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Sonntag, 18. August 2019

Autofahren in Deutschland: Mobilität oder persönliche Freiheit?

Immer häufiger wird im Mainstream - also abseits unserer exklusiven Motorsport-Blase - das Thema Straßenverkehr und dessen zunehmende Aggressivität behandelt.

Zum Beispiel aktuell in dieser Quarks Sendung mit Mai Thi Nguyen-Kim:

Wem gehört die Straße? - Aggressionen im Verkehr

Dort werden dann Zahlen genannt, die ich hier auch gerne bringe. Zum Beispiel, dass Autos generell 23 Stunden pro Tag ungenutzt rumstehen. Beziehungsweise eine Kapazitätsauslastung von 4% haben, für die beispielsweise eine Firma nie eine Investition tätigen würde. Meine Rechnung von vor 2 Jahren ist nach wie vor gültig.

Das bedeutet bei 47 Mio. Autos in Deutschland, dass deren Parkraum aneinandergereiht 7x rund um die Erde reichen würde! 6 Meter x 47 Mio. ≈ 7 x 40.000 km.

Tendenz steigend.

Dazu gesellt sich, dass wir heute alle aggressiver und mehr gegeneinander unterwegs sind. Es ist eine schleichende Entwicklung, aber die Autos wurden viel größer und wuchtiger, stärker und zahlenmäßig mehr. Auch wurden sie viel komfortabler, man merkt heute gar nicht mehr den Unterschied, ob man mit 130 oder mit 200 unterwegs ist. Der öffentliche Raum allerdings wurde nicht größer, sondern eher kleiner - besonders in Städten. Kein Wunder, dass sich heute alle Verkehrsteilnehmer - von Fußgänger bis LKW - um diesen Raum prügeln.

Das war vor gut 30 Jahren, als z.B. ich meinen Führerschein gemacht habe, noch ein komplett anderes Szenario. Hier ist ein herrliches Symbolbild dazu (von @jasoncammisa).

Was mich inzwischen aber noch mehr ärgert ist die Tatsache, dass der Motorsport, der durch die Förderung des Wettbewerbs an dieser gegeneinander Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, a) weder Verantwortung übernimmt und b) keinerlei Perspektiven aufzeigt, wie sich das Dilemma in der Zukunft lösen lassen könnte.

Wo wir gerade so schön am Erzählen sind, eine Sache nervt mich inzwischen auch tierisch im Zusammenhang mit Energie und Emissionen: das Bremsen. Gibt es eine größere Energieverschwendung als Bremsen? Mal davon abgesehen, dass viele Fahrten insgesamt völlig unnötig sind, weil man die auch locker zu Fuß oder mit dem Rad absolvieren könnte. Aber lassen wir das mal außen vor.

Beim Bremsen wird die vorher mühevoll aufgebaute Bewegungsenergie völlig sinnlos vernichtet und nicht einmal zurückgeführt, sondern in Verschleiß (Beläge und Scheibe), Wärme und zusätzliche Emissionen (Feinstaub) umgewandelt. Daran muß ich immer häufiger denken, wenn ich aggressive Verhalten beobachte, die das komplette Gegenteil von vorausschauender Fahrweise sind. Der Horizont reicht maximal bis zum nächsten Verkehrsteilnehmer - bzw. Konkurrenten - der noch schnell überholt werden muß, bevor es zackig und ankernd in die Ausfahrt geht. WTF?

Mit etwas erweitertem geistigen Horizont könnte der Motorsport hier eine schöne Vorbildfunktion einnehmen, z.B. durch Verbrauchsformeln, die eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise belohnen. Wo es gilt Bremsmanöver zu vermeiden, um genügend Energie für den Wettbewerb aufzusparen. Es muss ja nicht so extrem sein wie bei den Dirt Tracks in Amerika, wo die Motorräder gar keine Bremse mehr verbaut haben. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das sehr reizvoll finde!

Mobilität | Aggressionen | Straßenverkehr | Bremsen | gegeneinander |


Dienstag, 15. Januar 2019

Walter Röhrl im Elektro-Taycan.

Da wird Porsche wohl nochmal die Produktionszahlen anheben müssen, denn der Meister ist voll des Lobes.

Mike Frison / renn.tv

Hier der Link zum Video und ich habe mir mal die Mühe gemacht Walter's Aussagen abzuschreiben - das wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen:

Walter vor dem Einsteigen:

"Die Erwartungen sind ziemlich groß - ich glaub' es ist hinreichend bekannt, wie ich ein E-Auto nicht gern mag. Das soll mich aber nicht hindern, das einfach ganz fair zu testen und zu sagen, ob das Auto gut fährt."

Walter im Auto

"Sehr beeindruckend - das Auto fährt natürlich so, wie ein Porsche fahren muss - das merkste bei jedem Meter - dass das einfach ein Auto ist, das von Porsche-Ingenieuren entwickelt wurde. Eine Präzision - mit dem Lenken, Bremsen, Gasannahme - der Schub ist natürlich etwas, sowas das hat ein normaler Mensch überhaupt noch NIE erlebt - Leistung von Null bis zum Anschlag - ohne Unterbrechung, ohne Zugkraftunterbrechung - ein Fahrwerk, das genau dort hinfahrt wo ich hinlenke - also mehr kann man sich im Prinzip nicht wünschen."

"Soviel von dem ganzen Know-How, was ich seit 50 Jahren an Porsche schätze, hat auch dieses Auto."

"Also bei DEM Auto, da trifft es wirklich zu, dass die Tränen der Ergriffenheit waagerecht abfließen - unglaublich!"

Und wir wissen ja alle, wie kritisch der Herr Röhrl sein kann.

Den Fake-Auspuff haben sie übrigens immer noch dran!

Mike Frison / renn.tv

Röhrl | Porsche | Taycan |


Sonntag, 23. Dezember 2018

[Onboard Video] Alex Zanardi bereitet sich auf 24h Daytona vor.

Gasgeben, Bremsen, Rauf- und Runterschalten und natürlich Lenken: alles mit den Händen.

youtu.be/vp9gn4EPNTA

Zanardi | Onboard | Legend |


Sonntag, 02. Dezember 2018

Vespa Elettrica - Erstkontakt.

Wenn der eigene Nachbar Vespahändler ist, dann gehört ja fast schon zum guten Ton dem Mike das langersehnte Elektromobil mal vor die Tür zu stellen:

Mike Frison / renn.tv

Wobei das Weihnachtskostüm natürlich das Sahnehäubchen ist. “Fahr mal ’ne Runde” lass ich mir auch nicht zweimal sagen und auf der Suche nach einer gut ausgeleuchteten Location ist mir nur die Tankstelle eingefallen.

Mike Frison / renn.tv

Natürlich blau-weiß, die Italienerin hat ja so ihre Designansprüche. Aber so harmonisch das auf dem Bild aussieht, so widersprüchlich ist es natürlich - da prallen die Welten aufeinander.

Der Vortrieb ist recht kräftig - Anfahren am Berg ist sportlich. Ich könnte mir vorstellen, dass man an der Ampel in Poleposition diese nicht so schnell aufgeben muss, wenn die Kreuzung zum Start freigegeben ist.

Mike Frison / renn.tv

Topspeed ist immer 50 km/h - auch wenn es bergrunter geht. Das wird ja leider elektronisch geregelt, vielleicht gibt es ja noch Luft nach oben - die Tuner werden es herausfinden!

Die Reichweite liegt so bei 80 km - das ist dicke genug für einen 50er Roller. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gerät morgens immer vollgetankt ist, weil es ja über Nacht an der Steckdose hängt. Der Roller war flammneu, hatte gerade mal 60 Weihnachtsmarktkilometer auf der Uhr - und noch 32 km Reichweite übrig.

Mike Frison / renn.tv

Vom Geräuch her würde man es sich etwas leiser wünschen, der Sound ist auf Augenhöhe - Ohrenhöhe? - mit der KVB, also Straßenbahn. Dafür war ich aber positiv überrascht von der Stärke der Motorbremse - ich mag das, weil man mit vorausschauender Fahrweise das Bremsen auf ein Minimum reduzieren kann. Übrigens bremst Guy Martin auch nicht gerne, habe ich in seinem Buch gelesen. Und dann muss es ja gut sein.

Ich habe mal versucht den Roller hinten hochzuheben - au weia. Da ist ordentlich Gewicht im Einsatz. Dass geht eher in die Richtung meiner 900er Hornet als einen klassischen 50er Roller. Und obwohl ich nur eine kurze OKF hier im Dorf gemacht habe, hatte das Fahrwerk so seine Probleme, das Gewicht sanft einzufangen. OK - ist ein Roller und hat übersichtliche Radgrößen, so soll das ja auch sein. Übrigens vorne 12 und hinten 11 Zoll und dem stolzen Preis angemessen auch mit Pirellis in der Serienausstattung.

Im Gepäckfach ist Platz für eine Weihnachtsmütze - Helm sollte auch passen, wenn er nicht zu groß ist:

Mike Frison / renn.tv

Und was ist unter diesem Deckel? Oh, ein Stecker! Das ist ja praktisch. Das Ladegerät ist nämlich eingebaut - erhöht den Komfort, aber auch das Gewicht.

Mike Frison / renn.tv

Größentechnisch ist es natürlich immer noch ein Roller, aber Euer Zweimeterblogger passt auch drauf:

Mike Frison / renn.tv

Die Zapfsäulen haben direkt beleidigt aufgegeben:

Mike Frison / renn.tv

Und wenn Ihr das Gerät testen wollt, Christoph Perscheid hat ein ganz frisches Exemplar zur Verfügung und das Zweite schon im Zulauf:

Mike Frison / renn.tv

Unterm Strich auf jeden Fall ein tolles Gefährt - wenn man es sich leisten kann. Und obwohl ich die Elettrica schon vor 2 Jahren als viel zu spät eingestuft habe, bin ich doch froh, dass es sie endlich gibt. Die erste elektrische Vespa - das ist schon was Besonderes.

Und während in Italien Vespa die Kumpan aus Remagen in einer sehr fragwürdigen Aktion und vor allem völlig unsouverän vom Stand räumen ließ, hat sich Zweirad Perscheid entschlossen die Kumpane mit in’s Programm aufzunehmen - so haben doch alle was davon.

Vespa | Elettrica | Perscheid | Miketest |


Donnerstag, 18. Oktober 2018

In-Wheel-Motoren, der heilige Gral?

Ich bin ein großer Fan von elektrischen In-Wheel-Motoren. Aus mehreren Gründen:

  • Der klassische Antriebsstrang ist maximal reduziert bzw. garnicht mehr vorhanden.
  • Die Räder sind per Definition rund - was liegt also näher als sie auch als Motor zu benutzen?
  • Die kompakte Antriebsform erlaubt maximale Designfreiheiten beim Rest des Fahrzeugs.
  • Die Räder sind Bremse und Motor gleichzeitig.
  • Und das Wichtigste: alle 4 Räder einzeln angetrieben bzw. einzeln gebremst ermöglicht eine Fahrdynamik wie wir sie noch nicht kennen. Theoretisch bräuchte man 8 Pedale: 4 zum Gasgeben und 4 zum Bremsen, aber da wäre sogar Walter Röhrl’s Fußarbeit überfordert. Also übernimmt das der Computer - oder ein paar zusätzliche Paddles am Lenkrad würden auch nicht schaden.

Nachteil ist das hohe Gewicht der Räder genau dort, wo man es überhaupt nicht braucht: als ungefederte Masse. Was im Widerspruch zu der gewonnenen Fahrdynamik steht.

Hier ist so eine Firma - Elaphe - die sich darauf spezialisiert und sich gerade im Aufbau befindet. Vielversprechende Ansätze.

Überhaupt hat man den Eindruck, dass im Zuge der Elektrifizierung die neuen Firmen aus dem Boden schießen wie Pilze im Herbst. Das hat natürlich Gründe. Aufbruchstimmung - klar - aber auch brachliegendes Potential, das die etablierten OEMs ungenutzt lassen. Und das sich mit einer kleinen, aber cleveren und engagierten Mannschaft heben lässt.

