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Donnerstag, 12. März 2020

Endlich legt sich die VLN mit Lindner ins Bett.

Jetzt wo alle so schön mit Virus beschäftigt sind, kann man ja gut eine Meldung zwischenschieben:

Lindner ist Hotelpartner der Nürburgring Langstrecken-Serie

Na wenn das kein Grund zum Feiern ist. Für Kai Richter und Jörg Lindner.

Man merkt wie langsam die Maske fällt und der russische Nürburgring nach und nach sein wahres Gesicht zeigt. Die Rennserie unter Kontrolle bringen, um sich auf den übrigen Geschäftsfeldern gesundzustoßen.

Ist ja auch nicht der erste Versuch - aber jetzt hält man die Zeit wohl für reif, um die Dämme einzureißen.

Konnte doch niemand ahnen!!1!

Langstrecke | Richter | Lindner | Koppelgeschäfte |


Freitag, 31. Januar 2020

Muss Ingolf Deubel vielleicht doch ins Gefängnis?

Zugegeben, das würde mein Weltbildnis ziemlich erschüttern. Denn was Rheinland-Pfalz bisher vorgeführt hat, war volle Rückendeckung unter Kollegen - also in der Politik.

Alleine die lange Zeitspanne hat ja immer wieder deutlich vor Augen geführt, dass man es nicht eilig hat. Im Gegenteil. Ich bin selber auch schon ungeduldig geworden - aber mit dem niederen Fussvolk gibt man sich natürlich nicht ab. Ich hatte das zum vierjährigen Geburtstag des Nicht-Prozesses zum Anlass genommen mal nachzufragen.

Ganz am Anfang - also am ersten Prozesstag - bin ich sogar extra nach Koblenz gefahren. Das war am 16. Oktober 2012.

Hier auf dem Filmmitschnitt von diesem Tag kann man mich grob erkennen - ich weiß ja, wo ich gesessen bin:

Mike Frison / renn.tv

Mir fällt es ja selber schwer mich an alles zu erinnern - von daher gut, dass ich es immer aufgeschrieben habe. Gut in Erinnerung geblieben sind mir allerdings die Berichte, wie vehement Ingolf Deubel seine Verteidigung vertreten hat.

“Deubel betonte in seiner mehr als 200-seitigen Stellungnahme zudem, dass ein Baustopp am Nürburgring für die größtenteils landeseigene Ring-Gesellschaft negative Folgen gehabt hätte.”

Was für eine schwache Argumentation - man hätte garnicht erst anfangen dürfen zu bauen. Heute heißt es immer lapidar, dass “der Nürburgring-Ausbau” zu groß geraten sei.

Also 1. ist nicht der Nürburgring ausgebaut worden, sondern man hat die schöne Eifel Landschaft mit Beton und Schnellbauhütten vollgepflastert - das ist alles andere, aber nicht der Nürburgring.

Und 2. ist das nicht irgendwie zu groß geraten, sondern war von Anfang an völlig unnötig.

Hätte doch nur jemand gewarnt! Am besten noch, bevor der Ausbau beschlossen wird!

Heute jammert der Herr Deubel seiner schönen Pension hinterher und Adenau dem Schwimmbad.

Es gab nämlich wieder mal ein Urteil aus Koblenz und obwohl gestern sogar die Tränendrüse bemüht wurde, lautet es:

2 Jahre und 3 Monate Gefängnis.

Deubel’s Anwalt Rüdiger Weidhaas hatte für 1 Jahr und 7 Monate plädiert. Das ist schon bemerkenswert, wenn der Anwalt Gefängnis fordert. Allerdings wäre in dem Strafmaß eine Bewährung möglich gewesen und auch die Pension - immerhin 6.700 € monatlich - wäre erhalten geblieben. Anscheinend wird die auch aktuell immer noch bezahlt.

Im Grunde ist mir der Mann egal - ob er nun im Gefängnis schmort oder auf Hawaii. Wobei Verbrecher im Gefängnis natürlich besser aufgehoben sind. Was mir nicht so egal ist: wie jetzt einer auf Mitleid gemacht wird - und die Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen:

Beim Prozessauftakt hatte sich Deubel von einer anderen Seite als bei seinem ersten Prozess gezeigt: Angeschlagen und selbstkritisch. Mit zeitweise tränenerstickter Stimme und zitternden Händen sagte er, er bedauere zutiefst seine frühere “an Starrsinn grenzende Verhaltensweise”. Sie habe dem Land Rheinland-Pfalz und dem Steuerzahler immense finanzielle Schäden verursacht. Erstmals übte Deubel öffentlich deutliche Selbstkritik. Im ersten Prozess hatte er noch jegliche Schuld von sich gewiesen.

Dass das Kulturdenkmal Nürburgring geschändet wurde, um es dann windigen Profiteuren zum Fraß vorzuwerfen, davon redet niemand. Die 500 Millionen Steuergeld sind mir noch vergleichsweise egal, wenn ich daran denke, wie mit der Strecke und ihrem Erbe umgesprungen wurde. Heute sind wir schon soweit, dass der Name Nürburgring fast als Schimpfwort verwendet wird.

Und es ist natürlich auch hinterlistig, dass Ingolf Deubel der alleinige Schuldige sein soll. Wo sind die ganzen anderen Beteiligten, Jürgen Pföhler, Carsten Kühl, Hendrik Hering, Roland Härtel, Clemens Hoch, Roger Lewentz und natürlich nicht zu vergessen Kurt Beck? Haben alle schön weiter Karriere gemacht im politisch tief vernetzten SPD-RLP. Auch die kräftigen Griffe ins Klo von Kai Richter und Jörg Lindner wabern immer noch ungesühnt durch die Anlage - Grüne Hölle lässt grüßen.

Einen kleinen Funken Resthoffnung habe ich noch, dass Ingolf Deubel im Gefängnis genug Zeit zum Nachdenken bekommt und er reinen Tisch machen will. Oder um Uschi Schmitz zu zitieren aus einem TV Beitrag vom Oktober 2012:

“Wenn er sehr in die Enge getrieben wird, glaube ich schon dass er auspackt. Also wenn er clever ist, dann packt er aus. Und lässt sich nicht die Schuld alleine in die Schuhe schieben.”

UPDATE:

Ingolf Deubel hat angekündigt Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Deubel | Prozess | Urteil | Erlebnisgrab | Gefängnis |


Mittwoch, 05. Juni 2019

Rundenrekord: 6:05 (!) im VW Elektro-Rennwagen mit Romain Dumas.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat VW bei dem Pikes Peak Rennen für heftige Schlagzeilen und eine schnelle Rundenzeit gesorgt: der hektisch zusammengedengelte und “ID-R” getaufte Rennwagen, der auf dem Norma basierte, den Romain Dumas schon selber in Pikes Peak privat eingesetzt hatte (mit Gesamtsieg!), hatte den Fabelrekord von Sébastien Loeb gebrochen.

Wir erinnern uns: damals hatte Peugeot den Le Mans Stecker ziehen müssen und so standen sie ohne Motorsportprogramm, aber mit ganz vielen LMP1 Ersatzteilen arbeitslos in der Werkstatt rum. Was lag näher, als einen 208 T16 Pikes Peak zu bauen.

Ob das schon der Zenit des Verbrennermotors war?

Jedenfalls meinte ich letztes Jahr im Juni, dass die 19,99 km von Pikes Peak ziemlich genau den 20,832 km der Nordschleife entsprechen - und VW sieht das wohl ähnlich. Denn gestern - nach akribischer Vorbereitung - haben sie mit 6:05 die Eifel elektrisiert. 6:05! Gäbe es nicht die 5:19 vom Porsche LMP1 und Timo Bernhard vom letzten Jahr - man würde vor dem Elektroauto auf den Knien rutschen. Denn bisher war Stefan Bellofs 6:11 das Maß der Dinge - und diese Zeit ist von 1983. Unvorstellbar!

Die Stefan Bellof Runde bleibt für mich persönlich das Größte - egal was passiert - aber der Respekt vor den VW-Konzern-Runden wird dadurch nicht geschmälert. Ob die 5:19 jemals unterboten werden wird? Ich glaube nicht.

Dass es jedoch noch einmal gelingt, die 6:11 zu schlagen, das hat schon Klasse. Und ist eigentlich nur mit Konzern-Power möglich - echtem Werkssport also. VW hatte für den Rekord 2 (!) identische Autos vor Ort, da wurde nichts dem Zufall überlassen.

In den Diskussionen, die natürlich jetzt emotional entbrannt sind, sollte man nicht vergessen, dass die 20,832 km Streckenlänge tatsächlich 1983 zum letzten Mal vom Top-Motorsport benutzt wurde (Langstrecken WM / Gruppe C). Weil nebenan die Grand Prix Strecke gebaut wurde - dank Otto Flimm! - die dann 1984 eingeweiht wurde. Da kamen also einige Zufälle zusammen - später wurde diese Streckenvariante von der sport auto für ihren Supertest entdeckt. Und hat bis heute einen hohen Stellenwert - die Grenzen zum Touristenverkehr sind fließend und in so manchem Ringtool wird leider auch die Stoppuhr aktiviert.

Brendan Keirle - leider nicht mehr unter uns - hat es mit BTG noch einmal vereinfacht - Dale Lomas führt die Tradition fort.

Und wo wir schon bei dem Thema Rundenzeiten sind: der Nürburgring - oder wie auch immer sie sich heute offiziell nennen - will es jetzt sogar als Geschäftsmodell ausschlachten. Wer mich länger kennt, weiß dass ich seit den Anfängen hier (2000) gegen Rundenzeiten argumentiere. Aus einfachem Grund: den Touristenfahrten den Renncharakter und damit die Schärfe zu nehmen, ist nicht einfach - man fährt auf einer RENNstrecke, mit Zuschauern, Curbs, Start + Ziel - inzwischen sogar Streckenposten. Jede Maßnahme, die den Charakter entschärft, ist sinnvoll. Wenn jetzt der Veranstalter und Organisator der Touristenfahrten ebenfalls Rekordfahrten durchführt, dann schneidet er sich in´s eigene Fleisch - langfristig gedacht ist das jedenfalls nicht. Sind wir wieder auf Richter-Lindner-Niveau? Mitnehmen was geht?

In zwei Wochen wissen wir mehr, dann wird in Luxemburg beim EuG das Ja zum Nürburgring Urteil erwartet.

Jetzt bin ich ordentlich abgedriftet, aber allgemein werden die Zusammenhänge leider auch zu oberflächlich betrachtet. Etwas Einordnung kann ja nie schaden - und 6:05 sind ein gigantischer Erfolg. Es wird auch der Elektromobilität helfen, denn die volle Leistung für diese Distanz abzurufen, erfordert einige technische Klimmzüge. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, aber eine elektrische Rennserie würde dem Ring gut zu Gesicht stehen. Die bräsige VLN wird das nicht gebacken bekommen - modern kommt in deren Wortschatz nicht vor.

Vielleicht erkennen Andere die Zeichen der Zeit besser - wie wäre es mit einem 4 Runden Rennen? WTCC oder die alte DTM fahren auch kurze Distanzen - Spannung pur. Energiemanagement wäre die große Herausforderung, nachtanken kommt ja eher nicht in Frage aufgrund der Zeitdauer. Und einen zakspeedmäßigen Tankwechsel würde ich vom Reglement her auch ausschließen - zu einfach.

Die Formel E fährt inzwischen ihre Rennen durch - immerhin schnell genug für Stadtkurse. Da müsste es doch auch für den Tourenwagensport Varianten geben. Ich fände es jedenfalls sehr spannend und technisch reizvoll: dicke Batterien und schweres Auto - oder lieber Leichtbau?

Viele elektrische Rundenrekorde werden wir jedenfalls erstmal nicht mehr sehen, dafür hat VW die Latte zu hoch gelegt. Also niedrig - bezogen auf die Rundenzeit. Ihr wisst was ich meine. Oder verschiebt die elektrische Ära die Dimensionen? Müssen wir uns an solche Zeiten gewöhnen? Die 6 Minutengrenze, die geknackt werden will? Ich kann es mir nicht vorstellen.

VW hat auch eine Onboard veröffentlich - jedenfalls nennen sie es so:

youtu.be/9iZY5IMn0wg

Bei Pikes Peak hatten sie ja ordentlich verwachst - Ton und Bild asynchron. Da kennt sich der renn.tv Mike aus! Aber warum müssen die das mit Hubschrauberaufnahmen mixen? Gerade dann umblenden, wenn man anfängt sich einzugrooven? Warum fragen die nicht jemand, der Ahnung hat? Besser als nichts - aber das kann ja wohl nicht der Maßstab sein. Bitte VW: pure ungeschnittene Onboard ohne alles, ok?

Volkswagen | Rundenrekord | Elektro | Dumas |


Sonntag, 17. März 2019

Buchvorstellung: Built for Speed - von John McGuinness.

Mein Besuch in der Fahrwerksabteilung vom St.Vinzenz in Köln war erfolgreich: ich halte immer noch zusammen, obwohl fünf Schrauben rausgekommen sind!

Mike Frison / renn.tv

Zum Glück bin ich auch ausreichend mit Lesestoff bewafffnet worden - und dank John McGuinness ging die Zeit auch um wie im Flug.

Das Buch ist stark: ein authentischer Racer, der mehr mit dem Herzen erzählt, als frisch aus dem Rethoriker Fortgeschrittenenkurs. Manchmal für einen Non-Native nicht einfach zu entschlüsseln, aber immer noch um Welten verständlicher als Guy Martin im Fernsehen.

Der natürlich auch in dem Buch vorkommt. Eigentlich hatte ich nicht erwartet in dem Text Bekannte zu treffen, aber es gab 3 Überraschungsmomente für mich:

John McGuiness hatte mal die Fuß in der Tür ganz am Anfang bei Shell und war damit Teamkollege von Sean Emmett. Und da wurde ich hellhörig, denn bevor ich zum Studium 1992 nach London übersiedelte, war ich großer Fan der englischen Fast Bikes - wo Sean Emmett der Schnelle Mann vom Dienst war.

Auf der Insel angekommen hatte ich auch mal die Fährte aufgenommen und ihm bei einem Superbikerennen in Brands Hatch zugeschaut. Von meiner Unterkunft in Hertfordshire war die Firma Harris um die Ecke und so hat es sich ergeben, dass ich denen damals als Studentenjob ihren Teilekatalog ge-layoutet habe. Damals hatte ja noch kaum jemand einen Computer - die freuten sich über einen Geek wie mich. Da waren sie kurz vor dem Einstieg in die 500er WM und ich war verblüfft mit welchen bodenständigen Mitteln dort die WM in Angriff genommen wurde. Jedenfalls haben Sean Emmett und Harris dann das Shell Sponsoring abgegriffen und John McGuinness durfte erstmal wieder neue Geldgeber aktivieren.

Mike Frison / renn.tv

Ein weiterer bekannter Name war Gehard Lindner - einige kennen ihn vielleicht besser als “Gegesch”:

Mike Frison / renn.tv

Er ist inzwischen in den Diensten von BMW Motorrad und ich wette immer noch pfeilschnell. Ich war ein paarmal als Schrauber damals mit dabei, u.a. beim Sieg 24h-Rennen Moto Aktiv in Magny Cours 1997 - eine serienmäßige GSX-R 600 reichte für Platz 1. Christian Kohlhaas war damals übrigens auch am Start - im privaten Boxerteam von Romolo Liebchen (wurden Gesamt 9. - war eine kleine Sensation mit dem Boxer). Da schließt sich ja dann der Kreis wieder zu BMW.

Und ich hätte ja mit viel gerechnet, aber nicht mit einem in Macau fahrenden Gegesch im John McGuiness Buch.

Und ganz am Ende noch jemand, den ich eher zufällig in Goodwood getroffen hatte: Dave Hancock (auf diesem Frozenspeed-Foto rechts):

Mike Frison / renn.tv

Man muss dankbar sein für dieses Buch (amzn.to/2ComPHD) und John’s offenherzige Art und Weise der Erzählung - auf jeden Fall eine lohnende Lektüre, sehr zu empfehlen - nicht nur für IOMTT Fans.

Um John McGuinness zu folgen und seinem harten Heilungsweg zurück auf das Rennmotorrad empfiehlt sich Twitter, dort ist er regelmäßig anzutreffen: @jm130tt.

McGuinness | Buchvorstellung |


Sonntag, 03. März 2019

Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Dienstag, 19. Februar 2019

Wenn es darum geht das Geld anderer Leute einzusammeln, sind die Lindners um keine Idee verlegen.

Kennt man ja bereits von deren Medico Fonds bzw. Gebau.

Man muss schon genau hinschauen, aber Jörg Lindner und Kai Richter haben den Betrug mit großer Selbstverständlichkeit im Wortschatz:

Mike Frison / renn.tv

Mit schönem Gruß an Sigmund Freud!


Montag, 07. Januar 2019

Hans-Joachim Stuck Video Interview.

Auch wenn man Strietzel-Stuck - aus Gründen - nicht mehr mag, dieses Interview vom BR ist sehens- und hörenswert.

Ich wollte es eigentlich nur kurz durchscannen, aber bin dann doch komplett hängengeblieben.

Interessante und kurzweilige Zeitreise.

Nur leider hat der gute Mann dem Ring den Sargnagel persönlich eingeschlagen:

Mike Frison / renn.tv

... und war sich auch nicht zu schade für ein Lindner/Richter Sponsoring für das 24h-Rennen mit seinen Söhnen.

Das hat ihn einige seiner treuesten Fans gekostet, aber offensichtlich ist ihm das egal, solange die Gage stimmt.

Stuck | Strietzel |


Dienstag, 24. Oktober 2017

BridgeToGantry.com: Zeitnahme bei Touristenfahrten stoppen.

Was klingt wie frisch aus dem Postillon ist real: Dale Lomas bekommt den Geist nicht mehr in die Flasche und ruft seine Community dazu auf, keine Rundenzeiten mehr zu nehmen.

Nicht dass er geläutert wäre - nein, die Russen machen Stress. Weil natürlich auch sie den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen, aber jetzt trotzdem verzweifelt versuchen die Zeitennahme einzudämmen. Was natürlich hoffnungslos ist.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt! (Ich sehe gerade, dass ich diesen Beitrag, den ich als Beispiel rausgekramt habe, an meinem 37. Geburtstag geschrieben habe. Also vor 15 Jahren. Das Netz vergisst nichts. Ich weiss bis heute nicht, wie schnell langsam ich meine Runden gedreht habe. Ist mir immer noch egal.)

Den Ursprung der BTG Zeitnahme (Bridge to Gantry, die 2 Brücken auf der Döttinger Höhe) hatte ich zu dem sehr traurigen Anlass im Mai hier aufgeschrieben - Dave hatte die URL von Brendan vor einiger Zeit übernommen.

Es gab mal früher vernünftige Ansätze, die Touristenfahrten nicht zu motorsportlich werden zu lassen. Welche nach der feindlichen Übernahme durch Richter/Lindner sofort der Gier zum Opfer fielen. Nicht zufällig hat man mich damals aus dem - von mir initiierten - Arbeitskreis Sicherheit entsorgt. Kritische Stimmen unerwünscht, auch schon wieder über 10 Jahre her.

Die Gier ist geblieben - nur kommen die Besitzer inzwischen nicht mehr aus Düsseldorf, sondern aus Russland. Aber auch die haben kein Problem damit, wenn Touristenfahrer ihre Sportgeräte vom Anhänger laden, Geschwindigkeit und Ausstattung locker mit der VLN mithalten können, und die Verkehrsdichte gefühlt locker doppelt so hoch wie die der VLN ist.

Den Touristenfahrern kann man nur empfehlen die Zeiten ad acta zu legen - zu viele Risse im dünnen Eis.

Denn was ist besser: Touristenfahrten ohne Zeitnahme, oder gar keine Touristenfahrten?

Touristenfahrten | Rundenzeiten | Zeitnahme | BridgeToGantry |


Mittwoch, 12. Juli 2017

MSC Adenau Kart Jugend unter Lindner-Hotel Bewerbung.

Der MSC Adenau möchte der Familie Stuck in Sachen Schamlosigkeit nicht nachstehen und lässt die Kart Jugend unter “Lindner Hotel” Bewerbung ausrücken.

Adenau | Stuck | Lindner |


Montag, 22. August 2016

Schlechte Nachrichten vom Richter/Lindner Biggesee.

Das überrascht Euch jetzt sicher genauso wie mich: läuft nicht.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt!

Die beiden Möchtegerns haben auch ihre Firma umgenannt:

Lindner Investment Management GmbH präsentiert sich ab sofort unter dem Namen 12.18. Investment Management GmbH. Die 12. steht für Lindner, die 18. für Richter, den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern des Investmentunternehmens mit Sitz in Düsseldorf.

Dummerweise lautet die URL 12-18.com und 12 minus 18 sind minus 6. Die Spezialisten für´s Miese machen? Nomen est Omen.

Richter | Lindner | Biggesee | Attendorn |


Sonntag, 31. Juli 2016

Mikebericht: WEC 6h-Rennen Nürburgring.

Nach Spa und Le Mans durfte ich natürlich auch am Ring nicht fehlen, als die Langstrecke dort Station machte. Durch die Eifel Rallye musste ich mir die Zeitplanung etwas straffer gestalten - das hatte ich auch noch nie, dass ich an 1 Wochenende gleich bei 2 Veranstaltungen akkreditiert bin. Na, wollen wir uns mal nicht beschweren.

Die Fotos, die ich mitgebracht habe, könnt Ihr alle wieder durch Anklicken vergrößern.

Bei der WEC ist das immer so, dass man nur dann an der Strecke fotografieren darf, wenn man beim Fotografen-Briefing dabei war. Davon gab’s am Sonntag nur eins - und zwar um 8:30. Inklusive der Stunde Fahrzeit von Köln aus war ich also für einen Sonntag schon früh auf den Beinen.

Jeff Carter ist der Presse-Delegierte und auch wenn seine Einweisungen keine besonderen Neuigkeiten enthalten, so ist er doch immer sehr kurzweilig:

Eigentlich ist das auch in Ordnung so die Fotografen auf Spur zu bringen, für die Fahrer gibt es ja auch bei jedem Rennen ein Drivers Briefing.

Danach habe ich mir dann mal den Gridwalk angeschaut - das war ganz schön busy:

Wobei sich bei so mancher Tochter die Begeisterung doch eher in Grenzen hielt - im Vergleich zu den Vätern:

Das Ganze nennt sich zwar Autogrammstunde, aber heutzutage werden die Promis per Selfie erlegt:

Die Aktiven haben sich trotzdem die Finger wundgeschrieben:

Wenn man so durch die Boxengasse schlendert mit allem ihrem Prunk und Protz, dann fällt die Unterkunft der Feuerwehr durch ihre Bescheidenheit auf:

Hier ist Drew Gibson im Einsatz - seine Fotos finden sich hier und das Resultat meines Making-Off ist das hier:

Aber so richtig groß wurde das Gedränge bei Porsche:

Das war sogar so heftig, dass 2 Absperrzonen eingerichtet wurden: eine Gasse für die Autogrammjäger und eine um Fotos zu machen:

Das ist Strecki:

Er hat mir vor Jahren mal im Gegenzug für N-Aufkleber einen schicken Schlüsselanhänger geschenkt (Paracord selbstgemacht). Der mir so gut gefallen hat, dass er inzwischen zum Motorradschlüssel aufgestiegen ist. Ich wollte mich immer mal extra bedanken, aber wie das so ist mit Snailmail, man weiß nicht mehr, wer einem was geschickt hat. Da war ich sehr froh, dass er mich angequatscht hat … “Ich weiß nicht, ob Du Dich noch erinnerst …”. Und wie ich mich erinnere! Vielen Dank nochmal :)

Und weil die kleine Welt klein ist, kennt er den Typen, dessen Auto ich am Freitag vorher hier erwischt habe (Stephan Süsens, krasses Projekt!).

Hat mich auf jeden Fall sehr gefreut den Strecki mal kennengelernt zu haben, das lag mir nämlich schon lange auf der Seele. Quasi jedesmal, wenn ich das Motorrad gezündet habe.

Ein anderer Kämpfer, über den ich mich immer freue, wenn ich die WEC besuche, ist Pierre Kaffer:

Immer fokussiert und leicht kantig - sehr angenehm im Vergleich zu den weichgespülten Werksfahrern. Obwohl man sagen muss, dass es bei der WEC noch geht - bei anderen Serien sind die Maulkörbe größer. Schade für Pierre, das sein Team ByColles im Rennen leider ausgefallen ist.

Das ist das Alpine Straßenauto, dass es bis zur Marktreife schaffen soll:

Porsche ist jetzt im 5.Stock im TÜV Tower untergebracht - dort war vorher BMW. Die VIPs dort werden ordentlich verwöhnt, selbst Mark Webber gibt sich die Ehre:

Dann wurde es aber Zeit für mich, die Startaufstellung unsicher zu machen - es sind zwar nur 20 Minuten, aber man trifft immer ein paar Gesichter und allen ist die Anspannung anzumerken. Die Tribünen bei Start und Ziel sind zu diesem Zeitpunkt auch randvoll mit Zuschauern - dazu das gute Wetter - alles perfekt.

Audi Sport und Marcel Fässler:

René Rast:

Dominik Kraihamer:

Und hier noch ein paar mehr Schnappschüsse aus der Startaufstellung:

Es war auch schön Roelant de Waard und Wolfgang Kopplin wiederzusehen - das letzte Mal hatten wir uns in Le Mans getroffen:

Wolfgang hat sich dann die Kamera geschnappt und auch für mich ein Erinnerungsbild geschossen:

Mark Lieb hatte ich mal nach seiner Le Mans Rolex gefragt, aber die hat er zu Hause gelassen - käm’ wohl nicht zu gut an beim Sponsor Chopard:

Die Tribünen pickepackevoll:

… aber hier ist noch ein Platz frei!

Na? Erkannt?

Doch dann ging es los - Einführungsrunde und fliegender Start.

Die Fotofenster der ersten Kurve waren zum ersten Mal limitiert, nur 16 Leute bekamen Zugang. Aber nur für die ersten 3 Runden - also für die Startbilder.

Für mich war das jetzt kein Drama - ich habe mich innerhalb der Arena aufgehalten - dort hat man viele Möglichkeiten und entsprechend habe ich mich ausgetobt. Wieder einmal mit der zierlichen 100D und dem Kit-Teleobjektiv, allerdings diesmal was das 16–35 L Objektiv als Weitwinkel mit dabei.

Aber trotzdem: der Preis für die kleinste Kamera geht wieder mal an mich!

Die Action auf der Strecke war gut und dank Ringradio war ich auch gut informiert mit Olli und Lars auf dem Ohr. Die beiden haben einen Super Job gemacht - vor allem weil die WEC ja nur einmal im Jahr vor Ort ist.

Hier ein paar Eindrücke von der Strecke:

Zurück im Fahrerlager habe ich auch die Rennleitung gefunden - damit keiner zu schnell fährt:

Vom Boxendach kann man auch ganz gut Fotos machen, wobei der Ausschuss bei 1/40s entsprechend hoch ist:

Es gab noch eine Karte zuviel für den Sp(i)rit of Le Mans Club - die gehen normalerweise für 700 Tacken über die Theke:

Da habe ich dann auch Pierre Fillon - den ACO Präsidenten - beim Pokémonspielen erwischt:

Roelant de Waard war wieder voll in seinem Element. An der Rennstrecke fühlt sich der VP von Ford Europa richtig wohl, denn privat setzt er einen Radical RXC Turbo ein in der Supercar Challenge. Der wird befeuert von einem 3,7L V6 Ford-Motor - na das passt ja. Eine GSX-R 1100 hatte er früher übrigens auch - guter Mann.

