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Dienstag, 31. Dezember 2019

Jahresrückblick 2019.

Eigentlich ist es ja Zufall, dass ein Jahr auf der Erde solange dauert wie es dauert. Die Sonne hat uns am Haken und schwingt uns in durch die Umlaufbahn - während die Erde fröhlich vor sich hin kreiselt.

Vor Millionen von Jahren hatte das Jahr übrigens mehr Tage, weil die Erde sich schneller drehte. Diese Verlangsamung merken wir zwar nicht - dafür sind Menschenleben zu kurz - aber sie findet statt.

Jedenfalls haben wir uns an den Jahresrhythmus gewöhnt und der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt innezuhalten und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Das fing leider sehr traurig an, denn Charly Lamm ist viel zu früh verstorben.

Mike Frison / renn.tv

Das läuft mir immer noch nach, wenn ich daran denke oder diese Zeilen schreibe - da geht es mir sicher wie vielen in der Szene.

Ein guter Ausgleich für die motorsportlose Winterpause war der Besuch in Leimbach bei Günter Schlag. Das war schon länger geplant und wir hatten einen interessanten Nachmittag.

Mike Frison / renn.tv

Im Frühjahr musste ich nochmal unters Messer - Altmetallentsorgung:

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Eine gute Gelegenheit, um ein paar Bücher zu lesen:

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Hat sich gelohnt und Ihr findet meine Rezensionen unter dem Stichwort Buchvorstellung in der Blog-Suche.

Der Grund für die OP reicht zurück nach 2018, als ich auf dem Weg zur Arbeit vom Fahrrad torpediert wurde.

Alles gut verheilt, aber die Auto gegen Fahrrad Konstellation begleitet mich fast täglich.

Mike Frison / renn.tv

Die Infrastruktur für Radfahrende hier in der Kölner Region ist eine Vollkatastrophe, man kämpft täglich ums Überleben und braucht starke Nerven.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem lasse ich mir den Spaß nicht nehmen, ich sehe nicht ein mich mit dem Auto in den aggressiven und hoffnungslos verstopften Berufsverkehr zu stürzen. Völlig verschwendete Zeit, vor allem wenn man weiß, dass man auch gut mit dem Rad fahren könnte. Und dann mit solchen Sonnenaufgängen belohnt wird:

Mike Frison / renn.tv

So habe ich immerhin 3.000 Rad-km gesammelt - quasi im Vorbeigehen, denn Sport würde ich das nicht nennen wollen.

Dazu kommt, dass es hier in der Gegend sehr flach ist. Dadurch komme ich mit dem Singlespeed sehr gut zurecht. Sogar soo gut, dass ich kürzlich die Übersetzung verlängern konnte. Hat sich schon bewährt.

Je mehr man mit dem Rad fährt, desto mehr trübt sich der Blick für das Auto an sich, vor allem in der Großstadt.

Mike Frison / renn.tv

Man bekommt aber auch das Gefühl, dass sich die Fronten insgesamt in der Gesellschaft verhärten:

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Jedenfalls ist das Auto nicht mehr der unantastbare Heilsbringer vorangegangener Epochen - sogar das Tempolimit wird in Deutschland immer wieder diskutiert.

Tempolimit!! In Deutschland!!1!

Das hätte auch direkte Auswirkungen auf eine spezielle Kraftfahrstraße in der Eifel.

Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob Motorsport und CO2 Bilanz noch harmonieren - und wie das mit unserem Gewissen vereinbar ist.

Unser Energiehunger ist riesig, die Raffinerie hier in Wesseling läuft auf Hochtouren:

Mike Frison / renn.tv

Das interessiert in Köln niemanden besonders, außer es geht mal etwas schief:

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Hat man sich aber auch schon fast dran gewöhnt, Hauptsache mit dem Auto zur Arbeit. Immer nur 1 Person pro Auto natürlich.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu Köln ist der riesige Tagebau der RWE:

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Die Dimensionen sind nur schwer zu vermitteln, aber in CO2 Größenordnung ist die RWE Rekordhalter in Europa.

Und es hat direkte Auswirkungen auf den Motorsport, denn der Erftlandring in Kerpen Manheim soll den Baggern zum Opfer fallen. Genauso wie der gesamte Ort Manheim.