Das hat es zu Verbrennerzeiten in der Form nicht gegeben. Es haben sich zwar Kleinserien etablieren können - wie z.B. Pagani oder Wiesmann. Aber von der Motorentwicklung haben sie lieber die Finger gelassen und auf Bewährtes zurückgegriffen. Wenige haben den Schritt gewagt einen eigenen Motor zu entwickeln, wie z.B. McLaren.

Die Hürde für den Einstieg ist also niedriger geworden und motiviert zum Erfinden. Schön spannend, denn da steht Einiges in den Startlöchern, von dem wir bisher noch überhaupt nichts wissen.

Elektro | InWheel | Elaphe |


Samstag, 23. Juni 2018

Neues aus dem Fuhrpark, frische Bremsen.

Die Reifen auf der Hornet sind ja schon frisch und fahren gut - jetzt noch die Beläge vorne, damit es auch prima bremst.

Mike Frison / renn.tv

Meine Wahl fiel auf die TRW Sinterbeläge mit ABE - hören auf den Namen “SV”. Es gibt auch SRQ und CRQ - beide kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit. Ich habe sie geliebt! Sie brauchen zwar Temperatur - besonders die CRQ - aber dann beissen sie gnadenlos. Sogar wenn der Rest Serie bleibt.

Mike Frison / renn.tv

Die Sinterbeläge SRQ bzw. die Carbonmischung CRQ sind nicht unkritisch - besonders im Regen. Erst kommt nichts und dann - mit Temperatur - kommt plötzlich Biss. Muss man sich drauf einstellen. Sind auch nur für die Rennstrecke gedacht.

Für die Straße gibt es die zahme “SV” Version - die habe ich jetzt drauf und bin gespannt.

Bei der Hornet ist mir aufgefallen, dass ein Bremskolben kleiner als der andere ist - hatte ich vorher noch nie bemerkt:

Mike Frison / renn.tv

Nebenbei lief noch das VLN Rennen - die Übertragungen werden wirklich immer besser. Das, was an Kameras rund um die Strecke fehlt, wird durch Onboards ausgeglichen - die Rennautos dienen als Kamerawagen.

Mike Frison / renn.tv

Obwohl Uwe Winter den deutschen Kommentar unterstützt hat, bin ich lieber beim englischen Kommentar geblieben: weniger Gossip und Füllwerk - mehr Konzentration auf das Rennen und die Zusammenhänge. Inzwischen habe ich zuhause das WLAN auch soweit im Griff, dass es bis zur Garage reicht - ich bin jetzt auf den Geschmack gekommen was Rennen gucken in der Werkstatt angeht.

War ein spannender Lauf - Glückwunsch an Rinaldi / Wochenspiegel für die 1. Startreihe und den tollen 3. Platz im Rennen! Schön auch, dass Sabine wieder zurück ist und es bei den Frikadellis mit dem Gesamtsieg auch noch mehr zu feiern gibt.

Fuhrpark | Hornet |


Mittwoch, 13. Juni 2018

Den Elektroroller bringe ich am Wochenende mal mit nach Immekeppel.

Beim Brasseln in der Garage heute habe ich auch nochmal den Elektroroller an’s Tageslicht gezogen und die Reifen aufgepumpt. Was nicht so einfach war wegen diesen Plastikverkleidungsdeckeln, aber ich möchte sie dranlassen, weil sie a) den Motor verstecken und b) so schön oldschool sind. Jetzt habe ich das Loch am Ventil einfach größer gesägt.

Einen Platten möchte ich damit allerdings nicht gerne haben - zumindest nicht hinten.

Waschen war auch angesagt. Ist ja zum Glück nicht viel Material dran - von daher schnell erledigt. Nur mit dem Wasser muss man vorsichtig bzw. sparsam sein - verträgt sich nicht so gut mit der Elektrik. Der Arme war immer noch eingestaubt von meiner Nordschleifentour beim 24h-Rennen.

Mike Frison / renn.tv

Da schließt sich der Kreis, denn 24h ist auch diese Woche das Thema - allerdings in Le Mans. Bzw. in Immekeppel! Die Vorbereitungen laufen und ich dachte ich lade den Roller auch mal ein - vielleicht muss man ja mal was besorgen fahren oder jemand möchte ihn mal ausprobieren? Kein Problem. Aber Vorsicht: macht süchtig!

Mike Frison / renn.tv

Eine weitere Mini-Baustelle im Fuhrpark ist die Hornet - frisch ge-TÜV’t und bereift - ich hatte berichtet. Inzwischen bin ich auch mal ausgerückt auf der Landstraße - musste ja die Reifen probefahren.

Mike Frison / renn.tv

Und was soll ich sagen, das Motorrad ist wie verwandelt: kein zickiges Einlenken, kein Aufstellen beim Bremsen - so muss das sein. Ich erkläre mir das so, dass die Vorgängerreifen (Michelin - vom Vorbesitzer) schon etwas älter waren und auch eckig gefahren. Eventuell hat der Pirelli auch einen anderen Radius quer über den Reifen. Jedenfalls bin ich happy - das mit dem Grip-Testen habe ich mir mal noch gespart, aber bis jetzt passt’s. Noch Ölwechsel und vorne neue Bremsbeläge, dann ist das Moped wieder voll einsatzbereit.

Es warten nämlich noch andere Gerätschaften auf Zuwendung.

Mike Frison / renn.tv

Fuhrpark |


Donnerstag, 07. Juni 2018

Max Biaggi auf der MotoE Energica in Mugello.

Schön im Aprilia Kombi:

youtu.be/r95Z7Ya700k

Max scheint es noch drauf zu haben, 1-Finger-Bremsen geht mit dem Motorrad und natürlich alles im 1. Gang - auch die 240 km/h auf der langen Zielgeraden.

Sieht alles andere als langsam aus!

Energica | Biaggi | MotoE | Mugello |


Freitag, 18. Mai 2018

Honda Fahren 2018.

Die Motorradsaison steht vor der Tür und wie schon letztes Jahr habe ich mich gefreut wieder von Honda eingeladen zu werden, um die neue 2018er Modellpalette zu testen. Schon 2x hintereinander - in Köln nennt man so etwas Tradition.

Der ich mich natürlich verpflichtet fühle. Von daher gut, dass die Fireblade auch wieder am Start war:

Honda Fahren 2018

Was sag ich eine … viele!

Honda Fahren 2018

Ich habe natürlich nach der SP Ausschau gehalten, die es mir letztes Jahr so angetan hat mit ihrem messerscharfen Fahrwerk und dem süchtigmachenden Schaltautomat - auf Neudeutsch: Quickshift mit Blipper.

Honda Fahren 2018

Soweit so geil - und mit speziellem Detail für Audiophile: Akrapovic.

Honda Fahren 2018

Damit habe ich mir erstmal die Sinne warmgefahren und die Gegend erkundet, denn die Veranstaltung war diesmal in der Honda Akademie in Erlensee nähe Hanau.

Dieses Jahr habe ich noch gar nicht auf dem Motorrad gesessen - was natürlich auch hiermit zu tun haben könnte.

Zurück in der Basis habe ich bei einem Kaffee diese schöne Sammlung gesehen:

Honda Fahren 2018

Moment mal - was ist das?!

Honda Fahren 2018

Sagenhaft, ein Paris-Dakar Renner von 1991:

Honda Fahren 2018

Da wurden Erinnerungen wach, denn drei Jahre vorher - also 1988 beim 10-jährigen Paris-Dakar Jubiläum - hatte ich mir den Prolog in Paris angeschaut. So etwas lasert sich in’s Gehirn - da reicht der bloße Anblick von authentischem Material für eine Gänsehautmassage.

Die Africa Twins standen natürlich nicht zufällig da rum - Honda hat zum 30. Geburtstag die "Adventure Sports" aufgelegt - eine verschärfte Version der neuen Africa Twin, die 2016 vorgestellt wurde.

1986 hat Honda mit einem Prototypen die Paris-Dakar gewonnen und die Erfahrung in einem Serienmotorrad umgesetzt, das 1988 als erste Africa Twin vorgestellt wurde.

Von ’88 bis ’03 wurde sie erst als 650er, dann als 750er gebaut bevor es eine lange Pause bis 2016 gab. Wenn man das aktuelle Modell mit dem ersten von vor 30 Jahren vergleicht, dann ist es zwar mit der Zeit gegangen, aber seinem Ursprung bis in’s Detail treu geblieben - wo gibt es so etwas heute noch? Bewährtes feiern mit den Möglichkeiten der heutigen Technik - stark.

Die Adventure Sports hat 95 PS, großen 24L Tank für über 500 km, viel Bodenfreiheit (270 mm), Sitzhöhe (920 mm) und strammes Gewicht (243 kg vollgetankt).

OK - bin längst überredet - Probefahrt:

Honda Fahren 2018

Geht bärig, gut um’s Eck und ist sehr bequem.

Honda Fahren 2018

Die Größe taugt mir natürlich auch und das Gewicht merkt man beim Fahren nicht so, wie man das vermuten würde. Nur das mit den Wheelies wollte nicht klappen, aber da kann das Motorrad ja nichts für, wenn’s der Fahrer nicht drauf hat.

Die Fahrbilder sind übrigens wieder von Gerhard Gasgriffsalat Rudolph - vielen Dank an dieser Stelle für die schönen Aufnahmen und die Geduld!

Unser nächster Programmpunkt vor dem Mittagessen war eine Besichtigung der Akademie und was sich erstmal trocken anhört, hatte doch Einiges zu bieten.

Ovalkolben - erinnert Ihr Euch?

Honda Fahren 2018

Die Honda NR von 1992:

Honda Fahren 2018

Davon wurden nur 300 Stück gebaut. Vor 26 Jahren. Steht da einfach so rum.

Ovale Kolben übrigens, weil sich dadurch die Anzahl der Ventile verdoppeln lassen konnte. Ein Riesenaufwand für eine Verbesserung des Gaswechsels:

Honda Fahren 2018

Aber die Akademie unterrichtet noch ganz andere Sachen, wie z.B. Bootsmotoren:

Honda Fahren 2018

… oder Generatoren. Die sehen innen so aus:

Honda Fahren 2018

Auf dem Weg zur Kantine dann dieses zierliche Gefährt:

Honda Fahren 2018

Ziemlich alt und ein Teilnehmer meinte, dass ein paar Stück es damals sogar nach Deutschland geschafft haben. Ich habe kürzlich meine Hercules Ultra in gute Hände abgegeben - da sind auch Pirelli Mandrake drauf - damals unschlagbarer Reifen:

Honda Fahren 2018

Nach der Pause wurde es dann nackt - genauer gesagt CB 1000 R:

Honda Fahren 2018

Frisch für 2018 auf den Markt gekommen und im Grunde genommen ein Nachfolger meines eigenen Motorrades - der 900er Hornet. Die ich ja letztes Jahr extra zu diesem Event mitgebracht hatte - ich wusste ich werde das Foto noch einmal gut gebrauchen können:

Honda Hornet 900

Eine Hornet gibt es dafür nicht mehr im Honda Programm - aber da muss niemand traurig sein, denn die Neue hat es in sich:

145 PS bei 212 kg vollgetankt, Fireblade Motor (der von 2006), geschmiedete Kolben und das Beste: optional mit dem Quickshifter der Fireblade.

Die ich ja vorher schon gefahren bin, daher hatte ich den direkten Vergleich. Und was soll ich sagen, die CB 1000 R ist unglaublich handlich, messerscharf zu dirigieren und hat ähnlichen Bumms wie die Fireblade. Auch Charakteristik (im Sport Modus) und Sound ähnlich - eine echte Waffe. Sieht auf den ersten Blick gar nicht so gefährlich aus, aber ich glaube die wird ordentlich Gegner abräumen.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Ich bin gespannt wie die Tests ausfallen, aber ich glaube die wird auf der Rennstrecke viel Freude machen.

Ich habe dann auch mal 125er und 300er getestet - man ist ja neugierig. Die Kleine ist für unsereins natürlich anstrengend, aber die 300er kann man schon ernst nehmen. Bis Tempo 120 auf der Landstraße mit ihren 31 PS gut unterwegs - nur beim Überholen muß man das schon ordentlich vorbereiten. Dafür aber mega-handlich und sehr einfach zu fahren.

