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Freitag, 08. November 2019

Im laufenden Baradun-Prozess wird der Leichnam des Erlebnisgrabes noch einmal exhumiert.

Wenn nach über 10 Jahre solche Details aus dem Nürburgring’schen Erlebniswelt-Skandal ans Tageslicht kommen, dann reg ich mich nicht mehr darüber auf - aber die Details sind immer eine gute Gelegenheit, meine Chronik zu ergänzen.

Der Controller war es, der am 29. Juni 2009 den ersten Scheck über 67 Millionen Dollar entgegennahm, in einem Luxushotel in Zürich.

Ebenfalls im Juni 2009: Hausdurchsuchung bei Wilhelm Hahne (9. Juni) und Plenarsitzung im Mainzer Landtag (24. Juni). Dort untermauern Kurt Beck, Ingolf Deubel und Hendrik Hering die Seriosität der “Finanzierung” - muss man tatsächlich in Anführungszeichen setzen, denn es war ja nicht mehr als ein schlechter Witz.

Wieso habe ich damals eigentlich gewusst, dass ich das Plenarprotokoll später nochmal brauche?

Auch solche Andeutungen sind nur Bestätigung dessen, was ich seit Jahren bzw. Jahrzehnten schreibe:

Während der Controller im Gerichtssaal befragt wird, sitzt draußen bereits der nächste Zeuge, der Ex-Finanzchef. Er raunt: Wenn die wahre Geschichte ans Licht käme, dann „gibt es keine Regierung mehr“. Es gehe um Hinterzimmer-Absprachen von Regierung und Justiz.

Wenn aber dann die Rheinland-Pfälzer ihre Regierung im Amt bestätigen (2011 & 2016), dann wollen sie es ja vielleicht genau so.

Erlebnisgrab | Barandun | Beck | Deubel | Prozess |


Sonntag, 07. Juli 2019

Heute vor 10 Jahre ist Ingolf Deubel zurückgetreten.

Er wurde auch mal zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt, hat aber noch keinen Fuß in den Knast gesetzt. Liegt auch schon 5 Jahre zurück.

Angeblich soll Bewegung in den Prozess kommen, aber die haben sicher schon einen Plan, um das weiter auf die lange Bank zu schieben. Denn in RLP sind die Grenzen zwischen Politik und Justiz fließend, wie wir ja deutlich vor Augen geführt bekommen haben.

Die aktuellen Abläufe und das Ergebnis - bzw. deren Fehlen - sprechen ja ebenfalls Bände. Siehe auch Chronik.

Und in der Zwischenzeit hält der Besserwisser-Professor fleißig Vorlesungen und verdient kräftig mit seiner Government Consultancy, wo man ihm aus politischen Kreisen die Aufträge zuschustern kann.

Deubel | Prozess | Insolvenz | Haftstrafe | Erlebnisgrab |


Sonntag, 03. März 2019

Der Deubel-Nicht-Prozess hat bald 5-jährigen Geburtstag.

So langsam fällt nicht nur mir auf, dass in RLP ein potenzieller Verbrecher frei herumläuft.

Kleine Anfrage im Landtag: Verurteilung des früheren Finanzministers Ingolf Deubel.

Die Antwort ist natürlich das Papier nicht wert auf dem sie steht, denn sie wurde von Clemens Hoch verfasst, der selber damals knietief mit drinsteckte. Das übliche Blabla - unabhängige Justiz - ausgerechnet in RLP - selten so gelacht.

Schön auch, wie in der Presse die Ecken und Kanten nachträglich glattgeschliffen werden - Geschichtsverzerrung während man dabei ist:

Auch fast fünf Jahre nach dem Untreue-Urteil gegen den früheren rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) lebt er juristisch weiter in Ungewissheit.

Viel gravierender ist, dass die Bevölkerung nach wie vor in der Gewissheit lebt, dass ein Verbrecher immer noch frei herumläuft.

2009 war in der Eifel die Privatfinanzierung des zu großen Ausbaus des Nürburgrings spektakulär gescheitert. Dieser kostete rund 330 Millionen Euro. Als sich kein Investor fand, musste das Land einspringen und Deubel zurücktreten.

Auch eine schöne Verdrehung der Tatsachen. Die gesamte Regierung hat der Bevölkerung kackdreist in's Gesicht gelogen, dass Heilsbringer Kai Mediinvest Richter privat investiert, während sie ihm hintenrum die Steuer-Millionen mit der Schubkarre rangekarrt haben. Das war kein spektakuläres Scheitern, sondern ein Reinfall mit Anlauf & Ansage. Siehe auch den FAZ-Beitrag.

Mike Frison / renn.tv

Wenn man schon über Katastrophen reden will, bitteschön - hier mein Textvorschlag:

Nach der Insolvenz der Nürburgring GmbH ist der sinnlose Freizeitpark-Ausbau inklusive der GP-Strecke und der historischen Nürburgring Nordschleife für ein Bruchteil der investierten Summe - über ein paar Umwege und mit EU-rechtlich fragwürdigen Abläufen - in Privatbesitz mit unbekannten russischen Geldgebern übergegangen.

Deubel | Erlebnisgrab | Prozess | Gefängnis | Landtag |


Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Donnerstag, 04. Oktober 2018

RLP Justiz hat Urs Barandun wieder im Visier.

Das Gefängnisurteil gegen Ingolf Deubel ist zwar nicht ungültig, aber gültig ist auch auch nicht. Und das schon jetzt seit über 4 Jahren.

Und so ist der potentielle Verbrecher nach wie vor auf freiem Fuß und Verhandlungstermin ist auch noch keiner angesetzt. Wahrscheinlich, weil sie zu viel zu tun haben.

Denn die Justiz in RLP kümmert sich lieber um solche Leute wie Urs Barandun.

Krähe und Auge, Ihr versteht schon.

Dass sie DEN wieder aus dem Hut zaubern, hat mich schon vor 2 Jahren das erste Mal stutzig gemacht.

Kurt “ganz großer Milliardärsadel” Beck wäre wohl lieber, das Thema Barandun käme nicht mehr auf die Tagesordnung. Hoffentlich reiben ihn die Medien nochmal kräftig mit Salz ein.


Mittwoch, 09. Mai 2018

Gestern als dpa Meldung:

Neuer Prozess gegen Ex-Minister Deubel: Beginn noch unklar.

Na so ein Zufall.

Siehe auch diesen und diesen Artikel.


Mittwoch, 02. Mai 2018

4 Jahre Ingolf Deubel Urteil.

Am 16. April 2014 wurde Ingolf Deubel zu 3,5 Jahre Gefängnis verurteilt.

Wirklich hinter Gittern war er seitdem jedoch nie - für mich Anlass mal beim Landgericht Koblenz anzufragen, wie es denn jetzt weitergeht:

Sehr geehrte Damen und Herren, für einen Beitrag in meinem Blog “renn.tv” möchte ich den Stand des Verfahrens gegen Ingolf Deubel aufgreifen und bitte um zitierfähige Rückmeldung zu dem Thema.

Das Urteil des Landgerichts Koblenz liegt nun 4 Jahre zurück (16.April 2014).

Die gravierende Bestrafung - 3,5 Jahre Gefängnis ohne Bewährung - ist allerdings teilweise nicht rechtskräftig, d.h. potentiell befindet sich ein Verbrecher nach wie vor auf freiem Fuß.

Die teilweise Zurückweisung vom Bundesgerichtshof an das Landgericht Koblenz erfolgte am 26.Nov. 2015. Seitdem scheint nichts mehr passiert zu sein. Ein beschleunigter Abschluss des Verfahrens ist für die Öffentlichkeit nicht zu erkennen, im Gegenteil: es entsteht der Eindruck, dass es verschleppt werden soll.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dazu diese Fragen beantworten könnten:

  1. Warum findet der Prozess keine Fortführung, sondern scheint zum Erliegen gekommen sein?
  2. Gibt es Einflussnahme von höherer Stelle, das den Ablauf des Verfahrens verlangsamt?
  3. Teilt das Gericht die Auffassung, dass aufgrund der Schwere der Vorwürfe eine möglichst zügige Bearbeitung ein öffentliches Interesse darstellt?
  4. Wie ist der weitere Ablauf des Verfahrens?
  5. Wann kann mit einem Abschluss des Verfahrens gerechnet werden?

Danke & mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison

Die Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten, war aber eher enttäuschend. Wenn auch nicht überraschend, wir reden ja hier über Rheinland-Pfalz:

Sehr geehrter Herr Frison,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass Anfragen zum Verfahrensstand nur dann von der Pressestelle des Landgerichts beantwortet werden können, wenn die Anfrage von einem Vertreter/einer Vertreterin der Medien im Sinne des rheinland-pfälzischen Landesmediengesetzes (§ 3 Abs. 1 LMG RLP) stammt.

Ihre Nachricht vom 23.04.2018 habe ich so verstanden, dass Sie nicht zu dieser Gruppe gehören.

Selbstverständlich unberührt davon bleibt, dass Sie sich im Rahmen der öffentlichen Hauptverhandlungen, die am Landgericht Koblenz stattfinden, über die jeweiligen Strafverfahren informieren können.

Aktuelle Hauptverhandlungstermine werden unter https://lgko.justiz.rlp.de/de/presse-aktuelles/strafverfahren/ bekannt gegeben.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen (gezeichnet von einem Richter am Landgericht)

Natürlich hält sich mein Verständnis in Grenzen. Das Ganze entbehrt aber auch nicht einer gewissen Komik, denn ausgerechnet ich habe energisch dafür gekämpft, für mich das Laienprivileg in Anspruch zu nehmen. Was mir in Köln beim Landgericht und Oberlandesgericht verwehrt wurde und die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe wurde ohne Begründung nicht zugelassen.

Und so spielen die Handelnden weiter auf Zeit in der Hoffnung, dass sich irgendwann keiner mehr daran erinnert.

Deubel | Ringprozess | Insolvenz | Gefängnis | Landgericht |


Freitag, 30. März 2018

Erinnert Ihr Euch noch an Thomas Middelhoff?

Hat vor ein paar Jahren ziemlich Wellen geschlagen, weil er als uneinsichtiger Manager der Untreue schuldig gesprochen wurde - und tatsächlich auch in's Gefängnis wanderte.

Ich hatte es seinerzeit aufgegriffen, weil in Mainz noch viele Schuldige an der Nürburgring Insolvenz unbehelligt frei herumliefen bzw. heute noch laufen. Elegant aus der Schusslinie genommen von einer Ex-Staatsanwältin.

Thomas Middelhoff jedenfalls scheint geläutert, hat sich der Strafe gestellt und offensichtlich harte Zeiten durchgemacht.

Hier ist ein aktuelles Interview mit ihm auf Phoenix - sehenswert.

Dabei fällt mir wieder ein: wieso läuft der vor 4 Jahren auf Gefängnis ohne Bewährung verurteilte Ingolf Deubel eigentlich noch frei herum?

Middelhoff | Deubel | Dreyer | Untreue | Gefängnis |


Sonntag, 07. Januar 2018

Kurt Beck versucht sich in Geschichtsverdrehung zum Thema Nürburgring.

Entgegen aller Gutachten und wirtschaftlicher Prognosen ging dort schief, was schiefgehen konnte.

Meint er in einem Artikel von heute in der Rheinpfalz (Achtung: Link enthält Fotos von Kurt Beck.).

Natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: alle, die irgendwie mit dem Nürburgring zu tun haben, haben eindringlich und früh vor den desaströsen Konsequenzen gemahnt. Lange BEVOR am 19.Nov.2007 die Entscheidung zum Bau der Erlebnisregion durchgewunken wurde.

Nur wurde diese unbequeme Kritik in unerträglicher Arroganz von Leuten wie Kurt Beck vom Tisch gewischt.

Von wegen “Nah bei de Leut”. Eher: “Nah bei de Kameras.”

Was ist eigentlich mit seinem Finanzminister Ingolf Deubel? Der im April 2014 zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, aber immer noch frei herumläuft?

Nun laufe das Projekt ganz gut.

Das Denkmal Nordschleife wurde auf zwielichtige Art und Weise in private - russische - Hände verschachert, über 500 Millionen Euro Steuergeld das Klo runtergespült. Und der bräsige Egomane versucht gewohnt herablassend so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Dass die Rheinpfalz das kritiklos durchgehen lässt spricht auch Bände.

Wer Becks Zeit als Ministerpräsident auf solche Affären verkürzt, leidet an politischer Amnesie. Wie wenige hat er sich für das Land der Reben und Rüben eingesetzt. Zu seinen großen Verdiensten zählt die Einführung kostenloser Kitaplätze, was ihm viele Eltern nicht vergessen haben dürften. Rheinland-Pfalz ist damit zum Vorreiter in der Bundesrepublik geworden.

Hier ist mal eine Tabelle (Quelle), wie Rheinland-Pfalz über die Jahre Geber- und Nehmerland im Länderfinanzausgleich war. Ich schreibe das als Einwohner in NRW, der jeden Monat brav für den Kindergarten bezahlen darf. Stellt sich raus: Rheinland-Pfalz war noch nie Geberland!

Womit die Frage berechtigt ist, WER hier an politischer Amnesie leidet. Auf Kosten anderer den großen Gönner spielen, das passt gut in das Bild, das ich von Kurt Beck habe.

KurtBeck | Rheinpfalz | Erlebnisgrab | Insolvenz |


Montag, 10. Juli 2017

14 Monate Gefängnis für Ingolf Deubel ´sicher´?

Im Fall Deubel hat der BGH zwar den Prozess insgesamt an das LG Koblenz zurückgeschickt, nicht aber den Teil mit der Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss. Und die ist 14 Monate Gefängnis wert, die mindestens übrig bleiben sollten.

Das Ganze soll aber noch Monate dauern, bevor es weitergeht.

Deubel | Ringprozess |


Donnerstag, 08. Juni 2017

90 Jahre Sachsenring.

Der Nürburgring ist nicht der Einzige, der dieses Jahr 90. feiert, denn der Sachsenring wurde auch 1927 eröffnet.

Zur Feier gibt es am Wochenende 16.-18. Juni die Sachsenring Classic für Motorräder und die Liste der angekündigten Zweiradprominenz ist schwer beeindruckend:

Giacomo Agostini - 15facher Weltmeister
Phil Read - 8facher Weltmeister (davon 1 x Formula TT)
Max Deubel - 4facher Weltmeister (Seitenwagen)
Freddie Spencer - 3facher Weltmeister
Johnny Cecotto - 2facher Weltmeister
Carlos Lavado - 2facher Weltmeister
Jan de Vries - 2facher Weltmeister
Dieter Braun - 2facher Weltmeister
Kevin Schwantz - 1 x Weltmeister
Steve Baker - 1 x Weltmeister
Marco Lucchinelli - 1 x Weltmeister
Jon Ekerold - 1 x Weltmeister

Sachsenring | Agostini | Spencer | Cecotto | Schwantz |


Montag, 30. Januar 2017

Doktor Walter Kafitz ist um einen Titel reicher: Verbrecher.

Das Strafmass war noch offen, nachdem er Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hatte: 17 Monate Gefängnis - leider auf Bewährung.

So läuft er immer noch frei herum und sein Anwalt meint sogar:

Die Taten lägen neun Jahre zurück und das Verhalten seines Mandanten sei seitdem einwandfrei.

Hat er sich jemals bei irgendeinem entschuldigt für das Leid und die Schmerzen, die wir seinetwegen - heute noch - zu ertragen haben? Ich wüsste nicht. Von wegen einwandfrei - ich hätte da einige Einwände.

Der Mann hatte ja sogar die Dreistigkeit gegen seine angeblich grundlose Kündigung zu klagen - vor 6 Jahren. Also soo weit liegt das jetzt auch noch nicht zurück lieber Kafitzscher Rechtsanwalt, die Wunden fühlen sich noch relativ frisch an.

Und was wird aus dem - ebenfalls noch frei herumlaufenden - Ingolf Deubel? Da passiert vor Mitte des Jahres erstmal gar nichts. Alles andere wäre auch wirklich überraschend.


Freitag, 02. Dezember 2016

Das Nürburgring-Märchen vom unschuldigen Politiker - es wird fleissig weitererzählt.

Gut, dass ich keine Haare habe, weil wenn ich sowas lese, würde ich sie mir am liebsten ausreissen:

The Rhineland-Pfalz state government got itself into an awful mess over the circuit, agreeing to match private funding in an expansion project in 2009 that aimed to turn the track into a year-round tourist and business destination. The problem was that the private money never arrived and so the politicians were left with a half-finished project that they then had to completein order to avoid claims that they had wasted public money.

Die armen unschuldigen Politiker. Sind ja bloß zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Wieso läuft Ingolf Deubel eigentlich noch frei herum?


Dienstag, 23. August 2016

Ringprozess auf einmal wieder Thema in der FAZ.

Aber der Artikel hat mich stutzig gemacht:

Anfang 2015 begann in Mainz der Prozess gegen einen Schweizer Finanzvermittler, der einst versprochen hatte, den Nürburgring mit einem ominösen Geldgeber zu retten. Doch das Verfahren stockt von Anfang an.

