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Sonntag, 19. Juli 2020

Wie baut man am geschicktesten eine Uhr an eine Motocross?

Die Enduro, die ich vorher hatte, hatte einen entscheidenden Vorteil: eine kleine Uhr im Minimalcockpit. Da habe ich mir immer die Zeit gemerkt und hatte im Blick, wie lange mein Turn schon dauert.

Meistens verschätzt man sich - und zwar nach oben: man meint schon mindestens 20 Minuten unterwegs zu sein - in Wirklichkeit sind es aber nichtmal 10 Minuten.

Mir macht es Spaß relativ langsam, aber dafür ausdauernd lange zu fahren. Ist beim Crossfahren eine gute Herausforderung und wenn man es lange genug aushält, trainiert das nicht nur das Fahren, sondern auch den Körper.

Ich bin sogar schon 60 Minuten am Stück gefahren, aber das war dann tatsächlich zu lange. Wusste ich aber erst hinterher, weil keine Uhr am Motorrad.

Ich habe auch mal gegoogelt und mich rumgefragt, aber so eine wirklich Lösung gibt es nicht. Gewöhnlich bindet man sich eine billige Digitaluhr mit Hilfe von Kabelbindern auf den Lenkerschutz.

Wollte ich eigentlich auch machen, aber so ideal fand ich das nicht, weil der Lenkerpolster soll ja eigentlich polstern.

Auf der Suche nach eine arbeitslosen Uhr ist mir meine alte Polar in Hände gefallen. Die stammt noch aus der Vor-Handy-Zeit. Das ist aber nicht der Grund, warum ich diesen Post schreibe, sondern der Uhr-Halter, den es von Polar gibt, um die Uhr am Fahrrad zu befestigen.

Und was soll ich sagen, das funktioniert auch hervorragend am Crosser:

Wie baut man am geschicktesten eine Uhr an eine Motocross?

Also falls da jemand eine ungefrickelte Lösung sucht: das wäre mein Vorschlag.

Wird mit 3 Kabelbindern befestigt und ist entsprechend: fest.

Habe es am Samstag getestet: passt.

Natürlich war jetzt auch meine Neugier geweckt, was denn so der Puls hergibt. Meine Pumpe ist noch original und Baujahr 65 - da war ich dann doch einigermaßen überrascht, dass das so um die 160 pendelte - 165 in der Spitze. Wohlgemerkt: beim langsamfahren! Habe dann auch versucht den Puls etwas zu senken, hat nicht wirklich funktioniert. Weil dann doch zu langsam.

Und weil wir gerade so schön beim Thema sind: wie läuft das mit dem Crossfahren? Ihr erinnert Euch: KTM im Januar gekauft, pünktlich vor der langen Coronapause. Immerhin fleißig Fahrrad gefahren.

Aber so langsam kommt Schwung in die Bude: die letzten 4 Samstage konnte ich regelmäßig ausrücken, komme so auf etwa 90 Minuten Fahrzeit aufgeteilt in 3-4 Turns. Das regelmäßige Fahrradfahren hilft bei der Kondition ungemein und im Gegensatz zur EXC vorher habe ich jetzt eine Lenkererhöhung eingebaut, das funktioniert ganz gut.

Der 350er Viertakter geht mächtig zur Sache, Vollgas sieht der bei mir nie - wahrscheinlich nichtmal Halbgas. Traktion ist mega, die Dosierung eher so on / off, daran muss ich mich noch gewöhnen. Insgesamt habe ich jetzt 7,7h auf der Uhr, also alles noch recht neu. Und so fährt es sich auch.

Sorry, wenn ich jetzt etwas sentimental werde - aber für mich geht da gerade ein Kindheitstraum in Erfüllung. Ein neuer und zuverlässiger Crosser, entspannte Trainingsmöglichkeiten, und eine Garage, um das Spielzeug zu warten - so habe ich mir das immer vorgestellt. Hat eine Weile gedauert, aber das ist jetzt tatsächlich so. Dazu noch eine Familie, die den Rennrentner machen lässt - ich glaube ich bin angekommen :)

Wie baut man am geschicktesten eine Uhr an eine Motocross?

Motocross | KTM350SXF |


Sonntag, 28. Juni 2020

N´dlich wieder Motorsport!

