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Montag, 31. Dezember 2018

Rollt gut rein!

2018 neigt sich dem Ende und rückblickend hatte es Einiges auf Lager. Das Wichtigste sammle ich wie immer im Archiv - da kommt Einiges zusammen - zum Beispiel:

Mikeberichte habe ich mitgebracht von VLN 1 und VLN 8, 24h-Rennen, Formel E, Le Mans bzw. Immekeppel, Eifel-Rallye mit Gruppe B, Intermot, Köln-Ahrweiler Rallye, Retro Classics, und dem Frikadelli Weihnachtsmarkt.

Und ein paar Testfahrten gab es auch mit Honda Motorrädern, elektrischem Mellow Skateboard, und der Vespa Elettrica.

2018 war mein 20-jähriges Bloggerjubliläum - Kinder wie die Zeit rennt.

Noch ein dicker Gruß von mir an Euch während sich das Jahr zu Ende neigt - mit den besten Wünschen für 2019 - kommt nicht unter die Räder und rollt gut rein!

Mike Frison / renn.tv

Bleibt mir treu - wir lesen uns in aller Frische nächstes Jahr!

MikesBlog | Rückblick | Jahresrückblick |


Sonntag, 25. November 2018

Larry Holt und Raj Nair über die Ford GT Entstehungsgeschichte.

Dieses 10 minütige Interview hatte ich noch nicht hochgeladen - stammt vom 24h-Rennen 2017 in Le Mans.

Das war so: ich bin im Fahrerlager in die Ford Hospitality, hauptsächlich um ein paar Aufnahmen von den Fahrern und sonstigen Leuten zu machen. Da saßen dann Raj Nair und Larry Holt relativ entspannt beim Kaffee und ich habe mich einfach mal frech dazugesellt - ich wußte ja, dass sie sich den Ford GT und das Le Mans Projekt ausgedacht hatten.

Das Gespräch entwickelte sich dann ganz schnell ganz interessant und da ich mein Aufnahmegerät für alle Fälle dabei hatte, durfte ich es auf den Tisch stellen:

LM24_FordGT_LarryHolt_RajNair_170616.mp3

Interview ist auch der falsche Begriff, weil die beiden haben sich die Bälle schön zugespielt - ich war quasi überflüssig.

Larry Bold und Raj Nair über die Ford GT Entstehungsgeschichte.

Interessante Hintergründe - z.B. dass man zuerst mit einem Mustang geplant hatte, aber aus Kostengründen der GT in kleiner Stückzahl die bessere Variante war. Und dass der Ford ca. 20 PS weniger als Ferrari und ca. 50 PS weniger als Aston Martin zu Verfügung hat(te) - wie gesagt, das war letztes Jahr.

Damals war ich ja zu Besuch vor Ort - hier auch mein dazugehöriger Bericht. In der Zwischenzeit ist Raj Nair übrigens nicht mehr bei Ford - am Ford GT kann es nicht gelegen haben, denn heute ist er COO von Multimatic. Da schließt sich der Kreis.

Nair | Holt | FordGT | LeMans | LM24 |


Freitag, 02. März 2018

Dieselgate Daily: Anlegerprozess in Braunschweig.

Süffisanter Artikel der Sueddeutschen über einen 9 Milliarden Euro schweren Anlegerprozess.

Allerdings beim VW Heimspiel OLG Braunschweig, was die Gewinnchancen relativiert.

Dieselgate | Volkswagen | Umschaltlogik |


Freitag, 26. Januar 2018

VW ließ Affen mit Dieselabgasen zwangsbeatmen.

Bei der Suche nach kreativen Möglichkeiten die Auswirkungen von Dieselabgasen zu verharmlosen, ließ VW diese Studie durchführen:

Ten monkeys squatted in airtight chambers, watching cartoons for entertainment as they inhaled fumes from a diesel Volkswagen Beetle.

Ein Artikel von Jack Ewing in der New York Times - aufmerksamen Bloglesern ist er ein Begriff.

Matthias Müller hätte das Thema gerne zu den Akten gelegt, aber die Vergangenheit holt ihn und den Konzern immer wieder ein. Was bei solchen Frankenstein-Szenarien ja auch kein Wunder ist.

The details of the Albuquerque experiment have been disclosed in a lawsuit brought against Volkswagen in the United States, offering a rare window into the world of industry-backed academic research. The organization that commissioned the study, the European Research Group on Environment and Health in the Transport Sector, received all of its funding from Volkswagen, Daimler and BMW. It shut down last year amid controversy over its work.

Das sind ja wieder die drei deutschen Premiumhersteller. BMW gibt aktuell wieder in Amerika - in Daytona - viel Geld aus, um das Image aufzubessern.

Dieselgate | Volkswagen | Ewing | Affen | Beetle |


Sonntag, 10. Dezember 2017

Spannender ZDF-Film über Porsche, Piëch und Dieselgate.

Der Film holt weit aus, geht zurück zu den VW Ursprüngen und spannt den Bogen über die Familien Porsche und Piëch bis heute.

Wurde ursprünglich vor 2 Monaten ausgestrahlt und kann jetzt in der ZDF Mediathek angeschaut werden:

Die Volkswagen-Story - Deutschlands große Clans

Ähnlich wie das auch schon Jack Ewing in seinem Buch gemacht hat - aber in bewegten Bildern aus der Historie ergeben die komplexen Zusammenhänge doch noch einmal einen ganz anderen Eindruck.

Habt Ihr z.B. Ferdinand Piëch jemals so entspannt gesehen?

Spannender ZDF-Film über Porsche, Piëch und Dieselgate.

Nach der Jacke frage ich lieber erst gar nicht.

Le Mans 1970 war dann schon spannender - kein Wunder. Aber Porsche gewinnt mit dem Piëch 917er.