Aus heiterem Himmel ein Artikel über den Ringprozess in der FAZ? Hört sich erstmal ganz gut an, aber dann wird es dubios. Denn der Autor geht weniger auf Ingolf Deubel oder Walter Kafitz ein, sondern arbeitet sich an Urs Barandun ab.

Was ist eigentlich aus dem Nürburgring-Prozess gegen den Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun geworden? Man weiß: Der Prozess wurde im Februar 2015 unterbrochen und ist seither nicht wiederaufgenommen worden.

Das Thema Deubel wird nur im Vorbeigehen gestreift:

Ein anderer möglicher Grund für die Verzögerung könnte in der Justiz selbst liegen. Dass der Vorsitzende Richter im Frühjahr 2016 in Pension ging, dürfte das Verfahren zumindest nicht beschleunigt haben, jedoch, so hebt das Landgericht hervor, sei dadurch auch keine Verzögerung entstanden. Nicht völlig lebensfremd dürfte außerdem sein, dass das Landgericht womöglich abwarten wollte, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall des früheren rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) entscheidet.

Soll die Bevölkerung schonmal langsam darauf vorbereitet werden, dass das Ganze wegen Personalmangel im Sande verläuft?

Ende 2015 wurde in der rheinland-pfälzischen Landespolitik heftig über Personalmangel in der Justiz debattiert. Anlass war, dass ein mutmaßlicher Rauschgifthändler aus der Untersuchungshaft freigelassen werden musste, weil ein Prozess nicht fristgerecht angesetzt werden konnte. Der Grund sei Personalmangel gewesen, sagte die CDU-Opposition.

Ringprozess | Deubel | Barandun |


Donnerstag, 30. Juni 2016

Die alte-neue RLP Regierung macht genau da weiter, wo sie aufgehört hat.

Denn der Flughafen Hahn entwickelt sich zur nächsten Blamage. Was ja keine Überraschung ist, denn die Rheinland-Pfälzer waren so [ ] naiv, [ ] bescheuert, [ ] kurzsichtig, [ ] den Knall nicht hörend (zuzutreffendes ankreuzen), daß sie Malu Dreyer und Ganoven im Amt bestätigt haben.

Der SWR hatte zuvor Zweifel an der Seriosität des Käufers genährt. Ein Korrespondent des Senders fand an der Adresse einer "Guo Qing Investment Company" einen Reifenhandel und eine leerstehende Büroetage, aber nicht das von der Landesregierung genannte führende Bauunternehmen.

Da kann jetzt aber keiner ernsthaft Mitleid erwarten, oder? Immerhin, der Unterhaltungswert stimmt - wenn es sich nicht um unser aller Steuergeld handeln würde.

Apropos: wieso läuft eigentlich Ingolf Deubel noch frei herum?

Dreyer | Lewentz | Hahn |


Dienstag, 26. April 2016

Deubel´s Vorgänger Thilo Sarrazin verarbeitet das Nürburgring-Thema.

Wusstet Ihr, dass Thilo Sarrazin der Vorgänger von Ingolf Deubel im Nürburgring-Aufsichtsrat war? Ist mir neu. Jedenfalls redet der selbsternannte Rächer der Enterbten dem Volk wieder mal nach dem Maul und erobert - Überraschung - die Charts. Immerhin bekommt Deubel sein Fett weg.

Wieso läuft der feine Herr Professor Deubel eigentlich noch frei herum? Ob die meinen das fällt nicht auf?

Sarrazin | Deubel | Aufsichtsrat |


Sonntag, 28. Februar 2016

Wilhelm Hahne hat das Urteil im Ringprozess freigekämpft.

Stolze Leistung, denn der Prozess, der vom Oktober 2012 bis zum April 2014 dauerte, war zwar öffentlich ebenso wie die Urteilsverkündung, doch das Urteil im Namen des Volkes (!) sollte geheim bleiben.

Dank Wilhelm Hahne ist das Urteil jetzt öffentlich - fast zwei Jahre später. Keine leichte Kost mit 223 Seiten und natürlich nicht zu vergessen: noch nicht rechtskräftig.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass zum ersten Mal in Deutschland ein Politiker zu Gefängnis verurteilt wurde (3,5 Jahre für Ingolf Deubel).

Prozess | Ringprozess | Deubel | Kafitz | Urteil |


Donnerstag, 11. Februar 2016

Geschäftsführerschwund am Nürburgring.

Nachdem Adam Osieka kürzlich von den Russen rausgekantet wurde, haben sie jetzt auch Carsten Schumacher vor die Tür gesetzt.

Es gibt weder eine offizielle Info noch einen nominierten Nachfolger. Man muss kein Hellseher sein, um die pechschwarzen Wolken zu sehen, die pünktlich zum Saisonstart in Nürburg aufziehen.

Ich wünsche mir, dass der unvermeidliche Knall wenigstens vor Mitte März stattfindet, damit bei den Landtagswahlen die Regierung aus den Büros katapuliert wird. Idealerweise ohne Umweg direkt auf die Karthause.

Apropos Zuchthaus: was ist denn jetzt mit Ingolf Deubel? Potentiell läuft doch hier ein Schwerverbrecher frei herum, der weggesperrt gehört.

CarstenSchumacher | Osieka | Geschäftsführer |


Sonntag, 19. Juli 2015

Formel 1 GP auf dem Nürburgring.

Jetzt um 14h startet auf dem Nürburgring der deutsche Formel 1 Grand Prix.

Und gibt damit den Startschuss für den F1 GP am Nürburgring für die nächsten 5 Jahre! Und Kurt Beck hat sich mit Kumpel Ingolf Deubel angekündigt, um den Siegerpokal zu überreichen.

Natürlich hat CNG Geschäftsführer Carsten Schumacher allen Grund zum Jubeln und nutzt die Gunst der Stunde, um auf die hervorragende Situation am Ring hinzuweisen:

“Um den Nürburgring muss man sich keine Sorgen machen.”

Und soll ich Euch was sagen? Trotz dieser tollen Nachrichten werden die Schlechtredner wieder irgendein Häärchen in der Suppe finden, an dem sie sich hochziehen können. Wir werden es erleben.

Und wenn es am Ende nur das winzige Detail ist, dass alles erstunken und erlogen ist.

Formel1 | Capricorn | RobertinoWild | CarstenSchumacher |


Montag, 26. Januar 2015

Was haben Wilhelm Hahne und Robertino Wild gemeinsam?

Eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Eventuell noch, dass beide keinen Doktortitel haben - aber das sieht der Herr (Doktor?) Wild mal so - mal so.

Es gab letzte Woche jede Menge Hausdurchsuchungen, WiWo / Florian Zerfaß informieren - mal wieder - umfassenst!

Wild hatte Haus und Hof verpfändet, um den Fuß in die Tür zu bekommen und Malu Dreyer hatte ihn seinerzeit ja schon auf dem Sockel durch die Eifel getragen.

Die 2.Kaufrate für den Nürburgring konnte er aber schon nicht mehr beibringen - da war die Luft raus. Schwer nachzuvollziehen, wie jemand dann trotzdem als der große Zampano durch die Gegend stolzieren kann - aber genau das hat er gemacht.

Auf einer Fandiskussion - das kommt immer gut, wenn man die Öffentlichkeit gewinnen will - meinte er am 13.9.2014:

“Wenn wir scheitern, dürfen Sie mich teeren und federn und aus dem Dorf jagen.”

Und wie er gescheitert ist: Totalschaden.

Ich weiss nicht, was das für Bildchen waren, die der Sachwalter Lieser als Sicherheit akzeptiert hat. Es heisst immer nur “private Kunstsammlung”. Hört sich doch toll an. Vielleicht ist es nur eine selbstgemalte Doktorurkunde - wer weiss das schon.

Das Problem ist jedenfalls, da hatte schon jemand die Hand drauf. Und Kreditbetrug ist kein Kavaliersdelikt - also ist die Staatsanwaltschaft Monate später (!) ausgerückt. Und hat großflächig Büros gefilzt.

Da schließt sich dann der Kreis zu Wilhelm Hahne. Den wollten sie damals, als Deubel und Beck noch das herrschaftliche Zepter geschwungen haben, ruhigstellen. Na der Schuß ist aber mächtig nach hinten losgegangen.

Ich war noch nie bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz, aber ich stelle mir das so vor, dass die da ein eigenes Nürburgring-Resort haben. Den Flur lang und hinten gleich hinter “Rauschgift” links. Leider ist die Abteilung chronisch unterbesetzt, sodass die Abläufe nur nacheinander abgearbeitet werden können. Gleichzeitig wäre der richtige Weg. Mir fallen auf Anhieb 3 Bälle ein, die sie aktuell in der Luft halten wollen: Deubel, Barandun und jetzt Wild.

Wie wurde das so schön auf Twitter kommentiert:

“Mit R.Wild hat’s am Nürburgring sicher nicht den Falschen getroffen - aber keinesfalls den Richtigen!”

Ordentlich Druck im Kessel ist bestimmt nicht das, was Malu Dreyer mit ihrem brutalen Ministerkahlschlag erhofft hatte. Der Boomerang holt ordentlich Anlauf und das Frühjahr 2016 (neue Wahlen) rückt unaufhaltsam näher.

Wer weiss, was die Fahnder an brisantem Material rausgetragen haben. Soll Wild nur zum Sündenbock gemacht werden oder ist es die Spitze des Eisbergs? Wir wissen, was alles unter der Decke schmort und dem Herrn Lieser hat es sicher nicht geschmeckt, dass sie bei ihm Material abgesaugt haben. Propaganda Nuvoloni hat auch gleich verniedlicht, aber Oberstaatsanwalt Kruse hat nochmal den Besuch der Behörde bestätigt.

Bisher ist Jens Lieser nur als Zeuge Teil der Ermittlungen und natürlich hat er ein starkes Interesse, dass das so bleibt.

Ob die Aktionen in Brüssel zur Kenntnis genommen werden? Man hat den Eindruck die EU’ler wollen im starken Schulterschluss mit der RLP Regierung jeden Sturm aussitzen. Bisher kommen sie damit durch, aber wenn noch mehr Wind aufzieht könnte es eng werden.

Wenn es nach mir geht, dann dürfen sie gerne aussitzen: für ein paar Jahre bei Wasser und Brot auf der Kartause.

Tags: Wild | Robertino | Kreditbetrug | Staatsanwaltschaft | Kunstsammlung | Hausdurchsuchung |


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

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Mittwoch, 19. November 2014

Heute ist Ringtrauertag.

Genau vor 7 Jahren wurde der Bau des Freizeitparks vom Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH beschlossen (Ingolf Deubel, Jürgen Pföhler, Roland Härtel, Carsten Kühl).

Herzliches Beileid liebe Nordschleife.

Tags: Erlebnisgrab | DeubelPföhler | HärtelKühl |


Dienstag, 28. Oktober 2014

Ingolf Deubel wird SPD Wahlkampfleiter.

Naja, nicht ganz, aber fast:

“„Es gibt keinen Grund, mit Kurt Beck zu brechen.“ Der SPD-Ehrenvorsitzende werde im Wahlkampf eine Rolle spielen. Wie es in der Partei heißt, ist Beck auf Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz weiterhin ein begehrter Redner.”

Ausgerechnet Kurt Beck!? Für mich gibt es zwei mögliche Erklärungen für die Wiederauferstehung des Problembärs aus der Pfalz:

a) Das RLP Wahlvolk ist tatsächlich so einfältig, dass sie den größenwahnsinnigen Ganoven brav zuhören, anstatt ihn mit faulen Eiern zu bewerfen.

oder/und

b) Der Schwachkopf Schwachstromelektriker befürchtet den SPD-Hyänen zum Opfer zu fallen und hat immer noch genug Netzwerk, um sich nach vorne zu drängeln. Im Rampenlicht ist die Chance geringer geopfert zu werden, so wie Ingolf Deubel schon für diese Rolle herhalten musste. Malu Dreyer hat vorsichtig angedeutet, dass “Fehler gemacht wurden” - und schon kommt die Schlange wieder aus dem Bau. Bevor das noch weiter ausartet oder man gar zur Verantwortung gezogen wird, stürzt man sich halt wieder in’s Rampenlicht und gibt den Ton an. Widerlich.

Jede Wette, die würden liebend gerne Kurt Beck abschütteln. Man könnte dann auch schön so tun, als gäbe es einen Neuanfang. Aber Kurt Beck lässt das nicht mit sich machen, er will seinen Ruf verteidigen. Offensichtlich hat er noch was vor, der arme kranke Mann. Da kann man nur hoffen er reisst die SPD in den Abgrund, und sich gleich mit.

Die Wahl ist übrigens erst im März 2016, die Genossen sind hypernervös. Gab schon schlechtere Ausgangspositionen. Und den Grünen würde ich auch keine Träne hinterherweinen: es gab nichtmal zarte Versuche aufzuräumen, die haben sich einfach komplett einkassieren lassen.

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Dienstag, 30. September 2014

Kein Geld bei den Nürburgring-Wilderern?

Morgen soll in Brüssel über den Nürburgringverkauf entschieden werden. Und heute - 1 Tag vorher - hat Florian Zerfaß eine kleine Bombe in den Mainzer Klüngelstuben gezündet:

Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus (WiWo)

Ich hatte mich ja schon vor 6 Monaten darüber aufgeregt, dass es überhaupt möglich sei, den Ring auf Pump zu kaufen. Denn dadurch hängt die Zukunft der Nordschleife am seidenen Faden, falls der Schuldner mal in Schwierigkeiten kommt.

Jetzt scheint sich herauszustellen, dass es diese Finanzierung gar nicht mehr gibt. Oder noch schlimmer: nie gab. Das wird natürlich von Seiten der Verkaufsbeauftragten sofort dementiert:

Frage: Was ist an dem Bericht der “Wirtschaftswoche” dran?

Antwort von Doktortitelsammler Schmidt: “Nichts.”

Nichts?

Das Brisante an dem Thema ist, dass während der hektischen Verkaufsüberredungsveranstaltung am denkwürdigen 11.3.2014, die die Handlanger der Regierung Hals über Kopf einberufen haben, den Gläubigern laut WiWo wörtlich zugesichert wurde:

“Die Finanzierungsbestätigung der Deutsche Bank AG ist banküblich und valide. Die Deutsche Bank AG hat eine eigene Due Diligence durchgeführt, an der eine größere Gruppe von Beratern tätig war. Die Finanzierungsbestätigung ist, wie banküblich, auf ein Jahr befristet.”

Da passt ja was nicht zusammen, wenn es jetzt auf einmal keine Finanzierung mehr geben sollte und man darf sich fragen, wer sich da zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Erinnert mich an das hier:

“Am 10. September 2008, berichtet Deubel, habe er vom Geschäftsführer des Privatinvestors Mediinvest GmbH, Kai Richter, erstmals erfahren, die Finanzierung seiner Projekte sei gefährdet. Am 8. Oktober sei daraus Gewissheit geworden. Ein zugesagter (aber nicht schriftlicher fixierter) Kreditbetrag über 60 Millionen Euro sei der Mediinvest flöten gegangen.”

Robertino Capricorni heute so: An der Finanzierungzusage habe sich nichts geändert. Die Vorwürfe im Artikel der “Wirtschaftswoche” entbehrten der Tatsachen.

Ganz schön schwaches Dementi in meinen Augen, denn inzwischen hat man ja einen geschärften Blick für sowas. Nichts geändert könnte auch heißen, dass die nicht existierende Zusage nach wie vor nicht existiert. Er hätte ja einfach sagen können, dass eine Finanzierungszusage vorliegt - aber die Formulierung hat er vermieden.

Und wisst Ihr noch die Nachjustierung? Völlig normal sei das und erst vor kurzem hat der Herr Wild in Nürburg beim STRassenfest sinngemäß gesagt, was soll das Geld denn auf einem Konto verschimmeln, da kann man besseres mit anfangen. Es läge auf jeden Fall nicht daran, dass er knapp bei Kasse sei.

Jetzt der Hammer: die Beschlussvorlage der EU hat Details zu dem Deal. 8% Zinsen muss Wild für den Aufschub bezahlen - 8%! Da soll er uns mal zeigen, wo er sein angebliches Geld investiert bis Oktober, um über 8% mitzunehmen. Darüber hinaus musste er sein letztes Hemd verpfänden, um das abzusichern. Das macht man doch nicht freiwillig.

Machen wir in der jetzigen Situation doch einfach einen Sanity Check - also mal den gesunden Menschenverstand eingesetzt.

Was würdet Ihr in der aktuellen Lage an der Stelle von Robby Furious machen: die EU Entscheidung steht kurz vor der Tür - Zahlungsfähigkeit wird angezweifelt - Geld liegt millionenfach auf den Konten … RICHTIG! 5 Millionen auspacken und auf den Tisch legen. Schluss mit der schlechten Presse, weiter im Text, nächstes Thema. Noch heute mittag hätte ich das an seiner Stelle gemacht, ohne auch nur eine Sekunde Zeit zu verlieren. Alle Gerüchte vom Tisch, EU Abnicken nur noch Formsache.

Aber er macht es nicht. Warum? Nach gesundem Menschenverstand gibt dafür nur eine Erklärung: Ebbe auf dem Konto.

