Vollansicht

Sonntag, 08. September 2019

Spannende IAA 2019 nächste Woche - aber nicht wegen der neuen Fahrzeugmodelle.

Am Dienstag öffnet die IAA für 2 Pressetage die Türen, bevor die normalen Besuchertage vom 11. bis 22. September starten. Das wird eine spannende Messe. Nicht wegen Elektro, was Anfang des Jahres großen Raum in Genf eingenommen hat, sondern wegen Klima und Resourcenumgang.

Die Städte und die Straßen sind am Limit, doch der Wunsch nach individueller Mobilität wird immer größer. Größer auch im Sinne der Fahrzeuge, das nimmt inzwischen aberwitzige Dimensionen ein.

Mike Frison / renn.tv

Gestern gab es eine schreckliche Katastrophe mit in Berlin: ein Autofahrer steuert mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg und tötet 4 Menschen. Vier! Stellt Euch das mal als Terroranschlag vor. Oder jemand stößt 4 Menschen vor einen Zug. Was da in den Nachrichten los wäre. Und so? Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen, tragischer - aber ansonsten normaler - Verkehrsunfall. Die Gefahr, die von Autos ausgeht, wird einfach als Status Quo hingenommen.

Oder noch ein Gedankenspiel: was wäre los, wenn das ein autonomes Roboterauto gewesen wäre? Das hätte weltweit Schlagzeilen gemacht. Obwohl ich bezweifle, dass jemals ein autonomes Fahrzeug 4 (!) Menschen auf dem Gehweg killt. Das werden wir wohl nicht erleben.

SUVs schwingen sich auf, den Gipfel der Ego-Mobilität zu erobern - eins größer, breiter und schwerer als das andere. Was zählt, ist die aggressive und dominierende Erscheinung, mit der die Insassen ihre Dominanz über den Rest der Bevölkerung zum Ausdruck bringen wollen. Platz da! Und Platz brauchen sie reichlich. Beim Parken, beim Fahren - und diesem stationären Zustand der persönlichen Mobilität, die man Stau nennt.

Die Süddeutsche schreibt heute über SUVs von einem instinktiven Recht des Stärkeren - passend zu dem Rest unseres heutigen gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland, wo Rücksichtnahme und Verantwortung kaum noch Platz eingeräumt wird.

In meiner Kindheit gab es mal den Spruch “Mercedes mit eingebauter Vorfahrt”, weil die zumeist betagten, aber auch betuchten Mercedesfahrer gerne für sich eine Sonderstellung im Verkehr beansprucht haben. Heute hat man das Gefühl, dass jeder auch gerne diesen Status für sich reklamieren möchte, einem Hochrüsten von Größe, Dominanz, Masse und Leistung wird keine Obergrenze eingezogen.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin bekennender Autofan - schon immer gewesen. Das kommt davon, wenn man seine Kindheit an Tankstelle und Werkstatt der Eltern verbringt. Aber ich bin auch jemand, der mit offenen Augen durchs Leben geht - und ich erlebe den Verkehr in Köln, seit ich 1993 aus London dorthin gezogen bin. Der öffentliche Raum wird ständig enger, die Anzahl der Fahrzeuge steigt unaufhörlich und der Platz wird auch dadurch kleiner, weil die Autos immer fetter werden. Adipositas im Fahrzeugbau. Behäbige Dickschiffe, denen mit Steroiden - also Monstermotoren - nachträglich eine Dynamik eingeredet werden soll. Die Fahrzeuglenker passen sich diesem Schema gerne an: kommen sich wichtig vor, aber schaffen es nichtmal zu Fuß bis zum Bäcker.

Das Ganze nimmt inzwischen Dimensionen an, die man nur noch als grotesk bezeichnen kann. Wie dämlich muss eine Gesellschaft sein, sich solchen Götzen bereitwillig hinzugeben - den eigenen Körper aber behandeln wie eine Müllkippe? Verpestet von Abgasen, gefoltert von Bewegungsmangel und gestresst von hektischem Verkehr?

Der Bürgermeister von Berlin spricht von panzerähnlichen Fahrzeugen, was ja nicht von der Hand zu weisen ist. Sie haben in der Stadt nichts zu suchen - und so sehe ich das auch. In der Innenstadt von Köln geht es manchmal schlimmer zu als beim 24h-Rennen in der Boxengasse zum ersten Boxenstopp - als stände tatsächlich der Rennsieg auf dem Spiel. Und die Autoindustrie, mit ihrer Werbung, die der Kundschaft auch genau diese Gewinnermentalität suggeriert, ebnet den Weg und gibt das Rennen frei.

Nicht ohne Grund unterschreibt man beim Motorsport als Fotograf z.B. eine Enthaftung, weil man sich bewusst in die Gefahr des Rennens begibt und als ungeschützter Mensch gegen tonnenschwere Autos natürlich keine Chance hat. Aber was sagt das über unser Zusammenleben aus, wenn diese Gefahr ständig um uns herum lauert? Überforderte Fahrzeuglenker, die hochgerüstet ihrem Anspruch auf individuelle Mobilität mit Rücksichtslosigkeit Raum verschaffen. Deren unschuldige Opfer zwar betrauert werden, die aber eine Änderung des Systems auch nicht bewirken. Täglich wird in Deutschland mindestens 1 Radfahrer getötet - übersehen - oh, das tut mir aber leid. Muss ihr Kind halt ohne Vater aufwachsen.