Die Gewinner der GT AM:

Was DER Kinderkram soll, erschließt sich mir allerdings nicht ganz - Richter-Lindner-Style vom Feinsten:

Dafür habe ich den FWD Porsche gefunden, der mir auch schon in Le Mans über den Weg gelaufen ist:

Nach dem Rennen werden die Autos teilweise noch einmal gründlichst untersucht - und zwar nicht erst, wenn ein Mitstreiter Protest einlegt, sondern generell. Also so, wie man es normalerweise auch erwarten würde:

Ich bin dann noch um die Autos rumgeschlichen - auch im Parc Fermé - und habe ein paar Details der geschundenen Kämpfer eingesammelt:

Das wird jetzt eine Weile dauern, bis wir die WEC in Europa wiedersehen, denn den Rest der Saison geht es nach Mexiko, USA, Japan, China und Bahrain. Der ACO sorgt jedoch immer für einen guten Livestream und über die offizielle App lässt sich das prima zuhause am TV anschauen. Vor Ort ist es ja immer schwierig alle Details gut mitzubekommen. Von daher freue ich mich auch schon auf das ein oder andere Rennen von zuhause.

FIAWEC | Mikebericht |


Dienstag, 12. April 2016

Jöckel Hilgeland gestorben.

Hans-Jürgen Hilgeland ist einer der VLN-Gründer und bei vln.de gab es erst eine knappe Meldung - dann ein einfühlsamer Rückblick mit dem Menschen im Mittelpunkt. Allerdings ohne weitere Erklärungen zu der tragischen Art und Weise seines Todes.

Die kann man bei Wilhelm Hahne nachlesen: eine im Oktober 2015 im Rhein bei Duisburg gefundene Leiche wurde jetzt erst als Hans-Jürgen Hilgeland identifiziert.

Er hat sich sehr um den Motorsport verdient gemacht und im N-Forum war er sogar auch eine Weile aktiv und hat sich in seiner offiziellen Funktion den Diskussionen gestellt.

Wilhelm Hahne und die VLN loben seine Taten für den Motorsport.

In aktueller Erinnerung habe ich ihn jedoch, als der Nürburgring ihn dringend gebraucht hätte. In der Richter/Lindner Era hat er sich bereitwillig den beiden angedient, ist Otto Flimm im März 2011 bei einer Pressekonferenz im Dorint mächtig in die Parade gefahren (habe ich ungläubig live miterlebt) und hatte auch die dilettantischen Performance Days mit zu verantworten, als Motorsport und Straßenverkehr geradezu abenteuerlich durcheinander gewürfelt wurden. In letzter Sekunde erst wurde zur Überraschung der Teilnehmer das Ganze als Trackday mit Haftungsausschluss deklariert (auch das habe ich seinerzeit ungläubig live miterlebt).

So macht jeder seine eigenen Erfahrungen mit den Mitmenschen und am Ende bleibt der Eindruck, den man zu Lebzeiten gesammelt hat.

Jöckel | Hilgeland |


Freitag, 04. März 2016

Wie Konzerne den Protest managen - und die Parallelen zum Nürburgring.

Spannende Lektüre rund um das Thema Lobby-Arbeit. Beim Lesen werden viele Gemeinsamkeiten deutlich, mit denen auch wir Nordschleifen-Kämpfer konfrontiert sind und wir haben - leider - in der Vergangenheit uns oft genug mit den Praktiken auseinandersetzen dürfen.

Einige Auszüge:

Der Lobbyist Ron Duchin, ein Kollege der damaligen Nestlé-Berater, unterschied in einer Rede 1991 vier Typen von Aktivisten: Radikale, Idealisten, Opportunisten und Realisten. Das Ziel müsse sein, Radikale zu isolieren, Idealisten zu Realisten machen und die Realisten zur Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu bewegen („co-opt the realists into agreeing with industry“) – die Opportunisten würden dann folgen.

Könnt Ihr Euch ja mal selber fragen, zu welcher dieser Gruppen Ihr gehört und wie man versucht, Euren Willen zu brechen.

Astroturf:

Es handelte sich also nicht um eine echte Bürgerinitiative, sondern um eine künstliche Initiative, die mit dem Begriff Astroturf beschrieben werden kann. „Astroturf“ ist eigentlich ein Markenname für Kunstrasen und bezeichnet die Imitation von Grassroot-Initiativen. Astroturf soll wie Graswurzeln, also Bürgerbewegungen von unten aussehen, ist aber künstlich.

Da fällt mir spontan die Freunde-des-Nürburgring Truppe ein, die von Hendrik Hering inszeniert wurde und immer noch aktiv ist.

Dialogfalle:

Die KritikerInnen werden beschäftigt, so dass sie für ihren Protest auf der Straße weniger Zeit haben. Sie müssen sich mit den Dialogangeboten auseinandersetzen und lassen sich dadurch mitunter spalten – in die, die mitreden, und die, die es nicht tun. Das Unternehmen gibt sich modern, offen und dialogbereit, was gerade auch in der Medienöffentlichkeit gut ankommt. Wer nicht am Dialog teilnehmen will, wird hingegen schnell als Verweigerer abgestempelt. Eine Dialogfalle schnappt regel- mäßig dann zu, wenn ergebnislose Gespräche hinter verschlossenen Türen geführt werden, um eine öffentliche Konfrontation zu umgehen und die Protestbewegung zu schwächen.

Nürburgring Beispiele? Jede Menge Runder Tische in Adenau, in Nürburg, am Ring - alle mit viel Aufwand, aber ohne Ergebnis - oder die Fan Diskussion mit Richter / Lindner, die damit die Communities umarmen und die Kritiker spalten wollten. Oder - ziemlich genau 1 Jahr her - als Malu Dreyer einen Termin mit Sabine und Christian hatte - Ihr erinnert Euch. Ganz großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes, denn Malu Dreyer hat sich als erstklassige Schauspielerin herausgestellt. Hat den Aktivisten die Zeit gestohlen und ihnen Hoffnung gemacht, während sie in Wirklichkeit auf einer komplett anderen Agenda unterwegs war, um später mit Sigmar Gabriel den Joaquin Almundia weichzuklopfen für den Verkauf an Capricorn.

Wollen wir bei der Übersicht aber nicht das peinlichste Beispiel vergessen, das Stefanie Hohn von der NAG seinerzeit krampfhaft als ganz normale PR Kampagne verkaufen wollte: der LOVE THE RING Aufkleber als Offensive gegen den SAVE THE RING Erfolg. Das war wirklich unterirdisch.

Trotzdem: alle diese Maßnahmen haben uns beschäftigt, verunsichert und aufgehalten. Man darf nie vergessen, dass gewaltige wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, denen unsere eher ethisch basierten Beweggründe völlig egal sind.

Doch mit ein wenig Detektivarbeit sind alle diese inszenierten Propaganda-Aktionen durchschaubar und verlieren, wenn sie schnell enttarnt werden, auch schnell ihre Wirkung.

Lobby | Astroturf | Dialogfalle | Protest |


Sonntag, 28. Februar 2016

Die Politik täuscht - tarnt - trickst weiter mit allen Mitteln.

Die SPD macht ein Riesenfass auf, dass sie so transparent seien und die Bürger einbinden. Das unwürdige Schauspiel geht sogar so weit, dass einen #FragMalu Hashtag verwenden und die ZEIT das sogar noch unterstützt.

Dabei liegen die Fragen auf der Hand und werden von den Verantwortlichen wegignoriert. Was denen nicht einfach fällt, die müssen sich mächtig anstrengen.

Wie zum Beispiel hier - auch wieder Wilhelm Hahne - der die kürzlich vorgestellte 2014er Bilanz des Lindner Hotels zum Anlass nimmt noch einmal gezielt nachzufragen.

Fast 30 Mio. nicht gedeckter Fehlbetrag - wie erklärt sich das? Warum gab es nie einen Sanierungsplan für die Nürburgring GmbH Insolvenz? Wieso tut die Regierung immer so, als hätte sie keinen Einfluss auf die Abläufe, dabei handelt es sich doch um eine Insolvenz in Eigenverwaltung?

Und ganz generell könnte man auch einfach die Frage stellen, wieso Politiker einfach nie Verantwortung übernehmen, wenn sie den Karren übelst in den Dreck gesetzt haben. Also außer zu sagen: tut mir leid?

Dreyer | Beck | Ringverkauf | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Samstag, 31. Oktober 2015

Übrig Ns vom Samstag.

Guy Martin hat ein Buch geschrieben: When You Dead, You Dead.

Valentino Rossi hat dann mal Einspruch eingelegt.

Am Wochenende ist wieder WEC und die Audikutscher haben diesen netten Clip mitgebracht.

Die Chance stehen nicht schlecht, dass Juan Pablo Montoya für Porsche in Le Mans startet.

Darren Cox verlässt Nissan nach 18 Jahren.

Für Rock nicht am Ring ist der Vorverkauf gestartet worden - ab 170€ ist man am 3.–5.Juni 2016 mit dabei. Nicht am Ring, da hat man Lieberberg mit maximaler Arroganz den Stinkefinger gezeigt - sondern In Mendig, wo man die Veranstaltung mit offenen Armen empfängt.

Der getarnte Regierungssprecher Dietmar Brück hat in seiner Rhein-Zeitung wieder mal einen Jubelartikel untergebracht - zum Glück gibt es Wilhelm Hahne, der die Alles-super-Alles-toll-Märchen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Von Jörg Lindner haben wir lange nichts mehr gehört. Wie wäre es mit einer Insolvenz eines seiner Medico Fonds?

Schwer verdaulicher Lesestoff zur Deutschen Bank - die kennen wir ja auch aus dem unrühmlichen Nürburgring Verkaufsversuch. Ein paar Einblicke hinter die Kulissen, wie die Vorstände da so ticken.

Der Börsengang von Ferrari hat einige Details das Licht der Welt erblicken lassen: die Einkünfte von Sponsoring, Merchandising und Licensing liegen in der Region von $473m pro Jahr - quasi ein Formel 1 Programm für umsonst.

GuyMartin | Rossi | Montoya | RockAmRing | DarrenCox | Medico | Ferrari | DeutscheBank |


Sonntag, 27. September 2015

Trümmerfeld, nachdem Hubrauber den Lindnerhotel Landeplatz benutzt.

Gerade eben bei der DTM passiert:

Hier sind noch mehr Bilder. Hatten wohl Riesen-Schwein, dass keiner verletzt wurde. Mich wundert, dass das überhaupt so lange gehalten hat.

UPDATE:

Hier gibt es noch Infos. (Achtung, Link geht zu BILD.)

UPDATE:

Der Hubschrauber blieb unbeschädigt.

Lindner | LindnerHotel | Hubschrauber | Fassade | Erlebnisgrab |


Sonntag, 19. Juli 2015

Eveline Lemke vor 4 Jahren beim F1 Grand Prix.

Die damals relativ frisch ernannte Wirtschaftsministerin hat die SAVE THE RING Demonstranten motiviert und ihre Unterstützung zugesagt - nur um am Ende des Protestmarsches Arm in Arm mit Jörg Lindner ihr doppeltes Spiel offenzulegen.

Selbst heute - 4 Jahre danach - fällt es schwer zu akzeptieren, so hinter’s Licht geführt worden zu sein.

Formel 1 GP 2011 am 24.Juli um 12:30 Uhr:

(Klick! für gross.)

Dass sie heute nichts mehr mit dem Ring zu tun haben will, nachdem sie vor ihrer Wahl eigentlich nichts anderes gemacht hat, fügt sich passend in’s Bild.

Lemke | Formel1 | JörgLindner | SaveTheRing |


Samstag, 04. April 2015

Dreyer´s Demokratieverständnis: weglächeln oder weglöschen.

Erinert Ihr Euch noch, wie Hendrik Hering an Sylvester großflächig Facebook-Kommentare gelöscht hat?

Maria Luise Dreyer zieht das jetzt auch durch - diemal also Ostern.

Ihr Frohes Ostern konnte ich - wie viele andere auch - nicht kommentiert stehenlassen und habe ihr geraten die Feiertage zur Besinnung zu nutzen, um danach die Korrektur für die Katastrophen am Nürburgring in Angriff zu nehmen.

Ihre Reaktion: Kommentar gelöscht und Mike gesperrt.

So einfach geht das: weglächeln - oder weglöschen. Gelebte Demokratie Made in Rheinland-Pfalz!

Könnt Ihr gerne mal selber probieren - Eifel reicht wahrscheinlich schon, damit die rote Furie zuschlägt.

Gleichgesinnte findet Ihr danach hier.

Damit sieht meine Liste an Facebooksperrungen so aus:

Illustre Runde!

Tags: Dreyer | Facebook | Ostern | Demokratie | Zensur |


Mittwoch, 01. April 2015

Realitätsabgleich der Dreyer´schen Traumwelt.

“Der Region geht es wirtschaftlich gut” meinte die Frau Dreyer im Interview kürzlich.

Grund genug für Frank Hirsekorn den Faktencheck zu machen:

“Dreyers Aussage dass es der Region um den Nürburgring gut geht entbehrt nicht nur jeglicher Evidenz, die Daten belegen dass genau das Gegenteil davon der Fall ist. Die gemachte Aussage kann somit wohlwollend als haltloses Politikergewäsch bezeichnet werden oder was wahrscheinlicher ist als eine weitere Lüge gegenüber der Öffentlichkeit.”

Das sagt er nicht einfach so daher - wie Frau Dreyer es macht - sondern er belegt es mit Auslastungszahlen, die vom Statistischen Landesamt veröffentlicht werden.

Man kann es ja mal versuchen!

(Jörg Lindner habe ich so auch schonmal einen Zahn gezogen.)

Tags: Dreyer | Hirsekorn | AltesForsthaus | Landesamt | Übernachtungzahlen |


Donnerstag, 22. Januar 2015

Der Nürburgring ist Dirk Metzner los.

Hoteldirektor Dirk Metzner, der mir beim VLN so gerne eine vor die 12 hauen wollte - weil ich seinen Kaffee abgelehnt habe, ist endlich abgehauen. Die schlechte Nachricht: nach Köln.

Immerhin kann der Nürburgring aufatmen vor dem Möchtegernlustig mit den cholerischen Anfällen.

Tags: Hoteldirektor | DirkMetzner | Lindner |


Montag, 19. Januar 2015

Ex-Bürgermeister Hilleke vom Biggesee macht Karriere.

Erinnert Ihr Euch noch an Wolfgang Hilleke? Der damals in Attendorn das Richter-Lindner-Biggesee Projekt so wohlwollend durchgewunken hat? Den sie dann als Bürgermeister bei der nächsten Wahl rausgekantet haben?

Ratet mal, wo der jetzt angestellt ist. Kommt Ihr nie drauf:

“Attendorns ehemaliger Bürgermeister Wolfgang Hilleke hat eine neue Aufgabe gefunden. Ein gutes halbes Jahr nach seiner Abwahl im Mai 2014 wechselt er in die Geschäftsleitung des Düsseldorfer Unternehmens LIM (Lindner Investment Management GmbH).”

Steht in einem unglaublich unkritischen Artikel der Westfalenpost (Printausgabe) von heute. Kein Wort über die damals so geschmeidige Geschäftsanbahnung für Richter/Linder am Biggesee.

(Danke für den Artikel Steffen.)

UPDATE:

Gibt’s auch Online.

Tags: Hilleke | Attendorn | KaiRichter | JörgLindner | Biggesee |


Dienstag, 13. Januar 2015

Johannes Stuck versteht die Welt nicht mehr.

Was haben denn auf einmal alle gegen seinen tollen Papa Strietzel Stuck?

Auf Facebook (bzw. für die FB Verweigerer hier als Text kopiert):

“Das Thema dieses Beitrags ist die angespannte Situation rund um den Nürburgring, da wir besonders viele Nachrichten und Beiträge in diesem Zusammenhang erhalten. Viele dieser Nachrichten und Beiträge kritisieren uns persönlich und besonders meinen Vater Strietzel Stuck in Bezug auf ein mangelhaftes Engagement für die Rettung des Nürburgrings.”

Soweit stimme ich da ja noch zu, aber dann wird’s ziemlich haarsträubend:

“(..) nur sehr wenig Zeit geblieben ist, mich mit der Thematik und den aktuellen Geschehnissen zu beschäftigen und somit wäre jeder Kommentar unfundiert und ”Klugscheisserei“.”

“(..) Fakt ist jedoch, dass es keinem gelungen ist diese Rennstrecke profitabel und wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben.”

Das ist gelinde gesagt Bullshit. Dazu reicht ein Blick in die historischen Bilanzen. Ohne F1 Zuschüsse und Kafitz Experimente war die Nürburgring GmbH ein gesundes und profitables Unternehmen.

“Ich kann mir leider kein Szenario vorstellen und mir wurde auch noch nie eines vorgelegt, welches den Fortbestand des Nürburgrings sichert (..)”

Noch so ein nächste Klopper.

“(..) Das Schicksal des Nürburgrings liegt aus meiner Sicht nicht alleine in den Händen des nächsten Betreibers, sondern in den Händen der Macher des Motorsports, um die Ränge wieder zu füllen und die Begeisterung für den Motorsport wieder aufleben zu lassen.”

Dieser Zusammenhang erklärt sich mir nicht - der Nürburgring ist ausgebucht!

“Ich freue mich wirklich, wenn Ihr Eure Meinung und Gedanken teilt, mich und meine Ansichten kritisiert, ergänzt oder teilt, (..)”

Na aber immer doch! :)

Ohne das Beck°Werk und Aussaugen durch Richter/Lindner - unterstützt von den Stucks! - wäre der Ring gesund und munter wie eh und je.

“Zum Schluss möchte ich jetzt noch eine Lanze für meinen Vater brechen, der sich dessen sehr bewusst ist, was er dem Sport und der Nordschleife zu verdanken hat und nach bestem Wissen und Gewissen handelt. Um Prozesse anzuschieben und Missstände zu ändern zählt nicht die Lautstärke der Botschaft, sondern der Inhalt!”

Jau.

Hier mal ein Beispiel von bestem Wissen und Gewissen. Und hier, und hier, und hier, und hier, und hier, …

Tags: Stuck | Strietzel | Ringverkauf |


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

Tags: KafitzDeubel | InsolvenzRingverkauf |


Sonntag, 07. Dezember 2014

Strietzel Stuck kaum zum Aushalten.

Hans-Joachim Stuck - Ihr wisst schon, das ist der, der beim 24h-Rennen auf einem Richter-Lindner-Lamborghini gefahren ist und zum Dank die beiden in der F1 Live-Übertragung als “tüchtige Unternehmer” beschrieben hat - möchte mal eben die Nürburgring-Geschichte umschreiben.

Auf die Frage in seinem Gästebuch (Link/Screenshot), warum er sich nicht für die Nordschleife stark macht:

“(..) Sie können aber sicher sein dass ich an vielen Lösungsvorschlägen aktiv mitgearbeitet habe und auch weiterhin mitarbeiten werde. (..)”

Stimmt:

Wir sind an Dreistigkeit ja schon viel gewohnt von unseren Politikern, aber Strietzel setzt da ganz entspannt noch einen obendrauf.

Im Januar hatte er sich zu dem Thema schonmal geäußert:

wir hätten ja alle keine Ahnung.

Tags: Stuck | StrietzelRingverkauf |


Samstag, 29. November 2014

Mikebericht von SWR4 Klartext in Adenau.

Gestern - am Donnerstag - gab es eine Live Radiosendung von SWR4 unter dem Titel Klartext.

Ich hatte im Vorfeld kein gutes Gefühl, denn wir hatten vor 18 Monaten diese Sendung schon einmal - damals in Nürburg - und das war eine sehr peinliche Geschichte.

Um es vorwegzunehmen: diesmal war es eine gute Veranstaltung. Moderator Thomas Meyer hat zwar - wie auch in der 1.Ausgabe - deutlich Partei ergriffen, aber es war so offensichtlich, dass es jedem bewusst wurde. Quasi eine gute Schulung zur Meinungsbildung! Denn normalerweise kommen solche Beeinflussungen viel subtiler daher.

Wilhelm Hahne und Christian Menzel haben einen ganz starken Job gemacht auf dem Podium, während die Vertreter von SPD (Marc Ruland) und Grünen (Nils Wichmann) sich bis auf die Knochen blamiert haben.

Von der CDU war Alexander Licht gekommen - die Opposition hat es in RLP wirklich nicht einfach, aber er hat sich nicht provozieren lassen und ist sachlich mit der Diskussion umgegangen.

Hier könnt Ihr Euch die 2 Stunden komplett anhören:

youtu.be/iAmyK_3Alxo

UPDATE:

Hier auch der Link zur SWR Mediathek inklusive Video.

Ich bin dankbar, dass ich auch zu Wort kommen durfte. Das ist keine Selbstverständlichkeit, immerhin hat man mir den Vorzug gegeben vor den Nisiussen und Sattlers dieser Welt. Bei 1h 24:55 geht’s los, wer will kann über diesen Link direkt dort hinspringen bzw. hier direkt anschauen:

youtu.be/_LBaP-pS2Fs

Die Halle in Adenau war gut …

… und schwergewichtig ;) besucht:

Das Moderatorenteam Steffi Lingscheidt und Thomas Meyer:

Das ist Marc Ratlos Ruhland aus Andernach. Seine Gesichtsfarbe war ziemlich schnell ziemlich weiß und er hatte ein Dauerabo auf am-liebsten-im-Erdboden-versinken:

Zwischendrin hat er immer wieder in seinen Notizen gekritzelt - aber das ändert alles nichts an seinem Totalausfall.

Jetzt könnte man sagen: och, der arme Kerl. Voll ausgenutzt von den SPD Hyänen, haben ihn der Meute zum Frass vorgeworfen.

Auf der anderen Seite möchte ich aber zu bedenken geben: dieser Junge Mann Mensch ist MdL - bei 101 Abgeordneten und 4 Mio RLP’ern vertritt er sage und schreibe 40.000 Leute. Das ist 3x die VG Adenau. Also bitte kein Mitleid - bei soviel Verantwortung sind Könner gefragt und keine Loser.

Obwohl das Ganze ab und zu auch seine komischen Momente hatte:

Der Ernst der Lage war aber allen klar - Christian’s Schild hat die letzten Zweifel ausgeräumt:

Bei Uli Adams muss ich sagen: Respekt! Das hätte ich nicht erwartet: klare Ansage von dem RZ-Mann aus der lokalen AW Redaktion, hat passend zum Abend tatsächlich Klartext geredet.

Da stellt sich für mich dann zwangsläufig die Frage: warum liest man solche Töne nicht in der Rhein-Zeitung?

Auch Hanna Breuer verdient Respekt: morgens eine Elbogen-Operation über sich ergehen lassen und abends die Nordschleife verteidigt!

Wilhelm Hahne hat dann - zur Überraschung des Moderators - unsere sogenannte Demokratie in Frage gestellt:

Ihr könnt das auch nochmal genauer in seinem Eintrag von heute nachlesen.

Ich weiß aus Gesprächen, dass es inzwischen vielen Leuten genauso geht wie mir: das Vertrauen in die Politik ist komplett aufgebraucht. Die Erwartungshaltung ist inzwischen so weit, dass man von Vorteilsnahme und Verbrechern ausgeht und eher überrascht ist, wenn man mal eine fähige Person in der Politik trifft. So weit sind wir schon.

Die Fraktion “Begossene Pudel” durfte nicht fehlen, hier in Gestalt der Bürgermeister Hoffmann (Stadt Adenau) und Nisius (VG Adenau):

Einmal kam während der Sendung das abgegriffene “Jatzt muss doch mal Ruhe einkehren” zur Sprache und die beiden waren unterstützt von Peter Nett tatsächlich die Einzigen, die zum Klatschen angesetzt haben. Was sie dann natürlich schnell wieder sein gelassen haben, als keiner mitklatschen wollte.

Das war für mich so ein Schlüsselmoment, dass ein Umbruch stattgefunden haben könnte. Ich bleib mal vorsichtshalber im Konjunktiv. Aber wenn jetzt die Adenauer ihren Kommunalpolitikern klarmachen, dass sie gefälligst zu kämpfen haben, statt sich mit Milliardären zu treffen oder aus Ja zum Nürburgring auszutreten, dann wäre das zwar spät, aber trotzdem erfreulich.

Hintergangen von den Politikern war es dann wieder am Volk die Stimme zu erheben, Dieter Weidenbrück zum Beispiel, der das Thema Stiftungsmodell in’s rechte Licht gerückt hat.

Mein persönliches Highlight war gegen Ende Alexander Kraß, der den taumelnden Marc Ruland endgültig k.o. knockte. Die Vorgeschichte war, dass Christian Menzel ihm eine glatte 6 gegeben hat für die moralischen Abgründe, die seine SPD vorführt und Marc Ruland meinte entgegnen zu müssen, dass es ihm nicht zustehe Noten zu verteilen. 90 Minuten später stellt sich der Alex als Lehrer vor - legitimiert Noten zu verteilen - und vergibt hochoffiziell die glatte 6 noch einmal. Da war der Saal am Toben - man freut sich inzwischen über jede noch so kleine Genugtuung.

Dieser Marc Ruland übrigens, der Christian Menzel das Recht absprechen will über ihn nach Noten zu urteilen, studiert seit 12 Jahren. In Worten: zwölf. Das sind 24 Semester. Kann man auf seiner Homepage nachlesen. Zitat: “Uni Bonn, Abschluss avisiert”.

Keine weiteren Fragen.

Dank Social Media gibt es natürlich schon jede Menge Rückmeldungen, z.B. diesen lesenswerten hier von Christoph Brune oder die Kommentare bei WsN.

Nach meinem Auftritt meinte ein Ur-Eifler zu mir: “Sie haben mir voll aus der Seele gesprochen - vielen Dank dafür!“ Da war ich sehr gerührt und dankbar für die Rückendeckung, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Bisher fühlte ich mich eher so wie der Revoluzzer, den man besser zurückpfeift, statt ihn zu unterstützen. Also in Adenau jetzt, nicht in Nürburg.

Als die Sendung vorbei war habe ich mich zu diesem Statement hinreissen lassen:

“Was man einmal einem Eifeler antut, das merkt der sich für’s ganze Leben.”

… das ich aber auch wirklich so meine. Wenn ich die gestrige Veranstaltung mit meinem bisher einzigen anderen Besuch in der Hocheifelhalle vergleiche - nämlich Hendrik Hering’s Vorstellung des Richter-Lindner-Vertrages im März 2010 - dann war da gestern doch einiges mehr an Stimmung. Und das wird noch mehr Stimmung, wenn die Folgen des katastrophalen Ringverkaufs bei den Leuten ankommen. Und das werden sie.

Occupy Nordschleife empfiehlt Malu Dreyer schonmal den Helm anzuziehen, denn der Widerstand nimmt Fahrt auf.

Tags: SWR4 | KlartextHocheifelhalle | Ringverkauf |


Sonntag, 23. November 2014

SWR 4 Klartext wieder am Ring.

Die glauben anscheinend wir hätten das Schauspiel vor 18 Monaten schon vergessen (damaliger Mikebericht und kompletter Mitschnitt).

Am meisten hat mich damals geärgert, wie sie Otto Flimm abserviert haben und wie die Moderatoren statt neutral zu begleiten die Diskussion massiv beeinflusst haben.

Die neue Sendung ist für nächsten Donnerstag geplant (27.Nov, 19–21 Uhr, Adenau Hocheifelhalle).