Und das soll die tolle neue Nürburgring-Zukunft sein, die in Mainz umjubelt und betanzt wird?

Tags: Ringverkauf | Capricorn | EUKommission | WiWo |


Samstag, 27. September 2014

Carsten Kühl leidet unter dem Pippi Langstrumpf Syndrom.

Denn er behauptet allen Ernstes, er habe keinen Schaden angerichtet.

Erinnert mich von der Argumentation her ein bischen an den hier.

“Den Kopf in den Sand zu stecken ist auch nicht das, was die Steuerzahler erwarten.”

Oh - ich glaube da gehen die Meinungen auseinander!

“Warum wurde dann aus einem Vermerk an den Aufsichtsrat die Zahl von 90 bis 120 Millionen Euro an zusätzlichem Finanzbedarf wieder herausgestrichen?”

“Dafür gibt es sicherlich eine vernünftige Erklärung.”

Ja, die gibt es: Tarnen, Täuschen und Tricksen bis der Arzt kommt!

Ingolf Deubel - sein Vorgänger als Finanzminister - war auch bis zum Schluss überzeugt alles richtig gemacht zu haben. Dann haben sich das mal andere Leute angeschaut und kamen zu dem Urteil, dass er mal 3,5 Jahre Zeit bekommt, um über alles nachzudenken. Die würden dem Carsten Kühl auch gut zu Gesicht stehen. Manche Leute muss man einfach wegsperren, um den Schaden zu begrenzen.

Wobei - der Strick um den Hals auf dem Bild in dem Zeitungsartikel steht ihm auch ausgezeichnet, die Schlinge ist schon stramm zugezogen!

Tags: CarstenKühlRücktrittDeubel | Finanzminister


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Freitag, 05. September 2014

Deubelurteil wird geheime Verschlussache.

Die Verhandlung war öffentlich und die Urteilverkündigung war öffentlich. Doch das Urteil, das im Namen des Volkes erlassen wurde, wird dem Volk vorenthalten. Denn Herrn Deubels Politikerschutz Persönlichkeitsschutz wiegt höher.

Tags: Ringprozess | Deubel | Urteilsverkündung |


Mittwoch, 09. Juli 2014

Heute vor 5 Jahren: Freizeitpark-Eröffnung und Nürburgring-Todesurteil durch Kurt Beck.

“Mit einem Festakt im neuen WARSTEINER Event-Center wurde am Donnerstag, den 9. Juli 2009, um 12 Uhr der zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ausgebaute neue Nürburgring durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, eröffnet.”

Dazu wurde diese Pressemitteilung mit diesen Pressebildern (Bild1, Bild2) verschickt. Hier auch der passende Jubelfilm dazu. Und in diesem Film kann man schön sehen, wie die stolzen Gockel Beck/Pföhler/Kafitz durch die Gegend laufen und wichtige Sprüche machen. Kurt Beck:

“… nach vorne schauen und nicht zögerlich und ängstlich vor sich hinsiechen. (..) Wer daran zweifelt, hat einfach Zukunftsängste. (..) Der rheinland-pfälzische Steuerzahler wird keinen Euro draufbezahlen. (..) Die Nürburgring GmbH wird ihre Kredite zurückzahlen wie jedes andere Unternehmen auch.”

Da darf sich Walter Kafitz natürlich nicht lumpen lassen:

“Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen: wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung!”

Vor drei Jahren hab ich zum Jahrestag noch geschrieben: "Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine."

Immerhin haben sie inzwischen Ingolf Deubel am Haken - 3,5 Jahre, wer hätte das gedacht.

500.000 Euro hat angeblich alleine die Eröffnungsfeier gekostet. Was haben sie sich gefeiert die Versager.

Heute liegt alles in Trümmern und keiner will’s gewesen sein.

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Eröffnungsfeier


Sonntag, 06. Juli 2014

Ratespiel: um welches Projekt handelt es sich?
  • In Rheinland-Pfalz.

  • Volkseigentum wurde unter Wert verkauft.

  • Keine Ausschreibung.

  • Ingolf Deubel mittendrin.

  • Verdacht auf verbotene Beihilfen.

Auflösung hier.

Tags: RheinlandFilz


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Montag, 30. Juni 2014

Hendrik Hering behauptet im TV, es habe keine Alternativen gegeben. Falsch!

Henrik Hering im SWR:

Damals wurden keine anderen verantwortbaren Vorschläge gemacht, wie man hätte anders handeln können. Und deswegen - will mal sagen - aus damaliger Sicht war das verantwortbar - es gab damals keine umsetzbaren Alternativen. Dass man nach 4–5 Jahren neue Erkenntnisse hat - dann schlauer ist - das zeigt das Leben auch in anderen Bereichen.

Ich darf dann mal kurz das Betreiberkonzept in Erinnerung bringen, das genau deswegen - ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand unter anderem von mir - ausgearbeitet wurde: um Alternativen aufzuzeigen.

Unser Motto damals am 27.April 2010:

“Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.”

Hier ist mein Mikebericht dazu: renn.tv/425.

Es gibt auch einen Audiomitschnitt und die anschließende Presseschau.

In Wirklichkeit haben sie sich beeilt, die Richter/Lindner Übernahme durchzuboxen. Denn die Einladungen für die Pressekonferenz in Mainz waren verschickt, der Termin bekanntgegeben. Dem wollte man unbedingt zuvorkommen - was man auch - am 26.März 2010 - geschafft hat.

Wir wurden absichtlich ausgebootet und der Vernichtungsfeldzug unbeirrt fortgesetzt.

Man hätte viele Fehler der letzten 4 Jahre vermeiden können, wenn man uns Gehör geschenkt hätte. Stattdessen ignoriert bzw. diffamiert man uns (“Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz”) und die geballte Arroganz kommt auch in dem Heringstatement hinterher sei man immer schlauer gut rüber.

Ingolf Deubel hat auch immer große Reden geschwungen und hat jetzt 3,5 Jahre an der Backe. Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe solche Möchtegern-Diktatoren wie Hendrik Hering und seine Bande bekommen ihre Quittung.

Tags: Hering | Insolvenz | Betreiberkonzept


Sonntag, 29. Juni 2014

Hendrik Hering und Carsten Kühl rücken zu Ingolf Deubel in die Riege der amtlichen Ringzerstörer auf.

SWR:

“Der neue Rechnungshofprüfbericht ergebe, dass die Überschuldungssituation der Ring GmbH schon 2010 klar erkennbar gewesen sei. Hering habe damals dennoch behauptet, dass die Landesregierung die Probleme in den Griff bekomme. Ebenfalls in der Kritik steht die durch Finanzminister Carsten Kühl (SPD) angewiesene zwischenzeitliche Finanzierung von 330 Millionen Euro über die Landesförderbank ISB, für die das Land auch noch gebürgt hatte. Laut Rechnungshof sei das Kreditausfallrisiko zu hoch gewesen - außerdem habe Kühl die Summe durch einen Nachtragshaushalt absegnen lassen müssen.”

Als ich Hendrik Hering auf Facebook um Stellungnahme gebeten habe, hat er mich kurzerhand gesperrt. Er hat dem Nürburgring im März 2010 den Todesstoss versetzt, als er - um die SPD über die 2011er Wahl zu retten - Kai Richter seine Gastro- und Hotelbauten für 100 (?) Millionen Euro abgekauft hat. Das konnte die Nürburgring GmbH überhaupt nicht verkraften.

Und Carsten Kühl war vor seiner Zeit als Finanzminister einer der 4 Verantwortlichen, die mit ihrer Aufsichtsratsentscheidung die Todesseuche Erlebnisregion im Nov. 2007 erst in Gang gebracht haben, schon daran hat sich die Nürburgring GmbH überhoben.

Tags: Hering | Kühl | Insolvenz


Freitag, 06. Juni 2014

Selbst der SWR wird jetzt deutlicher.

Bei SWR Zur Sache haben sie gestern das Nürburgring Thema vor dem Hintergrund der EU Vorlage durchleuchtet - erstaunlicherweise haben Beck, Kühl und Hering ordentlich einen mitbekommen. Und den Lewentz haben sie im Interview - für SWR Verhältnisse - kräftig gegrillt, der wäre fast geplatzt.

Erst geht’s um Rock am Ring (19:17) und dann kommt das allgemeinere Thema (25:55):

Videolink SWR.de / gibt es auch als Download.

Da sind dann solche Spitzen drin, dass Deubel und Beck zurückgetreten sind - die Beck’sche Ausrede mit der Gesundheit wird absichtlich nicht mehr erwähnt. Oder dass Kühl und Hering noch im Amt sind, obwohl sie Schuld an der Katastrophe haben.

Lediglich auf die Verantwortung von Roger Lewentz sind sie im direkten Gespräch nicht eingegangen - in seiner Verantwortung als Innenminister lag der Nürburgring seit der Landtagswahl März 2011.

Ich bleibe dabei: sollte die EU wirklich das vernichtende Urteil aussprechen, müsste meiner Meinung nach die Regierung zurücktreten und Neuwahlen ausgerufen werden. Denn dann wären die Massnahmen, die Hendrik Hering mit Rückendeckung der Regierung ergriffen hat, alle illegal und haben nur dem Ziel gedient, unter großen Verlusten für den Steuerzahler, die Landtagswahl 2011 zu gewinnen.

Die EU hat allerdings die Entscheidung - die heute hätte fallen sollen - vertagt. Das kann 2 Gründe haben: entweder versucht man das Urteil abzuschwächen oder der Verkauf geht doch nicht so sauber durch, wie es ursprünglich inszeniert wurde.

UPDATE:

In der WiWo steht, das die Beschwerde vom unterlegenen Bieter NeXovation der Grund ist.

Tags: ZurSache | Insolvenz


Samstag, 10. Mai 2014

Rheinland-Pfälzer wollen Kurt Beck nicht mehr in öffentlichen Ämtern sehen.

Die Leute, die ich so kenne, würden Kurt Beck’s dicken Hintern am liebsten zusammen mit Ingolf Deubel in einer Gefängniszelle sehen - und zwar möglichst lange. Aber das ist leider nur Wunschdenken.

Nach wie vor besetzt der Problembär aus der Pfalz wichtige Positionen, wo er immer noch Hebel in Bewegung setzen kann - zum Beispiel als Vorsitzender des Verwaltungsrates im ZDF oder als Vorsitzender der SPD-Friedrich-Ebert-Stiftung. Er selber hört sich gerne reden - am liebsten über sich selbst im Fernsehen.

Doch die Einschläge kommen näher: im SWR (!!) Staatsfernsehen hatten sie eine Umfrage und die Mehrheit ist dafür, dass Kurt Beck von allen Ämtern zurücktritt:

Im Zuge der Verurteilung des ehemaligen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) wegen Untreue am Nürburgring befürworten 54 Prozent der Rheinland-Pfälzer die Forderung der CDU, wonach Beck Konsequenzen ziehen sollte. Der frühere Ministerpräsident müsse sämtliche Ämter (z.B. Vorsitz der Friedrich-Ebert-Stiftung) abgeben, so die Union.

Tags: KurtBeck


Montag, 05. Mai 2014

Der 1.FCK hat die gleichen Probleme wie der Nürburgring: Ingolf Deubel und Kurt Beck.

Mit Fussball kenne ich mich nicht so aus, daher war der Beitrag im SWR gerade recht erhellend:

VIDEO: Die FCK-Story.

Stellt sich raus, dass da genauso größenwahnsinning an’s Werk gegangen wurde wie am Nürburgring. Es gibt sogar eine Prüfung der EU über verbotene Beihilfen!

Am Betzenberg war es das Verlangen der Verantwortlichen, sich im Ruhm der Fussball-WM zu sonnen. Und von dem Monsterstadion haben sich weder die Stadt noch der (Zweitliga-) Verein erholt - Ende offen.

(Danke für den Tipp Jörg! Du hattest Recht, viele Parallelen!)

Tags: KurtBeck | IngolfDeubel | Kaiserslautern


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Samstag, 12. April 2014

Warum ich ein Problem mit Falken Motorsport habe - und was das mit Kai Richter und Mediinvest zu tun hat.

Kai Richter gilt nicht nur für mich als der Totengräber des Nürburgrings, seine weltfremden Investitionen, die am Ende der Steuerzahler bezahlen musste, sollen nach nur ein paar Jahren wieder abgerissen werden. Doch die Folgen sind katastrophal: Insolvenz der Nordschleife mit anschließendem Verkauf des öffentlichen Eigentums.

Nichtmal vor dem N-Forum hat er haltgemacht - und es kurzerhand verklagt.

Unterstützt wurde er bei seinen Aktivitäten von einer Kommunikationsagentur in Hamburg: Dederichs Reinecke.

Hier ein paar Beispiele der professionellen Schönredner:

“Den geschäftsführenden Gesellschafter der Mediinvest GmbH und Leiter der Investorengruppe, Kai Richter, überzeugten insbesondere die Alleinstellungsmerkmale des Projektes: ”Das was hier entsteht, ist weltweit einmalig. Der Nürburgring ist emotional enorm aufgeladen und für Motorsport-Fans auf allen Kontinenten ein Muss. Keine Rennstrecke ist so stark traditionell verankert und bietet gleichzeitig auf eine moderne Art und Weise so viele unterschiedliche Angebote. Prof. Dr. Ingolf Deubel sieht den Nürburgring-Ausbau auch als Resultat der regionalen Verantwortung: “Der Nürburgring ist der wichtigste Frequenzbringer und Wirtschaftsmotor in der Region. Diese wird im hohen Maße profitieren. Der Ausbau verbessert nicht nur die wirtschaftliche Stellung des Rings, sondern stärkt auch alle anderen touristischen Angebote in der Region.”

"Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

“Erstmalig bot der Nürburgring am Grand-Prix-Wochenende auch für Besucher ein Abendprogramm, das sich hinter keiner Großstadt-Partymeile verstecken muss. Am Donnerstag flossen zum Fassanstich im Eifeldorf Grüne Hölle 500 Liter Freibier - natürlich vom eigenen Nürburger Bräu. Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit konnten wir das Eifeldorf Grüne Hölle, das Lindner Congress & Motorsport Hotel sowie den Lindner Ferienpark Nürburgring in Dress/Eifel bereits einige Tage vor dem offiziellen Startschuss in Betrieb nehmen und insbesondere auch der regionalen Bevölkerung präsentieren“, freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.”

Schön die Taschen voll gemacht und den Leuten Honig um den Mund geschmiert, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als der Nürburgring Unterstützung am nötigsten hatte.

Immer wenn Kai Richter einen Auftritt hatte …

… war Dederichs Reinecke - hier in Person von “Senior PR Berater” André Schmidt - nicht weit:

Der Nürburgring wurde immer tiefer reingeritten, doch was kümmert einen schon die Not der Nordschleife, wenn man Kai Richter die Tasche hinterhertragen darf?

Doch was hat das jetzt mit Falken Motorsport zu tun?

Seit 2011 vertraut die Reifenfirma auf die Dienste von Dederichs Reinecke

(Klick! für gross.)

… und ganz ehrlich: damit ist Falken für mich untendurch. Business as usual ist mit mir nicht drin, besonders wenn es um den Nürburgring geht.

Aktuell feiert man sich mit 100.000 Facebook Likes und hat auch einen entsprechenden Aufkleber auf dem Auto:

Ob diese 100.000 Facebooker wissen, daß sie - über Bande - dem Totengräber des Nürburgrings ihre Stimme geben?

Tags: Dederichs | Reinecke | Falken


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

4 Jahre Knast für Ingolf Deubel.

Das fordert die Staatsanwaltschaft heute für den Ex-Finanzminister, dem jetzt droht, daß er für Kurt Beck einsitzen muss.

Walter Kafitz soll nur Bewährung bekommen, das ist ja lächerlich - sowas wie eine mündliche Verwarnung. Wie lautet denn dann die Bewährungsauflage, daß er keinen zweiten Nürburgring mit Karacho gegen die Wand fährt?

Tags: Prozess | Deubel | Kafitz


Montag, 10. März 2014

Nürburgring-Prozess soll im April abgeschlossen sein.

Nach 1,5 Jahren soll am 16.April das Urteil gefällt werden. Heute und morgen hat die Staatsanwaltschaft ihren Auftritt und vertritt die Meinung, daß sich Ingolf Deubel der besonders schweren Untreue schuldig gemacht hat:

Anklägerin Müller-Ehlen wirft ihm seine zentrale Rolle an der Rennstrecke vor, die sie auch nach der Aktenlage für bewiesen hält. “Er bestimmte die Unternehmenspolitik”, habe als “zentrale Figur” die umstrittenen Finanzgeschäfte bis ins Detail auch buchhalterisch operativ gemanagt und Kafitz teils “vor vollendete Tatsachen gestellt”. Fazit der Staatsanwältin: Deubel hat sein Amt als Finanzminister und Aufsichtsratschef missbraucht und mehrfach “Untreue in besonders schwerem Fall” begangen - auch als es darum ging, erfolglosen Finanzvermittlern am Aufsichtsrat vorbei Hunderttausende an Honorar zuzuschanzen.

Das sehe ich auch so.

