann ich zum Einstieg empfehlen - schon ein paar Jahre alt, aber nach wie vor aktuell.

Lasst Euch nicht verarschen und hebt Euch die Empörung für Sachen auf, die es wirklich verdient haben! Das ist nicht nur unser Recht, das ist unsere Pflicht als Bürger.

Unabhängig davon wäre ich tatsächlich dafür, die Achterbahn als Mahnmal stehen zu lassen. 15+ Millionen Euro für Nichts ausgegeben, ausser einem vor sich hinrostenden Stahlgerüst - ein Sinnbild für die Politik in Rheinland-Pfalz. Jetzt haben wir 5 Jahre unter dem Anblick gelitten - während der Ring in die Insolvenz geritten wurde - dann kann man es auch mahnend als Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst für die Zukunft stehen lassen.

Tags: Achterbahn | Postillon


Samstag, 28. Juni 2014

Urs Barandun angeklagt.

dpa / t-online:

“Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Schweizer Geschäftsmann wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen am Landgericht Mainz erhoben, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.”

Dabei ist es erst 3 Jahre her, als ich mich wunderte, dass er nicht angeklagt werden soll.

Wenn ihr nach alten Artikeln sucht: damals hat man ihn uns gerne als Barandum (mit “m”) verkauft.

Die Homepage, auf der Urs Barandum mit den Vorgängen am Nürburgring blogmässig abgerechnet hatte, gibt es nicht mehr.

(Update zur Homepage: das Web vergisst nichts. Danke MS!)

Am besten war Kurt Beck: “Ganz großer Milliardärsadel!

Und wann kommt die Anklage gegen Kai Richter?

Tags: Ringprozess | Barandun


Freitag, 06. Juni 2014

Selbst der SWR wird jetzt deutlicher.

Bei SWR Zur Sache haben sie gestern das Nürburgring Thema vor dem Hintergrund der EU Vorlage durchleuchtet - erstaunlicherweise haben Beck, Kühl und Hering ordentlich einen mitbekommen. Und den Lewentz haben sie im Interview - für SWR Verhältnisse - kräftig gegrillt, der wäre fast geplatzt.

Erst geht’s um Rock am Ring (19:17) und dann kommt das allgemeinere Thema (25:55):

Videolink SWR.de / gibt es auch als Download.

Da sind dann solche Spitzen drin, dass Deubel und Beck zurückgetreten sind - die Beck’sche Ausrede mit der Gesundheit wird absichtlich nicht mehr erwähnt. Oder dass Kühl und Hering noch im Amt sind, obwohl sie Schuld an der Katastrophe haben.

Lediglich auf die Verantwortung von Roger Lewentz sind sie im direkten Gespräch nicht eingegangen - in seiner Verantwortung als Innenminister lag der Nürburgring seit der Landtagswahl März 2011.

Ich bleibe dabei: sollte die EU wirklich das vernichtende Urteil aussprechen, müsste meiner Meinung nach die Regierung zurücktreten und Neuwahlen ausgerufen werden. Denn dann wären die Massnahmen, die Hendrik Hering mit Rückendeckung der Regierung ergriffen hat, alle illegal und haben nur dem Ziel gedient, unter großen Verlusten für den Steuerzahler, die Landtagswahl 2011 zu gewinnen.

Die EU hat allerdings die Entscheidung - die heute hätte fallen sollen - vertagt. Das kann 2 Gründe haben: entweder versucht man das Urteil abzuschwächen oder der Verkauf geht doch nicht so sauber durch, wie es ursprünglich inszeniert wurde.

UPDATE:

In der WiWo steht, das die Beschwerde vom unterlegenen Bieter NeXovation der Grund ist.

Tags: ZurSache | Insolvenz


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Samstag, 10. Mai 2014

Rheinland-Pfälzer wollen Kurt Beck nicht mehr in öffentlichen Ämtern sehen.

Die Leute, die ich so kenne, würden Kurt Beck’s dicken Hintern am liebsten zusammen mit Ingolf Deubel in einer Gefängniszelle sehen - und zwar möglichst lange. Aber das ist leider nur Wunschdenken.

Nach wie vor besetzt der Problembär aus der Pfalz wichtige Positionen, wo er immer noch Hebel in Bewegung setzen kann - zum Beispiel als Vorsitzender des Verwaltungsrates im ZDF oder als Vorsitzender der SPD-Friedrich-Ebert-Stiftung. Er selber hört sich gerne reden - am liebsten über sich selbst im Fernsehen.

Doch die Einschläge kommen näher: im SWR (!!) Staatsfernsehen hatten sie eine Umfrage und die Mehrheit ist dafür, dass Kurt Beck von allen Ämtern zurücktritt:

Im Zuge der Verurteilung des ehemaligen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) wegen Untreue am Nürburgring befürworten 54 Prozent der Rheinland-Pfälzer die Forderung der CDU, wonach Beck Konsequenzen ziehen sollte. Der frühere Ministerpräsident müsse sämtliche Ämter (z.B. Vorsitz der Friedrich-Ebert-Stiftung) abgeben, so die Union.

Tags: KurtBeck


Freitag, 09. Mai 2014

Übrig Ns vom Freitag.

Was sonst noch passiert ist:

NEIN. Doch. Oh!!

(Den Begriff Inverstor im Zusammenhang mit Rennstrecken kann ich echt nicht mehr hören.)

Tag: ÜbrigNs


Montag, 05. Mai 2014

Der 1.FCK hat die gleichen Probleme wie der Nürburgring: Ingolf Deubel und Kurt Beck.

Mit Fussball kenne ich mich nicht so aus, daher war der Beitrag im SWR gerade recht erhellend:

VIDEO: Die FCK-Story.

Stellt sich raus, dass da genauso größenwahnsinning an’s Werk gegangen wurde wie am Nürburgring. Es gibt sogar eine Prüfung der EU über verbotene Beihilfen!

Am Betzenberg war es das Verlangen der Verantwortlichen, sich im Ruhm der Fussball-WM zu sonnen. Und von dem Monsterstadion haben sich weder die Stadt noch der (Zweitliga-) Verein erholt - Ende offen.

(Danke für den Tipp Jörg! Du hattest Recht, viele Parallelen!)

Tags: KurtBeck | IngolfDeubel | Kaiserslautern


Donnerstag, 01. Mai 2014

Fiktion vs Wirklichkeit am Nürburgring.

Während Malu Dreyer bei ihrer gefühlten Abschiedstournee (sieht mein Post gestern) selber Schwierigkeiten hat, ihre Sorgen zu unterdrücken (“Ich glaube, dass wir eine echte Chance haben, am Ring strukturell etwas zu bewegen.”), wird beim unterlegenen Bieter kräftig durchgeladen:

"Sehr geehrte Frau Dreyer, (..) Wir nehmen an, dass Ihnen bereits bekannt ist, dass das Bieterverfahren nicht den Vorgaben des EU Beihilferechts entsprochen hat, das Verfahren nicht transparent durchgeführt wurde und zudem nicht der Höchstbieter den Zuschlag erhielt. Dies bedeutet erstens, dass der obsiegende Bieter selbst in den Genuss rechtswidriger Beihilfen gekommen ist, was zur Nichtigkeit des Veräußerungsvorgangs führt und zweitens sich die Haftung für die Rückforderung der unrechtmäßig gewährten Beihilfen zugunsten des Nürburgringkomplexes auf den Erwerber erstrecken wird. Beides wird nicht in ihrem Interesse liegen, da so zu einem langjährigen Rechtsstreit um den Nürburgring in der Öffentlichkeit kommen kann und wird."

(Hervorhebungen entsprechen denen im Originaltext.)

Das Schreiben kann man als Teil von Florian Zerfaß’ neuem Artikel bei der Wiwo komplett nachlesesen - und es ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst.

“Der Erwerber des Nürburgrings stand bereits deutlich vor der Tagung des Gläubigerausschusses am 11. März 2014 fest, wie unser Mandant aus eigenen Recherchen nach Zuschlagserteilung erfahren musste.”

Soweit zu der Entscheidung des Gläubigerausschusses.

Der Nürburgring ist nicht zufällig in diese Situation geraten, sondern wurde von den Akteuren dieser Insolvenz in Eigenverwaltung - also dem eingesetzten Insolvenz-Geschäftsführer, dem Sachwalter und der Landesregierung - in diese hoffnungslose Lage manövriert:

“In der Konsequenz ist der einzig rechtmäßige und auch im Interesse der Sache richtige Schritt, das Bieterverfahren wieder aufzugreifen und in der Folge unsere Mandanten den Zuschlag zu erteilen.”

Also nicht die von Frau Dreyer mangels Plan B avisierte Neuauflage des Verkaufsprozesses, sondern der Austausch des Käufers: statt Capricorn die NeXovation Inc. aus Tennessee. Von der - nicht nur am Ring - noch niemand etwas gehört hat.

Ich bin mir sicher, dass Frau Dreyer dieses Schreiben vor ihrer Blümchentour am Ring bekannt war.

Aber noch ein weiteres Thema greift der Artikel auf: die wirtschaftliche Herausforderung, den Nürburgring unter dem Capricorn-Konstrukt mit schwarzen Zahlen zu betreiben:

“Das Memorandum liegt der WirtschaftsWoche vor. KPMG kommt darin zu dem Schluss, dass Capricorn ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 12,8 Millionen Euro erreichen müsse.”

Ein operatives Ergebnis von 12,8 Millionen, um Herr über die Lasten von Zinsen und Abschreibungen zu werden! Das geht entweder nur mit massiven Umsatzsteigerung oder Kosteneinsparungen. Die Strecken sind auch jetzt schon immer ausgelastet, also bliebt nur die Preisschraube. Und bei den Kosten ist es das Personal oder die Instandhaltung, wo der Rotstift als erstes kreist. Nach den Rieseninvestments in Beck’s Betonsärge ist in die Strecken kaum noch Geld geflossen und man sieht es ihnen inzwischen auch an. Wenn dort nicht bald etwas passiert, dann ist der Nürburgring auch schnell aufgebraucht.

Ach ja, da war ja noch was: die Rhein-Zeitung. Alles super, alles toll.

Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen und ich hoffe sehr, dass sich die Verantwortlichen alle irgendwann beim Freigang im Gefängnisinnenhof ihre Heile-Welt-Märchen gegenseitig erzählen können!

Tags: WiWo | Capricorn | NeXovation | Insolvenz


Montag, 21. April 2014

TV Doku über Ecclestone, Gribkowski - aber auch Kafitz, Beck und Co - und die Formel 1 Milliarden.

Ein sehr guter 45-Minüter, der da letzte Woche in der ARD als Produktion von Süddeutsche TV GmbH gezeigt wurde:

Link zur Mediathek: Milliardenpoker Formel 1 - Die Akte Bernie Ecclestone.

Klaus Ott, der als Redakteur der Süddeutschen den Prozess gegen Bernie Ecclestone in’s Rollen brachte, kam oft zu Wort und hat die Details gut verständlich erläutert.

Insgesamt wurde ein sehr großer Bogen gespannt und die Formel 1 zusammen mit Ecclestone’s Werdegang beleuchtet. Das macht die Doku wirklich sehenswert - zum einen natürlich wegen der hintergründigen Information, zum anderen aber auch wegen der tollen Bilder aus gegangenen Tagen.

Weniger erfreulich, als von der Rennstrecke, die mal Rheinland-Pfalz gehörte die Rede war - da bekommt man schon einen Kloß in den Hals. Umso mehr, als auch die beiden Verantwortlichen Beck und Kafitz ausgiebig zu Wort kamen.

Der Bogen wurde gespannt über Jochen Rindt, Hans-Joachim Stuck, Jochen Mass, Max Mosley, Helmut Thoma, Willi Weber bzw. Michael Schumacher und Norbert Haug - da hat man sich echt Mühe gegeben.

Wobei bei Michael Schumacher man dann den nächsten Kloß im Hals hat.

Das wird auf jeden Fall ein spannender Prozess in München. Bernie Ecclestone nimmt die Sache sehr ernst und nicht umsonst hat er dem Deutschen Fernsehen die Möglichkeit gegeben ein Interview zu führen. Damit ist er sonst immer ziemlich sparsam.

Tags: Ecclestone | Gribkowski | Formel1


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Sonntag, 16. März 2014

VIDEO: Länderspiegel, Freizeitpark vor dem Abriss.

Kritscher Beitrag im ZDF, kennt man so garnicht von denen. Fazit: Freizeitpark wird abgerissen, Zukunft ist offen.

Kein Sterbenswörtchen über den Vorsitzenden des ZDF Verwaltungsrates - Kurt Beck.

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Roland Tichy: 18 Ulis versenkte der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck am Nürburgring mit dümmlichsten Aktionen.

Roland Tichy im WiWo Blog:

“Stattdessen wird vorgerechnet, wie viel Kitas oder Schulen man für die von Hoeneß hinterzogenen Steuern bauen könnte. Die Rechnung geht auch anders herum. Nennen wir 27,2 Millionen Euro der Einfachheit halber „einen Uli“: 18 Ulis versenkte der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck am Nürburgring mit dümmlichsten Aktionen. (..) Auffällig: Dafür geht kein Politiker je in den Knast.”

Schön, daß das auch mal jemand aus dem nicht-Nürburgring Dunstkreis auffällt. Die Rechnung geht auch so: bei 18 Ulis müsste Kurt Beck demnach auch 18 x 3,5 Jahre in den Bau: 63 Jahre.

Tags: KurtBeck | Insolvenz


Dienstag, 11. März 2014

4 Jahre Knast für Ingolf Deubel.

Das fordert die Staatsanwaltschaft heute für den Ex-Finanzminister, dem jetzt droht, daß er für Kurt Beck einsitzen muss.

Walter Kafitz soll nur Bewährung bekommen, das ist ja lächerlich - sowas wie eine mündliche Verwarnung. Wie lautet denn dann die Bewährungsauflage, daß er keinen zweiten Nürburgring mit Karacho gegen die Wand fährt?

Tags: Prozess | Deubel | Kafitz


Mittwoch, 05. März 2014

Heuschreckenalarm am Nürburgring!

Die Schlinge um die Nordschleife zieht sich weiter zu, denn der Schlimmste aller möglichen Käufer scheint sich seiner Sache schon ziemlich sicher zu sein.

Meyrick Cox hat mal eben 6 GmbHs gegründet, für die Hotels, den Freizeitpark, aber auch für GP-Strecke und Nordschleife getrennt. Da wird schon das Filetieren vorbereitet, vor dem alle gewarnt haben. Komisch, die Regierung musste das Beck°Werk unbedingt der historischen Nürburgring GmbH aufhalsen und das erste, was ein Profi-Geschäftemacher macht: aufteilen.

Die Erklärung ist natürlich, daß man dann keine Kosten auf einer Kostenstelle mittragen muß, sondern die nicht-rentable Unterfirma kann gepflegt pleite gehen.

Der SWR jubelt von goldenen Zeiten für den Motorsport - ich krieg gleich das Kotzen. Die Pessimisten seien gegen einen Verkauf - ich würd mal sagen das sind eher die Realisten.

Und Propagandaminister Nuvoloni: wir werden alle sterben!! sonst droht die Schließung …

Otto Flimm stemmt sich dagegen und schreibt einen offenen und flehenden Brief an Malu “wer-werden-einen-seriösen-Investor-finden” Dreyer:

"Wie die Rhein-Zeitung berichtet, liegen die Renditeerwartungen des amerikanischen Finanzinvestors H.I.G., der als erster Anwärter auf den Kauf gilt, bei 15 bis 20 Prozent. Auch den Mitarbeitern des Nürburgrings ist nach dem Bericht klar, dass solche Renditen niemals zu erwirtschaften sind. Ihr Parteifreund Müntefering hat solche Unternehmen zu Recht als „Heuschrecken“ bezeichnet. Das wird der altehrwürdige Nürburgring nicht verkraften!

… und hält die Tür sperrangelweit offen für Gespräche.

Wenn das alles nicht fruchtet: die Entscheidung der EU steht noch aus und sollte sie wider Erwarten den Verkauf als Gesamtpaket (wirtschaftliche Kontinuität) absegnen, dann hat Ja zum Nürburgring bereits die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof angekündigt.

Amerikanischer Beteiligungsfond hört sich an wie das sichere Todesurteil - und für die Region und den Breitensport ist es das auch bestimmt. Aber noch ist nichts unterschrieben und selbst wenn: ich kenne inzwischen sehr viele Leute, die werden nicht aufgeben zu kämpfen! Das sind wir der Nordschleife schuldig.

Tags: HIGCapital | MeyrickCox


Mittwoch, 19. Februar 2014

Jetzt hat der ADAC Skandal auch das 24h-Rennen erreicht, nämlich die Zuschauerzahlen.

DIE ZEIT macht gerade ein Fass auf, dass der ADAC Nordrhein die Besucherzahlen für das 24h-Rennen schönrechnet:

“Der ADAC Nordrhein hat nach Informationen der ZEIT über Jahre hinweg Zuschauerzahlen seiner Veranstaltungen übertrieben hoch ausgewiesen. Der Zeitung liegen Dokumente zu Fällen vor, bei denen vom ADAC genannte Besucherzahlen von Veranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring bis zu viermal höher ausfallen als die Zahl der Ticketverkäufe.”

Damit kommen die jetzt? Wieso nicht 2010 oder 2011?

Geht aber noch weiter:

“Die früheren Betreiber des Nürburgrings kritisierten schon 2012 in einem Schreiben an den gerade zurückgetretenen ADAC-Präsidenten Peter Meyer, dass es ”eine Tradition der falschen und weit überhöhten Angabe von Besucherzahlen“ gebe. Konkret nehmen die Autoren des Briefes Bezug auf das 24-Stunden-Rennen von 2012. ”So hat der ADAC Nordrhein in diesem Jahr 235.000 Besucher beim 24-Stunden-Rennen vermeldet, obwohl nur 49.048 Eintrittskarten und 16.418 Karten für das Camping an der Rennstrecke verkauft wurden.“ Meyer ist nach wie vor Vorsitzender des Regionalclubs ADAC Nordrhein.”

Die Betreiber, die der Artikel nicht namentlich nennt, waren Kai Richter und Jörg Lindner. Das war vor nicht allzulanger Zeit die heiße Phase, als sie gekündigt waren (7.Feb.2012), aber nicht gehen wollten. Dann wurde fleißig steingekühlert, wie z.B. am 6.Juli 2012 mit dieser Pressemitteilung (!!), die die DIE ZEIT jetzt als große Recherche verkauft. Und das sogar von allen anderen Blättern willenlos übernommen wird.

Wobei man sagen muß, der ADAC eiert aber auch kräftig durch die Gegend mit dieser Darstellung:

Der ADAC erklärt die Diskrepanz zwischen der verbreiteten Zuschauerzahl und den Ticketverkäufen mit den vielen Extrazugängen für die Teilnehmer: “Neben den verkauften Tickets fließen ebenso Tickets für Fahrer, Teams und deren Gäste, Freikarten, Fia- oder Permanent-Pässe in die Statistik ein. Aufgrund des weitläufigen Gebietes einer Rallye werden darüber hinaus auch Luftaufnahmen und entsprechende Schätzungen der Behörden in die Ermittlung der Zuschauerzahlen miteinbezogen und entsprechend abgestimmt.”

Das kann sich doch jeder Laie an 2 Fingern abzählen, daß es nicht 4x mehr Aktive als Zuschauer gibt. Und was hat das 24h-Rennen denn bitte mit einer Rallye zu tun?

Die Erklärung, die ich mir immer anhören muß: die 4 Tage werden zusammengezählt und nennen sich dann “Gesamt-Wochenende”. Geht mir schon ewig gegen den Strich - also quasi immer - denn die Medien lassen das mit dem “Gesamt-Wochenende” dann einfach weg und Porsche gewinnt vor 250.000 Zuschauern. Wer käme schon auf die Idee, daß so ein “Gesamt-Wochenende” Donnerstags anfängt und die Camper tageweise addiert werden?

Wann verabschiedet man sich endlich von diesen Tricksereien? Der Beck°Beton wurde schon mit solchen Wunschzahlen begründet und jetzt fällt es sogar dem ADAC selber auf die Füße. Ob es was nützt? Am 22.Juni werden wir es wissen.

Tags: ADAC | N24h | Zuschauer | Zuschauerzahlen


Sonntag, 16. Februar 2014

Mikebericht von der Ringdemo Mainz-Nürburgring.

Gestern war wieder #ringdemo angesagt - schon die 3.Demo innerhalb von zwei Monaten und wieder eine der vielen Aktionen, die von Sabine, Christian und Wir sind Nürburgring organisiert wurde:

und jetzt:

  • 15.Februar: DEMO von Mainz nach Nürburg.

Konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, vor allem weil abends in Nürburg auch noch die After-Demo-Party anstand.

Treffpunkt war ab 9 Uhr in Mainz, um 11 Uhr sollte es dann losgehen durch die Innenstadt:

Die Autos waren alle schön vorbereitet, damit wir auch auffallen in Mainz. So ein großes N habe ich schon lange nicht mehr gesehen:

Und improvisieren geht immer:

Neben Karl Mauer war auch der tapfere Kämpfer Otto Flimm wieder mit dabei:

Sabine natürlich auch an vorderster Front zu finden - wie immer:

Bunt gemischt von überall her, aber auch viele Leute aus MYK, WW oder AW vor Ort:

STR - Save The Ring:

Fabian war mit Claudia wieder aus Zürich angereist - schwer beeindruckender Einsatz, die beiden geben alles. Die #ringdemo Aufkleber wurden von einer freundlichen Druckerei gestiftet - tolle Idee:

Fast wie ein Fahrerlager - nur leider von den bekannten Fahrern bei der Demo kaum jemand zu sehen. Wolfgang Destree hat das ja treffend kommentiert.

Dem Smart steht das STR sehr gut finde ich:

Es war auch jemand mit dem Motorrad dabei:

Und was für eine Maschine das war! Felgen vom Renault Alpine und mitlenkendes Beiboot-Rad:

… und inklusive Frau, Hund und Kind am Start:

Nfiziert sind beide, aber bei wem hättet Ihr die Anhängerkupplung vermutet?

Ankunft in Nürburg:

Und Otto Flimm hat auch ein paar Worte gesprochen:

Ebenfalls auf der Bühne war Guido Nisius:

Das ist der neue Verbandsbürgermeister der VG Adenau (Romes Nachfolger). Immerhin - er hat nicht wie sein Vorgänger gekniffen oder rumgeeiert, sondern klipp und klar gesagt, daß der Nürburgring in der öffentlichen Hand verbleiben soll. Wollen wir hoffen, daß er sich dafür auch stark macht.

Hier noch ein paar mehr von meinen Fotos.

Insgesamt wieder mal ein kräftiger, aber auch Spaß-machender Protest - die Sache zieht immer weitere Kreise. Ich habe ausnahmslos nette Leute getroffen, freundliche Gespräche geführt und viel Optimismus erlebt. Als ich als einer der letzten in Mainz losgefahren bin in der letzten Gruppe, sind die ersten Leute schon in Wehr von der Autobahn abgefahren.

600 Autos waren schon gezählt, als ich in Mainz auf den Parkplatz gefahren bin und unterwegs haben sich auch noch viele Leute auf der Autobahn dazugesellt. Die Feier mit Kölsche Musik war der krönende Abschluss für einen gelungenen Samstagnachmittag!

Ich habe auch das Gefühl die Leute sind jetzt kampfeslustig, das darf gerne so weiter gehen - ruhig noch etwas lauter!

Ich finde es super, daß es soviel Zusammenhalt gibt - und auch wenn die großen Namen lieber auf Tauchstation gehen und uns im Stich lassen, wir kämpfen weiter!

Tag: Demo


Sonntag, 02. Februar 2014

Hermann-Josef Romes: Selbst im Nachhinein keine Spur schlauer.

Einen großen Auftritt hat der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau - nach 16 Jahren ist seine Amtszeit mit der Pensionierung zuende - mit einem ganzseitigen (!) Interview in der Rhein-Zeitung vom Wochenende.

Der Nürburgring spielt in dem Artikel eine große Rolle, ist HJR doch einer der Hauptverantwortlichen für die Katastrophe.

(Kafitz, Pföhler, Romes bei der Formel 1 2005)

Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn eine Kamera in der Nähe war, hat er tatkräftig mitgeholfen, das Grab der Rennstrecke auszuschaufeln:

2008 beim Spatenstich von Kai Richter’s Grünen Hölle …

… ebenso wie z.B. beim Richtfest von Nürburgring 2009 …

… immer in vordester Front dabei.

Und heute?

“(..) wir konnten doch damals nicht sagen, das kann nicht gut gehen. (..) Da geht kein Kommunalpolitiker hin und sagt, wir machen da nicht mit. Im Nachhinein ist jeder schlauer. (..)”

Herr Romes sieht sich da wohl eher in der Opferrolle und vergisst verdrängt, daß er den Freizeitpark-Ausbau massiv befürwortet hat.

Schon 2004 (!) hat er dafür Werbung gemacht (Rhein-Zeitung vom 6.Mai 2004).

“Überzeugt vom Projekt ist auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes. ”Das ist die zweite große Chance für die Region nach dem Bau der Rennstrecke in den 20er Jahren. Noch mehr in die Breite gehende Angebote am Ring würden den Tourismus in der Region stärken, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass, was die Kommunalpolitik an Hilfestellung geben könne, werde die Verbandsgemeinde leisten, verspricht er. Angst davor, dass ein neues Hotel und ein Feriendorf den Betrieben rund um Adenau Kunden wegnimmt, hat Romes nicht. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft, und die anderen Betriebe könnten von einer Ferienregion Nürburgring eigentlich nur profitieren, glaubt der Bürgermeister. “Wer auf dem Markt tätig ist, muss sich auf neue Angebote einstellen und notfalls auch neu orientieren. Das gehört zum Tagesgeschäft.” "

Im März 2007 hat er sich mit anderen Politikern persönlich sogar an Kurt Beck gewandt, um den Widerstand, der in Nürburg mit “Rettet den Ring” im Entstehen begriffen war, zu entkräften.

Aus der Rhein-Zeitung vom 27.3.2007:

“Wörtlich heißt es in dem Brief nach Mainz: ”CDU, SPD und FDP der Nürburgring-Verbandsgemeinde Adenau bedauern die nach unserer Überzeugung kurzsichtige Einstellung in Nürburg, die von den kommerziellen Interessen einiger Gewerbetreibender geprägt wird und die Chancen außer Acht lässt, die mit dem Projekt “Erlebnisregion” auch für die unmittelbare Anlieger-Gemeinde verbunden sind. Wir begrüßen und unterstützen vielmehr den Plan der Landesregierung und des Landkreises, ein ganzjährig nutzbares Sport-, Freizeit- und Business-Zentrum zu schaffen, um neue touristische Märkte zu erschließen und für den Nürburgring ein größeres Maß an Unabhängigkeit von den Konjunkturzyklen des Automobil-Rennsports zu erreichen."

Dabei war die Eingabe der Nürburger vom 15.März 2007 an Kurt Beck wohlbegründet:

“Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Oder 2009:

“Dass ein solches Riesenvorhaben – es ist die derzeit größte Baustelle in Rheinland-Pfalz – zu öffentlichen Diskussionen führe, sei normal. Es handele sich um eine Übergangsphase. Langfristig würden auch die Kritiker des Vorhabens erkennen, dass der Nürburgring zusätzlich zum Motorsport neue, zukunftssichere Standbeine brauche. Eine leere grüne Wiese sei jedenfalls keine Lösung.”

Wenn Herr Romes meint - “Im Nachhinein ist jeder schlauer.” - dann schließt er sich persönlich offensichtlich aus, denn:

“Die Unsicherheit, die jetzt geschürt wird, hat auch etwas mit dem Bieterverfahren zu tun. Da sollen mögliche Investoren abgeschreckt werden, ein Angebot abzugeben. In einer solchen Gemengelage tun wir als Kommunalverband gut daran, uns mit Kommentaren zurückzuhalten.”

Wenn Ihr mich fragt: nicht mal ansatzweise etwas dazugelernt - von wegen schlauer geworden. Hält sich mit Kommentaren zurück, damit die Heuschrecken, denen der Nürburgring geopfert werden soll, es schön mollig und warm haben.

Und überhaupt: die Schuld der anderen. Nicht er ist schuld, daß der Ring jetzt hoffnungslos am Ende ist. Sondern - festhalten:

RZ: Wie bewerten Sie die Aktionen von “Ja zum Nürburgring”, Save the Ring“ und ”Wir sind der Nürburgring"?

HJR: “Sie sind dazu geeignet, seriöse Anbieter von einem Angebot abzuhalten.”

So einfach ist das. Die bösen Kritiker, machen alles kaputt. Ohne sie kämen die “seriösen Investoren” in Scharen!

Und weiter:

HJR: “Es ist keine Volksbewegung, es ist nicht die Region, die protestiert. Es sind viele Fans aus ganz Deutschland, aber es ist nicht die Region.”

Was für ein Armutzeugnis. Es ist doch viel mehr eine Volksbewegung, wenn die Leute sich aus ganz Deutschland aufmachen, um an Protesten teilzunehmen!

Der Ruhestand für Herrn Romes ist wirklich überfällig. Ich werde den Mann als jemand aus einer Parallelwelt in Erinnerung behalten, der sich seine Rolle immer so zurechtgelächelt hat, daß sie sich mit dem geringstmöglichen Rückgrat opportun an die politisch vorgegebene Richtung angeschmiegt hat. Kein Volksvertreter, sondern nur ein grinsendes Gesicht, das großen Schaden angerichtet hat.

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Samstag, 01. Februar 2014

Die Kreise um den ADAC haben jetzt auch die Wige und den Nürburgring erreicht.

Es geht um das Gläserne Studio im Nürburgring Boulevard, aber auch das hier:

“(..) wurde der Hubschrauberlandeplatz des Lindner-Hotels am Nürburgring als ”ADAC-Heliport“ ausgewiesen, (..)”

Ach?! Hör ich zum ersten Mal. Prima angelegtes rausgeschmissenes Geld. Das einzige, was da landet, ist Regen und Schnee.

Steht alles in dem Vertrag, der auch geleakt wurde.

Mit in das Gläserne Studio ist auch die Nürburgring TV GmbH von Pathe/Althof eingezogen, diese Firma hat im Juli 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen.

Der Vertrag ist datiert auf 3.11.09 - um das weiter zeitlich einzusortieren: einen Monat später haben Hendrik Hering und Kurt Beck die Verpachtung an die Richter/Lindner NAG bekanntgegeben (siehe Chronik).

sueddeutsche.de:

"Im November 2009 schloss der Regionalverband Nordrhein einen Vertrag mit einer Firma namens Wige Performance, die zur Wige Media AG gehört, einem Unternehmen, das unter anderem Fernsehbilder von Sportereignissen produziert. Etwa von Autorennen, auch von solchen, die der ADAC veranstaltet. (..)

Meyer und Geishecker kennen sich seit Langem aus dem ADAC Nordrhein. (..) 2011 schied Geishecker aus Altersgründen aus dem Vorstand des ADAC Nordrhein aus."

Die Süddeutsche hat sich ganz schön beim ADAC festgebissen - bzw. Hans Leyendecker. Der lässt so schnell nicht locker. Lasst Euch nicht durch Süddeutsche irritieren, er wohnt soweit ich weiß in Much - das ist quasi in Rufweite vom ADAC Nordrhein.

Ich hatte Hans Leyendecker auch schonmal hier (renn.tv/1728) - da hatter er sich Mitte 2012 zum Nürburgring-Prozess eingeklinkt. Aber damals sich leider nicht richtig festgebissen.

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Freitag, 31. Januar 2014

Wer wäre besser geeignet, über Moral zu diskutieren, als Kurt Beck?

(Klick! für gross.)

Der Mann ist sich wirklich für Nichts zu schade.

(Danke für das Bild Anette!)

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Donnerstag, 30. Januar 2014

Wieso sitzt Kurt Beck eigentlich noch nicht hinter Gittern?

Allgemeine-Zeitung:

“Wenn er vor der Situation stehen würde, würde er in puncto Ring ‘wieder was machen’ (..)”

Hat 500 Millionen Euro Steuergeld verbrannt, die berühmteste Rennstrecke der Welt in den Ruin getrieben - und erzählt kackdreist, er würde es jederzeit wieder tun?

Das erfüllt in meinen Augen den Tatbestand § 126 Strafgesetzbuch.

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Dienstag, 28. Januar 2014

Rekord-Convoy zum Nürburgring Protest.

Am Sonntag gab es wieder eine Protestdemo von Wir sind Nürburgring - die Initiative von Christian Menzel, Sabine Schmitz, Ossi Kragl und vielen Helfern im Hintergrund.

Die Polizei spricht offiziell von 450 Autos, die mitgefahren sind, zwischenzeitlich hieß es mal, es seien 700 Autos.

Ich bin auch mitgefahren und es hat richtig Spaß gemacht, soviele Ring-Kämpfer zu treffen! Die Ns waren auch nicht zu übersehen und soviele ZO832 Kennzeichen gibt es sonst nur im Brünnchen - genial.

Nur um mal ein Gefühl zu bekommen, wie lang der Convoy war: ich bin im hinteren Drittel gefahren und Chris (Kohlhaas) ziemlich weit vorne - wie immer halt ;) Als wir Richtung Andernach unterwegs waren, hab ich ihn angerufen, als ich auf der Höhe vom Rasselstein war. Da ist er gerade am Ende der Thomaser Hohl (an der Kaserne) wieder aus Andernach rausgefahren. Und beim Zwischenstopp an der ED Tankstelle Plaidt sind die ersten in Mendig angekommen, als die letzten noch an der Tankstelle waren. Und das war geschlossener Verbund, da hatte die Polizei tatsächlich mal die Straße nach hinten abgesperrt.

Fotos hab ich auch gemacht, könnt Ihr Euch bei STR Facebook anschauen.

Wer nicht dabei war, hier gibt es ein Video von Thomas Bauer, toll gemacht:

youtu.be/crdvQFWt3tQ

Und - wer hätte das gedacht - ein wirklich guter und hintergründiger Bericht vom SWR.

(Den SWR Bericht könnt Ihr Euch auch abspeichern: hier ist der Link.)

Oder um es mit den Worten von Karl Mauer zu sagen:

“Das war doch wirklich eine Super-Nummer heute: Bestens organisiert, freundliche Menschen, disziplinierte Corso-Fahrer und Mega Mucke in Mendig. Herzlichen Dank allen, die sich hier engagiert haben.”

Malu Dreyer hatte zwar nur die üblichen Textbausteine, als sie gesprochen hat - aber immerhin hat sie sich auf die Bühne getraut, das hätten wir unter Kurt Beck nie erlebt. Das war das erste Mal, daß der (die) Ministerpräsident(in) zum Nürburgring-Thema zu den Leuten gesprochen hat! Peinlich genug, daß das so lange dauern musste. Aber das haben wir Christian & Co zu verdanken, die Aktionen haben uns die Tür aufgestoßen. Am Freitag sind sie zu einem Gespräch bei Frau Dreyer in der Staatskanzlei in Mainz, drücken wir die Daumen, daß es vernünftig ist.

Und in der Zwischenzeit machen wir weiter Druck, das klappt ja immer besser!

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Donnerstag, 23. Januar 2014

Deutschlands längster Autokorso.

Die Demo jetzt am Sonntag macht schon ordentlich Schlagzeilen:

“Ermuntert von Kurt Beck, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz („Macht weiter so“) und dem EU-Kommissar Günther Oettinger („Der Nürburgring ist ein Kulturgut“) plant die Initiative „Wir sind Nürburgring“ eine weitere Veranstaltung. Deutschlands längster Autokorso soll sich am kommenden Sonntag, den 26. Januar, von Neuwied-Feldkirchen nach Mendig bewegen.”

Das wird ein großer Spaß, solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen! Auf Facebook haben schon 600 Leute zugesagt.

Treffpunkt ist jetzt am Sonntag (26.Jan.) um 10 Uhr in Feldkirchen, Feldkircher Straße 100.

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Samstag, 18. Januar 2014

Christian Menzel im Interview: Skandal rund um den Ring schonungslos offen legen.

In der Rhein-Zeitung von Jan Lindner:

“Ende Dezember haben Sie am Ring aus dem Stand 2000 Unterstützer des Rings mobilisiert. Jetzt haben Sie die Politiker Lewentz, Oettinger und Beck abgepasst und mit ihnen diskutiert …”

"… Diskussion würde ich das nicht nennen. Beck hat sich in Simmern bis auf die Knochen blamiert, und Oettinger war nach einem kurzen Wortwechsel schnell sehr gereizt. Aber genau das ist unser Ziel: Wir wollen den Skandal rund um den Ring schonungslos offen legen und genau das den Politikern immer wieder vor Augen halten. Vor allem aber wollen wir die Leute aus der Region wachrütteln.

Das ganze fängt erst an."

Klartext, laut und politisch nicht korrekt - was anderes kommt ja in Mainz nicht an.

Die Facebookseite Wir sind Nürburgring, die erst ein paar Wochen alt ist, hat inzwischen 7.500 Anhänger - Tendenz steigend.

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Donnerstag, 16. Januar 2014

Heute vor einem Jahr ist Kurt Beck zurückgetreten.

Das war am 16.Januar 2013, siehe Chronik.

Er selber sieht sich aktuell so, diesen Text kann man auf seiner kurt-beck.de Homepage lesen:

“Dabei fallen immer wieder die Begriffe bodenständig, menschlich, sozial engagiert, bürgernah und glaubwürdig. Ob freundschaftliche Verbundenheit oder berufliche Kontakte - in einem sind sich Beck-Beobachter schnell einig: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident steht für Verlässlichkeit und Ehrlichkeit - Werte, die das höchste Lob ausdrücken, das ein Politiker bekommen kann. Bei Kurt Beck ist dieses Lob angebracht.”

Mal davon abgesehen, solche Jubelarien auf der eigenen Webseite zu posten - der allerletzte Begriff, der mir bei Kurt Beck einfallen würde, ist glaubwürdig.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

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Freitag, 10. Januar 2014

Kurt Beck meint Sabine Schmitz redet Unfug.

Gerade eben in Simmern bei einer SPD Veranstaltung - Sabine ist mit mehreren Leuten extra hingefahren, um schöne Grüße vom Nürburgring zu bestellen.

(Klick! für gross, Bild von Michael.)

Der Dialog mit den besorgten Bürgern war allerdings nur sehr kurz und Kurt Beck meint immer noch, alles richtig gemacht zu haben.

Kurt Beck:

“Und ich hab’ mich engagiert dort und wir haben vieles getan. Daß da Fehler gemacht wurden - aber liebe Leute: was wäre denn, wenn wir da nicht investiert hätten?”

Sabine Schmitz:

“Dann wär alles gut!!”

Kurt Beck:

“Ach hört doch auf! (winkt ab) Ihr redet doch Unfug hier!” (schüttelt seinem Spannmann die Hand und klatscht in die Hände)

Ossi Kragl:

“Dann wäre der Ring immer noch profitabel.”

Kurt Beck:

(Im Weggehen) “Also gut! Macht weiter so!” (grinst hämisch).

Alle:

Die Regierung hat’s verbockt,
jetzt wird der Ring verzockt!
Der Ring für die Region!
Zurück mit den Millionen!

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Mittwoch, 08. Januar 2014

Sabine besucht dann mal Kurt Beck.

Rhein-Zeitung:

“Erst waren es nur Besuche auf den Facebook-Seiten, jetzt schauen Fans des Nürburgrings auch organisiert bei öffentlichen Terminen von Politikern vorbei.”

“Sabine Schmitz kündigt an, ”der SPD Delegation betroffene Eifelgrüße vom Ring“ mizubringen. Beck ist für die Nürburgringfans einer der Hauptschuldigen an der Schieflage.”

Und auch bei Hendrik Hering. Der löscht ja auf seiner Facebookseite alles, was mit dem Nürburgring zu tun hat. Na da passt es doch prima, daß er sein neues Bürgerbüro eröffnet:

“Geplant ist offenbar auch ein Besuch zur Eröffnung des Bürgerbüros von SPD-Fraktinschef Hendrik Hering. In den vergangenen Tagen hatte Herings Büro seine liebe Mühe mit zahlreichen kritischen Kommentaren auf Facebook, nachdem die Nürburgringfans zuvor die Seite von Ministerpräsidentin Malu Dreyer geflutet hatten. ”

Sehr gut! Die sollen nicht denken, daß wir uns die Zwangsenteignung bieten lassen!

