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Sonntag, 03. März 2019

Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Donnerstag, 22. Juni 2017

Boris Becker - die ehemalige Nürburgring-Lichtgestalt - für zahlungsunfähig erklärt.

Aus der Nürburgring Pressemitteilung von 2012:

Boris Becker ist einer der international bekanntesten deutschen Spitzensportler und er besitzt eine hohe Affinität zu Motorsport und automobilem Lifestyle. Boris Becker verkörpert wie der Nürburgring Leistungsbereitschaft, Stärke, Herausforderung und Erfolg“, erläutert Dr. Walter Kafitz, Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, die Wahl Boris Beckers.

Inzwischen ist Walter Kafitz offiziell Verbrecher, Boris Becker droht die Pleite - und die Nordschleife haben die Möchtegerns natürlich mit in den Abgrund gerissen.

Oder wie ein Blogger damals formulierte:

Die Boris-Becker-Nummer war eine der vielen kleinen und großen Sargnägel, die in die Nordschleife getrieben wurden.

BorisBecker | Kafitz | pleite | Insolvenz |


Montag, 30. Januar 2017

Doktor Walter Kafitz ist um einen Titel reicher: Verbrecher.

Das Strafmass war noch offen, nachdem er Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hatte: 17 Monate Gefängnis - leider auf Bewährung.

So läuft er immer noch frei herum und sein Anwalt meint sogar:

Die Taten lägen neun Jahre zurück und das Verhalten seines Mandanten sei seitdem einwandfrei.

Hat er sich jemals bei irgendeinem entschuldigt für das Leid und die Schmerzen, die wir seinetwegen - heute noch - zu ertragen haben? Ich wüsste nicht. Von wegen einwandfrei - ich hätte da einige Einwände.

Der Mann hatte ja sogar die Dreistigkeit gegen seine angeblich grundlose Kündigung zu klagen - vor 6 Jahren. Also soo weit liegt das jetzt auch noch nicht zurück lieber Kafitzscher Rechtsanwalt, die Wunden fühlen sich noch relativ frisch an.

Und was wird aus dem - ebenfalls noch frei herumlaufenden - Ingolf Deubel? Da passiert vor Mitte des Jahres erstmal gar nichts. Alles andere wäre auch wirklich überraschend.


Dienstag, 23. August 2016

Ringprozess auf einmal wieder Thema in der FAZ.

Aber der Artikel hat mich stutzig gemacht:

Anfang 2015 begann in Mainz der Prozess gegen einen Schweizer Finanzvermittler, der einst versprochen hatte, den Nürburgring mit einem ominösen Geldgeber zu retten. Doch das Verfahren stockt von Anfang an.

Aus heiterem Himmel ein Artikel über den Ringprozess in der FAZ? Hört sich erstmal ganz gut an, aber dann wird es dubios. Denn der Autor geht weniger auf Ingolf Deubel oder Walter Kafitz ein, sondern arbeitet sich an Urs Barandun ab.

Was ist eigentlich aus dem Nürburgring-Prozess gegen den Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun geworden? Man weiß: Der Prozess wurde im Februar 2015 unterbrochen und ist seither nicht wiederaufgenommen worden.

Das Thema Deubel wird nur im Vorbeigehen gestreift:

Ein anderer möglicher Grund für die Verzögerung könnte in der Justiz selbst liegen. Dass der Vorsitzende Richter im Frühjahr 2016 in Pension ging, dürfte das Verfahren zumindest nicht beschleunigt haben, jedoch, so hebt das Landgericht hervor, sei dadurch auch keine Verzögerung entstanden. Nicht völlig lebensfremd dürfte außerdem sein, dass das Landgericht womöglich abwarten wollte, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall des früheren rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) entscheidet.

Soll die Bevölkerung schonmal langsam darauf vorbereitet werden, dass das Ganze wegen Personalmangel im Sande verläuft?

Ende 2015 wurde in der rheinland-pfälzischen Landespolitik heftig über Personalmangel in der Justiz debattiert. Anlass war, dass ein mutmaßlicher Rauschgifthändler aus der Untersuchungshaft freigelassen werden musste, weil ein Prozess nicht fristgerecht angesetzt werden konnte. Der Grund sei Personalmangel gewesen, sagte die CDU-Opposition.

Ringprozess | Deubel | Barandun |


Sonntag, 28. Februar 2016

Wilhelm Hahne hat das Urteil im Ringprozess freigekämpft.

Stolze Leistung, denn der Prozess, der vom Oktober 2012 bis zum April 2014 dauerte, war zwar öffentlich ebenso wie die Urteilsverkündung, doch das Urteil im Namen des Volkes (!) sollte geheim bleiben.

Dank Wilhelm Hahne ist das Urteil jetzt öffentlich - fast zwei Jahre später. Keine leichte Kost mit 223 Seiten und natürlich nicht zu vergessen: noch nicht rechtskräftig.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass zum ersten Mal in Deutschland ein Politiker zu Gefängnis verurteilt wurde (3,5 Jahre für Ingolf Deubel).

Prozess | Ringprozess | Deubel | Kafitz | Urteil |


Dienstag, 13. Januar 2015

Johannes Stuck versteht die Welt nicht mehr.

Was haben denn auf einmal alle gegen seinen tollen Papa Strietzel Stuck?

Auf Facebook (bzw. für die FB Verweigerer hier als Text kopiert):

“Das Thema dieses Beitrags ist die angespannte Situation rund um den Nürburgring, da wir besonders viele Nachrichten und Beiträge in diesem Zusammenhang erhalten. Viele dieser Nachrichten und Beiträge kritisieren uns persönlich und besonders meinen Vater Strietzel Stuck in Bezug auf ein mangelhaftes Engagement für die Rettung des Nürburgrings.”

Soweit stimme ich da ja noch zu, aber dann wird’s ziemlich haarsträubend:

“(..) nur sehr wenig Zeit geblieben ist, mich mit der Thematik und den aktuellen Geschehnissen zu beschäftigen und somit wäre jeder Kommentar unfundiert und ”Klugscheisserei“.”

“(..) Fakt ist jedoch, dass es keinem gelungen ist diese Rennstrecke profitabel und wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben.”

Das ist gelinde gesagt Bullshit. Dazu reicht ein Blick in die historischen Bilanzen. Ohne F1 Zuschüsse und Kafitz Experimente war die Nürburgring GmbH ein gesundes und profitables Unternehmen.

“Ich kann mir leider kein Szenario vorstellen und mir wurde auch noch nie eines vorgelegt, welches den Fortbestand des Nürburgrings sichert (..)”

Noch so ein nächste Klopper.

“(..) Das Schicksal des Nürburgrings liegt aus meiner Sicht nicht alleine in den Händen des nächsten Betreibers, sondern in den Händen der Macher des Motorsports, um die Ränge wieder zu füllen und die Begeisterung für den Motorsport wieder aufleben zu lassen.”

Dieser Zusammenhang erklärt sich mir nicht - der Nürburgring ist ausgebucht!

“Ich freue mich wirklich, wenn Ihr Eure Meinung und Gedanken teilt, mich und meine Ansichten kritisiert, ergänzt oder teilt, (..)”

Na aber immer doch! :)

Ohne das Beck°Werk und Aussaugen durch Richter/Lindner - unterstützt von den Stucks! - wäre der Ring gesund und munter wie eh und je.

“Zum Schluss möchte ich jetzt noch eine Lanze für meinen Vater brechen, der sich dessen sehr bewusst ist, was er dem Sport und der Nordschleife zu verdanken hat und nach bestem Wissen und Gewissen handelt. Um Prozesse anzuschieben und Missstände zu ändern zählt nicht die Lautstärke der Botschaft, sondern der Inhalt!”

Jau.

Hier mal ein Beispiel von bestem Wissen und Gewissen. Und hier, und hier, und hier, und hier, und hier, …

Tags: Stuck | Strietzel | Ringverkauf |


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

Tags: KafitzDeubel | InsolvenzRingverkauf |


Montag, 10. November 2014

Sabine: Jetzt müssen wir nochmal alles geben!

Hallo Leute, ich habe eine große Bitte an euch:

Lasst euch um himmelswillen nix einreden oder von diversen Pressmitteilungen weiss machen, es gäbe nichts mehr am Verkauf zu rütteln.

Nach wie vor möchten uns die Landersregierung und vorallem die Insolvenzverwalter ruhig stellen. Die sitzen dermaßen auf glühenden Kohlen, dass sogar die IV rechtlichen Beistand gefordert und diesen bereits genutzt haben.

Was gerade mit dem Nürburgring und seinem Dunstkreis passiert, ist gleichzusetzten mit einer Naturkatastrophe. Wir kommen zwar mit heiler Haut aus der Misère aber unsere Lebensgrundlage wird systematisch vernichtet.

Nur stammt diese Katastrophe zu 100% aus Kafitz’ und Beck’s Kessel. Ist unser Ring einmal verkauft, wird er in Zukunft zum Wanderpokal mutieren und die Einschnitte werden immer tiefer.

Was juckt die potentiellen Käufer einen Nürburgringvertrag von der LR gebastelt (ohnehin ohne jegliches Hintergrundwissen) oder was scheren diese sich um die ursprüngliche Satzung, dass der Ring die! Infrastrukturmaßnahme für die Region ist???

Wir sind mit unseren Aktionen sehr weit gekommen, wir sind kurz vor dem Ziel, den Verkauf abzuwenden. Wir müssen jetzt nochmal alles geben.

Bitte unterstützt unseren Ring damit er nicht zum Nobel Racing Resort der Oberschicht verendet oder sonst wie misswirtschaftlich betrieben wird. Wir alle wollen doch unser Kulturgut behalten.

Also ich habe sehr sehr viel dem Nürburgring zu verdanken und ich werde den Teufel tun, zuzusehen wie ein paar Minister und Advokaten über Leichen gehen nur um ihr eigenes Pöstchen und ihre Pension zu retten.

Lasst uns gemeinsam kämpfen!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend und denkt mal drüber nach.

Eure Sabine

Tags: SabineSchmitz | Ringdemo | WirSindNürburgring |


Freitag, 31. Oktober 2014

Lass sie doch erstmal machen!

Dieser Satz wird in die traurige Nürburgring-Geschichte eingehen, wie kein anderer. Er wird vorzugsweise von den Leuten benutzt, die zu bequem sind sich zu engagieren und damit gegenüber sich und anderen rechtfertigen zu können, die Hände in den Schoß zu legen.

  • Als Kafitz seine hochtrabenden Pläne zum Freizeitpark vorstellte: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Bagger anrückten und den Ring auf links gedreht haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Begriffe “Eifeldorf” und “Grüne Hölle” vereinnahmt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Richter/Lindner die neuen Pächter wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Kastelruther Spatzen als Musikhighlight präsentiert wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Insolvenzverwalter das Ruder übernommen haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Capricorn/Getspeed als neue Eigentümer vorgestellt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Und sogar jetzt - ein russischer Oligarch: … naja, Ihr wisst schon.

Ich hab sie nicht machen lassen und mir manches Mal die Finger verbrannt. Sie waren sich nichtmal zu schade mich vor den Kadi zu schleppen, um mich zu beeindrucken.

Ich kenne den Ring - und Ihr kennt ihn auch - wir wissen schon selber, was ihm guttut und was nicht. Es lohnt sich zu kämpfen und auch wenn sich Abgründe aufgetan haben - ich habe auch viele ehrenwerte Menschen kennen und schätzen gelernt, an deren Seite es sich lohnt zu kämpfen. Zu kämpfen gegen die Vergewaltigung unseres geliebten Asphalts - aber immer mehr auch gegen das System, für das das gemeine Volk nur noch unbequemer Gegner zu sein scheint.

Mit RLP haben wir es besonders schlimm erwischt, der Schein der Demokratie kann nur noch mit Ach und Krach und viel Propaganda made in Mainz aufrechterhalten werden. Doch es gibt keinen Grund aufzugeben. Jetzt heißt es erst recht die Reihen zu schließen und den Mainzer-Möchtegern-Monarchen amtlich den Allerwertesten aufzureissen.

Wir sind zwar nur das gemeine Volk, aber wenn wir wollen sind wir Viele und wir können verdammt unbequem werden. Empört Euch, seid laut, frech - kämpft gegen die Propaganda mit allen Mitteln, die Euch zur Verfügung stehen!

Wir werden verarscht nach Strich und Faden und wir haben allen Grund der Welt wütend und zornig zu sein.

Und wir können jederzeit stolz in den Spiegel schauen, denn wir lassen sie eben NICHT erstmal machen!

15.November: Mainz! #Mainz15Nov


Mittwoch, 09. Juli 2014

Heute vor 5 Jahren: Freizeitpark-Eröffnung und Nürburgring-Todesurteil durch Kurt Beck.

“Mit einem Festakt im neuen WARSTEINER Event-Center wurde am Donnerstag, den 9. Juli 2009, um 12 Uhr der zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ausgebaute neue Nürburgring durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, eröffnet.”

Dazu wurde diese Pressemitteilung mit diesen Pressebildern (Bild1, Bild2) verschickt. Hier auch der passende Jubelfilm dazu. Und in diesem Film kann man schön sehen, wie die stolzen Gockel Beck/Pföhler/Kafitz durch die Gegend laufen und wichtige Sprüche machen. Kurt Beck:

“… nach vorne schauen und nicht zögerlich und ängstlich vor sich hinsiechen. (..) Wer daran zweifelt, hat einfach Zukunftsängste. (..) Der rheinland-pfälzische Steuerzahler wird keinen Euro draufbezahlen. (..) Die Nürburgring GmbH wird ihre Kredite zurückzahlen wie jedes andere Unternehmen auch.”

Da darf sich Walter Kafitz natürlich nicht lumpen lassen:

“Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen: wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung!”

Vor drei Jahren hab ich zum Jahrestag noch geschrieben: "Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine."

Immerhin haben sie inzwischen Ingolf Deubel am Haken - 3,5 Jahre, wer hätte das gedacht.

500.000 Euro hat angeblich alleine die Eröffnungsfeier gekostet. Was haben sie sich gefeiert die Versager.

Heute liegt alles in Trümmern und keiner will’s gewesen sein.

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Eröffnungsfeier


Freitag, 13. Juni 2014

Die alljährliche Zuschauerlüge.

“… startet das Team am 21. Juni 2014 vor über 200.000 Besuchern beim diesjährigen ADAC 24h-Rennen auf der traditionellen Nürburgring-Nordschleife.”

Das werden wir vor, während und nach N24h noch öfter hören leider. Mir wär’s ja egal, aber unsere Nürburgring-Enteignung hat ihren Ursprung in den gefälschten Zuschauerzahlen und der doppelten Buchführung. Damit wurde von Kafitz & Co die Begründung gebastelt, so überdimensioniert zu bauen und als dann - Überraschung!! - keine Zuschauer kamen, hat man einfach Insolvenz angemeldet für alles komplett.

(Rhein-Zeitung, Nov. 2011)

Tags: Zuschauerlüge | Besucherzahlen | Zuschauerzahlen


Montag, 21. April 2014

TV Doku über Ecclestone, Gribkowski - aber auch Kafitz, Beck und Co - und die Formel 1 Milliarden.

Ein sehr guter 45-Minüter, der da letzte Woche in der ARD als Produktion von Süddeutsche TV GmbH gezeigt wurde:

Link zur Mediathek: Milliardenpoker Formel 1 - Die Akte Bernie Ecclestone.

