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Sonntag, 26. Januar 2020

Buchvorstellung: Total Competition von Ross Brawn und Adam Parr.

Wenn Ross Brawn anfängt zu erzählen, dann hört man automatisch zu. Denn zum einen kommt das nicht so oft vor und man möchte nichts verpassen - und zum anderen ist der Mann auch nicht auf den Kopf gefallen, d.h. das was er zu sagen hat, ist es wert angehört zu werden.

Mike Frison / renn.tv

Rückblickend ist Total Competition ein sehr wertvolles Buch, denn es ist mehrere Bücher in einem!

Man erfährt sehr viel über die Personen Ross Brawn und Adam Parr - aber auch über Michael Schumacher, Ron Dennis oder Bernie Ecclestone. Da wird ziemlich freizügig aus dem Nähkästchen geplaudert - eher so, als würde man die beiden in vertrauter Atmosphäre abends an der Hotelbar treffen. Zum Beispiel damals, als Michael Schumacher beim Qualifying in Monaco 2006 sein Auto in der Rascasse parkte.

Mike Frison / renn.tv

Das ganze Buch ist in diesem Erzählstil in Frage-Antwort gehalten und man fühlt sich gleich als Teil der Unterhaltung. Man würde wahrscheinlich auch im realen Leben den beiden nicht ins Wort fallen, sondern andächtig zuhören und froh sein, dass man das darf.

Neben diesen Insidern aus dem Motorsport-Bereich ist das Buch aber auch ein Managementbuch, denn es beschreibt in einprägsamer Deutlichkeit, wie man erfolgreich mit Wettbewerb umgeht, was es heißt ein Team zu formen und welche Lehren man aus den - erfolgreichen - Formel 1 Abenteuern ziehen kann. Man kann nicht lernen, wie man Formel 1 Weltmeister wird als Team - da gibt es keinen passenden Studiengang. Aber wenn Leute, die es geworden sind, erzählen wie sie es angestellt haben, dann wird es interessant.

Mike Frison / renn.tv

So ein Erfolg fällt nämlich nicht einfach so vom Himmel, sondern ist hart erarbeitet!

Als roter Faden zieht sich durch das Buch der Vergleich zur strategischen und taktischen Kriegsführung. Ja - richtig gelesen: Kriegsführung. Allerdings auf sehr sachlicher Ebene und mit Rückgriff auf antike Schriften - aus China zum Beispiel. Das sind durchaus sinnvolle Vergleiche und man bekommt einen Insider-Einblick, warum Toyota in der Formel 1 - trotz überwältigender Ressourcen - nicht den erwünschten Erfolg verbuchen konnte.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen ist Ross Brawn ja Teil der Formel 1 Organisation und unterstützt Liberty Media bei der Entwicklung des zukünftigen Reglements. Mit welcher Akribie er das macht kann im Detail hier nachgelesen werden - absolut beeindrucken, aber nicht überraschend. Besonders nicht, wenn man das Buch gelesen hat.

Mike Frison / renn.tv

Es besteht also durchaus Hoffnung für die Formel 1 und Total Competition bekommt von mir das Prädikat Pflichtlektüre.

Das Werk ist von November 2016 und nur auf Englisch verfügbar (10€ bei Amazon als Taschenbuch).

Buchvorstellung | Brawn | Parr | Formel1 |


Samstag, 10. Juni 2017

Ross Brawn über die Formel 1 Zukunft in einer elektrischen und autonomen Mobilitätswelt.

Zum ersten Mal lese ich, dass sich jemand Gedanken macht, wie es mit dem Motorsport weitergehen könnte in einer Welt voller elektrischer und autonomer Mobilität.

Dieser “jemand” ist kein Geringerer als Ross Brawn, der technische Stratege, der inzwischen in den Diensten des neuen Formel 1 Besitzers Liberty Media ist:

F1 is a little bit at a crossroads. The automotive world is going off on a different direction now, with fuel cell cars, electric cars, autonomous driving – and that’s not F1. How do we find the relevant path for the future?

Dieser Schritt ist längst überfällig und hätte meiner Meinung nach schon vor Jahren vollzogen werden sollen: das Abnabeln von dem Diktat der Hersteller, die im Motorsport ihre technischen Errungenschaften zu Schau stellen wollen. So fortschrittlich und technisch beeindruckend das auch ist, für den SPORT ist es das Todesurteil, denn der Fahrer wird zum Bediener degradiert. Und diese Entwicklung der elektronischen Unterstützung nimmt weiter Fahrt auf, bis wir schon in ein paar Jahren bei autonom gesteuerten Fahrzeugen landen werden.

Das widerspricht natürlich dem Anspruch der Formel 1 und es ist höchste Zeit dies zu erkennen und gegenzusteuern, wenn man den Sport in eine erfolgreiche Zukunft steuern will.

Die Interessen der Hersteller und die der Sportveranstalter werden sich trennen müssen, und je früher das vorbereitet wird, desto größer die Überlebenschancen des Motorsport als Sportart. Ob die Hersteller dann noch mitspielen wollen, wird sich zeigen. Doch die Weichen müssen ohne deren Einfluss gestellt werden, mit dem Ziel die sportliche Qualität zu verbessern, um die Fans auf der ganzen Welt begeistern zu können.

