Vollansicht

Freitag, 31. Juli 2020

Corona sorgt weiter für Überraschungen.

Dass Corona die Motorsportszene aufwirbelt, ist nicht neu. Aktuell wirbelt der Virus allerdings Sergio Perez aus seinem F1 Sitz - und Niko Hülkenberg rein. Noch so ein Corona-Profiteur.

An der Stelle aber auch Sergio Perez gute Besserung.

Man weiß ja immer noch recht wenig über Corona, aber auf die Gefahr für Taucher hatte ich schon verlinkt. Wegen der Lungenbelastung.

Auch fällt es einem als Nicht-Mediziner schwer die richtigen Quellen auszusortieren, auf die man sich verlassen kann. Das öffnet natürlich Tür und Tor für lustige Konspirateure, aber so wirklich zum Lachen ist einem dann doch nicht.

Hier gibt es eine ganz aktuelle Veröffentlichung, an der auch die Uniklinik Frankfurt mitgewirkt hat:

Outcomes of Cardiovascular Magnetic Resonance Imaging in Patients Recently Recovered From Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)

Man hat auch bei milden Krankheitsverläufen lange nach der Krankheit Auffälligkeiten mittels MRT festgestellt:

Dr. Valentina Puntmann und ihre Team von der Universitätsklinik Frankfurt haben bei über drei Viertel aller Patienten (78%), die eine SARS-CoV-2-Infektion überstanden haben, im späteren Verlauf Auffälligkeiten im MRT feststellen können. Insgesamt 100 Patienten haben die Kardiologen im Schnitt 71 Tage nach der COVID-19-Diagnose untersucht. 60% der Patienten wiesen zu diesem Zeitpunkt noch Anzeichen für eine myokardiale Inflammation auf.

Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass sich eine Infektion mit dem neuen Coronavirus offenbar unabhängig von der Schwere der Infektion, bestehender Vorerkrankungen und dem generellen Verlauf der Akuterkrankung langfristig im Herzen manifestieren kann.

Im Herzen - und damit sind wir wieder bei den Sportlern. Ich kann mir vorstellen, dass diese bei milden Verläufen schnell wieder mit dem Training weitermachen wollen - und das ist nicht ungefährlich. Weil man nicht genau abschätzen kann, wie der Virus im Körper gewütet hat.

Die Leute in der Studie waren auch keine Greise, sondern:

Of the 100 included patients, 53 (53%) were male, and the median (interquartile range [IQR]) age was 49 (45-53) years.

In den Meldungen zu den Corona Fallzahlen betonen sie immer in Fettdruck, wieviele Leute wieder "genesen" seinen. Dieses "Genesen" ist mit Vorsicht zu genießen, denn wie sich nach und nach rausstellt, besteht ein großer Unterschied zu "gesund".

Aber man möchte ja die Bevölkerung nicht unnötig beunruhigen.

Der Oldtimer Grand Prix z.B. in 2 Wochen will wieder 5.000 Zuschauer zulassen. Dazu muss man sich online anmelden und aktuell haben die eine Warteschlange im Online Buchungssystem. Ich habe da mal draufgeklickt und bin auf Warteplatz 136 gelandet. Ich musste spontan an die Zulassungsstelle denken, da darf man auch gerne schonmal einen ganzen Tag Urlaub opfern. Wie man in der digitalen Welt eine Warteschlange zustande bekommt, ist mir auch schleierhaft. Wahrscheinlich sitzt da jemand im Hintergrund, der die Daten von Hand abschreibt und per Fax verschickt, die man im Formular eingegeben hat.

In der FAQ steht:

Wir erfassen im Rahmen des online Ticketkaufs pro Ticketinhaber Vor- und Nachname, Geburtsdatum sowie den Tribünensitzplatz.

damit:

Eine Übermittlung der o.g. Daten erfolgt an das zuständige Gesundheitsamt, ausschließlich auf dessen Anforderung und zum Zweck der Nachverfolgung von Desinfektionsketten sowie zur Information der Betroffenen und zur Anordnung von Infektions-Schutzmaßnahmen.

Ist mir schleierhaft, wie man jemanden mit Namen und Geburtsdatum kontaktieren will, aber vielleicht ist das ja auch ein Hinweis darauf, mit welcher Gründlichkeit diese Datenerfassung erfolgt. Das scheint ja alles sehr durchdacht zu sein.

Für Deutschland zeigen die Fallzahlen auch wieder schön nach oben - 870 Neue, davon allein 388 in NRW laut heutigem RKI.

Und wie ich das so schreibe, bin ich in der digitalen Warteschlange schon einen Platz nach vorne gerückt auf 135. Wenn das in dem Tempo weitergeht, ist die Veranstaltung längst beendet, bis ich an der Reihe bin.

Brechen Sie diesen Vorgang bitte nicht ab und starten Sie auch nicht erneut das Buchungssystem!

Man kann die Verzweiflung zwar regelrecht spüren, aber mit Mitleid kommen wir hier auch nicht weiter. Abbruch.

Corona | Hülkenberg | Perez | OldtimerGP | Buchungssystem |


Freitag, 24. Juli 2020

Eigentlich wäre heute Eifelrallye.

Zum Trauern und Aufwärmen …

Eigentlich wäre heute Eifelrallye.

… hier Fotos von 2016, 2017, 2018 und 2019.

Eifelrallye | Corona |


Dank Corona: Formel 1 dieses Jahr zurück am Ring.

Kommt sogar noch besser, der Lauf heißt:

Großer Preis der Eifel.

Weil statt AvD der ADAC das Rennen austrägt - sonst wäre es Großer Preis von Deutschland. So gesehen eigentlich ganz gut, dass sich AvD und ADAC nicht ganz grün sind - damit ist die Eifel jetzt schon Sieger der Herzen.

Das Rennen ist vorgesehen für das Wochenende vom 11. Oktober, da gibt es in der Eifel schon mal gerne Wetter. Das wird die Engländer natürlich nicht davon abhalten in kurzen Hosen aufzulaufen.

Schwierig auch die Vorhersage ob mit oder ohne Zuschauer.

Ziemlicher Coup, den die Russen da gelandet haben. Beim Fußball nennt man das Abstaubertor.

Formel1 | Eifel |


Donnerstag, 09. Juli 2020

Am Wochenende hat die VLN 296 Fahrzeuge am Start.

Also nach Nürburgring- bzw. 24h-Rennen Zählweise. Da werden ja auch die Zuschauer für alle Tage zusammenaddiert. Und noch ein paar Eifeldörfer mit in die Summe geworfen. Damit man stolz verkünden kann, dass 200.000 Zuschauer das Rennen verfolgt haben. Was natürlich auch dann nicht stimmen würde, weil dann dürfte man ja nur Samstag und Sonntag für das Rennen zusammenzählen. Aber gucken wir den Kreativen bei ihren betrugsnahen Machenschaften mal nicht zu genau auf die Finger.

Für die VLN haben in Wirklichkeit 155 Teams für Samstag und 141 für Sonntag genannt.

Oh - habe ich da jetzt jemanden auf dumme Gedanken gebracht?

Ich könnte auch jetzt die Vorhersage machen, dass die Corona-Notgeburt den Ausrichtenden sehr gelegen kommt, weil sie damit ihrem feuchten Renn-Wochenende-Traum einen Schritt näher kommen. Und das auch in die Nach-Corona-Zeit ausdehnen werden wollen. Da meine Vorhersagen aber eine ziemlich hohe Trefferquote haben, lasse ich es lieber.


Dienstag, 07. Juli 2020

In Frankreich haben sie einen Vanmoof Werbespot wegzenziert.

Mal abgesehen davon, dass streng nach Streisand der Effekt natürlich genau umgekehrt eintrifft - also, dass noch viel mehr Leute sich jetzt den Werbespot anschauen - ist es auch ziemlich armselig, den Spot zu verbieten.

youtu.be/kMpqVfnuyII

Das ist ein Fisker, oder?

Jedenfalls lässt das tief blicken, wenn eine Regierung die Autoindustrie vor Fahrrädern schützen muss. Ich glaube auch nicht, dass sie sich damit einen Gefallen tun - der Schuss jedenfalls ist ordentlich nach hinten losgegangen.

Und die Vanmoofs sind stylische Teile. Aber die Option des elektrischen Hilfsmotors für das Fahrrad hebe ich mir noch auf als Plan B für später. Bin bis jetzt auch noch so überall hingekommen, wo ich hinwollte. Le Mans zum Beispiel.