Und quasi auf dem bisherigen Gipfel des Zusammentreffens von Klimaschutz vs Rücksichtslosigkeit, in der ein Auto vier Menschen auf dem Bürgersteig überfährt, will die IAA das Auto mit Hilfe einer großen Party abfeiern. Da muss man schon sehr abgestumpft sein, um den Widerstand in der breiten Bevölkerung zu ignorieren, die immer mehr Abneigung gegen das Auto entwickelt.

Oder sind es nur Außenseiter ohne Stimme und Lobby?

Letzten Freitag bin ich bei der Critical Mass hier in Köln mitgefahren - zusammen mit 1.000 anderen Radfahrern. Das ist keine angemeldete Demo, sondern ein Treffen von Radfahrern, die gemeinsam eine Ausfahrt machen. Die Route ist spontan - die Spitze gibt die Richtung vor. Und weil es ein geschlossener Verbund ist, zählen diese 1.000 Radfahrer als 1 Fahrzeug, d.h. Ampeln zählen nur für die Vorderen. Ist ein großer Spaß und findet schon recht lange weltweit in vielen großen Städten statt. Kai und Markus sind auch mitgeradelt und wir hatten unterwegs viel Spaß, Zeit zum Quatschen und uns die Stadt anzusehen.

Mike Frison / renn.tv

Und natürlich auch, um uns über Mobilität zu unterhalten - die beiden sind auch Autofreaks durch und durch. Trotzdem waren wir uns einig, dass die individuelle automobile Mobilität einen Perversionsgrad erreicht hat, der korrigiert werden muss. Und wenn man sich umschaut, wer da alles gutgelaunt mitradelt, dann sind das keine Ökospinner, sondern Leute aus allen Schichten der Gesellschaft, denen es einfach wichtig ist, angenehm in ihrer Stadt leben zu können.

Und diese - sympathischen - Protestbewegungen nehmen zu. Für die IAA hat sich einiges angekündigt, der Veranstalter VDA tut sich schwer, dem Rechnung zu tragen. Geht ja auch nicht, SUVs und Klimaschutz werden nie kompatibel sein. Und den übertriebenen Raumbedarf des neuen Taycan - der Zukunft! - hatte ich ja erst aufgegriffen.

Deutschland ist ein spezielles Pflaster, wenn es um Autos geht, denn hier sind die Premiummarken zuhause, die ihre Leistungsschau in die Welt exportieren wollen: Porsche, BMW, Mercedes, Audi … und da gehört es natürlich zum guten Ton, beim Heimspiel besonders zu glänzen. Wir vergessen das leicht, weil wir hier wohnen, aber der einstige Segen der glorreichen Autoindustrie entwickelt sich langsam zum Fluch: lähmende Aufklärung bei Dieselgate, peinliche Bahn- und ÖPNV Anbindung, künstliche Erhaltung der Verbrenner-Technologie. Man braucht nicht weit zu schauen, der Vergleich der Raumaufteilung im Verkehr in Holland spricht Bände und die Gegensätze könnten deutlicher nicht sein.

Das zaghafte Umdenken scheint jedoch - sogar! - in Deutschland um sich zu greifen. Von daher wird es eine spannende IAA 2019. Auch lustig, dass die Fahrzeugmodelle an sich fast schon als nebensächlich untergehen.

Und über den Motorsport haben wir in dem Zusammenhang noch gar nicht gesprochen - der könnte schneller die allgemeine öffentliche Ächtung erfahren, als ihm lieb ist.

IAAMesse | Mobilität | CriticalMass | Zukunft | Protest | Klima |


Freitag, 26. Juli 2019

36°C in Spa - um 10h morgens.

Aber keine Spur von schlechtem Gewissen.

Es gab mal eine Zeit, da konnte man sich den Motorsport schönreden, weil hilft ja der Serie. Das liegt aber weit hinter uns, denn in Zeiten von Vernetzung und Roboterautos ist individuelle Dynamik eher kontraproduktiv.

Gäbe es den Motorsport nicht, dann hätte man heutzutage keine Argumente mehr ihn zu etablieren. Zu Zeiten, wo sich sogar Aktivisten mobilisieren, um eine Automesse (IAA) zu blockieren.

Für die Hersteller beginnt jetzt das hausgemachte Dilemma, denn einerseits wollen sie sich umweltfreundlich präsentieren - auf der anderen Seite jedoch wollen sie ihre Motorsport-Erfolge möglichst laut und kräftig in die Welt hinausposaunen.

Passt nicht mehr zusammen.

Für mich der Elefant im Raum jedoch ist die Ignorranz, mit der die Aktiven so tun, als würde sie das alles nichts angehen. Wie zum Beispiel die ungewöhnliche Hitze in Spa. Das macht höchstens den Motoren und Reifen zu schaffen, aber gesellschaftspolitisch ist es egal.

Solche Widersprüche bleiben der breiten Öffentlichkeit natürlich auch nicht verborgen und diese offensichtliche Verlogenheit wird dem Motorsport noch schwer auf die Füsse fallen.

On a positive Note: die Wettervorhersage für die 24h Spa hält einige regnerische Überraschungen parat - könnte interessant werden.

Spa24h | Klima | Klimawandel | Hitzerekord | ElefantImRaum |


Samstag, 13. Juli 2019

Wachstum und Fortschritt - oder Ende der Fahnenstange?

Noch ist von Verzicht nicht viel zu spüren, doch die Erkenntnis arbeitet sich langsam in die Köpfe vor, dass es ohne nicht gehen wird.