Klaus Ott, der als Redakteur der Süddeutschen den Prozess gegen Bernie Ecclestone in’s Rollen brachte, kam oft zu Wort und hat die Details gut verständlich erläutert.

Insgesamt wurde ein sehr großer Bogen gespannt und die Formel 1 zusammen mit Ecclestone’s Werdegang beleuchtet. Das macht die Doku wirklich sehenswert - zum einen natürlich wegen der hintergründigen Information, zum anderen aber auch wegen der tollen Bilder aus gegangenen Tagen.

Weniger erfreulich, als von der Rennstrecke, die mal Rheinland-Pfalz gehörte die Rede war - da bekommt man schon einen Kloß in den Hals. Umso mehr, als auch die beiden Verantwortlichen Beck und Kafitz ausgiebig zu Wort kamen.

Der Bogen wurde gespannt über Jochen Rindt, Hans-Joachim Stuck, Jochen Mass, Max Mosley, Helmut Thoma, Willi Weber bzw. Michael Schumacher und Norbert Haug - da hat man sich echt Mühe gegeben.

Wobei bei Michael Schumacher man dann den nächsten Kloß im Hals hat.

Das wird auf jeden Fall ein spannender Prozess in München. Bernie Ecclestone nimmt die Sache sehr ernst und nicht umsonst hat er dem Deutschen Fernsehen die Möglichkeit gegeben ein Interview zu führen. Damit ist er sonst immer ziemlich sparsam.

Tags: Ecclestone | Gribkowski | Formel1


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


4 Jahre Knast für Ingolf Deubel.

Das fordert die Staatsanwaltschaft heute für den Ex-Finanzminister, dem jetzt droht, daß er für Kurt Beck einsitzen muss.

Walter Kafitz soll nur Bewährung bekommen, das ist ja lächerlich - sowas wie eine mündliche Verwarnung. Wie lautet denn dann die Bewährungsauflage, daß er keinen zweiten Nürburgring mit Karacho gegen die Wand fährt?

Tags: Prozess | Deubel | Kafitz


Montag, 10. März 2014

Nürburgring-Prozess soll im April abgeschlossen sein.

Nach 1,5 Jahren soll am 16.April das Urteil gefällt werden. Heute und morgen hat die Staatsanwaltschaft ihren Auftritt und vertritt die Meinung, daß sich Ingolf Deubel der besonders schweren Untreue schuldig gemacht hat:

Anklägerin Müller-Ehlen wirft ihm seine zentrale Rolle an der Rennstrecke vor, die sie auch nach der Aktenlage für bewiesen hält. “Er bestimmte die Unternehmenspolitik”, habe als “zentrale Figur” die umstrittenen Finanzgeschäfte bis ins Detail auch buchhalterisch operativ gemanagt und Kafitz teils “vor vollendete Tatsachen gestellt”. Fazit der Staatsanwältin: Deubel hat sein Amt als Finanzminister und Aufsichtsratschef missbraucht und mehrfach “Untreue in besonders schwerem Fall” begangen - auch als es darum ging, erfolglosen Finanzvermittlern am Aufsichtsrat vorbei Hunderttausende an Honorar zuzuschanzen.

Das sehe ich auch so.

Tags: Prozess | Untreue | Deubel


Sonntag, 02. Februar 2014

Hermann-Josef Romes: Selbst im Nachhinein keine Spur schlauer.

Einen großen Auftritt hat der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau - nach 16 Jahren ist seine Amtszeit mit der Pensionierung zuende - mit einem ganzseitigen (!) Interview in der Rhein-Zeitung vom Wochenende.

Der Nürburgring spielt in dem Artikel eine große Rolle, ist HJR doch einer der Hauptverantwortlichen für die Katastrophe.

(Kafitz, Pföhler, Romes bei der Formel 1 2005)

Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn eine Kamera in der Nähe war, hat er tatkräftig mitgeholfen, das Grab der Rennstrecke auszuschaufeln:

2008 beim Spatenstich von Kai Richter’s Grünen Hölle …

… ebenso wie z.B. beim Richtfest von Nürburgring 2009 …

… immer in vordester Front dabei.

Und heute?

“(..) wir konnten doch damals nicht sagen, das kann nicht gut gehen. (..) Da geht kein Kommunalpolitiker hin und sagt, wir machen da nicht mit. Im Nachhinein ist jeder schlauer. (..)”

Herr Romes sieht sich da wohl eher in der Opferrolle und vergisst verdrängt, daß er den Freizeitpark-Ausbau massiv befürwortet hat.

Schon 2004 (!) hat er dafür Werbung gemacht (Rhein-Zeitung vom 6.Mai 2004).

“Überzeugt vom Projekt ist auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes. ”Das ist die zweite große Chance für die Region nach dem Bau der Rennstrecke in den 20er Jahren. Noch mehr in die Breite gehende Angebote am Ring würden den Tourismus in der Region stärken, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass, was die Kommunalpolitik an Hilfestellung geben könne, werde die Verbandsgemeinde leisten, verspricht er. Angst davor, dass ein neues Hotel und ein Feriendorf den Betrieben rund um Adenau Kunden wegnimmt, hat Romes nicht. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft, und die anderen Betriebe könnten von einer Ferienregion Nürburgring eigentlich nur profitieren, glaubt der Bürgermeister. “Wer auf dem Markt tätig ist, muss sich auf neue Angebote einstellen und notfalls auch neu orientieren. Das gehört zum Tagesgeschäft.” "

Im März 2007 hat er sich mit anderen Politikern persönlich sogar an Kurt Beck gewandt, um den Widerstand, der in Nürburg mit “Rettet den Ring” im Entstehen begriffen war, zu entkräften.

Aus der Rhein-Zeitung vom 27.3.2007:

“Wörtlich heißt es in dem Brief nach Mainz: ”CDU, SPD und FDP der Nürburgring-Verbandsgemeinde Adenau bedauern die nach unserer Überzeugung kurzsichtige Einstellung in Nürburg, die von den kommerziellen Interessen einiger Gewerbetreibender geprägt wird und die Chancen außer Acht lässt, die mit dem Projekt “Erlebnisregion” auch für die unmittelbare Anlieger-Gemeinde verbunden sind. Wir begrüßen und unterstützen vielmehr den Plan der Landesregierung und des Landkreises, ein ganzjährig nutzbares Sport-, Freizeit- und Business-Zentrum zu schaffen, um neue touristische Märkte zu erschließen und für den Nürburgring ein größeres Maß an Unabhängigkeit von den Konjunkturzyklen des Automobil-Rennsports zu erreichen."

Dabei war die Eingabe der Nürburger vom 15.März 2007 an Kurt Beck wohlbegründet:

“Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Oder 2009:

“Dass ein solches Riesenvorhaben – es ist die derzeit größte Baustelle in Rheinland-Pfalz – zu öffentlichen Diskussionen führe, sei normal. Es handele sich um eine Übergangsphase. Langfristig würden auch die Kritiker des Vorhabens erkennen, dass der Nürburgring zusätzlich zum Motorsport neue, zukunftssichere Standbeine brauche. Eine leere grüne Wiese sei jedenfalls keine Lösung.”

Wenn Herr Romes meint - “Im Nachhinein ist jeder schlauer.” - dann schließt er sich persönlich offensichtlich aus, denn:

“Die Unsicherheit, die jetzt geschürt wird, hat auch etwas mit dem Bieterverfahren zu tun. Da sollen mögliche Investoren abgeschreckt werden, ein Angebot abzugeben. In einer solchen Gemengelage tun wir als Kommunalverband gut daran, uns mit Kommentaren zurückzuhalten.”

Wenn Ihr mich fragt: nicht mal ansatzweise etwas dazugelernt - von wegen schlauer geworden. Hält sich mit Kommentaren zurück, damit die Heuschrecken, denen der Nürburgring geopfert werden soll, es schön mollig und warm haben.

Und überhaupt: die Schuld der anderen. Nicht er ist schuld, daß der Ring jetzt hoffnungslos am Ende ist. Sondern - festhalten:

RZ: Wie bewerten Sie die Aktionen von “Ja zum Nürburgring”, Save the Ring“ und ”Wir sind der Nürburgring"?

HJR: “Sie sind dazu geeignet, seriöse Anbieter von einem Angebot abzuhalten.”

So einfach ist das. Die bösen Kritiker, machen alles kaputt. Ohne sie kämen die “seriösen Investoren” in Scharen!

Und weiter:

HJR: “Es ist keine Volksbewegung, es ist nicht die Region, die protestiert. Es sind viele Fans aus ganz Deutschland, aber es ist nicht die Region.”

Was für ein Armutzeugnis. Es ist doch viel mehr eine Volksbewegung, wenn die Leute sich aus ganz Deutschland aufmachen, um an Protesten teilzunehmen!

Der Ruhestand für Herrn Romes ist wirklich überfällig. Ich werde den Mann als jemand aus einer Parallelwelt in Erinnerung behalten, der sich seine Rolle immer so zurechtgelächelt hat, daß sie sich mit dem geringstmöglichen Rückgrat opportun an die politisch vorgegebene Richtung angeschmiegt hat. Kein Volksvertreter, sondern nur ein grinsendes Gesicht, das großen Schaden angerichtet hat.

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Freitag, 03. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter haben eine alte neue Marke angemeldet.

Und wie ich finde, sehr frech:

register.dpma.de/../3020130598032/DE

Das ist das Layout nur der Nordschleife, das war eigentlich immer den Communities vorbehalten. Sozusagen als Erkennungsmerkmal, um was es wirklich geht. So wie 20832. Die, die keine Ahnung haben, fahren auf ihren Prollbüchsen ja immer noch die Grand Prix Strecke inklusive Haughaken mit spazieren.

Und das meldet die insolvente Nürburgring GmbH am 15.11. 2013 an. Zum zweiten Mal! Denn beim ersten Mal wurde keine Unterscheidungskraft festgestellt.

Ich hoffe mal, daß es da Widersprüche hagelt, denn dieses Bild wird von vielen Leuten verwendet, ohne daß es dafür eine Marke braucht.

Aber wo wir schon dabei sind: insgesamt hat die Nürburgring GmbH 98 Marken angemeldet.

Die älteste ist von 1982 - das war noch cool.

2006 kam das neue Nürburgring-Logo, die Entwicklung hatte damals viel Geld gekostet und Walter Kafitz hat sich in diesem Logo verewigt. Deswegen kann ich auch nicht verstehen, daß es trotzdem so viele Leute freiwillig benutzen, sie unterstützen damit quasi Kafitz’sches Gedankengut.

2008 wurde es albern, da wurden alle Nordschleife-Streckenabschnitte geschützt, z.B. Karussell. Verstehe zwar nicht, wie man sowas eintragen kann, aber geschenkt.

Und natürlich viel schlimmer, 2009 kam die heutige Freizeitpark- und Insolvenz-Era mit Ring°elpietz und Schimmel°pilz, als mit dem Beck°Werk alles be°ringt wurde.

Und nicht zu vergessen 2009, als sich auch Kai Richter auf Steuerkosten verewigen durfte.

Aber die affigste aller affigen Markenanmeldungen der Nürburgring GmbH ist mit Abstand diese hier von 2011. Was für eine Steuergeldverschwendung!

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Montag, 16. Dezember 2013

Was bedeutet das eigentlich, wenn der Nürburgring verkauft wird?

Am Samstag ist die große Protest Demo - ab 5 vor 12 im Brünnchen. Sabine Schmitz und Christian Menzel werden unterstützt von vielen Helfern und wehren sich gegen den Verkauf der Nordschleife.

Doch was würde das bedeuten, wenn die Nordschleife verkauft wird?

1. Öffentliches Eigentum wird Privateigentum.

Damit geht es natürlich direkt mal los, was vorher uns allen gehörte, gehört nach dem Verkauf jemand anderem: einer Firma, einem Fonds, einer Privatperson … wer weiß das schon? Erst einmal vollzogen, ist der Kaufvertrag nicht mehr umkehrbar - dabei ist der Ring seit seiner Eröffnung 1927 fest in öffentlicher Hand.

Dazu kommt der Denkmal-Charakter der Rennstrecke, die es so in dieser ursprünglichen und historischen Form nicht ein zweites Mal auf der ganzen Welt gibt. Wenn man die internationale Resonanz verfolgt, dann kann niemand verstehen, wie man als Staat auf die Idee kommen könnte, sich freiwillig davon zu trennen.

2. Gemeinnützig vs privatwirtschaftlich.

Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Verkaufspreis von 100 Mio Euro aus. Die liegen ja nicht so rum, sondern die muß man sich entweder von der Bank leihen oder man setzt sie im Auftrag von Geldgebern ein. Das Investment den Nürburgring zu kaufen steht in Konkurenz zu vielen anderen möglichen Investments, mit 100 Mio Euro lässt sich eine Menge anstellen.

Die Geldgeber - wer immer das auch ist - wollen natürlich was davon haben, daß sie ausgerechnet in den Nürburgringkauf investieren. Hätten ja auch was anderes mit dem Geld machen können, was ordentlich Gewinn abwirft. Also muß eine Rendite her. Setzen wir die mal niedrig an: 5%. Das sind bei 100 Mio Euro satte 5 Mio Euro pro Jahr, die der Ring mehr abwerfen müsste, als er es bisher getan hat. Wir reden hier nicht von Umsatz, sondern von zusätzlichem Gewinn. Wo das Geld herkommt? Entweder steigen die Preise kräftig oder es wird an der Instandhaltung gespart. Gerne auch eine Kombination aus beidem. Die Anlage wird runtergeritten und ausgesaugt. Und niemand kann etwas dagegen machen.

Gemeinwirtschaftlich betrieben muß der Ring überhaupt keinen Gewinn machen, da reicht eine schwarze Null - also kein Minus. So sollten Sportstätten und Denkmäler - zum Wohle des Volkes - auch betrieben werden normalerweise.

3. Landesgesellschaft vs Privatfirma.

Bisher hatte die Nürburgring GmbH die Zügel in der Hand, sie war wie eine Behörde und wurde auch so behandelt. Der Ring liegt in einem hochsensiblen Gemenge aus Lärmschutz und Umweltschutz - kennt Ihr irgendeine andere Rennstrecke, die in einem Naturschutzgebiet (!) liegt?

Als Behörde lässt sich einfacher mit anderen Behörden zusammenarbeiten, als dies je eine Privatfirma könnte. Erst einmal in privater Hand sind die Probleme vorprogrammiert.

4. Zum Wohle der Region vs zum Wohle des Investors.

Manche haben es schon erfolgreich verdrängt, aber die Era Richter/Lindner vom 2.Mai 2010 bis 27.Nov.2012 hat uns einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, was ein Privatbesitzer veranstalten wird. Dabei waren die beiden nur Pächter - wie wird ein Besitzer erst der Region den Hahn zudrehen?

Das Monopol der Rennanlage nutzend werden nach und nach die Dienstleistungsangebote, die sich über Generationen und Jahrzehnte am Nürburgring angesiedelt haben, aus eigener Hand angeboten. Dabei muß man noch nicht einmal den Konkurenzkampf über Preis oder Qualität fürchten, man hat die uneingeschränkte Hoheit über die Strecke, alle Kommunikation gebündelt und kann spielend leicht kleine lokale Dienstleister in’s Leere laufen lassen.