Aber es ist gut, dass es das gibt und jetzt im Corona laufen die Leuten den Radverkäufern anscheinend die Bude ein. Die verdienen sich eine goldene Nase, denn so ein E-Bike hat schon einen ziemlich saftigen Aufschlag. Als wären die Fahrräder heutzutage nicht schon teuer genug.

Wenn man Leute trifft, die jetzt neu zum Fahrrad finden - egal ob mit oder ohne E - dann zeigen die sich immer überrascht, wie schlecht die Verkehrsgestaltung für Fahrräder ausgelegt ist. Das ist schon verblüffend, offensichtlich ist das aus dem Auto heraus nicht erkennbar, dafür muss man sich selber auf den Sattel schwingen. Egal - Hauptsache das Gemurkse wird mehr Leuten offenbar - auch wenn ich wenig Hoffnung auf großartige Veränderungen habe. Überall, nur nicht in Köln.

So it’s easy to see why car manufacturers might be scared of this behavioural shift. And the giants of the auto industry still have the weight and financial clout to lobby regulatory bodies like the ARPP. It might explain why to-date there have been almost no bike commercials broadcast worldwide. But with this market stranglehold starting to loosen, it’s only a matter of time before more voices can be heard. There’s a new day dawning indeed.

Meint der Vanmoof Blog wenig überraschend mit einer gehörigen Portion Süffisanz zu der französischen Werbefilmfarce. Ich bin mir nichtmal sicher, ob das hierzulande nicht genauso passieren könnte.

Vanmoof | Zensur | Werbefilm | Fahrrad | EBike |


Mittwoch, 01. Juli 2020

Kein GIMS 2021.

Während sich Anfang des Jahres die GIMS - also die Genfer Automesse - mit allen Vieren gegen die Corona-Absage gestemmt hat, überrascht sie jetzt bereits mit der Absage der 2021er Ausgabe.

Scheinen ihre Lektion gelernt zu haben.

GIMS |


Sonntag, 28. Juni 2020

N´dlich wieder Motorsport!

Am Samstag konnte ich endlich nochmal ausrücken zum Motocross - wie sehr habe ich den Moment herbeigesehnt, so sieht ein glücklicher und verschwitzter Motorsportler in seinem Element aus:

Mike Frison / renn.tv

Kurze Rückblende:

Ich war heiß auf die Saison, bin fleißig mit dem Rad zur Arbeit gefahren - auch im Winter - doch dann die große Coronapause. Da steht das scharfe Eisen quasi neu und vollgetankt in der Garage, und ich kann nicht fahren!

Der Originalplan war, die Winterpause möglichst kurz zu halten, damit es mir als altem Sack nicht so schwerfällt wieder in den Tritt zu kommen. Gibt wahrscheinlich nicht so viele Ü50, die mit dem Crossfahren anfangen. Und dann auch noch dank Corona Home-Office, wodurch mein Arbeitsweg - und damit mein Radtraining - wegfällt. Schöner Driss.

Ursprünglich war ja mein Plan B, dass ich meinen Arbeitsweg fake. Dass hat auch ganz gut geklappt, aber inzwischen bin ich bei Plan C, denn das kleine Schwarze läuft so schön, dass man mit genug Zeit auch eine 100km Runde zusammenbekommt.

Mike Frison / renn.tv

Die Strecke habe ich weiter optimiert - und inzwischen ist sie echt toll, eine Mischung aus asphaltierten Feldwegen, festen Waldwegen, flüssigen Singletrails und idyllischen Ortsdurchfahrten. Gesamt 90km und einmal um Euskirchen, also ohne Pause so etwa 4,5h. Sind auch ein paar knackige Steigungen dabei, aber der Rest ziemlich flach - ist ja ein getriebeloses Singlespeed.

Mike Frison / renn.tv

Doch was nützt die ganze Planung und das Training, abgerechnet wird auf der Crossbahn. Und gestern war es soweit:

  • 27.Juni: erstes richtiges Training auf großer Strecke.

Neben der Fitness hatte ich noch ein weiteres Fragezeichen: ob sie anspringt. Denn inzwischen haben die Crosser keinen Kickstarter mehr, alles läuft über die kleine Lithium-Ionen-Batterie. Dafür bräuchte man aber ein spezielles Ladegerät - also Risiko und erst vor Ort zünden. Damit nicht unnötig Strom verbraucht wird.

Was soll ich sagen: hat alles prächtig funktioniert - ist direkt angesprungen und ich habe mich auch gleich wieder wohlgefühlt. Natürlich fahre ich immer noch mein Anfängertempo, aber anstrengend ist es allemal - heute einen Tag später habe ich ordentliches Muskelkater. So soll das sein.

Insgesamt waren es vier Turns je 20 Minuten - der Klassiker könnte man sagen. Ich bin immer noch schwer beeindruckt, was solche Crosser heutzutage leisten. Laufen sauber, springen immer an, Druck ohne Ende, Fahrwerk mit mächtigen Reserven für Normalos - garantierter Fahrspaß. Wenn ich da an damals denke, als wir uns als Jugendliche so eine ausgenudelte 125er luftgekühlt zusammengestottert haben, die aber eigentlich nie lief - was für ein Krampf. OK - ist auch 40 Jahre her - Alter, wie die Zeit vergeht. Aber so lange laufe ich schon der Idee hinterher, mir einen neuen Crosser zuzulegen - also neu im Sinne von frisch aus der Kiste - um damit regelmäßig auszurücken. So langsam scheint das Realität zu werden, hoffentlich breche ich mir nichts, das fehlt jetzt noch.

Letzte Woche wurden von KTM auch die neuen 2021er Modelle vorgestellt - das ist im MX Bereich so üblich, dass das relativ früh im Jahr stattfindet. Das Gute dabei, dass das wieder eine Minor Revision war, also kleinere Verbesserung ohne den Rahmen oder die Plastikteile zu verändern. Das heißt mein blauer Plastik-Kit würde auch da noch passen, wenn es später mal eine 2021 werden sollte.

Am Wochenende gab es auch noch anderen Motorsport, nämlich den 1. VLN Lauf. Unterwegs dachte ich, ich schau mal, wie es läuft - aber auf Twitter nur das große Schweigen. Keine Infos zum Rennen auf @vln_de - dem offiziellen Kanal. Dafür, dass im Vorfeld in jedem zweiten Satz das Wort digital gefallen ist und man sich gerne als modern und fortschrittlich verkauft, war das dann doch eher enttäuschend. Ich schmeiß von unterwegs sicher kein Youtube an, nur um mal zu gucken, was so geht.

Und wenn man sich dann mal im nachhinein anschaut, wieviele Teams, Fahrer und Zuschauer den offiziellen Kanal referenziert haben, dann kann man sich gut vorstellen, wie der Notification-Button auf dem Account geglüht haben muss. Da gehört schon eine ordentliche Portion Sturheit dazu, das zu ignorieren.

OK - eh nicht mehr meine Welt. Den Fahrern ist es zu gönnen, können sie endlich mal wieder auf die Nordschleife. Nachvollziehbar. Aber als Zuschauer ist - zumindest für mich - der Zenit längst überschritten. Sollen es andere zu Grabe tragen. Kaufautos von der Stange, die in fast 30 verschiedenen Klassen ihre eigenen Rennen austragen. Und nach dem Rennen wird natürlich von ebenso fast 30 kommerziellen PR Strategen der großartige Erfolg posaunt - sind ja auch 30 glorreiche Siegerteams zu feiern.

Wenn man sich die Fotos anschaut, dann wird der Kaufauto-Einheitsbrei offensichtlich. Aber bitte, soll jeder selber entscheiden. Ich will das ja niemandem madig machen - nur nicht wundern, wenn ich selber besseres zu tun habe.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre so ein letztes mächtiges Aufbäumen. So noch einmal richtig aus dem Vollen, bevor der Hahn zugedreht wird. In Le Mans ist das gelungen: Audi, Porsche, Toyota - was für eine Schlacht. Am Ring waren das vielleicht die Jahre so um 2005, als Prototypen noch gewinnen durften. Danach nur noch kommerzielles Rahmabschöpfen - noch schnell die Seele verkaufen, bevor die große Ebbe einsetzt.

