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Sonntag, 04. August 2019

Wie die Katze um den heißen Brei.

Euro 5 Diesel Mercedesse kann man jetzt mit einem AdBlue nachrüsten lassen und bekommt dann von Daimler einen Zuschuss.

Der Grund, warum man das machen sollte, bleibt ein großes Geheimnis. Bei Daimler ist man sich keiner Schuld bewusst - die Worte Abgas, Emissionen, NOx oder NO2 kommen in den Erklärungen nicht vor.

Man windet sich und ringt sich gerade so durch von Fahrverboten zu reden, die man durch den Einbau abwenden kann:

[Die Nachrüstung] muss zudem nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten bzw. Straßen mit Fahrverboten einzufahren.

Mercedes | Daimler | Dieselgate | Fahrverbote | Nachrüstung |


Sonntag, 03. Februar 2019

Fahrverbote bekämpfen - oder: wie ein deutscher Minister dem Volk die Atemluft raubt.

Man bekommt den Eindruck, dass der Verkehrsminister Scheuer Gesetze als lästige Bürokratie empfindet, denn er empfiehlt die Fahrverbote mit allen juristischen Mitteln zu bekämpfen.

Da lässt sich Köln nicht lange bitten, freie Fahrt für fette Verbrenner!

Mike Frison / renn.tv

Lebensqualität, Fußgänger, Radfahrer, Anwohner - alles überbewertet.

Mike Frison / renn.tv

(Radverkehr in Köln, Symbolbild.)

Heute hatte ich so einen Gedanken: das Wort “Fahrverbote” ist ja schon absichtlich negativ gewählt - Verbot ist immer schlecht und die Einschränkung der Freiheit des Einzelnen schwingt schon im Wort mit.

Mike Frison / renn.tv

Man könnte das Ganze auch positiver formulieren, zum Beispiel als “Erlaubnis frische Luft zu atmen.”. Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, wie man als Menschheit überhaupt auf die Idee kommen kann, die eigene Atemluft zu kompromitieren. Als Bewohner von Köln bekomme ich die abgeschalteten Abgasreinigungen live mit und es ist eine Zumutung. Gerade jetzt im Winter. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist und tief Luft holen möchte - Sauerstoff! - bleibt einem der Atemvorgang fast im Hals stecken. Dabei fahre ich schon große Umwege - zum einen, um die Verkehrsmischung zu vermeiden (siehe hier) - und zum anderen, um den Sauerstoff zu bekommen, den man beim Radfahren halt so braucht.

Mike Frison / renn.tv

Zur Erinnerung: bei λ = 1 beträgt das Luft-Kraftstoff-Verhältnis 14,7:1 - (14,5 bei Diesel) - also etwa 15 m3 für einen Liter Treibstoff. Da haben wir jetzt noch überhaupt nicht über Schadstoffe gesprochen.

Da muss ich immer dran denken, wenn ich irgendwo Leute sehe, die einfach so ihren Motor laufen lassen. Damit sie es schön warm haben zum Beispiel. Lass die Radfahrer doch husten.

Mike Frison / renn.tv

So gesehen bekämpft der Politiker Scheuer mit allen Mitteln die Atemluft der Leute, für die er eigentlich die Verantwortung trägt. Hört sich doch schon ganz anders an als “Fahrverbot”.

Scheuer | Fahrverbote | Köln | Atemluft | Radverkehr |


Montag, 27. August 2018

Überschrift des Tages: Droht Markus Söder die Beugehaft?

Sowas liest man gerne.

Doch die Punchline ist das hier:

Der Verwaltungsgerichtshof hatte deshalb bereits Zwangsgelder in Höhe von 10 000 Euro angesetzt - ohne Erfolg. Die Landesregierung lehnt Fahrverbote weiter strikt ab. Das Land zahlte die Zwangsgelder brav, ohne aber die eigene Politik zu ändern. Ein Schaden entsteht dem Land nicht. Das Geld fließt ohnehin zurück an den bayerischen Finanzminister.

Wieso muss ich spontan an Schilda denken?