Am Samstag konnte ich endlich nochmal ausrücken zum Motocross - wie sehr habe ich den Moment herbeigesehnt, so sieht ein glücklicher und verschwitzter Motorsportler in seinem Element aus:

Mike Frison / renn.tv

Kurze Rückblende:

Ich war heiß auf die Saison, bin fleißig mit dem Rad zur Arbeit gefahren - auch im Winter - doch dann die große Coronapause. Da steht das scharfe Eisen quasi neu und vollgetankt in der Garage, und ich kann nicht fahren!

Der Originalplan war, die Winterpause möglichst kurz zu halten, damit es mir als altem Sack nicht so schwerfällt wieder in den Tritt zu kommen. Gibt wahrscheinlich nicht so viele Ü50, die mit dem Crossfahren anfangen. Und dann auch noch dank Corona Home-Office, wodurch mein Arbeitsweg - und damit mein Radtraining - wegfällt. Schöner Driss.

Ursprünglich war ja mein Plan B, dass ich meinen Arbeitsweg fake. Dass hat auch ganz gut geklappt, aber inzwischen bin ich bei Plan C, denn das kleine Schwarze läuft so schön, dass man mit genug Zeit auch eine 100km Runde zusammenbekommt.

Mike Frison / renn.tv

Die Strecke habe ich weiter optimiert - und inzwischen ist sie echt toll, eine Mischung aus asphaltierten Feldwegen, festen Waldwegen, flüssigen Singletrails und idyllischen Ortsdurchfahrten. Gesamt 90km und einmal um Euskirchen, also ohne Pause so etwa 4,5h. Sind auch ein paar knackige Steigungen dabei, aber der Rest ziemlich flach - ist ja ein getriebeloses Singlespeed.

Mike Frison / renn.tv

Doch was nützt die ganze Planung und das Training, abgerechnet wird auf der Crossbahn. Und gestern war es soweit:

  • 27.Juni: erstes richtiges Training auf großer Strecke.

Neben der Fitness hatte ich noch ein weiteres Fragezeichen: ob sie anspringt. Denn inzwischen haben die Crosser keinen Kickstarter mehr, alles läuft über die kleine Lithium-Ionen-Batterie. Dafür bräuchte man aber ein spezielles Ladegerät - also Risiko und erst vor Ort zünden. Damit nicht unnötig Strom verbraucht wird.

Was soll ich sagen: hat alles prächtig funktioniert - ist direkt angesprungen und ich habe mich auch gleich wieder wohlgefühlt. Natürlich fahre ich immer noch mein Anfängertempo, aber anstrengend ist es allemal - heute einen Tag später habe ich ordentliches Muskelkater. So soll das sein.

Insgesamt waren es vier Turns je 20 Minuten - der Klassiker könnte man sagen. Ich bin immer noch schwer beeindruckt, was solche Crosser heutzutage leisten. Laufen sauber, springen immer an, Druck ohne Ende, Fahrwerk mit mächtigen Reserven für Normalos - garantierter Fahrspaß. Wenn ich da an damals denke, als wir uns als Jugendliche so eine ausgenudelte 125er luftgekühlt zusammengestottert haben, die aber eigentlich nie lief - was für ein Krampf. OK - ist auch 40 Jahre her - Alter, wie die Zeit vergeht. Aber so lange laufe ich schon der Idee hinterher, mir einen neuen Crosser zuzulegen - also neu im Sinne von frisch aus der Kiste - um damit regelmäßig auszurücken. So langsam scheint das Realität zu werden, hoffentlich breche ich mir nichts, das fehlt jetzt noch.

Letzte Woche wurden von KTM auch die neuen 2021er Modelle vorgestellt - das ist im MX Bereich so üblich, dass das relativ früh im Jahr stattfindet. Das Gute dabei, dass das wieder eine Minor Revision war, also kleinere Verbesserung ohne den Rahmen oder die Plastikteile zu verändern. Das heißt mein blauer Plastik-Kit würde auch da noch passen, wenn es später mal eine 2021 werden sollte.

Am Wochenende gab es auch noch anderen Motorsport, nämlich den 1. VLN Lauf. Unterwegs dachte ich, ich schau mal, wie es läuft - aber auf Twitter nur das große Schweigen. Keine Infos zum Rennen auf @vln_de - dem offiziellen Kanal. Dafür, dass im Vorfeld in jedem zweiten Satz das Wort digital gefallen ist und man sich gerne als modern und fortschrittlich verkauft, war das dann doch eher enttäuschend. Ich schmeiß von unterwegs sicher kein Youtube an, nur um mal zu gucken, was so geht.