Le Mans 1970 war dann schon angespannter - kein Wunder. Aber Porsche gewinnt mit dem Piëch 917er.

Wolfgang Porsche teilte sogar die Anekdote, dass sein Vater Ferry einen Berater hatte, der ihm empfohlen hat Ferdinand Piëch zu adoptieren. Damit er ihn als Nachfolger innerhalb von Porsche besser verkaufen kann. Hatte er damals abgelehnt, weil er schon 4 Söhne habe, da brauchte er nicht noch einen Fünften.

Und aus der Piëch-Era in Wolfsburg stammt der Satz:

“Bei VW gibt es keine Führungskräfte - bei VW gibt es nur Ausführungskräfte.”

So stark war das Unternehmen dem Diktat unterworfen.

Unterhaltsame, spannende - aber auch frustrierende 45 Minuten. Man wird den Eindruck nicht los, dass Macht und Gier alles Handeln beherrscht. Selbst der Motorsport, der uns alle so fasziniert, nur dazu dient, die Macht Einzelner zu stärken. Das ist schon etwas ernüchternd, wenn man es mit Abstand betrachtet.

Porsche | Piëch | Dokumentation | Dieselgate | Historie |


Donnerstag, 28. September 2017

Horst von Saurma ist wieder da - bisher war Ramp eigentlich ganz gut.


Donnerstag, 14. September 2017

VW´s Matthias Müller: Nichts verschlafen und Dieselthema jetzt zu den Akten legen.

Die diesjährige IAA hat schon 2 Pressetage hinter sich, morgen 2 “Fachbesucher” Tage und am Samstag für alle geöffnet bis nächste Woche Sonntag (24.Sep. = Wahltag Bundestag).

Ich hatte schon die historische Brisanz angesprochen, die auch in den Rückmeldungen aus den Medien so reflektiert wird. Die Hersteller hängen schwer in der Luft und man könnte die Messe auch als Konzeptschau bezeichnen, weil alle nur elektrische Zukunftsmusik präsentieren, die man meistens erst in 2 oder 3 Jahren kaufen können wird. Und dann ist 2019 schon wieder die nächste IAA.

Vor diesem Hintergrund ein spannendes Interview mit Matthias Müller, der nach der großzügigen Beurlaubung von Martin Winterkorn seit 2 Jahren den Vorsitz im VW Konzern hat und nach diesem entlarvenden Patzer ordentlich in n-tv von deren Ulrich Reitz gegrillt wird. Und der ihm diese gewagten Statements zu der Dieselthematik entlocken konnte (ab 7:34 Min.):

Ich denke wir sollten das Thema jetzt auch mal zu den Akten legen - wir haben in Amerika ein weitreichendes Settlement mit den Behörden gefunden im Frühjahr - das setzen wir sehr konsequent - und ich glaube auch sehr erfolgreich - um.

Wir haben nichts verschlafen - Volkswagen nicht und die deutsche Autoindustrie auch nicht - wir sind nach wir vor führend, insbesondere was Premiumprodukte anlangt. Dass wir aufholen müssen, das ist klar - wir müssen das Ganze forcieren - weil sich ganz offensichtlich das Bewusstsein der Menschen zur Mobilität verändert - mit dem müssen wir Schritt halten.

Interessante Sichtweise, das jetzt zu den Akten legen zu wollen, während in Amerika langgediente VW Mitarbeiter mit brutalem Strafmaß eingelocht werden - Ende offen, was Anklagen und Prozesse angeht. In Deutschland duckt sich VW weg und fordert von jedem Kunden einzeln einen Gerichtsprozess anzustrengen. Die übrigens zunehmend erfolgreich ausgehen, d.h. Rückkauf des betroffenen Fahrzeugs durch den Konzern. Eine europäische Lösung wird vermieden, hier nutzt VW aus, dass Europa durch die einzelnen Länder fragmentiert ist und man dadurch den Effekt klein halten will. Aber einige Klagen nehmen erst jetzt Anlauf und das weiß natürlich auch Matthias Müller. Ich glaube er versucht den Tenor zu setzen, dass irgendwann ja auch mal gut sein muss und hofft dabei, dass die Öffentlichkeit ebenfalls müde wird von dem Thema. Dabei gibt es hierzulande keinerlei Konsequenzen, außer der Verteufelung des Diesels allgemein, dessen Restwerte für Gebrauchte im Sinkflug sind und der Effekt in den Leasing- und Finanzierungsgesellschaften noch aussteht.

Ich lese übrigens gerade die Aufarbeitung der Ereignisse von Jack Ewing, der dieses Dieselgate-Buch geschrieben hat. Habe das erste Viertel durch - der Autor holt ziemlich weit aus und geht auch lange auf die Ursprünge und den Einfluß von Ferdinand Piëch ein - spannend. Denn die Ära, als Audi durchgestartet ist und VW ebenfalls ähnlich im Premiumbereich positioniert wurde, haben viele von uns damals live miterlebt. Interessant dazu die Hintergründe genauer dargelegt zu bekommen. Jack Ewing arbeitet im normalen Leben bei der New York Times - ich glaube das ist sogar ein Vorteil, dass es sich nicht um einen Autor aus Deutschland handelt.

Dieselgate | Volkswagen | MatthiasMüller | IAA2017 | Piëch | JackEwing | UlrichReitz |


Sonntag, 30. Juli 2017

Dieselgate Sanity Check - in Rubikon und Cicero.

Kennt ihr den Begriff “Sanity Check”? Kommt aus dem Finanz-Controlling. Wenn die Excelsheets rauchen und alles fertig berechnet ist, dann holt man sich erstmal einen Kaffee, lehnt sich weit zurück und überlegt, ob diese theoretische Berechnung auch Sinn macht, wenn man den normalen Menschenverstand anwendet - ohne Formeln und Nachkommastellen. Da ist schon manchem sein tolles Excelsheet um die Ohren geflogen - was natürlich in dem Fall auch erwünscht ist.