5. Touristenfahrten.

Ganz heikles Thema. Ich hör dann immer gerne von den Leuten: “Die Touristenfahrten wird es immer geben, denn die bringen ja richtig Geld ein.” Das mag kurzfristig richtig sein und in den 2,5 Jahren, als die Richter/Lindner NAG möglichst schnell möglichst viel Geld scheffeln wollte hat man auch gesehen, daß der Verkehrsdurchsatz massiv erhöht wurde.

Wenn man das Ganze aber etwas längerfristig betrachtet, dann sind die TF vor allem eins: ein unkalkulierbares Risiko. Nehmt zum Vergleich 20 reiche Sportwagenfahrer, bietet ihnen die Strecke exklusiv mit allem, was ein VIP so braucht - zu Kosten von 5.000 Euro pro Nase. Machen die sofort, das Geld interessiert sie nicht und wer will nicht in Ruhe mit ein paar Kumpels mal die Nordschleife genießen. Das sind schlappe 100.000 Euro an einem Tag - ohne Aufwand - ohne Risiko. Da sehen die TF ganz schön alt aus. Und die vielen Pensionen und Gästezimmer ganz schön leer.

6. Breitensport.

Schon jetzt sind die Streckenmieten aufgrund der kostspieligen Module, die sich die NAG’ler ausgedacht haben und die deren GF Schmidt jetzt weiterführt, kaum noch zu bezahlen. Bodenständiger, bezahlbarer Motorsport ist am Nürburgring kaum noch zu realisieren, die Vereine, die die VLN Veranstaltungen durchführen, sind froh, wenn das Wetter passt - so sehr ist das alles auf Kante genäht.

Ein privater Besitzer - mit den oben beschriebenen Profit-Zwängen - wird unweigerlich weiter an der Preisschraube drehen oder sich weitere neue Zwangsmodule ausdenken, dann fällt’s weniger auf.

7. Die Region.

Noch ein heikles Thema. In den vergangenen acht Jahrzehnten war die Nürburgring-Führung schlau genug, die Region am Geschäft partizipieren zu lassen. Das wurde unter Kafitz zwar grenzwertig ausgeschöpft, aber auch er war schlau genug, daß er genug Krümmel vom Tisch fallen lassen muß, um den Frieden zu wahren.

Wird ein Privatbetreiber auch so weitsichtig agieren? Sobald die Region sich ausgegrenzt fühlt - oder auch Einzelne, deren Lebensplanung auf einmal ganz neue Wege finden muß - werden die sich überlegen, ob man die Lärm- und sonstigen Unannehmlichkeiten weiter ohne zu murren in Kauf nimmt.

Sicher gibt es noch viele weitere Auswirkungen, die ein Nordschleifen-Verkauf mit sich bringt. Ich hab hier einfach mal runtergeschrieben, was mir so spontan eingefallen ist.

Egal, wie man es dreht und wendet: der Nürburgring - und damit meine ich die Rennstrecken - muß in öffentlicher Hand bleiben und dem Gemeinwohl dienen.

Wir sehen uns am Samstag im Brünnchen!

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Dienstag, 19. November 2013

Heute vor 6 Jahren war der Nürburgring 500 Millionen Euro reicher.

Am Ringtrauertag, dem 19.November 2007 - also heute vor 6 Jahren - hat der Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion beschlossen.

Der Jahresfehlbetrag lag Ende 2006 bei 40 Millionen Minus - hauptsächlich weil eine massive Rückstellung von 36 Millionen Euro gebildet wurde. (Nachzulesen im GmbH Bericht Nürburgring / Unternehmensregister). Dazu kommt noch das Kafitz’sche Management mit millionenschweren Fehlentscheidungen - z.B. Bikeworld. Bereinigt um das Missmanagement also eine augeglichene Bilanz - bitte glaubt nicht der Beck’schen Propaganda, daß die Rennstrecken sich nicht getragen hätten.

Warnung vor der Katastrophe - Flyer vom 15.September 2007: “Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.”

Stand heute, also 6 Jahre später: 560 Millionen Euro Schulden erwirtschaftet durch den Katastrophen°Park und beschlossen von 4 Männern, die es immer noch wagen stolz durch die Gegend zu laufen.

An diesem Ringtrauertag gedenke ich der armen Nordschleife, die unschuldiges Missbrauchsopfer wurde, um diese gigantische Geldumverteilungsmaschine in Gang zu setzen.

Tags: Ringtrauertag | Erlebnisgrab | Aufsichtsrat | Deubel | Pföhler | Härtel | Kühl


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Übrig Ns vom Donnerstag.

Tag: ÜbrigNs


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Heute vor einem Jahr startete der große Nürburgring-Prozess.

Und was ist bis jetzt dabei rausgekommen? Nichts. Uns wird wieder bitter vor Augen geführt, wozu Politiker in der Lage sind, wenn sie schön alle zusammenhalten. Da passt es dann auch in’s Bild, wenn der jetzige Justizminister damals die Freizeitpark-Ruine mit Händen und Füssen im Parlament verteidigt hat. Oder der jetzige Finanzminister damals im 4-köpfigen Nürburgring-Aufsichtsrat saß. Oder der damalige Ministerpräsident heute unbeirrt durch die Fernsehtalkshows tingelt und Beraterpöstchen von der Industrie annimmt.

Als ich vor 1 Jahr nach Koblenz gefahren bin, um mir persönlich ein Bild vom ring°prozess zu machen, hatte ich gehofft, dadurch Leute anregen zu können die einzelnen Prozesstage als Community begleiten zu können. Immerhin ist die ganze Sache öffentlich und es kommen Details zur Sprache, die man nur als Kenner der Szene richtig deuten kann. Und in dem Einzugsgebiet von Koblenz, das ja nur 60 km vom Ring entfernt ist, sind einige Leute mit Benzin im Blut anzutreffen.

Daraus ist leider nichts geworden, denn das mit dem Team-Gedanken entpuppte sich schnell als “Toll-Ein-Anderer-Macht’s” und die entsprechende Facebook-Gruppe wurde zur Link-Abladestelle für die Zeitungsartikel. Da waren zwar auch ein paar gute dabei, aber größtenteils das übliche oberflächliche Nachbeten der gewohnten Propanda, um Abläufe und Handlungen zu verschleiern, die Öffentlichkeit zu verwirren und sich selber als vollkommen unschluldiges Opfer dazustellen.

Ich würde mir sehr wünschen, wenn statt dem “Und? Was gibt es Neues?” mehr aktive Beteiligung der Bürger stattfinden würde, um die Vorgänge zu hinterfragen und Ungereimtheiten aufzudecken.

Bis zum 10.Dezember seien weitere 16 Verhandlungstage angesetzt, die Anwälte wird es freuen.

Clemens Hoch, damals Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Nürburgring Untersuchungsausschusses (heute ist er übrigens Ministerialdirektor bei Beck’s Nachfolgerin Malu Dreyer) erklärt den Baubeginn, der der Anfang vom Ende war, so:

“Wir finanzieren quasi nur vor und dann kommt der Investor und es amortisiert sich von selber und wir können auch noch die Formel 1 erwirtschaften.” (18:48 Min.)

Vor Ort am Nürburgring kann man reden mit wem man will: alle sind sich einig, daß hier ein großes Verbrechen verübt wurde. Nur zur Verantwortung gezogen wird dafür in unserem Rechtsstaat niemand.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Freitag, 04. Oktober 2013

Die Achterbahn soll - mal wieder und über 4 Jahren nach Eröffnung - in Betrieb gehen.

Braucht doch kein Mensch.

Achterbahn-Eröffnung im Sommer 2009 zur Formel 1 mit Walter Kafitz, Kurt Beck und Boris Becker - kam live im TV. In Betrieb genommen wurde sie aber nie, weil immer wieder was explodiert ist.

Ich weiß auch schon eine tolle Ausrede für den Propaganda-Nuvoloni, wenn die Besuchermassen ausbleiben: der überraschende Winter!

Mir fallen allerdings spontan einige Leute ein, die ich damit auf den Mond schießen möchte.

UPDATE:

Stellt sich raus, daß das

“Ringracer dürfte jetzt fahren …”

und

“.. wird die Achterbahn am Freitag für den Publikumsbetrieb freigegeben.”

von Uli Adams in der Rhein-Zeitung doch etwas optimistisch war. Wilhelm Hahne hat das mal relativiert.

Die Auflagen sind nicht ohne, von 42 Meter Feuerwehrleiter und Sicherheitspersonal ist die Rede.

Alles in allem wieder nur heiße Luft um die Braut aufzuhübschen. Ganz in dem Sinne: alles toll, alles super.

Traurig, wie unkritisch die gute Nachricht weiterverbreitet wird, z.B. über die Agentur dpa - dann steht sowas im FOCUS: “Gut vier Jahre nach Eröffnung des Freizeitparks am Nürburgring gibt es endlich grünes Licht für die stillstehende Achterbahn.”

Die Fehlkonstruktion hätte längst abgebaut werden müssen, aber das lässt der Stolz der Politiker ja nicht zu.

Tags: Achterbahn | Ringracer | Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Kafitz | BorisBecker | Nuvoloni


Mittwoch, 18. September 2013

Walter Kafitz hat ausgespielbergt.

1,5 Jahre war er Marketingmanager am Red-Bull-Ring, jetzt hat man das Dienstverhältnis einvernehmlich per sofort aufgelöst. Was immer das auch heißt. Vorher war er kurz in Abu Dhabi und Indien.

Bin schon gespannt, wo die geballte Inkompetenz als nächstes aufschlägt. Das mit der Inkompetenz ist übrigens nicht meine Wertung, sondern seine eigene: “Wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung.”

Tags: Kafitz | Spielberg | RedBull | Erlebnisgrab


Mittwoch, 24. Juli 2013

Warum ich bei dem neuen Stefan Bellof Abschnitt auf der Nordschleife gemischte Gefühle habe.

Gestern wurde spät abends bekannt, daß im Rahmen des OGP die Nordschleife einen neuen Streckennamen bekommt: das “Stefan Bellof S”. Das soll die Stelle nach dem Pflanzgarten–2-Sprung werden, an der damals vor 30 Jahren sein 956er nach dem heftigen Abflug liegengeblieben ist.

Eins vorweg: ich bin ein Mega-Stefan-Bellof-Fan, ohne ihn je getroffen zu haben, und über meine Zuneigung zur Nordschleife brauchen wir ja nicht zu reden. Das geht nicht nur mir so, er war auch schon immer ein Thema im N-Forum, z.B. hier.

Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe muß ich sagen, daß mir die neue Namensgebung auch Sorgen macht. Ändern kann ich es eh nicht, aber doch zumindest meine Gedanken niederschreiben.

Soweit mir das bekannt ist wird dieser neu-ernannte-Streckenabschnitt der erste sein, der jemals im langen Leben der Nordschleife dazukommt. Wir sind die vielen namenlosen Kurven gewohnt und die Community war schon immer kreativ sich selber was einfallen zu lassen. Zum Beispiel Miss-Hit-Miss für die 3-fach-Rechts nach Kallenhard oder Barbecue Corner / Lauda-Links für die Linkskurve vor Bergwerk. Nicht zu vergessen die ein oder andere Mutkurve.

Ein einziges Mal (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!) wurde an einem existierenden Streckennamen rumgespielt (Karussell nach Caracciola-Karussell in 2001), aber nie kam ein neuer Name dazu. Und ausgerechnet jetzt - in der kritisch(st?)en Phase des Nürburgrings - wird damit rumexperimentiert.

Das Problem ist natürlich, wenn man gleichzeitig Nordschleifen- und Bellof-Fan ist, sitzt man irgendwie zwischen den Stühlen, aber mit den Umständen und der Signalwirkung, die das haben kann, wäre mir lieber gewesen, man hätte die Finger davon gelassen.

Denn was kommt als nächstes? Tatsächlich die Lauda-Links? Da kann ja auch niemand was dagegen haben. Oder mal einen Schritt weiter gedacht: wer will einem Privatbesitzer, der im April nächstes Jahr die Nordschleife kauft, verübeln, wenn er ein paar Streckenabschnitte zufügt? Oder sogar die Namen verkauft? Das hat doch sogar die Firma im Landesbesitz gemacht, warum nicht auch der Privatbesitzer? Im schlimmsten Fall müssten wir sogar durch eine Kai-Richter-Kurve fahren.

Hier wird nach 86 Jahren der bewahrenden Tradition ein neues Kapitel aufgeschlagen, ohne daß es wirklich notwendig wäre. Es gibt soviele Möglichkeiten Stefan Bellof zu ehren, aber diese Nummer hier hat für mich den Anschein eines Marketing-Stunts, dessen Folgen nicht absehbar sind. Auf der Grand-Prix-Strecke sind wir gewohnt, daß die Namen verkauft werden, das ist dort Tradition. Aber auf der Nordschleife sind eben die ursprünglichen Namen Tradition und es sind die kleinen Eingriffe, die schleichend das Erbe aufbrauchen.

Am Nürburgring gibt es die Stefan-Bellof-Straße, die leider durch das (staatseigene) Lindner-Hotel und das Achterbahn-Gerippe als Wahrzeichen der Kastrophe verschandelt wurde.

Was passiert dann nächstes Jahr, 1984? Da wurde vor 30 Jahren die Grand-Prix-Strecke eröffnet, bekommt dann Otto Flimm auch eine Kurve? Ganz bestimmt nicht, der ist ja zum Buhmann auserkoren, da er die Wege der höchstpreisgeilen Sanierer Schrottverkäufer mit Rennstrecken-Zugabe kreuzt. Nur Stefan Bellof, der kann sich nicht wehren und passt gerade prima für die Gute-Nachrichten Abteilung - auf Kosten der Nordschleifen-Tradition?

Im April 2014 - wenn der Nürburgring verkauft ist - klappen die Herren NAG/Hockenheim-Schmidt, Doppeldoktor Schmidt und Ohnedoktor-Lieser die Akte Nürburgring zu und es interessiert sie nicht mehr, was danach passiert. Deren Countdown läuft längst und das oberste Ziel ist der fette Scheck in der Tasche.

Natürlich wird sich niemand dagegen wehren Stefan Bellof zu ehren. Aber ich bin auch nicht der Einzige, bei dem ein bitterer Beigeschmack bleibt. So wie ich auch immer daran denken muß, daß es Walter Kafitz war, der das Karussell umbenannt hat - das schwingt immer so mit.

Wer trifft solche weittragenden Entscheidungen? Im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Öffentlichkeit, als wäre die Nordschleife schon Privatbesitz. Noch ist sie öffentliches Eigentum und da hätte die Öffentlichkeit ein Mitsprachrecht verdient.

Eine Art Selbstbedienungsmentalität, ohne Rücksicht auf das kulturelle Erbe, für den kurzen Marketing-Moment.

Und deswegen hab ich gemischte Gefühle bei dieser Nummer.

UPDATE:

Wilhelm Hahne zu dem Thema: Stefan Bellof und ein Marketing-Quickie

Die, die ihn erlebt haben, brauchen keinen „Stefan-Bellof-Tribute“, um ihn nicht zu vergessen. Und die, die ihm nun im August diese Ehre bereiten, das sind die „qualifiziert Unqualifizierten“, die eigentlich selbst für den Motorsport kein Verständnis haben. (..)

Ich habe einen schalen Geschmack im Mund, wenn ich an diese Art der Ehrung im August denke. Stefan Bellof braucht das nicht. Die Nordschleife wird sich darum auch nicht besser „verscherbeln“ lassen. - Warum das also alles?

