Vollansicht

Mittwoch, 19. Juni 2019

EU Gericht: Klage gegen Nürburgring-Verkauf abgewiesen.

Heute war großer Tag beim Europäischen Gericht - es hat die Klage von Ja zum Nürburgring abgewiesen.

Das ist eine bittere Pille - bin gespannt wie es weitergeht.

Die Details zur Begründung finden sich hier.

Wenn man noch einmal die Abläufe beim Verkauf Revue passieren lässt, dann ist es natürlich sehr befremdlich zu erfahren, dass ein Europäisches Gericht die Vorgänge als korrekt absegnet. Man kommt einfach nicht dagegen an - falls sich noch jemand über die zunehmende Politikverdrossenheit wundert, hier ist ein weiterer Grund.

Nexovation übrigens ebenfalls abgewiesen.

JaZumNürburgring | Klage | Urteil | Flimm |


Mittwoch, 05. Juni 2019

Rundenrekord: 6:05 (!) im VW Elektro-Rennwagen mit Romain Dumas.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat VW bei dem Pikes Peak Rennen für heftige Schlagzeilen und eine schnelle Rundenzeit gesorgt: der hektisch zusammengedengelte und “ID-R” getaufte Rennwagen, der auf dem Norma basierte, den Romain Dumas schon selber in Pikes Peak privat eingesetzt hatte (mit Gesamtsieg!), hatte den Fabelrekord von Sébastien Loeb gebrochen.

Wir erinnern uns: damals hatte Peugeot den Le Mans Stecker ziehen müssen und so standen sie ohne Motorsportprogramm, aber mit ganz vielen LMP1 Ersatzteilen arbeitslos in der Werkstatt rum. Was lag näher, als einen 208 T16 Pikes Peak zu bauen.

Ob das schon der Zenit des Verbrennermotors war?

Jedenfalls meinte ich letztes Jahr im Juni, dass die 19,99 km von Pikes Peak ziemlich genau den 20,832 km der Nordschleife entsprechen - und VW sieht das wohl ähnlich. Denn gestern - nach akribischer Vorbereitung - haben sie mit 6:05 die Eifel elektrisiert. 6:05! Gäbe es nicht die 5:19 vom Porsche LMP1 und Timo Bernhard vom letzten Jahr - man würde vor dem Elektroauto auf den Knien rutschen. Denn bisher war Stefan Bellofs 6:11 das Maß der Dinge - und diese Zeit ist von 1983. Unvorstellbar!

Die Stefan Bellof Runde bleibt für mich persönlich das Größte - egal was passiert - aber der Respekt vor den VW-Konzern-Runden wird dadurch nicht geschmälert. Ob die 5:19 jemals unterboten werden wird? Ich glaube nicht.

Dass es jedoch noch einmal gelingt, die 6:11 zu schlagen, das hat schon Klasse. Und ist eigentlich nur mit Konzern-Power möglich - echtem Werkssport also. VW hatte für den Rekord 2 (!) identische Autos vor Ort, da wurde nichts dem Zufall überlassen.

In den Diskussionen, die natürlich jetzt emotional entbrannt sind, sollte man nicht vergessen, dass die 20,832 km Streckenlänge tatsächlich 1983 zum letzten Mal vom Top-Motorsport benutzt wurde (Langstrecken WM / Gruppe C). Weil nebenan die Grand Prix Strecke gebaut wurde - dank Otto Flimm! - die dann 1984 eingeweiht wurde. Da kamen also einige Zufälle zusammen - später wurde diese Streckenvariante von der sport auto für ihren Supertest entdeckt. Und hat bis heute einen hohen Stellenwert - die Grenzen zum Touristenverkehr sind fließend und in so manchem Ringtool wird leider auch die Stoppuhr aktiviert.

Brendan Keirle - leider nicht mehr unter uns - hat es mit BTG noch einmal vereinfacht - Dale Lomas führt die Tradition fort.

Und wo wir schon bei dem Thema Rundenzeiten sind: der Nürburgring - oder wie auch immer sie sich heute offiziell nennen - will es jetzt sogar als Geschäftsmodell ausschlachten. Wer mich länger kennt, weiß dass ich seit den Anfängen hier (2000) gegen Rundenzeiten argumentiere. Aus einfachem Grund: den Touristenfahrten den Renncharakter und damit die Schärfe zu nehmen, ist nicht einfach - man fährt auf einer RENNstrecke, mit Zuschauern, Curbs, Start + Ziel - inzwischen sogar Streckenposten. Jede Maßnahme, die den Charakter entschärft, ist sinnvoll. Wenn jetzt der Veranstalter und Organisator der Touristenfahrten ebenfalls Rekordfahrten durchführt, dann schneidet er sich in´s eigene Fleisch - langfristig gedacht ist das jedenfalls nicht. Sind wir wieder auf Richter-Lindner-Niveau? Mitnehmen was geht?

In zwei Wochen wissen wir mehr, dann wird in Luxemburg beim EuG das Ja zum Nürburgring Urteil erwartet.

Jetzt bin ich ordentlich abgedriftet, aber allgemein werden die Zusammenhänge leider auch zu oberflächlich betrachtet. Etwas Einordnung kann ja nie schaden - und 6:05 sind ein gigantischer Erfolg. Es wird auch der Elektromobilität helfen, denn die volle Leistung für diese Distanz abzurufen, erfordert einige technische Klimmzüge. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, aber eine elektrische Rennserie würde dem Ring gut zu Gesicht stehen. Die bräsige VLN wird das nicht gebacken bekommen - modern kommt in deren Wortschatz nicht vor.

Vielleicht erkennen Andere die Zeichen der Zeit besser - wie wäre es mit einem 4 Runden Rennen? WTCC oder die alte DTM fahren auch kurze Distanzen - Spannung pur. Energiemanagement wäre die große Herausforderung, nachtanken kommt ja eher nicht in Frage aufgrund der Zeitdauer. Und einen zakspeedmäßigen Tankwechsel würde ich vom Reglement her auch ausschließen - zu einfach.

Die Formel E fährt inzwischen ihre Rennen durch - immerhin schnell genug für Stadtkurse. Da müsste es doch auch für den Tourenwagensport Varianten geben. Ich fände es jedenfalls sehr spannend und technisch reizvoll: dicke Batterien und schweres Auto - oder lieber Leichtbau?

Viele elektrische Rundenrekorde werden wir jedenfalls erstmal nicht mehr sehen, dafür hat VW die Latte zu hoch gelegt. Also niedrig - bezogen auf die Rundenzeit. Ihr wisst was ich meine. Oder verschiebt die elektrische Ära die Dimensionen? Müssen wir uns an solche Zeiten gewöhnen? Die 6 Minutengrenze, die geknackt werden will? Ich kann es mir nicht vorstellen.

VW hat auch eine Onboard veröffentlich - jedenfalls nennen sie es so:

youtu.be/9iZY5IMn0wg

Bei Pikes Peak hatten sie ja ordentlich verwachst - Ton und Bild asynchron. Da kennt sich der renn.tv Mike aus! Aber warum müssen die das mit Hubschrauberaufnahmen mixen? Gerade dann umblenden, wenn man anfängt sich einzugrooven? Warum fragen die nicht jemand, der Ahnung hat? Besser als nichts - aber das kann ja wohl nicht der Maßstab sein. Bitte VW: pure ungeschnittene Onboard ohne alles, ok?

Volkswagen | Rundenrekord | Elektro | Dumas |


Samstag, 18. Mai 2019

90. Geburtstag von Otto Flimm.

Am 18. Mai 1929 wurde Otto Flimm in Köln geboren - und er kann nicht nur auf ein langes, sondern auch sehr bewegtes Leben zurückblicken.

Und damit der Blick nach vorne nicht zu kurz kommt, hat er diesen Lebensabschnitt - seinen heutigen 90. Geburtstag - gebührend gefeiert.

Mike Frison / renn.tv

In der feinen Festhalle des Phantasialandes - und über 200 Weggefährten sind seiner Einladung gefolgt. Sogar eine persönliche Videobotschaft von Jean Todt wurde eingespielt - und die großen Lebensbaustellen von Otto Flimm sind neben seiner Familie, vielen lokalen Engagements in Brühl und der Firma Kabänes: Motocross, ADAC und Nürburgring.

Mike Frison / renn.tv

Selbst mit stolzen 90 Jahren ist er sich immer treu geblieben: ein Unruhepol mit großem Herz und feuriger Leidenschaft - vehemment stemmt er sich gegen die gesundheitlichen Rückschläge der jüngsten Zeit. Und feiert erstmal eine große Party!

Mike Frison / renn.tv

Vielen Dank Otto Flimm für die vielen Kämpfe für die richtige Sache - möge noch eine lange und schöne Zeit vor Ihnen liegen!

Dem 19. Juni fiebern jetzt alle gespannt entgegen - dann soll das Urteil in der Klage von Ja zum Nürburgring verkündet werden. Das ist genau am Mittwoch, bevor es Donnerstags mit dem 24h-Rennen losgeht - hätte man nicht besser einplanen können. Ja gut - haben sich auch immerhin 4 Jahre Zeit gelassen.

Flimm | Brühl | Phantasialand | JaZumNürburgring |


Mittwoch, 17. April 2019

Urteil in der Ja zum Nürburgring Klage von Otto Flimm?

Den 19. Juni vormerken, dann wird ein Urteil erwartet von der Klage von Ja zum Nürburgring beim Europäischen Gericht gegen den Nürburgringverkauf.

Dem Ganzen war eine mündliche Verhandlung vorausgegangen vor etwa einem Jahr.

Nur zur Erinnerung: die Klage wurde am 10. Juni 2015 eingereicht. Es besteht nach wie vor Hoffnung, dass der Verkauf für rechtswidrig erklärt wird - Gründe dafür gibt es genug. Und falls das so wäre, könnte auch eine Stiftungslösung wieder in's Spiel gebracht werden mit dem Vorteil, dass diese absichtlich so aufgesetzt wird, dass sie keine Gewinne an wen auch immer abführen muss. Alle Einnahmen würden zurückgeführt, um den Betrieb und den Erhalt des Nürburgrings zu gewährleisten - also einem guten Zweck quasi.

Na dann wollen wir mal Daumen drücken.

Es ist viel passiert, seit am 19. Nov. 2007 der Bau der Erlebnisregion beschlossen wurde. Und es hat nicht nur mich einige unserer besten Jahre gekostet.

Ein Happy End wäre ganz nett.

Erlebnisgrab | Ringverkauf | Insolvenz | Klage | Flimm |


Sonntag, 03. März 2019

Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Dienstag, 24. April 2018

Morgen ist in Luxemburg EuG-Verhandlung zum Nürburgring Verkauf.

Auf der Terminvorschauseite der EU liest sich das so (Screenshot):

Luxemburg: EuG-Verhandlung zu Nürburgring-Beihilfen

Mit Beschluss vom 1. Oktober 2014 hat die Kommission festgestellt, dass eine Reihe staatlicher Beihilfen zugunsten der Nürburgring GmbH, der Motorsport Resort Nürburgring GmbH und der Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH rechtswidrig und mit dem Binnenmarkt unvereinbar seien. Ferner hat die Kommission festgestellt, dass die nach einem Bietverfahren erfolgte Veräußerung der Vermögenswerte dieser Begünstigten an die Capricorn Nürburgring Besitzgesellschaft mbH keine staatliche Beihilfe darstelle. Sie hat daher entschieden, dass Capricorn und ihre Tochtergesellschaften nicht von einer etwaigen Rückforderung mit dem Binnenmarkt unvereinbarer staatlicher Beihilfen von den Begünstigten betroffen seien. Gegen diesen Beschluss hat der Ja zum Nürburgring e. V. beim Gericht der Europäischen Union Klage auf teilweise Nichtigerklärung erhoben. Am 25.04. findet die mündliche Verhandlung vor dem Gericht statt. Nähere Informationen zu diesem Fall werden hier bereitgestellt: http://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?num=T-373/15.

Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit: man hat das Bieterverfahren auch als transparent und diskriminierungsfrei angesehen - und da haken JzN bzw. Otto Flimm ein, denn wie wir alle live verfolgen konnten war das Verfahren eine Farce und würde nichtmal einem schlechten Theaterstück gerecht.

Weglassungen scheinen inzwischen das Standardwerkzeug für Manipulation der Bevölkerung zu sein.

JaZumNürburgring | Ringverkauf | Insolvenz | Flimm | Gericht |


Mittwoch, 27. Dezember 2017

VLN nistet sich gemütlich in der beton°ruine ein.

Die VLN verschickt eine Weihnachtsmail. So weit, so neu - danke für die netten Grüße. Bisher kam VLN-Mail über den Presseverteiler allerdings immer von hier.

Aber was steht da als Absender? "Nürburgring Boulevard 1".

Da meide ich den Beck°schen Sarkophag weiträumig - und jetzt zieht die VLN da ein.

Ich habe dann mal in den "VLN racing news" geschaut: bis Juni zum 3.Lauf hieß das im Impressum:

Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring e.V. & Co. oHG - ohne Adresse

... und ab Juli dann:

VLN Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH, Nürburgring Boulevard 1, 53520 Nürburg

Wobei die VLN VV schon vor einem Jahr gegründet wurde - allerdings in der ehrwürdigen Otto-Flimm-Straße.

Für mich ist der Umzug ein Fall zum Fremdschämen.


Dienstag, 12. April 2016

Jöckel Hilgeland gestorben.

Hans-Jürgen Hilgeland ist einer der VLN-Gründer und bei vln.de gab es erst eine knappe Meldung - dann ein einfühlsamer Rückblick mit dem Menschen im Mittelpunkt. Allerdings ohne weitere Erklärungen zu der tragischen Art und Weise seines Todes.

Die kann man bei Wilhelm Hahne nachlesen: eine im Oktober 2015 im Rhein bei Duisburg gefundene Leiche wurde jetzt erst als Hans-Jürgen Hilgeland identifiziert.

Er hat sich sehr um den Motorsport verdient gemacht und im N-Forum war er sogar auch eine Weile aktiv und hat sich in seiner offiziellen Funktion den Diskussionen gestellt.

Wilhelm Hahne und die VLN loben seine Taten für den Motorsport.

In aktueller Erinnerung habe ich ihn jedoch, als der Nürburgring ihn dringend gebraucht hätte. In der Richter/Lindner Era hat er sich bereitwillig den beiden angedient, ist Otto Flimm im März 2011 bei einer Pressekonferenz im Dorint mächtig in die Parade gefahren (habe ich ungläubig live miterlebt) und hatte auch die dilettantischen Performance Days mit zu verantworten, als Motorsport und Straßenverkehr geradezu abenteuerlich durcheinander gewürfelt wurden. In letzter Sekunde erst wurde zur Überraschung der Teilnehmer das Ganze als Trackday mit Haftungsausschluss deklariert (auch das habe ich seinerzeit ungläubig live miterlebt).

So macht jeder seine eigenen Erfahrungen mit den Mitmenschen und am Ende bleibt der Eindruck, den man zu Lebzeiten gesammelt hat.

Jöckel | Hilgeland |


Dienstag, 05. Januar 2016

Otto Flimm: Könnte sein, dass sich der DMSB selbst abschafft.

Nachdem sich die Teams formiert haben, hat auch JzN einen sehr deutlich formulierten Text veröffentlicht.

"Der DMSB wäre gut beraten, die eine oder andere Funktion im Hause anders zu besetzen, ansonsten könnte es sein, dass der DMSB sich selbst abschafft", sagt Flimm, "Wir haben genug Herausforderungen am Nürburgring zu meistern, da ist diese Regulierungswut aus den eigenen Reihen völlig unverständlich."

Hätte doch bloß jemand mal vorher gewarnt!

DMSB | Flimm | JaZumNürburgring |


Freitag, 09. Oktober 2015

DMSB beglückt jetzt auch die RCN mit Nordschleifen-Permit.

Der DMSB - Ihr wisst, das sind die Gemeinnützigen Förderer des Motorsports - wollen jetzt auch von den RCN’lern Geld für das Nordschleifen-Permit einkassieren.

Das fällt denen kurz vor dem letzten Lauf ein. Und bringt sogar Otto Flimm damit auf die Palme. Otto Flimm! Wegen der RCN! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Aber die Skrupellosigkeit des DMSB ist wirklich grenzenlos: eine Einsteigerserie (!) mit einem Permit zu melken. Ohne rot zu werden.

Gibt es denn niemanden, der dem aufgeblasenen DMSB mal die Luft ablassen kann, damit der wieder auf dem Boden der Tatsachen ankommt? Oder mal ausnahmsweise alle Sportler zusammenhalten und sich gegen die Willkür stemmen?

DMSB | Permit |


Freitag, 02. Oktober 2015

Otto Flimm kämpft weiter mit Ja zum Nürburgring.

Heute hatte der Verein Vorstandswahlen und Otto Flimm übernimmt weiterhin der Vorsitz.

JaZumNürburgring | Flimm |


Sonntag, 12. Juli 2015

Auch Ja zum Nürburgring klagt in Brüssel.

Neben Nexovation klagt auch der JzN Verein rund um Otto Flimm gegen das Nürburgring Verkaufsverfahren:

Warum?

Die Aktivisten um den ADAC-Ehrenvorsitzenden Otto Flimm hoffen noch immer auf eine gemeinnützige Stiftungslösung.

Richtig so. Der Ring ist 1927 sicher nicht gebaut worden, damit sich knapp 90 Jahre später Private daran bereichern.

JaZumNürburgring | Flimm | Nexovation | Ringverkauf |


Donnerstag, 21. Mai 2015

Otto Flimm hat durchgeladen: Klage gegen den Nürburgring-Verkauf von JzN.

Auf Ja zum Nürburgring:

„Wir wollen erreichen, dass das gesamte Verkaufsverfahren auf den Prüfstand kommt, und nicht etwa nur die Vorgänge rund um das Zuschlagsverfahren“, erklärt Otto Flimm. „Es ist höchste Zeit, dass reiner Tisch gemacht wird.“

Jetzt wird scharf geschossen, denn nach Beschwerden, Briefen und Eingaben reicht der Ja zum Nürburgring e.V. Klage beim Europäischen Gericht ein.

Respekt!

Diese Entscheidung haben die Beteiligten und Otto Flimm sicher nicht leicht getroffen - das wird ein langatmiger, aufreibender und geldverzehrender Gerichtsprozess.

Aber es ist der richtige Weg um mit legalen Mitteln zu versuchen das betrügerische Sumpfmonster trockenzulegen.

Es werden auf alle Beiligten schwierige Zeiten zukommen, denn jetzt hängt der Verkauf erstmal für lange Zeit in der Luft. Das heißt das aktuelle Pachtmodell an den Oligarchen-Stammtisch mit Capricorn Schleiermantel wird bis zur Gerichtsentscheidung Bestand haben. Falls die Russen nicht entnervt das Handtuch werfen.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch erstmal nichts abgerissen oder umgebaut wird - wer will in so einem Konstrukt schon finanziell in Vorleistung gehen.

Aber es ist der richtige Weg zur Rettung der Nordschleife vor der entgültigen Privatisierung. Der Prozess wird hoffentlich Abläufe an’s Tageslicht spülen, die die Handelnden bisher vor der Öffentlichkeit geheim halten konnten. Was an sich ja schon eine Frechheit für uns Bevölkerung ist, denn es geht um nicht weniger als Volkseigentum von herausragender historischer Bedeutung.

Wünschen wir Otto Flimm viel Kraft und die nötige Gelassenheit, um die vermuteten Betrügereien aufzudecken. Und der Nordschleife die Zukunft zu geben, die sie verdient hat.

JaZumNürburgring | Flimm | Weidenbrück | Frey | Prozess | Klage | Ringverkauf |


Montag, 18. Mai 2015

Herzlichen Glückwunsch Otto Flimm zum 86.!

Das Ringkämpfervorbild feiert heute Geburtstag - alles Gute und weiterhin viel Kraft und Energie!

Aber bitte nicht zu sehr über die Politiker aufregen - sie sind es einfach nicht wert.

Flimm


Donnerstag, 14. Mai 2015

Ringkämpfer Stefan ist von uns gegangen.

Eine heimtückische Krankheit hat Stefan das Leben gekostet - er war stets in vorderster Front zu finden, wenn es galt für den Nürburgring zu kämpfen.

Das ist eine erschütternde Nachricht - ausgerechnet zum 24h-Rennen wird aus unserer Mitte jemand herausgerissen.

(Stefan zusammen mit Sabine und Otto Flimm am 15.11.2014 in Mainz. Für Großansicht anklicken.)


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Otto Flimm legt nach.

Heute hat Otto Flimm zum Pressegespräch nach Nürburg gebeten und - unterstützt auch von einigen Versprengten - die EU Beschwerde von Jzn im Detail begründet.

Sie richtet sich gegen den Verkaufsprozess und da ist einiges an Zunder drin. Wir dürfen froh sein, dass der rüstige Kämpfer für uns und den Nürburgring in den Ring steigt!

“Es ist unsere Auffassung, dass die Europäische Kommission durch die Insolvenzverwalter und die Landesregierung nur unrichtig über ausschlaggebende Fakten informiert wurde.”

Unrichtig informiert. Also ich finde man könnte auch salopp sagen, dass die EU nach Strich und Faden beschissen und belogen wurde. Und das nicht nur einmal.

  • die Zahlungsschwierigkeiten von R.Wild wurden verschleiert
  • Abläufe geheim gehalten
  • Auswahlkriterien erst hinterher bekanntgegeben

Das ach-so-tolle Nürburgring-Gesetz wurde auch treffend auseinandergenommen, denn es hilft nicht

“… wie die Ereignisse des Jahres 2014 mit dem Verlust von Rock am Ring und den Schwierigkeiten der Veranstalter beim Abschluss von sinnvollen Verträgen zeigen.”