Tags: Prozess | Untreue | Deubel


Dienstag, 28. Januar 2014

Staatsanwaltschaft: ruinöser Niedergang des Nürburgrings ist logische Konsequenz der krachend gescheiterten Privatfinanzierung.

Aus dem Nürburgring-Prozess - nach 16 Monaten und über 50 Prozesstagen:

“[Staatsanwältin] Müller-Ehlen stellte die These in den Raum, dass der ruinöse Niedergang des Nürburgrings die logische Konsequenz der im Sommer 2009 krachend gescheiterten Privatfinanzierung des Ausbaus sei.”

Na was denn sonst? Ich wundere mich höchstens darüber, daß die immer von gescheiterter Privatfinanzierung reden - wenn Ihr mich fragt, haben die nie eine Privatfinanzierung gehabt, die überhaupt hätte scheitern können.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Prozess | Deubel


Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Montag, 02. Dezember 2013

Teuflisch perfide Theorie zum Nürburgringverkauf.

Wenn man die aktuellen Berichte zum Ausverkauf der Nordschleife liest, dann denkt man unweigerlich: so doof können die doch garnicht sein?

Das hat mich zum Nachdenken gebracht und inzwischen glaube ich auch nicht, daß die so doof sind. Was wäre, wenn das alles zum Plan gehört?

Welcher Plan - fragt Ihr?

Im Grunde genommen haben wir ein Déjà Vu: der Karren steckt metertief im Dreck, dann - und zwar erst dann! - treten windige Geschäftsleute auf den Plan und später, wenn keiner mehr die chronologische Abfolge kennt, ist man “auf dubiose Geschäftspartner hereingefallen”.

Genauso versucht man es aktuell im Deubel-Prozess, denn der Beck°Beton war längst errichtet und Steuergelder millionfach abgezweigt, als überraschenderweise irgendwelche Schecks geplatzt sind. Konnte ja niemand ahnen! Wir sind reingelegt worden!!

Doch, konnte man - das war nicht nur zu riechen, das war penetranter Gestank meilenweit gegen den Wind! Aber die Medien haben treudoof die Mär der Betrüger durch die Lande getragen und die Politiker reingewaschen.

Seht Ihr, genau wie jetzt auch! Denken sich die Beck-Berater: warum sollte ein Cunning Plan nicht ein zweites Mal funktionieren? Den Halbseidenen Tür und Tor öffnen, um den später - garantiert! - eintretenden Kollaps Anderen in die Schuhe zu schieben, am besten noch mit einer schön theatralischen Klage garniert. Staatsanwaltschaft und Justiz hat man als untergebene Abteilung in der eigenen Firma - der Regierung - ist doch perfekt.

Zugegeben, eine gewagte Theorie und vor allem: sehr perfide. Doch gerade dieses Spiel können sie gut in der RLP Regierung, das haben sie uns die letzten Jahre deutlich spüren lassen.

Hütchenspieler werden ernst genommen, während zeitgleich der ADAC gedisst wird - sorry, für so eine Inszenierung finde ich keine andere Erklärung. Für Ring, Region & Sport natürlich der Sargnagel, aber das juckt in Mainz schon lange niemanden mehr.

Vielleicht sind die Politdarsteller und ihre Inkompetenzverwalter viel abgebrühter, als sich das Unsereins in seinem braven, bürgerlichen Hirn vorstellen kann.

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Dienstag, 19. November 2013

Heute vor 6 Jahren war der Nürburgring 500 Millionen Euro reicher.

Am Ringtrauertag, dem 19.November 2007 - also heute vor 6 Jahren - hat der Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion beschlossen.

Der Jahresfehlbetrag lag Ende 2006 bei 40 Millionen Minus - hauptsächlich weil eine massive Rückstellung von 36 Millionen Euro gebildet wurde. (Nachzulesen im GmbH Bericht Nürburgring / Unternehmensregister). Dazu kommt noch das Kafitz’sche Management mit millionenschweren Fehlentscheidungen - z.B. Bikeworld. Bereinigt um das Missmanagement also eine augeglichene Bilanz - bitte glaubt nicht der Beck’schen Propaganda, daß die Rennstrecken sich nicht getragen hätten.

Warnung vor der Katastrophe - Flyer vom 15.September 2007: “Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.”

Stand heute, also 6 Jahre später: 560 Millionen Euro Schulden erwirtschaftet durch den Katastrophen°Park und beschlossen von 4 Männern, die es immer noch wagen stolz durch die Gegend zu laufen.

An diesem Ringtrauertag gedenke ich der armen Nordschleife, die unschuldiges Missbrauchsopfer wurde, um diese gigantische Geldumverteilungsmaschine in Gang zu setzen.

Tags: Ringtrauertag | Erlebnisgrab | Aufsichtsrat | Deubel | Pföhler | Härtel | Kühl


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Kurt Beck´s Zukunftskonzept für den Nürburgring - aka die große Geld- und Rennstreckenvernichtung.

Hier sind ein paar Restwerte aufgeführt:

  • Kongresshotel: 10,22 Mio Euro
  • Eifeldorf plus Hotel, Ferienpark und Personalhaus: 6,91 Mio Euro.

Also insgesamt etwas über 17 Millionen Euro.

Und wieviel hat es gekostet?

Kurt Beck beschreibt das auf seiner Homepage majestätisch so:

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

Oder in Zahlen: stramme 115 Millionen Euro hat der Teilbereich 2, von dem hier die Rede ist, gekostet (siehe Kostenaufstellung renn.tv/1714). Also der Teil, der jetzt - 3 Jahre nach Neubau - noch ca. 17 Millionen Euro wert ist.

Nur falls mal jemand wissen will, wie der Nürburgring in die Insolvenz geritten wurde - so ein “Deal” hätte auch ganz andere Firmen in die Pleite getrieben.

Mir konnte auch noch keiner die Frage beantworten, warum vor 3 Jahren die Verstaatlichung der Immobilien - also DER KAUF - so ein tolles Zukunftskonzept sein soll, wenn 3 Jahre später und ca. 100 Millionen Euro weniger das jetzt wieder AN PRIVAT VERKAUFT werden soll.

Natürlich werden Kurt Beck oder sein Spannmann Hendrik Hering für die 100 Millionen NICHT zur Verantwortung gezogen, was habt Ihr denn gedacht. Das ist Strukturpolitik!

Tags: Erlebnisgrab | Mediinvest | KurtBeck | HendrikHering | Insolvenz


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Heute vor einem Jahr startete der große Nürburgring-Prozess.

Und was ist bis jetzt dabei rausgekommen? Nichts. Uns wird wieder bitter vor Augen geführt, wozu Politiker in der Lage sind, wenn sie schön alle zusammenhalten. Da passt es dann auch in’s Bild, wenn der jetzige Justizminister damals die Freizeitpark-Ruine mit Händen und Füssen im Parlament verteidigt hat. Oder der jetzige Finanzminister damals im 4-köpfigen Nürburgring-Aufsichtsrat saß. Oder der damalige Ministerpräsident heute unbeirrt durch die Fernsehtalkshows tingelt und Beraterpöstchen von der Industrie annimmt.

Als ich vor 1 Jahr nach Koblenz gefahren bin, um mir persönlich ein Bild vom ring°prozess zu machen, hatte ich gehofft, dadurch Leute anregen zu können die einzelnen Prozesstage als Community begleiten zu können. Immerhin ist die ganze Sache öffentlich und es kommen Details zur Sprache, die man nur als Kenner der Szene richtig deuten kann. Und in dem Einzugsgebiet von Koblenz, das ja nur 60 km vom Ring entfernt ist, sind einige Leute mit Benzin im Blut anzutreffen.

Daraus ist leider nichts geworden, denn das mit dem Team-Gedanken entpuppte sich schnell als “Toll-Ein-Anderer-Macht’s” und die entsprechende Facebook-Gruppe wurde zur Link-Abladestelle für die Zeitungsartikel. Da waren zwar auch ein paar gute dabei, aber größtenteils das übliche oberflächliche Nachbeten der gewohnten Propanda, um Abläufe und Handlungen zu verschleiern, die Öffentlichkeit zu verwirren und sich selber als vollkommen unschluldiges Opfer dazustellen.

Ich würde mir sehr wünschen, wenn statt dem “Und? Was gibt es Neues?” mehr aktive Beteiligung der Bürger stattfinden würde, um die Vorgänge zu hinterfragen und Ungereimtheiten aufzudecken.

Bis zum 10.Dezember seien weitere 16 Verhandlungstage angesetzt, die Anwälte wird es freuen.

Clemens Hoch, damals Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Nürburgring Untersuchungsausschusses (heute ist er übrigens Ministerialdirektor bei Beck’s Nachfolgerin Malu Dreyer) erklärt den Baubeginn, der der Anfang vom Ende war, so:

“Wir finanzieren quasi nur vor und dann kommt der Investor und es amortisiert sich von selber und wir können auch noch die Formel 1 erwirtschaften.” (18:48 Min.)

Vor Ort am Nürburgring kann man reden mit wem man will: alle sind sich einig, daß hier ein großes Verbrechen verübt wurde. Nur zur Verantwortung gezogen wird dafür in unserem Rechtsstaat niemand.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Montag, 01. Juli 2013

0,8 Mio Euro veruntreut? Ich komm auf das 600-fache.

Also in Mainz möcht ich nicht leben müssen, die Medien dort reiben den Leuten immer neuen Sand in Augen. Wie jetzt bei einem weiteren Verhandlungstag im Untreueprozess, da wird unkritisch ohne Hinterfragen die Zahl 800.000 Euro als Untreue weiterverbreitet.

Dabei wissen wir inzwischen, daß die Nürburgring GmbH mit satten 550 Millionen in der Kreide steht und alle Immobilien zusammen - also inklusive Nordschleife! - auf einen Restwert von ungefähr 70 Millionen kommen. Das heißt nach meiner Milchmädchenrechnung mal mindestens 480 Millionen Euro veruntreut in den letzten 6 Jahren.

Aber in Rheinland-Pfalz überrascht mich längst nichts mehr, da hat der als Zeuge geladene Justizminister überhaupt keine Hemmungen mal vorher den vorsitzenden Richter anzurufen.

UPDATE:

Ursula Samary greift das in der Rhein-Zeitung mit Jochen Hartloff’s Anruf nochmal gesondert auf.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Montag, 08. April 2013

Neues vom Deubel-Prozess.

Heute ein kurzer Bericht im SWR mit neuen Zeugen-Vorladungen:

“Die Anklage wirft den Bankmanagern mangelnde Sorgfalt vor. Der Weiterbau sei offenbar wichtiger als die Prüfung der Wirtschaftsverhältnisse von Kai Richter gewesen.”

Kann man sich hier nochmal angucken.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Mittwoch, 16. Januar 2013

Beck ist weg. Amtlich.

Der Leidensweg vieler Motorsportler im Schnelldurchlauf:

16.01.2013 Kurt Beck tritt zurück
20.07.2012 Nürburgring meldet Insolvenz an
10.12.2009 Walter Kafitz wird fristlos entlassen
09.07.2009 Kurt Beck eröffnet Freizeitpark
07.07.2009 Ingolf Deubel tritt zurück
19.11.2007 Freizeitpark wird beschlossen
26.10.1994 Kurt Beck wird Ministerpräsident RLP
01.04.1994 Walter Kafitz Nürburgring Geschäftsführer

UPDATE:
Ausgerechnet 1927 ist die Nummer für diesen Blogeintrag. Das ist doch kein Zufall.


Montag, 31. Dezember 2012

1783 war ein hervorragendes Jahr.

“Mozart schrieb seine Krönungsmesse, die Gebrüder Mongolfier stiegen in den Himmel auf und England erkannte die Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten an.”

(Habt Ihr’s erkannt?)

2012 war aber auch nicht schlecht, obwohl einige sehr traurige Dinge passiert sind.

Ich persönlich schau am Jahresende immer gerne durch meine Bildersammlung. Dank guter Archivierung geht das ganz gut.

Insgesamt sind es 2012 wieder über 20k Bilder geworden, genau 24.535 Stück, das ist so in der Größenordnung der Vorjahre. Aber nur die Hälfte davon mit der Spiegelreflex, der Rest hauptsächlich mit iPhone, erst das 4er und seit drei Monaten das 5er.

Dadurch bin ich in 2012 auch Fan von Olloclip und Instagram geworden, mein erstes IG-Foto war dieser Haribo Porsche im Januar:

Dabei habe ich ursprünglich nach einem Workflow für das Unterwegsbloggen gesucht - nämlich die Radtour nach Le Mans:

Das war schon speziell, dort war ich nämlich zum ersten Mal und die Radtour war nicht ohne. Aber das mit dem Bloggen hat super funktioniert.

Aber muß der schöne Deltawing ausfallen? Direkt vor unseren Augen?

Ein paar Tage vorher ich noch so:

Denn den Frison haben se’ jetzt auch unter der Haube:

Und als wär das nicht schon genug Programm für so wenig Zeit, kurz vorher war auch noch das 24h-Rennen am Ring:

Das ich ebenso besucht habe wie auch alle VLN-Läufe - ein Programm, das ich mir seit über 10 Jahre gönne.

Ich freu mich dann über jeden N-Aufkleber der mitfährt - und das waren wieder einige!

Und auch Save The Ring, sozusagen der outgesourced’e Ärger, darauf hätten wir alle gern verzichtet, so um unser Volkseigentum Nordschleife kämpfen zu müssen.

Die Geburtstagsfeier zum 85. fiel ziemlich dünn aus, keiner hat an den Ehrentag gedacht. Also fast keiner:

Hat aber nichts genützt, denn dieses Jahr wurde die Insolvenz amtlich besiegelt. Zum Geburtstag.

Vielen Dank nach Mainz, das habt Ihr sauber hinbekommen. Immerhin verlässt der Hauptschuldige die Bühne, wenn auch mit vollen Taschen statt an den Füßen aufgehangen.

Und der Deubel/Kafitz Prozess hat begonnen, habe ich mir auch nicht entgehen lassen. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht:

STR-mäßig hat man sich ausgerechnet in Oschersleben richtig Arbeit gemacht:

Und bringt das Größte aller STRs zum Ring:

Das sieht in echt:

… so schön aus wie in 1:43

In der Reihe der Highlights darf der Steff nicht fehlen, hat sich in seinem ersten Jahr als DTM-Team sauber verkauft, der Lauf am Nürburgring war für uns alle ein emotionales Ereignis:

Dann war da noch der Besuch auf der CeBIT:

Die erste ernsthafte Ausfahrt in einem nicht-selbstgebauten Schalterkart:

Der Besuch hier um die Ecke bei Kremer:

Ebenso wie bei Ekkehard Zimmermann:

Und die vielen zufälligen und schönen Erinnerungen und Schnappschüsse, zum Beispiel dieses hier mit Aziz, solche Fotos gefallen mir:

Und wenn Ihr bis hierhin gekommen seid, dann seid genau Ihr es - meine geschätzten Blogleser und -liker - denen ich ganz besonders danken möchte für das regelmäßige Reinschauen, die Unterstützung und Aufmunterung, die ich auf vielfälltige Weise von Euch bekomme.

Genießt die Ruhepause, rutscht gut in’s neue Jahr und 2013 greifen wir wieder an!


Samstag, 22. Dezember 2012

Zulassungsvoraussetzung für Wohnzimmer Parc Fermé.

N Aufkleber:

instagram.com/p/TiO8UZGxXJ


Donnerstag, 20. Dezember 2012

32 Jahre und 4 x Ja zum Nürburgring!

Alle 4 BMWs auf einem Bild - 32 Jahre Nürburgring und BMW Geschichte:

Hier gibt es das Bild auch in gross (1,3 MB) und hier den Facebook-Post bei STR.

1980 war ich noch nicht so intensiv am Ring im Einsatz, das Bild von dem M1 konnte ich beim OGP 2007 schießen.

Aber Otto Flimm mit Ja zum Nürburgring war damals schon die treibende Kraft, der M1 kämpfte für den Bau der Grand Prix Strecke (die ja dann auch 1984 eröffnet wurde).

Als kleine Einstimmung für die Z4 Modellautos, die heute in den Versand gehen - ich bin auch schon sehr gespannt, wie der kleine STR BMW geworden ist!

Und beim 24h-Rennen in Dubai soll der Z4 auch wieder in’s Rennen gehen - schwer beeindruckender Einsatz von Schubert Motorsport und seinen Fahrern.


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wisst Ihr, wer beim 24h 2008 die Pokale übergeben hat?

Als Manthey Racing seinen 3.Sieg in Folge feierte, auch der zweite Platz an Manthey ging und die Frikadellis Dritte wurden?

Das war Ingolf Deubel:

Ist mir beim Durchgucken von alten Bildern aufgefallen. Damals war die Baustelle schon voll im Gange, vom Siegerpodest sah das so aus:

Ausgerechnet der Mann, der die Nordschleife mit Anlauf in die Grütze reitet, gratuliert den Helden des 24h-Rennens.

Ein Jahr später bei der Formel 1 hatte er nicht so einen Wichtigtuerauftriff: da ist der Herr Finanzminister wegen seinem Nürburgring-Desaster zurückgetreten.


Montag, 19. November 2012

Die Hinrichtung - heute vor 5 Jahren.