Honda Fahren 2018

Honda Fahren 2018

Kostet 5.090 € Liste - kann man nicht meckern. Wobei … für 3.350 € bekommt man eine gebrauchte 900er Hornet mit wenig Kilometern - soviel habe ich für meine vor 2 Jahren bezahlt.

Ich habe dann mal gefragt, was denn das teuerste Motorrad auf dem Hof ist. Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee war.

Die Bremsen sehen ja erstmal performant aus:

Honda Fahren 2018

Aber bei dem fehlenden Kupplungshebel könnte man schon stutzig werden:

Honda Fahren 2018

Auch bei dem Navi im Cockpit:

Honda Fahren 2018

… und der Knöpfesammlung:

Honda Fahren 2018

Und wenn ich Euch jetzt noch sage, dass der Trumm 380 kg wiegt! Aber ich habe es gewagt - Voilá - Mike auf der Goldwing:

Honda Fahren 2018

1,8 L Boxermotor mit 6 Zylindern und 126 PS. Automatikgetriebe mit 7 Gängen - und da ist der Rückwärtsgang noch nicht mitgezählt. Kofferraumvolumen von 110 Litern (50 + 2x30), Apple Car Play und Start-Stopp-Funktion an der Ampel. Kostet schlappe 36.000 €.

Honda Fahren 2018

Wenn Ihr mal an so einer steht, müsst Ihr unbedingt hupen. Die geilste Motorradhupe, die ich je gehört habe. Würde sich ein 40 Tonner nicht für schämen müssen.

Ich hab damit auch eine Runde auf der Landstraße gedreht - natürlich mit Radio an. Und ich war überrascht, wie einfach und komfortabel sie zu fahren ist. Das Vorderrad wird in einem Doppelquerlenker geführt und das sieht man nicht nur, man merkt es deutlich. Das Motorrad knickt nicht ein und Stöße werden senkrecht abgefedert. Dadurch entsteht eine Sänften-artige Fahrweise, die dem Bomber natürlich bestens taugt. Und das Getriebe schaltet knackig und kurz und beim Anbremsen auch frühzeitig runter, damit der Motor mitbremsen kann. Das haben die Ingenieure top programmiert, das Motorrad ahnt schon, was man vorhat und schaltet entsprechend. Man kann aber auch manuell eingreifen, vorausgesetzt man findet den richtigen Knopf. Aber das ist natürlich Gewohnheit - bei so einer Testfahrt ist man immer wieder auf der Suche.

Das war ein schwergewichtiger Abschluss eines aufregenden Tages, aber eine Aktion fehlt noch: Stickertausch!

Honda Fahren 2018

Das ist Alex kettenritzel.cc Hauser, der in Berlin die bloggenden Motorradfahnen hochhält - schaut mal vorbei, da gibt es bestimmt auch bald einen Bericht.

Leider war die Monkey noch nicht mit dabei - die kommt Mitte Juni. Dafür gibt es aber schon den Preis: 4.090 € Liste. Hat 9,4 PS, 107 kg vollgetankt und Upside-Down Gabel. Ich prophezeie mal blitzschnellen Ausverkauf.

Nach so viel Honda freue ich mich jetzt auf schönes Wetter und meine eigene Hornet, die nicht nur frisch bereift, sondern inzwischen auch frisch getüvt in der Garage steht.

Miketest | Honda | Fireblade | CB1000R | Goldwing |


Sonntag, 06. Mai 2018

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Die 900er Hornet habe ich jetzt seit zwei Jahren im Fuhrpark und sie ist ein wirklich dankbares Motorrad. Läuft rund und kräftig und ist auch immer wieder schön anzuschauen. Klassisches Naked Bike ohne Schnörkel mit viel Bumms.

Ich hatte bisher noch die Michelins draufgelassen, so wie ich das Motorrad gebraucht gekauft hatte. Jetzt steht der TÜV an und da waren die Reifen fällig - gute Gelegenheit mal auszuprobieren, was der Markt zu hergibt.

Meine Wahl fiel auf Pirelli - nicht die günstigsten, aber ich habe sie in guter Erinnerung aus meiner aktiven Zeit: viel Grip, aber gutmütig und auch im Nassen oder Kalten immer verlässlich.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Auch wenn das bei Reifen eher sekundär ist: gut aussehen können sie auch noch - das ist das Profil vom Pirelli Diablo Rosso III.

Die Größen sind klassisch mit 180 hinten und 120 vorne - jeweils mit 70er Querschnitt und 17 Zoll.

Bisher war die Hornet immer etwas unwillig beim Einlenken, brauchte für Stabilität festen Knieschluss, was manchmal anstrengend werden konnte. Und sie hatte ein hohes Aufstellmoment beim Bremsen - nicht schlimm, aber gewöhnungsbedürftig. Könnte natürlich auch am Motorrad liegen - ich bin gespannt. Immer gut, wenn man beide Reifen gleichzeitig wechselt, dann sind vorne und hinten die Gummis noch gleich rund.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Es geht doch nichts über frische Socken: Pirelli Diablo Rosso III.

Ich werde berichten wie sich die Pirellis schlagen.

Pirelli | Motorrad | DiabloRossoIII | Hornet | Miketest |


Montag, 12. März 2018

Auto und Motorrad geraten aneinander - Körperverletzung.

Die Motorradsaison hat begonnen und bei der Überschrift ist der Ablauf im Kopf schon fast klar.

In Wirklichkeit so:

Der Motorradfahrer passte den Autofahrer einige Orte weiter ab, hielt ihn an und schlug unvermittelt durch die geöffnete Seitenscheibe auf den Fahrzeugführer ein.

Wobei ich die Vorgeschichte gerne mal aus der anderen Perspektive hören würde:

Am späten Nachmittag des 11.03.2018 befuhr der 24-jährige Geschädigte die L73 von Antweiler in Richtung Schuld. Als der Fahrzeugführer in einer Kurve bremsen musste, fuhr ein hinter ihm fahrender Motorradfahrer aufgrund mangelnden Abstands beinahe auf das Fahrzeug auf.

Motorrad | Saisonbeginn | Körperverletzung |


Freitag, 01. Dezember 2017

LKW Mechaniker: in 10 bis 15 Jahren sind wir alle arbeitslos.

Mit “wir” meint er die Mechaniker-Abteilungen - hier das Video dazu.

Ausgangspunkt ist der neue Tesla Semi LKW, der nicht nur enorme Leistungsdaten verspricht, sondern auch mit einer 1 Millionen Meilen Garantie kommt. Also schlappe 1,6 Mio Kilometer.

Den Tesla Semi hatte ich kurz erwähnt - aber nur weil er den Roadster im Gepäck hatte.

Fazit des Mechanikers: ab und zu Reifen wechseln und eventuell Radlager. Selbst die Bremsen haben kaum noch Verschleiss. Zeitraum: so in 10 bis 15 Jahren.

Tesla | TeslaSemi |


Freitag, 17. November 2017

PMW Motorsport Expo 2017 - Mikebericht.

Wenn die World Motorsport Expo schon in Köln stattfindet, dann darf ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Obwohl ich eine Weile nicht mehr dort war - inzwischen ist die Messe nach Halle 10 umgezogen - vorher war sie im Eingang Nord.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Es gibt auch keinen Foyer mehr mit Rennautos, das war eigentlich immer ganz nett. Allerdings wirkt sich jetzt noch professioneller, noch technischer - für jemand neugierigen wie mich nicht das Schlechteste.

Meine Anreise wieder stilvoll: mit dem Rad nach Brühl, mit der Bahn nach Deutz, mit dem KVB-Rad zur Messe. Komfortabel und kostenlos (weil Job-Ticket).

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich hatte nur den einen Tag, das reicht eigentlich auch, um alles zu sehen, aber ich wäre auch nicht bös gewesen, wenn ich es nicht geschafft hätte. (Spoiler: gerade so bis 16h durchgekommen.)

Das ging schon gut los gleich am ersten Stand bei Drexler. Mit Guido zusammen das Differential erklärt bekommen, das in alle M235i Cup eingebaut wird. Weil serienmäßig wird das elektronisch über Bremseingriff geregelt - das braucht im Rennsport keiner.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Dabei habe ich auch gelernt, dass Drexler-Differentiale in allen AMG verbaut sind. Mal vorne, meistens hinten - aber alle haben eins drin. Und Getriebe bauen sie auch - es ist auch geplant für die TCR eins anzubieten. Die dürfen im Moment von zwei Herstellern aussuchen - unterscheiden sich nur durch die Adapterplatten.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Nimex positioniert sich stärker am Markt - das neue Logo soll das neue Zeitalter einläuten. Auch rücken einige Produkte unter eigenem Label in’s Programm:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Bei ISA-Racing versucht man das alte Gerücht aus der Welt zu räumen, dass Männer keinen Spaß beim Schuhe kaufen hätten:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Wobei man auch sagen muß: diese Schaufenster waren Best of Show!

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Kennt Ihr Wolfgang Zech?

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Kommt aus Andernach - wie ich - und war früher unser lokaler Motorradhändler. Im Industriegebiet, die Größe von 2 Doppelgaragen und eine Mischung aus Theke, Verkaufsraum, Lager, Werkstatt und Lackiererei. Zweitaktspezialist für Yamaha RD und TZ und detailverliebter Lackierer. Dort habe ich meine RD 350 LC gekauft - das ist auch schon wieder 30 Jahre her und ein Wunder, dass ich diese Zeit einigermaßen unbeschadet überlebt habe. “ZEMOTO” war sein Label und um die Ecke in Kruft - bei Juchem - gingen die damaligen Rennsportgrößen ein und aus.

Daran muss ich automatisch immer denken, wenn ich den Wolfgang treffe - kleine Welt. Aber OK - zurück zum Thema.

Diese Box ist ein programmierbarer Schalt- und sicherungskasten:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und das ist das Panel, das man sich frei belegen kann:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Bei Bilstein sammelt man Lorbeerkränze:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und der DMSB:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… meint:

“Trägt Sorge für Qualität und Sicherheit bei ca. 700 Veranstaltungen pro Jahr”

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Also bei den Veranstaltungen, die ich kenne, sorgt der DMSB nur für Frust und Ärger.

An diesem Stand:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… gab es diesen Tisch:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Mega!

Nach den Koreanern scheinen auch die Taiwanesen einen Narren an dem N gefressen zu haben:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Sind Reifenhersteller und hatten sogar 3 Stück mit:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich weiss zwar nicht, wofür man so einen kleinen Kühler braucht, aber ich fand ihn echt chic:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ein Rollenprüfstandstand:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Inzwischen war Mittag, Zeit für die Pause. Weil die Messe kostenlos ist, versucht man es wohl wieder über den Kaffee reinzuholen. So sieht das 3,50€ Exemplar aus:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und so die Basis für einen 1.500 (!) PS Motor:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Diese Bremsen bzw. Kartachsen haben einen guten Eindruck gemacht. Kleine Firma, faire Preise, saubere Verarbeitung: Kelgate.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Dort gibt es auch ein kompaktes, aber sehr effizientes Laservermessungssystem - wird magnetisch auf der Achse befestigt:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Was hier so unscheinbar aussieht, sind Formel 1 Radlager:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Der Aufwand, der dafür betrieben wird, ist unglaublich. SKF stellt alles selber her und weil das Einzelanfertigungen für Kunden in genau festgelegten Dimensionen sind, kosten sie natürlich viereckig: 1.000 € mal so als Größenordnung für ein Rad.

Das ist ein Formel E Antrieb von Magneti Marelli:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Motor und Controller sind wassergekühlt und dieses kompakte Motörchen ist für 300kW gut. Wird bei der Formel E aber noch nicht ausgereizt - dann sind wohl die Batterien zu schnell leer.

Der Vorteil für eine Sitzfirma auszustellen, ist offensichtlich:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Solche Brembos sind schon irre Kunstwerke - hier ein Formel 1 Anker:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Eine etwas eigentümliche Simulation - was man dort sieht ist das Dashboard - kein Bildschirm. Das ist halt der Unterschied zur Essen Motorshow:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Mit der Elektrifizierung kommen schwere Zeiten auf Getriebehersteller zu. Man passt sich an - hier ein elektrischer Antrieb bei Hewland, dessen zwei Motoren getrennte Ausgänge haben. Und damit die Differentialfunktion direkt mit übernehmen:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Das ist die verstellbare Pedalerie von AP - der Trend geht zu fest eingebauten Sitzen:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Die Motorrad Endurance Weltmeisterwaffe war auch zu Besuch:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ich bin großer GMT94-Guyot-Fan und da ging mir natürlich das Herz auf!