Florian Zerfaß hat sich auch nochmal die Mühe gemacht, einen ausführlichen Hintergrundartikel zu schreiben.

Neben JzN befasst er sich auch mit den HIG/Cox und Nexovation Beschwerden:

  • Capricorn wurde trotz fehlender Transaktionssicherheit als Käufer gewählt
  • Nach dem Capricorn-Ausfall haben die Insolvenzverwalter & KPMG das Verkausverfahren wieder ans sich gerissen und eigenmächtig einen Käufer ausgesucht - sogar ein Datenraum sei von KPMG wieder zur Verfügung gestellt worden.
  • Die Treuhänder-Nummer mit der W Special Situations GmbH ist der Hit.
  • “Selbst der Gläubigerausschuss wurde über die Weiterveräußerung der Vermögensgegenstände des Nürburgrings nicht informiert.”

Meyrick Cox redet nicht lange drumherum:

“Aus Sicht unserer Gruppe scheint der einzige Weg, auf dem die Beihilfen beseitigt werden können, der Start eines neuen Verkaufsprozesses zu sein, mit einem anderen Insolvenzverwalter und einem neuen Dienstleister, der den Verkaufsprozess organisiert. Herr Lieser und Herr Schmidt haben gezeigt, dass sie außerstande sind, einen offenen, fairen und transparenten Verkaufsprozess zu überwachen; KPMG hat sich selbst als unfähig herausgestellt, den Verantwortlichen in solch einem Prozess adäquaten Rat zur Verfügung zu stellen.

Oops. Der sitzt.

Allerdings müssen wir Geduld haben. Das Ganze kann sich noch Monate hinziehen, vielleicht sogar bis Ende 2015.

Margrethe Vestager - die neue EU Wettbewerbskommissarin - hat es nicht leicht: entweder lehnt sie die Beschwerden ab und riskiert, dass bei Klagen ihr alles noch schwerer auf die Füsse fällt oder sie setzt den Prozess neu auf und brüskiert ihren Vorgänger Almunia.

Naja, verdient hätte er es, so schlampig wie das durchgewunken wurde im Schulterschluss der Sozis inkl. Sigmar Gabriel - aber ohne ausreichende Prüfung.

Das Gute ist: wir alle können ihr helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

So wie ich gestern solltet Ihr auch ein Schreiben aufsetzen und begründen, warum der Verkaufsprozess wiederholt werden muss und warum der Nürburgring bzw. die Nordschleife für Europa eine so große Bedeutung haben.

Dass die Frau erst seit einem Monat ihr Amt bekleidet müssen wir als Chance wahrnehmen.

Tags: JaZumNürburgring | Flimm | Vestager | Ringverkauf | WiWo | Zerfaß


Sonntag, 07. Dezember 2014

3 Beschwerden gegen Ring-Verkaufsverfahren und EU Entscheidung.

Nachdem die EU-Kommission den Ringverkauf durchgewinkt hat, hagelt es jetzt Beschwerden:

“Wie die WirtschaftsWoche berichtet, haben der US-Finanzinvestor HIG Capital, das US-Technologieunternehmen Nexovation und der Verein „Ja zum Nürburgring“ die Kommission aufgefordert, ihre Untersuchung zum europarechtskonformen Verkauf der Rennstrecke neu aufzurollen. Den Beschwerden zufolge sei die Kommission falsch über den Verkaufsprozess informiert und mit dem Weiterverkauf an Charitonin gegen Europarecht verstoßen worden.”

Almunia ist abgelöst, seine Nachfolgerin im Resort Wettbewerb ist Magrethe Vestager aus Dänemark.

Wenn der Verkauf neu aufgesetzt wird und vor allem danach fair und transparent durchgezogen wird, dann hätte das Stiftungsmodell vielleicht eine Chance.

Gut, dass Otto Flimm nach wie vor am Ball bleibt - am Mittwoch um 14 Uhr gibt es im Dorint eine Pressekonferenz von Ja zum Nürburgring zu dem Thema.

Tags: EUKommissionMagretheVestager | JaZumNürburgring | Ringverkauf | Stiftung |


Sonntag, 23. November 2014

SWR 4 Klartext wieder am Ring.

Die glauben anscheinend wir hätten das Schauspiel vor 18 Monaten schon vergessen (damaliger Mikebericht und kompletter Mitschnitt).

Am meisten hat mich damals geärgert, wie sie Otto Flimm abserviert haben und wie die Moderatoren statt neutral zu begleiten die Diskussion massiv beeinflusst haben.

Die neue Sendung ist für nächsten Donnerstag geplant (27.Nov, 19–21 Uhr, Adenau Hocheifelhalle).

Das Podium lässt leider wenig hoffen: 3 x Politiker und der Axel Heinemann. Die SPD hatte zuerst Carsten Pörksen geschickt, aber der hat wohl zuviel Schiss vor den Versprengten. Jetzt kommt für ihn Marc Ruland - komplett unbedarft was den Ring angeht und auch aus Andernach wie Clemens Hoch.

Leider niemand, der die Bevölkerung, die Anwohner, die Unternehmer, die Sportler und Rennfahrer, die Veranstalter, die Historiker, die Anhänger der Nordschleife, die Gegner des Verkaufes oder andere Betroffene vertreten dürfte.

Ich werde trotzdem da sein und versuchen ausreichend Redezeit zu bekommen und es wäre natürlich gut, wenn der Verkaufsprotest gut hörbar vertreten ist - das ist eine Radio Livesendung.

Die laufen dann wieder mit Mikrofon rum und dann “darf man Fragen stellen”. Nur damit die Rollenverteilung schonmal vorab geklärt ist - das an sich ist ja Frechheit genug.

So soll unsere Lautstärke kleingehalten werden. Hendrik Hering hat es längst nicht mehr nötig, irgendeinen Dialog einzugehen - da wird dann auf Facebook großzügig gesperrt. Das kann der Landesverband der SPD inzwischen auch ganz gut, sperrt Kritiker einfach aus. Oder lässt die Polizei auffahren, wenn man ihnen zu nahe auf die Pelle rückt.

Wenn wir uns diesen Umgang gefallen lassen, dann haben wir es auch nicht besser verdient. Ich warte ja noch auf den Tag, wenn Adenau geschlossen auf den Putz haut. Aber der Guido Nisius trifft sich lieber mit dem Milliardär Chartonin, damit kein Zweifel an seiner Demut aufkommt.

Manchmal habe ich den Eindruck, die VG Adenau sehnt sich den Feudalismus aus dem Mittelalter zurück - die Zeichen dafür stehen aktuell ganz gut.

Das letzte Mal in der Hocheifelhalle war ich übrigens an jenem traurigen Tag, als Hendrik Hering versucht hat, die Richter-Lindner-Verpachtung zu verkaufen.

Tags: Klartext | SWRKlartext | Hocheifelhalle |


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Russe kommt.

Das ist der Super GAU für unser Kulturdenkmal:

Der Nürburgring hat einen neuen Eigentümer: Der russische Milliardär Viktor Charitonin kauft sich nach Informationen der WirtschaftsWoche anstelle des in Schieflage geratenen Düsseldorfer Automobilzulieferers Capricorn bei der Rennstrecke ein. (..) Der 41 Jahre alte Russe ist Großaktionär und Aufsichtsratschef des Unternehmens Pharmstandard, das er 2003 gemeinsam mit dem Oligarchen Roman Abramowitsch gegründet und inzwischen zum größten heimischen Arzneimittelhersteller in Russland ausgebaut hat. Sein Vermögen verwaltet er unter anderem über zwei Briefkastenfirmen auf Zypern. Das Magazin Forbes listete ihn 2013 mit einem geschätzten Vermögen von gut einer Milliarde Dollar auf Platz 1342 der reichsten Menschen der Welt.

Das muss man sich mal reinziehen: 500 (!) Mio Euro Steuergeld versenkt UND das weltbekannte Denkmal Nordschleife an einen russischen Privatier verschachert.

Erstaunlich viel Chemie im Spiel bei diesem Geschäft: Kurt Beck wird geschmiert als Berater bezahlt von Boehringer Ingelheim, Axel Heinemann ist von Haus aus Berater in der Pharmaindustrie und Viktor Charitonin ist Großaktionär von Russlands größtem Pharmakonzern (Pharmstandard). Das ist doch kein Zufall!

Und was haben sie getönt, um das Volk bei Laune zu halten:

Februar 2013:

Sachwalter Jens Lieser betonte: “Es ist kein Oligarch oder reicher Scheich darunter, der eine Privatrennstrecke will, sondern alle haben eine Beziehung zum öffentlichen Rennsport.”

Und die Verbrecherbande Volksvertreter verkaufen das auch noch eiskalt als gute Nachrichten. E-kel-haft!

Ein weiterer schwarzer Tag für unsere Nordschleife, es ist tatsächlich mal wieder noch schlimmer gekommen.

Otto Flimm kocht vor Wut:

"Die Landesregierung muss dem unkontrollierten Treiben der Insolvenzverwalter unmittelbar Einhalt gebieten. Über ihre Vertreter im Gläubigerausschuss muss sie alles tun, um diesen Ausverkauf zu stoppen.“ Alle, die eine Beziehung zum Nürburgring haben, müssen nun auf die Barrikaden gehen, um diesen bisher unvorstellbaren, größtmöglichen Schaden vom Nürburgring abzuwenden!

In zwei Wochen wäre eine gute Gelegenheit, um Dampf abzulassen. In Mainz!

Tags: Ringverkauf | RusseOligarch | Charitonin | Capricorn | WiWo |


Freitag, 24. Oktober 2014

Während Wild und Heinemann über ihre eigenen Füsse stolpern ...

… verfeinert Otto Flimm die gemeinnützige Lösung für den Nürburgring:

“Viele Rennsportbegeisterte, aber auch zahlreiche regionale und überregionale Wirtschafts- und Verbandsvertreter hoffen noch immer auf eine gemeinnützige Stiftung.”

Was muss noch alles passieren, bis die Landesregierung dieser Option eine Chance gibt?

“ In den bestehenden Vertrag will man auf keinen Fall einsteigen, also sich auch nicht um den Erwerb der bei einem Treuhänder geparkten Anteile an der aktuellen Besitzgesellschaft bemühen. ”Ja zum Ring“ setzt auf einen Schnitt - und einen radikalen Neuanfang.”

Das wäre für alle - besonders die Nordschleife - das Beste.

Tags: Stiftung | OttoFlimm | gemeinnützig |


Sonntag, 12. Oktober 2014

VG Adenau kehrt Otto Flimm den Rücken.

Die Verbandsgemeinde Adenau ist aus Ja zum Nürburgring ausgetreten. Lieber biedert man sich dem Privatunternehmen Capricorn an, als dass man für den Erhalt des öffentlichen Eigentums und den Betrieb im Sinne des Gemeinwohls kämpft. Die Entscheidung erfolgte einstimmig im Verbandsgemeinderat bei der Sitzung letzten Dienstag. Und überhaupt müsse jetzt endlich Ruhe am Ring einkehren.

Wer wissen will, wer da alles mit abstimmt, hier ist die Aufstellung der Vertreter für die insgesamt 13.000 Einwohner dieses Bezirks, in dessen Gebiet der Nürburgring liegt. Vielleicht möchte der ein oder andere die Möglichkeit nutzen, einem Mitglied dieses Rates seine Meinung dazu zu sagen.

Es ist erst 8 Monate her, da hat Bürgermeister Guido Nisius in Nürburg eine flammende Rede gehalten, dass der Nürburgring in der öffentlichen Hand verbleiben soll. Damals meinte ich: Wollen wir hoffen, daß er sich dafür auch stark macht.

Tja, war ich wohl wieder zu gutgläubig.

Tags: GuidoNisius | OttoFlimm | Verbandsgemeinde | JaZumNürburgring |


Samstag, 26. Juli 2014

Eine Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent? Wie entscheidet die EU zum Nürburgringverkauf?

Robertino Wild hält den Nürburgring-Verkaufsprozess für transparent, offen und diskriminierungsfrei. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht zum Zuge kommen könnte aufgrund von Bedenken seitens Brüssel, schätzt er auf 1%.

Ich persönlich habe den Verkaufsprozess intensiv beobachtet und jede Information, die an die Öffentlichkeit kam, aufgesaugt. Und ich finde die Vorgänge waren alles andere als offen - für mich war das eine Geheimveranstaltung, deren Ende von vorneherein abgesprochen war. Von Transparenz keine Spur - täuschen und verschleiern, so wie wir das vorher durchgängig von Erlebnisgrab und Regierung gewohnt waren.

Wer gehofft hatte es würde sich was ändern, wurde bitter enttäuscht. Erinnert Ihr Euch noch, wie sie versucht haben die Öffentlichkeit einzulullen? Mit ihrer nuerburgring-dialog Webseite zum Beispiel? Oder im Schulterschluss mit SWR Radio bei der Diskussionsrunde in Nürburg?

Ohne jemals einen Sanierungsplan vorzustellen haben sich die Sanierer daran gemacht, das Volkseigentum so schnell wie möglich zu verkloppen. Für diese Heldentat haben sie sich kürzlich sogar selber als die großen Nürburgring-Retter gefeiert (“Erfahrungen in der grünen Hölle – Die Rettung des Nürburgrings.”).

Mit der Erfahrung über die Jahre habe ich allerdings auch gelernt, die Manöver der Landesregierung immer schneller zu durchschauen - man wird auch hellhöriger mit der Zeit.

Und aktuell habe ich das Gefühl, dass sich die Windrichtung dreht. Erst wurde Otto Flimm öffentlich in die Zange genommen, jetzt wird die EU als Kapitalismusknechte beschimpft. Vom RLP Landtagspräsidenten.

Da wird meiner Meinung nach der Acker bereitet für die beiden Schuldigen, die später zur Schau gestellt werden sollen: Otto Flimm und die EU.

Das neueste Problem der Dilletanten in Mainz ist die Ablehnung Brüssels, weiteres Steuergeld in den Flughafen Zweibrücken zu stecken. Dort läuft nämlich seit 2010 ein Behilfeverfahren - 1:1 ein Nürburgring Déjà Vu. Sagenhafte 174 Millionen Euro haben sie seit 25 Jahren da reingebuttert und die Gesellschaft hat es in all den Jahren nicht geschafft, auf eigenen Füssen zu stehen.

Die haben tatsächlich Flugbetrieb rund um die Uhr - für gerade mal 6 (!!) Starts/Landungen pro Tag. Das muss man sich mal vorstellen, was da alles an Infrastruktur vorgehalten werden muss, damit alle paar Stunden mal ein Flugzeug landet. Dienstags sind es sogar nur 2 - schaut Euch mal den Flugplan an.

Gestern mussten sie Insolvenz anmelden und die SPD ist inzwischen so verzweifelt mit dem Rücken an der Wand, dass sie quasi gegen sich selber und die Schließung des Flughafens demonstrieren wollen. WTF? Wie dreist ist das denn, die Killer kommen noch trauernd zur Beerdigung?

Aber die einfältigen Rheinland-Pfälzer lassen sich offensichtlich alles bieten - so dumm kann der Trick garnicht sein, dass sie nicht drauf reinfallen. Ob Kurt Beck denen über seine Chemiekumpels irgendwas in’s Trinkwasser träufelt? Ich hab hier jedenfalls eine chronische Facepalmattacke nach der anderen.

Auch wenn es auf den ersten Blick mit dem Nürburgring nichts zu tun haben scheint, die Handelnden sind genau dieselben. Ich glaube in Brüssel schlagen sie schon wie ich die Hände über’m Kopf zusammen, wenn wieder was aus Rheinland-Pfalz angeflattert kommt. Wieso leistet sich die Regierung eigentlich eine Europa-Ministerin? Was macht die die ganze Zeit, habt Ihr jemals bei dem Brüsselgezetere etwas von ihr gehört?

Jedenfalls sind die Beziehungen zur EU so schlecht wie nie. In der Vergangenheit wurden Richtlinien und Gesetze in Gutsherrenarroganz - von Juristen!! - vom Tisch gewischt und wenn es jetzt darum geht, gütliche Einigungen zu erzielen, dann macht es das Gepoltere von Joachim Mertes bestimmt nicht einfacher.

Es sei denn - und hier kommt meine Spekulation - es ist sowieso schon zu spät und man pfeift auf gute Beziehungen. Jetzt geht es darum den Sündenbock aufzubauen. Denn wir wissen ja: selber Verantwortung zu übernehmen ist in Mainz keine Option.

Wer in dieser komplexen Lage als Bürger auf den Journalismus von Rhein-Zeitung oder SWR - die im regionalen Bereich rund um den Nürburgring die Kommunikationshoheit haben - hofft, der kann auch direkt bei kurt-beck.de lesen gehen - alles super, alles toll - die EU ist böse und Otto Flimm auch. Vorauseilender Gehorsam ist Tagesprogramm und da passt es auch, dass Robertino Wild als toller Hecht auf dem Silbertablett präsentiert wird - er ist ja auch soo autoaffin. Ob er sich den Spass überhaupt leisten kann, wird als nebensächliches Detail vernachlässigt und überhaupt: kritische Fragen trüben nur die nette Atmosphäre. Schließlich möchte man - bzw. Dietmar Brück - es sich nicht vermiesen mit der Regierung, dann klappt es auch mit der nächsten Chinareise.

Und wenn jetzt die schöne Inszenierung der Regierung in sich zusammenfällt und alles ganz anders kommt? Wilhelm Hahne hält es gar nicht für so unrealistisch, dass der geplante Verkauf an Capricorn in Brüssel abgelehnt wird. Natürlich alles Spekulation, aber es würde die aktuellen Handlungen gut begründen - die Mainzer Politiker wissen jedenfalls mehr, als sie öffentlich preisgeben.

Dieter hat sich mal Gedanken über die möglichen Szenarien gemacht, die auf uns zukommen könnten.

Wenn Capricorn die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, dann steht uns eine große Hängepartie bevor - hausgemacht in Eigenverwaltung von der Regierung und ihren Insolvenzkomikern.

Einen Funken Hoffnung gibt es: dass die EU die wirtschaftliche Kontinuität bemängelt und die Rennstrecke unabhängig vom Erlebnisgrab verwertet wird - und dadurch in gute Hände gelangt. Am besten in eine nicht-gewinnorientierte Organisationsform.

Alles andere könnte schnell sehr bedrohlich für Ring & Region werden, denn wenn Brüssel voll durchzieht, dann könnte aufgrund des gescheiterten Verkaufsprozesses tatsächlich eine Stilllegung folgen. Eigentlich sollte der Verkauf die illegale Beihilfe beseitigen - was ja dann kräftig misslungen wäre. Wenn in Brüssel der Hals dick genug ist - was man sich durchaus vorstellen kann - dann machen sie den Laden jetzt dicht. Die vom Ring abhängigen Firmen und Rennteams hätten ein ziemlich großes Problem und die Industrie würde verärgert ihre Entwicklungsteams abziehen.

Jetzt sind Fingerspitzengefühl und gutes Verhandlungsgeschick gefragt - beides in Mainz leider komplett Fehlanzeige. Wenn es so kommt, dann hätten die Nixblicker es tatsächlich geschafft auch den letzten Rest Porzellan zu zerschlagen.

Alles nur Spekulation im Moment, aber an Zufälle glaube ich bei diesem Disasterstadl schon lange nicht mehr. Die Handlungen der letzten Wochen kommen nicht von ungefähr und es schadet nicht zu versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Tags: ErlebnisgrabInsolvenz | RingverkaufCapricornInsolvenzkomiker | Nexovation


Freitag, 18. Juli 2014

Das ist doch kein Zufall: ver.di Chef Uwe Klemens verteufelt Otto Flimm!

Nachdem schon am Dienstag Robertino Wild Ringretter Flimm auf’s Korn genommen hat, legt heute der Gewerkschaftler Uwe Klemens nach und verhöhnt Otto Flimm in einem Atemzug mit Nexovation:

“Nexovation und Otto Flimm wollen den Crash. Sie sagen beide nicht wirklich „Ja zum Nürburgring“ und gefährden die noch verbliebenen Arbeitsplätze.”

Und wird sogar ausfallend:

“Pfui Teufel!”

Falls hier ver.di Mitglieder aus RLP mitlesen: vertritt der Mann Eure Meinung? Wenn nein, dann lasst ihn das spüren!

So perfide, wie ich die RLP Politiker kennengelernt habe, halte ich die beiden Vorstöße, die quasi aus dem Nichts kommen, nicht für Zufall, vor allem weil Klemens auch noch SDP’ler ist. Das ist doch abgesprochen. Offentlichtlich liegen die Nerven blank und man sucht schon einen Schuldigen, der im Falle einer Ablehnung des Verkaufsprozesses vorgeschoben werden soll.

Der Ring im Besitz von Amerikanern, das ist der Super-GAU für Mainz. Aber eines darf man bei der rheinland-pfälzischen Regierung auf keinen Fall erwarten: die Übernahme von Verantwortung.

Tags: PfuiTeufel | verdiUweKlemens | Ringverkauf | OttoFlimm | Nexovation | Insolvenz |


Robertino Wild agiert schon wie der Grossmogul ...

… und nutzt eine öffentliche Veranstaltung, um Otto Flimm eins auszuwischen:

Der andere - JzN um Ex-ADAC-Chef Otto Flimm - sei nicht mal im Verfahren gewesen, “redet alles schlecht, hat aber keine bessere Idee. Er sitzt in der Nachbarschaft, agiert total kurzsichtig und schadet der Region.”

Und die Lokalpolitiker lassen es geschehen, sitzen ehrfürchtig daneben und geben der Propaganda die Bühne.