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Samstag, 04. Januar 2014

Kurt Beck reiht sich nahtlos ein ...

… zu Ronald Pofalla, Roland Koch, Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Helmut Kohl, …

Abendblatt:

“Prominente Seitenwechsler – Beck, Koch, Schröder und Kohl: Kurt Beck (SPD) wechselte 2013 nur wenige Monate nach seinem mit gesundheitlichen Problemen begründeten Rücktritt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident als Berater zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.”

Schön, daß die wahre Gesinnung von Kurt Beck auch in der Allgemeinheit ankommt.

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Freitag, 03. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter haben eine alte neue Marke angemeldet.

Und wie ich finde, sehr frech:

register.dpma.de/../3020130598032/DE

Das ist das Layout nur der Nordschleife, das war eigentlich immer den Communities vorbehalten. Sozusagen als Erkennungsmerkmal, um was es wirklich geht. So wie 20832. Die, die keine Ahnung haben, fahren auf ihren Prollbüchsen ja immer noch die Grand Prix Strecke inklusive Haughaken mit spazieren.

Und das meldet die insolvente Nürburgring GmbH am 15.11. 2013 an. Zum zweiten Mal! Denn beim ersten Mal wurde keine Unterscheidungskraft festgestellt.

Ich hoffe mal, daß es da Widersprüche hagelt, denn dieses Bild wird von vielen Leuten verwendet, ohne daß es dafür eine Marke braucht.

Aber wo wir schon dabei sind: insgesamt hat die Nürburgring GmbH 98 Marken angemeldet.

Die älteste ist von 1982 - das war noch cool.

2006 kam das neue Nürburgring-Logo, die Entwicklung hatte damals viel Geld gekostet und Walter Kafitz hat sich in diesem Logo verewigt. Deswegen kann ich auch nicht verstehen, daß es trotzdem so viele Leute freiwillig benutzen, sie unterstützen damit quasi Kafitz’sches Gedankengut.

2008 wurde es albern, da wurden alle Nordschleife-Streckenabschnitte geschützt, z.B. Karussell. Verstehe zwar nicht, wie man sowas eintragen kann, aber geschenkt.

Und natürlich viel schlimmer, 2009 kam die heutige Freizeitpark- und Insolvenz-Era mit Ring°elpietz und Schimmel°pilz, als mit dem Beck°Werk alles be°ringt wurde.

Und nicht zu vergessen 2009, als sich auch Kai Richter auf Steuerkosten verewigen durfte.

Aber die affigste aller affigen Markenanmeldungen der Nürburgring GmbH ist mit Abstand diese hier von 2011. Was für eine Steuergeldverschwendung!

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

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Freitag, 27. Dezember 2013

Wie sich der SWR bemüht aus Kurt Beck einen Ehrenbürger zu machen.

Kam gestern zur Prime Time:

Was macht eigentlich Kurt Beck?

Die rollen ihm nach wie vor den roten Teppich aus, damit er sich produzieren kann.

Eigentlich müssten sie einen Beitrag machen, wie er jämmerlich versagt hat und sich feige davongestohlen hat.

Hier ist seine Neujahrsansprache von 2009:

“Deshalb bleibt unser wichtigstes Ziel: die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen. [..] Was in diesem Zusammenhang den Nürburgring betrifft: Ja, es sind Fehler passiert. Aber der Nürburgring eröffnet neue Chancen für Arbeit und für Wertschöpfung und keine Belastung für den Steuerzahler. Er ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Region und ein internationales Aushängeschild unseres Landes.”

Keine Belastung für den Steuerzahler? Internationales Aushängeschild unseres Landes? Und jetzt? Bankrott und fast verschachert an den Meistbietenden, wenn wir den Verkaufsprozess nicht in letzter Sekunde stoppen.

Und DEN zeigen die noch im Fernsehen. Für mich gehört so ein Mann weggesperrt!

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Freitag, 20. Dezember 2013

Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Was hat Hendrik Hering mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun?

Alle tun immer so, als sei die Insolvenz des Nürburgrings vom Himmel gefallen und heute hatte ich ein Telefonat mit einem Redakteur, der meinte, daß man ja keine Wahl hatte, außer die Nürburgring GmbH für zahlungsunfähig zu erklären. Die EU kam in dem Gespräch auch wieder vor, als ob die etwas dafür könnte, daß Kurt Beck mit seiner Gefolgschaft nach Belieben Hotels, Achterbahn und sogar eine Disko gebaut in die Eifellandschaft gesetzt hat. Auf Staatskosten! Gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt noch eine weitere Staatsdisko? Nur eine einzige?

Wenn wir uns die Abläufe im Detail anschauen, dann hat allerdings garnicht Kurt Beck die Disko gebaut, sondern Kai Richter und Co - und wir - der Staat und damit der Steuerzahler - haben sie ihm abgekauft.

Wieso fragt sich eigentlich niemand, warum wir das überhaupt gemacht haben? Besonders jetzt, wo doch alles wieder (zurück-) privatisiert werden soll?

Bei der schnellen Abfolge der Ereignisse kann man leicht den Überblick verlieren, daher brösel ich die hier entscheindenden Aktionen nochmal zeitlich auf:

26.März 2010:

Hendrik Hering verkündet in Adenau seinen Cunning Plan. Das war zum einen der Pachtvertrag mit Lindner/Richter und zum anderen die Übernahme der MSR, die fand dann statt am:

8.April 2010:

Die Nürburgring GmbH übernimmt die MSR - für wieviel? 100 Millionen Euro? So hoch waren die Verbindlichkeiten in der 2010er Bilanz.

Und nur zwei Jahre später so:

18.Juli 2012:

Kurt Beck verkündet die Insolvenz der Nürburgring GmbH

Was war nochmal MSR? Die Motorsport Resort Nürburgring GmbH war die private (!) Firma unter Mitwirkung von Kai Richter, die den Teilbereich II gebaut hat.

Und wer hat entschieden, daß die Nürburgring GmbH diesen privaten Bereich aufkauft?

Hendrik Hering, der damalige Wirtschaftsminister. Wir erinnern uns alle an seinen denkwürdigen Auftritt damals in Adenau. Wie die begossenen Pudel saß die Bevölkerung brav in der Halle und hat es mit sich machen lassen.

Warum ich das alles schreibe? Weil wegen dieser katastrophalen Entscheidungen jetzt die Nordschleife beim Auktionator gelandet ist! Wieso hat dieser Hendrik Hering eigentlich kein Untreueverfahren am Hals?

Heute versucht man wieder ZU VERKAUFEN, was man erst vor ein paar Jahren GEKAUFT HAT - und die Rennstrecken gibt’s noch obendrauf. Normalerweise müsste man schallend loslachen - oder laut aufheulen, je nach Gemüt.

Ist ja nicht das erste Mal, daß ich dieses Thema aufgreife - aber dieses Getue, daß die Insolvenz vom Himmel gefallen sei oder womöglich durch die ach so teure Formel 1 verursacht … Für 100 Millionen Euro könnte man viele Formel 1 Rennen veranstalten! Oder eine Rennstrecke vor dem Ausverkauf retten. Heute sind sie froh, wenn sie für alles zusammen insgesamt 100 Millionen Euro bekommen - nur 3,5 Jahre nach dieser weitsichtigen Hendrik-Hering-Entscheidung.

Und um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ja, Hendrik Hering hat sehr viel mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun - für mich ist er einer der Haupt-Verantwortlichen.

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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Nürburgring Demo Sa. 21.Dez.!

Sabine Schmitz und Christian Menzel rufen zu einer Protest-Demo, um sich gegen den Nürburgring-Verkauf zu wehren!

Sabine:

“Ich bitte um Teilnahme! Das ist wirklich unsere letzte Chance.”

Christian:

“Es ist 5 vor 12 - oder doch schon zu spät? Der Nürburgring darf nicht verkauft werden!”

Symbolisch startet die Demo um 5 vor 12 - und zwar genau:

Nürburgring, Samstag, 21.Dez., 11:55 Uhr

Ablauf und Ort werden noch bekanntgegeben, aber bitte haltet Euch schonmal den Termin frei, damit richtig viele Leute zusammenkommen.

Am besten gefällt mir diese Antwort auf Facebook von Henrik:

“don’t understand german, but i have nothing to do on the 21 dec. I’ll take the trip from Norway, no problem. Save The Ring”

Save The Ring ist übrigens vorgestern 3 Jahre alt geworden - naja - hat zwar niemand gratuliert, aber so wirklich ein Grund zum Feiern ist es ja auch nicht. Wir kämpfen und strampeln uns ab, doch die Politik interessiert sich nicht die Bohne für die Probleme. Sie wollen einfach nur an der Macht bleiben und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Kurt Beck verantwortet jetzt bei der Friedrich Ebert Stiftung wieder ein Jahresbudget 139 Millionen und seine Nachfolgerin Malu Dreyer lässt verlauten, daß der Nürburgring ihr keinen Anlass zur Sorge bereitet.

Also Leute, wenn Ihr auch so wütend seid wie ich, dann lasst das nicht auf Euch sitzen und mobilisiert alle Kräfte, damit wir eine kräftige Demo bekommen, deren Wellen auch Mainz erschüttern!

Und ja - Ihr habt Recht - viel können wir nicht mehr ändern. Aber wir sollten ihnen die geplante Zwangsenteignung so schwer wie möglich machen! Und wer weiss? Vielleicht kippen wir es ja doch!

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Samstag, 07. Dezember 2013

Dreyer schaltet sich zum Thema Nürburgring ein ...

... und erklärt die Diskussion kurzerhand für beendet:

“Aus meiner Sicht gibt es im Moment keinen Anlass zur Sorge.“”

Seht Ihr: alles Ordnung, bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Nur falls jemand meinte es würde nach Kurt Beck besser werden.

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Montag, 02. Dezember 2013

Teuflisch perfide Theorie zum Nürburgringverkauf.

Wenn man die aktuellen Berichte zum Ausverkauf der Nordschleife liest, dann denkt man unweigerlich: so doof können die doch garnicht sein?

Das hat mich zum Nachdenken gebracht und inzwischen glaube ich auch nicht, daß die so doof sind. Was wäre, wenn das alles zum Plan gehört?

Welcher Plan - fragt Ihr?

Im Grunde genommen haben wir ein Déjà Vu: der Karren steckt metertief im Dreck, dann - und zwar erst dann! - treten windige Geschäftsleute auf den Plan und später, wenn keiner mehr die chronologische Abfolge kennt, ist man “auf dubiose Geschäftspartner hereingefallen”.

Genauso versucht man es aktuell im Deubel-Prozess, denn der Beck°Beton war längst errichtet und Steuergelder millionfach abgezweigt, als überraschenderweise irgendwelche Schecks geplatzt sind. Konnte ja niemand ahnen! Wir sind reingelegt worden!!

Doch, konnte man - das war nicht nur zu riechen, das war penetranter Gestank meilenweit gegen den Wind! Aber die Medien haben treudoof die Mär der Betrüger durch die Lande getragen und die Politiker reingewaschen.

Seht Ihr, genau wie jetzt auch! Denken sich die Beck-Berater: warum sollte ein Cunning Plan nicht ein zweites Mal funktionieren? Den Halbseidenen Tür und Tor öffnen, um den später - garantiert! - eintretenden Kollaps Anderen in die Schuhe zu schieben, am besten noch mit einer schön theatralischen Klage garniert. Staatsanwaltschaft und Justiz hat man als untergebene Abteilung in der eigenen Firma - der Regierung - ist doch perfekt.

Zugegeben, eine gewagte Theorie und vor allem: sehr perfide. Doch gerade dieses Spiel können sie gut in der RLP Regierung, das haben sie uns die letzten Jahre deutlich spüren lassen.

Hütchenspieler werden ernst genommen, während zeitgleich der ADAC gedisst wird - sorry, für so eine Inszenierung finde ich keine andere Erklärung. Für Ring, Region & Sport natürlich der Sargnagel, aber das juckt in Mainz schon lange niemanden mehr.

Vielleicht sind die Politdarsteller und ihre Inkompetenzverwalter viel abgebrühter, als sich das Unsereins in seinem braven, bürgerlichen Hirn vorstellen kann.

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Samstag, 30. November 2013

Übrig Ns vom Samstag.

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Freitag, 29. November 2013

Kurt-Beck-Gedächtnispark mit der nächsten Luftnummer.

Lange brauchten die Nürburgring-Verzocker Insolvenzverwalter Lieser & Schmidt ja nicht, um sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Den ADAC haben sie nicht an die Geschäftsdaten gelassen, aber einen umtriebigen Träumer schon: ohne Geld an den Hacken den Nürburgring übernehmen - das kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Große Sprüche und kleine Kasse - wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht auch ein zweites Mal! Da scheint der Kurt Beck sich ja echte Gesinnungsgenossen ausgesucht zu haben, um den Nürburgring abzuwickeln. Sie führen sein Werk tatsächlich zu Ende, wenn ihnen niemand Einhalt gebietet. Otto Flimm hatte ja gestern schon eindrücklich den Stopp des Verkaufsprozesses gefordert.

Wieviele Schaumschläger sollen sich eingentlich noch an der Nordschleife gesundstossen, bis sich da mal bei den Sportlern und der Bevölkerung Widerstand regt? Alles wird gut?

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Donnerstag, 28. November 2013

Verkaufsprozess stoppen! PK mit Otto Flimm heute in Mainz.

Der Wind wird rauer, denn die Zeit wird knapp! Heute war in Mainz Pressekonferenz und zusammen mit Dieter Frey wurde von Ja zum Nürburgring massiv das undurchsichtige Rennstrecken-Verschachern kritisiert.

Der ADAC wurde schon gedisst, weil er - bei der unverbindlichen (!!) Angebotsabgabe - zu wenig auf den Tisch gelegt hat.

Aber geht noch weiter, sieht so aus, als würden die skrupelosen Insolvenzer darauf hinarbeiten, die Rennstrecken nur zusammen mit dem Beck°Beton verkaufen. Was dann passieren wird, haben wir schon einmal erlebt unter Richter/Lindner, die 1.000 Betten wollen gefüllt werden und mit dem Rennstreckenmonopol in der Hand kann der neue Besitzer ganz leicht argumentieren.

Nach draussen dringt vom Verkaufsprozess garnichts, alles top secret. Daher fordert Otto Flimm zu recht:

“Schluss mit der Geheimniskrämerei! Schließlich geht es um den Verkauf öffentlichen Eigentums, das noch dazu ein automobiles Kulturgut darstellt.”

Der Verein hat einiges in die Wege geleitet:

  • einen ausführlichen Brief an Malu Dreyer,

  • ein Schreiben an die EU inklusive Ankündigung einer Klage, und

  • eine Umfrage in der Region. Resultat: die Leute wollen, daß der Ring gemeinwohlorientiert betrieben wird. Na so eine Überraschung. Hoffentlich dämmert es denen in den Mainzer Büros auch bald.

Und schließlich fordert der Verein, daß das jetzige Verfahren gestoppt und nochmal neu - und dann - wenn nötig - vernünftig neu aufgesetzt wird.

Erfreulicherweise gibt es auch ein ordentliches Medienecho:

Wollen wir hoffen, daß es zündet und wenn nicht, dann hilft nur nachlegen. Jetzt im Winter haben wir den Vorteil, daß den Ring°Killern die Rennen ausgegangen sind, mit denen sie schön Werbung machen konnten. Und die Medien langsam mitbekommen, daß am Ring was ganz kräftig falsch läuft!

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter


Dienstag, 19. November 2013

Heute vor 6 Jahren war der Nürburgring 500 Millionen Euro reicher.

Am Ringtrauertag, dem 19.November 2007 - also heute vor 6 Jahren - hat der Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion beschlossen.

Der Jahresfehlbetrag lag Ende 2006 bei 40 Millionen Minus - hauptsächlich weil eine massive Rückstellung von 36 Millionen Euro gebildet wurde. (Nachzulesen im GmbH Bericht Nürburgring / Unternehmensregister). Dazu kommt noch das Kafitz’sche Management mit millionenschweren Fehlentscheidungen - z.B. Bikeworld. Bereinigt um das Missmanagement also eine augeglichene Bilanz - bitte glaubt nicht der Beck’schen Propaganda, daß die Rennstrecken sich nicht getragen hätten.

Warnung vor der Katastrophe - Flyer vom 15.September 2007: “Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.”

Stand heute, also 6 Jahre später: 560 Millionen Euro Schulden erwirtschaftet durch den Katastrophen°Park und beschlossen von 4 Männern, die es immer noch wagen stolz durch die Gegend zu laufen.

An diesem Ringtrauertag gedenke ich der armen Nordschleife, die unschuldiges Missbrauchsopfer wurde, um diese gigantische Geldumverteilungsmaschine in Gang zu setzen.

Tags: Ringtrauertag | Erlebnisgrab | Aufsichtsrat | Deubel | Pföhler | Härtel | Kühl


Samstag, 16. November 2013

Übrig Ns vom Samstag.

Kommentare: facebook.com/renntv
Tag: ÜbrigNs


Sonntag, 03. November 2013

Übrig Ns vom Sonntag.

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Achterbahn-Eröffnung vorzeitig beendet?

Gerade macht das Gerücht die Runde, daß der tolle Achterbahn-Eröffnungstag ein ziemlicher Flop wird, denn

a) BMW als Kunde mit einer Veranstaltung vor Ort hat sich über den Radau beschwert und

b) sollen heute abend die Nürburgring-Mitarbeiter durch den Boulevard laufen, damit es nach Besuchern aussieht, wenn das Fernsehen kommt.

Ich weiß ja nicht ob’s stimmt, aber die Bahn macht einen Höllenlärm und WH hatte schon angemerkt, daß BMW Kunde vor Ort ist. Das würde die Nutzung noch weiter einschränken, bei Rennveranstaltungen darf sie ja sowieso nicht fahren.

Und wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, daß nur ein einziger der Nürburgring-Leute sich für so ein Schauspiel einspannen lässt, die Jubelperser-Nummer passt einfach zu gut auf meine Schaumschläger Überschrift von heute morgen.

Auch passend dazu machen die gerade mit ihrer Agentur dictum law / Nuvoloni ein Riesenfass auf, hier die PM dazu:

“Der ring°racer, die schnellste Achterbahn Europas, ist heute am Nürburgring für den Publikumsverkehr erfolgreich gestartet.”

Ob das mit dem erfolgreich nicht doch Wunschvorstellung war?

“In der Vergangenheit galt die Achterbahn Kritikern als Symbol für das Scheitern des Nürburgring- Konzepts.”

Keine Sorge, das ist es immer noch. Die Affenbahn braucht kein Mensch. Es ist auch kein Nürburgring-Konzept, denn in diesem Wort steckt viel zu viel Rennstrecke drin. Es sind die feuchten Freizeitparkträume von Kurt Beck und seinem Gefolge, die den Nürburgring gegen die Wand gefahren haben.

“Nachdem nun auch die letzten Baumängel im Warsteiner Event Center behoben sind, ist der Nürburgring zum ersten Mal in Gänze fertig gestellt.”

Die haben wohl den Knall nicht gehört?! Der Nürburgring ist fertiggestellt seit spätestens 1984 - für manche sogar seit 1927!

“Damit sind erstmals alle Gebäude und technischen Anlagen des Komplexes ‚Nürburgring 2009’ (Eifeldorf Grüne Hölle, Freizeit- und Business-Zentrum mit ring°boulevard, ring°werk, ring°kartbahn und ring°racer sowie Hotels) voll funktionsfähig in Betrieb. „Das ist ein positives Signal für Fans, Besucher und Investoren“, ergänzt Jens Lieser.”

Nach herzlichen Glückwunsch, was für eine Geldverschwendung: Sachen, die kein Mensch braucht, für teuer (Steuer-!!)Geld instandgesetzt, damit der “Alles super - alles toll” Schein aufrecht erhalten werden kann. Das einzig positive Signal findet sich hinterher auf Jens Lieser’s Kontoauszug, falls ihm tatsächlich ein “Investor” auf den Leim geht und den Bauschutt in Spe für viel Geld abkauft. Wobei ich nicht glaube, daß die Mängelliste jetzt bei Null angekommen ist. Wetten die ist noch mindestens vierstellig?

In der PM wird schön darauf hingewiesen: “Passagiere müssen mindestens 1,40 m groß sein.”, aber daß bei 1,95 Schluß ist - also normale Erwachsene wie ich z.B. - wird höflich ausgelassen. Wegen Peinlichkeitspotential?

In der PM ist auch Streckenlänge (1.212m) und Fahrzeit (80 Sek.) angegeben - wenn mich meine Mathekenntnisse nicht völlig im Stich lassen, dann ist das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 54 km/h. WTF?!

Da bin ich ja mal heute abend gespannt, ob es wirklich welche gibt, die sich für nichts zu schade sind bei der landeseigenen Volksverarsche und Besucher für’s Fernsehen faken. Immerhin hat das Besucherzahlenfälschen am Ring große Tradition.

UPDATE:

Wie nicht anders zu erwarten stimmt der öffentlich-rechtliche SWR in die Jubelarien mit ein und berichtet etwas von großem Andrang. Rückmeldungen von Leuten, die vor Ort geschaut haben, berichten etwas komplett anderes, daß nämlich nichts los sei - also so wie immer.

Passt auf jeden Fall in’s Gesamtbild der regierungsgelenkten Schönfärberei und Propaganda.

UPDATE:

Rent4Ring / BridgeToGantry lässt sich vor den Karren spannen und ist … begeistert??!! WFT, wie tief kann man sinken?

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | DictumLaw | Nuvoloni | Besucherzahlen


Dienstag, 29. Oktober 2013

Übrig Ns vom Dienstag.

Was sonst noch so im Nternet passiert ist:

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Kurt Beck´s Zukunftskonzept für den Nürburgring - aka die große Geld- und Rennstreckenvernichtung.

Hier sind ein paar Restwerte aufgeführt:

  • Kongresshotel: 10,22 Mio Euro
  • Eifeldorf plus Hotel, Ferienpark und Personalhaus: 6,91 Mio Euro.

Also insgesamt etwas über 17 Millionen Euro.

Und wieviel hat es gekostet?

Kurt Beck beschreibt das auf seiner Homepage majestätisch so:

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

Oder in Zahlen: stramme 115 Millionen Euro hat der Teilbereich 2, von dem hier die Rede ist, gekostet (siehe Kostenaufstellung renn.tv/1714). Also der Teil, der jetzt - 3 Jahre nach Neubau - noch ca. 17 Millionen Euro wert ist.

Nur falls mal jemand wissen will, wie der Nürburgring in die Insolvenz geritten wurde - so ein “Deal” hätte auch ganz andere Firmen in die Pleite getrieben.

Mir konnte auch noch keiner die Frage beantworten, warum vor 3 Jahren die Verstaatlichung der Immobilien - also DER KAUF - so ein tolles Zukunftskonzept sein soll, wenn 3 Jahre später und ca. 100 Millionen Euro weniger das jetzt wieder AN PRIVAT VERKAUFT werden soll.

Natürlich werden Kurt Beck oder sein Spannmann Hendrik Hering für die 100 Millionen NICHT zur Verantwortung gezogen, was habt Ihr denn gedacht. Das ist Strukturpolitik!

Tags: Erlebnisgrab | Mediinvest | KurtBeck | HendrikHering | Insolvenz


Freitag, 18. Oktober 2013

Übrig Ns vom Freitag.

Nteressante Netz-Fundstücke in lockerer Folge:

Falls Ihr Links für mich habt: Danke, immer her damit! :) Aber bitte vorher prüfen, ob ich das schon hatte. (Email steht ganz oben.)

Tag: ÜbrigNs


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Heute vor einem Jahr startete der große Nürburgring-Prozess.

Und was ist bis jetzt dabei rausgekommen? Nichts. Uns wird wieder bitter vor Augen geführt, wozu Politiker in der Lage sind, wenn sie schön alle zusammenhalten. Da passt es dann auch in’s Bild, wenn der jetzige Justizminister damals die Freizeitpark-Ruine mit Händen und Füssen im Parlament verteidigt hat. Oder der jetzige Finanzminister damals im 4-köpfigen Nürburgring-Aufsichtsrat saß. Oder der damalige Ministerpräsident heute unbeirrt durch die Fernsehtalkshows tingelt und Beraterpöstchen von der Industrie annimmt.

Als ich vor 1 Jahr nach Koblenz gefahren bin, um mir persönlich ein Bild vom ring°prozess zu machen, hatte ich gehofft, dadurch Leute anregen zu können die einzelnen Prozesstage als Community begleiten zu können. Immerhin ist die ganze Sache öffentlich und es kommen Details zur Sprache, die man nur als Kenner der Szene richtig deuten kann. Und in dem Einzugsgebiet von Koblenz, das ja nur 60 km vom Ring entfernt ist, sind einige Leute mit Benzin im Blut anzutreffen.

Daraus ist leider nichts geworden, denn das mit dem Team-Gedanken entpuppte sich schnell als “Toll-Ein-Anderer-Macht’s” und die entsprechende Facebook-Gruppe wurde zur Link-Abladestelle für die Zeitungsartikel. Da waren zwar auch ein paar gute dabei, aber größtenteils das übliche oberflächliche Nachbeten der gewohnten Propanda, um Abläufe und Handlungen zu verschleiern, die Öffentlichkeit zu verwirren und sich selber als vollkommen unschluldiges Opfer dazustellen.

Ich würde mir sehr wünschen, wenn statt dem “Und? Was gibt es Neues?” mehr aktive Beteiligung der Bürger stattfinden würde, um die Vorgänge zu hinterfragen und Ungereimtheiten aufzudecken.

Bis zum 10.Dezember seien weitere 16 Verhandlungstage angesetzt, die Anwälte wird es freuen.

Clemens Hoch, damals Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Nürburgring Untersuchungsausschusses (heute ist er übrigens Ministerialdirektor bei Beck’s Nachfolgerin Malu Dreyer) erklärt den Baubeginn, der der Anfang vom Ende war, so:

“Wir finanzieren quasi nur vor und dann kommt der Investor und es amortisiert sich von selber und wir können auch noch die Formel 1 erwirtschaften.” (18:48 Min.)

Vor Ort am Nürburgring kann man reden mit wem man will: alle sind sich einig, daß hier ein großes Verbrechen verübt wurde. Nur zur Verantwortung gezogen wird dafür in unserem Rechtsstaat niemand.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Freitag, 04. Oktober 2013

Die Achterbahn soll - mal wieder und über 4 Jahren nach Eröffnung - in Betrieb gehen.

Braucht doch kein Mensch.

Achterbahn-Eröffnung im Sommer 2009 zur Formel 1 mit Walter Kafitz, Kurt Beck und Boris Becker - kam live im TV. In Betrieb genommen wurde sie aber nie, weil immer wieder was explodiert ist.

Ich weiß auch schon eine tolle Ausrede für den Propaganda-Nuvoloni, wenn die Besuchermassen ausbleiben: der überraschende Winter!

Mir fallen allerdings spontan einige Leute ein, die ich damit auf den Mond schießen möchte.

UPDATE:

Stellt sich raus, daß das

“Ringracer dürfte jetzt fahren …”

und

“.. wird die Achterbahn am Freitag für den Publikumsbetrieb freigegeben.”

von Uli Adams in der Rhein-Zeitung doch etwas optimistisch war. Wilhelm Hahne hat das mal relativiert.

Die Auflagen sind nicht ohne, von 42 Meter Feuerwehrleiter und Sicherheitspersonal ist die Rede.

Alles in allem wieder nur heiße Luft um die Braut aufzuhübschen. Ganz in dem Sinne: alles toll, alles super.

Traurig, wie unkritisch die gute Nachricht weiterverbreitet wird, z.B. über die Agentur dpa - dann steht sowas im FOCUS: “Gut vier Jahre nach Eröffnung des Freizeitparks am Nürburgring gibt es endlich grünes Licht für die stillstehende Achterbahn.”

Die Fehlkonstruktion hätte längst abgebaut werden müssen, aber das lässt der Stolz der Politiker ja nicht zu.

Tags: Achterbahn | Ringracer | Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Kafitz | BorisBecker | Nuvoloni


Dienstag, 01. Oktober 2013

Der gesundheitlich angeschlagene Kurt Beck ...… kommt topfit durch die Hintertür und tut so, als wär nie was gewesen. Natürlich auf unsere Kosten:

“Kurt Beck hat auch nach seinem Ausscheiden als Regierungschef noch Termine. Dafür bekommt er nach Schätzungen der Staatskanzlei von Januar ein Budget zwischen 81 000 und 148 000 Euro im Jahr - unter anderem eine halbe Referentenstelle bis Ende 2014, eine Sekretärin, eine Sachkostenpauschale sowie Kosten für die Nutzung eines Dienstwagens.”

Während die ausgelagerte Propagandaabteilung von seinem Erlebnisgrab keine Gelegenheit auslässt, den Nürburgringverkauf den Leuten als alternativlos einzutrichtern:

“Fakt ist, an der Durchführung des Insolvenzverfahrens führt kein Weg mehr vorbei.”

Tags: KurtBeck | Nuvoloni | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter


Samstag, 10. August 2013

Demofahrt Porsche 956 auf der Nordschleife mit Derek Bell.

Gerade ist Derek Bell 2 Runden auf der Nordschleife gefahren mit dem restaurierten Porsche 956, mit dem er 1983 das 1000km Rennen zusammen mit Stefan Bellof gefahren ist. Und mit dem Stefan Bellof im Training die berühmte 6:11 fuhr und später am zweiten Pflanzgarten-Sprung so heftig verunfallt ist. Er hat also quasi 30 Jahre später die Runde zuende gefahren. Kein Wunder, daß das 30 Jahre gedauert hat das Auto zu reparieren, hätte nicht gedacht, daß das überhaupt geht! ;)

Die Umstände, wie daraus eine Marketingaktion für den versammelten beck°beton gemacht wird mag ich überhaupt nicht und auch bei dem - zum ersten Mal überhaupt - neuen Streckenabschnittsnamen hab ich so meine Probleme.

Aber den 956 auf der Nordschleife zu sehen war schon Kracher. Morgen fährt er wohl nochmal.

Waren nicht viele Zuschauer da, hab mir das in Breidscheid angeschaut.

Um 11:12 dann das erste Mal, leider direkt hinter dem Kamerawagen / Vorauswagen hergefahren. Aber gehört hat man ihn schon.

War nicht einfach an dem Kamerawagen vorbeizufotografieren.

Vor 30 Jahren gab's auf jeden Fall nicht so viele Graffitis! ;)

Die haben dann angehalten, Motor aus und Fotos gemacht ...

... ehe es wieder weiterging. Mein Eindruck war es ging mehr darum, daß das Team alles in den Kasten bekommt, statt eine Demofahrt für die Zuschauer zu machen. Von den wenigen sind dann sogar auch einige enttäuscht wieder gegagen. Man wusste ja nicht, ob er noch ein zweites Mal kommt.

Kam er aber - um 11:30 - Derek Bell hätte wohl auch nicht gedacht, daß er mal eine 18 Minuten Runde im Rennwagen auf der Nordschleife fährt ;)

Leider wieder direkt hinter dem Führungsauto, der ist dem immer fast in den Kofferraum gefahren und alles im gemütlichen Schneckentempo.

Aber trotzdem ein Mega-Anblick die beiden nach 30 Jahren wieder vereint zu sehen!

Übrigens findet Ihr Derek Bell auch auf Facebook und Twitter, falls Ihr mal Hallo sagen wollt.

Tags: DerekBell | Bellof | OldtimerGrandPrix | Porsche956


Freitag, 19. Juli 2013

Der Fahrplan für den hektischen Nürburgring-Verkauf wird weiter ungebremst durchgezogen.

Im Frühjahr nächsten Jahres (Q1 2014) soll alles verkauft sein und die Zeitungen hüten sich wieder mal davor unbequeme Fragen zu stellen. Zum Beispiel wer die Gehälter der Mitarbeiter bezahlt der insolvenzen Nürburgring GmbH oder die Zinsen für aufgelaufenen Schulden in Höhe von über 550 Millionen Euro.

Ich bin sicher der Fahrplan bis zum Verkauf nächstes Jahr steht und niemand scheint ihn aufhalten zu können. So ein Pressetermin wie gestern gehört zum Programm und die Medien spielen bereitwillig mit, hier eine Auswahl:

Tenor: Alles super, alles toll - heile Welt und Blümchen-Tanz. Daß die Nordschleife bluten soll für die Freizeitpark-Katastrophe, wird unter den Teppich gekehrt.

“Uns ist es gelungen, das Ruder herumzureißen und dem Nürburgring eine neue Perspektive zu geben.”

meint der von Kurt Beck erst kürzlich ernannte Professor und hat überhaupt kein Problem damit sich als Sanierer feiern zu lassen. Für die Schandtat ein volkseigenes Denkmal zu privatisieren.

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Dienstag, 16. Juli 2013

Die Zuschauerverzigfacher mal wieder.

Beim Formel 1 wurden erfrischenderweise realistische Zahlen für das Rennen verbreitet (52.000), aber bei Truck GP vergangenes Wochenende war’s schon wieder vorbei mit der Ehrlichkeit: 165.000 - “… wie der ADAC Mittelrhein am Sonntag mitteilte …”.

Nicht zu vergessen: Formel 1 auf dem ganzen Kurs, Truck GP nur Kurzanbindung.

Nicht nur ist die Zuschauerlüge einer der Hauptgründe für die Gigantomanie und dadurch die Insolvenz, inzwischen ist auch allen klar, was da gespielt wird. Bis auf Kurt Beck vielleicht, dem ist das zu hoch.

Die Rhein-Zeitung hatte da vor knapp 2 Jahren einen großen Artikel drüber, hier der Screenshot für den Truck GP bis 2008:

Wilhelm Hahne nimmt sich auch des Themas an.

Das wäre am Wochenende eine prima Chance gewesen, um die alten Zöpfe abzuschneiden.

Tags: TruckGP | Erlebnisgrab | Zuschauerlüge | Besucher | Zuschauerzahlen


Freitag, 12. Juli 2013

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Die Rhein-Zeitung vielleicht, die sind sich ja auch nicht zu schade den Selbstinszinierer als Sanierer zu betiteln und seine Propaganda abzudrucken. Da wäre mir schon das Papier zu schade!

Festhalten:

“Es gibt keinen überdimensionierten Freizeitpark. Es gab allenfalls eine Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung.”

Der Mann hat ja nicht nur den Nürburgring in seiner Verantwortung, sondern ist von Kurt Beck vor garnicht allzulanger Zeit zum Professor ernannt worden. Was sagen eigentlich seine Studenten in Trier bzw. Birkenfeld zu solchen wirren Auswüchsen?

Das geht nämlich noch weiter:

“Wir brauchen diese Infrastruktur dringend für die sportlichen Großveranstaltungen.”

Bekommt dem die gute Eifelluft nicht? Wahrscheinlich hat er noch garnicht mitbekommen, daß die Mieter im Boulevard die Kurve kratzen und die tolle Eventhalle schon ewig leersteht. Achja, stimmt ja, liegt ja bloß an der Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung. Da muss man erstmal drauf kommen - als Insolvenzverwalter!

Ich glaube eher wir haben es hier mit einer akuten Unterdimensionierung im Bereich der Wahrnehmung zu tun - und zwar massivst!

Der Artikel geht sogar noch weiter, aber solche Schauergeschichten halte ich in dieser Konzentration nicht aus.

Aber zum Glück bin ich ja auch nicht der Einzige, der sich damit auseinandersetzt:

Gut, daß es neben der Rhein-Zeitung auch noch Journalisten gibt, deren Wahrnehmung noch nicht saniert ist:

Die Ruine am Fuße der Burg im Tagesspiegel, da sind ein paar echte Highlights am Start:

“Die Logik hat am Ring schon länger Zündaussetzer.”

oder

“Besser als an der Brücke und der Achterbahn lässt sich kaum erkennen, wie planlos hier mehr als 350 Millionen Euro Steuergeld verbaut wurden. Das großspurige Prestigeprojekt „Erlebniswelt“, unter dem inzwischen zurückgetretenen Ministerpräsidenten Kurt Beck in Angriff genommen, hat den Nürburgring in die Insolvenz getrieben. Jetzt hat das Örtchen Nürburg zwei Ruinen. Oben die wuchtige Burg, unten das Geisterdorf am Ring.”

Und man erinnert sogar an die hochnotpeinlichen Vergewaltigungen, die man der historischen Rennanlage reingedeut hat:

“Doch Nürburgring-Events wie Konzerte der Kastlruther Spatzen oder der „Musikalische Adventssonntag mit Sissi und Ludwig“ erwiesen sich als Flops.”

Diese Schlagerschei**e hatte ich schon erfolgreich verdrängt, was für eine peinliche Nummer, nichtmal 3 Jahre her.

Heutzutage braucht man keine Schlagersänger mehr, um den Schämalarm einzuleiten, da reicht ein Interview mit dem Doppeldoktor von und zu Vergewalter Schmidt, der im Übereifer auch noch den letzten Tropfen Lebensgeist aus der Nordschleife rausgepresst.

Sanierer?! Hoffentlich wird der ganz schnell vom Planierer abgelöst, ich bin sofort dabei, wenn es darum geht den Nürburgring wieder von seinem Geschwür zu befreien. Wann hat das Leiden endlich ein Ende mit diesen Selbstdarstellern und Sichdietaschenvollmachern!?

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Samstag, 15. Juni 2013

95% finden: Kurt Beck ist ein dreister Lügner.

Ist Kurt Beck dämlich? falsch beraten? oder dreister Lügner?

Hab ich gestern mal als repräsentative Umfrage in Facebook gemacht, haben sich insgesamt 109 beteiligt.

Das Ergebnis:

2%

“Kurt Beck ist zu dämlich die Zusammenhänge zu überblicken.”

3%

“Kurt Beck ist einfach nur falsch beraten”.

95%

“Kurt Beck ist ein dreister Lügner.”

Schade, daß man solche Fragestellungen nie im SWR sieht. Auch wenn die in ihrem Medien-Politik-Paralleluniversum noch so lange alles schön und toll tünchen, die Leute können sich ganz gut eine Meinung bilden.

In diesem Zusammenhang hier noch einmal der Link zu seinem Auftritt am Mittwoch in Marburg.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Umfrage


Donnerstag, 13. Juni 2013

Kurt Beck gestern in Marburg: EU schreibt Ring-Verkauf vor.

So werden wir weiter fleissig verarscht belehrt, wer Schuld am Ringverkauf ist: die böse EU. Ganz aktuell und kam gerade im 20832 Facebook rein: Kurt Beck referierte gestern in Marburg vor Studenten über Bürgerbeteiligung. (Kein Witz!)

Mir fehlen die Worte das zu kommentieren, deswegen hab ich es einfach mal abgeschrieben. Vorsicht: nur ganz schwer zu ertragen! Denn wie Ihr alle sicher wisst, läuft der Mann immer noch frei rum und lügt das Blaue vom Himmel runter.

= = = = = = = = =

Fragesteller:

Kurt Beck:

Also ich schätze in der Region um die Nürburg findet man 90% der Leute für das Projekt.

(regt sich auf) Ja natürlich! Das ist so!

Und diejenige, die sich äußern, sind doch nicht gegen das Projekt?! Sondern die haben jetzt Angst - und das war, was jetzt gelaufen ist - wenn der Ring - den wir (zeigt mit 2 Zeigerfingern auf sich) ja nicht verkaufen wollen! - die Europäische Gemeinschaft schreibt’s vor - …

(ungläubige Zwischenrufe - “echt?”)

… ja - weil man sowas nicht mehr als Staat betreiben darf. (hebt unschuldig die Hände) Ich halte das für eine falsche Ideologie! ähh - in Europa …, aber sei’s drum - und die Leute sagen jetzt, das darf aber nicht geschlossen werden - wir müssen da teilhaben können. Und darüber, weil die Leute das zu recht wollen, macht gerade der rheinland-pfälzische Landtag - das Gesetz liegt vor - dem hat die europäische Kommission jetzt gerade zugestimmt - ein Gesetz, daß der Nürburgring öffentlich zugänglich bleiben muß. Das ist die Diskussion. Also - es ist nicht so, daß die Leute dagegen sind - im Gegenteil - und dann darf man sich natürlich nicht’s vormachen - natürlich spielen dort auch. materielle. Dinge. eine. Rolle - da hat’s auch vorher ein Geflecht gegeben von Leute - ähh - da gab’s beispielsweise nur eine Firma, die ein Renntaxi dort fahren durfte. (dreht auf) Das hätten die gern’ wieder! (väterlich) Aber im Sinne jetzt eines offenen Wettbewerbs ist es natürlich nicht … - das sind alles nicht nur schöne Argumente - aber die Leute sind dort nicht dagegen, sondern sind dafür. (grinst zufrieden).