Die ECUs werden immer kleiner:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

… und dieser Stand hatte eine schwer beeindruckende und liebevolle Simulation aufgebaut - mit Einspritzdüsen und allem drum und dran:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Man konnte in Echtzeit am Computer die Kennfelder verschieben und hat das dann am Klackern in den Einspritzdüsen direkt gehört.

Aber auch dieses Panel sehr anschaulich - inklusive Scheibenwischer und Hupe:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Der Chip im Lenkrad sorgt dafür, dass alle Signale nur über eine Leitung gehen - das heißt, dass trotz der vielen Funktionen nur 4 Leitungen für das Lenkrad nötig sind - Stichwort CAN-Bus:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Ladies and Gentleman: das Elektrokart für die erste Rennserie nächstes Jahr! Laut Flyer sogar weltweit:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

2x 10kW von Bosch und das Kart von Mach1 - das würde ich sehr gerne mal probefahren. Mehr Infos zu dem Projekt gibt es bei mach1kart.de oder Bosch Motorsport.

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

Es war ein lohnenswerter Besuch mit vielen Infos und Hintergründen - wer es verpasst hat, schonmal den Termin für nächstes Jahr vormerken:

PMW Motorsport Expo in Köln 2017 - Mikebericht.

PMWExpo | Expo | Mikebericht | Mikefotos |


Dienstag, 12. September 2017

Bugatti Chiron: von 0 auf 400 auf 0 in 42 Sekunden.

Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens?

42.

So lange hat Pablo Montoya im Bugatti Chiron gebraucht, um von 0 auf 400 zu beschleunigen und wieder runter auf 0 zu bremsen:

Zero–400-Zero nennen sie das - Weltrekord.

Auf der Webseite von Bugatti gibt es eine coole Animation mit der 100er, 200er und 300er Zwischenstation. Kommt einem schon am Computer vor wie Raketenantrieb.

Das ist doch kreativ: endlich mal kein Nordschleifenrekord.

Bugatti | Chiron | Montoya | Weltrekord |


Mittwoch, 02. November 2016

TU Europe Live Blog - ICM München

Die nächsten 2 Tage - Mittwoch und Donnerstag - dreht sich hier alles um Mobilität, denn ich besuche aktuell die TU Europe Konferenz in München.

Dieser Blogpost soll dazu dienen die Konferenz zu begleiten und ich werde ihn ständig erweitern mit den Eindrücken, die ich hier sammeln kann. Also ab und zu den Eintrag neu laden, damit die Inhalte im Browser aktualisiert werden.

Die Konferenz gibt es seit über 10 Jahren und sie wurde gestartet rund um das Thema Telematics. Inzwischen ist sie ausgeweitet worden auf das Thema Mobility - alleine das ist schon eine interessante Tatsache. Die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Anbietern von Mobilit verschwimmen zunehmend, daher hat diese Entwicklung heute eine Riesen-Aufmerksamkeit.

Gestartet hat die Konferenz Roger Lanctot von Strategy Analysis:

  • Connected Cars sind abhängig von der Technology (Mobilfunk) - Schätzungen gehen von 50% Connected Cars im Jahr 2019 aus. Das ist noch relativ wenig, weil die andere Hälfte nicht connected ist. Das könnte ein Bremsklotz für die Entwicklung sein. 5G würde das beschleunigen, aber der Roll-Out ist noch recht langsam.
  • OTA - Over the Air Update - ist dazu auch eine Voraussetzung, aber die OEMs hängen noch ziemlich weit zurück. Ausnahme ist Tesla, die Kreise um die Konkurrenz fahren.
  • Automated Driving wird im Moment sehr stark bearbeitet, 61 OEMs, 6 Aftermarket- und 73 Startup Firmen und 8 Development Plattformen beschäftigen sich mit dem Thema. Da ist mächtig viel in Bewegung und wir werden bald mehr davon hören.

Johann Jungwirth von VW (CDO) und Holger Weiss (German Autolabs):

  • Die ersten selbstfahrenden Autos werden bald Realität - etwa 2018/2019. Das wird nicht in Europa starten, sondern US, Singapur und China. Es wird wichtig sein für Europa nicht den Anschluss zu verlieren und da sind die Regierungen gefragt.
  • Viele Unfälle heutzutage sind menschlicher Natur und diese werden sich alle vermeiden lassen.
  • Leute, die bisher kein Auto selber nutzen können - Blinde, Kinder, Ältere, .. - werden in Zukunft ein Auto fahren können - bzw. werden gefahren von dem Auto.
  • VW wird noch diesen Monat eine neue Marke vorstellen rund um das Thema Mobilität - der Name wurde aber noch nicht verraten. Das wird die 13.Marke von VW werden.
  • Alle Resourcen werden im Konzern gebündelt, d.h. man wird auch intensiv mit Audi z.B. zusammenarbeiten.

Von DriveNow - einer Tochterfirma von BMW - war Sebastian Hofelich vor Ort:

  • In Deutschland sind erst 30.000 elektrische Fahrzeuge auf den Strassen.
  • Die Idee ist den ruhenden Verkehr aus den Städten zu verbannen - die Autos werden als Shared Service eine viel höhere Auslastung haben und weniger rumstehen.

Ein i3 steht auch in der Lobby und das Raumangebot im Inneren ist beeindruckend: keine B-Säule mehr und auch kein Getriebetunnel zwischen den Vordersitzen. Mit einer DriveNow Anmeldung kann man sich für relativ kleines Geld zusätzliche Mobilität sichern - und gleichzeitig mal den i3 bzw. ein Elektroauto ausprobieren. Werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder in Köln bin.

Von Uber war Christoph Weigler auf der Bühne. Am Interessantesten fand ich die Tatsache, dass Uber keinerlei Hardware entwickeln will und die gesamte Funktionalität auch in Zukunft über das Smartphone erreichen wird - sowohl für Uber Fahrer als auch Passagiere.

Angus Lyon kommt nach der Kaffeepause auf die Bühne und er arbeitet … für Manor F1! Na da sind wir doch zuhause! Er referiert über Telemetrie und Datenübertragung - auch wichtige Punkte in Zukunft für die Mobilität:

  • Manor Racing ist das kleinste Team, sie wurden damals von Virgin 2010 aufgebaut. Der Vorteil ist aber, dass man nicht von einem OEM abhängig ist - man agiert lean and agile.
  • Heutzutage kommen TV Bild, Telemetrie, Team Radio, … alle über den gleichen Datastream. Dafür sind 3 Systeme redundant voneinander aufgebaut.
  • Team Daten addieren sich auf 2 GB pro Rennen. Datenraten sind 100 kHz, aber 1 kHz ist typisch.
  • Der Wettbewerbsvorteil kommt dann erst, wenn die Daten effizient verteilt und ausgewertet werden - auch zuhause in der Basis von allen Rennstrecken der Welt aus.
  • Die Analyse betrifft zuerst Reifen und Fahrwerk, um den Zustand des Wagen ständig zu analysieren. Wenn Benzin weniger wird, wird der Wagen schneller - aber der Reifen baut ab, dadurch wird er wieder langsamer. Das muss man optimieren, um den Reifen nicht zu überfordern.
  • Alle Gangwechsel werden überwacht, um sicherzustellen, dass das Getriebe nicht überfordert wurde.
  • Benzinverbrauch ist natürlich wichtig, nur 100kg Benzin dürfen verbraucht werden.
  • Bremsen werden auch überwacht - zumal die Kühlung so klein wie möglich gehalten werden möchte, um die Aerodynamik nicht zu verschlechtern.
  • Die Aufgabe des Teams ist es zu optimieren, Risiken erkennen, Verbräuche überwachen und die Konkurrenz im Auge zu behalten.
  • Nur 3 Leute an der Strecke und 4-6 zuhause sind für diese Aufgaben eingeteilt.
  • Manor Racing nutzt diese Daten, um einen Vorteil zu gewinnen - denn ihnen ist auch klar, dass sie nicht das schnellste Auto im Feld haben.

Martin Rosell / WirelessCar:

  • C-Connected, S-Sharing, A-Autonomous, E-Electric - diese Buzzwords werden zur Zeit ständig genutzt.
  • Um autonomes Fahren zu ermöglichen, müssen die Fahrzeuge connected werden, überwacht, kontrolliert, analysiert und optimiert werden.
  • Heutzutage sind nur 3-5% aller Fahrzeuge connected.
  • Die Entwicklungszyklen der OEMs sind langsam - ein Grund warum nicht mehr Fahrzeuge vernetzt sind.
  • Volvo Truck nutzt die Technologie schon heute, um schneller auf Fahrzeug-Reparaturen zu reagieren: der Besitzer wird früher gewarnt und die Werkstatt kann sich schon im Vorfeld vorbereiten.
  • Car Sharing könnte auch in kleinerem Scale realisiert werden: nicht mit allen das Fahrzeug teilen, sondern eher mit Freunden und Bekannten - und das könnten alle OEMs schon heute anbieten.
  • Heat Maps helfen die Daten besser zu analysieren und auf das Verbraucherverhalten zu reagieren.

Juergen Daunis / Ericsson:

  • In der Vergangenheit wurden die Netzwerke hauptsächlich für die Bedürfnisse der Verbraucher entwickelt. Heute findet zum ersten Mal ein Umbruch statt, weil neue Netzwerke für die Bedürfnisse der Autoindustrie geschaffen werden.
  • Zukünftig werden überall Sensoren verbaut werden, die den Datenverkehr massiv erhöhen werden. 5G soll das adressieren.
  • Volumen erhöht sich x 1.000 und die Latency stellt hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit für kritische Übertragungen.

In der Mittagspause ist mir Holger Weiss (German Autolabs, s.o.) über den Weg gelaufen und ich habe ihn gefragt, wie er zu meiner Motorsport Theorie im autonomen Zeitalter steht:

  • Seiner Meinung nach werden sich Marken wie Porsche oder Audi nach wie vor über die Dynamik differenzieren.
  • Es wäre sogar vorstellbar, dass Fahrspuren für schnelleres Fahren reserviert werden. Berlin - München geht dann in 3 statt in 7 Stunden, kostet aber mehr.
  • Die Entwicklungen von Audi in der Formel E würden ja schon deutlich zeigen, dass trotz E-Mobilität die Hersteller ein Interesse an der Präsenz zeigen.

David Wong (SMMT), Chris Roig-Ramos (BlaBlaCar), Matthew Caudle (Drover), Helmut Ramsauer (Spinpartners) diskutieren über: Auto Brand Loyalty in a Sharing Economy

Interessanter Punkt, weil wie Marken-loyal soll man sein, wenn man sowieso die Services wechselt und das Auto mietet, das gerade verfügbar ist.

  • BlaBlaCar Service wird von 10 Mio. Leuten pro Quartal genutzt. Wenn man zu Viert statt alleine mit dem Auto fährt, dann reduzieren sich für jeden die Fahrtkosten auf 1/4.
  • Ökonomische Argumente werden als wichtiger erachtet gegenüber der Markenanziehung.
  • Marken werden zunehmend unwichtiger - ein Trend, der sich auch aktuell bei den Fluglinien feststellen lässt. Ausschlaggebend ist am Ende der Preis.
  • Die Herausforderung für die OEMs in den nächsten 5–10 Jahren wird darin liegen, den Übergang von klassischem Fahrzeugbesitz zu den zukünftigen Car Sharing Modellen zu bewerkstelligen.
  • Marken und Brands sind nach wie vor essentiell, definieren sich aber eher über die User-Erfahrung und die Qualität der Services, als über klassisches Marketing, wie wir es heute kennen.

Tag 2 meines Besuches auf der TU Europe und ich werde diesen Beitrag weiter fortführen mit Notizen aus den Vorträgen, die ich besuche.