Jaja, die pösen Schlechtredner! Wieso prügelt der wilde Rob eigentlich nicht auf Meyrick Cox ein? Der hat ebenfalls eine Eingabe in Brüssel gemacht, aber bei dem traut er sich wohl nicht. Weil er ihn noch braucht?

Schonmal so als Vorgeschmack, was da inzwischen auf uns zurollt. Wieso erinnert mich das an das hier? Wilhelm Hahne zieht ähnliche Parallelen zu Kai Richter und Dieter Weidenbrück kontert bei JzN:

“Jeder, und zwar ausnahmsloser jeder, der Otto Flimm und dem Verein „Ja zum Nürburgring“ vorwirft, etwas Anderes als das Wohl des Nürburgrings und der Region im Sinn zu haben, sollte dringend einmal in sich gehen und überprüfen, wie viel er von der der langen Geschichte des Nürburgrings und der Rolle Otto Flimms wirklich weiß.”

Es stimmt: ohne Otto Flimm hätten wir all diese Probleme garnicht. Nicht weil Otto Flimm dem Nürburgring schaden würde, sondern weil es ohne Otto Flimm den Ring garnicht gäbe! Was für eine Respektlosigkeit gegenüber dem Mann, der sich so verdient für diese Sportstätte gemacht hat.

Über die Gründe, warum Robertino Wild gegenüber Otto Flimm, der bei der Veranstaltung garnicht vor Ort war, so auftritt, kann man nur spekulieren. Ich glaube nicht, dass es ihm an Intelligenz mangelt, eher an Feingefühl und Bodenhaftung.

Wobei, wenn ich so drüber nachdenke … schlau war das nicht. Besonders in der jetzigen Situation, wo noch garnicht feststeht, dass Capricorn den Zuschlag bekommt, denn die EU Entscheidung wurde jetzt schon zum 4.Mal verschoben - Ende offen.

Das war schon eine seltsame Kommunal-Veranstaltung - ich habe im Vorfeld nichts davon gehört. Ihr? Vielleicht wären dann mehr als 6 Leute dagewesen. Oder hat man es absichtlich still und leise gemacht, damit bloß keiner kommt? Der dann womöglich noch dumme Fragen stellt?

Dabei fällt mir ein, erinnert Ihr Euch noch an den Beirat, der zusammen mit Malu Dreyer gross angekündigt wurde, um möglichst bald zu tagen und die Bevölkerung mit einzubeziehen? Das ist jetzt 10 Wochen her und nichts ist passiert. Auch wenn ich wetten könnte, dass dann da sowieso nur so Darsteller wie Demandt, Sattler & Co drinsitzen, die es mit sich machen lassen. Otto Flimm wurde ja vorauseilend schonmal als Persona non grata gestempelt.

Für mich jedenfalls ist Otto Flimm der Grösste. Kann ich garnicht oft genug wiederholen.

Tags: Capricorn | RobertinoWild | Grossmogul | Nisius | VGAdenau | OttoFlimm | Ringverkauf |


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Donnerstag, 06. März 2014

10 Reasons why selling the Nürburgring is a bad idea.

Before I start, some introduction in case you don’t know me: I grew up at the Nürburgring, drove it with motorcycle many years both with Jahreskarte and racing licence (including some Adenau hospital visits …), run 20832.com since 2000, introduced the red-white N logo and initiated Save The Ring over 3 years ago.

I am not involved in any commercial activities at the Ring - which is important to take into account when you read other people’s opinion. In fact you can’t buy any services from me.

I am however a big fan of Nordschleife, the track, the history, the Eifel area, the people, the racing - everything. I have been protesting against the Leisure Park, when it still was in planning phase, I protested against it, when they were building it, I protested against the Lindner/Richter lease contract (Richter even sued me and my forum, which made me close it for a year) and now I’m protesting against the sale of the tracks.

So why is it a bad idea to sell Nürburgring?

1.) Public ownership becomes private ownership.

Never before in it’s nearly 90 years history has the Nürburgring been in private ownership. Funding came from the public in the first place and it was the tax payer who kept it running.

2.) Non-profit vs profit oriented.

As a typical non-profit oriented company in public ownership, the Nürburgring has never been forced to make profits. Mis-management led to losses, but the setup originally allowed for maintenance and investment from the funds earned. This all will change dramatically, when a private company starts to satisfy investors. 20% have been mentioned by papers, which equates to an additional 20 million profit, in case it’s sold for 100 million Euro. Clearly this is impossible in the long run and would only destroy the available assets. You have two options to achieve that: raise prices or drive down maintenance. My guess is both.

3.) Public company vs private company.

The Nordschleife is located right in the middle of a nature reserve. Due to its size no less than 4 villages are located within the track. This has never been a big problem when operated by the government: one department talked to the other. Once in private hands this will all be different and confrontations are ligning up already, ranging from environmental complications to noice complaints.

4.) Benefit for the region vs benefit for a company

During the Richter/Lindner era (May 2010 - Nov 2012) we got some taste what a private-run Nürburgring means for the small businesses: step-by-step all services, which softly grew over decades, got absorbed by them and with the power of tracktime customers have been forced to their offers. No matter the quality. These guys only rented the Ring, imagine what an owner is able to do. You see many closed shops in Adenau already today, this will only get worse, when they are exluded from participations at the Ring’s businesses.

5.) Tourist Drives

Very sensitive subject. People tend to tell me nobody would stop something which earns money. Richter/Linder pushed the traffic to the max, ignoring all risks involved. However, their greed was short term. For a new owner several problems are just around the corner: risk obviously is a big one and it’s a different game for a private company compared to the government. How many tracks do you know, which offer tourist drives the relaxed way the Ring does? None? How come these tracks don’t do it, if it’s such a cash cow? Compare this to a posh VIP track day, 20 people with their Ferraris etc., 5k each. No traffic, no risk, no work, 100k a day. Complete no brainer if you ask me.

6.) Grass root motorsport

This is what the Ring is all about, the ladder from tourist drives via GLP, RCN, VLN up to the big 24 Hours race. The races are already at risk now with the prices driven up in the last years, don’t be suprised when that all collapses.

7.) Heritage

The cultural heritage of the Nordschleife needs to be preserved for generations to come. It’s without comparison in the world deserves special protection. Once in private hands the public has no vote anymore and the new owner is allowed to change everything.

8.) Non-reversable

Once the sale is done, it’s done for good. But there is no need for the government to act that fast, in fact there are many more options than just selling. Insolvency administration claims they make profits - so why not perserve Nürburgring GmbH and save it, rather than sell it as quickly as possible?

9.) European Commission

Even the insolvency administration states that the sale is only valid after the state-aid investigation has come to a close by the European Commission. Which means the buyer signs a contract, that only comes into effect after that decision. Why not better use the time to evaluate options and find a solution everybody can live with?

10.) Ja-zum-Nürburgring with Otto Flimm.

Otto Flimm doesn’t get tired to fight the sale and keeps pushing for a good solution. He declared already to call the European Court of Justice in case the sale goes through. More years on uncertainty in the pipeline, which help nobody - and which can be avoided easily!

So what would be a viable solution? It’s pretty easy really: a non-profit oriented operation of the race tracks, sale of hotels and leisure park to the highes bidder - and everybody - Ring, region, motorsport - would be able to race into a great future.

Save The Ring!

UPDATE:

Many thanks to Jalopnik, who reposted this on March 7th.

Tags: SaveTheRing | English


Mittwoch, 05. März 2014

Heuschreckenalarm am Nürburgring!

Die Schlinge um die Nordschleife zieht sich weiter zu, denn der Schlimmste aller möglichen Käufer scheint sich seiner Sache schon ziemlich sicher zu sein.

Meyrick Cox hat mal eben 6 GmbHs gegründet, für die Hotels, den Freizeitpark, aber auch für GP-Strecke und Nordschleife getrennt. Da wird schon das Filetieren vorbereitet, vor dem alle gewarnt haben. Komisch, die Regierung musste das Beck°Werk unbedingt der historischen Nürburgring GmbH aufhalsen und das erste, was ein Profi-Geschäftemacher macht: aufteilen.

Die Erklärung ist natürlich, daß man dann keine Kosten auf einer Kostenstelle mittragen muß, sondern die nicht-rentable Unterfirma kann gepflegt pleite gehen.

Der SWR jubelt von goldenen Zeiten für den Motorsport - ich krieg gleich das Kotzen. Die Pessimisten seien gegen einen Verkauf - ich würd mal sagen das sind eher die Realisten.

Und Propagandaminister Nuvoloni: wir werden alle sterben!! sonst droht die Schließung …

Otto Flimm stemmt sich dagegen und schreibt einen offenen und flehenden Brief an Malu “wer-werden-einen-seriösen-Investor-finden” Dreyer:

"Wie die Rhein-Zeitung berichtet, liegen die Renditeerwartungen des amerikanischen Finanzinvestors H.I.G., der als erster Anwärter auf den Kauf gilt, bei 15 bis 20 Prozent. Auch den Mitarbeitern des Nürburgrings ist nach dem Bericht klar, dass solche Renditen niemals zu erwirtschaften sind. Ihr Parteifreund Müntefering hat solche Unternehmen zu Recht als „Heuschrecken“ bezeichnet. Das wird der altehrwürdige Nürburgring nicht verkraften!

… und hält die Tür sperrangelweit offen für Gespräche.

Wenn das alles nicht fruchtet: die Entscheidung der EU steht noch aus und sollte sie wider Erwarten den Verkauf als Gesamtpaket (wirtschaftliche Kontinuität) absegnen, dann hat Ja zum Nürburgring bereits die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof angekündigt.

Amerikanischer Beteiligungsfond hört sich an wie das sichere Todesurteil - und für die Region und den Breitensport ist es das auch bestimmt. Aber noch ist nichts unterschrieben und selbst wenn: ich kenne inzwischen sehr viele Leute, die werden nicht aufgeben zu kämpfen! Das sind wir der Nordschleife schuldig.

Tags: HIGCapital | MeyrickCox


Sonntag, 16. Februar 2014

Mikebericht von der Ringdemo Mainz-Nürburgring.

Gestern war wieder #ringdemo angesagt - schon die 3.Demo innerhalb von zwei Monaten und wieder eine der vielen Aktionen, die von Sabine, Christian und Wir sind Nürburgring organisiert wurde:

und jetzt:

  • 15.Februar: DEMO von Mainz nach Nürburg.

Konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, vor allem weil abends in Nürburg auch noch die After-Demo-Party anstand.

Treffpunkt war ab 9 Uhr in Mainz, um 11 Uhr sollte es dann losgehen durch die Innenstadt:

Die Autos waren alle schön vorbereitet, damit wir auch auffallen in Mainz. So ein großes N habe ich schon lange nicht mehr gesehen:

Und improvisieren geht immer:

Neben Karl Mauer war auch der tapfere Kämpfer Otto Flimm wieder mit dabei:

Sabine natürlich auch an vorderster Front zu finden - wie immer:

Bunt gemischt von überall her, aber auch viele Leute aus MYK, WW oder AW vor Ort:

STR - Save The Ring:

Fabian war mit Claudia wieder aus Zürich angereist - schwer beeindruckender Einsatz, die beiden geben alles. Die #ringdemo Aufkleber wurden von einer freundlichen Druckerei gestiftet - tolle Idee:

Fast wie ein Fahrerlager - nur leider von den bekannten Fahrern bei der Demo kaum jemand zu sehen. Wolfgang Destree hat das ja treffend kommentiert.

Dem Smart steht das STR sehr gut finde ich:

Es war auch jemand mit dem Motorrad dabei:

Und was für eine Maschine das war! Felgen vom Renault Alpine und mitlenkendes Beiboot-Rad:

… und inklusive Frau, Hund und Kind am Start:

Nfiziert sind beide, aber bei wem hättet Ihr die Anhängerkupplung vermutet?

Ankunft in Nürburg:

Und Otto Flimm hat auch ein paar Worte gesprochen:

Ebenfalls auf der Bühne war Guido Nisius:

Das ist der neue Verbandsbürgermeister der VG Adenau (Romes Nachfolger). Immerhin - er hat nicht wie sein Vorgänger gekniffen oder rumgeeiert, sondern klipp und klar gesagt, daß der Nürburgring in der öffentlichen Hand verbleiben soll. Wollen wir hoffen, daß er sich dafür auch stark macht.

Hier noch ein paar mehr von meinen Fotos.

Insgesamt wieder mal ein kräftiger, aber auch Spaß-machender Protest - die Sache zieht immer weitere Kreise. Ich habe ausnahmslos nette Leute getroffen, freundliche Gespräche geführt und viel Optimismus erlebt. Als ich als einer der letzten in Mainz losgefahren bin in der letzten Gruppe, sind die ersten Leute schon in Wehr von der Autobahn abgefahren.

600 Autos waren schon gezählt, als ich in Mainz auf den Parkplatz gefahren bin und unterwegs haben sich auch noch viele Leute auf der Autobahn dazugesellt. Die Feier mit Kölsche Musik war der krönende Abschluss für einen gelungenen Samstagnachmittag!

Ich habe auch das Gefühl die Leute sind jetzt kampfeslustig, das darf gerne so weiter gehen - ruhig noch etwas lauter!

Ich finde es super, daß es soviel Zusammenhalt gibt - und auch wenn die großen Namen lieber auf Tauchstation gehen und uns im Stich lassen, wir kämpfen weiter!

Tag: Demo


Dienstag, 11. Februar 2014

Die Nürburgring Insolvenzverwalter wollen mit allen Mitteln den Verkaufsvertrag durchboxen.

Heute morgen habe ich noch gedacht, von dem Nürburgring Geschäftsführer Schmidt hat man auch lange nichts mehr gehört - also jetzt der Hockenheim-Schmidt, nicht der Quadratdoktor. Und schwups ist er in der Zeitung.

Und hat Überraschendes zu vermelden:

“Hier hat sich eine Idee verselbstständigt. Ein ordentlicher Kaufmann hätte viel früher die Reißleine gezogen.” (..) Warnende Stimmen, so der Nürburgring-Geschäftsführer, habe es zu Genüge gegeben. Man habe sie nicht hören wollen. Schmidt: “Manche waren wie berauscht.” Es habe jedoch nicht lange gedauert, bis sich die “wirtschaftliche Wahrheit herausstellte”.

Uups, was ist denn da los, da reibt man sich ja verwundert die Augen? Woher die plötzliche Einsicht?

Inzwischen haben wir ja gelernt, nichts am Nürburgring ist Zufall und so geht es dem Herrn Schmidt auch nur um eins: Verkaufen!

“Das aktuelle Verkaufsverfahren sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gültigen EU-Richtlinien äußerst problematisch. Sollte es keinen Käufer geben, dann drohe dem Ring die Stilllegung.”

Die pöhse EU und die drohende Schließung - werden immer noch gerne als Argument vorgeschoben, obwohl sie doch längst widerlegt sind.

Und wo wir schon bei Zufällen sind: genau heute verbreitet die dpa (hier oder hier) gehorsam übelste Nuvoloni Propaganda:

“Sorgfalt geht vor Schnelligkeit, so lässt sich das Credo der Ring-Sanierer bei dem Prozess umschreiben, der auf die Zielgerade einbiegt.”

Wisst Ihr noch? Hektischer Verkauf und so? Tja, da muß der Kommunikationsprofi schon ganz tief in seinem Lehrbuch blättern, wie er das wohl wieder gerade biegt.

Das Problem ist nämlich:

Der oder die Erwerber des Nürburgrings werden nur dann von einer möglichen Beihilferückforderung verschont, wenn nachweislich der Verkaufsprozess EU-konform stattgefunden hat.

Erst haben sie über die Beschwerde von Otto Flimm in Brüssel gelacht - ganz gelassen - und jetzt wissen sie vor lauter Zurückrudern nicht mehr, in welche Richtung sie steuern sollen.

Und das ist gefährlich, denn der Verkauf muß es sein - das wird durchgeboxt, als gäbe es kein Morgen mehr!

Der neue Cunning Plan sieht anscheinend so aus:

Die Unterzeichnung eines Kaufvertrages wäre zunächst nur das “Signing”, wie Sanierersprecher Nuvoloni es ausdrückt. Das “Closing” erfolge erst nach der EU-Entscheidung zu den Beihilfen und der Rechtmäßigkeit des Verkaufsprozesses. Man habe noch nicht beim Signing einen neuen Erwerber, sondern erst beim Closing.

Signing and Closing - oder besser Singing and Dancing wenn die Unterschrift auf dem Papier steht?

Die glauben tatsächlich, sie kommen mit allem durch, denn genau diese Vorgehensweise haben wir mit dem Erlebnispark schon einmal erlebt: erst haben die Bagger und Betonmischer Fakten geschaffen, und später wurde sich um Finanzierung und Baugenehmigungen bemüht.

In diesem Fall also erst einmal eine Unterschrift unter ein Vertragswerk setzen und dann die neuen Pseudo-Besitzer Fakten schaffen lassen. In der Hoffnung, daß man aus der Nummer später nicht mehr raus kommt.

Wir werden nach wie vor nach Strich und Faden vorgeführt und die Presse lässt sich dabei auch noch willenlos vor den Karren spannen.

Ich hoffe bei der #ringdemo am Samstag platzt Mainz aus allen Nähten!

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Nuvoloni | Demo


Samstag, 08. Februar 2014

Keiner der Nürburgring Mitarbeiter traut sich zu reden, man könnte sich ja unbeliebt machen.

Dietmar Brück in der RZ:

“Die Stimmung ist überall zu greifen. Nur offiziell darüber reden will niemand. Kein Wunder. Äußert sich einer der Mitarbeiter negativ über einen möglichen Käufer in der Öffentlichkeit, macht er sich vielleicht bei seinem künftigen Chef unbeliebt. Wer will das schon riskieren?”

Es äußert sich wirklich niemand, noch nichtmal anonym - da wäre das Risiko gleich null. In Zeiten von Edward Snowden könnte man in der Otto-Flimm-Straße 1 ruhig auf den Gedanken kommen, auch zur Rettung des Rings beizutragen.

“Die rund 300 festen Mitarbeiter des Ring-Komplexes in der Eifel bangen um ihre Jobs.”

Immer noch 300? Strammer Fixkostenblock. Nehmen wir mal 3.000 brutto im Schnitt dann sind das 10,8 Mio Euro im Jahr.

Zur HIG Heuschrecke:

“Eine hohe Renditeerwartung wird gar nicht bestritten. Dafür ist man, so heißt es, aber auch bereit, das Geschäft (Freizeitbereich und Motorsport) mit viel Geld auszubauen. Das sei die übliche Vorgehensweise von H.I.G. und anderen Finanzinvestoren.”

Die übliche Vorgehensweise geht eher so: kaufen - aussaugen - wegschmeißen.

Hanna Breuer hat auf FB mal hinter die Kulissen von “Finanzinvestoren” geschaut:

“Eins ist sicher - schon der Landesrechnungshof hat festgestellt, daß der Ring in der jetzigen Konstellation nicht profitabel zu betreiben ist. Auch ein Fonds-Unternehmen kann das Rad nicht neu erfinden. Zerschlägt man allerdings das Ganze, zieht die Preise mächtig an und macht Koppelgeschäfte um jeden Preis, ja dann sieht die Rechnung schon anders aus. Dann hat das Gewerbe der Region das Nachsehen. Doch was schert es einen amerikanischen Investor, was mit der Region oder den Gewerbebetrieben geschieht, wenn nur ordentlich Gewinn gemacht werden kann? Er ist schließlich nur seinen Anlegern verantwortlich. Hält der Fonds nicht, was er verspricht, sind die Anleger gleich mit Heerscharen von besten Anwälten unterwegs.”

Das klingt nicht nur furchterregend - das ist es auch.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Mitarbeiter


Freitag, 31. Januar 2014

Samy Deluxe feat. Die Fantastischen Vier - Halt dich gut fest

Sauber!

youtu.be/XR1XApSczTU

Komplett auf Otto Flimm’s GP Strecke gedreht, Radicals im Einsatz und kein BlingBlingGepose!

(Danke Dustin!)

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: SamyDeluxe | Fanta4


Montag, 20. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter mit dem Rücken an der Wand.

Heute gab es eine Pressekonferenz von Ja zum Nürburgring, die ganz gut besucht wurde und ein Echo in den Medien gefunden hat.

Aber ein noch größeres Echo haben die Aktionen bei den Insolvenzverwaltern gefunden, die drehen nämlich hohl wenn Ihr mich fragt.

Die haben heute auch in Koblenz sowas veranstaltet, aber Inhalte hatten sie keine:

“Die Sanierer der insolventen Eifel-Rennstrecke werfen Kritikern um den Verein ”Ja zum Nürburgring“ vor, mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren.”

Falsche Behauptungen, soso. Wer hat denn mehr Ahnung vom Nürburgring: Otto Flimm oder Thomas Schmidt? Keine weiteren Fragen.

Eine Sache war aber dann doch neu, zumindest aus der IV-Ecke, denn JzN hatte das schon ausgearbeitet:

"Ein Verkaufsvertrag wird laut Schmidt erst wirksam, wenn die EU-Kommission entschieden hat, ob Beihilfen für den Ring rechtmäßig waren, ob Beihilfen zurückgefordert werden und ob der Käufer dafür haftet.

Die IVer haben nämlich bisher immer behauptet, daß der neue Käufer damit nichts zu schaffen hat. Stimmt wohl nicht so ganz - bei wirtschaftlicher Kontinuität, die Dieter Frey erklärt hat, würden die Forderungen auf den Käufer übergehen.

Aber was mich wirklich überrascht hat, ist das hier:

Sachwalter Jens Lieser ergänzte, das Verkaufsverfahren werde sich noch bis Mitte Februar hinziehen. “Erst dann können wir entscheiden, ob ein zuschlagsfähiges Angebot dabei ist.”

