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Mittwoch, 06. Juli 2016

Jubelfreunde des Nürburgring passen sich der neuen Windrichtung an.

Die angeblichen Freunde des Nürburgrings haben sich mal wieder getroffen, um ihr Fähnchen neu auszurichten.

Denn sobald der Wind sich dreht, drehen sie sich mit. Da schockt selbst die Insolvenz nicht, solange es noch Schnittchen gibt.

Wem der Hintergrund fehlt: der Verein wurde Ende 2010 von politischer Seite und auf Initiative von Hendrik Hering gegründet, um ein leicht manipulierbares Gegengewicht zu SAVE THE RING usw. zu installieren.

FreundeDesNürburgring | Sattler | Demandt | Stone | Scheerbarth | Jubelperser |


Freitag, 04. März 2016

Wie Konzerne den Protest managen - und die Parallelen zum Nürburgring.

Spannende Lektüre rund um das Thema Lobby-Arbeit. Beim Lesen werden viele Gemeinsamkeiten deutlich, mit denen auch wir Nordschleifen-Kämpfer konfrontiert sind und wir haben - leider - in der Vergangenheit uns oft genug mit den Praktiken auseinandersetzen dürfen.

Einige Auszüge:

Der Lobbyist Ron Duchin, ein Kollege der damaligen Nestlé-Berater, unterschied in einer Rede 1991 vier Typen von Aktivisten: Radikale, Idealisten, Opportunisten und Realisten. Das Ziel müsse sein, Radikale zu isolieren, Idealisten zu Realisten machen und die Realisten zur Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu bewegen („co-opt the realists into agreeing with industry“) – die Opportunisten würden dann folgen.

Könnt Ihr Euch ja mal selber fragen, zu welcher dieser Gruppen Ihr gehört und wie man versucht, Euren Willen zu brechen.

Astroturf:

Es handelte sich also nicht um eine echte Bürgerinitiative, sondern um eine künstliche Initiative, die mit dem Begriff Astroturf beschrieben werden kann. „Astroturf“ ist eigentlich ein Markenname für Kunstrasen und bezeichnet die Imitation von Grassroot-Initiativen. Astroturf soll wie Graswurzeln, also Bürgerbewegungen von unten aussehen, ist aber künstlich.

Da fällt mir spontan die Freunde-des-Nürburgring Truppe ein, die von Hendrik Hering inszeniert wurde und immer noch aktiv ist.

Dialogfalle:

Die KritikerInnen werden beschäftigt, so dass sie für ihren Protest auf der Straße weniger Zeit haben. Sie müssen sich mit den Dialogangeboten auseinandersetzen und lassen sich dadurch mitunter spalten – in die, die mitreden, und die, die es nicht tun. Das Unternehmen gibt sich modern, offen und dialogbereit, was gerade auch in der Medienöffentlichkeit gut ankommt. Wer nicht am Dialog teilnehmen will, wird hingegen schnell als Verweigerer abgestempelt. Eine Dialogfalle schnappt regel- mäßig dann zu, wenn ergebnislose Gespräche hinter verschlossenen Türen geführt werden, um eine öffentliche Konfrontation zu umgehen und die Protestbewegung zu schwächen.

Nürburgring Beispiele? Jede Menge Runder Tische in Adenau, in Nürburg, am Ring - alle mit viel Aufwand, aber ohne Ergebnis - oder die Fan Diskussion mit Richter / Lindner, die damit die Communities umarmen und die Kritiker spalten wollten. Oder - ziemlich genau 1 Jahr her - als Malu Dreyer einen Termin mit Sabine und Christian hatte - Ihr erinnert Euch. Ganz großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes, denn Malu Dreyer hat sich als erstklassige Schauspielerin herausgestellt. Hat den Aktivisten die Zeit gestohlen und ihnen Hoffnung gemacht, während sie in Wirklichkeit auf einer komplett anderen Agenda unterwegs war, um später mit Sigmar Gabriel den Joaquin Almundia weichzuklopfen für den Verkauf an Capricorn.

Wollen wir bei der Übersicht aber nicht das peinlichste Beispiel vergessen, das Stefanie Hohn von der NAG seinerzeit krampfhaft als ganz normale PR Kampagne verkaufen wollte: der LOVE THE RING Aufkleber als Offensive gegen den SAVE THE RING Erfolg. Das war wirklich unterirdisch.

Trotzdem: alle diese Maßnahmen haben uns beschäftigt, verunsichert und aufgehalten. Man darf nie vergessen, dass gewaltige wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, denen unsere eher ethisch basierten Beweggründe völlig egal sind.

Doch mit ein wenig Detektivarbeit sind alle diese inszenierten Propaganda-Aktionen durchschaubar und verlieren, wenn sie schnell enttarnt werden, auch schnell ihre Wirkung.

Lobby | Astroturf | Dialogfalle | Protest |


Sonntag, 20. Dezember 2015

ADAC 3-Jahres-Vertrag ist in Wirklichkeit ein Misstrauensbeweis.

Ach schau an, Hendrik Hering´s Jubelperser sind auch wieder da.

Freunde des Nürburgrings, Manfred Sattler:

Die langfristige Vereinbarung zeigt auch das Vertrauen, dass der größte Veranstalter in das Nürburgring-Management setzt.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: weil der ADAC keine Lust hat nach den Wahlen über den Tisch gezogen zu werden, hat man auf einen 3-Jahres-Vertrag bestanden. Das ist ein Misstrauensbeweis lieber Manfred Sattler.

FreundeDesNürburgrings | Sattler | HendrikHering |


Samstag, 04. April 2015

Dreyer´s Demokratieverständnis: weglächeln oder weglöschen.

Erinert Ihr Euch noch, wie Hendrik Hering an Sylvester großflächig Facebook-Kommentare gelöscht hat?

Maria Luise Dreyer zieht das jetzt auch durch - diemal also Ostern.

Ihr Frohes Ostern konnte ich - wie viele andere auch - nicht kommentiert stehenlassen und habe ihr geraten die Feiertage zur Besinnung zu nutzen, um danach die Korrektur für die Katastrophen am Nürburgring in Angriff zu nehmen.

Ihre Reaktion: Kommentar gelöscht und Mike gesperrt.

So einfach geht das: weglächeln - oder weglöschen. Gelebte Demokratie Made in Rheinland-Pfalz!

Könnt Ihr gerne mal selber probieren - Eifel reicht wahrscheinlich schon, damit die rote Furie zuschlägt.

Gleichgesinnte findet Ihr danach hier.

Damit sieht meine Liste an Facebooksperrungen so aus:

Illustre Runde!

Tags: Dreyer | Facebook | Ostern | Demokratie | Zensur |


Dienstag, 02. Dezember 2014

Freibrief für Kühl und Hering.

Der Staatsanwalt hat sie vom Haken gelassen:

“(..) hat keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Straftat ergeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wird daher keine Ermittlungen aufnehmen.”

Da hat der neue Justizminister Gerhard Robbers sich ja glänzend eingeführt und schon dicke Pluspunkte sammeln können!

Wie ich schon auf der SWR Seite kommentiert habe:

“Einen feinen Rechtsstaat haben wir da, wo wir um 500 Millionen Euro und ein Weltkulturerbe innerhalb von 7 Jahren erleichtert werden - und alle machen weiter, als wäre nichts passiert.”

Oder Gerri so: Insider Geschäfte

(Klick! für gross.)

Natürlich phantasieren Grüne und SPD jetzt wieder von dem Märchen, dass das mit dem Nürburgring jetzt dann doch endlich beendet ist - ja, das hätten sie gerne!

Aber zum Glück haben wir Bevölkerung da auch noch ein Wörtchen mitzureden und beendet ist da gar nichts - das hat nichtmal richtig angefangen.

Auch bitter, dass sich das Establishment jetzt darüber freut, dass zwei der ihren angeblich keine Verbrecher seien - damit ist man in der RLP Politiker anscheinend ganz vorne.

Aus meiner Sicht ist nach wie vor nicht geklärt, wieso Hendrik Hering die privat errichteten Immobilien gekauft hat, die sich 4 Jahre später als quasi wertlos herausstellen. Auch das Verramschen der Nordschleife um von der eigenen Schuld abzulenken stellt in meinem Augen eine Riesen Untreue dar.

Der Text der Staatsanwaltschaft liest sich so, als hätten ihn Kühl und Hering selber verfasst. Nur auf das “renomierte” bei “Wirtschaftsprüfungsgesellschaft” hat man verzichtet.

“Auch haben sich keine Hinweise dafür ergeben, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus der Sicht der Jahre 2009/2010 für die Verantwortlichen das Landes oder seiner Gesellschaften erkennbar zu optimistische Annahmen zu dem zu erwartenden Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung am Nürburgring getroffen hätte.”

Ach nein? Das ist ja das Allerneueste. Wer redet denn seit Jahren davon, dass die Zuschauerzahlen erstunken und erlogen sind? Und alle Kalkulationen genau auf diesem Lügengerüst aufbauen?

Keine Hinweise!? WTF!?

Stefan Rota hat am 27.April 2010 klare Worte gefunden in unserer damaligen Pressekonferenz extra in Mainz - hier könnt Ihr Euch den kompletten Mitschnitt nochmal anhören.

“Allerdings ergeben sich aus den hier geprüften Unterlagen keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte dafür, dass die Verantwortlichen die Rechtslage nach dem EU-Beihilferecht in strafrechtlich vorwerfbarer Weise falsch eingeschätzt hätten.”

Das wird ja immer wilder! Einen Monat vorher - im März 2010 - hat Hendrik Hering seine tolle Zukunftskatastrophe in Adenau vor versammelter Bevölkerung vehement verteidigt und ausdrücklich - es sei schließlich Jurist! - die EU Konformität bestätigt. Das kann mir keiner erzählen, dass er nicht genau wusste, auf welch dünnem Eis er wandelte! Auch das könnt Ihr nachhören, wenn Ihr wollt.

“Zu keiner Zeit ist offenbar innerhalb der zuständigen Ministerien das rechtliche Risiko gesehen worden, dass eine Unvereinbarkeit mit EU-Beihilferecht - wie letztlich geschehen - das „Ob“ der Förderung insgesamt in Frage stellen könnte.”

Offenbar? OFFENBAR? Geht’s noch? Wie wäre es denn mal mit ERMITTLUNGEN liebe Staatsanwaltschaft, um das zu prüfen?

Was für eine Frechheit, ein Schlag in’s Gesicht jedes rechtstreuen Bürgers.

“Dies gilt jedoch in erster Linie für wahrheitswidrige oder durch bewusste Weglassungen unvollkommene Unterrichtungen durch die Geschäftsführung, die hier nicht vorliegen.”

“… die hier nicht vorliegen.” Jetzt sparen sie sich das “offenbar” sogar und wollen dadurch ihre Annahme zu einem Fakt machen. Ohne Ermittlungen!

“ Die wesentlichen Entscheidungen wurden hier auf der Ebene des Landes Rheinland-Pfalz getroffen, das Mehrheitsgesellschafter der Nürburgring GmbH war, und dessen Verantwortliche über alle Elemente des „Zukunftskonzepts Nürburgring“ umfassend unterrichtet waren.”

Was die Staatsanwaltschaft alles weiss - ohne Ermittlungen!

“Zusammenfassend hat die Prüfung der hier vorliegenden Unterlagen mithin keine zureichenden tatsächlichen Hinweise darauf ergeben, dass die Verantwortlichen des Landes oder ihrer Gesellschaften vorsätzlich pflichtwidrig fremdes Vermögen geschädigt haben. Von der Aufnahme von Ermittlungen war daher abzusehen.”

Dass die sich nicht schämen, diese Volksverarschung auch noch schwarz auf weiss aufzuschreiben. Willkommen im Unrechtsstaat Rheinland-Pfalz!

Tags: HendrikHeringCarstenKühlGerhardRobbers | Staatsanwaltschaft


Samstag, 29. November 2014

Mikebericht von SWR4 Klartext in Adenau.

Gestern - am Donnerstag - gab es eine Live Radiosendung von SWR4 unter dem Titel Klartext.

Ich hatte im Vorfeld kein gutes Gefühl, denn wir hatten vor 18 Monaten diese Sendung schon einmal - damals in Nürburg - und das war eine sehr peinliche Geschichte.

Um es vorwegzunehmen: diesmal war es eine gute Veranstaltung. Moderator Thomas Meyer hat zwar - wie auch in der 1.Ausgabe - deutlich Partei ergriffen, aber es war so offensichtlich, dass es jedem bewusst wurde. Quasi eine gute Schulung zur Meinungsbildung! Denn normalerweise kommen solche Beeinflussungen viel subtiler daher.

Wilhelm Hahne und Christian Menzel haben einen ganz starken Job gemacht auf dem Podium, während die Vertreter von SPD (Marc Ruland) und Grünen (Nils Wichmann) sich bis auf die Knochen blamiert haben.

Von der CDU war Alexander Licht gekommen - die Opposition hat es in RLP wirklich nicht einfach, aber er hat sich nicht provozieren lassen und ist sachlich mit der Diskussion umgegangen.

Hier könnt Ihr Euch die 2 Stunden komplett anhören:

youtu.be/iAmyK_3Alxo

UPDATE:

Hier auch der Link zur SWR Mediathek inklusive Video.

Ich bin dankbar, dass ich auch zu Wort kommen durfte. Das ist keine Selbstverständlichkeit, immerhin hat man mir den Vorzug gegeben vor den Nisiussen und Sattlers dieser Welt. Bei 1h 24:55 geht’s los, wer will kann über diesen Link direkt dort hinspringen bzw. hier direkt anschauen:

youtu.be/_LBaP-pS2Fs

Die Halle in Adenau war gut …

… und schwergewichtig ;) besucht:

Das Moderatorenteam Steffi Lingscheidt und Thomas Meyer:

Das ist Marc Ratlos Ruhland aus Andernach. Seine Gesichtsfarbe war ziemlich schnell ziemlich weiß und er hatte ein Dauerabo auf am-liebsten-im-Erdboden-versinken:

Zwischendrin hat er immer wieder in seinen Notizen gekritzelt - aber das ändert alles nichts an seinem Totalausfall.

Jetzt könnte man sagen: och, der arme Kerl. Voll ausgenutzt von den SPD Hyänen, haben ihn der Meute zum Frass vorgeworfen.

Auf der anderen Seite möchte ich aber zu bedenken geben: dieser Junge Mann Mensch ist MdL - bei 101 Abgeordneten und 4 Mio RLP’ern vertritt er sage und schreibe 40.000 Leute. Das ist 3x die VG Adenau. Also bitte kein Mitleid - bei soviel Verantwortung sind Könner gefragt und keine Loser.

Obwohl das Ganze ab und zu auch seine komischen Momente hatte:

Der Ernst der Lage war aber allen klar - Christian’s Schild hat die letzten Zweifel ausgeräumt:

Bei Uli Adams muss ich sagen: Respekt! Das hätte ich nicht erwartet: klare Ansage von dem RZ-Mann aus der lokalen AW Redaktion, hat passend zum Abend tatsächlich Klartext geredet.

Da stellt sich für mich dann zwangsläufig die Frage: warum liest man solche Töne nicht in der Rhein-Zeitung?

Auch Hanna Breuer verdient Respekt: morgens eine Elbogen-Operation über sich ergehen lassen und abends die Nordschleife verteidigt!

Wilhelm Hahne hat dann - zur Überraschung des Moderators - unsere sogenannte Demokratie in Frage gestellt:

Ihr könnt das auch nochmal genauer in seinem Eintrag von heute nachlesen.

Ich weiß aus Gesprächen, dass es inzwischen vielen Leuten genauso geht wie mir: das Vertrauen in die Politik ist komplett aufgebraucht. Die Erwartungshaltung ist inzwischen so weit, dass man von Vorteilsnahme und Verbrechern ausgeht und eher überrascht ist, wenn man mal eine fähige Person in der Politik trifft. So weit sind wir schon.

Die Fraktion “Begossene Pudel” durfte nicht fehlen, hier in Gestalt der Bürgermeister Hoffmann (Stadt Adenau) und Nisius (VG Adenau):

Einmal kam während der Sendung das abgegriffene “Jatzt muss doch mal Ruhe einkehren” zur Sprache und die beiden waren unterstützt von Peter Nett tatsächlich die Einzigen, die zum Klatschen angesetzt haben. Was sie dann natürlich schnell wieder sein gelassen haben, als keiner mitklatschen wollte.

Das war für mich so ein Schlüsselmoment, dass ein Umbruch stattgefunden haben könnte. Ich bleib mal vorsichtshalber im Konjunktiv. Aber wenn jetzt die Adenauer ihren Kommunalpolitikern klarmachen, dass sie gefälligst zu kämpfen haben, statt sich mit Milliardären zu treffen oder aus Ja zum Nürburgring auszutreten, dann wäre das zwar spät, aber trotzdem erfreulich.

Hintergangen von den Politikern war es dann wieder am Volk die Stimme zu erheben, Dieter Weidenbrück zum Beispiel, der das Thema Stiftungsmodell in’s rechte Licht gerückt hat.

Mein persönliches Highlight war gegen Ende Alexander Kraß, der den taumelnden Marc Ruland endgültig k.o. knockte. Die Vorgeschichte war, dass Christian Menzel ihm eine glatte 6 gegeben hat für die moralischen Abgründe, die seine SPD vorführt und Marc Ruland meinte entgegnen zu müssen, dass es ihm nicht zustehe Noten zu verteilen. 90 Minuten später stellt sich der Alex als Lehrer vor - legitimiert Noten zu verteilen - und vergibt hochoffiziell die glatte 6 noch einmal. Da war der Saal am Toben - man freut sich inzwischen über jede noch so kleine Genugtuung.

Dieser Marc Ruland übrigens, der Christian Menzel das Recht absprechen will über ihn nach Noten zu urteilen, studiert seit 12 Jahren. In Worten: zwölf. Das sind 24 Semester. Kann man auf seiner Homepage nachlesen. Zitat: “Uni Bonn, Abschluss avisiert”.

Keine weiteren Fragen.

Dank Social Media gibt es natürlich schon jede Menge Rückmeldungen, z.B. diesen lesenswerten hier von Christoph Brune oder die Kommentare bei WsN.