Das Podium lässt leider wenig hoffen: 3 x Politiker und der Axel Heinemann. Die SPD hatte zuerst Carsten Pörksen geschickt, aber der hat wohl zuviel Schiss vor den Versprengten. Jetzt kommt für ihn Marc Ruland - komplett unbedarft was den Ring angeht und auch aus Andernach wie Clemens Hoch.

Leider niemand, der die Bevölkerung, die Anwohner, die Unternehmer, die Sportler und Rennfahrer, die Veranstalter, die Historiker, die Anhänger der Nordschleife, die Gegner des Verkaufes oder andere Betroffene vertreten dürfte.

Ich werde trotzdem da sein und versuchen ausreichend Redezeit zu bekommen und es wäre natürlich gut, wenn der Verkaufsprotest gut hörbar vertreten ist - das ist eine Radio Livesendung.

Die laufen dann wieder mit Mikrofon rum und dann “darf man Fragen stellen”. Nur damit die Rollenverteilung schonmal vorab geklärt ist - das an sich ist ja Frechheit genug.

So soll unsere Lautstärke kleingehalten werden. Hendrik Hering hat es längst nicht mehr nötig, irgendeinen Dialog einzugehen - da wird dann auf Facebook großzügig gesperrt. Das kann der Landesverband der SPD inzwischen auch ganz gut, sperrt Kritiker einfach aus. Oder lässt die Polizei auffahren, wenn man ihnen zu nahe auf die Pelle rückt.

Wenn wir uns diesen Umgang gefallen lassen, dann haben wir es auch nicht besser verdient. Ich warte ja noch auf den Tag, wenn Adenau geschlossen auf den Putz haut. Aber der Guido Nisius trifft sich lieber mit dem Milliardär Chartonin, damit kein Zweifel an seiner Demut aufkommt.

Manchmal habe ich den Eindruck, die VG Adenau sehnt sich den Feudalismus aus dem Mittelalter zurück - die Zeichen dafür stehen aktuell ganz gut.

Das letzte Mal in der Hocheifelhalle war ich übrigens an jenem traurigen Tag, als Hendrik Hering versucht hat, die Richter-Lindner-Verpachtung zu verkaufen.

Tags: Klartext | SWRKlartext | Hocheifelhalle |


Freitag, 31. Oktober 2014

Lass sie doch erstmal machen!

Dieser Satz wird in die traurige Nürburgring-Geschichte eingehen, wie kein anderer. Er wird vorzugsweise von den Leuten benutzt, die zu bequem sind sich zu engagieren und damit gegenüber sich und anderen rechtfertigen zu können, die Hände in den Schoß zu legen.

  • Als Kafitz seine hochtrabenden Pläne zum Freizeitpark vorstellte: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Bagger anrückten und den Ring auf links gedreht haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Begriffe “Eifeldorf” und “Grüne Hölle” vereinnahmt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Richter/Lindner die neuen Pächter wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Kastelruther Spatzen als Musikhighlight präsentiert wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Insolvenzverwalter das Ruder übernommen haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Capricorn/Getspeed als neue Eigentümer vorgestellt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Und sogar jetzt - ein russischer Oligarch: … naja, Ihr wisst schon.

Ich hab sie nicht machen lassen und mir manches Mal die Finger verbrannt. Sie waren sich nichtmal zu schade mich vor den Kadi zu schleppen, um mich zu beeindrucken.

Ich kenne den Ring - und Ihr kennt ihn auch - wir wissen schon selber, was ihm guttut und was nicht. Es lohnt sich zu kämpfen und auch wenn sich Abgründe aufgetan haben - ich habe auch viele ehrenwerte Menschen kennen und schätzen gelernt, an deren Seite es sich lohnt zu kämpfen. Zu kämpfen gegen die Vergewaltigung unseres geliebten Asphalts - aber immer mehr auch gegen das System, für das das gemeine Volk nur noch unbequemer Gegner zu sein scheint.

Mit RLP haben wir es besonders schlimm erwischt, der Schein der Demokratie kann nur noch mit Ach und Krach und viel Propaganda made in Mainz aufrechterhalten werden. Doch es gibt keinen Grund aufzugeben. Jetzt heißt es erst recht die Reihen zu schließen und den Mainzer-Möchtegern-Monarchen amtlich den Allerwertesten aufzureissen.

Wir sind zwar nur das gemeine Volk, aber wenn wir wollen sind wir Viele und wir können verdammt unbequem werden. Empört Euch, seid laut, frech - kämpft gegen die Propaganda mit allen Mitteln, die Euch zur Verfügung stehen!

Wir werden verarscht nach Strich und Faden und wir haben allen Grund der Welt wütend und zornig zu sein.

Und wir können jederzeit stolz in den Spiegel schauen, denn wir lassen sie eben NICHT erstmal machen!

15.November: Mainz! #Mainz15Nov


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der traurigste aller Nordschleifen-Rekorde.

Der Verkehr bei den Touristenfahrten wird immer dichter und die Geschwindigkeiten immer schneller. Richter/Lindner haben die Profitmaximierung eingeleitet zu Lasten der mühsam erarbeiteten Sicherheitsmargen.

Ergebnis:

“Die Polizei befürchtet in diesem Jahr einen neuen Unfallrekord am Nürburgring. Bis jetzt hat die Dienststelle in Adenau schon 120 Unfälle aufgenommen. Vor drei Jahren waren es im ganzen Jahr nur sechs mehr.”

Na DAMIT konnte ja wirklich niemand rechnen.

Eines sollten allen klar sein: sind die Touristenfahrten erst einmal weg, bringt sie keiner mehr zurück.

Tag: Touristenfahrten


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Jede Menge Versprechungen.

So haben Kai Richter und Jörg Lindner am Nürburgring auch mal um die Wette gegrinst und Versprechungen gemacht. Jetzt liegt alles in Trümmern.

Tags: KaiRichterJörgLindnerFleesensee


Mittwoch, 08. Oktober 2014

Das Richter/Lindner Duo ist wieder da.

Zum Glück weit weg.

Der Bürgermeister vor Ort “hofft jetzt, dass die neuen Eigentümer nicht nur verwalten, sondern auch investieren.”

Hahaha, der war gut! Wie wär’s mit Auspressen wie eine Zitrone?

Tags: KaiRichter | JörgLindnerFleesensee | GöhrenLebbin |


Mittwoch, 01. Oktober 2014

EU Kommission segnet Nürburgring- und Nordschleifen-Verkauf ab.

Jetzt hat es Almunia also doch geschafft, als eine seiner letzten Amtsaktionen den Ringverkauf durchzuboxen:

Die Kommission stellte fest, dass das Verfahren offen, transparent und diskriminierungsfrei war und die Veräußerung zum Marktwert erfolgte.

Immerhin haben sie nicht geschrieben: Die Kommission hat geprüft, dass …, weil dann wären sie zu einem anderen Schluss gekommen. So haben sie einfach nur die Darstellungen der Verkaufsbeauftragten Lieser & Schmidt übernommen, aus denen sie das dann festgestellt haben.

Erstaunlich, dass die wirtschaftliche Kontinuität explizit ausgeschlossen wurde:

Dabei legt die Kommission unter anderem folgende Indikatoren zugrunde: Gegenstand der Veräußerung (Aktiva und Passiva, Fortbestand der Belegschaft, gebündelte Aktiva), Kaufpreis, Identität des/der Erwerber(s), Zeitpunkt der Veräußerung und die ökonomische Folgerichtigkeit der Transaktion. Im Falle des Nürburgrings bestand offenbar keine wirtschaftliche Kontinuität.

Doch, das ist doch genau das Problem.

Die EU hat das Unmögliche möglich gemacht und den Weg geebnet, dass zum ersten Mal seit ihrer fast 90-jährigen Geschichte die Nordschleife in Privatbesitz verschoben wird. Volksenteignung vom Feinsten und ein sehr trauriger Tag für alle Nordschleifen-Freunde.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Kaufpreis gezahlt wird. Obwohl - da lässt sich bestimmt noch was machen - bzw. justieren, wenn es klemmt. Und ob es klemmt!

Das werdet Ihr so übrigens nirgendwo in den Nachrichten zu hören bekommen, dass weltweit einmaliges Kulturgut in Privathand verscherbelt wird. Man weiss ja, was sich gehört. So werden wir Zeuge, wie das heutzutage läuft: die Regierung will nichts weiter als die liebgewonnene Macht erhalten, was mit dem Nürburgring passiert, ist ihr völlig egal.

In Mainz finden sie deshalb den Verkauf auch total super, die Region könne aufatmen und man hätte Planungssicherheit.

Malu Dreyer:

Am Nürburgring können wir den Weg, den wir beschritten haben, weitergehen und das ist auch ein gutes Zeichen für die Region.

Auch mit meinem Kommentar Richtung Doktortitelsammler Schmidt hier habe ich richtig gelegen.

Gestern im Interview:

"Tatsache ist, dass die unterlegenen Bieter bei uns angefragt haben, ob man ein Gespräch führen könnte, um ihnen die Gelegenheit zu geben, noch einmal ihre rechtliche Position darzulegen. (..) Herr Lieser ist hingefahren und hat sich die Positionen angehört. Punkt - und das war’s. (..) Aber das war auch der einzige Grund, warum Herr Lieser hingefahren ist.

(Hervorhebung von mir.)

Heute in der Rhein-Zeitung von Regierungsprecher Redakteur Brück:

H.I.G. und Nexovation lassen indes durchblicken, dass sie den Eindruck hatten, es sei bereits nach einem Nachfolge-Käufer gesucht worden.

Genauso ist es gewesen, sie haben nach Möglichkeiten gesucht, wie HIG oder Nexovation in den Capricornvertrag eintreten könnten. Und der Herr Schmidt - der immerhin einen öffentlichen Auftrag erfüllt! - streitet es ab. Allein dafür sollte er schon zur Rechenschaft gezogen werden.

Warum diese Klimmzüge? Weil Capricorn protegiert ist. So wie es Richter/Lindner waren. Wir werden nicht erleben, dass die 25 Millionen Euro Vertragsstrafe fällig werden.

Die Region tut mir sehr leid. Ich prophezeie ein großes Tal der Tränen - dafür muss man kein Hellseher sein, sondern einfach nur 1+1 zusammenzählen. Mit was für Bandagen gekämpft werden wird, kann man heute schon sehen: Das Kai-Richter-Gedenk-Festival “Grüne Hölle” wurde gegenüber Rock am Ring in Mendig um eine Woche vorverlegt:

Unser Hauptinteresse gilt den Fans. Wir möchten, dass sie eine tolle Zeit und viel Spaß mit den coolen Bands am Nürburgring erleben.

Mein Gott, das tut echt weh, für wie doof die einen halten.

Lest Euch mal den Text durch und ersetzt “Festival” bzw. “Konzert” durch “24h-Rennen”, dann könnt Ihr erahnen, was in Zukunft passiert.

Der Zeitpunkt, das ausgerechnet heute bekanntzugeben, ist natürlich kein Zufall. Schön abgelenkt durch die EU Nachrichten wurde das noch schnell untergeschoben. Und so hat Robert Wild noch vor ein paar Tagen getönt.

Der Nürburgring ist übrigens nicht das einzige faule Ei, das Almunia und die scheidende Kommission (gilt noch bis Ende Oktober) durchgeschleust hat.

Auch wenn wir verschaukelt werden dass es kracht, sollten wir nicht resignieren. Es kommen auch wieder bessere Tage, aber ich fürchte erstmal geht es ziemlich bitter bergab.

Tags: AlmuniaEUKommission | Ringverkauf | Capricorn |


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Freitag, 05. September 2014

Kai Richter ist jetzt auf Facebook.

Seiner Mediinvest hat er eine neue Homepage verpasst und da darf Social Media nicht fehlen. Allerdings steht in der Projektliste kein Nürburgring mehr drin.

Neu ist das neue Luxusresort und Hideaway auf Ibiza, das dieses Jahr Lindner gekauft habe. Ich kann mir auch schon denken von welchem Geld.

Was machen eigentlich die Ermittlungen gegen Kai Richter? Im August 2012: "Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen."

Tags: KaiRichter | MediinvestLindner |


Dienstag, 29. Juli 2014

Die Lindner Hotels heissen nicht mehr Lindner Hotel.

Das ist die gute Nachricht.

Die Schlechte: Capricorn hat einen 3-Jahresvertrag zum Betrieb der Hotels und des Ferienparks abgeschlossen … mit Lindner.

Bei der Rock am Ring Nummer konnte man ja mit viel Wohlwollen noch an einen Ausrutscher glauben, das geht jetzt auch nicht mehr.

Eigentlich ändert sich sonst garnichts, denn so einen Managementvertrag hatte Lindner für diese Häuser vorher wohl auch schon.

Dass die “capricorn NÜRBURGRING GmbH (CNG)” aber munter langfristige Verträge macht, das überrascht mich schon. Was passiert, wenn die EU den Verkaufsprozess kippt? Ausstiegsklausel oder Schadensersatz durch den Steuerzahler?

Tags: LindnerCapricornManagementvertrag |


Mittwoch, 16. Juli 2014

Formel 1: Nächstes Wochenende kann Kurt Beck wieder seine Rechenkünste unter Beweis stellen.

Ein Klassiker aus 2010, Kurt Beck zum Thema Erlebnisgrab:

“Das Investment wird am Ende ein Erfolg. Ich will den Finanzierungsablauf und Managementfehler nicht schönreden, aber der Nürburgring zieht. Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000.”

Nächstes Wochenende ist wieder zeitgleich Truck am Ring und F1 in Hockenheim. Deren Chef Seiler - übrigens geborener Hockenheimer! - hofft auf 55.000 Zuschauer.

Am Nürburgring werden die Zahlen einfach passend gemacht - war schon immer so.

Und wisst Ihr noch 2012?

“Und dann kam Lindner mit Richter nach Hockenheim, um mit Formel–1-Vermarkter Bernie Ecclestone über die Zukunft des Nürburgrings zu sprechen, sie hatten einen Termin am Samstag um zwölf Uhr. Aus dem mobilen Büro von Ecclestone aber trat nur seine Sekretärin heraus, eine Frau mit schwarzem Haar, Mister Ecclestone rufe an, sobald er Zeit habe, sagte die Sekretärin. Lindner hielt sein Handy in der rechten Hand, stundenlang, zwischendurch hatte sein Gerät keinen Empfang, weil Handys in Hockenheim öfter mal keinen Empfang haben, da wurde er leicht panisch. Ecclestone aber rief nicht an: Er war gar nicht in Hockenheim. Wie Jörg Lindner und seine Kollegen vor Ecclestones Büro standen und warteten, wie Kinder an Weihnachten warten, bis sie in das Zimmer mit dem Christbaum dürfen, das war ein schönes Bild, es erzählte viel über dieses Wochenende der Deutschen in Hockenheim.”

Aktuell schwebt über der F1 der sensationelle 5 Jahresvertrag mit dem Nürburgring, der sich nur 1 Tag später als fette Ente entpuppt hat.

Georg Seiler kommentiert ganz trocken:

“Fakt ist, dass nicht Bernie Ecclestone die Mitteilung herausgegeben hat, sondern Capricorn. Das finde ich schade. Vier Wochen vor einem deutschen Grand Prix macht man das nicht.”

Und seid vorsichtig, wenn Ihr nach Hockenheim zur F1 fahrt: auch da kann man sich ganz schnell eine Nfektion einfangen! ;)

Tags: Hockenheim | Formel1


Samstag, 05. Juli 2014

Audiomitschnitt: Wie Hendrik Hering sein Nürburgring ´Zukunftskonzept´ am 26.März 2010 vorgestellt hat.

Aufgrund der aktuellen Brisanz hier noch einmal der komplette Mitschnitt - 2,5 Stunden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, denn Hermann-Josef Romes, Jörg Lindner und Kai Richter kommen ausführlich zu Wort.

Aber auch Hendrik Hering, der energisch den Vertrag verteidigt, von dem wir heute wissen, dass er den Nürburgring endgültig in die Insolvenz geschickt hat. Nicht nur wegen der desaströsen Verpachtung an die NAG, sondern wegen der Übernahme der ehemals privaten Investitionen von Kai Richter & Co in die Nürburgring GmbH, die sich von den ca. 100 Millionen Euro zusätzlichen Schulden nicht mehr erholen konnte.

Audio Mitschnitt, 26.März 2010 (2,5 Std. MP3)

Wie peinlich und billig das alles - nur 4 Jahre später - rüberkommt.

Ich hoffe Hendrik Hering ist inzwischen eine dicke und wachsende Akte bei der Staatsanwaltschaft.

Tags: Hering | Insolvenz


Montag, 30. Juni 2014

Hendrik Hering behauptet im TV, es habe keine Alternativen gegeben. Falsch!

Henrik Hering im SWR:

Damals wurden keine anderen verantwortbaren Vorschläge gemacht, wie man hätte anders handeln können. Und deswegen - will mal sagen - aus damaliger Sicht war das verantwortbar - es gab damals keine umsetzbaren Alternativen. Dass man nach 4–5 Jahren neue Erkenntnisse hat - dann schlauer ist - das zeigt das Leben auch in anderen Bereichen.

Ich darf dann mal kurz das Betreiberkonzept in Erinnerung bringen, das genau deswegen - ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand unter anderem von mir - ausgearbeitet wurde: um Alternativen aufzuzeigen.

Unser Motto damals am 27.April 2010:

“Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.”

Hier ist mein Mikebericht dazu: renn.tv/425.

Es gibt auch einen Audiomitschnitt und die anschließende Presseschau.

In Wirklichkeit haben sie sich beeilt, die Richter/Lindner Übernahme durchzuboxen. Denn die Einladungen für die Pressekonferenz in Mainz waren verschickt, der Termin bekanntgegeben. Dem wollte man unbedingt zuvorkommen - was man auch - am 26.März 2010 - geschafft hat.

Wir wurden absichtlich ausgebootet und der Vernichtungsfeldzug unbeirrt fortgesetzt.

Man hätte viele Fehler der letzten 4 Jahre vermeiden können, wenn man uns Gehör geschenkt hätte. Stattdessen ignoriert bzw. diffamiert man uns (“Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz”) und die geballte Arroganz kommt auch in dem Heringstatement hinterher sei man immer schlauer gut rüber.

Ingolf Deubel hat auch immer große Reden geschwungen und hat jetzt 3,5 Jahre an der Backe. Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe solche Möchtegern-Diktatoren wie Hendrik Hering und seine Bande bekommen ihre Quittung.

Tags: Hering | Insolvenz | Betreiberkonzept


Montag, 02. Juni 2014

Zoff am Ring.

Die Rock am Ring Kündigung schlägt mächtig Wellen - alle großen Medien berichten darüber.

Capricorn will jetzt selber ein Konzert aufsetzen für 2015 und völlig ungeniert beschreibt man den Kopiervorgang.

Das erinnert mich an die Situation bei Rad am Ring 2012, als die NAG ebenso ungeniert den Kunden vor Ort einen neuen - eigenen - Event angepriesen hat.

Während man bei der Rhein-Zeitung wie gewohnt Lobeshymnen singt, kommt Marek Lieberberg bei Spiegel oder FAZ zu Wort:

“Die Verhandlungen mit Capricorn, den neuen Herren am Nürburgring, ziehen sich seit Januar hin.”

Wie geht das denn - die haben doch erst am 11.März den Zuschlag bekommen?

Lieberberg nutzt natürlich die mediale Aufmerksamkeit um klarzustellen, dass er weiter Rock am Ring veranstalten wird - nur Not auch einem anderen Ort. Immerhin besitzt er schon ewig die Markenrechte. Mönchegladbach rollt auch schon den roten Teppich aus.

Als neuen Nürburgring-Rock-Veranstalter hat man sich DEAG (Deutsche Entertainment AG) ausgeguckt, denn die haben schon Rock the Ring im Programm: mit Peter Maffay und Bryan Adams … im Autobahnkreisel in Hinwil (kein Witz!).

Der Schlagabtausch findet jetzt - also kurz vor dem Event - statt, der am Wochenende 5.–8.Juni steigt. So eine vergiftete Athmosphäre, wo Festivals doch zum Feiern da sein sollten.

Man kann sich leicht ausrechnen, wie das weiterläuft:

  • MLK und DEAG werden Druck auf ihre Bands/Agenturen machen, damit diese nicht überlaufen.

  • Sooo lukrativ ist die Festivallandschaft in Deutschland nicht, dass man gerade mal eben eine neues “größtes deutsches Festival” aus dem Boden stampft. Sowohl MLK als auch DEAG werden um die Kundschaft buhlen - da kann es nur Verlierer geben.

  • MLK meldet jetzt schon den 2015er Termin an (erstes Juni Wochenende - so wie immer) - das Ganze läuft ja seit einiger Zeit auch immer parallel in Nürnberg. Da darf man sich am Ring jetzt überlegen ob man parallel ein 3.Konzert auflegt (unwahrscheinlich) oder einen neuen Termin findet (ohne Tradition).

  • Die Fangemeinde ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn der Ring eine kultive Austragungsstätte ist, spätestens wenn Rock am Ring in - z.B. - Mönchengladbach ausgetragen wird, will jeder die Hintergründe wissen - da kommt Capricorn nicht gut weg. Und wenn die Zuschauer MLK treu bleiben, dann darf man am Ring erstmal neue Festivalbesucher anwerben.

  • Die Signal für aussenstehende Geschäftspartner ist - mal wieder - veheerend. Wenn man die Rhein-Zeitung ausblendet der mediale Super GAU - garnicht gut für das neue Image, das quasi nahtlos an beste Richter/Lindner Manier anknüpft. In der Woche vor der Veranstaltung die Situation so eskalieren zu lassen, dass sie in voller Breite in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist ganz schlechter Geschäftsstil und wird keinem zukünftigen Geschäftspartner gefallen.

Marek Lieberberg ist sicher kein Kind von Traurigkeit - aber: er hat dem Ring die Treue gehalten - er hatte ein großes Risiko und hat 3 Jahrzehnte alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Schaut Euch das Line Up von 1985 an, wie sehr sich die Musik und die Leute verändert haben. Hier ist übrigens meine Karte von damals. MLK war (fast) immer auf der Höhe der Zeit und der Ring hat finanziell, aber auch vom Image her, partizipiert.

Da geht man doch nicht im Streit auseinander.

Tags: RockAmRing


Donnerstag, 29. Mai 2014

In Attendorn wurde Bürgermeister Hilleke abgesägt.

Wolfgang Hilleke hatte trotz aller Warnungen Kai Richter und Jörg Lindner am Biggesee den roten Teppich ausgerollt. Jetzt wurde überraschend der Gegenkandidat Bürgermeister:

“Bei der Bürgermeisterwahl in Attendorn gab es eine Riesenüberraschung: Der parteilose Bürgermeister Wolfgang Hilleke, der 2009 fast 68 Prozent der Stimmen bekommen hatte, wurde abgewählt. Sein Nachfolger wird der erst 32-jährige Christian Pospischil von der SPD. Er bekam knapp 58 Prozent und war darüber selbst überrascht. Hilleke zeigte sich enttäuscht: Viele seiner Projekte hätten offensichtlich nicht den erhofften Zuspruch gefunden.”

Geht doch.

(Danke Dirk!)

Tags: KaiRichter | Biggesee | Hilleke | Attendorn


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Samstag, 12. April 2014

Warum ich ein Problem mit Falken Motorsport habe - und was das mit Kai Richter und Mediinvest zu tun hat.

Kai Richter gilt nicht nur für mich als der Totengräber des Nürburgrings, seine weltfremden Investitionen, die am Ende der Steuerzahler bezahlen musste, sollen nach nur ein paar Jahren wieder abgerissen werden. Doch die Folgen sind katastrophal: Insolvenz der Nordschleife mit anschließendem Verkauf des öffentlichen Eigentums.

Nichtmal vor dem N-Forum hat er haltgemacht - und es kurzerhand verklagt.

Unterstützt wurde er bei seinen Aktivitäten von einer Kommunikationsagentur in Hamburg: Dederichs Reinecke.

Hier ein paar Beispiele der professionellen Schönredner:

“Den geschäftsführenden Gesellschafter der Mediinvest GmbH und Leiter der Investorengruppe, Kai Richter, überzeugten insbesondere die Alleinstellungsmerkmale des Projektes: ”Das was hier entsteht, ist weltweit einmalig. Der Nürburgring ist emotional enorm aufgeladen und für Motorsport-Fans auf allen Kontinenten ein Muss. Keine Rennstrecke ist so stark traditionell verankert und bietet gleichzeitig auf eine moderne Art und Weise so viele unterschiedliche Angebote. Prof. Dr. Ingolf Deubel sieht den Nürburgring-Ausbau auch als Resultat der regionalen Verantwortung: “Der Nürburgring ist der wichtigste Frequenzbringer und Wirtschaftsmotor in der Region. Diese wird im hohen Maße profitieren. Der Ausbau verbessert nicht nur die wirtschaftliche Stellung des Rings, sondern stärkt auch alle anderen touristischen Angebote in der Region.”

"Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

“Erstmalig bot der Nürburgring am Grand-Prix-Wochenende auch für Besucher ein Abendprogramm, das sich hinter keiner Großstadt-Partymeile verstecken muss. Am Donnerstag flossen zum Fassanstich im Eifeldorf Grüne Hölle 500 Liter Freibier - natürlich vom eigenen Nürburger Bräu. Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit konnten wir das Eifeldorf Grüne Hölle, das Lindner Congress & Motorsport Hotel sowie den Lindner Ferienpark Nürburgring in Dress/Eifel bereits einige Tage vor dem offiziellen Startschuss in Betrieb nehmen und insbesondere auch der regionalen Bevölkerung präsentieren“, freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.”

Schön die Taschen voll gemacht und den Leuten Honig um den Mund geschmiert, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als der Nürburgring Unterstützung am nötigsten hatte.

Immer wenn Kai Richter einen Auftritt hatte …

… war Dederichs Reinecke - hier in Person von “Senior PR Berater” André Schmidt - nicht weit:

Der Nürburgring wurde immer tiefer reingeritten, doch was kümmert einen schon die Not der Nordschleife, wenn man Kai Richter die Tasche hinterhertragen darf?

Doch was hat das jetzt mit Falken Motorsport zu tun?

Seit 2011 vertraut die Reifenfirma auf die Dienste von Dederichs Reinecke

(Klick! für gross.)

… und ganz ehrlich: damit ist Falken für mich untendurch. Business as usual ist mit mir nicht drin, besonders wenn es um den Nürburgring geht.

Aktuell feiert man sich mit 100.000 Facebook Likes und hat auch einen entsprechenden Aufkleber auf dem Auto:

Ob diese 100.000 Facebooker wissen, daß sie - über Bande - dem Totengräber des Nürburgrings ihre Stimme geben?

Tags: Dederichs | Reinecke | Falken


Sonntag, 23. März 2014

Wie hoch ist der Verkaufspreis für den Nürburgring und wann wird er bezahlt?

Im Grunde geht es uns Volk ja nichts an, wenn unser Eigentum verkauft wird. Da wird zum Verkaufspreis nur lapidar verkündet:

“Das Transaktionsvolumen liegt bei über 100 Mio. EUR, wovon bis zu 25 Mio. EUR für Investitionen in den Ausbau des Nürburgrings und seiner Peripherie sowie für die Entstehung eines neuen Automobilen Technologie Clusters vorgesehen sind.”

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Allerdings hat der Spiegel Details ausgegraben und das liest sich so:

“Demnach werden 3,5 Millionen Euro für Ausgaben abgezogen, darunter 2,5 Millionen für einen von Capricorn geplanten Personalabbau um etwa 70 Stellen. 6 Millionen sind ein reiner Rechenwert: der angeblich erwartete Gewinn, den der Ring bis zum Jahresende erwirtschaften soll.”