Aber auch andere Landesregierungen stellen sich quer. Wetten, wenn der erste hinter Gittern sitzt, dann werden sie auf einmal ganz emsig?


Montag, 11. Juni 2018

VDA: Diesel Hardware-Umrüstung? Schlecht für´s Klima.

Neue Sprachregelung des VDA, um die Hardwareumrüstung bei Diesel Fahrzeugen abzuwenden:

Hardware-Nachrüstungen schmutziger Diesel lehnt der Automobilverband VDA trotz erster Fahrverbote ab. Sie dauerten "viel zu lange und führen zu Mehrverbrauch und höheren CO2-Emissionen", sagte Mattes. "Das hilft dem Klima nicht."

Klima und CO2 haben doch bisher auch immer gut beim Argumentieren geholfen - warum also nicht noch einmal aufwärmen.

Dieselgate | Mattes |


Montag, 05. März 2018

Anne Will inszeniert angebliches Diesel Chaos.

Herbert Diess war gestern wieder im Fernsehen - über ihn hatte ich mich schon im September aufgeregt. Inzwischen ist zwar die Funktionsweise der Prüfstandserkennung in der Allgemeinheit angekommen, aber die drohenden Fahrverbote nutzen alle Beteiligten zur Ablenkung, indem sie engagiert und verkomplizierend um den heißen Brei herumreden.

So wie gestern in der ARD bei Anne Will.

Der Titel der Sendung hieß auch bezeichnend:

Das Diesel-Chaos - wer übernimmt jetzt die Verantwortung?

… natürlich implizierend, daß es überhaupt ein Chaos gibt. Was so nicht stimmt - ich hatte es hier schon aufgezeigt letzte Woche.

Sogar Nico Rosberg wurde Raum gegeben, aber er kam nur kurz zu Wort und hätte sich die Mühe sparen können.

Wenn ich mir solche Sendungen anschaue, dann läuft im Hinterkopf immer eine Schmerzensgeldrechnung mit.

Jedenfalls wundert einen danach nichts mehr, daher trotzdem die Empfehlung sich das anzuschauen.

Dieselgate | AnneWill | Rosberg | Volkswagen | Diess |


Sonntag, 04. März 2018

Don Alphonso zu lesen lohnt immer - nicht nur bei der Diskussion über stickstoffangereicherte Innenstadtluft.

Besonders auch, weil ich mich bei ihm in Bezug auf die pedalierende Art der Fortbewegung 1:1 wiederfinde.


Dienstag, 27. Februar 2018

Diesel droht Stadtausschluss - Gericht ebnet freie Fahrt für Fahrverbote.

Nicht dass der Diesel noch um einen letzten Sargnagel gebettelt hätte, aber heute hat die Umwelthilfe vor Gericht gegen die Städte Düsseldorf und Stuttgart gewonnen und Fahrverbote wurden als generell zulässig eingestuft.

TDI, Mike Frison / renn.tv

Schade, dass es keinen einfachen Weg gibt NOx zu messen. Stellt Euch mal vor, Euer Auto hätte viermal soviel Leistung als in den Papieren angegeben. Es würde sofort eingezogen und stillgelegt und der Halter vermutlich auch stillgelegt. Oder Geräuschemissionen - was hatte ich da schon Diskussionen wegen zu lautem Motorradauspuff. Der Halter haftet für alles, was nicht in den Papieren eingetragen ist. Gilt bei Emissionen doch auch - nur kann sie keiner richtig messen. Könnte man sie messen, hätte man das Auto gleich nach der ersten Fahrt beim Händler wieder auf den Hof gestellt, wenn da etwas nicht stimmt.

Es gibt jetzt eine kleine Firma in England, die diese Lücke füllen möchte: als unabhängiger Dienstleister Abgasmessungen auf der Straße durchzuführen. Das wäre doch mal interessant, wenn man das eigene Auto nachmessen könnte. So wie das Tom de Castella hier bei der BBC gemacht hat.