Im N-Forum wird das Thema - mit ähnlichem Tenor - diskutiert, auch bei Facebook. Es haben sich auch Leute gemeldet, die nicht meiner Meinung sind. Wenn man allerdings Beleidigungen und Verallgemeinerungen auf der Suche nach Argumenten ausblendet, dann bleibt leider nicht viel. Als hätte man einem Kind sein Spielzeug weggenommen.

Auch mit Thomas Guthmann - der bewundernswert die Stefan-Bellof.de betreut - hatte ich Email Austausch. Er meinte

"Dahinter stecken definitv keine “Insolvenzverwalter” sondern engagierte Bellof-Fans." und "Es ist einfach Schade wenn da negative Eindrücke mitschwingen. Bei mir kommen nur positive Rückmeldungen an. (..)

Bislang ist das ringwerk ja gelinde ausgedrückt eher langweilig. Jetzt kommt endlich mal etwas rein, was für Fans der alten Garde interessant ist."

Worauf ich dann in einer langen Mail habe versucht zu erklären, daß man das eine nicht von dem anderen trennen kann. Und wenn die Nordschleife im April nächstes Jahr verkauft ist, dann kann der Besitzer damit sowieso machen, was er will. Und wie wichtig es deshalb ist, den Verkauf mit aller Kraft zu verhindern, statt die Schöne-Heile-Welt Propaganda zu unterstützen. (Hier ist wieder eine “Alles super - alles toll!” von gestern.)

Bestimmt von vorne bis hinten gut gemeint, aber der Regierung, die gegen uns arbeitet, nützt es mehr, als Stefan Bellof. Und weil wir alle Energie für Protest und Widerstand gegen den Verkauf brauchen. Dadurch schadet die Aktion der Nordschleife auf lange Sicht.

Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Tags: Bellof | Streckenabschnitt | Pflanzgarten | Kafitz | Historie | Caracciola | Karussell


Samstag, 06. Juli 2013

My Interview with Brazilian Journalist Renan Do Couto about Save The Ring Situation at German Formula 1 Grand Prix.

Renan Do Couto is visiting the Nürburgring GP as Brazilian journalist and besides the track action he got curious about SAVE THE RING and asked me for an email interview. Which I’m happy to give! I think these are really good questions and he allowed me to post here as well, as it might help others too.

As always I’m happy to hear your feedback on Facebook.

=====

Hey, Mike, sorry for the delay, a lot of work here at the Grand Prix. A lot of useful informations on these two links, thank you. Here are the things I’d like to ask you:

1- When did you create the Save the Ring? What was happening at that moment that motivated you?

I created Save The Ring December 9, 2010. We were struggling heavily under the Richter/Lindner regime, who took over Nürburgring operations in May 2010 - and yet the international community wasn’t really aware. In German I document the Nürburgring since over 10 years (http://20832.com with chronicle, forum, blog, etc.) and it was not an easy decision to take on the international challenge. I knew it will be heavily time consuming, but I have to admit the feedback is really rewarding. This article I wrote for Jalopnik the month before kicked it all off, as it gained much attention and good feedback: jalopnik.com/5684589/save-the-nurburgring

2- Since then, what goals have you achieved? And what has been more difficult?

Despite all the frustration, for me it’s absolutely mind blowing to see the reach we’ve got. I’ve been in Le Mans the other week and the first person I met in the paddock was Lorens from Hong Kong based KC Motorgroup. We never met before, yet he knew everything about STR. Things like that happen all the time. The complexity of the subject - which I think is sometimes contructed on purpose - makes it difficult to keep up and explain, even in my mother tounge German, let alone in English.

3- Do you have political, financial or any other kind of support?

The only support I ask for is to spread the word. This is what keeps me going. And it’s great that I/we by now have massive support in that way.

4- I’ve spoken with the Ring’ managing-director, Mr. Schmidt, and he said that there is no other way around, the track has to be sold, and the best thing to do right now is to focus on finding the right investor. Do you agree?

This is the talking line of the politicians involved and it’s plain wrong. Nobody is forcing the sale, except the local Government, who owns Nürburgring. It is correct that Brüssel investigates illegal state aids, but they are far away from a final decision. An ownership change like this - given that the Ring has been public property since it’s start in 1927 - should be handled with all possible care, but we face a hectic and not properly thought through sales process. One can only speculate about the reasons, but the insolvency administrators apparently only earn their money at the time of sale and Mr.Schmidt you talked to has already been head of operations during the horrific Richter/Linder regime.

5- Can you imagine the scenario above happening?

Unfortunatley yes, and it frightens me a lot.

6- For you, the construction of the NüroDisney and the other things was needed to make the Ring’ (more) profitable?

Everybody you talked to thought right from the beginning that the leisure park - so called “Nürburgring 2009” project - is the most stupid idea ever. At the time they approved 215 million Euro investment, which would be way to much for the Nürburgring to recover. Let alone the 550 million Euro it is now. Way before any official approval we organised protests and open letters, but government didn’t listen at all, in fact they only reacted arrogant and government as well as Nürburgring operation (under Walter Kafitz) made us look silly.

7- Are in favour of government spending on race tracks? (I also ask you this because in Brazil, most of the tracks belong to state or city governments, and most of the tracks badly managed, so there is some debate about this point)

I personally think governments should spend their tax money budgets wisely and infrastructure for culture and sport for me is clearly a part of that. So, a definite yes!

8- The Russian Time is running a Save the Ring livery here at Nürburgring this weekend. Can you tell me more about this deal?

The best thing about it: it came as total surprise to everybody including me. Loving it a lot. We’ve seen things like that - surprise car designs - in the past too and it jumps right into the heart of us racing people. Like Schubert’s beautiful STR BMW Z4 for endurance racing. But we’ve never seen it at a Formula 1 program and I hope they release it as model car too.

9- 4000 followers on Twitter, 80000 likes on Facebook… how useful are social networks being to you?

Honestly, that reach of information around the world would not be possible without Social Media. It needs a homepage though as it’s base, which is savethering.org. It’s only a “one pager”, but serves the purpose well.

10- Are you from Nürburg?

I grew up near by in Andernach and the first 24 Hours race I visited on my own was back in 1981. Since then I spent a large portion of my time at the Nürburgring. And what a great time that was - until 2007, when they started NüroDisney and we all had to witness the Nürburgring driven into bancruptcy.


Montag, 01. Juli 2013

0,8 Mio Euro veruntreut? Ich komm auf das 600-fache.

Also in Mainz möcht ich nicht leben müssen, die Medien dort reiben den Leuten immer neuen Sand in Augen. Wie jetzt bei einem weiteren Verhandlungstag im Untreueprozess, da wird unkritisch ohne Hinterfragen die Zahl 800.000 Euro als Untreue weiterverbreitet.

Dabei wissen wir inzwischen, daß die Nürburgring GmbH mit satten 550 Millionen in der Kreide steht und alle Immobilien zusammen - also inklusive Nordschleife! - auf einen Restwert von ungefähr 70 Millionen kommen. Das heißt nach meiner Milchmädchenrechnung mal mindestens 480 Millionen Euro veruntreut in den letzten 6 Jahren.

Aber in Rheinland-Pfalz überrascht mich längst nichts mehr, da hat der als Zeuge geladene Justizminister überhaupt keine Hemmungen mal vorher den vorsitzenden Richter anzurufen.

UPDATE:

Ursula Samary greift das in der Rhein-Zeitung mit Jochen Hartloff’s Anruf nochmal gesondert auf.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Samstag, 29. Juni 2013

Die Klage gegen Walter Kafitz, ..

.. die mit großem Brimborium von der Landesregierung rausgehauen wurde, ist jetzt auf ganz kleiner Flamme durch die Insolvenverwalter im Vergleich geendet.

Schlechte Presse ist nunmal schlecht für’s Image und schlechtes Image drückt den Kaufpreis. Was sich negativ auf die Insolvenzverwalterentlohnung auswirkt.

Ist schon sagenhaft, was alles unter den Denkmantel von Recht und Ordnung passt.

Tags: Kafitz | Erlebnisgrab | Insolvenz


Samstag, 02. Februar 2013

Danke für 1.085.252 Besuche!

Das sind die Zahlen für 20832.com bzw. Mike’s Blog in 2012:

Das sind umgerechnet knapp 3.000 Besuche pro Tag - in der Realität natürlich mal mehr, mal weniger.

2011 waren es 1,3 Mio., aber ich werde mich mal nicht beschweren! Der Einfluss von Facebook ist schon kräftig, gerade im Motorsport ist FB aber eine echte Bereicherung. So einfach war es noch nie, mit Marken, Teams, Fahrern, aber auch anderen Motorsport-Anhängern in Verbindung zu bleiben. Dazu noch Twitter und Instagram, da findet jeder sein Zuhause.

Unique Visitors - also einzelne Besucher! - waren es 2012 388.009 - also im Schnitt pro Tag über 1.000. Und ich glaube den Google Analytics Zahlen kann man ganz gut trauen. Wenn man das Kafitz’sche Mehrfachzählsystem anwenden würde, dann hätten wir sicher längst die 10 Mio. geknackt! ;)

Aber auch ohne Schönrechnen - das sind stramme Werte, da wäre manches Magazin dankbar für - und daher mein Herzliches Dankeschön an alle treuen Leser! Auch wenn die letzten (5?) Jahre teilweise ziemlich traurig und frustierend waren und wir mit stumpfen Waffen versucht haben die Schandtaten am Ring zu verhindern - aufgegeben wird nicht. Und die schöne Zeit, die wir dort erleben durften, die nimmt uns sowieso keiner!

Wäre das nicht schön am Ring würde mal so mit offenen Karten gespielt wie ich das hier mache?


Mittwoch, 16. Januar 2013

Beck ist weg. Amtlich.

Der Leidensweg vieler Motorsportler im Schnelldurchlauf:

16.01.2013 Kurt Beck tritt zurück
20.07.2012 Nürburgring meldet Insolvenz an
10.12.2009 Walter Kafitz wird fristlos entlassen
09.07.2009 Kurt Beck eröffnet Freizeitpark
07.07.2009 Ingolf Deubel tritt zurück
19.11.2007 Freizeitpark wird beschlossen
26.10.1994 Kurt Beck wird Ministerpräsident RLP
01.04.1994 Walter Kafitz Nürburgring Geschäftsführer

UPDATE:
Ausgerechnet 1927 ist die Nummer für diesen Blogeintrag. Das ist doch kein Zufall.


Montag, 31. Dezember 2012

1783 war ein hervorragendes Jahr.

“Mozart schrieb seine Krönungsmesse, die Gebrüder Mongolfier stiegen in den Himmel auf und England erkannte die Unabhängigkeit der amerikanischen Staaten an.”

(Habt Ihr’s erkannt?)

2012 war aber auch nicht schlecht, obwohl einige sehr traurige Dinge passiert sind.

Ich persönlich schau am Jahresende immer gerne durch meine Bildersammlung. Dank guter Archivierung geht das ganz gut.

Insgesamt sind es 2012 wieder über 20k Bilder geworden, genau 24.535 Stück, das ist so in der Größenordnung der Vorjahre. Aber nur die Hälfte davon mit der Spiegelreflex, der Rest hauptsächlich mit iPhone, erst das 4er und seit drei Monaten das 5er.

Dadurch bin ich in 2012 auch Fan von Olloclip und Instagram geworden, mein erstes IG-Foto war dieser Haribo Porsche im Januar:

Dabei habe ich ursprünglich nach einem Workflow für das Unterwegsbloggen gesucht - nämlich die Radtour nach Le Mans:

Das war schon speziell, dort war ich nämlich zum ersten Mal und die Radtour war nicht ohne. Aber das mit dem Bloggen hat super funktioniert.

Aber muß der schöne Deltawing ausfallen? Direkt vor unseren Augen?

Ein paar Tage vorher ich noch so:

Denn den Frison haben se’ jetzt auch unter der Haube:

Und als wär das nicht schon genug Programm für so wenig Zeit, kurz vorher war auch noch das 24h-Rennen am Ring:

Das ich ebenso besucht habe wie auch alle VLN-Läufe - ein Programm, das ich mir seit über 10 Jahre gönne.

Ich freu mich dann über jeden N-Aufkleber der mitfährt - und das waren wieder einige!

Und auch Save The Ring, sozusagen der outgesourced’e Ärger, darauf hätten wir alle gern verzichtet, so um unser Volkseigentum Nordschleife kämpfen zu müssen.

Die Geburtstagsfeier zum 85. fiel ziemlich dünn aus, keiner hat an den Ehrentag gedacht. Also fast keiner:

Hat aber nichts genützt, denn dieses Jahr wurde die Insolvenz amtlich besiegelt. Zum Geburtstag.

Vielen Dank nach Mainz, das habt Ihr sauber hinbekommen. Immerhin verlässt der Hauptschuldige die Bühne, wenn auch mit vollen Taschen statt an den Füßen aufgehangen.

Und der Deubel/Kafitz Prozess hat begonnen, habe ich mir auch nicht entgehen lassen. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht:

STR-mäßig hat man sich ausgerechnet in Oschersleben richtig Arbeit gemacht:

Und bringt das Größte aller STRs zum Ring:

Das sieht in echt:

… so schön aus wie in 1:43

In der Reihe der Highlights darf der Steff nicht fehlen, hat sich in seinem ersten Jahr als DTM-Team sauber verkauft, der Lauf am Nürburgring war für uns alle ein emotionales Ereignis:

Dann war da noch der Besuch auf der CeBIT:

Die erste ernsthafte Ausfahrt in einem nicht-selbstgebauten Schalterkart:

Der Besuch hier um die Ecke bei Kremer:

Ebenso wie bei Ekkehard Zimmermann:

Und die vielen zufälligen und schönen Erinnerungen und Schnappschüsse, zum Beispiel dieses hier mit Aziz, solche Fotos gefallen mir:

Und wenn Ihr bis hierhin gekommen seid, dann seid genau Ihr es - meine geschätzten Blogleser und -liker - denen ich ganz besonders danken möchte für das regelmäßige Reinschauen, die Unterstützung und Aufmunterung, die ich auf vielfälltige Weise von Euch bekomme.

Genießt die Ruhepause, rutscht gut in’s neue Jahr und 2013 greifen wir wieder an!


Dienstag, 11. Dezember 2012

Was lag da näher, als sich mit Boris Becker in Verbindung zu setzen.

Meinte Walter Kafitz vor über 3 Jahren - ohne natürlich auch nur ansatzweise zu erwähnen, wieviel es den Steuerzahler kostet sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Kann man sich alles auf youtube.com/MariusAlthof angucken:

Mein Gefühl sagt mir, daß sich eher Werner Heinz mit Kumpel Walter in Verbindung gesetzt hat - da er als Fahrermanager seine Wurzeln im Renngeschäft hat und am Ring gab (gibt?) es auch eine WH Sport VIP Lounge. Die RZ schreibt:

Der dreifache Wimbledonsieger sollte das Gesicht des neuen Nürburgrings samt Freizeitpark werden. Dafür war der Trierer Vermarktungsgesellschaft „WH Sport international“, die die Tennis-Legende in die Eifel vermittelte, ein Honorar von 450 000 Euro netto zugesagt worden.

Begründet sich auf dem NAG-Go-Home-Vertrag, der geleakt wurde. Von dem Wilhelm Hahne allerdings den Eindruck hat, da sei nicht die endgültige Fassung veröffentlich worden - aber das ist ein anderes Thema.