Beim nächsten Autokauf mach’ ich das auch so:

Ich sag dem Verkäufer, daß er ein Jahr lang kräftig Sprit sparen soll und die Ersparnis soll er mir dann auf den Verkaufspreis gutschreiben.

Daß ich da noch nicht früher drauf gekommen bin!

“Zudem sollen dem Käufer 11 Millionen teils jahrelang ”gestundet“ werden, die Zahlung hängt also vom Erfolg des Geschäftsmodells am Ring ab.”

Das hat ja schon unter Richter/Lindner garnicht prächtig funktioniert! Kann man also wieder so machen.

“Die angekündigten Investitionen über 25 Millionen Euro sind bislang reine Absichtserklärungen von Capricorn, die im Vertrag nicht fixiert sind.”

Vertraglich fixieren? Warum, wenn’s doch auch ohne geht.

Alles in allem nicht die Antworten, die ich mir erhofft hatte. Gut nachzuvollziehen, daß Reinhold Schüssler das nicht unterschreiben konnte. Die anderen 4 Gläubigerausschüssler hatten da wohl weniger Problem (die Namen stehen hier).

Für mich riecht das Ganze wieder stark nach Beihilfe (Staat unterstützt Unternehmen) und damit wären die nächsten Unruhen vorprogrammiert. Ich seh auch den Geier HIG wieder kreisen, denn so ein wackeliges Konstrukt ist angreifbar - wer weiß, ob da nicht schon an der Klage gebastelt wird. Schließlich hat HIG bisher in dem Verfahren schon eine mächtige Stange Geld ausgegeben, da kommt es darauf dann auch nicht mehr an.

Statt dem Nürburgring die verdiente Ruhe zu gönnen, werden einfach die nächsten Nebelkerzen gezündet. Wann hört die Geheimniskrämerei endlich auf?

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Sonntag, 09. März 2014

Rote Zahlen am Bilster Berg.

Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpf wird ja im Moment oft in den Medien genannt, weil er über Bande mit der Heuschrecke HIG Capital bei dem Nürburgring-Kauf mitbietet.

Sozusagen der Vorzeige-Motorsportler-Investor, weil er es geschafft hat, eine privat finanzierte Rennstrecke in Betrieb zu nehmen und Rennen fährt er ja auch fleissig.

Wer die Genehmigungen in Deutschland kennt, weiß was da für Hürden überwunden werden mussten.

Aber die Sache steht, 172 Investoren haben mit privatem Geld 34 Millionen Euro aufgebracht und die Strecke wurde im April 2013 in Betrieb genommen. Es gibt keine Bankenfinanzierung, denn die Banken haben sich zurückgezogen. Ganz so reibungslos ist das Genehmigungsverfahren allerdings auch nicht durchgelaufen.

Für die neuen Mitbesitzer gibt es freies Fahren und eine Rendite von 5–10% wurde in Aussicht gestellt.

Stellt sich jetzt allerdings raus, daß die Anlage für 2013 ein sattes Minus gemacht hat: 2,8 Millionen bei 3,4 Millionen Umsatz. Und für 2014 sieht der Ausblick nicht viel besser aus: weitere 1,4 Millionen Minus.

Linear umgerechnet auf die 172 Privatinvestoren sind 4,2 Millionen Kapitalbedarf knapp 25.000 Euro pro Nase.

Autsch.

Ich weiss zwar nicht, wie das technisch abläuft, ob die Mitbesitzer jetzt zur Kasse gebeten werden, so wie das Jörg Lindner bei seinen Medico-Fonds praktiziert, aber gute Nachrichten sehen anders aus.

Tags: Bilster | Oeynhausen


Donnerstag, 06. März 2014

10 Reasons why selling the Nürburgring is a bad idea.

Before I start, some introduction in case you don’t know me: I grew up at the Nürburgring, drove it with motorcycle many years both with Jahreskarte and racing licence (including some Adenau hospital visits …), run 20832.com since 2000, introduced the red-white N logo and initiated Save The Ring over 3 years ago.

I am not involved in any commercial activities at the Ring - which is important to take into account when you read other people’s opinion. In fact you can’t buy any services from me.

I am however a big fan of Nordschleife, the track, the history, the Eifel area, the people, the racing - everything. I have been protesting against the Leisure Park, when it still was in planning phase, I protested against it, when they were building it, I protested against the Lindner/Richter lease contract (Richter even sued me and my forum, which made me close it for a year) and now I’m protesting against the sale of the tracks.

So why is it a bad idea to sell Nürburgring?

1.) Public ownership becomes private ownership.

Never before in it’s nearly 90 years history has the Nürburgring been in private ownership. Funding came from the public in the first place and it was the tax payer who kept it running.

2.) Non-profit vs profit oriented.

As a typical non-profit oriented company in public ownership, the Nürburgring has never been forced to make profits. Mis-management led to losses, but the setup originally allowed for maintenance and investment from the funds earned. This all will change dramatically, when a private company starts to satisfy investors. 20% have been mentioned by papers, which equates to an additional 20 million profit, in case it’s sold for 100 million Euro. Clearly this is impossible in the long run and would only destroy the available assets. You have two options to achieve that: raise prices or drive down maintenance. My guess is both.

3.) Public company vs private company.

The Nordschleife is located right in the middle of a nature reserve. Due to its size no less than 4 villages are located within the track. This has never been a big problem when operated by the government: one department talked to the other. Once in private hands this will all be different and confrontations are ligning up already, ranging from environmental complications to noice complaints.

4.) Benefit for the region vs benefit for a company

During the Richter/Lindner era (May 2010 - Nov 2012) we got some taste what a private-run Nürburgring means for the small businesses: step-by-step all services, which softly grew over decades, got absorbed by them and with the power of tracktime customers have been forced to their offers. No matter the quality. These guys only rented the Ring, imagine what an owner is able to do. You see many closed shops in Adenau already today, this will only get worse, when they are exluded from participations at the Ring’s businesses.

5.) Tourist Drives

Very sensitive subject. People tend to tell me nobody would stop something which earns money. Richter/Linder pushed the traffic to the max, ignoring all risks involved. However, their greed was short term. For a new owner several problems are just around the corner: risk obviously is a big one and it’s a different game for a private company compared to the government. How many tracks do you know, which offer tourist drives the relaxed way the Ring does? None? How come these tracks don’t do it, if it’s such a cash cow? Compare this to a posh VIP track day, 20 people with their Ferraris etc., 5k each. No traffic, no risk, no work, 100k a day. Complete no brainer if you ask me.

6.) Grass root motorsport

This is what the Ring is all about, the ladder from tourist drives via GLP, RCN, VLN up to the big 24 Hours race. The races are already at risk now with the prices driven up in the last years, don’t be suprised when that all collapses.

7.) Heritage

The cultural heritage of the Nordschleife needs to be preserved for generations to come. It’s without comparison in the world deserves special protection. Once in private hands the public has no vote anymore and the new owner is allowed to change everything.

8.) Non-reversable

Once the sale is done, it’s done for good. But there is no need for the government to act that fast, in fact there are many more options than just selling. Insolvency administration claims they make profits - so why not perserve Nürburgring GmbH and save it, rather than sell it as quickly as possible?

9.) European Commission

Even the insolvency administration states that the sale is only valid after the state-aid investigation has come to a close by the European Commission. Which means the buyer signs a contract, that only comes into effect after that decision. Why not better use the time to evaluate options and find a solution everybody can live with?

10.) Ja-zum-Nürburgring with Otto Flimm.

Otto Flimm doesn’t get tired to fight the sale and keeps pushing for a good solution. He declared already to call the European Court of Justice in case the sale goes through. More years on uncertainty in the pipeline, which help nobody - and which can be avoided easily!

So what would be a viable solution? It’s pretty easy really: a non-profit oriented operation of the race tracks, sale of hotels and leisure park to the highes bidder - and everybody - Ring, region, motorsport - would be able to race into a great future.

Save The Ring!

UPDATE:

Many thanks to Jalopnik, who reposted this on March 7th.

Tags: SaveTheRing | English


Mittwoch, 19. Februar 2014

Jetzt hat der ADAC Skandal auch das 24h-Rennen erreicht, nämlich die Zuschauerzahlen.

DIE ZEIT macht gerade ein Fass auf, dass der ADAC Nordrhein die Besucherzahlen für das 24h-Rennen schönrechnet:

“Der ADAC Nordrhein hat nach Informationen der ZEIT über Jahre hinweg Zuschauerzahlen seiner Veranstaltungen übertrieben hoch ausgewiesen. Der Zeitung liegen Dokumente zu Fällen vor, bei denen vom ADAC genannte Besucherzahlen von Veranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring bis zu viermal höher ausfallen als die Zahl der Ticketverkäufe.”

Damit kommen die jetzt? Wieso nicht 2010 oder 2011?

Geht aber noch weiter:

“Die früheren Betreiber des Nürburgrings kritisierten schon 2012 in einem Schreiben an den gerade zurückgetretenen ADAC-Präsidenten Peter Meyer, dass es ”eine Tradition der falschen und weit überhöhten Angabe von Besucherzahlen“ gebe. Konkret nehmen die Autoren des Briefes Bezug auf das 24-Stunden-Rennen von 2012. ”So hat der ADAC Nordrhein in diesem Jahr 235.000 Besucher beim 24-Stunden-Rennen vermeldet, obwohl nur 49.048 Eintrittskarten und 16.418 Karten für das Camping an der Rennstrecke verkauft wurden.“ Meyer ist nach wie vor Vorsitzender des Regionalclubs ADAC Nordrhein.”

Die Betreiber, die der Artikel nicht namentlich nennt, waren Kai Richter und Jörg Lindner. Das war vor nicht allzulanger Zeit die heiße Phase, als sie gekündigt waren (7.Feb.2012), aber nicht gehen wollten. Dann wurde fleißig steingekühlert, wie z.B. am 6.Juli 2012 mit dieser Pressemitteilung (!!), die die DIE ZEIT jetzt als große Recherche verkauft. Und das sogar von allen anderen Blättern willenlos übernommen wird.

Wobei man sagen muß, der ADAC eiert aber auch kräftig durch die Gegend mit dieser Darstellung:

Der ADAC erklärt die Diskrepanz zwischen der verbreiteten Zuschauerzahl und den Ticketverkäufen mit den vielen Extrazugängen für die Teilnehmer: “Neben den verkauften Tickets fließen ebenso Tickets für Fahrer, Teams und deren Gäste, Freikarten, Fia- oder Permanent-Pässe in die Statistik ein. Aufgrund des weitläufigen Gebietes einer Rallye werden darüber hinaus auch Luftaufnahmen und entsprechende Schätzungen der Behörden in die Ermittlung der Zuschauerzahlen miteinbezogen und entsprechend abgestimmt.”

Das kann sich doch jeder Laie an 2 Fingern abzählen, daß es nicht 4x mehr Aktive als Zuschauer gibt. Und was hat das 24h-Rennen denn bitte mit einer Rallye zu tun?

Die Erklärung, die ich mir immer anhören muß: die 4 Tage werden zusammengezählt und nennen sich dann “Gesamt-Wochenende”. Geht mir schon ewig gegen den Strich - also quasi immer - denn die Medien lassen das mit dem “Gesamt-Wochenende” dann einfach weg und Porsche gewinnt vor 250.000 Zuschauern. Wer käme schon auf die Idee, daß so ein “Gesamt-Wochenende” Donnerstags anfängt und die Camper tageweise addiert werden?

Wann verabschiedet man sich endlich von diesen Tricksereien? Der Beck°Beton wurde schon mit solchen Wunschzahlen begründet und jetzt fällt es sogar dem ADAC selber auf die Füße. Ob es was nützt? Am 22.Juni werden wir es wissen.

Tags: ADAC | N24h | Zuschauer | Zuschauerzahlen


Samstag, 01. Februar 2014

Die Kreise um den ADAC haben jetzt auch die Wige und den Nürburgring erreicht.

Es geht um das Gläserne Studio im Nürburgring Boulevard, aber auch das hier:

“(..) wurde der Hubschrauberlandeplatz des Lindner-Hotels am Nürburgring als ”ADAC-Heliport“ ausgewiesen, (..)”

Ach?! Hör ich zum ersten Mal. Prima angelegtes rausgeschmissenes Geld. Das einzige, was da landet, ist Regen und Schnee.

Steht alles in dem Vertrag, der auch geleakt wurde.

Mit in das Gläserne Studio ist auch die Nürburgring TV GmbH von Pathe/Althof eingezogen, diese Firma hat im Juli 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen.

Der Vertrag ist datiert auf 3.11.09 - um das weiter zeitlich einzusortieren: einen Monat später haben Hendrik Hering und Kurt Beck die Verpachtung an die Richter/Lindner NAG bekanntgegeben (siehe Chronik).

sueddeutsche.de:

"Im November 2009 schloss der Regionalverband Nordrhein einen Vertrag mit einer Firma namens Wige Performance, die zur Wige Media AG gehört, einem Unternehmen, das unter anderem Fernsehbilder von Sportereignissen produziert. Etwa von Autorennen, auch von solchen, die der ADAC veranstaltet. (..)

Meyer und Geishecker kennen sich seit Langem aus dem ADAC Nordrhein. (..) 2011 schied Geishecker aus Altersgründen aus dem Vorstand des ADAC Nordrhein aus."

Die Süddeutsche hat sich ganz schön beim ADAC festgebissen - bzw. Hans Leyendecker. Der lässt so schnell nicht locker. Lasst Euch nicht durch Süddeutsche irritieren, er wohnt soweit ich weiß in Much - das ist quasi in Rufweite vom ADAC Nordrhein.

Ich hatte Hans Leyendecker auch schonmal hier (renn.tv/1728) - da hatter er sich Mitte 2012 zum Nürburgring-Prozess eingeklinkt. Aber damals sich leider nicht richtig festgebissen.

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Samstag, 18. Januar 2014

Christian Menzel im Interview: Skandal rund um den Ring schonungslos offen legen.

In der Rhein-Zeitung von Jan Lindner:

“Ende Dezember haben Sie am Ring aus dem Stand 2000 Unterstützer des Rings mobilisiert. Jetzt haben Sie die Politiker Lewentz, Oettinger und Beck abgepasst und mit ihnen diskutiert …”

"… Diskussion würde ich das nicht nennen. Beck hat sich in Simmern bis auf die Knochen blamiert, und Oettinger war nach einem kurzen Wortwechsel schnell sehr gereizt. Aber genau das ist unser Ziel: Wir wollen den Skandal rund um den Ring schonungslos offen legen und genau das den Politikern immer wieder vor Augen halten. Vor allem aber wollen wir die Leute aus der Region wachrütteln.

Das ganze fängt erst an."

Klartext, laut und politisch nicht korrekt - was anderes kommt ja in Mainz nicht an.

Die Facebookseite Wir sind Nürburgring, die erst ein paar Wochen alt ist, hat inzwischen 7.500 Anhänger - Tendenz steigend.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

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Freitag, 03. Januar 2014

Wer mich alles auf Facebook geblockt hat.

Nach der Heringnummer dachte ich, ich mach mal eine Liste. Ist zwar übersichtlich, aber so ein gewisser roter Faden zieht sich da durch:

Ausgesperrt bin ich von:

Was haben diese Leute wohl gegen mich? :)

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

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Freitag, 20. Dezember 2013

Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Was hat Hendrik Hering mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun?

Alle tun immer so, als sei die Insolvenz des Nürburgrings vom Himmel gefallen und heute hatte ich ein Telefonat mit einem Redakteur, der meinte, daß man ja keine Wahl hatte, außer die Nürburgring GmbH für zahlungsunfähig zu erklären. Die EU kam in dem Gespräch auch wieder vor, als ob die etwas dafür könnte, daß Kurt Beck mit seiner Gefolgschaft nach Belieben Hotels, Achterbahn und sogar eine Disko gebaut in die Eifellandschaft gesetzt hat. Auf Staatskosten! Gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt noch eine weitere Staatsdisko? Nur eine einzige?

Wenn wir uns die Abläufe im Detail anschauen, dann hat allerdings garnicht Kurt Beck die Disko gebaut, sondern Kai Richter und Co - und wir - der Staat und damit der Steuerzahler - haben sie ihm abgekauft.

Wieso fragt sich eigentlich niemand, warum wir das überhaupt gemacht haben? Besonders jetzt, wo doch alles wieder (zurück-) privatisiert werden soll?

Bei der schnellen Abfolge der Ereignisse kann man leicht den Überblick verlieren, daher brösel ich die hier entscheindenden Aktionen nochmal zeitlich auf:

26.März 2010:

Hendrik Hering verkündet in Adenau seinen Cunning Plan. Das war zum einen der Pachtvertrag mit Lindner/Richter und zum anderen die Übernahme der MSR, die fand dann statt am:

8.April 2010:

Die Nürburgring GmbH übernimmt die MSR - für wieviel? 100 Millionen Euro? So hoch waren die Verbindlichkeiten in der 2010er Bilanz.

Und nur zwei Jahre später so:

18.Juli 2012:

Kurt Beck verkündet die Insolvenz der Nürburgring GmbH

Was war nochmal MSR? Die Motorsport Resort Nürburgring GmbH war die private (!) Firma unter Mitwirkung von Kai Richter, die den Teilbereich II gebaut hat.

Und wer hat entschieden, daß die Nürburgring GmbH diesen privaten Bereich aufkauft?

Hendrik Hering, der damalige Wirtschaftsminister. Wir erinnern uns alle an seinen denkwürdigen Auftritt damals in Adenau. Wie die begossenen Pudel saß die Bevölkerung brav in der Halle und hat es mit sich machen lassen.

Warum ich das alles schreibe? Weil wegen dieser katastrophalen Entscheidungen jetzt die Nordschleife beim Auktionator gelandet ist! Wieso hat dieser Hendrik Hering eigentlich kein Untreueverfahren am Hals?

Heute versucht man wieder ZU VERKAUFEN, was man erst vor ein paar Jahren GEKAUFT HAT - und die Rennstrecken gibt’s noch obendrauf. Normalerweise müsste man schallend loslachen - oder laut aufheulen, je nach Gemüt.

Ist ja nicht das erste Mal, daß ich dieses Thema aufgreife - aber dieses Getue, daß die Insolvenz vom Himmel gefallen sei oder womöglich durch die ach so teure Formel 1 verursacht … Für 100 Millionen Euro könnte man viele Formel 1 Rennen veranstalten! Oder eine Rennstrecke vor dem Ausverkauf retten. Heute sind sie froh, wenn sie für alles zusammen insgesamt 100 Millionen Euro bekommen - nur 3,5 Jahre nach dieser weitsichtigen Hendrik-Hering-Entscheidung.

Und um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ja, Hendrik Hering hat sehr viel mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun - für mich ist er einer der Haupt-Verantwortlichen.

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Montag, 16. Dezember 2013

Was bedeutet das eigentlich, wenn der Nürburgring verkauft wird?

Am Samstag ist die große Protest Demo - ab 5 vor 12 im Brünnchen. Sabine Schmitz und Christian Menzel werden unterstützt von vielen Helfern und wehren sich gegen den Verkauf der Nordschleife.

Doch was würde das bedeuten, wenn die Nordschleife verkauft wird?

1. Öffentliches Eigentum wird Privateigentum.

Damit geht es natürlich direkt mal los, was vorher uns allen gehörte, gehört nach dem Verkauf jemand anderem: einer Firma, einem Fonds, einer Privatperson … wer weiß das schon? Erst einmal vollzogen, ist der Kaufvertrag nicht mehr umkehrbar - dabei ist der Ring seit seiner Eröffnung 1927 fest in öffentlicher Hand.

Dazu kommt der Denkmal-Charakter der Rennstrecke, die es so in dieser ursprünglichen und historischen Form nicht ein zweites Mal auf der ganzen Welt gibt. Wenn man die internationale Resonanz verfolgt, dann kann niemand verstehen, wie man als Staat auf die Idee kommen könnte, sich freiwillig davon zu trennen.

2. Gemeinnützig vs privatwirtschaftlich.

Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Verkaufspreis von 100 Mio Euro aus. Die liegen ja nicht so rum, sondern die muß man sich entweder von der Bank leihen oder man setzt sie im Auftrag von Geldgebern ein. Das Investment den Nürburgring zu kaufen steht in Konkurenz zu vielen anderen möglichen Investments, mit 100 Mio Euro lässt sich eine Menge anstellen.

Die Geldgeber - wer immer das auch ist - wollen natürlich was davon haben, daß sie ausgerechnet in den Nürburgringkauf investieren. Hätten ja auch was anderes mit dem Geld machen können, was ordentlich Gewinn abwirft. Also muß eine Rendite her. Setzen wir die mal niedrig an: 5%. Das sind bei 100 Mio Euro satte 5 Mio Euro pro Jahr, die der Ring mehr abwerfen müsste, als er es bisher getan hat. Wir reden hier nicht von Umsatz, sondern von zusätzlichem Gewinn. Wo das Geld herkommt? Entweder steigen die Preise kräftig oder es wird an der Instandhaltung gespart. Gerne auch eine Kombination aus beidem. Die Anlage wird runtergeritten und ausgesaugt. Und niemand kann etwas dagegen machen.

Gemeinwirtschaftlich betrieben muß der Ring überhaupt keinen Gewinn machen, da reicht eine schwarze Null - also kein Minus. So sollten Sportstätten und Denkmäler - zum Wohle des Volkes - auch betrieben werden normalerweise.

3. Landesgesellschaft vs Privatfirma.

Bisher hatte die Nürburgring GmbH die Zügel in der Hand, sie war wie eine Behörde und wurde auch so behandelt. Der Ring liegt in einem hochsensiblen Gemenge aus Lärmschutz und Umweltschutz - kennt Ihr irgendeine andere Rennstrecke, die in einem Naturschutzgebiet (!) liegt?

Als Behörde lässt sich einfacher mit anderen Behörden zusammenarbeiten, als dies je eine Privatfirma könnte. Erst einmal in privater Hand sind die Probleme vorprogrammiert.

4. Zum Wohle der Region vs zum Wohle des Investors.

Manche haben es schon erfolgreich verdrängt, aber die Era Richter/Lindner vom 2.Mai 2010 bis 27.Nov.2012 hat uns einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, was ein Privatbesitzer veranstalten wird. Dabei waren die beiden nur Pächter - wie wird ein Besitzer erst der Region den Hahn zudrehen?

Das Monopol der Rennanlage nutzend werden nach und nach die Dienstleistungsangebote, die sich über Generationen und Jahrzehnte am Nürburgring angesiedelt haben, aus eigener Hand angeboten. Dabei muß man noch nicht einmal den Konkurenzkampf über Preis oder Qualität fürchten, man hat die uneingeschränkte Hoheit über die Strecke, alle Kommunikation gebündelt und kann spielend leicht kleine lokale Dienstleister in’s Leere laufen lassen.

5. Touristenfahrten.

Ganz heikles Thema. Ich hör dann immer gerne von den Leuten: “Die Touristenfahrten wird es immer geben, denn die bringen ja richtig Geld ein.” Das mag kurzfristig richtig sein und in den 2,5 Jahren, als die Richter/Lindner NAG möglichst schnell möglichst viel Geld scheffeln wollte hat man auch gesehen, daß der Verkehrsdurchsatz massiv erhöht wurde.

Wenn man das Ganze aber etwas längerfristig betrachtet, dann sind die TF vor allem eins: ein unkalkulierbares Risiko. Nehmt zum Vergleich 20 reiche Sportwagenfahrer, bietet ihnen die Strecke exklusiv mit allem, was ein VIP so braucht - zu Kosten von 5.000 Euro pro Nase. Machen die sofort, das Geld interessiert sie nicht und wer will nicht in Ruhe mit ein paar Kumpels mal die Nordschleife genießen. Das sind schlappe 100.000 Euro an einem Tag - ohne Aufwand - ohne Risiko. Da sehen die TF ganz schön alt aus. Und die vielen Pensionen und Gästezimmer ganz schön leer.

6. Breitensport.

Schon jetzt sind die Streckenmieten aufgrund der kostspieligen Module, die sich die NAG’ler ausgedacht haben und die deren GF Schmidt jetzt weiterführt, kaum noch zu bezahlen. Bodenständiger, bezahlbarer Motorsport ist am Nürburgring kaum noch zu realisieren, die Vereine, die die VLN Veranstaltungen durchführen, sind froh, wenn das Wetter passt - so sehr ist das alles auf Kante genäht.

Ein privater Besitzer - mit den oben beschriebenen Profit-Zwängen - wird unweigerlich weiter an der Preisschraube drehen oder sich weitere neue Zwangsmodule ausdenken, dann fällt’s weniger auf.

7. Die Region.

Noch ein heikles Thema. In den vergangenen acht Jahrzehnten war die Nürburgring-Führung schlau genug, die Region am Geschäft partizipieren zu lassen. Das wurde unter Kafitz zwar grenzwertig ausgeschöpft, aber auch er war schlau genug, daß er genug Krümmel vom Tisch fallen lassen muß, um den Frieden zu wahren.

Wird ein Privatbetreiber auch so weitsichtig agieren? Sobald die Region sich ausgegrenzt fühlt - oder auch Einzelne, deren Lebensplanung auf einmal ganz neue Wege finden muß - werden die sich überlegen, ob man die Lärm- und sonstigen Unannehmlichkeiten weiter ohne zu murren in Kauf nimmt.

Sicher gibt es noch viele weitere Auswirkungen, die ein Nordschleifen-Verkauf mit sich bringt. Ich hab hier einfach mal runtergeschrieben, was mir so spontan eingefallen ist.

Egal, wie man es dreht und wendet: der Nürburgring - und damit meine ich die Rennstrecken - muß in öffentlicher Hand bleiben und dem Gemeinwohl dienen.

Wir sehen uns am Samstag im Brünnchen!

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Donnerstag, 28. November 2013

Verkaufsprozess stoppen! PK mit Otto Flimm heute in Mainz.

Der Wind wird rauer, denn die Zeit wird knapp! Heute war in Mainz Pressekonferenz und zusammen mit Dieter Frey wurde von Ja zum Nürburgring massiv das undurchsichtige Rennstrecken-Verschachern kritisiert.

Der ADAC wurde schon gedisst, weil er - bei der unverbindlichen (!!) Angebotsabgabe - zu wenig auf den Tisch gelegt hat.

Aber geht noch weiter, sieht so aus, als würden die skrupelosen Insolvenzer darauf hinarbeiten, die Rennstrecken nur zusammen mit dem Beck°Beton verkaufen. Was dann passieren wird, haben wir schon einmal erlebt unter Richter/Lindner, die 1.000 Betten wollen gefüllt werden und mit dem Rennstreckenmonopol in der Hand kann der neue Besitzer ganz leicht argumentieren.

Nach draussen dringt vom Verkaufsprozess garnichts, alles top secret. Daher fordert Otto Flimm zu recht:

“Schluss mit der Geheimniskrämerei! Schließlich geht es um den Verkauf öffentlichen Eigentums, das noch dazu ein automobiles Kulturgut darstellt.”

Der Verein hat einiges in die Wege geleitet:

  • einen ausführlichen Brief an Malu Dreyer,

  • ein Schreiben an die EU inklusive Ankündigung einer Klage, und

  • eine Umfrage in der Region. Resultat: die Leute wollen, daß der Ring gemeinwohlorientiert betrieben wird. Na so eine Überraschung. Hoffentlich dämmert es denen in den Mainzer Büros auch bald.

Und schließlich fordert der Verein, daß das jetzige Verfahren gestoppt und nochmal neu - und dann - wenn nötig - vernünftig neu aufgesetzt wird.