Nach meinem Auftritt meinte ein Ur-Eifler zu mir: “Sie haben mir voll aus der Seele gesprochen - vielen Dank dafür!“ Da war ich sehr gerührt und dankbar für die Rückendeckung, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Bisher fühlte ich mich eher so wie der Revoluzzer, den man besser zurückpfeift, statt ihn zu unterstützen. Also in Adenau jetzt, nicht in Nürburg.

Als die Sendung vorbei war habe ich mich zu diesem Statement hinreissen lassen:

“Was man einmal einem Eifeler antut, das merkt der sich für’s ganze Leben.”

… das ich aber auch wirklich so meine. Wenn ich die gestrige Veranstaltung mit meinem bisher einzigen anderen Besuch in der Hocheifelhalle vergleiche - nämlich Hendrik Hering’s Vorstellung des Richter-Lindner-Vertrages im März 2010 - dann war da gestern doch einiges mehr an Stimmung. Und das wird noch mehr Stimmung, wenn die Folgen des katastrophalen Ringverkaufs bei den Leuten ankommen. Und das werden sie.

Occupy Nordschleife empfiehlt Malu Dreyer schonmal den Helm anzuziehen, denn der Widerstand nimmt Fahrt auf.

Tags: SWR4 | KlartextHocheifelhalle | Ringverkauf |


Sonntag, 23. November 2014

SWR 4 Klartext wieder am Ring.

Die glauben anscheinend wir hätten das Schauspiel vor 18 Monaten schon vergessen (damaliger Mikebericht und kompletter Mitschnitt).

Am meisten hat mich damals geärgert, wie sie Otto Flimm abserviert haben und wie die Moderatoren statt neutral zu begleiten die Diskussion massiv beeinflusst haben.

Die neue Sendung ist für nächsten Donnerstag geplant (27.Nov, 19–21 Uhr, Adenau Hocheifelhalle).

Das Podium lässt leider wenig hoffen: 3 x Politiker und der Axel Heinemann. Die SPD hatte zuerst Carsten Pörksen geschickt, aber der hat wohl zuviel Schiss vor den Versprengten. Jetzt kommt für ihn Marc Ruland - komplett unbedarft was den Ring angeht und auch aus Andernach wie Clemens Hoch.

Leider niemand, der die Bevölkerung, die Anwohner, die Unternehmer, die Sportler und Rennfahrer, die Veranstalter, die Historiker, die Anhänger der Nordschleife, die Gegner des Verkaufes oder andere Betroffene vertreten dürfte.

Ich werde trotzdem da sein und versuchen ausreichend Redezeit zu bekommen und es wäre natürlich gut, wenn der Verkaufsprotest gut hörbar vertreten ist - das ist eine Radio Livesendung.

Die laufen dann wieder mit Mikrofon rum und dann “darf man Fragen stellen”. Nur damit die Rollenverteilung schonmal vorab geklärt ist - das an sich ist ja Frechheit genug.

So soll unsere Lautstärke kleingehalten werden. Hendrik Hering hat es längst nicht mehr nötig, irgendeinen Dialog einzugehen - da wird dann auf Facebook großzügig gesperrt. Das kann der Landesverband der SPD inzwischen auch ganz gut, sperrt Kritiker einfach aus. Oder lässt die Polizei auffahren, wenn man ihnen zu nahe auf die Pelle rückt.

Wenn wir uns diesen Umgang gefallen lassen, dann haben wir es auch nicht besser verdient. Ich warte ja noch auf den Tag, wenn Adenau geschlossen auf den Putz haut. Aber der Guido Nisius trifft sich lieber mit dem Milliardär Chartonin, damit kein Zweifel an seiner Demut aufkommt.

Manchmal habe ich den Eindruck, die VG Adenau sehnt sich den Feudalismus aus dem Mittelalter zurück - die Zeichen dafür stehen aktuell ganz gut.

Das letzte Mal in der Hocheifelhalle war ich übrigens an jenem traurigen Tag, als Hendrik Hering versucht hat, die Richter-Lindner-Verpachtung zu verkaufen.

Tags: Klartext | SWRKlartext | Hocheifelhalle |


Montag, 17. November 2014

´Redaktionelle Straffung´ ist das neue ´nachjustiert´.

Alexander Schweitzer, das ist der neue SPD Fraktionsvorsitzende, der Hendrik Hering beerbt hat und mit dem jetzt alles ganz doll aufwärts gehen soll.

Allgemeine Zeitung:

“Neuer SPD-Fraktionschef weist bei Nürburgring Vorwurf zurück. (..) Schweitzer sagte, er habe in einer Mail an die staatliche Förderbank ISB eine redaktionelle Straffung vorgeschlagen, aber keine solche Streichung veranlasst. Er war damals Vizechef des Aufsichtsrats der staatlichen Förderbank ISB.”

Ich glaube zur Lösung des Problems in RLP hilft da echt nur noch der Kammerjäger.

Tags: Schweitzer | Rechnungshof | Straffung | nachjustiert |


Sonntag, 16. November 2014

Das neue Narrativ der SPD.

In der Demo und der Reaktion der (Westerwald = Hering) SPD gestern dazu ist ein Detail etwas untergegangen: die Partei hat ihr - von der Polizei abgeriegeltes - Treffen dazu genutzt, eine neue Sprachregelung zum Nürburgring auszugeben.

  • Dreyer: “Lasst die CDU ruhig weiter in der Vergangenheit weilen. Lasst sie einfach in der Ecke des vergangenen Nürburgrings. Wenn sich die CDU weiter am gestern abarbeiten will, dann ist sie dort gut aufgehoben liebe Genossen und Genossinnen.”

  • Westerwald SPD / Hering: “Es waren einige Versprengte heute der Meinung, dass der Ring der Nabel der Welt ist, er ist es nicht. Fehler wurden gemacht, erkannt und abgestellt.”

Ihr seht schon, worauf das hinausläuft - mal mehr mal weniger deutlich. Natürlich lähmen die 500 Freizeitpark-Steuermillionen jegliche Diskussion über andere Themen - wie soll man auch jemanden ernst nehmen, der dermaßen verkackt hat?

Was also tun? Man erklärkt das Problem einfach für beendet. Das macht die Politik gerne schonmal, wenn sie keinen Ausweg mehr weiss.

Das Ganze wird dann noch positiv klingend garniert, “vorwärtsgerichtet”, “Zurück in der Zukunft” und zusammen mit den Dreyer Hütchenspielen (Politiker Rochade) glaubt man jetzt den Cunning Plan zu haben.

Mit tatsächlichen Lösungen hat das natürlich alles nichts zu tun, eher mit Sand-in-die-Augen-streuen.

Auch Kurt Beck hat mal beteuert, dass sein Freizeitpark den Steuerzahler nichts kosten wird. In Wirklichkeit hat er neben einer 9 bis 10-stelligen Summe Steuergeld noch ein weltweit einmaliges Kulturdenkmal oben draufgelegt, das dem Steuerzahler verloren geht.

Damit ist die einzige Konstante, die sich durch den Ablauf der Jahre hindurchzieht, der Nicht-Wahrheitsgehalt der Aussagen der SPD Politik. Malu Dreyer knüpft da nahtlos an.

So richtig stoppen kann das eigentlich nur die Staatsanwaltschaft, aber die scheint brav mitzumachen bei dem perfiden Schauspiel.

Für uns erst Recht der Grund uns hinzustellen und sowohl Aufarbeitung als auch eine echte Zukunft für Sport und Strecke zu fordern.

Wann ist die nächste Demo/Aktion? Ich stecke zwar noch mitten im Hausbau, aber dafür nehm ich mir immer Zeit, Ehrensache.

Tags: SPDRLP | Dreyer | ParteitagMainzPofalla | Lewentz | Hering | Ringdemo | Narrativ |


Dienstag, 04. November 2014

Schlachtfest im Mainzer Kabinett.

Malu Dreyer schwimmen die Felle davon und als letzten Ausweg entsorgt sie großflächig die Kurt-Beck-Verbündeten:

  • Finanzminister Carsten Kühl und
  • Fraktionsvorsitzender Hendrig Hering
  • Innenminister Roger Lewentz

Das wurde Zeit. Kühl und Hering haben den Nürburgring in die Insolvenz geritten. Warum Lewentz das Gemetzel überlebt habt? Er hängt genauso drin wie Kühl und Hering.

Aber es geht noch weiter:

  • Justizminister Jochen Hartloff
    Malu Dreyer als Ex-Staatsanwältin wird wissen, warum er gehen muss. Falls es demnächst Anklagen gegen Hering und Kühl gibt, dann weiss sie heute vielleicht schon mehr als wir.

  • Europaministerin Margit Conrad

  • Staatskanzlei-Chefin Jacqueline Kraege

Insgesamt gibt es in der RLP Regierung 8 Ministerien, davon 5 von der SPD. Und nur 1 (Lewentz) ändert sich nicht. 2 sind entsorgt (Kühl, Hartloff), die anderen beiden müssen wechseln (Doris Ahnen beerbt Kühl, Alexander Schweitzer beerbt Hering).

Ausgerechnet Clemens Hoch (36) macht (wieder!) Karriere, er wird Chef der Staatskanzlei. Malu Dreyer hat ihn erst bei ihrem Amtsantritt dort mit hingenommen. Er war Kurt Beck’s Mann für’s Grobe, hat im Untersuchungsausschuss den Chefabwiegler gespielt.

Stellt Euch mal vor, eine Firma würde in ihrer Führungsetage so auf den Kopf gestellt. Als ob sich jemand so mal schnell als Controller (Finanzminister) einarbeiten könnte. Während auch in den anderen Büros einmal komplett ausgewechselt wurde.

Ein Rezept für Disaster.

Krass finde ich auch, dass das Ganze nur 10 Tage vor dem Landesparteitag stattfindet. So etwas wie Mitspracherecht für die SPD Mitglieder scheint es im Königreich RLP nicht zu geben, da hat Kurt Beck ganze Arbeit geleistet.

Warum müssen ausgerechnet wir am Nürburgring von diesen Volldilettanten gequält werden? Hätten die sich nicht was anderes aussuchen können zum leuchtturmen?

Der Scherbenhaufen ist jetzt auch für den größten Optimisten nicht mehr schönzureden, unsere schlimmsten Befürchtungen sind WEIT übertroffen worden.

Noch bevor der Ring überhaupt den Besitz wechselt, wird er bereits zum Spielball von windigen Jongleuren, Robertino Wild hat nichts besseres zu tun, als seine Anteile nach Russland zu verticken.

Wer weiss schon, was als nächstes kommt? Das ist alles völlig außer Kontrolle.

Der Nürburgring hätte nie verkauft werden dürfen, aber das predige ja nicht nur ich seit Jahren. Gier und Geltungssucht zerstören das zarte Gefüge, mit dem die Anlage in die Region seit Generationen eingebettet ist.

Bedanken dürfen wir uns bei den Politikern in Mainz, die vor lauter Vertuschen und Verschleiern jetzt in’s Straucheln kommen und über ihre eigenen Füsse stolpern. Malu Dreyer ist dabei keinen Millimeter besser als Kurt Beck - Verantwortung ist in Mainz ein Fremdwort.

Ossi Kragl kocht, hat sie ihm doch persönlich versprochen, dass bei Finanzproblemen das Thema neu besprochen wird. War natürlich eiskalt gelogen.

Ich hoffe die Lawine macht vor ihrer Haustür nicht Halt und spült die ganze abgewixxte Bande davon.

Dem Ring wird es nicht helfen, aber wenn eine Regierung umgekrempelt werden kann, dann sollte das doch für einen kriminell anrüchigen Verkaufsprozess erst recht möglich sein.

Tags: Regierung | MaluDreyer | HendrigHering | CarstenKühl | RogerLewentz | JochenHartloff | Minister |


Sonntag, 12. Oktober 2014

Hendrik Hering ist so verzweifelt, ...

… er bezeichnet den Landesrechnungshof als unseriös.

Wie tief kann man sinken?

Tags: HendrikHering | Landesrechnungshof |


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Samstag, 12. Juli 2014

Friedhelm Fähnchen-im-Wind Demandt.

rp-online.de:

“Als 2011 mit der Insolvenz das Ende der legendären Rennstrecke drohte, war der Wickrather bei der Gründung des gemeinnützigen Vereins ”Freunde des Nürburgrings“ dabei. In ihm haben sich Sport, Kultur, Medien und Persönlichkeiten aller Lebensbereiche zusammengeschlossen, die eines eint: die Faszination des ”Rings“.”

Also wenn diese Leute eins eint, dann ist das übersteigertes Geltungsbedürfnis oder die Gier nach Geld. 2011 hat von denen ganz bestimmt keiner von einer drohenden Insolvenz gesprochen - da wurden die blühenden Landschaften besungen, die Henrik Hering in Aussicht gestellt hatte, nachdem er alle Immobilien aufgekauft und die Gesamtanlage an die NAG verpachtet hat.

Die größte Katastrophe überhaupt und ein klarer Fall für den Staatsanwalt.

Der FDP Politiker Demandt gibt eine beeindruckende Schlagzahl von Seitenwechseln vor. Kaum hat jemand Neues das Regiment am Ring übernommen - was in der letzten Zeit ja öfters passiert ist - steht er schon für’s Thumbs Up Bild parat.

(Quelle: Nürburgring NAG Geschäftsbrief 1/2011)

Kai Richter? Super Typ, Spitzen Unternehmer. Ringcard, Arena oder Achterbahn? Die größte Erfindung seit geschnitten Brot!

Wer ihn auf der denkwürdigen SWR4 Veranstaltung in Nürburg live erlebt hat, der wird ihn vielleicht so wie ich in Erinnerung behalten haben: trauriges Überbleibsel eines senilen Wichtigtuers.

Aber die Darstellung solcher Zusammenhänge kann man heutzutage leider nicht mehr vom Zeitungsjournalismus erwarten. Da werden Loblieder gesungen, statt kritisch zu recherieren. Wobei Recherche ist auch übertrieben, da braucht man nur mal kurz Google anzuschmeissen.

Müssen sie sich wieder vom Blogger vorführen lassen - nützt ja alles nix.

Die Gründung des Vereins geht übrigens auf Hendrik Hering zurück, mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Alles in diesem Geschäftsbrief nachzulesen.

Mich haben die sauberen Freunde schon von Anfang an von ihrer Facebookseite verbannt - ohne Begründung. Da schließt sich dann der Kreis wieder zu Hendrik Hering.

Tags: Demandt | FreundeDesNürburgrings | Hering | KaiRichter


Samstag, 05. Juli 2014

Audiomitschnitt: Wie Hendrik Hering sein Nürburgring ´Zukunftskonzept´ am 26.März 2010 vorgestellt hat.

Aufgrund der aktuellen Brisanz hier noch einmal der komplette Mitschnitt - 2,5 Stunden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, denn Hermann-Josef Romes, Jörg Lindner und Kai Richter kommen ausführlich zu Wort.

Aber auch Hendrik Hering, der energisch den Vertrag verteidigt, von dem wir heute wissen, dass er den Nürburgring endgültig in die Insolvenz geschickt hat. Nicht nur wegen der desaströsen Verpachtung an die NAG, sondern wegen der Übernahme der ehemals privaten Investitionen von Kai Richter & Co in die Nürburgring GmbH, die sich von den ca. 100 Millionen Euro zusätzlichen Schulden nicht mehr erholen konnte.

Audio Mitschnitt, 26.März 2010 (2,5 Std. MP3)

Wie peinlich und billig das alles - nur 4 Jahre später - rüberkommt.

Ich hoffe Hendrik Hering ist inzwischen eine dicke und wachsende Akte bei der Staatsanwaltschaft.

Tags: Hering | Insolvenz


Freitag, 04. Juli 2014

Keine Geduld: Kai Richter´s Partydorf soll noch vor Verfall abgerissen werden.

Eigentlich hätte man warten können, bis alles von selber zusammenfällt - ich glaube nicht, dass das lange gedauert hätte. So wird früher abgerissen - das wird den Bauherrn freuen, da kann man ihm dann keine Mängel mehr nachweisen.

Wieviel hat Hendrik Hering dafür nochmal bei seinem Superdeal 2010 bezahlt? Und wieso läuft er noch frei rum?

Tags: KaiRichter | Eifeldorf | Insolvenz


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Dienstag, 01. Juli 2014

Hochgradig plausibel.

So wird das Gutachten von Ernst & Young beschrieben, auf dem Hendrik Hering seine Entscheidungen gestützt haben will.

Wilhelm Hahne hat dieses Gutachten vorliegen und lässt der Argumentation mal die Luft raus.

Auch unsere Pressekonferenz von 2010 greift er im zeitlichen Kontext auf.

Tags: ErnstYoung | MotorKritik | Hering


Montag, 30. Juni 2014

Keine Überschuldung laut Innenministerium?!

Was rauchen die in Mainz eigentlich? Oder vertrauen die darauf, dass die Bürger doof und die Journalisten handzahm sind.

t-online.de:

“(..) Der Ring sei 2010 noch nicht überschuldet gewesen und keineswegs ”schöngeredet“ worden. (..)”

Gewagte These!

Hier die Auszüge aus den öffentlich einsehbaren Bilanzen der Nürburgring GmbH:

2006:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis der Unternehmensfortführung erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2007:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis der Unternehmensfortführung erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2008:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird durch eine Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin, des Landes Rheinland-Pfalz, vermieden. (..)

2009:

(..) Die rechtliche Überschuldung wird im Überschuldungsstatus, der auf Basis einer positiven Fortführungsprognose erstellt wurde, durch die Verpflichtungserklärung der Hauptgesellschafterin zur Gewährung nachrangiger Gesellschafterdarlehen vermieden. (..)

Wieso laufen diese Lügner eigentlich noch frei rum?

Tags: Insolvenz | Lewentz | Überschuldung


Hendrik Hering behauptet im TV, es habe keine Alternativen gegeben. Falsch!

Henrik Hering im SWR:

Damals wurden keine anderen verantwortbaren Vorschläge gemacht, wie man hätte anders handeln können. Und deswegen - will mal sagen - aus damaliger Sicht war das verantwortbar - es gab damals keine umsetzbaren Alternativen. Dass man nach 4–5 Jahren neue Erkenntnisse hat - dann schlauer ist - das zeigt das Leben auch in anderen Bereichen.

Ich darf dann mal kurz das Betreiberkonzept in Erinnerung bringen, das genau deswegen - ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand unter anderem von mir - ausgearbeitet wurde: um Alternativen aufzuzeigen.