So ein Sanity Check - oder auch Realitätsabgleich oder Plausibilitätsprüfung - ist mir letzte Woche in den Turbolenzen des Abgasbetrugs gleich zweimal passiert: als politische Magazine das Thema Dieselgate aufgegriffen haben. Wenn man sich immer nur in automobilen Zirkeln (und Medien) bewegt, kann man leicht den Blick für das Ganze verlieren. Wenn einem aber in fachfremden Medien das gleiche Thema unterkommt und dann auch noch fehlerfrei recherchiert und dargestellt wird, dann ist klar, dass der Mainstream in voller Breite und Tiefe erreicht wurde.

Im Dezember 2015 sah das noch ganz anders aus - da mussten Geeks einen aufwendigen Vortrag abhalten, um andere Geeks auf Augenhöhe zu bringen. Selbst ein Jahr später immer noch. Und jetzt - im Sommer 2017 - nicht mehr, da ist die Gesellschaft inzwischen auf Augenhöhe mit den Geeks und den Ingenieuren.

Der erste Aufsatz ist aus dem Rubikon, geschrieben von Winfried Wolf - einem Diplompolitologen und der Zweite im Cicero, von Daniel Stelter, der in der strategischen Unternehmensberatung zuhause ist. Natürlich empfehle ich beide Texte zu lesen - es öffnet einem die Augen, wo wir mit dem Thema inzwischen angekommen sind.

Die Strategie der beteiligten Autokonzerne - beschwichtigen und aussitzen - ist offensichtlich krachend gescheitert. Leider aber keine Verbesserung bzw. kein Strategiewechsel in Sicht.

Dieselgate | Rubikon | Cicero |


Dienstag, 18. Juli 2017

Joest für Mazda in die USA.

Audi Sport hat den Stecker so kräftig gezogen, dass Joest das Einsatzteam für Mazda (!) in den USA (!) wird.

mazdamotorsports.com:

Mazda Motorsports begins a new era today with the creation of Mazda Team Joest*, which will be the factory Mazda Prototype race team competing in the North American IMSA WeatherTech SportsCar Championship under Daytona Prototype international (DPi) rules. The team will make its racing debut at the 2018 Rolex 24 at Daytona in January.

_____

*(Pronounced YŌst)

Ralf Jüttner:

Wir hatten nach dem Ende unserer Zusammenarbeit mit Audi Ende 2016 mehrere Optionen, haben uns aber für Mazda entschieden, auch weil wir uns schon bei den ersten Gesprächen mit dem Management von Mazda Motorsport sofort wohl und auf gleicher Wellenlänge gefühlt haben.

Das war keine einfache Situation und seit Oktober letzten Jahres sind auch einige Monate vergangen, die Joest überbrücken musste. Jetzt also IMSA statt Le Mans.

Der Mazda ist jedenfalls superschick:

Mazda Team Joest

Bei der Entwicklung ist auch Multimatic mit im Boot, das sind die Kanadier, die den Ford GT mit entworfen haben rund um Larry Holt.

Und um wirklich alle Register zu ziehen, steigt Mazda sofort aus der IMSA Meisterschaft für dieses Jahr aus und konzentriert sich voll auf 2018:

To use the extra months made available by stepping away from IMSA’s championship trail, Mazda’s Riley/Multimatic-built, AER-powered RT24-P DPi models will move to Joest’s European headquarters to begin an extensive testing and evaluation program. While in Germany, the RT24-P will be benchmarked to determine its current state of competitiveness before Joest can address and hopefully resolve the car’s shortcomings.

Da kann sich die IMSA aber für nächstes Jahr warm anziehen!

Mazda | Joest | IMSA |


Sonntag, 18. Juni 2017

Mikebericht Le Mans 24h 2017.

Eigentlich hatte ich dieses Jahr geplant das Rennen gemütlich mit allen digitalen Hilfsmitteln zuhause zu schauen, nachdem ich letztes Jahr bereits zum 3.Mal vor Ort war. Aber wie immer kommt alles anders als man denkt - und letzte Woche Freitag kam der Überraschungsanruf von Ford PR, ob ich Lust und Zeit für Le Mans hätte, weil ein Kollege ausgefallen ist und man einen freien Platz hätte.

Na klar hatte ich!

Während ich diese Zeilen schreibe ist bereits Rennsonntag 12:00 Uhr und ich sitze im Zug auf der Rückreise zum Flughafen Paris. Was für ein Drama liegt bereits hinter uns! Los ging es mit dem absolut unglücklichen und dramatischen Ausscheiden von Pierre Kaffer - wurde einfach abgeräumt!

Aber das Drama sollte erst Fahrt aufnehmen: Toyota ist dieses Jahr mit 3 Autos angetreten und als ich in der Nacht zurück im Hotelzimmer angekommen bin, wurde die Kölner Truppe mit zwei Tiefschlägen niedergestreckt. Inzwischen ist auch Porsche ordentlich gebeutelt und Jackie Chan Racing führt im LMP2 das Rennen an! Und GTE Pro hat sich zu einem unglaublichen Krimi entwickelt - gefühlt hat jedes Auto aus der Klasse irgendwann einmal das Rennen angeführt.

Aber auch ohne soviel Renndrama bin ich wieder komplett geflasht von den Eindrücken - Le Mans ist unbeschreiblich und mir ist wieder klar geworden, was für ein unglaublich schöner Event diese Veranstaltung ist.