Problematisch wird nur für die Zukunft, dass man krampfhaft versucht, an Altem festzuhalten. Man hätte längst mit neuen Konzepten experimentieren müssen - als der Sport brummte und es Reserven gab. Aber jetzt - mit dem Rücken an der Wand - ist der Bewegungsspielraum natürlich nicht mehr vorhanden und man kann nur noch auf Zeit spielen. Und hoffen. Dass Corona bald vorbei ist, dass die Wirtschaft sich schnell wieder erholt, dass das mit dem Elektro und autonomen Fahren noch weit weg ist, dass die Leute möglichst bald wieder neue Autos kaufen und Vollgas fahren. Good Luck with that.

Von daher passt die zuschauerlose Nordschleife eigentlich ganz gut zur seelenlosen Rennserie.

Kommerzialisiert bis zur Unkenntlichkeit, ich glaube es würde sich sogar niemand wundern, wenn man in den Fernsehbildern die Zuschauer digital reinrendern würde. Austauschbar, reine Kulisse, geduldet ohne Mitsprache - so wie der digitale Applaus aktuell bei den Fußballspielen.

Ach - was rante ich hier rum - gehe ich nächste Woche wieder im Dreck wühlen und langweile Euch danach wieder mit meinen Anfängerberichten. Hauptsache Spaß in den Backen. Ist schon bemerkenswert, dass Integrität und Dreck im ehrlichen Sport so nah beieinander liegen.

Motocross | KTM350SXF | Langstrecke | Corona |


Mittwoch, 24. Juni 2020

In Verl bei Gütersloh sitzt nicht nur Corona-Tönnies, sondern auch das Motorsportteam von Franz Konrad. Nobert Ockenga hakt mal nach.


Donnerstag, 18. Juni 2020

Black Falcon will am Ring keine GT3 mehr einsetzen.

Die GT World Challenge ist auch gestrichen:

BLACK FALCON gehört seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Teams im internationalen GT3-Sport. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die in Zusammenarbeit mit Mercedes - AMG durchgeführten Einsätze auf der Nürburgring Nordschleife und bei der GT World Challenge. Aufgrund der zunehmenden Professionalisierung stellt die Finanzierung dieser Einsätze für ein rein durch den Rennsport finanziertes Privatteam eine große Herausforderung dar. Vor der Corona – Krise konnte diese Herausforderung durch Einnahmen aus Partnerverträgen, dem Kundensportprogramm von BLACK FALCON sowie aus Firmen-Incentives über viele Jahre gut bewältigt werden. Angesichts der erheblichen Beeinträchtigungen des Motorsports durch Reisebeschränkungen, der Absage von Großveranstaltungen und des Verbotes von Zuschauern und Teamgästen an der Strecke werden diese Einnahmen jedoch für längere Zeit zum großen Teil wegfallen. Die Entscheidung zur Auszeit vom werksunterstützten Rennsport war für BLACK FALCON daher die unausweichliche Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona – Pandemie.

Mike Frison / renn.tv

Timo Frings wird neuer Einsatzleiter - mit diesen Aktivitäten:

(..) Einsätze in der 24h Series by Creventic mit AMG GT3, GT4, und Porsche (..) Porsche Carrera Cup Deutschland (..) Ferrari Challenge (..) NLS und den 24h (..) Porsche 991 GT3 Cup MR Pro (..) AMG GT4 in der (..) SP8T (..) Porsche Cayman GT4 (..) Porsche 911 – Fahrzeuge in der Produktionswagen-Klasse.

Die Entscheidung ist Alex Böhm sicher nicht leichtgefallen - man baut sich so etwas nicht in jahrelanger Arbeit auf, um es dann auf dem sportlichen Höhepunkt wieder einzustampfen. Aber es spricht für ihn als Unternehmer das Kerngeschäft zu identifizieren, um dann eventuell später wieder aufzurüsten.

Corona kennt keine Gnade - besonders, wenn man international unterwegs ist.

BlackFalcon | Frings | FIAGT3 | Corona |


VLN empfiehlt Lindner.

Aus den Corona-Regeln (Kopie) für das erste VLN-Rennen:

Sofern eine Übernachtung vor Ort Ihrer Teilnehmer nötig ist, wird empfohlen, die Hoteleinheiten des Lindner Hotels zu buchen. Diese verfügen über ein Konzept, durch das die Einhaltung der gültigen Abstandregelungen und Hygienevorschriften garantiert werden kann.

Als hätten sie auf Corona gewartet, um irgendeinen Vorwand zu produzieren. Denn diese Formulierung suggeriert im Umkehrschluss, dass die Regelungen und Vorschriften in unabhängigen Hotels nicht garantiert sei.

Geht's noch frecher?

Damit will man wohl die angekündigte VLN-Lindner-Partnerschaft untermauern. Und nachdem die Trennlinien zwischen Nürburgring, VLN und Lindner zunehmend verschwimmen, findet sich die Empfehlung sogar in den offiziellen Durchführungsbestimmungen.

Wäre ich Hotelbetreiber in der Gegend, hätte ich nicht nur schon genug Sorgen aufgrund von Öffnungsverboten und Event-Ausfällen, sondern würde mich jetzt auch noch zusätzlich diskriminiert fühlen bei den wenigen Veranstaltungen, die trotzdem noch stattfinden.

Denn das ist ja kein Versehen, dass man die umliegenden Übernachtungsanbieter nicht aktiv in die Planungen mit einbezogen hat - sie werden ja regelrecht ausgegrenzt von diesem geschlossen Zirkel VLN-Nürburgring-Lindner.

Andererseits ist hoffentlich niemand überrascht zu hören, dass mich das nicht überrascht. Denn das ist genau das Szenario, vor dem ich lange und oft eindringlich gewarnt habe.

Langstrecke | Lindner | Koppelgeschäfte | Diskriminierung |


Sonntag, 14. Juni 2020

Virtuelles Le Mans 24h-Rennen.

Das wird sicher in die Geschichte eingehen und es sind auch beeindruckende Bilder, aber ich kann da nichts mit anfangen.

Der Hammer ist ja, dass die das sogar auf Eurosport übertragen haben:

Mike Frison / renn.tv

Ich muss zugeben, dass mir das alles unheimlich grotesk vorkommt. So als würde der Motorsport sich anstrengen zu beweisen, wie überflüssig er eigentlich ist. Dass alle brav mitspielen - Sponsoren, Teams, Fahrer, TV, ACO, .. - liegt am Kommerz, man gaukelt sich gegenseitig Präsenz und Zuschauerzahlen vor. Und versucht sich über die Zeit zu retten, damit niemand in der Coronapause auf andere Ideen kommt oder man in Vergessenheit gerät.

Ja, die Bilder und der Sound sind gut - täuschend echt, auch die Atmosphäre - das sind Glanzleistungen der Programmierer. Sie versuchen das Original - das reale Rennen - so echt wie möglich digital nachzubilden. Und damit wird es immer nur genau das bleiben: ein digitaler Versuch einer Kopie.

So wie z.B. ein Foto nie in der Lage sein wird, die Realität abzubilden.

Ich kann sowohl den ACO als auch rFactor verstehen und einfach war es sicher auch nicht. Von daher feiern sie es zu Recht als Erfolg. Aber für mich persönlich hat sich der Motorsport - wieder einmal - ein Stück weit verkauft und zur Kommerzhure gemacht. Inklusive aller Akteuere, die devot mitspielen und nicht müde werden zu betonen, wie toll das doch alles sei.

Nein. Ist es nicht. Zumindest nicht für mich. Ich fühle mich verarscht nach Strich und Faden von der Ernsthaftigkeit, mit der das Sim-Racing jetzt abgefeiert wird. Ohne Corona wäre es ein Spiel und jetzt auf einmal ist es die große Simulation, die man sogar live auf Eurosport als Ersatz zum Rennen übertragen kann. Was für ein Witz.

Es gibt Sim-Racing - oder so etwas ähnliches - das keine Kopie einer realen Veranstaltung sein will, sondern erwachsen genug ist, etwas eigenes zu sein: Drohnen Rennen. Man fliegt mit echten Drohnen, hat aber über VR-Brillen das Gefühl selber zu fliegen, wenn man die Geräte steuert. Das ist innovativ und spannend und eröffnet völlig neue Sichtweisen. Es versucht nicht irgendetwas Reales zu kopieren, sondern man nutzt die Möglichkeiten der Technik, um etwas Neues zu erschaffen.

Während der Motorsport in seinem eigenen Saft gart und nur noch gemolken wird. Bis von den ehemals kochenden Temperaturen nur noch ein lauwarmes Süppchen übrig bleibt.