Unser Motto damals am 27.April 2010:

“Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.”

Hier ist mein Mikebericht dazu: renn.tv/425.

Es gibt auch einen Audiomitschnitt und die anschließende Presseschau.

In Wirklichkeit haben sie sich beeilt, die Richter/Lindner Übernahme durchzuboxen. Denn die Einladungen für die Pressekonferenz in Mainz waren verschickt, der Termin bekanntgegeben. Dem wollte man unbedingt zuvorkommen - was man auch - am 26.März 2010 - geschafft hat.

Wir wurden absichtlich ausgebootet und der Vernichtungsfeldzug unbeirrt fortgesetzt.

Man hätte viele Fehler der letzten 4 Jahre vermeiden können, wenn man uns Gehör geschenkt hätte. Stattdessen ignoriert bzw. diffamiert man uns (“Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz”) und die geballte Arroganz kommt auch in dem Heringstatement hinterher sei man immer schlauer gut rüber.

Ingolf Deubel hat auch immer große Reden geschwungen und hat jetzt 3,5 Jahre an der Backe. Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe solche Möchtegern-Diktatoren wie Hendrik Hering und seine Bande bekommen ihre Quittung.

Tags: Hering | Insolvenz | Betreiberkonzept


Sonntag, 29. Juni 2014

Hendrik Hering und Carsten Kühl rücken zu Ingolf Deubel in die Riege der amtlichen Ringzerstörer auf.

SWR:

“Der neue Rechnungshofprüfbericht ergebe, dass die Überschuldungssituation der Ring GmbH schon 2010 klar erkennbar gewesen sei. Hering habe damals dennoch behauptet, dass die Landesregierung die Probleme in den Griff bekomme. Ebenfalls in der Kritik steht die durch Finanzminister Carsten Kühl (SPD) angewiesene zwischenzeitliche Finanzierung von 330 Millionen Euro über die Landesförderbank ISB, für die das Land auch noch gebürgt hatte. Laut Rechnungshof sei das Kreditausfallrisiko zu hoch gewesen - außerdem habe Kühl die Summe durch einen Nachtragshaushalt absegnen lassen müssen.”

Als ich Hendrik Hering auf Facebook um Stellungnahme gebeten habe, hat er mich kurzerhand gesperrt. Er hat dem Nürburgring im März 2010 den Todesstoss versetzt, als er - um die SPD über die 2011er Wahl zu retten - Kai Richter seine Gastro- und Hotelbauten für 100 (?) Millionen Euro abgekauft hat. Das konnte die Nürburgring GmbH überhaupt nicht verkraften.

Und Carsten Kühl war vor seiner Zeit als Finanzminister einer der 4 Verantwortlichen, die mit ihrer Aufsichtsratsentscheidung die Todesseuche Erlebnisregion im Nov. 2007 erst in Gang gebracht haben, schon daran hat sich die Nürburgring GmbH überhoben.

Tags: Hering | Kühl | Insolvenz


Freitag, 06. Juni 2014

Selbst der SWR wird jetzt deutlicher.

Bei SWR Zur Sache haben sie gestern das Nürburgring Thema vor dem Hintergrund der EU Vorlage durchleuchtet - erstaunlicherweise haben Beck, Kühl und Hering ordentlich einen mitbekommen. Und den Lewentz haben sie im Interview - für SWR Verhältnisse - kräftig gegrillt, der wäre fast geplatzt.

Erst geht’s um Rock am Ring (19:17) und dann kommt das allgemeinere Thema (25:55):

Videolink SWR.de / gibt es auch als Download.

Da sind dann solche Spitzen drin, dass Deubel und Beck zurückgetreten sind - die Beck’sche Ausrede mit der Gesundheit wird absichtlich nicht mehr erwähnt. Oder dass Kühl und Hering noch im Amt sind, obwohl sie Schuld an der Katastrophe haben.

Lediglich auf die Verantwortung von Roger Lewentz sind sie im direkten Gespräch nicht eingegangen - in seiner Verantwortung als Innenminister lag der Nürburgring seit der Landtagswahl März 2011.

Ich bleibe dabei: sollte die EU wirklich das vernichtende Urteil aussprechen, müsste meiner Meinung nach die Regierung zurücktreten und Neuwahlen ausgerufen werden. Denn dann wären die Massnahmen, die Hendrik Hering mit Rückendeckung der Regierung ergriffen hat, alle illegal und haben nur dem Ziel gedient, unter großen Verlusten für den Steuerzahler, die Landtagswahl 2011 zu gewinnen.

Die EU hat allerdings die Entscheidung - die heute hätte fallen sollen - vertagt. Das kann 2 Gründe haben: entweder versucht man das Urteil abzuschwächen oder der Verkauf geht doch nicht so sauber durch, wie es ursprünglich inszeniert wurde.

UPDATE:

In der WiWo steht, das die Beschwerde vom unterlegenen Bieter NeXovation der Grund ist.

Tags: ZurSache | Insolvenz


Mittwoch, 04. Juni 2014

Friedhelm Demandt bekennt sich zu Rock am Ring - in Mönchengladbach.

Der von Ring°Zerstörer Hendrik Hering inszenierte Nürburgring-Fan-Darsteller-und-Selbstbeweihräucherungsclub e.V. glänzt hauptsächlich durch seine Fähigkeiten das Fähnchen im Wind möglichst reibungsfrei drehen zu lassen.

Jetzt legt Friedhelm Demandt noch einen drauf und macht sich für Rock am Ring in seiner Heimatstadt Mönchengladbach stark.

Tags: RockAmRing | Demandt


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Freitag, 09. Mai 2014

Übrig Ns vom Freitag.

Was sonst noch passiert ist:

NEIN. Doch. Oh!!

(Den Begriff Inverstor im Zusammenhang mit Rennstrecken kann ich echt nicht mehr hören.)

Tag: ÜbrigNs


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Samstag, 01. Februar 2014

Die Kreise um den ADAC haben jetzt auch die Wige und den Nürburgring erreicht.

Es geht um das Gläserne Studio im Nürburgring Boulevard, aber auch das hier:

“(..) wurde der Hubschrauberlandeplatz des Lindner-Hotels am Nürburgring als ”ADAC-Heliport“ ausgewiesen, (..)”

Ach?! Hör ich zum ersten Mal. Prima angelegtes rausgeschmissenes Geld. Das einzige, was da landet, ist Regen und Schnee.

Steht alles in dem Vertrag, der auch geleakt wurde.

Mit in das Gläserne Studio ist auch die Nürburgring TV GmbH von Pathe/Althof eingezogen, diese Firma hat im Juli 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen.

Der Vertrag ist datiert auf 3.11.09 - um das weiter zeitlich einzusortieren: einen Monat später haben Hendrik Hering und Kurt Beck die Verpachtung an die Richter/Lindner NAG bekanntgegeben (siehe Chronik).

sueddeutsche.de:

"Im November 2009 schloss der Regionalverband Nordrhein einen Vertrag mit einer Firma namens Wige Performance, die zur Wige Media AG gehört, einem Unternehmen, das unter anderem Fernsehbilder von Sportereignissen produziert. Etwa von Autorennen, auch von solchen, die der ADAC veranstaltet. (..)

Meyer und Geishecker kennen sich seit Langem aus dem ADAC Nordrhein. (..) 2011 schied Geishecker aus Altersgründen aus dem Vorstand des ADAC Nordrhein aus."

Die Süddeutsche hat sich ganz schön beim ADAC festgebissen - bzw. Hans Leyendecker. Der lässt so schnell nicht locker. Lasst Euch nicht durch Süddeutsche irritieren, er wohnt soweit ich weiß in Much - das ist quasi in Rufweite vom ADAC Nordrhein.

Ich hatte Hans Leyendecker auch schonmal hier (renn.tv/1728) - da hatter er sich Mitte 2012 zum Nürburgring-Prozess eingeklinkt. Aber damals sich leider nicht richtig festgebissen.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

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Mittwoch, 08. Januar 2014

Sabine besucht dann mal Kurt Beck.

Rhein-Zeitung:

“Erst waren es nur Besuche auf den Facebook-Seiten, jetzt schauen Fans des Nürburgrings auch organisiert bei öffentlichen Terminen von Politikern vorbei.”

“Sabine Schmitz kündigt an, ”der SPD Delegation betroffene Eifelgrüße vom Ring“ mizubringen. Beck ist für die Nürburgringfans einer der Hauptschuldigen an der Schieflage.”

Und auch bei Hendrik Hering. Der löscht ja auf seiner Facebookseite alles, was mit dem Nürburgring zu tun hat. Na da passt es doch prima, daß er sein neues Bürgerbüro eröffnet:

“Geplant ist offenbar auch ein Besuch zur Eröffnung des Bürgerbüros von SPD-Fraktinschef Hendrik Hering. In den vergangenen Tagen hatte Herings Büro seine liebe Mühe mit zahlreichen kritischen Kommentaren auf Facebook, nachdem die Nürburgringfans zuvor die Seite von Ministerpräsidentin Malu Dreyer geflutet hatten. ”

Sehr gut! Die sollen nicht denken, daß wir uns die Zwangsenteignung bieten lassen!

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Samstag, 04. Januar 2014

Jetzt auch Roger Lewentz auf Facebook zum Nürburgring.

Nach Malu Dreyer (hier, Ministerpräsidentin) und Hendrik Hering (hier und hier, Ex-Wirtschaftsminister / bis 2011 und aktuell SPD Fraktionsvorsitzender), hat sich auch Roger Lewentz zum Thema Nürburgring Dialog auf Facebook geäußert:

Die Antwort ist allerdings noch ausweichend:

“Sehr geehrte Frau Breuer, mit Ihren sachlichen Anfragen, die meine Funktion als Minister betreffen, können Sie sich gerne und jederzeit an meine Anschrift im Ministerium wenden. Meine dortige Mailadresse lautet roger.lewentz@isim.rlp.de. Dies habe ich auch anderen, die hier gepostet haben, so mitgeteilt. Freundliche Grüße Roger Lewentz”

Ich habe Roger Lewentz gebeten, das Dialogangebot auf Facebook trotzdem anzunehmen, dafür ist es schließlich da. Habe es auch begründet:

"Schön, daß Sie auf Einträge antworten Herr Lewentz. Ihr Partei- und ehemaliger Ministerkollege Hering geht den entgegengesetzten Weg, indem er in großem Stil Kommentare von Bürgern auf seiner Seite löscht und anschließend aussperrt.

Ich möchte vorschlagen, daß Sie hier öffentlich Stellung beziehen, statt dieses Thema mit großem Bürgerinteresse in einem 1:1 Emaildialog zu bearbeiten.

Das ist sowohl für Sie als auch für die Öffentlichkeit der viel effizientere Weg:

  • Anfragen ebenso wie Antworten werden nicht doppelt und dreifach erstellt.
  • Das Thema “Drohender Nürburgring Verkauf” interessiert sehr viele Menschen, das hat man auf der Kundgebung am Samstag vor dem 4.Advent - also in der nicht-motorsportlichen Weihnachtszeit mitten im Winter - mit 2.000 Teilnehmern gut gesehen.
  • Die Zeit drängt, denn schon bald soll der Nürburgring verkauft werden. Wenn Ihnen daran gelegen ist, ebenso dringend zu unterstützen, dann verstricken Sie sich nicht in einzelne Hin- und Her Mailerei, sondern treten offen und öffentlich - hier - in den Dialog mit vielen Menschen auf einmal.
  • Sie sind es den Leuten und dem Nürburgring schuldig, denn Sie haben blühende Landschaften versprochen, aber den Bankrott geliefert. Der Nürburgring ist - auch dank Ihnen - kurz vor dem Totalkollaps und Sie haben einiges gutzumachen.

Wenn Sie und die RLP Regierung es ernst meinen mit dem Bürgerdialog, dann nehmen Sie diese Chance bitte wahr."

Den Eintrag findet Ihr auf Facebook - solange er denn überlebt - hier und vielleicht möchtet Ihr meinen Vorschlag unterstützen.

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Freitag, 03. Januar 2014

Wer mich alles auf Facebook geblockt hat.

Nach der Heringnummer dachte ich, ich mach mal eine Liste. Ist zwar übersichtlich, aber so ein gewisser roter Faden zieht sich da durch:

Ausgesperrt bin ich von:

Was haben diese Leute wohl gegen mich? :)

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Freund des Nürburgring Fred Pretz.

Ich habe mich immer gefragt, was Fred Pretz wohl dafür bekommt, daß er sich bei Hendrik Hering’s Blendgranatenverein “Freunde des Nürburgring” so engagiert.

(Aus dem “Geschäftsbrief” der NAG vom März 2011, Fred Pretz rechts neben Kai Richter.)

Er ist vorher noch nie mit dem Thema Nürburgring in Erscheinung getreten, aber wurde von heute auf morgen Vereinsvorsitzender von diesem Club.

Na - wie wär’s denn mit einer neuen Stadthalle?

Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, hofft auf eine Einweihung der neuen Halle im ersten Halbjahr 2015. Kosten soll der Bau nach Berechnungen des rheinland-pfälzischen Innenministeriums rund 10,5 Millionen Euro. Das Land hat bereits 2010 einen Zuschuss von 5,2 Millionen Euro bewilligt, weitere 1,5 Millionen Euro kamen in diesem Jahr dazu.

Wem Vallendar nichts sagt: das ist ein kleiner Ort gegenüber von Koblenz auf der schääl Sick, hat 8.500 Einwohner.

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Was hat Hendrik Hering mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun?

Alle tun immer so, als sei die Insolvenz des Nürburgrings vom Himmel gefallen und heute hatte ich ein Telefonat mit einem Redakteur, der meinte, daß man ja keine Wahl hatte, außer die Nürburgring GmbH für zahlungsunfähig zu erklären. Die EU kam in dem Gespräch auch wieder vor, als ob die etwas dafür könnte, daß Kurt Beck mit seiner Gefolgschaft nach Belieben Hotels, Achterbahn und sogar eine Disko gebaut in die Eifellandschaft gesetzt hat. Auf Staatskosten! Gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt noch eine weitere Staatsdisko? Nur eine einzige?

Wenn wir uns die Abläufe im Detail anschauen, dann hat allerdings garnicht Kurt Beck die Disko gebaut, sondern Kai Richter und Co - und wir - der Staat und damit der Steuerzahler - haben sie ihm abgekauft.

Wieso fragt sich eigentlich niemand, warum wir das überhaupt gemacht haben? Besonders jetzt, wo doch alles wieder (zurück-) privatisiert werden soll?

Bei der schnellen Abfolge der Ereignisse kann man leicht den Überblick verlieren, daher brösel ich die hier entscheindenden Aktionen nochmal zeitlich auf:

26.März 2010:

Hendrik Hering verkündet in Adenau seinen Cunning Plan. Das war zum einen der Pachtvertrag mit Lindner/Richter und zum anderen die Übernahme der MSR, die fand dann statt am:

8.April 2010:

Die Nürburgring GmbH übernimmt die MSR - für wieviel? 100 Millionen Euro? So hoch waren die Verbindlichkeiten in der 2010er Bilanz.

Und nur zwei Jahre später so:

18.Juli 2012:

Kurt Beck verkündet die Insolvenz der Nürburgring GmbH

Was war nochmal MSR? Die Motorsport Resort Nürburgring GmbH war die private (!) Firma unter Mitwirkung von Kai Richter, die den Teilbereich II gebaut hat.

Und wer hat entschieden, daß die Nürburgring GmbH diesen privaten Bereich aufkauft?

Hendrik Hering, der damalige Wirtschaftsminister. Wir erinnern uns alle an seinen denkwürdigen Auftritt damals in Adenau. Wie die begossenen Pudel saß die Bevölkerung brav in der Halle und hat es mit sich machen lassen.

Warum ich das alles schreibe? Weil wegen dieser katastrophalen Entscheidungen jetzt die Nordschleife beim Auktionator gelandet ist! Wieso hat dieser Hendrik Hering eigentlich kein Untreueverfahren am Hals?

Heute versucht man wieder ZU VERKAUFEN, was man erst vor ein paar Jahren GEKAUFT HAT - und die Rennstrecken gibt’s noch obendrauf. Normalerweise müsste man schallend loslachen - oder laut aufheulen, je nach Gemüt.

Ist ja nicht das erste Mal, daß ich dieses Thema aufgreife - aber dieses Getue, daß die Insolvenz vom Himmel gefallen sei oder womöglich durch die ach so teure Formel 1 verursacht … Für 100 Millionen Euro könnte man viele Formel 1 Rennen veranstalten! Oder eine Rennstrecke vor dem Ausverkauf retten. Heute sind sie froh, wenn sie für alles zusammen insgesamt 100 Millionen Euro bekommen - nur 3,5 Jahre nach dieser weitsichtigen Hendrik-Hering-Entscheidung.

Und um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ja, Hendrik Hering hat sehr viel mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun - für mich ist er einer der Haupt-Verantwortlichen.

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Donnerstag, 24. Oktober 2013

Kurt Beck´s Zukunftskonzept für den Nürburgring - aka die große Geld- und Rennstreckenvernichtung.

Hier sind ein paar Restwerte aufgeführt:

  • Kongresshotel: 10,22 Mio Euro
  • Eifeldorf plus Hotel, Ferienpark und Personalhaus: 6,91 Mio Euro.

Also insgesamt etwas über 17 Millionen Euro.

Und wieviel hat es gekostet?

Kurt Beck beschreibt das auf seiner Homepage majestätisch so:

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

Oder in Zahlen: stramme 115 Millionen Euro hat der Teilbereich 2, von dem hier die Rede ist, gekostet (siehe Kostenaufstellung renn.tv/1714). Also der Teil, der jetzt - 3 Jahre nach Neubau - noch ca. 17 Millionen Euro wert ist.

Nur falls mal jemand wissen will, wie der Nürburgring in die Insolvenz geritten wurde - so ein “Deal” hätte auch ganz andere Firmen in die Pleite getrieben.

Mir konnte auch noch keiner die Frage beantworten, warum vor 3 Jahren die Verstaatlichung der Immobilien - also DER KAUF - so ein tolles Zukunftskonzept sein soll, wenn 3 Jahre später und ca. 100 Millionen Euro weniger das jetzt wieder AN PRIVAT VERKAUFT werden soll.