Christoph Stadeler, Facebook

Da fragt man sich, was hat Facebook mit Automotive und Mobility zu tun?

  • Sie skalieren, haben kein Problem 1,7 Milliarden Nutzer zu bedienen - dazu noch WhatsApp, Messenger und Instagram.
  • Marken sind mehr denn je das größte Pfund, das die Autoindustrie hat. Wenn man Größe und Volumen über Produktionszahlen definiert, dann stößt man schnell an Grenzen. Aber eine Marke kann heutzutage viel einfacher Millionen von Nutzern ansprechen und über Facebook verlinken.
  • Facebook sieht sich in einer guten Position die Brücke zu Connected Car zu bauen - weil sie schon mit den User (Auto-Kunden) verknüpft sind.

Chris Reeves (Horiba MIRA) - Autonomous Vehicles - the technical and business challenges:

  • Es wird unterschieden zwischen Automated Car und Connected Car.
  • Standards und Gesetzgebung hinken noch hinterher und sind zu einfach gestrickt. Dadurch kann die komplexe Realität im Verkehr nicht abgebildet werden.
  • Straßen werden nicht nur von Autos genutzt - Fussgänger, Radfahrer, aber auch Tiere kreuzen den Verkehr.
  • Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.
  • Ziel ist die Reproduzierbarkeit während der Erprobungsphasen.
  • Während autonomer Testphasen können auch Fahrzeuge anderer Hersteller die Strecke nutzen, wodurch reale Situationen mit Verkehr abgebildet werden.
  • Trotzdem können Teststrecken nicht die Realität komplett simmulieren - daher sind Tests in öffentlichem Verkehrsraum notwendig.
  • In UK kooperiert u.a. Milton Keynes bei der Umsetzung, um einem Konsortium die Tests zu ermöglichen.
  • Zur Zeit nehmen Ford, JLR und Tata teil.
  • Es gibt Überlegungen, dass für die Abnahme bis zu 10 Mio. Testkilometer nachgewiesen werden müssen - aber das ist noch nicht endgültig entschieden und eigentlich von der Größenordnung zu hoch, um es im Test in akzeptabler Zeit umzusetzen.

Nach seinem Vortrag hatte ich die Gelegenheit Chris Reeves mit Fragen zu löchern.

  • Motorsport wird seiner Meinung nach immer ein Thema sein für die Auto-Industrie, weil das Fahrerlebnis auch immer eine Belohnungs-Komponente beinhaltet (needs to be rewarding). Was auch die einzelnen Brands nutzen werden, um sich voneinander zu unterscheiden.
  • Zusätzlich kommt aber noch die komplette Kundenerfahrung mit der Marke - von Kauf über Service über Connected und Autonom - dazu, um einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen.
  • Das Straßenbild wird auch in Zukunft immer ein Mix sein zwischen manuellem und automatischem Verkehr, denn wir haben eine 100-jährige Geschichte von Fahrzeugen auf der Straße. Die wird nicht von heute auf morgen verschwinden.
  • Für das autonome Fahren ist es nicht zwingend erforderlich, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren. Um in der Zukunft aber einen höheren Effizienzgewinn zu realisieren wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen höhere Bedeutung gewinnen.

Die letzte Präsentation des Tages war von Michael Wong, Codeplay.

  • Autos werden in der Zukunft ein Gehirn brauchen, das mit enormer Prozessor-Power ausgestattet ist.
  • Ebenso große Anforderungen werden an die Software gestellt, die in der Lage sein muss, die neuen Aufgaben des autonomen Verkehrs abbilden zu können.
  • An AI - Artificial Intelligence bzw. neuronalen Netzen - führt kein Weg vorbei.
  • Bereits heute ist AI im Einsatz, z.B. bei Google Maps. Tesla nutzt diese Technologie ebenfalls.
  • Open Source Sprachen ist der Vorzug zu geben, damit diese gewaltige Aufgabe mit Erfahrungsaustausch untereinander bewerkstelligt werden kann.

Nach dem Vortrag hatte ich Gelegenheit mit Michael zu sprechen. Seine Erklärung, was AI denn sei, geht so: wir Menschen lernen aus Erfahrung - Sachen, die funktionieren, werden im Gehirn verknüpft (neuronal), um sie bei der nächsten Gelegenheit wieder abrufen zu können. Das versucht man im Computer abzubilden - quasi eine gigantische Trial- and Error Datenbank. Das Konzept ist schon viele Jahrzehnte alt, aber erst jetzt sind Computer durch die gestiegene Rechenleistung in der Lage damit sinnvoll umzugehen.

Wichtig in dem Zusammenhang fand er auch die Validierung - also das ausgiebige Testen, ob die Interpretationen des Systems richtig sind.

Das das Ganze auch Gefahren birgt will er gar nicht auschließen. Die Entscheidungsfindung ist im Einzelfall schon so komplex und beinhaltet soviele Paramenter, dass der Mensch mit seinem Gehirn überfordert ist den Werdegang bis zur Entscheidung nachzuvollziehen. In dem Fall ist man dann der Technik ausgeliefert in der Hoffnung, dass sie die richtige Entscheidung trifft.

Dabei kommt natürlich kein Bauchgefühl zum Tragen - das gibt es bei einem Computer mit 0 und 1 nicht. Aber Wahrscheinlichkeiten werden gegeneinander abgewogen, um die Abläufe am Ende richtig in Gang zu setzen.

Ziemlich gruselig, wenn man es sich mal auf der Zunge zergehen lässt, aber wir alle werden damit schon konfrontiert - z.B. bei Google Maps. In Sekundenbruchteilen werden Routen optimiert aufgrund aktualisierter Parameter. Tesla setzt ebenfalls schon auf AI und das Faszinierende bei dem Konzept ist, dass jeder gefahrene Kilometer von allen Tesla Fahrzeugen wieder jedem einzelnen Fahrzeug zugute kommt. Michael vergleicht das mit einem lernenden Baby, das auf einmal auch von der Erfahrung von allen anderen lernenden Babies auf der Welt profitiert. Die Lernkurve steigt in dem Moment natürlich extrem steil und die Geschwindigkeit nimmt rapide zu.

In dem Zusammenhang war es etwas krotesk zu beobachten, dass AI auf der Konferenz kaum eine Rolle gespielt hat - dabei ist es die Schlüsseltechnologie zum Aufbruch in das neue Zeitalter.

TUEurope | Mobility | München | LiveBlog | Mikebericht |


Montag, 03. Oktober 2016

Alex Zanardi startet im BMW M6 GT3 in Italien.

Es wird sein erstes Rennen nach den 24h Spa letztes Jahr und der Lauf am 16.Oktober zählt zur italienischen GT Meisterschaft.

Und es ist auch das erste Mal, dass er im M6 GT3 fährt - der wurde natürlich extra für ihn umgebaut.



Der wilde Hund ist einfach nicht zu bremsen - am 23.Okt. wird er übrigens 50 Jahre alt.



Seit ich den wunderschönen BMW M6 GT3 im Workshop in München zum ersten Mal gesehen habe, habe ich davon geträumt, ihn zu fahren. Und nun bietet mir BMW die Möglichkeit, dies auf einer meiner Lieblingsrennstrecken zu tun: in Mugello. Deshalb möchte ich allen in München danken, die sich für dieses Projekt zur Verfügung gestellt haben. Danke auch an BMW Italien dafür, an diese Möglichkeit gedacht zu haben. Und ich möchte den Leuten in der Italian GT Championship danken, die mich in ihrem Feld willkommen heißen. Ich bin sehr glücklich und kann es kaum erwarten, ins Auto zu steigen und mein Bestes zu geben.
No Limits von Stereoscreen kann man gar nicht oft genug empfehlen, daher hier nochmal. Den Film gibt es sogar als 4K UHD Blu-ray.

Zanardi | M6GT3 | Mugello |


Donnerstag, 22. September 2016

Wie unterscheiden sich eigentlich die verschiedenen Level beim autonomen Fahren?

Johann Jungwirth von VW erklärt das mal:

Wir sprechen von fünf Schritten auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto. Im Moment sehen wir Autos des Levels zwei mit Assistenzsystemen, die zum Beispiel die Spur halten und selbstständig bremsen und beschleunigen. Der Fahrer bleibt jedoch verantwortlich und muss die Situation jederzeit im Blick haben. Erst Autos des vierten Levels werden wirklich autonom fahren, im fünften Level werden wir auf Lenkrad und Pedalerie verzichten, so dass Menschen und Waren komplett selbstfahrend transportiert werden. (..) Technologisch werden wir Level vier und fünf in den nächsten drei bis fünf Jahren erreichen.

In den nächsten drei bis fünf Jahren! Das ist nicht mehr lange hin.

VW legt dann auch gleich mal vor mit dem neuen A8 (2017):

Der neue Audi A8 wird Maßstäbe setzen und zum Beispiel im Stau und bei stockendem Verkehr bis 60 km/h auf der Autobahn selbstständig fahren – er wird beschleunigen, bremsen, lenken. Der Mensch kann die Hände vom Steuer nehmen und teilweise Nebentätigkeiten ausüben. Mit dem Auto erreichen wir Level drei und liegen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern vorn.

So eine Übersicht wäre nicht schlecht, welcher Hersteller wann die Level 3, 4 und 5 eingeplant hat.

Ich habe wirklich starke Zweifel, ob wir in 10 Jahren noch Motorsport haben werden, so wie wir ihn heute kennen: mit Fahrer und Verbrennungsmotor.

Denn Motorsport dient den Herstellern zur Verbesserung des Markenimage und der Demonstration ihrer technischen Möglichkeiten. Und da geht’s in Zukunft um Strom und ohne Fahrer.

Also genießt die Zeit solange es noch Krach macht und gelenkt werden muss!


Freitag, 09. September 2016

Miketest: Focus RS auf Alpentour.

Ursprünglich wollte ich mit dem Motorrad in die Alpen fahren. Hab ich lange nicht mehr gemacht und nachdem inzwischen die 900er Hornet zum Fuhrpark gehört, stand dem nichts mehr im Wege.

Urlaub war genehmigt, Cheffin zuhause hat auch approved … doch dann kam mir der Gedanke, ob vom Fahrvergnügen so ein Focus RS eigentlich mit einem Motorrad mithalten kann? 350 PS sind doch eine Ansage und die Performance von dem Auto wird auch überall gelobt?

Der Gedanke ließ mich nicht los - also spontan bei der Ford’schen Presseabteilung angefragt. Ich hatte mir wenig Hoffnungen gemacht, das Auto ist doch stark nachgefragt. Ihr könnt Euch meine Überraschung vorstellen, als es dann hieß: Mike, gute Nachrichten, Du kannst den RS haben! Wow. Da wurd ich dann doch leicht nervös, aber der Miketest für das Auto ist sowieso Pflichtprogramm, nachdem das mit dem Fiesta ST so gut geklappt hat. Und ja - versprochen - der nächste Miketest wird ein Nicht-Ford!

Ihr wisst inzwischen, dass ich auch regulär bei Ford in Köln 4 Tage die Woche arbeite und man gibt mir die Freiheit meinen bloggenden Abenteuern freien Lauf zu lassen. Dass sich Ford’s und meine Themen zunehmend stärker überschneiden ergibt für mich völlig neue Möglichkeiten - Le Mans zum Beispiel. Aber auch als der RS zum ersten Mal vorgestellt wurde, das war nämlich auch in Köln - und ich mittendrin.

Kurz antesten konnte ich den Wagen auch schonmal, aber die bevorstehenden 10 Tage waren natürlich ein komplett anderes Kaliber.

Nach der Übergabe zuhause angekommen war die Familie natürlich neugierig, wie sich so ein Geschoss im Alltag benimmt - für mich eine gute Gelegenheit die Familientauglichkeit zu testen. Nach dem Volltanken - denn ich wollte während der ganzen Zeit akkurat den Verbrauch ermitteln - ging es dann am Samstag mit der kleinen Maus im Auto nach Nürburg zum STRaßenfest:

Allerdings musste ich auch vorsichtig sein, um keine Begehrlichkeiten zu wecken - ist mir nicht gelungen:

Wo wir schonmal da sind - dieses Foto durfte natürlich nicht fehlen:

In Merkenich beim Kinderfest waren wir auch:

… und der Wagen hat alles mit Bravour bestanden! Kurze Beschleunigungseinlagen wurden auf der Rückbank sogar mit Begeisterungsausbrüchen quittiert. Ich frag mich von wem sie DAS wohl hat?