Die Boris-Becker-Nummer war eine der vielen kleinen und großen Sargnägel, die in die Nordschleife getrieben wurden. Stück für Stück wurde die Überschuldung besiegelt und alle haben sie fleissig mitgemacht: der Nürburgring Geschäftsführer ebenso wie Sportmanager oder Propaganda-Filmer, die im Film aufgeregt rumspringende Stefanie eine-ganz-normale-PR-Kampagne Hohn oder der später bei Dederichs Reinecke sanft gelandete Stephan Cimbal. Das ist die Agentur, die damals die Volksverarsche in blumige Worte packte

“Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit … bla … bla … bla", freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.

… und heute ganz unschuldig versteckt hinter Falken Motorsport einen auf Ringfan-Kumpel machen.

Und natürlich die ach-so-schuld-und-ahnungslose Lokalpolitik, Hauptsache die eigenen Schäfchen im Trockenen.

Der Mann in der Mitte ist der, der am längsten im Aufsichtsrat sitzt.

Boris Becker kommt in dem historischen Stück übrigens auch zu Wort und sagt so etwas Bedeutendes wie:

Man muß nicht Formel 1 Weltmeister sein, es geht nicht nur um die Formel 1.

Man muss wahrscheinlich Boris Becker sein, um das zu verstehen. Und Walter Kafitz, um mit den Steuergeldern nutzlos herumzuwerfen: 200.000 Euro auf Kosten der Nordschleife, inzwischen amtlich:

Die fälligen 200 000 Euro wurden denn auch bereits an die Managementgesellschaft „WH Sport international“ überwiesen.

Heute - nichtmal 3 Jahre später - tun sie dann alle so, als hätten sie damit garnichts zu tun und der jetzt drohende Verkauf des Nürburgrings sei vom Himmel gefallen.

Kognitive Dissonanz at it’s best.


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Samstag, 01. September 2012

Bestmögliche Verwertung des Nürburgrings.

An den Gedanken, daß die Nordschleife verkauft wird, kann ich mich wahrscheinlich auch 10 Jahre nachdem es passiert ist nicht gewöhnen.

Was wäre das für ein Aufschrei, wenn der Kölner Dom verkauft würde?

Leider ist die Nordschleife nur für Wenige ein Denkmal und die verteilen sich eher um die ganze Welt, als auf Rheinland-Pfalz. Achtet mal auf die Artikel der letzten Zeit, ob da die Wörter Nordschleife, Kulturerbe, Denkmal oder Sportstätte vorkommen.

In diesem Artikel aus der RZ heute kommt immerhin Nordschleife einmal vor, und dann nur noch so:

künftiger Käufer / etwaige Investoren / Unternehmen, das übernimmt / der neue Besitzer / Kaufpreis / Investor / der Käufer / Kaufpreis / künftiger Eigentümer / private Investoren / bestmögliche Verwertung des Nürburgrings / Nürburgring wird abgegeben / Großinvestor / Wert des Nürburgrings / Finanzinvestor /strategischer Investor

Das ist so bitter.

Dabei gibt es auf der Welt nicht Vergleichbares, das in seiner ursprünglichen Form noch so erhalten ist und aktiv als Sportstätte genutzt wird.

Nur leider wird das Denkmal der Nordschleife in der öffentlichen Wahrnehmung komplett in den Schatten gestellt von Beck’s Betonbauten.

Deren Insolvenz auch die Nordschleife mitgerissen hat. Soviele Firmen und GmbHs sind unter den 15 Jahren Walter Kafitz Verwaltung gegründet worden - nur als es wirklich mal gezählt hat bei der Erlebnisregion, da hat man die schwere Schuld der historischen Nürburgring GmbH umgehangen.

Obwohl auf der Nordschleife quasi die komplette Entwicklung des Automobils stattgefunden hat, wird sie nicht als schützenswertes Kulturgut sondern maximal als Asset angesehen.

Was für ein Frevel.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Dienstag, 24. Juli 2012

Erinnert Ihr Euch an den DSK?

Der DSK, der dem Walter Kafitz die Füße geküsst hat für einen Tag freies Fahren? Und der sich nichtmal zu schade war, das sogar bei der NAG zu machen?

Und dessen Mitgliederschwund ich hier mal aufgegriffen habe und vom “Präsidenten” des Vereins dazu Stellung genommen wurde?

(..) Und wenn ich sehe, was im Rahmen der Konjunkturpakete so alles verbuddelt oder hingeklotzt wird, dann brauchen wir uns als Motorsportler eigentlich nicht zu beschweren. Schlimmer wäre es, wenn der Ring nichts abbekommen hätte.

Daß es einen ganze Reihe von Ring-Fans (wie wir es ja auch sind) gibt, die sich über den Finanzskandal und die Machenschaften hinter den Kulissen ärgern, verstehe ich sehr gut. Allerdings bin ich persönlich halt ein Pragmatiker:

Jetzt ist das Zeugs da, wir fahren gern auf dem Ring - laßt uns versuchen, das Beste daraus zu machen. Die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich, denn bei uns steht die Freude am Motorsport und der Spaß am sportlichen Fahren im Mittelpunkt.

Der laßt-uns-das-Beste-draus-machen-Spaß-haben-und-Pragmatiker-DSK?

Jetzt wo die Pleite nicht mehr weggeleugnet werden kann, wird sich - festhalten - POSITIONIERT:

Positionspapier des DSK zur Zukunft des Nürburgrings

Alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden müssen zugunsten der Zukunft des Nürburgrings ihre Grabenkämpfe beenden und sich konstruktiv bei der Entwicklung von Lösungen einbringen. Uneinsichtige Streithähne sind durch erfahrene und ergebnisorientierte Macher zu ersetzen. (..)

Nein, das geht sogar noch weiter, aber ich bring’s nicht fertig, das hier zu posten.

Ganz grotesk formuliert in einer Kombination aus “man muß” und Befehlsform: müssen - sind .. zu ersetzen - ist … weiterzuentwickeln - muss … gestaltet werden - ist … unabdingbar - müssen … verhandelt werden … - usw.

Nicht den Hauch der Spur einer Einsicht, daß man durch die selbstgewählte Schosshündchen-Rolle das Disaster mitzuverantworten hat. Und statt auf die Barrikaden zu gehen, wie es sich die ausgetretenen Mitglieder gewünscht hätten, gehorsam mit den Wölfen geheult hat.

Der DSK sieht sich selbst als die “europaweit größte Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsport-Fans” und gibt an 13.000 Mitglieder zu haben.

Wer sich bei dem “die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich” nicht mehr wiederfindet ist übrigens in guter Gesellschaft.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Dienstag, 17. Juli 2012

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Das Nürburgring Desaster wird sicher in die Geschichte eingehen, aber man kann jetzt schon - wo der Scherbenhaufen vor einem liegt - ein Resumee ziehen. Und ich mir den Frust von der Seele schreiben, denn rückblickend ist die Entwicklung entlarvend transparent.

Meiner Meinung nach war alle Argumentation Pro-Erlebnisregion von Anfang vorgeschoben und ich habe auch von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht. Natürlich bin ich traurig, daß das Desaster nicht verhindert werden konnte, ich persönlich habe mich ziemlich aufgerieben bei dem mißlungenen Versuch.

Walter Kafitz war 15 Jahre lang Geschäftsführer am Nürburgring, ziemlich genauso lange wie Kurt Beck Ministerpräsident. Die beiden verstanden sich wohl auch ganz gut. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem der Landesrechnungshof nicht auf die Verfehlungen in der Eifel aufmerksam gemacht hätte. Selbst die krassesten Fehlentscheidungen wurden gedeckelt und die Millionen sind nur so davongeflossen (Bikeworld, Rennfahrerschule, alte Erlebnisregion, altes Pressezentrum, sprunghafter Gehälteranstieg usw. usw.). Als Außenstehender hatte man den Eindruck, das dürfe mit politischer Rückendeckung beliebig die Kontrolle verlieren.

Ende 2007 hat dann der Nürburgring Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion genehmigt, dafür mußte natürlich erstmal großflächig abgerissen werden.

Man hat private Investoren versprochen - der Gemeinde Nürburg sogar schriftlich zugesichert - die aber leider nie die Bühne betreten haben.

Bis auf einen: Kai Richter. Und der wurde als der große Heilsbringer zelebriert, ein Mann mit enormer Projekterfahrung und erfolgreich sowieso. Und sowas von millionenschwer, wie es sich für einen anständigen Investor gehört.

Was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfahren sollte: dem guten Mann “sind die Kreditgeber abgesprungen” - sowas aber auch. Da muß man natürlich helfen, weil sonst ist das schöne Investormärchen ja dahin. Zumal es auch nur diesen Einzigen gab. Da traf es sich gut, daß der Ingolf Deubel nicht nur dem Nürburgring vorstand, sondern auch den rheinland-pfälzischen Finanzen. Über 85 Millionen Euro aus Landeskassen sollten es am Ende sein, die dem “Investor” Stück für Stück überwiesen wurden.

Währenddessen wurde fleißig gebaut, natürlich ohne öffentliche Kontrolle, weil privat. Ausschreibung? Aber nicht doch. Und es entstanden Firmengeflechte, die mit ihrer Mehrdimensionalität schwer auf Papier zu bringen waren.

Am Ende wurden aus den projektierten 215 Mio. Euro 330 und heute wissen wir, daß die wirkliche Zahl belastbar in der Nähe von 400 Millionen Euro liegt. Die WiWo listet aktuell 413 Mio. Euro Schulden für die Nürburgring GmbH, 2006 - also vor dem Bau - hatte sie 27 Mio. Euro Verbindlichkeiten bilanziert.

Und was machen die Verantwortlichen?

Fangen wir mal oben an, nach unten läßt sich fast beliebig fortsetzen und soviel Platz wollte ich dem Post hier dann doch nicht einräumen.

Kurt Beck

… kommt mir ziemlich verzweifelt vor. Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber am Ende seiner politischen Laufbahn droht ihm das Risiko, daß ihn der Nürburgring-Knall in Stücke reißt. Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht mehr, die Nachfolger für die Wahl 2016 scharren schon mit den Hufen. Wie es einem Ministerpräsident ergehen kann, der nicht mehr Kraft seines Amtes dirigieren kann, erleben wir gerade in Baden-Württemberg im Fall Mappus. Das weiß auch Kurt Beck und jetzt versucht er verzweifelt zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Ingolf Deubel

… hat zwar eine über 100 Seiten dicke Anklage auf seinem Schreibtisch liegen, aber - einflußnehmend oder nicht - ob es überhaupt zum Prozess kommt, läßt das Gericht offen. Und vertröstet - mal auf den Sommer, dann auf den Herbst und dann vermutlich auf Ende des Jahres. Und so zieht der honorige “ehemalige Finanzminister” über die Lande und beschert SPD-Ländern mit seiner Deubel Government Consulting teure Einblicke in das Thema Schulden.

Carsten Kühl

… hat ihn beerbt als Finanzminister, hat er doch brav die Aufsichtsratsentscheidungen am Nürburgring mitgetragen. Man erkennt schnell, welches Profil in RLP karrierefördernd ist.

Jürgen Pföhler

… schüttelt fleißig Hände als großer Landrat, der der Region doch soviel Unheil gebracht hat … ebenso wie …

Hermann-Josef Romes

… der Lächler schlechthin, keine Kamera in der VG Adenau ohne sein freundliches Gesicht. Das er auch beim Spatenstich für die Erlebnisregion mit Wonne aufgesetzt hat.

Eveline Lemke

… auf der vor der Landtagswahl im März 2011 die Hoffnung einer ganzen Region lag. Wähler, die niemals zuvor ein grünes Kreuzchen gemacht haben, gaben voller Euphorie Rückendeckung. Um im Regen stehengelassen zu werden. Ein letzter großer Auftritt bei der Formel 1 vor genau einem Jahr. Der kleinen Ansammlung der Demonstraten Mut zugesprochen, während Kurt Beck im Fahrerlager posierte. Dabei hat gerade sie durch ihr monatelanges Mitwirken vor Ort ein konkurrenzloses Insiderwissen verglichen mit ihren Mainzer Kollegen und durch ihre Einsetzung als Wirtschaftsministerin auch die entsprechende Machtposition. Ob in den Mainzer Regierungskantinen rückgratsauflösende Mittel zugesetzt werden?

Die Vielen hier nichtgenannten

… brauchen nicht glauben, daß man sie vergisst. Nur ich zumindest habe heute abend keine Lust mehr sie mir mehr als nötig in Erinnerung zu rufen.

Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.

Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.

Was motiviert solche Leute zu diesen krassen Fehlentscheidungen? Ist es Skrupellosigkeit, Profitgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Realitätsverlust - oder vielleicht ein bisschen von allem? Oder sind sie einfach nur ganz banal überfordert?

Der Aufsichtsrat hat nicht nur völlig versagt in der Kontrolle, sondern auch die katastrophale Entscheidung getroffen, die bestehenden Gebäude einzureißen und für 400 Mio Euro die Aussicht zuzubetonieren.

Ausbaden darf nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der gemeine Sportler, Motorsportfan und Nürburgring-Historiker, dem nicht nur die einmalige Sportstätte genommen wird, sondern der für die Hinrichtung durch langsames Ausbluten auch noch bezahlen muß.

Die Leute, die sich gegen die Entwicklung gestemmt haben, sind so wenige, man kennt sich inzwischen persönlich.

Die, die tatenlos zugesehen haben, und/oder sich die Taschen mal mehr - mal weniger - gefüllt haben ohne Rücksicht auf soziale und historische Verantwortung, ist leider ungleich größer. Auch sie sind bekannt, doch es schert sie wenig. Einige haben sich schon nach erfolgreichem Ausweiden des Nürburgrings anderen Tätigkeiten zugewendet, der Rest wird nachziehen. Und sich gegenseitig ein gutes Gewissen einreden: “wenn sie es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.”

Während dieser Epoche 2007 bis 2012 ist nicht nur mein Demokratieverständnis komplett auf den Kopf gestellt worden, auch haben viele Leute, die ich glaubte zu kennen, ihr wahres Gesicht offenbart.

Es sind nicht nur die Handelnden verantwortlich. Die Nicht-Handelnden tragen ebenso große Schuld. Eingestehen wird es sich keiner von beiden.


Freitag, 13. Juli 2012

Nur leicht verspätet, die 2010er CST Bilanz.

Das wir das noch erleben dürfen: die offenlegungspflichtige CST GmbH hat ihre 2010er Bilanz veröffentlicht.

CST ist die Ringcard-Firma und heißt ausgeschrieben “Cash Settlement & Ticketing GmbH”. Die haben auch eine Homepage: www.cst-nuerburgring.de, die gibt aber nicht viel her. Nur die 2 (?) Geschäftsführer Kai Richter (den kennen wir ja zu Genüge) und Gerd Weisel, das ist der Beamte aus Mainz, der auch GF der Nürburgring GmbH ist.

Und die Ringcard ist das “bargeldlose Zahlungssystem”, das am Ring kein Mensch braucht. Zu der Firma sagt auch der Landesrechnungshof in seinem 2011er Report, daß sie überflüssig ist.

Die Staatsanwaltschaft hat die CST auch im Visier und Walter Kafitz ist deswegen fristlos gekündigt worden.

Die Bilanz ist knallrot, aber daran scheint sich niemand zu stören. Denn die Grünen Männchen sind am Ring immer noch im Einsatz.

Im Bundesanzeiger kann man das nachlesen:

  • Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro
  • Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 4.087.668,40 Euro.