Heute in der Süddeutschen Zeitung:

Echter Klimaschutz wird weh tun.

Politikerinnen und Politiker sollen es richten, dafür werden sie gewählt. Sie sollen es aber so tun, dass es nicht wehtut. Wirtschaft und Wohlstand sollen immer weiter wachsen - nach dem Motto: Wasch’ mir den Pelz, aber mach’ mich nicht nass!

Wir haben uns Wohlstand erarbeitet - aber wollen irgendwie nicht wahrhaben, dass dies auf Kosten der Umwelt geschieht. Denn würden wir es einsehen, dann müssten wir ja konsequenterweise darauf verzichten. Und Verlust ist etwas, das der Mensch grundsätzlich vermeiden möchte.

Mike Frison / renn.tv

Also machen wir es uns auf dem Wohlstandsthron bequem - und lassen uns einreden, dass wir dies verdient hätten. Fängt an bei den Kleinigkeiten - mal schnell mit dem Auto zum Bäcker Brötchen kaufen - und setzt sich bei den größeren Sünden fort: Flugreisen zum Beispiel. Oder Motorsport.

Die CO2 Rechnung hatte ich ja schon aufgemacht - da muss man schon mit dem spitzen Stift kalkulieren, um das Budget nicht zu überschreiten. Wer verzichtet schon auf’s Heizen im Winter, um budgetgerecht im Sommer in Urlaub zu fliegen?

Mike Frison / renn.tv

Noch schreckt der Staatsfunk davor zurück, den Leuten reinen Wein einzuschenken. Schleichen um den heißen Brei, reden von Tonnen und Prozent - aber die reale Plus-Minus-Rechnung wird vermieden. Der Grund ist klar: wir leben aktuell weit über unsere Verhältnisse - quasi in Saus und Braus - nicht bereit auch nur einen Zentimeter aufzugeben. Nie wurden in Deutschland soviele SUVs verkauft wie heute.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen spürt zumindest die Autoindustrie, dass der Zenit überschritten ist. Es werden Allianzen geschmiedet, die früher undenkbar waren: BMW und Daimler, VW und Ford. Und die Analysten sagen weitere Zusammenschlüsse voraus.

Die Dynamik gewinnt an Fahrt - und der o.g. Artikel aus der Süddeutschen untermauert, dass mit dem Tabu gebrochen wird, es könne immer so weitergehen. Es sind Einschnitte nötig, die unser aller Leben betreffen werden. Während die Öl- und Verbrennerindustrie verzweifelt die alten Pfründe verteidigt, wird übersehen, dass die Mobilität insgesamt ungesunde Ausmaße angenommen hat und zurück auf Normal reduziert werden will. Das betrifft nicht nur Personen-, sondern auch Warentransporte und es kann nicht schaden, sich darauf schonmal gedanklich vorzubereiten.

Denkt mal ein paar Jahre weiter - und die Hitzesommer noch ein paar Grad heißer, die Regen stärker, die Tornados wütender. Jedes Extremwetter wird die Diskussion weiter anfachen - das Klima ist nicht mehr Theorie, sondern real für alle live zu erleben. Wobei es fast schon makaber ist, sich über Merlot in Rheinland-Pfalz zu freuen, wie es Julia Klöckner kürzlich im Interview gemacht hat.

Man wird auf die Verbrenner mit dem Finger zeigen, auf die SUVs, auf die Vielfahrer, auf die Flugreisenden, auf die Motorsportler. Und wenn das alles nichts hilft, wenn die Grünflächen weiter ausdörren, die Wasser- durch Flüchtlingsströme ersetzt werden, das Wasser knapp wird - dann wird Mobilitätsverzicht sowieso unser kleinstes Problem sein.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin mal gespannt, wie sich der Rhein diesen Sommer einpegelt - hier ist ein guter Link für den Wasserstand in Köln.

In Köln beobachte ich in den letzten Jahren eine interessante Entwicklung: immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Auto, obwohl sie sich das locker leisten könnten. Nicht der fette Klappenauspuffbenz ist cool, sondern der Lastenradpapa, der seine Sprößlinge zur Kita radelt.

Mike Frison / renn.tv

Veranstaltungen wie Critical Mass wachsen kontinuierlich - der Radverkehr nimmt gefühlt ständig zu. Leider bezahlen auch Viele mit ihrem Leben, in Deutschland letztes Jahr mehr als 1 Radtoter pro Tag (445).

Mike Frison / renn.tv

Ich habe zwar wenig Hoffnung, dass sich die Erkenntnis durch alle Schichten durchsetzen wird, aber ich bin dabei. Im Grunde genommen schon seit ich in Köln wohne - also über 25 Jahre.

Mike Frison / renn.tv

Noch ein Punkt lässt mir keine Ruhe: das Bevölkerungswachstum. Wusstet Ihr, dass die Menschheit täglich um 220.000 wächst? Grob gesagt verdoppelt sich die Bevölkerung alle 30 Jahre. Verdoppelt! Das ist ein globales Problem und solange wir in Länder aufgeteilt sind, die nationalistisch - also als Nation egoistisch - denken, wird das nichts mit solidarischem Handeln.

Die Erde an sich juckt das übrigens überhaupt nicht - die überlebt uns ganz locker. Hat schon 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel - uns gibt es erst so 100.000 Jahre. Auf eine 24h Skala übertragen sind das 2 Sekunden - dieser Film, der die Geschichte des Universums simuliert, gibt einen guten Eindruck. Nimmt man ein Menschenleben - sagen wir 80 Jahre - dann sind das in dieser Analogie ein bis zwei 1/1.000stel Sekunden - worüber reden wir hier eigentlich?