Ausgangsbasis für den RS ist der 5-türige Focus, d.h. er bringt alle praktischen Eigenschaften eines Familienautos mit. Platz, Kofferraum, kompakte Abmessungen - alles im grünen Bereich. Und im Normal Modus gelingt die Tarnung sogar ganz gut - man muß schon Insider sein, um den RS als solchen richtig einzuordnen zu können.

Kofferraum ist ein lustiges Thema, denn wenn man ihn öffnet offenbart sich zwischen Spoiler und Antenne echte Maßarbeit:

Insgesamt gibt es 4 Fahrstufen, wobei ich mich nur in 1 (Normal) und 2 (Krawall, bzw. Sport) aufgehalten habe. 3 (Track) und 4 (Drift) sollte man im Straßenverkehr auch eher meiden:

Tag 1 meiner Tour ging erstmal über die Autobahn, das Tagesziel war das Stilfser Joch. In Füssen war Tankstopp:

… und so langsam wurde es bergiger. Und schlössiger:

Ich wurde dann nochmal eingebremst wegen Almabtrieb - sowas kann dauern. Also Pause gemacht und Mals im Vinschgau angeschaut.

Hat mich ein bisschen an Nürburg erinnert, alles voll Pokale:

… Vollgastiere …

… und Profimaterial:

Eine sehr schöne Gegend - gar keine Frage:

Dann ging es weiter, denn ich hatte ja noch was vor und um 19:30 - pünktlich zum Sonnenuntergang - war ich dann vor Ort: am Stilfser Joch.

Es gab kaum Verkehr und mein Herz machte Luftsprünge, als wir endlich Serpentinen jagen durften.

So ein Rheinländer wie ich ist natürlich schwer beeindruckt, wenn die Berge sich mächtig auftürmen - herrlich.

Inzwischen war ich aber auch durch von der Autobahnfahrt - es wurde Zeit sich eine Unterkunft zu suchen. Dank booking.com ging das überraschend gut und ich habe in Sulden einen echten Geheimtipp gefunden: das Hotel Nives - volle Punktzahl:

Das Hotel Nives in Sulden - sehr empfehlenswert! (CLICK for High Res.)

Also wenn Ihr mal in der Nähe seid: das Haus ist 4 Jahre alt, sehr großzügig mit großen Fensterflächen und geräumigen Zimmern und auffallend gut durchdacht.

Die Aussicht vom Balkon:

Die Aussicht vom Balkon des Hotel Nives in Sulden - traumhaft. (CLICK for High Res.)

Ich war natürlich neugierig und es stellt sich heraus, dass der Besitzer Architekt ist - das macht Sinn. Die Preise sind günstig und das Ambiente modern, aber gemütlich.

Ich hatte sogar kurz mit dem Gedanken gespielt 2 Tage zu bleiben, aber ich wollte ja Meter machen - also weiter.

Stilfser Joch komplett war angesagt und die Straße ist natürlich der Hammer. Vor langer Zeit bin ich sogar mal mit dem Rad hoch - nonstop. Würde ich heute nicht mehr schaffen:

Ursprünglich dachte ich, dass das mit dem RS eine Riesengaudi wird, aber war dann doch nicht so. Stellt sich nämlich raus, dass der Lenkanschlag ziemlich begrenzt ist, sodaß man in den engen Kehren entweder zum Ausholer mutiert oder behäbig wie ein Schwertransporter um die Kurven zirkeln muss. Ken Block hätte da weniger Probleme, aber das hab ich mir natürlich gespart. Wobei der respekteinflößende Abgrund auch nicht ganz unschuldig war.

Das war der erste Dämpfer für mein Motorrad vs. RS Experiment, obwohl das mit dem Motorrad natürlich auch mächtig eng ist. Die Autos heutzutage werden aber auch immer breiter, jeder ist mit SUV oder Camper unterwegs - da passt man bei Gegenverkehr kaum noch aneinander vorbei.

Egal - ich war dann oben - und da war vielleicht was los:

Die Radfahrer haben natürlich meinen größten Respekt. Eine schöne Überraschung gab es in der Herberge:

Hier sind wir richtig.

Bei der Suche nach meiner nächsten Unterkunft habe ich dann festgestellt, dass man sich sogar im Refugio einquartieren kann:

Aber den Gedanken habe ich nicht weiter verfolgt.

Nachdem das Stilfser Joch standesgemäß Nfiziert war:

… und der RS passend abgelichtet:

… musste ich wieder aufbrechen. Die Einheimischen fahren übrigens wenig überraschend entweder Defender oder Teneré:

Auf der anderen Seite ging es dann wieder runter und man sollte immer etwas Bremsreserve einbauen:

Was mich auch etwas überrascht hatte, was das hohe Verkehrsaufkommen auf den Pässen:

Überholen ist mit dem Auto ziemlich schwierig, obwohl es dem RS überhaupt nicht an Leistung oder Drehmoment mangelt.

Trotzdem habe ich alles an Pässen mitgenommen, was mir in den Weg kam und da waren einige traumhafte Straßen dabei.

Und wie fährt sich der RS so?

Hier die Antwort als Video:

youtu.be/cU3Jw7fA710

Der Motor ist echt eine Wucht. Das ist jetzt keine Übertreibung, aber es ist von der Beschleunigung her ziemlich egal, ob man berghoch oder bergrunter fährt, so bärig drückt das an. Und bei kleinen Autos mit großem Motor rennt man bei mir ja offene Türen ein. Und dann kann ich auch gut mit Abstrichen leben: die Schaltwege sind etwas lang - Focus halt - und der Schalthebel sitzt komfortabel, aber unsportlich. Das Auto ist innen superleise, dadurch hört man mit empfindlichem Gehört (= also ich) jedes Klappern. Und davon gibt es, dank sportlichem Fahrwerk, einiges.

Das war’s dann aber schon - trotz meiner 2 Meter passe ich super rein und fühle mich wohl. Die heutzutage serienmäßigen Gimmicks sind nicht so mein Fall, ich kann noch alleine Licht einschalten oder den Scheibenwischer bedienen. Aber das ist der Tribut an das Großserienprodukt - im Inneren ist außer Lenkrad, Sitzen, usw. Focus angesagt. Und da die Golf-Liga hart umkämpft ist, ist die Serienausstattung mächtig.

Aber bei dem Wagen geht es ja erstmal um’s Fahren und hier noch ungekürzt die Abfahrt vom schönen Penser Joch - erst im Normal, dann später im Sport-Modus - um beides mal im Vergleich zu sehen:

youtu.be/_ab1_AuJ2jk

Das Penser Joch kann ich übrigens sehr empfehl’N:

Eine flüssige Straße mit wenig Verkehr auf beiden Seiten des Berges, so wünscht man sich das. Der Grund ist wohl die außen rum gehende Bundesstraße, die vom normalen Verkehr gewählt wird. Laut Café-Betreiber gibt es aber auch Ausnahmen, es verirren sich schonmal polnische LKW-Fahrer, die im Navi kürzeste Route eingeben. Gewagter Ansatz in den Alpen!

Nachdem wir über das Hotel von Tag 2 besser nicht reden, wurde meine nächste Unterkunft wieder ein Volltreffer:

Das private Apartmenthaus Residence Reißenschuh in Sterzing. Liebevoll eingerichtete und geräumige Appartments, genau das Richtige für den Mike mit seinem ganzen Technikprüll, der wieder aufgeladen werden will. Und natürlich schnelles WLAN - gaaanz wichtig! Wieder volle Punktzahl, es gibt eine tolle Pizzaria direkt um die Ecke und damit alles zusammen noch ein echter Geheimtipp sowohl für Motorrad- als auch Skifahrer.

Ich hatte mir vorgenommen den Miketest schon im Netz zu haben, bevor ich zuhause ankomme. Und es klappt, denn aktuell sitze ich noch in Sterzing in Südtirol und habe mir Jaufenpass und Timmelsjoch für das Schlussfinale aufgehoben.

Wenn ich daran denke, dass ich den RS Schlüssel am Montag wieder abgeben darf, werde ich schon etwas traurig. Ich glaube wir zwei könnten - besonders hier in Südtirol - ein paar schöne Monate verbringen.

Am meisten beeindruckt mich der Motor: was für ein Kraftpaket. Kann alles: mächtig Kraft von unten raus, richtig Biss in der Mitte und scheut sich auch nicht vor Drehzahl. Die Bremsen sind standfest und kernig, Sound und Fahrwerk gierig und der Allradantrieb rundet das Paket so richtig schön ab: keine Gripprobleme am Kurvenausgang und super Traktion auch bei schlechtem Wetter. Würde ich gerne mal im Schnee ausprobieren! Das clevere Torque-Vectoring, dass einen immer von hinten außen in die Kurven schiebt, macht den Wagen umheimlich schnell.

Der Spritverbrauch hielt sich trotz Attackemodus noch in Grenzen: über 15 Liter bin ich nicht gekommen, aber auch nicht unter 11 Liter. Insgesamt sind es für die genau 1.501 km, die ich bisher gefahren bin mit Volltanken, ebenso genau 197,3 Liter gewesen - also im Schnitt 13,2 Liter. Kann man gut mit leben, vor allem weil ich immer alles rausgeholt habe, was ging.

Aber ich bin dem Auto auch mit Respekt begegnet, denn man wird ganz schnell ganz schnell. In den Händen eines kundigen Fahrers wird die Kombination mit Sicherheit zu einer ernstzunehmenden Waffe. Da werden sich Fahrer mit x-fach teureren Autos auf die ein oder andere Demütigung gefasst machen müssen.

Falls Ihr jetzt Lust auf den RS bekommen habt, es würde mich nicht wundern. Aber Lieferzeiten sind wohl sooo lang, dass man fast von ausverkauft sprechen kann. Hat wohl bei Ford - außer beim Entwicklerteam - keiner damit gerechnet, dass das so ein Kracher wird. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Konkurrenz reagieren wird: gibt es weitere Modelle mit Drift-Modus? Allrad und Torque-Vectoring? Unter 40k €?

Spannende Zeiten, die da auf uns zukommen!

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Sonntag, 21. Juni 2015

Der Ford Fiesta ST im Miketest.

Das wollt ich immer schonmal machen: einen Autotest. Die anderen Autoblogger sind mir da etwas voraus und machen das schon regelmäßig.

Aber ich bin den Jungs und Mädels dankbar, denn die Autokonzerne sind inzwischen an die komischen Blogger gewöhnt und rücken hier und da auch schonmal ein Auto zum Ausprobieren heraus.

Zuständig ist da ganz klassisch die jeweilige Presseabteilung und wie der Zufall es will - genau so eine habe ich auf der Arbeit direkt zwei Stockwerke über mir sitzen.

Wir ihr wisst arbeite ich schon eine Weile (20 Jahre!) bei Ford in Köln, um meine Brötchen zu verdienen.

Und weil ich scharf darauf war, mal den Fiesta ST auszuprobieren meinte Ralph Caba - unser VLN- und 24h-Rennen fahrender Pressedirektor: Na dann nimm doch mal einen mit und schreib’ was darüber!

Das lass ich mir nicht zweimal sagen :D

Was mich schon im Vorfeld erstaunt hat: das kleine Wägelchen hat überraschend gute Beurteilungen bekommen. Zum Beispiel hier bei Motortrend in der Kategorie Best Driver’s Car oder hat bei Carscoops den E46 M3 alt aussehen lassen.

Da bin ich neugierig geworden.

Denn rein optisch hält sich der kleine Wagen eher dezent zurück. Es müssen also die inneren Werte sein, die ihn soviele Pluspunkte sammeln lassen.

(Klick! für gross.)

(Klick! für gross.)

Eine Woche hatte ich Zeit, den ST auszuprobieren. Und habe mir sogar Verstärkung dazu geholt.