Mein erster Weg hat mich zur Rue Bob Wollek geführt und ja - unser Aufkleber von der 2012er Fahrradtour hat zwar inzwischen etwas Patina abbekommen, war aber stolz an seinem angestammten Platz:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Dann auf der Strecke gibt es diese praktischen Bimmelbähnchen zum Überwinden der Distanzen und dieser Kollege hatte auch die passende Musik zur Optik in seiner Bahn - da kam direkt Laune auf:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Als Zuschauer ist es in Le Mans immer etwas schwierig an die Autos ranzukommen, weil die Boxen fest in Teamhand sind und das zweigeteilte Fahrerlager mit speziellen Zutrittsbeschränkungen auch ganz gut bewacht ist. Wenn man über ein Team mit dabei ist, dann gibt es aber immerhin für dieses Team homöopathischen Zugang - hier der Blick von oben aus einer der kleinen Logen über den Boxen:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Dass Audi nicht mit dabei ist, war schon etwas ungewohnt. Ist irritierend, wenn von heute auf morgen der Stecker gezogen wird - auf der anderen Seite gab es aber im Fahrerlager auch etwas mehr Bewegungsspielraum. Dieser Anblick war in der Vergangenheit von Werbung dominiert, ein Jahr später sieht das alles viel neutraler aus:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Bei Ford konnte ich zum ersten Mal Larry Holt kennenlernen - er ist Mr. Multimatic und soweit ich das beurteilen kann zusammen mit Raj Nair das Brain hinter dem radikalen Ford GT. Ich hatte eine spannende Unterhaltung mit den beiden und sie zeigten Verständnis, dass es dem ACO schwer fällt eine gute BOP zu finden. Denn der GT hat eine viel geringere Stirnfläche - aber natürlich alles legal. Leistungsmäßig ist das Auto dadurch viel schwächer als die Konkurrenz - und natürlich sehr viel schwächer als die Serienvariante. Das sind wird ja inzwischen schon gewohnt - die Autos werden einfach viel zu schnell, würde man ihnen die offene Serienleistung erlauben. Aber ist schon grotesk, dass das Rennauto langsamer als die Straßenversion ist.

Jedenfalls ist Larry Holt ein Super Typ und er ist auch genauso drauf, wie er aussieht - irgendwie so eine Art Mischung zwischen Genie und Rockstar, sehr sympathisch:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Bei Ford gab es im Management kürzlich einige Änderungen und ich hatte schon leichte Befürchtungen, dass der Nachfolger von Petrolhead Jim Farley vielleicht nicht ganz so rennbegeistert sein könnte. Meine Sorge war völlig unbegründet, denn der neue Mann von Ford Europa - Steven Armstrong - wollte keine Minute des Rennens verpassen - war bestens informiert und hat die Atmosphäre - zusammen mit seiner Frau - aufgesaugt. Eigentlich so wie alle Engländer, die beim 24h Rennen vor Ort sind - eine große Genießergemeinschaft von gut gelaunten und entspannten Motorsportfreunden:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Das Schöne ist, solche Leute sind wie Du und ich - im Grunde haben sie auch die gleichen Probleme. Nur dass mein Garagenplatzproblem von Motorrädern, Rollern und Fahrrädern bestimmt wird, während er das Problem hat, dass sein privater Ford GT mit der Fahrgestellnummer 9 links und rechts bei eingeklappten Spiegeln nur 2,5 cm Platz an der Garagentür hat! Aber er ist auch begeisterter Fahrradfahrer und seine Frau schlägt bei dem Gedanken an die vielen Räder die Hände über’m Kopf zusammen. Guter Mann - ich bin jetzt schon Fan :)

Ebenfalls vor Ort war A.J.Foyt - Ford’s Le Mans Gewinner von vor 50 Jahren. Wenn er Geschichten auspackt, dann hören alle zu:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Auch wenn solche Schilder nicht ausreichen, um mich vor dem Einsteigen in die falsche Bahn zu bewahren - es gibt in Le Mans nur 2 Linien! …

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

… hab ich es doch zur Fahrerparade geschafft - und die Stadt platzte aus allen Nähten:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Abends sind noch 2 Motortalk Kollegen dazu gestoßen - und wir waren alle schwer beeindruckt von der Atmosphäre in der Stadt.

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Ist schwer zu beschreiben, aber so eine Mischung aus unbeschwertem Rock am Ring - mit Camping-, Bier- und Männerschweiß-Gerüchen in der Luft und einer malerischen Le Mans Altstadt mit engen Gassen, Kopfsteinpflaster und Bars, wie man es nur in Frankreich finden kann. Wenn dann noch eine 2-köpfige Miniband eingebettet in die Gassen und Plätze Chansons und Rocklieder raushaut, dass Du eine Dauer-Gänsehaut-Massage bekommst, dann wird Dir klar, wie speziell das alles in Le Mans ist.

Trotzdem habe ich es am Samstag pünktlich zum Warm Up geschafft, ich wollte ja auch endlich Rennautos in Action sehen!

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

So hätte mir den Zieleinlauf gewünscht - aber inzwischen sind wir schlauer:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Günstig ist das alles nicht, aber da muss man wohl durch:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Die Stimmung aber überall super - was natürlich auch an dem tollen Megawetter gelegen hat:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Im Vergleich zum Ring ist das alles viel weitläufiger und irgendwie auch stilvoller:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Und eine Sache darf auf keinem PKW fehlen: Aufkleber, jede Menge Rennaufkleber!

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

In der Fanmeile war sogar Tesla präsent und sehr belagert:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

… während man bei BMW mit dem Fahrrad punkten will:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Zeiten sind das!

Eine Sache hatte ich bei meinen bisherigen Le Mans besuchen nie geschafft, und das war die Kunstflieger kurz vor dem Start zu fotografieren. Man ist am Start so geflutet von Eindrücken und die Flieger kündigen sich auch nicht an - denn wenn man sie hört, sind sie quasi schon durch. Also habe ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, mich nicht ablenken zu lassen, um sie ordentlich zu erwischen - Bingo!