Vielleicht nehmen wir uns alle einfach nur zu wichtig und sind in Wirklichkeit: völlig irrelevant.

Zukunft | Mobilität | Verzicht | Klima | Wohlstand | Radverkehr |


Dienstag, 02. Juli 2019

Herzlichen Glückwunsch, wir dürfen uns allen für den heißesten Juni in der jüngeren Geschichte der Menschheit gratulieren!

Nur falls da jemand Zweifel hatte - ich mein, wir waren ja alle dabei letzten Monat.

Da geht bestimmt noch was, lasst uns das CO2 kräftig rausjagen! [Ironie aus]

Klima | ClimateChange | GlobalWarming | Temperaturrekord |


Freitag, 03. Mai 2019

RWE ist Europa´s Spitzenreiter - in CO2 Emissionen.

Ich habe mir mal diese CO2 Emissionstabelle der EU angeschaut.

Die Liste ist sehr unübersichtlich, hat über 14.000 Zeileneinträge. Wo ist die Executive Summary für uns, die Bürger? Sehr kundenfreundlich ist das nicht - es sei denn man möchte nicht, dass wir uns damit beschäftigen.

Wenn man nach Spalte H sortiert - TOTAL_VERFIED_EMISSIONS - dann sind erstmal über 1.000 Einträge “excluded”, bevor es zur Sache geht.

Das ist eine grafische Darstellung der ersten 100 Einträge:

Mike Frison / renn.tv

… und man sieht auf einen Blick, dass 7 Datenpunkte nach oben ausreißen - es sind wenig überraschend Braunkohle-Kraftwerke:

Mike Frison / renn.tv

Und wo liegen die? Das Dreckigste in Polen, 2 bei Cottbus, 1 bei Leipzig und 3 in unmittelbarer Nähe von Köln:

  • Neurath (Platz 2)
  • Niederaußem (Platz 3)
  • Weisweiler (Platz 5)

Ich war ja kürzlich zu Besuch dort - und in Manheim - die Dimensionen sind nur schwer zu begreifen.

Auf dieser Google-Maps Karte habe ich die Kraftwerke markiert (rote Symbole) zur besseren Übersicht:

Mike Frison / renn.tv

Den Erftlandring in Manheim habe ich auch getaggt (grünes Symbol) - im Satellitenbild sind die Tagebaugebiete gut zu erkennen - auch die Dimensionen, wenn man das mal mit der Größe von Köln vergleicht.

Würde man die 3 Emittenten zusammenfassen - was ja aufgrund der geografischen Nähe, dem Tagebaugebiet und dem Betreiber RWE gerechtfertig wäre - dann ergibt sich ein gemeinsamer CO2 Ausstoß von knapp 75 Millionen Tonnen (74.870.458 t CO2).

RWE hat heute übringens Hauptversammlung - aber solch ein Rekord wird natürlich nicht in den Reden aufgegriffen. Hier ganz aktuell die Version vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Rolf Martin Schmitz - sie zeigt deutlich, wie der Konzern mit dem Rücken an der Wand steht und leicht panisch versucht zu korrigieren, was in den letzten Jahren verschlafen wurde. Hambacher Forst und Fridays for Future lassen sich nicht mehr ignorieren - der Druck der Gesellschaft ist größer geworden als der Widerstand und die Arroganz des Konzerns. Parallelen zur vergleichbar bräsigen und politikverwobenen Autoindustrie sind nicht zu verkennen.

Um das mal ins Verhältnis zu setzen: 75 Mio. Tonnen CO2 liegen in der Größenordnung ganzer Länder wie Kolumbien oder Österreich.

Die 3 Kraftwerke speisen pro Jahr zusammen 72.600 GWh Energie ins Netz ein (Neurath: 31.300, Niederaußem: 26.000, Weisweiler: 15.300 - laut Wikipedia).

Das stellt sich natürlich die Frage, wo sich die Dimensionen einordnen und was das bedeutet - mir kommen direkt ein paar Gedankenspiele in den Sinn: wie umweltschädlich wäre man unterwegs, wenn man diesen dreckigen Strom für ein Elektroauto tankt?

Pro KWh Strom werden ziemlich genau 1 kg CO2 emittiert: 74,87 Milliarden kg CO2 für 72,60 Milliarden KWh Stromerzeugung. Wenn also ein Elektroauto 15 KWh dieses dreckigen Stroms auf 100km verbraucht, dann emittiert ein Diesel mit einem Verbrauch mit 5,8L/100km genauso viel (2,65 kg / Liter). Jeder Diesel der mehr braucht, ist schädlicher.

Noch ein Rechenspiel: durchschnittlich werden in Deutschland 14.000 km pro PKW jährlich gefahren. Bei 15 KWh Verbrauch wären das pro PKW im Jahr 2.100 KWh. Mit den 3 Kraftwerken könnten also über 34 Millionen Autos elektrisch betrieben werden - immerhin 3/4 der gesamten deutschen PKW-Flotte.

Einen hab ich noch: insgesamt werden in Deutschland ca. 650 TWh Strom erzeugt, die 3 besagten Braunkohle-Kraftwerke machen also 11% aus.

Das heißt, wenn jeder von uns 11% Strom spart, könnten wir die Drecksschleudern sofort ausschalten und den Tagebau komplett stoppen.