Natürlich werden Kurt Beck oder sein Spannmann Hendrik Hering für die 100 Millionen NICHT zur Verantwortung gezogen, was habt Ihr denn gedacht. Das ist Strukturpolitik!

Tags: Erlebnisgrab | Mediinvest | KurtBeck | HendrikHering | Insolvenz


Freitag, 04. Oktober 2013

Heute vor 5 Jahren war Beerdigungstermin.

Auszüge dem Pressetext von Dederichs Reinecke:

(..) Startschuss für die neue Erlebnisgastronomie, die als wichtiger Frequenzbringer ein Eckpfeiler im Gesamtkonzept Nürburgring 2009 sein wird. Rund 35 Millionen Euro investiert Projektentwickler Mediinvest GmbH (Düsseldorf) mit seinen Partnern und privaten Geldgebern (..).

„Passend zu packendem Rennsport bieten wir hier Entertainment und Partystimmung pur“, verspricht Kai Richter.

Neben dem Eifeldorf Grüne Hölle gehört ein neues 4-Sterne-Hotel sowie ein Ferienressort in Drees zum Paket, das der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest und seine Partner als private Investoren zum Projekt „Nürburgring 2009“ beisteuern.

Von dieser Entwicklung wird die gesamte Region nachhaltig profitieren.

„100 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze werden allein direkt im Dorf geschaffen und Personal dringend gesucht. Bewerben können sich Interessierte direkt bei der Betriebsgesellschaft“, ergänz Kai Richter.

Herzstück der Anlage sind das Brauhaus mit bis zu 400 Sitzplätzen und die Diskothek, in der bis zu 1.500 Menschen gleichzeitig feiern können. Je nach Publikumsgeschmack wird im Brauhaus geschunkelt, geschwoft oder gerockt. Von Hip-Hop bis Hardrock reicht das Musikangebot der Diskothek. Auf sechs verschiedenen Ebenen kann hier getanzt werden. Jede Ebene hat ihre eigenen Barszenarien, ihr eigenes Musikangebot, ihren eigenen Diskjockey. Die mit der modernsten Technik ausgestattete Bühne ist für Live-Auftritte bestens ausgerüstet. Und sie ist mobil: Per Knopfdruck kann sie vom Saal zum Dorfplatz gedreht werden und verwandelt sich so zur Open-Air-Plattform für Künstler.

Buchen kann man die Erlebnisgastronomie à la Carte am Ring aber jetzt schon – beispielsweise bei Müller-Touristik, Europas größtem Gruppenreisenveranstalter. Und da ist man begeistert über das riesige Buchungsinteresse - obwohl man erst für frühestens September 2009 bestellen kann. „Bis dahin wird uns der volle Nürburgring-Veranstaltungskalender das Dorf füllen“, ist Richter überzeugt.

Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen.

Die neue ganzjährige Freizeitanlage ring°werk als spannende Mischung aus Museum und Science-Center rund um die Themen Mythos Nürburgring, Motorsport und Mobilität wird dabei große und kleine Motorsport-Fans begeistern.

Im Vergleich zu letztem Jahr:

  • Kai Richter und Jörg Lindner betreiben den Nürburgring nicht mehr.
  • Die Nürburgring GmbH ist mit +/- 500 Millionen Euro Schulden insolvent.
  • Die Landesregierung, die den Untergang zu verantworten hat, hat sich komplett aus der Verantwortung zurückgezogen.
  • Insolvenzverwalter leiten die Geschicke am Nürburgring.
  • Der Nürburgring wurde zum Verkauf ausgeschrieben.
  • … und soll in den nächten 6 Monaten verkauft werden, damit würde endgültig der Übergang von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum vollzogen.

Warum Hendrik Hering seinerzeit überhaupt diese ganzen Privatengagements gekauft hat (= die Schulden erlassen hat), hat er nie schlüssig erklärt. Das wurde einfach gemacht, nennt sich dann “regieren”. Die Summe war ein großer Batzen der Gesamtkosten.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Hendrik Hering kauft im Namen der Nürburgring GmbH die privaten Immobilien (26.3.2010) und die Nürburgring-Gesellschaft erstickt an den Kosten und geht kurz darauf pleite (21.7.2012) und soll selber verkauft werden. Ratet mal, wer fein raus ist.

Die Grundsteinlegung war wohl eher eine Grabsteinsetzung.

Tags: Eifeldorf | Dederichs | Reinecke | Insolvenz | Eifeldorf | Mediinvest | KaiRichter | HendrikHering


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Samstag, 22. Dezember 2012

Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Freitag, 07. Dezember 2012

Woran merkt man, daß der Ring noch lange nicht über´n Berg ist?

Hendrig Hering will ein Zukunftsmodell austüfteln.

Ja genau der Hendrig Hering, der es schon einmal fast geschafft hat dem Nürburgring das Licht auszudrehen. Der bekommt jetzt einen zweiten Versuch.

Immer dann, wenn man denkt schlimmer kann’s jetzt nicht mehr werden … wird’s schlimmer.


Freitag, 30. November 2012

Die Rückgabe des Nürburgrings.

Ich bin dann mal durch den Vergleichsvertrag gestiefelt und hab mitnotiert, was mir so aufgefallen ist.

“Die Rückgabe des Nürburgrings erfolgt dabei insbesondere, um den Klägern die Möglichkeit zu geben, den Nürburgring nach Rückerhalt im Rahmen eines EU-konformen Verfahrens an Dritte zu veräußern.”

So schön Rückgabe klingt, so bedrohlich schließt sich Veräußerung an.

“Für den Zeitraum vom Rückabwicklungsstichtag bis zum Rückgabestichtag ist kein Pachtzins mehr zu bezahlen.”

Heißt also der November war schon NAG-frei.

“Die Pachtsache geht ohne jede Gewährleistung in dem Zustand über, in dem sich die Pachtsache zu diesem Zeitpunkt befinden wird.”

So einen Mietvertrag hätte ich auch gerne mal.

“Hohen Rain 1”

Ist das das Haus in Nürburg, das die NAG komischerweise mal über eine Mittelsfrau gekauft hat? Und keiner sich einen Reim machen konnte, was sie damit wollen? Das hängen sie jetzt dem Nürburgring um?

“Die NAG verpflichtet sich () die Bezeichnung ”Nürburgring“ für geschäftliche Angelegenheiten() nicht mehr zu verwenden”

LIKE!!

“In der () Aufstellung sind alle wesentlichen Verträge () aufgeführt”.

Betonung liegt auf “alle”, d.h. die Zeitbombe ist dann doch eher ein Bömbchen. Super! Denn es kann eben kein “wesentlicher” Vertrag aus dem Hut gezaubert werden wie befürchtet. “Alle” Verträge, die 50k übersteigen können, sind in der Anlage aufgeführt.

“Die NBG tritt () in () noch bestehende Verträge ein. Ausgenommen sind Verträge () der NAG-Parteien mit verbundenen Unternehmen.”

Liest sich für mich so, daß die ganzen Kai Richter Unter-firmchen von Jung Produktion bis Nürburgring TV ihre künstliche Bevorzugung verloren haben. Willkommen auf dem freien Markt! Ob die Kai Richter Ring1 Kabelträger jetzt immer noch “Nürburgring” Arbeitsausweise zur Schau tragen?

“() dass sämtliche Erträge () der NBG zustehen ()”

Erträge! D.h. eventuelle Vorauszahlungen - also Einzahlungen - sind noch nicht erfolgswirksam geworden (noch keine Leistung) - und stehen der NBG zu. Also auch ein Punkt von hier, der adressiert wurde.

WH Sport - (Werner Heinz) - bekommt noch Geld von der NAG? 425k für Borisbeckervermittlung? 86k für Warsteiner Lieferrechte? Krass. Sogar die Instandhaltungsrücklage 600k wird erlassen?

“Der () zwischen NAG und der GHB abgeschlossene () Betriebsüberlassungsvertrag () wird () aufgehoben.”

Sehr gut, diesen Vertrag hat sowieso keiner verstanden. Weil da noch nichtmal Inventar dabei war und die Gebäude usw. gehören sowieso längst uns Steuerzahlern. Das gilt auch für die CST.

Die nennen das Geld auf den verhassten Ringkarten “Fanguthaben”? Was für ein Unwort.

Für die Formel 1 würden die Düsseldorfer Nasen die Anlage für 2 Wochen kostenlos bekommen inklusiver aller Sachleistungen (bis 1 Mio Wert). Personal gibt’s für Nullinger obendrauf. Wir reden hier über Steuergeld und Volkseigentum, wie geht sowas?

“dass () ein gesetzeskonformes Verwertungsverfahren des Nürburgrings nicht möglich ist.”

Meine Rede: nicht verkäuflich!

“Der zwischen der NG und der NAG ab dem 1.5.2010 bestehende Geschäftsbesorgungsvertrag (ohne Datum) …”

Der WAS? Kennen wir den? Helf mir mal einer.

Die CST wird Kai Richter für 1,- Euro abgekauft (MIBV). Jetzt müsste man die aktuellen Zahlen der CST kennen, die letzte veröffentlichte Bilanz (2010) war so gnadenlos rot und wurde erst im Mai 2012 veröffentlicht. Durch Gerd Weisel:

“Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag bilanziell überschuldet. Der Ausweis des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags beläuft sich nach Abzug des Jahresfehlbetrags auf EUR 4.087.668,40.”

Und die wird für 1 Euro gekauft? Vorher war der Geschäftsführer Michael Nuss-Kaltenborn, der eigentlich Michael Nuss heißt und sich aktuell im Koblenzer Untreueprozess verantworten muss.

“Der NG und der MSR ist bekannt (), dass die GHB und die MFM demnächst liqudiert werden sollen”.

Jep, braucht kein Mensch.

“Soweit ein Liquidationsüberschuss entsteht …”

Tja, äh … wie soll ich das jetzt sagen … Also der Edzard Andres Plath, das ist der Geschäftsführer von Grüne Hölle Betriebsgesellschaft und von Marketing & Facility Management Nürburgring. Naja und diese beiden Firmen, also die Position “nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag” - also ähm … siebenstellig (1,2 bzw. 5,4).

“Zwischen der Lindner Hotels AG und der MSR wurden am 26.2.2008 drei Managementverträge abgeschlossen ()”.

Sooo früh?! Am 19.Nov.2007 wurde das Projekt abgesegnet und erst am 12.April 2008 der Grundstein gelegt.

Diese “Lindner-Managementverträge” würd ich ja gerne mal sehen. Als Steuerzahler sollte ich da auch ein Recht drauf haben.

“.. stellt die NAG () die zur bisherigen erweiterten Geschäftsleitung der NAG zählenden Mitarbeiter zur Verfügung ..”

Muss das sein?

“Die NAG ist schließlich bereit, die NBG nach Bedarf bei der Fortentwicklung der Geschäftsbereiche der NBG aus vornehmlich strategischen Gesichtspunkten zu unterstützen. Wird die NAG tätig, erfüllt sie ihre Aufgaben mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns.”

Du - nöö - lass mal.

“.. und der NAG () ein Recht zur (Mit)Benutzung dieser Domains eingeräumt wird.”

Wieso das denn? Die haben doch eine tolle Domain.

Und was ist z.B. mit Facebook und Twitter? Das ist doch komplett NAGverseucht.

“Die NBG wird der NAG () angemessene Räumlichkeiten im Businesscenter zur Verfügung stellen.”

Wo iss’n das? Wir wär’s alternativ mit einer angemessenen Freifahrt mit dem ring°roster?

Unter’m Strich muß man sagen, endlich mal ein Vertrag, der die Bezeichnung auch verdient. Das amtilche Zuschanzdokument vom Hendrik Hering war ja eher ein Nürburgring-Ausbeutungs-Freibrief. Steh ich auch nicht alleine mit der Meinung.

Hätte doch der Jurist Hendrik Hering im März 2010 nur annähernd einen Pachtvertrag dieser Qualität entworfen, dann wäre uns das ganze Theater erspart geblieben. Aber er wollte ja garkeinen guten Pachtvertrag, er wollte bloß die Wahl retten und sein schönes Ministerpöstchen behalten. Und da ist dann so ein Pachtvertragsmüll bei rausgekommen.


Befreiungsvertrag.

Die RZ hat den Vertrag, der den Würgegriff der NAG beendet hat, dann mal komplett geleakt. Mit einem Artikel drumrum.

Richtig so. Kann sich jetzt jeder ein Bild davon machen. Wilhelm Hahne steigt da auch gerade noch tiefer ein.

Der Vertrag wurde am 27.Nov. unterzeichnet, also letzten Dienstag.

Zeitgleich hält die NAG heute übrigens ihr Pressegespräch ab. Man braucht nur die Einladung dazu zu lesen um wissen, daß man das nicht braucht:

"Sehr geehrte Damen und Herren, der Betrieb des Nürburgrings war wirtschaftlich noch nie so erfolgreich wie in den Jahren 2010 bis 2012. Der private Betreiber, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), wird auch 2013 am Nürburgring wichtige Aufgaben übernehmen. Über Projekte, Zukunftsaufgaben und Strategien der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) informieren Sie die Gesellschafter, Jörg Lindner und Kai Richter."

Die einzige Strategie, die ich erkennen kann, ist das verzweifelte Strampeln, irgendwie ohne Gesichtsverlust aus der Nummer rauszukommen. Um je mehr sie strampeln, umso peinlicher wird es.

Die Jahre 2010 bis 2012 gehen sicher in die Geschichte des Nürburgrings ein, aber nicht als die erfolgreichsten, sondern als die schwärzesten. Daß das skrupellose Wirken der NAG erst solche Protestbewegungen wie STR auf den Plan gerufen hat (gegründet 8 Monate nach Nürburgring-Übernahme durch die NAG), sagt eigentlich schon alles.

Lass sie doch strampeln in ihrem tollen Superiorschuppen, am Nürburgring brauchen sie jetzt eine Eintrittkarte wie jeder andere auch.

“Im Anschluss an das Pressegespräch stehen Herr Lindner und Herr Richter den elektronischen Medien für Einzelinterviews zur Verfügung.”

Nein Danke.

(Was sind denn bitteschön elektronische Medien? Stehen die unter Strom?)

“Bei einem kleinen Imbiss können darüber hinaus weitere vertiefende Gespräche mit den Gesellschaftern geführt werden.”

Dann lieber verhungern.

Nach wie vor ist von einem Verkauf des Nürburgrings die Rede, stellt Euch mal vor, Richter/Lindner würden das kaufen. …. Nee, macht es besser nicht :/

Einen Verkauf halte ich nach wie vor für das schlimmste aller Szenarien, wohin ein profitorientierter Betrieb geführt hat, haben die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt: Auspressen von Strecke und Region zum Vorteil Einiger und zum Nachteil von Ring & Sport.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: ein gemeinnütziger Betrieb - ohne Gewinnerziehlungsabsicht - dafür aber mit der Absicht Sport, Historie und Region gleichermaßen zu fördern. Das war die Aufgabe der alten GmbH, nur leider sind da ein paar Leute hohlgedreht und haben den Boden unter den Füssen verloren.

Der Angriff der Schöngeföhnten wurde zwar abgewehrt, aber die Verluste waren enorm und jetzt treibt der Ring angeschlagen auf hoher See. Und es zieht neuer Sturm auf.


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Sonntag, 11. November 2012

NAG oder Nicht-NAG?

Während die Insolvenzverwalter schon durchblicken ließen, daß die Tage der NAG gezählt sind, macht die mal gepflegt die Lavagrube wieder auf. Oder wie es im NAG-Speak heißt: Destination Offroad-Park. Es gibt auch eine Pressemeldung dazu und dieses hochpeinliche Presse-Bild. Das ist nicht nur grottenschlecht, auch das Gelände ist zum Fremdschämen. Das macht ja jeder halbwegs selbstbewusste Defender noch vor’m Kaffee. Der Bildname heißt 03-Offroadpark-Gelaende-Copyright-Nuerburgring-Automotive-GmbH.jpg - als würde da jemals jemand auf die Idee kommen das irgendwo freiwillig zu zeigen. Hab dann mal in die Exif geschaut und es ist diese Kamera bei rausgekommen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die NAG Presse so am Boden liegt.

Den “Park” an sich, also die Grube, kann man nur wieder als verpasste Chance ansehen. Das kommt dabei raus, wenn sich Leute mit Ledersöhlchen und Manschettenknöpfen auch mal schmutzig machen wollen. Da gibt’s dann Module, wie z.B. “Loses Geröll”.

Und das ausgerechnet in der Eifel. :/

Ich weiß zwar nicht warum die das schreiben, aber es wird gestrunzt mit

“Dauer des Umbaus: ca. 12 Monate”

Vielleicht ist es aber auch nur eine Finte, um die Abfindung höher zu schrauben. Das würde das Popel Presse-Foto und die hektisch zusammengenagelte Webseite erklären: “Termine folgen in Kürze.”

Eine Sache ist allerdings beim “Offroad Park” richtig abenteuerlich: nämlich die Art und Weise, wie wir Steuerzahler seinerzeit das Gelände der “Camp4Fun” abgekauft haben. Das hatte der Rechnungshof mal detailliert aufgezeichnet.

Oder als im Juli 2007 ein mit 20 (!) Personen besetzter LKW umgekippt ist. Wilhelm Hahne hatte sich auch damit beschäftigt.

Der NAG ist aber auch was umgekippt letzte Woche: ihre Behauptung sie habe keine martkbeherschende Stellung. Das ist vom OLG Koblenz am Donnerstag gekippt worden, das Gericht spricht ausdrücklich von einer Sonderstellung der Nordschleife Touristenfahrten - kurzum: Monopolstellung.

Den Prozess hat Ron Simons geführt und nun Anspruch auf Schadensersatz.

Im Vorfeld hatten Ron und ich uns viele Mühe gegeben, dem Landeskartellamt einen Einblick in die Besonderheiten am Nürburgring zu vermitteln. Seitdem hab ich aus der Ecke nichts mehr gehört. Obwohl die doch dem Wirtschaftsministerium - also Eveline Lemke - zugehörig sind. Oder muß es heißen weil?