Kai und ich waren im März vor Ort und haben ein Video mitgebracht:

youtu.be/4snNYNSmo6g

Bei der VLN war ich jetzt schon 2 Jahre nicht mehr - hab sie auch nicht vermisst. Die Serie wurde den Herstellern geopfert - mit den GT3 fing es an und nachdem alle Blut geleckt haben, hat die Balance of Performance mir entgültig den Spaß verdorben. Sport ist das schon lange nicht mehr und der Rest des Starterfeldes besteht auch zum großen Teil nur noch aus Kaufautos.

Nicht mehr meine Welt.

Beim 24h-Rennen war ich trotzdem - und es hat sich gelohnt.

Man sieht Olaf Manthey am Steuer:

Mike Frison / renn.tv

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Ich kann die KTM ausführen:

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Und ein Bierchen ist auch drin:

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Der elektrische VW war zwar schnell, aber leise - Null Punkte beim Stammpublikum:

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Da stehen die bunten Autos höher im Kurs, die wenigstens Krach machen:

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Ebenfalls Pflichtprogramm war die Eifel Rallye in Daun - immer wieder schön:

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Obwohl hier auch schon die Welten aufeinanderprallen:

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Mein treuer Transit gehört inzwischen fest zum Inventar und er hat sich wieder als sehr nützlich erwiesen. Zum Beispiel im Urlaub mit der Familie am Mittelmeer:

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… oder beim Ausflug zu dritt in die Berge:

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Sogar mein N Aufkleber am Penserjoch war noch da - den hatte ich beim Ausflug mit dem Focus RS 2016 auf der Leitplanke verewigt:

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Die Alpentour hatten wir dieses Jahr schon zum zweiten Mal durchgeführt - ausbaufähig!

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Mein persönliches Jahreshighlight ist ebenfalls zweirädrig - die regelmäßigen Ausflüge zur Crossbahn. Für den Anfang musste die Enduro herhalten:

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… und die nötige Infrastruktur habe ich mir mehr oder weniger kreativ an Land gezogen:

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Inzwischen ist die KTM verkauft - ebenso wie der historische Crosser aus meiner seinerzeit geplanten Anfangszeit, die nie so richtig gestartet hat:

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Doch inzwischen hat mein Training richtig Fahrt aufgenommen und ich halte Ausschau nach einem würdigen KTM-Ersatz, damit ich rechtzeitig zu Saisonbeginn kräftig bewaffnet bin. Mir juckt es schon wieder in den Fingern!

Die allgemeine Klima- und Mobilitätsdiskussion wird uns weiter in Atem halten und für den vierrädrigen Werkssport sieht es nicht so rosig aus. Die ersten Signale werden schon ausgesendet - und da haben wir noch nicht über den autonomen Verkehr gesprochen. Der wird die Motorsport-Landschaft in einigen Jahren komplett auf links drehen.

Mir soll es recht sein - lässt sich eh nicht ändern. Gäbe es kräftige und ausdauernde Elektromotorräder für die Crossbahn, ich würde umsteigen. Falls ich durchhalte und den Sport regelmäßig betreiben kann - steige immerhin als Ü-Fünfziger ein - ist ein jährlicher Motorrad-Neukauf geplant. Da lässt sich der Wechsel jährlich neu verhandeln.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass Ihr gut reinkommt und mit ähnlicher Begeisterung das neue Jahr erwartet. Man sieht sich - typischerweise auf einem Motorsportgelände!

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Jahresrückblick | MikesBlog |


Dienstag, 29. Januar 2019

Besuch bei Reifen Schlag in Leimbach (bei Adenau).

Das stand schon länger auf dem Programm: mal den Günter Schlag und seine Reifensammlung besuchen! Er ist auch schon lange als Unterstützer des Blogs hier an Bord - wofür ihm natürlich nochmal Extradank gebührt.

Am Wochenende war es dann soweit - wir waren verabredet und ein Ritt zum Ring ist immer ein lohnenswerter Ausflug.