Erfreulicherweise gibt es auch ein ordentliches Medienecho:

Wollen wir hoffen, daß es zündet und wenn nicht, dann hilft nur nachlegen. Jetzt im Winter haben wir den Vorteil, daß den Ring°Killern die Rennen ausgegangen sind, mit denen sie schön Werbung machen konnten. Und die Medien langsam mitbekommen, daß am Ring was ganz kräftig falsch läuft!

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Montag, 25. November 2013

Front gegen die Insolvenzverwalter.

Intrigen, Tricksereien, Betrug, … am Nürburgring haben wir schon die ganze Palette an Beratern, Investoren oder Managern erlebt inklusive der dazugehörigen langatmigen Gerichtsprozesse. Erst wird die Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst um den Finger gewickelt, um in aller Ruhe die Beute beiseite zu schaffen. Und wenn die Leute aufwachen … ja dann ist es zu spät.

Das Resultat kennen wir, 560 Millionen Euro Schulden wurden der bedauernswerten Nordschleife umgehangen und statt jetzt endlich den Karren aus dem Dreck zu ziehen, plant die Regierung in Mainz ihn endgültig zu versenken: die Nordschleife soll samt GP-Strecke meistbietend in private Hände verkauft werden - und das Freizeitpark-Disaster gibt’s als Sondermüll obendrauf.

Inzwischen sind wir abgehärtet, was die Tricks der Kommunikationsagenturen angeht und den Insolvenzverwalter ist jedes Mittel recht. Es wird inszeniert und beschichtigt nach allen Regeln der Kunst und hart an der Grenze dessen, was unsereiner als legal einstufen würde.

Ihr wahres Gesicht konnten sie spätestens dann nicht mehr verbergen, als sie den ADAC als Bieter nicht mehr zugelassen haben, Jörg Lindner aber schon. Und anscheinend wird der Verkauf des gesamten Nürburgrings in die Hände eines amerikanischen Investmentfonds geplant. Ganz ehrlich: ich würd’s den geldgeilen Säcken zutrauen.

Wem jetzt immer noch nicht klar ist, was uns und der armen Rennstrecke bevorsteht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Dieter Weidenbrück hat das gestern auf seine Art kommentiert: Stoppt die Insolvenzverwalter! (Hier als .txt für Nicht-FB’er)

Noch ist es nicht zu spät und das weiss auch Otto Flimm. Noch einmal mobilisiert er die Kräfte und lädt zur Pressekonferenz - diesmal nach Mainz. Dort, wo das Übel seine Ursache hat und gleichzeitig dort, wo die Lösung gefunden werden muss.

Termin ist kommender Donnerstag, 28.November, 11:00 Uhr, im Hyatt Regency Mainz, Malakoff-Terrasse 1, 55116 Mainz.

Bitte den Termin fleissig verbreiten und teilen, damit möglichst viele Leute die Veranstaltung besuchen können.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Freitag, 04. Oktober 2013

Heute vor 5 Jahren war Beerdigungstermin.

Auszüge dem Pressetext von Dederichs Reinecke:

(..) Startschuss für die neue Erlebnisgastronomie, die als wichtiger Frequenzbringer ein Eckpfeiler im Gesamtkonzept Nürburgring 2009 sein wird. Rund 35 Millionen Euro investiert Projektentwickler Mediinvest GmbH (Düsseldorf) mit seinen Partnern und privaten Geldgebern (..).

„Passend zu packendem Rennsport bieten wir hier Entertainment und Partystimmung pur“, verspricht Kai Richter.

Neben dem Eifeldorf Grüne Hölle gehört ein neues 4-Sterne-Hotel sowie ein Ferienressort in Drees zum Paket, das der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest und seine Partner als private Investoren zum Projekt „Nürburgring 2009“ beisteuern.

Von dieser Entwicklung wird die gesamte Region nachhaltig profitieren.

„100 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze werden allein direkt im Dorf geschaffen und Personal dringend gesucht. Bewerben können sich Interessierte direkt bei der Betriebsgesellschaft“, ergänz Kai Richter.

Herzstück der Anlage sind das Brauhaus mit bis zu 400 Sitzplätzen und die Diskothek, in der bis zu 1.500 Menschen gleichzeitig feiern können. Je nach Publikumsgeschmack wird im Brauhaus geschunkelt, geschwoft oder gerockt. Von Hip-Hop bis Hardrock reicht das Musikangebot der Diskothek. Auf sechs verschiedenen Ebenen kann hier getanzt werden. Jede Ebene hat ihre eigenen Barszenarien, ihr eigenes Musikangebot, ihren eigenen Diskjockey. Die mit der modernsten Technik ausgestattete Bühne ist für Live-Auftritte bestens ausgerüstet. Und sie ist mobil: Per Knopfdruck kann sie vom Saal zum Dorfplatz gedreht werden und verwandelt sich so zur Open-Air-Plattform für Künstler.

Buchen kann man die Erlebnisgastronomie à la Carte am Ring aber jetzt schon – beispielsweise bei Müller-Touristik, Europas größtem Gruppenreisenveranstalter. Und da ist man begeistert über das riesige Buchungsinteresse - obwohl man erst für frühestens September 2009 bestellen kann. „Bis dahin wird uns der volle Nürburgring-Veranstaltungskalender das Dorf füllen“, ist Richter überzeugt.

Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen.

Die neue ganzjährige Freizeitanlage ring°werk als spannende Mischung aus Museum und Science-Center rund um die Themen Mythos Nürburgring, Motorsport und Mobilität wird dabei große und kleine Motorsport-Fans begeistern.

Im Vergleich zu letztem Jahr:

  • Kai Richter und Jörg Lindner betreiben den Nürburgring nicht mehr.
  • Die Nürburgring GmbH ist mit +/- 500 Millionen Euro Schulden insolvent.
  • Die Landesregierung, die den Untergang zu verantworten hat, hat sich komplett aus der Verantwortung zurückgezogen.
  • Insolvenzverwalter leiten die Geschicke am Nürburgring.
  • Der Nürburgring wurde zum Verkauf ausgeschrieben.
  • … und soll in den nächten 6 Monaten verkauft werden, damit würde endgültig der Übergang von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum vollzogen.

Warum Hendrik Hering seinerzeit überhaupt diese ganzen Privatengagements gekauft hat (= die Schulden erlassen hat), hat er nie schlüssig erklärt. Das wurde einfach gemacht, nennt sich dann “regieren”. Die Summe war ein großer Batzen der Gesamtkosten.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Hendrik Hering kauft im Namen der Nürburgring GmbH die privaten Immobilien (26.3.2010) und die Nürburgring-Gesellschaft erstickt an den Kosten und geht kurz darauf pleite (21.7.2012) und soll selber verkauft werden. Ratet mal, wer fein raus ist.

Die Grundsteinlegung war wohl eher eine Grabsteinsetzung.

Tags: Eifeldorf | Dederichs | Reinecke | Insolvenz | Eifeldorf | Mediinvest | KaiRichter | HendrikHering


Freitag, 13. September 2013

Mikebericht von VLN 7 - Freitagstraining

Ein paar Eindrücke vom Freitagstraining - hier findet Ihr für das Rennen morgen die Essential Links für #VLN7.

Es gibt sie doch noch, die echten Breitensportler in der VLN.

Michael Schumacher, Dirk Adorf :)

Der M1 immer ein Hingucker, auch wenn er nur dasteht.

Number One is back.

Der neue GT3 Spec Ferrari, ganz frisch zum ersten Mal am Nürburgring auf der Nordschleife. Mit nagelneuem Bilstein-Fahrwerk übrigens. Hier ein kleines Video mit Pierre Kaffer am Steuer zum ersten Mal die 20.832 Meter unter die Räder nehmen:

 

Der muss dann auch rot sein - eh klar. GT Corse setzt morgen 3 Autos ein, 2 x SP8 und 1 x SP9.

ADAC und Lindner, da war doch was? Dass sich überhaupt noch jemand traut diesen Namen spazierenzufahren, ätzend.

Der Volvo ist auch wieder da.

Ebenso der McLaren, mal die Daumen für eine Zielankunft drücken.

Ganz schön lange ToDo-Liste.

Wochenspiegel Nummer 60 und ...

... Wochenspiegel Nummer 59. Ob beide mitfahren?

Das Stuckauto ist auch wieder dabei nach dem heftigen Unfall von Papa Stuck letztes Mal im Training. Den Unfall gibt es übrigens auf Video von dem SLS, der dahinter gefahren ist (danke für den Tipp Michael):

Heftige Nummer!

Dieter's Einsatzauto - wir planen für Sonntag wieder einen Talk, mal sehen, ob es zeitlich hinhaut.

Das ist doch mal ein Hingucker.

Jörg Otto und Peter Becker das erste Mal mit dem Cup-Porsche dabei diese Saison, werden unterstützt von Wolfgang Destree - sein Auto hatte in Barcelona einen heftigen Einschlag nach einer Meinungsverschiedenheit mit Stefan Mücke. Dabei lagen sie gut im Rennen. Nächstes Mal soll die Sexbomb wieder fahren.

2 x Kremer, sogar mit Zulassung.

Bei den Freitagstrainings sieht man auch mal solche Exoten.

Ein neuer Ford Focus von Björn Herrmann.

Ohne Worte ;)

Auf dem Parkplatz gefunden :)

Der beste Reifenstapel ever, hier fällt auf jeden Fall keiner die Treppe runter!

Alles startbereit für ein schönes Rennen morgen, leider kann ich es mir nicht bis zuende angucken - die Crossbahn ruft ;)

Tags: VLNLangstrecke | Mikebericht | GTCorse | Freitagstraining

 


Mittwoch, 24. Juli 2013

Warum ich bei dem neuen Stefan Bellof Abschnitt auf der Nordschleife gemischte Gefühle habe.

Gestern wurde spät abends bekannt, daß im Rahmen des OGP die Nordschleife einen neuen Streckennamen bekommt: das “Stefan Bellof S”. Das soll die Stelle nach dem Pflanzgarten–2-Sprung werden, an der damals vor 30 Jahren sein 956er nach dem heftigen Abflug liegengeblieben ist.

Eins vorweg: ich bin ein Mega-Stefan-Bellof-Fan, ohne ihn je getroffen zu haben, und über meine Zuneigung zur Nordschleife brauchen wir ja nicht zu reden. Das geht nicht nur mir so, er war auch schon immer ein Thema im N-Forum, z.B. hier.

Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe muß ich sagen, daß mir die neue Namensgebung auch Sorgen macht. Ändern kann ich es eh nicht, aber doch zumindest meine Gedanken niederschreiben.

Soweit mir das bekannt ist wird dieser neu-ernannte-Streckenabschnitt der erste sein, der jemals im langen Leben der Nordschleife dazukommt. Wir sind die vielen namenlosen Kurven gewohnt und die Community war schon immer kreativ sich selber was einfallen zu lassen. Zum Beispiel Miss-Hit-Miss für die 3-fach-Rechts nach Kallenhard oder Barbecue Corner / Lauda-Links für die Linkskurve vor Bergwerk. Nicht zu vergessen die ein oder andere Mutkurve.

Ein einziges Mal (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!) wurde an einem existierenden Streckennamen rumgespielt (Karussell nach Caracciola-Karussell in 2001), aber nie kam ein neuer Name dazu. Und ausgerechnet jetzt - in der kritisch(st?)en Phase des Nürburgrings - wird damit rumexperimentiert.

Das Problem ist natürlich, wenn man gleichzeitig Nordschleifen- und Bellof-Fan ist, sitzt man irgendwie zwischen den Stühlen, aber mit den Umständen und der Signalwirkung, die das haben kann, wäre mir lieber gewesen, man hätte die Finger davon gelassen.

Denn was kommt als nächstes? Tatsächlich die Lauda-Links? Da kann ja auch niemand was dagegen haben. Oder mal einen Schritt weiter gedacht: wer will einem Privatbesitzer, der im April nächstes Jahr die Nordschleife kauft, verübeln, wenn er ein paar Streckenabschnitte zufügt? Oder sogar die Namen verkauft? Das hat doch sogar die Firma im Landesbesitz gemacht, warum nicht auch der Privatbesitzer? Im schlimmsten Fall müssten wir sogar durch eine Kai-Richter-Kurve fahren.

Hier wird nach 86 Jahren der bewahrenden Tradition ein neues Kapitel aufgeschlagen, ohne daß es wirklich notwendig wäre. Es gibt soviele Möglichkeiten Stefan Bellof zu ehren, aber diese Nummer hier hat für mich den Anschein eines Marketing-Stunts, dessen Folgen nicht absehbar sind. Auf der Grand-Prix-Strecke sind wir gewohnt, daß die Namen verkauft werden, das ist dort Tradition. Aber auf der Nordschleife sind eben die ursprünglichen Namen Tradition und es sind die kleinen Eingriffe, die schleichend das Erbe aufbrauchen.

Am Nürburgring gibt es die Stefan-Bellof-Straße, die leider durch das (staatseigene) Lindner-Hotel und das Achterbahn-Gerippe als Wahrzeichen der Kastrophe verschandelt wurde.

Was passiert dann nächstes Jahr, 1984? Da wurde vor 30 Jahren die Grand-Prix-Strecke eröffnet, bekommt dann Otto Flimm auch eine Kurve? Ganz bestimmt nicht, der ist ja zum Buhmann auserkoren, da er die Wege der höchstpreisgeilen Sanierer Schrottverkäufer mit Rennstrecken-Zugabe kreuzt. Nur Stefan Bellof, der kann sich nicht wehren und passt gerade prima für die Gute-Nachrichten Abteilung - auf Kosten der Nordschleifen-Tradition?

Im April 2014 - wenn der Nürburgring verkauft ist - klappen die Herren NAG/Hockenheim-Schmidt, Doppeldoktor Schmidt und Ohnedoktor-Lieser die Akte Nürburgring zu und es interessiert sie nicht mehr, was danach passiert. Deren Countdown läuft längst und das oberste Ziel ist der fette Scheck in der Tasche.

Natürlich wird sich niemand dagegen wehren Stefan Bellof zu ehren. Aber ich bin auch nicht der Einzige, bei dem ein bitterer Beigeschmack bleibt. So wie ich auch immer daran denken muß, daß es Walter Kafitz war, der das Karussell umbenannt hat - das schwingt immer so mit.

Wer trifft solche weittragenden Entscheidungen? Im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Öffentlichkeit, als wäre die Nordschleife schon Privatbesitz. Noch ist sie öffentliches Eigentum und da hätte die Öffentlichkeit ein Mitsprachrecht verdient.

Eine Art Selbstbedienungsmentalität, ohne Rücksicht auf das kulturelle Erbe, für den kurzen Marketing-Moment.

Und deswegen hab ich gemischte Gefühle bei dieser Nummer.

UPDATE:

Wilhelm Hahne zu dem Thema: Stefan Bellof und ein Marketing-Quickie

Die, die ihn erlebt haben, brauchen keinen „Stefan-Bellof-Tribute“, um ihn nicht zu vergessen. Und die, die ihm nun im August diese Ehre bereiten, das sind die „qualifiziert Unqualifizierten“, die eigentlich selbst für den Motorsport kein Verständnis haben. (..)

Ich habe einen schalen Geschmack im Mund, wenn ich an diese Art der Ehrung im August denke. Stefan Bellof braucht das nicht. Die Nordschleife wird sich darum auch nicht besser „verscherbeln“ lassen. - Warum das also alles?

Im N-Forum wird das Thema - mit ähnlichem Tenor - diskutiert, auch bei Facebook. Es haben sich auch Leute gemeldet, die nicht meiner Meinung sind. Wenn man allerdings Beleidigungen und Verallgemeinerungen auf der Suche nach Argumenten ausblendet, dann bleibt leider nicht viel. Als hätte man einem Kind sein Spielzeug weggenommen.

Auch mit Thomas Guthmann - der bewundernswert die Stefan-Bellof.de betreut - hatte ich Email Austausch. Er meinte

"Dahinter stecken definitv keine “Insolvenzverwalter” sondern engagierte Bellof-Fans." und "Es ist einfach Schade wenn da negative Eindrücke mitschwingen. Bei mir kommen nur positive Rückmeldungen an. (..)

Bislang ist das ringwerk ja gelinde ausgedrückt eher langweilig. Jetzt kommt endlich mal etwas rein, was für Fans der alten Garde interessant ist."

Worauf ich dann in einer langen Mail habe versucht zu erklären, daß man das eine nicht von dem anderen trennen kann. Und wenn die Nordschleife im April nächstes Jahr verkauft ist, dann kann der Besitzer damit sowieso machen, was er will. Und wie wichtig es deshalb ist, den Verkauf mit aller Kraft zu verhindern, statt die Schöne-Heile-Welt Propaganda zu unterstützen. (Hier ist wieder eine “Alles super - alles toll!” von gestern.)

Bestimmt von vorne bis hinten gut gemeint, aber der Regierung, die gegen uns arbeitet, nützt es mehr, als Stefan Bellof. Und weil wir alle Energie für Protest und Widerstand gegen den Verkauf brauchen. Dadurch schadet die Aktion der Nordschleife auf lange Sicht.

Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Tags: Bellof | Streckenabschnitt | Pflanzgarten | Kafitz | Historie | Caracciola | Karussell


Samstag, 06. Juli 2013

My Interview with Brazilian Journalist Renan Do Couto about Save The Ring Situation at German Formula 1 Grand Prix.

Renan Do Couto is visiting the Nürburgring GP as Brazilian journalist and besides the track action he got curious about SAVE THE RING and asked me for an email interview. Which I’m happy to give! I think these are really good questions and he allowed me to post here as well, as it might help others too.

As always I’m happy to hear your feedback on Facebook.

=====

Hey, Mike, sorry for the delay, a lot of work here at the Grand Prix. A lot of useful informations on these two links, thank you. Here are the things I’d like to ask you:

1- When did you create the Save the Ring? What was happening at that moment that motivated you?

I created Save The Ring December 9, 2010. We were struggling heavily under the Richter/Lindner regime, who took over Nürburgring operations in May 2010 - and yet the international community wasn’t really aware. In German I document the Nürburgring since over 10 years (http://20832.com with chronicle, forum, blog, etc.) and it was not an easy decision to take on the international challenge. I knew it will be heavily time consuming, but I have to admit the feedback is really rewarding. This article I wrote for Jalopnik the month before kicked it all off, as it gained much attention and good feedback: jalopnik.com/5684589/save-the-nurburgring

2- Since then, what goals have you achieved? And what has been more difficult?

Despite all the frustration, for me it’s absolutely mind blowing to see the reach we’ve got. I’ve been in Le Mans the other week and the first person I met in the paddock was Lorens from Hong Kong based KC Motorgroup. We never met before, yet he knew everything about STR. Things like that happen all the time. The complexity of the subject - which I think is sometimes contructed on purpose - makes it difficult to keep up and explain, even in my mother tounge German, let alone in English.

3- Do you have political, financial or any other kind of support?

The only support I ask for is to spread the word. This is what keeps me going. And it’s great that I/we by now have massive support in that way.

4- I’ve spoken with the Ring’ managing-director, Mr. Schmidt, and he said that there is no other way around, the track has to be sold, and the best thing to do right now is to focus on finding the right investor. Do you agree?

This is the talking line of the politicians involved and it’s plain wrong. Nobody is forcing the sale, except the local Government, who owns Nürburgring. It is correct that Brüssel investigates illegal state aids, but they are far away from a final decision. An ownership change like this - given that the Ring has been public property since it’s start in 1927 - should be handled with all possible care, but we face a hectic and not properly thought through sales process. One can only speculate about the reasons, but the insolvency administrators apparently only earn their money at the time of sale and Mr.Schmidt you talked to has already been head of operations during the horrific Richter/Linder regime.

5- Can you imagine the scenario above happening?

Unfortunatley yes, and it frightens me a lot.

6- For you, the construction of the NüroDisney and the other things was needed to make the Ring’ (more) profitable?

Everybody you talked to thought right from the beginning that the leisure park - so called “Nürburgring 2009” project - is the most stupid idea ever. At the time they approved 215 million Euro investment, which would be way to much for the Nürburgring to recover. Let alone the 550 million Euro it is now. Way before any official approval we organised protests and open letters, but government didn’t listen at all, in fact they only reacted arrogant and government as well as Nürburgring operation (under Walter Kafitz) made us look silly.

7- Are in favour of government spending on race tracks? (I also ask you this because in Brazil, most of the tracks belong to state or city governments, and most of the tracks badly managed, so there is some debate about this point)

I personally think governments should spend their tax money budgets wisely and infrastructure for culture and sport for me is clearly a part of that. So, a definite yes!

8- The Russian Time is running a Save the Ring livery here at Nürburgring this weekend. Can you tell me more about this deal?

The best thing about it: it came as total surprise to everybody including me. Loving it a lot. We’ve seen things like that - surprise car designs - in the past too and it jumps right into the heart of us racing people. Like Schubert’s beautiful STR BMW Z4 for endurance racing. But we’ve never seen it at a Formula 1 program and I hope they release it as model car too.

9- 4000 followers on Twitter, 80000 likes on Facebook… how useful are social networks being to you?

Honestly, that reach of information around the world would not be possible without Social Media. It needs a homepage though as it’s base, which is savethering.org. It’s only a “one pager”, but serves the purpose well.

10- Are you from Nürburg?

I grew up near by in Andernach and the first 24 Hours race I visited on my own was back in 1981. Since then I spent a large portion of my time at the Nürburgring. And what a great time that was - until 2007, when they started NüroDisney and we all had to witness the Nürburgring driven into bancruptcy.


Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Samstag, 18. Mai 2013

24h-Rennen 2013 - Freitag.

Heute der zweite Tag meiner 24h-Berichte - und zwar der Freitag, aber nach 24h-Zeitrechnung der Donnerstag. Da haben echt alle Probleme, mit denen man redet, in einen Rhythmus zu kommen, man muß das immer erst in alte 24h-Zeitrechnung umrechnen. Wie früher mit Euro und DM.

Der Tag war bestimmt vom Wetter, das war nämlich echt übel. Und leider ist die RCN dem dann auch zum Opfer gefallen. Das war so neblig, da ging garnix. Und großartig verschieben kann man ja auch nicht. Also wurde es nur eine Runde hinterm Safety Car - fertig.

Einige hatten am Abend vorher noch Riesen-Klimmzüge gemacht, um überhaupt dabei zu sein.

Aber auch im Fahrerlager nicht besser, Regen^3 den ganzen Vormittag. Da muß man sich schonmal was einfallen lassen:

Aber nicht überarbeiten, das ist auch keine Option! ;)

Die Youngtimer auch bei ziemlichem Sauwetter raus auf die Strecke.

Michael's Miene sagt alles.

Dörr's McLaren ist startklar und mit Rudi Adams, Arno Klasen und Peter Kox gut besetzt!

Das arme Auto hat keine Kapuze und muß trotzdem raus in den Regen.

Wenn es auf den letzten Schliff ankommt, dann läßt Lucas Luhr nichts anbrennen. Schwer gejetlagged von Laguna Seca tuned er noch sein Visier und Marc Lieb assistiert. Ist schon krass, wo die immer unterwegs sind - vor zwei Wochen kam mir Lucas Luhr noch so:

Bei Manthey könnt Ihr Euch sehr schicke Poster mitnehmen. Aber fragt mich bitte nicht, wie Ihr die trocken nach Hause bekommt! :)

Das ist doch DAS Symbolbild für: Raeder und Manthey spannen zusammen.

Der Aston ist schon Hightec vom Feinsten, die haben extra ein Klappe eingebaut, um den Sponsor besser zu präsentieren.

Das schärfste N vom Ring!

Ich hab mir dann auch mal erklären lassen, warum das "wetterfeste Tribüne" heißt. Ich mein, die war ja nicht gerade billig. Also "wetterfest" nicht in dem Sinne, daß man da irgendwie trocken sitzen könnte oder so - nein, die ist "wetterfest", weil die geht nicht gleich bei jedem Wetter kaputt. Hätte man ja auch gleich drauf kommen können. Und natürlich, sowas kostet.

Freies Training macht sich vom Acker, der LFA ist schon ein schickes Gefährt.

Der GT3 GT-R auch.

Und auch der Subaru.

MarcVDS nicht zu vergessen!

Bin dann mal hoch auf’s Boxendach, kann man ja schön die Gischt fotografieren. Dachte ich finde ein trockenes - also überdachtes - Plätzchen. Guckt Euch mal das Zelt an. Ich weiß nicht wie das geht, aber unter dem kompletten Zelt war es überall am Regnen. Kein Witz jetzt. Ich dachte ich spinne. Der kommt am Ring echt aus allen Richtungen.

Hab dann nach ein paar Versuchen - wie diesem hier - frustriert wieder aufgegeben.

Und bei der Suche nach einem warmen Unterschlupf DEN Pokal gefunden. Auf den sind sie alle scharf.

Nur mal so als Anregung für zuhause, was heutzutage geht. Also falls Ihr überhaupt so eine große Wand irgendwo habt.

Das war mal die NAG Lounge. Betonung liegt auf "war".

Jetzt ist Peter Meyer da Chef.

Und hat aus dem rot schön gelb gemacht. Gleich viel besser. Aber obwohl ich ziemlich durchfroren war, den Kaffee hab ich nicht angerüht. Stand Lindner drauf.

Eigentlich ist es ja immer so, daß hinter der Boxengasse mehr los ist, als vorne. Heute war das wohl umgekehrt und Schubert hat das Schrauben nach hinten verlegt.

Und die Fahrer nach oben. Die hausen in ihrer Lounge wie in der Jugendherberge. Hat auch was!

Bin dann zum Pressezentrum und der Kaffee da: super! Der Preis für den Größten geht an GT-Eins.

Die sport auto will uns in Zukunft wieder richtig Spaß machen und "ohne dem Horst zu nahe zu treten" können die Autoren - wie hier Christian Gebhardt - irgendwie befreiter agieren. Spannend! Das Layout hat sich schon erfrischt und da geht bestimmt noch was. Auf jeden Fall hab ich Markus Schurig bisher an allen Rennstrecken getroffen, wo ich in den letzten Monaten war. Da kommt das sport vielleicht jetzt nochmal ganz anders zur Geltung, weil er ja Chefredakteur geworden ist. Christian fährt übrigens gleich auf 2 Autos beim 24h mit - beim Mini - und noch einem (hab ich vergessen …) (Nachtrag: GT86 ist es!)

Der Preis für den Kleinsten geht an ... ?

24h-Ticker Team, ausgetickert.

Saudi Falcons! Gut zu erkennen am N bzw. STR. :)

Ups, ich hab Bridge to Gantry gehackt! ;)

War auch gerade zufällig eine kleine Pressekonferenz, war ganz interessant. Bernd Schneider meinte das ist echt brandgefährlich, wenn manche nur rumrollen und Du Vollgas fährst - weil durch die Gischt sieht man das nicht und auf einmal steht einer vor Dir. Im Rennen sei das ja nicht mehr so, daß die Rumrollen. Hofft er zumindest!

Für's Foto wurde aber nochmal dirigiert.

Und auf einmal stellt sich raus, daß der Oliver Hilger Geburtstag hat! Das sind dann so Gelegenheiten, wo Dir der Timo Bernhard in den Armen liegt. Sehr nett :)

Die Minis laufen super, aber leuchten schlecht. So ein Kabelwirrwarr hatte der Achim doch auch kürzlich ;)

Das Thema mit dem Gelb geschwenkt bzw. gehalten nachts hat die Gemüter erhitzt. Haben die sich irgendwie neu ausgedacht, obwohl es das eigentlich garnicht gibt. Ich fürchte das wird noch ein Spaß werden.

Der Jörg Müller hat ganz andere Probleme: wo ist der Roller!?