Klima | Klimawandel | Zukunft | Emissionen | CO2Budget | Kraftwerke | Braunkohle |


Sonntag, 31. März 2019

We live in a strange world.

Der Jet Set heißt ja nicht umsonst so - und als Sahnehäubchen gibt es noch einen VW SUV dazu:

youtu.be/YAHIs7qsydY

Das has Übermedien fein rausgearbeitet.

Und wer schützt uns vor der goldenen Kamera?


Mittwoch, 20. März 2019

Diese Sendung von Quarks über Klima - und was jeder tun kann - kommt ja wie bestellt.

Unter dem Titel Klimahelden in NRW stellt Quarks ganz aktuelle auch von gestern einige Leute vor, die aktiv versuchen den Wandel und das Umdenken in Gang zu bringen.

Sehr spannend und möchte ich jedem an's Herz legen - unter anderem Wolf von Fabeck hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sachen, an die wir uns gewöhnt haben - z.B. dass man Solarstrom gegen Bezahlung in das Stromnetz einspeisen kann - sind nicht vom Himmel gefallen, sondern dem Engagement Einzelner geschuldet - sehr spannend und beeindruckend.

Das passt genau zu dem Thema, das ich gestern hier über CO2 angeschnitten habe - und zu dem ich auch viel positives Feedback bekommen habe - danke dafür!

Quarks | Klima | Klimawandel | Solarstrom |


Dienstag, 19. März 2019

Motorsport, Klima und CO2 - müssen wir ein schlechtes Gewissen haben?

Im Zuge der aktuellen Klimadiskussionen treibt mich eine Frage um, zu der es mir nur schwer gelingt eine Antwort zu finden:

Wieviel CO2 Budget hat jeder einzelne von uns im Jahr?

Also: bin ich über oder unter dem Soll?

Eigentlich eine ganz einfache Frage. Man will ja beim Kontostand auch wissen, ob man im Plus oder im Minus ist - ob man sich noch was leisten kann. Oder der morgendliche Check auf die Waage: Croissant oder Apfel?

Heute gab es diesen Verweis auf Twitter von Don Alphonso, als Renate Künast unseren Plastikmüll in Malaysia besucht hat. Meine Frage war daraufhin:

Wie kommt man denn CO2-neutral nach Malaysia?

… und das war gar nicht so gehässig gemeint, wie es klingt. Denn ich stelle mir vor, dass jemand als Ausgleich für das künast’sche Globetrotting eine ganze Weile lang Fahrradfahren müsste.

Wie würde man so etwas ausrechnen? Denn gleich zu Beginn bei dem Limit geht es schon los: wieviel CO2 Verbrauch ist OK weltweit?

Als ehemaliger Motorsport-Controller kenne ich mich ja aus mit Budgets - und habe versucht mit möglich viel Konsens den Rahmen zu ermitteln - ich lasse mich gerne korrigieren.

Es scheint so zu sein, dass nach 66% der untersuchten Szenarien wir noch 420 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft jagen dürfen, damit wir die 1,5°C nicht reißen. Das wäre also unser Budget:

Der Weltklimarat gibt das CO2-Budget in seinem 2018er Sonderbericht mit 420 Gt an, wenn das 1,5-Grad-Ziel (bezüglich der globalen Luftdurchschnittstemperatur an der Oberfläche) mit 66 % erreicht werden soll.

Das wäre aber nach aktuellem Verbrauch in 10 Jahren durch - wir liegen zur Zeit bei 42 Mrd. Tonnen pro Jahr.

Mehr Budget werden wir nicht bekommen und ob das 1,5°C Limit überhaupt reicht, um die Erde vor Katastrophen zu bewahren, wird von Einigen sowieso angezweifelt.

Es wäre unrealistisch jetzt noch 10 Jahre CO2 zu produzieren - und danach bei Null zu landen - (m)eine Modellrechnung wäre:

Eine 10%ige Reduktion pro Jahr - inklusive einer 3%igen Steigerung der Anstrengungen. Das wäre in 2050 eine 25%ige Reduktion, um dann bei Null zu landen - sieht also so aus:

Globales CO2 Budget - 32 Jahre bis 2050 - 10% Reduktion + 3% Steigerung pro Jahr

Aber was heißt das für den Einzelnen - was ist viel, was ist wenig, wo muss ich kürzer treten und was kann ich mir noch leisten?

Die 42 Mrd. Tonnen für dieses Jahr würden umgerechnet auf 7,6 Mrd. Menschen auf unserer Erde bedeuten: 5,5 Tonnen CO2 pro Jahr und Erdbewohner.

Da haben wir doch mal eine Ausgangsgröße - was kann man damit anstellen?

Zum Beispiel 2.371 Liter Benzin verfahren - nicht die schlechteste Variante. Bei einem 10L Verbrauch wären das 23.710 km - immerhin mehr, als die durchschnittlichen 14.000 km, die man in D so fährt. Bei einem Diesel mit 6L / 100km wären es sogar knapp 35.000 km.

Wie sieht es mit Renate Künast’s Malaysia Plastikmüllflug aus? Das sind ca. 20.000 km hin und zurück - nach dieser Übersicht 4 Tonnen CO2 pro Passagier. Da ist das Budget von 5,5 T CO2 dann fast futsch für’s Jahr.