Fragesteller:

Naja, wenn ich jetzt mal anfügen darf, wir sind ja hierher gekommen weil uns der Ring sehr am Herzen liegt …

Kurt Beck: Ja eben!

… und wir haben uns damals dagegen geäußert, daß dieser - ähh - Bau stattfindet. Man muß sehen, Sie haben 300 Millionen investiert und dort hingebaut - und keine Finanzierung dafür gehabt - und haben das dann später aus Steuergeldern bezahlt, was dann die EU als unzulässige Subvention deklariert hat …

(Kurt Beck kurz vor’m Platzen, schüttelt sich)

… ob das so sein mag oder nicht, da möcht ich mich nicht einmischen. Aber der Punkt ist, bevor die Bagger angerollt sind, hätte man auf die Leute hören müssen. Weil wir wollten diesen Freizeitpark und diese Achterbahn und dieses Dorf nicht - was jetzt vor sich hinschimmelt und saniert werden muß - wo es sogar so ist, wenn man es abreisst auf 40 Jahre gesehen billiger ist, als es instand zu setzen und zu betreiben - wir wollten das nie haben.

Weil wir - die Fans vom Ring - wir sind an der Nürburgring Nordschleife - und halten uns an den Plätzen auf, wo man an der Strecke Zugang hat …

(Kurt Beck ist innerlich schon implodiert, die grinsende Maske nur noch schwer aufrecht zu erhalten.)

… und da wäre es vielleicht mal an der Zeit gewesen Behinderten-gerechte Zugänge und Treppen zu bauen - und nicht einfach fernab vom Schuß ein Freizeitpark hinzuklatschen, den niemand haben will.

Kurt Beck: … also …

(dann kommt ein Gag, Leute lachen - aber ich hab es nicht hören können - kann mal jemand helfen?)

Kurt Beck:

Es geht auch dort natürlich nicht darum zu fragen, ob man nicht ab und an investieren muß - es ist immer investiert worden dort. Und - ja - ehrenwert da zu campen - jetzt wieder bei Rock am Ring - das ist auch ’ne wichtige Geschichte - aber wir müssen auch gucken, daß diese Region (jetzt kommt der Staatsmanndarsteller durch) in der außer gutem Wein (WTF?) und einer schönen Landschaft bisher nix war - natürlich auch wirtschaftlich Umsatz gemacht wird. Und für das alles Schreckliche, was Sie jetzt beschrieben haben, liegen - Meldungen von heute - heute endet die Ausschreibung! - ääh - 100!! Interessenten vor - und ich sage Ihnen: das Ding ist viel wert!

Und ich hab mit einem - ääh - Journalisten gewettet (jetzt guckt er ganz selbstverliebt) um 5 Kisten Ahrrotwein - in 5 Jahren werden wir sagen: Gottseidank … (Lacher im Publikum - Kurt Beck wird enerigsch!) Manches ist zu groß geraten (winkt lässig ab) - einverstanden - aber prinzipiell ist das richtig und ist es notwendig, denn wir haben schonmal zu lange gewartet - und dann waren über Jahre keine großen Rennen mehr da. Sie werden sich daran erinnern, mit dem Brand - als damals Niki Lauda verur.. - ähh - verunglückt war - sind alle großen Rennen - vor allem die Formel 1 Rennen - eingestellt worden - und in diesem Sport (macht eine angewiderte Grimasse) - der übrigens nicht meiner ist - aber sei’s drum - mir muß es ja nicht gefallen - aber in diesem Sport geht’s eben auch darum, daß man die weltweiten Highlights hat - damit man eben Werbung usw. weiter so verkaufen kann - daß man Geld verdient. Und daß dann bis an die Mosel runter die Hotels voll sind - wenn DTM ist oder Trock Grand Prix ist - und jetzt wieder - in 3 Wochen ist es glaub ich - die Formel 1.

Also insoweit (winkt ab) - das war ärgerlich, wie es gelaufen ist, völlig einverstanden. Ich hab mich mehr geärgert als die meisten anderen wahrscheinlich. Aber insgesamt investieren, das ist nunmal auch Aufgabe des Staates und das macht man an Hunderten von Stellen teilweise mit sehr viel mehr Geld.

= = = = = = = = =

Herzlichen Dank, an die, die das ermöglicht haben zu sehen (Video, Fragen gestellt - Respekt!).

Ich weiß jetzt endlich, an wen mich Kurt Beck die ganze Zeit erinnert:

Der Schwarze Ritter triumphiert immer!

UPDATE:

Das mit dem Gag war garkein Gag, sondern man hat dem Fragesteller das Mikrofon weggenommen. Das war übrigens Adrian und er hätte gerne noch nachgelegt. Aber auch so: gut gemacht!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Insolvenz | Interview


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Dienstag, 30. April 2013

Was haben Uli Hoeneß und Kurt Beck gemeinsam?

Die Antwort: beide haben den Steuerzahler viel Geld gekostet. Doch während der eine von der hungrigen Medienmeute in’s Rampenlicht gezerrt wird (Uli Hoeneß), macht es sich der andere eingehüllt in den selbstumgehangenen Mantel von angeblicher Ehre und Unschuldigkeit auf seinem Pensionpolster gemütlich (Kurt Beck).

Wilhelm Hahne wirft die über Allem schwebende Frage auf:

“Hat es tatsächlich bei diesem Nürburgring-Projekt keine Fälle von Korruption gegeben?”

Denn die wird irgendwie nicht gestellt:

“Gute Arbeit! - Fragt sich nur: Von wem?”

Tags: KurtBeck | WilhelmHahne | Erlebnisgrab


Montag, 22. April 2013

Das traurigste 24h-Rennen ever?

Mittwoch 15.Mai ist eigentlich der Korsomittwoch vom 24h-Rennen.

Den Korso gibt es nicht mehr, das 24h-Rennen vielleicht auch bald nicht mehr.

Denn Mittwoch der 15.Mai ist genau der Tag, an dem Der Nürburgring zum Verkauf ausgeschrieben wird. Das hat der Gläubigerausschuss letzten Freitag einstimmig entschieden.

Jetzt stellt Euch mal vor am Mittwoch vor dem 24h-Rennen sind die Zeitungen voll mit großformatigen Anzeigen:

“Nürburgring mit Nordschleife meistbietend zu verkaufen.”

Also mir würde das 24h-Rennen ganz schön im Hals stecken bleiben. Es wäre das letzte 24h-Rennen so wie wir es kennen und der ADAC hat ja schon gesagt, daß er sich auf Richter/Lindner 2.0 nicht einlassen wird.

Noch ist es nicht soweit, denn noch können die Rennstrecken aus dem Verkaufsprozess ausgegliedert werden. Wenn denn das Land überzeugt wird, daß das eine gute Lösung ist. Denn im Moment steuert die Regierung schnurstracks auf einen Komplettverkauf zu - ohne Wenn und Aber.

Im Klartext wollen sie die Nordschleife zu Geld machen, weil der Beck°Park der totale Katastrophenausfall ist und durch die Nordschleife vielleicht doch noch ein paar Milliönschen reinkommen.

Auf der anderen Seite jedoch haben die Rennstrecken an dem Umbau garnicht teilgenommen - von der Tribüne mal abgesehen, aber die vorher war ja auch ok - d.h. man könnte durchaus argumentieren, daß keine verbotenen Beihilfen in die Rennstrecken an sich geflossen sind. Und diese als Sportstätten weiterhin gemeinnützig und zugänglich für den Sport betrieben werden können, d.h. die Strecken aus dem Verkaufsprozess herausgetrennt werden.

Es liegt jetzt an uns diese Argumentation mit Nachdruck nach Mainz zu tragen, damit man sich von dort aus nach Brüssel aufmacht. Uns bleiben nur noch 23 Tage!

Ein Termin, der eigentlich zufällig entstanden ist, ist der nächste Donnerstag abend in Nürburg. Da kommt nämlich das SWR 4 Radio mit der Sendung Klartext und veranstaltet eine Podiumsdiskussion in der Gemeindehalle.

Bitte macht Euch ALLE auf diese Veranstaltung um 19 Uhr zu besuchen!

Wenn die Straßen verstopft sind und die Halle aus allen Nähten platzt, dann können wir zeigen, daß wir es ernst meinen. Gerade auch an die VLN Teams, die am Donnerstag anrücken: bitte lasst den Ring nicht im Stich - kommt mit Mann und Maus ALLE zur Gemeindehalle. Auch auf die Gefahr hin, daß in Nürburg das mittlere Chaos ausbricht: den SWR Leuten muss die Kinnlade runterfallen.

Und bitte keine Ausreden. Vor allem nicht bei mir. Was hab ich die letzten Jahre für Entbehrungen auf mich genommen, da wird es sich doch einrichten lassen 2 Stunden in Nürburg zu opfern.

Wenn wir das bis 15.Mai nicht hinkriegen und die Nordschleife tatsächlich versteigert wird, dann haben wir alle auf einmal sowieso viel mehr Freizeit, als uns lieb ist.


Donnerstag, 04. April 2013

Ausgerechnet Clemens Hoch ...

… soll sich in Brüssel für den Nürburgring einsetzen:

“Um bei der EU-Kommission auszuloten, was in Sachen öffentlicher Zugang möglich ist und wie dieser am besten gesichert werden kann, fährt nicht die Regierungschefin selbst am 11. April nach Brüssel, sondern Staatskanzlei-Vize Clemens Hoch.”

Das war Kurt Beck’s Mann für’s Grobe im Nürburgring Untersuchungsausschuss und da war man aus SPD Sicht so zufrieden, daß er jetzt bei Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein tolles Pöstchen in der Staatskanzlei bekommen hat.

Damals z.B.:

“(..) ein Scheitern des neuen Geschäftsmodells wird heraufbeschworen, ohne dass man sich um die inzwischen positive Wirtschaftslage am Ring kümmert.”

“(..) dass mit der klaren Trennung von Besitz der Liegenschaften in Landeshand und Betrieb der Einrichtungen durch die private NAG eine gute Grundlage für eine zukunftsorientierte Neuorientierung des Nürburgrings geschaffen worden ist.”

Und heute:

“Er nimmt Vertreter des Vereins ”Ja zum Nürburgring“ um den ADAC-Ehrenpräsidenten Otto Flimm, der Kommunen, des Betriebsrats und der Gewerkschaft Verdi mit, teilt Regierungssprecherin Monika Fuhr auf TV-Anfrage mit.”

Ist das nicht nett? Aber macht Euch nicht zuviele Hoffnung:

“Man darf nicht vergessen, dass es sich um ein Insolvenzverfahren handelt. Dabei müssen rechtlich gesehen sämtliche Vermögenswerte veräußert werden, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen und Arbeitsplätze zu erhalten”, sagt Sprecher Pietro Nuvoloni. Man sei nun gespannt auf das Gesprächsergebnis der Staatskanzlei in Brüssel.

Ich wette, die wissen längst wie das spannende Gesprächsergebnis aussieht und müssen jetzt nur noch dieses lästige Brüssel-Schauspiel hinter sich bringen und so tun, als würde Brüssel den Verkauf der Nordschleife vorschreiben.

“Die Landesregierung bereitet derweil auch schon einen Gesetzentwurf vor, um den öffentlichen Zugang zu regeln. Diese Möglichkeit hatten die Sanierer in Brüssel ausgehandelt und wollen sie in einem Brief an EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia schriftlich fixieren. Dessen Antwort komme dann von oberster Stelle und sei maßgeblich, stellt Pietro Nuvoloni klar.”

Nur falls da jemand dran gezweifelt hat. Pietro Nuoloni ist hier der Klarsteller und wir haben zu kuschen.

Hoffentlich schafft es Otto Flimm am 11.April einen kräftigen Fuß in die Tür zu stellen, sonst fürchte ich ist die Nummer mit der Nordschleife durch: verraten und verkauft.


Sonntag, 17. März 2013

Saisoneröffnung im Randalestadl.

Pressemeldung der Polizei:

"Körperverletzung So., 17.03.13/ 04:30 h Disco Eifelstadl – Nürburgring

Der 18-jährige Geschädigte wurde auf der Tanzfläche von verschiedenen Personen angegangen und ohne Grund geschlagen. Die Angreifer waren ihm nicht bekannt. Der Geschädigte wurde verletzt und mußte sich im Krankenhaus behandeln lassen. Kongrete Täterhinweise liegen z.Z. nicht vor."

Da schließt sich dann der Kreis, denn die Disko ist Volkseigentum, wird aber von der Richter/Lindner NAG betrieben, wie auch der Rest der Kulissenbauten auf A7.

Wie wär’s, die vom Staat bezahlten Polizeibeamten könnten gleich hinter der volkseigenen Theke arbeiten und wären dann schneller zur Stelle, wenn’s mal wieder auf die Zwölf gibt.

Arbeitsbeschaffung im Kurt-Beck-Stil!

Eröffnung im Juli 2009 mit Hans-Joachim Stuck, Kai Ebel (verdeckt), Jürgen Pföhler, (kennichnicht), und Kai Richter.


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Donnerstag, 28. Februar 2013

Nordschleife soll für beck°ruine geopfert werden.

Heute war der Nürburgring in allen Medien, die nämlich brav verbreitet haben, was sich die Insolvenzer mit ihren politischen Einflüsterern ausgedacht haben.

Die entscheidenden Fragen haben die Medien aber höflicherweise nicht gestellt. Man weiß ja, was sich gehört:

  1. Wieso ausgerechnet heute? Antwort: weil morgen die angekündigte außerordentliche Mitgliederversammlung von Ja zum Nürburgring stattfindet.
  2. Wie kann die Nordschleife für den Breitensport erhalten werden? Ganz einfach, indem sie eben nicht den Besitzer wechselt, also Volkseigentum bleibt und damit ihre Nutzung für die Öffentlichkeit weiter gewährleistet ist.
  3. Steigt der Verdienst der Insolvenzverwalter bei höherem Verkaufserlös? Auf diese Frage warte ich schon die ganze Zeit, aber da kann ich lange warten. Die wird nicht gestellt von den Journalisten, die früher mal den Anspruch hatten, die vierte Gewalt im Staate zu sein. Im Umfeld des Nürburgrings verkümmern sie zu Erfüllungsgehilfen der zerstörerischen Kräfte aus Mainz.

Hier mal ein Überblick der gleichgeschalteten Nachbeter:

Trierischer Volksfreund: Verkauf des Nürburgrings beginnt im März und Nürburgring-Käufer muss viel Eigenkapital besitzen.

Presseagentur dadp: Nürburgring soll spätestens im nächsten Jahr verkauft werden.

Presseagentur dpa: Interessenten für Nürburgring - Kein reicher Scheich dabei.

Rhein-Zeitung: Sanierer: Nürburgring geht nur an solide Interessenten - Rennstrecke wird kein Privatvergnügen.

Allgemeine Zeitung: Käufer gesucht - Bis zu internationale 50 Interessenten.

SWR: Eifel-Rennstrecke meistbietend abzugeben

Ich war überrascht, wie heute meine Google Reader Alerts aus so vielen Quellen im Grunde die gleiche Nachricht verbreiten:

  • Verkauf quasi alternativlos, weil sonst Schließung
  • Verkauf wird nicht in Frage gestellt
  • Die Volkseigentum-Verkaufs-Vorbereiter werden als “Sanierer” oder “Experten” in positives Licht gerückt
  • Nordschleife kommt als Thema überhaupt nicht vor
  • Die EU hängt als böse Bedrohung über allem und zwingt zu diesem Handeln (wird auch nicht hinterfragt!)

Und wie bekommt man so einen präzisen Gleichschritt hin?

Ganz einfach: man lädt gezielt zu einem Pressegespräch nach Mainz (nach Mainz!), lullt die Teilnehmer ein, indem man ihnen ihre dadurch erreichte Exklusivität in den Kopf steigen lässt, und hat dann sogar leichtes Spiel, sie zu einer Sperrfrist zu verpflichten.

Der große Aufschlag, der dann völlig unerwartet über die Bevölkerung prasselt, wird aufgrund der breiten Einigkeit nicht hinterfragt und schon sind die Fakten geschaffen. Aus dem Nichts! Anders kann ich mir den heutigen Tag nicht erklären.

Präzise ge-timed auf den Vortag der Otto Flimm Einladung.

Genauso macht es Angela Merkel übrigens auch mit ihren elitären Gesprächsrunden, wo in kuscheliger Athmosphäre Meinungsmacher gezielt auf den geplanten Kurs eingeschworen werden.

Nicht nur, daß man sich davon nicht reinlegen lassen darf - hier wird vor unseren Augen die Nordschleife zu Tode gefoltert, um den Super-GAU der größenwahnsinnigen beck°ruine zu verschleiern. Damit eben dieser seinen fetten Hals aus der Schlinge ziehen kann, scheint jedes Mittel recht.

Galt 2007, gilt 2013: Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.


Dienstag, 19. Februar 2013

Langsam bin ich es leid Recht zu behalten.

Kann Kurt Beck nicht einmal Rückgrat zeigen? Kann er nicht. Heute als Zeuge vor Gericht: viel geredet, nichts gesagt. Nur die üblichen Worthülsen, alles super, hinterher ist man immer schlauer und wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht. Bla, bla, bla.

Und wie erwartet: er könne sich ja nicht um alle Details kümmern (Resortverantwortlichkeit, siehe gestern) und es gibt ja auch noch diese … wie heißt es doch gleich? … Erinnerungslücken - das war’s!

Der einzige Lichtblick an diesem traurigen Tag war, daß es Florian Zerfaß geschafft hat den Prozesstag zu besuchen, um gewohnt treffsicher das elende Schauspiel in Worte zu kleiden:

Viel reden, bloß nicht viel sagen (Wirtschaftswoche)

Kurt Beck sagte vor dem Koblenzer Landgericht als Zeuge im Nürburgring-Prozess aus – und mit einer Doppelstrategie zwischen Ahnungslosigkeit und Ausweichen doch fast nichts.

Die Beck°Seuche werden wir und der Ring so schnell nicht los. Und das mit dem Nordschleife-Verkaufen pflanzen die als Sanierer getarnten Bestatter immer tiefer in die Köpfe der Bevölkerung.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Montag, 28. Januar 2013

Eigentlich für Euch uninteressant, ...

... weil ich weiß, daß sich unter den Mike’s Blog Lesern relativ wenig Ringkartenbenutzer befinden.

Das ist das verhasste Stück Plastik, daß uns aufgezwungen werden sollte. Für jede Pommes und jede Cola, die wir am Ring kaufen wollten. Die mit den Grünen Männchen, die affig verkleidet aufdringlich die Leute zugetextet haben.

Die CST hat nicht nur den Landesrechnungshof intensiv beschäftigt, sie hat auch eine eindrucksvolle Summe an Schulden angehäuft in ihrer kurzen Daseinsgeschichte. Wie eigentlich so alles, was die Düsseldorfer Pinguine der Rennstrecke an’s Bein gebunden haben. (Ihr persönliches Vermögen natürlich ausgenommen.) Und obwohl schon vor zwei Jahre deutliche Worte gefunden wurden, passiert ist nichts.

Dafür ist am Ring mal wieder großes Geschäftsführer Stühlerücken und - Überraschung - NAG-Leuten wird von der Insolvenzverwaltung der Teppich ausgerollt. Wilhelm Hahne hat da ein paar Details. Konkret geht es um den Ex-Hockenheimer und NAG-ler Dr. Karl-Josef Schmidt und seinen Kollegen Jörg Günter Steffan. Von Gerd Weisel, den der Kurt Beck in die Eifel zum Aufräumen geschickt hat, ist keine Rede mehr. Der Mann war zum 21.4.2011 im Handelregister als GF Nürburgring GmbH eingetragen worden.

Angeblich haben sich an Guthaben auf den Plastikkarten 1.003.000,00 Euro versammelt. Bei einer Firma, die überschuldet ist. Uups.

Falls Ihr also jemanden kennt, der mit so einer Ringkarte rumhantiert hat: der zeitnahe Umtausch zurück in Bargeld wäre sicher nicht der schlechteste Vorschlag.


Mittwoch, 16. Januar 2013

Beck ist weg. Amtlich.

Der Leidensweg vieler Motorsportler im Schnelldurchlauf:

16.01.2013 Kurt Beck tritt zurück
20.07.2012 Nürburgring meldet Insolvenz an
10.12.2009 Walter Kafitz wird fristlos entlassen
09.07.2009 Kurt Beck eröffnet Freizeitpark
07.07.2009 Ingolf Deubel tritt zurück
19.11.2007 Freizeitpark wird beschlossen
26.10.1994 Kurt Beck wird Ministerpräsident RLP
01.04.1994 Walter Kafitz Nürburgring Geschäftsführer

UPDATE:
Ausgerechnet 1927 ist die Nummer für diesen Blogeintrag. Das ist doch kein Zufall.


Montag, 14. Januar 2013

Kurt Beck bewirbt sich um den Vorsitz der Pippi Langstrumpf Stiftung.

Und zwar hiermit:

"Die Nürburgring-Geschichte wird in der Gesamtbedeutung maßlos überbewertet.

Widde widde wie sie mir gefällt … hat er ja Erfahrung mit.


Montag, 07. Januar 2013

Definition von -Talk-.

Habe gerade gelernt, daß es Talk und Talk gibt:

Heute war wohl Kurt Beck im Talk der Allgemeinen Zeitung in Mainz. Und über Twitter wurde da vorher schon fleissig getrommelt.

Weil ich sowieso am Rechner saß, wollte ich mal reinhören, hab aber keinen Link gefunden.

Also gefragt. Antwort: “Das ist ein Talk-Format der Allgemeinen Zeitung, wir berichten nachher online und ausführlich dann in print.”

Also

  • interviewen
  • jemand twittert das (über 20 Tweets!)
  • und später steht es dann ausführlich in der Zeitung.

Ich kann garnicht so kräftig den Kopf schütteln wie es mir zumute ist.

Zufällig auch heute neue Folge Digitales Quartett, Talk Gast: Sascha Lobo. Geht um digitalen 2013er Ausblick.

Da brauch man nicht lange suchen, Google Hangout im Youtube Kanal, Twitter Hashtag zum Fragen stellen während der Sendung und ab geht’s.

Kann man sich live oder später angucken:

Ich frag mich, was die Zeitung da so gewaltsam versucht aufzuhalten. Schaffen sie eh nicht.


Samstag, 29. Dezember 2012

Wusstet Ihr, daß die SPD Miteigentümer von RPR1 ist?

War mir auch neu, 9% von RPR1 gehören quasi der SPD. Finde das sehr bedenklich, daß eine Partei bei einem privaten Radiosender mitmischt. Der Einfluss der Politik bei den Öffentlich-Rechtlichen kommt ja noch dazu.

Auf jeden Fall erklärt es das Kurt-Beck-Danke-Buch.

Obwohl - so, wie das im Moment aussieht, würde das ziemlich dünn, eher ein Heft. Bei einem sind sich aber alle (also im Sinne von alle ohne SPD Jünger) einig:

Danke, daß er geht.

Wird es eigentlich wieder Kurt-Beck-Hände zur Neujahrsansprache geben?

Das nimmt er doch sicher noch mit. Geht inzwischen auch besser als früher, haben fast alle Breitbild.


Samstag, 22. Dezember 2012

Wie wenig Infrastruktur ...

… in der Kurt-Beck-Arena vorinstalliert ist, kann man in diesem Zeitraffer Video gut erkennen. Da müssen Licht und Sitze rangeschafft werden, sonst geht da nix.

Aber für sowas wirkt man ja in der ZDF Chefetage, die Rechnung war sicher nicht ohne.


Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Freitag, 21. Dezember 2012

Wer sich schon immer mal bei Kurt Beck bedanken wollte, ...

RPR 1 macht auf Facebook ein großes Kurt Beck Danke-Buch.

Wäre doch schade, wenn wir ihn so ganz ohne Abschied gehen lassen!


Dienstag, 04. Dezember 2012

Haussenderbesuch.

Kurt Beck war im ZDF, aber nicht in seiner Funktion als Chef, sondern als Gast.

Naja, wahrscheinlich sind die Grenzen fließend und er sieht sich eher als Gastgeber.

Auf Twitter gab es einiges an Resonanz, die einzige Gute kam aber von seiner eigenen Staatskanzlei. Naja, sagen wir: neutrale.

Die anderen alle so, so, so, so und so. Und das sind nur Beispiele.

Womit das Märchen von dem ach so beliebten Beck auch ausgeräumt wäre. Zumindest in Twitterland.


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Sonntag, 11. November 2012

NAG oder Nicht-NAG?

Während die Insolvenzverwalter schon durchblicken ließen, daß die Tage der NAG gezählt sind, macht die mal gepflegt die Lavagrube wieder auf. Oder wie es im NAG-Speak heißt: Destination Offroad-Park. Es gibt auch eine Pressemeldung dazu und dieses hochpeinliche Presse-Bild. Das ist nicht nur grottenschlecht, auch das Gelände ist zum Fremdschämen. Das macht ja jeder halbwegs selbstbewusste Defender noch vor’m Kaffee. Der Bildname heißt 03-Offroadpark-Gelaende-Copyright-Nuerburgring-Automotive-GmbH.jpg - als würde da jemals jemand auf die Idee kommen das irgendwo freiwillig zu zeigen. Hab dann mal in die Exif geschaut und es ist diese Kamera bei rausgekommen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die NAG Presse so am Boden liegt.

Den “Park” an sich, also die Grube, kann man nur wieder als verpasste Chance ansehen. Das kommt dabei raus, wenn sich Leute mit Ledersöhlchen und Manschettenknöpfen auch mal schmutzig machen wollen. Da gibt’s dann Module, wie z.B. “Loses Geröll”.

Und das ausgerechnet in der Eifel. :/

Ich weiß zwar nicht warum die das schreiben, aber es wird gestrunzt mit

“Dauer des Umbaus: ca. 12 Monate”

Vielleicht ist es aber auch nur eine Finte, um die Abfindung höher zu schrauben. Das würde das Popel Presse-Foto und die hektisch zusammengenagelte Webseite erklären: “Termine folgen in Kürze.”

Eine Sache ist allerdings beim “Offroad Park” richtig abenteuerlich: nämlich die Art und Weise, wie wir Steuerzahler seinerzeit das Gelände der “Camp4Fun” abgekauft haben. Das hatte der Rechnungshof mal detailliert aufgezeichnet.

Oder als im Juli 2007 ein mit 20 (!) Personen besetzter LKW umgekippt ist. Wilhelm Hahne hatte sich auch damit beschäftigt.

Der NAG ist aber auch was umgekippt letzte Woche: ihre Behauptung sie habe keine martkbeherschende Stellung. Das ist vom OLG Koblenz am Donnerstag gekippt worden, das Gericht spricht ausdrücklich von einer Sonderstellung der Nordschleife Touristenfahrten - kurzum: Monopolstellung.

Den Prozess hat Ron Simons geführt und nun Anspruch auf Schadensersatz.

Im Vorfeld hatten Ron und ich uns viele Mühe gegeben, dem Landeskartellamt einen Einblick in die Besonderheiten am Nürburgring zu vermitteln. Seitdem hab ich aus der Ecke nichts mehr gehört. Obwohl die doch dem Wirtschaftsministerium - also Eveline Lemke - zugehörig sind. Oder muß es heißen weil?

Ratet mal, von wem dieser Text stammt:

“20 alteingesessene Hoteliers und Gastronomen aus der Eifel hatten im November 2009 einen Hilferuf an das Landeskartellamt geschickt. Durch Kopplungsverträge zwischen Rennstreckennutzung und Auslastung der Gastronomiebetriebe Grüne Hölle und Lindner sahen sie sich einem unlauteren Verdränungswettbewerb ausgesetzt. U. a. auch deshalb, weil das Vier-Sterne-Hotel am Ring Zimmerpreise für 33 Euro bot und damit einen ruinösen Preiskampf einläutete. Die Kartellbehörde hat die Vorwürfe laut Wirtschaftsministerium umfassed geprüft, insbesondere die Frage, ob gegen das Behinderungs- und Missbrauchsverbot verstoßen wurde, hat jedoch keine Verdachtsmomente entdeckt.”

“Die Adenauer reagieren derweil mit einem Auftrag an eine Rechtsanwaltskanzlei in Koblenz, die für sie juristische Schritte prüfen soll. Hierfür ist wichtig zu wissen, dass Landeskartellamt und Wirtschaftministerium (Hausherr ist Minister Hering, der jetzt federführend den Nürburgring betreut) in einem Hause sitzen. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären. Dass das Land nicht gegen sich selbst vorgehen würde, scheint jedem klar, zeigt aber hier einen ”Mangel“ im System. Ich bin auf die Auskunft der Rechtsanwälte sehr gespannt, denn im Zweifel müsste die Politik (also auch wir GRÜNE) eine Lösung für diesen ”Mangel“ ausarbeiten. Das bedeutet Arbeit, die ich für die Menschen gerne mache!”

Das war Eveline Lemke am 10.Februar 2010. Die im März 2011 jenen Hendrik Hering im Amt beerbt hat. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären?

Und ich Naivling hab diesen Worten tatsächlich geglaubt. Doch das Versprechen des “korrigieren” ist durch eine Realität des “arrangieren” ersetzt worden.

Trotz aller Frustrationen muß man aber auch nüchtern mal die kleinen Erfolge verbuchen: Kurt Beck ist so gut wie vom Tisch, auch wenn die komme-was-wolle-zusammenschweissten Genossen ihm jetzt alle die speckige Schulter klopfen. Und in Koblenz haben wir schon 8 Verhandlungstage erlebt zu einem Prozess, den die jetzt Angeklagten (und auch ich) vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Ausbaufähig.


Freitag, 09. November 2012

Wide wide wie sie mir gefällt.

Kaum macht die Rhein-Zeitung ein grosses Interview, da ist Kurt Beck auch schon wieder auf dem Pippilangstrumpftripp.

Wisst Ihr wer jetzt schuld ist am Nürburgring-Untergang? Die Weltwirtschaftskrise!! Der Mensch ist selbst auf seine letzten Tage noch so krass drauf, da bin ich echt froh keine Haare zu haben. Weil die würd ich mir sonst unweigerlich ausraufen.

“Es gab die Fehleinschätzung, den Freizeitpark maßgeblich privat zu finanzieren. Dass das nicht gelungen ist, dazu hat aber auch die damalige Weltwirtschaftskrise beigetragen.”

Dann kommt wieder die Ernst & Young Ausrede, das waren die, die in ihrem Auftragsgutachten alles passend gerechnet haben. Das bringt er die letzten Monate immer:

“Die Dimensionen sind, auch wenn wir uns hier auf ein Gutachten gestützt haben, unbestritten zu groß geraten.”

Kein Wort über RichterLindner (was haben die gegen den eigentlich in der Hand?), dafür wieder aber die pösen pösen Betrüger:

“Schließlich wurde nicht gesehen, dass man mit den damaligen Geschäftspartnern bei der Finanzierung danebengegriffen hat.”

Und dann noch diese Formulierung:

“Ich halte mir vor, dass ich die Reißleine zu spät gezogen habe.”

die suggerieren soll, als habe er jemals diese tolle Leine gezogen. Aber genau das HAT ER BIS HEUTE NICHT! Im Gegenteil, immer wieder verschleiern, vertuschen, täuschen und tricksen, bis der Karren komplett vor die Wand geknallt ist mit der Insolvenz.

Dann kommt aber noch ein kleiner Seitenhieb Richtung (Ex-?) Freund Ingolf Deubel:

“Als dieser Nachweisbetrag zum zweiten Mal in die Schweiz überwiesen wurde, hätte man Nein sagen müssen. Zugleich bin ich fest überzeugt, dass der damalige Finanzminister Ingolf Deubel mir oder dem Kabinett in keiner Weise oder aus irgendwelchen egoistischen Motiven etwas gesagt hat, was er zu diesem Zeitpunkt nicht selbst so eingeschätzt hat.”

Wenn man genau hinhört, dieses “egoistische Motive” wird zum ersten Mal verwendet und da wird wohl schon die Argumentationslinie aufgebaut, daß Ingolf Deubel der einzige Sündenbock bleibt. Der ist ja auch schon zurückgetreten und ein weiteres Opfer darf es (politisch gewollt?) nicht geben. Die haben anscheinend echt vor den komplett aus dem Fenster zu hängen und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Judoschwarzgurt das mit sich machen lässt.

Seine Nachfolgerin - die wie Beck auch vor Gericht als Zeugin aussagen soll - ist auch schon eingeschworen:

“Ich sehe meine Verantwortung als Kabinettsmitglied. Und das betone ich jetzt auch noch einmal. Aber ich sage auch: In der Landesverfassung ist die Ressortzuständigkeit festgelegt. Ingolf Deubel hat im Kabinett mündlich berichtet. Und es gab keinen Anlass zu glauben, dass er die Steuerung dieses Projektes nicht mehr in der Hand hat.”

Also da hätte ja NIEMAND mit rechnen können, daß der Ingolf Deubel das etwa nicht im Griff habe. Oder sollte er tatsächlich aus egoistischen … NEIN - undenkbar!

Da trifft es sich gut, daß dieser 500+ Millionenbeschluss offensichtlich nur mündlich besprochen wurde. Dieser lästige Papierkram auch immer.

Ressortzuständigkeit! Also bei Ingolf Deubel das Freizeitparkministerium? Nicht ganz, dafür aber Aufsichtsratsvorsitzender Nürburgring GmbH, ISB Grußwörtler und Finanzminister in Personalunion. Was soll da schon schief gehen!?

Eine Sache stimmt mich aber optimistisch: Frau Dreyer spricht explizit über traditionsreiche Rennstrecke. Nur im Zusammenhang versucht auch sie zu suggerieren, was leider nie der Fall war: “Es ging immer darum, diese traditionsreiche Rennstrecke zu erhalten und etwas für die Region zu tun.

Mit etwas Feintuning passt es. Einfach zu erhalten mit auszusaugen ersetzen und die Region mit private Bankkonten - schon sind wir uns wieder einig.


Samstag, 03. November 2012

Was passiert, wenn die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Der Brief ohne Antwort an Kurt Beck vom 15.März 2007.

Wörtlich:

“Was geschieht jedoch, wenn das Projekt als ganzes scheitert und die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Die Folgen für die gesamte Eifel wären unabsehbar.”

So wurde es als offener Brief am 15.März 2007 aus Nürburg an Kurt Beck geschickt. Ganze 8 Monate bevor am 19.November 2007 der Bau der Erlebnisregion durch den Nürburgring Aufsichtsrat beschlossen wurde (Deubel, Pföhler, Härtel, Kühl).

Heute - 5,5 Jahre später - ist der Konkurs amtlich, aber im Gegensatz zur Rennstrecke und der Eifelregion sind die Folgen für die Verantwortlichen - allen voran Kurt Beck - übersichtlich.


Freitag, 02. November 2012

Freizeitpark? Welcher Freizeitpark?

In dieser dpa Meldung von heute wegen der amtlichen Pleite ist nur noch die Rede von

  • Nürburgring
  • Formel–1-Strecke
  • Rennstrecke

Keine Spur von beck°werk und Größenwahn.

Naja, q.e.d. - obwohl es mir andersrum auch lieber gewesen wäre.


Amtlich pleite.

Kam gerade in der Zeitung:

“Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Nürburgring ist jetzt auch offiziell eröffnet.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Wir natürlich, die Schlechtredner, ewig Gestrigen und Kritiker. Wie war das noch? Das Geschrei in der Region muss aufhören.

Wenn sich nichts mehr dreht, dann wird’s ruhig.

Daher an dieser Stelle nochmal mein allerherzlichster Dank an all die Buckler und Mitläufer, die sich für

[ ] ein paar Euro
[ ] VIP Karten
[ ] Schnittchen
—————–
(zutreffendes bittes ankreuzen)

kaufen lassen.

Wo sind sie auf einmal alle? Manche poppen im gegenüberliegenden Lager schon wieder hoch, sogar wenn sie gleichzeitig bei der NAG noch als Empfänger geführt werden. (Hier auch gleichzeitig, gleichzeitig.)

Gerade eine Motorsport-Legende wie Hans-Joachim Stuck hätte das Zeug gehabt zu warnen, denn auf ihn hört man. Stattdessen weiht er das Eifeldorf ein, wird selbst bei VLN 10 noch als VIP zum Essen gereicht und huldigt bei der Formel 1 Übertragung Lindner und Richter als tüchtige Unternehmer. Die NAG auf dem 24h-Lambo fügt sich in’s Bild.

Daß man die Entwicklung nicht schon lange vorher wusste, kann mir keiner erzählen. Da braucht man nur mal in diesem alten Thread von 2007 zu lesen: Insolvenz mit Ansage. Seit mehr als 5 Jahren spielen wir jetzt schon Don Quijote. Merkwürdig, wenn wir popeligen Ringfans den Durchblick haben, aber andere fleissig weghören und uns gleichzeitig mit Propagandagetöse aus allen Agenturrohen übertönen. Und falls das nicht reicht, wofür gibt’s denn einstweilige Verfügungen?

Kurt Beck am 31.7.2012: “Das haben wir uns nicht ausgedacht, das waren Prognosen renommierter Wirtschaftsprüfer.”

(Klick auf’s Bild, Link.)


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die ersten zwei Wochen ring°prozess ...

… sind zu Ende und immer noch sitzt keiner im Gefängnis! Naja, man wird ja noch träumen dürfen ;)

Ich bin mir allerdings sicher, daß keiner der 6 Angeklagten damit gerechnet hat, daß sie mal auf der Anklagebank landen. Ist doch auch schon was. Knapp 5 Jahre nach dem Spatenstich.

Insgesamt gab es jetzt 6 Verhandlungstage, jeweils Di/Mi/Do in den letzten 2 Wochen. Ingolf Deubel hat alleine für seinen “Vortrag” 10 Stunden gebraucht, über mehrere Tage verteilt.

Der Controller der Nürburgring GmbH - Michael Nuß - oder wie Ingolf Deubel das nennt “aus der Nuß-Ecke” - wirkt bedauerlicherweise jetzt schon aufgebraucht. Mit den Nerven am Ende nennt es die RZ, Judo-Schwarzgurt Deubel geht rein optisch erstmal als der stolze Sieger von der Matte.

Siehe auch Volksfreund bzw. hier auch, SWR, und Allgemeine Zeitung.

Andrea Thelen von der Blauen Ecke hat auch mal die Gelegenheit genutzt die öffentliche Gerichtsverhandlung zu besuchen. Kann man nur empfehlen sich das anzusehen, nächster Verhandlungstermin in Koblenz ist am Dienstag. Laut SWR sollen dann die Beamten des Landeskriminalamt aussagen. Die hätten seinerzeit u.a. auch ausgerechnet vor Urs Barandun gemahnt. Von dem Deubel jetzt meint, er habe ihn mit krimineller Energie betrogen.

Nee iss klar.

Und Kurt Beck? Der meint unterdessen er werde trotz Rücktritt auch weiterhin politisch arbeiten - das kann man dann durchaus als ernstzunehmende Drohung ansehen.

Eine gute Gelegenheit auch noch einmal beim Wilhelm Hahne vorbeizuschauen, der aktuell das Thema anschneidet, Ingolf Deubel habe nie in die Geschäftsführungsaufgaben eingegriffen. Muss man wahrscheinlich im Gesamtzusammenhang sehen, des Deubels neuestes Lieblingswort.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Übrig Ns vom Dienstag.
Donnerstag, 18. Oktober 2012

Kurt Beck visiert mit Smaul die Schlager-Hitparaden an.

Nachdem der Ministerpräsident uns mit dem tollen Eifelstadl beglückt hat, liefert er jetzt auch die passende Musik dazu. Da wird der umjubelte Ringfreund Jimmi aber platzen vor Neid.


Dienstag, 16. Oktober 2012

1.Verhandlungstag ring°prozess (Video).

Heute bin ich wie geplant nach Koblenz gefahren, um mir das Spektakel mal persönlich anzuschauen. Ich hatte ein bisschen befürchtet, daß es ein Reinfall wird, aber das war dann doch nicht so: alle Angeklagten sind mit ihren RAs aufgelaufen, dazu noch etwa 20 Medienleute und nochmal 20 Bürger und Beobachter.