Hier natürlich, wo er hingehört ;)

Und dann hab ich doch noch Sabine getroffen. Dachte schon, die wär garnicht da. Hat auch nicht lange gedauert, dann durfte sie wieder ihren Namen malen.

Ich wollte mal wissen, wer so endlos an einem Stück ohne Pause reden kann. Sehen aber aus wie normale Leute. Scheint sogar auch Spaß zu machen.

Ich weiß jetzt nicht wie ich es sagen soll, aber wir leben ja nicht in einem Vakuum. Und wenn man dann Radio Le Mans hört, dann denkt man das ist ein anderer Event. Also ein ganz anderer. Ich will echt keinem zu nahe treten, aber im Vergleich zu John Hindhaugh und Team sind die deutschen Kommentatoren einfach nur Scheiße. Sorry, aber das muß man jetzt mal so deutlich sagen. Das ist echt nicht zum aushalten und ich bin froh, wenn ich genug Netz hab, daß ich mir den englischen Stream über iPhone anhören kann. Weil den deutschen machst Du einfach am besten aus. Oder wenn's nicht geht (Lautsprecher an der Strecke) die Ohrstopfen rein. Bekommt man Radio Le Mans auch über Radiofrequenz? Ich glaube nicht, das ist schade. In Spa bei der WEC vor zwei Wochen gab es dafür extra 2 Frequenzen. Wir haben hier DVB-T, aber keinen englischen Kommentar? Kann doch eigentlich nicht sein.

Endlich hab ich den Ansgar mal bei der Arbeit erwischt! :)

Der Focus RS von Ralph Caba und Co hatte einen Steinschlag und der wird nicht nur repariert, da kommt auch gleich eine Folie drauf, damit das nicht nochmal passiert.

Eichhörnchen! Ist es nicht süß? Haben Achim und ich uns mal schön ein Retticam Bild gemacht. So harmlos der kleine Mini aussieht, so böse geht der ab! Bekommt demnächst noch das große N vorne links über den Kotflügel genau wie bei dem Kombi - das kommt gut.

Sind doch schick die neuen Felgen. Hat der Sponsor spendiert für Sonntags.

Bin dann zum Brünnchen - innen. Bei den Wolken ist es Nebel oder Grill. Das hier war Grill.

Save The Ring Tribüne, komplett ausverkauft.

Ein echter Quattro! Also für den würde ich mich ja gerade noch so nassregnen lassen.

Dieter Weidenbrück auf Ideallinie unterwegs.

Ganz ehrlich, das hab ich bei VLN schon voller gesehen.

Das sind die Schweizer.

Luca's STR, super!

Sitz ich eben beim Retti und der Wolfgang kommt rein. Ich so: Super Sound habt ihr! Er dann: ja, echt toll, ist zu laut und jetzt dürfen wir einen anderen Auspuff dranbauen.

Uups. Also so laut fand ich das nicht, hat sich wirklich gut angehört.

Hier nochmal, wie wenig eigentlich los ist. Kommt vielleicht noch. Auch gut zu erkennen, wer da vorbeifährt ;)

Der 163er Posten hat auf jeden Fall alles im Griff. Die schicken blauen Mützen haben nicht nur alle Fahrer bekommen, sondern auch alle Streckenwarte. Sehr gut! Ich hätte gerne eine gekauft, aber hab bisher noch keinen Merchandising Stand gefunden. VLN, ADAC, alles schon gesehen - aber nicht 24h. Steht jetzt auf der To-Do-Liste.

Das war lustig, weil ich wollte wissen wie schwer der Trümmerrucksack ist - und ein Bild machen. Dachte aber das Licht reicht nicht - "nimm doch meinen Blitz - hinten unten rechts".

Die richtig guten Leute haben halt alle Canon im Einsatz ;)

SAVE THE RING - hart an der Klippe.

Aber die Stimmung wie immer großartig.

So richtig echtes Männercamping.

Der Trend geht dieses Jahr eindeutig zum Vorvorzelt.

Und an der Theke ist es doch immer noch am schönsten!

Oder am Ofen. Den mußte erst mal von der anderen Seite sehen!

Stimmt!

Sehr schick!

Mach ich immer gerne, Knipser abknipsen :)

Gemeinde Brünnchen, Gemarkung Nordschleife.

Ganz großes Kino!

Das ist ein Running Gag, wir treffen uns echt jedes 24h-Rennen. Also den Linken. Der rechte hat sich den Fuß gebrochen (war das gestern? oder doch die Hand?), deswegen ersetzt ihn seine Schwester. Kann man gelten lassen.

Sagt eigenlich alles.

Jetzt fragt Ihr Euch wahrscheinlich so wie ich: wasndas? Stellt sich raus, sind 4 bar Druck drauf, Wasserleitung dran und der Typ da hinten im Relaxsessel hat einen Knopf, dann kommen aus versteckten Leitungen vor dem Wagen Wasserstrahlen. Um die Leute zu bespassen. Oder besser gesagt, um sich selber zu bespassen beim Leute bewässern. Ist zwar nicht das passende Wetter, aber die Idee allein: volle Punktzahl!

Das ist der Laden.

Statement inklusive!

Weil's so schön war.

Weisste Bescheid.

Mit Drehnordschleifen-LEDs.

Hotel Schöne Aussicht.

Da geht selbst mir als Vegetarier das Herz auf!

Steakbrötchen, Brünnchen Art.

Wisst Ihr noch? Beim letzten VLN? Der Waleed ist schon wieder da aus Bahrain. Ich glaube der zieht bald hierhin ;)

Das ist kein Rennabbruch, das ist normal im Brünnchen.

4 Sauerländer, kannten 20832 nicht. Aber der mit dem Heiligenschein hat es sich gemerkt ;) Vielleicht finden sie es!

Word!

Hier auch Word.

Aber das Zelt - puuh. Das ist echt für die ganz Harten.

Das wär eher so mein Ding. Steht auch im Brünnchen! Respekt.

Hoffe es hat Euch gefallen, mal gespannt, ob ich das die nächsten Tage auch noch so durchhalte! ;)

Tags: Mikebericht | N24h


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Montag, 22. April 2013

Das traurigste 24h-Rennen ever?

Mittwoch 15.Mai ist eigentlich der Korsomittwoch vom 24h-Rennen.

Den Korso gibt es nicht mehr, das 24h-Rennen vielleicht auch bald nicht mehr.

Denn Mittwoch der 15.Mai ist genau der Tag, an dem Der Nürburgring zum Verkauf ausgeschrieben wird. Das hat der Gläubigerausschuss letzten Freitag einstimmig entschieden.

Jetzt stellt Euch mal vor am Mittwoch vor dem 24h-Rennen sind die Zeitungen voll mit großformatigen Anzeigen:

“Nürburgring mit Nordschleife meistbietend zu verkaufen.”

Also mir würde das 24h-Rennen ganz schön im Hals stecken bleiben. Es wäre das letzte 24h-Rennen so wie wir es kennen und der ADAC hat ja schon gesagt, daß er sich auf Richter/Lindner 2.0 nicht einlassen wird.

Noch ist es nicht soweit, denn noch können die Rennstrecken aus dem Verkaufsprozess ausgegliedert werden. Wenn denn das Land überzeugt wird, daß das eine gute Lösung ist. Denn im Moment steuert die Regierung schnurstracks auf einen Komplettverkauf zu - ohne Wenn und Aber.

Im Klartext wollen sie die Nordschleife zu Geld machen, weil der Beck°Park der totale Katastrophenausfall ist und durch die Nordschleife vielleicht doch noch ein paar Milliönschen reinkommen.

Auf der anderen Seite jedoch haben die Rennstrecken an dem Umbau garnicht teilgenommen - von der Tribüne mal abgesehen, aber die vorher war ja auch ok - d.h. man könnte durchaus argumentieren, daß keine verbotenen Beihilfen in die Rennstrecken an sich geflossen sind. Und diese als Sportstätten weiterhin gemeinnützig und zugänglich für den Sport betrieben werden können, d.h. die Strecken aus dem Verkaufsprozess herausgetrennt werden.

Es liegt jetzt an uns diese Argumentation mit Nachdruck nach Mainz zu tragen, damit man sich von dort aus nach Brüssel aufmacht. Uns bleiben nur noch 23 Tage!

Ein Termin, der eigentlich zufällig entstanden ist, ist der nächste Donnerstag abend in Nürburg. Da kommt nämlich das SWR 4 Radio mit der Sendung Klartext und veranstaltet eine Podiumsdiskussion in der Gemeindehalle.

Bitte macht Euch ALLE auf diese Veranstaltung um 19 Uhr zu besuchen!

Wenn die Straßen verstopft sind und die Halle aus allen Nähten platzt, dann können wir zeigen, daß wir es ernst meinen. Gerade auch an die VLN Teams, die am Donnerstag anrücken: bitte lasst den Ring nicht im Stich - kommt mit Mann und Maus ALLE zur Gemeindehalle. Auch auf die Gefahr hin, daß in Nürburg das mittlere Chaos ausbricht: den SWR Leuten muss die Kinnlade runterfallen.

Und bitte keine Ausreden. Vor allem nicht bei mir. Was hab ich die letzten Jahre für Entbehrungen auf mich genommen, da wird es sich doch einrichten lassen 2 Stunden in Nürburg zu opfern.

Wenn wir das bis 15.Mai nicht hinkriegen und die Nordschleife tatsächlich versteigert wird, dann haben wir alle auf einmal sowieso viel mehr Freizeit, als uns lieb ist.


Sonntag, 17. März 2013

ADAC kämpft!

In der Rhein-Zeitung:

“Der Automobilclub ist fest davon überzeugt, dass legendäre Nordschleife und Grand-Prix-Strecke ein einzigartiges Kulturgut von hohem öffentlichen Interesse darstellen und daher aus Sicht der EU-Kommission privilegierungsfähig sind.”

"Wir wollen da oben nicht Lindner-Richter 2.0.”

Was ich allerdings nicht verstehe:

“Der ADAC schlägt eine Stiftung oder ein ähnliches Modell vor (..)”

Das macht er doch garnicht. Wo hat der ADAC eine Stiftung vorgeschlagen? Das wird solange in den Raum geworfen, bis es alle glauben. Die Demo setzt sich für Gemeinwohlbindung ein - die Unternehmensform ist da doch erstmal zweitrangig.

Meiner Meinung nach haben die Medien dieses Stiftungsgespenst selber konstruiert. Das passt natürlich den Insolvenzverwaltern prima in’s Geschäft, denn auch eine Überführung in eine Stiftung ist ein Eigentümerwechsel, also ein Verkauf. Denen ist egal, an wen sie verkaufen, Hauptsache verkaufen!

Deshalb wird immer wieder subtil untermauert, daß der Verkauf beschlossene Sache sei - oder eben alternativlos.

Aber genau einen Verkauf will Otto Flimm und die Demo ja verhindern! Die Rennstrecken sind Volkseigentum und sollen es auch bleiben. Eine Stiftung nützt da erstmal garnichts.


Saisoneröffnung im Randalestadl.

Pressemeldung der Polizei:

"Körperverletzung So., 17.03.13/ 04:30 h Disco Eifelstadl – Nürburgring

Der 18-jährige Geschädigte wurde auf der Tanzfläche von verschiedenen Personen angegangen und ohne Grund geschlagen. Die Angreifer waren ihm nicht bekannt. Der Geschädigte wurde verletzt und mußte sich im Krankenhaus behandeln lassen. Kongrete Täterhinweise liegen z.Z. nicht vor."

Da schließt sich dann der Kreis, denn die Disko ist Volkseigentum, wird aber von der Richter/Lindner NAG betrieben, wie auch der Rest der Kulissenbauten auf A7.

Wie wär’s, die vom Staat bezahlten Polizeibeamten könnten gleich hinter der volkseigenen Theke arbeiten und wären dann schneller zur Stelle, wenn’s mal wieder auf die Zwölf gibt.

Arbeitsbeschaffung im Kurt-Beck-Stil!

Eröffnung im Juli 2009 mit Hans-Joachim Stuck, Kai Ebel (verdeckt), Jürgen Pföhler, (kennichnicht), und Kai Richter.


Dienstag, 12. März 2013

Jürgen Pföhler 2008 vs Jürgen Pföhler 2013.

Anfang 2008 wurde der Grundstein für das Verderben den Freizeitpark Nürburgring gelegt und entsprechend Reden geschwungen.

Jürgen Pföhler am 12.April 2008:

“Deshalb ist es wichtig, dass wir diese Investitionen in die Zukunft mit soliden Partner durchführen. Ich freue mich sehr, dass wir den Spatenstich heute auch mit Unternehmern zusammen machen, die überall in Europa sich umschauen, die ihre Chancen suchen, Unternehmer die hoch kreativ sind, mutig, aber weiß Gott keine Glücksritter sind. Die Mediinvest-Gruppe, heute vertreten insbesondere durch Herrn Richter, werden 80 Millionen Euro hier investieren. Das macht man nicht mal einfach so.”

Knapp 5 Jahre später Jürgen Pföhler vor Gericht (!) so:

Jürgen Pföhler am 12.März 2013:

Nürburgring-Prozess: Landrat Pföhler hatte Zweifel an Betreibern

Koblenz – Vertreter des Landkreises Ahrweiler haben die mittlerweile gekündigten Nürburgring-Pächter schon früh sehr skeptisch betrachtet. Zweifel hätten er persönlich und der Kreistag an deren Konzept und Eignung gehegt, sagte Landrat Jürgen Pföhler am Dienstag im Untreue-Verfahren um die gescheiterte Privatfinanzierung des Ringausbaus vor dem Landgericht Koblenz.

Pföhler sagte aus: «Das hat sich durch die tatsächliche Entwicklung, glaube ich, auch bestätigt.»

Deswegen hat der vor Zweifel und Skepsis geplagte Landrat wahrscheinlich auch Richter/Lindner persönlich beim Schaufeln ausgeholfen.


Samstag, 09. März 2013

Von einer Begründung wird abgesehen.

Unsere Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ist abgelehnt worden. Ohne Begründung. Unanfechtbar.

Ich habe unter 20832.com/prozess die Dokumentation vervollständigt. Scheint so, als sei dieses traurige Kapitel dann auch abgeschlossen.

"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Von einer Begründung wird (..) abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar."

So läuft das heute.

An der Stelle auch nochmal mein ausdrücklicher Dank an all jene, die mich mit Spenden unterstützt haben. Dadurch hat mich der Prozess zwar viele Nerven, aber immerhin kein Geld gekostet. (Aktueller Stand: 1.175,29 €, Gesamtspenden: 11.907,49 €)

OLG Köln, 11.10.2011

Wer sich die detailliert ausgearbeitete Beschwerde einmal durchlesen möchte:

Verfassungsbeschwerde vom 23.12.2011.

Die Abmahung von Kai Richter bzw. seinem Anwalt Gernot Lehr lag vor ziemlich genau 2 Jahren in meinem Briefkasten. Hier noch einmal der zeitliche Ablauf:

Kai Richter hat sich übrigens bei keinem der Termine die Mühe gemacht vor Gericht zu erscheinen.

Rückblickend muß ich gestehen, daß mein Demokratie- und Rechtsverständnis massiv gelitten hat. Jetzt soll auch noch als Gipfel des Ganzen das Volkseigentum Nordschleife verscherbelt werden, nur damit ein paar Versager ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können.

Wo sind denn die Leute, die sich wehren? Gerade der Motorsport, der im Kern von Kampf und Dynamik bestimmt ist wie keine andere Sportart, scheint völlig gelähmt. Die beeindruckenden Leistungen auf der Rennstrecke werden beim Thema Nürburgring durch das Nichthandeln in den Schatten gestellt, opporunistisch und feige sind bei den Adjektiven, die mir dazu einfallen, noch die Harmlosesten.

Wie in einem Paralleluniversum werden neue Autos und Fahrer vorgestellt, bei Facebook betteln sie um Likes wie kleine Kinder - aber wenn’s wirklich darum geht auf den Tisch zu hauen, da müssen sie auf einmal ganz schnell weg.

Ausnahmen bestätigen die Regel und wer noch retten möchte, was zu retten ist, findet bei Otto Flimm die richtige Anlaufstelle.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Samstag, 16. Februar 2013

Steinkühler und die pösen Hacker.

Der NAG Sprecher von Richter/Lindner hatte sich letzte Woche mit seinem Politiker Blog über Peer Steinbrück wieder aus dem Internet zurückgezogen, Schuld waren Hackerangriffe:

“peerblog.de ist als normale Website online gegangen. Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage.”

Stellt sich raus sein Provider Strato weiß nichts davon: “Keine Auffälligkeiten.”

Wieso überrascht mich das jetzt nicht?

(Via.)


Mittwoch, 30. Januar 2013

Also doch Formel 1!?

Das Gezerre scheint beendet, der Ring bekommt das Rennen. Ohne Richter / Lindner, die - so grotesk das klingen mag - Strafanzeige gestellt haben. Also DIE haben Strafanzeige gestellt. Echt jetzt.

Das mit der Fahrerfeldgebühr tät mich mal interessieren - gibt es eine? (Wäre das erste Mal, wenn nicht.) Wer bezahlt die? Die insolvente Rennstrecke?

Also wenn das funktioniert, dann wird es doch wohl auch zu schaffen sein, daß die Nordschleife nicht verkauft werden muß!

UPDATE:

Wilhelm Hahne hat auch noch was.


Dienstag, 29. Januar 2013

Eine Lösung OHNE Lindner.

Das ist nicht nur am Ring hoch im Kurs, sondern auch in Klagenfurt/Österreich, da steht das Seeparkhotel:

Wir müssen bis nächste Woche eine Lösung gefunden haben“, sagt Peter Hauswirth, der jetzt geschäftsführender Gesellschafter ist. Und stellt fest: ”Für uns muss es eine Lösung ohne Lindner geben."


Samstag, 22. Dezember 2012

Wisst Ihr noch? Die Lindner Aufkleber auf dem Audi?

Diese hier?

Eat this Audi:

Wird übrigens von richtig schnellen Leuten gefahren, haben letzte Woche auf BMW das 24h-Rennen gewonnen!


Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Freitag, 14. Dezember 2012

Generalbevollmächtigter.

Ein voll mächtiges Wort, betrifft die umfassende Vollmacht für alle rechtlichen Stellvertretungen.

Von der ist bei Rad am Ring die Rede:

„Es gibt bei Kleinigkeiten noch finalen Abstimmungsbedarf", erklärt Dr. Karl-Josef Schmidt, Generalbevollmächtigter der neuen Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH.

Das ist der Mann, den Kai Richter und Jörg Lindner im Juli 2011 als neue Geschäftsführung der NAG vorgestellt haben.

Na das ist doch mal eine Super Ausgangsposition für einen Neuanfang! Nicht.


Freitag, 30. November 2012

Die Rückgabe des Nürburgrings.

Ich bin dann mal durch den Vergleichsvertrag gestiefelt und hab mitnotiert, was mir so aufgefallen ist.

“Die Rückgabe des Nürburgrings erfolgt dabei insbesondere, um den Klägern die Möglichkeit zu geben, den Nürburgring nach Rückerhalt im Rahmen eines EU-konformen Verfahrens an Dritte zu veräußern.”

So schön Rückgabe klingt, so bedrohlich schließt sich Veräußerung an.

“Für den Zeitraum vom Rückabwicklungsstichtag bis zum Rückgabestichtag ist kein Pachtzins mehr zu bezahlen.”

Heißt also der November war schon NAG-frei.

“Die Pachtsache geht ohne jede Gewährleistung in dem Zustand über, in dem sich die Pachtsache zu diesem Zeitpunkt befinden wird.”

So einen Mietvertrag hätte ich auch gerne mal.

“Hohen Rain 1”

Ist das das Haus in Nürburg, das die NAG komischerweise mal über eine Mittelsfrau gekauft hat? Und keiner sich einen Reim machen konnte, was sie damit wollen? Das hängen sie jetzt dem Nürburgring um?

“Die NAG verpflichtet sich () die Bezeichnung ”Nürburgring“ für geschäftliche Angelegenheiten() nicht mehr zu verwenden”

LIKE!!

“In der () Aufstellung sind alle wesentlichen Verträge () aufgeführt”.

Betonung liegt auf “alle”, d.h. die Zeitbombe ist dann doch eher ein Bömbchen. Super! Denn es kann eben kein “wesentlicher” Vertrag aus dem Hut gezaubert werden wie befürchtet. “Alle” Verträge, die 50k übersteigen können, sind in der Anlage aufgeführt.

“Die NBG tritt () in () noch bestehende Verträge ein. Ausgenommen sind Verträge () der NAG-Parteien mit verbundenen Unternehmen.”

Liest sich für mich so, daß die ganzen Kai Richter Unter-firmchen von Jung Produktion bis Nürburgring TV ihre künstliche Bevorzugung verloren haben. Willkommen auf dem freien Markt! Ob die Kai Richter Ring1 Kabelträger jetzt immer noch “Nürburgring” Arbeitsausweise zur Schau tragen?

“() dass sämtliche Erträge () der NBG zustehen ()”

Erträge! D.h. eventuelle Vorauszahlungen - also Einzahlungen - sind noch nicht erfolgswirksam geworden (noch keine Leistung) - und stehen der NBG zu. Also auch ein Punkt von hier, der adressiert wurde.

WH Sport - (Werner Heinz) - bekommt noch Geld von der NAG? 425k für Borisbeckervermittlung? 86k für Warsteiner Lieferrechte? Krass. Sogar die Instandhaltungsrücklage 600k wird erlassen?

“Der () zwischen NAG und der GHB abgeschlossene () Betriebsüberlassungsvertrag () wird () aufgehoben.”

Sehr gut, diesen Vertrag hat sowieso keiner verstanden. Weil da noch nichtmal Inventar dabei war und die Gebäude usw. gehören sowieso längst uns Steuerzahlern. Das gilt auch für die CST.

Die nennen das Geld auf den verhassten Ringkarten “Fanguthaben”? Was für ein Unwort.

Für die Formel 1 würden die Düsseldorfer Nasen die Anlage für 2 Wochen kostenlos bekommen inklusiver aller Sachleistungen (bis 1 Mio Wert). Personal gibt’s für Nullinger obendrauf. Wir reden hier über Steuergeld und Volkseigentum, wie geht sowas?

“dass () ein gesetzeskonformes Verwertungsverfahren des Nürburgrings nicht möglich ist.”

Meine Rede: nicht verkäuflich!

“Der zwischen der NG und der NAG ab dem 1.5.2010 bestehende Geschäftsbesorgungsvertrag (ohne Datum) …”

Der WAS? Kennen wir den? Helf mir mal einer.

Die CST wird Kai Richter für 1,- Euro abgekauft (MIBV). Jetzt müsste man die aktuellen Zahlen der CST kennen, die letzte veröffentlichte Bilanz (2010) war so gnadenlos rot und wurde erst im Mai 2012 veröffentlicht. Durch Gerd Weisel:

“Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag bilanziell überschuldet. Der Ausweis des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags beläuft sich nach Abzug des Jahresfehlbetrags auf EUR 4.087.668,40.”

Und die wird für 1 Euro gekauft? Vorher war der Geschäftsführer Michael Nuss-Kaltenborn, der eigentlich Michael Nuss heißt und sich aktuell im Koblenzer Untreueprozess verantworten muss.

“Der NG und der MSR ist bekannt (), dass die GHB und die MFM demnächst liqudiert werden sollen”.

Jep, braucht kein Mensch.

“Soweit ein Liquidationsüberschuss entsteht …”

Tja, äh … wie soll ich das jetzt sagen … Also der Edzard Andres Plath, das ist der Geschäftsführer von Grüne Hölle Betriebsgesellschaft und von Marketing & Facility Management Nürburgring. Naja und diese beiden Firmen, also die Position “nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag” - also ähm … siebenstellig (1,2 bzw. 5,4).

“Zwischen der Lindner Hotels AG und der MSR wurden am 26.2.2008 drei Managementverträge abgeschlossen ()”.

Sooo früh?! Am 19.Nov.2007 wurde das Projekt abgesegnet und erst am 12.April 2008 der Grundstein gelegt.

Diese “Lindner-Managementverträge” würd ich ja gerne mal sehen. Als Steuerzahler sollte ich da auch ein Recht drauf haben.

“.. stellt die NAG () die zur bisherigen erweiterten Geschäftsleitung der NAG zählenden Mitarbeiter zur Verfügung ..”

Muss das sein?

“Die NAG ist schließlich bereit, die NBG nach Bedarf bei der Fortentwicklung der Geschäftsbereiche der NBG aus vornehmlich strategischen Gesichtspunkten zu unterstützen. Wird die NAG tätig, erfüllt sie ihre Aufgaben mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns.”

Du - nöö - lass mal.

“.. und der NAG () ein Recht zur (Mit)Benutzung dieser Domains eingeräumt wird.”

Wieso das denn? Die haben doch eine tolle Domain.

Und was ist z.B. mit Facebook und Twitter? Das ist doch komplett NAGverseucht.

“Die NBG wird der NAG () angemessene Räumlichkeiten im Businesscenter zur Verfügung stellen.”

Wo iss’n das? Wir wär’s alternativ mit einer angemessenen Freifahrt mit dem ring°roster?

Unter’m Strich muß man sagen, endlich mal ein Vertrag, der die Bezeichnung auch verdient. Das amtilche Zuschanzdokument vom Hendrik Hering war ja eher ein Nürburgring-Ausbeutungs-Freibrief. Steh ich auch nicht alleine mit der Meinung.

Hätte doch der Jurist Hendrik Hering im März 2010 nur annähernd einen Pachtvertrag dieser Qualität entworfen, dann wäre uns das ganze Theater erspart geblieben. Aber er wollte ja garkeinen guten Pachtvertrag, er wollte bloß die Wahl retten und sein schönes Ministerpöstchen behalten. Und da ist dann so ein Pachtvertragsmüll bei rausgekommen.


Befreiungsvertrag.

Die RZ hat den Vertrag, der den Würgegriff der NAG beendet hat, dann mal komplett geleakt. Mit einem Artikel drumrum.

Richtig so. Kann sich jetzt jeder ein Bild davon machen. Wilhelm Hahne steigt da auch gerade noch tiefer ein.

Der Vertrag wurde am 27.Nov. unterzeichnet, also letzten Dienstag.

Zeitgleich hält die NAG heute übrigens ihr Pressegespräch ab. Man braucht nur die Einladung dazu zu lesen um wissen, daß man das nicht braucht:

"Sehr geehrte Damen und Herren, der Betrieb des Nürburgrings war wirtschaftlich noch nie so erfolgreich wie in den Jahren 2010 bis 2012. Der private Betreiber, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), wird auch 2013 am Nürburgring wichtige Aufgaben übernehmen. Über Projekte, Zukunftsaufgaben und Strategien der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) informieren Sie die Gesellschafter, Jörg Lindner und Kai Richter."

Die einzige Strategie, die ich erkennen kann, ist das verzweifelte Strampeln, irgendwie ohne Gesichtsverlust aus der Nummer rauszukommen. Um je mehr sie strampeln, umso peinlicher wird es.

Die Jahre 2010 bis 2012 gehen sicher in die Geschichte des Nürburgrings ein, aber nicht als die erfolgreichsten, sondern als die schwärzesten. Daß das skrupellose Wirken der NAG erst solche Protestbewegungen wie STR auf den Plan gerufen hat (gegründet 8 Monate nach Nürburgring-Übernahme durch die NAG), sagt eigentlich schon alles.

Lass sie doch strampeln in ihrem tollen Superiorschuppen, am Nürburgring brauchen sie jetzt eine Eintrittkarte wie jeder andere auch.

“Im Anschluss an das Pressegespräch stehen Herr Lindner und Herr Richter den elektronischen Medien für Einzelinterviews zur Verfügung.”