Von daher halte ich es auch für unsinnig Diesel nach Euronormen vom Stadtverkehr auszuschließen - wir wissen ja inzwischen, dass die Angaben nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen. Es sollten Nachmessungen möglich sein, so wie man das analog zu dem Vergleich oben für Leistung und Geräusch auch machen kann. Denn dann ergeben sich pfiffige Varianten den Diesel auf NOx zu optimieren, um weiterhin die Städte befahren zu dürfen. Kennfeldoptimierung für Stadtverkehr zum Beispiel oder gleich die SCR / AdBlue Nachrüstung. Diese Werte sollten auch absolute Grenzwerte sein, damit es Anreize gibt, kleine Fahrzeuge zu fahren.

In dem oben verlinkten Artikel ist mir noch eine Formulierung aufgefallen:

Die Entscheidung hat Signalwirkung für viele andere Städte, deren Luft zu stark mit Stickoxiden belastet ist. Konkret betroffen wären Dieselfahrzeuge, die nur die Abgasnorm Euro 5 oder schlechter erfüllen, sowie Benziner mit Euro 2 oder schlechter. Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 und Benziner mit Euro 3 oder besser dürften weiterhin uneingeschränkt in allen deutschen Innenstädten fahren.

Das erinnert mich an die Diskussion, als die Umweltzonen kamen und alle eine grüne Plakette brauchten. Jetzt haben wir die grüne Plakette, dürfen aber eventuell trotzdem nicht rein. Weil sich die Zeiten ändern und mithilfe neuer Technologie neue Buhmänner gefunden werden - wie aktuell NOx.

Es gibt aber eine Antriebsart, die oben nicht erwähnt ist, der aber all diese Diskussionen herzlich egal sind, denn sie fahren immer emissionsfrei durch die Städte: Ihr ahnt es schon, Elektro.

Fahrverbote | Bundesverwaltungsgericht | Diesel | Dieselgate | Umwelthilfe | EmissionsAnalytics |


Montag, 19. Februar 2018

Wieviele Diesel gibt es in Deutschland?

Am Donnerstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über die generelle Möglichkeit der Diesel-Fahrverbote in Städten. Aber wieviele Diesel fahren überhaupt auf deutschen Straßen herum?

Das KBA veröffentlicht eine Statistik vom 1.1.2016. Ist ja nicht so, als wäre das im Moment Diskussionsthema Nr.1 - aktueller können oder wollen sie wohl nicht.

Demnach sind in D insgesamt 45 Millionen PKW zugelassen, davon 14,5 Millionen Diesel - also ziemlich genau jedes 3. Auto.

Die Transporter habe ich absichtlich weggelassen - da wird es schwer überhaupt Nichtselbstzünder zu finden.

Kein Wunder, dass die Politik in leichte Schockstarre verfällt bei dem drohenden Szenario.

UPDATE:

Es gibt auch 2017er KBA Zahlen, aber sie sind komisch verlinkt. Schön auch, dass als großes Symbolbild am Anfang der Datei ein Parkplatz aus Amerika (?) verwendet wird - super Idee für ein deutsches Bundesamt.

Jedenfalls hat sich der Bestand auf 45,8 Millionen Fahrzeuge erhöht, die Diesel auf 15 Millionen Fahrzeuge.

Dieselgate | Fahrverbot |


Donnerstag, 11. Januar 2018

New York City verklagt Ölindustrie wegen Klimaveränderung.

Today, the city of New York joined a number of California cities in suing a group of major oil companies for the costs of climate change.

Alles dabei, was Rang und Namen hat. Und natürlich finanzielle Mittel:

Chevron, ConocoPhillips, ExxonMobil, BP, and Royal Dutch Shell.

Wieso klagen bei uns eigentlich noch keine Städte wegen der drohenden Fahrverbote?

NewYork | Klage | Ölindustrie | GlobalWarming |


Donnerstag, 04. Januar 2018

Köln fordert blaue Plakette, d.h. Stadtgebiet nur noch mit Euro 6 Diesel:

Das Einzige, das schnell hilft, seien Fahrverbote.


Freitag, 06. Oktober 2017

DUH - Deutsche Umwelthilfe: Buhmannverein oder Umweltanwalt?