Und wenn man sich dann mal im nachhinein anschaut, wieviele Teams, Fahrer und Zuschauer den offiziellen Kanal referenziert haben, dann kann man sich gut vorstellen, wie der Notification-Button auf dem Account geglüht haben muss. Da gehört schon eine ordentliche Portion Sturheit dazu, das zu ignorieren.

OK - eh nicht mehr meine Welt. Den Fahrern ist es zu gönnen, können sie endlich mal wieder auf die Nordschleife. Nachvollziehbar. Aber als Zuschauer ist - zumindest für mich - der Zenit längst überschritten. Sollen es andere zu Grabe tragen. Kaufautos von der Stange, die in fast 30 verschiedenen Klassen ihre eigenen Rennen austragen. Und nach dem Rennen wird natürlich von ebenso fast 30 kommerziellen PR Strategen der großartige Erfolg posaunt - sind ja auch 30 glorreiche Siegerteams zu feiern.

Wenn man sich die Fotos anschaut, dann wird der Kaufauto-Einheitsbrei offensichtlich. Aber bitte, soll jeder selber entscheiden. Ich will das ja niemandem madig machen - nur nicht wundern, wenn ich selber besseres zu tun habe.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre so ein letztes mächtiges Aufbäumen. So noch einmal richtig aus dem Vollen, bevor der Hahn zugedreht wird. In Le Mans ist das gelungen: Audi, Porsche, Toyota - was für eine Schlacht. Am Ring waren das vielleicht die Jahre so um 2005, als Prototypen noch gewinnen durften. Danach nur noch kommerzielles Rahmabschöpfen - noch schnell die Seele verkaufen, bevor die große Ebbe einsetzt.

Problematisch wird nur für die Zukunft, dass man krampfhaft versucht, an Altem festzuhalten. Man hätte längst mit neuen Konzepten experimentieren müssen - als der Sport brummte und es Reserven gab. Aber jetzt - mit dem Rücken an der Wand - ist der Bewegungsspielraum natürlich nicht mehr vorhanden und man kann nur noch auf Zeit spielen. Und hoffen. Dass Corona bald vorbei ist, dass die Wirtschaft sich schnell wieder erholt, dass das mit dem Elektro und autonomen Fahren noch weit weg ist, dass die Leute möglichst bald wieder neue Autos kaufen und Vollgas fahren. Good Luck with that.

Von daher passt die zuschauerlose Nordschleife eigentlich ganz gut zur seelenlosen Rennserie.

Kommerzialisiert bis zur Unkenntlichkeit, ich glaube es würde sich sogar niemand wundern, wenn man in den Fernsehbildern die Zuschauer digital reinrendern würde. Austauschbar, reine Kulisse, geduldet ohne Mitsprache - so wie der digitale Applaus aktuell bei den Fußballspielen.

Ach - was rante ich hier rum - gehe ich nächste Woche wieder im Dreck wühlen und langweile Euch danach wieder mit meinen Anfängerberichten. Hauptsache Spaß in den Backen. Ist schon bemerkenswert, dass Integrität und Dreck im ehrlichen Sport so nah beieinander liegen.

Motocross | KTM350SXF | Langstrecke | Corona |


Sonntag, 19. Januar 2020

Aus dem Fuhrpark: erste Ausfahrt mit dem neuen Viertakt-Crosser.

Der Zuwachs machte sich zwar schon 2 Wochen in der Garage breit, aber zünden konnte ich die KTM noch nicht, weil noch keine Strecke aufhatte. Bis gestern, da konnte ich in Andernach / Plaidt - also quasi meiner alten Heimat - auf der kleinen, aber anspruchsvollen Bahn mitfahren.

Da kamen also mehrere Sachen direkt auf einmal zusammen: seit 7 Wochen nicht mehr MX gefahren, ein funkelnagelneues Motorrad, zum ersten mal einen richtigen Crosser bewegt, dann noch mit Viertakt statt Zweitakt und das alles auf einer neuen Bahn.

Mike Frison / renn.tv

Als Anfänger in dem Sport war ich einigermaßen aufgeregt - immer spannend, wenn man sich neuen Situationen aussetzt. Aber im schönen Sinne.