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Man sieht auf diesem Foto, wie schnell man da mit dem Fotografieren sein muss, denn die schönen Kondensstreifen lösen sich sofort wieder auf:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Die Tribünen waren rundum brechend voll - allerdings wurden diese armen Zuschauer in der Sonne ordentlich gegrillt:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Ich habe dann mein Equipment mit Radio und Computer an den Start gebracht, um das Rennen intensiv zu verfolgen, als mir dieser Dude aufgefallen ist:

24 Stunden Rennen Le Mans 2017

Er war sichtlich beeindruckt, aber wird auch Zeit, dass er uns mal an der Norschleife besucht! Deren 90. Geburtstag heute habe ich leider verpasst, aber ich schicke herzliche Grüße und das Bier wird nachgeholt!

Zur Abrundung noch ein Schwung renn.tv Bilder von meinem Besuch:

Mikebericht | LeMans | LM24 | Ford |


Samstag, 15. Oktober 2016

Motorradfahren in der Zukunft - BMW hat sich mal Gedanken gemacht.

BMW hat unter dem Motto The Great Escape ein Zukunftsmotorrad vorgestellt und dabei sind einige interessante Aspekte diskutiert worden.

Mal von den technischen Visionen abgesehen meint BMW Vorstand Karl Viktor Schaller sinngemäß, dass im Zeitalter des autonomen Fahrens nur noch mit dem Motorrad so etwas wie aktiver Fahrspaß möglich sein wird. Denn die Autos dienen - vernetzt untereinander - nur noch der effizienten Mobilität von A nach B, während das Motorrad weiterhin für Fahrten von A nach A eingesetzt werden wird.

Das finde ich aus 2 Gesichtspunkten spannend: 1.) wie kann ein Mix aus autonomen und individuellem Verkehr harmonieren und 2.) was bedeutet diese Entwicklung für den Motorsport?

Also der Reihe nach: autonomer Verkehr wird viele Vorteile bieten: schnellstmögliche Mobilität zwischen zwei Punkten, hohe Verkehrssicherheit (30+ Kameras pro Auto, Radar, Vernetzung untereinander), sich mit anderen Sachen beschäftigen zu können, z.B. Lesen, kein Auto mehr besitzen zu müssen, sondern es holt einen auf Bestellung ab, usw.

Die Programmierung des Fahrstils dieser Fahrzeuge ist natürlich maximal defensiv, d.h. an erster Stelle steht die Unfallvermeidung. Was man von unserer heutigen Verkehrslandschaft mit den vielen Honks am Steuer ja nicht gerade behaupten kann.

Wenn nun mitten in diesen friedlichen, verzahnten und maximal defensiven Verkehr ein paar wilde Motorradfahrer gemixt werden, wie geht sich das aus? Ich glaube nicht, dass das funktioniert, denn die Individualfahrer könnten die autonomen Roboter nach Belieben hacken, weil sie ja wissen, dass diese jeder sich anbahnenden Kollision aus dem Weg gehen werden. Das heißt im Klartext: man könnte voll auf die ferngesteuerten Fahrmaschinen draufhalten und sicher sein, dass sie ausweichen werden. Das wird natürlich nicht jeder machen, aber alleine dadurch, dass die Möglichkeit besteht und man es ja schlecht geheim halten kann, wird es Leute geben, die das ausnutzen.

Der zweite Aspekt ist die Zukunft des Motorsports. BMW Mann Schaller hat es zwar nicht direkt gesagt, aber wenn selbst die Freude-am-Fahren Firma zugibt, dass Autofahren nicht mehr die Fahrfreude ermöglichen wird, dann heißt das in der Folge, dass auch der Motorsport - also quasi der Zenit der Fahrfreude - auf der Strecke bleiben wird.

Unter´m Strich finde ich es schön, dass man sich jetzt konkret Gedanken macht, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden und wie wir die schönen Seiten aus der Vergangenheit - also den Fahrspaß - mit hinüberretten können. Zu Ende gedacht ist das noch lange nicht. Aber ein klein wenig Hoffnung können wir uns machen, dass zumindest der Motorradsport die bevorstehenden Umwälzungen überlebt. Emmissionsfrei natürlich.

UPDATE:

Tom Schwede greift das Thema auch auf: Mehr Kinderkarussell als Motorrad.

autonom | Motorrad | Zukunft | Schaller | Fahrspaß |


Sonntag, 02. Oktober 2016

Land Motorsport sind GT Masters Meister! Master?

Ist man jetzt Meister oder Master wenn man die GT Masters gewinnt? Egal, bei Land Motorsport knallen mächtig die Korken, nachdem man im Premierenjahr heute den Titel perfekt gemacht hat. Herzlich N Glückwunsch!

Lustig, dass es Patrick Simon war, der den Zieleinlauf kommentiert hat, während sich Vater und Sohn Land in den Armen lagen:

(Klick! für gross.)

So sehen Masters Meister aus!

Land | GTMasters |


Dienstag, 27. Oktober 2015

Marc Marquez: Racer oder einfach respektlos?!

Die Rossi vs Marquez Geschichte vom Sonntag lässt mir keine Ruhe und ich habe mir alles noch einmal im Detail angesehen - vom Start bis zu dem Vorfall in Runde 7.

Und dabei extra nur auf Marquez geachtet - da wurde dann doch einiges klarer!

Für mich steht fest: Marquez hat nicht um eine Position gekämpft oder gar den Rennsieg - ihm ging es einzig und allein darum Rossi aufzuhalten, zu provozieren oder seinen Rhythmus zu zerstören - oder von jedem etwas.