Das haben wir bisher noch nicht gehört! “Ob ein zuschlagsfähiges Angebot dabei ist?” Bereitet da schon jemand seine Exitstrategie vor? Daß der Ring nicht verkauft werden kann, weil alle Angebote zu niedrig sind?

Ich schlage als Mindestpreis 20% der Baukosten vor - das sollte doch niedrig genug sein. Und trotzdem wird niemand soviel bieten.

Ich hab das Gefühl, da gehen so langsam aber sicher die Argumente aus.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | JaZumNürburgring


Mittwoch, 15. Januar 2014

Malu Dreyer verspricht den seriösen Partner ... und auf die Bühne kommt Bernie Ecclestone.

Malu Dreyer meinte an Weihnachten auf Facebook:

“Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird. ”

und heute steht in der Zeitung:

“Ecclestone greift nach dem Nürburgring - Der Formel–1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.”

Na dann ist ja alles klar.

Könnt Ihr schonmal den Bankraub planen, wenn Ihr nochmal Touristenfahrten machen wollt.

UPDATE:

Ein Gutes hat diese Ecclestone Nummer ja: so landen Otto Flimm’s Bemühungen sogar im Express.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | MaluDreyer | Ecclestone


Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: EvelineLemke | Lemke | Insolvenz | Erlebnisgrab


Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: WiWo | WirtschaftsWoche | Flimm | JaZumNürburgring


Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Flimm | Insolvenz


Freitag, 20. Dezember 2013

Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor | Demo | Flimm


Freitag, 29. November 2013

Kurt-Beck-Gedächtnispark mit der nächsten Luftnummer.

Lange brauchten die Nürburgring-Verzocker Insolvenzverwalter Lieser & Schmidt ja nicht, um sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Den ADAC haben sie nicht an die Geschäftsdaten gelassen, aber einen umtriebigen Träumer schon: ohne Geld an den Hacken den Nürburgring übernehmen - das kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Große Sprüche und kleine Kasse - wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht auch ein zweites Mal! Da scheint der Kurt Beck sich ja echte Gesinnungsgenossen ausgesucht zu haben, um den Nürburgring abzuwickeln. Sie führen sein Werk tatsächlich zu Ende, wenn ihnen niemand Einhalt gebietet. Otto Flimm hatte ja gestern schon eindrücklich den Stopp des Verkaufsprozesses gefordert.

Wieviele Schaumschläger sollen sich eingentlich noch an der Nordschleife gesundstossen, bis sich da mal bei den Sportlern und der Bevölkerung Widerstand regt? Alles wird gut?

Kommentare: Facebook | N-Forum

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Insolvenz | WiWo


Donnerstag, 28. November 2013

Verkaufsprozess stoppen! PK mit Otto Flimm heute in Mainz.

Der Wind wird rauer, denn die Zeit wird knapp! Heute war in Mainz Pressekonferenz und zusammen mit Dieter Frey wurde von Ja zum Nürburgring massiv das undurchsichtige Rennstrecken-Verschachern kritisiert.

Der ADAC wurde schon gedisst, weil er - bei der unverbindlichen (!!) Angebotsabgabe - zu wenig auf den Tisch gelegt hat.

Aber geht noch weiter, sieht so aus, als würden die skrupelosen Insolvenzer darauf hinarbeiten, die Rennstrecken nur zusammen mit dem Beck°Beton verkaufen. Was dann passieren wird, haben wir schon einmal erlebt unter Richter/Lindner, die 1.000 Betten wollen gefüllt werden und mit dem Rennstreckenmonopol in der Hand kann der neue Besitzer ganz leicht argumentieren.

Nach draussen dringt vom Verkaufsprozess garnichts, alles top secret. Daher fordert Otto Flimm zu recht:

“Schluss mit der Geheimniskrämerei! Schließlich geht es um den Verkauf öffentlichen Eigentums, das noch dazu ein automobiles Kulturgut darstellt.”

Der Verein hat einiges in die Wege geleitet:

  • einen ausführlichen Brief an Malu Dreyer,

  • ein Schreiben an die EU inklusive Ankündigung einer Klage, und

  • eine Umfrage in der Region. Resultat: die Leute wollen, daß der Ring gemeinwohlorientiert betrieben wird. Na so eine Überraschung. Hoffentlich dämmert es denen in den Mainzer Büros auch bald.

Und schließlich fordert der Verein, daß das jetzige Verfahren gestoppt und nochmal neu - und dann - wenn nötig - vernünftig neu aufgesetzt wird.

Erfreulicherweise gibt es auch ein ordentliches Medienecho:

Wollen wir hoffen, daß es zündet und wenn nicht, dann hilft nur nachlegen. Jetzt im Winter haben wir den Vorteil, daß den Ring°Killern die Rennen ausgegangen sind, mit denen sie schön Werbung machen konnten. Und die Medien langsam mitbekommen, daß am Ring was ganz kräftig falsch läuft!

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter


Montag, 25. November 2013

Front gegen die Insolvenzverwalter.

Intrigen, Tricksereien, Betrug, … am Nürburgring haben wir schon die ganze Palette an Beratern, Investoren oder Managern erlebt inklusive der dazugehörigen langatmigen Gerichtsprozesse. Erst wird die Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst um den Finger gewickelt, um in aller Ruhe die Beute beiseite zu schaffen. Und wenn die Leute aufwachen … ja dann ist es zu spät.

Das Resultat kennen wir, 560 Millionen Euro Schulden wurden der bedauernswerten Nordschleife umgehangen und statt jetzt endlich den Karren aus dem Dreck zu ziehen, plant die Regierung in Mainz ihn endgültig zu versenken: die Nordschleife soll samt GP-Strecke meistbietend in private Hände verkauft werden - und das Freizeitpark-Disaster gibt’s als Sondermüll obendrauf.

Inzwischen sind wir abgehärtet, was die Tricks der Kommunikationsagenturen angeht und den Insolvenzverwalter ist jedes Mittel recht. Es wird inszeniert und beschichtigt nach allen Regeln der Kunst und hart an der Grenze dessen, was unsereiner als legal einstufen würde.

Ihr wahres Gesicht konnten sie spätestens dann nicht mehr verbergen, als sie den ADAC als Bieter nicht mehr zugelassen haben, Jörg Lindner aber schon. Und anscheinend wird der Verkauf des gesamten Nürburgrings in die Hände eines amerikanischen Investmentfonds geplant. Ganz ehrlich: ich würd’s den geldgeilen Säcken zutrauen.

Wem jetzt immer noch nicht klar ist, was uns und der armen Rennstrecke bevorsteht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Dieter Weidenbrück hat das gestern auf seine Art kommentiert: Stoppt die Insolvenzverwalter! (Hier als .txt für Nicht-FB’er)

Noch ist es nicht zu spät und das weiss auch Otto Flimm. Noch einmal mobilisiert er die Kräfte und lädt zur Pressekonferenz - diesmal nach Mainz. Dort, wo das Übel seine Ursache hat und gleichzeitig dort, wo die Lösung gefunden werden muss.

Termin ist kommender Donnerstag, 28.November, 11:00 Uhr, im Hyatt Regency Mainz, Malakoff-Terrasse 1, 55116 Mainz.

Bitte den Termin fleissig verbreiten und teilen, damit möglichst viele Leute die Veranstaltung besuchen können.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Einladung zur Bürgerversammlung am Montag 28.Okt.2013, 19 Uhr.

Ja zum Nürburgring mit Otto Flimm lädt zur Versammlung in die Graf Ulrich Halle, jeder ist willkommen:

“Die Sportstätte des Nürburgrings befindet sich in ihrer bisher tiefsten Krise, die durch die Einleitung des Verkaufsprozesses einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht hat. Das Trauerspiel Nürburgring geht so nach Wunsch der Landesregierung Rheinland-Pfalz und der ausführenden Insolvenzverwalter in die letzte Phase. Der Verein „Ja zum Nürburgring“ kämpft für einen gemeinwohlorientierten Erhalt und Betrieb der Rennstrecke und stemmt sich gegen die Veräußerung an einen privaten Investor, dessen Antrieb allein die Gewinnmaximierung und nicht der Sport und die Region ist.”

Diesmal bekommt Otto Flimm aber nicht das Wort abgeschnitten wie bei dem traurigen SWR4-Theater vor 6 Monaten an gleicher Stelle (renn.tv/2077).

Geplante Agenda:

“1) Begrüßung
2) Zielsetzungen Verein „Ja zum Nürburgring“
3) Schreiben KPMG
4) Bürgerbefragung zur Zukunft des Nürburgrings
5) Nürburgring-Gesetz
- Brief an Frau Ministerpräsidentin Dreyer
- Stellungnahme Nutzungsordnung
6) Auskunftsbegehren gegenüber Landesregierung
7) Sonstiges”

Dieter Weidenbrück hat das auf seine Art bei Facebook kommentiert (für nicht FB’er hier als Text) und appelliert an Sportler und Anwohner jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Tags: JzNring | Flimm | Weidenbrück | Insolvenz | Erlebnisgrab


Mittwoch, 24. Juli 2013

Warum ich bei dem neuen Stefan Bellof Abschnitt auf der Nordschleife gemischte Gefühle habe.

Gestern wurde spät abends bekannt, daß im Rahmen des OGP die Nordschleife einen neuen Streckennamen bekommt: das “Stefan Bellof S”. Das soll die Stelle nach dem Pflanzgarten–2-Sprung werden, an der damals vor 30 Jahren sein 956er nach dem heftigen Abflug liegengeblieben ist.

Eins vorweg: ich bin ein Mega-Stefan-Bellof-Fan, ohne ihn je getroffen zu haben, und über meine Zuneigung zur Nordschleife brauchen wir ja nicht zu reden. Das geht nicht nur mir so, er war auch schon immer ein Thema im N-Forum, z.B. hier.

Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe muß ich sagen, daß mir die neue Namensgebung auch Sorgen macht. Ändern kann ich es eh nicht, aber doch zumindest meine Gedanken niederschreiben.

Soweit mir das bekannt ist wird dieser neu-ernannte-Streckenabschnitt der erste sein, der jemals im langen Leben der Nordschleife dazukommt. Wir sind die vielen namenlosen Kurven gewohnt und die Community war schon immer kreativ sich selber was einfallen zu lassen. Zum Beispiel Miss-Hit-Miss für die 3-fach-Rechts nach Kallenhard oder Barbecue Corner / Lauda-Links für die Linkskurve vor Bergwerk. Nicht zu vergessen die ein oder andere Mutkurve.

Ein einziges Mal (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!) wurde an einem existierenden Streckennamen rumgespielt (Karussell nach Caracciola-Karussell in 2001), aber nie kam ein neuer Name dazu. Und ausgerechnet jetzt - in der kritisch(st?)en Phase des Nürburgrings - wird damit rumexperimentiert.

Das Problem ist natürlich, wenn man gleichzeitig Nordschleifen- und Bellof-Fan ist, sitzt man irgendwie zwischen den Stühlen, aber mit den Umständen und der Signalwirkung, die das haben kann, wäre mir lieber gewesen, man hätte die Finger davon gelassen.

Denn was kommt als nächstes? Tatsächlich die Lauda-Links? Da kann ja auch niemand was dagegen haben. Oder mal einen Schritt weiter gedacht: wer will einem Privatbesitzer, der im April nächstes Jahr die Nordschleife kauft, verübeln, wenn er ein paar Streckenabschnitte zufügt? Oder sogar die Namen verkauft? Das hat doch sogar die Firma im Landesbesitz gemacht, warum nicht auch der Privatbesitzer? Im schlimmsten Fall müssten wir sogar durch eine Kai-Richter-Kurve fahren.

Hier wird nach 86 Jahren der bewahrenden Tradition ein neues Kapitel aufgeschlagen, ohne daß es wirklich notwendig wäre. Es gibt soviele Möglichkeiten Stefan Bellof zu ehren, aber diese Nummer hier hat für mich den Anschein eines Marketing-Stunts, dessen Folgen nicht absehbar sind. Auf der Grand-Prix-Strecke sind wir gewohnt, daß die Namen verkauft werden, das ist dort Tradition. Aber auf der Nordschleife sind eben die ursprünglichen Namen Tradition und es sind die kleinen Eingriffe, die schleichend das Erbe aufbrauchen.

Am Nürburgring gibt es die Stefan-Bellof-Straße, die leider durch das (staatseigene) Lindner-Hotel und das Achterbahn-Gerippe als Wahrzeichen der Kastrophe verschandelt wurde.

Was passiert dann nächstes Jahr, 1984? Da wurde vor 30 Jahren die Grand-Prix-Strecke eröffnet, bekommt dann Otto Flimm auch eine Kurve? Ganz bestimmt nicht, der ist ja zum Buhmann auserkoren, da er die Wege der höchstpreisgeilen Sanierer Schrottverkäufer mit Rennstrecken-Zugabe kreuzt. Nur Stefan Bellof, der kann sich nicht wehren und passt gerade prima für die Gute-Nachrichten Abteilung - auf Kosten der Nordschleifen-Tradition?

Im April 2014 - wenn der Nürburgring verkauft ist - klappen die Herren NAG/Hockenheim-Schmidt, Doppeldoktor Schmidt und Ohnedoktor-Lieser die Akte Nürburgring zu und es interessiert sie nicht mehr, was danach passiert. Deren Countdown läuft längst und das oberste Ziel ist der fette Scheck in der Tasche.

Natürlich wird sich niemand dagegen wehren Stefan Bellof zu ehren. Aber ich bin auch nicht der Einzige, bei dem ein bitterer Beigeschmack bleibt. So wie ich auch immer daran denken muß, daß es Walter Kafitz war, der das Karussell umbenannt hat - das schwingt immer so mit.

Wer trifft solche weittragenden Entscheidungen? Im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Öffentlichkeit, als wäre die Nordschleife schon Privatbesitz. Noch ist sie öffentliches Eigentum und da hätte die Öffentlichkeit ein Mitsprachrecht verdient.

Eine Art Selbstbedienungsmentalität, ohne Rücksicht auf das kulturelle Erbe, für den kurzen Marketing-Moment.

Und deswegen hab ich gemischte Gefühle bei dieser Nummer.

UPDATE:

Wilhelm Hahne zu dem Thema: Stefan Bellof und ein Marketing-Quickie

Die, die ihn erlebt haben, brauchen keinen „Stefan-Bellof-Tribute“, um ihn nicht zu vergessen. Und die, die ihm nun im August diese Ehre bereiten, das sind die „qualifiziert Unqualifizierten“, die eigentlich selbst für den Motorsport kein Verständnis haben. (..)

Ich habe einen schalen Geschmack im Mund, wenn ich an diese Art der Ehrung im August denke. Stefan Bellof braucht das nicht. Die Nordschleife wird sich darum auch nicht besser „verscherbeln“ lassen. - Warum das also alles?

Im N-Forum wird das Thema - mit ähnlichem Tenor - diskutiert, auch bei Facebook. Es haben sich auch Leute gemeldet, die nicht meiner Meinung sind. Wenn man allerdings Beleidigungen und Verallgemeinerungen auf der Suche nach Argumenten ausblendet, dann bleibt leider nicht viel. Als hätte man einem Kind sein Spielzeug weggenommen.

Auch mit Thomas Guthmann - der bewundernswert die Stefan-Bellof.de betreut - hatte ich Email Austausch. Er meinte

"Dahinter stecken definitv keine “Insolvenzverwalter” sondern engagierte Bellof-Fans." und "Es ist einfach Schade wenn da negative Eindrücke mitschwingen. Bei mir kommen nur positive Rückmeldungen an. (..)

Bislang ist das ringwerk ja gelinde ausgedrückt eher langweilig. Jetzt kommt endlich mal etwas rein, was für Fans der alten Garde interessant ist."

Worauf ich dann in einer langen Mail habe versucht zu erklären, daß man das eine nicht von dem anderen trennen kann. Und wenn die Nordschleife im April nächstes Jahr verkauft ist, dann kann der Besitzer damit sowieso machen, was er will. Und wie wichtig es deshalb ist, den Verkauf mit aller Kraft zu verhindern, statt die Schöne-Heile-Welt Propaganda zu unterstützen. (Hier ist wieder eine “Alles super - alles toll!” von gestern.)

Bestimmt von vorne bis hinten gut gemeint, aber der Regierung, die gegen uns arbeitet, nützt es mehr, als Stefan Bellof. Und weil wir alle Energie für Protest und Widerstand gegen den Verkauf brauchen. Dadurch schadet die Aktion der Nordschleife auf lange Sicht.

Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Tags: Bellof | Streckenabschnitt | Pflanzgarten | Kafitz | Historie | Caracciola | Karussell


Freitag, 12. Juli 2013

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Wer glaubt denn dem Insolvenzvergewalter noch?

Die Rhein-Zeitung vielleicht, die sind sich ja auch nicht zu schade den Selbstinszinierer als Sanierer zu betiteln und seine Propaganda abzudrucken. Da wäre mir schon das Papier zu schade!

Festhalten:

“Es gibt keinen überdimensionierten Freizeitpark. Es gab allenfalls eine Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung.”

Der Mann hat ja nicht nur den Nürburgring in seiner Verantwortung, sondern ist von Kurt Beck vor garnicht allzulanger Zeit zum Professor ernannt worden. Was sagen eigentlich seine Studenten in Trier bzw. Birkenfeld zu solchen wirren Auswüchsen?

Das geht nämlich noch weiter:

“Wir brauchen diese Infrastruktur dringend für die sportlichen Großveranstaltungen.”

Bekommt dem die gute Eifelluft nicht? Wahrscheinlich hat er noch garnicht mitbekommen, daß die Mieter im Boulevard die Kurve kratzen und die tolle Eventhalle schon ewig leersteht. Achja, stimmt ja, liegt ja bloß an der Überdimensionierung im Bereich der Finanzierung. Da muss man erstmal drauf kommen - als Insolvenzverwalter!

Ich glaube eher wir haben es hier mit einer akuten Unterdimensionierung im Bereich der Wahrnehmung zu tun - und zwar massivst!

Der Artikel geht sogar noch weiter, aber solche Schauergeschichten halte ich in dieser Konzentration nicht aus.

Aber zum Glück bin ich ja auch nicht der Einzige, der sich damit auseinandersetzt:

Gut, daß es neben der Rhein-Zeitung auch noch Journalisten gibt, deren Wahrnehmung noch nicht saniert ist:

Die Ruine am Fuße der Burg im Tagesspiegel, da sind ein paar echte Highlights am Start:

“Die Logik hat am Ring schon länger Zündaussetzer.”

oder

“Besser als an der Brücke und der Achterbahn lässt sich kaum erkennen, wie planlos hier mehr als 350 Millionen Euro Steuergeld verbaut wurden. Das großspurige Prestigeprojekt „Erlebniswelt“, unter dem inzwischen zurückgetretenen Ministerpräsidenten Kurt Beck in Angriff genommen, hat den Nürburgring in die Insolvenz getrieben. Jetzt hat das Örtchen Nürburg zwei Ruinen. Oben die wuchtige Burg, unten das Geisterdorf am Ring.”

Und man erinnert sogar an die hochnotpeinlichen Vergewaltigungen, die man der historischen Rennanlage reingedeut hat:

“Doch Nürburgring-Events wie Konzerte der Kastlruther Spatzen oder der „Musikalische Adventssonntag mit Sissi und Ludwig“ erwiesen sich als Flops.”

Diese Schlagerschei**e hatte ich schon erfolgreich verdrängt, was für eine peinliche Nummer, nichtmal 3 Jahre her.

Heutzutage braucht man keine Schlagersänger mehr, um den Schämalarm einzuleiten, da reicht ein Interview mit dem Doppeldoktor von und zu Vergewalter Schmidt, der im Übereifer auch noch den letzten Tropfen Lebensgeist aus der Nordschleife rausgepresst.

Sanierer?! Hoffentlich wird der ganz schnell vom Planierer abgelöst, ich bin sofort dabei, wenn es darum geht den Nürburgring wieder von seinem Geschwür zu befreien. Wann hat das Leiden endlich ein Ende mit diesen Selbstdarstellern und Sichdietaschenvollmachern!?

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Montag, 24. Juni 2013

Third renn.tv Coverage from Le Mans. (Mikebericht Nr.3 aus Le Mans.)

Like always with events like this, time is just flying by. In the beginning you think one week is plenty, and afterwards you wonder where it all went.
But this was a very sad race too, because Dane Allan Simonsen has paid his Aston Martin entry with his life. As a spectator one didn't realize, only after 4 laps he had a heavy accident and a long repair work and safety car phase followed. At Radio Le Mans they read out the message at 6 pm. Race and party went on, but the closer you got to paddock, you felt something is wrong.
The only one who expressed his anger that everything was supposed to just carry on was Giancarlo Fisichella at a RLM interview. I'm not saying that the matter has been ignored altogether, but in a 'professional' way it has been continued according to plan. As an outside spectator for me this was something between bizarre and macabre. The last fatal accident apparently went back to 1986.
Racing is dangerous, we all know. But it's sold to the spectators as action and fun. In that perspective I find Isle of Man TT more honest: everybody knows what they are doing and they talk openly about it.