Erst wurde ein Antrag gestellt, die Anklage NICHT vorzulesen, aber der wurde zum Glück abgewiesen. Die Staatsanwaltschaft brauchte 45 Minuten, bis sie mit den 10 Punkten durch war.

Überraschung dann durch den RA von Herrn Metternich, der will mit einem neuen Beweisantrag das komplette Kabinett von damals vorladen als Zeuge, inklusive K.Beck und M.L.Dreyer.

Hab auch Bewegtbilder mit dem Telefon eingefangen:

http://youtu.be/x7nTnEOFheQ


Samstag, 13. Oktober 2012

WiWo mit Vertuschungsdetails.

Nachdem im Sommer 2010 klar war, daß nochmal 50 bis 80 Millionen in das Beck°Grab gepumpt werden müssten, hat man laut WiWo im Wirtschaftsministerium großzügig den Radiergummi eingesetzt. Auf dem Weg bis zum Aufsichtsrat seien die Zahlen verschwunden und pauschal durch “Anlaufverluste” ersetzt worden.

Er wird auch die Frage gestellt, ob Alexander Schweitzer die Finger im Spiel gehabt hat. Er war Staatssekretär für Minister Hendrik Hering (Wirtschaftsministerium, Vorgänger von Eveline Lemke) und ISB Aufsrichtsrat in Personalunion.

Leider kann der sich nicht mehr erinnern.

Das ist auch so ein Phänomen: je größer die Zahlen, desto schlechter das Gedächtnis. Muß eine Politikerqualifikation sein.


Montag, 08. Oktober 2012

188 Seiten Anklageschrift.

So dick starten die durch nächsten Dienstag in Koblenz beim ring°prozess, die Rhein-Zeitung bereitet schonmal gedanklich vor.

Sowohl Kai Richter als auch Kurt Beck möchten man als Zeugen sehen. Die Ermittlungen gegen Kai Richter laufen noch - gegen Kurt Beck wird leider (noch?) nicht ermittelt.


Donnerstag, 04. Oktober 2012

Kurt Beck stürmt die Charts - Bürgerbeteiligung Theorie und Praxis.

Kurt Beck war ja letzten Freitag in allen Medien vertreten, weil er sich endlich durchgerungen hat abzutreten.

Das hat ihm wohl so gut gefallen, daß er es heute schon wieder in die Trending-Charts geschafft hat.

Wie er das gemacht hat? Salopp gesagt hat er - ausgerechnet als Experte für Bürgerbeteiligung - einem für seinen Geschmack zu frechen Bürger gesagt, er solle “einfach das Maul halten”.

Der Bürger meinte dann noch, er sei schließlich nur ehrlich und überhaupt, gut daß er (also der Beck) endlich zurückgetreten sei.

Bei sowas sind sie natürlich alle zur Stelle, die Spiegels, Sterns und Bilds in diesem Lande.

Aber wenn Hunderte Mio Steuergeld zusammen mit einer Traditionssportstätte vor aller Augen mit Ansage in die Tonne gekloppt werden, dann sucht man sie vergeblich.

Was mich am meisten wundert bei diesen Ausschnitt aus dem SWR Fernsehen: daß die das gesendet haben. Da haben wir beide nicht mit gerechnet, also weder ich noch der Kurt Beck. Sonst hätte er nicht so herrschaftlich die Fernsehleute dirigiert (“Können wir nochmal?”). Da sehe ich einen kleinen Funken Hoffnung, daß sich das Öffentlich-Rechtliche mit Sitz in Mainz aus dem Würgegriff der Regierung befreien möchte. Zu spät für den Ring, aber immerhin. Meinen Segen haben sie. Und meinen Respekt für den kleinen Sendebeitrag auch.

Das Video vom SWR kann man sich hier anschauen.

Noch ein paar Beckposen, der Mann hat Begabung.

Also jetzt reicht’s aber:

Kurz vor der Explosion:

Wieder auf Sendung, das fromme Schaf vom Lande:

UPDATE:

Beck’s Sprecherin verteidigt den Anschnauzer heute (Freitag):

“Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen.”

Tja, wir Bürger anscheinend schon.


Samstag, 29. September 2012

Das Beck´sche Paralleluniversum ...

… noch einmal zusammengefasst in der WiWo:

Beck führt eine an Unfähigkeit kaum zu übertreffende Regierung, die sich auf der Suche nach privaten Investoren für die Rennstrecke von zwielichtigen Hasardeuren ausplündern und abzocken lässt. (..)

Becks Regierung verliert in der Zeit der Alleinregierung die Bodenhaftung. Ohne das Korrektiv eines Koalitionspartners werfen die Genossen mehrfach Anstand und Verstand über Bord, begreifen den Staat zunehmend als ihr Eigentum, Recht und Gesetz dagegen als lästige Hindernisse beim Gestalten und Wohltaten verteilen. (..)

Kritiker bleiben auf der Strecke, treue SPDler kommen nach oben. So entwickelt sich die Mainzer Ministerialbürokratie zu einem geschlossenen Mikrokosmos, der zugleich ein Paralleluniversum ist und immer weiter von der Realität wegdriftet. (..)


Freitag, 28. September 2012

Der Kurt Beck Rücktritt ...

… bzw. die Ankündigung seiner Ankündigung flutet grade die Timelines.

Auch wenn das die Probleme nicht löst, so würde es doch eine der Ursachen an der Wurzel packen. Was hat der Mann und seine Kumpanen dem Ring angetan - das lässt sich leider nicht ungeschehen machen. Ob es mit dem Ring-Prozess zusammenhängt, der in 2 Wochen startet? Oder dem SPD Parteitag im November?

Den Bremspunkt hat der (Ex-?) Ministerpräsident auf jeden Fall kilometerweit verpasst, er paddelt nur noch hilflos im Kiesbett rum.

Für einen richtigen Neuanfang fehlt noch der Mit-Abgang der NAG. Daß sie ihm brav hinterhertrotten können sieht man ja auf dem Bild.

Aber lassen wir uns von solchen Details heute mal nicht den Tag versauen, man muß die Feste feiern wie sie fallen! Ob sich am Ring und in RLP spontane Rücktrittsparties organisieren?


Dienstag, 11. September 2012

Die sprichwörtlichen Baurisiken des Herrn Beck ...

… werden sogar schon in Anzeigen aufgegriffen, z.B. im Spiegel.


Samstag, 01. September 2012

Bestmögliche Verwertung des Nürburgrings.

An den Gedanken, daß die Nordschleife verkauft wird, kann ich mich wahrscheinlich auch 10 Jahre nachdem es passiert ist nicht gewöhnen.

Was wäre das für ein Aufschrei, wenn der Kölner Dom verkauft würde?

Leider ist die Nordschleife nur für Wenige ein Denkmal und die verteilen sich eher um die ganze Welt, als auf Rheinland-Pfalz. Achtet mal auf die Artikel der letzten Zeit, ob da die Wörter Nordschleife, Kulturerbe, Denkmal oder Sportstätte vorkommen.

In diesem Artikel aus der RZ heute kommt immerhin Nordschleife einmal vor, und dann nur noch so:

künftiger Käufer / etwaige Investoren / Unternehmen, das übernimmt / der neue Besitzer / Kaufpreis / Investor / der Käufer / Kaufpreis / künftiger Eigentümer / private Investoren / bestmögliche Verwertung des Nürburgrings / Nürburgring wird abgegeben / Großinvestor / Wert des Nürburgrings / Finanzinvestor /strategischer Investor

Das ist so bitter.

Dabei gibt es auf der Welt nicht Vergleichbares, das in seiner ursprünglichen Form noch so erhalten ist und aktiv als Sportstätte genutzt wird.

Nur leider wird das Denkmal der Nordschleife in der öffentlichen Wahrnehmung komplett in den Schatten gestellt von Beck’s Betonbauten.

Deren Insolvenz auch die Nordschleife mitgerissen hat. Soviele Firmen und GmbHs sind unter den 15 Jahren Walter Kafitz Verwaltung gegründet worden - nur als es wirklich mal gezählt hat bei der Erlebnisregion, da hat man die schwere Schuld der historischen Nürburgring GmbH umgehangen.

Obwohl auf der Nordschleife quasi die komplette Entwicklung des Automobils stattgefunden hat, wird sie nicht als schützenswertes Kulturgut sondern maximal als Asset angesehen.

Was für ein Frevel.


Freitag, 31. August 2012

100%iges Vertrauen in Kurt Beck.

Gestern wurde zum Misstrauensantrag gegen Kurt Beck abgestimmt, so sieht das aus wenn sich jemand vor der Abstimmung bemüht möglichst entspannt zu wirken:

Ergebnis:

41 ja (= CDU Fraktion) 59 nein (= SPD Fraktion + Grüne Fraktion (eine Grüne konnte gestern nicht kommen))

Ich hab ja schon geschrieben, was ich davon halte.

Kurt Beck hat übrigens persönlich für sich selber gestimmt, der hatte noch nichtmal das letzte Fünkchen Stil sich zu enthalten:

Bei Daniel Köbler bin ich mir nicht sicher, ob er die Abstimmung verstanden hat, denn er hat das hinterher so kommentiert:

“Es gab bei uns keinen Fraktionszwang, alle Abgeordnete haben aus freien Stücken heute für die Koalition gestimmt.”

Ebenfalls Grüner ist Nils Wiechmann, deren Parlamentarischer Geschäftsführer und meint:

“Komplizen, degeneriert, Lemminge, Kaderpartei – das sind einige der Ausdrücke, mit denen uns Klöckner in den letzten Tagen bedacht hat. Den politischen Mitbewerber als kriminell, krank und in einem Kontext mit mörderischen Systemen stehend zu bezeichnen, ist ein Unding.”

Keine Ahnung, was zwischen diesen beiden Sätzen passiert ist, aber sie sind so direkt hintereinandergeschrieben. Ich möchte da meinen Mangel an Allgemeinbildung nicht ausschließen und bemühe mal Wikipedia.

  • Komplize: Komplize beschreibt (häufig abwertend) jemanden, der an einer Straftat beteiligt ist. Synonyme sind Mittäter, Helfershelfer, Gehilfe, Mitschuldiger, “Spießgeselle”. Die ursprüngliche Wortbedeutung besteht aus der lateinischen Vorsilbe com „zusammen mit“ und aus plectere „flechten“, „ineinanderfügen“. Also ist der Täter mit seinem Komplizen sozusagen „zusammengeflochten“.

Kann man so stehen lassen, nicht nur hat KB 1/2 Milliarde Steuergeld neu verteilt, sondern auch ein kulturelles Denkmal geschändigt. Nach unserer Rechtssprechung leider keine Straftaten im juristischen Sinne, aber im normalen Menschenempfinden bei mir und vielen anderen Leuten auch. Rein juristisch dauert die Aufarbeitung etwas länger, aber sein Kumpel Ingolf muss sich schon bei 2 Anklagen verantworten (1, 2).

  • degeneriert: ein medizinischer Begriff, beschreibt “Rückbildung und den Verfall vorwiegend ganzer Gewebe oder Organe”. Da muss man der Wahrheit schon ehrlich in’s Gesicht schauen, die Grünen sind in Rekordtempo eine SPD-Abteilung geworden.

  • Lemminge: so ungefähr.

  • Kaderpartei: Kaderpartei bezeichnet (..) einen bestimmten Parteityp in autoritären (..) Regimes.

Spot on.

Zu den vielen Reaktion gesellt sich auch ein Küsschen:

… alles vom SWR übersichtlich zusammengefasst.

Und obwohl es die ganze Zeit um den Nürburgring geht, von dem schützenswerten Denkmal Nordschleife redet keiner. Die sind alle zusehr mit sich selbst beschäftigt.


Mittwoch, 29. August 2012

Pleite Politiker statt Copy-Paste-Sanierer.

Daß der Flughafen Hahn ähnlich dem Nürburgring behandelt wurde und gleichermaßen ISB, Liquiditätspool und EU Kommission beschäftigt, hatte ich ja kürzlich.

Jetzt droht auch dort der Insolvenzverwalter zu übernehmen.

SpOn titelt treffend: Beck, der Bruchpilot.


Dienstag, 28. August 2012

Debatte zum Misstrauensvotum Kurt Beck - SWR TV Beitrag.

Gute Sendung heute abend im SWR (15 Min.), die die Sondersitzung heute zum Kurt Beck Misstrauensvotum zusammenfasst.

Julia Klöckner:

“Ihre unterentwickelte Kultur mit Fehlern umzugehen hat dazu geführt, daß weitere schwere teure Fehler gemacht worden sind.”

Sie hat noch mehr passende Worte gefunden, wird man demnächst sicher auch komplett nachlesen können.

Kurt Beck wollte es gelassen nehmen, ist ihm aber nicht gelungen:

Dafür hatten aber die Grünen den Spaß allein:

Das sind die Abgeordneten Pia Schellhammer, Anne Spiegel und Dr.Bernhard Braun, die ebenso wie die übrigen 15 Abgeordnete der Grünen gegen das Misstrauensvotum gegen Kurt Beck stimmen werden am Donnerstag.

Dabei würde eine einfache Mehrheit reichen ihn abzuwählen.

Die Sitzverteilung hatten sie auch nochmal im SWR:

Mit dem Funken Anstand im Leib scheint’s ja dann nicht weit her zu sein leider.

Nur 1 Jahr im Landtag hat gereicht, um diese Neu-Politiker komplett einzuwickeln. Mit parlamentarischer Verantwortung oder Volksvertretung hat das alles nichts mehr zu tun, völlig durchsichtige Handlungen zur Sicherung des eigenen persönlichen Wohlbefindens. Wi-der-lich.


Frontal 21 über Kurt Beck.

zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1718340

(Via.)


Donnerstag, 23. August 2012

Liebes Parlament in Rheinland-Pfalz, ...

… wenn Ihr noch einen Funken Anstand im Leib habt, dann entlasst Ihr am Donnerstag Kurt Beck von seiner Aufgabe als Ministerpräsident für dieses Bundesland.

Das Denkmal seiner Selbstherrlichkeit in der Eifel wird die nachkommenden Motorsportgenerationen immer an sein Wirken erinnern, aber jede Möglichkeit weiteren Schaden zu verhindern muss wahrgenommen werden.

Hunderte von Millionen Steuereuro in andere Taschen umgeleitet unter dem fadenscheinigen Denkmäntelchen von “gut gemeint”, das weltweit angesehenste Motorsportdenkmal in den Ruin gestürzt - und dann auch noch die nimmersatten Möchtegernbetreiber obendrauf gesetzt - ist das Starrsinn? Idiotie? Korruptheit? Oder einfach nur Naivität?

Was auch immer der Grund, es ist keine Eigenschaft für einen Ministerpräsidenten, seinem Treiben muss bei der nächstbesten Gelegenheit ein Ende gesetzt werden.

Solche Gelegenheiten kommen nicht oft. Am Donnerstag ist eine sehr gute.


Sonntag, 19. August 2012

Kurt mir-kann-keiner Beck.

Die demonstrative Gute-Laune-Tour von Kurt°Beck mag ihm selber vielleicht Spaß machen, aber die Journalisten, die er mit in seinem Bus hat, sind wohl doch nicht so doof wie er meint.

Welt Online:

Tomaten und Erbsen – Kurt Beck schaltet auf stur

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck begegnet dem Ärger in seinem Land mit demonstrativer Routine. Sein Motto nach der Insolvenz seines Prestigeobjekts: Aussitzen statt Abschiednehmen.

Rhein-Zeitung:

Auf Sommerreise: Kurt Beck lächelt die Krise am Ring weg

Ministerpräsident Kurt Beck hat das Desaster an der Rennstrecke Nürburgring äußerlich gut weggesteckt - und sieht es nur noch als ein Thema von vielen, um das er sich kümmern muss.

FAZ:

Verantwortungsträger mit beschränkter Haftung

Der Nürburgring war keine Station auf der Sommerreise von Kurt Beck. Vor der Kulisse rheinhessischer Winzertraumlandschaften versucht der gebeutelte Ministerpräsident, vom Finanzdebakel abzulenken.

Volksfreund:

Kurt Beck auf Sommerreise: Es muss auch mal gut sein

Da können noch so viele ärgerliche Berichte in der Zeitung stehen - etwa, wie zuletzt so oft, über das schmerzhafte Debakel am Nürburgring. Auf seine Sommertour mit Journalisten verzichtet Kurt Beck deswegen nicht. Auch diesmal sucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident dabei den Kontakt zu den “einfachen Leuten”. Und die scheinen ihm seine Fehler zu verzeihen.

Abgrundtiefe Verachtung, mehr kann ich für diesen #%&$§ nicht aufbringen.

Oder um Kurt Beck zu zitieren:

“Auf jeden Fall eine Herausforderung, die ich natürlich nicht gerne gehabt habe, aber die Entscheidungen, die damals in der Tat 2008/2009 getroffen worden sind, haben falsche Daten unterstellt - zwar guterachterlich empfohlen, aber das hilft ja alles nichts heute. Und insoweit sind wir in diese schwierige Situation geraten und jetzt werden wir sie miteinander lösen.”

Aber auch der Rest des großen SAT1 Sommerinterviews mit dem selbstherrlichen Selbstdarsteller ist nur unter großen körperlichen Schmerzen zu ertragen.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Samstag, 11. August 2012

Kurt Filzland-Beck und die böse EU Kommission.

Am 16.Mai 2012 veröffentlicht die Staatskanzlei über die Sprecherin der Landesregierung Monika Fuhr die Zwischenbilanz zu “Ein Jahr rot-grün”:

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, am Nürburgring zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die Kündigung der bisherigen Pächter am Nürburgring war ein wichtiger und richtiger Schritt auf diesem Weg. Alle weiteren Maßnahmen werden wir in enger Abstimmung mit der EU-Kommission durchführen.”

Alle weiteren Maßnahmen kann natürlich alles mögliche sein, aber am 12.Mai - also 4 Tage früher …

“… erging an die Beratungsfirma Ernst & Young der konkrete Auftrag, den Antrag auf Rettungsbeihilfe vorzubereiten. Das Unternehmen hatte Mitte April in einem Papier auf diese Möglichkeit hingewiesen. Das sagte gestern der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Christoph Gehring, auf Anfrage.”

Steht in der RHEINPFALZ von gestern.

Die Zeitung hat sich mal die Mühe gemacht, die Zeitabläufe rund um das Thema EU Kommission und Nürburgring Insolvenz auseinanderzubröseln - ist ein lesenwerter Artikel, der sich nicht mit den sonst üblichen Oberflächlichkeiten zufrieden gibt.

Am 15.Mai wurde der Nürburgring nämlich schon einmal “gerettet” und durch Aussetzung von Krediten die Insolvenz abgewendet. “Toleriert” von der EU sagt die Regierung.

Das sieht die EU anders und hat letzten Dienstag (7.Aug.) entschieden diese Rettungsaktion vom 15.Mai in die große Prüfung (siehe Beschluss der EU vom 20.März 2012) mit einzubeziehen.

(Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Thema Nürburgring beschäftigen möchte, sollte die 52 Seiten des EU Beschlusses SA.31550 aufmerksam lesen - ich habe den Eindruck, das haben viele Leute die laut mitreden noch garnicht gemacht. Ist schwer verdaulich, aber erhellend.)

Jetzt gibt es also schon 2 Case Numbers in Brüssel für den Ring, SA.31550 und SA.34890. (Ich schätze SA steht für “State Aid”.)

Und die Regierung so? Auf der Pleitekonferenz am 18.7. - also komplett 2 Monate später (!!) - gab es deutliche Worte in Richtung Brüssel, sogar per Pressemitteilung:

Die Rettungsbeihilfe hatte dazu dienen sollen, die Liquidität der Nürburgring GmbH vorläufig und für einen begrenzten Zeitraum (sechs Monate) zu sichern. Das Ausbleiben der Genehmigung vor Ende Juli 2012 wird, wie der Kommission bekannt ist, zur Insolvenz der Nürburgring GmbH und ihrer Tochtergesellschaften führen.

oder via Kurt Beck:

“Das ist eine Vorgehensweise der Europäischen Kommission, die ich für bedenkenswert halte. (..) Und auf einmal sind wir in diese Schere geraten, dass man nicht entscheidet, nicht entscheiden auf der europäischen Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für das Land Rheinland-Pfalz.

… der mit einer schauspielerischen Glanzleistung die Opferrolle besetzte:

“Das ist eine bittere Wahrheit und es ist ein Stück Rechtsgeschichte. Weil keine Entscheidung getroffen wird, ist das in der Wirkung so, als würde negativ entschieden. In Deutschland würde es Rechtsmittel dagegen, in der EU gibt’s keine. In Deutschland wäre das ein klarer Verfassungsverstoß, wegen der Vermutung eines Fehlverhaltens einen solchen Schritt zu gehen.”

Eveline Lemke:

“Ich erwarte, dass uns geholfen wird. Ich möchte, dass mit gleichen Maßstäben gemessen wird. Wir wären ja in der Lage, uns selbst zu helfen, wenn man uns lässt.”

Carsten Kühl:

“Die ISB muss die Bürgschaft nun ziehen. (..) Das Land hat für ein solches Szenario eine Rückstellung von 254 Millionen Euro gebildet.”

(Eine Bürgschaft, die es laut Clemens Hoch ja garnicht gibt und was es mit der “Rückstellung” auf sich hat, siehe gestern.)

Jetzt könnte man ja meinen, bei der Nürburgringkirmes hat sich die Regierung mitlerweile so verrannt, daß sie garnicht anders mehr kann als hilflos rumzurudern. Das ist zwar so richtig, aber was mich dann doch überrascht, die haben da noch mehr Sachen bei denen in Brüssel laufen. Und was einen vom Hocker haut: das könnten Kopien der Nürburgring-Saga sein.

Sowohl in Hahn, als auch in Zweibrücken, laufen State Aid Untersuchungen:

  • SA.32833 - Flughafen Frankfurt Hahn, Verfahren eröffnet am 17.Juni 2008
  • SA.27339 - Flughafen Zweibrücken, läuft ab 22.Januar 2009.

Genau wie beim Freizeitpark sind auch hier ISB bzw. Liquditätspool mit im Spiel und - Überraschung - die Antworten kommen nicht bei.

“Nachdem das Land Rhein­land-Pfalz Mehrheitseigner der FFHG geworden war, wurden deren langfristige Darlehen im Laufe des Jahres 2009 durch die ISB umgeschuldet”

”.. werden die ISB-Darlehen durch eine Garantie des Lan­des Rheinland-Pfalz besichert.”

“Gegenstand der Beschwerde sind die angeblichen Infrastruktur- und Betriebsbeihilfen zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH und die Zweifel an der Erforderlichkeit der Flughafens Zweibrücken, der sich 39 km entfernt vom Flughafen Saarbrü­cken befindet. Ferner hat die Kommission auf der Grundlage der ihr vorliegen­ den Informationen beschlossen, auch die folgenden Aspekte zu prüfen: die ermäßigten Flughafenentgelte, die Germanwings, TUIfly und Ryanair für die Nutzung des Flughafens Zweibrü­cken zahlen; die Marketingvereinbarungen zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Airport Marketing Services Limited; einen staatlich besicherten Kredit und eine Kreditlinie zugunsten der Flughafen Zweibrücken GmbH.”

usw. usw.

Wenn man die Beschlüsse durchliest, bekommt man ein Déjà Vu nach dem anderen. Und die Bezeichnung “Verfahren” gleich eine andere Bedeutung.

Dieses Amtblatt der EU beinhaltet 4 Fälle: 3 aus Rheinland-Pfalz und 1 aus Italien.

3:1

Gegen Kurt Beck sieht selbst Silvio Berlusconi alt aus.


Freitag, 10. August 2012

Doppelseite in der Financial Times von heute.

“Dutzende Zuschauer sind zum Brünnchen gekommen, keiner von ihnen ist so laut und überdreht wie die beiden mit Schlips und Anzug. Sie feixen und freuen sich an einem Ort, wo es derzeit wenig zu lachen gibt.

“Es ist ihr größter Kampf. Verlieren sie ihn, ist in Nürburg nicht mehr nur Beck eine Orgelpfeife. Dann haben sie sich nicht als Retter unsterblich gemacht, sondern als Bestatter.”

UPDATE:

Hier der Link zum Artikel (Danke Hans!)


Donnerstag, 09. August 2012

Der 330 Millionen Kredit.

Eine ganze Stange Geld ist das, könnte man z.B. 4.800 BMW M3 für kaufen. Um dann für die nächsten 90 Jahre an jedem Wochenende einen neuen zu fahren.

Kurt Beck ist aber kein Motorsportfan und pumpt das Geld lieber in die Stahl- und Betonindustrie, die ihm dann ein Beckmal am Nürburgring auftürmt. Hatte ich ja gestern im Detail.

Wenn man kein eigenes Geld zum Rausschmeissen hat, dann ist es gut, wenn der Finanzminister mit vollen Händen in die Landesbank greifen kann. Jetzt wär die Bank aber beinahe an der Last erstickt - also direkt in’s Landeskonto gegriffen.

Die nennen das Auflösen einer Rücklage und der SWR hat sich mal die Mühe gemacht, das zu erklären:

Rheinland-Pfalz hatte 2007 zwar mehr Ausgaben als Einnahmen (11.904 Mio vs 11.533 Mio) - also Minus 371 Mio. - aber hätte mit einem noch größeren Minus gerechnet. Und sich entsprechend im Haushalt einen um 254 Mio. Euro höheren Kredit genehmigen lassen, der aber nicht in Anspruch genommen wurde, weil die Einnahmen doch höher ausgefallen sind.

Dieser Anspruch auf den nicht genommenen Kredit im Jahr 2007 wird jetzt wieder aufgewärmt - und in Anspruch genommen. D.h. das Land macht 254 Mio. Euro neue Schulden.

Sowas nennt man als Politiker also Rücklage.

Beim SWR steht auch:

Ohne diese Last von 330 Millionen Euro sei der Nürburgring jetzt viel attraktiver, so Lewentz am Donnerstag.

Versteh ich nicht. Die Nürburgring GmbH hat nach wie vor den offenen Kredit von 330 Mio am Hals - und hat ja deswegen einen Insolvenzverwalter als Chef. Daß der Gläubiger ausgetauscht wird, ändert doch am Kredit nichts. Und dem Nürburgring was Gutes tun und den Freizeitpark schenken, das hat die EU ja ziemlich deutlich gemacht: läuft nicht.

Meine Meinung: der Herr Lewentz hat spitz gekriegt, wie oberflächlich die Medien sowas aufgreifen und hofft jetzt darauf, daß die das zu einer guten Nachricht zusammendichten. Die Wette gewinnt er.

Apropos Wette.

Also so für sich genommen ist der Kurt Beck ja schon eine peinliche Lachnummer. Aber mit jemandem, der ein ernsthaftes Alkoholproblem erfolgreich bekämpft hat, um Wein zu wetten - das ist richtig unterirdisch.


Versuch einer Erlebnisgrab-Kostenaufteilung.

Gestern sind ja die 330 Mio Euro Kredit von der ISB Bank dem Land RLP umgehangen worden, weil das Land gebürgt hat und der Kreditnehmer - die Nürburgring GmbH - Insolvenz anmelden musste.

Da war sie wieder die dubiose Zahl 330 Mio und ich wollte immer mal wissen, wie die sich aufteilen. Ich glaube so könnte es gewesen sein:

(Zum Vergrößern Bild anklicken.)

Teilbereich 1 (Nürburgring GmbH)

20 Mio € Tribüne
26 Mio € Multifunktionshallen
9 Mio € Autowelten
17 Mio € Parkhaus

72 Mio € Boulevard

60 Mio € Innere und äußere Erschließungsmasnahmen
74 Mio € ring°werk
9 Mio € Ausstattung

215 Mio € Gesamt Teilbereich I

Teilbereich II (Mediinvest)

23 Mio € Ferienpark Drees
4 Mio € Personalhaus
36 Mio € Eifeldorf
31 Mio € Hotel 4*
21 Mio € (nicht gefunden, MSR)

115 Mio € Gesamt Teilbereich II

330 Mio € Gesamt I + II

Als Quelle hab ich bei Mediinvest die Angaben auf Kai Richter’s Seite gefunden und für die Nürburgring GmbH aus dem Schreiben der EU.

Da sind natürlich jetzt immer noch jede Menge Fragen offen, z.B.:

  • Was sind das für restliche 194 Mio €, da die EU von 524 Mio € spricht?

  • Wofür sind die 21 Mio € zwischen 94 und 115 Mio €?

  • Warum hat der Steuerzahler den Teilbereich II überhaupt Kai Richter abgekauft?

  • Entsprechen die von uns Steuerzahlern gezahlten Preise dem verbauten Gegenwert?

Auch wenn Kurt Beck sich alle Mühe gibt der EU die Schuld für die Insolvenz zu geben, in Wirklichkeit sind es natürlich diese nutzlosen Gebilde, die nach meinem Gefühl im Vergleich zur Sportanlage völlig überzogen und überteuert sind. Absolut hoffnungsloses Unterfangen schon auf der Papierform, da irgendwie die Zinsen - und geschweige denn eine Tilgung - zu erwirtschaften.

Tags: Erlebnisgrab | ISBBank | Mediinvest | Steuerzahler | KurtBeck


Mittwoch, 08. August 2012

Armer insolventer Nürburgring.

Und wieder gibt es eine Schlagzahl an Nürburgring Ereignissen, daß man kaum noch mitkommt.

Geht damit los, daß Kurt Beck den Insolvenzverwalter für die Insolvenz in Eigenverwaltung (s.hier) zur Chefsache macht und gestern persönlich besuchte. Für 1,5 Stunden. Und wie Markus Lachmann treffend kommentierte:

Infos für die Öffentlichkeit: Keine.

Da bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als zu spekulieren und ich rate mal, daß sie sich nicht über das Wetter unterhalten haben. Und ich rate weiter, daß er ihm nahegelegt hat, daß er das Gefühl von Transparenz und Bürgerbeteiligung vermitteln soll - aber in Wirklichkeit bliebe natürlich nichts anderes übrig, als möglichst viel zu versilbern. Falls sich kein Käufer für die Rennstrecke findet kann man immer noch sagen, daß es gelungen sei sie in Volksbesitz zu halten. Natürlich trage er - also der Insolvenzverwalter - jetzt die Verantwortung, dafür sei er ja da und die Politik sei jetzt raus aus der Nummer. Und natürlich soll das alles nicht zu seinem Schaden sein.

Wie gesagt, reine Spekulation, aber was bleibt mir übrig bei den Geheimniskrämern? Die mit Volkseigentum so umgehen, als sei es ihr eigenes? Denen das Denkmal Nordschleife am Arsch vorbeigeht völlig egal ist? Und immer war?

Passend zu der per Spekulation gemutmassten Unterhaltung zwischen Ringkiller Beck und dem als vermeintlichen Retter auftretenden Restezusammenkehrer gab es dann heute wieder Insolvenzkommunikation. Wie mir diese ganzen Profikommunikateure im Zusammenhang mit dem Nürburgring auf die Nerven gehen. Angefangen von Dederichs Reinecke (die sich jetzt bei Falken Motorsport als Ringfans ausgeben) über Steinkühler zu jetzt Pietro Nuvoloni. Wieso sagt einem immer noch keiner gradeaus mitten in’s Gesicht einfach was Sache ist?!

“Bei der Rettung des insolventen Rings will der Sanierungsgeschäftsführer alle Beteiligten einbinden. “Es soll auf jeden Fall der Eindruck vermieden werden, dass im stillen Kämmerlein eine Entscheidung getroffen wird”, so Schmidt.”

Und eine tolle Webseite gibt es, die Zeitungen linken sogar darauf:

www.nuerburgring-dialog.de

Das ist jetzt kein Witz, die machen allen Ernstes eine Presseinformation für eine leere Internetseite, für die es grade mal eine URL gibt.

Bei mir wird mit diesem Aktionismus nur der Eindruck verstärkt, daß der Ausgang dieses Schauspiels ohnehin längst feststeht. Und die Nordschleife vor unseren Augen verkauft werden soll. Und Schuld ist dann wieder die EU, damit hat man ja schon Erfahrung in Mainz:

“Es kann sein, dass das EU-Recht uns zwingt, in einen Versteigerungs- und Verkaufsprozess einzusteigen.”

Aber Hauptsache “Jeder kann Vorschläge einbringen” und ein “transparenter Dialog mit Workshops”. Die Nutzer (Motorsportverbände) und die Region (Anwohner, Gewerbebetriebe) werden damit gleichgestellt mit Hinz und Kunz im Internet - was für eine Farce. Vielleicht lassen sie die Seite besser blanko - man könnte alternativ über die leere Seite noch schreiben: “Die Nürburgring Businesspläne 2007-2012” - wenn es sie überhaupt geben sollte, sind die nämlich auch das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Damit seine Meldungen auch schön die Runde machen, wird auch noch die F1 provoziert - die könne nämlich gerne kommen, aber für umsonst - das ist doch klar. Ich hätte nicht gedacht, daß man einen am Boden liegenden Nürburgring noch weiter zusammentreten kann. Wie sieht es denn mit Instandhaltung aus? Gestrichen? Ich würd mir gerne die Haare ausraufen, wenn ich welche hätte. Was haben die in den letzten Jahren mit dem Geld um sich geworfen.

Apropos Geld: wieso geben wir Steuerzahler Kai Richter seinen Plunder eigentlich nicht wieder zurück? Geht doch bei Amazon auch, wenn was nicht funktioniert. Toxischer Schimmel steht bestimmt im Verkaufsprospekt. Hätten wir mit einem Schlag 115 Mio. Euro mehr in der Kasse - soviel hat er dafür bekommen.

Stattdessen erlöst das Land die ISB und überweist mal locker aus der Hüfte keine 254 Mio. Euro sondern die gesamten 330 Mio. Euro. Da bin ich doch jetzt sehr überrascht, wahrscheinlich denken die sich: wenn schon Beihilfeverstoss, dann richtig.

Von der Medienlandschaft bin ich auch enttäuscht, die machen sich nämlich garnicht mehr die Mühe, die Ereignisse zu hinterfragen. Die Ablösung der ISB wird als Rettung für den Nürburgring gefeiert, dabei ändern sich an den 330 Mio. Euro Schulden für den Ring und dem Insolvenzantrag Null Komma Null. Nur der Gläubiger wurde ausgetauscht.

Hier kann man das ja noch ahnen, weil wenn jemand Eau Rouge als Nürburgring verkaufen will, kann das nicht weit her sein. Aber autosport?

Immerhin Marc Surer spricht eine deutliche Sprache: Alles abreissen.

Willkommen in der Realität - soweit waren wir schon vor 2 Jahren.

Ach was soll’s, lasst uns feiern! Und die paar toxischen Schimmelpilze, die saufen wir uns einfach schön!


Donnerstag, 02. August 2012

Der 1.August 2012 war wohl Nürburgring-Tag.

Aber kein schöner Anlaß. Die Sondersitzung im Landtag hat etliche Berichte hervorgebracht. Passiert ist natürlich nichts, die Regierung hat sich gewunden wie eh und je und sich brav verprügeln lassen. Kurt Beck übernimmt heroisch die Gesamtverantwortung - als hätte er die nicht schon sowieso. Ja und? Ja nix und.

Hier eine Sammlung von Links, auch heute wieder Thema in der 20:15 Tagesschau - das ist schon sehr bemerkenswert.

Übrig Ns: Räuber Hotzenplotz wurde heute 50.

UPDATE:

  • Rheinpfalz, Kommentar Karin Dauscher - Zur Entschuldigung wurde er dem Vernehmen nach von der rot-grünen Koalition gedrängt. / Dass Beck bestellte Jubelnachrichten braucht, zeigt, wie angeschlagen er ist.

  • General Anzeiger Bonn und Kommentar von Ulrich Lüke, Ministerpräsidenten deutscher Bundesländer sind schon aus viel nichtigeren Anlässen zurückgetreten, als es die Millionenpleite in der Eifel ist. / Nachmittags das Parlamentsplenum stundenlang debattieren zu lassen, nachdem vorher der entscheidende Landtagsausschuss Hunderte von Millionen zur Milderung der Krise freigemacht hat, ist die falsche Reihenfolge. / Das Beste ist aus jetziger Sicht, dass wenigstens der alte Ring gerettet werden kann.

UPDATE:

The European: Der Beck-Effekt / v. Jennifer Nathalie Pyka -

Kurt Beck steht exemplarisch für einen arroganten Politikstil. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein zieht sich quer durch alle Ämter. (..)

Beck wiederum sagt zwar, die „gesamtpolitische Verantwortung“ für das Debakel zu übernehmen, allerdings meint er es nicht so. Denn ein Rücktritt kommt ihm selbstverständlich nicht in den Sinn, womit Worte eben nicht zu Taten werden, sondern ausgeleierte Hülsen bleiben. (..)

Christian Wulff beispielsweise hielt das Amt des Bundespräsidenten sowie vergünstigte Kredite und zweifelhafte Übernachtungen aller Kritik zum Trotz solange für vereinbar, bis ihm die Staatsanwaltschaft Hannover endgültig einen Strich durch die Rechnung machte. Seine Einsicht, also die zwingende Voraussetzung für Verantwortung, scheint er irgendwo zwischen Sylt und Mallorca verloren zu haben. (..)

Am Ende des Tages mag man sich fragen, ob ein solcher „Politikstil“ als Degeneration der Demokratie zu werten ist, und wie viele Aufschneider, die aus Macht automatisch Freiheit von Verantwortung ableiten, dieses Land eigentlich noch tragen kann. (..)

Was dagegen hilft? Nichts, außer vielleicht ein endgültiger Abschied von der Illusion des verantwortungsvollen Politikers.


Mittwoch, 01. August 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Na dann.

  • Daniel Köbler (Die Grünen) nennt das ürbrigens Nötigung. Also nicht das, was er will (entgegen strafrechtlicher Bedenken im Landtag absegnen) - sondern das, was die Oppostion gemacht hat: auf die strafrechtlichen Konsequenzen hinzuweisen.

Klarer Fall von Vorzeichenfehler.

  • Auf das Gröblichste - hab ich auch noch nie gehört. Es gab in den 62 Jahren Mainzer Landtag erst zweimal eine Sondersitzung in der Sommerpause: vor 52 Jahren - und morgen.

  • Instagram ist bei 80 Mio Usern angekommen. Sind im Schnitt 120.000 Neue jeden Tag. (Ich bin hier: @renntv).

  • Sieht gut aus der 918 Spyder - jetzt das Martini auch in Farbe.

  • Zum Rücktritt von Landrat Onnertz aus der VG Vulkaneifel gibt es auch einen SWR Bericht. Die Eifelzeitung ist da nicht ganz unbeteiligt.


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Freitag, 27. Juli 2012

Die Sueddeutsche bleibt am Ball ...

… ... und lässt Kurt Beck nicht so leicht vom Haken.

Von heute:

Revolte gegen König Kurt

Wie ich hier auch schon gesagt habe:

Die Zukunft der Nordschleife ist umgekehrt proportional zu Kurt Beck’s politischer Karriere.

Was hat der Mann mit seinem Gefolgsleuten für einen Schaden angerichtet rund um Nürburg.

Kai Richter wird auch zitiert und fühlt sich unfair behandelt, hoffentlich bekommt er bald seinen Prozess.

UPDATE:

Die FAZ hat auch was zum Thema:

SPD in Rheinland-Pfalz, Im Blutrausch der Rücktrittsforderung

“(..) wird in der SPD-Führung jedoch gespannt abgewartet, wie Beck dieses auch ihn persönlich treffende Misstrauensvotum von 31 Prozent verkraftet und ob die bis jetzt geschlossen schweigende Partei weiter still hält.”

Ich fürchte die wachen erst auf, wenn sie unten aufschlagen.

UPDATE:

… und die Rhein-Zeitung:

Ring-Pleite: Becks SPD stürzt ab

UPDATE:

Allgemeine Zeitung / Markus Lachmann:

“Ob Beck das Nürburgring-Fiasko politisch überlebt, steht noch nicht fest. Mittlerweile wird überregional in Medien über die Pleite am Ring berichtet - Tenor: Die Landesregierung habe schon 2010, als sie das „Rettungskonzept“ für den Nürburgring strickte, gewusst, was auf sie zukommt. Gut für Beck und die SPD: Bis zur Wahl sind es noch knapp vier Jahre. Man hofft vermutlich auf die Vergesslichkeit des Wählers. Dennoch: Das Drama am Nürburgring ist ein Mehrakter. Als nächstes steht wohl ein Prozess gegen frühere Verantwortliche an. Vorwurf: Untreue im Zusammenhang mit der Ring-Finanzierung. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die CDU den nächsten Untersuchungsausschuss zum Nürburgring einrichtet. Aber das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Noch nicht.”