Gerri meinte keck auf Facebook: Komm doch mal vorbei! - hab ich glatt gemacht, damit hat er wohl nicht gerechnet :D

Und Ringmini Achim - quasi der weltweite Chefexperte für kleine blaue Autos mit dickem Motor - kam sogar zufällig bei uns zuhause vorbei. Also auch ihn direkt mal hinter’s Lenkrad geschnallt. Und mich auf den Beifahrersitz - oh oh.

Wir hatten jedenfalls viel Spaß beim Testen und hier könnt das Ganze im renn.tv Video noch einmal miterleben:

youtu.be/hF3fzFP_07s

Aber egal was wir euch erzählen: wenn ihr die Gelegenheit habt mal eine ST Probefahrt zu machen - lasst sie euch nicht entgehen.

Ich finde der Fiesta ST ist ein echtes Überraschungs-Ei. Hätte ich einem Großserienhersteller in der Form gar nicht zugetraut, aber wahrscheinlich ist die Zeit reif dafür.

Auf der einen Seite ein dezenter äußerlicher Auftritt eines kleinen Autos, aber ansonsten im Inneren alle technischen Zutaten kompromislos auf Sport getrimmt.

Das fängt schon beim Einsteigen bei den Recaros und der tiefen Sitzposition an, geht weiter über kleines Lenkrad mit großen Einstellmöglichkeiten und sehr direkter, agiler Lenkung, ein von unten bis oben kräftiger Motor mit kerniger Soundkulisse, einem knackigen Sportfahrwerk und - was mir am besten gefallen hat: einem 6-Gang Getriebe mit kurzer, sportlicher Abstufung.

Das hört sich nach jeder Menge Spaß an - und genau das ist es auch. Auf schlechten Autobahnen hoppelt er zwar etwas bockig daher, aber sobald es durch die Gänge oder um die Ecken geht blüht das Herz auf!

Und trotz all der sportlichen Anlagen ist er normal gefahren richtig manierlich. Kein Ruckeln, alles geht leicht und unten rum auch genug Durchzug. Platz zum Einkaufen wie in jedem anderen Fiesta auch.

Beim Spritverbrauch langt er allerdings ordentlich zu - das liegt aber weniger am Auto als am Fahrer. Denn man wird ständig animiert die Fuhre fliegen zu lassen! Ich bin bei 11,5L rausgekommen, hab ihn aber auch wirklich gescheucht. Wenn ihr selber einen ST euer Eigen nennt, könnt ihr ja mal in den Kommentaren posten was realistisch ist, wenn man ihn im Alltag länger fährt. Ich denke mal unter 7L müsste drin sein.

Erstaunlich auch, wieviel Platz innen geboten wird, obwohl er aussen doch so klein ist. Ich bin knapp 2 Meter, habe aber sehr gute Einstellmöglichkeiten von Lenkrad und Sitz - und durch die niedrige Sitzposition auch eine gute Kopffreiheit.

Die Bremsen fand ich auch überzeugend, aber ich kann nichts dazu sagen, wie sie auf Dauer - z.B. bei einem Trackday - abschneiden. Das wäre mal interessant zu wissen.

Jedenfalls hätte ich nicht gedacht, dass man in einem Serienfiesta soviel Spaß haben kann. Liegt vielleicht auch daran, dass er in Köln gebaut wird ;)

Fazit: Viel Spaß bzw. PS (182) für wenig Geld (ca. 20.000€).

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Sonntag, 01. Juni 2014

Unfall statt Werbung - und die Sensationsblätter sofort zur Stelle: der verunglückte Rosberg/Wehrlein Marketing Stunt.

Das ist schon sehr bitter, wenn sich jemand beim Motorsport verletzt - aber leider lässt sich das nicht 100%ig ausschliessen.

Noch viel bitterer ist es aber, wenn die Rennfahrer für Marketing eingesetzt werden und sich dann jemand verletzt.

Nico Rosberg war 2 Tage nach seinem Monaco Sieg in Diensten von Mercedes in Südtirol/Italien unterwegs zusammen mit Pascal Wehrlein.

Und da kam es zu einem Unfall bei einem Werbedreh.

So wie ich das verstehe hatten die dort eine kleine Strasse gesperrt und dann in relativ gesitteten Mercedesmodellen mit Nationalspieler-Beifahrer irgendein Programm abgezogen. Rosberg fuhr vorneweg, Wehrlein knapp dahinter, Rosberg muss auf einmal bremsen, Wehrlein weicht aus, fährt eine Einfahrt hoch … und erwischt 2 Leute, die dort stehen.

Sehr unglückliche Geschichte. Macht natürlich in den Medien komplett die Runde und Bild hat sogar ein Video ausgegraben - besonders schnell fahren die meiner Meinung nach nicht.

Schmerzhaft für die Verletzten - aber auch die beiden Pilooten. Muss man denn als Werksfahrer wirklich jeden Scheixx über sich ergehen lassen? Pascal Wehrlein ist gerade mal 19 Jahre alt - er hat sich auf Facebook kurz gemeldet und ist schwer geknickt: fb.com/829118473783740.

Das mit der Werbung ist auf jeden Fall auch komplett nach hinten losgegangen.

Ironischerweise wurde zeitgleich bekannt, dass Nivealöw den Führerschein für 6 Monate abgeben darf.

Zum Thema DTM: super Ergebnis für Steff Reinhold’s Team - Marco Wiedmann nach Pole auf 1 und Maxime Martin nach Quali 4 auf 6. RMG führt nach 3 Rennen jetzt auch die Teamwertung und Marco die Fahrerwertung an! :)

Für Pascal Wehrlein war das natürlich ein schweres Rennen, ist 14. geworden (bester Mercedes 11. - tun sich schwer dieses Jahr).

Tags: Wehrlein | Rosberg | Mercedes


Sonntag, 21. Juli 2013

Mikebericht von VLN 5. // renn.tv Coverage Nürburgring Endurance VLN 5.

After my Le Mans adventures 4 weeks ago it was time for Nürburgring Endurance again!

(Nach meinen Le Mans Abenteuern von vor vier Wochen war es wieder Zeit für VLN Langstrecke!)

First thing to say hello to me in the paddock was this, Save The Ring!

(Komm ich im Fahrerlager an und erstmal das: Finger weg!)

Olaf Manthey fully relaxed after his Le Mans double victory in GT-PRO.

(Ein entspannter Olaf Manthey mit Le Mans Doppelsieg in der Tasche.)

Nice to see some Ja zum Nürburgring stickers on some cars.

(Schön auch ein paar JzN Sticker auf den Autos zu sehen.)

Cozy racecar.

(Picknickdecke im Rennauto lässt aber auch tief blicken.)

Uwe Alzen, we had some very entertaining discussions about politics. His arguments are as uncompromising as his driving.

(Habt Ihr Euch mal mit Uwe Alzen über Politik unterhalten? Da macht er genauso wenig Gefangene wie auf der Rennstrecke, sehr empfehlenswert.)

Transit van with Porsche wheels/brakes? Want!!

(Transit mit Porschefelgen und -bremsen? Muss ich haben.)

Ralf Schall and his DTM Mercedes 190.

(Die Schalls bleiben ihrem 190er treu.)

A situation I know from Le Mans too well: Pierre Kaffer signing autographs.

(Wie in Le Mans: Pierre Kaffer beim Autogrammeschreiben.)

I used the chance to get some inside tipps from the social media guru Pierre!

(Hab ich mir vom Social Media Experten Pierre direkt mal ein paar Tipps abgeholt.)

Tire Pressure (Luftdruck)

Christopher won in court against his manager when he arrived at the Ring. And he won the class Cup Porsche while being here.

(Christopher Mies kam schon mit einem Sieg am Nürburgring an und ist mit noch einem wieder nach Hause gefahren.)

You always wonder how I do these pictures? That's how, thanks Bjoern! :)

(Ihr fragt Euch, wie ich immer diese Selbstportraits mache? Geheimnis gelüftet dank Bjoern! :) Lange Arme können allerdings nicht schaden.)

This is Helmut Kissling, who I know back from the days when working at Opel DTM 20 years ago. After the Kissling company took over responsibilities in the Astra Cup, he does not enter racing cars anymore. I have to admit I like his new role, especially as Helmut celebrated his 70th birthday in January!

(Helmut Kissling kenn ich schon ewig, das geht zurück bis zu meinen Laufversuchen als Dateningenieur bei Opel. Aber eigentlich kannte ich ihn immer nur in oder unter einem Auto steckend! Ich muss sagen seine neue Rolle gefällt mir auch ausgesprochen gut. Mit 70 ist es ja auch lange noch nicht zu spät mal was neues auszuprobieren!)

This is the Opel Gang with Volker Stryek, Stefan and Helmut Kissling.

(Die Opel Truppe mit Volker Strycek, Stefan und Helmut Kissling.)

Nice and tidy. (Akurat das Werkzeug.)

Ring Coach René Wolff, looks after the French part of Kremer Racing.

(René Wolff kümmert sich um den Franzosen-Porsche, den Kremer Racing einsetzt.)

Can you guess why the numbers on the steering wheel?

(Könnt Ihr raten, was die Nummern auf dem Lenkrad sollen?)

Proper TAPE job! (Sauber abgeklebt!)

Uwe just out of his car, after his qualifying record lap in 8:02,418. Watch it onboard here: renn.tv/2199. Which reminds me of his 8:09,949 race record lap that I released as DVD 8 years ago - the pre-GoPro era.

(Uwe gerade aus dem Auto nach seiner Rekordrunde für die Pole Position. Die Onboard dazu könnt Ihr Euch hier anschauen: renn.tv/2199. Erinnert mich an meine renn.tv DVD von 2005, auch schon wieder 8 Jahre her. Das war noch in der Vor-GoPro-Era.)

Unbelievable, sunshine at the Ring! One driver - Herbert von Danwitz - mentioned to me he managed 3 dry laps so far this year. And now this!

(Sonne? Am Ring? Herbert von Danwitz meinte, er hätte bisher 3 trockene Runden zusammengebracht. Und jetzt so!)

Some samples of the machinery used at the Ring's paddock, like this aircooled Suzuki 2 stroke ...

(Aus der Kategorie Grundehrlichefahrzeuge war einiges am Ring im Fahrerlager im Einsatz, diese luftgekühlte 2-Takt Suzi, ...)

... a very nice Zündapp Mofa ...

(... Zündapp Mofa ...)

... and what is "Klapprad" in English?

(... und Klapprad!)

We always had to drive with MYK numberplate, because they united KO (Koblenz) and MY (Mayen). That was decades ago, but recently they allowed the old combinations again. I'm born in Mayen, so this is really nice.

(MY Nummernschild! Daß ich das noch erleben darf. Muss dazusagen, daß ich in Mayen geboren bin.)

Kissling Corvette got new owner.

(Neuer Besitzer für die Kissling Corvette.)

Was talking to Georg Weiss, when his car got pushed to the grid. Good to have the camera handy, I like that picture.

(Hab mich mit Georg unterhalten, als sein Auto in die Startaufstellung kam. Gut die Kamera griffbereit zu haben, mir gefällt das Bild!)

Do you know Masseur Axel? A must see movie, not only because I did that, but it's just hilarious. Thats's the man himself and here is his movie: youtu.be/IXvsiFgWX7Y.

(Wisst Ihr noch? Masseur Axel? Das isser!)

While we are talking about Dirk Adorf: we watched the start together, which was fun. He has a new role, offering his help to BMW teams. Both as a driver and consulting any way they want.

(Wo wir gerade über den Dirk sprechen - haben uns schön den Start zusammen angeguckt. Er hat sich einer neuen Aufgabe verschrieben, nämlich BMW Teams seine Hilfe als BMW Mann anzubieten. Sowohl was das Fahren angeht, als auch sonstige Tipps und Tricks. Kommt gut an in der Szene!)

Pohlen racing is back!

I spent some time at Wehrseifen ...

(Hab mich ein bisschen im Wehrseifen rumgetrieben ...)

I was prepared to run for cover! That was close.

(Ich bin gedanklich schon hinter die Leitplanke gesprungen, das war knapp.)

Different kind of Mercedes battle.

(Eine etwas andere Art von Mercedes Kampf.)

Umbrellas: yes. Rain: no!

(Regenschirme ja, aber kein Regen!)