Auf den Tag genau wurde heute vor 5 Jahren der Nürburgring zerstört.

Am 19.Nov.2007 hat der Mini-Aufsichtsrat vom Nürburgring - nur 4 Leute - den Bau der Erlebnisregion beschlossen. Und nur kurz später - am 10.Dezember - wurde dann auch die Haupttribüne gesprengt.

Obwohl es damals Leute mit Durchblick und Courage gab, aber das Diktat aus Mainz war stärker. Und so wurde über die Köpfe hinweg entschieden, die CDU Lokalpolitik im treuen Gleichklang mit der SPD Landesregierung.

Zuschauerzahlen als auch Privatinvestoren wurden vorgestellt, aber real wurde beides nie. Die Frage ist, ob es das jemals war. Bei den Zuschauerzahlen kann man angesichts der faustdicken Pleite meiner Meinung nach nicht mehr von Beschönigen sprechen, zumal fast eine halbe Milliarde Euro Steuergeld aufgrund dieser Prognosen den Besitzer gewechselt hat. Und der Nürburgring in eine faustdicke Pleite geritten wurde, die noch von unseren Nachfolgegenerationen ausgebadet werden darf.

Die mahnenden Stimmen in den letzten 5 Jahren wurden wahlweise beleidigt, diffamiert, verspottet, unter Druck gesetzt, isoliert oder mit professionellen Propangandamaschinen bearbeitet. Machmal auch alles zusammen. Es hat zwar nachgelassen, aber auch ich kann ein Lied davon singen.

Und die 4 Hinrichter? Der Aufsichtsrat?

Ingolf Deubel, SPD

Zurückgetretener Finanzminister von RLP. Der Einzige der Vier, der sich vor Gericht verantworten muß. Aber nicht wegen diesem Beschluß.

Carsten Kühl, SPD

Befördert worden, damals Staatssekretär, heute Finanzminister von Rheinland-Pfalz.

Jürgen Pföhler, CDU

Nach wie vor Landrat vom Kreis Ahrweiler. War er 2007 auch, er ist das schon seit 2000. Also kein Unbedarfter.

Roland Härtel, SPD

War Staatsekretär wie Kühl und hat ein trockenes Plätzchen im Lotto Verwaltungsrat gefunden. Ist aber in der Nähe vom Ring nicht mehr auffällig geworden. (Falls da einer Infos für mich hat?)

Darauf hab ich auch beim 4.Jahrestag hingewiesen, ich werde auch nicht müde das weiterhin in die Erinnerung zu rufen.

Walter Wirz (CDU) meinte übrigens damals, daß das Scheitern des Projekts ein Desaster für die Region wäre. Also bevor gestartet wurde:

“Die CDU-Landtagsfraktion steht nach wie vor zu diesem Projekt. Wir wollen, dass es im Sinne der Menschen verwirklicht wird. Alles andere würde einen massiven wirtschaftlichen Schaden bedeuten.”

Davon will er und der Rest der CDU heute natürlich nichts mehr wissen.

Vergleicht mal die Sprüche von damals:

Noch im September hatte der Aufsichtsrat den Baubeschluss vertagt, um weitere Gutachten zu Kosten und Risiken des Projekts abzuwarten. Das Ergebnis dieser «sehr kritischen Überprüfung» sei äußerst positiv gewesen, betonte Deubel. Insbesondere stehe die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pläne in keiner Weise in Frage.

mit der Realität von heute. Und dann hört Euch mal an, was Politiker heutzutage so von sich geben.

Das Land nehme allerdings kein Geld in die Hand, betonte Deubel.


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Freitag, 09. November 2012

Wide wide wie sie mir gefällt.

Kaum macht die Rhein-Zeitung ein grosses Interview, da ist Kurt Beck auch schon wieder auf dem Pippilangstrumpftripp.

Wisst Ihr wer jetzt schuld ist am Nürburgring-Untergang? Die Weltwirtschaftskrise!! Der Mensch ist selbst auf seine letzten Tage noch so krass drauf, da bin ich echt froh keine Haare zu haben. Weil die würd ich mir sonst unweigerlich ausraufen.

“Es gab die Fehleinschätzung, den Freizeitpark maßgeblich privat zu finanzieren. Dass das nicht gelungen ist, dazu hat aber auch die damalige Weltwirtschaftskrise beigetragen.”

Dann kommt wieder die Ernst & Young Ausrede, das waren die, die in ihrem Auftragsgutachten alles passend gerechnet haben. Das bringt er die letzten Monate immer:

“Die Dimensionen sind, auch wenn wir uns hier auf ein Gutachten gestützt haben, unbestritten zu groß geraten.”

Kein Wort über RichterLindner (was haben die gegen den eigentlich in der Hand?), dafür wieder aber die pösen pösen Betrüger:

“Schließlich wurde nicht gesehen, dass man mit den damaligen Geschäftspartnern bei der Finanzierung danebengegriffen hat.”

Und dann noch diese Formulierung:

“Ich halte mir vor, dass ich die Reißleine zu spät gezogen habe.”

die suggerieren soll, als habe er jemals diese tolle Leine gezogen. Aber genau das HAT ER BIS HEUTE NICHT! Im Gegenteil, immer wieder verschleiern, vertuschen, täuschen und tricksen, bis der Karren komplett vor die Wand geknallt ist mit der Insolvenz.

Dann kommt aber noch ein kleiner Seitenhieb Richtung (Ex-?) Freund Ingolf Deubel:

“Als dieser Nachweisbetrag zum zweiten Mal in die Schweiz überwiesen wurde, hätte man Nein sagen müssen. Zugleich bin ich fest überzeugt, dass der damalige Finanzminister Ingolf Deubel mir oder dem Kabinett in keiner Weise oder aus irgendwelchen egoistischen Motiven etwas gesagt hat, was er zu diesem Zeitpunkt nicht selbst so eingeschätzt hat.”

Wenn man genau hinhört, dieses “egoistische Motive” wird zum ersten Mal verwendet und da wird wohl schon die Argumentationslinie aufgebaut, daß Ingolf Deubel der einzige Sündenbock bleibt. Der ist ja auch schon zurückgetreten und ein weiteres Opfer darf es (politisch gewollt?) nicht geben. Die haben anscheinend echt vor den komplett aus dem Fenster zu hängen und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Judoschwarzgurt das mit sich machen lässt.

Seine Nachfolgerin - die wie Beck auch vor Gericht als Zeugin aussagen soll - ist auch schon eingeschworen:

“Ich sehe meine Verantwortung als Kabinettsmitglied. Und das betone ich jetzt auch noch einmal. Aber ich sage auch: In der Landesverfassung ist die Ressortzuständigkeit festgelegt. Ingolf Deubel hat im Kabinett mündlich berichtet. Und es gab keinen Anlass zu glauben, dass er die Steuerung dieses Projektes nicht mehr in der Hand hat.”

Also da hätte ja NIEMAND mit rechnen können, daß der Ingolf Deubel das etwa nicht im Griff habe. Oder sollte er tatsächlich aus egoistischen … NEIN - undenkbar!

Da trifft es sich gut, daß dieser 500+ Millionenbeschluss offensichtlich nur mündlich besprochen wurde. Dieser lästige Papierkram auch immer.

Ressortzuständigkeit! Also bei Ingolf Deubel das Freizeitparkministerium? Nicht ganz, dafür aber Aufsichtsratsvorsitzender Nürburgring GmbH, ISB Grußwörtler und Finanzminister in Personalunion. Was soll da schon schief gehen!?

Eine Sache stimmt mich aber optimistisch: Frau Dreyer spricht explizit über traditionsreiche Rennstrecke. Nur im Zusammenhang versucht auch sie zu suggerieren, was leider nie der Fall war: “Es ging immer darum, diese traditionsreiche Rennstrecke zu erhalten und etwas für die Region zu tun.

Mit etwas Feintuning passt es. Einfach zu erhalten mit auszusaugen ersetzen und die Region mit private Bankkonten - schon sind wir uns wieder einig.


Samstag, 03. November 2012

Was passiert, wenn die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Der Brief ohne Antwort an Kurt Beck vom 15.März 2007.

Wörtlich:

“Was geschieht jedoch, wenn das Projekt als ganzes scheitert und die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Die Folgen für die gesamte Eifel wären unabsehbar.”

So wurde es als offener Brief am 15.März 2007 aus Nürburg an Kurt Beck geschickt. Ganze 8 Monate bevor am 19.November 2007 der Bau der Erlebnisregion durch den Nürburgring Aufsichtsrat beschlossen wurde (Deubel, Pföhler, Härtel, Kühl).

Heute - 5,5 Jahre später - ist der Konkurs amtlich, aber im Gegensatz zur Rennstrecke und der Eifelregion sind die Folgen für die Verantwortlichen - allen voran Kurt Beck - übersichtlich.


Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Keinrückzug der NAG.

Die Rheinzeitung war mal so nett bei der neuen Betriebsgesellschaft nachzuhaken: die haben die Insolvenzverwalter schonmal vorsorglich gegründet, falls es schnell gehen soll. Anscheinend will man das der Nürburgring GmbH damit garnicht mehr anvertrauen. Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll, aber zumindest wär dieses Rätsel für’s erste geklärt.

Und die NAG so? Verlegt ihren Sitz von Nürburg nach Düsseldorf. Als der ganze NAG Horror anfing gab es erst eine Firma in Düsseldorf, die später umbenannt und nach Nürburg verlegt wurde. Also der Anfang vom Ende? Das sei kein Rückzug. Also wenn das kein Rückzug ist, was dann?

Vielleicht sind es ja auch ganz praktische Gründe, für mindestens 2 Leute verringert sich der Weg zur “Arbeit” ja drastisch. Oder man möchte sich aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz retten, dann wären andere Behörden zuständig. Also nicht das was Ihr jetzt denkt, sondern so ganz banale Sachen wie Finanzamt z.B.

Es gibt aber noch andere Firmen mit Kai Richter Beteiligung, die in Düsseldorf sitzen, die Grand Prix Rheinland-Pfalz (!) oder die Nürburgring TV GmbH fallen mir spontan ein. (Siehe auch WiWo.)

Was natürlich auch sein könnte, daß sie die Betongebirge mit dem ganzen ro°tz nicht mehr sehen können. DAS könnte ich sogar verstehen. Können sie alles mit nach Düsseldorf nehmen, wir Steuerzahler machen auch einen guten Preis: das, was der Herren Deubel und Hering in unserem Namen dafür ausgegeben haben. Wieviel war das nochmal? 115+215 Millionen? Schnäppchen!


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die ersten zwei Wochen ring°prozess ...

… sind zu Ende und immer noch sitzt keiner im Gefängnis! Naja, man wird ja noch träumen dürfen ;)

Ich bin mir allerdings sicher, daß keiner der 6 Angeklagten damit gerechnet hat, daß sie mal auf der Anklagebank landen. Ist doch auch schon was. Knapp 5 Jahre nach dem Spatenstich.

Insgesamt gab es jetzt 6 Verhandlungstage, jeweils Di/Mi/Do in den letzten 2 Wochen. Ingolf Deubel hat alleine für seinen “Vortrag” 10 Stunden gebraucht, über mehrere Tage verteilt.

Der Controller der Nürburgring GmbH - Michael Nuß - oder wie Ingolf Deubel das nennt “aus der Nuß-Ecke” - wirkt bedauerlicherweise jetzt schon aufgebraucht. Mit den Nerven am Ende nennt es die RZ, Judo-Schwarzgurt Deubel geht rein optisch erstmal als der stolze Sieger von der Matte.

Siehe auch Volksfreund bzw. hier auch, SWR, und Allgemeine Zeitung.

Andrea Thelen von der Blauen Ecke hat auch mal die Gelegenheit genutzt die öffentliche Gerichtsverhandlung zu besuchen. Kann man nur empfehlen sich das anzusehen, nächster Verhandlungstermin in Koblenz ist am Dienstag. Laut SWR sollen dann die Beamten des Landeskriminalamt aussagen. Die hätten seinerzeit u.a. auch ausgerechnet vor Urs Barandun gemahnt. Von dem Deubel jetzt meint, er habe ihn mit krimineller Energie betrogen.

Nee iss klar.

Und Kurt Beck? Der meint unterdessen er werde trotz Rücktritt auch weiterhin politisch arbeiten - das kann man dann durchaus als ernstzunehmende Drohung ansehen.

Eine gute Gelegenheit auch noch einmal beim Wilhelm Hahne vorbeizuschauen, der aktuell das Thema anschneidet, Ingolf Deubel habe nie in die Geschäftsführungsaufgaben eingegriffen. Muss man wahrscheinlich im Gesamtzusammenhang sehen, des Deubels neuestes Lieblingswort.


Die-Schuld-der-Anderen auch heute im SWR.

Zur Sache RLP” widmet sich um 20:15 Uhr u.a. mit dem Herrn Deubel, der sich völlig unschuldig darstellt und sehr zufrieden ist “endlich einmal alles im Zusammenhang” dazustellen.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Heute war wieder Die-Schuld-der-Anderen ...

… von Ingolf Deubel.

Die Rhein-Zeitung hat was zum 4.Prozesstag, dpa, dadp und die FAZ auch.

Warum wird der Prozess eigentlich nicht in’s Internet übertragen?

Banken von “Gegnern” bombardiert? Welche Gegner? Die hat es doch angeblich so gut wie garnicht gegeben. Und überhaupt: woher sollen die gewusst haben, von welchen Banken die Rede ist? Und wenn das soviele Banken waren, die alle zurückgezogen haben, sollte es da nicht klingeln? Hallo McFly?

Ich weiß was noch schädlicher für die Nürburgring Gesellschaft war als ein drohender Baustopp: der Baustart.

Wer hat den nochmal in Gang gesetzt? Ohne stehende Finanzierung? Auf gefälschten Zahlen basierend?

Keine weiteren Fragen euer Ehren.


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

3.Prozesstag

Der “Prof.Dr. Ingolf Deubel” hat heute seinen Monolog fortgeführt und ist noch nicht fertig mit seiner Abrechnung. Obwohl die komplette historische Anlage in die Insolvenz getrieben wurde und nutzlose Betontrümmer vor sich hinschimmeln - mit ihm hat das alles nichts zu tun. Frei nach dem Motto “Die Schuld der Anderen” hat er heute gerechtfertigt und um sich geschlagen.

Zum Glück verfolgen Journalisten die Verhandlungstage aufmerksam - von der Bevölkerung gibt es leider wenig Anteilnahme. Grade mal 10 Leute schaffen es in der 100.000 Einwohnerstadt Koblenz - die mit 60 km Entfernung zum engeren Ring-Einzugsgebiet gehört - in den öffentlichen Gerichtssaal.

Hier ein paar Links von heute zum Nachlesen:

Nächsten Dienstag geht’s weiter.


Montag, 08. Oktober 2012

188 Seiten Anklageschrift.

So dick starten die durch nächsten Dienstag in Koblenz beim ring°prozess, die Rhein-Zeitung bereitet schonmal gedanklich vor.

Sowohl Kai Richter als auch Kurt Beck möchten man als Zeugen sehen. Die Ermittlungen gegen Kai Richter laufen noch - gegen Kurt Beck wird leider (noch?) nicht ermittelt.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Donnerstag, 26. Juli 2012

Politisches Versagen - oder Vorsatz?

Stellt sich raus, daß eigentlich alle sehenden Auges in die Nürburgring-Pleite geritten worden sind:

Das hat meiner Meinung nach nichts mehr mit politischem Versagen zu tun, sondern ist ganz übel unter höchstem Risiko verzocktes Steuergeld.

Wann winkt da endlich mal einer mit Handschellen? Gibt es sowas überhaupt in RLP?


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Dienstag, 17. Juli 2012

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Das Nürburgring Desaster wird sicher in die Geschichte eingehen, aber man kann jetzt schon - wo der Scherbenhaufen vor einem liegt - ein Resumee ziehen. Und ich mir den Frust von der Seele schreiben, denn rückblickend ist die Entwicklung entlarvend transparent.

Meiner Meinung nach war alle Argumentation Pro-Erlebnisregion von Anfang vorgeschoben und ich habe auch von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht. Natürlich bin ich traurig, daß das Desaster nicht verhindert werden konnte, ich persönlich habe mich ziemlich aufgerieben bei dem mißlungenen Versuch.

Walter Kafitz war 15 Jahre lang Geschäftsführer am Nürburgring, ziemlich genauso lange wie Kurt Beck Ministerpräsident. Die beiden verstanden sich wohl auch ganz gut. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem der Landesrechnungshof nicht auf die Verfehlungen in der Eifel aufmerksam gemacht hätte. Selbst die krassesten Fehlentscheidungen wurden gedeckelt und die Millionen sind nur so davongeflossen (Bikeworld, Rennfahrerschule, alte Erlebnisregion, altes Pressezentrum, sprunghafter Gehälteranstieg usw. usw.). Als Außenstehender hatte man den Eindruck, das dürfe mit politischer Rückendeckung beliebig die Kontrolle verlieren.

Ende 2007 hat dann der Nürburgring Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion genehmigt, dafür mußte natürlich erstmal großflächig abgerissen werden.