Nein Danke.

(Was sind denn bitteschön elektronische Medien? Stehen die unter Strom?)

“Bei einem kleinen Imbiss können darüber hinaus weitere vertiefende Gespräche mit den Gesellschaftern geführt werden.”

Dann lieber verhungern.

Nach wie vor ist von einem Verkauf des Nürburgrings die Rede, stellt Euch mal vor, Richter/Lindner würden das kaufen. …. Nee, macht es besser nicht :/

Einen Verkauf halte ich nach wie vor für das schlimmste aller Szenarien, wohin ein profitorientierter Betrieb geführt hat, haben die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt: Auspressen von Strecke und Region zum Vorteil Einiger und zum Nachteil von Ring & Sport.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: ein gemeinnütziger Betrieb - ohne Gewinnerziehlungsabsicht - dafür aber mit der Absicht Sport, Historie und Region gleichermaßen zu fördern. Das war die Aufgabe der alten GmbH, nur leider sind da ein paar Leute hohlgedreht und haben den Boden unter den Füssen verloren.

Der Angriff der Schöngeföhnten wurde zwar abgewehrt, aber die Verluste waren enorm und jetzt treibt der Ring angeschlagen auf hoher See. Und es zieht neuer Sturm auf.


Donnerstag, 29. November 2012

Zeitbombe?

Wilhelm Hahne schreibt, daß die Insolvenzverwaltung in die Leistungsverpflichtungen der NAG eingetreten ist, ohne sie zu kennen. Genaugenommen haben angeblich nicht alle Verträge vorgelegen, weil - festhalten - man sie nicht gefunden habe!

Das wäre ungeheuerlich und ich hoffe sehr, daß es nicht stimmt. Denn genau diese Übung - Sichten und Anpassen von 1.000 +/- Verträgen hat die NAG gerade erst hinter sich! Das ist nichtmal 2,5 Jahre her! Und jetzt finden die die Verträge nicht mehr? Wer soll das denn glauben?

Sollte es stimmen, dann bedeutet das, daß jederzeit jemand aus der Hecke springen kann mit einer Leistungsforderung, die nicht nur unvorteilhaft ausgehandelt worden sein könnte, sondern die auch womöglich im Voraus bezahlt worden sei.

Natürlich würden die das nie machen, aber rein theoretisch könnten dann sogar noch nachträglich Verträge vom Himmel fallen, die dann beliebig aus dem Hut gezaubert werden. Wie kann man sich auf solch ein - wenn auch nur theoretisches - Risiko einlassen als Verhandlungsführer?

Nie im Leben hätte ich gedacht, daß Unterschriften unter eine Einigung gesetzt werden, bevor nicht ALLE Verträge haarklein auf dem Tisch liegen. Wo gibt’s denn sowas. Sollte das wirklich so gelaufen sein, dann tickt hier eine Zeitbombe, deren Größe nur Kai Richter und Jörg Lindner kennen.

Von daher hoffe ich, daß Wilhelm Hahne diesmal komplett daneben liegt. Nur die Erfahrung hat gelehrt, daß die Chancen dazu schlecht stehen.


Sie können´s einfach nicht lassen.

Gestern hab nicht nur ich mich gewundert, wieso 2 gegensätzliche Meldungen durch die Medienlandschaft gewabert sind.

Karin Dauscher klärt die bizarren Widersprüche auf:

“Die Sanierer Thomas B. Schmidt und Jens Lieser auf der einen und die Pächter Kai Richter und Jörg Lindner auf der anderen Seite rangen sofort nach der Unterschrift mit getrennten Pressemitteilungen um die Deutungshoheit.”

Finde ich sehr gut in der Rheinpfalz diese Widersprüche direkt mal aufzuzeigen!

Im SWR kam dann der neue Geschäftsführer Schmidt zu Wort:

“Operativ haben die Herren Lindner und Richter am Ring keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr.”

Frage: “Warum behaupten die dann in ihrer Pressemitteilung was anderes?”

“Fragen Sie mich mal was Leichteres!”

Überraschung! Nicht.

Ich weiß zwar nicht, was man als Interims-Hotelbetreiber und potentiellem Formel 1 Ausrichter noch für großartige Pressekonferenzen veranstalten will, aber bitteschön: die NAG - also das, was davon noch übrig ist - lädt am Freitag zum Pressegespräch. Wo? Im Hotel. Harhar. Freut sich der Herr Metzner sicher schon wie ein kleines Kind, daß er wieder Kaffee rumtragen darf! Und wer dumme Fragen stellt bekommt eine vor die Zwölf?

Auch wenn man jetzt mal kurzfristig aufatmen kann, die nächste Bedrohung steht schon vor der Tür:

Horrorszenario Zwangsversteigerung.


Dienstag, 27. November 2012

Die Tyrannei der NAG ist beendet.

Heute wurde die Ära von Kai Richter und Jörg Lindner am Ring beendet. Ein Stückchen wiedergewonnene Freiheit nach 29 Monaten Geiselhaft für die Nordschleife:

“Die NAG scheidet damit aus der operativen Geschäftsführung des Ringgeschäfts aus.”

In den beiden Hotels, im Ferienpark und bei der Formel 1 haben sie noch Aktien, aber die Nordschleife wurde heute von ihrem Würgegriff befreit.

Ich wußte auch nicht, ob ich der Pressemitteilung der Insolvenzverwalter bzw. der Nürburgring GmbH trauen kann, besonders weil der Spiegel diesen eher irreführenden Artikel veröffentlicht hat:

“Demnach sollen die ungeliebten Pächter möglicherweise noch bis Ende 2015 diverse Führungsaufgaben am Ring übernehmen und dafür ein Millionenhonorar kassieren.”

Aber ich hab ein bisschen telefoniert und die Verträge seien unterzeichnet, die NAG Herrschaft über die Rennstrecken ist beendet. 1.5.2010 bis 27.11.2012 - was für eine Horrorphase. Nur damit die SPD sich über die Wahl retten kann.

Auf Nimmerwiedersehen NAG!

Wärst Du uns doch bloß erspart geblieben.


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Donnerstag, 15. November 2012

Ein Projektentwickler zusammen mit einem internationalen Hotelkonzern.

Ziemlich genau so klingt der Anfang vom Ende des Nürburgrings.

Und genauso steht das wörtlich im aktuellen Sauerlandkurier, ganz klein und schüchtern auf Seite 2 unten rechts.

Die Reizwörter Biggesee, Mediinvest, Kai Richter oder Edzard Plath tauchen nicht auf, reiner Zufall wahrscheinlich. Dafür aber “Lindner Hotels AG”. Ich kenn mich in der Gegend nicht aus, aber Attendorn ist Biggeseestadt:

goo.gl/maps/hnh4T

2.Anlauf?

Heute abend ist jedenfalls Informationsveranstaltung:

“Die Stadt Attendorn lädt zu einer Informationsveranstaltung über „Entwicklungen im Erholungsbereich Waldenburger Bucht“ am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr in die Stadthalle ein.”

Wäre ich Attendorner oder Biggeseeanwohner würde ich hochalarmiert heute abend dort in der Stadthalle sitzen. Mit SAVE THE RING T-Shirt.

Mediinvest gehört wohl ein 5 Hektar Grundstück an der Waldenburger Bucht. Seit dem denkwürdigen Auftritt im Mai 2011 ist es ruhig geworden um Edzard Andres Plath - also von den hektischen (?) tiefroten Unternehmensabschlüssen mal abgesehen. Damals hieß es noch

Ende mit Schrecken: Mediinvest wirft die Brocken hin.

Das war vor 1,5 Jahren in Olpe, aber Attendorn war auch schon beteiligt:

“Äußerst dünnhäutig zeigte sich gestern Abend Mediinvest-Chef Kai Richter. Er erklärte, keine Zukunft für das Gesamtprojekt zu sehen, weil eine ”unsachliche, an Personen statt an der Sache orientierte Diskussion“ entstanden sei.”

Siehe auch hier / hier und hier.

Wenn Kai Richter und Jörg Lindner kurz vor der Insolvenz ihrer NAG wirklich nichts besseres zu tun haben, dann läßt das ja tief blicken. So sehr ich mir auch wünsche, daß sie nach 5 Jahren Abwirtschaften dem Ring endlich den Rücken kehren, so sehr tut einem aber auch schon jeder leid, wo sie als nächstes aufschlagen. (Eine Ausnahme gibt es, könnt Ihr Euch sicher denken. Aber das werden wir wohl leider nicht erleben.)

Wenn man schon auf mich nicht hört, dann vielleicht auf die, die grade am Ring die Scherben zusammenkehren:

"Die Sanierer werfen den privaten Pächtern eine „verantwortungslose Interessenspolitik“ vor. „Hier werden Mitarbeiter, Veranstalter und die Region in Geiselhaft genommen“, kritisierte Nuvoloni. „Das ist eine Geschäftspolitik der verbrannten Erde.“


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Sonntag, 11. November 2012

NAG oder Nicht-NAG?

Während die Insolvenzverwalter schon durchblicken ließen, daß die Tage der NAG gezählt sind, macht die mal gepflegt die Lavagrube wieder auf. Oder wie es im NAG-Speak heißt: Destination Offroad-Park. Es gibt auch eine Pressemeldung dazu und dieses hochpeinliche Presse-Bild. Das ist nicht nur grottenschlecht, auch das Gelände ist zum Fremdschämen. Das macht ja jeder halbwegs selbstbewusste Defender noch vor’m Kaffee. Der Bildname heißt 03-Offroadpark-Gelaende-Copyright-Nuerburgring-Automotive-GmbH.jpg - als würde da jemals jemand auf die Idee kommen das irgendwo freiwillig zu zeigen. Hab dann mal in die Exif geschaut und es ist diese Kamera bei rausgekommen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die NAG Presse so am Boden liegt.

Den “Park” an sich, also die Grube, kann man nur wieder als verpasste Chance ansehen. Das kommt dabei raus, wenn sich Leute mit Ledersöhlchen und Manschettenknöpfen auch mal schmutzig machen wollen. Da gibt’s dann Module, wie z.B. “Loses Geröll”.

Und das ausgerechnet in der Eifel. :/

Ich weiß zwar nicht warum die das schreiben, aber es wird gestrunzt mit

“Dauer des Umbaus: ca. 12 Monate”

Vielleicht ist es aber auch nur eine Finte, um die Abfindung höher zu schrauben. Das würde das Popel Presse-Foto und die hektisch zusammengenagelte Webseite erklären: “Termine folgen in Kürze.”

Eine Sache ist allerdings beim “Offroad Park” richtig abenteuerlich: nämlich die Art und Weise, wie wir Steuerzahler seinerzeit das Gelände der “Camp4Fun” abgekauft haben. Das hatte der Rechnungshof mal detailliert aufgezeichnet.

Oder als im Juli 2007 ein mit 20 (!) Personen besetzter LKW umgekippt ist. Wilhelm Hahne hatte sich auch damit beschäftigt.

Der NAG ist aber auch was umgekippt letzte Woche: ihre Behauptung sie habe keine martkbeherschende Stellung. Das ist vom OLG Koblenz am Donnerstag gekippt worden, das Gericht spricht ausdrücklich von einer Sonderstellung der Nordschleife Touristenfahrten - kurzum: Monopolstellung.

Den Prozess hat Ron Simons geführt und nun Anspruch auf Schadensersatz.

Im Vorfeld hatten Ron und ich uns viele Mühe gegeben, dem Landeskartellamt einen Einblick in die Besonderheiten am Nürburgring zu vermitteln. Seitdem hab ich aus der Ecke nichts mehr gehört. Obwohl die doch dem Wirtschaftsministerium - also Eveline Lemke - zugehörig sind. Oder muß es heißen weil?

Ratet mal, von wem dieser Text stammt:

“20 alteingesessene Hoteliers und Gastronomen aus der Eifel hatten im November 2009 einen Hilferuf an das Landeskartellamt geschickt. Durch Kopplungsverträge zwischen Rennstreckennutzung und Auslastung der Gastronomiebetriebe Grüne Hölle und Lindner sahen sie sich einem unlauteren Verdränungswettbewerb ausgesetzt. U. a. auch deshalb, weil das Vier-Sterne-Hotel am Ring Zimmerpreise für 33 Euro bot und damit einen ruinösen Preiskampf einläutete. Die Kartellbehörde hat die Vorwürfe laut Wirtschaftsministerium umfassed geprüft, insbesondere die Frage, ob gegen das Behinderungs- und Missbrauchsverbot verstoßen wurde, hat jedoch keine Verdachtsmomente entdeckt.”

“Die Adenauer reagieren derweil mit einem Auftrag an eine Rechtsanwaltskanzlei in Koblenz, die für sie juristische Schritte prüfen soll. Hierfür ist wichtig zu wissen, dass Landeskartellamt und Wirtschaftministerium (Hausherr ist Minister Hering, der jetzt federführend den Nürburgring betreut) in einem Hause sitzen. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären. Dass das Land nicht gegen sich selbst vorgehen würde, scheint jedem klar, zeigt aber hier einen ”Mangel“ im System. Ich bin auf die Auskunft der Rechtsanwälte sehr gespannt, denn im Zweifel müsste die Politik (also auch wir GRÜNE) eine Lösung für diesen ”Mangel“ ausarbeiten. Das bedeutet Arbeit, die ich für die Menschen gerne mache!”

Das war Eveline Lemke am 10.Februar 2010. Die im März 2011 jenen Hendrik Hering im Amt beerbt hat. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären?

Und ich Naivling hab diesen Worten tatsächlich geglaubt. Doch das Versprechen des “korrigieren” ist durch eine Realität des “arrangieren” ersetzt worden.

Trotz aller Frustrationen muß man aber auch nüchtern mal die kleinen Erfolge verbuchen: Kurt Beck ist so gut wie vom Tisch, auch wenn die komme-was-wolle-zusammenschweissten Genossen ihm jetzt alle die speckige Schulter klopfen. Und in Koblenz haben wir schon 8 Verhandlungstage erlebt zu einem Prozess, den die jetzt Angeklagten (und auch ich) vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Ausbaufähig.


Freitag, 02. November 2012

Amtlich pleite.

Kam gerade in der Zeitung:

“Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Nürburgring ist jetzt auch offiziell eröffnet.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Wir natürlich, die Schlechtredner, ewig Gestrigen und Kritiker. Wie war das noch? Das Geschrei in der Region muss aufhören.

Wenn sich nichts mehr dreht, dann wird’s ruhig.

Daher an dieser Stelle nochmal mein allerherzlichster Dank an all die Buckler und Mitläufer, die sich für

[ ] ein paar Euro
[ ] VIP Karten
[ ] Schnittchen
—————–
(zutreffendes bittes ankreuzen)

kaufen lassen.

Wo sind sie auf einmal alle? Manche poppen im gegenüberliegenden Lager schon wieder hoch, sogar wenn sie gleichzeitig bei der NAG noch als Empfänger geführt werden. (Hier auch gleichzeitig, gleichzeitig.)

Gerade eine Motorsport-Legende wie Hans-Joachim Stuck hätte das Zeug gehabt zu warnen, denn auf ihn hört man. Stattdessen weiht er das Eifeldorf ein, wird selbst bei VLN 10 noch als VIP zum Essen gereicht und huldigt bei der Formel 1 Übertragung Lindner und Richter als tüchtige Unternehmer. Die NAG auf dem 24h-Lambo fügt sich in’s Bild.

Daß man die Entwicklung nicht schon lange vorher wusste, kann mir keiner erzählen. Da braucht man nur mal in diesem alten Thread von 2007 zu lesen: Insolvenz mit Ansage. Seit mehr als 5 Jahren spielen wir jetzt schon Don Quijote. Merkwürdig, wenn wir popeligen Ringfans den Durchblick haben, aber andere fleissig weghören und uns gleichzeitig mit Propagandagetöse aus allen Agenturrohen übertönen. Und falls das nicht reicht, wofür gibt’s denn einstweilige Verfügungen?

Kurt Beck am 31.7.2012: “Das haben wir uns nicht ausgedacht, das waren Prognosen renommierter Wirtschaftsprüfer.”

(Klick auf’s Bild, Link.)


Donnerstag, 01. November 2012

Die Lage ist ernst.

Auch wenn die Mehrzahl der Leute das völlig verpeilt hat - das ist sie schon seit mindestens 5 Jahren.

Guido Quirmbach - Speedweeker & Adenauer in Personalunion - war am Dienstag bei der CDU Veranstaltung mit Haug-Tomczyk-Meyersrenken - und fasst die Veranstaltung und die aktuelle Situation zusammen. So schlimm und verfahren die Lage inzwischen auch ist.

“Seit Juli ist der Nürburgring nun insolvent, mit dem heutigen 1.11. wird das Verfahren wohl offiziell eröffnet. Die Pächter sollten bis 31.10.2012 das Feld räumen. Ob Lindner und Richter damit endgültig draussen sind, hofft wohl jeder, dem etwas am Motorsport und dem Nürburgring liegt, aber will auch niemand so richtig glauben oder gar bestätigen. Dabei wäre es dringend notwendig, um das Land in Sachen Nürburgring handlungsfähig zu machen.”

“So forderten Tomczyk ebenso wie Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug sich des «automobilen Kulturguts Nürburgring» (Tomczyk)und des «Grundwertes Nordschleife» (Haug) anzunehmen und das Problem Nürburgring als «nationale Angelegenheit» zu behandeln. Dafür müsse die Angelegenheit aus Mainz hinaus nach Berlin getragen werden, sprich, die Bundesregierung muss eingeschaltet werden.”


Musiker und Dichter ...

… für Lindner und Richter.

Auf der NAG Facebookseite.

Eigentlich dürften die heute garnicht mehr da sein.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt.

Das mit der Charme-Offensive vom Heissgetränke-Beauftragten am Samstag war wohl nur bedingt erfolgreich:

Sie sind noch gar nicht weg, da wird auf ihrer eigenen Facebook-Seite schon ihr Abschied besungen. “Netter Titel zum wörtlich nehmen”, schreibt da ein User auf der Nürburgring-Pinnwand und verlinkt dazu das Youtube-Video des Songs “You have to go”. Gemeint sind die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter. Ihnen gibt der kecke Facebook-User den Hinweis: “Nicht vergessen: Morgen ist Stichtag!” Inzwischen überbieten sich Nutzer damit, Musikvideos an die Nürburgring-Pinnwand zu posten. Von “Sag beim Abschied leise Servus”, einem Schinken aus dem Jahr 1932, über “Never Come Back” bis zum unvermeidlichen “Time To Say Goodbye.”

Steht in der WiWo. Dreht sich um den Abgang der NAG, der irgendwie immer noch nicht auf die Reihe kommt.

Das ist nämlich so:

“…im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt …”

Weiss zwar nicht wie sowas geht, aber steht in der FAZ - dann muss es ja stimmen.

Was haben die damals für ein Wind gemacht:

“In den zurückliegenden Monaten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft in diesem Sinne am Ring mit den jetzigen Pächtern nicht möglich ist, das Vertrauen in der Region und in der Mitarbeiterschaft ist aufgebraucht. Zudem bin ich als Sachwalter für das Land gezwungen, aus dem Umstand, dass die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt wurde, Konsequenzen zu ziehen. Ich habe deshalb heute dem Kabinett vorgeschlagen, die Nürburgring GmbH zu bitten, den Betriebspachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH sowie alle weiteren relevanten Verträge, insbesondere den Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel 1 Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring, unverzüglich außerordentlich zu kündigen.”

Nee iss klar, deswegen auch:

“… derzeit verhandeln die Ring-Pächter Lindner und Richter mit Formel–1-Boss Ecclestone, ein Ergebnis steht noch aus.”

Wenn jeder der NAG auf Facebook einen netten Gruß da läßt, dann will ich natürlich auch nicht fehlen:

Die Taschen voll, der Ring am Ende -
die schlimmsten Jahre der Legende.

Beton°geschwüre, Kitsch und Gier -
ohne euch war’s schöner hier.

Auch wenn der Müll noch lange steht:
geht nur, aber geht!


Sonntag, 28. Oktober 2012

Mikebericht von VLN 10.

Rennleiter Andreas Thamm: “Aufgrund der Witterungsbedingungen mussten wir das Rennen schweren Herzens absagen.”

So könnte man den 10.VLN Lauf zusammenfassen.

Oder so:

Die Wettervorsage war alles andere als vielversprechend - eher passend für die K-AW. (… die übrigens in 2 Wochen stattfindet.)

Als ich am Freitag mittag am Ring angekommen bin, ist mir neben dem kalt! als erstes aufgefallen, daß die Phoenix-R8 prominente Lindner-Aufkleber rundum draufhaben. Das war bei VLN #9 noch nicht so. So gesehen natürlich extraschade, daß der Lauf ausgefallen ist, denn so konnte ich garnicht keine Fotos von den beiden machen.

Dann doch lieber BMW - und Schubert hatte dieses Mal drei Z4 dabei. Dieser hier wurde von HGR probepilotiert, es war sogar ein kleines Bärchen drauf.

Die anderen beiden Z4 waren aber spannender, zum einen natürlich der 2.Auftritt des “Ja zum Ring!” …

… und zum anderen der von Uwe Alzen:

Der STR Z4 wieder eine Augenweide und endlich konnte auch “Aziz” Abdulaziz Al Faisal im Auto Platz nehmen, nachdem wir ihm letztes Mal die Nase lang gemacht haben und er zuhause wegen Gallensteinen operiert werden musste.

Mit Rennenfahren war leider wieder nix, dafür konnte er sich aber 1:43 und 1:1 gleichzeitig anschauen:

Es gibt sogar ein Making-Of davon! :)

und zumindest am Freitag ein paar Ründchen drehen:

Aber am Samstag leider nur in der Lounge statt auf der Bahn:

Für Aziz geht im Gegensatz zu uns die Saison erst los, er fährt in der Middle East Championship und ist dort der Mann, den es zu schlagen gilt. Das Design von seinem Auto ist auf jeden Fall schon ein Gewinner - ein echter Andy Blackmore. Fehlt nur noch das N! ;) Apropos: obwohl nur Freitags unterwegs hat das “Ja zum Ring”-N vorne links schon Schrammen für ein ganzes Jahr:

Die Kämpfer-Ns sind sowieso meine Lieblings!

Zu dem Rätsel mit der neuen Nürburgring Betreibergesellschaft wusste man auch im Fahrerlager nichts Neues, dafür gab es aber diesen schönen Aston Martin zum ersten Mal:

Den hat das bewährte Erfolgsteam Farnbacher/Simonsen in die Eifel gebracht.

So sieht der Dominik übrigens aus, wenn er grade den Helm auszieht:

Also so wie immer! :))

Der Wagen ist echt ein Hingucker:

Hoffentlich sehen wir den nochmal!

MarcVDS war mit dem schönen Z4 auch da:

Bei dem Preis für die weiteste Anreise ist Jim Glickenhaus mit dem P 4/5 ganz vorne mit dabei:

Ein paar Infos hab ich dem Jim auch rausgeleiert, so ist der 24h Einsatz vom P 4/5 für 2013 noch nicht fix. Und sein geplanter Start in Le Mans muss auf jeden Fall bis 2014 warten. Er war auch in Woking um sich den P1 anzugucken, soll 1,2 Mio. kosten. Welche Währung oder ob netto bzw. brutto hab ich dann garnicht mehr gefragt. So richtig gefällt er ihm aber nicht, weil ihm fehlt ein bischen der Charakter. Und zeigt dabei an seinem Auto auf ein paar Kratzer bzw. Kohlerfaser-Ausbesserungen, die alle eine Geschichte erzählen und das Auto erst zu dem machen, was es ist. Ein Rennauto mit Historie und Patina. Gefällt mir.

Schön war auch, daß fleissig Fans …

und Streckenposten gegrüsst wurden:

Fabian hat auch Adi in Erinnerung gehalten:

Doch die vielen Grüße und schönen Autos haben nichts genutzt, Adi’s Ampel blieb Rot:

Da nützt auch der fotogene Kehrwagen nix:

Kein Wunder bei dem Wetter:

Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich dann noch ausgerechnet in der Phoenix Box - also die mit den neuen Lindner-Aufklebern. Werner Frowein war über die Sticker genauso überrascht wie ich, als genau in diesem Augenblick sich zwei Lindners einen Weg durch die Box bahnten und dabei fröhlich Umsonstkaffee verteilten. Ich hab natürlich dankend abgelehnt mit den Worten “Da verdurste ich lieber, als daß ich einen Kaffee von Lindner trinke” worauf einer der beiden direkt laut wurde.

Stellt sich raus das war der Herr Direktor vom Lindner. Muß ihn mächtig aufgeregt haben, denn zuhause am Computer meinte er auf Facebook ich hätte ihm mit meinem dummen Gequatsche fast den schönen sonnigen Tag kaputtgemacht. Und daß er mir eigentlich eine vor die 12 hauen wollte, aber man sollte lieber eine “alle die finden, dass MF ein depp ist” Facebookgruppe gründen.

Einer von den 15 Leuten, die das liken, ergänzt dann noch den Vorschlag “Radmuttern lösen und Bremssattel entfernen”.

Die Naivchen glauben wahrscheinlich wirklich sie könnten mit ein paar Kannen Kaffee die große Sympathieoffensive starten. Wobei ja noch die Frage zu klären wäre, ob der Kaffee von Lindner bezahlt wurde oder unterm Strich doch nicht vom Steuerzahler. Wie war das nochmal mit den Pachtzahlungen?

Und sollten die nicht im Oktober das Feld räumen? Das wär dann Mittwochabend - packen die schon? Oder alles wieder warme Luft?

Bei meiner Frage an den Dirk Metzner, ob das denn jetzt der Abschiedskaffee sei, ist der zwar fast explodiert, aber Antwort gab es keine. Also zumindest keine zu dem Thema, nur ein Kommentar über meine Eltern (WTF?).

Ein ganz persönliches Jubiläum hatte ich dann auch noch zu feiern, denn am Wochenende hab ich die 70.000 Fotos vollgemacht, die auf 20832.com zu sehen sind seit dem Startschuss als nurburgring.de vor 12 Jahren. Die gesamte Historie ist hier und die von VLN 10 sind hier zu finden.

Und wie jetzt die lange Winterpause überbrücken?

Der Vorschlag von Uwe Alzen:

Die irre DVD Scheibe von Stereoscreen (Tim & Nick Hahne) ist endlich draussen und am Ring wurden die ersten Exemplare verkauft:

Gibt es als DVD und Bluray, ich bin echt froh, daß solche Produkte mit soviel Herzblut und technisch perfekt umgesetzt werden.

Viel Spaß mit der Winterpause haben auf jeden Fall die neuen Meister, demnächst an Ihrer Lieblingsrennstrecke mit der 1 unterwegs:

Obwohl der Scirocco mir besser gefallen hat, als noch Ns draufwaren ;)

Also bleibt nur einpacken und gespannt sein, was 2013 alles aus dem Auflieger geschoben wird!

Und eine kleine Bitte:


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Montag, 03. September 2012

Rad am Ring 2013: Feindliche Übernahme.

Richter/Lindner (NAG) kapern dann mal Rad am Ring, hatte ich hier ja auch schon kurz. Daß die aber nichtmal davor zurückschrecken, WÄHREND der Rad am Ring Veranstaltung Banner-Werbung für ihre 2013 geplante eigene Veranstaltung zu machen, offenbart einen neuen Level von Skrupellosigkeit. Unter rad-und-run.de kann man sich bei der NAG schon für 2013 anmelden, Ausschreibung, Preis und Termin - alles fertig. Sogar den Sponsor BULLS haben sie übernommen. Ich werd mich hüten auf die #§&%$ zu verlinken.