Ratet mal, von wem dieser Text stammt:

“20 alteingesessene Hoteliers und Gastronomen aus der Eifel hatten im November 2009 einen Hilferuf an das Landeskartellamt geschickt. Durch Kopplungsverträge zwischen Rennstreckennutzung und Auslastung der Gastronomiebetriebe Grüne Hölle und Lindner sahen sie sich einem unlauteren Verdränungswettbewerb ausgesetzt. U. a. auch deshalb, weil das Vier-Sterne-Hotel am Ring Zimmerpreise für 33 Euro bot und damit einen ruinösen Preiskampf einläutete. Die Kartellbehörde hat die Vorwürfe laut Wirtschaftsministerium umfassed geprüft, insbesondere die Frage, ob gegen das Behinderungs- und Missbrauchsverbot verstoßen wurde, hat jedoch keine Verdachtsmomente entdeckt.”

“Die Adenauer reagieren derweil mit einem Auftrag an eine Rechtsanwaltskanzlei in Koblenz, die für sie juristische Schritte prüfen soll. Hierfür ist wichtig zu wissen, dass Landeskartellamt und Wirtschaftministerium (Hausherr ist Minister Hering, der jetzt federführend den Nürburgring betreut) in einem Hause sitzen. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären. Dass das Land nicht gegen sich selbst vorgehen würde, scheint jedem klar, zeigt aber hier einen ”Mangel“ im System. Ich bin auf die Auskunft der Rechtsanwälte sehr gespannt, denn im Zweifel müsste die Politik (also auch wir GRÜNE) eine Lösung für diesen ”Mangel“ ausarbeiten. Das bedeutet Arbeit, die ich für die Menschen gerne mache!”

Das war Eveline Lemke am 10.Februar 2010. Die im März 2011 jenen Hendrik Hering im Amt beerbt hat. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären?

Und ich Naivling hab diesen Worten tatsächlich geglaubt. Doch das Versprechen des “korrigieren” ist durch eine Realität des “arrangieren” ersetzt worden.

Trotz aller Frustrationen muß man aber auch nüchtern mal die kleinen Erfolge verbuchen: Kurt Beck ist so gut wie vom Tisch, auch wenn die komme-was-wolle-zusammenschweissten Genossen ihm jetzt alle die speckige Schulter klopfen. Und in Koblenz haben wir schon 8 Verhandlungstage erlebt zu einem Prozess, den die jetzt Angeklagten (und auch ich) vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Ausbaufähig.


Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Keinrückzug der NAG.

Die Rheinzeitung war mal so nett bei der neuen Betriebsgesellschaft nachzuhaken: die haben die Insolvenzverwalter schonmal vorsorglich gegründet, falls es schnell gehen soll. Anscheinend will man das der Nürburgring GmbH damit garnicht mehr anvertrauen. Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll, aber zumindest wär dieses Rätsel für’s erste geklärt.

Und die NAG so? Verlegt ihren Sitz von Nürburg nach Düsseldorf. Als der ganze NAG Horror anfing gab es erst eine Firma in Düsseldorf, die später umbenannt und nach Nürburg verlegt wurde. Also der Anfang vom Ende? Das sei kein Rückzug. Also wenn das kein Rückzug ist, was dann?

Vielleicht sind es ja auch ganz praktische Gründe, für mindestens 2 Leute verringert sich der Weg zur “Arbeit” ja drastisch. Oder man möchte sich aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz retten, dann wären andere Behörden zuständig. Also nicht das was Ihr jetzt denkt, sondern so ganz banale Sachen wie Finanzamt z.B.

Es gibt aber noch andere Firmen mit Kai Richter Beteiligung, die in Düsseldorf sitzen, die Grand Prix Rheinland-Pfalz (!) oder die Nürburgring TV GmbH fallen mir spontan ein. (Siehe auch WiWo.)

Was natürlich auch sein könnte, daß sie die Betongebirge mit dem ganzen ro°tz nicht mehr sehen können. DAS könnte ich sogar verstehen. Können sie alles mit nach Düsseldorf nehmen, wir Steuerzahler machen auch einen guten Preis: das, was der Herren Deubel und Hering in unserem Namen dafür ausgegeben haben. Wieviel war das nochmal? 115+215 Millionen? Schnäppchen!


Samstag, 13. Oktober 2012

WiWo mit Vertuschungsdetails.

Nachdem im Sommer 2010 klar war, daß nochmal 50 bis 80 Millionen in das Beck°Grab gepumpt werden müssten, hat man laut WiWo im Wirtschaftsministerium großzügig den Radiergummi eingesetzt. Auf dem Weg bis zum Aufsichtsrat seien die Zahlen verschwunden und pauschal durch “Anlaufverluste” ersetzt worden.

Er wird auch die Frage gestellt, ob Alexander Schweitzer die Finger im Spiel gehabt hat. Er war Staatssekretär für Minister Hendrik Hering (Wirtschaftsministerium, Vorgänger von Eveline Lemke) und ISB Aufsrichtsrat in Personalunion.

Leider kann der sich nicht mehr erinnern.

Das ist auch so ein Phänomen: je größer die Zahlen, desto schlechter das Gedächtnis. Muß eine Politikerqualifikation sein.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Donnerstag, 26. Juli 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Im SWR kam eben auch ein größerer Beitrag zum Ring bei Zur Sache RLP und ein Beitrag hat sich mit der brodelnden Unzufriedenheit an der grünen Parteibasis beschäftigt. Was man denn besser machen könne?

Kurt Beck soll abdanken und mit einem Teil seiner Pension helfen die Schulden zu tilgen.

Das finde ich ist ein vertiefenswerter Ansatz!

  • Einen ausführlichen Post mit Hintergründen zur Freizeitparkpleite hatte ich am Dienstag geschrieben für die nicht-deutsch-sprechenden Leute - hab ihn heute nochmal aktualisiert. Könnt Ihr Euch ja mal angucken, um ihn zu verlinken, wenn Ihr ihn mal braucht: mikefrison.com/1666.

Hab mich auch über die Verlinkung bei SPEEDHUNTERS gefreut.

  • Wenn ich das lese frage ich mich, warum Hendrik Hering - ebenfalls unter größter Geheimhaltung - für viele Millionen Euro Steuergeld die Kai-Richter-Immobilien gekauft hat. Die nur zwei Jahre danach einen Bruchteil der Kaufpreises wert sind. War das nicht auch völlig überteuert?

Aus dem EU Schreiben:

  • Bis zum 25. März 2010 waren Anteilseigner der MSR die Mediinvest GmbH (49,5 %), Geisler & Trimmel General Contractor GmbH (33,8 %), die NG (10 %) und die Weber Projektierungs- und Realisierungs GmbH (6,7 %).

  • Seit dem 25. März 2010 befindet sich die MSR zu 93,3 % im Eigentum der NG und zu 6,7 % im Eigentum der Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH („RIM“).

Was wollen wir mit dem schimmelnden Plunder und warum?

  • Wieder kein Wort von Nordschleife oder Kulturdenkmal.

  • Toto Wolff ist bei Williams jetzt geschäftsführender Direktor.

  • Mister Medico aka Jörg Lindner kann schonmal Rückabwicklung üben. 160.000 - stramme Einlage. Muß aber nicht er rückabwickeln, sondern Bonnfinanz.

“Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte diese Pflicht verletzt hat, als sie dem Kläger und der Zeugin auf deren ausdrückliche Nachfrage, in Bezug auf eine Veräußerungsmöglichkeit, erklärte, dass sie die Anlage jederzeit und auch nach 12 Jahren “mit Handkuss” loswürden.”

Iss klar.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Donnerstag, 09. Februar 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Das mit dem Steinkühler-Spott ist jetzt auch der Rhein-Zeitung aufgestossen.

  • Der Landesrechnungshof hat seinen 2012er Jahresbericht vorgelegt. Siehe gestern.

  • Die Nürburgring GmbH will da wohl bei dem Herrn Lippelt nochmal nachhaken.

  • Den Eintrag mit dem NAG Rausschmiss hab ich mit weiteren Links als UPDATE ergänzt.

  • “Hat die Landesregierung vor der Landtagswahl 2011 in Bezug auf den Nürburgring mit geschönten Zahlen versucht, die Öffentlichkeit zu beruhigen?” - Jetzt wirklich? Das ist ja nicht zu fassen!!

  • Die wahrscheinlich einzigste Staatsdisko auf der ganzen Welt macht zu - wenn auch (erstmal) nur für ein paar Wochen.

  • Als Politiker ist zumindest auf eins Verlass: auf die Staatsanwaltschaft.

  • Wer sagt denn, man könne nicht bei Schnee auf die Nordschleife? Im Formelauto? Das Love The Ring ist wohl nicht mehr so beliebt. Bläst da etwa schon ein laues Lüftchen auf die Fähnchen?

  • Die Freunde des Nürburgrings sind wieder da! Erst lassen sie sich im Eifeldorf abfüttern und im Lindner betagen, jetzt wollen sie die großen Versöhner spielen.

  • Manche machen sich das Leben eben passend - oder lassen es sich für ein paar VIP Kärtchen mit Käsebrötchen passend machen:

“Bisher hat sich ring1.de immer darauf gestützt nur über den Sport am Nürburgring zu berichten (einzige Ausnahme war die Eröffnung 2009). Dieser Position sind wir stets treu geblieben und werden ihr auch weiterhin treu bleiben.”

Die Äffchen von Ring1.


Mittwoch, 08. Februar 2012

Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Montag, 06. Februar 2012

Übrig Ns vom Montag.
Dienstag, 24. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Unfortunately, the area’s local businesses built around the touristenfahrer, the ones that help give the ’Ring its distinctly funky aura, are practically guaranteed to take a hit.

Teile von dem, was 2009 errichtet wurde, sind wirtschaftlich noch weniger erfolgreich als ursprünglich erwartet.

Noch weniger? Na das gibt’s doch garnicht.

Das ist übrigens das Hotel, das ich so gerne mit dem Ring tauschen würde, denn da wird bald das Lindner-Schild abgeschraubt (“Wasnerin”, siehe Dienstag).


Dienstag, 20. Dezember 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Tolle Überschrift gewählt vom Markus Kompa:

Nürburgring Forum wieder im Rennen.

Ring bekommt Sicherheitszentrum: Mit dem Bau des gemeinsamen Gebäudes für DRK, Feuerwehr und Polizei soll noch im ersten Halbjahr 2010 begonnen werden. [..] Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf einer SPD-Veranstaltung erklärt. Mit rund vier Millionen Euro ist die neue Heimstätte für Rettungskräfte, DRK und Polizei veranschlagt, die an der B 256 in der Nähe der Fahrsicherheitszentren entstehen soll. Die Kosten trägt das Land. [..] Zumal der Bedarf an Sicherheit und Sanitätsleistungen durch die neuen Einrichtungen wie Erlebnisboulevard und Gastronomiedorf gewachsen ist. [..] Jetzt kommen alle unter ein Dach in einem modernen Haus”, so Landrat Jürgen Pföhler.

NACH den Landtagswahlen (also heute):

Jahrelang wurde geplant - und jetzt wird kräftig abgespeckt: Für die vorgesehene Sicherheits- und Einsatzzentrale der Rettungskräfte am Nürburgring fehlt das Geld. Die Verantwortlichen haben sich von einem Millionen Euro teuren Neubau mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Einsatzfahrzeuge im kleinen Örtchen Balkhausen verabschiedet und planen nun ein Gebäude, das bei Bedarf um Container erweitert wird. (beides aus der Rhein-Zeitung)

Die das nicht kennen: damit “verdient” der Jörg Lindner in seinem normalen Leben sein Geld.

Für die schönen neuen Bauten brachte der vermeintliche Investor auch gleich einen Nutzer mit: die renommierte Düsseldorfer Hotelkette Lindner und in ihrem Schlepptau Jörg Lindner, einen von fünf Söhnen des Gründers und Seniorchefs Otto Lindner. Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt. (Quelle: wiwo)

  • Bilster Berg? Läuft.

  • Nürburgring-Rückblick in der Rhein-Zeitung:

    Skandalgeschichte … Schleuder- und Schlingerkurs … Teilzeitpark … Abriss? … leere Gebäude … eingemottet … Prozesse … am Ring brennt es … Erpressung … Täuschung … aggressive Kampagne … Mahnbescheid … brüchiges Zweckbündnis … schwerer Schlag … schillernde Seifenblasen … Rechnungshof … Staatsanwaltschaft … Finger am Abzug …

    das sind so die Vokabeln, mit denen heutzutage über den Ring berichtet wird.

  • Die ZDF Reportage von neulich gibt es jetzt auch mit englischen Untertiteln. Bitte in Eurem internationalen Bekanntenkreis verteilen - gibt einen relativ balancierten Überblick zur aktuellen Situation.

  • Im Forum ist wieder richtig Leben in der Bude - prima!

  • SAAB hat Insolvenz angemeldet (via).

  • Wilhelm Hahne über Verschaukeln statt Transparenz - die Nürburgring Verpachtung und die Gutachter.


Donnerstag, 01. Dezember 2011

Niemand hat die Absicht … die Wahrheit zu sagen.

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.

(Walter Ulbricht, 15.Juni 1961)

Oder alternativ:

“Niemand verliert seinen Arbeitsplatz”

(Hendrik Hering, 26.März 2010)

Aus aktuellem Anlass.

VOR den Wahlen wurden da ganz andere Sprüche gekloppt:

Harald Hallerbach schreibt dazu:

Wird von den Verantwortlichen in der Landesregierung der Einsatz immenser öffentlicher Mittel immer wieder mit dem Argument „Jobmotor für die Region„ verteidigt, so sieht es doch in der Realität eher nach einem kapitalen Motorschaden aus. (…)

Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, den Arbeitsuchenden, aber vor allem dem Steuerzahler eine vorher versprochene, hohe Anzahl von neu geschaffenen Arbeitsplätzen zu suggerieren, obwohl man wissen musste, dass alles mit “sehr heißer Nadel“ gestrickt und absehbar schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt war. Vermutlich nach den Prinzipien : “Augen zu und durch“ sowie “die Hoffnung stirbt zuletzt“, nahm man von Anfang an billigend in Kauf, mit den Hoffnungen und Gefühlen von Menschen “Schindluder“ zu betreiben.

Allerdings nicht heute, sondern vor fast 2 Jahren (23.Jan.’10).

Wer jetzt noch nicht beim Verachtungsmaximum angekommen ist: man dachte wohl, so eine Demo in Mainz wäre noch eine feine taktische Maßnahme zur Mietminderung.

Da geht Schindluder ja noch als Kompliment durch.


Dienstag, 22. November 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Die Koalitionspartner verfolgen das Ziel, den Bergbau am Nauberg im Westerwald nicht auszuweiten. Dafür wird es keinen Pachtvertrag mit den am Bergbau Interessierten geben. Das bergrechtliche Verfahren bleibt allerdings abzuwarten.”

Kommt jetzt nicht soo gut an bei den Grünen.

Und wo wir grade bei Zufällen sind: das Lindner Hotel Westerburg ist auch bei Herings um die Ecke.


Donnerstag, 03. November 2011

Unsichtbare Transparenz.

Hendrik Hering meint, daß der Öffentlichkeit sehr tranparent die Datenbasis der möglichen Pachtzahlungen dargestellt wurde.

Also mir ist das entgangen, die einzigen Zahlen, die man so kennenlernen durfen, waren geleakt. Vielleicht beschäftige ich mich auch zu wenig mit dem Nürburgring-Thema, daß mir diese hohe Transparenz entgehen konnte.

Dafür konnte man aber im Januar 2010 - also VOR Vertragsunterzeichnung - in der Zeitung (Rhein-Pfalz) lesen:

“Im Mainzer Wirtschaftsministerium müssen nicht nur frühere Vorhersagen über Besucherschwärme am Nürburgring korrigiert werden. Offenbar hat die damalige Geschäftsleitung der zu 90 Prozent dem Land gehörenden Nürburgring GmbH unter Walter Kafitz auch die bisherigen Gäste falsch gezählt. Zwei Millionen sollen es gewesen sein, dafür aber ließen sich keine nachprüfbaren Unterlagen finden, sagte ein Sprecher des Ministeriums gestern am Rand der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtages.”

Soweit mir bekannt sind seitdem - also in den letzten knapp 2 Jahren - auch noch keine Unterlagen aufgetaucht, geschweige denn nachprüfbare.


Mittwoch, 02. November 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Herr Hering findet, daß es noch viel mehr Koppelgeschäfte am Ring geben müßte:

“Mit klugen Konzepten kann man die Anlagen wirtschaftlich nutzen. Etwa, indem man die Verkaufsangebote für den Motorsport geschickt bündelt. Wir erwarten von Geschäftsleuten, dass sie kreativ sind.”

Das hat er nicht etwa vor 2 Jahren gesagt, sondern heute.

Ansonsten eine gute Gelegenheit zu beobachten, wie RLP eine etwas größte Immobilie ausschreibt.


Dienstag, 11. Oktober 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Dienstag, 27. September 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Schirra Mini is back - und fuhr am Samstagmorgen das erste mal unter 9 Min. Ist im Rennen leider nicht in’s Ziel gekommen, weil dem Getriebe die Luft ausgegangen ist.

  • Wenn die Geschäftsführung der NAG schon offiziell von teilweiser Schließung spricht, dann kann es eigentlich nicht mehr lange bis zur Komplettschließung dauern. Immerhin haben sie das Märchen 2 Jahre lang hoch gehalten - und dabei viel Geld verbrannt.

Von Regress ist auch die Rede. Aber nicht so, wie Ihr jetzt denkt:

“Deswegen prüften die Betreiber nun sogar, ob sie den Besitzer und Verpächter des gesamten Nürburgrings, die Nürburgring GmbH, für den Schaden in Regress nehmen könnten.”

Ich hoffe Kai Richter ist auch verpflichtet worden, das nicht funktioinierende Eifeldorf von uns Steuerzahlern zurückzukaufen. Wenn nicht, dann müßte man die Politiker haftbar machen, die den Vertrag geschlossen haben und die es in unserem Namen und mit unserem Geld gekauft haben. Allen voran Kurt Beck und Hendrik Hering. Um Ingolf Deubel kümmert sich hoffentlich die Justiz schon.

Daß sich jetzt die prognostizierten Besucherzahlen nicht wie geträumt einstellen, darf für den Betreiber keine Überraschung sein, denn er verbreitet die Zahlen selber:

Schon heute reisen rund zwei Millionen Besucher pro Jahr zur Formel–1-Strecke in die Eifel.

Und als ordentlicher Kaufmann und Unternehmer hat er diese Zahlen natürlich vor der Veröffentlichung geprüft!?

  • Kühl & Co.