Man hat private Investoren versprochen - der Gemeinde Nürburg sogar schriftlich zugesichert - die aber leider nie die Bühne betreten haben.

Bis auf einen: Kai Richter. Und der wurde als der große Heilsbringer zelebriert, ein Mann mit enormer Projekterfahrung und erfolgreich sowieso. Und sowas von millionenschwer, wie es sich für einen anständigen Investor gehört.

Was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfahren sollte: dem guten Mann “sind die Kreditgeber abgesprungen” - sowas aber auch. Da muß man natürlich helfen, weil sonst ist das schöne Investormärchen ja dahin. Zumal es auch nur diesen Einzigen gab. Da traf es sich gut, daß der Ingolf Deubel nicht nur dem Nürburgring vorstand, sondern auch den rheinland-pfälzischen Finanzen. Über 85 Millionen Euro aus Landeskassen sollten es am Ende sein, die dem “Investor” Stück für Stück überwiesen wurden.

Währenddessen wurde fleißig gebaut, natürlich ohne öffentliche Kontrolle, weil privat. Ausschreibung? Aber nicht doch. Und es entstanden Firmengeflechte, die mit ihrer Mehrdimensionalität schwer auf Papier zu bringen waren.

Am Ende wurden aus den projektierten 215 Mio. Euro 330 und heute wissen wir, daß die wirkliche Zahl belastbar in der Nähe von 400 Millionen Euro liegt. Die WiWo listet aktuell 413 Mio. Euro Schulden für die Nürburgring GmbH, 2006 - also vor dem Bau - hatte sie 27 Mio. Euro Verbindlichkeiten bilanziert.

Und was machen die Verantwortlichen?

Fangen wir mal oben an, nach unten läßt sich fast beliebig fortsetzen und soviel Platz wollte ich dem Post hier dann doch nicht einräumen.

Kurt Beck

… kommt mir ziemlich verzweifelt vor. Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber am Ende seiner politischen Laufbahn droht ihm das Risiko, daß ihn der Nürburgring-Knall in Stücke reißt. Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht mehr, die Nachfolger für die Wahl 2016 scharren schon mit den Hufen. Wie es einem Ministerpräsident ergehen kann, der nicht mehr Kraft seines Amtes dirigieren kann, erleben wir gerade in Baden-Württemberg im Fall Mappus. Das weiß auch Kurt Beck und jetzt versucht er verzweifelt zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Ingolf Deubel

… hat zwar eine über 100 Seiten dicke Anklage auf seinem Schreibtisch liegen, aber - einflußnehmend oder nicht - ob es überhaupt zum Prozess kommt, läßt das Gericht offen. Und vertröstet - mal auf den Sommer, dann auf den Herbst und dann vermutlich auf Ende des Jahres. Und so zieht der honorige “ehemalige Finanzminister” über die Lande und beschert SPD-Ländern mit seiner Deubel Government Consulting teure Einblicke in das Thema Schulden.

Carsten Kühl

… hat ihn beerbt als Finanzminister, hat er doch brav die Aufsichtsratsentscheidungen am Nürburgring mitgetragen. Man erkennt schnell, welches Profil in RLP karrierefördernd ist.

Jürgen Pföhler

… schüttelt fleißig Hände als großer Landrat, der der Region doch soviel Unheil gebracht hat … ebenso wie …

Hermann-Josef Romes

… der Lächler schlechthin, keine Kamera in der VG Adenau ohne sein freundliches Gesicht. Das er auch beim Spatenstich für die Erlebnisregion mit Wonne aufgesetzt hat.

Eveline Lemke

… auf der vor der Landtagswahl im März 2011 die Hoffnung einer ganzen Region lag. Wähler, die niemals zuvor ein grünes Kreuzchen gemacht haben, gaben voller Euphorie Rückendeckung. Um im Regen stehengelassen zu werden. Ein letzter großer Auftritt bei der Formel 1 vor genau einem Jahr. Der kleinen Ansammlung der Demonstraten Mut zugesprochen, während Kurt Beck im Fahrerlager posierte. Dabei hat gerade sie durch ihr monatelanges Mitwirken vor Ort ein konkurrenzloses Insiderwissen verglichen mit ihren Mainzer Kollegen und durch ihre Einsetzung als Wirtschaftsministerin auch die entsprechende Machtposition. Ob in den Mainzer Regierungskantinen rückgratsauflösende Mittel zugesetzt werden?

Die Vielen hier nichtgenannten

… brauchen nicht glauben, daß man sie vergisst. Nur ich zumindest habe heute abend keine Lust mehr sie mir mehr als nötig in Erinnerung zu rufen.

Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.

Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.

Was motiviert solche Leute zu diesen krassen Fehlentscheidungen? Ist es Skrupellosigkeit, Profitgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Realitätsverlust - oder vielleicht ein bisschen von allem? Oder sind sie einfach nur ganz banal überfordert?

Der Aufsichtsrat hat nicht nur völlig versagt in der Kontrolle, sondern auch die katastrophale Entscheidung getroffen, die bestehenden Gebäude einzureißen und für 400 Mio Euro die Aussicht zuzubetonieren.

Ausbaden darf nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der gemeine Sportler, Motorsportfan und Nürburgring-Historiker, dem nicht nur die einmalige Sportstätte genommen wird, sondern der für die Hinrichtung durch langsames Ausbluten auch noch bezahlen muß.

Die Leute, die sich gegen die Entwicklung gestemmt haben, sind so wenige, man kennt sich inzwischen persönlich.

Die, die tatenlos zugesehen haben, und/oder sich die Taschen mal mehr - mal weniger - gefüllt haben ohne Rücksicht auf soziale und historische Verantwortung, ist leider ungleich größer. Auch sie sind bekannt, doch es schert sie wenig. Einige haben sich schon nach erfolgreichem Ausweiden des Nürburgrings anderen Tätigkeiten zugewendet, der Rest wird nachziehen. Und sich gegenseitig ein gutes Gewissen einreden: “wenn sie es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.”

Während dieser Epoche 2007 bis 2012 ist nicht nur mein Demokratieverständnis komplett auf den Kopf gestellt worden, auch haben viele Leute, die ich glaubte zu kennen, ihr wahres Gesicht offenbart.

Es sind nicht nur die Handelnden verantwortlich. Die Nicht-Handelnden tragen ebenso große Schuld. Eingestehen wird es sich keiner von beiden.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Jetzt wirklich? Ministerpräsident bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Heute in der Sueddeutschen:

“Amtlich beglaubigt steht nun ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: dass sich ein Ministerpräsident zum Schaden seines Landes strafbar gemacht hat. Weil er nur das eigene Wohl im Blick hatte.”

Die Staatsanwaltschaft hat tatsächlich Ermittlungen gegen den Regierungschef aufgenommen.

Aber nicht den von Rheinland-Pfalz, sondern den von Baden-Württemberg. Und das auch erst, als er im Amt abgelöst war.

Da fallen mir spontan zwei denkwürdige Termine ein:

Dankbares Thema wären auch die gefälschten Zuschauerzahlen, um den Gigantismus schönzurechnen. Oder die Reihenfolge: erst Tribüne sprengen bzw. anfangen zu bauen, obwohl die Finanzierung noch unausgegoren war und wie wir inzwischen wissen auch immer geblieben ist. Viele Sachen wissen wir noch garnicht, Staatsanwälte aber schon - wenn sie denn wollen. Zum Beispiel die Verträge, mit denen der Steuerzahler dem Privatinvestor Mediinvest erst mit 85 Mio. Euro ausgeholfen hat, um dann später die realisierten Alpträume mit der Landesgesellschaft Nürburgring GmbH aufzukaufen. Und warum überhaupt.

Gibt es in RLP denn noch Staatsanwälte mit Rückgrad? Oder sind die nach 18 Jahren Beckherrschaft ausgerottet? Der Artikel in der Sueddeutschen ist von heute und zu Kurt Beck gibt es heute diese Nachrichten:

Beck will wieder als SPD-Landesvorsitzender antreten.

Im November wählt die SPD nämlich intern ihren Chefsozi und offentlich will Kurt Beck noch eine Weile Ministerpräsident bleiben. Weil er die Riesenschiebung am Ring noch nicht in trockenen Tüchern hat? Wenn die Macht erstmal abgegeben ist steht man auf einmal im Regen. Wilhelm Hahne hat das heute auch kommentiert. Dann scheint die Lage wirklich schlimm zu sein, wenn Beck gezwungen ist die Zügel stramm in der Hand zu halten.

Was auf der anderen Seite Anlass zur Hoffnung gibt, daß ihm sein ganzer Filz mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Und was meint Eveline Lemke dazu?

“Beck will bleiben. Erwartungsgemäße, gute Entscheidung!”


Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Sonntag, 03. Juni 2012

Volkseigentum - Na Und?

Die lokale RZ macht sich freiwillig oder unfreiwillig zum Diener der Bananenprovinz Landesregierung und bereitet das fromme Volk schonmal auf den Ring-Ausverkauf vor:

“Vermutlich enthält dieser (Plan) den Ausverkauf des Rings und das Ende der Nürburgring GmbH. Teile des traditionsreichen Eifelkurses werden liquidiert.”

Und nimmt die Täter liebvoll in Schutz:

“Neuerdings lässt man am liebsten den Finanzminister sprechen. Der erklärt alles so schön technisch, als ginge es gar nicht um Politik.

Daß dieser Finanzminister Carsten Kühl heißt und neben Deubel, Pföhler und Härtel als Nürburgring Aussichtsrat im Nov. 2007 den Tribünenabriss bzw. den Bau von NuroDisney besiegelt hat, wird dem werten Leser verschwiegen. Auch, daß alle 4 ergebungsvoll der SPD dienen (inklusive CDU-Landrat Jürgen Pföhler!).

Absicht? Unwissen?

Auf jeden Fall tickt die Uhr zur 5-Jahre Verjährungsfrist und die Ring-Hinrichter können schonmal den Sekt kaltstellen für den 20.Nov.2012. Sowas wie Rechenschaft oder Verantwortung wurde in den letzten 15 Jahren in RLP erfolgreich ausgerottet.


Freitag, 27. April 2012

Bad Beck Bank.

Zum ersten Mal fällt der Begriff Untreue im Zusammenhang mit dem Beck°Werk und der Regierungsverantwortung. Es geht um den Liquiditätspool, der Kurt Beck’s Schwarze Bank sei und mit der man Gelder der parlamentarischen Kontrolle entziehen könne.

Die Opposition greift das auf und bringt auch die Staatsanwaltschaft in’s Spiel. Die kann das dann prima auf den Nürburgring-Stapel legen in der Hoffnung, daß wir das alle vergessen.

Ist auch fast geschafft, denn dauert nicht mehr soo lange, bis die ersten Verjährungsfristen abgelaufen sind. Wenn man mal von 5 Jahren ausgeht, dann behalten die Herren Deubel, Pföhler, Härtel und Kühl sicher den 19.Nov.2012 im Auge. Diese vier Helden haben mit ihrer Unterschrift als Aufsichtsrat den Ring°Sarg im Nov.2007 genehmigt.

Die Gründe, warum diese Menschen so riskant im Dunstkreis des Illegalen handeln, kann ich nicht nachvollziehen.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Mittwoch, 22. Februar 2012

Aschermittwoch Übrig Ns.

Mein Vorschlag: einpacken.

“Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) habe einen wesentlichen Teil der Abmachung nicht erfüllt, nämlich keine Pachtzahlungen geleistet.”

und: “Wir sind sehr zuversichtlich, was die Qualität des Vertrags angeht.”

Zu dem Vertrag gehen die Meinungen auseinander:

“Zur Beurteilung des Vertrags haben wir ein juristisches Gutachten beauftragt. Dieses Gutachten macht deutlich, hier handelt es sich um kein solides Vertragswerk, sondern es werden zahlreiche Lücken deutlich.”

… meint Eveline Lemke … im Nov.2010.

Den Vertrag kann man hier nachlesen.

Daß der Kurt Beck jetzt mitspielt beim Ihr könnt nach Hause gehen deute ich mal als Zeichen, daß der Ring bald richter- und lindnerfrei ist. Muß man dem Mann fast dankbar sein, aber das hilft seinem Minuskonto auch nicht mehr.

Allerdings werde das Land Vorkehrungen für eine mögliche Umschuldung der Investitionskredite treffen, sollten die zukünftigen Pachteinnahmen die Tilgungsraten nicht decken können.

Wie lange will eigentlich der AW-Landrat Jürgen Pföhler noch untertauchen?

Das Ende der Netzgemeinde.

Das böse Unbekannte nimmt Einzug in unser tägliches Leben und das Internet wird dabei automatisch auch für alle Nicht-Nerds de-mystifiziert. Feine Sache das und für die gegensteuernden Lobbyisten glücklicherweise nur schwer in den Griff zu kriegen.

“Das ist die neue Realität in Deutschland: Die Netzgemeinde ist tot – es lebe das Netz. Und wer dessen Nutzung beschränken will, der stellt sich nicht gegen einen Kult oder eine Sekte – sondern gegen einen großen Teil der Bevölkerung.”

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Pressemitteilung dazu einen Tag vorher “plaziert”.

  • Sueddeutsche.de: Recht am Ring.

  • Aus der Rubrik: Blogger sind keine Journalisten.

  • Andrea Die-Ring-Region-im-Stich-gelassen Nahles macht einen auf Facebook. Am lesenswertesten wie so oft: die Kommentare.

  • Damit hat der Herr Steinkühler wohl nicht gerechnet, daß die Rhein-Zeitung einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt und mal bei Bernie Ecclestone anruft.


Mittwoch, 15. Februar 2012

Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co.

Die Anklage wegen Untreue gegen Ingolf Deubel im Detail, hier der Bericht von dpa. Bei den Prozesskosten hilft das Land. WOT?

Insgesamt sind nach 20 Monaten Verschleppung Ermittlungsarbeit 6 Personen angeklagt, die Staatsanwaltschaft Koblenz (2050 Js 37425/10) formuliert das so:

“Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz, den früheren Hauptgeschäftsführer und zwei weitere Mitarbeiter der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH sowie gegen einen früheren Geschäftsführer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz GmbH (ISB GmbH) und einen Geschäftsführer der Rheinland-Pfälzischen Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH (RIM GmbH) Anklage zum Landgericht Koblenz erhoben.”

Die einzelnen Personen (Deubel, Kafitz, Lippelt, Nuss-Kaltenborn, Metternich, Wagner) finden sich im Trierischen Volksfreund gelistet.

Wie verschwindend gering die Anklagepunkte im Vergleich zu dem 500 Mio Desaster sind, kam im SWR Radio. Den guten Kommentar kann man sich hier nochmal anhören.

Wilhelm Hahne hat die Anklage von heute auf seine Art kommentiert. Achtung: brisant!


Dienstag, 14. Februar 2012

Anklage bei Gericht eingegangen.

Nicht nur gegen Ingolf Deubel, auch Walter Kafitz, Hans-Joachim Metternich und “weitere Ring-Verantwortliche”. Steht in der Zeitung und kam auch im SWR.

Schon im August 2011 hieß es, die Anklageschrift umfasst über 100 Seiten. Warum das noch ein halbes Jahr gedauert hat? Vielleicht mußte Kurt Beck ja noch gegenlesen, bei den Filzern wundert einen garnix mehr. Deswegen sieht der Herr Deubel das ja auch “gelassen”.

Ursprünglich ging es mal um diese Personen, aber es gibt auch noch ein zweites Verfahren wegen der CST.


Freitag, 10. Februar 2012

Offener Brief an Kurt Beck - vom 15.März 2007.

Die Bürger in der Eifel haben mehr drauf als die teuren Unternehmensberater der Landesregierung, denn leider treffen die Befürchtungen von vor 5 Jahren mit aller Wucht ein.

Norbert Hanhart hat den Brief im Namen der Bürgervereinigung “Rettet den Ring” nach Mainz in die Staatskanzlei geschickt am 15.März 2007. Zur Erinnerung: der Aufsichtsrat (Deubel, Pföhler, Härtl, Kühl) hat am 19.Nov.2007 das Projekt genehmigt und am 10.Dez.2007 wurde die Haupttribüne gesprengt. Siehe Chronik.

Ein paar Auszüge:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

voller Sorge um die Zunkunft des Nürburgrings wenden wir uns heute an Sie, vor allem, um dem vom Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Herrn Dr. Kafitz, vermittelten Eindruck entgegenzutreten, die Eifel unterstütze sein Mammutprojekt Erlebnisregion. (..)

Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..)

Uns erscheint es keinesfalls nachvollziehbar, dass Ihr Finanzminister öffentlich bekundet, dass der Verzicht auf die Erlebnisregion den Abstieg von der Championsleague in die Kreisklasse bedeuten würde. Auf welchem Wissen, welcher intimen Kenntnisse unserer Region beruhen diese starken Worte? Wir befürworten sinnvolle Investitionen zur Stärkung der Kernkompetenz Motorsport, lehnen jedoch das Risikiospiel der Nürburgring GmbH ab. (..)

Was geschieht jedoch, wenn das Projekt als ganzes scheitert und die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Die Folgen für die gesamte Eifel wären unabsehbar.