Relativ unscheinbar versteckt sich seine Dependence hinter dieser nüchternen Fassade:

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… aber so ganz ohne Indizien präsentiert sie sich dann doch nicht:

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Während der Chef noch im Einsatz war:

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… habe ich mal den Blick streifen lassen:

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… und die gute Seele im Büro kennengelernt:

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Das mit dem Kaffee hat Günter aber dann doch lieber persönlich gemacht:

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… und dann waren wir auch schon soweit:

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Das Besondere an Reifen-Schlag ist, dass man hier mit Rennreifen versorgt wird. NUR mit Rennreifen. Dazu gehört auch der Renn-Service an der Strecke - vorzugsweise im historischen bzw. FHR Motorsport.

Günter selber hat ebenfalls motorsportliche Wurzeln - genauer gesagt im Rallye-Sport. Vom Beruf Energieanlagen-Elektroniker hat er schon bald gemerkt, dass er mehr Zeit und Geld für das Rallyefahren braucht und hat bei einer Spedition angeheuert, um Tankzug zu fahren.

Er war dann in der Baden-Württembergischen und teilweise auch Deutschen Rallyemeisterschaft unterwegs - erst mit Opel C Kadett (Gruppe 2) und später B Manta (Gruppe A).

1979 kam auch ein dritter Platz in der BW-Meisterschaft dabei heraus.

Die Erfahrungen von damals helfen ihm auch heute noch die Zusammenhänge im Rennsport bezüglich der Reifen zu erkennen, aber auch zu erklären.

Kennt Ihr noch die Reifenmarke “Kleber”? Die suchten 1980 jemanden für den Renndienst. Das war quasi der Startschuß für Günter’s Reifenlaufbahn, denn er bekam den Job und damit die Aufgabe das Audi Rallye-WM-Team zu betreuen. Wie wir alle wissen wurde Michèle Mouton 1982 Vizeweltmeisterin - was man vielleicht nicht so auf dem Schirm hat: mit Kleber-Reifen.

Heute ist die Firma nicht mehr im Rennsport aktiv - damals waren sie die ersten, die einen Semi-Racing angeboten haben. Und das wandelnde Reifenlexikon in Leimbach hat auch sofort die Bezeichnung noch parat: V 10 RS.

Für den 23-jährigen Günter Schlag damals war das natürlich eine heftige Herausforderung: seinen Idolen aus dem Rallyesport sollte er auf einmal sagen, was sie zu verwenden haben. Hat ihm aber nicht geschadet - und seine Erinnerung an Michèle Mouton: Vulkan hoch zehn!

Schnell war sie! Aber auch aggressiv - die Reifen von Hannu Mikkola waren weniger zerrissen als ihre.

Als Kleber von Michelin aufgekauft wurde, hat sich Günter schnell wieder abgewendet - im Nachhinein die richtige Entscheidung, weil nicht zwei Sportabteilungen gleichzeitig aufrechterhalten wurden.

Seine nächste Station hieß Walter Lechner, der damals für Yokohama die Reifen importiert hat. Und auf der Suche war nach jemanden für den Rallye-Service - hat genau gepasst. Ziemlich bald kamen noch die Formel Ford Läufe dazu. Walter Lechner selber war in der Interserie unterwegs - und wurde 1985 auch Meister. Ihm war auch der Rennsport wichtiger, deshalb hat er kurzerhand dem Günter Schlag den Yokohama Vertrag für Deutschland überlassen.

Was dann von 1986 bis 2003 Günter’s Leben prägen sollte - aber auch die Motorsportszene, denn die Yokohama-Verbindung ist das, was die meisten mit Günter Schlag in Zusammenhang bringen. Und später den ATS PR-Einsatz für einige Jahre am Ring.

Mike Frison / renn.tv

Seit 2007 residiert er nun in Ring-Rufweite und sein Portfolio umfasst heute:

  • Hoosier - den Rennreifen von Continental aus USA - exklusiv als Markteinführung und EU Versand,
  • Michelin - dabei exklusiv die Klassik,
  • ebenfalls für Pirelli,
  • Toyo für die Semi-Racing,
  • und ebenfalls exklusiv und aktuell neu: die mehrteiligen BBS Felgen.

Bedient werden Fahrer aus dem historischen Sport, aber auch zum Beispiel Tourifahrer oder auch inzwischen 4 Teams aus der VLN-Langstrecke (mit Hoosier). Und die DMV BMW Challenge läuft schon im vierten Jahr auf Hoosier. Diese Marke wurde 2016 von Continental gekauft, aber es gab vorher schon eine jahrzehntelange Partnerschaft. Unter der Marke “General Tire”, die auch zu Continental gehört, wird künftig die European Nascar ausgestattet und auch von Reifen Schlag logistisch unterstützt.