Daß die da lapidar von “einpreisen” reden wie bei einem Börsenkurs, das kann einen schon wütend machen. Hoffentlich kommt der Prozess bald! Und gründlich!

UPDATE:

Kommt ja immer mehr, Badische Zeitung:

Insolvenz des Nürburgrings: König mit Problemring.

UPDATE:

Kommentar von Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Doch wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für den ganzen Schlamassel? Niemand, weil die potenziellen Nachfolger Becks noch nicht aus der Deckung wollen? Oder geht der Ministerpräsident noch einmal in sich und überlegt, ob ein klarer Schnitt nicht etwas Befreiendes für die rheinland-pfälzische SPD haben könnte? Sagen wird ihm das niemand. Darüber nachdenken werden viele.”


Donnerstag, 26. Juli 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Im SWR kam eben auch ein größerer Beitrag zum Ring bei Zur Sache RLP und ein Beitrag hat sich mit der brodelnden Unzufriedenheit an der grünen Parteibasis beschäftigt. Was man denn besser machen könne?

Kurt Beck soll abdanken und mit einem Teil seiner Pension helfen die Schulden zu tilgen.

Das finde ich ist ein vertiefenswerter Ansatz!

  • Einen ausführlichen Post mit Hintergründen zur Freizeitparkpleite hatte ich am Dienstag geschrieben für die nicht-deutsch-sprechenden Leute - hab ihn heute nochmal aktualisiert. Könnt Ihr Euch ja mal angucken, um ihn zu verlinken, wenn Ihr ihn mal braucht: mikefrison.com/1666.

Hab mich auch über die Verlinkung bei SPEEDHUNTERS gefreut.

  • Wenn ich das lese frage ich mich, warum Hendrik Hering - ebenfalls unter größter Geheimhaltung - für viele Millionen Euro Steuergeld die Kai-Richter-Immobilien gekauft hat. Die nur zwei Jahre danach einen Bruchteil der Kaufpreises wert sind. War das nicht auch völlig überteuert?

Aus dem EU Schreiben:

  • Bis zum 25. März 2010 waren Anteilseigner der MSR die Mediinvest GmbH (49,5 %), Geisler & Trimmel General Contractor GmbH (33,8 %), die NG (10 %) und die Weber Projektierungs- und Realisierungs GmbH (6,7 %).

  • Seit dem 25. März 2010 befindet sich die MSR zu 93,3 % im Eigentum der NG und zu 6,7 % im Eigentum der Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH („RIM“).

Was wollen wir mit dem schimmelnden Plunder und warum?

  • Wieder kein Wort von Nordschleife oder Kulturdenkmal.

  • Toto Wolff ist bei Williams jetzt geschäftsführender Direktor.

  • Mister Medico aka Jörg Lindner kann schonmal Rückabwicklung üben. 160.000 - stramme Einlage. Muß aber nicht er rückabwickeln, sondern Bonnfinanz.

“Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte diese Pflicht verletzt hat, als sie dem Kläger und der Zeugin auf deren ausdrückliche Nachfrage, in Bezug auf eine Veräußerungsmöglichkeit, erklärte, dass sie die Anlage jederzeit und auch nach 12 Jahren “mit Handkuss” loswürden.”

Iss klar.


Dienstag, 24. Juli 2012

Blitzinsolvenz - Sachwalter mit den Trümmern vom Kafitzwalter.

Nochmal kurz der Ablauf der Insolvenz, geht alles so schnell:

  • WiWo berichtet Samstags (14.), daß die Nürburgring GmbH 413 Mio. Schulden bei 126 Mio. Unternehmenswert hat.

  • Am Dienstag (17.) veröffentlicht die Rhein-Zeitung, daß die EU die neuen angefragten Unterstützungen aus Landesmitteln in Höhe von 13 Mio. EU nicht bzw. nicht zeitnah genehmigen wird. Dadurch wäre die Zahlungsfähigkeit der hoffnungslos überschuldeten NG nicht mehr aufrecht zu erhalten.

  • Am Mittwoch (18.) tritt die RLP Regierung (Beck + 3 Minister Lemke/Lewentz/Kühl) hektisch vor die Presse und verkündet, daß man einen Insolvenzantrag für die Nürburgring GmbH einreichen wird.

  • Am Freitag (20.) wird dieser Antrag für die NG und 2 Tochterfirmen (MSR und CCxx) in den Nachtbriefkasten (!) des Amtsgerichtes Bad Neuenahr-Ahrweiler eingworfen, wo er Montags (23.) gefunden wird.

  • Am Dienstag (24.) werden die Gläubiger versammelt und anscheinend wird die Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt. Der Spiegel greift das sofort auf - durch das Einsetzen eines Sachwalters statt eines Insolvenzverwalters befürchtet man den Bock zum Gärtner gemacht zu haben.

Einen guten Text zum Thema habe ich hier gefunden:

Die Eigenverwaltung nach der Insolvenzordnung
von Prof. Dr. Thomas Zerres

So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

… woran ja nicht nur ich so meine Zweifel habe.


Kurt Beck´s Freizeitgrab kommt gleich in Monitor ...

in der ARD um 21:45 Uhr.

Gibt’s danach dann auch hoffentlich in der Mediathek.

Gab auch einen Vorbericht.

UPDATE:

Die Sendung gibt es jetzt auch online.


Samstag, 21. Juli 2012

Nürburgring GmbH hat gestern offiziell Insolvenz angemeldet ...

… beim Amtgericht Bad Neuenahr.

Ich sitze grade am Ring, das VLN Zeittraining ist zuende und es ist ein niederschlagendes Gefühl, daß das alles auf einer Strecke abläuft, die in die Pleite geritten wurde. Im Streckenradio freut man sich über Rundenzeiten, als wäre nichts gewesen …

Gestern hat die Nürburgring GmbH dann eilig hochoffiziell das Handtuch geworfen und die Insolvenz eingereicht.

Aber nicht nur die, sondern insgesamt 3 Firmen - davon war bisher ÜBERHAUPT NICHT die Rede. Kurt Beck und seine treuen Minister halten das vielleicht für ein nicht-bemerkenswertes Detail.

  • Nürburgring GmbH
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH
  • Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Der Insolvenzverwalter ist auch schon klar:

RZ: Jens Lieser (Koblenz) soll “Sachwalter” bei #Nürburgring GmbH werden, Thomas Schmidt (Trier) verstärkt Leitung

In der Zwischenzeit ist auch der dicke Brief geleakt, den die Landesregierung (wann?) als sogenannten Antrag auf Rettungsbeihilfe an die EU geschickt hat. Die abgelehnt wurde und weswegen Kurt Beck und Eveline Lemke bei der Pressekonferenz so sehr Richtung Brüssel geschimpft haben.

Viele Medien haben dann auch erwartungsgemäß davon gesprochen, daß EU Hilfsgelder abgelehnt wurden, was natürlich Humbug ist. In Wirklichkeit wollte man weitere Schulden als RLP Steuergeld in die maroden Firmen stopfen - um Zeit zu gewinnen. Von Rettung kann garkeine Rede sein, der Freizeitpark war doch schon unrettbar, bevor er überhaupt gebaut wurde.

Dieser Antrag, der nicht genehmigt wurde und die Landesregierung - nach dem Rhein-Zeitungs-Report am Montag - dann am Mittwoch in die Offensive getrieben hat, ist inzwischen - wieder bei der Rhein-Zeitung - auch geleakt:

Da wird einem schwindelig.

Die Rolle der beiden anderen Firmen ist aber immer noch nicht geklärt, vor allem, warum der Steuerzahler jetzt dafür haften soll. (Siehe auch gestern.)

Die MSR wird von der RZ so erklärt:

MSR steht für die Motorsport Resort Nürburgring GmbH. Sie verantwortet das Eifeldorf mit Drei-Sterne-Hotel, das Vier-Sterne-Plus-Hotel sowie das Feriendorf in Drees. Hauptgesellschafter ist mit rund 40 Prozent die Düsseldorfer Mediinvest von Kai Richter, der auch MSR-Geschäftsführer ist. Ko-Geschäftsführer ist Erich Geisler vom österreichischen Hotel-Projektierer Geisler & Trimmel (rund 35 Prozent). Zehn Prozent hält die Nürburgring GmbH, fünf Prozent liegen bei Peter Weber Architekten (Köln).

Später war sie dann in den Schlagzeilen, weil sie sich nicht in die Bücher schauen ließ:

Weder dem Nürburgring noch dem Rechnungshof erlaubte die MSR, in die Bücher zu schauen, und fasste dazu sogar entsprechende Beschlüsse.

Und jetzt haftet der Steuerzahler für diese Firma, deren Geschäfte von Kai Richter geführt wurden.

Kann ich nicht nachvollziehen, wieso ein ganzes Land für die mißlungenen Geschäfte eines Unternehmers aus Düsseldorf zur Kasse gebeten wird.


Freitag, 20. Juli 2012

Kurt Beck an EU.

Die Rhein-Zeitung mal wieder. Bringt morgen den Brief, der nach Brüssel geschickt wurde.

Ist das Unternehmen eine Gesellschaft, bei der die Haftung auf das Gesellschaftskapital beschränkt ist, mehr als die Hälfte des gezeichneten Kapitals verschwunden ist und mehr als ein Viertel dieses Kapitals während der letzten zwölf Monate verloren ging?

NG [ja]

MSR [ja]

Kommt morgen ein großer Bericht.

Übrigens haben beide, also weder

  • Nürburgring GmbH (NG) noch
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR)

ihre 2010er Bilanz veröffentlicht.

Die Verstrickung der MSR mit dem Ganzen würde ich ja gerne mal verstehen, das ist die Firma, die das Eifeldorf usw. gebaut hat und die die Nürburgring GmbH irgendwann bei Pachtvertrag übernommen hat. Warum? Keine Ahnung. War das ein gutes Geschäft und im Wohle des Steuerzahlers? Hab da dezente Zweifel.

Dafür gab es aber gestern die 2010er Bilanz der Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH:

Zum 31. Dezember 2010 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 925 aus. Die bilanzielle Überschuldung wurde durch einen Rangrücktritt der Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH beseitigt.

DAS war sicher auch ein gutes Geschäft zum Wohle des Steuerzahlers.

Ein Fass ohne Boden - wäre weit weniger qualvoll, wenn die mit einem Mal die Karten auf den Tisch legen. Aber da hat Kurt Beck was dagegen. Warum eigentlich. Hallo? Staatsanwaltschaft? Jemand zuhause?


Der MSC Adenau als wäre nie was gewesen.

Es ist grade mal 48 Stunden her, da hat Kurt ‘Na bei de Leut’ Beck sein Lügengerüst nicht mehr halten können und sein feuchter Betontraum ist ihm krachend um die Ohren geflogen.

Und der ansässige MSC Adenau?

Hat überhaupt kein Problem damit, ausgerechnet in Kai Richters Eifelkulisse seine Eifel Classic zu stationieren.

Mit Aufwachen kann das jetzt nichts mehr zu tun haben, weil lauter kann es ja nicht mehr knallen.


Wenn man seit 26.Okt.1994 Ministerpräsident ist, …

… dann weiß man, wie Politik nah bei de Leut geht:

“Doch Beck, so ist in der SPD zu hören, will den Sturm der Entrüstung inklusive etlicher Rücktrittsempfehlungen in rheinland-pfälzischer Zeitungen über sich hinwegziehen lassen. In drei Wochen, so lautet eine optimistische Prognose dort, könnte dank Olympia, Sommerferien und der Ermüdung vieler Bürger beim Thema Nürburgring das Schlimmste überstanden sein.”

Stand gestern in der FAZ.


Donnerstag, 19. Juli 2012

Der DMSB Präsident ...

… meldet sich zum Thema Nürburgring zu Wort. Die EU ist schuld, eh klar.

Schön auch das Bild, das man bei Motorsport Total gewählt hat: Stuck, Pföhler, Richter - fehlt eigentich nur noch Kurt Beck.

Die Kommentare sind dafür erfrischend, wer noch auf dem Schlauch steht, kann ja mal schauen ob bei seinen Sponsoren und Partnern was auffällt.

Hatten wir seinerzeit (Aug.2010) auch im Forum.


Hörspiel.

Kurt Beck’s Freizeitpark gibt es jetzt auch als Hörspiel. Ist heute rausgekommen:

bit.ly/hoerspiel (MP3 Download, 20 MB)

45 Minuten, die sich jeder anhören sollte. Ich hoffe das gibt es auch als Transkript.

Hier gibt es mehr Infos dazu:

SWR2 Forum Totalschaden – Das Desaster am Nürburgring

Sendung vom Donnerstag, 19.7. | 17.05 Uhr | SWR2

Es diskutieren:

  • Dietmar Brück, Landeskorrespondent der Rhein-Zeitung, Mainz
  • Wilm Hüffer, SWR Redaktion “Reporter und Recherche”, Baden-Baden
  • Florian Zerfaß, Redakteur, WirtschaftsWoche, Frankfurt am Main 


Gesprächsleitung: Ursula Nusser


18.Juli 2012 - Nürburgring GmbH ist insolvent.

Heute ist dann tatsächlich das eingetreten, was man garnicht glauben möchte: die Nürburgring GmbH ist insolvent.

Kurt Beck hat es nicht nehmen lassen das persönlich zu verkünden. Schuld hat natürlich nicht er, sondern die ganzen Van Anderen, z.B. die EU Kommission. Vorsicht beim Lesen dieses Textes, da rollte es einem die Fußnägel hoch.

Gibt natürlich ein Riesen-Medienecho, muß das mal in Ruhe sortieren - aber ein Kommentar ist mir gleich in’s Auge gesprungen, der Autor Damian Schwickerath spricht mir aus der Seele:

Nichts als Lug und Trug: Warum Kurt Beck jetzt zurücktreten muss.

Ich schlage vor, daß das Kurt Beck jeden Tag stündlich vorgelesen wird, nach 2-3 Wochen dürfte es dann bei ihm angekommen sein.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Dienstag, 17. Juli 2012

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Das Nürburgring Desaster wird sicher in die Geschichte eingehen, aber man kann jetzt schon - wo der Scherbenhaufen vor einem liegt - ein Resumee ziehen. Und ich mir den Frust von der Seele schreiben, denn rückblickend ist die Entwicklung entlarvend transparent.

Meiner Meinung nach war alle Argumentation Pro-Erlebnisregion von Anfang vorgeschoben und ich habe auch von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht. Natürlich bin ich traurig, daß das Desaster nicht verhindert werden konnte, ich persönlich habe mich ziemlich aufgerieben bei dem mißlungenen Versuch.

Walter Kafitz war 15 Jahre lang Geschäftsführer am Nürburgring, ziemlich genauso lange wie Kurt Beck Ministerpräsident. Die beiden verstanden sich wohl auch ganz gut. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem der Landesrechnungshof nicht auf die Verfehlungen in der Eifel aufmerksam gemacht hätte. Selbst die krassesten Fehlentscheidungen wurden gedeckelt und die Millionen sind nur so davongeflossen (Bikeworld, Rennfahrerschule, alte Erlebnisregion, altes Pressezentrum, sprunghafter Gehälteranstieg usw. usw.). Als Außenstehender hatte man den Eindruck, das dürfe mit politischer Rückendeckung beliebig die Kontrolle verlieren.

Ende 2007 hat dann der Nürburgring Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion genehmigt, dafür mußte natürlich erstmal großflächig abgerissen werden.

Man hat private Investoren versprochen - der Gemeinde Nürburg sogar schriftlich zugesichert - die aber leider nie die Bühne betreten haben.

Bis auf einen: Kai Richter. Und der wurde als der große Heilsbringer zelebriert, ein Mann mit enormer Projekterfahrung und erfolgreich sowieso. Und sowas von millionenschwer, wie es sich für einen anständigen Investor gehört.

Was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfahren sollte: dem guten Mann “sind die Kreditgeber abgesprungen” - sowas aber auch. Da muß man natürlich helfen, weil sonst ist das schöne Investormärchen ja dahin. Zumal es auch nur diesen Einzigen gab. Da traf es sich gut, daß der Ingolf Deubel nicht nur dem Nürburgring vorstand, sondern auch den rheinland-pfälzischen Finanzen. Über 85 Millionen Euro aus Landeskassen sollten es am Ende sein, die dem “Investor” Stück für Stück überwiesen wurden.

Währenddessen wurde fleißig gebaut, natürlich ohne öffentliche Kontrolle, weil privat. Ausschreibung? Aber nicht doch. Und es entstanden Firmengeflechte, die mit ihrer Mehrdimensionalität schwer auf Papier zu bringen waren.

Am Ende wurden aus den projektierten 215 Mio. Euro 330 und heute wissen wir, daß die wirkliche Zahl belastbar in der Nähe von 400 Millionen Euro liegt. Die WiWo listet aktuell 413 Mio. Euro Schulden für die Nürburgring GmbH, 2006 - also vor dem Bau - hatte sie 27 Mio. Euro Verbindlichkeiten bilanziert.

Und was machen die Verantwortlichen?

Fangen wir mal oben an, nach unten läßt sich fast beliebig fortsetzen und soviel Platz wollte ich dem Post hier dann doch nicht einräumen.

Kurt Beck

… kommt mir ziemlich verzweifelt vor. Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber am Ende seiner politischen Laufbahn droht ihm das Risiko, daß ihn der Nürburgring-Knall in Stücke reißt. Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht mehr, die Nachfolger für die Wahl 2016 scharren schon mit den Hufen. Wie es einem Ministerpräsident ergehen kann, der nicht mehr Kraft seines Amtes dirigieren kann, erleben wir gerade in Baden-Württemberg im Fall Mappus. Das weiß auch Kurt Beck und jetzt versucht er verzweifelt zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Ingolf Deubel

… hat zwar eine über 100 Seiten dicke Anklage auf seinem Schreibtisch liegen, aber - einflußnehmend oder nicht - ob es überhaupt zum Prozess kommt, läßt das Gericht offen. Und vertröstet - mal auf den Sommer, dann auf den Herbst und dann vermutlich auf Ende des Jahres. Und so zieht der honorige “ehemalige Finanzminister” über die Lande und beschert SPD-Ländern mit seiner Deubel Government Consulting teure Einblicke in das Thema Schulden.

Carsten Kühl

… hat ihn beerbt als Finanzminister, hat er doch brav die Aufsichtsratsentscheidungen am Nürburgring mitgetragen. Man erkennt schnell, welches Profil in RLP karrierefördernd ist.

Jürgen Pföhler

… schüttelt fleißig Hände als großer Landrat, der der Region doch soviel Unheil gebracht hat … ebenso wie …

Hermann-Josef Romes

… der Lächler schlechthin, keine Kamera in der VG Adenau ohne sein freundliches Gesicht. Das er auch beim Spatenstich für die Erlebnisregion mit Wonne aufgesetzt hat.

Eveline Lemke

… auf der vor der Landtagswahl im März 2011 die Hoffnung einer ganzen Region lag. Wähler, die niemals zuvor ein grünes Kreuzchen gemacht haben, gaben voller Euphorie Rückendeckung. Um im Regen stehengelassen zu werden. Ein letzter großer Auftritt bei der Formel 1 vor genau einem Jahr. Der kleinen Ansammlung der Demonstraten Mut zugesprochen, während Kurt Beck im Fahrerlager posierte. Dabei hat gerade sie durch ihr monatelanges Mitwirken vor Ort ein konkurrenzloses Insiderwissen verglichen mit ihren Mainzer Kollegen und durch ihre Einsetzung als Wirtschaftsministerin auch die entsprechende Machtposition. Ob in den Mainzer Regierungskantinen rückgratsauflösende Mittel zugesetzt werden?

Die Vielen hier nichtgenannten

… brauchen nicht glauben, daß man sie vergisst. Nur ich zumindest habe heute abend keine Lust mehr sie mir mehr als nötig in Erinnerung zu rufen.

Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.

Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.

Was motiviert solche Leute zu diesen krassen Fehlentscheidungen? Ist es Skrupellosigkeit, Profitgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Realitätsverlust - oder vielleicht ein bisschen von allem? Oder sind sie einfach nur ganz banal überfordert?

Der Aufsichtsrat hat nicht nur völlig versagt in der Kontrolle, sondern auch die katastrophale Entscheidung getroffen, die bestehenden Gebäude einzureißen und für 400 Mio Euro die Aussicht zuzubetonieren.

Ausbaden darf nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der gemeine Sportler, Motorsportfan und Nürburgring-Historiker, dem nicht nur die einmalige Sportstätte genommen wird, sondern der für die Hinrichtung durch langsames Ausbluten auch noch bezahlen muß.

Die Leute, die sich gegen die Entwicklung gestemmt haben, sind so wenige, man kennt sich inzwischen persönlich.

Die, die tatenlos zugesehen haben, und/oder sich die Taschen mal mehr - mal weniger - gefüllt haben ohne Rücksicht auf soziale und historische Verantwortung, ist leider ungleich größer. Auch sie sind bekannt, doch es schert sie wenig. Einige haben sich schon nach erfolgreichem Ausweiden des Nürburgrings anderen Tätigkeiten zugewendet, der Rest wird nachziehen. Und sich gegenseitig ein gutes Gewissen einreden: “wenn sie es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.”

Während dieser Epoche 2007 bis 2012 ist nicht nur mein Demokratieverständnis komplett auf den Kopf gestellt worden, auch haben viele Leute, die ich glaubte zu kennen, ihr wahres Gesicht offenbart.

Es sind nicht nur die Handelnden verantwortlich. Die Nicht-Handelnden tragen ebenso große Schuld. Eingestehen wird es sich keiner von beiden.


Montag, 16. Juli 2012

Woran erkennt man, daß Kurt Beck maximal verzweifelt ist?

a) Er benutzt die Vokabel zuversichtlich. Das ist im Politikerwortschatz der Ausdruck, der der größtmöglichen Katastrophe am nächsten kommt.

b) Er greift sogar die Parolen der geschassten NAG auf.

Ich würde sagen, da ist nicht mehr viel zu machen.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Jetzt wirklich? Ministerpräsident bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Heute in der Sueddeutschen:

“Amtlich beglaubigt steht nun ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: dass sich ein Ministerpräsident zum Schaden seines Landes strafbar gemacht hat. Weil er nur das eigene Wohl im Blick hatte.”

Die Staatsanwaltschaft hat tatsächlich Ermittlungen gegen den Regierungschef aufgenommen.

Aber nicht den von Rheinland-Pfalz, sondern den von Baden-Württemberg. Und das auch erst, als er im Amt abgelöst war.

Da fallen mir spontan zwei denkwürdige Termine ein:

Dankbares Thema wären auch die gefälschten Zuschauerzahlen, um den Gigantismus schönzurechnen. Oder die Reihenfolge: erst Tribüne sprengen bzw. anfangen zu bauen, obwohl die Finanzierung noch unausgegoren war und wie wir inzwischen wissen auch immer geblieben ist. Viele Sachen wissen wir noch garnicht, Staatsanwälte aber schon - wenn sie denn wollen. Zum Beispiel die Verträge, mit denen der Steuerzahler dem Privatinvestor Mediinvest erst mit 85 Mio. Euro ausgeholfen hat, um dann später die realisierten Alpträume mit der Landesgesellschaft Nürburgring GmbH aufzukaufen. Und warum überhaupt.

Gibt es in RLP denn noch Staatsanwälte mit Rückgrad? Oder sind die nach 18 Jahren Beckherrschaft ausgerottet? Der Artikel in der Sueddeutschen ist von heute und zu Kurt Beck gibt es heute diese Nachrichten:

Beck will wieder als SPD-Landesvorsitzender antreten.

Im November wählt die SPD nämlich intern ihren Chefsozi und offentlich will Kurt Beck noch eine Weile Ministerpräsident bleiben. Weil er die Riesenschiebung am Ring noch nicht in trockenen Tüchern hat? Wenn die Macht erstmal abgegeben ist steht man auf einmal im Regen. Wilhelm Hahne hat das heute auch kommentiert. Dann scheint die Lage wirklich schlimm zu sein, wenn Beck gezwungen ist die Zügel stramm in der Hand zu halten.

Was auf der anderen Seite Anlass zur Hoffnung gibt, daß ihm sein ganzer Filz mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Und was meint Eveline Lemke dazu?

“Beck will bleiben. Erwartungsgemäße, gute Entscheidung!”


Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Dienstag, 03. Juli 2012

Kurt Beck´s Randalestadel wird Drei, ...

… aber ein Grund zum Feiern ist das sicher nicht, eher umgekehrt. Kann ich bitte A9 wiederhaben? Statt wahrscheinlich der weltweit einzigen von gekündigten-Betreibern-betriebenen-Staatsdisco.


Montag, 02. Juli 2012

In der Speedweek ...

... hat Guido Quirmbach den Brief vom ADAC an den Herrn Beck aufgegriffen:

“Es ist bezeichnend für die Ernsthaftigkeit des Briefes, dass er vom ADAC-Präsident, er spricht für rund 18 Millionen Mitglieder, und nicht von der Sportabteilung unterzeichnet ist.”


Samstag, 30. Juni 2012

Chaos, Kirmesmeile, FIA-Fristen: Offener Brief von ADAC Präsident Peter Meyer an Kurt Beck.

ADAC Präsident Peter Meyer schreibt - breits zum zweiten Mal! - einen offen Brief an Kurt Beck:

29.06.2012

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Beck,

mit Sorge betrachtet der ADAC die aktuelle Entwicklung am Nürburgring und seine damit zusammenhängenden Motorsportveranstaltungen.

Hintergrund ist die ungeklärte Pachtsituation zwischen der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH und der privaten Pächterin des Nürburgrings, der Nürburgring Automotive GmbH. Die damit verbundenen Planungsunsicherheiten für Motorsportveranstaltungen haben gravierende Auswirkungen, denn die Frist für die Anmeldung Internationaler Motorsportveranstaltungen bei der internationalen Motorsportbehörde FIA in Paris endet am 31. Juli 2012, die nationale Frist beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) in Frankfurt läuft am 13. August 2012 ab. Veranstalter wie der ADAC brauchen daher umgehend Rechts- und Planungssicherheit.

Der ADAC erwartet deshalb von der Landesregierung, dass sie schnellstmöglich dafür sorgt, dass rechtsverbindliche Verträge mit eindeutigen Zusagen für die Ausrichtung all seiner Motorsportveranstaltungen, wie zum Beispiel für das ADAC Zurich 24h-Rennen oder den Int. ADAC Truck-Grand-Prix kurzfristig geschlossen werden können. Dabei geht der ADAC davon aus, dass Sie, Herr Ministerpräsident, umgehend einen kompetenten Entscheidungsträger benennen, der zunächst die angemeldeten Veranstaltungstermine bestätigt, in der Folge die vertraglichen Konditionen verbindlich mit dem ADAC verhandelt und somit die notwendige Rechtssicherheit geschaffen wird.
Dabei kann es sich beim künftigen Vertragspartner nicht um die gekündigte private Pächterin Nürburgring Automotive GmbH handeln, denn diese wird entweder zeitnah freiwillig oder zukünftig gezwungenermaßen den Nürburgring zurückgeben müssen.
Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz muss endlich klare Verhältnisse schaffen, ansonsten wird es zumindest 2013 keine großen ADAC Motorsportveranstaltungen am Nürburgring geben. Dies würde nicht nur wirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe für die Region bedeuten, sondern auch weitere Arbeitsplätze gefährden.

Nach Auffassung des ADAC muss der Nürburgring als Sportstätte ohnehin öffentlich-rechtlich mit dem klar definierten Auftrag als Infrastruktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft betrieben werden, um so für die Region und für eine Vielzahl von Veranstaltungen wieder attraktiv zu sein.

Ich bin sicher, dass es nicht in Ihrem Interesse liegt, den Ring zu einer Kirmesmeile verkommen zu lassen. Deshalb fordere ich Sie auf, den Nürburgring zur Chefsache zu machen, das Chaos zu beenden und so auch in Zukunft professionellen Motorsport sowie bezahlbaren Breitenmotorsport möglich zu machen.

Geben Sie, Herr Ministerpräsident, eine klares Votum für die Region, für den Motorsport und für den Breitenmotorsport am Nürburgring ab.

Aufgrund des oben erwähnten Termindrucks erwarte ich gern Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

 
Peter Meyer

Die Medien greifen das auch auf, z.B. Rhein-Zeitung, dort gibt es auch den Brief als PDF, Rheinpfalz oder Volksfreund.

Was mich bei der Berichterstattung ein bisschen stört ist, daß es jetzt so dargestellt wird, als würde der ADAC drohen. Ich mein - was soll er denn machen? Ohne Verträge keine Rennen. Komische Drohung.

Hoffentlich drückt da bald in Mainz mal jemand den Startknopf! Die scheinen Beamtenmikado zu spielen.


Montag, 04. Juni 2012

Vermieter des Jahres.

Kurt Beck und seine treuen Kumpanen sind ganz vorne mit dabei dieses Jahr.


Freitag, 11. Mai 2012

Wenn die Achterbahn verschrottet wird ...

... werden die Verantwortlichen dann auch entsorgt? Kurt Beck macht es sich wie immer leicht, ein paar Fehlerchen zuzugeben. Wie ist nochmal Untreue definiert?

You see is what you get.

Also was ich sehe ist ein frisch geölter Aal mit Bart, der den Knall nicht gehört hat.


Freitag, 27. April 2012

Bad Beck Bank.

Zum ersten Mal fällt der Begriff Untreue im Zusammenhang mit dem Beck°Werk und der Regierungsverantwortung. Es geht um den Liquiditätspool, der Kurt Beck’s Schwarze Bank sei und mit der man Gelder der parlamentarischen Kontrolle entziehen könne.

Die Opposition greift das auf und bringt auch die Staatsanwaltschaft in’s Spiel. Die kann das dann prima auf den Nürburgring-Stapel legen in der Hoffnung, daß wir das alle vergessen.

Ist auch fast geschafft, denn dauert nicht mehr soo lange, bis die ersten Verjährungsfristen abgelaufen sind. Wenn man mal von 5 Jahren ausgeht, dann behalten die Herren Deubel, Pföhler, Härtel und Kühl sicher den 19.Nov.2012 im Auge. Diese vier Helden haben mit ihrer Unterschrift als Aufsichtsrat den Ring°Sarg im Nov.2007 genehmigt.

Die Gründe, warum diese Menschen so riskant im Dunstkreis des Illegalen handeln, kann ich nicht nachvollziehen.


Samstag, 21. April 2012

WiWo ausführlich über EU-Verfahren.

Am 29.März war Kurt Beck im ZDF zum Talken und hat dabei auch über den Nürburgring erzählt. In Kurzform: alles ist super, Arbeitsplätze geschaffen, kein Geld bezahlt und Probleme kriegen wir in den Griff. Und dabei auch den Piraten Christoph Lauer angegiftet, daß er keine Ahnung habe.

Am 20.März - ALSO VOR DEM BECK-AUFTRITT! - hat die EU ihre Stellungnahme verschickt. Die Begründung der EU für die Einleitung des Verfahrens gibt es jetzt komplett in 53 Seiten als Download via WiWo und die Kommission läßt kein Zweifel daran, daß das Mainzer Freizeitparkabenteuer von vorne bis hinten einer verbotenen Beihilfe entspräche. Ob Kredite oder Pachtvertrag - alles wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge so eingestuft und müßte zurückgezahlt / rückabgewickelt werden.

Damit wär der Nürburgring - und diesmal sprechen wir über die Landesgesellschaft Nürburgring GmbH - mit einem Schlag pleite. Überschuldet war sie ja bereits.

Am Donnerstag hatte bereits Wilhelm Hahne das Thema aufgegriffen - heute nochmal ausführlich in der WirtschaftsWoche - wird wohl auch am Montag im Print im Heft zu finden sein.

Insgesamt auch nochmal eine gute Gelegenheit zu erinnern, WER damals am 19.Nov.2007 als Nürburgring Aufsichtsrat die Erlebnisregion abgesegnet hat.

Und wer eindringlich davor gewarnt hat.


Donnerstag, 19. April 2012

Nach der Restsprechung des Gerichts sind deratige Betriebsbeihilfen nicht mit dem Binnenmarkt vereinbar.

Meint nicht irgendwer, sondern die EU Kommission. Und zwar BEVOR der Verantwortliche des Desasters diesen Auftritt im Fernsehen hatte und dreist verbreitet:

“Landesmittel sind NICHT geflossen bisher!”

Da kann man gut sehen, was für ein [hier-passende-Charakterqualität-einsetzen] der Kurt Beck doch ist.

Wilhelm Hahne hat sich heute die Mühe gemacht die Konsequenzen zusammenzutragen, die man in Mainz einfach nicht wahrhaben will:

“Am weitetesten fortgeschritten scheint aus meiner Sicht das Beihilfeverfahren zu sein. Die von der EU dort gesammelten Fakten wiegen so stark, dass die Regierung Kurt Beck hier keine Möglichkeit haben wird - mit welchen Tricks auch immer - den Konsequenzen zu entkommen.

Die sind allerdings tragisch, wenn man sie aus Sicht der Nürburgring GmbH empfindet: Die nämlich müsste alle Beihilfen zurückzahlen, ginge praktisch unrettbar in Konkurs und würde – wie Fachleute das nennen - „abgewickelt werden“. Der Staat könnte da nicht wieder helfend einspringen. - Aus! - Vorbei!

Die Zukunft des Nürburgrings, der Nordschleife, des GP-Kurses und des inzwischen angestauten „Anhangs“ (eine Achterbahn die nicht läuft, Lokalitäten die vom Schimmel befallen sind, und, und, und) ist also mehr als ungewiss. Auch das Schicksal der Mitarbeiter, über das immer nur dann gesprochen wird, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. - ver.di sollte jetzt schon mal darüber nachdenken!

Leider wieder einer jener Zeitpunkte, an dem man sich der Leute erinnert, die uns dieses Denkmal der geistigen Umnachtung vor die Nase gesetzt haben :/


Freitag, 13. April 2012

Kurt-Beck-Ersetzer.

Verpasst Pleitebeck den Absprung? Wirkt so, als klammert sich da jemand an sein Amt. Sonst hat er ja nichts. OK, ein Denkmal. Hat auch nicht jeder, vor allem in dieser Preisklasse.


Montag, 09. April 2012

Facebook kauft Instagram.

Für 1.000.000.000 $. Heftig.

Kürzlich hat Instagram erst die Android-Version vorgestellt (hatte ich am Freitag) und dabei erwähnt, daß sie 30 Mio. Nutzer haben. Sind 33$ pro Nutzer, die jetzt von Facebook rüberwachsen.

Megasummen sind das - obwohl in Kurt Beck’s Währung sind es nur 2 SPD-Gedächtnisparks. Alles relativ.


Freitag, 06. April 2012

Übrig Ns vom Freitag.

Nur ein Höchstmaß an Transparenz kann dazu beitragen, dass Politiker nicht weiter unter Generalverdacht geraten. Deutschland hat da noch großen Aufholbedarf. Man glaubt ja gar nicht, mit welchen perfiden Mitteln Lobbyisten zuweilen versuchen, politische Entscheidungen zu beeinflussen.


Sonntag, 01. April 2012

Kurt Beck im ZDF zum Nürburgring: keine Landesmittel geflossen und hunderte von Arbeitsplätzen entstanden.

Kurt Beck war am Donnerstag (29.März) im ZDF zu Besuch bei Maybrit Illner’s Talkrunde und siehe da: auch der Nürburgring wurde angesprochen. Das Thema am Abend war ausgerechnet “Sparen” und Kurt Beck’s Aussagen zum Thema waren so bemerkenswert, daß ich mir die Mühe gemacht habe sie abzuschreiben. Hier ist der Link zur Sendung, ab 47:30 geht’s los.

Das ist der Mann, der soviel Leid und Elend in die Eifelregion und zu den Nürburgringfans weltweit gebracht hat und immer noch selbstherrlich seine irre Realtitätsferne und den Größenwahn vor den Fernsehzuschauern verteidigt.

Maybrit Illner: Herr Beck: der Landesrechnungshof hat das grade nochmal alles bestätigt - das Land Rheinland-Pfalz hat eine Menge Geld ausgegeben für den Nürburgring. Fehlt das anderswo und wenn ja: wo?

Christopher Lauer: Schlecker?

(Publikum Gelächter.)

Christopher Lauer: Ich hab nichts gesagt …

Kurt Beck: Bisher haben wir überhaupt kein Geld dafür ausgegeben, sondern die Gesellschaft, die den Nürburgring trägt. Jetzt ist die Frage, ob man das rentabel kriegt oder nicht.

Der Nürburgring ist gebaut worden 1928 in der Eifel, wo nicht viel los ist, damit dort Arbeitsplätze hinkommen. Es ist zu Zeiten von Bernhard Vogel investiert worden zu 100% aus Steuermitteln.

Wir versuchen jetzt ein Teil, daß der sich refinanziert. Da haben wir einige Schwierigkeiten in der Umsetzung, das ist richtig, aber wir werden das in den Griff bekommen.

(Das ist Christopher Lauer, @schmidtlepp, Piraten)

Kurt Beck: In dieser Region in der Eifel nichts zu tun hieße eben, daß wir die ganzen Unternehmen, die auf Tourismus aufgebaut sind ecetera dort natürlich mit einem wichtigen Impuls nicht mehr versehen. Also so einfach ist es nicht, wie es dargestellt wird. Es gibt gelegentlich auch mal Probleme mit einem Projekt, das ist garkeine Frage, aber das kriegen wir in den Griff und darüber hinaus …

Einwurf Maybrit Illner: … darf ich nochmal zitieren, der Landesrechnungshof sagt bis 2030 - also die nächsten 2 Jahrzehnte - drohen dem Land in der Eifel Fehlbeträge von 210 Millionen Euro.

Kurt Beck: Das ist eine solche Rechnung wie wenn man das an dem Theater über das wir grad geredet haben hochredet. Wenn sie Infrastrukturprojekte zu 100% refinanzieren und die Abschreibung refinanzieren wollen, dann kommen sie auf solche Zahlen. Das ist bei Infrastrukturprojekten NIE der Fall.

Oder - sie müssen sie ja nicht machen als staatliche Gesellschaft, wenn’s ein Privater machen würde - wir haben ja einen Privaten als Betreiber dort - das macht man, damit Geldströme und Menschen in eine Region kommen - und das macht man an ganz vielen Stellen - das gibt’s bei uns an 600 Stellen - wo vorher Kasernen und Militärflugplätze waren … vorbildlich gelungen und an einer Stelle haben wir ein Problem in der Umsetzung …

Christopher Lauer: Haben Sie an allen Stellen 330 Millionen investiert oder ist das jetzt hier nur an der einen Stelle?

Kurt Beck: Ich hab’s ihnen grade erklärt, wenn sie zugehört hätten, könnten sie zumindest die Frage …

Christopher Lauer: Ich hör die ganze Zeit zu.

Kurt Beck: Nein, sie können jetzt nicht zugehört haben …

Chritopher Lauer: Doch.

Kurt Beck: … ich habe ihnen grade gesagt, daß eine Gesellschaft - die Nürburgring Gesellschaft - das investiert hat. Das ist eine 90%-ige Tochter des Landes und Landesmittel sind NICHT geflossen bisher! Ich sage nur, daß in der Zukunft man sehen muß, was ordnet man dem Infrastruktureffekt zu und was ist eben wirtschaftlich hereinzuholen durch Pachten und Mieten für die Hotels und das was dort gestanden ist.

Christopher Lauer: Was ist denn da zu holen?

Kurt Beck: Das sind wir grad dabei das hinzukriegen und nach unserer Rechnung - nach unserer Rechnung - ist ein Löwenanteil dessen hereinzuholen.

Christopher Lauer: Irre.

Kurt Beck: (wird laut) Ja sie sagen “irre” - sie haben doch KEINE Ahnung jetzt wovon sie reden. Entschuldigung: wieso nennen sie das irre? Sagen sie das mal. Es sind hunderte von Arbeitsplätzen dort entstanden - auch wenn’s ein Problem gibt - warum ist denn das irre?

Christopher Lauer: Der Herr Beck der Unterschied zwischen uns …

Kurt Beck: Nicht alles was man nicht weiß kann man beurteilen!