Rant | LeMans | SimRacing |


Dienstag, 09. Juni 2020

Kurz vor Ende der ersten Jahreshälfte soll am 27. Juni der erste VLN Lauf stattfinden.

vln.de:

Mit der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz, die den Wettkampfbetrieb in kontaktfreien Sportarten wieder erlaubt, ist der Weg für Rennen in der Grünen Hölle frei.

Ich verfolge die VLN nicht mehr so intensiv, aber als kontaktfreie Sportart habe ich sie nie wahrgenommen.


Samstag, 06. Juni 2020

Corona treibt seltsame Blüten, bei der VLN sollen jetzt die Fahrer Eintrittskarten kaufen.

VLN Teilnehmer-Info:

Die Tickets für Eure Fahrer und Teammitglieder werden von Euch zum Preis von voraussichtlich 15 EUR brutto gesondert bei der VLN VV bestellt werden müssen.

Das Rennen am 27. Juni ist aber noch nicht abgesegnet:

Sobald wir die Genehmigung zur Durchführung der Rennen zur Nürburgring Langstrecken-Serie erhalten, werden wir Euch über weitere Details des Organisationskonzeptes informieren.

Veranstalter ist der MSC Adenau, die sind in vielerlei Hinsicht wirklich nicht zu beneiden: organisatorisch, gesundheitlich und finanziell.

Der aufgelistete Zeitplan ist wohl noch der aus besseren Zeiten:

08:30 – 10:00 Uhr Zeittraining
10:30 – 11:00 Uhr Pitwalk
11:00 – 11:40 Uhr Startaufstellung
12:00 – 16:00 Uhr Rennen (4 Stunden)
16:15 – 16:30 Uhr Siegerehrung (Podium)
18:00 – 19:00 Uhr Ehrung der Klassensieger (Media Centre)

Pitwalk? Siegerehrung? Media Centre?

Zuschauer und Gäste sind auf dem gesamten Gelände sowie rund um die Nordschleife noch nicht zugelassen.

TV? Fotografen? Journalisten? Catering?

Generell muss man die Kreativität und den Tatendrang ja wirklich bewundern. Aber die Grenzen zum spielenden Orchester auf der sinkenden Titanic sind fließend.

Langstrecke | Coronavirus |


Dienstag, 02. Juni 2020

Das kleine Schwarze.

In diesen verrückten Zeiten ist es manchmal nicht einfach den Überblick zu behalten. Eigentlich habe ich ja Urlaub - Feiertags-Pfingsten war noch zusätzlich. Aber statt mit der Familie in Urlaub zu fahren - Corona - oder auch der Crossbahn endlich die Saison einzuläuten - auch Corona - habe ich mal das kleine Schwarze ausgepackt, um es mir richtig zu besorgen.

Inzwischen haben sich ja 4 Cannondales angesammelt, war eher Zufall, aber ist jetzt halt so. Drei davon habe ich auf Singlespeed umgerüstet, eins hatte sowieso noch nie Gänge.

Die Übersetzungstabelle hat alle schön ordentlich ihrem Einsatzzweck zugeordnet - und da kommt jetzt auch das kleine Schwarze ins Spiel.

Mike Frison / renn.tv

Den Fake-Arbeitsweg konnte ich ganz gut aufrecht erhalten, zwar nicht so viele Kilometer wie bei normalen Bürotagen, dafür aber auch regelmäßig und um einiges schöner.

Durch Köln zu fahren kann man wirklich keinem wünschen.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen habe ich hier schöne Runden für 20, 30 oder 60 km - aber ich wollte ja mehr und dachte 100 km wären doch mal eine Messlatte. Das Schwarze ist inzwischen gut eingefahren, ich kenne das Tempo und die Wald- und Feldwege hier sind nett befestigt und die Höhenmeter übersichtlich.

Was soll ich sagen, war eine traumhafte Tour, die auch einer kleinen Motorradrunde gut zu Gesicht gestanden hätte:

Mike Frison / renn.tv

Man bekommt immer einiges Neues zu sehen ...

Mike Frison / renn.tv

... becauseracecar sogar auch dabei ...

Mike Frison / renn.tv

... und die Wege sind kaum bevölkert und sehr entspannend.

Landstraße bin ich früher gefahren, aber das ist heutzutage unmöglich geworden. Die Autos breiter, lauter (die Reifen), rücksichtsloser und schneller - ich weiß nicht, was mit den Leuten los ist. Den Kampf habe ich inzwischen aufgegeben, hoffnungslos. Das ziehe ich mich lieber zurück in die Gebiete, die einladend, leise und nett sind.

Mike Frison / renn.tv

Und da kommt das Cannondale F700 - so hieß das nämlich, als ich es vor 20 Jahren neu gekauft hatte - richtig gut in Fahrt. Dabei habe ich neben keinen Gängen auch keine Stollen. Stattdessen stabile, breite und hart aufgepumpte Marathon Plus:

Mike Frison / renn.tv

47 mm - d.h. wenn man die neu aufzieht, benehmen sie sich fast so störrisch wie Motorradreifen. Sehr guter Pannenschutz, durch die Breite auch relativ komfortabel und mit 5 bar auch recht schnell, wenn es sein muss.

Und so radele ich vor mich hin, nicht schalten zu müssen trägt auch zur Entspannung bei. Und wenn mal ein Berg kommt, dann tritt man halt fester rein - die dicke Kette ist jedenfalls nicht die Schwachstelle.

Mike Frison / renn.tv

Nach der 100er Runde war ich zwar platt, aber inklusive Mittagspause und gemütlich fahren unter 6 Stunden - kann man also gut mal an einem freien Tag einschieben.

Inzwischen sind auch viel mehr E-Bikes unterwegs - das Verhältnis hat sich quasi umgedreht: man ist schon froh, wenn jemand ausnahmsweise ohne Strom unterwegs ist. Mir soll es recht sein, man sieht den Leuten an, dass sie ohne die Unterstützung wohl eher nicht fahren würden, also haben wieder mehr Leute zum Radfahren gefunden.

Vielleicht hat da noch jemand einen Tipp für mich, was die Routenplanung angeht: ich klicke mir das immer in Google My Maps zusammen und exportiere als kmz-File auf ein ausrangiertes iPhone (5er, geht gut), das mir als Offline-Navi dient (die App heißt Guru Maps, geht auch gut). Ist etwas umständlich und ich hatte mit Google auch schon Pech bei der Routenwahl (zugewachsener Waldweg z.B.). Jetzt habe ich mal Komoot reaktiviert, wieder exportiert und auf das 5er geladen.

Für so lange Touren nehme ich mir einen Zusatzakku mit, dann ist man auf der sicheren Seite (laden in der Mittagspause), zumal das Handy auch Offline relativ batterie-schonend benutzt wird. Aber ist halt nicht mehr das Jüngste - so ganz ohne Strom geht es dann doch nicht.

Wie macht Ihr das - hat jemand einen guten Tipp? Die Routenplanung würde ich am Mac zuhause machen wollen (Rundkurs) und unterwegs wäre es gut, wenn man besonders gute - aber auch besonders schlechte Wege - markieren könnte. Dann wüsste man bei der nächsten Planung diese zu bevorzugen oder halt zu meiden.

Der Garten würde sich zwar freuen, wenn es mal wieder regnet, aber solange wir südspanisches Wetter haben, werde ich sicher noch ein paar Feldwege gangwechselschonend unter die Räder nehmen.

Cannondale | Singlespeed | Radfahren | Fahrradtour | Navigation |


Montag, 25. Mai 2020

Rock am Ring Nummer 1.

War genau heute vor 35 Jahren.

Da kann man zur Feier des Tages ruhig mal die alte Eintrittskarte ausgraben:

Mike Frison / renn.tv

Da hatte ich gerade mal ein Jahr den Führerschein - und es war auch sonst eine wilde Zeit. Das Line Up damals war sensationell, vor allem für so Eifelgeister wie uns. Wir kannten ja bisher eigentlich nur die Fraukircher Kirmes oder das Weinfest in Winningen. Und das Pi in Engers, wer erinnert sich? OK, das Logo in Koblenz muss dann auch noch hier in die Sammlung.

Jedenfalls haben wir dann - live! - gesehen und gehört:

  • U2
  • Foreigner
  • Saga
  • Joe Cocker
  • Marillion
  • Gianna Nannini
  • Chris de Burgh
  • Westernhagen
  • The Alarm
  • Rick Springfield
  • REO Speedwagon
  • Huey Lewis
  • Shakatak
  • Mink DeVille

Ich erinnere mich gut. Weil es so mega war. Und einige der Bands - U2 z.B. - haben einen dann auch nach diesem grandiosen Start auf dem weiteren Lebensweg begleitet. Wir sind zusammen gereift, älter geworden, haben Weitblick gewonnen.