Hier der komplette Brief, zu dem es leider nie eine Antwort gab.


Donnerstag, 09. Februar 2012

Anklage gegen Ingolf Deubel.

Anscheinend wird Ingolf Deubel - ex-Finanzminister und Nürburgring Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion - noch diese Woche wegen Untreue angeklagt. Mitgefangen auch Ernst Metternich und Roland Wagner wegen Beihilfe zur Untreue.

Das Verfahren gegen Kai Richter läuft extra.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Wilhelm Hahne hat heute Geburtstag (79!) - Alles Gute und bitte schön feiern! :)

  • Riesenschocker in der Motorsport-Szene: Peugeut zieht sich aus seinem Le Mans Engagement zurück! Keine Schlachten mehr mit Audi - das ist jetzt Geschichte. Heute ist auch Einschreibefrist für Le Mans.

  • Eine Stunde Radio-Diskussion im SWR über den Ring. Mit Wilm Hüffer und sehr hörenswert, sind ein paar interessante Sachen dabei. Auch wenn das mit den 50 Euro pro Runde (noch) nicht stimmt.

  • Sag ich doch: Geburtstage.

  • “Sollten die jetzigen Pächter aufgeben, werden wir den Ring-Betrieb neu ausschreiben. Wir arbeiten an verschiedenen Rettungskonzepten, mit denen wir die Übergangszeit überbrücken könnten.”

meint Eveline Lemke heute im Interview. Das klingt doch garnicht mal schlecht!

Sieht so aus, als zeigt das Land Rückgrat beim Pachtvertrag und knickt auch nicht bei der politisch maximal schlechten Arbeitsplätze-in-Gefahr Drohung der NAG ein. Ihren höchsten Trumpf hat die NAG (auf Kosten der Menschen) ausgespielt, die Pacht muß trotzdem bezahlt werden.

Bei der NAG hab ich den Eindruck, daß sie jetzt versuchen, das Thema Arbeitsplätze in den Medien zu halten. Ah ja, geht schon los - und sogar auch international. Bloß nichts anbrennen lassen.

  • Wo wir medientechnisch in Deutschland grade stehe kann man gut daran ablesen, daß die Tatsache, daß der Herausgeber der FAZ selber twittert, einigen Wirbel in eben diesem verursacht hat. Ist noch ein langer Weg!

  • Das mit der Einschwungphase wendet der Jörg Lindner jetzt auch auf eigene Projekte an, bzw. im Namen der an seinem Fond beteiligten Leute. Ob der neue Mieter sich auch damit bedankt, daß er einfach nicht bezahlt?

  • Freizeitpark? Neues Hotels? 400.000 zusätzliche Besucher? Regierungspläne? Sieht so aus, als hätten die “Investoren” jetzt Magny Cours entdeckt. Das ist hier: http://g.co/maps/dp3b4. Fehlt eigentlich nur noch der magny°racer .

Zum Vergleich, Paul Ricard ist hier: http://g.co/maps/w4vh3.

  • Nach NUR 1,5 Jahren soll es dieses Jahr VIELLEICHT SCHON zur Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co. kommen.

Vielleicht sollten die es mal mit Rollrasen probieren, das normale Drüber-wachs-Gras wächst so langsam.

Der Harloff wird’s schon richten, daß am Ende doch keiner angeklagt wird.

  • Rock am Ring: ausverkauft (85.000), da freut sich MLK und NAG hat endlich gute Nachrichten. Die erfolgreichste Veranstaltung lehnt die Ringcard ab - na, klingelt’s? Aber Veranstalter: BB Promotion. Nie gehört, was ist mit Lieberberg und MLK?

Auch für die Landesregierung ist die Suche nach guten Nürburgring Nachrichten eine Verzweifelte, also hängen die sich auch mit dran.


Donnerstag, 12. Januar 2012

Deutschlandfunk noch einmal.

Haben die Nürburgring-Themenwoche im Deutschlandfunk? Gestern der längere Bericht - heute nochmal als Fünfminüter zusammengefasst:

Achterbahnfahrt am Nürburgring

(Hier geht’s direkt zum MP3.)

Aufhänger ist der “jetzt beginnende Prozess” gegen Walter Kafitz - geht um “rund 8 Millionen Euro Schadensersatz”.

Auch Ingolf Deubel wird angesprochen:

Welche Managementfehler die nun anstehenden Prozesstermine mit Ex-Nürburgring-Chef Walter Kafitz und wohl bald auch Ex-Finanzminister Ingolf Deubel noch zutage fördern: Die rheinland-pfälzische Politik muss sich mit der “Altlast” des Freizeitzentrums am Ring herumschlagen.

Aus der großen Sause, die in Eifel versprochen wurde, ist nichts geworden. Das Motto “Der neue Nürburgring - machen sie sich auf was gefasst” klingt heute wie eine Drohung.


Freitag, 25. November 2011

Am 22.Nov.2007 wurde das Erlebnis°Grab ausgehoben.

Vor 4 Jahren war am 22.Nov.2007 Spatenstich für Nürburgring 2009. Und damit wir diesen denkwürdigen Moment nie vergessen, hier das Erinnerungsfoto:

Jürgen Pföhler, Ingolf Deubel und Walter Kafitz haben es sich nicht nehmen lassen, die Ruhe°Stätte persönlich auszuheben.

Gut, daß Wilhelm Hahne vor Ort war, um zu dokumentieren:

Und dann dankte Dr. Kafitz dem Aufsichtsrat für seine kluge Entscheidung …

Er bedankt sich sogar “für die kritische Begleitung” des Projekts, es “auf sinnvolle Art und Weise zu hinterfragen”. - Diesen Kritikern “gilt mein demokratischer Dank.” Sagt Dr. Kafitz. Er spricht einen “demokratischen Dank” aus. Diese Wortkombination höre ich zum ersten Mal in meinem Leben.

Dann redet Finanzminister Prof. Dr. Ingolf Deubel. (…) Er findet: “Rennen reichen nicht” und gut, “gegen allen Widerstände” den Bau des Projekts durchgesetzt zu haben.”

Aber Prof. Deubel kommt nun beim Reden ins Träumen: Man hätte “Externe” beauftragt, kritisch die Zahlen abzuklopfen. Es galt zu überprüfen, “ob Private die Risiken und Chancen genau so sehen”. - Und Deubel steigert sich: Die Finanzierung des Projekts wäre auch zu 100 Prozent privat möglich gewesen. Aber dann hätte die Nürburgring GmbH auch weniger davon gehabt.

So sieht es also aus. In einigen Internet-Foren wird es tatsächlich heute schon als “Millionen-Grab” bezeichnet.

Es gab auch einen Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger:

Man gehe davon aus, dass nach dem Ausbau die Zahl der Arbeitskräfte von 500 auf über 1000 steige.

Die Nürburgring Pressemitteilung darf natürlich auch nicht fehlen:

“Viele Gäste aus der Region, Nachbarn und Partner aus Wirtschaft und Politik waren dabei, als der offizielle Spatenstich zum Projekt Nürburgring 2009 gefeiert wurde.

Zu diesem Anlass wurde auch die MediInvest GmbH als Hauptinvestor für das Projekt vorgestellt.

„Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ist der wichtigste Meilenstein in seiner Geschichte seit Errichtung der Nordschleife 1927 und der Ergänzung durch die Grand- Prix-Strecke 1984“, freut sich Nürburgring GmbH Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Kafitz.

… Boulevard … Marken-Erlebniswelten … Automobil-Hersteller … Indoor-Arena … Themenpark … Action- und Freizeitmodul … Infotainment … schnellste Racecoaster der Welt …

… AUA! Mir bluten die Ohren.


Dienstag, 22. November 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Die Koalitionspartner verfolgen das Ziel, den Bergbau am Nauberg im Westerwald nicht auszuweiten. Dafür wird es keinen Pachtvertrag mit den am Bergbau Interessierten geben. Das bergrechtliche Verfahren bleibt allerdings abzuwarten.”

Kommt jetzt nicht soo gut an bei den Grünen.

Und wo wir grade bei Zufällen sind: das Lindner Hotel Westerburg ist auch bei Herings um die Ecke.


Samstag, 19. November 2011

Genau heute vor 4 Jahren - am 19.Nov.2007 - wurde der Bau der Erlebnisregion besiegelt.

Kaum zu glauben, daß es möglich ist den Nürburgring in nur 4 Jahren so massiv zu zerstören, aber genau das ist passiert.

Die Herren:

  • Ingolf Deubel
  • Jürgen Pföhler
  • Carsten Kühl
  • Roland Härtel

haben am 19.November 2007 als Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH den Bau der Erlebnisregion offiziell besiegelt. Es sind diese 4 Personen, die mit ihrem einstimmigen Beschluss das Abreissen und Betonvergießen genehmigt und gestartet haben.

Die ddp-Meldung am 19.November dazu:

“Die geplante «Erlebnisregion Nürburgring» wird nun doch gebaut. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), im Anschluss an die Sitzung am Montag in Mainz. (..) Das Land nehme allerdings kein Geld in die Hand.”

Zwei Tage vorher - am 17.Nov.2007 - gab es auch schon im SWR die Meldung, daß im Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen werden soll:

“Der Auf­sichts­rat der Nür­burg­ring GmbH will unter Vorsitz von Finanz­minis­ter Ingolf Deubel (SPD) am Montag eine his­tori­sche Ent­schei­dung treffen: Er will das 150-Millionen-Euro-Projekt ”Erleb­nis­region Nür­burg­ring“ besiegeln, für das Ring-Haupt­geschäfts­füh­rer Walter Kafitz seit Jahren wirbt. (..) Der Weg für die geplante Erlebnisregion am Nürburgring in der Eifel ist frei. (..) Rund 80 Millionen Euro der Gesamtinvestitionssumme übernehme ein Großinvestor, sagte der Minister. Die restlichen 135 Millionen Euro lägen in der Verantwortung der Nürburgring GmbH.”

Die CDU - heute gerne Rächer der Enterbten - hat sich demonstrativ hinter das Projekt gestellt:

“CDU-Fraktion begrüßt das Vorhaben. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Walter Wirz, bezeichnete das Finanzierungskonzept als ”lange überfällig“. Seine Fraktion begrüße jedoch das Vorhaben, da es Arbeitsplätze in der Region sichere und schaffe.”

Dabei waren die Proteste gegen das Bauvorhaben massiv und unüberhörbar - es wurde nur skrupellos darüber hinweggesehen.

Hier ein kurzer Rückblick zu der damaligen Gefühlslage, als die Zahlen passend gerechnet und die Kritiker verhöhnt wurden:

Am 15.März 2007 der Offene Brief von RETTET DEN RING als Hilferuf an Ministerpräsident Kurt Beck:

“(..) Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..) Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Am 22.Mai 2007 widmet sich der SPIEGEL in einem großen Artikel dem Thema unter der Überschrift: Luftschlösser am Nürburgring.

“(..) Obwohl der erste Spatenstich schon im Oktober dieses Jahres erfolgen soll, ist bisher nach Angaben der Nürburgring GmbH noch völlig offen, welcher Investor sich beteiligen wird und zu welchem Teil. War anfangs noch geplant, das ganze Projekt zu 100 Prozent von privaten Investoren finanzieren zu lassen, heißt es im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz jetzt, die Erlebnisregion komme nur, wenn mindestens 50 Prozent von Investoren getragen werde. Wer das finanzielle Risiko trägt, sollte das Projekt scheitern, ist ebenfalls noch völlig offen.”

Am 15.September 2007 - zum VLN 6-Stunden Rennen - werden Hunderte Protestflyer verteilt: Vorderseite / Rückseite. Diese Flyer sieht man heute noch - etwas vergilbt, aber in Ehren gehalten - hinter der Scheibe in einigen Autos:

“Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab. Für die Nordschleife stellt die geplante Erlebnisregion am Nürburgring eine große Bedrohung dar.”

Am 8.Nov.2007 gab es einen weiteren großen SPIEGEL Artikel: Disneyland an der Nordschleife:

“Skepsis ist angebracht. ”Aufgrund der negativen Erfahrungen mit früheren Planzahlen bestehen Zweifel … ob die Erhöhung der Zahl der Besucher .. erreicht werden kann“, kommentiert etwa der rheinland-pfälzische Rechnungshof in einem Prüfbericht die Prognosefähigkeit des seit 1994 amtierenden Ring-Geschäftsführers. (..) Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH hat Kafitz’ Konzept indes bisher nicht abgenickt. ”Die Sache wurde noch nicht festgezurrt“, so ein Insider. Für den 19. November hat das Kontrollgremium der Nürburgring GmbH eine außerordentliche Sitzung angesetzt, um offene Fragen zu klären.”

Heute wollen die handelnden Personen nichts mehr auch nur annähernd von Verantwortung hören:

  • Ingolf Deubel ist zwar als Finanzminister zurückgetreten, weil irgendeiner mußte die Rübe hinhalten zum Zeitpunkt der großen Eröffnung zwei Jahre später beim Formel 1. Aber heute ist er längst wieder fleißig als Berater - ausgerechnet zu Schuldenthemen - unterwegs.

  • Jürgen Pföhler macht inzwischen einen auffällig großen Bogen um das Thema Nürburgring und möchte mit der ganzen Sache am liebsten nichts mehr zu tun haben.

  • Carsten Kühl hat Karriere gemacht und ist der aktuelle rheinland-pfälzische Finanzminister.

  • Auch Roland Härtel ist eine typische Politikerkarriere gegangen, nämlich vom Nürburgring Aufsichtsrat in den Lotto Verwaltungsrat.

Auch wenn Horst von Saurma mal in seinem sport auto Editorial meinte, daß es destruktiv sei sich hinterher aufzuregen, so finde ich, daß die Art und Weise wie sich unsere Politiker winden und wenden ein schönes Bild abgibt, in was für einer verkommenen Welt wir leben. Auf einen 4-Jahres-Rückblick der ehrenwerten Herren zu ihrer weittragenden Aufsichtsratsentscheidung können wir jedenfalls lange warten.


Dienstag, 27. September 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Schirra Mini is back - und fuhr am Samstagmorgen das erste mal unter 9 Min. Ist im Rennen leider nicht in’s Ziel gekommen, weil dem Getriebe die Luft ausgegangen ist.

  • Wenn die Geschäftsführung der NAG schon offiziell von teilweiser Schließung spricht, dann kann es eigentlich nicht mehr lange bis zur Komplettschließung dauern. Immerhin haben sie das Märchen 2 Jahre lang hoch gehalten - und dabei viel Geld verbrannt.

Von Regress ist auch die Rede. Aber nicht so, wie Ihr jetzt denkt:

“Deswegen prüften die Betreiber nun sogar, ob sie den Besitzer und Verpächter des gesamten Nürburgrings, die Nürburgring GmbH, für den Schaden in Regress nehmen könnten.”

Ich hoffe Kai Richter ist auch verpflichtet worden, das nicht funktioinierende Eifeldorf von uns Steuerzahlern zurückzukaufen. Wenn nicht, dann müßte man die Politiker haftbar machen, die den Vertrag geschlossen haben und die es in unserem Namen und mit unserem Geld gekauft haben. Allen voran Kurt Beck und Hendrik Hering. Um Ingolf Deubel kümmert sich hoffentlich die Justiz schon.

Daß sich jetzt die prognostizierten Besucherzahlen nicht wie geträumt einstellen, darf für den Betreiber keine Überraschung sein, denn er verbreitet die Zahlen selber:

Schon heute reisen rund zwei Millionen Besucher pro Jahr zur Formel–1-Strecke in die Eifel.

Und als ordentlicher Kaufmann und Unternehmer hat er diese Zahlen natürlich vor der Veröffentlichung geprüft!?

  • Kühl & Co.

  • Am Wochenende lief nach dem VLN-Rennen der (megamäßig gute!) Hahne/BMW/24h-Film im Nürburgringkino. Das wurde auch mächtig beworben - durch die VLN und die NAG - sogar im Ringradio während des Rennens. Eigentlich eine gute Gelegenheit mal “ausverkauft” zu vermelden. Und wieviel Leute sind gekommen? Irgendwas zwischen 15 und 30.

  • Die Rhein-Zeitung durchleuchtet das NAG/RLP Formel 1 Geschäft. Ein paar Details:

  • Konzessionsvertrag mit der NAG gilt bis 2030 (Verlängerungsoption bis 2040).
  • Die Schlußrechnung zur Formel 1 ist noch in Arbeit.
  • Aufsichtsratschef der NG: Klaus Stumpf.

Dienstag, 23. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Gegen Deubel und Lindner - Wird Anklage am Ring wahrscheinlicher?”

Haben das aber schnell korrigiert und Lindner gegen Richter ausgetauscht. Wobei mich schon interessieren würde, was die Staatsanwaltschaft über die Rolle der Lindner’s weiß.

Der Artikel aus der RZ hat aber dem FOCUS mal nachrecherchiert und die Meldung in’s rechte Licht gerückt: nichts Genaues weiß man nicht.

Wie im Autoscooter, wenn man kein Geld nachwirft. (Danke Thomas!)