Christopher Lauer: Herr Beck, ich glaub der Unterschied zwischen uns beiden ist, daß ich wirklich zu meinen Lücken hier offen stehe und garnicht den Eindruck erwecke ich hätte davon Ahnung - sie es noch immer verzweifelt tun. Und das ist der Witz. Ich finde es bemerkenswert, wie sie auf die Piraten hier zum Beispiel draufhauen - wie sie auf uns hier irgendwie draufhauen - und so naja und BGE und sie haben von Schlecker keine Ahnung - und lalalalala - und dann mit so einer Leichtigkeit - ja - ach - 210 Millionen - ja - das hat der Rechnungshof jetzt hier gemacht - das erklärt dann auch einiges - wie gesagt, vielleicht haben sie ja auch Recht - ich konnte ihnen wie gesagt folgen - verstanden habe ich es noch immer nicht - aber ihre Wähler und Wählerinnen und Bürger von Rheinland-Pfalz finden das bestimmt großartig …

Kurt Beck: Sie haben mich auf jeden Fall die Wähler schon fünfmal wiedergewählt.

Christopher Lauer: Vielleicht war das ein paarmal zu oft.

Maybrit Illner: Herr Beck, vielleicht können wir die …

(Publikum lacht höhnisch.)

Kurt Beck: (zu Christopher Lauer) Ihre Arroganz wird ihnen auch noch vergehen, das versprech ich ihnen. Wenn sie mal ernsthaft versuchen Politik zu machen und für die Menschen da zu sein, statt so’n Schnickschnack von sich zu geben, dann werden sie mal erleben, wie schwer dieser Job ist. Glauben sie mir das.

Christopher Lauer: Ja.

Kurt Beck: … wie schwer dieser Job ist.

Christopher Lauer: Mach ich gerne. Mach ich gerne.

Kurt BeckIch hab ‘ne ganze Nacht wieder hinter mir - mit anderen telefoniert, um Schlecker zu retten.

Christopher Lauer: Hat gut funktioniert, ne?

Kurt Beck: Ja es hat nicht funktioniert wegen der FDP.

Christopher Lauer: Ja, iss ok.

Kurt Beck: Aber glauben sie mir, das war …

Christopher Lauer: Ja, immer die anderen.

Kurt Beck: Glauben sie mir, daß man da lustig ist, wenn man mit den Betriebsräten von Schlecker geredet hat - jetzt - und die Frauen VÖLLIG VERZWEIFELT SIND und da kann ich nicht so’n Schnickschnack mitmachen und jetzt heute abend hier lachen und lächeln.

Mir geht’s DRECKIG, weil’s tausenden von Menschen dreckig geht, denen wir hätten helfen können. Deshalb bin ich zornig und wütend und deshalb bin ich auch engagiert und innerlich empört und da kann ich so’n Schnickschnack einfach nicht ertragen - das sag ich ihnen.

(Kurt Beck lehnt sich zufrieden zurück, Publikum applaudiert.)

UPDATE:

Weil hier grade Leute von außerhalb - also aus dem Nicht-Nürburgring Dunstkreis - landen bzw. entern, ganz knapp eine kleine Executive Summary:


Donnerstag, 15. März 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Kafitz war fünfzehn Jahre lang Geschäftsführer des Nürburgrings, fiel dort aber finanziellen Schwierigkeiten zum Opfer.

Opfer? Opfer! Mir fallen sicher viele Namen für diesen Menschen ein, aber Opfer ist nicht dabei.


Samstag, 03. März 2012

Schön inszeniert.

Der Witz an diesem Brief von Jörg Lindner an Kurt Beck ist weniger, daß die immer noch nicht kapieren wollen, daß sie raus sind oder daß die den Brief auch schön an die Zeitungen geschickt haben — sondern, daß die frech die Marke Nürburgring auf ihrem Brief der “Nürburgring Automotive GmbH” führen. Am 28.Tag der Vertragskündigung.

Ich hoffe die Fälle der Markenrechtsverletzung werden alle einzeln in Rechnung gestellt.

Genau so, wie die NAG das auch so gerne macht. Also gemacht hat.


Montag, 27. Februar 2012

beck°werk.

Kurt Beck wurde zugetragen, daß es am Nürburgring Probleme gibt. Und obwohl er garnichts damit zu tun hat, hat er sich aufopfernd bereit erklärt zu vermitteln:

Für eine solche Brückenbaufunktion stehe ich persönlich zur Verfügung, das ist jetzt öffentlich gesagt, das wird intern auch nachgearbeitet wie man’s tut - mit einem Brief - ich pflege nicht dann auf Anrufbeantworter oder sowas zu sprechen …

Wie war das? Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.

Zeitgleich


Donnerstag, 23. Februar 2012

Heute gings ganz schön rund ...

… beim Thema Nürburgring. Auf der einen Seite gut, daß nach und nach immer mehr an’s Tageslicht kommt, auf der anderen Seite ziemlich eklig, was da so alles nach oben gespült wird.

Money Quote:

Insgesamt flossen also rund 17 Millionen Euro aus der öffentlich gesponserten MSR in Richters Firmengeflecht. Steinkühler sieht im Geschäftsgebaren von Richter am Nürburgring jedoch anscheinend nichts Verwerfliches. Offenbar könnten manche „nicht ertragen, dass Unternehmer durch eigene Anstrengungen und kaufmännisches Geschick auch Erträge erwirtschaften dürfen.“ 

Die Kommentare sind auch interessant, da geht’s eigentlich nur um Korruption und Knast.

Hier und hier gibt’s noch ein paar Infos dazu, die Staatsanwaltschaft bestätigt “wesentliche Mittelabflüsse”. Und eine neue Anwältin hat er: Renate Verjans. Hab mal gegoogelt.

  • Dann ging’s heftig weiter im Landtag.

Kurt Beck hat der gekündigten NAG einen neuen Vertrag angeboten: .. dass sie einen Sondervertrag im Bereich Hotel und im Bereich dieses Ferienparks weiter erfüllen und wir ansonsten eine neue Pachtsituation herbeiführen.

und Julia Klöckner hat Kurt Beck den Rücktritt angeboten.

Die Eifelzeitung sieht Beck schon angezählt.

Günter Eymael von der FDP meinte: Mein Vorschlag ist: Noch einen niedrigen Millionenbetrag in die Hand nehmen und mit der Abrissbirne alles platt machen, was nicht unbedingt zur Rennstrecke gehört. DAS kommt mir ziemlich bekannt vor!

  • Und schließlich hat Wilhelm Hahne den vertraulichen Teil vom Gutachten des Landesrechnungshofes vom 23.Juni 2010 geleakt: Teil 1 und Teil 2. Hier die 143 Seiten, die man schon kannte.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Aschermittwoch Übrig Ns.

Mein Vorschlag: einpacken.

“Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) habe einen wesentlichen Teil der Abmachung nicht erfüllt, nämlich keine Pachtzahlungen geleistet.”

und: “Wir sind sehr zuversichtlich, was die Qualität des Vertrags angeht.”

Zu dem Vertrag gehen die Meinungen auseinander:

“Zur Beurteilung des Vertrags haben wir ein juristisches Gutachten beauftragt. Dieses Gutachten macht deutlich, hier handelt es sich um kein solides Vertragswerk, sondern es werden zahlreiche Lücken deutlich.”

… meint Eveline Lemke … im Nov.2010.

Den Vertrag kann man hier nachlesen.

Daß der Kurt Beck jetzt mitspielt beim Ihr könnt nach Hause gehen deute ich mal als Zeichen, daß der Ring bald richter- und lindnerfrei ist. Muß man dem Mann fast dankbar sein, aber das hilft seinem Minuskonto auch nicht mehr.

Allerdings werde das Land Vorkehrungen für eine mögliche Umschuldung der Investitionskredite treffen, sollten die zukünftigen Pachteinnahmen die Tilgungsraten nicht decken können.

Wie lange will eigentlich der AW-Landrat Jürgen Pföhler noch untertauchen?

Das Ende der Netzgemeinde.

Das böse Unbekannte nimmt Einzug in unser tägliches Leben und das Internet wird dabei automatisch auch für alle Nicht-Nerds de-mystifiziert. Feine Sache das und für die gegensteuernden Lobbyisten glücklicherweise nur schwer in den Griff zu kriegen.

“Das ist die neue Realität in Deutschland: Die Netzgemeinde ist tot – es lebe das Netz. Und wer dessen Nutzung beschränken will, der stellt sich nicht gegen einen Kult oder eine Sekte – sondern gegen einen großen Teil der Bevölkerung.”

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Pressemitteilung dazu einen Tag vorher “plaziert”.

  • Sueddeutsche.de: Recht am Ring.

  • Aus der Rubrik: Blogger sind keine Journalisten.

  • Andrea Die-Ring-Region-im-Stich-gelassen Nahles macht einen auf Facebook. Am lesenswertesten wie so oft: die Kommentare.

  • Damit hat der Herr Steinkühler wohl nicht gerechnet, daß die Rhein-Zeitung einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt und mal bei Bernie Ecclestone anruft.


Mittwoch, 15. Februar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ach guck an, die auto motor und sport hat auch schon was mitbekommen. Gewohnt oberflächlich werden ein paar Sachen zusammengekratzt, mit NAG Propaganda ergänzt und ohne Hinterfragen zusammengeschüttet. Das Ganze wird dann noch garniert mit einem Bild von der Startaufstellung 24-Stunden Rennen. Echter Journalismus halt. Natürlich auch kein Wort davon, wer damals die “Manager mit Weitblick” auf das Schild gehoben hat.

Vor garnicht langer Zeit waren die so drauf.

  • Karneval - bzw. Fastnacht - das ist doch genau das Richtige, um von den Problemen abzulenken. Nur falls jemand der Bericht vom LRH nicht als Begründung für den plötzlichen Aktionismus reicht.

  • Meanwhile, at the Grünen Kreisverband Ahrweiler …

Rückbau des Ringracers, Umbau und Verkauf von einzelnen Gebäuden, mehrere Betreiber für die verschiedenen Bereiche: Grünen-Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schließt am Nürburgring derzeit fast nichts aus.

Also wenn’s nach mir gänge, ich würd die Achterbahn ja weiterrosten lassen. Da kann man prima Sachen dran aufhängen und so ein Mahnmahl hindert hoffentlich für die weitere Zeit, daß nochmal irgendwann irgendjemand auf die bescheuerte Idee kommt, für über 10 Millionen Euro Steuergeld sowas dahin zu bauen.

DAS kann man so unterschreiben: “Deren Schwächen in Konzeptionierung und Umsetzung haben den Ring zu einer Sackgasse gemacht.”

Von den Grünen RLP.

Komisch, von diesen “Ring-Fans” hab ich noch keinen getroffen. Dafür aber viele, die Angst um die Nordschleife haben.

Das Ringwerk macht angeblich 1 Mio. Euro Verlust ohne Abschreibung. Frag mich wie das gehen soll.


Dienstag, 14. Februar 2012

NAG Kündigung Tag 7 ...

… aber sie sind immer noch da.

Und haben die Anwälte eingschaltet, um noch länger zu bleiben.

Ist aber nicht mehr die Nürburgring-übliche Redeker Sellner Dahs (der Herr Lehr …), sondern neu hlfp aus Düsseldorf: Hoffmann Liebs Fritsch. Auch ein Riesen-Schuppen.

Also für die Anwaltsbranche ist das beck°werk auf jeden Fall eine neue Chance für Arbeit und Wertschöpfung.


Anklage bei Gericht eingegangen.

Nicht nur gegen Ingolf Deubel, auch Walter Kafitz, Hans-Joachim Metternich und “weitere Ring-Verantwortliche”. Steht in der Zeitung und kam auch im SWR.

Schon im August 2011 hieß es, die Anklageschrift umfasst über 100 Seiten. Warum das noch ein halbes Jahr gedauert hat? Vielleicht mußte Kurt Beck ja noch gegenlesen, bei den Filzern wundert einen garnix mehr. Deswegen sieht der Herr Deubel das ja auch “gelassen”.

Ursprünglich ging es mal um diese Personen, aber es gibt auch noch ein zweites Verfahren wegen der CST.


Freitag, 10. Februar 2012

Offener Brief an Kurt Beck - vom 15.März 2007.

Die Bürger in der Eifel haben mehr drauf als die teuren Unternehmensberater der Landesregierung, denn leider treffen die Befürchtungen von vor 5 Jahren mit aller Wucht ein.

Norbert Hanhart hat den Brief im Namen der Bürgervereinigung “Rettet den Ring” nach Mainz in die Staatskanzlei geschickt am 15.März 2007. Zur Erinnerung: der Aufsichtsrat (Deubel, Pföhler, Härtl, Kühl) hat am 19.Nov.2007 das Projekt genehmigt und am 10.Dez.2007 wurde die Haupttribüne gesprengt. Siehe Chronik.

Ein paar Auszüge:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

voller Sorge um die Zunkunft des Nürburgrings wenden wir uns heute an Sie, vor allem, um dem vom Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Herrn Dr. Kafitz, vermittelten Eindruck entgegenzutreten, die Eifel unterstütze sein Mammutprojekt Erlebnisregion. (..)

Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..)

Uns erscheint es keinesfalls nachvollziehbar, dass Ihr Finanzminister öffentlich bekundet, dass der Verzicht auf die Erlebnisregion den Abstieg von der Championsleague in die Kreisklasse bedeuten würde. Auf welchem Wissen, welcher intimen Kenntnisse unserer Region beruhen diese starken Worte? Wir befürworten sinnvolle Investitionen zur Stärkung der Kernkompetenz Motorsport, lehnen jedoch das Risikiospiel der Nürburgring GmbH ab. (..)

Was geschieht jedoch, wenn das Projekt als ganzes scheitert und die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Die Folgen für die gesamte Eifel wären unabsehbar.

Hier der komplette Brief, zu dem es leider nie eine Antwort gab.


Kurt Beck's Betonmeile ...

... ist fast ein Kilometer lang:


Den Unterschied zwischen Nürburgring und Freizeitpark verständlich erklärt.

Es ist dauernd die Rede davon, wie schlimm es um den Nürburgring steht. Dabei ist der Nürburgring eine Rennstrecke - und zwar die schönste der Welt!

Richtig schlimm ist aber das, was Kurt Beck und seine Helferlein mit unserem Geld in den letzten 4 Jahren dort verbrochen haben.

Hier mal eine Grafik die das allgemeinverständlich verdeutlicht.

beck°werk vs. Nordschleife

(Anklicken für großes Bild.)

Man achte bitte auf die Details: grünes Streckenschild und ohne FIA Zaun oben und beck°werk unten! :D

Könnt Ihr gerne teilen oder posten oder sonstwas mit machen, hier ist ein Shortcut zum Bild:

renn.tv/url/beckwerk


Mittwoch, 08. Februar 2012

Kurt Beck und die Mathematik.

Morgen stellt der Landesrechnungshof seinen Jahresbericht vor und - Überraschung! - der Nürburgring ist darin vertreten. So wie in den Vorjahren.

Zum einen geht es um die Rückzahlung der Investitionen und damit um die Pacht, die nötig wäre, um den Beton°Müll irgendwann abbezahlt zu haben und zum anderen um die Formel 1 Abrechnung.

Vor ziemlich genau 2 Jahren meinte Kurt Beck:

Das neue Konzept für das Freizeit- und Geschäftszentrum werden die damit verbundenen privaten Investoren nach Becks Einschätzung zu einem Erfolg führen. «Mitnichten» müssten die Steuerzahler 300 Millionen Euro aufbringen. «Im Gegenteil, wir können davon ausgehen, das Zins und Tilgung und Schuldendienst getragen werden und das Unternehmen noch Geld verdient.».

Morgen - und von Wilhelm Hahne schon heute geleakt - stellt der Landesrechnungshof seine Analyse vor und kommt zu dem Schluß, daß die Mindestpacht aus dem gestern gekündigten Vertrag garnicht gereicht hätte. Statt 15 Mio. Euro pro Jahr hätte man 24,5 Mio. Euro gebraucht. Danach muß der Ring 67.000 Euro Profit pro Tag erwirtschaften, um irgendwann in 2030 die Schulden abbezahlt zu haben.

Mit der Mindestpacht hätte man weitere Unterdeckung von 210 Mio. Euro “erwirtschaftet”.

Da werden wir morgen sicher wieder viele Ausreden hören, der überraschend harte Winter wäre grad günstig im Angebot.


Schlammschlachten mit Steinkühler.

Im Oktober hab ich mich noch gefragt, was hat man da vor bei der NAG?, als sie die Agentur Steinkühler unter Vertrag genommen und ihre bisherige - “Das ist eine ganz normale PR-Kampagne.” - Fachkraft Stefanie Hohn entsorgt verloren haben.

Seit gestern ist es klar, als diese von Herrn Steinkühler gezeichnete PM als Antwort auf die NAG-Kündigung verbreitet wurde.

Das war aber noch nicht alles, gestern nacht hat der Blogger Karl-Heinz Steinkühler nochmal nachgelegt und sich ordentlich im Schlamm gesuhlt:

Mainzer Plauderstunde.

Dort wird handverlesen und aufwendig abgerechnet mit

  • Kurt Beck
  • Eveline “Evelyn” Lemke
  • den Sozialdemokraten allgemein
  • den Herren Lewentz und Kühl
  • und der Nürburgring GmbH (!!)

Seine Kunden - Kai Richter und Jörg Lindner - würde er wohl am liebsten auf dem Cover des Manager Magazins sehen:

  • die Unternehmer am Ring einzig fähig aus der “überflüssigen Betonruine” Kapital zu schlagen
  • die privaten Ringbetreiber mit tollen Veranstaltungen

während

… Kurt Beck mit seinem angeblichen Freizeitpark vor zwei Jahren eine Schrottimmobilie in die Eifel-Landschaft gestellt hat.

Meint er diesen Schrott?

In Mainz zittern sie bestimmt jetzt alle mit den Knien, denn

Die besten Wirtschaftsanwälte Deutschlands werden nun zumindest auf Seiten der NAG juristisch gegen die Kündigungen vorgehen.

Arbeiten die eigentlich gegen Vorkasse?

Er spricht auch von den

“… nie zu bedienenden gigantischen Investitionskredite …”

Wer hat nochmal wem was abgekauft?

Screenshot SWR, als die 3 Düsseldorfer Mainz besucht haben.

“Diese Nürburgring GmbH kann froh sein, dass die Nürburgring Automotive GmbH weitermacht. Denn sonst würden weitere Minus-Millionen Kurts Konto womöglich schwer belasten.

Ganz ehrlich: haut ab.

Die paar Millionen machen den Kohl jetzt nicht mehr fett und billig wird der Umbau sowieso nicht. Eure Zeit ist um, Ihr seid gekündigt.


Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Montag, 06. Februar 2012

Übrig Ns vom Montag.
Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Rheinpfalz rechnet vor, daß neben dem 330 Mio. Kredit für den Beck°Protz der Ring 160,33 Mio. Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten hat oder zugesagt sind.

In Zahlen:

490.330.000,00 Euro

Das ist jetzt erstmal eine unfassbar große Zahl, daher ein motorsportlicher Vergleich: in Deutschland baut man zur Zeit eine Tiptop-Rennstrecke für 34 Mio. Euro. Man könnte also 14 (!!) Rennstrecken für diesen Betrag bauen.

Eigentlich sollte sich mit dem Ringdrama nicht die Justiz, sondern eine leistungsfähige Psychiatrische Klinik befassen.

Ob’s am Ring auch so lange dauert?

Selbstverständlich ist die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich erfolgt - was habt Ihr denn gedacht?

Das mit der Spielbankabgabe steht auf Seite 20 vom Pachtvertrag und liest sich so:

Fällt die “Spielbankabgabe”, die im bisherigen Umfang dem Projekt Nürburgring zugute kommt, aus, verändert sich die vorgeschriebene Verteilung des Jahresergebnisses proportional.

Inwiefern man da einfach die Mindestpacht einbehält?

Das mit der Spielbankabgabe halt ich für Zeitspiel. Das steht nicht drin, daß die an die NAG zu zahlen ist. Das wär ja auch ein schlechter Witz, wenn der Steuerzahler ihnen Millionen zahlt und damit dann die Miete bezahlt wird. Obwohl … - würde nahtlos in’s Schema passen.

Kurz: den Grüßaugust.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Filmaufnahmen der GPs von 1931, 1932, 1933, 1934, 1935, 1936, 1937, 1938 und 1939.

Schön, daß es solche Aufnahmen gibt. Allerdings machen sie einem auch besonders deutlich, wie der Beck’sche Leuchtturm den Ring quasi an den Füßen aufhängt.


Montag, 09. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.
  • Die Sorgen am Brünnchenparkplatz haben viel Resonanz gefunden und viele Leute haben sich spontan bereit erklärt mitzuhelfen. Sind gute Aussichten und ich habe den Post von gestern entsprechend ergänzt.

  • “Alzen-Ford” klingt ungewöhnlich. Ist aber eine vielversprechende Kombination. Wem das noch nicht reicht kann noch Artur Deutgen mit dazuzählen.

  • Ich dachte bisher Achim kann nur ON oder OFF. Stellt sich raus, stimmt garnicht.

  • Scheint so als sprechen Jörg Lindner und sein Geschäfteführer Karl-Josef Schmidt bei ihren Plänen wörtlich von alternativlos.

Diese Wortwahl passt ausnahmsweise mal wie Arsch auf Eimer zu den beiden. Haben gute Chancen als Unmanager des Jahres!

Wäre mal interessant zu sehen, wie sich die 911er Zulassungen über die Jahre entwickelt haben. Gehen die sogar zurück? Also wenn da mal jemand einen Link zur Hand hat …

  • Mehr Details zu der Beschwerde Dorint / Bundeskartellamt. Der Rennstreckenmarkt in Deutschland werde maßgeblich durch Nürburgring und Hockenheimring bestimmt, daher hätten auch andere Bewerber geprüft werden müssen. Daß genau das nicht geschehen ist, haben wir ja eindrücklich nachweisen können.

  • Wenn es nach Julia Klöckner geht, dann ist der Nürburgring auch 2016 immer noch wahlentscheidend.


Sonntag, 08. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • die Kohlekarte (Nordschleife nur für VIPs) koppele auf unzulässige Weise die Angebote,
  • die Vergabe an Richter/Lindner sei insgesamt intransparent gewesen, das Land habe seine marktbeherschende Stellung mißbraucht.

Da soll nochmal einer behaupten, Kurt Beck schaffe keine Arbeitsplätze. Inzwischen beschäftigen sich soviele Behörden mit dem Ring, man kommt ja garnicht mehr mit:

  • Staatsanwaltschaft,
  • Landesrechnungshof,
  • EU Kommission,
  • Landeskartellamt und jetzt auch:
  • Bundeskartellamt.
  • Achim’s Tage (Jahre!) als Nordschleifen-Marshall sind vorbei. Grund laut NAG-Rommel: Reduktion. Was ist das denn für eine Logik: weniger Marshals = mehr Sicherheit?

Achim war der erste Auto-Marshall überhaupt - er hat diese Sicherheitsmaßnahme vor knapp 10 Jahren mit erfunden.

Neben der natürlichen Fluktuation hat die NAG die ursprünglichen Mitglieder damit komplett entsorgt.


Dienstag, 20. Dezember 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Tolle Überschrift gewählt vom Markus Kompa:

Nürburgring Forum wieder im Rennen.

Ring bekommt Sicherheitszentrum: Mit dem Bau des gemeinsamen Gebäudes für DRK, Feuerwehr und Polizei soll noch im ersten Halbjahr 2010 begonnen werden. [..] Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf einer SPD-Veranstaltung erklärt. Mit rund vier Millionen Euro ist die neue Heimstätte für Rettungskräfte, DRK und Polizei veranschlagt, die an der B 256 in der Nähe der Fahrsicherheitszentren entstehen soll. Die Kosten trägt das Land. [..] Zumal der Bedarf an Sicherheit und Sanitätsleistungen durch die neuen Einrichtungen wie Erlebnisboulevard und Gastronomiedorf gewachsen ist. [..] Jetzt kommen alle unter ein Dach in einem modernen Haus”, so Landrat Jürgen Pföhler.

NACH den Landtagswahlen (also heute):

Jahrelang wurde geplant - und jetzt wird kräftig abgespeckt: Für die vorgesehene Sicherheits- und Einsatzzentrale der Rettungskräfte am Nürburgring fehlt das Geld. Die Verantwortlichen haben sich von einem Millionen Euro teuren Neubau mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Einsatzfahrzeuge im kleinen Örtchen Balkhausen verabschiedet und planen nun ein Gebäude, das bei Bedarf um Container erweitert wird. (beides aus der Rhein-Zeitung)

Die das nicht kennen: damit “verdient” der Jörg Lindner in seinem normalen Leben sein Geld.

Für die schönen neuen Bauten brachte der vermeintliche Investor auch gleich einen Nutzer mit: die renommierte Düsseldorfer Hotelkette Lindner und in ihrem Schlepptau Jörg Lindner, einen von fünf Söhnen des Gründers und Seniorchefs Otto Lindner. Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt. (Quelle: wiwo)

  • Bilster Berg? Läuft.

  • Nürburgring-Rückblick in der Rhein-Zeitung:

    Skandalgeschichte … Schleuder- und Schlingerkurs … Teilzeitpark … Abriss? … leere Gebäude … eingemottet … Prozesse … am Ring brennt es … Erpressung … Täuschung … aggressive Kampagne … Mahnbescheid … brüchiges Zweckbündnis … schwerer Schlag … schillernde Seifenblasen … Rechnungshof … Staatsanwaltschaft … Finger am Abzug …

    das sind so die Vokabeln, mit denen heutzutage über den Ring berichtet wird.

  • Die ZDF Reportage von neulich gibt es jetzt auch mit englischen Untertiteln. Bitte in Eurem internationalen Bekanntenkreis verteilen - gibt einen relativ balancierten Überblick zur aktuellen Situation.

  • Im Forum ist wieder richtig Leben in der Bude - prima!

  • SAAB hat Insolvenz angemeldet (via).

  • Wilhelm Hahne über Verschaukeln statt Transparenz - die Nürburgring Verpachtung und die Gutachter.


Samstag, 19. November 2011

Genau heute vor 4 Jahren - am 19.Nov.2007 - wurde der Bau der Erlebnisregion besiegelt.

Kaum zu glauben, daß es möglich ist den Nürburgring in nur 4 Jahren so massiv zu zerstören, aber genau das ist passiert.

Die Herren:

  • Ingolf Deubel
  • Jürgen Pföhler
  • Carsten Kühl
  • Roland Härtel

haben am 19.November 2007 als Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH den Bau der Erlebnisregion offiziell besiegelt. Es sind diese 4 Personen, die mit ihrem einstimmigen Beschluss das Abreissen und Betonvergießen genehmigt und gestartet haben.

Die ddp-Meldung am 19.November dazu:

“Die geplante «Erlebnisregion Nürburgring» wird nun doch gebaut. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), im Anschluss an die Sitzung am Montag in Mainz. (..) Das Land nehme allerdings kein Geld in die Hand.”

Zwei Tage vorher - am 17.Nov.2007 - gab es auch schon im SWR die Meldung, daß im Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen werden soll:

“Der Auf­sichts­rat der Nür­burg­ring GmbH will unter Vorsitz von Finanz­minis­ter Ingolf Deubel (SPD) am Montag eine his­tori­sche Ent­schei­dung treffen: Er will das 150-Millionen-Euro-Projekt ”Erleb­nis­region Nür­burg­ring“ besiegeln, für das Ring-Haupt­geschäfts­füh­rer Walter Kafitz seit Jahren wirbt. (..) Der Weg für die geplante Erlebnisregion am Nürburgring in der Eifel ist frei. (..) Rund 80 Millionen Euro der Gesamtinvestitionssumme übernehme ein Großinvestor, sagte der Minister. Die restlichen 135 Millionen Euro lägen in der Verantwortung der Nürburgring GmbH.”

Die CDU - heute gerne Rächer der Enterbten - hat sich demonstrativ hinter das Projekt gestellt:

“CDU-Fraktion begrüßt das Vorhaben. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Walter Wirz, bezeichnete das Finanzierungskonzept als ”lange überfällig“. Seine Fraktion begrüße jedoch das Vorhaben, da es Arbeitsplätze in der Region sichere und schaffe.”

Dabei waren die Proteste gegen das Bauvorhaben massiv und unüberhörbar - es wurde nur skrupellos darüber hinweggesehen.

Hier ein kurzer Rückblick zu der damaligen Gefühlslage, als die Zahlen passend gerechnet und die Kritiker verhöhnt wurden:

Am 15.März 2007 der Offene Brief von RETTET DEN RING als Hilferuf an Ministerpräsident Kurt Beck:

“(..) Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..) Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Am 22.Mai 2007 widmet sich der SPIEGEL in einem großen Artikel dem Thema unter der Überschrift: Luftschlösser am Nürburgring.

“(..) Obwohl der erste Spatenstich schon im Oktober dieses Jahres erfolgen soll, ist bisher nach Angaben der Nürburgring GmbH noch völlig offen, welcher Investor sich beteiligen wird und zu welchem Teil. War anfangs noch geplant, das ganze Projekt zu 100 Prozent von privaten Investoren finanzieren zu lassen, heißt es im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz jetzt, die Erlebnisregion komme nur, wenn mindestens 50 Prozent von Investoren getragen werde. Wer das finanzielle Risiko trägt, sollte das Projekt scheitern, ist ebenfalls noch völlig offen.”

Am 15.September 2007 - zum VLN 6-Stunden Rennen - werden Hunderte Protestflyer verteilt: Vorderseite / Rückseite. Diese Flyer sieht man heute noch - etwas vergilbt, aber in Ehren gehalten - hinter der Scheibe in einigen Autos:

“Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab. Für die Nordschleife stellt die geplante Erlebnisregion am Nürburgring eine große Bedrohung dar.”

Am 8.Nov.2007 gab es einen weiteren großen SPIEGEL Artikel: Disneyland an der Nordschleife:

“Skepsis ist angebracht. ”Aufgrund der negativen Erfahrungen mit früheren Planzahlen bestehen Zweifel … ob die Erhöhung der Zahl der Besucher .. erreicht werden kann“, kommentiert etwa der rheinland-pfälzische Rechnungshof in einem Prüfbericht die Prognosefähigkeit des seit 1994 amtierenden Ring-Geschäftsführers. (..) Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH hat Kafitz’ Konzept indes bisher nicht abgenickt. ”Die Sache wurde noch nicht festgezurrt“, so ein Insider. Für den 19. November hat das Kontrollgremium der Nürburgring GmbH eine außerordentliche Sitzung angesetzt, um offene Fragen zu klären.”

Heute wollen die handelnden Personen nichts mehr auch nur annähernd von Verantwortung hören:

  • Ingolf Deubel ist zwar als Finanzminister zurückgetreten, weil irgendeiner mußte die Rübe hinhalten zum Zeitpunkt der großen Eröffnung zwei Jahre später beim Formel 1. Aber heute ist er längst wieder fleißig als Berater - ausgerechnet zu Schuldenthemen - unterwegs.

  • Jürgen Pföhler macht inzwischen einen auffällig großen Bogen um das Thema Nürburgring und möchte mit der ganzen Sache am liebsten nichts mehr zu tun haben.

  • Carsten Kühl hat Karriere gemacht und ist der aktuelle rheinland-pfälzische Finanzminister.

  • Auch Roland Härtel ist eine typische Politikerkarriere gegangen, nämlich vom Nürburgring Aufsichtsrat in den Lotto Verwaltungsrat.

Auch wenn Horst von Saurma mal in seinem sport auto Editorial meinte, daß es destruktiv sei sich hinterher aufzuregen, so finde ich, daß die Art und Weise wie sich unsere Politiker winden und wenden ein schönes Bild abgibt, in was für einer verkommenen Welt wir leben. Auf einen 4-Jahres-Rückblick der ehrenwerten Herren zu ihrer weittragenden Aufsichtsratsentscheidung können wir jedenfalls lange warten.


6 Monate Rot-Grün.

Das Thema Nürburgring war, ist und bleibt bestimmend. Leider.

Überhaupt bleibt das 350-Millionen-Euro-Projekt eines der größten Probleme der Landesregierung. Dabei hat sich die Gefechtslage verändert - und das macht die Situation für Beck und seine Regierung so gefährlich. Denn es ist nicht mehr nur die CDU-Opposition, die den Finger in die Wunden legt und Aufklärung fordert. Unterstützt von ihrer neuen PR-Agentur, deren Chef schon Skandale und Affären früherer NRW-Landesregierungen ans Tageslicht brachte, schießen die privaten Betreiber mittlerweile immer schärfer.

Da wird ein Kampf auf dem Rücken der Nordschleife ausgetragen, wobei die 84-jährige Lady am allerwenigsten dafür kann.


Freitag, 18. November 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • “Der besondere Fokus liegt auf einer Bauweise, die sich an maritimen Küstenensembles orientiert – also auch am Baustil der Häuser in Greetsiel ..”

  • “Durch den Ferienpark entstehen in Greetsiel ca. 80 neue VOLLZEIT-DAUER-Arbeitsplätze ..”

  • “Durch exklusive Angebote werden neue Zielgruppen aus neuen Quellregionen angesprochen.”

  • “Durch die höherpreisigen Angebote des Ferienparks wird es keinen Verdrängungswettbewerb mit den Ferienwohnungen vor Ort geben.”

  • “Greetsiel hat von April bis Oktober Saison – durch den Ferienpark wird ganzjährig eine Infrastruktur (Saunalandschaften, Restaurants, Events, Schwimmbad) vorgehalten, dadurch kommen Touristen auch in der Nebensaison nach Greetsiel ..”

Am Sonntag ist Showdown, dann dürfen (müssen!) die Bürger wählen, bzw. abwählen. Siehe auch hier.

  • Bei Jerlitschka / Moch (= Vorjahressieger, 4.dieses Jahr) mitfahren Rallye K-AW. (Via.)

  • Der Grottigste Website Contest geht in eine neue Runde. Und den Preis für die grottigste URL gibt’s noch obendrauf:

erlebnisregionnuerburgring.de


Donnerstag, 06. Oktober 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
Dienstag, 27. September 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Schirra Mini is back - und fuhr am Samstagmorgen das erste mal unter 9 Min. Ist im Rennen leider nicht in’s Ziel gekommen, weil dem Getriebe die Luft ausgegangen ist.

  • Wenn die Geschäftsführung der NAG schon offiziell von teilweiser Schließung spricht, dann kann es eigentlich nicht mehr lange bis zur Komplettschließung dauern. Immerhin haben sie das Märchen 2 Jahre lang hoch gehalten - und dabei viel Geld verbrannt.

Von Regress ist auch die Rede. Aber nicht so, wie Ihr jetzt denkt:

“Deswegen prüften die Betreiber nun sogar, ob sie den Besitzer und Verpächter des gesamten Nürburgrings, die Nürburgring GmbH, für den Schaden in Regress nehmen könnten.”

Ich hoffe Kai Richter ist auch verpflichtet worden, das nicht funktioinierende Eifeldorf von uns Steuerzahlern zurückzukaufen. Wenn nicht, dann müßte man die Politiker haftbar machen, die den Vertrag geschlossen haben und die es in unserem Namen und mit unserem Geld gekauft haben. Allen voran Kurt Beck und Hendrik Hering. Um Ingolf Deubel kümmert sich hoffentlich die Justiz schon.

Daß sich jetzt die prognostizierten Besucherzahlen nicht wie geträumt einstellen, darf für den Betreiber keine Überraschung sein, denn er verbreitet die Zahlen selber:

Schon heute reisen rund zwei Millionen Besucher pro Jahr zur Formel–1-Strecke in die Eifel.

Und als ordentlicher Kaufmann und Unternehmer hat er diese Zahlen natürlich vor der Veröffentlichung geprüft!?

  • Kühl & Co.

  • Am Wochenende lief nach dem VLN-Rennen der (megamäßig gute!) Hahne/BMW/24h-Film im Nürburgringkino. Das wurde auch mächtig beworben - durch die VLN und die NAG - sogar im Ringradio während des Rennens. Eigentlich eine gute Gelegenheit mal “ausverkauft” zu vermelden. Und wieviel Leute sind gekommen? Irgendwas zwischen 15 und 30.

  • Die Rhein-Zeitung durchleuchtet das NAG/RLP Formel 1 Geschäft. Ein paar Details:

  • Konzessionsvertrag mit der NAG gilt bis 2030 (Verlängerungsoption bis 2040).
  • Die Schlußrechnung zur Formel 1 ist noch in Arbeit.
  • Aufsichtsratschef der NG: Klaus Stumpf.

Dienstag, 23. August 2011

Reifferscheider ANTI STADL.

In alter und bewährter Tradition lehnt sich die 4.größte Gemeinde der VG Adenau gegen die staatliche Diskothekenkonkurenz auf und lädt ein zur “Party like a Rockstar Vol.2”. Am 2.Oktober in Reifferscheid mit “Bounce”.

Den passenden Facebook Event gibt es auch dazu.

Die Junggesellenvereine der Orte rund um den Ring haben es immer schwerer, die Kosten für ihre jährlichen Feste einzuspielen. Dabei gibt man sich immer viel Mühe und versucht auch eine gutes Programm auf die Beine zu stellen. Kurt Beck’s neues Nachtlokal macht die Sache natürlich nicht einfacher, ANTI STADL bringt das ziemlich griffig auf den Punkt … bzw. auf die Haut.

Ich find’s gut und drück die Daumen, daß mindestens eine schwarze Null bei rauskommt. (Danke Matthias!)


Sonntag, 21. August 2011

Wilhelm Hahne ist nicht kleinzukriegen.

Wilhelm Hahne hat neue Geschichten veröffentlicht, da ist natürlich auch einiges Ring-lastiges dabei. Ich bin immer froh, wenn Wilhelm dazu kommt, seine Sichtweise mit der Öffentlichkeit zu teilen. Leider hat er ja auch durch das neue maNAGement einiges an Gerichtsprozessen an der Backe :/

Audi-Arroganz?

.. beschäftigt sich mit dem leidigen Thema der “Balance of Performance”. Allein schon das Wort sollte aus dem Motorsport Vokabular gestrichen werden. “Die Ausgeglichenheit im Wettkampf” - das widerspricht sich doch schon! Die sollen nur weiter so machen, dann kommt bald ein Motorsport Format aus dem Nichts, das den Namen Sport dann auch wieder verdient hat. Die Leute lassen sich nicht unbegrenzt an der Nase herumführen.

Das letzte Knurren?

.. ist eine brisante Hintergrundstory zu Kurt Beck’s OLG Querelen. Wer das alles miteinander verwandt und bekannt ist in einem Atemzug mit Urteilen “Im Namen des Volkes” - schwindelerregend.

…bis zur EU-Entscheidung

.. dokumentiert die SAVE THE RING Demo. (Danke!!)

Der Nürburgring-UA

.. beschäftigt sich mit ebendem, den es aber leider nicht mehr gibt. Über 30 Termine des Parlaments, ohne Abschlußbericht. Farce trifft es doch ganz gut.

“Schein-Faszination”

.. Falschgeld am Ring? Mal wieder nur von W.H. ausgegraben, in den Nachrichten hab ich davon nichts mitbekommen. Wollen die überhaupt Verbrechen aufklären? Unter den Teppich paßt am Ring doch lange nichts mehr.

Wo Propheten versagen

.. die Kette der Fehlplanungen am Ring will einfach nicht abreissen. Ist ja auch kein Wunder: niemand schneidet die alten Zöpfe ab!

DANKE Wilhelm.


Montag, 15. August 2011

Übrig Ns vom Montag.
  • Richter bekommt 28 Jahre Haft. (Via.)

  • Flash Korden @ Autoblog.

  • Neulich an der Nordschleife. Kunst? Meinungsfreiheit? Beleidigung? Satire? Karrikatur? Ich jedenfalls glaube nicht, daß der Nürburgring in seiner 84-jährigen Historie jemals unbeliebtere Geschäftsführer hatte.

  • Wie bei VW die Talente firmenintern umplaziert werden, kann man hier gut erkennen: Audi - VW - Porsche in einem Atemzug.

  • Aus der Welt:

“.. Beck, der zudem unter dem erfolglosen Nürburgring-Großprojekt leidet, ..”

Bevor er sich am Ende noch selber leidtut, ich finde die Schmerzgrenze besonders bei den ursprünglichen Ringfans ist längst überschritten. Das sind die wahren Leidenden.