Damals war das auch noch keine Mehrfachbühnenveranstaltung.

Bühne, Sound, Band, fertig.

Es gab auch gute Rock am Rings (Rocks am Ring?) danach - aber nie mehr so gut wie 1985. Das hat wirklich alles in den Schatten gestellt. Weiß man natürlich auch erst hinterher, damals dachte ich das sei normal und das geht jetzt immer so weiter. Inzwischen habe ich ein besseres Gespür entwickelt für historische Ereignisse, denen man gerade aktuell beiwohnt.

Wie aktuell Corona - was für eine elegante Überleitung. Denn der kleine Winzvirus hat die großen Großveranstaltungen voll im Griff. Im Würgegriff. Das betrifft natürlich reine Veranstaltungsfirmen - wie der Nürburgring eine ist - maximal hart. Erst wurden Rennen nach hinten verlagert, als hinten raus das Jahr ausging auch abgesagt und inzwischen sind die Sommerveranstaltungen vom Tisch. Zumindest für dieses Jahr. Die für den Herbst - noch - nicht.

Wie Anfang des Jahres gehofft wurde, dass es kurzfristig vorbei ist, so hofft man, dass es dann aber spätestens nächstes Jahr vom Tisch ist.

In der realen Welt, also außerhalb des glamourösen alles-super Motorsports, ist inzwischen Kurzarbeit die Realität in Kombination mit Durchhalteparolen. Fußball auch nur mit der Brechstangen, weil muss ja weitergehen.

Ich frage mich bei solchen Eskapaden, wie das wohl aussehen würde, wenn man die betreffende Veranstaltungen gerade erst erfinden würde. Ob sie überhaupt eine Chance hätte. Die Antwort lautet eher: nein.

Gäbe es das 24h-Rennen noch nicht, würde es aktuell jemand erfinden wollen? Wohl eher nicht.

Oder ein Stadion bauen? Ich glaube kaum.

Das ebbt noch nach, in der Hoffnung, dass alles so wird wie Pre-Corona. Das ist legitim, aber den ersten geht schon die Luft aus. Audi anybody?

Wir können dann versuchen unseren Nachfahren zu erklären, wie das damals war, als wir mit 50.000 oder 100.000 beim Konzert waren, alle gleichgeschaltet durch die Rocker auf der Bühne.

Damals, als wir noch zu den Büros zum Arbeiten gefahren sind.

RockAmRing | Coronavirus |


Samstag, 16. Mai 2020

In Singapur patrouillieren Roboterhunde in den Parks.

Wegen Corona.

Das sind die Versionen von Boston Dynamics - hatte ich hier schon öfter.

Bei CNBC war deren Chairman Marc Raibert zum Interview und er meint, dass man sich bald einen eigenen im Internet klicken kann. Hat zwar kein Preis genannt, aber soll nur noch ein paar Wochen dauern.

Was so ein Gerät wohl kostet? Oder wie nennt man so ein Tier? Ich schätze 5k wäre noch günstig.

Da gibt es dann bestimmt auch billige Nachzüchtungen aus China.

Insgesamt hätten sie schon 1.000 produziert, von denen es 120 in die freie Wildbahn geschafft hätten. Die in Singapur sind aber die ersten, die man draußen frei rumlaufen sieht.


Sonntag, 10. Mai 2020

Porsche halbiert den Rest von seinem Werkseinsatz.

Nachdem Porsche sein LMP1 Werksteam nach 2017 in Rente geschickt hat und dafür in 2018 seinen GT Einsatz von 2 auf 4 Autos aufgestockt hat - wird jetzt wieder auf 2 Autos reduziert. Aus Kostengründen.

Man spürt, wie die Luft von Jahr zu Jahr dünner wird. Auch wenn erst Diesel und jetzt Corona als Brandbeschleuniger wirken - die Einschläge sind deutlich.

Aktuell läuft für das Porsche Werksteam die erste Formel E Saison - wobei "läuft" ist der falsche Ausdruck, weil ja gerade alles steht. Aber zum Glück gibt es ja den Simracing Rettungsanker und man kann begeistert aus Monaco berichten.

LeMans | LM24 | Porsche |


Mittwoch, 29. April 2020

Kontaktlose Touristenfahrten.

Sollen ab morgen starten - trotz bzw. wegen Corona.

Inwiefern die Leitplanken in das Kontaktverbot mit eingebunden sind, ist nicht bekannt.

Hotels und Parkplätze bleiben jedenfalls geschlossen.


Montag, 27. April 2020

Audi steigt aus der DTM aus.

Oder in Pressesprache:

"Audi richtet Engagement im Motorsport neu aus"

Wobei der PDF Titel deutlicher zum Ausdruck bringt, um was es wirklich geht:

200427_MediaInfo_DTM-Ausstieg_D.pdf

Der Zerfall im Motorsport ist kaum noch aufzuhalten und während Corona auf der einen Seite der Digitalisierung Beine macht, beschleunigt sie auf der anderen das Aussterben der Dinosaurier.

In nur ein paar Jahren ist aus dem stolzen Le Mans Dominator und DTM Premiumteilnehmer ein Häufchen Elend aus Formel E und Kundensport übrig geblieben.

Da ist auch nichts überraschend - höchstens, dass es überhaupt so lange gedauert hat.

Und es ist auch nicht das Ende des Sports, sondern - wie schon vor 3 Jahren zu dem Thema ausgeführt - eine Chance. Denn wenn sich die Hersteller zurückziehen besteht vielleicht wieder die Chance SPORT zu betreiben.

Als im Jahr 2000 die neue DTM (M für "Masters") gegründet wurde, war Audi mit dem Team Abt und dem TT von Anfang an am Start.

Hier Bilder von 2001, als ich mir das am Ring angeschaut habe (alte Tribüne!):

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Wenn man mal überlegt, wieviel Überredungskunst Daimler und Audi aufgewendet haben, um BMW zum Einstieg zu überreden. Und jetzt steht BMW alleine auf der Tanzfläche und fragt sich, wo alle hin sind.

Gerhard Berger ist auch auf 180 - obwohl er und HJ Stuck wussten, wie es geht. Ich hatte ja schon so eine Vorahnung, als der DMSB kürzlich der DTM seine Hilfe angedroht hat.

So ein Zufall aber auch, als der VW-Konzern-verbandelte Stuck erst vor kurzem seine DMSB Präsidentschaft für beendet erklärt hat.


Sonntag, 19. April 2020

Coronavirus und Tauchen.

Ein Taucharzt - ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt - der zugleich auch leitender Oberarzt in der Notfallaufnahme der Uniklinik Innsbruck ist, teilt Einblicke aus seinem aktuellen Arbeitsalltag. Innsbruck liegt wie bekannt mitten in Tirol - und da war doch was.

Die Lunge spielt beim Tauchen natürlich eine große Rolle:

Interessant war und ist, dass es eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen den Befunden und dem Empfinden der Patienten gibt. Junge Leute im besten Taucheralter kommen zu Fuss in die Notfallaufnahme, haben normale Vitalparameter und benötigen subjektiv keinen Sauerstoff. Und dann haben sie diese eindrucksvollen beidseitigen Infiltrate in ihren Lungen, die ausschauen, als ob man ein, zwei Tücher in einen Eimer Öl hängt und wieder rauszieht und aufhängt. (..)

Man kann Lungenschädigungen haben, ohne dass man das direkt spürt. Und das zieht sich zeitlich wohl auch eine Weile hin.

Spannend sind nun die ersten Kontrollen dieser sechs Taucher, die nach 5 bis 6 Wochen klinisch gesund zur Kontrolle kamen. Bei zweien sahen wir bei Belastung eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts. Bei zweien bei Belastung immer noch sehr erregbare Bronchien wie beim Asthmatiker. Bei vier von den sechs Tauchern im Kontroll-CT immer noch eindrucksvolle Lungenveränderungen.

Fest steht, dass jene Taucher, die sich im Grossen und Ganzen wieder gesund fühlen, offensichtlich auch nach vielen Wochen immer noch gravierende Befunde aufweisen, die in keinster Weise zu einer Tauchtauglichkeit führen.