Über die Gründe kann man spekulieren, aber Lorenzo und Marquez sind beide Spanier, das Finale in 2 Wochen findet in Valencia statt und die MotoGP (bzw. 500er WM) sind schon immer sehr spanisch gefärbt. Man braucht sich nur vor Augen zu führen, wo man überall auf der Welt Repsol (nicht) tanken kann.

Was war ich bisher immer froh, dass die Motorradrennen geradlinig Mann gegen Mann ausgefahren wurden und jetzt - auf dem Höhepunkt einer sensationellen Saison - kommt Marc Marquez und lässt dem Showdown die Luft raus.

Ihr müsst Euch mal anschauen, wie oft und wie gefährlich er Rossi in den 3,5 Runden in die Parade gefahren ist. Und wie er Lorenzo kurz zuvor ohne Gegenangriff hat ziehen lassen.

Wäre es ihm um den Sieg gegangen, wäre er entweder vor Rossi oder hinter ihm gefahren, um die Lücke zu den beiden Vorderen zu schließen. Besonders, weil es erst am Anfang des Rennens war. So hat das Ganze nur unnötig Zeit gekostet. Und genau das sollte es auch!

Im Eifer des Gefechts ist mir das am Sonntag morgen nicht so deutlich aufgefallen, aber im Nachhinein liegt es wie ein offenes Buch vor einem.

Auch den Sturz sehe ich inzwischen differenzierter: das mit dem Knie war nämlich eher ein Reflex - Marquez hat sich vorher angelehnt. Er hat den ersten Kontakt gesucht.

Für mich kommen aber noch zwei weitere Aspekte dazu:

Erstens die Gesundheit.

Das was Marquez da veranstaltet hat, war brandgefährlich. Das ist kein Spaß, wenn man auf dem Operationstisch unter’s Messer kommt. Vor allem, wenn einem bleibende Schäden für den Rest des Lebens begleiten werden. Jeder, der sich mit den Folgen von Motorradunfällen arrangieren muss, weiss wovon ich rede. Rossi hat sich für seine verdammt lange Karriere unglaublich gut gehalten - das soll auch bitte so bleiben! Ganz besonders, wenn es wie im Fall von Marquez um nichts geht.

Der zweite Aspekt: Respekt.

Beziehungsweise das Fehlen von Respekt. Ja, Marc Marquez ist zweifacher MotoGP Weltmeister und ganz sicher auch ein Wunderkind. Aber Valentino Rossi ist eine lebende Legende. Um das mal in’s Verhältnis zu setzen: er ist 2001 500er Weltmeister geworden - vor 14 Jahren. Schaut Euch mal seine damaligen Mitstreiter an. Erinnert Ihr Euch noch an Abe? Gott hab ihn selig. Oder Garry McCoy? So viele Namen - so viele Storys. Damals 2001 hat Rossi 11 von 16 Rennen gewonnen. 500er Zweitakt!! Marc Marquez war gerade mal 8 Jahre alt!

Fast forward zu 2015: nur noch 2 Fahrer können den Titel holen. Lorenzo und Rossi. Und statt die beiden es unter sich ausmachen zu lassen, meint Marc Marquez es sei in Ordnung sich einzumischen.

Nein, ist es nicht.

Im Gegenteil: kein Stil, kein Respekt. Ich habe nichts gegen Marc Marquez - aber ganz ehrlich - und sorry für die Wortwahl: was für ein … (hier Begriff der Wahl einsetzen). Er hat zerstört, was ein Riesenfest hätte werden sollen für alle Motorsportfreunde - ein Finale, wie wir es uns gewünscht haben.

Jetzt liegen die Trümmer am Boden, Rossi hat sogar Bedenken überhaupt in Valencia an den Start zu gehen. Wer kann es ihm verübeln.

Im Netz geht es hoch her, eine Petition zur Aufhebung der Strafe hat schon nach einem Tag 250k Unterstützer. Was ansonsten die anderen Fahrer über den Vorfall denken kann man hier nachlesen. Auch Repsol hat sich eingemischt und wettert heftig gegen Rossi, aber wer meint er sei schon am Bodensatz angekommen, der hat den Kommentar von Edgar Mielke noch nicht gelesen. Sowas unterirdisches ist mir lange nicht mehr unter die Augen gekommen. Mat Oxley holt einen wieder zurück auf festen Boden und um die Sache zu komplettieren sind hier die offiziellen Statements der beiden Piloten.

Es gibt auch viele Leute, die wünschen sich, dass Rossi nach dem Start aus der letzten Reihe in Valencia - ohne unnötig aufgehalten zu werden - nach vorne durchfährt, damit die beiden ungestört die Waffen kreuzen können - sympathische Idee.

Ich hoffe immer noch es wendet sich in letzter Sekunde zum Guten. Ein kräftiger Händedruck und wieder fairer und respektvoller Kampf auf der Strecke. Dann wäre die Motorsport-Welt wieder in Ordnung.

Marc Marquez, es liegt an Dir, wie Du in die Geschichte eingehst: Hero oder Hampelmann.

MotoGP | Marquez | Rossi |


Mittwoch, 08. April 2015

Jürgen Alzen fackelt nicht lange - ein Kommentar von einem Racer!

Während sich die Pragmaten so langsam wieder hinter den Hecken hervorwagen und in das Seid-doch-froh-dass-sie-überhaupt-fahren Horn blasen, holt Jürgen Alzen mal tief Luft und lässt Dampf ab.