Die Bahn war leicht zu finden, hatte eine etwas abenteuerliche Anfahrt, aber insgesamt eine schöne, gemütliche Anlage. Also genau das, was ich mir gewünscht hätte, als ich noch in Andernach gewohnt habe. Bin dort aufgewachsen - erst das Studium hat mich 1987 auswandern lassen.

Mike Frison / renn.tv

Im Vergleich zu dem Zweitakter ist der Viertakter schon um einiges pflegeleichter: kein Öl zum Benzin mischen, Kickstarter gibt es nicht mehr - nur noch elektrisch und dank Einspritzer ist sie bei jeder Temperatur auch direkt auf Knopfdruck einsatzbereit. Manchmal würde ich mir einen On-/Off Schalter wünschen, denn ein Zündschloss gibt es natürlich nicht und beim Rangieren kommt man schonmal aus Versehen an den Startknopf - bekommt man einen Schreck, wenn sie auf einmal losbollert.

Und Bollern kann die 350er ganz gut - steht kräftig im Futter und das hört man ihr auch an. Optisch sind die 250er/350er/450er kaum zu unterscheiden, da muss man sich schon auskennen und auf die Details achten.

Von der ersten Fahrt sind mir zwei Sachen in Erinnerung geblieben: die starke Motorbremse im Vergleich zum 2-Takt und die kräftige Traktion untenraus. Meine alte EXC 300 hatte zwar auch Bumms, aber brauchte schon eine Handvoll Gas und etwas Drehzahl. Das ist bei der 350er angenehmer: die viertaktet schön kräftig von unten raus aus den Kurven. Und wenn man Leistung braucht: einfach das Gas stehen lassen und Drehzahl sammeln, dann fährt das Motorrad ganz schnell mit mir - statt ich mit dem Motorrad. Und Drehzahl gibt es reichlich: der Begrenzer setzt erst bei schwindelerregenden 13.400 U/min. ein.

Mike Frison / renn.tv

Insgesamt war es eine schöne, problemlose Ausfahrt und ich konnte entspannt erste Erfahrungen sammeln und die Wintermüdigkeit aus den Knochen schütteln. Nicht schlecht für Mitte Januar. So ein neues Motorrad hat schon Vorteile: Reifen, Kette, Lager, Federung, Bremsbeläge … alles neu und spielfrei.

Mike Frison / renn.tv

Nach der ersten Fahrt bin ich mit der Wahl für die 350er sehr zufrieden: beeindruckend satte Leistung, aber nicht, dass man überfordert wäre - so wie es der 450er schonmal nachgesagt wird.

Mike Frison / renn.tv

Dank neuem Waschpark direkt um die Ecke habe ich uns noch vor der Heimfahrt eine Runde Beauty gegönnt. Eine schöne Anlage mit allem, was das Männerherz an einem matschigen Samstagnachmittag so braucht. Mit Herz für Crossfahrer - auch nicht selbstverständlich.

Mike Frison / renn.tv

Hört sich jetzt komisch an, aber der Dreck in Plaidt ist ein komplett anderer als der, in dem ich mich bisher gewälzt habe. Der Arnoldsweiler- oder Satzveymatsch ist im Vergleich richtig klebrig und aggressiv, darf man auch nicht über Nacht am Motorrad lassen, das greift gerne das Aluminium an. Könnte man in schlechten Zeiten wahrscheinlich als Betonersatz verwenden.

Die Crossmotorräder von heute sind schon feine Gefährte: haltbare Sportgeräte, leistungsfähig und pflegeleicht - das war nicht immer so.

Was mich wundert: dass die Elektronik noch so sparsam eingesetzt wird. Das hört sich jetzt widersprüchlich an, denn eigentlich bin ich ein Freund von einfacher und purer Mechanik. Aber bei einem solchen Sportgerät und weil sowieso schon Einspritzung am Start ist, wären konfigurierbare Einstellmöglichkeiten schon eine tolle Verbesserung. Jemand wie ich könnte den Drehzahlbegrenzer runtersetzen und eventuell auch die Leistung begrenzen - das würde mir den Einstieg erleichtern und auch das Material schonen. Dann wäre auch eine 450er kein Problem und man hätte Reserven nach oben.