Er schenkt aber auch reinen Wein ein - sozusagen direkt von der Front - dass wir aktuell immer noch viel zu wenig wissen und die Experten auch nur vor sich hin vermuten:

Ich schreibe euch nur so viel, dass es den sogenannten Corona-Experten überhaupt nicht gibt, weil wir alle täglich Neues dazulernen und viele Bücher neu geschrieben werden müssen. Auch die Virologen oder Epidemiologen können uns aktuell nur wenig helfen, auch wenn sie täglich in Interviews und Beiträgen zitiert werden. Momentan sind wir alle erst im Nachhinein schlauer.

Worüber ich mir in letzter Zeit viel Gedanken machen: Sportler.

Aktuell fallen alle Veranstaltungen aus und damit auch die Wettkämpfe, auf die viele Sportler hin trainiert haben. Olympia ist der weltweite Wettkampf, aber das gibt es natürlich auch auf nationaler oder lokaler Ebene. Die Sportler wissen nicht, wann es wieder weitergeht, müssen sich aber fit halten, damit sie wieder ihre Leistung abrufen können, wenn es soweit ist.

Mike Frison / renn.tv

Man hört ja oft genug, dass die Mehrzahl der Corona-Infizierten keine Symptome zeigen - also gibt es für die Einzelnen auch keinen Grund, das Trainingspensum zu reduzieren. Und da wir über einen Virus reden, kann der im Körper ordentlich Verwüstung anrichten, wenn man trotz Infektion - die man aber nicht kennt - weitertrainiert.

Coronavirus | Sportler | Wettkampf | Tauchen | Taucharzt |


Donnerstag, 09. April 2020

Coronarunde - mein Fake-Arbeitsweg.

Eigentlich hatte das Jahr gut angefangen - ich wollte meine Mit-dem-Rad-zur-Arbeit Fahrten (#mdRzA) - vom Vorjahr übertreffen und Januar (7x) und Februar (5x) waren nichtmal so schlecht für die Jahreszeit.

Aber dann kam ja alles ganz anders und der komplette März - und jetzt auch der April - ist Home Office angesagt.

Das funktioniert zwar gut und man spart ja auch Zeit - die vom Arbeitsweg - aber man wird auch täglich unfitter.

Und solange wir noch dürfen - in Bayern darf man schon nicht mehr - kann man ja versuchen den Rhythmus umzustellen. Jetzt versuche ich vor der Arbeit und danach 1h mit dem Rad zu fahren - ist eine kleine, gemütliche Runde, die ich hier in der Gegend ausbaldowert habe.

Alles flach wie frisch verlegter Estrich - genau das richtige für Singlespeeding. Das Weiße mit der 16/46er Übersetzung ist aktuell mein Favorit - trotz 28-Zoll für mich wie ein Mountainbike, toller Kompromiss.

Mike Frison / renn.tv

Unterwegs trifft man nicht viel, vielleicht mal ein Traktor oder sogar ein Gabelstapler - das war es schon:

Mike Frison / renn.tv

Viieel schöner als das Chaos in Köln, wo mal als Radfahrer ja sowieso der letzte Dreck ist. Ich mach das zwar erst ein paar Tage, aber ich weiß jetzt schon, dass es mir fehlen wird, wenn Corona vorbei ist. OK - dauert sowieso noch.

Mike Frison / renn.tv

Jetzt erstmal die Ostertage, die kann ich auch gebrauchen, denn bei uns in der Firma sind fast alle auf Kurzarbeit - hätte ich auch gerne genommen, prasselt schon einiges auf einen ein.

Coronarunde | Coronavirus | Radfahren | Singlespeed | HomeOffice |


Mittwoch, 08. April 2020

ZO832 Kennzeichen bekommen TÜV Schonfrist.

Gute Nachrichten, wenn Ihr wie ich gerade TÜV-fällig seid:

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die straffreie Überziehungsfrist von zwei auf vier Monate verlängert.

Mike Frison / renn.tv

Gilt aber anscheinend auch für andere Kennzeichen.


Montag, 06. April 2020

Corona knackt 100.000.

Ich bin selber verblüfft, wie präzise sich die Corona-Infektionen an mathematische Gesetzmäßigkeiten halten.

Hier nochmal die Vorausberechnung vom 11. März, da waren wir noch mit einer Wachstumsrate von 21% unterwegs und es gab insgesamt 1.567 Infizierte (bzw. als infiziert positiv Getestete).

Inzwischen haben wir 100.000 erreicht und obwohl sich die Wachstumsrate massiv reduziert hat, liegt die damalige Vorhersage zum realen Eintreffen der 100k Schallmauer nur 1 Woche auseinander.

Und das ist das Problem, denn wir sind jetzt bei den großen Zahlen angekommen. Leider. Hätte man nämlich mit energischen Maßnahmen vermeiden können, aber unsere Politik verzettelt sich lieber, statt entschlossen zu handeln.

Hier ein Zahlenbeispiel:

19.März - 10.999
20.März - 13.957

Das entspricht einem Tageswachstum von 2.958 - oder 27%.

Gestern gab es ein sehr kleines Wachstum von nur 4% - das wird gefeiert. Aber:

5.April - 91.714
6.April - 95.391

Also obwohl nur 4% Wachstum, entspricht das absolut 3.677 Neuinfizierten.

Der Fluch der großen Zahlen.

Und das ist auch der Grund, warum wir das jetzt nicht mehr loswerden - eine Kontrolle ist kaum noch möglich.

Wenn wir es schaffen, bei 4% zu bleiben - also einer Verdopplung von 25 Tagen - was sich ja erstmal nach großem Erfolg anhört - wie entwickeln sich dann die Zahlen?

Sehr ernüchternd würde ich sagen - denn selbst bei nur 4% fällt die 1 Million Anfang Juni.

Könnt Ihr ganz einfach selber in Excel durchspielen und die Felder runterziehen, bis 1 Million erreicht ist:

4% -> Anfang Juni
3% -> Ende Juni
2% -> Anfang August
1% -> Ende November

Denn selbst solche kleinen Wachstumsraten folgen den exponentiellen Gesetzen und auch eine Verdopplung innerhalb von 25 Tagen ist eine Verdopplung - wenn sie nicht weiter gebremst oder gestoppt werden kann.

Wie ich schon seit Wochen hier schreibe hilft es nur die Wachstumsrate zu beobachten - und sich selber eine Meinung zu bilden. Die “Experten” haben bei diesem Event geschlossen versagt - und die Medien haben entweder verlernt selber nachzudenken oder sind zu reinen Manipulatoren des Staates verkommen, um die Bevölkerung nicht unnötig zu beunruhigen.

Mike Frison / renn.tv

Das wird uns noch eine Weile begleiten - und meine tägliche Radfahrt zur Arbeit fehlt mir doch sehr. Darum habe ich angefangen trotzdem eine Runde zu fahren. Der Plan ist eine Stunde vor und nach der Arbeit - mal sehen, ob ich das etabliert bekomme. Der Anfang ist gemacht - und es war sehr schön.

Coronavirus |


Sonntag, 29. März 2020

Corona Science.

Das Schöne an der aktuell unschönen Situation: Coronavirus ist so präsent in einem weltweiten Kontext, dass man einen guten Überblick bekommt, wie Leute versuchen die Problematik zu verstehen - und noch besser: wie Leute versuchen, das Verstandene wiederum anderen zu vermitteln.

Wie zum Beispiel hier:

youtu.be/54XLXg4fYsc

Am Anfang ging es darum überhaupt begreiflich zu machen, was exponentielles Wachstum bedeutet. Jetzt heißt es zu verstehen, wie und wann dieses Wachstum gestoppt wird.

Die Idee, die hier zur Veranschaulichung angeboten wird: auf der X-Achse wird nicht die Zeit aufgetragen, sondern die Anzahl der Gesamtinfizierten, während Y die Neu-Infektionen aufzeigt.

Eine Webseite zum Anzeigen mit ausgewählten Ländern gibt es auch:

aatishb.com/covidtrends/

Wieder einmal verblüffend, wie identisch der Ausbruch in den einzelnen Ländern abläuft.

Im krassen Gegensatz dazu: die Nachrichten - und nicht nur die deutschen - berichten in schöner Regelmäßigkeit - und leider auch Naivität - nur von den absoluten Zahlen. Diese sind allerdings ohne Vergleich völlig wertlos - einzig und allein ist - wie gesagt - die Zuwachsrate entscheidend.

Ich finde die Darstellung in dem Video für sehr gelungen, denn man bekommt anschaulich demonstriert, dass Zeit an sich keine Rolle spielt. Die Verläufe in den Ländern sind so sehr Copy & Paste, dass sich die Frage nach dem aktuellen Datum überhaupt nicht stellt. Wenn einmal die exponentielle Rakete abgeschossen ist, bleibt nur die bange Frage, wann sie ihren Steilflug beendet.