  • Am Wochenende lief nach dem VLN-Rennen der (megamäßig gute!) Hahne/BMW/24h-Film im Nürburgringkino. Das wurde auch mächtig beworben - durch die VLN und die NAG - sogar im Ringradio während des Rennens. Eigentlich eine gute Gelegenheit mal “ausverkauft” zu vermelden. Und wieviel Leute sind gekommen? Irgendwas zwischen 15 und 30.

  • Die Rhein-Zeitung durchleuchtet das NAG/RLP Formel 1 Geschäft. Ein paar Details:

  • Konzessionsvertrag mit der NAG gilt bis 2030 (Verlängerungsoption bis 2040).
  • Die Schlußrechnung zur Formel 1 ist noch in Arbeit.
  • Aufsichtsratschef der NG: Klaus Stumpf.

Dienstag, 30. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • 12-Stunden Ruhrblitz? Wenn dort direkt mit der NAG verhandelt wird, dann wird nicht nur der ADAC ausgebremst, sondern auch die VLN GbR.

  • Die NAG posaunt - mal wieder - einen Achterbahn-Start in die Welt und die Kreisverwaltung ist - mal wieder - gezwungen sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Rhein-Zeitung nennt das passend abgewatscht. Im normalen Leben hätte so eine Firma doch längst das Zeitliche gesegnet.

  • Die Zeitungen beschäftigt weiterhin das “geheime” Gutachten zur Unter-der-Hand-Verschiebung des Nürburgrings, sprich: fehlende Ausschreibung. Ex-Minister Hering versucht sich herauszureden, er nennt das eine eher ABSTRAKTE Abhandlung. Also ich persönlich empfinde die weiterhin praktizierte Ver#$%&e als ziemlich KONKRET.

  • Wer es noch nicht gesehen hat: hier sind meine Bilder vom 6h Rennen, sind auch kommentiert - leider nur von mir wegen dem Urteil gegen mich. Die kommentierten Bilder erkennt man am Unterstrich im Datum oder man findet sie direkt hier auf der Kommentareseite.

  • Viele hier kennen Hartmut Wagner, denn er hat unsere Verhandlung “N-Forum” am 20.April in Köln besucht - und darüber in seiner Eigenschaft als Redakteur bei der Rhein-Zeitung berichtet.

Diesmal ist Hartmut Wagner in einer ganz anderen Recherche unterwegs und wandelt auf den Spuren von Günter Wallraff: er hat ein 5-Tage Obdachlosen-Leben geführt in Koblenz. Der Artikel ist auch online zu lesen (oder PDF), der Chefredakteur lobt den Journalismus der Lokalredaktionen und sogar dem Bildblog ist es eine Meldung wert. Ich prophezeihe mal, da werden wir noch von hören: von dieser Reportage ebenso wie von Hartmut Wagner. Respekt!

  • Frischer Wind nicht nur bei der Energie, sondern auch in der Kommunikation: das RLP Wirtschaftsministerium twittert seit gestern: @MWKEL_RLP. Find ich gut!

  • rück°bau: der geht auch am Personal nicht vorbei. Damit ist das komische Retortendorf wohl endgültig gescheitert. Ob jetzt irgendein Gutachter/Berater/Investor/Projektentwickler/Hier-beliebige-wichtigklingende-Bezeichnung-einsetzen die Kohle zurückzahlen muß, die er für dieses Erfolgskonzept bekommen hat? Natürlich nicht, eh klar. Schuld ist wahrscheinlich der Winter, der überraschend direkt nach dem Herbst kam.


Samstag, 13. August 2011

Kai Richter und Hendrik Hering.

In der Politik wird die Frage nach der Trennung von Kai Richter inzwischen so beantwortet:

“Man muss jetzt erstmal die staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren abwarten.”

Die Allgemeine Zeitung Mainz meint:

“.. die Staatsanwaltschaft wird wohl Anklage gegen Ring-Betreiber Kai Richter erheben.


Sonntag, 17. Juli 2011

Übrig Ns vom Samstag.
  • Auch in Brasilien macht man sich Sorgen um weitere 24h-Rennen auf der Nordschleife.

  • Hier bin ich über eine schöne Seite gestolpert, bei der sich Malcolm Mitchell viel Arbeit macht, Cover von Programmheften zu sammeln. Heftig, was da alles zu finden ist und danke für den SAVE THE RING Link!

  • Der neue DTM BMW ist ganz schön böse geworden.

  • Hendrik Hering ist stolz darauf, das Firmengeflecht am Ring entzerrt zu haben. Nachdem der Ring in Mainz jetzt in’s Innenresort gewechselt ist, kann man ja schön wieder neue Firmen basteln. Zum Beispiel die neue, geheimnisvolle Grand Prix Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG.

  • Die Teilnehmer beim Truck Grand-Prix haben davon berichtet, daß sie Nachts bevorzugt zwischen 23 Uhr und 2 Uhr von lauten Druckluftgeräuschen aus dem Schlaf gerissen wurden. Nicht nur einmal, sondern an allen Tagen. Ist das die neue Masche die Achterbahn so zu testen, daß es keiner sieht? Muß auf jeden Fall ein Höllenlärm gewesen sein.

  • Vor zwei Jahren wurde nicht nur die Erlebnisregion eingewiehen, sondern auch Wilhelm Hahne mit einem Durchsuchungsbeschluß überrascht. Die damalige Sendung bei ZAPP kann man sich hier nochmal anschauen. Trotz dieser skandalösen Vorgänge haben alle so weiter gemacht, als sei nichts passiert.

  • Es gibt immer noch keine 2009er Bilanz der Nürburgring GmbH.

  • Beim Formel 1 wird die ring°arena als Marshals-Area genutzt. (Danke R.!)

  • Meine Einladung zum einladen lassen wurde schon von ein paar Leuten angenommen. Könnt Euch ruhig melden, wenn Ihr Google+ mal testen wollt. So eine Einladung ist mit einem Klick verschickt.

  • Ich hab mich mal wieder hinreissen lassen ein bischen zu coden:

  • In der Suche vom Blog gehen jetzt auch Umlaute (uups)
  • und in der Chronik funktioniert die Verlinkung auf dem “@“ für einzelne Einträge.

Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Samstag, 02. Juli 2011

Neue Widersprüche bei Freunde des Nürburgring e.V.

Ich kann zwar selber dort nichts mehr posten, weil man mich gesperrt hat (und diese Sperre angeblich nicht mehr aufheben kann), aber die Facebookseite der Nürburgring Vereinsfreunde ist die letzten Tage sehr ergiebig. Dabei ist es der Community gelungen ein paar Widersprüche aufzudecken, die wirklich bemerkenswert sind:

“… auch wir - “wir”, das ist die Nürburgring Automotive - sind nicht perfekt …”

Mit diesem Link kann man direkt an die entsprechende Stelle springen.

“Ein Mitglied mit dem Namen Hering ist nicht im Verein.”

Im “Geschäftsbrief” 1/2011 der NAG steht aber:

“Weitere Gründungsmitglieder und Unterstützer sind der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering …”

Dazu gibt es ein “Thumbs Up” Bild von Kai Richter zusammen mit Vereins-Vorsitzendem Fred Pretz und Vereins-Geschäftsführer Friedhelm Demandt. (Den 4. auf dem Bild kenn ich nicht.)

Nuff said.


Freitag, 17. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.

” Im vorliegenden Fall verweist die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH auf die laufende Wirtschaftsprüfung. Nach Abschluss der Prüfung dauert die Berichterstellung noch einige Wochen. Grund für die Verzögerung war die sehr komplexe Zuordnung der Baukosten am Nürburgring.”

“Einige Wochen” sind also mal mindestens 12.

  • Dafür hat aber Geschäftsführer Edzard Andreas Plath für die nächste Firma die Bilanz veröffentlicht, es ist die “Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH” (s. Bundesanzeiger).

Diesmal sind es nur 1,6 Millionen Euro, die als “nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag” ausgewiesen werden.

Die neue Grammatik mir gefällt. ;)

  • Ringtaxi ohne Sabine? Geht irgendwie garnicht.

  • Toyota Motorsport hat für den Formel 1 Rückzug ganz schön tief in die Tasche greifen müssen und die 2009er Bilanz mit knapp 193 Millionen Miesen abgeschlossen. Da steht auch drin, daß die 835 Mitarbeiter hatten, in 2008 sogar 904.


Dienstag, 03. Mai 2011

Mainzer Pöstchenspiele.

Der Nürburgring wird weiter durchgereicht: nach Finanzministerium erst Wirtschaftsministerium und jetzt Innenministerium. Solche Klimmzüge werden wahrscheinlich nur gemacht, damit alles schön in den eigenen SPD Reihen bleibt, nachdem feststeht, daß Eveline Lemke den Hendrik Hering aus dem Office kegelt.

Immerhin scheint sich Kurt Beck schonmal auf die “Neuausschreibung” vorzubereiten. Die Formulierung ist mal wieder typisches Politikertheater:

Für den Fall, dass eine Beschwerde in EU Erfolg hat, wird eine Neuausschreibung vorgenommen, sagt Beck.

NEUausschreibung? Als wäre jemals eine ALTausschreibung erfolgt. Und natürlich ist dann nicht er, sondern die böse EU schuld an der Rückabwicklung.

Vor der Wahl hat das noch so geklungen:

Bei dem mit der Hotelkette Lindner abgeschlossenen Pachtvertrag handele es sich um eine Dienstleistungskonzession, die nicht den Vergaberichtlinien unterliege.

Die zweite Erwähnung des Rings im RZ-Ticker hört sich so an:

Ein neues Wirtschaftslichkeitsgutachten und Risikoanalyse für den Nürburgring, die ihn über bisherige Untersuchungen hinaus durchleuchtet, wird sicher auch weiter in der Enscheidungsfindung mitbewertet.”

Analyse? Gutachten? Wie wär’s mit einer Beratung dazu?

Eine bissige strafrechtlich-relevante Untersuchung - das muß jetzt her. Im Moment ist das ja eher ein Schlaflabor. Und Abschluß des Untersuchungsausschusses, der ja unvollendet geparkt wurde.


Dienstag, 29. März 2011

Hallo Rallye - Tschüß Langstrecke!

Dirk Riebensahm ist Nordschleifenfan durch und durch. Er ist auch 20832’ler der ersten Stunde, hat den Audi 200 mit aus der Taufe gehoben. Daß er auch fahren kann, hat er mit dem 3.Platz auf der Zakspeedviper beim 24h-Rennen bewiesen, auch 2010 war er erfolgreich mit der Mintgen GT3 Viper unterwegs.

Mit dem ganzen Zirkus am Ring kann er jedoch im Moment nichts mehr anfangen und die Antworten von Minister Hering auf seine Fragen kann man nur als ausweichend beschreiben.

Jetzt wendet er sich wieder der Rallye zu und hatte am Wochenende einen erfolgreichein Einstand in der Deutschen Meisterschaft: Platz 8 bei der ADAC Wikinger Rallye.

Schade mit Dirk (vorerst?) einen Nordschleifenracer zu verlieren - aber Glückwunsch zu dem tollen Einstand!!


Samstag, 26. März 2011

Genau 1 Jahr nach Vorstellung der Nürburgring Privatisierung: EU Kommission, kein Konzept und nochmal Umbauen.

Am 26.März 2010 hat Hendrik Hering in einer Nacht-und-Nebel Aktion eine Veranstaltung der Tourismusverein Adenau genutzt, um die besiegelte Privatierung des Nürburgring vorzustellen.

Ich habe das ausführlich dokumentiert und würde auch gerne dorthin verlinken, aber ich mußte ja meine Foren abschalten.

Jurist Hering sah sich auch damals mit kritischen Fragen konfrontiert, wie es sich denn mit der Ausschreibung nach EU Recht verhält und hat das wirsch abgebürstet in dem Tenor:

Das haben wir geprüft und wir müssen das nicht ausschreiben.

Leider mussten wir uns mit dieser saloppen Antwort zufriedengeben.

Ganz so lässig wird er jetzt nicht mehr durchkommen, denn die Bundesregierung wird ungemütlich, nachdem die EU Kommission offensichtlich Mängel erkennt. Die WiWo bleibt am Ball:

“Die EU-Kommission sieht offenbar Anhaltspunkte dafür, dass das Land gegen das Vergaberecht verstoßen hat und hat eine Stellungnahme angefordert. Brüssel hat deshalb jetzt einen umfangreichen Fragen-Katalog an die der Bundesregierung geschickt.”

“Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Fragen aus Brüssel nach Recherchen der WirtschaftsWoche in dieser Woche an das Landeswirtschaftministerium in Mainz weiter gereicht. Landeswirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hat nun bis Ende Mai Zeit, seine Stellungnahme nach Berlin zu schicken.”

Nicht nur das nach wie vor dubiose Zustandekommen der Pachtverträge, auch die Konzeptlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Handeln des letzten Jahres:

“Gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte der Sozialdemokrat eine Ankündigung der privaten Nürburgring-Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner, dass die erst 2009 fertiggestellten zentralen Nürburgring-Gebäude Ring-Boulevard, Ring-Arena und Warsteiner-Event-Center ein neues Konzept brauchen und aufwändig umgebaut werden müssen.”

Das sind so Tage, an denen man wehmütig an den schönen Schotterparkplatz auf A6 zurückdenkt.


Sonntag, 20. März 2011

Eine Rechnung über 1.623.500,00 Euro.

Da hat der Herr Koch sicher nicht schlecht geguckt, als ihm der Brief von “Ja zum Nürburgring” in’s Haus geflattert kam. Die Rückforderung an die Nürburgring GmbH in dieser Höhe ist an den Geschäftsführer adressiert und wurde schon am 28.Februar verschickt. Inklusive Kontonummer und allem drum und dran, der Betrag soll sobald er eingeht in eine Sportstiftung eingebracht werden zur Förderung von Nachwuchs und Breitensport.

Absender ist Otto Flimm, witzigerweise hat er seinen Brief an seine eigene Straße geschickt:

Dort ist nämlich die Nürburgring GmbH zuhause in dem originalen Verwaltungsgebäude. Etwas früher am 23.Februar hat Otto Flimm den Kurt Beck angeschrieben, in dessen Auftrag die Eifel zubetoniert worden ist:

“Wir möchten Sie bitten, der aus unserer Sicht prekären Fehlentwicklung, Einhalt zu gebieten.”

Der Verein “Ja zum Nürburgring” hat nicht nur die kürzlich an der Nordschleife investierten 1,6 Mio. beigesteuert, er hat sich auch beim Bau der Grand Prix Strecke mit fast 10% beteiligt.

Man hat in der Vergangenheit den Verbänden und Otto Flimm regelmäßig zugesichert, daß sich trotz Erlebnis°Grab für die Rennstrecken und die Veranstaltungen nichts ändern wird. Andernfalls wäre man schon viel früher auf die Barrikaden gegangen. Jetzt wird klar, daß sich sehr viel ändert - das ehemals zugesicherte Mitspracherecht und die Mitverantwortung für die Rennstrecken werden ad absurdum geführt.

In der Pressekonferenz letzten Dienstag meinte Otto Flimm sogar:

“Die jetzige Situation ist viel, viel schlimmer als unsere Probleme in den achziger Jahren.”

Damals stand der Ring heftig auf der Kippe, nach dem letzten F1 auf der Nordschleife mußte eine neue moderne Strecke her, um einen weiteren Sportbetrieb zu ermöglichen. Man hatte unter dem Banner “Rettet den Nürburgring” 100.000 Unterschriften gesammelt und Otto Flimm hat sich mit aller Kraft für den Ring-Erhalt eingesetzt. Damals ist z.B. Hans-Joachim Stuck mit einem “Ja zum Nürburgring” BMW M1 ausgerückt. Heute wechselt er die Seiten, ebenso wie Hans Jürgen Hilgeland, der Otto Flimm in der Pressekonferenz mächtig in die Parade gefahren ist.

Otto Flimm ist mit Baujahr 1929 fast genauso alt wie die Nordschleife (1927) und ebenso voller Tatendrang. Er hat zu dem wahnwitzigen Überlebenskampf des Nürburgrings von 1976 - 1984 eine aufwendige Dokumentation zusammengestellt:

Ich durfte sie mir ausleihen und bin schwer beeindruckt von den damaligen Kraftanstrengungen, ohne die es heute garkeinen Nürburgring mehr gäbe. Die Nordschleife wäre wahrscheinlich genauso zugewuchert, wie es die Südschleife aktuell ist. Man kann den Briefen und aufbewahrten Zeitungsartikeln entnehmen, welche Energie und welcher Einsatz auch im Zusammenspiel mit der Politik nötig war, damit die Grand Prix Strecke gebaut werden konnte und damit der Nürburgring insgesamt erhalten wurde.

Wir nehmen das heute alles als selbstverständlich gegeben hin, aber das ist es nicht. Über den Hohn, daß diese Anstrengungen im Sinne des Motorsports und des Allgemeinwohls jetzt profitgierigen Freizeitparklern zugeschustert wurden, brauche ich ja nichts zu schreiben.

Die PK war ganz gut besucht:

Otto Flimm sieht die Rückforderung der Millionensumme nicht als Schadensersatz, sondern als letzte Möglichkeit, den Sport wieder an den Ring zurückzuholen. Er favorisiert die Lösung, daß die alte Nürburgring GmbH das operative Geschäft der Rennstrecken verwaltet - so wie vorher - und eine neue, z.B. “Nürburgring Park- und Freizeit GmbH” den Rest betreibt. Diese Zweiteilung ist elementar und deckt sich auch mit dem Aufruf von SAVE THE RING.

Man zieht aber noch weitere Register und stellt sowohl die Vergabe als auch staatliche Beihilfen in Frage. Unterstützt durch ein Rechtsgutachten von Jürgen Kühling ist man überzeugt, daß die Vergabe zweifelhaft ist und die Rechtsfolge in der Konsequenz eine Nichtigkeit der Verträge nach sich zieht. Uuups. Und das sogar vor dem Hintergrund einer Dienstleistungskonzession, die Minister Hering (als ausgebildeter Jurist!) angeführt hat, um die Einhaltung der EU Gesetzgebung zu rechtfertigen. Er vertritt die Meinung, daß diese nicht den Vergaberichtlinien unterliegt. Auch die Aussage:

“Es war gar nicht möglich, andere dort mit einzubinden.”

wurde von dem Gutachten gepflegt auseinandergenommen.