Die DUH hat nicht nur Freunde und als Außenstehender ist man immer hin- und hergerissen, ob die nun zu den Guten gehören oder doch eher zu den Bösen.

Die TAZ hat mal tiefer gebohrt und der Artikel von heute erlaubt den Lesern sich ein eigenes Urteil zu bilden:

Wie tickt der Verband mit Jürgen Resch an der Spitze und ganzen 273 Mitgliedern?

Da drängen sich einem schon ein paar Fragen auf, z.B. warum auch nicht andere Verbände mal den Klageweg gehen. Oder wieso sich die einzelnen Verbände untereinander nicht einig sind, obwohl sie doch für das selbe Ziel kämpfen und zusammenhalten müssten.

Etwas zur Historie zu erfahren ist auch ganz spannend, immerhin ist der Herr Resch schon 31 Jahre Geschäftsführer der DUH.

So ein Verein hat es natürlich schwer Budget zusammenzukratzen bzw. Geld zu verdienen - die Toyota-Unterstützung wird immer als Geschütz aufgefahren, um die Glaubwürdigkeit anzugreifen. Wird auch in dem Artikel thematisiert, da ging es um 50k € im Jahr.

Ich bin sicher wir werden von der DUH noch einiges hören, von daher lohnenswert sich in das Thema einzulesen.

Umwelthilfe | Resch | Fahrverbote |


Donnerstag, 24. August 2017

Deutsche Umwelthilfe will Abgasantworten von 62 deutschen Städten.

Wir haben nun in insgesamt 62 Städten Rechts- bzw. bereits Klageverfahren eingeleitet, um für die vielen Millionen unter Dieselabgasen leidenden Menschen ihr „Recht auf Saubere Luft“ endlich durchzusetzen.

Da sind auch solche unscheinbare Orte wie Hürth - hier bei mir um die Ecke - oder auch Backnang dabei, das liegt in der Nähe von Stuttgart. Ob Eure Stadt auch betroffen ist erfahrt Ihr hier.

Für Düsseldorf, München und zuletzt hat Stuttgart hat die DUH Gerichtsentscheidungen erwirkt, die konkrete Diesel-Fahrverbote ab 2018 als einzige vom Gericht als wirksam angesehene Maßnahmen bewerten.

Dieselgate | Abgas | Umwelthilfe |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Diesel Fahrverbote in München?

OB Dieter Reiter sagt ja - Horst Seehofer beeilt sich ihn wieder zurückzupfeifen.

Dabei geht es nicht um alle Diesel, sondern nur etwa die Hälfte von gesamt etwa 300k (alle Autos in M: 700k).

Ich sag’s mal so: es knirscht im Gebälk! Der Ministerpräsident verteidigt hörig die Industriewünsche, der Bürgermeister aber kennt keinen Ausweg aus der realen Luftverschmutzung. In anderen Städten sieht es nicht besser aus und die starke Autolobby hat alle Hände voll zu tun die Wogen zu glätten:

Moderne, besonders schadstoffarme Dieselmotoren bleiben aufgrund ihres geringen Verbrauchs mittelfristig ein unverzichtbarer Baustein, um die CO2-Ziele erreichen zu können.

Oder anders ausgedrückt: Bitte gehen Sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen!

Dieselgate | München |


Samstag, 20. Mai 2017

Beste Idee des Tages: staatliche Kaufprämie für Dieselmotoren:

Weil ältere Diesel-Pkw hohe Mengen giftiger Abgase ausstoßen, drohen ihnen in Städten Fahrverbote. Bayerns Ministerpräsident Seehofer will das verhindern - und finanzielle Anreize zum Kauf neuer Modelle schaffen.

Keine Idee ist zu blöd, dass nicht ein Politiker damit um die Ecke käme.

Und die untertänige Sueddeutsche muss sich nicht zweimal bitten lassen:

Wer die Klimaerwärmung ernst nimmt und auf das Auto nicht verzichten will, kommt um den Diesel zumindest in den nächsten Jahren nicht herum.




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