  • “Offenbar wird auch die Variante in Betracht gezogen, dass ein privater Investor baut und das Gebäude dann (..) vermietet. (..) Ein solches Bauprojekt müsste allerdings ausgeschrieben werden, möglicherweise europaweit.”

Erstaunlich, so etwas aus RLP zu hören. Und dann auch noch aus der Ringstraße.


Samstag, 06. August 2011

Übrig Ns vom Samstag.
  • Hat ein bischen gedauert (technisch bedingt), aber hier sind meine Fotos vom 6.VLN-Lauf. Ist ja jetzt auch das neue 20832.com Startseitenbild und hat die Demo abgelöst.

  • Der 2011er Ring GP ist inzwischen auch bei progcovers.com gelistet. Riesensammlung von “Motor Racing Programme Covers”, natürlich auch Nürburgring. STR’d 2! Tolle Arbeit von Malcolm Mitchell.

  • Der Scirocco Cup heute (DTM) gibt’s auch als Live Streaming von Wige/VW. Heute Sa. 17:00 Uhr.

  • VLN bei Tchibo. Mit 190 bunten Teilnehmerfahrzeugen. (Danke Harald!)

  • Mal ’ne gedankliche Anregung für den Nürburger Pfarrer. (Danke Frithjof!)

  • Der 2011 Mid Ohio Sports Car ChallengeSpotter Guide ist online. Tolle Arbeit wieder mal von Andy Blackmore. Sind nur 4 LMP1 am Start, aber wird sicher trotzdem ein Top Rennen.

  • Die Webcam an der GP-Strecke ist zum gefühlten 50.Mal außer Funktion. In der Vergangenheit hat man schonmal einen Hinweis gepostet in dem Stil “Habt Ihr schon gesehen? Eure Cam streikt, könnt Ihr da mal schauen?”. Es gab auch immer eine zuckersüße Antwort “Vielen Dank für den Hinweis, wir werden das weiterleiten …”, aber wenn sie immer wieder aussteigt, gibt man das auch dran. Ist ja ’ne Mietsache schätze ich und hoffentlich machen die alles wieder schön ganz, wenn sie (bald?) ausziehen müssen.

  • Die Sache mit eben-mal-das-OLG-Koblenz-auflösen wird eine heiße Kartoffel für Kurt Beck. Richtig so! Was der Feudalherr als “untergeordnete Behörde” bezeichnet ist im Sinne der Gewaltenteilung zur Machtbegrenzung vorgesehen. Ein Wort, das der Herr Beck garnicht gerne hört. Ich hoffe sein über Jahrzehnte gesponnenes Netz fliegt ihm so richtig um die Ohren. Und sein weltfremder Leuchtturm in der Eifel gleich mit. Nachhaltig!


Mittwoch, 03. August 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Die FAZ hat einen großen Nürburgring Aufmacher. Endlich mal ein positiver Artikel, es geht um die großartigen Leistungen der neuen Betreibergesellschaft und deren erfolgreiches Marketing, aber es werden auch die Positiv-Effekte für die Region und die einheimischen Unternehmer befürwortet. Unabhängige Gutachter bescheinigen der Landesregierung eine glückliche Hand und kritische Stimmen werden immer seltener.

Nee, Spaß gemacht ;)

  • Politik und Ring sind ja leider eng verzahnt, aber jetzt wird sogar die VLN eingespannt. Aus der Pressemitteilung Rückblick VLN Rennen #6:

Beim 34. RCM DMV Grenzlandrennen des Rheydter Club für Motorsport waren führende Politiker des FDP Kreisverbandes Mönchengladbach zu Gast. Neben dem Vorsitzenden Andreas Terhaag und seinen beiden Stellvertretern Jörg Buer und Ute König war auch Cav. Friedhelm Demandt, von 1979 bis 1985 Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, mit von der Partie.

Was nicht erwähnt wird: Herr Demandt ist quasi der verlängerte Arm der NAG, auch wenn da noch ein Verein “Freunde des Nürburgring” zwischengeschaltet ist und dessen Geschäftsführer er ist. Der Verein ist dazu da, um

“neue Möglichkeiten zu erschließen, neue Veranstaltungen und Veranstaltungsformen in die Region zu bringen und für die schönste Rennstrecke der Welt national und international zu werben.”

Als müßte der Ring nicht schon genug Veranstaltungsexperimentierer aushalten. Das mit der Eigenwerbung von Herrn Demandt klappt ja schonmal ganz gut. Den Politiker gibt es auch bei youtube.

Auch Peter Itzel, der Vorsitzende des Richterrats am bedrohten Koblenzer OLG, gehört zur SPD. Er stichelt:

“Es scheint die Gefahr in der Politik zu sein, dass man sich ab einer bestimmten Zeit nur noch mit Leuten umgibt, die sagen, was man hören möchte.” Er meint Beck.

(..) Es geht darum, ob Beck wie ein abgehobener Alleinherrscher regiert, der die dritte Gewalt unterjochen will, weil sie ihm lästig geworden ist.

(..) Gleich am Anfang, als noch etwas zu retten war, sprach Beck davon, dass er sich nicht von “nachgeordneten Behörden” vorschreiben lasse, wo er spart.

Keine weiteren Fragen Euer Ehren.

  • SAVE THE RING Aufkleber sind alle. Tiergarten meldet leeres Lager. Irre, wie die einem aus der Hand gerissen werden. Falls hier jemand mitliest, dessen Marketingbudget noch ein wenig Luft hat und der möglichst viele Autos mit Save The Ring auf den Straßen sehen möchte:

Hier sind die Vorlagen und hier ist die Lieferadresse für den Karton mit den Aufklebern. Die wissen dann schon Bescheid ;)

Das sind die typischen Luxussorgen eines Zero Budget Protests ;)


Mittwoch, 27. Juli 2011

Ehrenhafte Gesellschaft trifft Ehrenamt.

Für Kurt Beck ist das Ehrenamt:

"das Rückgrat der solidarischen Gesellschaft."

Sein Protegé Jörg Lindner setzt das in die Praxis um und erklärt den Fernsehzuschauern, daß sein Geschäftsmodell auf dem Rücken des Ehrenamts aufbaut:

"Wir haben viele große Veranstaltungen, die wir überhaupt nicht durchführen könnten, wenn wir nicht eine Unzahl von ehrenamtlichen Helfern hätten, die uns unterstützen."


Sonntag, 17. Juli 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Von Leuten am Ring wurde auch heute wieder von Achterbahn-Tests berichtet. Die ist aber nicht ganz durchgefahren, sondern nur bis in den Looping. (Danke für die Mails!)

  • Das Handelsblatt findet ziemlich klare Worte:
    “Formel 1 auf dem Nürburgring vor dem Aus.”
    Das geistert jetzt auch als dpa Meldung durch die Lande und schreckt die Formel 1 Fans auf. In Wirklichkeit hätten die vor 2 Jahren auf die Barrikaden gehen sollen, als die Erlebniswelt genehmigt wurde. Damals war man aber noch ganz entspannt, so nach dem Motto: “Lieber hier Steuergelder versenken als woanders.” Die Rechnung kommt jetzt, denn nachdem soviel Geld verbrannt wurde, braucht man die nächsten Jahre sicher nicht mehr nach neuem fragen. Das jetzt den Grünen in die Schuhe zu schieben ist natürlich Quatsch, verbockt hat das alles Kurt Beck mit seinem Leuchtturmprojekt. Das übrigens gebaut wurde, um den Ring unabhängiger von der Formel 1 zu machen.

  • Neues vom Randale Stadl:
    “Gegen einen 26-jährigen Mann aus der VG Adenau wurde am Sonntag ein Strafverfahren eingeleitet. Er war am Sonntagmorgen gg. 01:20 Uhr im der Discothek „Eifelstadl“ in einen Rangelei mit zwei weiteren Männern verwickelt und schlug einer 20-jährigen Frau, die die Auseinandersetzung schlichten wollte, ins Gesicht.”
    (Quelle: Polizei PM)


Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Freitag, 15. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Sonntag, 03. Juli 2011

Übrig Ns vom Sonntag.

.. finanzpolitisches Geschick, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und ein Gespür für das Machbare ..”

Mal kurz zurückblenden, Jürgen Pföhler hat das Erlebnisgrab persönlich mit ausgehoben und als Dauer-Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH die Verantwortung für das De°Saster.

“Das Life&Style Hotel Kameha Grand Bonn bietet drei Motorsport Packages an, die den Aufenthalt im Hotel des Jahres 2011 mit einem Ausflug zum Nürburgring verbinden. Beim Grand Racing Package wird der Gast zum Rennfahrer: Ausgestattet mit Helm, Rennanzug und feuerfesten Handschuhen kämpft er (oder sie) als Beifahrer nach der Einfahrt durch Fahrerlager und Boxengasse an der Seite eines Rennfahrers um eine gute Platzierung beim Qualifying. Zwei Übernachtungen im Deluxe Doppelzimmer, ausgewogenes Frühstücksbüffet, ein Welcome Drink in der Puregold Bar und ein Drei-Gänge-Menü in der Brasserie Next Level bilden den Rahmen für dieses spannende Beifahrer Erlebnis.

“Mehr Bürgerbeteiligung bedeutet die politische Kultur weiterzuentwickeln und die repräsentative Demokratie zu stärken“


Hausdurchsuchungen - Klagen - Prozesse - Ermittlungen - Staatsanwaltschaft - Untreue - Korruption.

Eigentlich müßten nur 1 Woche nach dem 24h-Rennen die Sportnachrichten den Nürburgring prägen, aber leider füllen sich die Schlagzeilen mit Vokabular aus dem kriminellen Umfeld.

Wirtschaftswoche: Rennstrecken-Skandal, Staatsanwälte schlagen am Nürburgring zu.

SWR: Durchsuchungen wegen Nürburgring-Affäre.

Rhein-Zeitung: Razzia beim Nürburgring-Pächter.

Walter Kafitz klagt - und verliert.

Und Peter Meyer hat die Nase voll von den Pächtern:

“Das kapieren die Herren der Nürburgring Automotive GmbH nicht, die für sich in Anspruch nehmen, alles besser zu können.

Ich blogge ja auch schonmal in Englisch, aber es ist garnicht so einfach die Vorgänge in der hohen Schlagzahl zu verfolgen. Geschweige denn zu dokumentieren, weil mir persönlich ja die Möglichkeit genommen wurde interaktive Inhalte, bei denen alle mitmachen können, anzubieten:

”.. verboten zu verbreiten oder verbreiten zu lassen ..”.

Morgen erscheint die neue Wirtschaftswoche, die die Themen nochmal im Heft bringen wird:

S.12 Interview: Warum ADAC-Präsident Peter Meyer fest mit der Pkw-Maut rechnet

S.68 Nürburgring: Die Ermittlungen der Staatsanwälte gehen auf die Zielgerade

Wird noch eine Weile dauern, bis wieder sportliche Nachrichten den Ring beherschen. Eine gute Gelegenheit sich an die zu erinnern, die dem Ring den Schlamassel eingebrockt haben: los ging es am 6.Mai 2004, als Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage, Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz, Landrat Jürgen Pföhler und Ministerpräsident Kurt Beck stolz die Erlebnisregion vorgestellt haben. Die trotz aller Kritik massiv durchgeboxt und im Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH am 19.Nov.2007 final genehmigt wurde.

Siehe auch chronik.20832.com.

Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde von den Verantwortlichen niemand. Ein Rücktritt (Ingolf Deubel als Finanzminister) und eine Kündigung (Walter Kafitz als Geschäftsführer Nürburgring GmbH) - das war’s.


Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Mittwoch, 29. Juni 2011

Der elitäre Verein der gemeinnützigen Nürburgringfreunde.

Die Freunde des Nürburgring haben mich kurzerhand von ihrer Facebookseite verbannt, nachdem ich mir erlaubt habe, auf ein paar Widersprüche hinzuweisen. In der folgenden Diskussion habe ich auch geduldig Fragen beantwortet, doch plötzlich waren alle meine Texte gelöscht und mein Account geblockt.

Das sieht für mich jetzt so aus, einen Post kann ich nicht mehr abschicken:

Hatte ich so in Facebook bisher auch noch nicht, wieder was Neues gelernt.

Der Verein stellt sich selber so dar:

“Wir rufen alle, die diese Ziele unterstützen und dem Nürburgring und der Eifel eine gute Zukunft wünschen, auf, sich daran zu beteiligen und bei den Freunden des Nürburgring mitzuwirken.

Und den Vorsitz übernimmt Fred Pretz (SPD), der auch als Präsident des Sportbund Rheinland sicher engen Austausch mit Kurt Beck und seinem Regime gewohnt ist.

Alles in allem also keine Überraschung.

Gemeinnützigkeit definiert sich übrigens so:

“„Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.”

Selbstlos - nee, iss klar.

Achso, mein gelöschter Eintrag, der die Diskussion in Gang setzte, liest sich so:

“Ziel .. des Vereins ist es .. neue Möglichkeiten zu erschließen.”

Genau das ist es doch, das den Nürburgring in den Ruin getrieben hat. Veranstaltungs-Experimentiererei bis zum Abwinken und damit die Rennstrecke der Lächerlichkeit preisgeben. Karneval im November, American Rodeo, Abba Coverband, Judomeisterschaften, Stunt Show, Harleytreffen, Familienfest, Schlagerfestival, Nabucco-Oper, Weihnachtsmarkt, Michael Ammer, Hallenfußball, Sissi & Ludwig, …. Alles dagewesen, alles gefloppt. Jedes weitere Experimentieren ist das todsichere Rezept, den Nürburgring endgültig zu killen. Auf Save The Ring kann man gut nachlesen, wie die Öffentlichkeit über die Entwicklungen denkt.

Wenn Ihr wirklich Ringfreunde seid, dann helft Ihr beim Verteilen von Save The Ring Aufkleber, statt Euch mit VIP Kärtchen und Schnittchen umgarnen zu lassen.

Der Rest meiner Texte ist wohl verloren, ich jedenfalls habe es nicht gespeichert. Vielleicht sollten die sich das mit Facebook nochmal überlegen, so diskussionsscheu wie sie sind.


Mittwoch, 11. Mai 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

“Ein Leuchtturmprojekt das nicht leuchtet: So wurde mit dem größtmöglichen Aufwand der geringste Erfolg geschaffen.”

Da zieh ich direkt nochmal meinen Hut.

Christian Altmeier: “Mir erschließt sich nicht, wie etwa die versuchte Privatfinanzierung am Nürburgring ausgerechnet von einer SPD-Regierung auf den Weg gebracht werden konnte! Wieso hat niemand “Halt” gerufen? Wer zeitgleich plakatieren lässt, “Finanzhaie würden FDP wählen”, darf nicht selbst mit “Finanzmaklern” versuchen, günstiger als die öffentliche Hand zu finanzieren.”

Bitte mehr davon!


Sonntag, 08. Mai 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
Mittwoch, 04. Mai 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Im Moment liest man oft, die Grünen seien gegen die Formel 1 am Nürburgring. Das stimmt ja nicht ganz, sie sind nur berechtigterweise dagegen, daß sich irgendwelche Profiteure auf Steuerzahlerkosten die Taschen voll machen. Zum Beispiel durch ein Kartenkontingent, das man auch als versteckte Subvention verstehen kann.

  • “Eveline Lemke ist keine einfache Frau. Mehrmals, heißt es, sei Kurt Beck bei den Koalitionsverhandlungen fast der Kragen geplatzt.”

Hört sich doch garnicht so schlecht an.

“An seiner Seite trat mit Edzard Plath als Referent ein Vertreter der Düsseldorfer Firma Mediinvest auf, dessen Unternehmen sich auf touristische Erschließungen im größeren Stil spezialisiert hat. Als prominentes Beispiel sei das Feriendorf “Grüne Hölle” am Nürburgring genannt.”

Rein interessehalber wüßte ich gerne mal die Begründung für “prominent” und “Beispiel”.


Dienstag, 03. Mai 2011

Wie war das nochmal mit den Steinen im Glashaus?Bei dem Thema Pressefreiheit sollte Kurt Beck eigentlich gaaaanz vorsichtig sein. Ist er aber nicht.
Mainzer Pöstchenspiele.

Der Nürburgring wird weiter durchgereicht: nach Finanzministerium erst Wirtschaftsministerium und jetzt Innenministerium. Solche Klimmzüge werden wahrscheinlich nur gemacht, damit alles schön in den eigenen SPD Reihen bleibt, nachdem feststeht, daß Eveline Lemke den Hendrik Hering aus dem Office kegelt.

Immerhin scheint sich Kurt Beck schonmal auf die “Neuausschreibung” vorzubereiten. Die Formulierung ist mal wieder typisches Politikertheater:

Für den Fall, dass eine Beschwerde in EU Erfolg hat, wird eine Neuausschreibung vorgenommen, sagt Beck.

NEUausschreibung? Als wäre jemals eine ALTausschreibung erfolgt. Und natürlich ist dann nicht er, sondern die böse EU schuld an der Rückabwicklung.

Vor der Wahl hat das noch so geklungen:

Bei dem mit der Hotelkette Lindner abgeschlossenen Pachtvertrag handele es sich um eine Dienstleistungskonzession, die nicht den Vergaberichtlinien unterliege.

Die zweite Erwähnung des Rings im RZ-Ticker hört sich so an:

Ein neues Wirtschaftslichkeitsgutachten und Risikoanalyse für den Nürburgring, die ihn über bisherige Untersuchungen hinaus durchleuchtet, wird sicher auch weiter in der Enscheidungsfindung mitbewertet.”

Analyse? Gutachten? Wie wär’s mit einer Beratung dazu?

Eine bissige strafrechtlich-relevante Untersuchung - das muß jetzt her. Im Moment ist das ja eher ein Schlaflabor. Und Abschluß des Untersuchungsausschusses, der ja unvollendet geparkt wurde.


Freitag, 29. April 2011

Übrig Ns vom VLN-Freitag.
  • Bei Racingblog kann man sich für den VLN Lauf morgen warmlesen.

  • Noch 56 Tage bis zum 24h-Rennen (s. Countdown) und die erste Pressemitteilung spricht mal ganz dezent vom größten Rennen der Welt. Kann man so stehen lassen.

  • Es gibt einen neuen Elektroauto-Nordschleifen-Rekord: 9:01,338. Ist von diesem futuristischen Peugeot gefahren worden.

  • Noch im Fahrerlager aufgeschnappt: beim nächsten Lauf soll der Getrag Z4 in alter Stammbesetzung an den Start gehen.

  • Auch Dirk Müller twittert. Find ich gut!!

  • Die Wikipedia hat schon einen Eintrag über “Kabinett Beck V”:

Das Kabinett Beck V wird die künftige Landesregierung von Rheinland-Pfalz bilden. Es ist das 22. Kabinett von Rheinland-Pfalz.

Die sind sich aber sicher. Was, wenn die Verhandlungen scheitern?

  • Auch die Kölnische Rundschau hat jetzt einen VLN Reporter und aktuelle Artikel.

Mittwoch, 13. April 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Der Gerichtstermin heute von Wilhelm Hahne war ein Satz mit X. Der Termin wurde verlegt und findet jetzt am 11.Mai statt. Der Grund ist noch nicht ganz klar, auf jeden Fall waren alle - auch Wilhelm Hahne - ziemlich überrascht. Eine Handvoll Unterstützer ist auch gekommen, wir haben dann die Kaffeequalität im Landgericht getestet und für gut befunden.

Unser Termin steht aber nach wie vor - nämlich nächste Woche Mittwoch - und sollte sich da was ändern, lest Ihr das natürlich hier. Zumindest konnte man sich schonmal vor Ort umschauen: Zugangskontrolle wie am Flughafen und der Fahrradständer größer als der von der Uni nebenan.


Mittwoch, 30. März 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ich habe die Termine für GLP und RCN aktualisiert - ich hoffe, daß die jetzt so bleiben, damit ich nicht nochmal ändern muß.

Die Terminübersicht normal oder reduziert für’s Handy: 20832.com/termine. Wer Korrekturen oder neue Termine für mich hat: immer her damit! :)

  • Die Richtung stimmt: VLN Siegerehrung statt im Randalestadl jetzt in der Abflughalle. Fehlt nicht mehr viel bis zum Fahrerlager.

  • Die Noch-Regierung in Mainz glaubt sie könne den Untersuchungsausschuß UA 15/2 einfach so …. aufhören.

  • Schicke Schlagzeile in der Eifelzeitung:

“Monarchie in Rheinland-Pfalz beendet.”

  • Daumen drücken!

Keine Einigung ist beim Streitthema Nürburgring in Sicht. Die Grünen fordern vehement, das Land solle die Verträge mit den privaten Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter kündigen. Die SPD hält das für nicht machbar.

  • Die SPD sieht sich schon völlig selbstverständlich als neue Regierung:

‘Wir wollen uns auch ein Stück freuen, dass wir weiter mitregieren können’, sagte Hartloff.

  • Und für so einen Ministerposten spielt die Qualifikation offensichtlich eine untergeordnete Rolle:

Zu der Frage, ob er das Amt des Justizministers anstrebe, sagte Hartloff lediglich, alle Ministerposten seien ‘interessant.’

  • Rheinland-Pfalz Begrünung in der taz.

  • Christian Menzel freut sich in seiner Kolumne auf den ersten VLN Lauf, macht aber auch kein Hehl daraus, daß er sich große Sorgen um den Nürburgring macht:

Logisch entschieden haben sich ungefähr 36 Prozent der Wähler bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz scheinbar nicht. Wer den Nürburgring-Skandal seit einigen Jahren verfolgt hat, der weiß was ich meine. Ich habe Angst um die schönste Rennstrecke der Welt, und ich schreibe das auch ganz deutlich.


Dienstag, 29. März 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Grünen müssen in Mainz improvisieren, weil ihre Büros für die 18 MdL’s erst im Mai freiwerden.

  • Kurt Beck’s Phantasien vom “klaren Regierungsauftrag” sind auch in Berlin aufgefallen.

  • Das N-Forum ist zum Saisonstart am Samstag noch zu und Patrick Simon wird leider nicht streckensprechern, weil er LMS in Paul Ricard fährt. Doch die gute Nachricht ist, daß mit Olli Martini die bestmögliche Patrickvertretung verpflichtet werden konnte. Damit knüpft Olli nahtlos an die vergangene Saison an, beim letzten Lauf mußte er sich sogar ganz alleine den Mund fusselig reden.

  • Retti’s Blogeintrag zum Saisonauftakt.

  • Wir haben übrigens nuklearen Notstand und Nahrungsmittelknappheit. Nur für den Fall, daß das an Euch vorbeigangen sein sollte.


Montag, 28. März 2011

Übrig Ns vom Montag.

Siehe auch in Spon: Kurt Beck unter Schock

oder dieses Video ab 0:56 Min.:

“Es gibt für Rheinland-Pfalz und auch für Baden-Würtemberg einen klaren Auftrag an die Sozialdemokratie zu regieren und diesen Auftrag werden wir auch wahrnehmen.”

Aber Zahlen scheinen für K.Beck ja sowieso eher etwas Nebensächliches zu sein. Total erreicht die SPD exakt 666.666 Stimmen, das kann doch kein Zufall sein. Vor der eigenen Türe kehren ist natürlich alternativlos unmöglich, da wird lieber von “überlagerten Wahlen” gesprochen. Wieder mal schöne Fälle Kognitiver Dissonanz.

  • Auffällig finde ich auch, wie man versucht, die erfolgreichen kleinen Parteien in den offiziellen (steuerbezahlten!!) Meldungen totzuschweigen unter dem Sammelbegriff “Übrige Parteien”. Dabei haben die Piraten oder FWG teilweise gute lokale Erfolge erziehlt. Da hat man wohl Schiss vor der heranwachsenden Konkurenz - genauso hat man den Grünen in den Anfangsjahren auch mitgespielt und wieder nichts dazugelernt.

  • Der in Mainz streitbare und umstrittene Michael Billen genießt bei seinem Wahlvolk große Rückendeckung und hat souverän seinen Wahlkreis 21 “Bitburg” gewonnen.

  • Tolle Visualisierung der RLP-Wahl: Wahlatlas. (Via).


Sonntag, 27. März 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Gewählt wurde heute in RLP, die beiden Großen SPD und CDU haben fast gleich viele Stimmen erhalten und die Grünen ziehen mit strammen 15% neu in den Landtag ein. Spannender als die Wahl werden allerdings die jetzt folgenden Koalitionsverhandlungen.

  • Randale Dorf? Schlägereien in der neuen Staatsdisko zu schlichten ist für die Rennleitung aus Adenau schon öfter vorgekommen. Jetzt ziehen die anderen Retortekneipen nach:

“In der Nacht auf Samstag wurde die Polizei Adenau gegen 03.40 Uhr zu einer Schlägerei zwischen betrunkenen Gästen einer im Eifeldorf am Nürburgring befindlichen Lokalität gerufen.”

  • Kurt Beck sieht die Aktivitäten der EU Kommission zum Vergaberecht gelassen.

  • Gab wohl letzte Woche einen Feuerunfall auf der GP-Strecke. Ich hoffe dem Fahrer geht’s gut, die Gerüchte hören sich nicht so gut an. Offizielles dazu hab ich bisher vergeblich gesucht.

  • Die VLN hat in Zukunft zwei SP3’s (“Special bis 2.000 ccm”): eine Klasse für die Renault Clio und eine für den Rest. Bei den sich anbahnenden Starterzahlen bei den Clio’s kann es für ein konstantes Team die Meisterschaft bringen. Sportlich kann ich dieser Regeländerung nichts abgewinnen.

  • Noch zwei Wochen, dann ist Rudi Adams wieder heile.

  • 3 x 3 = 4. Schubert bleibt der Langstrecke treu - mit 3 Need for Speed GT 3 Z4.

  • Sein Auto konnte er beim Rollout fast live verfolgen über Facebook, nächste Woche möchte Mr.Glickenhaus sein Baby live in Action sehen.

  • Schön Patrick Simon am Ring zu sehen! Neben seinen steigenden Aufgaben im Bewegtbildbereich hat das Nachwuchstalent auch einen schönen Rennsitz für 2011.

  • SAVE THE RING liest man jetzt nicht nur auf Rennautos, sondern auch auf Gartenzäunen. Immer weiter.

  • Ron Simons war für die Scuderia Glickenhaus die Fahrschule der Wahl:

“Larini & Giovinardi where the first guys to use an RSRNurburg car in tourist driving today after RSRNurburg won their court case against the Nurburgring earlier this week.”

“Mika Salo will complete the trio who will run the Glickenhaus Ferrari P4/5 in the Nurburgring 24hour race later this year.”

“Nicola off course won the famous ’90 ‘s DTM race against a fleet of Mercedes on home ground. Fabrizio did the play station thing so he can use a little help.”

Hier die passenden Fotos dazu.

  • Der Neue von Pohlen Racing ist aus jedem Betrachtungswinkel ein technischer Leckerbissen. Schwer zu glauben bei der Kombo Mercedes, Diesel und Dachdeckerfirma. Aber Heftig!!

  • Letztes Jahr wurden wir von R8’s überschwemmt, dieses Jahr sind es die SLS. Müssen 7 oder 8 Stück sein. Bei den Farben geben sich die Benze noch zurückhaltend: weiß, silber oder schwarz sind in freier Wildbahn.

  • Armin Hahne ist auch auf Mercedes umgestiegen und pilotiert den weißen Mamerow SLS zusammen mit Chris Mamerow. Schnelle Paarung das ist.

  • Ist der SLS eigentlich schon ein GT3?

  • Ralf Schall war zwar im SLS unterwegs, hab aber das Comeback des 190er versprochen. Auch wenn er dann manchmal in zwei Autos startet.


Freitag, 25. März 2011

Übrig Ns vom Freitag.

“Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck wollte Deutschlands bekannteste Formel-1-Rennstrecke zum ganzjährigen Publikumsmagneten machen. In Wirklichkeit ließ er sich abzocken, und die Kosten explodieren. Die Zeche zahlt das Land. Nach der Wahl wird die EU-Kommission unerlaubten staatlichen Beihilfen nachspüren.

“Der Event- und Freizeitbereich am Nürburgring samt 3.500 Zuschauer fassender Veranstaltungshalle Ring-Arena weist eine verheerende Bilanz auf. Die Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH steht gut 18 Monate nach Eröffnung des „Nürburgring 2009“ offensichtlich mit dem Rücken zur Wand.”


Dienstag, 22. März 2011

Übrig Ns.

“Ich bin aber, um da kein Missverständnis aufkommen zu lassen, davon überzeugt, dass der Nürburgring viel zu schade ist, dass man ihn beschränkt auf Rock am Ring, ein Formel-1- und ein Trucker-Rennen.”

Da frag ich mich, wer oder was hier wirklich beschränkt ist. Schwacher Trost, daß der Mann abdankt.


Sonntag, 20. März 2011

Eine Rechnung über 1.623.500,00 Euro.

Da hat der Herr Koch sicher nicht schlecht geguckt, als ihm der Brief von “Ja zum Nürburgring” in’s Haus geflattert kam. Die Rückforderung an die Nürburgring GmbH in dieser Höhe ist an den Geschäftsführer adressiert und wurde schon am 28.Februar verschickt. Inklusive Kontonummer und allem drum und dran, der Betrag soll sobald er eingeht in eine Sportstiftung eingebracht werden zur Förderung von Nachwuchs und Breitensport.

Absender ist Otto Flimm, witzigerweise hat er seinen Brief an seine eigene Straße geschickt:

Dort ist nämlich die Nürburgring GmbH zuhause in dem originalen Verwaltungsgebäude. Etwas früher am 23.Februar hat Otto Flimm den Kurt Beck angeschrieben, in dessen Auftrag die Eifel zubetoniert worden ist:

“Wir möchten Sie bitten, der aus unserer Sicht prekären Fehlentwicklung, Einhalt zu gebieten.”

Der Verein “Ja zum Nürburgring” hat nicht nur die kürzlich an der Nordschleife investierten 1,6 Mio. beigesteuert, er hat sich auch beim Bau der Grand Prix Strecke mit fast 10% beteiligt.

Man hat in der Vergangenheit den Verbänden und Otto Flimm regelmäßig zugesichert, daß sich trotz Erlebnis°Grab für die Rennstrecken und die Veranstaltungen nichts ändern wird. Andernfalls wäre man schon viel früher auf die Barrikaden gegangen. Jetzt wird klar, daß sich sehr viel ändert - das ehemals zugesicherte Mitspracherecht und die Mitverantwortung für die Rennstrecken werden ad absurdum geführt.

In der Pressekonferenz letzten Dienstag meinte Otto Flimm sogar:

“Die jetzige Situation ist viel, viel schlimmer als unsere Probleme in den achziger Jahren.”

Damals stand der Ring heftig auf der Kippe, nach dem letzten F1 auf der Nordschleife mußte eine neue moderne Strecke her, um einen weiteren Sportbetrieb zu ermöglichen. Man hatte unter dem Banner “Rettet den Nürburgring” 100.000 Unterschriften gesammelt und Otto Flimm hat sich mit aller Kraft für den Ring-Erhalt eingesetzt. Damals ist z.B. Hans-Joachim Stuck mit einem “Ja zum Nürburgring” BMW M1 ausgerückt. Heute wechselt er die Seiten, ebenso wie Hans Jürgen Hilgeland, der Otto Flimm in der Pressekonferenz mächtig in die Parade gefahren ist.

Otto Flimm ist mit Baujahr 1929 fast genauso alt wie die Nordschleife (1927) und ebenso voller Tatendrang. Er hat zu dem wahnwitzigen Überlebenskampf des Nürburgrings von 1976 - 1984 eine aufwendige Dokumentation zusammengestellt:

Ich durfte sie mir ausleihen und bin schwer beeindruckt von den damaligen Kraftanstrengungen, ohne die es heute garkeinen Nürburgring mehr gäbe. Die Nordschleife wäre wahrscheinlich genauso zugewuchert, wie es die Südschleife aktuell ist. Man kann den Briefen und aufbewahrten Zeitungsartikeln entnehmen, welche Energie und welcher Einsatz auch im Zusammenspiel mit der Politik nötig war, damit die Grand Prix Strecke gebaut werden konnte und damit der Nürburgring insgesamt erhalten wurde.

Wir nehmen das heute alles als selbstverständlich gegeben hin, aber das ist es nicht. Über den Hohn, daß diese Anstrengungen im Sinne des Motorsports und des Allgemeinwohls jetzt profitgierigen Freizeitparklern zugeschustert wurden, brauche ich ja nichts zu schreiben.

Die PK war ganz gut besucht:

Otto Flimm sieht die Rückforderung der Millionensumme nicht als Schadensersatz, sondern als letzte Möglichkeit, den Sport wieder an den Ring zurückzuholen. Er favorisiert die Lösung, daß die alte Nürburgring GmbH das operative Geschäft der Rennstrecken verwaltet - so wie vorher - und eine neue, z.B. “Nürburgring Park- und Freizeit GmbH” den Rest betreibt. Diese Zweiteilung ist elementar und deckt sich auch mit dem Aufruf von SAVE THE RING.

Man zieht aber noch weitere Register und stellt sowohl die Vergabe als auch staatliche Beihilfen in Frage. Unterstützt durch ein Rechtsgutachten von Jürgen Kühling ist man überzeugt, daß die Vergabe zweifelhaft ist und die Rechtsfolge in der Konsequenz eine Nichtigkeit der Verträge nach sich zieht. Uuups. Und das sogar vor dem Hintergrund einer Dienstleistungskonzession, die Minister Hering (als ausgebildeter Jurist!) angeführt hat, um die Einhaltung der EU Gesetzgebung zu rechtfertigen. Er vertritt die Meinung, daß diese nicht den Vergaberichtlinien unterliegt. Auch die Aussage:

“Es war gar nicht möglich, andere dort mit einzubinden.”

wurde von dem Gutachten gepflegt auseinandergenommen.

Das ist so übel, daß die Sportler von Politik und Gier so hintergangen werden, daß keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als sich so massiv zur Wehr zu setzen. Und Otto Flimm verdient sich mächtig viel Respekt, daß er 30 Jahre nach seinem gewonnen Schwergewichts-Kampf um den Nürburgring erneut in den Ring steigt.


Samstag, 19. März 2011

6-seitiger Wirtschaftswoche Bericht über das Erlebnis°Grab: Avanti Dilettanti!

Bei der Wirtschaftswoche, die zur Verlagsgruppe des Handelsblatt gehört, ist man tief in das Thema Nürburgring eingestiegen. Ganze 6 Seiten arbeiten das Thema aufwendig ab! Sowohl die jetzige Betreiberstruktur als auch die Historie der mysteriös verschleierten Finanzierung werden aufbereitet. Den Handelnden wird sachlich und unaufgeregt der Spiegel vorgehalten, ein aufwendig recherchierter Bericht zu den Machenschaften, die unsere Lieblingsrennstrecke so tief mit runter gezogen hat.

Das Heft gibt es seit heute am Kiosk zu kaufen, ich habe mir mal schnell ein’s besorgt, nicht daß irgendein Landgericht auf die Idee kommt es zu verbieten.

Hier schonmal eine kleine Vorschau mit ausgewählten Zitaten, im Gesamt-Zusammenhang liest es sich natürlich flüssiger:

Die Überschrift lautet:

“Bessere Investitionsruine”

und die Chronik ist betitelt mit:

“Avanti Dilettanti. Wie aus dem Neuanfang am Nürburgring ein Wirtschaftsskandal wurde.”

In der Einleitung:

“Noch redet Beck sich alles schön. (…) Davon wird nach der Landtagswahl am 27. März keine Rede mehr sein. Ist der Urnengang vorbei, werden die von der Regierung beauftragten Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner – Eigentümer des privaten Ring-Betreibers Automotive GmbH – dem Land die bittere Mitteilung machen, dass sich die Chose nicht rechnet.”

Zur Achterbahn-Reperatur:

“Selbst wenn es klappt, wird der Ring-Racer zumindest im ungemütlichen Eifel-Winter kaum mehr Besucher anlocken als ein Freibad.”

Zu den neuen Verwaltern:

“Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt.”

“Der smarte Firmenjongleur war nicht nur mit seiner Projektfirma Mediinvest, sondern mit mindestens sieben weiteren Firmen am Ring aktiv. Zwischen diesen Unternehmen schob er, wie der Landesrechnungshof aufdeckte, Gelder munter hin und her.”

Zu Protest, Widerstand und Save The Ring:

“Unter den Gästen der „Blauen Ecke“ im nahen Eifel-Städtchen Adenau macht schon seit jeher das Wort „Ring-Mafia“ die Runde. Becks „Leuchtturmprojekt“ zur Förderung der Region stößt dort, wo es seinen Segen entfalten sollte, auf Unverständnis und eine Welle des Widerstands.”

In der „Grünen Hölle“ ist der Teufel los und in Brüssel stapeln sich die Beschwerden – von Europaabgeordneten der CDU und Grünen, der Fan-Initiative „Save The Ring“ sowie dem Verein „Ja zum Nürburgring“, hinter dem der frühere ADAC-Präsident Otto Flimm steckt.”

Alles prima Lesestoff - die Hoffnung auf einen so umfangreichen Artikel hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Jetzt könnte es durchaus sein, daß die Diskussion neu befeuert wird.


Freitag, 18. März 2011

Übrig Ns.
  • HHF wird GT Masters fahren. (Danke Stefan!)

  • Beck bloggt, wirkt aber ziemlich verkrampft. Vielleicht hat er ja nach dem 27.März mehr Zeit da etwas tiefer einzusteigen.

  • Porsche hat in San Francisco einen Design Store aufgemacht. Da sieht es auch schicker aus, als in dem eifel°bunker.

  • In Mainz wollen immer mehr Politiker die beton°bunker zumachen. Nur leider nicht die, die regieren. Die reden sich die Geldverbrennungsanlage schon so lange schön, daß sie es inzwischen selber glauben.

  • Jetzt haben wir am Ring aber wirklich alle Ministerien durch, da darf der Justizminister nicht fehlen. Der setzt mal haltlos und böswillig aus dem Textbausteinkasten ein.

Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger weist mit allem Nachdruck die haltlosen und böswilligen Vorwürfe von CDU und FDP zurück, die ihm eine Einflussnahme auf das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Koblenz zum Nürburgring unterstellen.

Vielleicht weist der Herr Minister seine Staatsanwälte mal an, daß sie endlich ermitteln?


Donnerstag, 10. März 2011

Übrig Ns.
Mittwoch, 09. März 2011

Übrig Ns.
Mittwoch, 02. März 2011

Ausgestorben und öde Großbauten? Alles nur ´Fehlwahrnehmung´!

Kurt Beck im Printspiegel vom 28.Feb., S.32/33:

Spiegel: Ärgern Sie sich auch über eigene Fehler?

Kurt Beck: "Mehr als über alles andere."

Dann müssen Sie sich zuletzt mächtig geärgert haben, etwa über Ihr Fiasko beim mehr als 350 Millionen Euro teuren Ausbau des Nürburgrings.

"Der Finanzierungsversuch am Nürburgring ist gründlich schiefgegangen, da hätte ich wohl mehr nachfragen müssen. Aber nun ist das Projekt dort auf dem Weg zum Erfolgsmodell. Das läuft sogar jetzt im Winter."

Bei unserem Besuch kürzlich wirkten die neuen Großbauten dort eher öde und ausgestorben.

"Das ist eine Fehlwahrnehmung. Es mag Teile geben, wo an einigen Wochentagen nicht viel los ist. Aber die Zahlen sprechen für sich. Wir haben am Ring jetzt mehr Übernachtungen als je zuvor."


Sonntag, 27. Februar 2011

Kurt Beck als gespaltene Persönlichkeit.

Die beiden Passagen sind aus dem selben Interview vom DLF von heute:

Zu Rheinland-Filz:

"Ich habe, solange ich Politik mache, mir immer geschworen, du musst dich selber im Spiegel angucken können."

Zum neuen Freizeitpark:

"Aber entgegen allen Prognosen verdient das Ding jetzt schon Geld."

Zumindest bleibt Herr Beck sich selber treu beim Nürburgringschönreden.


Sonntag, 06. Februar 2011

Filz statt Boom: Kurt Beck macht wieder Nürburgring-Schlagzeilen.Morgen kauft sich Kurt Beck bestimmt den Focus, denn er hat wieder für eine schöne Story gesorgt. Natürlich mit dem Nürburgring und natürlich keine Motorsport-Nachrichten:


Freitag, 04. Februar 2011

Die effizient und bürgernah arbeitende Justiz.