(Wie immer bei so einer Veranstaltung vergeht selbst eine ganze Woche wie im Flug. Du denkst am Anfang das ist irre viel Zeit und hinterher fragt man sich, wie das so schnell durchrauschen konnte.
Leider war es auch ein sehr trauriges Rennen, denn der Däne Allan Simonsen hat seinen Einsatz bei Aston Martin mit dem Leben bezahlt. Als Zuschauer hat man das erst garnicht mitbekommen, nach nur 4 Runden hatte er seinen schweren Unfall und es gab eine sehr lange Reperaturpause mit Safety Car Phase. Bei Radio Le Mans wurde dann um 18 Uhr die Meldung verlesen. Das Rennen und die Party gingen zwar weiter, aber je näher man zum Fahrerlager kam, umso gedrückter war die Stimmung.
Den einzigen, den ich mitbekommen habe, der auch mal seinem Ärger darüber Luft gemacht hat, daß einfach alles weiterlaufen soll, war Giancarlo Fisichella im RLM Interview. Ich will jetzt nicht sagen, daß das Thema ganz weggeschwiegen wurde, aber man hat 'professionell' so gut es geht nach Plan weitergemacht. Als unbeteiligter Zuschauer empfand ich das als eine Mischung aus skuril und makaber. Den letzten Todesfall bei einem Le Mans Rennen gab es wohl 1986.
Motorsport ist eine gefährliche Geschichte, wissen wir alle. Dem Zuschauer wird es aber als Spaß und Spektakel verkauft. Da find ich Isle of Man TT ehrlicher: da weiß jeder worauf er sich einlässt und es wird auch nicht drumrumgeredet.)

Raceday for me started like all other days in the Audi Camp, but this time a special Audi 100 cought my attention: a camper van!
(Sowas gibt's nur im Audi Sport Camp: ein Audi 100 Wohnmobil.)

And while I'm looking at the camper, an original Audi sport quattro jumped into my view!
(Und wo ich mir das so angucke, springt mir ein herrlich originaler Audi sport quattro in's Sichtfeld!)

One of 223.

Attractions didn't stop going further into paddock: Derek Bell.

Historic Le Mans Contenders driving in front of me.

Beautiful noise that was!

Wow, 962 Le Mans Winner!

That's me, never had a racing weekend beard that long! Radio Le Mans, proper cap, double jacket - off we go!
(So einen langen Motorsport-Wochenende-Bart hat ich aber auch noch nie!)

Pierre Kaffer having some food and with him Andrea Bertolini, he rather prefers the AF Corse catering.
(Eigentlich fährt der Andrea Bertolini bei Aziz auf dem 458, aber bei AF Corse ist das Essen so lecker.)

Good to see from above: Audi's 'workshop'. Whereas the others use conventional truck plus tent, Audi raises a solid construction. That's properly one of the reasons they are entering three cars.
(Kann man Audi's Werkstatt-Halle gut sehen von oben - die anderen alle mit Truck und Vorzelt.)

In the grid I went to Olaf Manthey, readers of my blog know what happened last year: we met at the Dunlop bridge spectators point at the start. Pretty cool to meet him now again as Porsche Werks Team.
(In der Startaufstellung bin ich natürlich gleich zu Olaf Manthey, wisst Ihr noch letztes Jahr?)

Legends are not for Sale, support for struggling Nürburgring to fight against the threatening sale, which the government wants to push trough. I you want to read more, check out Save The Ring to get started.
(Unstützung für Otto Flimm aus Le Mans!)

I didn't realize Nicki Raeder squeezing into that picture too ...
(Hab den Nicki garnicht gesehen ...)

... let's do a proper one!
(... nochmal eins richtig!)

One of the many N stickers in Le Mans. Well ... one of two to be precice, but they are both really great surprise to me. So far the only car entered in Le Mans with N stickers was the LMP2 by Kai Kruse. If you ask me, these stickers look great in France too! :)
(Einer der vielen N-Aufkleber im Le Mans Starterfeld. Also um genau zu sein: einer von insgesamt zwei ;) Aber beide waren eine schöne Überraschung für mich! Bisher gab es in Le Mans nur ein Auto mit N-Aufklebern: der LMP2 von Kai Kruse. Also wenn Ihr mich fragt: in Frankreich sehen die auch nett aus!)

Busy!

The new Michelin board shows movies too!
(Die neue Anzeigetafel kann auch Filme!)

Extra busy at Audi.

Great to see a twitter handle! @AllanMcNish Have not seen any on the cars though, maybe next year.
(Aah, endlich mal ein Twitter Benutzername! @AllanMcNish Hab aber keine auf Autos gesehen, vielleicht nächstes Jahr.)

All grandstands completely packed.
(Alle Tribünen rappelvoll.)

I love this picture: Loic Duval with his car.
(Mein Lieblingsbild: Loic Duval an seinem R18.)

Alex Wurz - fair sportsman.

And Romain Dumas too.

Oliver Jarvis with his mechanics.

The winners from 2012 and 2011.

This is how the teams and cars are lined up.
(So werden die Fahrer und Autos aufgestellt.)

Group C drives past!

.. and the trophee!

#3 team looks a bit undecided.
(Nummer 3 team sind etwas unentschlossen aus.)

Team Toyota.

Dom Farnbacher giving Marc Goossens a hand.

Marc the Goose!

I've never met Faisal Binladen before - let alone together with Jaber and Aziz! That was really great.
(Faisal Binladen und ich treffen uns das erste Mal, und dann auch noch zusammen mit Jaber und Aziz! Super Geschichte.)

Together with my ticket I also bought a grand stand pass for T4. On my way I came across the original Art Car, welded together by indididual pieces of sheet metal, great work.
(Zusammen mit meiner Eintrittskarte habe ich auch eine Tribünenkarte gekauft und zwar T4. Auf dem Weg dahin ist mir dann das originale Artcar dazwischen gekommen. Das ist tatsächlich aus Einzelblechen zusammenschweißt, wirklich toll.)

And yes, they sell Radio Le Mans Radio. Yours for 10 €.

Another big Audi building.

Did you ever wondered how the Dunlop bridge looks inside? That's how.
(When es Euch wir mir geht und Ihr immer mal wissen wolltet, wie die Dunlop Brücke innendrin aussieht - so:)

T4 - cool, like at Nürburgring.

My seat ...

... view straight to chicane.

Tricky weather conditions for specators too.
(Das Wetter auch für die Zuschauer nicht einfach.)

We have a race!

I had a great time on the grand stand, stayed there for 3 hours. Especially when it started to rain you could see the driver skills, as they never knew what the conditions would be like. At some point four of them are together throught the gravel! Pierre Kaffer was one of the few who _always_ hit is apex, no matter what, great driving at these conditions
(Bis um 6 hab ich es auf der Tribüne ausgehalten - 3 Stunden. Hat echt Spaß gemacht, weil es immer wieder angefangen hat zu regnen. Trocknet dann auch immer schnell wieder ab, aber die Fahrer wussten nie, was ihnen blüht. Sind auch schonmal zu viert durch's Kiesbett! Pierre Kaffer war einer der wenigen, der _immer_ den Scheitelpunkt in der Schikane getroffen hat, das war schon stark bei dem Wetter.)

Back through the bridge ..

You always meet friendly people at Le Mans!

That was the Bahrain tent, already starting the countdown for their 6 Hour Race.
(Im Bahrain Zelt wurde schon das 6-Stunden Rennen runtergezählt.)

Now we know how the fans get their merchandise.
(Jetzt wissen wir auch, wie die Fans immer an ihre Fähnchen kommen.)

The biggest race is not enough, a lot of stuff elsewhere too.
(Das größte Rennen reicht noch nicht, auch sonst viel zu sehen.)

Drive SRT.

Play Forza 5.

Art Car Miniature!

Original:

More model cars:

Delta Wing now white and closed and electric.

Team Eurosport! Gustav Büsing and Wolfgang Savelsbergh.

This is a typical Romain Duman face, love it!
(Ein typischer Romain Dumas Gesichtsausdruck, der ist echt super!)

Everything Caterham.

How to properly transport tyres!

At the Audi paddock, I was allowed a sneak peak - thanks for that!
(Am Audi Paddock durfte ich als Besucher auch mal reinschauen, danke dafür!)

Next to the Audi garage was the JWM Ferrari 458. You're now allowed as visitor to enter the pitlane, but within the garage you can do what you want if the team is ok with that. So I tried my luck shooting some pictures from there.
(Direkt neben Audi war der JWM 458 Ferrari, also hab ich von da mal probiert ein paar Bilder zu machen. Man darf als Besucher nämlich nicht in die Boxengasse, da sind die super streng. Kann das Team sogar eine Drive Through bekommen.)

That was the moment when the #1 stalled. Started, but suddenly stopped. Apparently the alternator, was a long repair, but they managed to finish fifth at the end.
(Das war der Moment, als der #1 nicht mehr fahren wollte. Ist angefahren und stand dann. Das sei die Lichtmaschine gewesen hieß es später, gab eine lange Reperatur und sind am Ende doch noch Fünfter geworden.)

Funny situation to sit next door and see in TV what happens behind that wall.
(Das war lustig im Fernsehen zu sehen, was da gerade hinter der Wand passiert.)

Getting dark, but merchandising still busy!
(So langsam wurd's dunkel, aber der Fanshop immer noch stark belagert.)

I think I look ok for 3 am - in contrast to Michael next to me LOL!
(Für 3 Uhr morgens seh ich doch noch ok aus, kann man vom Michael nicht behaupten, Haha!)

That's how the Eurosport container look like.
(So sehen übrigens die Eurosport Container aus.)

R.I.P. Allan

Everytime I visited the Porsche garage I found Olaf Manthey like this.
(Jedesmal, wenn ich bei Porsche vorbeigeguckt hab, stand Olaf so da.)

Le Mans Camp Site.

For the last 3 hours of the race I went to Tetre Rouge.
(Für die letzten drei Rennstunden bin ich nach Tetre Rouge.)

Safety Car again.

See the Dunlop bridge in the background?
(Seht Ihr hinten die Dunlop Brücke?)

Changing weather all the time.
(Immer wieder Regenwolken.)

N Sticker in Le Mans! :)

Last lap, the Toyota went between the two Audis, fair move and that's how they crossed the line.
(Letzte Runde, die Toyota haben sie fairerweise dazwischen gelassen und sind so über die Ziellinie.)

P1 for Manthey Porsche in GT PRO.

Straight after the checkered flag ...

... the van race begins! ;)

And bicycles ...

On my way back I've seen this - great idea! :)

See more of my pictures in the Le Mans Gallery.
(Noch mehr Bilder gibt's in der Le Mans Galerie.)

This was only my second Le Mans, but full of drama it was. I'm really happy for Tom Kristensen to scored his 9th victory, but the loss of Allan Simonsen is hard to accept.
(Das war erst mein zweiter Le Mans Besuch, aber es war sehr aufwühlend. Hat mich gefreut für Tom Kristensen, daß er noch einen 9.Sieg draufpacken konnte, aber der tödliche Unfall von Allan Simonsen ist nur schwer zu verdauen.)

Tags: LeMans | LM24 | Mikebericht | Coverage | English


Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Freitag, 31. Mai 2013

Offener Brief von Otto Flimm an die Nürburgring-Geschäftsführung.

Dem Otto Flimm wird aktuell wirklich übel mitgespielt. Als hätte er mit seinen 84 Jahren nichts besseres zu tun, als sich mit den übermächtigen Nürburgring-Beerdigern rumzuschlagen, die sich jetzt schon seit 6 Jahren von Mainz bis Düsseldorf die Taschen vollmachen. Auf Kosten des Sports, der Bevölkerung, der Region am Ring und natürlich der Historie und Tradition.

Viele Mittel zu wehren hat er nicht, so bleibt nur der offene Brief, um der Verärgerung über die Abläufe Luft zu machen. Adressiert an die Herren:

  • Professor Dr. Schmidt
  • Lieser
  • Dr. Schmidt

veröffentlicht er über die JzN Vereinshomepage diese 7 Seiten.

Mit dem Offenen Brief setzt sich der Vorsitzende des Vereins “Ja zum Nürburgring” mit Vorwürfen der Insolvenzverwalter auseinandert. Er sah sich zu dem Schritt veranlasst, da

1. in den Medien zu lesen war,

2. er am Nürburgring von Vielen angesprochen wurde,

dass behauptet würde, Flimm schädige den Ruf des Rings und der Verein sei schuld daran, dass es ein EU-Verfahren gebe. Das Gegenteil ist der Fall: Alle die die Geschichte des Rings kennen, wissen, dass der Ring dem Verein und insbesondere Otto Flimm sehr viel zu verdanken hat. Durch den unermütlichen Einsatz von Flimm konnte die Grand-Prix-Strecke gebaut werden und behielt die Nordschleife die FIA-Lizenz als Rennstrecke. “Ich bin der Letzte, der nicht alles versucht und mitmachen würde, um auch in der derzeitigen Situation zu retten, was zu retten ist” sagt Flimm und betont, dass es gerade sein Anliegen ist, Schaden vom Nürburgring, dem Breitensport und der Region fernzuhalten.

Das muss man sich mal reinziehen. Otto Flimm und dem Nürburgring schaden - wer kommt nur auf solche kranken Gedankengänge.

PERFIDE - dieses Wort musste ich schon öfter bemühen und was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Hoffentlich stemmen sich immer mehr Leute gegen den Verkauf, inzwischen zieht das weite Kreise. Das Vergehen, das die Schreibtischtäter an unser aller Kulturgut ausgeführen wollen nur um sich die Taschen zu füllen, muss verhindert werden!

Tags: JaZumNürburgring | OttoFlimm | Insolvenz | Erlebnisgrab | OffenerBrief


Sonntag, 19. Mai 2013

24h-Rennen 2013 - Samstag.

Tag 3 meiner Mikeberichte vom 24h-Rennen und heute stand 2x Training an: normales Zeittraining um halb zwölf und abends um 6 das Top 40 Qualifying.

Nachmittags um 3 war aber noch Pressekonferenz mit Otto Flimm, also dachte ich, ich lass es ruhig angehen und gönn mir das Zeittraining mal abseits der Strecke. Schön mit Live Timing, Radio Le Mans und DVB-T in meinem Bloggermobil - fast so wie zuhause!

War echt wieder eine Wohltat den Engländern zuzuhören, das musste ich dann auch mal tweeten ;)

Danach dann zur Pressekonferenz in's Dorint gescootert, zum Glück war das Wetter sonnig und trocken. Wer hätte das gedacht.

Manfred Sattler (links) mit auf dem Podium ...

... und die Veranstaltung gut besucht. Anlass war die Gründung der Interessengemeinschaft Nürburgring.

Stellt sich raus: Otto Flimm hat Geburtstag! 84 ist er geworden mit seinem 29er Baujahr, meinen allerherzlichsten Glückwunsch! Schade, daß es ihm nicht gegönnt ist, in Ruhe zu feiern, sondern stattdessen wieder für den Erhalt der Nordschleife zu kämpfen.

Danach hab ich mich aufgemacht zum Hatzenbach, dachte mir das passt ganz gut mit der prallen Sonne.

Unterwegs schon den ersten Unfall gesehen, ...

... aber ich glaube ...

... der liegt da schon eine Weile, da wächst obendrauf schon wieder neuer Wald.

Als nächstes sind dann Aliens gelandet, aber sie sind gleich wieder weg, als sie mich gesehen haben.

Seltsame Sachen wachsen da im Wald, z.B. kleine Bierfässer ...

... und solche seltsamen Gewächse.

Kein Wunder, denn wir sind ohne Zweifel - mitten in der Eifel!

Am Hatzenbach wird man freudig von einer großen SAVE THE RING Fahne in Empfang genommen ...

... und auch einem frischen Propeller.

Die haben da einiges an Wald abgeholzt, kann man jetzt besser in die Hatzenbach-Sektion reingucken schätze ich mal.

Dank perfektem Ablaufplan ;) war ich früh genug da und konnte mir die Konstruktionen rundum angucken.

Also das wird bei Regen nicht viel bringen sag ich mal voraus. Leichter Sonnenschutz ja, aber mehr auch nicht.

Die Leute hängen einiges auf, den Herrn Bitburger zum Beispiel ...

... oder orange Bären.

Orange Bären?

Mike Du Spinner, der ist doch garnicht echt! :) Lustige Truppe mit dicken Armen, Bier in der Hand und kräftig Spaß in den Backen! Gibt schlimmeres! ;)

Das ist Peter Philippi! Das weiß ich, weil er mir später das Revanchebild geschickt hat :) Ich glaub ich brauch dringend eine neue Tarnung, jeder erkennt mich :)

Gibt's jetzt auch noch blaue Lätzchen? Hätt ich auch lieber als das in Lila.

Die Streckenwarte nehmen's gelassen und binden sich erstmal die Hosen zu.

Und die 24h-Party-Crew stapelt hoch statt tief.

Sogar der Kameramann grüßt mich! Achnee, zieht sich die Jacke an.

Kurzer Blick auf die Uhr ...

... ach ist nochwas Zeit, wen haben wir denn noch?

Bei dem Wetter lässt es sich aushalten.

Die Fernsicht ist auch nicht schlecht. Immer wieder lustig: die Notausgangschilder. Ich glaub im Falle einer Panik sollen einfach alle durcheinanderrennen, dann klappt das schon!

Wie gerne würde ich jetzt hier wirklich Radio Le Mans hören! Geht aber nicht, hab bis jetzt zumindest noch nichts anderes gehört.

Da ist doch noch was besonderes: ein Unimog California! Die sind superselten und der hier ist top in Schuss.

Bei Getränke Zimmer mächtig was los, aber ...

... dann kommen endlich die Top 40. Nimmt nicht jeder den Curb mit, ...

... das hat mich überrascht. Der ist doch ziemlich flach dachte ich.

Maxi Götz hat den 458er auf 32 gefahren, ...

... kein Wunder bei Doppel-N!

Beim McLaren gab es Drama noch vor dem Start, da hat sich ein Rad selbstständig gemacht hörte ich im Radio. Hier sind jetzt alle wieder dran, aber hat wohl keine Zeit gewertet bekommen - schade.

Hier sind alle Ergebnisse vom Top40-Qualifying.

Das ist Frank Stippler - Vorjahressieger und dieses Jahr Polesetter im Stuckaudi. Kann ja sein, daß ich mich täusche, aber das sah sehr entspannt aus. Hat nichtmal den Curb mitgenommen.

Ganz anders bei Frikadelli, starten am Sonntag von Position 13. In der Ergebnisliste stehen die mit "No team name", also das ist ja wohl ein Gerücht.

Das ist die #26 und der startet von 11.

Der rote der zwei gelben Mantheys ist die #18 aus der SP7, startet von 19.

Pedro Lamy fährt auf Platz 2, der Bilstein-Aston hat ein Fahrwerk - von Bilstein natürlich - das rein aus der Theorie am Computer entworfen und aus dem Baukastensystem gebaut wurde und auf Anhieb auf der Strecke funktioniert. Da hat auch Martin Flick seine Finger mit drin und den haben sie ja jetzt auch zum Chef gemacht. Manchmal erwischt es doch die Richtigen!

Der SAVE IT - DON'T SELL IT Porsche ist auf 23 gelandet und startet damit aus der zwölften Reihe.

Und der grüne der gelben Mantheys ist das #50 Auto aus der SP9 - also GT3 - und startet von Position 4 aus der zweiten Reihe.

Im Fahrerlager ...

... musste ich dann noch ein paar ramponierte Ns ersetzen, aber die müssen jetzt halten bis Sonntag abend! ;)

Mit dem Christian Menzel hab ich dann noch auf der Haribocouch abgehangen, aber dann hatte er wichtigeres zu tun:

Autogramme schreiben!

Das ist Bodo Kräling - bei romantischem Sonnenuntergang im Rollerlager ;)

Das bischen Licht wollte ich noch nutzen für ein paar Bilder, bis die Sonne dann ganz weg ist.

Titus ist auch wieder da ...

... und hat einen standesgemäßen Auftritt. Die graue Mütze, mit der ich da rumgedackelt bin, hatte ich erst vor dem Wochenende im Kölner Titus-Shop gekauft ;)

Der Ja-zum-Nürburgring Stand gleich daneben, könnt Ihr mal vorbeischauen.

Freude am Fahren! Schräglage geht auch auf der Zielgeraden, alles eine Frage der Technik.

Wir haben das mal im Detail diskutiert.

Wie auch den Start von der Pole Position.

Der geht nämlich so!

Wub - der Autoblogger! Der hat User-ID 68 bei uns im N-Forum. Dafür muss man weit zurückblättern!

Auch wenn noch so viel Ferrari beim Chris auf der Jacke steht, innendrin ist er Audi. Nur der 200er hatte nie eine blaue Lampe (oder doch? bin nicht sicher)

Der Ferrari schon. Die wurde dann fachmännisch vom Team eingebaut. Also gebaut hat eigentlich nur einer, und die anderen 10 haben zugeschaut. Dafür haben sie sogar extra Taschen den Teamkleidungsjacken.

Bei GT Corse wird halt an alles gedacht.

Wenn Ihr jetzt meint, das mit den "10" war doch übertrieben, diese 9 und ich dazu = 10.

Richtig zugucken kann auch nicht jeder, das ist hart einstudiert.

Im Fahrerlager finden sich inzwischen auch dezente Protesthinweise.

Wurde aber auch sonst noch fleißig geschraubt.

Bei Gazoo zum Beispiel.

Ringcoach René Wolff!

Die Leute hatten ordentlich was zu gucken.

Der Ralf Zensen hat den besten Parkplatz im Fahrerlager!

Hier wurde auch fleissig geschraubt, ...

... und ich fürchte das wird heute was länger. Der arme LMS Scirocco hat einen ordentlichen Treffer gelandet. Hoffentlich bekommen die den wieder fit, Karosse musste auf die Richtbank.

Das ist die mobile Werkstatt von Carl-Frans van Vliet.

Wir hatten ein sehr interessantes Gespräch über die Mikrofone, die in den Helmen im Einsatz sind. Bin da sowieso beeindruckt, seit ich damals die Aufnahmen mit Dirk gemacht hatte. Er hatte für die DVD eine Runde beim Fahren kommentiert und die Stimme kommt klar und deutlich, weil die Mikrofone auch den Gegendruck (die anderen Geräusche) mit berücksichtigen.