Und im Motorsport? Was fällt z.B. bei so einem VLN Rennen an? Ich überschlag das mal ganz grob: sagen wir 140 Autos mit im Schnitt 15 Runden und 20L / 100km … ergibt 10.000 L Benzin. Also 23 Tonnen CO2 - etwa das Jahresbudget von 4 Leuten - geht ja noch. So günstig kommt man für die Bilanz der anreisenden Zuschauer und Teams nicht weg.

Natürlich gibt es noch viele andere CO2 Quellen - z.B. die Heizung, die wir alle benutzen. Mit Hilfe fossiler Energieträger und lässt sich ja schlecht drauf verzichten. Auch Herstellungsprozesse sind sehr CO2 lastig - gerade in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft.

In der Mobilität wäre es einfach: Fahrrad fahren - unschlagbar im Vergleich zu den Alternativen, wenn es um CO2 geht. Wieviel man spart, lässt sich leicht ausrechnen, hier noch einmal zusammengefasst die Werte:

  • Benzin 2,32 kg CO2 pro Liter
  • Diesel 2,65 kg CO2 pro Liter
    … also etwa 0,1 bis 0,2 kg CO2 pro PKW-Kilometer. Bei SUVs gerne etwas mehr.
  • Flugpassagier 0,2 kg pro km
  • Bus / Bahn / U-Bahn etwa 0,07 kg pro km … was ja auch nicht Welten vom Individual-PKW entfernt ist.

Finde ich für ganz sinnvoll die Größenordnung etwas im Blick zu behalten. Wenn ich z.B. bei einem CO2 Budget von 5.500 kg in 2019 einen 20L Kanister Sprit beim Crossfahren verballere, dann entspricht das 46,4 kg CO2 und umgerechnet 0,84% meines Jahresbudgets.

Gemäß der Modellrechnung sähe das in 10 Jahren schon ganz anders aus, denn dann hätten wir nach meiner Rechnung nur 16,7 Mrd. Tonnen Budget und 8,2 Mrd. Menschen - also nur noch 2 Tonnen CO2 pro Nase - da entspricht der 20L Kanister schon 2,3% auf’s Jahr gerechnet.

Mike Frison / renn.tv

Ein Flug nach Mallorca (3.000 km hin und zurück) sind heute 11% vom Jahresbudget und in 10 Jahren sind es 30%.

Aktuell ist es nur leider so, dass jeder in Deutschland 12 Tonnen CO2 pro Jahr verbraucht, also mehr als doppelt soviel als erlaubt für den durchschnittlichen Erdling - das ist noch ein weiter Weg und irgendwie merkt man das Gefühl der Dringlichkeit nur bei den protestierenden Schülern. Die SUV-Dichte nimmt immer noch ständig zu - ein Umwelt- und Klimabewusstsein scheint bei den Erwachsenen etwas für Einzelgänger und Sonderlinge zu sein. Immer noch.

Hier - uba.co2-rechner.de - könnt Ihr Euren eigenen Verbauch ausrechnen - kommt jemand aktuell schon unter die 5,5 T CO2?

Nagelt mich bei den Zahlen nicht fest und lasst mich wissen wie Ihr das seht und ob ich irgendwo einen Denkfehler habe.

Budget in dem Zusammenhang ist natürlich auch nicht das richtige Wort, woher nehmen wir das Recht die Erde um 1,5°C zu erwärmen? Wir leben also quasi schon auf Pump - sollte man nicht vergessen. So gesehen ist jedes Gramm CO2 schon zuviel - und die 420 Gt sind der letzte Überbrückungskredit, den wir auf keinen Fall überziehen sollten.

Das Thema wird uns in den nächsten Jahren nicht loslassen - im Gegenteil. Ich finde gut, dass die Jugend rebelliert und damit sensibilisiert. Die nackten Zahlen sind eine Sache - aber die moralische Verantwortung schwingt bei jeder Diskussion mit - da stehen die SUVs genauso mit dem Rücken an der Wand wie wir Motorsportler.

Klima | Klimawandel | Zukunft | Emissionen | CO2Budget |


Sonntag, 23. Dezember 2018

Schneekanonen geht der Schnee aus.

Wenn an Weihnachten Plustemperaturen am Ring sind und dieses Jahr auch noch kein vernünftiger Schnee gefallen ist, könnte das am Klimawandel liegen. Könnte natürlich auch Zufall sein, denn wie will man sonst gegenüber sich selber rechtfertigen dem Klima einfach so aus Spaß beim Kreisfahren zusätzliches CO2 überzuhelfen.

Die Natur bringt es nicht mehr, also greift man künstlich ein. In den Bergen sind die Schneekanonen im Dauereinsatz, damit man im Skiurlaub auch zum Skifahren kommt. Hat man sich dran gewöhnt, die Urlaubssportler nehmen es gelassen hin, Hauptsache man muß wegen der Erwärmung nicht auf den Winter verzichten.

Dumm nur, wenn nicht mehr genug Wasser da ist.

Klimawandel | Schneekanonen |


Montag, 11. Juni 2018

VDA: Diesel Hardware-Umrüstung? Schlecht für´s Klima.

Neue Sprachregelung des VDA, um die Hardwareumrüstung bei Diesel Fahrzeugen abzuwenden:

Hardware-Nachrüstungen schmutziger Diesel lehnt der Automobilverband VDA trotz erster Fahrverbote ab. Sie dauerten "viel zu lange und führen zu Mehrverbrauch und höheren CO2-Emissionen", sagte Mattes. "Das hilft dem Klima nicht."

Klima und CO2 haben doch bisher auch immer gut beim Argumentieren geholfen - warum also nicht noch einmal aufwärmen.