Das ist so übel, daß die Sportler von Politik und Gier so hintergangen werden, daß keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als sich so massiv zur Wehr zu setzen. Und Otto Flimm verdient sich mächtig viel Respekt, daß er 30 Jahre nach seinem gewonnen Schwergewichts-Kampf um den Nürburgring erneut in den Ring steigt.


Freitag, 18. März 2011

Neues von den Blitzmerkern.

Die Wirtschaftswoche bringt in ihrer neuen Ausgabe was über den Ring. Money Quote:

„Boulevard und Veranstaltungsflächen lassen sich in der heutigen Form isoliert betrachtet nicht profitabel betreiben, das Konzept muss verändert werden“, sagten die Geschäftsführer und Inhaber der Betreibergesellschaft, Kai Richter und Jörg Lindner, dem Blatt.

Nicht profitabel betreiben? Hallo Landesregierung, jemand zuhause? Mehr Geld wollen sie von uns auch:

“Dazu sei ein Millionenbetrag erforderlich, der nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre vom Land aufzubringen wäre.”

Ich zitiere an der Stelle noch einmal Stefan Rota vom 27.April 2010:

“Nehmen sie noch ein einziges Mal das Geld der Steuerzahler in die Hand und reißen sie alles ab.”

Am Dienstag meinte Hendrik Hering noch:

“Wir haben Probleme am Ring gelöst und eine gute Entwicklung angestoßen (..)”.

Der Freizeitpark ist wirklich erfolgreich: als Steuergeldvernichtungsmaschine!

UPDATE:

Aufgegriffen von Volksfreund.


Montag, 14. März 2011

Übrig Ns.
  • Neues Wort gelernt: ministrabel.

  • Für die Abflughalle werden nach wie vor verzweifelt Konzepte gesucht - neuester Kreativerguß: VLN Pressekonferenz. Und damit das nicht so leer aussieht, darf jeder kommen und ein paar Autos werden auch reingefahren.

„Die Langstreckenmeisterschaft ist eine Breitensportserie, die sich vor allem durch ihre Fannähe auszeichnet“, erklärt Hans Jürgen Hilgeland, Sprecher der Gesellschafter der VLN. „In diesem Zuge nutzen wir die Möglichkeiten, die uns die neuen Bauten am Nürburgring bieten. Ende März, unabhängig von der Wetterlage, einen Publikumsevent zu organisieren – diese Möglichkeit gab es bislang noch nicht.“

Natürlich gab’s die, sehr gut sogar und das weiß der Jöckel ganz genau, weil er morgens dort die Fahrerbesprechung macht: im Pressezentrum. Kann man super sitzen mit ganz vielen Leuten und die Akkustik ist tip-top. Kann man vom Boulevard nicht behaupten.

Aber Jöckel kann als Sprecher ja die Gelegenheit nutzen und den versammelten Fans erklären warum ihr Forum so böse ist, daß man das Landgericht bemühen muß. Die Überschrift

“Mit Paukenschlag in die neue Saison”

trifft es ja ganz gut.

  • Neu aus der Spielzeugabteilung, so ein bischen wie ein RC Car zum Draufstellen. (via)

  • Morgen ist die Pressekonferenz von Ja zum Nürburgring im Dorinthotel. Werde auch vor Ort sein, um mir das anzuschauen. Und natürlich berichten! ;)

  • Grade war Jörg Lindner bei Center TV. Wenn das ein redaktioneller Beitrag war: ok. Wenn nicht, dann hat es gekostet und zeigt überdeutlich, daß man ordentlich die Kasse aufmacht, nur um das Image zu kitten. Inhaltlich der übliche Blah, wir haben hier etwas ganz Neues geschaffen usw.

Wir sind hier auf dem besten Wege, etwas Einmaliges zu zerstören hätte ich passender gefunden.

Hering: Im Interesse der Region sollte den Betreibern die faire Chance gegeben werden, ihr Konzept umzusetzen.

Das ist ja der blanke Hohn die gleichzeitige Monopolisierung der Dienstleistungen und Streckenkapazitäten in einem Atemzug mit Fairness zu nennen. Von der Demütigung durch NüroDisney ganz zu schweigen.

Licht: Ich persönlich werde dabei eher meine Hand für eine attraktivere Nordschleife heben als für weitere Gelder in eine Achterbahn.

Hört sich viel besser an!


Sonntag, 06. Februar 2011

Kai Richter´s Zugangskontroll- und Plastikkartenfirma ´CST´ jetzt abwickeln.Eveline Lemke redet nicht lange drumherum:

Minister Hering weigert sich anzuerkennen, dass die Art, wie die CST geführt wird, umgehend politische Konsequenzen nach sich ziehen muss. Die Landesregierung darf nicht sehenden Auges zulassen, dass am Nürburgring weiterhin systematisch und gezielt Steuermillionen verschwendet werden. Sonst muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie diese Vorgänge nicht nur zulässt, sondern sogar unterstützt. Sofern die CST jetzt nicht vom Wirtschaftsminister abgewickelt wird, müssen die WählerInnen dies am 27. März wohl mit dem Wirtschaftsminister tun.

Inzwischen führt Hendrik Hering die Geschäfte quasi mit, durch seinen Sonderbeauftragten Gerd Weisel. Der steht auch schon im CST Impressum.

Das mit dem Aufpasser ist natürlich völlig absurd!
Freitag, 04. Februar 2011

Ihr wollt doch eh nichts glauben ...

Die SPD im Westerwald - dem Wahlkreis von Nürburgring Minister Hendrik Hering - wehrt sich gegen die Fakten und stellt die "Glaubensfrage":

@savethering Euch kann man doch darlegen was man will, ihr wollt doch eh nichts glauben. Wartet doch ab, am Ende behalten wir doch recht.

Das mit dem "Abwarten" scheint grade in zu sein:

KEEP CALM AND CARRY ON...

Iss klar, wir unmündigen Bürger haben doch alle keine Ahnung.


Die Politiker für die RLP Wahl befragen - auf abgeordnetenwatch.de

Abgeordnetenwatch ist jetzt scharf geschaltet für die Landtagswahl RLP am 27.März.

Der Sinn liegt darin, daß man den potentiellen Volksvertretern vor der Wahl Fragen stellt und dann entscheidet, wenn man wählt.

Hier z.B. Nürburgring Minister Hendrik Hering.


Verzerrtes Bild der Fakten - Klarstellung vom Landesrechnungshof

Der SWR Bericht gestern über Kai Richter's Ringkarten-Firma hat einige Reaktionen hervorgebracht. Auch aktuell sehr ausführlich vom Landesrechnungshof.

Hier nochmal die chronologische Übersicht:

  1. SWR Bericht gestern im TV
  2. Kai Richter
  3. Hendrik Hering
  4. Landesrechnungshof
  5. Am Schluß schreibt der Landesrechnungshof:

    "Vor diesem Hintergrund erübrigen sich weitere Ausführungen zu der Presseerklärung von Herrn Kai Richter."

    UPDATE:

  6. Kai Richter über RA C.Eßers

UPDATE:

Hier noch der gesamte Brief von Kai Richter an Christoph Würzburger (Redakteur SWR): Input Aktuell


Freitag, 21. Januar 2011

Hendrik Hering im SWR: Natürlich gibt es bei dem ein oder anderen Verärgerung.Hier mal die Sicht von Hendrik Hering, dem Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz:

Wenn Dinge neu geordnet werden und manche Exklusivrechte haben, die jetzt mit anderen geteilt werden müssen, dann gibt es natürlich auch beim ein oder anderen Verärgerung. Insgesamt profitiert die gesamte Region dafür und das ist auch das Ziel gewesen: die Region muß davon profitieren.

So hat er das gestern wörtlich gesagt (fast am Schluß).

Ich glaube im entfernten Mainz hat man noch keine Ahnung davon, wie groß die Verärgerung wirklich ist.
Donnerstag, 20. Januar 2011

Sabine und STR im SWR - inkl. Lindner-only Catering.Eben hat der SWR eine kleine Reportage über die verfahrene Situation am Ring ausgestrahlt. Sabine hat sich viel Aufmerksamkeit erarbeitet, jetzt dürfte die Botschaft auch so langsam in Mainz ankommen.

Ich hatte auch Gelegenheit Save The Ring vorstellen.

Der SWR hat aber noch mehr ausgegraben, der Hammer ist der neue Veranstalter-Vertrag: Catering nur noch über Lindner!



Da konnte auch Herr Hering nicht mehr viel sagen, schaut´s Euch an.

Hier der Film und hier auch als Download.
Donnerstag, 13. Januar 2011

Hendrik Hering macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt.Hendrik Hering, der als Minister das schwarze Loch namens ´Nürburgring 2009´ von Ingolf Deubel vererbt bekommen hat, kann die Aufregung um die 33 Milliönchen zusätzlich überhaupt nicht verstehen. Er empfindet es als normal, schleppende Projekte schiebend in Gang zu bringen und die Politiker haben auch ein schlauklingendes Wort dafür: Anschubfinanzierung.

Ok, nochmal langsam zum Mitschreiben: damit man 2 Millionen Pacht rausbekommt (´.. unerwartet hohe Einnahmen ..´) muß man 33 Millionen einzahlen.

Oder - um das mit den Worten eines bekannten Virnerburger Enthüllungsjournalisten auszudrücken:

"Für wie doof halten die uns eigentlich?"
Dienstag, 11. Januar 2011

Secret 33 Millions additional Ring-LoanDespite the massive loan of 330 Million Euros plus an additional 40 Million to cover debts of the original Nürburgring GmbH, an extra 33 Million loan has made the headlines today.



330 + 40 + 33 ... we are officially at 403 Million Euros now, which sits on the shoulders of Nürburgring GmbH. That´s heavy!

Only revealed by the ´Rheinpfalz´ newspaper today, the Rhineland-Palatinate Minister of Economic Affairs - ´Hendrik Hering´ - had to admit the additional need for money. The officially confirmed 33 Millions are estimated even as 50 - 80 Millions by the newspaper reports.

The funny bit is that Hering still describes this as success, because the damage could have been higher.

The speed of this disastrous development is impressive, they only needed 3 years to spend (waste!) this amount. Imagine how many race tracks you could create for 400 Million!
Donnerstag, 14. Oktober 2010

Die real nicht vorhandenen Besucher im ruin°werk kommen langsam auch in Mainz an.Nach den Jubelmeldungen von Minister Hering, daß am Ring jetzt die Gewinne sprudeln, dachte sich ein Redakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung: Schau´n wir uns das doch mal an. Und ist ziemlich ernüchtert wieder nach Hause gefahren: 7 Besucher in der Flaniermeile, eine gelangweilte Verkäuferin, der sie schon 3 Kolleginnen weggekündigt haben, eine 40 Meter Videowand, auf der Werbung läuft und die sich sowieso keiner anguckt .. - und dann noch das Gerücht, daß der ganzjährige Betrieb im Winter ausnahmsweise an einigen speziellen Wochentagen ausgesetzt werden soll.


Samstag, 09. Oktober 2010

Lieber heute als morgen aussteigen bzw. ´rückabwickeln´.Die Rhein-Zeitung veröffentlicht ein Interview mit Prof. Kühling der Uni Regensburg. Fazit: die fehlende Ausschreibung für den Ring-Betrieb kann noch richtig viel Ärger mit der EU bringen, auch wenn Hendrik Hering das Problem herunterspielt. Als Beispiel nennt er das Köln-Messe-Desaster, das so auch auf Rheinland-Pfalz zukommen kann, wenn die Verträge mit Richter/Lindner ´rückabgewickelt´ werden müssen.

Sauber reingeritten würd ich sagen, was für eine Riesengeldverbrennungsanlage. Nach den Gutachtern sind jetzt die Juristen dran.
Freitag, 08. Oktober 2010

Auf der Intensivstation liegen, aber große Sprüche klopfen.Gestern hat Minister Kühl vom Resort Finanzen den RLP-Businessplan für 2011 vorgestellt und - oops - da sind 60 Millionen Euro für den Nürburgring drin. Dafür läßt sich locker eine neue Rennstrecke bauen! Aber es muß ja unbedingt ein Giga Irgend°was sein.

Vielleicht kann bei Gelegenheit mal jemand das dem Herrn Hering sagen, der phantasiert nämlich grade was von Gewinnen.
Samstag, 04. September 2010

Mehr Transparenz kann ich mir in einer Diktatur kaum vorstellen.Die Vergabe des Nürburgrings an private Betreiber beschäftigt sowohl das Verwaltungsgericht (Dorint-Klage) als auch den EU-Wettbewerbskommissar (Anfrage von CDU und Grünen). Die Landesregierung sieht das ganz gelassen und Hendrik Hering beschreibt im Fernsehen (Do., 2.Sep.), wie seiner Meinung nach Regieren (bzw. in Rheinland-Pfalz: Diktieren) zu laufen hat:



Wir haben im Dezember in einer Pressekonferenz mitgeteilt, daß wir beabsichtigen einen Vertrag mit der Gruppe Lindner und ihren Partnern abzuschließen und haben auch den eigentlichen Vertragsabschluß dann drei Monate später in einer Pressekonferenz verkündet. Mehr größere Transparenz kann ich mir bei einem Vertrag der öffentlichen Hand kaum vorstellen.

Ab Min. 3:00 hier noch in der Mediathek nachzuschauen, bis es wieder gelöscht wird.
Mittwoch, 07. Juli 2010

Hurra! Wir sind Vier-Sterne-Superior!Die Steuerzahler in Rheinland-Pfalz dürfen sich freuen: sie besitzen jetzt offziell eines der seltenen ´Vier-Sterne-Superior-Hotels´. Da ist es natürlich:

Kein Wunder, dass der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering, der ab dieser Hotel-Kategorie aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der Häuser immer informiert wird, am Montagabend persönlich anreiste, um die Sterne am Nürburgring funkeln zu lassen. (Lindner Pressemitteilung)

Wie wär´s denn damit: alle mal im Kreis aufstellen -- und jetzt schön dem Vordermann auf die Schulter klopfen.
Donnerstag, 17. Juni 2010

Die ring°arena braucht eine Küche?In der ring°arena fehlt angeblich die Küche. Weil man bei Stuntshow oder Boxkampf natürlich die Leute aufwendig bekochen muß.

Meine Version geht so: Broich hat die Lücke zwischen den realen und den geträumten Zuschauerzahlen schnell erkannt und das Weite gesucht. Ohne die Großküche zu installieren, die für das Catering geplant war. Jetzt übernehmen wir Steuerzahlen das, generös inszeniert von Herrn Hering, damit das Catering jemand anders machen darf. Ich tippe auf die Firma Lindner, lasse mich aber gerne überraschen. Da hätten bestimmt auch die erfahrenen lokalen Caterer ein großes Interesse in einer schönen neuen Großküche für Umme den Ring zu bekochen.
Freitag, 21. Mai 2010

Die offiziellen Nürburgring Pressemitteilungen lesen sich nur 2 Tage nach "Machtübernahme" völlig ohne Scham wie ein Lindner Werbeprospekt:

"Um das volle Programm für die kleinen großen Ferien auch bis in die Abendstunden hinein auskosten zu können, empfiehlt es sich in einem der Hotels auf dem Gelände einzuchecken. Ob das Ferienhaus im Lindner Ferienpark mit der Familie oder die schicke Suite im Lindner Hotel zu zweit - der Nürburgring bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel das richtige Angebot. Für kulinarische Genüsse sorgen darüber hinaus die verschiedenen Restaurants im Eifeldorf Grüne Hölle."



Noch Ende März hat Minister Hendrik Hering solche Befürchtungen kategorisch ausgeschlossen:

"Von den Verantwortlichen des Nürburgrings und der Lindner-Gruppe sei nie beabsichtigt gewesen, bei Motorsportveranstaltungen wie auch immer geartete Kopplungsgeschäfte in Bezug auf Catering, der Nutzung von bestimmten Hotels oder der Ringcard zu verlangen."

Sind Pressemitteilungen keine Geschäfte?
Sonntag, 16. Mai 2010

Bisher kamen dieses Jahr 23.000 Besucher ins Ringwerk - und das sind offizielle Nürburgring Zahlen. Laut Minister Hering sollen es dieses Jahr insgesamt 170.000 werden. Hab ich ihm damals schon nicht abgekauft, trotz wichtig klingender Berater. Da braucht man sich nur einmal vor Ort selber ein Bild machen und weiß Bescheid. Das hat die Rhein-Zeitung gemacht und aktuell in dieser Wochenendausgabe ganzseitig unter "Tages Thema" berichtet. Der Redakteur saß an dem Sonntag sogar ganz alleine im 4D Kino.



Laut Zeitung ist der Eröffnungstermin für die Achterbahn auch nicht mehr Sommer, sondern Herbst 2010.
Dienstag, 27. April 2010

Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.

Das war der Titel unserer Pressekonferenz, die wir heute in Mainz abgehalten haben. Direkt vor der Türe der Landesregierung.

Wer ist WIR? Als Referenten saßen an dem langen Rednertisch Stefan Róta, Jacques Berndorf, Peter Rumpfkeil, Klaus Limburg, Ossi Kragl und ich - Mike Frison. Diese seltsame Zusammensetzung des Podiums kommt jetzt sicher für einige überraschend, aber das ist kein Zufall.

Vielleicht ein wenig zur Vorgeschichte: der Frust über das unfähige Vorgehen der handelnden Nürburgring-Entscheider hatte bei vielen Leuten soviel Energie freigesetzt, daß es an der Zeit war die Kräfte zu bündeln. Auch ich wurde im Herbst letzten Jahres eingeladen an den Treffen teilzunehmen und um es uns zu ermöglichen, von Anfang an Tacheles zu reden, wurden alle Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet. Neben den Leuten heute auf dem Podium haben aber noch viele andere hinter den Kulissen mitgewirkt - die Gruppe hat ein ziemlich dynamisches Eigenleben. Manche haben sich abgewandt, manche sind neu dazugekommen - wir haben die ganze Komplexität des Themas Nürburgring durchgemacht.