Drücken wir Ross Brawn die Daumen, dass er sich mit seinem Weitblick gegen die versammelten Einzelinteressen durchsetzen kann.

Natürlich ist diese Weichenstellung nicht bei der Formel 1 zu Ende - auch die anderen Serien müssen sich bekennen und diesen Schritt gehen, wenn sie nicht ihre Daseinsberechtigung auf's Spiel setzen wollen. Aber die Formel 1 war schon immer ein guter Vorreiter - da besteht also Hoffnung.

Formel1 | Zukunft | Brawn |


Montag, 22. Mai 2017

Unter Ross Brawn möchte die Formel 1 auf einmal von der MotoGP Serie lernen.

uk.reuters.com:

Ross Brawn, the former Ferrari technical director who has run three teams and is now Formula One’s managing director for motorsport, said he was open to learning lessons from any other series. The Briton told Reuters that he and Carmelo Ezpeleta, chief executive of MotoGP rights holders Dorna, had discussed “areas of cooperation and how we can learn from what each of us does” at last weekend’s Spanish Grand Prix in Barcelona. On a basic level, that means working to limit a clash of calendars.

Dieses Jahr gibt es 8 (!) Terminüberschneidungen bei Formel 1 und MotoGP.

Auch dass sich in der Formel 1 nicht die besten Fahrer messen, ist Ross Brawn ein Dorn im Auge. Einige Team müssten aus kommerziellen Gründen auf Bezahlfahrer zurückgreifen. Im Gegensatz dazu stehen bei der MotoGP zweifelsfrei die besten Motorradfahrer der Welt am Start. Und in Moto2 und Moto3 wird gleichzeitig sehr erfolgreich der Nachwuchs gezüchtet - siehe Johann Zarco, der am Wochenende seine französischen Landsleute begeistert hat und aus eigener Kraft auf’s Treppchen gefahren ist.

Wie ich schon vor 4 Jahren geschrieben habe:

Wenn man die Entwicklung zuende denkt, dann werden wir irgendwann für jedes Wochenende ein Motorsport-Highlight haben, das die Konkurenz in den Schatten stellt und unsere komplette Live Aufmerksamkeit verdient. Dadurch natürlich die Sponsoren-Engagements auf sich vereint ebenso wie die Top-Teams und Fahrer. Und es geschafft hat über die Kanäle hinweg die Fan-Diskussionen im Netz zu dominieren im Vergleich zu anderen Veranstaltern.

Das heißt, wenn sich F1 und MotoGP auf einmal einig werden, dann ist für die anderen Serien noch weniger Platz - das Rennen um die Aufmerksamkeit ist bereits in vollem Gange.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich von der F1 dieses Jahr nicht viel mitbekommen habe - aber bei der MotoGP habe ich noch keine Rennsekunde verpasst.

Brawn | Formel1 | MotoGP | Zukunft | Berichterstattung |


Dienstag, 24. Januar 2017

Liberty hat Ecclestone rausgekantet - und zwar schneller als man gucken kann. Sportdirektor wird Ross Brawn und der Nürburgring ist schon an Tag 1 wieder im Gespräch.

Die legen ja ordentlich Tempo vor. Könnte gut sein, dass man bald nicht mehr am Fernseher einschläft. Die ESPN Leute wissen was geht. Haben immerhin die X-Games erfunden.


Freitag, 21. Oktober 2016

In dem neuen Buch von Ross Brawn kommen Toto Wolff und Niki Lauda aber gar nicht gut weg.

Wie war das eigentlich, als Ende 2013 Ross Brawn bei Mercedes GP gedisst wurde?

3 Jahre später kommen die Details an´s Licht:

Then in early 2013, I discovered Paddy Lowe had been contracted to join the team and it had been signed off in Stuttgart. When I challenged Toto and Niki, they blamed each other. I met them to have it out with them. And they both pointed to each other. I couldn’t trust [these] people, so I saw no future unless I was willing to go to war and remove them. I saw no future with people that I didn’t feel I could trust.

Das ist ein Auszug aus seinem Buch, das von ihm und Adam Parr in 2 Wochen erscheinen wird: Total Competition: Lessons in Strategy from Formula One

Scheint eine unterhaltsame Lektüre zu sein.


Samstag, 30. November 2013

Übrig Ns vom Samstag.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tag: ÜbrigNs


Dienstag, 29. Oktober 2013

Übrig Ns vom Dienstag.

Was sonst noch so im Nternet passiert ist:

Tag: ÜbrigNs


Dienstag, 15. Dezember 2009

Sind Brawn bzw. Mercedes einem Betrüger aufgesessen? Laut Handelsblatt könnten Henkel Sponsorverträge ungültig sein.
(Hier gefunden.)
Mittwoch, 04. November 2009

Was haben Ross Brawn, Patrick Head und Andreas Puschel gemeinsam? Sie waren bei der Motorsport Expo für den Preis "Design Engineer of the Year" nominiert.


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