Dieselgate | Mattes |


Sonntag, 25. März 2018

Besuch bei VLN 1.

Am Samstag war ich seit langer Zeit nochmal bei der VLN - das Tempolimit hatte mir damals den Rest gegeben. Immerhin für 3 Jahre, ohne dass ich groß etwas vermisst hätte. Das 24h-Rennen habe ich zwar immer mitgenommen, aber für mich persönlich war bei der VLN irgendwie die Luft raus.

Die Starterliste macht dieses Jahr jedenfalls einen interessanten und abwechslungsreichen Eindruck - also Akkus geladen und warme Klamotten eingepackt, die Warnungen waren ja deutlich.

Ich hatte mich auch auf einige Überraschungen vorbereitet - und wurde nicht enttäuscht.

André Lotterer musste sich den Permit erfahren:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… den KTM hatte ich auch noch nicht von Nahem …

VLN 1/2018 - Mikebericht

… bzw. im Einsatz gesehen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und an die rosanen Mücke-Autos müssen sich wohl alle erst noch gewöhnen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön, dass auch Uwe Alzen wieder ein eigenes Auto am Start hat - auch wenn es der einzige Alzen ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Das Dorint ist eingerüstet und wird auf Vordermann gebracht:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… was interessante Motive bietet, die man sonst eher von den Gerüsten auf der Nordschleife kennt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Als einer, der noch mit Kamera fotografiert, fühlt man sich irgendwie oldschool:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und bei dem L konnte ich auf die Schnelle nicht raufinden, ob es für langsam, laut oder Linkslenker steht:

VLN 1/2018 - Mikebericht

In der Box teilweise eine Atmosphäre wie im VIP-Biergarten:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der Dörr-Lambo sieht von vorne scharf aus:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… aber von hinten noch viel schärfer:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön auch, dass der Renault wieder dabei ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Ein exotischer und ziemlich purer Rennwagen:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und Lexus sorgt auch immer wieder für schöne Farbtupfer im Feld:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Farbe ist ein gutes Stichwort, denn da gibt Manthey den (Grell-) Ton an:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die haben am Ende auch das Ding gemacht.

Nicht mehr bei Manthey ist der Wochenspiegel-Porsche Ferrari:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Georg Weiss:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… hat ja vor einer Weile zu Michele Rinaldi gewechselt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der gleich zwei der 488 GT3 einsetzt, einen Gelbspiegel und einen Rotspiegel:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Dass es gut läuft merkt man gleich, wenn Georg den Zeiten-Screen abfotografiert:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Nicht gewechselt hat die Mannschaft in seinem Ferrari mit Weiss/Kainz/Krumbach - ebenso wenig wie Jochen seine Frisur:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und Oli seine gute Laune:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Er hat übrigens den Start-Stint gefahren und gegen die ganzen Werksfahrer eine Megaleistung gezeigt.

Ich schwöre, dass dieses Bild in der Reihenfolge das Nächste war und nichts mit dem davor zu tun hat:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Vom Klima her war es ziemlich frisch - hier zwei Symbolbilder, eins für Zivilisten:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und eins für normale Leute:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Schön, dass FEV auch wieder/noch dabei ist:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… inklusive Erkennungszeich-N:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der Martin Kohlhaas:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… hat dieses Jahr ein strammes Programm: deutsche TCR und europäische GT4 mit jeweils 2 Autos - da ist die VLN mit dem bewährten 458er Ferrari fast schon wie Urlaub:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Das Team hat am Wochenende wieder die SP8 gewonnen - ich weiss jetzt auch das Erfolgsgeheimnis:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Sehr geschmeckt hat mir auch die Vielfalt der Autos:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die H2 war mit 12 Startern richtig stramm besetzt und hatte einiges an Patina zu bieten:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Fehlende Leistung wird durch unterdimensionierte Hinterachsbremsen kompensiert:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und wann gab es das letzte Mal einen Jetta bei der VLN?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Was kommt als nächstes? Ein Käfer?

Calibra ist jedenfalls schon da, sogar mit Carlos Tavares am Steuer:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und ein Kadett war auch mit dabei:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… aber der Chef im Ring ist und bleibt der Manta:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Der erste Unter–8-Fahrer Jens Klingmann ist nach wie vor eine Bank bei BMW:

VLN 1/2018 - Mikebericht

… und Land Motorsport fest etabliert bei Audi:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Bei der Altreifenentsorgung werden bewährte Methoden eingesetzt:

VLN 1/2018 - Mikebericht

“Historic of Nürburgring” klingt irgendwie unflüssig:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Ich kenne nur den Original Gerri:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Patchwork mal anders:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und was ist das? Bushubschrauber? Hubschrauberbus?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Und was empfängt man wohl hiermit?

VLN 1/2018 - Mikebericht

Aber es wurde auch Tacheles geredet - Jörg und Mackie können halt nicht raus aus ihrer Haut:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Blogger und Bus haben sich jedenfalls wohl gefühlt am Fuße der Nürburg:

VLN 1/2018 - Mikebericht

Die VLN Seite ist ja neu und ich hatte schon Befürchtung, dass das Archiv darunter gelitten hätte. Keine Sorge: die alten Daten werden noch migriert - prima!

Nicht so prima war, daß der Audio-Stream nicht mehr scharfgeschaltet wurde - die Nachfrage war verglichen mit dem Video Livestream zu gering und man überlegt die Audio Variante wegzulassen. Fände ich persönlich schade. Ich hoffe man kann noch auf die englische Variante zurückgreifen von Radio Le Mans.