Am Anfang gab es keine genaue Zielformulierung und die konspirativ anmutenden Treffen waren sehr anstregend: es wurde kontrovers diskutiert, nicht selten hat das hohe Spannungsfeld die Nerven strapaziert. Und das Ganze natürlich parallel zu unseren normalen beruflichen Aufgaben, die wir alle haben - Profis eben ;)

Ok, einmal bedauern - danke - :) - ich spule mal vor: nach einem Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürburgring GmbH wurden wir ermuntert Alternativen auszuarbeiten und die Berücksichtigung eines Konzeptes wurde uns zugesagt. Da unsere Analysen weit gediehen waren, wurde ein Termin für eine Pressekonferenz ausgesucht, um unsere Ideen zu präsentieren. Und dann wurden wir alle in Adenau aus heiterem Himmel von Herrn Hering am 26.März 2010 darüber informiert, daß die Verträge unterschrieben sind und die nächsten 20 Jahre Bestand haben werden.

Uupps.

Ihr könnt Euch vorstellen, daß für uns erstmal eine Welt zusammengebrochen ist. Wie geht denn sowas? Nachdem wir das Ganze verarbeitet hatten, war uns klar: man wollte nur Zeit gewinnen, um uns dann klassisch auszubooten. Ok. Botschaft angekommen. Das Land will Ruhe am Ring? Nicht mit uns! Dafür hängen wir zu sehr an diesen 20.832 Metern, daß wir so schnell nicht aufgeben. Der Termin war fixiert - also fahren wir jetzt trotzdem nach Mainz und reden Tacheles. Und unser Konzept? Es liegt fix und fertig in der Schublade, die Bedienungsanleitung für den Nürburgring. Von unseren Regierenden hat sich leider niemand dafür interessiert.

Um sportlich zu bleiben: Fair Play geht anders und wer mit einem solchen Foul das Spiel gewinnt muß sich fragen lassen, was das wert ist.

Die Pressekonferenz an sich war für mich persönlich ziemlich spannend, denn diesmal saß ich nicht als rasender Reporter im Zuhörerbereich, sondern als referierender Nürburgring-Experte auf dem Podium. Ist mal was anderes! Endlich eine Gelegenheit um auszudrücken, was viele (alle?) hier im Forum oder bei den Gesprächen im Fahrerlager bzw. am fiesen FIA-Fangzaun deutlich rüber bringen: das kann doch alles nicht wahr sein! Beton statt Asphalt, Retorte statt Historie: das soll der Nürburgring der Zukunft sein? Und wir haben eine große Lanze gebrochen für den Motorsport, haben das Zahlentraumgebilde vor den großen Augen der Politiker zusammenbrechen lassen, haben anschaulich erklärt, daß die Katastrophe kurz bevorsteht.

Neben den Pressevertretern, deren Berichte grade nach und nach die Öffentlichkeit erreichen, möchte ich hier ein paar Anwesende namentlich aufführen und ihnen auf diesem Wege noch einmal für ihre Zeit danken:
Als Vertreter der Politik sind mir aufgefallen:

Christian Baldauf (CDU),
Günter Eymael (FDP),
Eveline Lemke (Die Grünen - sie hatte in den letzten Monaten als einzige Vertreterin der Politik immer ein offenes Ohr für uns und hat die Gruppe engagiert beraten!),
Alexander Licht (CDU).

Super fand ich auch, daß Christian Kohlhaas an seinem Geburtstag (!!) extra nach Mainz gefahren ist und Horst Philipp und Kalle Müller mitgebracht hat. Natürlich war auch Wilhelm Hahne vor Ort, denn auch er ist ein fleißiger Mitstreiter in der Initiatorengruppe, die für den Ring kämpft.

Wir sind absichtlich in Mainz aufgetreten, da hier die Reporter der Landespolitik zuhause sind und kurze Wege haben. Der SWR war direkt vor unserem Hotel, die Konferenz selber fand in der "Alten Patrone" statt, einer sehr schönen Hofanlage mit perfekter technischer Ausstattung für unseren Anlaß. (Danke für die großartige Unterstützung und auch an den Rettet-den-Ring Verein, der die Location und unsere Hotelzimmer bezahlt hat!!)

Auch wenn die letzten 8 Monate sehr anstrengend und aufreibend waren, ich durfte tolle, charakterstarke Menschen kennenlernen, denen Ehrenhaftigkeit noch etwas bedeutet und die sich nicht dem schnöden Mammon ausliefern.

2 Termine konnten wir auch schon bekannt geben, die Ihr Euch unbedingt rot markieren müßt! Am 19.5.2010 zeigt das SWR Fernsehen eine aufwendige 45-Minuten Nürburgring Recherche um 20:15 Uhr. Und Ende Mai - Anfang Juni erscheint Jacques Berndorf's "Nürburg Papiere" - ein Krimi mit garantiert hohem Unterhaltungswert.

Die Konferenz an sich habe ich komplett mitgeschnitten und werde sie in voller Länge hier im Netz einstellen. Aber ein paar Fotos kann ich jetzt schonmal zeigen:









Und wie geht es jetzt weiter? Von anderer Seite wird gegen die Vergabepraxis eine Klage beim EuGH vorbereitet. Das ist relativ aufwendig, doch die ersten Hürden - vor allem auch die finanzieller Art - sind genommen. Ansonsten heißt es weiterhin: ENGAGIEREN! Wenn jetzt nicht JEDER AUS DER DECKUNG KOMMT, dem die Nordschleife am Herzen liegt, dann wird die ehrwürdige 83-jährige Lady vor unseren Augen lebendig begraben! Wir können etwas bewirken und jede Initiative trägt ihren Anteil dazu bei. Auch zusätzliche Unternehmer bzw. solvente Privatpersonen möchten wir aufrufen sich zu überlegen, inwieweit sie sich finanziell engagieren und einsteigen möchten.

Abschließend bin ich ganz froh, daß wir diese spannungsgeladene Pressekonferenz gut hinter uns gebracht haben. Meine Kleine reagiert inzwischen sehr allergisch auf die roten Kalendareinträge mit dem Titel "Krisentreffen". ;)

Ich finde nach diesem ewig langen Blogolog und für die, die bis hierhin durchgehalten haben ;) paßt auch der Schlußsatz unserer Präsentation ganz gut:

"Wer immer im Windschatten fährt, kann nicht überholen!"
Montag, 29. März 2010

Die denkwürdige Übergabe des Nürburgrings durch Minister Hering an die privat°betreiber letzten Freitag in Adenau hat wenig Resonanz erzeugt. Umsomehr begrüße ich diesen Eintrag hier, der sich mit der Veranstaltung auseinandersetzt.

Hier kann man sich das historisch bedeutsame Hörspiel in 2,5 Stunden Dauer anhören.

Ich möchte zu weiteren Rückmeldungen aufrufen - das ring°umbau Forum erlaubt auch anonyme Einträge ohne vorherige Anmeldung.
Sonntag, 28. März 2010

Die Veranstaltung in Adenau mit Minister Hering und den beiden Nürburgring Pächtern Jörg Lindner und Kai Richter war eigentlich als Tourismussitzung geplant, wurde jedoch zum Schlagabtausch mit Bürgern und Geschäftsleuten rund um Adenau.

Die komplette Veranstaltung von 2,5 Stunden ist hier als Audiofile (220 MB, MP3-Datei) verfügbar, bei 1:57,30 Std. durfte ich mich auch in die Diskussion einbringen.
Freitag, 26. März 2010

Völlig unverhohlen nutzt die Firma Lindner die Werbe- und Kommunikationskanäle der staatlichen Nürburgring GmbH zu ihrem eigenen Vorteil. Der Nürburgring ist eine Einrichtung der öffentlichen Hand und wird, da keine Gewinne erwirtschaftet werden, mit Hilfe von Steuergeldern subventioniert. Jetzt kommt eine Privatfirma (Lindner), die mit einem anscheinend priviligierten Recht in der Lage ist, auf dieser staatlichen Homepage Werbung zu verbreiten. Dies geschieht ohne besondere Kennzeichnung, die grafische Ausgestaltung und Ansprache ist die der Nürburgring GmbH. Die Grenzen verwischen und sind für einen Außenstehenden nicht mehr nachvollziehbar, in einem Atemzug werden genannt:

* Übernachtung (Lindner)
* Frühstück (Lindner)
* Eintritt Ring Casino (Land RLP)
* Eintritt ring°werk (Land RLP)

Und Minister Hering verkündet bei jeder Gelegenheit, daß es niemals Kopplungsgeschäfte geben wird. Alleine in diesem Beispiel ist soviel verkoppelt, daß man garnicht mehr die Grenzen wahrnimmt.

Heute abend ist eine gute Gelegenheit Herrn Hering dazu selber zu befragen, denn offensichtlich stellt er sich den Gewerbetreibenden in Adenau. Da kann er auch gleich was zum Abzug des Adenauer Racing Days sagen, der jetzt im ring°boulevard stattfinden soll.
Dienstag, 23. März 2010

Der SWR Landesschau Bericht von gestern ist jetzt auch online verfügbar.

Hendrik Hering: "Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten."
Montag, 22. März 2010

Der ADAC holt mal tief Luft und schon braucht er beim Ring°Kartenspiel nicht mehr mitmachen:

"Von den Verantwortlichen des Nürburgrings und der Lindner-Gruppe sei nie beabsichtigt gewesen, bei Motorsportveranstaltungen wie auch immer geartete Kopplungsgeschäfte in Bezug auf Catering, der Nutzung von bestimmten Hotels oder der Ringcard zu verlangen."

Das wundersame Friedensangebot kommt zufälligerweise zeitgleich mit einer Information, daß am Nürburgring seit Monaten im Hintergrund ein alternatives Betreiberkonzept ausgearbeitet wird. Im SWR Fernsehen meinte Herr Hering eben, daß kein Weg an einem Betreiber "Lindner" vorbeiführt und eine Ausschreibung nicht in Frage kommt. Die Vorgehensweise kennen wir inzwischen: immer fleißig Fakten schaffen.

So wie sich dieser Text jetzt liest, scheinen die nicht-ADAC Motorsportverbände auch leicht ausgebootet:

"Bereits in dieser Woche sollen die Verhandlungen mit dem ADAC mit dem Ziel einer langfristigen Partnerschaft fortgesetzt werden."

Und noch mal alle herhören:

"Motorsport bleibt Kerngeschäft."

Nur falls da irgendeiner dran zweifelt. Ich finde dieses Bild hat Symbolcharakter, steht am Eingang zum alten Fahrerlager:


Donnerstag, 11. Februar 2010

Wenn ein nagelneues 4-Sterne Hotel am Ring die Übernachtung mit Frühstück für 30 Euro raushaut, dann ist das kein Preisdumping und auch kein Verdrängungswettbewerb. Hat das Landeskartellamt entschieden. Das hätte das Amt sicher auch entschieden, wenn man noch Geld dazubekommen hätte, denn sein Chef ist Hendrik Hering und der ist in Sachen Nürburgring leicht befangen.
Freitag, 29. Januar 2010

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heute großer SPD Aufmarsch. Nach der deutlichen Kritik der Genossen aus Adenau reist Minister Hendrik Hering an, um Werbung für sein Zukunftsprojekt Nürburgring - also die Privatisierung Richter/Lindner - zu machen. Das darf natürlich nicht nochmal passieren, daß 2 bis 3 Leute vor Ort (O-Ton Kurt Beck) Kritik äußern aus den eigenen Reihen.
Im Vergleich dazu ist die lokale CDU handzahm, der Landrat für Ahrweiler Jürgen Pföhler (CDU) und der Adenauer Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes (CDU) lesen der Landesregierung im Bezug auf den Ring jeden Wunsch von den Lippen ab, Herr Pföhler ist sogar langjähriges Ring-Aufsichtsratsmitglied und genießt Expertenstatus, sodaß er bei wichtigen Sightseeing-Touren nicht fehlen darf.
Dienstag, 19. Januar 2010

Minister Hering hat heute gesagt, daß vom 15.August bis 31.Dezember 2009 exakt 48.828 Besucher im ring°werk waren. Das wären 350 Besucher am Tag. Ich hatte mich ja mal auf die Suche nach Besuchern gemacht, also am Freitag den 11.Dezember war keiner da. Auch Victor Francke vom General-Anzeiger aus Bonn ist auf die Suche gegangen, und hat gähnende Leere gefunden. Nur keine Besucher. Geschweige denn 350 Besucher.

Wenn man die 48.828 Besucher auf die Wochenenden verteilt (unter der Woche ist generell nix los), dann wären das über 2.400 Besucher pro Wochenende.

Ich möchte ja jetzt niemandem auf die Füße treten oder die Buchführung der Nürburgring GmbH in Frage stellen, aber das muß die ganz hohe Kunst der Magie sein, daß so Sterbliche wie ich nicht in der Lage sind, diese Masse an Menschen visuell wahrzunehmen.
Montag, 18. Januar 2010

Klare Worte von Evelin Lemke (Die Grünen) zu 6 Monaten Ringwerk: "Das Konzept Freizeitpark am Nürburgring ist ein Flop.".
Herr Hering ist Wirtschaftminister in Rheinland-Pfalz und im Moment das von Kurt Beck auserwählte Sprachrohr in Sachen Nürburgring. Vor nicht allzulanger Zeit kamen Regierungsinfos zu diesem Thema immer aus dem Finanzministerium. Sicher ist Herr Hering einer der best informiertesten Nürburgringexperten, wenn es um Kennzahlen geht. Neben den vielen teuer bezahlten Gutachten hat er auch Zugriff auf alle Details der Nürburgring-internen Zahlen. Diese kommen nun auch zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, natürlich von Wilhelm Hahne, denn der ist von der Landesregierung mit dem Prädikat "Geheimnisverräter" ausgezeichnet worden und hat damit ja quasi einen offiziellen Auftag.

An dieser Stelle mein allerherzlichster Glückwünsch zum 77. Geburtstag an Wilhelm Hahne und daß noch viele weitere glückliche und von positivem Streß begleitete Jahre folgen mögen!

Auf motor-kritik.de schreibt Herr Hahne, daß 2009 von der Nürburgring GmbH 300.000 verkaufte Tickets registriert wurden. Zeitgleich (!) wird von der Presse und Herrn Hering aber nach wie vor kommuniziert, daß der Nürburgring in der Vergangenheit pro Jahr 2.000.000 Besucher vorzuweisen hatte.

Wann bekommen wir - die Bevölkerung und die Nürburgring Anhänger - endlich klaren Tisch? Die Gaukler tanzen und hüpfen und bauen darauf, daß wir auf ihre Tricks reinfallen. Herr Hering sagt: "Aber jetzt haben wir zum ersten Mal realistische de-facto-Zahlen bezüglich der Besucher ..." und baut nach wie vor seine Luftschlösser auf dem Hirngespinst der 2 Millionen Nürburgring Besucher.
Dienstag, 08. Dezember 2009

Verschenkt unsere Regierung jetzt die Nordschleife? Diese Frage muß man sich stellen, wenn man die Details von heute anschaut, die vom Wirtschaftminister Hendrik Hering bekanntgegeben wurden:
Zum ersten Mal wird im Zusammenhang mit der Erlebnisregion der Öffentlichkeit die Summe "350 Millionen Euro" vorgestellt. Weil die neuen Investoren auch die Schulden der Nürburgring GmbH mit übernehmen sollen. Aber nur für 300 Millionen Euro sollen sie die Zinsen und die Abschreibungen bezahlen. Mal grob rechnen (konservative Abschreibung auf 20 Jahre - solange hält das sowieso nicht, fällt ja jetzt schon auseinander):
Das wären an Abschreibung pro Monat 1,25 Millionen Euro und an Zinsen (erstes Jahr bei 4%) nochmal 1 Million dazu, also pro Monat gut 2 Millionen. Wenn die pro Besucher 50 Euro verdienen (nie im Leben! Verdienen!!), dann sind das 1.500 Besucher pro Tag. Garkein Problem, siehe Karneval.
Da ist jetzt noch kein müder Euro Tilgung geflossen, das kommt erst 2 Jahre später.

Wieso wird eigentlich nie die Nordschleife erwähnt? Offensichtlich soll sie den neuen Betreibern möglichst unauffällig zugeschustert werden. Auch hier mal eine grobe Rechnung - seeehr konservativ:
Bei einer Auslastung von 70% und einer angenommenen durchschnittlichen Tagesrate von 13.000 Euro für die Nordschleife ergibt das pro Jahr 3,3 Millionen Euro Einnahmen, also für die angestrebten 10 Jahre 33 Millionen Euro. Das ist jetzt mal grob überschlagen und in Wirklichkeit eher in Richtung 40-50 Millionen Euro (Teuerungsrate, Ticketverkäufe, Industriefahrten, usw.). Nicht nur, daß das Kulturdenkmal in die Obhut von Privatleuten geschoben werden soll, die isoliert betrachtet profitable Nordschleife wird verschenkt (!!!) und in den gesamten Schuldenberg integriert, sodaß für Investitionen, Instandhaltung und historische Pflege kaum Platz bleibt.

Erfreulicherweise wird der Widerstand an allen Fronten zunehmend massiv. Während die Politik die Steuerverschwendung und die POLIS Abfragen in den Fokus rückt (Oppositionspartei a) und Oppositionspartei b)) mobilisieren sich auch die ansonsten ohne Lobby ausgestatteten Nürburgring Anhänger: die Wer-kennt-Wen-Gruppe "Gegen Privatisierung des Rings" hat sich innerhalb weniger Tage zu über 650 Mitgliedern aufgeschwungen und inzwischen sind auch Demonstrationen und Flugblattaktionen in realistische Nähe gerückt.
Sonntag, 08. November 2009

Ist der Nürburgring eine Behörde? In der Landesregierung gibt es ein eigenes Referat für den Nürburgring, es nennt sich "Referat 8709" für "Güterverkehrszentren, Binnenschifffahrt und Häfen, Luftverkehr, Nürburgring, Wettbewerb im Verkehr". Dort arbeiten Thomas Kinnen und Dr.Sylvia Pradel im Auftrag des Volkes. Das Referat 8709 ist der Abteilung 7 "Verkehr und Straßenbau" unterstellt, die wiederum an den Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (Hendrik Hering) berichtet.
Mittwoch, 28. Oktober 2009

Der offene Brief an Wirtschaftminister Hering von Harald Hallerbach ist auch der Eifelzeitung ein Abdruck wert. Die Eifelzeitung ist kostenlos, erscheint wöchentlich und wird aktuell in einer Auflage von 57.000 an die Haushalte der Landkreise Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell verteilt. Die jeweils aktuelle Ausgabe kann auch im Internet als PDF gelesen werden.


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