Wenn wir in ein paar Jahren elektrisch diesen Sport ausüben können, dann wird das Standard sein, denn so ein Elektromotor lässt sich viel einfacher konfigurieren und per Software anpassen. Selbst mein Mellow Skateboard hat schon 4 Fahrmodi von Rookie bis Pro und in Kombination mit Computer oder Handy-Anschluss sind die Möglichkeiten quasi unbegrenzt. Das würde so einem aggressiven Crosser auch gut zu Gesicht stehen. Denn aktuell muss der Motor den Bereich von Einsteiger bis Rennfahrer ohne Einstellmöglichkeit abdecken. Zusätzlich zu der stufenlosen Leistungswahl mit der rechten Hand gibt es die Möglichkeit aus 2 Settings zu wählen (Map 1 und Map 2), aber ich bin aus Versehen erst mit Map 2 gefahren, konnte aber keinen Unterschied zu Map 1 feststellen.

Yamaha hat das wohl als Erster erkannt - die YZ Modelle erlauben vielfältige Einstellmöglichkeiten und man kann die Settings auch über Userforen untereinander austauschen. Sehr sinnvoll und bringt die Wettbewerber in Zugzwang - da wird die nächsten Jahre einiges passieren. Und wann wird es komplett elektrisch? Schwer zu sagen - optimistisch vielleicht in 3 oder 5 Jahren.

Wenn ich trainiere, komme ich an einem normalen Samstag so auf etwa 100 Minuten Fahrzeit bei 3–5 Turns. Mit Wechselakkus könnte man 30 Minuten Fahrzeit ins Motorrad stecken - das würde Gewicht sparen und man wäre für 1 Turn ausreichend befeuert. Aber Nachladen ist vor Ort wohl kaum möglich und die aktuellen Preise lassen es nicht zu, dass man sich mehrere Akkus anschafft. Da hat die Industrie noch einiges zu tun, damit die Preise purzeln.

Aber wenn es dann soweit ist, dann ist die Antriebsart natürlich nicht mehr aufzuhalten. Und der lautlose Sport würde auch niemanden mehr stören, sodaß die aktuellen Beschränkungen (z.B. nur 2 Tage pro Woche) wegfallen können.

Bis dahin also noch fossile Energie. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? Immerhin habe ich als Offset anzubieten nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und in den Urlaub fliege ich eher sporadisch.

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Sonntag, 05. Januar 2020

Kleiner Update von der KTM 350 SX-F.

Als Newbie im Motocross lass ich mich natürlich auch gerne beraten von Leuten, die das schon länger machen. Und wenn man schon weiß, dass man das Gerät nach einem Jahr wieder abgibt, dann legt man die originale Plastik auf Seite und schraubt günstige Nachbauteile dran zum Fahren.

Taadaa - blau/orange:

Kleiner Update von der KTM 350 SX-F.

So ein Satz neue Optik kostet übersichtliche 140 € und passt praktischerweise auf alle aktuellen KTM SX-F Modelle. Kann ich also bei der Neuen auch wieder verwenden, dann haben die Teile wahrscheinlich entsprechend Patina.

Das wäre die originale Optik:

Kleiner Update von der KTM 350 SX-F.

Dazwischen gab es etwas Striptease, habe ich ein paar Fotos gemacht, weil sooo sauber wird sie nie wieder:

Mike Frison / renn.tv

Kleiner Update von der KTM 350 SX-F.

Die schicke Kombo waren (sind?) Werksfarben.

Allez le bleu! :)

Fuhrpark | KTM350SXF | Motocross | Striptease |


Samstag, 04. Januar 2020

Neu im Fuhrpark: KTM 350 SX-F.

So eine nüchterne Zahlenkombination, aber so viele Emotionen, die für mich damit verbunden sind.

Ich komme gerade von Motocross Schmitz in Wißkirchen und habe diese Crossmaschine nagelneu in Empfang genommen:

KTM 350 SX-F

Und direkt eingeladen:

KTM 350 SX-F

Als ich heute morgen losgefahren bin, wusste ich selber noch nicht, welche es werden wird.

Ich wusste nur, dass ich sie beim Albert Schmitz kaufen wollte - nach dem Motto: Support Your Local Dealer - und ich mag auch seinen originalen Charakter, hat immer einen Spruch parat. Vielleicht kennen einige noch sein vorheriges Geschäft in Walberberg - da hingen die Trikots an einem Riesen-Kleiderständer im Wohnzimmer.