Ein paar Sachen haben mich stutzig gemacht:

  • die Sachanlagen sind von ca. 7,3 Mio. in einem Jahr auf 3,5 Mio. gesunken. Sieht für mich aus wie eine stramme Wertevernichtung.

  • Mit Wirkung zum 01. Januar 2011 wurde der Geschäftsbetrieb an die Nürburgring Automotive GmbH, Nürburg, verpachtet.” Das wäre dann der nächste Vertrag, den wir nicht kennen.

  • Gesellschafter der Cash Settlement & Ticketing GmbH mit jeweils 50 % sind die Nürburgring GmbH, Nürburg, sowie die MI Beteiligungs- und Verwaltungs- GmbH, Düsseldorf. Man ahnt es schon, GF ist Kai Richter. Auch hier bilanzielle Überschuldung (31k) und Rangrücktritt. Und quasi an sich selber verpachtet.

  • Kai Richter sei bis 16.Dez.2011 GF gewesen, Gerd Weisel ab 13.Dez.2010.

Wieder mal ein schönes Beispiel von “Ihre Steuergelder bei der Arbeit.”

Falls jemand mit mehr Sachkenntnis erhellende Erkenntnisse für mich hat - immer gerne :) Von der sich verschanzenden Landesregierung brauchen wir ja keine ehrlichen Informationen erwarten, was sie mit unseren Steuergeldern anstellen.

UPDATE:

Hier auch die Erklärung, warum das Anlagevermögen so geschrumpft ist:

“Ein Teil des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 3.243 (Restbuchwert zum Zeitpunkt des Verkaufs) wurde an die Nürburgring GmbH veräußert.”

Wieso kauft die Landesgesellschaft für 3,2 Mio Euro “Kassenanlagen”? Um es dann wieder an eine private Firma zu verpachten?

(Danke Jörg!)


Donnerstag, 12. Juli 2012

Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Donnerstag, 15. März 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Kafitz war fünfzehn Jahre lang Geschäftsführer des Nürburgrings, fiel dort aber finanziellen Schwierigkeiten zum Opfer.

Opfer? Opfer! Mir fallen sicher viele Namen für diesen Menschen ein, aber Opfer ist nicht dabei.


Mittwoch, 15. Februar 2012

Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co.

Die Anklage wegen Untreue gegen Ingolf Deubel im Detail, hier der Bericht von dpa. Bei den Prozesskosten hilft das Land. WOT?

Insgesamt sind nach 20 Monaten Verschleppung Ermittlungsarbeit 6 Personen angeklagt, die Staatsanwaltschaft Koblenz (2050 Js 37425/10) formuliert das so:

“Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz, den früheren Hauptgeschäftsführer und zwei weitere Mitarbeiter der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH sowie gegen einen früheren Geschäftsführer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz GmbH (ISB GmbH) und einen Geschäftsführer der Rheinland-Pfälzischen Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH (RIM GmbH) Anklage zum Landgericht Koblenz erhoben.”

Die einzelnen Personen (Deubel, Kafitz, Lippelt, Nuss-Kaltenborn, Metternich, Wagner) finden sich im Trierischen Volksfreund gelistet.

Wie verschwindend gering die Anklagepunkte im Vergleich zu dem 500 Mio Desaster sind, kam im SWR Radio. Den guten Kommentar kann man sich hier nochmal anhören.

Wilhelm Hahne hat die Anklage von heute auf seine Art kommentiert. Achtung: brisant!


Dienstag, 14. Februar 2012

Anklage bei Gericht eingegangen.

Nicht nur gegen Ingolf Deubel, auch Walter Kafitz, Hans-Joachim Metternich und “weitere Ring-Verantwortliche”. Steht in der Zeitung und kam auch im SWR.

Schon im August 2011 hieß es, die Anklageschrift umfasst über 100 Seiten. Warum das noch ein halbes Jahr gedauert hat? Vielleicht mußte Kurt Beck ja noch gegenlesen, bei den Filzern wundert einen garnix mehr. Deswegen sieht der Herr Deubel das ja auch “gelassen”.

Ursprünglich ging es mal um diese Personen, aber es gibt auch noch ein zweites Verfahren wegen der CST.


Freitag, 10. Februar 2012

Offener Brief an Kurt Beck - vom 15.März 2007.

Die Bürger in der Eifel haben mehr drauf als die teuren Unternehmensberater der Landesregierung, denn leider treffen die Befürchtungen von vor 5 Jahren mit aller Wucht ein.

Norbert Hanhart hat den Brief im Namen der Bürgervereinigung “Rettet den Ring” nach Mainz in die Staatskanzlei geschickt am 15.März 2007. Zur Erinnerung: der Aufsichtsrat (Deubel, Pföhler, Härtl, Kühl) hat am 19.Nov.2007 das Projekt genehmigt und am 10.Dez.2007 wurde die Haupttribüne gesprengt. Siehe Chronik.

Ein paar Auszüge:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

voller Sorge um die Zunkunft des Nürburgrings wenden wir uns heute an Sie, vor allem, um dem vom Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Herrn Dr. Kafitz, vermittelten Eindruck entgegenzutreten, die Eifel unterstütze sein Mammutprojekt Erlebnisregion. (..)

Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..)

Uns erscheint es keinesfalls nachvollziehbar, dass Ihr Finanzminister öffentlich bekundet, dass der Verzicht auf die Erlebnisregion den Abstieg von der Championsleague in die Kreisklasse bedeuten würde. Auf welchem Wissen, welcher intimen Kenntnisse unserer Region beruhen diese starken Worte? Wir befürworten sinnvolle Investitionen zur Stärkung der Kernkompetenz Motorsport, lehnen jedoch das Risikiospiel der Nürburgring GmbH ab. (..)

Was geschieht jedoch, wenn das Projekt als ganzes scheitert und die Nürburgring GmbH in den Konkurs rutscht? Die Folgen für die gesamte Eifel wären unabsehbar.

Hier der komplette Brief, zu dem es leider nie eine Antwort gab.


Mittwoch, 08. Februar 2012

Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Dienstag, 24. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Unfortunately, the area’s local businesses built around the touristenfahrer, the ones that help give the ’Ring its distinctly funky aura, are practically guaranteed to take a hit.

Teile von dem, was 2009 errichtet wurde, sind wirtschaftlich noch weniger erfolgreich als ursprünglich erwartet.

Noch weniger? Na das gibt’s doch garnicht.

Das ist übrigens das Hotel, das ich so gerne mit dem Ring tauschen würde, denn da wird bald das Lindner-Schild abgeschraubt (“Wasnerin”, siehe Dienstag).


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Wilhelm Hahne hat heute Geburtstag (79!) - Alles Gute und bitte schön feiern! :)

  • Riesenschocker in der Motorsport-Szene: Peugeut zieht sich aus seinem Le Mans Engagement zurück! Keine Schlachten mehr mit Audi - das ist jetzt Geschichte. Heute ist auch Einschreibefrist für Le Mans.

  • Eine Stunde Radio-Diskussion im SWR über den Ring. Mit Wilm Hüffer und sehr hörenswert, sind ein paar interessante Sachen dabei. Auch wenn das mit den 50 Euro pro Runde (noch) nicht stimmt.

  • Sag ich doch: Geburtstage.

  • “Sollten die jetzigen Pächter aufgeben, werden wir den Ring-Betrieb neu ausschreiben. Wir arbeiten an verschiedenen Rettungskonzepten, mit denen wir die Übergangszeit überbrücken könnten.”

meint Eveline Lemke heute im Interview. Das klingt doch garnicht mal schlecht!

Sieht so aus, als zeigt das Land Rückgrat beim Pachtvertrag und knickt auch nicht bei der politisch maximal schlechten Arbeitsplätze-in-Gefahr Drohung der NAG ein. Ihren höchsten Trumpf hat die NAG (auf Kosten der Menschen) ausgespielt, die Pacht muß trotzdem bezahlt werden.

Bei der NAG hab ich den Eindruck, daß sie jetzt versuchen, das Thema Arbeitsplätze in den Medien zu halten. Ah ja, geht schon los - und sogar auch international. Bloß nichts anbrennen lassen.

  • Wo wir medientechnisch in Deutschland grade stehe kann man gut daran ablesen, daß die Tatsache, daß der Herausgeber der FAZ selber twittert, einigen Wirbel in eben diesem verursacht hat. Ist noch ein langer Weg!

  • Das mit der Einschwungphase wendet der Jörg Lindner jetzt auch auf eigene Projekte an, bzw. im Namen der an seinem Fond beteiligten Leute. Ob der neue Mieter sich auch damit bedankt, daß er einfach nicht bezahlt?

  • Freizeitpark? Neues Hotels? 400.000 zusätzliche Besucher? Regierungspläne? Sieht so aus, als hätten die “Investoren” jetzt Magny Cours entdeckt. Das ist hier: http://g.co/maps/dp3b4. Fehlt eigentlich nur noch der magny°racer .

Zum Vergleich, Paul Ricard ist hier: http://g.co/maps/w4vh3.

  • Nach NUR 1,5 Jahren soll es dieses Jahr VIELLEICHT SCHON zur Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co. kommen.

Vielleicht sollten die es mal mit Rollrasen probieren, das normale Drüber-wachs-Gras wächst so langsam.

Der Harloff wird’s schon richten, daß am Ende doch keiner angeklagt wird.

  • Rock am Ring: ausverkauft (85.000), da freut sich MLK und NAG hat endlich gute Nachrichten. Die erfolgreichste Veranstaltung lehnt die Ringcard ab - na, klingelt’s? Aber Veranstalter: BB Promotion. Nie gehört, was ist mit Lieberberg und MLK?

Auch für die Landesregierung ist die Suche nach guten Nürburgring Nachrichten eine Verzweifelte, also hängen die sich auch mit dran.


Sonntag, 15. Januar 2012

Übungsstunde bei Rethorik Steinkühler.

In der neuesten Folge von Rethorik Steinkühler geht es ausnahmsweise mal nicht um Schön-schreiberei, sondern Schön-rechnerei.

In der Vergangenheit ging es ständig darum die Arbeitsplätze möglichst hoch zu rechnen, um mit dem Arbeitsplätze-schaffen-Scheinargument der Regierung möglichst viele Milliönchen aus den Taschen zu leiern. Hat ja auch super funktioniert.

Zwei Jobbörsen wurden inszeniert und so hat sich das damals am 7.März und 5.April 2009 angehört, als für 400 neue Stellen die große Leutesuche durch den Propagandawolf gedreht wurde.

Walter Kafitz:

Wir haben heute vor Ort bewiesen, dass wir ein Konjunkturpaket zum Anfassen sind.

Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung, die daraus erwächst, voll bewusst.

Wir setzen auch in Zukunft alles daran, die bestehenden Arbeitsplätze am und um den Ring zu sichern.

Der “begeisterte” Projektentwickler Kai Richter:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.

Das Gesamtprojekt Nürburgring 2009 kann nur in der Vernetzung perfekt funktionieren.

Bei der Bewerbungsbörse hat sich gezeigt, wie gut die einzelnen Bausteine bereits jetzt zueinander passen.

Für Bewerber aus dem weiteren Umfeld können wir im Lindner Boardinghouse in Adenau komfortable Personalwohnungen zur Verfügung stellen.

Bernd Schiffarth, Bürgermeister Adenau:

Wir brauchen dringender denn je innovative Menschen mit Mut, die am Großprojekt Nürburgring 2009 mitwirken und es mitgestalten.

Otto Lindner (Vorstand von Lindner und Jörg’s Bruder):

Für unser außergewöhnliches Projekt direkt an der Rennstrecke des Nürburgrings suchen wir Bewerber, die für den Motorsport brennen.

Mit [unseren Hotels] ziehen wir Gäste an, die die spannungsgeladene Luft des Mythos Nürburgring atmen wollen.

Mitarbeiter genießen eine Reihe von Sonderleistungen: ein Personalhaus vor Ort, eine übertarifliche Bezahlung und Karrierechancen in einer führenden deutschen Hotelgruppe mit internationalem Wachstum.

Leider alles nur warme Luft und die reingelegten angeworbenen Leute werden nicht mehr gebraucht: die Wahlen sind inzwischen gewonnen, die Pachtverträge unterschrieben und die tollen Powerpointpläne nichts als teuer bezahlte Hirngespinste.

Die Leute müssen entlassen werden, aber die Auftraggeber wollen unbedingt gut-klingende Nachrichten vom Ring.

Ein Fall für Wir-helfen-in-Notlagen Super-Steinkühler!

Ausgangssituation, Mitte Dez.:

141 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Insgesamt sind 380 Beschäftige bei der NAG, diese hängt die Leute kurz vor Weihnachten aus dem Fenster und stellt die Landesregierung unter Druck.

Heutige Situation - steingekühlert und gehorsam von Agenturen und Presse verbreitet:

NAG optimiert Zukunftskonzept und reduziert den Personalabbau um 49 Stellen.

Welches Zukunfskonzept? 49 Stellen weniger - das hört sich doch toll an!

Bei der NAG müssen jetzt noch 92 von 338 Stellen abgebaut werden.

Augenblick mal: 338? Wo ist der Rest von 380?

Es ist jetzt aber erforderlich, mit Konsequenz und ohne Verzögerung das Zukunftskonzept umzusetzen, um die verbleibenden 224 Arbeitsplätze zu sichern.

Oha - 224!! Kurz überschlagen:

 380 NAG'ler Dez 2011
-224 NAG'ler Zukunft
 ===
 156 Entlassungen

Steingekühlert sieht die Rechnung so aus:

 380 NAG'ler Dez 2011
- 42 Wo sind die geblieben?
- 92 "Abbau" lt. PM
- 22 Was passiert mit denen?
 ===
 224 "verbleibende Arbeitsplätze"

Es ist typisch für die Katastrophe am Ring, daß solche Fragen von einem dusseligen Blogger wie mir gestellt werden, aber die Medien einfach übernehmen und verbreiten, was sie als PM serviert bekommen. Sogar die Ring-erfahrene Rhein-Zeitung und selbst die CDU Opposition.

Das Team Richter / Lindner / Steinkühler hat leichtes Spiel und versteht sich blind. Wie praktisch auch, daß alle 3 Nachbarn sind (A: Lindner, B: Richter, C: Steinkühler).

Armer Nürburgring :/


Donnerstag, 12. Januar 2012

Deutschlandfunk noch einmal.

Haben die Nürburgring-Themenwoche im Deutschlandfunk? Gestern der längere Bericht - heute nochmal als Fünfminüter zusammengefasst:

Achterbahnfahrt am Nürburgring

(Hier geht’s direkt zum MP3.)

Aufhänger ist der “jetzt beginnende Prozess” gegen Walter Kafitz - geht um “rund 8 Millionen Euro Schadensersatz”.

Auch Ingolf Deubel wird angesprochen:

Welche Managementfehler die nun anstehenden Prozesstermine mit Ex-Nürburgring-Chef Walter Kafitz und wohl bald auch Ex-Finanzminister Ingolf Deubel noch zutage fördern: Die rheinland-pfälzische Politik muss sich mit der “Altlast” des Freizeitzentrums am Ring herumschlagen.

Aus der großen Sause, die in Eifel versprochen wurde, ist nichts geworden. Das Motto “Der neue Nürburgring - machen sie sich auf was gefasst” klingt heute wie eine Drohung.


Freitag, 02. Dezember 2011

Neues von Walter Kafitz.

“Ich habe weder zu meinen Gunsten noch zu Gunsten einer Partei oder eines Politikers eine Geldzahlung gefordert”.