Seine Kompetenz sieht Günter bei den historischen Reifen ab ’66 - dabei muss er nichtmal die Reifengröße wissen, Fahrzeug und Baujahr reichen meist schon aus. Und jede Menge Tipps gibt es natürlich noch dazu.

Aktuell werden keine Rennreifen verschickt - wegen dem Frost. Wusste ich auch noch nicht. Deswegen hat sein Lager auch immer erfrischende 6–7°C, damit es den Reifen gutgeht. Bei Frost drohen Risse in der Reifenschulter - technisch kein Problem, aber optisch suboptimal. Sind ja auch keine Schnäppchen solche Rennreifen, dann sollen sie auch gut aussehen.

Günter ist schon lange im Geschäft und ich konnte mir nicht verkneifen zu fragen, wo er den Motorsport in der Zukunft sieht. Und er stellt fest, dass er seit 36 Jahren von der Realität widerlegt wird. Denn Bedrohungen gab es für den Rennsport schon viele, aber er hat sich immer wieder neu behauptet. Damals gab es allerdings auch Argumente - wie z.B. den Technologietransfer in die Serienentwicklung - den es heute in dieser Form nicht mehr gibt. Dennoch hat er seit 36 Jahren die Angst, dass Motorsport verboten wird - schwingt immer so im Hintergrund mit. Irgendwann wird es auch so kommen, denn in der Form, wie es aktuell betrieben wird, sei es mit der Nachhaltigkeit, wie wir sie heutzutage brauchen in der Welt, nicht mehr vereinbar.

Einen Rundgang durch das Lager gab es natürlich auch noch. Überall frische Gummis mit:

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… und ohne Profil:

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Die Toyo Ecke:

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Und sogar Kartreifen:

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… und das ist Günter’s historischer Toyota - einer von 15 in Deutschland:

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Kann man sich auch unter der Motorhaube anschauen:

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Der Wagen geht mit nach Bremen zur Classic Motorshow nächstes Wochenende.

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Und das ist Günter’s privater Renner - dem ein oder anderen vielleicht bekannt. Sieht exotisch aus, aber sehr wartungsfreundlich aufgebaut - z.B. identische Bremsanlage und Scheibe vorne und hinten. Und den Mittelmotor (vom 131er Mirafiori) in Kombination mit Heckantrieb sieht man ihm auf den ersten Blick auch nicht an:

Mike Frison / renn.tv

Wir kamen auch noch kurz auf den DMSB und den allseits beliebten KFP zu sprechen - was bei einem getüvten und zugelassenen Auto natürlich reine Geldmacherei extra daneben ist. Und was dem Günter den Sport auch ordentlich verleidet hat.

War ein netter und lohnender Besuch und Danke nochmal für den Kaffee!

Schlag | Reifenschlag | Leimbach | Adenau | Sponsor |


Freitag, 29. März 2013

Wisst Ihr noch? Jürgen Pföhler?

Aus der Rubrik “Jürgen-Pföhler-ist-in-der-Nähe-des-Nürburgrings-gesichtet-worden”:

Könige des Dialekts wurden in Leimbach gekrönt


Dienstag, 07. Dezember 2010

Kölner Kulturelite in Leimbach: Jürgen Becker beim Eifel Comedy.Robert Skiba, der quirlige Allesorganisator aus Adenau, weiß, was sich Eifler wünschen: lokale Veranstaltungen, die in den eigenen Hallen der Gemeinden durchgeführt werden. Jetzt hat er die Eifel Comedy aus dem Hut gezaubert. Und die startet direkt mal mit einem dicken Paukenschlag durch: am 14.Januar mit Jürgen Becker.
Montag, 26. Juli 2010

Am Ring gibt es eine neue Rennbahn.In Leimbach bei Adenau ist in einer tollen Privatinitiative eine sehenswerte Indoor-Rennbahn für Modellautos entstanden. Die große Premiere soll beim DTM Wochenende stattfinden, die Auditreter werden mit original nachgebildeten Modellen gegeneinander fahren. Die Strecke ist stolze 1927 127 Meter lang!




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