Dann bin ich in diese Truppe Osnabrücker gestolpert, die campieren im Schwalbenschwanz und einer kannte mich wohl. Da muss natürlich ein Erinnerungsfoto gemacht werden. "Sollen wir uns vor den Porsche legen? Kein Problem!"

Durch das Fenster hab ich dann ...

Obi und Mecki gesehen - muß ich doch Hallo sagen.

Und der Jack bei MarcVDS hat mir noch ein Bit spendiert - was soll da noch passieren. Leider ist sein Shuttlekollege dann los, konnten wir nicht mehr zusammen trinken. Wird nachgeholt!

Zum Abschluss gab's dann noch einen schicken babyblauen Landy an der Tankstelle. Der englische Vorbesitzer hatte die Zahlen bei der RAL Angabe durcheinandergebracht, das ist dann dabei rausgekommen. Und zum Andenken hat der jetzige Besitzer ihn auch wieder in dieser Farbe restauriert.

Und um den Tag abzurunden ein M6 aus München mit selbstgemachtem N und SAVE THE RING drunter.

"Die machen sowieso mit uns was sie wollen, aber wir zeigen wenigstens Flagge."

Seh ich auch so!

Für den Rennsonntag ist auch noch trockenes Wetter tagsüber angesagt, aber für die Nacht gibt es Unwetter-Vorhersagen. Also nehmt die Schuhe besser mit in's Zelt rein ;)

Tags: Mikebericht | N24h


Dienstag, 14. Mai 2013

Sehr traurig: morgen wird der Nürburgring offiziell zum Verkauf ausgeschrieben.

Falls jemand gehofft hatte, daß man in Mainz Alternativen ausarbeiten würde, um den bevorstehenden Aus-Verkauf noch einmal zu überdenken … so weit geht das Engagement unserer Politiker dann doch nicht.

Ein Brief wurde geschrieben, doch Papier ist geduldig. Im Hintergrund wurde fleissig die Ausschreibung ausgearbeitet vom Hypnosedoppeldoktor und seiner Mannschaft. Da muss ja auch der Rubel rollen, schließlich haben die auch Familien zu ernähren. Oder wie erklären diese Leute sich gegenüber solch ein Verbrechen an Region und Motorsport?

Der SWR nimmt - mal wieder - die Rolle des Propaganda-Organs wahr und posaunt (Kopie) die alternativlose Begründung in die Welt: pöhse EU, drohende Schließung, etc. - kennen wir ja alles.

Am besten finde ich, daß die die immer noch SANIERER nennen, was für eine Farce. SAVE IT, DON’T SELL IT! kann ich da nur sagen, wenn das mit dem Sanieren ernst gemeint ist. Das einzige, was sie im Moment sanieren, ist ihr persönlicher Wohlstand, davon hat der Ring auf seinem Weg in’s Grab inzwischen einige durchfüttern müssen.

Otto Flimm warnt derzeit zur Vorsicht, denn die Kaputtierer suchen im Moment das Einzelgespräch mit den Veranstaltern. Hier ist sein Rundschreiben. (Non-FB-Link).

Und hier nochmal der Hinweis zu unserem Podcast von gestern, falls Ihr in Eurem internationalen Freundeskreis Leute mit vielen Fragen zum Thema habt - wir haben versucht sie auf Englisch (!) zu beantworten.

UPDATE:

Siehe auch: motor-kritik.de/node/648

Tags: Insolvenz | N24h | Erlebnisgrab


Sonntag, 28. April 2013

Komplettmitschnitt SWR4 Diskussion Nürburg.

Die 2 Stunden vom Donnerstag abend hier komplett:

Direktlink: youtu.be/xD1bikaoO8k

Beim SWR4 hab ich gesucht ohne Ende, aber keinen Podcast gefunden!? WTF, unsere Steuergelder im Einsatz. Ausgestrahlt wurde es offensichtlich auch nur im eingeschränkten Koblenzer Sendegebiet. Naja, der Dieter hatte ja schon so eine Vorahnung - daher gibt es das jetzt als Video.

Meine Eindrücke hatte ich schon geschildert (2077), 10 Minuten vor Ende hatte ich gerade noch Gelegenheit auch selber zu Wort zu kommen (1h41m22s).

Könnt Ihr Euch nochmal anschauen, wie mit Otto Flimm umgesprungen wurde: arrogant, überheblich und ausgesprochen respektlos. In der Ankündigung zur Sendung wurde er übrigens noch als “Mitwirkender” gelistet, vor Ort wurde er dann in’s Publikum verbannt, aber ich hatte das ja schon bei meinen Eindrücken.

Macht Euch Eure, auch wenn Ihr vor Ort wart - so im Nachhinein wird einem Einiges klarer. Es ist im Grunde eine schöne Zeitdokumentation, wie sich an Bevölkerung und Kulturgut gleichermaßen vergangen wird.

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


STR Artikel in Top Gear Magazine.

Das Mai-Heft ist ganz frisch rausgekommen und hat einen langen Artikel über den drohenden Ringverkauf.

Getreu dem Motto ‘Wer den Schaden hat spottet jeder Beschreibung’ wird das Disaster kräftig durch den Kakao gezogen, aber auch der Bogen gespannt zu STR und Otto Flimm.

Ein Link zum Artikel gibt es hier:

www.facebook.com/551671174877353

Am besten gefällt mir dieser Teil:

Dafür, daß mein Gespräch mit Top Gear schon einen Monat her ist, passt das ja ganz gut in die aktuelle Nachrichtenlage.


Mittwoch, 24. April 2013

Starterliste und Mikebericht von der Pressekonferenz 24h-Rennen.

Das Wichtigste zuerst: die Starterliste.

Bevor es zu den Fotos geht, hier ein paar Facts, die ich aufgeschnappt habe:

  • Donnerstag nachmittag wieder Adenauer Racing Day

  • Begründung warum Sonntag auf Montag: es gibt viele Sportveranstaltungen an dem Wochenende, z.B. letzter Spieltag 1./2.Liga Fussball, Brands Hatch DTM, und noch ein paar.

  • Wenn DTM zuende ist, gibt es ein Flugzeug von Brands Hatch nach Mendig, um die Piloten einzufliegen.

  • Wieder Top 40 Qualifying.

  • Sponsoren vom 24h-Rennen haben 3 Jahre verlängert, TÜV sogar 4 Jahre. (Das hab ich nicht so ganz verstanden - was passiert beim Nürburgring-Verkauf?)

  • Opel mit 500 Mann Zelt für Engländer, die sonst immer nach Le Mans fahren. Bekommen alles in Englisch.

  • Tomczyk & Farfus sind mit dabei, kommen also per Flieger von Brands Hatch.

  • Timo Bernhard - Le Mans Sieger - stapelt tief, wird auch international oft auf das Nürburgring-Rennen angesprochen. Fährt auf der #18, der #50 ist das SP7 Auto. Welches Design für die #18?

  • Bernd Schneider - möchte endlich mal in’s Ziel kommen, hatte er noch nicht beim 24h Nürburgring.

  • Johannes Stuck ist erst 5 Runden mit dem R8 gefahren, Eve Scheer meinte: “Ihr fahrt ja mit dem Vorjahressieger, ähh (stockt ..), Frank Stippler.”

  • Markus Winkelhock und auch Jörg Müller fahren dieses Wochenende GT Masters - dadurch für beide kein VLN Rennen. Jörg Müller zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder in einer deutschen Meisterschaft.

  • Timo Bernhard ist am Wochenende das erste Mal wieder auf der Nordschleife unterwegs, freut sich, daß es endlich losgeht. Konnte ja letztes Jahr nicht dabei sein, ist trotzdem gekommen und hat im Hatzenbach zugeschaut.

  • Nächste Runde war Christian Menzel, Wolfgang Schubauer und Guido “Bugs Bunny” Wirtz.

  • Aston Martin: “Man kann komplett emissionsfrei fahren mit Wasserstoff”, 6L 12 Zyl, VLN #2 war noch ohne Wasserstoffbetrieb - ist komplett neu aufgebautes Fahrzeug, VLN #3 zum ersten Mal im Wasserstoffbetrieb. (Bin gespannt, wieviel normalen Sprit die dabei verbrauchen.)

  • No 8 ist das Haribo Senior Auto - Christian möchte mit dem Junior Team vor denen in’s Ziel kommen! :)

  • Daniel 007 Craig kommt vielleicht auch, aber nicht zum fahren.

  • No 301 ist Guido Wirtz mit Opel Astra und davon werden auch einige mitfahren, allerdings auch vorsichtig, weil Seriengetriebe usw., haben eigene Opel Wertung auch für 24h.

  • Patrick Simon fährt nicht beim 24h mit, aber im Rahmenprogramm bei den Classics, 1600er Scirocco Gruppe 2, 3 Stunden Rennen.

  • Oliver Hilger von Porsche: 50 Jahre 911, diesmal deutscher Carrera Cup als Rahmenrennen. Wären eigentlich bei der DTM, aber so sind sie stattdessen mit 34 Autos auf der Nordschleife. Fahren in einem eigenen Rennen (!) dieses Jahr, eine Einführungsrunde, stehender Start und 4 Runden.

  • Mini Trophy wieder mit dabei, 4 Runden Sprint, Steve Kirch war auf der Bühne. Der Meister der Mini Trophy darf ein Testtag im Z4 GT3 absolvieren.

  • Renault Clio Bohemia Cup fährt auch wieder, auch 4 Runden, Startergruppe vor den Minis. Waren 29 Starter beim Auftakt in Hockenheim, Nordschleife werden wohl 40 Autos.

  • Walter Hornung erzählt dann noch vom RCN Lauf und erlärt die Hierachie über GLP, RCN, VLN zu 24h. Breitensport Unterstützung vom ADAC, auch kommerziell.

  • Der “Action” Teil war dann ein Boxenstopp Training vor der Tür.

Wirklich auffällig, daß das Thema Nürburgring Verkauf mit keinem Wort erwähnt wurde. Das haben dann Dieter und ich zusammen mit Otto Flimm nachgeholt.

Jetzt aber zu den Fotos:

Das ist eine schicke Location der Flughafen Butzweiler Hof, direkt hinter dem IKEA. Kannte ich noch garnicht.

Tolle Sache, daß das Plakat auch ein Zuhause gefunden hat.

Otto Flimm, Dieter Weidenbrück und Winni Berthold.

ISP Grube im Einsatz.

Timo Bernhard mit Jörg Müller.

Nicht nur die Fahrer, auch die Reporter vom Feinsten: Rainer Braun mit Arno Wester.

Bernd Schneider.

Eberhard Baunach und Wolfgang Kaufmann.

Auch innen gab es einiges zu gucken - krass, daß die früher mal mit solchen Kisten ernsthaft in die Luft gegangen sind.

So sah das da aus.

Eve Scheer und Patrick Simon haben moderiert - hat Spaß gemacht!

Der Rennleiter: Walter Hornung.

Jörg Müller, Bernd Schneider, Markus Winkelhock, Johannes Stuck und Timo Bernhard.

Ich war nicht der einzige, der fotografiert hat.

Bei weitem nicht!

Das Kamerateam.

Und noch Stimmungsvolles ...

... zum Abschluss :)


Dienstag, 23. April 2013

Im Talk zu Gast: Otto Flimm.

Heute war in Köln / Flughafen Butzweiler Hof die Pressekonferenz für das 24h-Rennen. Dieter und ich haben die Gelegenheit genutzt, um mit Otto Flimm über die aktuelle Situation zu sprechen:

  • die einstimmige Entscheidung des Gläubigerausschuss
  • damit die drohende Ausschreibung für 15.Mai
  • und den kommenden Donnerstag, die SWR Podiumsdiskussion


Sonntag, 21. April 2013

Weiterkämpfen gegen den Verkauf der Nordschleife!

Die Luft wird eng für die Nordschleife, die Insolvenzer und die Landesregierung - ausgerechnet Eveline Lemke! - haben sich darauf eingeschworen, den Verkauf der Rennstrecke als ‘alternativlos’ in der Öffentlichkeit darzustellen.

Doch Otto Flimm gibt nicht auf - wir sollten das auch nicht. Nächsten Donnerstag vor dem VLN #3 gibt es eine Radiosendung von SWR 4 direkt aus Nürburg. Die hatte schon ein kleines Vorspiel und man hätte es gerne im Pressezentrum auf dem Nürburgring-Gelände durchgeführt. Dann wäre Otto Flimm aber nicht gekommen, selbst wenn es sich dabei um seine nach ihm benannte Straße handelt.

Jetzt findet das Ganze in Nürburg in der Gemeindehalle statt und alle sind eingeladen zu kommen und damit Otto Flimm zu unterstützen. Einlaß ab 19 Uhr, Start 20 Uhr am Donnerstag den 25.April.


Donnerstag, 11. April 2013

Brüssel-Besuch.

“Alle waren sich einig: Der Nürburgring soll für alle zugänglich und bezahlbar bleiben.”

Na da finden wir uns doch wieder.

Inzwischen blicken auch die Medien besser durch und formulieren klarer:

“Die Nürburgring GmbH ist pleite und wird derzeit von einem Insolvenzverwalter geführt. Er kann den Nürburgring aber nur in Absprache mit der EU-Kommission verkaufen. Grund ist ein Verfahren der Europäischen Kommission wegen unerlaubter Beihilfen in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro. Den größten Teil davon investierte das Land für den Bau des umstrittenen Freizeitparks am Nürburgring.”

Das scheint also jetzt angekommen zu sein, daß das viele Geld nicht in den Nürburgring geflossen ist, sondern in den Freizeitpark. Hat sich ja doch gelohnt, beharrlich auf diesen Unterschied hinzuweisen.

Otto Flimm meint jetzt, daß man doch bitte warten solle mit der Ausschreibung, bis eine Entscheidung der EU vorliegt. Kann man sich in diesem kurzen Audiobeitrag anhören.

Gesprochen haben sie wohl mit Wouter Pieke aus der Abteilung State Aid, genau bei ihm waren Ron und ich vor zwei Jahren auch schonmal - mit damals über 17.000 Unterschriften im Schlepptau.

(Mit Ron Simons am 25.Feb.2011 in Brüssel.)

Das sind freundliche Leute in Brüssel, wissen genau wovon sie reden.


Mittwoch, 10. April 2013

Es brodelt in der Eifel.

Kommt ja schonmal vor, ist schließlich alles vulkanischen Ursprungs.

Diesmal kommt das Grummeln aber aus Adenau und solange der Ring noch rettbar ist, packen alle an ihren Sorgen und Forderungen Luft zu machen. Ist ja schließlich Volkseigentum und da wird das Volk ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen.

So haben sich die Gewerbebetreibenden zusammengeschlossen, um sich für den Erhalt des Rings einzusetzen und einen offenen Brief im Wochenspiegel von Georg Weiss veröffentlicht:

(Klick für gross. Siehe auch ePaper Ausgabe auf Seite 7.)

Auch sie sehen in dem hektischen Verkaufsprozess eine große Gefahr und stehen hinter den Forderungen von Otto Flimm. Über 50 Betriebe haben persönlich unterschrieben, darunter auch Scheid Motorsport und Rainer Strack - die gute Seele von der Breidscheid Einfahrt.

Man spürt regelrecht den Ruck, der durch die Leute und die Region geht! Und das große Vertrauen, das dem Ehrenmann Otto Flimm entgegengebracht wird. Morgen (!) ist der wichtige Termin in Brüssel.


Donnerstag, 04. April 2013

Ausgerechnet Clemens Hoch ...

… soll sich in Brüssel für den Nürburgring einsetzen:

“Um bei der EU-Kommission auszuloten, was in Sachen öffentlicher Zugang möglich ist und wie dieser am besten gesichert werden kann, fährt nicht die Regierungschefin selbst am 11. April nach Brüssel, sondern Staatskanzlei-Vize Clemens Hoch.”

Das war Kurt Beck’s Mann für’s Grobe im Nürburgring Untersuchungsausschuss und da war man aus SPD Sicht so zufrieden, daß er jetzt bei Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein tolles Pöstchen in der Staatskanzlei bekommen hat.

Damals z.B.:

“(..) ein Scheitern des neuen Geschäftsmodells wird heraufbeschworen, ohne dass man sich um die inzwischen positive Wirtschaftslage am Ring kümmert.”

“(..) dass mit der klaren Trennung von Besitz der Liegenschaften in Landeshand und Betrieb der Einrichtungen durch die private NAG eine gute Grundlage für eine zukunftsorientierte Neuorientierung des Nürburgrings geschaffen worden ist.”

Und heute:

“Er nimmt Vertreter des Vereins ”Ja zum Nürburgring“ um den ADAC-Ehrenpräsidenten Otto Flimm, der Kommunen, des Betriebsrats und der Gewerkschaft Verdi mit, teilt Regierungssprecherin Monika Fuhr auf TV-Anfrage mit.”

Ist das nicht nett? Aber macht Euch nicht zuviele Hoffnung:

“Man darf nicht vergessen, dass es sich um ein Insolvenzverfahren handelt. Dabei müssen rechtlich gesehen sämtliche Vermögenswerte veräußert werden, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen und Arbeitsplätze zu erhalten”, sagt Sprecher Pietro Nuvoloni. Man sei nun gespannt auf das Gesprächsergebnis der Staatskanzlei in Brüssel.

Ich wette, die wissen längst wie das spannende Gesprächsergebnis aussieht und müssen jetzt nur noch dieses lästige Brüssel-Schauspiel hinter sich bringen und so tun, als würde Brüssel den Verkauf der Nordschleife vorschreiben.

“Die Landesregierung bereitet derweil auch schon einen Gesetzentwurf vor, um den öffentlichen Zugang zu regeln. Diese Möglichkeit hatten die Sanierer in Brüssel ausgehandelt und wollen sie in einem Brief an EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia schriftlich fixieren. Dessen Antwort komme dann von oberster Stelle und sei maßgeblich, stellt Pietro Nuvoloni klar.”

Nur falls da jemand dran gezweifelt hat. Pietro Nuoloni ist hier der Klarsteller und wir haben zu kuschen.

Hoffentlich schafft es Otto Flimm am 11.April einen kräftigen Fuß in die Tür zu stellen, sonst fürchte ich ist die Nummer mit der Nordschleife durch: verraten und verkauft.


Dienstag, 26. März 2013

Save The Ring - Like Otto Flimm!

(Via.)


Otto Flimm Aktuell.

(Via Wochenspiegel.)


Freitag, 22. März 2013

RCN mit Ja-zum-Nürburgring Banner!

Wir haben doch überlegt, wie man jetzt den Druck hochhalten kann. So zum Beispiel! RCN mit JzN Banner auf allen Fahrzeugen, stilvoll wie der Ja zum Nürburgring M1 1980, als Otto Flimm die Grand Prix Strecke erkämpft hat:

„Ein Übergang der Rennstrecken in private Hände würde voraussichtlich das kurzfristige Aus für unsere Rennserien bedeuten“, fasst Willi Hillebrand, Vorsitzender der RCN, die Befürchtungen zusammen. „daher sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um den Verkauf zu vermeiden.“

So ist beispielsweise geplant, dass alle teilnehmenden Fahrzeuge an GLP- und RCN-Läufen mit einem Banner des Vereins ausgestattet werden.

Bei der Mainz Invasion am Dienstag gab es (dank der Spende von Dieter) schonmal einen Vorgeschmack, wie das aussehen kann:


Dienstag, 19. März 2013

... dann kommt der Nürburgring nach Mainz!

Genauso war es auch, großer Aufschlag der Ring-Gemeinde heute in Mainz! Das sollte den Politikern zu denken geben - mein Lieblingsspruch heute war:

“Das ist doch heute nur zum Üben - wir überlegen schon, was wir nächstes Mal verbessern.”

So weit, wie die meinen, ist es nämlich garnicht nach Mainz und wer die Motorsportler kennt, weiß, daß sie sich nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen lassen.

Aber der Reihe nach:

Der Korso baut sich auf - schonmal jemand 2 Ringminis auf einmal im Einsatz gesehen?

Originaler Erlebnisgrab-Flyer von 2007, damals hätte es noch verhindert werden können.

Ich hab es nicht geschafft, innerhalb von einer Stunde die ganze Länge abzulaufen.

Und wie!

Die denken nämlich, mit uns könnte man es machen!

Die LKW's rücken an!

Hallo Ossi!

Der Audi mit dabei, Ehrensache.

Occupy Autobahn!

Manthey Racing Truck.

Sabine kämpft für uns und den Ring.

Otto Flimm, kämfperisch - viel Publikum!

Hanns-Martin Fraas und Ernst Moser.

Uschi Schmitz und Hannes Scheid.

Mein Bild auf der Bühne, hatte ich auch noch nicht!

Hallo Mainz! Wir können gerne nochmal kommen!

N-fiziert!

Karl Mauer on stage.

STR ^2

Karl Mauer ...

... und Georg Weiss.

Alexander Licht und Julia Klöckner.

Otto Flimm kann es nicht fassen, wie uns mitgespielt wird.

Ringminibesatzung.

Schmitz und Schmitz.

Dieter Weidenbrück - hat die ganzen Frontscheiben-Aufkleber gestiftet!

Pro-Steilstrecke!

Tolle Bühne, gute Stimmung.

Auch der kleinste Nürburgring-Nachwuchs!

Staatssekretär Häffner - kaum auszuhalten, nur Ausreden und die üblichen Textbausteine. Die führen uns komplett vor!

Erstmal über 10.000 Unterschriften überreichen.

SAVE THE RING!

VLN meets STR.

Ringlegende Helmut Dähne und Ringlegendin Sabine Schmitz - machen sich Sorgen.

Karl Mauer.

Otto Flimm gibt alles.

Und die Politdarsteller? Auf dem Sprung zum nächsten Termin.

Dieter Frey on Stage.

Autogramme gehen immer!