Ich habe diesen Aspekt in ähnlicher Weise aufgegriffen, indem ich die tagesaktuelle Vorausberechnung miteinander verglichen habe. Auch hier ist die Wachstumsrate die entscheidende Größe - und zwar die zum Vortag, weil das in diesem dynamischen Umfeld die aktuellste Bezugsgröße darstellt.

Aktuell stellt sich diese Betrachtung so dar:

Corona Science.

Das ist die mathematische Vorhersage für 1 Mio. positiv Getestete in D und man sieht einen schüchternen Ansatz, wie sich das Erreichen dieser Zahl Richtung Mai verschiebt. Da schwingt natürlich die Hoffnung mit, dass sich das noch weiter verschiebt oder noch besser: dass es überhaupt nicht soweit kommt. Die Verdopplungsrate in D liegt aktuell bei 10 Tagen.

Das wären die Zahlen, die ich gerne von Regierung und Medien vorgerechnet bekommen würde. Warum passiert das nicht? Hält man uns für unmündig? Oder hat man es selber nicht im Blick? Beides keine gute Ausrede.

Man merkt in diesen angespannten Zeiten gut, wie sich die Spreu vom Weizen trennt. Medien wie Regierung stehen ziemlich mit dem Rücken an der Wand - hilflos wie ein Fähnchen im Wind. Die staatsmännisch und theatralisch vorgetragenen Pressekonferenzen sind nichts weiter als das: Theater. Und statt man die zugrundeliegenden Daten transparent mit der Community teilt und sich darauf konzentriert, die Qualität und Anzahl der Daten zu verbessern, macht man ein großes Geheimnis daraus und ändert gefühlt täglich die Zählweise.

Dass in unserem föderalen System dazu noch die Kommunen sich selber überlassen werden, trägt auch nicht zur Verbesserung bei. Der Bürgermeister hier in Wesseling empfiehlt als Handlungsanweisung für die Bevölkerung, den wöchentlich verteilten Werbekurier zu lesen. Kein Witz. Ich schätze mal, das ist kein Einzelfall - das ist einfach das Ergebnis dessen, wie wir uns als Gesellschaft entwickelt haben. Mehr Schein als Sein und den echten Problemen hat die Fassade nichts entgegenzusetzen.

Es gibt auch nicht wenige Stimmen, die vehement darauf bestehen, doch das Darstellen und Deuten gefälligst den Experten zu überlassen. Als wäre man weder fähig noch befugt den eigenen Verstand einzuschalten.

Ich glaube sogar, dass viele Experten zu sehr in ihrer eigenen Domain gefangen sind, in der sie sich zwar super auskennen, aufgrund dieser Konzentration an Wissen aber an der Übertragung in die Realität scheitern. Sozusagen als Opfer ihres eigenen Erfolges.

Wir haben es mit einer Situation zu tun, die es so noch nicht gab und was ich so sehe und lese glänzen aktuell diejenigen Leute, die Freude daran haben sich mit neuen Problemen auseinanderzusetzen und gerne neues Wissen in den Kontext des bisher angesammelten Wissen zu setzen. Eine spannende intellektuelle Herausforderung, die offensichtlich nicht jeder als angenehm empfindet. Das alleine sollte aber noch lange kein Grund sein, ihren Ergebnissen salopp die Legitimierung abzusprechen. Ganz besonders bei einem Problem, bei dem wir alle sowohl betroffen als auch gefordert sind.

Coronavirus |


Donnerstag, 19. März 2020

Die Koelnmesse peilt mal vorsichtig die 2. Jahreshälfte an.


Freitag, 13. März 2020

Notwendige Veranstaltung.

Die VLN Einstellfahrt soll ohne Zuschauer stattfinden.

Die Nordschleife ist also dann abgeriegelt?

(..) die für den kommenden Samstag (14. März) geplante Fahrzeugpräsentation der Nürburgring Langstrecken-Serie im ring°boulevard abzusagen. Als weitere Maßnahmen werden auch die Tribünen und das Fahrerlager nicht für das Publikum geöffnet.

Kein Wort über die Nordschleife - und DA hält sich ja die Mehrzahl der Zuschauer auf.

Den Testtag trotz der Gesundheitsgefahren durchzuziehen trägt Züge der Borniertheit, die die F1 in Melbourne gezeigt hat. Angereichert mit Geldgier, Arroganz und Sturheit.

Am besten wäre, die Teams bleiben zuhause.

Zakspeed hat das schön formuliert:

Nachdem die Bundesregierung beschlossen hat und eindringlich empfiehlt, alle Veranstaltungen die nicht notwendig sind, abzusagen, kommen wir unserer Verantwortung als Unternehmen nach und nehmen nicht an den Einstellfahrten der NLS teil.

Die NLS hält es da eher wie Donald Trump: nicht verantwortlich.

Ich hatte ja am Mittwoch eine reine datenbasierte Prognose zum Coronavirus erstellt - da wäre die Million am 13. April erreicht. Inzwischen hat sich die Entwicklung weiter beschleunigt, allein 29% Wachstum von Mittwoch auf Donnerstag (Verdopplung alle 2,7 Tage) und die Million wäre jetzt rechnerisch schon am 3. April fällig. Und wir reden hier nur über Deutschland.

Natürlich hoffe ich wie alle, dass diese Entwicklung gebremst werden kann. Oder dass sich der Anstieg der Zahlen auch durch die vermehrten Tests begründet.

Der Kreis Mayen-Koblenz hat inzwischen schon heftige Corona-Einschläge zu verzeichnen inklusive Schulen, die betroffen sind - man wähnte sich ja gut vorbereitet und ich habe das extra abgespeichert.

Das hat aber nichtmal eine Woche gehalten - hier ist der Ereignisticker für diesen Landkreis in Ring-Rufweite. Man hat gestern eine Verfügung erlassen, die Veranstaltungen über 75 Personen strikt verbietet und alle anderen nur unter hohen Auflagen zulässt.

Für den Kreis Ahrweiler habe ich nur diese generelle Infoseite gefunden - mit einer Telefonnummer, die nicht einmal am Wochenende besetzt ist. Auch wurden keine Fallzahlen veröffentlicht. Laut dieser Karte gibt es in AW noch keine Infektion, dafür aber in den Nachbarlandkreisen.

Am heftigsten finde ich diese Meldung aus MYK von gestern:

Eine 87-jährige aus Brey wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Sie besuchte am 7. März die Veranstaltung Wonderfrolleins Musik der 50er und 60er Jahre in Brey.

Möchte nicht wissen, wie hoch da der Altersdurchschnitt bei der Veranstaltung war.

Zu COVID-19, also der Krankheit, die durch den Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, gab es heute hier bei New York Times einen interessanten Podcast.

Ich hatte mich immer gefragt, was unter "mildem Krankheitsverlauf" gemeint ist. Die Antwort kam im Podcast, das ist alles, was nicht ins Krankenhaus muss - also inklusive Lungenentzündung:

But there’s something I wanted to say that was important. I described, in our first interview, that 80% of all cases were mild, and the other 20% were either severe or critical. And that stuck in too many people’s minds as if, oh, 80% of cases are practically nothing. You don’t even have it. Maybe it’s asymptomatic. No. That’s wrong. The Chinese study that was based on — everything was either mild, severe, or critical. Mild included everything from “barely any symptoms” to pneumonia, but pneumonia not needing hospitalization or oxygen. Once you stepped over into needing oxygen, then you were severe. Once you were in organ failure, you were critical. So if people think this is a mild disease, get over that idea.

In Österreich bereiten sie übrigens gerade eine Messehalle in Wien vor als Groß-Lazarett, das im ersten Schritt 880 Betten Platz bieten soll. Die Notwendigkeit für solche monströsen Einrichtungen wurde auch im NYT Podcast klar:

If you have coronavirus, you’re going to go into isolation with a lot of other people who have coronavirus. Even if you have a very mild case, you’re going to go in with all the other mild cases, because they know cases can crash. It’s a pretty common phenomenon that people are going along OK with some breathing difficulty, and then in the second week, they crash. Their oxygen saturation drops, and they need oxygen. And in those cases, in the isolation centers in China, when you might be in a gymnasium with 1,000 other people, when you crashed, they recognized it right there. There was no wait, and they would move you to a hospital.