Jetzt also in Wißkirchen und während der Albert mir so die in Frage kommenden Modelle in die Halle schiebt, kommen die VLN-Größen Jörg Otto und Peter Becker durch die Tür. Na wenn das kein gutes Omen ist und ein großes Hallo gab es natürlich auch.

KTM 350 SX-F

Bei der Suche nach einem geeigneten Ersatz für meine 300er EXC dachte ich erst an eine 250er Zweitakt. Und musste feststellen, dass es eigentlich nur noch 2 Hersteller gibt: KTM (250 SX) und Yamaha (YZ 250). Auf dem Papier der 300er vielleicht garnicht so unähnlich - aber ein 2T Crosser ist mit einer 2T Enduro nicht zu vergleichen. Mit der 300er kann ich bequem im 3. Gang den ganzen Cross-Kurs fahren - Anfängertempo - das geht mit einer 250er Cross nicht. Die braucht Drehzahl und will fleißig geschaltet werden.

Bei den Viertaktern stehen eigentlich nur noch 250er und 450er zur Verfügung - jedenfalls bei Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki. Nur KTM bietet auch eine 350er (seit 2011) - und Husqvarna, zu KTM gehörend, ebenfalls.

Mir hätte auch eine 250er genügt, die haben inzwischen auch als Viertakter 40 PS. Und starten im Wettbewerb sogar als Zweitakter und Viertakter direkt gegeneinander, da gibt es für die Viertakter keinen Hubraumbonus mehr. Die Dinger drehen heutzutage bis 13.000 U/min - das ist weit über Zweitaktniveau.

Die 450er haben richtig Bumms, gut 50 PS. Die 350er haben witzigerweise auch über 50 PS, aber die Kurve verläuft viel flacher. Hier habe ich mal ein Dynochart gefunden. Mit offiziellen PS Angaben halten sich die OEMs seit jeher zurück - auch so eine MX Spezialität.

Und das mit den Modelljahren muss man auch erstmal verstehen. KTM hat seine 2020er Modelle im Mai 2019 vorgestellt. Meine Neue ist eine 2019er - dadurch günstiger (7.290 €) - aber im Wesentlichen baugleich mit der 2020er. Und das ist auch der Grund, warum es keine 250er geworden ist - da waren die Vorjahresmodelle schon alle weg.

Der Plan ist ja sie ein Jahr im Training einzusetzen und dann wieder gegen eine Neue zu tauschen. Bin mal gespannt, wieviel ich drauflegen muss dafür. Und wieviel Betriebsstunden ich ihr aufbrumme.

Bis jetzt sind es nur 10 Warmlaufminuten:

KTM 350 SX-F

Die Motorräder starten nackt, was die Software angeht. Die muss erst aufgespielt werden, vorher weiß die Maschine noch nicht, was sie mal werden soll.

Hier habe ich noch ein Foto gefunden von meiner ersten KTM:

KTM 350 SX-F

Das war 1987 - da war ich zarte 22 Jahre alt und habe mich mit diesem Eisenhaufen rumgeschlagen. Die alten Rotaxmotoren konnten einen in den Wahnsinn treiben - aber als Wehrdienstleistender war ich damals froh mir überhaupt ein Motorrad kaufen zu können. Wie man sieht war ich aber mehr am Schrauben als am Fahren. Ich hoffe das wird mit dem neuen Maschinchen nicht so - inzwischen sind die Crosser wirklich zuverlässig geworden.

Das Motorrad hatte damals übrigens ein Freund gekauft - und er hat sie heute noch. Habe sie kürzlich wiedergesehen in einer Kölner Tiefgarage - original so wie auf dem Foto - da bekam ich aber weiche Knie.

Und wo wir gerade bei würdigen Zuhause meiner Ex-Motorräder sind, dieses Foto hat mir der Käufer der 300er EXC geschickt von ihrer neuen Heimat:

Mike Frison / renn.tv

Ziemlich sozialer Aufstieg zu meiner Rumpelkammer würde ich sagen! In der jetzt also ein funkelnagerneuer Crosser steht - das erste Mal in meinem Leben - und meine 3. KTM:

KTM 350 SX-F

Vielleicht sollte ich mal die Garage aufräumen?

Kann es jedenfalls kaum erwarten sie auszuprobieren - auf der anderen Seite eigentlich viel zu schade, um im Matsch eingesaut zu werden.

Fuhrpark | KTM350SXF | Motocross | Schmitz |




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