Schnelle Runde, Zweiradhelden: Helmut Dähne, Kalle Müller, Jürgen Müller.

Schnelle Leute? Da darf Christian Kohlhaas nicht fehlen.

OK, fahren wir wieder nach Hause. Aber keine Sorge: wenn das nicht läuft, wir kommen wieder! Jetzt kennen wir ja den Weg.

Hier noch ein schöner Bericht aus der Rhein-Zeitung, hätte ich mir fast das Bloggen sparen können ;) Toll gemacht, und viele Sachen von anderen Leuten eingebunden - gefällt mir!


Sonntag, 17. März 2013

Im Talk: Warum wir am Dienstag in Mainz für den Nürburgring demonstrieren.

Heute wieder mit Dieter verabredet und wir haben uns darüber unterhalten, was von der Demo am Dienstag erwartet werden kann und warum wir als Nutzer des Nürburgrings geschlossen auf die Straße gehen.

Sogar ziemlich genau unsere 10 Minuten Zielmarke getroffen! :)

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  1. Der Motorsport muss mit an den Verhandlungstisch und Otto Flimm vereinigt alle Sportler-Interessen hinter sich.
  2. Die überhastete Verkaufsplanung der Rennstrecken muss gestoppt werden - das Schaffen von vollendeten Tatsachen muss vermieden werden.

Diskussionen gerne im Forum / bei Facebook und alles zu der Demo am Dienstag findet Ihr auf der Homepage von Ja zum Nürburgring.


ADAC kämpft!

In der Rhein-Zeitung:

“Der Automobilclub ist fest davon überzeugt, dass legendäre Nordschleife und Grand-Prix-Strecke ein einzigartiges Kulturgut von hohem öffentlichen Interesse darstellen und daher aus Sicht der EU-Kommission privilegierungsfähig sind.”

"Wir wollen da oben nicht Lindner-Richter 2.0.”

Was ich allerdings nicht verstehe:

“Der ADAC schlägt eine Stiftung oder ein ähnliches Modell vor (..)”

Das macht er doch garnicht. Wo hat der ADAC eine Stiftung vorgeschlagen? Das wird solange in den Raum geworfen, bis es alle glauben. Die Demo setzt sich für Gemeinwohlbindung ein - die Unternehmensform ist da doch erstmal zweitrangig.

Meiner Meinung nach haben die Medien dieses Stiftungsgespenst selber konstruiert. Das passt natürlich den Insolvenzverwaltern prima in’s Geschäft, denn auch eine Überführung in eine Stiftung ist ein Eigentümerwechsel, also ein Verkauf. Denen ist egal, an wen sie verkaufen, Hauptsache verkaufen!

Deshalb wird immer wieder subtil untermauert, daß der Verkauf beschlossene Sache sei - oder eben alternativlos.

Aber genau einen Verkauf will Otto Flimm und die Demo ja verhindern! Die Rennstrecken sind Volkseigentum und sollen es auch bleiben. Eine Stiftung nützt da erstmal garnichts.


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Dienstag, 12. März 2013

Die Otto Flimm Parade zieht mächtig Kreise.

Die Motorsportler rücken zusammen, aus Konkurenten werden Mitstreiter - viele Serien rufen zum Mit-Demonstrieren auf:

Das hätte Otto Flimm wirklich verdient, wenn in Mainz nächsten Dienstag so richtig breite Unterstützung aufläuft.

Otto Flimm und der gerade aussteigende Sieger vom 24h-Rennen 2011: Timo Bernhard.

Und es sieht gut aus, daß es so kommt.

Wenn schon die Einstellfahrten ausfallen, dann machen wir eben eine Riesen-Saisoneröffnungsparty vor dem Landtag. Die müssen spüren, daß wir den Ring so schnell nicht im Stich lassen und wenn die uns weiter ver*****en wollen, dann können wir auch ruhig öfter mal vorbeikommen! Hätten wir alle ja viel Zeit, wenn sich am Ring nix mehr dreht.


Montag, 11. März 2013

Kleine Talkrunde zu den Nürburgring Perspektiven.

Dieter Weidenbrück (z racing team) hat sich eine halbe Stunde Zeit genommen, um mit mir über den Nürburgring zu reden.

Dabei ging es darum

Aber schaut es Euch an:

Fragen oder Anregungen gerne im Forum oder bei Facebook und wenn jemand mal Lust hat im Talk mitzumachen - bitte melden! Mit Google Hangout braucht man nur Webcam und Browser und los geht’s.


Samstag, 09. März 2013

Von einer Begründung wird abgesehen.

Unsere Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ist abgelehnt worden. Ohne Begründung. Unanfechtbar.

Ich habe unter 20832.com/prozess die Dokumentation vervollständigt. Scheint so, als sei dieses traurige Kapitel dann auch abgeschlossen.

"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Von einer Begründung wird (..) abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar."

So läuft das heute.

An der Stelle auch nochmal mein ausdrücklicher Dank an all jene, die mich mit Spenden unterstützt haben. Dadurch hat mich der Prozess zwar viele Nerven, aber immerhin kein Geld gekostet. (Aktueller Stand: 1.175,29 €, Gesamtspenden: 11.907,49 €)

OLG Köln, 11.10.2011

Wer sich die detailliert ausgearbeitete Beschwerde einmal durchlesen möchte:

Verfassungsbeschwerde vom 23.12.2011.

Die Abmahung von Kai Richter bzw. seinem Anwalt Gernot Lehr lag vor ziemlich genau 2 Jahren in meinem Briefkasten. Hier noch einmal der zeitliche Ablauf:

Kai Richter hat sich übrigens bei keinem der Termine die Mühe gemacht vor Gericht zu erscheinen.

Rückblickend muß ich gestehen, daß mein Demokratie- und Rechtsverständnis massiv gelitten hat. Jetzt soll auch noch als Gipfel des Ganzen das Volkseigentum Nordschleife verscherbelt werden, nur damit ein paar Versager ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können.

Wo sind denn die Leute, die sich wehren? Gerade der Motorsport, der im Kern von Kampf und Dynamik bestimmt ist wie keine andere Sportart, scheint völlig gelähmt. Die beeindruckenden Leistungen auf der Rennstrecke werden beim Thema Nürburgring durch das Nichthandeln in den Schatten gestellt, opporunistisch und feige sind bei den Adjektiven, die mir dazu einfallen, noch die Harmlosesten.

Wie in einem Paralleluniversum werden neue Autos und Fahrer vorgestellt, bei Facebook betteln sie um Likes wie kleine Kinder - aber wenn’s wirklich darum geht auf den Tisch zu hauen, da müssen sie auf einmal ganz schnell weg.

Ausnahmen bestätigen die Regel und wer noch retten möchte, was zu retten ist, findet bei Otto Flimm die richtige Anlaufstelle.


Samstag, 02. März 2013

Audio Mitschnitt von JzN / Otto Flimm gestern.

Erstmal die Fakten: Audiomitschnitt von gestern (147 MB, 100 Min.)

Alternativ hier das MP3-File zum Anklicken/Download.

Dann der Link zur JzN Homepage mit der Pressemitteilung und den PDFs:

Nordschleife Verkauf stoppen! als Hintergrundbild.

Es war auch Presse vor Ort, aber so wie ich das mitbekomme nur:

Und zu meiner Wertung:

Die Veranstaltung insgesamt fand ich sehr gut, Termin war gut, der Verein bestens vorbereitet und die Halle in Nürburg eignet sich gut für solche Veranstaltungen.

Unterstützer: die Halle war gefüllt, knapp über 100 Leute hab ich geschätzt. An bekannten Sportlern waren nur einige wenige gekommen - aber die gekommen sind, lohnt sich einzeln aufzuzählen:

  • Sabine
  • Christian Menzel
  • Marc Hennerici
  • Ed Nicelife

Dazu auch noch Organisatoren des Breitensports, z.B. Karl Mauer von der VLN und Kalle Breidbach, Hans-Werner Hilger und Werner Klasen vom RCN.

Karl Mauer, Christian Menzel und Marc Hennerici.

Super enttäuschend wieder die Lethargie der Leute vor Ort, man könnte meinen die ganze Eifel besteht nur aus Uschi Schmitz. Die Kennzeichen der Autos vor der Halle waren alle von außerhalb, K, BM, EU, usw. - gezielt hab ich mal versucht jemanden aus dem Industriegebiet Meuspath auszumachen, aus Adenau oder sonstige Anwohner - Fehlanzeige. Auch von den 300 Mitarbeitern vom Nürburgring keine Spur, außer einer kleinen Betriebsratsdelegation. (Ich kann mir nicht vorstellen, daß die 300 (!) Leute aktuell mit dem Arbeitspensum überlastet sind.)

Reinhold Schüssler, Uschi Schmitz, Otto Flimm und Dieter Frey.

Ist schon grotesk, unsereins nimmt sich Urlaub, setzt sich von Köln aus in Bewegung und in Nürburg, Adenau usw. geht alles auf Tauchstation. Reinhold Schüssler hat das ganz am Anfang auch als Aufhänger genommen, könnt Ihr im Audio reinhören.

Auch die dünne Reaktion in der Presse ist heftig verglichen zum einen mit der massiven Insolvenzverwalter-Propaganda am Tag zuvor und den schweren Vorwürfen, die Otto Flimm zusammen mit Dieter Frey ausführlich dokumentiert haben.

Wirkt auch mich eher wie eine Pflichtübung statt engagiertem Journalismus. Sehr einseitig, was da abgeht. Das SWR Fernsehen lässt Landesregierung und Insolvenz-Anwälte ausführlich im Fernsehen zu Wort kommen und die sind sich im Schulterschluss einig das Volkseigentum Nordschleife zu versteigern.

Dabei ist das garnicht so notwendig wie immer wieder dargestellt, denn eine Sportstätte ist beihilfefähig, da sie dem Allgemeinwohl dient. Wenn das auf die Nordschleife nicht zutrifft, dann weiß ich nicht, auf welche Sportstätte es sonst zutreffen würde. Zumal der Sport in der Verfassung von Rheinland-Pfalz fest verankert ist.

Offensichtlich wurde auch die perfide Art und Weise, wie hier gespielt wird, denn Otto Flimm hat keinen Hehl daraus gemacht, wie man ihn erst mit Versprechungen gelockt hat, um ihn dann zu hintergehen.

Schön auch der Fragenkatalog des Vereins:

Denn er spricht an, daß der Verdienst der Insolvenzverwalter gewöhnlich an die Höhe des Verkaufspreises gekoppelt ist. Dadurch wird natürlich deren Verlangen gesteigert, die Rennstrecke unbedingt zu verkaufen.

Oder wie Dieter Weidenbrück es formuliert:

"(..) Nun wäre es eine gute Idee gewesen, dass sich Politiker aus Mainz, Insolvenzverwalter, Gläubigerausschuss und der Verein an einen Tisch setzen, um aus diesem Ansatz einen Plan zu machen, diesen dann in Brüssel vorzustellen, um damit das Beihilfeverfahren abzuwenden. Damit wäre dann der Weg frei gewesen für eine Neuausrichtung des Nürburgrings (hier nun nur die motorsportliche Seite der Anlage gemeint) im Sinne des Breitensports. Leider wurden alle Ansätze dieser Art abgeblockt, in der Hauptsache von den Insolvenzverwaltern. Der Motorsport wurde bewusst aus allen Gremien herausgehalten, warum auch immer. Offensichtlich verfolgen die Insolvenzverwalter das Ziel, die gesamte Anlage so schnell wie möglich irgendwie zu verkaufen. Das ist aus ihrer Sicht der einfachste und schnellste Weg, und für sie selbst wohl auch der lukrativste. (..)

Bezeichnend ist dabei die Flut von Presseartikeln, die am gestrigen Donnerstag wie bestellt losgelassen wurden. Die Pressevertreter wurden von den Insolvenzverwaltern informiert, durften aber nur nach einer Sperrfrist bis Donnerstag morgen die Fakten publizieren. Genau also einen Tag vor der Versammlung des Vereins “Ja zum Nürburgring”. Wer da nicht an Absicht denkt, dem ist wohl nicht zu helfen."

(Ich weiß, ist Facebook - gibt es hier auch nochmal.)

Abends nach der Veranstaltung formte sich noch spontan ein langer Tisch in der Pistenklause, der war ja mal kultig besetzt. Die Pistenklause ist übrigens auch schon über 40 Jahre alt - und so jung wie am ersten Tag.

Gut, daß sie uns wenigstens die nicht wegnehmen können, aber was ist eine Pistenklause ohne Nordschleife?


Donnerstag, 28. Februar 2013

Nordschleife soll für beck°ruine geopfert werden.

Heute war der Nürburgring in allen Medien, die nämlich brav verbreitet haben, was sich die Insolvenzer mit ihren politischen Einflüsterern ausgedacht haben.

Die entscheidenden Fragen haben die Medien aber höflicherweise nicht gestellt. Man weiß ja, was sich gehört:

  1. Wieso ausgerechnet heute? Antwort: weil morgen die angekündigte außerordentliche Mitgliederversammlung von Ja zum Nürburgring stattfindet.
  2. Wie kann die Nordschleife für den Breitensport erhalten werden? Ganz einfach, indem sie eben nicht den Besitzer wechselt, also Volkseigentum bleibt und damit ihre Nutzung für die Öffentlichkeit weiter gewährleistet ist.
  3. Steigt der Verdienst der Insolvenzverwalter bei höherem Verkaufserlös? Auf diese Frage warte ich schon die ganze Zeit, aber da kann ich lange warten. Die wird nicht gestellt von den Journalisten, die früher mal den Anspruch hatten, die vierte Gewalt im Staate zu sein. Im Umfeld des Nürburgrings verkümmern sie zu Erfüllungsgehilfen der zerstörerischen Kräfte aus Mainz.

Hier mal ein Überblick der gleichgeschalteten Nachbeter:

Trierischer Volksfreund: Verkauf des Nürburgrings beginnt im März und Nürburgring-Käufer muss viel Eigenkapital besitzen.

Presseagentur dadp: Nürburgring soll spätestens im nächsten Jahr verkauft werden.

Presseagentur dpa: Interessenten für Nürburgring - Kein reicher Scheich dabei.

Rhein-Zeitung: Sanierer: Nürburgring geht nur an solide Interessenten - Rennstrecke wird kein Privatvergnügen.

Allgemeine Zeitung: Käufer gesucht - Bis zu internationale 50 Interessenten.

SWR: Eifel-Rennstrecke meistbietend abzugeben

Ich war überrascht, wie heute meine Google Reader Alerts aus so vielen Quellen im Grunde die gleiche Nachricht verbreiten:

  • Verkauf quasi alternativlos, weil sonst Schließung
  • Verkauf wird nicht in Frage gestellt
  • Die Volkseigentum-Verkaufs-Vorbereiter werden als “Sanierer” oder “Experten” in positives Licht gerückt
  • Nordschleife kommt als Thema überhaupt nicht vor
  • Die EU hängt als böse Bedrohung über allem und zwingt zu diesem Handeln (wird auch nicht hinterfragt!)

Und wie bekommt man so einen präzisen Gleichschritt hin?

Ganz einfach: man lädt gezielt zu einem Pressegespräch nach Mainz (nach Mainz!), lullt die Teilnehmer ein, indem man ihnen ihre dadurch erreichte Exklusivität in den Kopf steigen lässt, und hat dann sogar leichtes Spiel, sie zu einer Sperrfrist zu verpflichten.

Der große Aufschlag, der dann völlig unerwartet über die Bevölkerung prasselt, wird aufgrund der breiten Einigkeit nicht hinterfragt und schon sind die Fakten geschaffen. Aus dem Nichts! Anders kann ich mir den heutigen Tag nicht erklären.

Präzise ge-timed auf den Vortag der Otto Flimm Einladung.

Genauso macht es Angela Merkel übrigens auch mit ihren elitären Gesprächsrunden, wo in kuscheliger Athmosphäre Meinungsmacher gezielt auf den geplanten Kurs eingeschworen werden.

Nicht nur, daß man sich davon nicht reinlegen lassen darf - hier wird vor unseren Augen die Nordschleife zu Tode gefoltert, um den Super-GAU der größenwahnsinnigen beck°ruine zu verschleiern. Damit eben dieser seinen fetten Hals aus der Schlinge ziehen kann, scheint jedes Mittel recht.

Galt 2007, gilt 2013: Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.


Sonntag, 17. Februar 2013

Otto Flimm: Es soll der Eindruck vermittelt werden, alle Probleme des Nürburgrings seien gelöst.

Es ist alarmierend, wie skrupelos Politik im Schulterschluss mit den Insolvenzverwaltern den Nürburgring inklusive Nordschleife zum Verschachern aufhübscht. Das soll das letzte Kapitel werden und jetzt müssen die Rennstrecken endgültig bluten für das Erlebnisgrab Desaster.

Breitensport, Historie und Volkseigentum werden völlig ignoriert und daher lädt Otto Flimm noch einmal ein

zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins „Ja zum Nürburgring“ e.V.

einfach zu merken:

1.März, Freitag - 16.00 Uhr - Nürburg Gemeindehalle.

(Gäste sind willkommen!)

Dort kommt auch die Unterschriften-Aktion auf den Tisch, die u.a. auch ich im August letzten Jahres zusammengeschustert habe und die Uschi Schmitz und viele andere kräftig unterstützt haben.

“Was für eine Schmach, dass sich der Insolvenzverwalter um diese geschichtsträchtige Rennstrecke kümmern muss!”

zitierte mich die Rhein-Zeitung von diesem 2.Aug.2012, als die Idee zur Unterschriftenaktion geboren wurde, die nochmal klipp und klar die Forderungen zusammenfasst (Trennung Erlebnisgrab von Rennstrecke, Betrieb durch öffentliche Hand, freier Zugang und Verwertung vom Rest).

Bis jetzt habe ich immer alle Veranstaltungen von Otto Flimm besucht und darüber berichtet, und es wäre wirklich gut, wenn möglichst viele am 1.März ihr Gesicht zeigen.

So viele Chancen die Nordschleife zu verteidigen werden wir nicht mehr bekommen.


Donnerstag, 20. Dezember 2012

32 Jahre und 4 x Ja zum Nürburgring!

Alle 4 BMWs auf einem Bild - 32 Jahre Nürburgring und BMW Geschichte:

Hier gibt es das Bild auch in gross (1,3 MB) und hier den Facebook-Post bei STR.

1980 war ich noch nicht so intensiv am Ring im Einsatz, das Bild von dem M1 konnte ich beim OGP 2007 schießen.

Aber Otto Flimm mit Ja zum Nürburgring war damals schon die treibende Kraft, der M1 kämpfte für den Bau der Grand Prix Strecke (die ja dann auch 1984 eröffnet wurde).

Als kleine Einstimmung für die Z4 Modellautos, die heute in den Versand gehen - ich bin auch schon sehr gespannt, wie der kleine STR BMW geworden ist!

Und beim 24h-Rennen in Dubai soll der Z4 auch wieder in’s Rennen gehen - schwer beeindruckender Einsatz von Schubert Motorsport und seinen Fahrern.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Dienstag, 04. September 2012

Nochmal zur Unterschriften-Aktion, Termin 3.Oktober.

Vor vier Wochen kurz entschlossen gestartet und inzwischen ist schon eine gute vierstellige Zahl an Unterschriften zusammengekommen.

Otto Flimm schiebt auch nochmal mit an und ruft alle Ringfans auf, sich am Sammeln zu beteiligen.

Ich weiß von Leuten, die sich die Mühe gemacht haben auf den Motorsportveranstaltungen mit Besuchern zu reden und Unterschriften zusammenzutragen - hier kommt auch nochmal der Aufruf sich aktiv daran zu beteiligen:

Liebe Freunde des Nürburgrings,
die Probleme am Nürburgring brauche ich Ihnen sicher nich zu schildern.
Der Verein „Ja zum Nürburgring“ führt wieder einmal einen Kampf mit dem Ziel und der Forderung Wiederherstellen der alten Nürburgring GmbH aber unter motorsportfachkundiger Führung. Zur Unterstützung unserer Forderung machen wir diese Unterschriftenaktion, an der ich Sie aufrufe, sich alle zu beteiligen.

Hier ist der PDF Download vom Verein mit der Bitte die Listen bis zum 3.Oktober zurückzusenden:

Verein „Ja zum Nürburgring“ e.V.
Herrn Otto Flimm
Postfach 1240
50321 Brühl  


Montag, 06. August 2012

Unterschriftenaktion zur Ringrettung.

Am Wochenende ist auf die Schnelle und relativ spontan unter Mitwirkung von Otto Flimm eine Unterschriften-Aktion gestartet.

Uschi Schmitz hat gleich am ersten Tag schon über 200 Unterschriften gesammelt.

Die Forderungen sind knackig auf 1 Seite zusammengefasst:

  1. Trennung der Sportinfrastruktur des Nürburgrings von Hotellerie- und Freizeitaktivitäten

  2. Betrieb der Sportstätten des Nürburgrings durch eine Gesellschaft in öffentlicher Hand

  3. Diskriminierungsfreier Zugang zu der Rennstrecke, insbesondere für den Breitensport

  4. Verwertung der sportfremden Wirtschaftsaktivitäten

Damit es jeder ausdrucken und verteilen kann zum Unterschreiben, hier die Vorlage als PDF:

Unterschriftenliste “Sag JA! zum Nürburgring”

Da steht jetzt auch keine Partei, kein Save The Ring oder sonstwas dahinter, das sind klar formuliert die Forderungen, damit die Nordschleife nicht untergeht oder verkauft wird.

Bitte druckt das aus und legt es in den Geschäften, Restaurants, usw. aus.

Falls wir überhaupt noch eine Chance haben, dann wäre das wohl die letzte.