Ehrlichen Herzblut Racer Dampf:

Unter dem Titel:

“Anpassung ist die Stärke der Schwachen!”

lässt er seiner Meinung freien Lauf:

"Nachdem ich die neuesten Verordnungen zu „Erhöhung der Sicherheit auf der Nordschleife“ auf der VLN Seite gelesen hatte, ist mir jeder, aber wirklich jeder Spaß und Interesse an „RENNEN“ auf der Nordschleife vergangen. Unsere Familie betreibt bereits in der 2.Generation Motorsport, das aus Leidenschaft und nicht aus Geldgier.

Es war, als hätte man bei mir den Schalter von ON auf OFF umgelegt….

Ich für meine Person, will Rennen fahren, Geschwindigkeitsbeschränkungen auf einer Rennstrecke akzeptiere ich generell nicht!

Sorry, so angepasst werdet Ihr mich nicht erleben. (..)"

Müsste Ihr zuende lesen auf seiner Homepage.

Was für eine Erfrischung im Vergleich zu den Angepassten und Genügsamen. Die Nordschleife ist das geilste Stück Asphalt auf diesem Planeten und soll ohne Gegenwehr der Lächerlichkeit preisgegeben werden? Damit ein paar Automarken ihr Programm wie geplant durchziehen können?

“Hier am Ring, wo noch der letzte Rest puristischen Motorsports ausgetragen wurde, beerdigt man eine der geilsten Rennserien der Welt selbst! Das ist der DMSB generierte Nordschleifen Suizid!”

Liebe Racer, nehmt Euch ein Beispiel am Jürgen und jagt die korrupte Bande von Eurer Rennstrecke!

Tags: Alzen | JürgenAlzen | Tempolimit | DMSB |


Montag, 26. Januar 2015

Was haben Wilhelm Hahne und Robertino Wild gemeinsam?

Eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Eventuell noch, dass beide keinen Doktortitel haben - aber das sieht der Herr (Doktor?) Wild mal so - mal so.

Es gab letzte Woche jede Menge Hausdurchsuchungen, WiWo / Florian Zerfaß informieren - mal wieder - umfassenst!

Wild hatte Haus und Hof verpfändet, um den Fuß in die Tür zu bekommen und Malu Dreyer hatte ihn seinerzeit ja schon auf dem Sockel durch die Eifel getragen.

Die 2.Kaufrate für den Nürburgring konnte er aber schon nicht mehr beibringen - da war die Luft raus. Schwer nachzuvollziehen, wie jemand dann trotzdem als der große Zampano durch die Gegend stolzieren kann - aber genau das hat er gemacht.

Auf einer Fandiskussion - das kommt immer gut, wenn man die Öffentlichkeit gewinnen will - meinte er am 13.9.2014:

“Wenn wir scheitern, dürfen Sie mich teeren und federn und aus dem Dorf jagen.”

Und wie er gescheitert ist: Totalschaden.

Ich weiss nicht, was das für Bildchen waren, die der Sachwalter Lieser als Sicherheit akzeptiert hat. Es heisst immer nur “private Kunstsammlung”. Hört sich doch toll an. Vielleicht ist es nur eine selbstgemalte Doktorurkunde - wer weiss das schon.

Das Problem ist jedenfalls, da hatte schon jemand die Hand drauf. Und Kreditbetrug ist kein Kavaliersdelikt - also ist die Staatsanwaltschaft Monate später (!) ausgerückt. Und hat großflächig Büros gefilzt.

Da schließt sich dann der Kreis zu Wilhelm Hahne. Den wollten sie damals, als Deubel und Beck noch das herrschaftliche Zepter geschwungen haben, ruhigstellen. Na der Schuß ist aber mächtig nach hinten losgegangen.

Ich war noch nie bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz, aber ich stelle mir das so vor, dass die da ein eigenes Nürburgring-Resort haben. Den Flur lang und hinten gleich hinter “Rauschgift” links. Leider ist die Abteilung chronisch unterbesetzt, sodass die Abläufe nur nacheinander abgearbeitet werden können. Gleichzeitig wäre der richtige Weg. Mir fallen auf Anhieb 3 Bälle ein, die sie aktuell in der Luft halten wollen: Deubel, Barandun und jetzt Wild.

Wie wurde das so schön auf Twitter kommentiert:

“Mit R.Wild hat’s am Nürburgring sicher nicht den Falschen getroffen - aber keinesfalls den Richtigen!”

Ordentlich Druck im Kessel ist bestimmt nicht das, was Malu Dreyer mit ihrem brutalen Ministerkahlschlag erhofft hatte. Der Boomerang holt ordentlich Anlauf und das Frühjahr 2016 (neue Wahlen) rückt unaufhaltsam näher.

Wer weiss, was die Fahnder an brisantem Material rausgetragen haben. Soll Wild nur zum Sündenbock gemacht werden oder ist es die Spitze des Eisbergs? Wir wissen, was alles unter der Decke schmort und dem Herrn Lieser hat es sicher nicht geschmeckt, dass sie bei ihm Material abgesaugt haben. Propaganda Nuvoloni hat auch gleich verniedlicht, aber Oberstaatsanwalt Kruse hat nochmal den Besuch der Behörde bestätigt.

Bisher ist Jens Lieser nur als Zeuge Teil der Ermittlungen und natürlich hat er ein starkes Interesse, dass das so bleibt.

Ob die Aktionen in Brüssel zur Kenntnis genommen werden? Man hat den Eindruck die EU’ler wollen im starken Schulterschluss mit der RLP Regierung jeden Sturm aussitzen. Bisher kommen sie damit durch, aber wenn noch mehr Wind aufzieht könnte es eng werden.

Wenn es nach mir geht, dann dürfen sie gerne aussitzen: für ein paar Jahre bei Wasser und Brot auf der Kartause.

Tags: Wild | Robertino | Kreditbetrug | Staatsanwaltschaft | Kunstsammlung | Hausdurchsuchung |


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Freitag, 07. März 2014

Williams Martini Racing.

