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Sonntag, 28. Februar 2021

Neue Dieselgate Doku auf Arte.

Wo ich gerade so schön bei Arte unterwegs bin, es gibt einen neuen Dieselgate Film:

Die Machenschaften der Deutschen Autoindustrie.

Das ist wohl der einzige Vorteil, dass sich das Thema wie Kaugummi zieht: je länger es dauert, desto besser werden die Dokus.

Interessante Charaktere dürfen auftreten, das macht die Sendung in Spielfilmlänge unterhaltsam.

Ist schon heftig zu beobachten welche enormen Dimensionen die Vorgänge erreicht haben und wie wenig im Grunde ans Tageslicht kommt. Die Einzelverhandlungen vor Gericht stochern sich einen zurecht, dabei bräuchte man doch nur den Quellquode eines der vielen millionenfach verbauten Steuergeräte analysieren. Das ist ein Computer und die Befehle sind dort quasi in Stein gemeißelt.

Spannend wird sein, wie die Gerichte nach dem EA189 jetzt mit dem neuen und modernen EA288 umgehen. Bei der Fülle an Prozessen ist es nicht einfach den Überblick zu behalten, und hier hat VW einen Gerichtstermin versäumt und prompt ein Versäumnisurteil kassiert (OLG Köln, ganz aktuell 19.2.2021). Dort ist von "prüfstandsoptimierter Umschaltlogik" die Rede.

Dieselgate | Volkswagen | EA189 | EA288 |


Sonntag, 13. Dezember 2020

Dieselgate wieder in den Nachrichten.

Nach dem EA189 Motor macht jetzt der EA288 Schlagzeilen:

Das KBA hatte unter anderem den Motor EA 288 bereits im Jahr 2016 untersucht. Doch diese Messungen werfen Fragen auf. Beim Golf 7 mit EA 288 stellte das KBA zwar fest, dass dieser auf der Straße rund zehn mal so viel Stickoxide ausstößt wie auf dem Prüfstand. Aber man kam dennoch zum Ergebnis: Kein Manipulationsverdacht.

"Zehn mal so viel" sind eine Steigerung um schlappe 900% - sportlich!


Mittwoch, 04. Dezember 2019

Wieder mal eine Dieselgate-Razzia bei Volkswagen.

Was glaubt die Staatsanwaltschaft eigentlich nach 4 Jahren zu finden?

Ich weiss gar nicht mehr die wievielte Razzia das ist - habe hier einige gelistet.

Diesmal geht es allerdings nicht um den EA 189, sondern den Nachfolger EA 288:

Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig hat am Dienstag eine Durchsuchung von Büroräumen beim Volkswagen-Konzern in Wolfsburg angeordnet. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht laut Agenturberichten der VW-Dieselmotor EA 288. Er ist in vielen aktuellen Fahrzeugen von VW, Skoda und Seat eingebaut und der Nachfolger des EA 189, der im Zentrum des ersten Dieselskandals stand.

Und Audi doch auch?

Dabei hatte das Scheuer Ministerium im April 2016 den EA 288 freigesprochen:

Hinweise, die aktuell laufende Produktion der Fahrzeuge mit Motoren der Baureihe EA 288 (Euro 6) seien ebenfalls von Abgasmanipulationen betroffen, haben sich hierbei auf Grundlage der Überprüfungen als unbegründet erwiesen.

Keine Messung auf dem Prüfstand, sondern mit PEMS (Portable Emission Measurement System) - so wie das in den USA auch gemacht wurde, als der ganze Betrug aufflog.

Falls sich der Verdacht bestätigt, haben das KBA und das Verkehrsministerium einiges zu erklären. Wobei wir ja im Fall Nürburgring gelernt haben, dass die Staatsanwaltschaften die Regierung und ihre Organisationen eher beschützt als anklagt. Vielleicht war das auch der Grund für die Durchsuchung, um die Gefahrenlage zu sondieren und dann gezielt abzuwehren. Es wäre noch nicht einmal jemand überrascht.

Der eigentliche Skandal ist meiner Meinung, dass nach wie vor kein dokumentierter Quellcode den Behörden veröffentlicht werden muss. Da müsste der gesellschaftliche Druck viel stärker werden, dass wir Bürger ein Recht darauf haben zu erfahren, wie das im Einzelnen programmiert ist. Zumal ja die Gefährdung unser aller Gesundheit im Raum steht.

Diesen fehlenden Druck führe ich auf das fehlende Wissen der Gesellschaft im Zusammenhang mit Computern zurück. Das wird noch lustig, wenn künstliche Intelligenz, die natürlich alles andere als intelligent ist, tiefer und weitgreifender integriert wird.

Volkswagen | Dieselgate | EA288 | Razzia |




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