UPDATE:

Bin gefragt worden, wohin denn mit den Listen, wenn man fertig ist mit Sammeln?

Da fallen mir spontan 2 Adressen ein

a)

Am Tiergarten
Kirchweg 4
53520 Nürburg

(kann man auch da abgeben, wenn man am Ring ist)

b)

“Ja zum Nürburgring” e.V.
Kölnstraße 221-225

50321 Brühl

Vielen Dank an alle, die da mitmachen, fleissig ausdrucken und sammeln - hab schon viele postive Resonanz bekommen, bin gespannt was dabei rauskommt.

Einen Zeitrahmen kenn ich auch nicht, werde mal rumhören, was sinnvoll ist.


Freitag, 22. Juni 2012

6-Punkte Nürburgring Resolution von Ja zum Nürburgring e.V.

Heute war in Nürburg eine gut besuchte Mitgliederversammlung von JzN mit Otto Flimm als Vorsitzendem.

Einstimmig wurde dabei eine Resolution für den Neustart am Nürburgring verabschiedet:

  1. Trennung der Sportinfrastruktur des Nürburgrings von Hotellerie- und Freizeitaktivitäten.
  2. Betrieb der Sportstätten des Nürburgrings durch eine Gesellschaft in öffentlicher Hand.
  3. Beirat für die Betriebsgesellschaft in öffentlicher Hand.
  4. Diskriminierungsfreier Zugang zu den Rennstrecken, insbesondere für den Breitensport.
  5. Bedeutung des Nürburgrings für die Wirtschaft in der Region erhalten.
  6. Verwertung der sportfremden Wirtschaftsaktivitäten.

Kann man sicher auch bald auf der Homepage des Vereins nachlesen, die Resolution war ist noch etwas ausführlicher und erklärt die Punkte und auch die Gründe.

UPDATE:

Wilhelm Hahne war auch vor Ort und hat auch mal den Beschluss gescannt.


Donnerstag, 07. Juni 2012

Einladung, Otto Flimm am 22.Juni in Nürburg.

Der Verein Ja zum Nürburgring hat eine außerplanmäßige Mitgliederversammlung einberufen, “in Anbetracht der aktuell schwierigen Situation des Nürburgrings”.

Aber nicht nur Mitglieder, sondern auch jeder am Thema interessierte ist eingeladen am 22.Juni - das ist der Freitag von VLN #4 - um 11:00 Uhr in der Graf-Ulrich-Halle vorbeizuschauen.

Hier die Einladung im Wortlaut:

=====

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

in Anbetracht der aktuell schwierigen Situation des Nürburgrings, hat der Vorstand beschlossen, eine Mitgliederversammlung einzuberufen, um Sie insbesondere über die Maßnahmen und Lösungsansätze des Vereins zu informieren.

Wie Sie wissen, engagiert sich unser Verein seit vielen Jahren für den Erhalt und die Pflege der Rennstrecken des Nürburgrings. Daher haben wir nicht nur zum Neubau der Grand Prix–Strecke einen Zuschuss in Höhe von 6 Mio. DM geleistet, sondern weitere rund 1,6 Mio. Euro zur Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen an der Nordschleife des Nürburgrings beigesteuert.

Wegen der Fehlentwicklungen am Nürburgring hat der Verein die Nürburgring GmbH auf Rückzahlung der rund 1,6 Mio. Euro verklagt und Vergabe- und Beihilfebeschwerden bei der Europäischen Kommission eingereicht. Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.

In der für den 22.Juni 2012, 11:00 Uhr, in der Graf-Ulrich-Halle Nürburg einberufene Mitgliederversammlung sollen die eingeleiteten Maßnahmen und die angestrebten Lösungsansätze besprochen werden.

Tagesordnung: 1. Bericht über eingeleitete Maßnahmen 2. Eckpunkte für einen Neustart am Nürburgring 3. Vorschläge 4. Sonstiges Wir freuen und uns auf Ihr Erscheinen!

Mit freundlichen Grüßen Otto Flimm (Vorstandsvorsitzender)

Wir freuen uns schon jetzt über eine zahlreiche Teilnahme der Bürger und Unternehmer der Region, sowie Fans und Motorsport begeisterte. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

=====

Wäre schön, wenn Viele kommen und bitte auch den Termin im Bekanntenkreis, Foren, usw. weiterverbreiten. :)


Freitag, 11. Mai 2012

Otto Flimm und der Neustart am Nürburgring.

Otto Flimm kämpft weiter!

(Otto Flimm letztes Jahr im Dorint.)

Heute gab es die Ja zum Nürburgring Pressekonferenz und die vorgestellten Punkte kann man 1:1 unterschreiben:

1.Trennung der Sportinfrastruktur des Nürburgrings von Hotellerie- und Freizeitaktivitäten

2.Betrieb der Sportstätten des Nürburgrings durch eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft

3.Diskriminierungsfreier Zugang zu den Rennstrecken, insbesondere für den Breitensport

4.Verwertung der sportfremden Wirtschaftsaktivitäten

Nur eine strukturelle Trennung kann einerseits den gemeinwohl-orientierten Betrieb der Sportstätten und andererseits den Ausschluss einseitiger Vorteile privater Betreiber, die die Rennstrecken für sportfremde Wirtschaftsinteressen missbrauchen, sicherstellen.

Gesamter Text zum Nachlesen und Weiterverteilen hier.


Freitag, 27. April 2012

Wirkungsvolle Politik.

Soll mal einer sagen, daß die Infrastrukurmaßnahmen nicht wirken würden: nachdem Porsche (sprich: der übermächtige VW Konzern) schon erfolgreich in Italien shoppen war, hat Ron Simons aktuell in Belgien verhandelt:

RSRNürburg und Circuit de Spa-Francorchamps haben sich heute zu einer offiziellen Zusammenarbeit entschlossen (..)

Siehe auch bei Wilhelm Hahne.

In der Zwischenzeit versucht Otto Flimm zu retten, was zu retten ist:

Im weiteren Verfahren wird sich der Verein nunmehr für eine strukturelle Separierung der Rennstrecken von den im Zuge des sog. Projekts „Nürburgring 2009“ errichteten Freizeit-, Hotellerie- und Gastronomieunternehmungen einsetzen. (..)

Dabei wird zentrales Anliegen sein, einen diskriminierungsfreien Zugang des Motorsports zu den Rennstrecken zu gewährleisten. Einseitige wirtschaftliche und ausschließlich auf Gewinnmaximierung zielende Interessen der privaten Bertreiber müssen durch gemeinwohlorientierte Konditionen insbesondere für den Breitensport ersetzt werden.

Ganz-dick-unterschreib!


Freitag, 29. Juli 2011

Ja zum Nürburgring verklagt Nürburgring GmbH.

Ich zitiere mal aus der Rhein-Zeitung:

„Für uns ist die Geschäftsgrundlage zur Mitfinanzierung der Sicherheitsmaßnahmen weggefallen. Hätten wir 2007 gewusst, dass der Nürburgring inklusive Nordschleife verpachtet wird, hätte sich der Verein niemals finanziell engagiert“, so der Vorsitzende des Vereins, der ehemalige ADAC-Präsident Otto Flimm, bei einem Pressegespräch in Köln. Flimm und seine beiden Fachanwälte für Medien- und Urheberrecht, Dieter Frey und Matthias Rudolph, fürchten sogar, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins in Gefahr ist. Der Automotive GmbH gehe es um Gewinnmaximierung, der Verein wolle jedoch den Breitensport fördern. Und der werde durch das Geschäftsgebaren der Automotive GmbH immer mehr zurückgedrängt.

Brauch man garnicht mehr zu zu sagen. Außer daß der Verein jetzt auch eine eigene Homepage hat. Achso, hatte ich ja schon.


Samstag, 23. Juli 2011

Informationen zum Save The Ring Aktionstag am 24.7.

Am Sonntag den 24.7. 2011 führt SAVE THE RING eine Demo in Nürburg durch – den SAVE THE RING Aktionstag.

Treffpunkt dieser polizeilich genehmigten Demo ist um 09:00 Uhr an der Gemeindehalle Nürburgs, Graf –Ulrich-Halle, wo bei rechtzeitiger Anreise auch Parkmöglichkeiten bereitstehen.

SAVE THE RING (dt: Rettet den Ring) ist ein Zusammenschluss von vielen Initiativen, die sich für den Erhalt des Nürburgring als längste, faszinierendste und anspruchsvollste Rennstrecke der Welt einsetzt. Ursprünglich als Verein „Rettet den Ring“ schon beim Neubau des Nürburgring Grand-Prix Kurs

1982 ins Leben gerufen, wurde der Begriff schon 2007 zur Aufklärung unlauterer und inzwischen offensichtlich auch krimineller Machenschaften beim Projekt „Erlebnisregion/Nürburgring 2009“ wieder belebt.

Die Demo gestalten Fans, Pensionsbetriebe, Gastronomen, Unternehmer, Rennsportteams aber auch der Verein „Ja zum Nürburgring“, vertreten durch den ADAC Ehrenpräsident und FIA Ehrenpräsidenten des weltweiten Motorsportverbandes Otto Flimm.

  • Sie sind für den Nürburgring und sein Kerngeschäft, für den Motorsport auf der Rennstrecke, für den Spitzensport wie den Breitensport. Für die Großen Preise wie die F1.

  • Sie fordern eine klare Trennung von Rennstreckenbetrieb und dem Erlebnispark „Nürburgring 2009“.

  • Sie leben und arbeiten in der Region und werden z.B.. durch den Ring-Betreiber Nürburgring Automotive GmbH , der Rennstreckengeschäft und Gastronomie/Dienstleistungen koppelt, aus dem Markt verdrängt.

  • Sie sind für die Einhaltung von Wettbewerbs- und Kartellrechten und fordern die Landes - Regierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass dies auch am Ring umgesetzt wird.

  • Sie sind für den erfolgreichen Einsatz des Untersuchungsausschusses für das Projekt „Nürburgring 2009, sowie die damit verbundene Entfernung aller Profiteure und Kollaborateure, die sich daran bereichern.

  • Sie fordern eine lückenlose Aufklärung wohin ihre mehrere hundert Millionen Euro Steuergeld geflossen sind.

  • Sie fordern eine öffentliche Ausschreibung für einen erfolgreichen und langfristigen Betrieb des Nürburgring.

  • Sie alle gehen für den Ring auf die Straße, um ein deutliches Zeichen der Solidarität für den Nürburgring abzugeben und auf die Missstände machtvoll hin zu weisen!

(Danke Ossi!)


Mittwoch, 23. März 2011

Der Blogger und die Zivilcourage.

Mein wöchentlicher Kommentar im Wochenspiegel hat in der Ausgabe “Adenau” einen bemerkenswerten Artikel-Nachbarn: “Was genau ist Zivilcourage?”


Sonntag, 20. März 2011

Eine Rechnung über 1.623.500,00 Euro.

Da hat der Herr Koch sicher nicht schlecht geguckt, als ihm der Brief von “Ja zum Nürburgring” in’s Haus geflattert kam. Die Rückforderung an die Nürburgring GmbH in dieser Höhe ist an den Geschäftsführer adressiert und wurde schon am 28.Februar verschickt. Inklusive Kontonummer und allem drum und dran, der Betrag soll sobald er eingeht in eine Sportstiftung eingebracht werden zur Förderung von Nachwuchs und Breitensport.

Absender ist Otto Flimm, witzigerweise hat er seinen Brief an seine eigene Straße geschickt:

Dort ist nämlich die Nürburgring GmbH zuhause in dem originalen Verwaltungsgebäude. Etwas früher am 23.Februar hat Otto Flimm den Kurt Beck angeschrieben, in dessen Auftrag die Eifel zubetoniert worden ist:

“Wir möchten Sie bitten, der aus unserer Sicht prekären Fehlentwicklung, Einhalt zu gebieten.”

Der Verein “Ja zum Nürburgring” hat nicht nur die kürzlich an der Nordschleife investierten 1,6 Mio. beigesteuert, er hat sich auch beim Bau der Grand Prix Strecke mit fast 10% beteiligt.

Man hat in der Vergangenheit den Verbänden und Otto Flimm regelmäßig zugesichert, daß sich trotz Erlebnis°Grab für die Rennstrecken und die Veranstaltungen nichts ändern wird. Andernfalls wäre man schon viel früher auf die Barrikaden gegangen. Jetzt wird klar, daß sich sehr viel ändert - das ehemals zugesicherte Mitspracherecht und die Mitverantwortung für die Rennstrecken werden ad absurdum geführt.

In der Pressekonferenz letzten Dienstag meinte Otto Flimm sogar:

“Die jetzige Situation ist viel, viel schlimmer als unsere Probleme in den achziger Jahren.”

Damals stand der Ring heftig auf der Kippe, nach dem letzten F1 auf der Nordschleife mußte eine neue moderne Strecke her, um einen weiteren Sportbetrieb zu ermöglichen. Man hatte unter dem Banner “Rettet den Nürburgring” 100.000 Unterschriften gesammelt und Otto Flimm hat sich mit aller Kraft für den Ring-Erhalt eingesetzt. Damals ist z.B. Hans-Joachim Stuck mit einem “Ja zum Nürburgring” BMW M1 ausgerückt. Heute wechselt er die Seiten, ebenso wie Hans Jürgen Hilgeland, der Otto Flimm in der Pressekonferenz mächtig in die Parade gefahren ist.

Otto Flimm ist mit Baujahr 1929 fast genauso alt wie die Nordschleife (1927) und ebenso voller Tatendrang. Er hat zu dem wahnwitzigen Überlebenskampf des Nürburgrings von 1976 - 1984 eine aufwendige Dokumentation zusammengestellt:

Ich durfte sie mir ausleihen und bin schwer beeindruckt von den damaligen Kraftanstrengungen, ohne die es heute garkeinen Nürburgring mehr gäbe. Die Nordschleife wäre wahrscheinlich genauso zugewuchert, wie es die Südschleife aktuell ist. Man kann den Briefen und aufbewahrten Zeitungsartikeln entnehmen, welche Energie und welcher Einsatz auch im Zusammenspiel mit der Politik nötig war, damit die Grand Prix Strecke gebaut werden konnte und damit der Nürburgring insgesamt erhalten wurde.

Wir nehmen das heute alles als selbstverständlich gegeben hin, aber das ist es nicht. Über den Hohn, daß diese Anstrengungen im Sinne des Motorsports und des Allgemeinwohls jetzt profitgierigen Freizeitparklern zugeschustert wurden, brauche ich ja nichts zu schreiben.

Die PK war ganz gut besucht:

Otto Flimm sieht die Rückforderung der Millionensumme nicht als Schadensersatz, sondern als letzte Möglichkeit, den Sport wieder an den Ring zurückzuholen. Er favorisiert die Lösung, daß die alte Nürburgring GmbH das operative Geschäft der Rennstrecken verwaltet - so wie vorher - und eine neue, z.B. “Nürburgring Park- und Freizeit GmbH” den Rest betreibt. Diese Zweiteilung ist elementar und deckt sich auch mit dem Aufruf von SAVE THE RING.

Man zieht aber noch weitere Register und stellt sowohl die Vergabe als auch staatliche Beihilfen in Frage. Unterstützt durch ein Rechtsgutachten von Jürgen Kühling ist man überzeugt, daß die Vergabe zweifelhaft ist und die Rechtsfolge in der Konsequenz eine Nichtigkeit der Verträge nach sich zieht. Uuups. Und das sogar vor dem Hintergrund einer Dienstleistungskonzession, die Minister Hering (als ausgebildeter Jurist!) angeführt hat, um die Einhaltung der EU Gesetzgebung zu rechtfertigen. Er vertritt die Meinung, daß diese nicht den Vergaberichtlinien unterliegt. Auch die Aussage:

“Es war gar nicht möglich, andere dort mit einzubinden.”

wurde von dem Gutachten gepflegt auseinandergenommen.

Das ist so übel, daß die Sportler von Politik und Gier so hintergangen werden, daß keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als sich so massiv zur Wehr zu setzen. Und Otto Flimm verdient sich mächtig viel Respekt, daß er 30 Jahre nach seinem gewonnen Schwergewichts-Kampf um den Nürburgring erneut in den Ring steigt.


Samstag, 19. März 2011

6-seitiger Wirtschaftswoche Bericht über das Erlebnis°Grab: Avanti Dilettanti!

Bei der Wirtschaftswoche, die zur Verlagsgruppe des Handelsblatt gehört, ist man tief in das Thema Nürburgring eingestiegen. Ganze 6 Seiten arbeiten das Thema aufwendig ab! Sowohl die jetzige Betreiberstruktur als auch die Historie der mysteriös verschleierten Finanzierung werden aufbereitet. Den Handelnden wird sachlich und unaufgeregt der Spiegel vorgehalten, ein aufwendig recherchierter Bericht zu den Machenschaften, die unsere Lieblingsrennstrecke so tief mit runter gezogen hat.

Das Heft gibt es seit heute am Kiosk zu kaufen, ich habe mir mal schnell ein’s besorgt, nicht daß irgendein Landgericht auf die Idee kommt es zu verbieten.

Hier schonmal eine kleine Vorschau mit ausgewählten Zitaten, im Gesamt-Zusammenhang liest es sich natürlich flüssiger:

Die Überschrift lautet:

“Bessere Investitionsruine”

und die Chronik ist betitelt mit:

“Avanti Dilettanti. Wie aus dem Neuanfang am Nürburgring ein Wirtschaftsskandal wurde.”

In der Einleitung:

“Noch redet Beck sich alles schön. (…) Davon wird nach der Landtagswahl am 27. März keine Rede mehr sein. Ist der Urnengang vorbei, werden die von der Regierung beauftragten Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner – Eigentümer des privaten Ring-Betreibers Automotive GmbH – dem Land die bittere Mitteilung machen, dass sich die Chose nicht rechnet.”

Zur Achterbahn-Reperatur:

“Selbst wenn es klappt, wird der Ring-Racer zumindest im ungemütlichen Eifel-Winter kaum mehr Besucher anlocken als ein Freibad.”

Zu den neuen Verwaltern:

“Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt.”

“Der smarte Firmenjongleur war nicht nur mit seiner Projektfirma Mediinvest, sondern mit mindestens sieben weiteren Firmen am Ring aktiv. Zwischen diesen Unternehmen schob er, wie der Landesrechnungshof aufdeckte, Gelder munter hin und her.”

Zu Protest, Widerstand und Save The Ring:

“Unter den Gästen der „Blauen Ecke“ im nahen Eifel-Städtchen Adenau macht schon seit jeher das Wort „Ring-Mafia“ die Runde. Becks „Leuchtturmprojekt“ zur Förderung der Region stößt dort, wo es seinen Segen entfalten sollte, auf Unverständnis und eine Welle des Widerstands.”

In der „Grünen Hölle“ ist der Teufel los und in Brüssel stapeln sich die Beschwerden – von Europaabgeordneten der CDU und Grünen, der Fan-Initiative „Save The Ring“ sowie dem Verein „Ja zum Nürburgring“, hinter dem der frühere ADAC-Präsident Otto Flimm steckt.”

Alles prima Lesestoff - die Hoffnung auf einen so umfangreichen Artikel hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Jetzt könnte es durchaus sein, daß die Diskussion neu befeuert wird.


Freitag, 18. März 2011

Noch 99 Tage bis zum 24h-Rennen.

Es sind keine 100 Tage mehr, bis das 24h-Rennen am 25.Juni startet. Bei der Pressekonferenz mit Otto Flimm letzten Dienstag wurde erwähnt, daß die Verträge immer noch nicht unterschrieben sind. Bei der VLN kam es auch erst kurz vor knapp dazu, man hat den alten Vertrag nochmal um ein Jahr verlängert. Da stehen dann erst 2012 die zähen Verhandlungen in’s Haus. Oder politisch korrekt so:

“Dazu sind frühzeitig Verhandlungen geplant, um eine langjährige Fortsetzung der gemeinsamen Bestrebungen sicherzustellen.”


Sonntag, 08. August 2010

Otto Flimm´s Nürburgring-Strategie: Abwarten.Otto Flimm war 1989-91 ADAC Präsident und hat auch sonst engste Beziehungen zu dem Club und dem Nordrhein Ableger in Köln. Gleichzeitig ist er auch Vorsitzender des solventen Vereins ´Ja zum Nürburgring´, der mal eben 1,6 Millionen Euro locker machte, um die Nordschleife zu vergittern.

Aktuell wendet er sich an seine Mitglieder. Zum Glück gibt es einen Briefkopf, sonst würde man den ADAC als Absender vermuten. Statt Tacheles gibt´s Hinhalteparolen:

Was nun wird und welche Auswirkungen insbesondere finanzieller Art dies auf den Motorsport haben wird, insbesondere in der Zukunft, bleibt abzuwarten.

Das muß man wirklich zweimal lesen, der präsidiale Stratege gibt tatsächlich die Parole ´Abwarten´ aus. Nicht nur einmal:

Ob sich die neue Betreibergesellschaft auf das Kerngeschäft - das Betreiben von Motorsport auf den Rennstrecken - konzentrieren wird oder ob der Nürburgring eine andere Entwicklung nehmen wird bleibt abzuwarten und sollte sehr kritisch beobachtet werden.

Aber ein Präsident kann auch ein Machtwort sprechen und so lautet seine Direktive:

Die Veranstalter werden sich ansonsten in die allgemeine Diskussion über das Wohl oder Wehe der Entwicklungen am Nürburgring nicht einmischen.

Ja zum Nürburgring? Ende August ist Mitgliederversammlung des Vereins. (Danke für die Zusendung!)


Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)

Mercedes Hartmann Hotel am Tiergarten - Café und Restaurant direkt am Nürburgring Reifen Schlag Nürburgring - Rennreifen am Ring 20832 sucht Sponsor-Partner