Wo wir grade bei Kafitzzitaten sind - er meinte im Juli 2009 zur Eröffnung der Erlebnisregion im Fernsehen:

“Wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung.”

Das war damals schon lustig :)


Mittwoch, 30. November 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Sitzplatz Südtribüne überdacht bei allen Motorsport-Veranstaltungen
  • Sonderparkplatz bei allen Motorsport-Großveranstaltungen garantiert
  • 1 x Fanpaket Hockenheimring
  • Freie Fahrt bei den Touristenfahrten während der gesamten Saison*
  • Freier Eintritt ins Motor-Sport-Museum am Hockenheimring
  • Freie Insider-Führung “Hockenheimring TOUR” während der gesamten Saison

Freier Eintritt - das ist doch mal ‘ne Ansage. Und keine künstliche Belebung von Besucherfailattraktionen. Ach ja: 880 Euro. (Via)

Für den Fall, dass die oben genannten … Unterlagen … der Europäischen Kommission nicht oder nur teilweise zugeleitet wurden: Warum nicht?


Freitag, 25. November 2011

Am 22.Nov.2007 wurde das Erlebnis°Grab ausgehoben.

Vor 4 Jahren war am 22.Nov.2007 Spatenstich für Nürburgring 2009. Und damit wir diesen denkwürdigen Moment nie vergessen, hier das Erinnerungsfoto:

Jürgen Pföhler, Ingolf Deubel und Walter Kafitz haben es sich nicht nehmen lassen, die Ruhe°Stätte persönlich auszuheben.

Gut, daß Wilhelm Hahne vor Ort war, um zu dokumentieren:

Und dann dankte Dr. Kafitz dem Aufsichtsrat für seine kluge Entscheidung …

Er bedankt sich sogar “für die kritische Begleitung” des Projekts, es “auf sinnvolle Art und Weise zu hinterfragen”. - Diesen Kritikern “gilt mein demokratischer Dank.” Sagt Dr. Kafitz. Er spricht einen “demokratischen Dank” aus. Diese Wortkombination höre ich zum ersten Mal in meinem Leben.

Dann redet Finanzminister Prof. Dr. Ingolf Deubel. (…) Er findet: “Rennen reichen nicht” und gut, “gegen allen Widerstände” den Bau des Projekts durchgesetzt zu haben.”

Aber Prof. Deubel kommt nun beim Reden ins Träumen: Man hätte “Externe” beauftragt, kritisch die Zahlen abzuklopfen. Es galt zu überprüfen, “ob Private die Risiken und Chancen genau so sehen”. - Und Deubel steigert sich: Die Finanzierung des Projekts wäre auch zu 100 Prozent privat möglich gewesen. Aber dann hätte die Nürburgring GmbH auch weniger davon gehabt.

So sieht es also aus. In einigen Internet-Foren wird es tatsächlich heute schon als “Millionen-Grab” bezeichnet.

Es gab auch einen Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger:

Man gehe davon aus, dass nach dem Ausbau die Zahl der Arbeitskräfte von 500 auf über 1000 steige.

Die Nürburgring Pressemitteilung darf natürlich auch nicht fehlen:

“Viele Gäste aus der Region, Nachbarn und Partner aus Wirtschaft und Politik waren dabei, als der offizielle Spatenstich zum Projekt Nürburgring 2009 gefeiert wurde.

Zu diesem Anlass wurde auch die MediInvest GmbH als Hauptinvestor für das Projekt vorgestellt.

„Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ist der wichtigste Meilenstein in seiner Geschichte seit Errichtung der Nordschleife 1927 und der Ergänzung durch die Grand- Prix-Strecke 1984“, freut sich Nürburgring GmbH Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Kafitz.

… Boulevard … Marken-Erlebniswelten … Automobil-Hersteller … Indoor-Arena … Themenpark … Action- und Freizeitmodul … Infotainment … schnellste Racecoaster der Welt …

… AUA! Mir bluten die Ohren.


Samstag, 19. November 2011

Genau heute vor 4 Jahren - am 19.Nov.2007 - wurde der Bau der Erlebnisregion besiegelt.

Kaum zu glauben, daß es möglich ist den Nürburgring in nur 4 Jahren so massiv zu zerstören, aber genau das ist passiert.

Die Herren:

  • Ingolf Deubel
  • Jürgen Pföhler
  • Carsten Kühl
  • Roland Härtel

haben am 19.November 2007 als Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH den Bau der Erlebnisregion offiziell besiegelt. Es sind diese 4 Personen, die mit ihrem einstimmigen Beschluss das Abreissen und Betonvergießen genehmigt und gestartet haben.

Die ddp-Meldung am 19.November dazu:

“Die geplante «Erlebnisregion Nürburgring» wird nun doch gebaut. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), im Anschluss an die Sitzung am Montag in Mainz. (..) Das Land nehme allerdings kein Geld in die Hand.”

Zwei Tage vorher - am 17.Nov.2007 - gab es auch schon im SWR die Meldung, daß im Aufsichtsrat die Entscheidung getroffen werden soll:

“Der Auf­sichts­rat der Nür­burg­ring GmbH will unter Vorsitz von Finanz­minis­ter Ingolf Deubel (SPD) am Montag eine his­tori­sche Ent­schei­dung treffen: Er will das 150-Millionen-Euro-Projekt ”Erleb­nis­region Nür­burg­ring“ besiegeln, für das Ring-Haupt­geschäfts­füh­rer Walter Kafitz seit Jahren wirbt. (..) Der Weg für die geplante Erlebnisregion am Nürburgring in der Eifel ist frei. (..) Rund 80 Millionen Euro der Gesamtinvestitionssumme übernehme ein Großinvestor, sagte der Minister. Die restlichen 135 Millionen Euro lägen in der Verantwortung der Nürburgring GmbH.”

Die CDU - heute gerne Rächer der Enterbten - hat sich demonstrativ hinter das Projekt gestellt:

“CDU-Fraktion begrüßt das Vorhaben. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Walter Wirz, bezeichnete das Finanzierungskonzept als ”lange überfällig“. Seine Fraktion begrüße jedoch das Vorhaben, da es Arbeitsplätze in der Region sichere und schaffe.”

Dabei waren die Proteste gegen das Bauvorhaben massiv und unüberhörbar - es wurde nur skrupellos darüber hinweggesehen.

Hier ein kurzer Rückblick zu der damaligen Gefühlslage, als die Zahlen passend gerechnet und die Kritiker verhöhnt wurden:

Am 15.März 2007 der Offene Brief von RETTET DEN RING als Hilferuf an Ministerpräsident Kurt Beck:

“(..) Die Kalkulation des Besucherzuwachses erscheint mehr als gewagt. (..) Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Am 22.Mai 2007 widmet sich der SPIEGEL in einem großen Artikel dem Thema unter der Überschrift: Luftschlösser am Nürburgring.

“(..) Obwohl der erste Spatenstich schon im Oktober dieses Jahres erfolgen soll, ist bisher nach Angaben der Nürburgring GmbH noch völlig offen, welcher Investor sich beteiligen wird und zu welchem Teil. War anfangs noch geplant, das ganze Projekt zu 100 Prozent von privaten Investoren finanzieren zu lassen, heißt es im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz jetzt, die Erlebnisregion komme nur, wenn mindestens 50 Prozent von Investoren getragen werde. Wer das finanzielle Risiko trägt, sollte das Projekt scheitern, ist ebenfalls noch völlig offen.”

Am 15.September 2007 - zum VLN 6-Stunden Rennen - werden Hunderte Protestflyer verteilt: Vorderseite / Rückseite. Diese Flyer sieht man heute noch - etwas vergilbt, aber in Ehren gehalten - hinter der Scheibe in einigen Autos:

“Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab. Für die Nordschleife stellt die geplante Erlebnisregion am Nürburgring eine große Bedrohung dar.”

Am 8.Nov.2007 gab es einen weiteren großen SPIEGEL Artikel: Disneyland an der Nordschleife:

“Skepsis ist angebracht. ”Aufgrund der negativen Erfahrungen mit früheren Planzahlen bestehen Zweifel … ob die Erhöhung der Zahl der Besucher .. erreicht werden kann“, kommentiert etwa der rheinland-pfälzische Rechnungshof in einem Prüfbericht die Prognosefähigkeit des seit 1994 amtierenden Ring-Geschäftsführers. (..) Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH hat Kafitz’ Konzept indes bisher nicht abgenickt. ”Die Sache wurde noch nicht festgezurrt“, so ein Insider. Für den 19. November hat das Kontrollgremium der Nürburgring GmbH eine außerordentliche Sitzung angesetzt, um offene Fragen zu klären.”

Heute wollen die handelnden Personen nichts mehr auch nur annähernd von Verantwortung hören:

  • Ingolf Deubel ist zwar als Finanzminister zurückgetreten, weil irgendeiner mußte die Rübe hinhalten zum Zeitpunkt der großen Eröffnung zwei Jahre später beim Formel 1. Aber heute ist er längst wieder fleißig als Berater - ausgerechnet zu Schuldenthemen - unterwegs.

  • Jürgen Pföhler macht inzwischen einen auffällig großen Bogen um das Thema Nürburgring und möchte mit der ganzen Sache am liebsten nichts mehr zu tun haben.

  • Carsten Kühl hat Karriere gemacht und ist der aktuelle rheinland-pfälzische Finanzminister.

  • Auch Roland Härtel ist eine typische Politikerkarriere gegangen, nämlich vom Nürburgring Aufsichtsrat in den Lotto Verwaltungsrat.

Auch wenn Horst von Saurma mal in seinem sport auto Editorial meinte, daß es destruktiv sei sich hinterher aufzuregen, so finde ich, daß die Art und Weise wie sich unsere Politiker winden und wenden ein schönes Bild abgibt, in was für einer verkommenen Welt wir leben. Auf einen 4-Jahres-Rückblick der ehrenwerten Herren zu ihrer weittragenden Aufsichtsratsentscheidung können wir jedenfalls lange warten.


Donnerstag, 03. November 2011

Unsichtbare Transparenz.

Hendrik Hering meint, daß der Öffentlichkeit sehr tranparent die Datenbasis der möglichen Pachtzahlungen dargestellt wurde.

Also mir ist das entgangen, die einzigen Zahlen, die man so kennenlernen durfen, waren geleakt. Vielleicht beschäftige ich mich auch zu wenig mit dem Nürburgring-Thema, daß mir diese hohe Transparenz entgehen konnte.

Dafür konnte man aber im Januar 2010 - also VOR Vertragsunterzeichnung - in der Zeitung (Rhein-Pfalz) lesen:

“Im Mainzer Wirtschaftsministerium müssen nicht nur frühere Vorhersagen über Besucherschwärme am Nürburgring korrigiert werden. Offenbar hat die damalige Geschäftsleitung der zu 90 Prozent dem Land gehörenden Nürburgring GmbH unter Walter Kafitz auch die bisherigen Gäste falsch gezählt. Zwei Millionen sollen es gewesen sein, dafür aber ließen sich keine nachprüfbaren Unterlagen finden, sagte ein Sprecher des Ministeriums gestern am Rand der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtages.”

Soweit mir bekannt sind seitdem - also in den letzten knapp 2 Jahren - auch noch keine Unterlagen aufgetaucht, geschweige denn nachprüfbare.


Dienstag, 25. Oktober 2011

410 Gone.

Erinnert Ihr Euch noch an Stephan Cimbal?

Der kam aus Bremen zum Nürburgring und wurde vom überraschend harten Winter kalt erwischt. Nachdem er uns Aufsätze wie diesen beschert hat (“.. bringen wir künftig auch die bislang unbekannten Komponenten in das Bewusstsein unserer Zielgruppe ..”), wechselte er zur eben jener PR Agentur, die den Nürburgring betreut.

Dort ist er jetzt wohl auch nicht mehr:

“The requested resource /de/wir/stephan-cimbal.html is no longer available at the server and no forwarding address is known.”

Laut Xing ist er jetzt hier untergekommen.


Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Sonntag, 03. Juli 2011

Hausdurchsuchungen - Klagen - Prozesse - Ermittlungen - Staatsanwaltschaft - Untreue - Korruption.

Eigentlich müßten nur 1 Woche nach dem 24h-Rennen die Sportnachrichten den Nürburgring prägen, aber leider füllen sich die Schlagzeilen mit Vokabular aus dem kriminellen Umfeld.

Wirtschaftswoche: Rennstrecken-Skandal, Staatsanwälte schlagen am Nürburgring zu.

SWR: Durchsuchungen wegen Nürburgring-Affäre.

Rhein-Zeitung: Razzia beim Nürburgring-Pächter.

Walter Kafitz klagt - und verliert.

Und Peter Meyer hat die Nase voll von den Pächtern:

“Das kapieren die Herren der Nürburgring Automotive GmbH nicht, die für sich in Anspruch nehmen, alles besser zu können.

Ich blogge ja auch schonmal in Englisch, aber es ist garnicht so einfach die Vorgänge in der hohen Schlagzahl zu verfolgen. Geschweige denn zu dokumentieren, weil mir persönlich ja die Möglichkeit genommen wurde interaktive Inhalte, bei denen alle mitmachen können, anzubieten:

”.. verboten zu verbreiten oder verbreiten zu lassen ..”.

Morgen erscheint die neue Wirtschaftswoche, die die Themen nochmal im Heft bringen wird:

S.12 Interview: Warum ADAC-Präsident Peter Meyer fest mit der Pkw-Maut rechnet

S.68 Nürburgring: Die Ermittlungen der Staatsanwälte gehen auf die Zielgerade

Wird noch eine Weile dauern, bis wieder sportliche Nachrichten den Ring beherschen. Eine gute Gelegenheit sich an die zu erinnern, die dem Ring den Schlamassel eingebrockt haben: los ging es am 6.Mai 2004, als Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage, Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz, Landrat Jürgen Pföhler und Ministerpräsident Kurt Beck stolz die Erlebnisregion vorgestellt haben. Die trotz aller Kritik massiv durchgeboxt und im Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH am 19.Nov.2007 final genehmigt wurde.

Siehe auch chronik.20832.com.

Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde von den Verantwortlichen niemand. Ein Rücktritt (Ingolf Deubel als Finanzminister) und eine Kündigung (Walter Kafitz als Geschäftsführer Nürburgring GmbH) - das war’s.


Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Dienstag, 28. Juni 2011

Wieder im Programm: ring°razzia.

Heute ist der Ring wieder heftig in den Schlagzeilen, Staatsanwaltschaft Koblenz sei dank. Mit 16 Ermittlern sind die heute morgen ausgerückt und haben Wohnungen und Geschäftsräume auf links gedreht. Zumindest liest sich das so in deren PM und den Zeitungen, die das ziemlich 1:1 übernommen haben.

Ich hatte dabei vor allem eins: ein Déjà Vu. Denn ziemlich genau vor einem Jahr gab es schonmal so einen Trara mit Hausdurchsuchungen und der passenden Pressemitteilung dazu. Man darf auch nicht vergessen, daß es die Staatsanwaltschaft Koblenz war, die Wilhelm Hahne besucht hat um rauszufinden, was er so alles auf seinem Computer hat.

Diesmal geht es um die CST, also die Firma, die uns mit der ring°card geißelt.

Aber auch die wurde von der Staatsanwaltschaft schon durchleuchtet. Ergebnis: keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten.