Was für ein Design!

OK, die Nase holt uns wieder ein Stück auf den Boden der Tatsachen zurück.

(© Williams, Bild in gross / Galerie.)

Trotzdem sehr schön, daß zum einen Williams diesen kultigen Sponsor aus der Versenkung zurück zum Motorsport gebracht hat und zum anderen, daß sie das Design sehr elegant und zurückhaltend umsetzt haben.

Tags: Williams


Samstag, 23. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • Bei den Aussagen von Jörg Lindner habe ich mir eine gesunde Skepsis angewöhnt, aber das hier kauf ich ihm sofort ab:

“Wir sind nicht dazu da, wenigen Menschen die Ausübung ihres Sports zu ermöglichen.”

Doch die Automotive richtet das Rennen nicht allein aus. Nach dem Zuschlag ließen Lindner und Richter zwei neue Firmen eintragen: Die Grand Prix Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG und als Komplementärin die Grand Prix Rheinland-Pfalz Verwaltungs-GmbH. Lindner und Richter sind jeweils einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer.

Im Klartext heißt das: Richter und Lindner verschieben mit der Konstruktion einen Teil ihres Geschäfts an andere Firmen und dennoch an sich selbst. Die Nürburgring Automotive GmbH muss laut Betriebspachtvertrag einen Großteil ihres Gewinns an die Nürburgring GmbH und somit das Land abführen. Ein Teil der Gewinne aber fällt nun bei anderen Firmen an – das Land geht leer aus.


Montag, 21. März 2011

Übrig Ns.
  • Die Zubetonierer lassen gegen die pöse, pöse Berichterstattung wettern. Ich wär nichtmal überrascht, wenn die Rechnung für die Umfrage nach Mainz gehen würde. Obwohl: ist eigentlich egal, am Ende blecht in beiden Fällen der Steuerzahler. Die Medien sind aber auch sowas. Von schuld. An allem.

  • Da beißt sich die Katze in den Schwanz: gerne würde ich dem Staat helfen und die mir zugeschickten PMs der Exekutive bzw. der Polizei Adenau veröffentlichen, das ging früher prima über das Forum. Aber die Judikative bzw. das Landgericht Köln haben meinem Forumsbetrieb so starke Auflagen gemacht, daß ich gezwungen bin ihn einzustellen.

Klassisch von hinten durch’s Knie direkt in’s Auge würd ich mal sagen.

“Während beim Nürburgring die Millionen nur so rausgehauen werden, bleiben die Investitionen in das Personal bei der Polizei weit hinter dem Notwendigen zurück.”

Mir persönlich kommt die Polizeipräsenz am Nürburgring deutlich höher vor als vor dem Betonzeitalter.

UPDATE:

Der “schuld” Link ging wohl nur temporär, hier nochmal.


Samstag, 29. Januar 2011

Heute startet in Daytona/Florida das 24 Stunden Rennen.Jetzt am Wochenende steigen die 24 Stunden Daytona. Nach Kart in Köln und GLP in Dubai jetzt also ernstes Angasen mit einigen Nordschleife-Granaten am Start. Neben Luhr, Lieb, Bergmeister usw. auch Boris Said, wäre schön ihn auch nochmal am Ring zu sehen! Mit der Übertragung von Bewegtbildern ist es zwar etwas dünn, aber Eurosport 2 zeigt Start und Finish. Los geht's heute abend um 21:30 Uhr, das sind 15:30 Uhr Ortszeit.

Da hab ich jetzt ein Problem, weil RTL hat die letzten Tage erfolgreich meine Cheffin umgarnt und heute so ein Down-Under Finale ziemlich zeitgleich im Programm. Das hat allerdings auch seine interessanten Seiten, wie man bei Thomas Knüwer gut zusammengefasst nachlesen kann! Mal sehen, wie ich auch der Nummer rauskomme.

Es gibt noch ein paar schöne Infoquellen, z.B. diesen GT Eins Thread, grand-am.de oder das offizielle Live Timing.

Daß die Gasköppe auf der ganzen Welt einen besonderen Zusammenhalt demonstrieren zeigt nicht nur die Übersetzung dieses Video´s durch Frank, der auf der Isle of Man lebt, sondern auch das schöne Foto von Norbert, der selbst in Florida mit dem Herzen in der Eifel ist:


Montag, 22. März 2010

Der ADAC
holt mal tief Luft und schon braucht er beim Ring°Kartenspiel nicht mehr mitmachen:

"Von den Verantwortlichen des Nürburgrings und der Lindner-Gruppe sei nie beabsichtigt gewesen, bei Motorsportveranstaltungen wie auch immer geartete Kopplungsgeschäfte in Bezug auf Catering, der Nutzung von bestimmten Hotels oder der Ringcard zu verlangen."

Das wundersame Friedensangebot kommt zufälligerweise zeitgleich mit einer Information, daß am Nürburgring seit Monaten im Hintergrund ein alternatives Betreiberkonzept ausgearbeitet wird. Im SWR Fernsehen meinte Herr Hering eben, daß kein Weg an einem Betreiber "Lindner" vorbeiführt und eine Ausschreibung nicht in Frage kommt. Die Vorgehensweise kennen wir inzwischen: immer fleißig Fakten schaffen.

So wie sich dieser Text jetzt liest, scheinen die nicht-ADAC Motorsportverbände auch leicht ausgebootet:

"Bereits in dieser Woche sollen die Verhandlungen mit dem ADAC mit dem Ziel einer langfristigen Partnerschaft fortgesetzt werden."

Und noch mal alle herhören:

"Motorsport bleibt Kerngeschäft."

Nur falls da irgendeiner dran zweifelt. Ich finde dieses Bild hat Symbolcharakter, steht am Eingang zum alten Fahrerlager:




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