Wer zum Abschluss noch ein paar von meinen Bildern sehen möchte - bitteschön - alle wieder sehr bandscheibenschonend mit der inzwischen schon 5 Jahre alten zierlichen Canon 100D geschossen:

VLNLangstrecke | Mikebericht |


Mittwoch, 19. Juli 2017

Lausitzring ist verkauft, wird zur Dekra-Teststrecke für autonomes Fahren umgebaut.

Während ich noch darüber nachdenke, welche Auswirkungen sowohl Elektromobilität als auch der autonome Verkehr mit sich bringen könnte in Zukunft, kommt der erste Einschlag schon viel früher als erwartet:

Der Lausitzring wird an die Dekra verkauft, die will für 30 Mio. € eine Test-Areal daraus machen. Die Dekra war auch bisher schon von Anfang an am Lausitzring engagiert - auch finanziell - und es gibt dort auch bereits das DATC = Dekra Automobil Test Center.

In den Meldungen zu dem Thema ist zwar noch davon die Rede, dass weiterhin Rennveranstaltungen stattfinden können, aber ich glaube das dient nur zur Beruhigung der Szene. Denn eine 30 Mio. € Investition geht nicht spurlos vorbei - für so ein Budget kann man schon knapp eine komplette Rennstrecke bauen.

Als ich im November die TU Europe Konferenz in München besucht habe, gab es einen Vortrag von Chris Reeves (Horiba MIRA), der die Ausstattung einer solchen Anlage beschrieben hat: es wird versucht alle Fahrsituationen nachzubauen, also Straßen, Kreuzungen, usw. komplett mit Zubehör wie z.B. Ampeln.

Zitat aus meinem Beitrag vom November:

Test und Erprobung erfordern neue Methoden - Controlled Environment löst die Teststrecke ab. Wo früher Dauerhaltbarkeit z.B. getestet wurde, werden heute reale Straßensituationen, Ampeln und Kreuzungen abgebildet. Sogar Mobilfunktestzellen werden installiert, um den Datenverkehr zu validieren.

Da entsteht aktuell natürlich ein großer Bedarf und wenn man mehrere Kunden hat, dann hat das sogar den Vorteil, dass deren Fahrzeuge sich unterwegs begegnen im Verkehr - also wie im echten Leben.

Ich vermute, sowas möchte die Dekra dort auch installieren.

Und da sind sie dann auch schon, die ersten Auswirkungen der autonomen Mobilität für den Rennsport. Allerdings werden die Betreiber froh sein, überhaupt einen Abnehmer gefunden zu haben im heutigen Klima.

Der Lausitzring hat eine bewegte Vergangenheit: obwohl erst 2000 eröffnet, mussten die Gesellschaften schon 2002 Insolvenz anmelden. Das war ein Fall aus großer Höhe, hatte man doch schon von der Formel 1 geträumt und bei den Baukosten von 310 Millionen Mark auch insgesamt 241 Millionen Mark Steuergelder versenkt. Es gab damals sogar Gerüchte, der Nürburgring wolle die Rennstrecke übernehmen. Uns - also die Leute, die sowieso niemand fragt - war von Anfang an klar, dass das Projekt völlig überdimensioniert ist und sich nicht tragen kann. Was habe ich mich aufgeregt, dass in Deutschland jeder Landrat meint unbedingt eine Formel 1 Strecke bauen zu müssen, während dem kleinen Motorsportler in England die günstigen Breitensport-Strecken hinterhergetragen werden.

Damals wäre ich sogar fast selber mal auf dem Lausitzring gestartet, aber der Motorrad-Seriensport wurde rumgeschubst, bis keine Strecken mehr übrig waren.

Den meisten wird der Lausitzring aber wegen zwei anderen Ereignissen traurig in Erinnerung bleiben: als Michele Alboreto sein Leben und Alex Zanardi seine Beine verloren hat - beides 2001.

Lausitzring | Dekra | autonom | Testzentrum | Alboreto | Zanardi |


Donnerstag, 10. Juni 2010

Ein Fall für Siggi Baumeister: Jacques Berndorf Premierenlesung Nürburg-Papiere am 15.6.2010 im Dorint am Nürburgring.Am Nürburgring sind mehr als 300 Millionen Euro in unfassbar gewaltigen Betongebirgen verbaut worden. Absurd hohe Beraterhonorare wurden bezahlt. Das Ergebnis: riesige Kapital-Löcher. Und zugleich wurden die Eifeler Gastwirte und Hoteliers von einer unbarmherzigen Manager-Clique rüde aus dem Geschäft gedrängt. Das Klima auf den Eifelhöhen ist zu Eis geworden. Niemand traut dem anderen, und selbst alte Freunde begegnen einander mit Misstrauen. Kurz: Ein Fall für Siggi Baumeister.

Nächsten Dienstag - 15.6.2010 - die Premierenlesung des neuen Eifel-Krimis im Dorint am Nürburgring.

Ich hatte schon das Vergnügen eine Lesung am 28.Mai hier in Köln zu erleben - hier ist mein Bericht inklusive MP3-Files der Lesung.

Mike Frison und Jacques Berndorf in Köln

Jacques Berndorf bei seiner Lesung Nürburg-Papiere in Köln


Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)

Mercedes Hartmann Hotel am Tiergarten - Café und Restaurant direkt am Nürburgring Reifen Schlag Nürburgring - Rennreifen am Ring 20832 sucht Sponsor-Partner