Kurt Beck:

"Eine effizient und bürgernah arbeitende Justiz ist dieser Landesregierung ein wichtiges Anliegen."

Zum Beispiel: hier!


Kai Richter´s Ringcard Company CST - Rhein-Zeitung Translation

Frank sent another translation, this time today's article of Rhein-Zeitung:

"Yet more losses at the Ring?

Rhineland Palatinate, Germany: According to TV station SWR, further millions have been wasted at the Nurburgring. The station refers to a now known confidential draft report by the National Audit Office.

The report is particularly critical of Kai Richter, in his capacity as manager of the Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST), and Prime Minister Kurt Beck has also come under fire from the opposition because of it.

CST, a company owned to 50% by Nürburgring Ltd, operates a cashless payment system at the Ring. SWR reports that Kai Richter signed numerous contracts with no service agreement and benefits for the CST.

CST has paid a number of invoices twice, paid six-figure sums to incorrect accounts and gave out new contracts without these going out to tender first. Staff members in the field have accumulated lavish expenses, such as two individuals who are said to have spent 13.000 Euro between them on phone bills in just three months. The CST is also alleged to have given out contracts to companies part-owned by Kai Richter, meaning he would have benefited financially from these transactions.

The CST hit the spotlight in 2010 when it nearly went bankrupt. The largely state owned Nurburgring Ltd granted a loan over 10 Million Euros at the time but the CST continued to incur losses.

The Ministry of Economic Affairs in Mainz emphasized that the draft report is no longer up to date as the privately run Nurburgring Automotive Ltd has taken over the day-to-day operation of CST with effect from early 2011. The draft report, dated 3 November 2010, refers to 2008 and 2009. Since the end of January there is a - yet unknown - final report.

Kai Richter has not yet been available for a detailed statement but a spokesman has acknowledged that funds did end up in incorrect accounts. These funds have since been returned. Kai Richter himself is not familiar with the content of either the draft report or the final report but he was quoted as saying: “I am sure the report would look differently if someone had asked me about the matter beforehand.” He is also quoted as saying that, for him, the National Audit Office report is irrelevant and only the positive attestation of the prestigious accounting firm Ernst & Young for the CST-accounting of the years 2008 and 2009 mattered.

The head of the CDU parliamentary group, Christian Baldauf, openly criticized the state government for ignoring warning issued by the National Audit Office. Even Green Party leader Evelyn Lemke denounces failures by the state government and calls for the dissolution of the CST, saying “ The structure of the company make it easy to waste taxpayers' money”."

(Many thanks Frank!!)


Dienstag, 01. Februar 2011

Kurt Beck nach der Wahl zur Kur ins Schloßhotel.

Zumindest, wenn es nach der CDU geht:

Beck geht – von mir aus zur Kur ins Schlosshotel oder in ein Hotel am Nürburgring. Da sind genug Zimmer frei.


Samstag, 29. Januar 2011

Sachstandsberichte für Leuchtturmprojekte.Komisch, Kurt Beck tut immer so, als wäre er völlig entrückt von allen Leuchtturmprojekten - schuldig sind immer die anderen. Jetzt weist ihm der Spiegel das Gegenteil nach - und siehe da: auf einmal sind Sachstandsberichte die größte Selbstverständlichkeit der Welt.
Dienstag, 25. Januar 2011

Völlig überdimensionierter Freizeitpark.Seit mehr als einem Jahr bringt der Untersuchungsausschuss zum Bau des völlig überdimensionierten Freizeitparks immer neue Details ans Licht: Ein Düsseldorfer Geschäftsmann soll dabei, dank verdeckter öffentlicher Finanzierung, Millionengewinne gezogen haben.

... meint sueddeutsche.de unter dem Titel:

´Der rote Riese wankt´, der Kurt Beck gewidmet ist.
Montag, 24. Januar 2011

Neues aus Klein-Berlusconien.Am 22.Juni 2010 hat die Staatsanwaltschaft Koblenz im ´Ermittlungskomplex Nürburgringfinanzierung neue Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Betrug eingeleitet.´ Insgesamt 9 Personen sind im Fadenkreuz und es wurden umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Heute - 7 Monate später - gab es bei der 30. Tagung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses einen kleinen Zwischenbericht:

Staatsanwältin Beck sagte, bisher seien nur der Nürburgring-Controller Michael Nuss-Kaltenborn sowie eine Mitarbeiterin des Finanzministeriums und der Pinebeck-Geschäftsführer Michael Merten vernommen worden.

Die Opposition war heute irritiert aufgrund dieses ´Fortschritts´. Ich kenne einige Leute, die sind dagegen garnicht überrascht über die Ermittlungsgeschwindigkeit.

Im Gegenteil.
Sonntag, 23. Januar 2011

Demokratie á la RLP. Kurz vor der Wahl fällt Kurt Beck auf einmal ein, wie toll doch Bürgerbeteiligung ist.
Freitag, 14. Januar 2011

Super Start ins neue Jahr! Kurt Beck gewinnt den Harald-Schmidt-Preis für die beste Neujahrsansprache 2011.Den hat er sich aber auch redlich verdient! Hier ist der Link in der Mediathek.





Inklusive ´Kurt Beck´s Wähler passen in einen Schuh.´ und den Kurt-Beck-Neujahrsansprachen-Gedächtnishänden.
Mittwoch, 12. Januar 2011

Berndorf vs Lindner: Gradeaus und auf den Punkt gegen hintenrum und augenzwinkernd.Jacques Berndorf hat nicht nur großen Erfolg mit seinen Krimis, er setzt sich auch nach Kräften für den Erhalt des Nürburgrings ein. Er hat uns tatkräftig unterstützt bei dem Alternativkonzept, das die Regierenden aber unter den Tisch gewischt haben.



Das war schon seltsam, als die Premiere des Nürburg-Papiere Krimis ausgerechnet in der Staatskanzlei durchgeführt wurde. Der Krimi an sich hat aber dann nach Strich und Faden mit dem beton°sarg abgerechnet. Und mit Claudio Bremm auch.



Umso unverschämter dann die nicht abgesprochene Verwendung von Jacques Berndorf als Werbeträger, unser kleiner Film hat zumindest im Internet ein bischen geholfen, daß er die Sache zeitnah richtigstellen konnte.



Die lustigen Werbestrategen der NAG (´.. augenzwinkernde Kommunikation ..´) haben jetzt noch nicht mal im Griff, wo überall die Werbung auftaucht. Denn im Internet ist die Anzeige immer noch geschaltet.

Es gibt aber auch Positives, denn der Autor hat sich Zeit für ein ausführliches Interview genommen. Ist ein lesenwerter Text! Hier ein paar Beispiele:

.. Bei der Nürburgring GmbH gibt es schlicht keine schlechte Nachricht, die nicht stimmt. ..

.. Warum musste alles in anderthalb Jahren passieren? Es gab doch offiziell keinen Zeitdruck. Bauen im Winter ist viel teurer, das weiß jeder Fachmann. Etwa 30 Millionen hätten so gespart werden können! Mir ist wirklich schleierhaft, wer das alles getragen hat. Politisch muss die gesamte Beamtenschaft vom kleinen Mann bis hoch zum Ministerpräsidenten Beck versagt haben. ..

.. Da machst du nichts anderes als ein Taschenbuch und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz lädt dich für eine gemeinsame Presse-Vorstellung desselben in seine Schaltzentrale ein! Und das, obwohl Beck mein Buchmanuskript vorab gelesen hatte. Man kann ja nun nicht behaupten, dass es zu seinen Gunsten geschrieben wurde. ..

.. Aber irgendwann wird irgendjemand meine Romane aufgreifen, weil ich nämlich in aller Bescheidenheit glaube, dass die Sachen gut zu verfilmen sind. Möglicherweise bin ich dann allerdings schon längst Staub. ..

.. Wenn ich überhaupt einen festen Arbeitsablauf habe, dann während des Schreibens, weil ich einfach nichts anderes tue in der Zeit – bis auf Schlafen, Duschen und Essen. In dieser Phase findet meine Frau mich immer zum Kotzen. Ich bin dann getrieben, gestresst, versessen, habe Scheuklappen auf und nehme kaum mehr etwas um mich herum wahr. ..

.. Klar kann ich googeln und so, aber da kommt dann dermaßen viel Scheiß raus ..

.. Meiner Meinung nach wollen Frauen auch in Romanen ihre Seele bestätigt sehen. Wir sind ja auch heute noch nicht richtig in das Zeitalter der Frauen eingetreten, das wird erst noch kommen. Davon abgesehen denke ich wirklich, dass Frauen die besseren Männer sind. Sie haben es einfach besser drauf. ..

.. In mir gibt es einen Anteil, der nicht alt wird. Im Grunde genommen bin ich im Kopf noch sehr jung. Ich würde mich auch heute immer noch auf völlig neue Lebensumstände einrichten können. In meinem Kopf herrscht eine Mischung aus jungem Denken und Altersweisheit. Manchmal sind jüngere Menschen aus meinem Umfeld überrascht, wie verrückt dieser alte Mann heute noch ist und was für bekloppte Ideen er haben kann. ..

.. Natürlich möchte ich noch gerne viele Jahre leben und arbeiten, aber wenn mir diese Chance nicht gegeben wird, bin ich auch nicht sauer. Sterben ist zutiefst menschlich. Ich habe wirklich keine Angst davor. Deshalb werde ich auch nie ein Senior werden, der sich ständig beobachtet und eine halbe Stunde lang über einen quer sitzenden Furz reden kann. ..

So kennt man ihn, gradeaus und auf den Punkt. Nicht hintenrum und augenzwinkernd.
Montag, 27. Dezember 2010

Deutschlandradio über den Nürburgring: Eine Affäre, die den Test im Windkanal nicht bestanden hat (MP3).Heute im Radio ein Rückblick auf die Situation am Ring - kann man sich auch im Internet anhören.

Das missratene Geschäft mit dem Nürburgring

In Rheinland-Pfalz wird im März gewählt. Kein Wunder, dass die SPD von Kurt Beck sie gerne vergessen würde: die Nürburgring-Affäre. Wir wollen dieses merkwürdige Geschäft, dass es bereits zur Vorlage für einen Krimi brachte, nicht dem Vergessen anheim geben. Ludger Fittkau über eine Affäre, die den Test im Windkanal nicht bestanden hat.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Sonntag, 12. Dezember 2010

In der Hoffnung, daß sich eine tiefergehende Auseinandersetzung um den Erhalt und den Bestand des Nürburgring verhindern lässt.Am 18.März 2010 also vor 9 Monaten - hat Peter Meyer als Präsident des ADAC einen Brief an Kurt Beck geschrieben. Seitdem ist eigentlich alles noch viel schlimmer gekommen:

Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet. (..)

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man die berechtigten und nachvollziehbaren Einwände, dass man bitte die originären Rechte der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen unangetastet lassen möchte, ungeachtet lässt. Ich dachte eigentlich (..) hinreichend deutlich gemacht zu haben, dass wir jegliche Eingriffe in die Veranstalterrechte - beispielsweise ringcard, Zwangscatering durch Lindner, usw. - nicht akzeptieren werden.

Sollte sich das Bild verdichten, dass hier zukünftig private Betreiber zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Veranstalter das Kerngeschäft am Nürburgring betreiben wollen, um mit verstärkter Nutzung der Rennstrecke Verluste von defizitären Fehlinvestitionen auszugleichen, dann werden wir uns sehr intensiv mit der Prüfung von Rückforderungsansprüchen beschäftigen (..).

In der Hoffnung, daß sich eine tiefergehende Auseinandersetzung um den Erhalt und den Bestand des Nürburgring verhindern lässt (..).





Die Befürchtungen von Herrn Meyer haben sich nicht nur genauso umgesetzt, es scheint sogar alles noch viel schlimmer zu werden.
Mittwoch, 08. Dezember 2010

Kurt Beck Productions proudly presents.Im Stil erstmal-alles-zubetonieren-und-später-gucken-was-man-mit-anfangen-kann ist die Ganzjahres-Detonation um ein Kino erweitert worden. Ob da jetzt in Daun die Sektkorken knallen? Nach Staatsfernsehen probiert sich Kurt Beck jetzt auch am Staatskino.
Samstag, 04. Dezember 2010

Neue kulturelle Highlights - still und heimlich abgesagt.´Neues kulturelles Highlight für die Eifel, unvergessliche Sonntagnachmittage voller Emotionen, melodischer Klänge und jeder Menge Spaß.´

So hört sich das an, wenn man auf der Erfolgsspur unterwegs ist. Oder um Kurt Beck von vorgestern zu zitieren:

Wir haben den Nürburgring mit einem neuen - und sehr erfolgreichen - Konzept wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht.

Offensichtlich liest der Herr Beck hier noch nicht mit. Das mit dem ruhigen Fahrwasser stimmt allerdings, denn neben den Kamelen ist jetzt auch das selbsternannte Eifelhighlight abgesagt worden: mangelndes Interesse. Wie wird das von der N°GmbH kommuniziert? In der Hoffnung, daß es keiner mitbekommt: Vorabspektakel mit Absageverschwiegenheit. Die verbreiteten Links läßt man einfach in´s Leere laufen:

sissiundludwig.html

Wenn das kein Grund zur Freude ist, daß die zuhause bleiben! ;)
Freitag, 03. Dezember 2010

Muffig, zäh und pickelig.Kurt Beck kümmert sich um die richtig wichtigen Dinge und testet in seinem ZDF Dominosteine. (via Stefan Niggemeier.)
Donnerstag, 25. November 2010

Grade eben im Heute-Journal.So geht Propaganda heute: Kurt Beck - Ministerpräsident und langgedienter ZDF Verwaltungsrats-Chef in Personalunion - hat einen Auftritt im Heute Journal. Der Sprecher aus dem Off fasst die Nürburgring-Situation zusammen:

Ein Vergnügungspark der Extraklasse, mit Achterbahn, Hotels und Einkaufsmeile. Aus der traditionsreichen Rennstrecke wollte die SPD Landesregierung einen Touristenmagneten machen. Doch dann kamen dubiose Finanzvermittler, trafen auf einen überforderten Finanzminister, der mittlerweile zurückgetreten ist. Den Millionenschaden zahlt der Steuerzahler.

So einfach geht das. Alle böse und unfähig, außer Kurt Beck, der ist super.

Hier der ganze Beitrag im ZDF. (Danke Marc!)
Sonntag, 21. November 2010

Kurt Beck: das Nürburgring Projekt ist auf dem richtigen Weg. - Fragt man sich nur: wohin? Mit Vollgas gegen die Wand?Heute hat Kurt Beck im Welt Online Interview gesagt:

Beim Nürburgring sind Fehler gemacht worden, unbestritten. Die Fehler haben wir aufgearbeitet, und wir haben das Projekt inzwischen auf einen guten Weg gebracht.



Im Detail sieht das aktuell so aus:


Ja, das ist ein guter Weg: um den Nürburgring endgültig zu beerdigen. Vielleicht möchte Kurt Beck mal ab und zu in meinem Blog mitlesen, um zu erfahren, wie die Dinge wirklich stehen?
Mittwoch, 10. November 2010

Landtag morgen live im Fernsehen.Morgen gibt es eine Fernseh-Sondersendung live aus dem Landtag. Es geht um Justizminister Bamberger. Die versuchen wirklich komplett alles auszusitzen. Naja, hat ja auch bisher immer super funktioniert die Strategie, solange alle zusammenhalten. (Danke Thomas!)
Sonntag, 07. November 2010

Politikum Nürburgring.Der Wahlkampf zieht an, die CDU hat einen einen Informationsflyer zum Nürburgring entworfen. Bisher hat Kurt Beck alle Verantwortung an sich abperlen lassen, obwohl er es ist, der sich mit Hilfe der Betonmischer ein Denkmal setzen wollte.

Im System Beck verquicken sich prestigeträchtige Projekte mit einer jahrzehntelangen Vetternwirtschaft und Parteibuchpolitik, begleitet von Selbstherrlichkeit und dem bedenkenlosen Verschwenden von Steuergeldern. Becks Regierungsstil hat das Großprojekt Nürburgring an den Rand des Scheiterns gebracht.



Die Verantwortlichen schweigen sich am liebsten aus bei dem Thema, von daher bin ich für jede Information dankbar, die die Leute ermuntert, sich mit der Problematik zu beschäftigen. Das Schlimme ist nur: von Motorsport und Kulturerbe spricht niemand, die Bestimmung der Sportstätte mir ihrer langen Tradition wird außen vor gelassen.

Das Wort ´Nürburgring´ ist schon eingegliedert in die große Masse der politsch brisanten Themen von Gorleben bis Stuttgart 21, wir als Anhänger, Bewahrer der Tradition und Sportler sind höchstens noch ´Gäste´, die im Zahlenwerk verarbeitet werden. Ist der Nürburgring nur eine Position im in den Finanzen des Haushalts? Was wäre er ohne die engagierten Veranstaltungen und Teilnehmer, die ihn erst zum Leben erwecken? (Danke Jens!)
Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ferrariparkeröffnung in Abu Dhabi verschoben.Eigentlich hätte gestern die Ferrari-World in Abu Dhabi eröffnet werden sollen. Das ist jetzt verschoben worden auf nächste Woche Donnerstag, den 4.November:

تعلن إدارة مدينة عالم فيراري أبوظبي عن الموعد الجديد لافتتاح أبوابها للجمهور وذلك يوم الخميس الموافق 4 نوفمبر 2010، تمام الساعة 12 ظهراً. التذاكر متوفرة من خلال مكتب بيع التذاكر في عالم فيراري أبوظبي في يوم الافتتاح. نتطلع للترحيب بجميع ضيوفنا لخوض تجربة أول مدينة ترفيهية لفيراري في العالم من خلال هذا الافتتاح التجريبي

Der Park ist das Zuhause der schnellsten Achterbahn der Welt.



Grund für die Verschiebung ist, daß der Scheich/Herscher von Ra´s al-Chaima - eins der insgesamt sieben Emirate der VAE - gestern im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Er hat sein Emirat seit 1948 (!!) regiert. Die Tronfolge ist ungeklärt, da geht´s grade ganz gut zur Sache. Und schon eine Woche später - am 14.November - ist in Abu Dhabi großes Formel 1 Finale.

Am Nürburgring wurde auch letztes Jahr das Formel 1 Rennen genutzt, um die andere schnellste Achterbahn der Welt zu inszenieren. Seitdem ist sie nie wieder gefahren, nur zweimal explodiert. Und weil´s so schön ist, hier nochmal die peinliche Kurt-Beck-Gedächtnisfahrt, die live im RTL kam:


Samstag, 23. Oktober 2010

Die Piraten zum privaten Nürburgring: Wir sind das Volk!Aus dem Wahlprogramm der RLP Piraten:

"Bei der Planung und Umsetzung von Großprojekten wie Nürburgring oder Hochmoselübergang sollen frühzeitig alle relevanten Informationen veröffentlicht werden. Daneben sollen die betroffenen Bürger angemessen und frühzeitig beteiligt werden. Bei einer Verlegung in private Rechtsformen muss diese Veröffentlichungspflicht weiterhin gewährleistet sein."

Hört sich so selbstverständlich an und doch ist es der Alptraum der aktuellen RLP (SPD) Regierung mit Kurt Beck und seiner eingeschworenen Ministerriege.



(Siehe auch ring°umbau).
Samstag, 02. Oktober 2010

Die Mainzer Amigopolitik: Wir machen´s einfach.Manchmal wünsche ich mir, der Nürburgring hätte mich nie in seinen Bann gezogen. Dann hätte ich auch nicht das Stichwort ´Nürburgring´ in Google-News abonniert und der klebrige und gierige Politschleim aus Rheinland-Pfalz wäre vielleicht an mir vorbeigegangen. Wenn ich jetzt - im Nachhinein - die Ereignisse im zeitlichen Ablauf einsortiere, liegt der Sumpf klarer und sichbarer vor mir, als ich es eigentlich möchte. Ich schau immer mal wieder in die Chronik, um die Ereignisse zu sortieren. Kann man schnell mal den Überblick verlieren.

Innenminister Bruch war zweiter Mann hinter Beck und Kurt Beck hatte den Traum sich zum Kanzlerkandidaten aufzuschwingen. Deswegen mußte auch das ring°grab so grotesk groß werden - Leuchttürme braucht das Land.

Inzwischen wird auch die Sprache deutlicher und man liest solche Artikel in der Zeitung: Fliegen lernen, Amigos.

(..) Bruchs zweiter "Streich" ließ nicht lange auf sich warten. Ohne Ausschreibung verschaffte er seinem künftigen Schwiegersohn einen Ministeriumsauftrag über 180 000 Euro. Der lieferte dafür ein preisgekröntes Meisterwerk ab, wie die SPD noch heute rühmt: ein Werbe-Kurzfilmchen mit dem schönen Titel ´Fliegen lernen´. Bruch entschuldigte sich später im Landtag. Von Konsequenzen blieb er verschont. (..)

Jetzt hab ich ja auch mit dem Thema Film ein paar Erfahrungen machen dürfen und werde neugierig. Auf der Suche nach mehr Hintergrund finde ich diesen SPIEGEL Artikel vom 5.Nov.2007 - nur 2 Wochen bevor die Grabaushebung für den Ring besiegelt wurde.

Bruch meint, das Land habe ´für relativ wenig Geld einen Film in höchster Qualität´ bekommen, Rücktrittsforderungen weist der Minister zurück - wenngleich er einräumt, dass sein Vorgehen ´einen Geschmack´ haben könne.

Während also das Innenministerium sich heftig im eigenen Filz verstrickt, backt sich nebenan im Finanzministerium Ingolf Deubel grade seine Privatinvestoren.

Es gab sogar Strafanzeige wegen Untreue. Gegen den Innenminister! Ist natürlich eingestellt worden.

Wer jetzt - so wie ich - mal wissen will, wie 180.000 Euro Steuergeld als Film aussehen, bitteschön:

´fliegen lernen´

von quadrolux im Auftrag des Innenministeriums RLP.



Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich komme mir in dem Film regelrecht verhöhnt vor: ´Wir machen´s einfach.´ wird zum Sinnbild der arroganten Willkür- und Amigopolitik. Und wieder häng ich verheddert in der klebrigen Gier, nur weil ich ´nürburgring´ in Google abonniert habe.

Ach stimmt doch garnicht, ich hab ja garkeine Ahnung! Der Film ist natürlich absolut fantastisch! Hat schließlich den 1.Preis und damit 10.000 Euro gewonnen. Beim Deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Vom Wirtschaftsministerium.
Freitag, 01. Oktober 2010

Kurt Beck und Vorteilsnahme im Amt? Niemals auch nur ein Hauch!Kurt Beck im RPR1-Interview:

´Ich habe in meinem Leben noch nie etwas getan, was nur einen Hauch von Vorteilsnahme mit meinem Amt oder einer Funktion zu tun gehabt hätte.´

Ging diesmal um das Märchenschloss im Land der Leuchtturmprojekte.
Freitag, 17. September 2010

Unterm Strich unverzichbar für Bad Bergzabern. Da ist es wieder, das polit-typische ´alternativlos´ Möchtegernargument. So hat gestern im SWR der Nürburgring Hinrichter Ministerpräsident Kurt Beck versucht, sich aus der Verantwortung zu winden. Den Beitrag aus der Landesschau kann man sich im SWR anschauen (5:21 Min.). (Beeilen - Depubliziergefahr!)

Wie so oft in letzter Zeit gibt es die Zusammenhänge längst bei Wilhelm Hahne nachzulesen - man meint die SPD habe eine Gebrauchsanweisung in der Schublade liegen, um einen Illusions-Investor an den Luxustropf der Steuerzahler zu hängen.

UPDATE:

Siehe auch Rhein-Zeitung von heute.
Donnerstag, 09. September 2010

Die Regierungsgaukler rollen das Pilotprojekt flächendeckend aus.Was am Ring als Pilotprojekt wunderbar funktioniert hat, soll jetzt in ganz Rheinland-Pfalz angewendet werden. Dazu werden einfach Günstlinge der Landesregierung als Privatinvestoren vorgestellt, um Steuergelder in Bauaufträge zu verwandeln. Die Kumpelliste von Kurt Beck scheint noch lange nicht abgearbeitet.
Dienstag, 07. September 2010

Die taz schreibt aktuell über die Ring-Flops.Aktuell in der taz: Flop am Ring:

Die Bosse der Nürburgring GmbH, die bis zu 50.000 Euro monatlich an Gehalt einstrichen, Spesen in exorbitanter Höhe abrechneten und in Personalunion auch noch als Geschäftsführer der von ihnen selbst erfundenen Tochterfirmen fungierten, steckten öffentliche Gelder oft genug in die eigenen Taschen. Die Landesregierung nickte alles ab, Bedenken wurden beiseite gewischt. (..) Dass der Freizeitpark Nürburgring einmal Gewinn abwirft, glaubt nur noch Beck.


Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Sonntag, 08. August 2010

86.000 DTM Besucher obwohl nur 45.000 reinpassen?Zu den Besucherzahlen der DTM liest man offiziell: Das Rennwochenende auf dem Nürburgring verfolgten insgesamt 86.000 Besucher. Offensichtlich formuliert man schon etwas vorsichtiger und gibt einen dezenten Hinweis, daß hier Tage zusammengezählt werden. Normalerweise geht ein Wochenende von Samstag bis Sonntag, aber beim Rennwochenende kann man den Begriff dehnen, denn die Trainings starten schon am Freitag. Die DTM fährt - wie der Truck Grand Prix - auch nur auf der Kurzanbindung, da passen etwa 45.000 Zuschauer rein.

Der ADAC Mittelrhein hatte das vor 2 Wochen verfänglicher ausgedrückt: 202.000 Besucher strömten in die Eifel auf der Suche nach Truckromantik und Westerngefühl. Womit tatsächlich suggeriert wird, es seien Zweihunderttausend Individuen vor Ort gewesen. Auf die Antwort vom Veranstalter auf meine Frage, wie sich die (zahlenden!) Zuschauer auf die einzelnen Tage verteilen warte ich noch.

Der Hockenheimring kommuniziert ohne Wenn und Aber, Respekt. Hier die Details - ohne VIP und Freitickets - vom Formel 1 Wochenende auch vor zwei Wochen:

Freitag: 42.000
Samstag: 58.000
Sonntag: 65.000

Wie hirnrissig muß man sein diese Zahlen zu addieren? In Wirklichkeit nur peinlich und eher ein Zeichen völliger Ratlosigkeit auf der Suche nach Erfolgsmeldungen.

Für Le Mans - das größte Rennen der Welt - wurden übrigens 238.400 Zuschauer vermeldet. Da ist der Truck Grand Prix ja ganz dicht dran! Nee iss klar.

Normalerweise wär´s mir ja egal, was die Veranstalter sich zusammendichten. Wenn aber daraus Business Pläne gestrickt werden, weil der Nürburgring sagenumwobene 2 Millionen Zuschauer pro Jahr in die Eifel lockt, dann wird´s kriminell. Oops, und auf einmal findet auch das Wirtschaftsministerium keine Zuschauer mehr. Und so wird sie sogar von Kurt Beck optimiert - die Zuschauerlüge - die Grundlage für den betonierten Neuen Nurbetrugring.
Donnerstag, 29. Juli 2010

Was nicht paßt wird passend gemacht: so rechnet sich Kurt Beck seinen Nürburgring erfolgreich.Beim Truck Grand Prix am Nürburgring waren dreimal soviele Zuschauer wie beim Formel 1 Lauf in Hockenheim am gleichen Wochenende.

Auf so eine Idee kann auch nur ein realitätsfremder Politiker kommen.

Zitat Kurt Beck im Interview mit der Rhein-Zeitung:

"Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000."

Da ist sie ja wieder, die Zuschauerlüge. Kurt Beck wendet den Trick an, den wir von Walter Kafitz kennen: die Besucherzahlen werden hochgeschraubt indem man die Veranstaltungstage addiert. Das sind beim Truck Grand Prix 4 Tage, denn der Event ging von Donnerstag bis Sonntag.

Im Gegensatz dazu wird am Hockenheimring mit offenen Karten gespielt und die Zuschauerzahl für das Rennen kommuniziert: Break-Even bei 62.000 und 65.000 sind dann real am Rennsonntag gekommen. Das deckt sich mit dem Fassungsvermögen von Hockenheim und man konnte im Fernsehen bei den Onboardaufnahmen auch gut die ausverkauften Tribünen sehen.

Doch was nicht paßt wird passend gemacht und so quetscht Kurt Beck 200.000 Besucher in eine Kurzanbindung Nürburgring, die schon mit 45.000 restlos ausverkauft wäre.
Dienstag, 06. Juli 2010

Kurt Beck = Untertreiber des Jahres?Kurt Beck ist aussichtsreicher Bewerber für ´Die Untertreibung des Jahres´ (FAZ).
Freitag, 11. Juni 2010

Kurt Beck inszeniert Jacques Berndorf - im Theater der StaatskanzleiKurt Beck ist keiner, der sich die Butter vom Brot nehmen läßt. Kurzerhand hat er Jacques Berndorf in die Staatskanzlei bestellt, damit er nächsten Dienstag kurz vor der Premierenlesung sein Buch dort vorstellt. Apropos vorstellen: ich kann mir nicht vorstellen, daß Kurt Beck das macht ohne sicher zu sein, daß er und seine Machenschaften Politik auch ordentlich dabei wegkommen.


Sonntag, 06. Juni 2010

Die Verschiebung des SWR Films über den Nürburgring und die Antwort vom Intendanten.Es scheint, daß sich einige Leute nach der Meldung am 10.Mai an den SWR gewandt haben, um ihrem Unmut über die Verschiebung des 45-minütigen Nürburgring Beitrags Luft zu machen. Ich habe einige Rückmeldungen bekommen mit der Antwort-Mail vom Intendanten, sie war identisch in allen Fällen und lautet so.

Der Film kommt jetzt am 30.Juni im SWR und am 5.Juli im WDR.

Der Titel ´Dunkle Geschäfte in der Grünen Hölle´ wurde durch ´Schnelle Geschäfte in der Grünen Hölle´ ersetzt.
Desaster und Größenwahn: Peter GH Sebald vom AH Racing Team ist ein Mann der klaren WorteDoch so manch ein Nürburgringfan wünscht sich beim Anblick der Größenwahn-Bauten aus der Ära Walter Kafiz, Kurt Beck und den zahllosen Fantasie-Investoren auch gerne ein Feuer, um das Desaster ´Destination Nürburgring´ wieder abzufackeln. Zu tief klafft bei den Fans die Wunde was geistig umnebelte Visionäre und ´Investoren´ aus dem einst so idyllischen Nürburgring machten.

© Peter GH Sebald / AH-Racing / Hier weiterlesen ...
Montag, 17. Mai 2010

Walter Wirz ist seit 16 Jahren Landtagsabgeordneter im Landesparlament in Mainz und begleitet damit das Wirken von Kurt Beck und Walter Kafitz seit ihren Anfängen als Ministerpräsident bzw. Nürburgring Geschäftsführer. Er hat seinen Sitz im Direktmandat des Wahlkreises 14 erreicht und vertritt damit die Menschen aus den Gemeinden Bad Neuenahr-Ahrweiler und Grafschaft und den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr.

In einer von ihm selber verbreiteten Pressemitteilung schreibt er: "Kaum ein Tag vergehe, an dem keine neue Facette fragwürdiger Entscheidungen oder vermeintlich falscher Weichenstellungen bekannt werde. Damit müsse, so der Abgeordnete, jetzt Schluß sein."



Vermeintlich falsche Weichenstellung? WTF? Herr Wirz wohnt mitten in Adenau, vertritt die Menschen vor Ort mit Direktmandat und hat sich mit aller Kraft für die Realisierung des Freizeitparks eingesetzt. Jetzt fordert er, daß "die Zeit zum Handeln gekommen sei".

Wie wäre es Herr Wirz, wenn SIE handeln und Verantwortung übernehmen für das, was sie angerichtet haben?
Montag, 10. Mai 2010

Das SWR hat den für nächsten Mittwoch geplanten Nürburgring TV Beitrag abgesetzt. WTF!? Hier die die Hintergründe:

Über mehrere Monate hat der SWR am Nürburgring recherchiert und aus zig-Stunden Material einen 45-Minüter gebastelt, der zur Prime Time am 19.Mai um 20:15 Uhr ausgestrahlt werden soll(te):



Welche Besuchermagneten sollten für hunderte von Millionen Euro installiert, welche Geldgeber mit welchen Methoden gewonnen werden? Der Autor traf Manager, Politiker und Figuren, die das schnelle Geld verdienen möchten.

Auf der Detailseite des SWR ist die Beschreibung sogar noch aktuell zu finden. Auf der Programmseite allerdings ist für den 19.Mai der Beitrag schon ersetzt. Der Film wurde um ganze 6 Wochen (!!) nach hinten geschoben und aus der Redaktion erreicht mich heute folgende Email:

"Liebe Nürburgring-Freunde,
wir haben heute entschieden, den Film "Nürburgring - Dunkle Geschäfte in der Grünen Hölle" auf Mittwoch, den 30. Juni 2010, 20.15 Uhr im SWR Fernsehen zu verlegen! Dies wurde leider aus aktuellen und produktionstechnischen Gründen nötig."


Aktuelle und produktionstechnische Gründe? Soweit ich weiß ist der Film fertig! Ob da ein paar Hauptdarsteller ihre Beziehungen spielen lassen?

Wenn es Euch jetzt geht wie mir und Ihr darauf brennt den Film zu sehen bzw. die Gründe für seine plötzliche Absetzung / Verschiebung erfahren wollt, der Intendant des SWR ist Peter Boudgoust und Ihr erreicht ihn per Email unter "peter.boudgoust [at] swr.de".
Montag, 22. März 2010

Morgen im Untersuchungsausschuß: Kurt Beck.
Montag, 08. März 2010

Weltfrauentag: Blumen für Kurt Beck
Freitag, 29. Januar 2010

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heute großer SPD Aufmarsch. Nach der deutlichen Kritik der Genossen aus Adenau reist Minister Hendrik Hering an, um Werbung für sein Zukunftsprojekt Nürburgring - also die Privatisierung Richter/Lindner - zu machen. Das darf natürlich nicht nochmal passieren, daß 2 bis 3 Leute vor Ort (O-Ton Kurt Beck) Kritik äußern aus den eigenen Reihen.
Im Vergleich dazu ist die lokale CDU handzahm, der Landrat für Ahrweiler Jürgen Pföhler (CDU) und der Adenauer Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes (CDU) lesen der Landesregierung im Bezug auf den Ring jeden Wunsch von den Lippen ab, Herr Pföhler ist sogar langjähriges Ring-Aufsichtsratsmitglied und genießt Expertenstatus, sodaß er bei wichtigen Sightseeing-Touren nicht fehlen darf.
Dienstag, 19. Januar 2010

Jetzt weiß ich den Trick! Man braucht nur die beiden Wörter "Kritiker" und "Besucher" tauschen, dann paßt's!
Kurt Beck heute bei Sat1 zu der Kritik aus Adenau: .. Es handele sich "um zwei, drei Leute, die diese Kritik geübt haben."
Montag, 18. Januar 2010

Endlich! Nach über 7-monatiger Verspätung startet der Ringracer - die neue Nürburgring Achterbahn. Kurt Beck wird am 15.Februar höchstpersönlich dort Platz nehmen ... im Mainzer Rosenmontagszug.
Für Kurt Beck ist das Thema "Nürburgring" offensichtlich abgehakt. Am Freitag sprach er auf einer Verantaltung: "Sicher, hier sind Fehler gemacht worden, und dafür wurde auch die Verantwortung übernommen."
Er kann ja auch nicht anders, denn die Bauern sind alle geopfert (Rücktritt Ingolf Deubel, fristlose Entlassung Walter Kafitz).
Herr Hering ist Wirtschaftminister in Rheinland-Pfalz und im Moment das von Kurt Beck auserwählte Sprachrohr in Sachen Nürburgring. Vor nicht allzulanger Zeit kamen Regierungsinfos zu diesem Thema immer aus dem Finanzministerium. Sicher ist Herr Hering einer der best informiertesten Nürburgringexperten, wenn es um Kennzahlen geht. Neben den vielen teuer bezahlten Gutachten hat er auch Zugriff auf alle Details der Nürburgring-internen Zahlen. Diese kommen nun auch zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, natürlich von Wilhelm Hahne, denn der ist von der Landesregierung mit dem Prädikat "Geheimnisverräter" ausgezeichnet worden und hat damit ja quasi einen offiziellen Auftag.

An dieser Stelle mein allerherzlichster Glückwünsch zum 77. Geburtstag an Wilhelm Hahne und daß noch viele weitere glückliche und von positivem Streß begleitete Jahre folgen mögen!

Auf motor-kritik.de schreibt Herr Hahne, daß 2009 von der Nürburgring GmbH 300.000 verkaufte Tickets registriert wurden. Zeitgleich (!) wird von der Presse und Herrn Hering aber nach wie vor kommuniziert, daß der Nürburgring in der Vergangenheit pro Jahr 2.000.000 Besucher vorzuweisen hatte.

Wann bekommen wir - die Bevölkerung und die Nürburgring Anhänger - endlich klaren Tisch? Die Gaukler tanzen und hüpfen und bauen darauf, daß wir auf ihre Tricks reinfallen. Herr Hering sagt: "Aber jetzt haben wir zum ersten Mal realistische de-facto-Zahlen bezüglich der Besucher ..." und baut nach wie vor seine Luftschlösser auf dem Hirngespinst der 2 Millionen Nürburgring Besucher.
Freitag, 01. Januar 2010

Worin unterscheidet sich die Neujahrsrede von Kurt Beck von diesem gegenüber letztem Jahr? Dieses Jahr gibt er zu, am Nürburgring verwachst zu haben ("Ja, wir haben Fehler gemacht."). Im SWR haben sie den ultimativen Test gemacht und die Rede von 2009 ausgestrahlt. Hat funktioniert. Aufgeflogen ist es nur durch die runden Geburtstage (60 Jahre Weltkrieg, 20 Jahre Mauerfall).
Dienstag, 08. Dezember 2009

Bricht das Eis? Walter Kafitz scheint die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" zum Verhängnis zu werden, denn Kurt Beck greift der Aufsichtsratsentscheidung vom kommenden Donnerstag vor. Die Firma wurde am 15.8.2008 installiert, um die Geldflüsse am Ring zusammenlaufen zu lassen. Die Firma ist am Ring auch sehr präsent, das sind nämlich die grünen "Haben-Sie-schon-eine-Ringcard?" Männchen, die den Besuchern meist zahlenmäßig überlegen waren.
Man fragt sich natürlich, was können das für "Mißstände" sein, von denen jetzt gesprochen wird? Wie kann eine Firma, die nichts anderes macht, als Geld zu sammeln, nach nur einem Jahr am Rande der Insolvenz stehen?
Die Fragen kann nur die Geschäftsführung der Grüne-Männchen-Firma beantworten. Laut Unternehmensregister sind oder waren dies Kai Richter, Hans-Jürgen Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn.
Montag, 23. November 2009

Die Opferrolle einer reingelegten Nürburgring GmbH bekommt Risse. Forumsmitglied Harald Hallerbach hatte schon im Februar 2009 Strafanzeige erstattet, doch die Staatsanwaltschaft durchsuchte lieber die Wohnung des aufrichtigen Journalisten Wilhelm Hahne. Jetzt fordert die Opposition Herrn Beck offen heraus.
Dienstag, 15. September 2009

Nachdem am Montag der Spiegel dem Kurt Beck den Nürburgring um die Ohren gehauen hat, legt heute am Dienstag die FAZ nach.

UPDATE: Auflage FAZ: 370.000, Auflage Spiegel: 1.000.000
Samstag, 12. September 2009

Ring und Beck Bashing wieder mal im Spiegel: jetzt sind es 320 Milliönschen, die für die Flughafen-Replika Erlebniswelt aufgelaufen sind. Kurz vor der Wahl ist Kurt Beck natürlich eine beliebte Zielscheibe der CDU.
Mal kurz die überschlagen: 4% von 320 Mil. sind 12,8 Mil. im Jahr, 1 Mil. im Monat, 35.000 Euro pro Tag. Wow.

UPDATE: Kurt Beck bekommt eine ganze Seite im Spiegel spendiert, Überschrift: RHEINLAND-PFALZ - Mächtiger Wumms: Fragwürdige Transaktionen im Zusammenhang mit einem millionenteuren Freizeitzentrum am Nürburgring belasten die Landesregierung von Kurt Beck. (S. 32)


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