Das war aber auch noch nicht alles heute, daher hier mal, was mir so alles aufgefallen ist:

  • Walter Kafitz hat die Nürburgring GmbH verklagt, weil die ihn fristlos gekündigt haben. Er hätte gern sein Gehalt weiter bekommen. Das Landgericht Koblenz hat aber heute entschieden, daß die Kündigung rechtens war.

  • Bei der Sache mit der CST ist neben den üblichen Verdächtigen auch Hans-Joachim Koch zum ersten Mal ein Thema. Bei der Wirtschaftswoche ist das heute im Netz der Titel, Stichwort: “Wirtschaftskriminalität”.

  • Zu den seit 1 Jahr dauernden Ermittlungen gab es heute auch ein Statement:

In dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz u.a. sind die einzelnen Sachverhalte weitgehend geklärt und die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss. (..) Voraussichtlich wird gegen mehrere Beteiligte Anklage zu erheben sein.”

Es kommt also wieder Bewegung rein, aber mein Glaube an den Rechtsstaat ist viel zu sehr erschüttert, als daß ich mich jetzt darüber freuen könnte. Wenn die ersten Leute inhaftiert werden, sieht das schon wieder anders aus.


Samstag, 18. Juni 2011

Nürburgring nur noch Immobilie.

Geschäftsführer für die Nürburgring GmbH zu sein ist kein einfacher Job, vor allem wenn man den dürftigen Pachtvertrag kennt. Jetzt sucht das Land wieder einen Neuen, Koch und Weisel hießen die beiden nach Kafitz. Das Traurige an der Sache: ein Immobilienprofi soll es sein.

So tief sind wir schon gesunken, daß die Rennstrecke für das Land bloß noch eine Immobilie ist.


Mittwoch, 06. April 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Als wäre das mit dem Porsche Worldcup noch nicht genug, jetzt legen sie noch einen drauf: auch der Supercup - also die Porsche WM, die normalerweise beim Formel 1 fährt - zieht um auf die Nordschleife. Hätte eigentich in Valencia sein sollen. Das wird auf jeden Fall ein Riesenspektakel. Ich bin jetzt schon am überlegen, wo ich mich hinstelle. Werden auch nur 6 Runden gefahren wegen den kleinen Tanks.

  • Das 24h-Rennen rückt näher und das merkt man daran, daß das erste Bulletin veröffentlicht wurde. Betrifft die E1-XP (P 4/5, 911e und GT2 M3).

  • Der ehemalige Ver-Walter ist bei seiner Asylsuche jetzt in Indien fündig geworden.

  • Bei Focus haben sie eine Meldung von Continental über Löwenzahn als alternativen Rohstoff als Aprilscherz gedeutet - ist aber ernstgemeint.

  • Beim Start der LMS am Wochenende wurde die Ampel auf grün geschaltet, obwohl das Safety Car noch vor dem Feld war. Ein Rezept für Desaster, siehe Video.


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Mittwoch, 10. November 2010

Kafitz is back.´Wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung.´ Meinte Doktor Walter Kafitz im Juli 2009 anläßlich der Eröffnung der Erlebnisregion.

Bei soviel Weitblick drängt sich ein Berufsbild gradezu auf: Berater. Und - TUSCH - fertig ist sie, die Kafitz Consultancy Germany. (Danke für den Tipp!)


Donnerstag, 09. September 2010

Einfach mal Aussitzen geht jetzt nicht mehr.Im Februar hatte Walter Kafitz den Untersuchungsausschuß noch geschwänzt, das geht jetzt aber nicht mehr.
Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Donnerstag, 29. Juli 2010

Was nicht paßt wird passend gemacht: so rechnet sich Kurt Beck seinen Nürburgring erfolgreich.Beim Truck Grand Prix am Nürburgring waren dreimal soviele Zuschauer wie beim Formel 1 Lauf in Hockenheim am gleichen Wochenende.

Auf so eine Idee kann auch nur ein realitätsfremder Politiker kommen.

Zitat Kurt Beck im Interview mit der Rhein-Zeitung:

"Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000."

Da ist sie ja wieder, die Zuschauerlüge. Kurt Beck wendet den Trick an, den wir von Walter Kafitz kennen: die Besucherzahlen werden hochgeschraubt indem man die Veranstaltungstage addiert. Das sind beim Truck Grand Prix 4 Tage, denn der Event ging von Donnerstag bis Sonntag.

Im Gegensatz dazu wird am Hockenheimring mit offenen Karten gespielt und die Zuschauerzahl für das Rennen kommuniziert: Break-Even bei 62.000 und 65.000 sind dann real am Rennsonntag gekommen. Das deckt sich mit dem Fassungsvermögen von Hockenheim und man konnte im Fernsehen bei den Onboardaufnahmen auch gut die ausverkauften Tribünen sehen.

Doch was nicht paßt wird passend gemacht und so quetscht Kurt Beck 200.000 Besucher in eine Kurzanbindung Nürburgring, die schon mit 45.000 restlos ausverkauft wäre.
Montag, 17. Mai 2010

Walter Wirz ist seit 16 Jahren Landtagsabgeordneter im Landesparlament in Mainz und begleitet damit das Wirken von Kurt Beck und Walter Kafitz seit ihren Anfängen als Ministerpräsident bzw. Nürburgring Geschäftsführer. Er hat seinen Sitz im Direktmandat des Wahlkreises 14 erreicht und vertritt damit die Menschen aus den Gemeinden Bad Neuenahr-Ahrweiler und Grafschaft und den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr.

In einer von ihm selber verbreiteten Pressemitteilung schreibt er: "Kaum ein Tag vergehe, an dem keine neue Facette fragwürdiger Entscheidungen oder vermeintlich falscher Weichenstellungen bekannt werde. Damit müsse, so der Abgeordnete, jetzt Schluß sein."



Vermeintlich falsche Weichenstellung? WTF? Herr Wirz wohnt mitten in Adenau, vertritt die Menschen vor Ort mit Direktmandat und hat sich mit aller Kraft für die Realisierung des Freizeitparks eingesetzt. Jetzt fordert er, daß "die Zeit zum Handeln gekommen sei".

Wie wäre es Herr Wirz, wenn SIE handeln und Verantwortung übernehmen für das, was sie angerichtet haben?
Donnerstag, 06. Mai 2010

Achterbahnen interessieren mich normalerweise herzlich wenig, aber nachdem sie uns am Ring für 12 Millionen eine mitten reingesetzt haben, wird man bei dem Thema etwas hellhöriger. Auch bei dem Thema Abu Dhabi, denn an der dortigen Rennstrecke hat Walter Kafitz seinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Schnellste Achterbahn der Welt? Den Spruch kennen wir doch - die in Abu Dhabi soll jedenfalls 240 Sachen machen, wenn sie im Oktober 2010 eröffnet wird. Die macht der Ring° Roster Racer noch nichtmal auf dem Papier.

Ob das dann auch live im Fernsehen kommt?





Die 32 PS hätten sie auch noch draufpacken können, dann wäre die Abu Dhabi Bahn so stark wie die Nordschleife lang ist ;)
Samstag, 17. April 2010

Während im TV das unterhaltsame GT1 Rennen aus Abu Dhabi läuft - mit Patrick Simon als Kommentator! :) - frage ich mich, was wohl Walter Kafitz jetzt treibt, er ist ja dort wieder als Manager untergekommen.

Da bringen uns vielleicht die weitgereisten Teams und Fahrer ein paar News mit?!
Mittwoch, 17. Februar 2010

Während Walter Kafitz Klage eingereicht hat, um sein Dezember- und Januargehalt zu bekommen, hat ein Rechtsgutachten ergeben, daß alleine aus den bekannt gewordenen Vergehen aus dem Ernst & Young Gutachten 6,5 Millionen Schadensersatzforderung aufgestellt werden können. Das Problem ist nur, daß alle Klagen GEGEN Walter Kafitz bei der Staatsanwaltschaft Koblenz versickern. Die ist nämlich bisher nicht in der Lage gewesen, einen Anfangsverdacht zu entdecken, obwohl sie ständig mit der Nase draufgestoßen wird. Untreue zählt offensichtlich als Kavaliersdelikt. Im Vergleich dazu wird bei kritischer journalistischer Arbeit direkt das SWAT Team losgejagt. Herr Kafitz überwintert grade in Dubai und hat auch keine Lust mehr in Mainz seine Zeit beim Untersuchungsausschuß zu verplempern. Will er sich seiner Verantwortung entziehen?
Freitag, 12. Februar 2010

Normalerweise läßt man an Ring keine Gelegenheit aus, um für Prominente und Politiker einen großen Bahnhof zu veranstalten. Heute ist hoher Besuch aus dem Europaparalament zu Gast, aber Kafitz-Nachfolger Hans-Joachim Koch hat ein im Vorfeld geplantes Treffen kurzfirstig abgesagt.



Eveline Lemke twittert fleißig von den Ereignissen, als nächstes steht eine Podiumsdiskussion auf dem Plan. Thema: Nürburgring – öffentliche Finanzierung aus europäischer Sicht.

Da paßt es zeitlich gut ins Bild, daß ausgerechnet jetzt sich der Chef der ISB Ulrich Dexheimer zu Wort meldet: "Wir müssen das EU-Recht sowie die eigene Risikotragfähigkeit beachten."

Eine etwas späte Erkenntnis, denn die ISB hatte in der Vorstellung des Todesstoßes Zukunfskonzepts am 2.Dez.09 mitgewirkt und die komplette Finanzierung bekanntgegeben:

"... und die ISB beabsichtigen, dass künftig eine private Betriebsgesellschaft unter Führung der Lindner Gruppe den Nürburgring managen soll. Die Finanzierung des Projektes erfolgt durch die ISB."

UPDATE:

Hier noch ein paar Hintergründe zu den plötzlichen kalten Füßen Terminproblemen von Herrn Koch.

Apropos Koch: Heike Raab von der SPD kocht ordentlich: "Was gerade passiert, gleicht einer Hetze."

Da scheinen einige Damen und Herren ja ordentlich pikiert zu sein, welche Öffentlichkeit die große Ablehnung gegen das tolle Zukunfskonzept bekommt.
Montag, 18. Januar 2010

Für Kurt Beck ist das Thema "Nürburgring" offensichtlich abgehakt. Am Freitag sprach er auf einer Verantaltung: "Sicher, hier sind Fehler gemacht worden, und dafür wurde auch die Verantwortung übernommen."
Er kann ja auch nicht anders, denn die Bauern sind alle geopfert (Rücktritt Ingolf Deubel, fristlose Entlassung Walter Kafitz).
Freitag, 15. Januar 2010

Wieder eine Auszeichnung für Walter Kafitz in der Bild am 12.Januar. Diesmal in der Online-Version der Bildzeitung, denn in der Print-Ausgabe wurde ihm der Titel schonmal am 16.Juli 2009 verliehen. Aber es spricht natürlich auch nichts dagegen, jeden Tag neu Verlierer des Tages zu werden.
Dienstag, 12. Januar 2010

Walter Kafitz hat im Untersuchungsausschuß den Antrag gestellt ihn statt als "Zeugen" als "Betroffenen" einzustufen. Betroffen ist derjenige, gegen den sich die Untersuchung richtet. Klingt schon fast nach Schuldeingeständnis, wenn man freiwillig vom Zeugenstand auf die Anklagebank wechselt.
Ich hätte auch nie gedacht, daß ich mich mal intensiver mit einem "Untersuchungsausschußgesetz" befasse, weil ich die Nordschleife so geil finde.
Freitag, 18. Dezember 2009

Clemens Hoch und ich haben eins gemeinsam: wir sind zur selben Schule gegangen. Damit hat sich's dann wahrscheinlich auch schon. Aktuell ist er Obmann der SPD im Untersuchungsausschuß.
Er twittert sogar live vom Untersuchungsausschuß heute. Mit Aufklärung hat das nichts mehr zu tun, das ist zu einer reinen Parteienschlacht verkommen.
Beim Surfen fällt mir auf, wie Clemens Koch den ehemaligen ring°chef Walter Kafitz in Schutz nimmt: "Die heutige Beweisaufnahme hat gezeigt, dass die Nürburgring GmbH in der Zeit von 1994 bis 2004 unter der Geschäftsführung von Dr. Walter Kafitz eine gute wirtschaftliche Entwicklung genommen hat. Und das in einem schwierigen Umfeld: Die Formel 1 wurde immer teurer und Dr. Kafitz hat lukrative Geschäftsfelder gefunden (Truck Grand Prix, Rock am Ring), die die Verluste kompensierten."
Als Rock am Ring und Truck Grand Prix am Nürburgring ins Leben gerufen wurden, war Walter Kafitz noch garnicht dort aktiv:

1.Truck-Grand Prix: 1986
1.Rock am Ring: 1985
Walter Kafitz am Ring: 1994 - 2009.
Mittwoch, 16. Dezember 2009

Dem Untersuchungsausschuß liegen nichtmal die Kontobewegungen der Nürburgring GmbH vor. Die braucht man anscheinend nicht, wenn man die Hintergründe einer Finanzierung aufdecken möchte. Dafür steht Walter Kafitz jetzt auf einmal ohne Deckung da und sieht sich dem Vorwurf der mangelnden Qualifikation ausgesetzt.
Dazu fällt mir das SWR Interview mit Herrn Kafitz im Juli 2009 ein:

"Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen, wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung."
Dienstag, 08. Dezember 2009

Bricht das Eis? Walter Kafitz scheint die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" zum Verhängnis zu werden, denn Kurt Beck greift der Aufsichtsratsentscheidung vom kommenden Donnerstag vor. Die Firma wurde am 15.8.2008 installiert, um die Geldflüsse am Ring zusammenlaufen zu lassen. Die Firma ist am Ring auch sehr präsent, das sind nämlich die grünen "Haben-Sie-schon-eine-Ringcard?" Männchen, die den Besuchern meist zahlenmäßig überlegen waren.
Man fragt sich natürlich, was können das für "Mißstände" sein, von denen jetzt gesprochen wird? Wie kann eine Firma, die nichts anderes macht, als Geld zu sammeln, nach nur einem Jahr am Rande der Insolvenz stehen?
Die Fragen kann nur die Geschäftsführung der Grüne-Männchen-Firma beantworten. Laut Unternehmensregister sind oder waren dies Kai Richter, Hans-Jürgen Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn.
Freitag, 04. Dezember 2009

Arno Elmer redet Tacheles - heute im Untersuchungsausschuß. Mißmanagement, sowohl strategisch, als auch operativ, habe es unter Walter Kafitz gegeben. Dem schriftlichen Einreichen der Kritik beim Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Eggers folgte nur kurz darauf die fristlose Kündigung des damaligen kaufmännischen Geschäftsführers.
Donnerstag, 17. September 2009

Was Dr.Kafitz verdient geht uns nichts an.

Und auch nicht wieviele Mitarbeiter die Nürburgring GmbH schon durchgebracht hat. Mir fallen da auf Anhieb einige ein. Die waren manchmal so schnell wieder weg, daß man es nichtmal geschafft hat, sich den Namen zu merken. Dabei ist die Vorauswahl sehr sorgfältig. Zwischen '95 und '98 betrugen die Ausgaben für Personalberatung 1.000.000 DM. Kann man im Bericht des Landesrechnungshofes nachlesen.
Mittwoch, 16. September 2009

Der Ton wird schärfer, die Nachricht deutlicher - die Grünen in RLP: "In welcher Bananenrepublik leben wir hier eigentlich? [...] Die Landesregierung lässt sich von Walter Kafitz, Helmut Lippelt und Kai Richter nach wie vor an der Nase herumführen."


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