Die Krankheitsverläufe können von einem Moment auf den anderen kritisch werden - dann heißt es sofort ins Krankenhaus und an die Sauerstoffpumpe. Deshalb werden die infizierten Leute zu Hunderten einkaserniert, damit sie lückenlos überwacht werden können.

Also in China jetzt - nicht hier bei uns. Bei uns wird noch fröhlich Party gefeiert und Testfahrten veranstaltet. Weil - siehe oben - notwendige Veranstaltung.

Coronavirus | Langstrecke |


Dienstag, 10. März 2020

VLN reagiert auf Coronavirus: bitte gehen sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen.

Wenn die VLN "auf das Corona-Virus reagiert", dann machen sie das, was sie sonst auch immer machen: nichts.

Die Nürburgring Langstrecken-Serie wird, sollte es seitens der Behörden keine gegenteilige Entscheidung geben, sowohl den VLN Probe- und Einstelltag am 14. März als auch den Saisonauftakt (21. März 2020), durchführen.

In Deutschland wachsen die Coronafälle aktuell täglich mit über 30%, d.h. in etwa 9 Tagen haben wir hier die Verhältnisse, die aktuell in Italien herrschen.

Also rein rechnerisch werden bei 30% aus den 1.112 von gestern:

14.März: 4.000 Infizierte
21.März: 26.000 Infizierte

Aber der Blick in die Zukunft gehörte noch nie zu den Stärken der VLN.


Sonntag, 08. März 2020

Corona-Limit: 1.000 Teilnehmer.

Das wären beim 24h-Rennen schon alleine die Sportwarte.

Aber auch bei den Rennen formerly known as VLN braucht man keine Zuschauer, um auf über 1.000 Veranstaltungs-Teilnehmer zu kommen.

Coronavirus |


Montag, 02. März 2020

Car of the Year in Genf - Peugeot 208 als elektrischer Gewinner bei menschenleerer Preisverleihung.

Heute wurde der COTY Gewinner bekanntgegeben - einer Wahl, die immerhin seit 1964 stattfindet.

Der neue Peugeot 208 hat abgeräumt, das Ergebnis kann man sich mit der detaillierten Punktevergabe genau anschauen.

Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und habe direkt Excel angeschmissen:

Car of the Year in Genf - Peugeot 208 als elektrischer Gewinner bei menschenleerer Preisverleihung.

Insgesamt vergibt jeder der 58 Journalisten aus 22 Ländern jeweils 25 Punkte für die sieben Finalisten. Die Höchstpunktzahl beträgt 10 und darf jeweils nur einmal vergeben werden, die niedrigste Punktzahl ist 0 und darf mehrfach vergeben werden.

Ich habe ein paar Sachen farbig hervorgehoben:

Grün: 10 Punkte (Höchstpunktzahl)
Blau: auf Platz 1 gesetzt
Rot: 0 Punkte
Orange: auf letzten Platz gesetzt.

Man kann schon optisch die Verteilung ganz gut erkennen, aber es sind auch ein paar interessante Ausreißer dabei.

  • Der Peugeot 208 bekommt als Sieger 19,4% aller Stimmen, der 7. Platz (BMW 1er) bekommt 9,2%.
  • Der 208 wurde 17-mal auf Platz 1 gesetzt und bekam 2-mal die 10 Punkte Höchstpunktzahl - das Tesla Model 3 auf dem 2. Platz wurde 18-mal auf Platz 1 gesetzt und bekam 4-mal die 10 Punkte.
  • Der 208 wurde keinmal mit 0 Punkten bewertet und bekam 3 Bewertungen auf dem letzten Platz, das Model 3 bekam 5-mal eine 0 Punkte Bewertung und landete 12-mal auf dem letzten Platz (da sind Mehrfachnennungen möglich durch gleiche Punktevergabe).
  • Die durchschnittliche Punktzahl für den 208 war nur 4,8 Punkte.
  • Der BMW 1er wurde keinmal auf Platz 1 gesetzt, der Toyota Corolla immerhin 3-mal.
  • Die 10 Punkte wurden von den 58 Journalisten nur 11-mal vergeben, die 0 Punkte wurden von 20 Journalisten verwendet. Nur 3 Journalisten haben 2-mal 0 Punkte vergeben.
  • Die Wahlbeteiligung betrug 100% ;)

Ja, es ist ein Sieger hervorgegangen, aber die Verteilung ist doch relativ brav. Die Abhängigkeit der Journalisten von der Autobranche ist kein Geheimnis und alle Jury-Mitglieder verdienen ihr Einkommen mehr oder weniger in dieser Gemengelage. Das erklärt wahrscheinlich die Zurückhaltung und wirklich schlecht ist sicher keins der Fahrzeuge. Dafür ist der 1er auffällig abgeschlagen.

Viel interessanter an dieser Stelle ist der Abgleich mit meiner Vorhersage vom letzten Jahr, als der Jaguar I-Pace gewonnen hat und ich prognostizierte, dass kein Verbrenner jemals mehr Car of the Year Sieger wird:

Platz 1: Peugeot (gibt es als Voll-Elektro BEV, Benziner und Diesel)
Platz 2: Tesla Model 3 (BEV)
Platz 3: Porsche Taycan (BEV)
Platz 4–7: Verbrenner bzw. Hybrid

Jetzt wird natürlich erst recht kein Verbrenner mehr den Titel abräumen, weil der elektrische Modell-Tsunami schon gezündet ist und im Laufe des Jahres auf uns einprasseln wird. Die Hersteller investieren auch immer weniger Geld in Verbrenner und verlieren dadurch immer mehr den Anschluss. Schleichend zwar, aber nicht aufzuhalten.

Dass der Peugeot 208 alle 3 Antriebsarten gleichzeitig in einem Modell anbietet - also Elektro, Benzin und Diesel - hat mich schon bei seiner Vorstellung im März beeindruckt. Und der PSA Corsa zieht gleich nach. Schade, dass nicht mehr Hersteller ein BEV in ihr normales Line Up integrieren.

Nach dem ausgefallenen Corona Genf wird es natürlich spannend sein zu sehen, wie es mit GIMS und COTY weitergeht. Die Preisverleihung war zwar in Genf, aber ohne echte Zuschauer. Es wurde daher per Livestream übertragen, aber das Maximum an Zuschauern war dort inklusive Mike auch nur etwa 2.500. Auch nicht unbedingt ein Grund die Korken knallen zu lassen.

Trotzdem schön, dass es diese traditionelle Veranstaltung noch gibt - gehört irgendwie zum Inventar in der Autolandschaft. Und der konservative Auftritt passt auch zur Industrie.

Apropos altbacken: auf der gims.swiss Webseite steht zwar in den News die Absage, aber das Programm ist nach wie vor in der Hauptnavigation verlinkt. Inklusive Eröffnungsfeier am 5. März um 10h. Freibier für Viren?

COTY | Genf | GIMS | Peugeot208 | Elektro |


Samstag, 29. Februar 2020

Ausgestreetscootert.

Ad hoc der Deutsche Post DHL Group - eher versteckt in den Risiken der "Corona-Krise":

Ebenfalls vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten haben wir uns heute ferner entschlossen, die Sondierungen für eine Partnerschaft mit unseren StreetScooter-Aktivitäten nicht weiter aktiv zu verfolgen. Stattdessen wird sich StreetScooter auf den Betrieb der aktuellen Bestandsflotte - zuzüglich noch zu produzierender Bestellungen - konzentrieren.

Durch die Neuausrichtung von StreetScooter sind ebenfalls im laufenden Jahr außerhalb des Kerngeschäftes einmalige Anpassungsaufwendungen zwischen 300 Millionen Euro bis 400 Millionen Euro zu erwarten.

Mike Frison / renn.tv

Das ist bitter, mir war das Experiment immer sympathisch. Die Industrie konnte keinen innerstädtischen Elektro-Kleinlaster anbieten, also hat die Post sich selber zum Autohersteller aufgeschwungen.

Die heftigen Kosten von 400 Millionen Euro zur Abwicklung erklären sich wahrscheinlich mit außerplanmäßigen Abschreibungen, nachdem der erhoffte Verkauf für gescheitert erklärt wurde. Die wollen das final in die (gelbe?) Tonne kloppen.

Mike Frison / renn.tv

Aus dem Straßenbild werden die Autos erstmal nicht verschwinden, denn da will die Post sich ja auf den Betrieb der aktuellen Bestandsflotte konzentrieren.

Ich hoffe mal, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und jemand dieses Projekt in irgendeiner Form rettet.

Streetscooter | Elektro | DeutschePost |




Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)