  • Sieht nicht gut aus für das Schwimmbad in Adenau. Das ist so unglaublich: die Verbandsgemeinde Adenau hat nichtmal 500.000 Euro pro Jahr, um ihren Bürgern ein Schwimmbad zu bieten. Wir reden hier über 13.600 Einwohner, die sich aus 37 Gemeinden zusammensetzen. Das ist doch das totale Armutszeugnis, daß nichtmal genug Geld da ist, um ein Schwimmbad zu halten. Es geht nichtmal um einen Neubau.

An solche Sachen muß ich immer denken, wenn ich den weltfremden Leuchtturm°Unsinn sehe. Während die Eifel schon am Tropf hängt, wird sie aus Mainz noch zusätzlich verzockt.

Es ist übrigens wieder die FWG, die positiv - weil konstruktiv - auffällt.

  • Jochen Krumbach ist derjenige, der am Montag für Toyota den eRekord knacken möchte. STR: Smash That Record!! :))

  • Kleines Update zur Starterliste 6h-Rennen:

    Schubert kommt mit 2 Z4 GT3:
    * Peter Posavac / “Flying” Anders Burchardt
    * Pedro Lamy (!!) / Marko Hartung (das “Spa” Auto)


Montag, 22. August 2011

FOCUS: Hauptpersonen der Nürburgringaffäre werden angeklagt.

Weiß der FOCUS schon mehr?

"Die Hauptpersonen der Nürburgringaffäre in Rheinland-Pfalz, bei der Millionen Steuergelder in private Kanäle geflossen sein sollen, werden bis Ende des Jahres angeklagt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Koblenz. Dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) werde ebenso Untreue vorgehalten wie Kai Richter, heute Teilhaber der Betreibergesellschaft ,,Nürburgring Automotive GmbH“.

Die Zeitschrift Nummer 34 kommt morgen raus, aber im Inhaltsverzeichnis steht nichts vom Nürburgring. Morgen mal am Kiosk durchblättern …


Samstag, 23. Juli 2011

Übrig Ns vom Samstag.

“Würde jetzt auch noch der Nimbus als Grand-Prix-Strecke verloren gehen, wäre dies ein abschreckendes Moment auch für Geschäftspartner, die beispielsweise Autos oder Reifen testen.

Kann ich irgendwie nicht glauben.

Ich sag doch, man soll nicht alles glauben, was so in der Zeitung steht!

Dabei ist die dpa das doch nah dran:

“Die Vereinigung “Save the Ring” (Rettet den Ring) wendet sich gegen “Missmanagement” der Nürburgring Automotive GmbH und fordert, die Rennstrecke vom Freizeitpark zu trennen.

Nürburgring-Kosten für (hier Variable einsetzen) höher als erwartet.

Variable diesmal: Formel 1

Irgendwann müssen die Dilettanten doch mal aufgebraucht sein?


Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Sonntag, 03. Juli 2011

Hausdurchsuchungen - Klagen - Prozesse - Ermittlungen - Staatsanwaltschaft - Untreue - Korruption.

Eigentlich müßten nur 1 Woche nach dem 24h-Rennen die Sportnachrichten den Nürburgring prägen, aber leider füllen sich die Schlagzeilen mit Vokabular aus dem kriminellen Umfeld.

Wirtschaftswoche: Rennstrecken-Skandal, Staatsanwälte schlagen am Nürburgring zu.

SWR: Durchsuchungen wegen Nürburgring-Affäre.

Rhein-Zeitung: Razzia beim Nürburgring-Pächter.

Walter Kafitz klagt - und verliert.

Und Peter Meyer hat die Nase voll von den Pächtern:

“Das kapieren die Herren der Nürburgring Automotive GmbH nicht, die für sich in Anspruch nehmen, alles besser zu können.

Ich blogge ja auch schonmal in Englisch, aber es ist garnicht so einfach die Vorgänge in der hohen Schlagzahl zu verfolgen. Geschweige denn zu dokumentieren, weil mir persönlich ja die Möglichkeit genommen wurde interaktive Inhalte, bei denen alle mitmachen können, anzubieten:

”.. verboten zu verbreiten oder verbreiten zu lassen ..”.

Morgen erscheint die neue Wirtschaftswoche, die die Themen nochmal im Heft bringen wird:

S.12 Interview: Warum ADAC-Präsident Peter Meyer fest mit der Pkw-Maut rechnet

S.68 Nürburgring: Die Ermittlungen der Staatsanwälte gehen auf die Zielgerade

Wird noch eine Weile dauern, bis wieder sportliche Nachrichten den Ring beherschen. Eine gute Gelegenheit sich an die zu erinnern, die dem Ring den Schlamassel eingebrockt haben: los ging es am 6.Mai 2004, als Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage, Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz, Landrat Jürgen Pföhler und Ministerpräsident Kurt Beck stolz die Erlebnisregion vorgestellt haben. Die trotz aller Kritik massiv durchgeboxt und im Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH am 19.Nov.2007 final genehmigt wurde.

Siehe auch chronik.20832.com.

Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde von den Verantwortlichen niemand. Ein Rücktritt (Ingolf Deubel als Finanzminister) und eine Kündigung (Walter Kafitz als Geschäftsführer Nürburgring GmbH) - das war’s.


Freitag, 13. Mai 2011

Der Schuldenbremsenexperte für weiche Landungen.

Auch mit der weichen Landung, die scheint er für sich selber sauber hinbekommen zu haben:

“Professor Dr. Ingolf Deubel ist ehemaliger Finanzminister des Landes Rheinland Pfalz und Mitglied des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung”


Mittwoch, 04. Mai 2011

Die Urs Barandun Version vom Nürburgringdesaster.

Im Untersuchungsauschuß hatte Ingolf Deubel deutliche Worte, als es um Urs Barandun ging:

“Nach allem, was ich bis heute weiß, handelt es sich um einen Blender”, so der einstige Finanzminister, “vielleicht sogar um einen Berufsverbrecher.”

Die Rhein-Zeitung erklärt dazu:

“Im Juli 2009 brach ein schier abenteuerliches Finanzierungsmodell für den Ausbau des Nürburgrings zusammen, weil Baranduns Millionen-Schecks ungedeckt waren. Deubel blieb nur noch der Rücktritt.”

Es gibt allerdings ein winziges Detail, daß einen sofort stutzig macht: die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen 9 Personen wegen Betrug und Untreue - darunter befindet sich auch Ingolf Deubel. Nur ein Urs Barandun ist nicht dabei.

Inzwischen hat er sich auf seiner Homepage selber zu Wort gemeldet und scheut nicht davor Roß und Reiter zu nennen.

Aber auch das wird die Staatsanwaltschaft Koblenz nicht aus der Ruhe bringen, die haben schließlich einen Ruf zu verlieren.


Montag, 24. Januar 2011

Neues aus Klein-Berlusconien.Am 22.Juni 2010 hat die Staatsanwaltschaft Koblenz im ´Ermittlungskomplex Nürburgringfinanzierung neue Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Betrug eingeleitet.´ Insgesamt 9 Personen sind im Fadenkreuz und es wurden umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Heute - 7 Monate später - gab es bei der 30. Tagung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses einen kleinen Zwischenbericht:

Staatsanwältin Beck sagte, bisher seien nur der Nürburgring-Controller Michael Nuss-Kaltenborn sowie eine Mitarbeiterin des Finanzministeriums und der Pinebeck-Geschäftsführer Michael Merten vernommen worden.

Die Opposition war heute irritiert aufgrund dieses ´Fortschritts´. Ich kenne einige Leute, die sind dagegen garnicht überrascht über die Ermittlungsgeschwindigkeit.

Im Gegenteil.
Donnerstag, 13. Januar 2011

Hendrik Hering macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt.Hendrik Hering, der als Minister das schwarze Loch namens ´Nürburgring 2009´ von Ingolf Deubel vererbt bekommen hat, kann die Aufregung um die 33 Milliönchen zusätzlich überhaupt nicht verstehen. Er empfindet es als normal, schleppende Projekte schiebend in Gang zu bringen und die Politiker haben auch ein schlauklingendes Wort dafür: Anschubfinanzierung.

Ok, nochmal langsam zum Mitschreiben: damit man 2 Millionen Pacht rausbekommt (´.. unerwartet hohe Einnahmen ..´) muß man 33 Millionen einzahlen.

Oder - um das mit den Worten eines bekannten Virnerburger Enthüllungsjournalisten auszudrücken:

"Für wie doof halten die uns eigentlich?"
Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Samstag, 02. Oktober 2010

Die Mainzer Amigopolitik: Wir machen´s einfach.Manchmal wünsche ich mir, der Nürburgring hätte mich nie in seinen Bann gezogen. Dann hätte ich auch nicht das Stichwort ´Nürburgring´ in Google-News abonniert und der klebrige und gierige Politschleim aus Rheinland-Pfalz wäre vielleicht an mir vorbeigegangen. Wenn ich jetzt - im Nachhinein - die Ereignisse im zeitlichen Ablauf einsortiere, liegt der Sumpf klarer und sichbarer vor mir, als ich es eigentlich möchte. Ich schau immer mal wieder in die Chronik, um die Ereignisse zu sortieren. Kann man schnell mal den Überblick verlieren.

Innenminister Bruch war zweiter Mann hinter Beck und Kurt Beck hatte den Traum sich zum Kanzlerkandidaten aufzuschwingen. Deswegen mußte auch das ring°grab so grotesk groß werden - Leuchttürme braucht das Land.

Inzwischen wird auch die Sprache deutlicher und man liest solche Artikel in der Zeitung: Fliegen lernen, Amigos.

(..) Bruchs zweiter "Streich" ließ nicht lange auf sich warten. Ohne Ausschreibung verschaffte er seinem künftigen Schwiegersohn einen Ministeriumsauftrag über 180 000 Euro. Der lieferte dafür ein preisgekröntes Meisterwerk ab, wie die SPD noch heute rühmt: ein Werbe-Kurzfilmchen mit dem schönen Titel ´Fliegen lernen´. Bruch entschuldigte sich später im Landtag. Von Konsequenzen blieb er verschont. (..)

Jetzt hab ich ja auch mit dem Thema Film ein paar Erfahrungen machen dürfen und werde neugierig. Auf der Suche nach mehr Hintergrund finde ich diesen SPIEGEL Artikel vom 5.Nov.2007 - nur 2 Wochen bevor die Grabaushebung für den Ring besiegelt wurde.

Bruch meint, das Land habe ´für relativ wenig Geld einen Film in höchster Qualität´ bekommen, Rücktrittsforderungen weist der Minister zurück - wenngleich er einräumt, dass sein Vorgehen ´einen Geschmack´ haben könne.

Während also das Innenministerium sich heftig im eigenen Filz verstrickt, backt sich nebenan im Finanzministerium Ingolf Deubel grade seine Privatinvestoren.

Es gab sogar Strafanzeige wegen Untreue. Gegen den Innenminister! Ist natürlich eingestellt worden.

Wer jetzt - so wie ich - mal wissen will, wie 180.000 Euro Steuergeld als Film aussehen, bitteschön:

´fliegen lernen´

von quadrolux im Auftrag des Innenministeriums RLP.



Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich komme mir in dem Film regelrecht verhöhnt vor: ´Wir machen´s einfach.´ wird zum Sinnbild der arroganten Willkür- und Amigopolitik. Und wieder häng ich verheddert in der klebrigen Gier, nur weil ich ´nürburgring´ in Google abonniert habe.

Ach stimmt doch garnicht, ich hab ja garkeine Ahnung! Der Film ist natürlich absolut fantastisch! Hat schließlich den 1.Preis und damit 10.000 Euro gewonnen. Beim Deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Vom Wirtschaftsministerium.
Montag, 06. September 2010

Vor Ort geht alles den Bach runter während in Mainz die Unklarheitenproduktion zur Hochform aufläuft.Wilhelm Hahne liest kommenden Donnerstag aus seinem Buch vor - bis dahin bekommt er offensichtlich noch einige Gelegenheit Diskussionsstoff für den Abend zu sammeln. Die Handelnden im weit entfernten Mainz sorgen für jede Menge Unklarheiten.
Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Dienstag, 17. August 2010

Sie haben sich bemüht - na wenn das keine 1,2 Milliönchen wert ist.Sie haben sich bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, die Finanzierungsvermittler. Soviel Einsatz muß belohnt werden, dem Herrn Deubel ist das schlappe 1,2 Milliönchen Euro wert. Jetzt kommt der Quasi-Freispruch vom Staatsanwalt, der dem Richter kollegial vorgreift und keinerlei Straftaten erkennen kann: keine Anklage. Und Herr Deubel? Der verkauft seine Erfahrung als Sparexperte per Hochglanzgutachten dem Rest der Nation. Wäre ja soweit alles in Ordnung für die Aussitzer, allerdings funktioniert jetzt die Ausrede ´auf Betrüger reingefallen´ nicht mehr. Vielleicht merkt´s ja keiner. Sonst kommt am Ende noch raus, daß es nie so etwas wie private Investoren gab.
Montag, 22. März 2010

Ingolf Deubel hält einen Vortrag zum Thema "Nachhaltige Finanzpolitik".
Donnerstag, 04. Februar 2010

Ingolf Deubel im U-Ausschuß: "Der Finanzengpass von Mediinvest sollte Jürgen Pföhler nicht mitgeteilt werden.".

Da hätte er sich doch nur unnötig Sorgen gemacht.
Dienstag, 02. Februar 2010

"Die Vernehmung von Dr. Hanhart [..] brachte nur erneut die bereits geäußerten Bedenken hervor."

So wischt man seitens unserer Regierung die Befürchtungen der Ring-Anhänger vom Tisch.

"Bürgerinitiativen behaupten immer, dass gesamte Planungen und Prognosen grottenfalsch sind." meint auch Ingolf Deubel.

Neben Ingolf Deubel war heute Norbert Hanhart im Untersuchungsausschuß in Mainz vorgeladen und erklärt die "wundersame Besuchervermehrung": Besucher seien einfach mehrfach gezählt worden, wenn sie mehrere Ring-Angebote besucht hatten.

Obwohl man sich bereits vor 3 Jahren hilfesuchend an die Politiker in Mainz gewandt hatte, kam nie eine Antwort. Jetzt steht die "Gigantomanie" in der Eifel und die Macher halten eisern an ihrem Konzept fest: neue Besuchergruppen erschließen. Da dürfen die Kastelruther Spatzen nicht fehlen. Dafür wird das 1000km-Rennen der LeMans Series gekippt und auch die Tage der Superbike WM sind gezählt.

Während man am Nürburgring den Motorsport mit Füßen tritt und die einstige Pilgerstätte für Benzin-Junkies in's offene Verderben treibt, hat man am Hockenheimring die Gunst der Stunde gewittert, konzentriert sich auf den Motorsport und geht z.B. eine Kooperation mit Motorsport-Total ein: "Hier erreichen wir [..] genau unsere Zielgruppe."

Am Nürburgring läßt sich eine Zielgruppe aufgrund der diffusen Ausrichtung garnicht mehr definieren. Getreu dem Motto:

Wenn man im Dunkeln um sich schießt, trifft man immer ins Schwarze.
Montag, 18. Januar 2010

Für Kurt Beck ist das Thema "Nürburgring" offensichtlich abgehakt. Am Freitag sprach er auf einer Verantaltung: "Sicher, hier sind Fehler gemacht worden, und dafür wurde auch die Verantwortung übernommen."
Er kann ja auch nicht anders, denn die Bauern sind alle geopfert (Rücktritt Ingolf Deubel, fristlose Entlassung Walter Kafitz).
Dienstag, 13. Oktober 2009

Der Nürburgring macht täglich neue Schlagzeilen, die mit Motorsport nichts zu tun haben. Dieses Mal im Fernsehen: eine geplante Kapital-Beteiligungsgesellschaft. Im Aufsichtsrat weiß man von nichts. Hier der SWR TV-Bericht von gestern, ein Artikel aus der Eifelzeitung und das übliche Nachtreten der Regierungs-Opposition. Man wird den Eindruck nicht los, daß sich der ganze Landtag inwischen nur noch mit dem Nürburgring beschäftigt. Da die zig-Millionen Steuergelder eh zum Deubel sind, hätten sie besser gleich von Anfang an eine "Skandal und Disaster Gesellschaft mbH" gründen und sich ordentlich austoben sollen. So wie sie es machen schadet es dem Ring, der Region und dem Rennsport.
Mittwoch, 07. Oktober 2009

Bei der SPD in Mainz haben sich alle lieb. Und Ingolf Deubel hat das mit dem Rufmord sicher garnicht so gemeint.
Montag, 14. September 2009

Die FDP fragt: Hat Deubel das Parlament belogen? Hintergrund ist, daß trotz der Versicherung des Ministers im Landtag weitere Zahlungen an Pinebeck geleistet wurden, insgesamt anscheinend über eine Million Euro. Für eine Finanzierungsvermittlung, die es am Ende garnicht gab.
Auch die CDU macht mit, beim Stichwort Nürburgring ist die Opposition im Landtag extrem hellhörig.
Nur bei der SPD ist das alles kein Thema.

UPDATE: Die Grünen gehen sogar noch einen Schritt weiter und beschuldigen die Nürburgring _AG_(!) betrugsrelevante Details durch den Papierschredder gejagt zu haben.


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