Nice message für Wolf Silvester: Tschüss für alles.

Hot temperatures leads Ferraris to strip!

(Kaum gehen die Temperaturen hoch, ziehen die Italienerinnen die Klamotten aus!)

Ever heard of Dennis Trebing? Look at this!!

(Dennis Trebing? Schonmal gehört? Schaut Euch dieses Bild an!!)

That was Dirk Adorf's drive.

(Den ist der Dirk gefahren.)

Dieter Weidenbrück - my regular talk partner in the hangouts we do - drove the 991 to victory in class V6.

(Klassensieg für den Dieter Weidenbrück!)

Class victory for the 458 as well. Check GT Corse on Facebook.

(Klassensieg in der SP8, GT Corse ist auch auf Facebook.)

Great to meet Aziz again, finished 2nd overall!

(Schönes Wiedersehen mit Aziz, ist 2. geworden!)

The leading car: Frikadelli Racing. Coming into the pits ...

(Frikadelli führt und kommt in die Boxen zum Fahrerwechsel ...)

... and all mechanics photographer jump at it!

(und sofort stürzen sich alle Mechaniker Fotografen auf das Auto!)

Off goes Klaus Abbelen ...

(Jetzt fährt Klaus die Schlußrunden ...)

... while Patrick Pilet checks back with race control some incident.

(... während Patrick Pilet bei der Rennleitung vorspricht.)

Patrick Huisman looking foward to win this race and hard to believe: Sabine couldn't take part due to some minor injury on her ancle!

(Patrick Huisman hofft auf den Sieg und kaum zu glauben: Sabine konnte nicht mitfahren, weil sie sich den Knöchel verstaucht hat!)

Teammanager Frank Lynn not always citable! :)

(Frank Lynn auch nicht immer zitierfähig!)

Look at this: first and second place next to each other at the pitwall: Frikadelli and Schubert. I did this little Video, when Klaus crossed the line for the first overall victory of Frikadelli Racing.

(Lustig zu sehen, Frikadelli - 1. - und Schubert - 2. - waren direkt nebeneinander. Hier auf Video, als Klaus über die Ziellinie fährt.)

Off to the ceremony ...

(Auf zur Siegerehrung ...)

... of course with crate of beer!

(... natürlich mit Kasten Bier!)

No idea how that happened.

(Hab keine Ahnung, wie das passiert ist.)

Johannes Stuck had some argument with Jochen Krumbach.

(Johannes Stuck hat mit Jochen Krumbach wohl noch was offen.)

But it wasn't this. Watch this video how it happened.

(Das kann's nicht gewesen sein, hier ist ein Video vom Unfall.)

 

Happy Karl Mauer to see Frikadelli, Schubert and Wochenspiegel on the podium.

(Karl Mauer freut sich, was für ein tolles Podium: Frikadelli, Schubert, Wochenspiegel.)

Champagne!

Sabine's mother Uschi couldn't stay at home and watched this live, Audi's Werner Frowein was one of the first to congratulate.

(Uschi hat es zuhause nicht mehr ausgehalten und live vor Ort mitgefiebert - Werner Frowein von Audi war einer der ersten Gratulanten.)

Next VLN is in 5 weeks time, but I'm not sure Team Frikadelli has recovered from their party until then! :)

Thank you for reading my report - check out my full picture set here and keep the feedback coming on the renn.tv Facebook page.

(Das nächste VLN Rennen ist zwar erst in 5 Wochen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Frikadelli's sich bis dahin von der Siegerfeier erholt haben!

Danke für das Lesen dieses Mikeberichts - hier gibt es das komplette Foto Set. Und über Rückmeldungen freue ich mich im N-Forum oder auf der renn.tv Facebook Seite.)

Tags: Mikebericht | VLNLangstrecke | Coverage | English


Dienstag, 27. April 2010

Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.

Das war der Titel unserer Pressekonferenz, die wir heute in Mainz abgehalten haben. Direkt vor der Türe der Landesregierung.

Wer ist WIR? Als Referenten saßen an dem langen Rednertisch Stefan Róta, Jacques Berndorf, Peter Rumpfkeil, Klaus Limburg, Ossi Kragl und ich - Mike Frison. Diese seltsame Zusammensetzung des Podiums kommt jetzt sicher für einige überraschend, aber das ist kein Zufall.

Vielleicht ein wenig zur Vorgeschichte: der Frust über das unfähige Vorgehen der handelnden Nürburgring-Entscheider hatte bei vielen Leuten soviel Energie freigesetzt, daß es an der Zeit war die Kräfte zu bündeln. Auch ich wurde im Herbst letzten Jahres eingeladen an den Treffen teilzunehmen und um es uns zu ermöglichen, von Anfang an Tacheles zu reden, wurden alle Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet. Neben den Leuten heute auf dem Podium haben aber noch viele andere hinter den Kulissen mitgewirkt - die Gruppe hat ein ziemlich dynamisches Eigenleben. Manche haben sich abgewandt, manche sind neu dazugekommen - wir haben die ganze Komplexität des Themas Nürburgring durchgemacht.

Am Anfang gab es keine genaue Zielformulierung und die konspirativ anmutenden Treffen waren sehr anstregend: es wurde kontrovers diskutiert, nicht selten hat das hohe Spannungsfeld die Nerven strapaziert. Und das Ganze natürlich parallel zu unseren normalen beruflichen Aufgaben, die wir alle haben - Profis eben ;)

Ok, einmal bedauern - danke - :) - ich spule mal vor: nach einem Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürburgring GmbH wurden wir ermuntert Alternativen auszuarbeiten und die Berücksichtigung eines Konzeptes wurde uns zugesagt. Da unsere Analysen weit gediehen waren, wurde ein Termin für eine Pressekonferenz ausgesucht, um unsere Ideen zu präsentieren. Und dann wurden wir alle in Adenau aus heiterem Himmel von Herrn Hering am 26.März 2010 darüber informiert, daß die Verträge unterschrieben sind und die nächsten 20 Jahre Bestand haben werden.

Uupps.

Ihr könnt Euch vorstellen, daß für uns erstmal eine Welt zusammengebrochen ist. Wie geht denn sowas? Nachdem wir das Ganze verarbeitet hatten, war uns klar: man wollte nur Zeit gewinnen, um uns dann klassisch auszubooten. Ok. Botschaft angekommen. Das Land will Ruhe am Ring? Nicht mit uns! Dafür hängen wir zu sehr an diesen 20.832 Metern, daß wir so schnell nicht aufgeben. Der Termin war fixiert - also fahren wir jetzt trotzdem nach Mainz und reden Tacheles. Und unser Konzept? Es liegt fix und fertig in der Schublade, die Bedienungsanleitung für den Nürburgring. Von unseren Regierenden hat sich leider niemand dafür interessiert.

Um sportlich zu bleiben: Fair Play geht anders und wer mit einem solchen Foul das Spiel gewinnt muß sich fragen lassen, was das wert ist.

Die Pressekonferenz an sich war für mich persönlich ziemlich spannend, denn diesmal saß ich nicht als rasender Reporter im Zuhörerbereich, sondern als referierender Nürburgring-Experte auf dem Podium. Ist mal was anderes! Endlich eine Gelegenheit um auszudrücken, was viele (alle?) hier im Forum oder bei den Gesprächen im Fahrerlager bzw. am fiesen FIA-Fangzaun deutlich rüber bringen: das kann doch alles nicht wahr sein! Beton statt Asphalt, Retorte statt Historie: das soll der Nürburgring der Zukunft sein? Und wir haben eine große Lanze gebrochen für den Motorsport, haben das Zahlentraumgebilde vor den großen Augen der Politiker zusammenbrechen lassen, haben anschaulich erklärt, daß die Katastrophe kurz bevorsteht.

Neben den Pressevertretern, deren Berichte grade nach und nach die Öffentlichkeit erreichen, möchte ich hier ein paar Anwesende namentlich aufführen und ihnen auf diesem Wege noch einmal für ihre Zeit danken:
Als Vertreter der Politik sind mir aufgefallen:

Christian Baldauf (CDU),
Günter Eymael (FDP),
Eveline Lemke (Die Grünen - sie hatte in den letzten Monaten als einzige Vertreterin der Politik immer ein offenes Ohr für uns und hat die Gruppe engagiert beraten!),
Alexander Licht (CDU).

Super fand ich auch, daß Christian Kohlhaas an seinem Geburtstag (!!) extra nach Mainz gefahren ist und Horst Philipp und Kalle Müller mitgebracht hat. Natürlich war auch Wilhelm Hahne vor Ort, denn auch er ist ein fleißiger Mitstreiter in der Initiatorengruppe, die für den Ring kämpft.

Wir sind absichtlich in Mainz aufgetreten, da hier die Reporter der Landespolitik zuhause sind und kurze Wege haben. Der SWR war direkt vor unserem Hotel, die Konferenz selber fand in der "Alten Patrone" statt, einer sehr schönen Hofanlage mit perfekter technischer Ausstattung für unseren Anlaß. (Danke für die großartige Unterstützung und auch an den Rettet-den-Ring Verein, der die Location und unsere Hotelzimmer bezahlt hat!!)

Auch wenn die letzten 8 Monate sehr anstrengend und aufreibend waren, ich durfte tolle, charakterstarke Menschen kennenlernen, denen Ehrenhaftigkeit noch etwas bedeutet und die sich nicht dem schnöden Mammon ausliefern.

2 Termine konnten wir auch schon bekannt geben, die Ihr Euch unbedingt rot markieren müßt! Am 19.5.2010 zeigt das SWR Fernsehen eine aufwendige 45-Minuten Nürburgring Recherche um 20:15 Uhr. Und Ende Mai - Anfang Juni erscheint Jacques Berndorf's "Nürburg Papiere" - ein Krimi mit garantiert hohem Unterhaltungswert.

Die Konferenz an sich habe ich komplett mitgeschnitten und werde sie in voller Länge hier im Netz einstellen. Aber ein paar Fotos kann ich jetzt schonmal zeigen:









Und wie geht es jetzt weiter? Von anderer Seite wird gegen die Vergabepraxis eine Klage beim EuGH vorbereitet. Das ist relativ aufwendig, doch die ersten Hürden - vor allem auch die finanzieller Art - sind genommen. Ansonsten heißt es weiterhin: ENGAGIEREN! Wenn jetzt nicht JEDER AUS DER DECKUNG KOMMT, dem die Nordschleife am Herzen liegt, dann wird die ehrwürdige 83-jährige Lady vor unseren Augen lebendig begraben! Wir können etwas bewirken und jede Initiative trägt ihren Anteil dazu bei. Auch zusätzliche Unternehmer bzw. solvente Privatpersonen möchten wir aufrufen sich zu überlegen, inwieweit sie sich finanziell engagieren und einsteigen möchten.

Abschließend bin ich ganz froh, daß wir diese spannungsgeladene Pressekonferenz gut hinter uns gebracht haben. Meine Kleine reagiert inzwischen sehr allergisch auf die roten Kalendareinträge mit dem Titel "Krisentreffen". ;)

Ich finde nach diesem ewig langen Blogolog und für die, die bis hierhin durchgehalten haben ;) paßt auch der Schlußsatz unserer Präsentation ganz gut:

"Wer immer im Windschatten fährt, kann nicht überholen!"
Samstag, 30. Januar 2010

Einmal Prinz zu sein, das steht auch bei der Vollgasfraktion ganz oben auf der Löffelliste.

Marc Basseng hat auch auf dem Gebiet mal garnichts anbrennen lassen und hat das Thema sehr früh abgehakt: als Kinderprinz im Kölner Karneval.

In Barweiler dagegen hat Prinz Sabine das Regiment übernommen. Nicht, daß sie vorher nicht auch schon das Sagen hatte, nur jetzt ist es offiziell. Früh trinken bis zum Abwinken.

Und nach der Session ist vor der Saison, dann nimmt die bekloppte Queen am Ring wieder das Zepter Lenkrad in die Hand. Kamellewerfen wird wieder vom Rundenzeitenbrennen abgelöst und das Spät bremsen gesellt sich zurück zum Früh trinken. Übrigens wieder im SP7 Frikadelliporsche, der von Klaus grade zusammengesteckt wird.




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