Aus dem Rad am Ring Newsletter, wurde eben verschickt:

“Jubiläumsveranstaltung mit unappetitlichem Beigeschmack

Mehr als 10.000 Radsportler und Läufer feierten am Samstag und Sonntag erneut ein bemerkenswertes Breitensportfest bei Rad am Ring und dem Hochwald-Nürburgring-Lauf. Alleine 5.186 traten bei den 24-Stunden-Rennen in die Pedale und markierten damit einen neuen Teilnehmerrekord. Doch es gab nicht nur Grund zur Freude.

„Wir sind stolz auf das, was wir für unsere Teilnehmer geschaffen haben, die unseren Dank für ihren großen Anteil an diesem Erfolg verdienen”, berichten die Organisationsleiter Willi Schüller und Hanns-Martin Fraas. Jedes Rädchen der Veranstaltung, das von einem der insgesamt rund 500 Organisatoren und Helfern aus der Region rund um den Nürburgring gedreht wird, greift ins andere – und das von Jahr zu Jahr reibungsloser.

Einen unappetitlichen Beigeschmack bekam das Jubiläum durch die öffentliche Ankündigung der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), das Veranstaltungspaket Rad & Run am Ring im kommenden Jahr in Eigenregie organisieren zu wollen. Entsprechende Banner wurden während der laufenden Rad & Run am Ring-Ausgabe am Boxengebäude platziert sowie Plakate und Flyer gestaltet und aufgehängt.

Schüller und Fraas geben sich einerseits gelassen, anderseits kämpferisch. Dass die Automotive GmbH am Nürburgring nach 2012 überhaupt noch aktiv ist, ist laut Medienberichten eher unwahrscheinlich. „Für diesen Fall haben wir auch positive Signale von Insolvenz-Geschäftsführer Prof. Schmidt”, sagen Schüller und Fraas . „Sollte die NAG 2013 auf diesem Konfrontationskurs bleiben, haben wir ein starkes Bündel juristischer Möglichkeiten, uns gegen diese Trittbrettfahrerei zu wehren. Uns – wie geschehen - eine gemeinsame Zukunft vorzugaukeln und stattdessen zu versuchen, sich unser Know-how anzueignen und uns dann kaltblütig abzuservieren, halten wir für ein befremdliches Geschäftsgebaren, das wir weder menschlich noch juristisch akzeptieren werden.”

Die Erfahrungen aus 10 Jahren Rad am Ring liegen bei Schüller, Fraas und der „Rad am Ring”-Truppe. Die ist keinesfalls gewillt, nach zehn Jahren mühevollen Ackerns die Ernte von anderen einfahren zu lassen.

Herzliche Grüße Ihr “Rad am Ring”-Team”

Die mit denen noch Geschäfte machen sollte das eigentlich zu denken geben.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung greift auch das Thema auf: erfolgreiche Veranstaltungen werden von der NAG gekapert. Das wird natürlich gleich gesteinkühlert - war ja nicht anders zu erwarten. Die NAG Handlungen sind inzwischen so durchsichtig wie eine frisch geputzte Windschutzscheibe. Wem wollen die eigentlich was vormachen?

Am besten ist das hier:

“In den vergangenen Jahren gab es zum Teil erhebliche Kritik an der Veranstaltung, die auf den Betreiber des Nürburgrings zurückfiel. Das wollen wir in Zukunft verhindern.”

Ich weiß aus eigener Teilnehmererfahrung auch genau wann das besser war: in der Vor-NAG-Zeit.

Daß ausgerechnet jetzt der RC Herschbroich vorgeführt wird - die kleine Gemeinde Herschbroich ist eine von den 4 Ortschaften, die innerhalb der Nordschleife liegen.


Dienstag, 28. August 2012

10 Jahre Rad am Ring - Weiterführung ungeklärt. Wie so vieles am Ring.

Kommendes Wochenende ist wieder Rad am Ring und da war ich ja auch schon ein paarmal dabei. Auch beim allerersten Mal 2003:

Da sind wir mit 31 (oder so) 4er Teams in’s 24h-Rennen gestartet. Ist ‘ne Weile her, damals waren sogar die Schilder noch grün:

(Wenn mich nicht alles täuscht ist das der Fabian Sigwart?)

Dieses Jahr dann also die 10.Veranstaltung mit dem RC Herschbroich und es werden 11.000 Sportler erwartet.

Hat sich ganz schön gemausert. Und das weckt natürlich Begehrlichkeiten, könnt Euch schon denken bei wem. War ein großer Artikel gestern in der Rhein-Zeitung:

Da steht:

“Die Zukunft ist noch offen. Denn im Mai teilten die amtierenden Pächter Richter und Lindner (..) mit, dass sie das Ding künftig selbst übernehmen wollen. (..)

Es gibt bislang noch keinen bestätigten Termin und keinen neuen Vertrag für 2013.

Willkommen im Club!

UPDATE:

Der Rad am Ring Artikel ist jetzt auch online verfügbar.


Freut euch gefälligst und hört auf zu dummschwätzen.

Heute kam eine 6-minütige Ringreportage im ARD Morgenmagazin: Die Nürburgring-Pleite und ihre Folgen.

Starring (in sequence of appearance):

  • “Retti” Retterath
  • Uschi Schmitz
  • Reinhold Schüssler und
  • Jörg Lindner mit seinem Fahrer Andy Gülden

Retti:

“Diese Erlebniswelt hat ja eigentlich keiner gebraucht und auch keiner gewollt - und auch die Kritiker haben das schon richtig erkannt, aber es war ja nichts zu machen! Es war eine politische Sache und es wurde durchgezogen. Man galt hier als Nestbeschmutzer, als Behinderer des Fortschritts und es war nichts dran zu machen.”

Sowohl Uschi …

… als auch Reinhold Schüssler drücken ihre großen Sorgen aus.

Dann kommen Andreas Gülden und Jörg Lindner.

Wir haben jetzt mit vielen Menschen in der Region gesprochen, die haben gesagt, daß das Ding ‘ne Nummer zu groß war hat man vorher schon gewusst. Waren die schlauer?

Jörg Lindner (Andi Gülden fährt, grinst):

“Keine Ahnung ob die schlauer waren - ich hab auch keine Ahnung ob die das tatsächlich vorher alle gewusst haben - was ich ganz sicher weiß ist, daß das völlig irrelevant ist.”

Warum?

“Ja weil es jetzt da ist. Und mein Appell an die Region ist eigentlich der Folgende: aufhören zu schwätzen, die Leute hier in der Region sollen sich freuen, daß der Nürburgring da ist, das ist in Europa eine einmalige Rennstrecke - gerade mit den Gebäuden drumherum - und die Leute sollen sich einfach freuen, daß der Umsatz hier des Nürburgrings sich zum Wohle aller in der Region verdreifacht hat. Und die Dummschwätzerei soll aufhören.”

Also zusammengefasst: während die Angst um sich greift verlangt der als “Nürburgring Pächter” seit 7.Februar gekündigte Nürburgring-Pächter, daß wir uns gefälligst zu freuen haben, daß es den Nürburgring gibt und er sich auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen vollschaufelt - achja, und die Dummschwätzerei: aufhören gefälligst. Ende der Durchsage. (Andi grinst.)


Montag, 20. August 2012

DTM gucken.

Hier gibt’s den DTM Lauf von heute auf dem Ring in HD:

Die sagen am Anfang auch was über die Insolvenz - nicht ganz erwischt und dem gekündigten feinen Herrn Lindner eine Bühne gegeben, aber immerhin nicht ausgeblendet (hallo VLN!).

Ich war selber auch vor Ort um dem Steff die Daumen zu drücken, natürlich aber auch um mal hinter die Kulissen zu schauen. Ist ja sonst nicht so einfach bei dieser klinischen Veranstaltung.

Martin Tomczyk von Steff’s RMG ist dann auch Dritter geworden - super - Glückwunsch!

Hab auch noch andere Leute getroffen, z.B. den Dirk …

… mit schickem Telefon …

… und noch schickerem - weil GT2! - Dienstfahrzeug.

Gustl Farfus war auch da, …

… mit den richtigen Sponsoren!

Die Herren Kankkunen und Alén gewinnen den Lässigkeitspreis:

Sind gegen Carlos Sainz gefahren (Scirocco Cup) - da war doch mal was?

Was die da an Häusern hochziehen für das Wochenende ist echt nicht normal.

Ist der schönste Wagen, den der Steff da mit seiner Truppe im Einsatz hat!

Allan war auch da - ein richtiges Revival der alten Audi 200 Mannschaft:

Der wahre Analytiker sitzt übrigens unauffällig in der Ecke:

Und noch ein Detail: N-fizierter Boxenstand. Da wird’s jetzt eng für die anderen Teams!

Danke nochmal an Steff, der sich echt Zeit genommen hat - obwohl er doch andere Sorgen haben müsste. Wirklich gute Leute hat er da zusammen, die Bezeichnung “Neues Team” wird dem nicht gerecht, die verstehen sich blind - kennen sich gut - und ziehen routiniert und besonnen ihr Ding durch.

Da geht noch was! :)


Sonntag, 19. August 2012

Hört sich eher an wie eine Drohung:

“Die Kunden des Nürburgrings können sich weiterhin auf die zuverlässige Beratung, Betreuung und Durchführung ihrer Veranstaltungen durch die Nürburgring Automotive GmbH verlassen.”

Das einzige was bei Kai Richter und Jörg Lindner zuverlässig funktioniert ist deren persönliche Vermögensbildung bei gleichzeitiger Enteignung der Bevölkerung.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Mittwoch, 15. August 2012

Lindner/Richter-Sprüche, heute vs früher.

Während alle gelähmt zuschauen wie die nichtzahlenden Pächter den Begriff ehrbarer Kaufmann definieren, habe ich mal ein Sprüchevergleich Heute / Früher gemacht:

Heute:

Jörg Lindner:

“Man kann sich leicht ausrechnen, dass die Pacht für die Bedienung und Ablösung der Kredite nie gereicht hätte.”

NAG:

“Die (..) Gebäudeschäden (..) des Eifeldorfs „Grüne Hölle“ betreffen ausschließlich die Verantwortlichkeit der Immobiliengesellschaft Nürburgring GmbH (NG).”

2008/2009

Kai Richter:

“Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht.”

Richters Unternehmen Mediinvest ist über die Tochter MSR Projektentwickler und Investor am Ring: Es zeichnet für (..) das Eifeldorf “Grüne Hölle” (..) verantwortlich.

Lindner Hotels:

“Lindner und Mediinvest geben dem Nürburgring ein neues Gesicht”

Ich wüsste ja gerne mal wie positiv die Fortführungsprognose der NAG aussieht, aber ohne veröffentlichte Bilanzen fällt mir das schwer.


Donnerstag, 02. August 2012

Der 1.August 2012 war wohl Nürburgring-Tag.

Aber kein schöner Anlaß. Die Sondersitzung im Landtag hat etliche Berichte hervorgebracht. Passiert ist natürlich nichts, die Regierung hat sich gewunden wie eh und je und sich brav verprügeln lassen. Kurt Beck übernimmt heroisch die Gesamtverantwortung - als hätte er die nicht schon sowieso. Ja und? Ja nix und.

Hier eine Sammlung von Links, auch heute wieder Thema in der 20:15 Tagesschau - das ist schon sehr bemerkenswert.

Übrig Ns: Räuber Hotzenplotz wurde heute 50.

UPDATE:

  • Rheinpfalz, Kommentar Karin Dauscher - Zur Entschuldigung wurde er dem Vernehmen nach von der rot-grünen Koalition gedrängt. / Dass Beck bestellte Jubelnachrichten braucht, zeigt, wie angeschlagen er ist.

  • General Anzeiger Bonn und Kommentar von Ulrich Lüke, Ministerpräsidenten deutscher Bundesländer sind schon aus viel nichtigeren Anlässen zurückgetreten, als es die Millionenpleite in der Eifel ist. / Nachmittags das Parlamentsplenum stundenlang debattieren zu lassen, nachdem vorher der entscheidende Landtagsausschuss Hunderte von Millionen zur Milderung der Krise freigemacht hat, ist die falsche Reihenfolge. / Das Beste ist aus jetziger Sicht, dass wenigstens der alte Ring gerettet werden kann.

UPDATE:

The European: Der Beck-Effekt / v. Jennifer Nathalie Pyka -

Kurt Beck steht exemplarisch für einen arroganten Politikstil. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein zieht sich quer durch alle Ämter. (..)

Beck wiederum sagt zwar, die „gesamtpolitische Verantwortung“ für das Debakel zu übernehmen, allerdings meint er es nicht so. Denn ein Rücktritt kommt ihm selbstverständlich nicht in den Sinn, womit Worte eben nicht zu Taten werden, sondern ausgeleierte Hülsen bleiben. (..)

Christian Wulff beispielsweise hielt das Amt des Bundespräsidenten sowie vergünstigte Kredite und zweifelhafte Übernachtungen aller Kritik zum Trotz solange für vereinbar, bis ihm die Staatsanwaltschaft Hannover endgültig einen Strich durch die Rechnung machte. Seine Einsicht, also die zwingende Voraussetzung für Verantwortung, scheint er irgendwo zwischen Sylt und Mallorca verloren zu haben. (..)

Am Ende des Tages mag man sich fragen, ob ein solcher „Politikstil“ als Degeneration der Demokratie zu werten ist, und wie viele Aufschneider, die aus Macht automatisch Freiheit von Verantwortung ableiten, dieses Land eigentlich noch tragen kann. (..)

Was dagegen hilft? Nichts, außer vielleicht ein endgültiger Abschied von der Illusion des verantwortungsvollen Politikers.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Donnerstag, 26. Juli 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Im SWR kam eben auch ein größerer Beitrag zum Ring bei Zur Sache RLP und ein Beitrag hat sich mit der brodelnden Unzufriedenheit an der grünen Parteibasis beschäftigt. Was man denn besser machen könne?

Kurt Beck soll abdanken und mit einem Teil seiner Pension helfen die Schulden zu tilgen.

Das finde ich ist ein vertiefenswerter Ansatz!

  • Einen ausführlichen Post mit Hintergründen zur Freizeitparkpleite hatte ich am Dienstag geschrieben für die nicht-deutsch-sprechenden Leute - hab ihn heute nochmal aktualisiert. Könnt Ihr Euch ja mal angucken, um ihn zu verlinken, wenn Ihr ihn mal braucht: mikefrison.com/1666.

Hab mich auch über die Verlinkung bei SPEEDHUNTERS gefreut.

  • Wenn ich das lese frage ich mich, warum Hendrik Hering - ebenfalls unter größter Geheimhaltung - für viele Millionen Euro Steuergeld die Kai-Richter-Immobilien gekauft hat. Die nur zwei Jahre danach einen Bruchteil der Kaufpreises wert sind. War das nicht auch völlig überteuert?

Aus dem EU Schreiben:

  • Bis zum 25. März 2010 waren Anteilseigner der MSR die Mediinvest GmbH (49,5 %), Geisler & Trimmel General Contractor GmbH (33,8 %), die NG (10 %) und die Weber Projektierungs- und Realisierungs GmbH (6,7 %).

  • Seit dem 25. März 2010 befindet sich die MSR zu 93,3 % im Eigentum der NG und zu 6,7 % im Eigentum der Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH („RIM“).

Was wollen wir mit dem schimmelnden Plunder und warum?

  • Wieder kein Wort von Nordschleife oder Kulturdenkmal.

  • Toto Wolff ist bei Williams jetzt geschäftsführender Direktor.

  • Mister Medico aka Jörg Lindner kann schonmal Rückabwicklung üben. 160.000 - stramme Einlage. Muß aber nicht er rückabwickeln, sondern Bonnfinanz.

“Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte diese Pflicht verletzt hat, als sie dem Kläger und der Zeugin auf deren ausdrückliche Nachfrage, in Bezug auf eine Veräußerungsmöglichkeit, erklärte, dass sie die Anlage jederzeit und auch nach 12 Jahren “mit Handkuss” loswürden.”

Iss klar.


Mittwoch, 25. Juli 2012

Mit den aktuellen Schlagzahlen der Nürburgring Meldungen ...

... kann man heute kaum noch Schritt halten.

Ich versuch’s mal in groben Zügen:

Los ging’s mit einer Pressekonferenz der Insolvenztruppe, die im Lindnerhotel (!) gehalten wurde. Und da waren einige Überraschungen dabei:

  • Seit gefühlten 20 Jahren gibt es wieder eine Pressemitteilung der Nürburgring GmbH. Die hat sich bisher ja aus allem rausgehalten und sich vornehm auf die Aufgaben als “Besitzgesellschaft” reduziert.

  • Was jetzt ziemlich paradox ist, weil die ebenfalls das Nürburgring Logo benutzen. Also einer von beiden - NAG oder NG - benutzt es rechtswidrig, ich wüßte auch schon wer. Ist da eigentlich auch Schadensersatzanspruch geplant?

  • Es gibt wieder mal einen neuen Geschäftsführer (Thomas Schmidt, Trier) und einen Sachwalter (Jens Lieser, Koblenz). Die beiden inszenieren sich mit Hilfe einer ebenfalls neuen PR Bude (Krisen-PR, das ist Dederichs Reinecke auch - Steinkühler sowieso).

  • Gaaanz bedeckt gibt sich die Landesregierung. Die ganze Inszenierung halte ich für die Ausrede-Strategie im Stile von: “Da können wir jetzt nichts machen, da müssen wir die Auflagen der Insolvenzverwalter befolgen.” Genauso wie die Grünen nach Machtübernahme sich mit “Da müssen wir uns an den Koalitionsvertrag halten” aus der Verantwortung gestohlen haben.

  • Zitat aus der PM: “Nur so wird es in Zukunft gelingen, die Attraktivität dieses traditionsreichen Standortes mit seiner bestehenden Infrastruktur aus Hotels, Gastronomie, Freizeit- und Erlebnispark in einer strukturschwachen Region zu erhalten.”

HALLO?? RENNSTRECKE?? Au Mann, das wird noch bitter.

Womit dann jetzt endgültig das nächste (letzte?) Kaptitel des Drehbuches Nürburgring Privatisierung in 5 Jahren eingeläutet wäre. Was mich an dieser groß angelegten Volksenteignung am meisten wundert: daß die Leute es mit sich machen lassen - oder für ein paar Krümelchen vom Tisch dabei mithelfen. Wi-der-lich.

Der “Wirkliche Neuanfang” sieht dann erstmal so aus, daß die NG das Ganze in Eigenverwaltung durchzieht und so wichtige Gläubiger wie “Ja zum Nürburgring” nicht zur Gläubigerversammlung zugelassen werden. Super.

Und wie es weitergehen soll, wissen die beiden auch schon: Vermarktungskonzept aus einem Guss. Mir bluten die Ohren, so oft mußten wir uns das die letzten Jahre anhören.

Was der Ring braucht wäre mal ein richtiges Aufräumen - also inklusive Ausmisten. Und dann Leute, die wissen was der Unterschied zwischen einer “Infrastruktur” und einer Rennstrecke ist. Ganz besonders einer so historisch bedeutenden.

Der Volksfreund schreibt:

Die Nürburgring GmbH (NG) gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Kreis Ahrweiler. Seit Mai 2010 ist die NG nur eine Besitzgesellschaft und Verpächterin der Formel-1-Rennstrecke und weiterer Einrichtungen wie Freizeitpark, Hotels und Geschäfte. Die NG beschäftigt 30 Mitarbeiter.

Die Nordschleife wird schon garnicht mehr erwähnt, was für ein Trauerspiel.

Hier sind auch die offiziellen Insolvenzbekanntmachungen:

Und noch ein paar Links:


Ein paar unbeschwerte Tage.

Der Hoteldirektor des “LINDNER” genannten Staatshotels am Nürburgring hat überhaupt kein Problem damit, aktuell zu einer zünftigen Party mit “unbeschwerten Tagen” im Eifeldorf einzuladen.

Er wird wissen, warum ihn nichts “beschwert”.

UPDATE:

Das passt als Erlärungsversuch, grade von Wilhelm Hahne veröffentlicht worden.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Dienstag, 10. Juli 2012

Noch ein schwerer Motorradunfall, ...

… als ein gestürzter Fahrer von einem Auto überfahren wurde. Veranstalter der Touristenfahrten sind übrigens Kai Richter und Jörg Lindner mit ihrer NAG.


Montag, 09. Juli 2012

Aussage der NAG-Gesellschafter in höchsten Maße unseriös und irreführend.

Meint Peter Meyer.

“Mit großer Verwunderung nimmt der ADAC zur Kenntnis, dass sich die Pächterin des Nürburgrings, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), noch für die “ihr anvertrauten Anlagen” auch in 2013 verantwortlich fühlt.” (..)

“Der ADAC hat schriftlich und jederzeit nachweisbar vor dem kostenintensiven Bau der Gebäude am Nürburgring gewarnt.”

Vorher gab es “ein Gespräch in Düsseldorf” zwischen Lindner/Richter und offensichtlich ausgewählten Medien. Die drucken auch brav ab, z.B. Rhein-Zeitung oder General Anzeiger.

Die Ringbesetzer sind soo leicht zu durchschauen. Die Funkstille aus Mainz ist ihnen natürlich auch nicht entgangen und schon versuchen sie wieder sich in Stellung zu bringen. Gekündigt - na und? Verhandeln fleißig mit Mr E (“Vor wenigen Tagen hat Jörg Lindner mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone telefoniert.”) und sind sich auch nicht zu schade dem ADAC vorzuwerfen, der Club (!) würde den Motorsport am Ring gefährden. Für nichts zu schade halt.

UPDATE:

Es gibt auch bei Motorsport-Total einen längeren Beitrag.


Donnerstag, 10. Mai 2012

24h-Rennen und Facebook.

Auf Facebook gibt es inzwischen auch eine offizielle Seite vom Veranstalter (ADAC Nordrhein), der Link lautet:

https://www.facebook.com/24hNurburgring

Allerdings gibt es auch eine Seite, die sich

24 Stunden Rennen

nennt und optisch ebenfalls offiziell mit Logo usw. auftritt.

Ich hab da mal hartnäckig nachgefragt, wer denn hinter der Seite steckt und keine Antwort bekommen. Offensichtlich wurde ich aber jetzt zu hartnäckig, denn der Betreiber hat mich kurzerhand ausgesperrt.

Ich fände gut, wenn Ihr da auch mal nachhakt, denn leider fallen viele Leute auf den Fake rein. Und bekommen dadurch natürlich ein leichtes Zerrbild vom Auftritt des “Veranstalters”.

Das ist übrigens jetzt die zweite Seite auf Facebook, die meine Kommentare nicht mehr sehen möchte. Die andere Seite ist die der Lindner Hotels.

Ehrenwerte Gesellschaft das, Kritik unerwünscht.


Dienstag, 01. Mai 2012

Ein besonderer Tag für Kai Richter und Jörg Lindner.

Jörg Lindner:

Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.

Wir freuen uns darauf, diese große gestalterische und operative Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nürburgring wollen wir ein verlässlicher und engagierter Partner für Veranstalter, Dienstleister, Kooperationspartner und die Eifel-Region sein.

Meinte er allerdings nicht heute, sondern vor 2 Jahren am 26.März 2010.

In der Zeitung heute so:

Das Kabinett habe daher beschlossen, die Pächter vom Ring zu klagen.

und:

Land will Nürburgring zurück

Streitwert Räumungsklage: 17 Mio. Euro, direkt mal bei Gericht zu bezahlen: 230.000 Euro.

Am Tag 84 der NAG Kündigung.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Samstag, 03. März 2012

Schön inszeniert.

Der Witz an diesem Brief von Jörg Lindner an Kurt Beck ist weniger, daß die immer noch nicht kapieren wollen, daß sie raus sind oder daß die den Brief auch schön an die Zeitungen geschickt haben — sondern, daß die frech die Marke Nürburgring auf ihrem Brief der “Nürburgring Automotive GmbH” führen. Am 28.Tag der Vertragskündigung.

Ich hoffe die Fälle der Markenrechtsverletzung werden alle einzeln in Rechnung gestellt.

Genau so, wie die NAG das auch so gerne macht. Also gemacht hat.


Mittwoch, 29. Februar 2012

29. Februar, Lindner und die Community.

Heute war also der angekündigte 29.Feb., an dem die NAG das Feld räumen sollte. Und was ist passiert? Leider sind sie noch nicht weg. :/

Otto Lindner hatte einen schönen Kaffeeklatsch und meine Frage auf der Facebookseite, warum er nicht beim Kofferpacken hilft, wurde statt zu beantworten kommentarlos gelöscht. Ein paar andere Leute haben daraufhin auch Kommentare geschrieben, die sind inzwischen ebenfalls wegradiert.

Das pannemässige an den neuen Lindnerschen “me and all hotels” ist deren Zielsetzung:

Deine Ideen. Deine Community. Dein Hotel.

Man macht einen auf Hip und Cool:

me and all ist mehr als nur ein Hotel. me and all bietet Euch als Traveller Freiräume auf Reisen und erfüllt höchste Ansprüche an moderne Kommunikationstechnologien. (..) Unsere Community-Lounges sind stadtoffenes, authentisches und lebendiges Herzstück der me and all hotels und verbinden Euch mit Eurer Community.

Und noch weiteres Bla.

Wenn man bei so harmlosen Community-Begegnungen schon so unentspannt reagiert bei der Firma Lindner, dann wüßte ich gerne mal, was die von diesem Artikel aus der Wirtschaftswoche halten. Ich hoffe mal die WiWo liegt weit verbreitet aus in den Lindner Hotels:

Nürburgring, Ein Desaster für Lindner
Die Düsseldorfer Hoteldynastie Lindner ruiniert mit dem scheiternden Rennstrecken-Engagement ihren Namen.

Ein paar Highlights:

Der Lindner-Clan hat das Risiko, das Sammelsurium von Indoor-Freizeitpark, Disco, Veranstaltungsarena, Kartbahn, Kino, Ladenpassage, sieben Restaurants sowie zwei Hotels und einem Ferienpark, massiv unterschätzt.

„Jörg ist nicht der leuchtende Stern der Familie“, sagt ein Düsseldorfer Immobilien-Unternehmer, „am Nürburgring wollte er zeigen, dass in ihm auch ein Lindner steckt.“

Doch das eigentliche Sagen hat nach Wahrnehmung der NAG-Mannschaft Richter.

Die Familie zeigt Einigkeit auch in der Krise. Keiner distanziert sich vom Nürburgring-Engagement, das ihnen ihr schwarzes Schaf Jörg eingebrockt hat. „Nach außen zeigen sie Solidarität“, bestätigt ein Kenner des Clans, „aber hinter den Türen fliegen die Fetzen.“

Aber die Lindners haben noch gaaanz andere Probleme:

Mit Bezug auf den Medico Fonds Nr. 20 kann man aktuell bei den Anwälten Sternisko/Lehrieder lesen:

Mit Schreiben vom 17.02.2012 werden Sie ultimativ zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens und der Inanspruchnahme durch das finanzierende Kreditinstitut aufgefordert Ihre Haftsumme aufzufüllen um so ihre Haftentlassung sicherzustellen.

und

“Auch in den Fonds Nr. 30, 31, 32 u. 37 hat die Geschäftsführung mehr oder minder aus heiterem Himmel die Kommanditisten vor die Alternative einer freiwilligen Zahlung – in der Form einer Kapitalerhöhung – oder der Rückzahlung gewinnunabhängiger Ausschüttungen gestellt, andernfalls werde das jeweilige Kreditinstitut das Darlehen kündigen, mit der Folge, dass die Fondsobjekte mit einer Zwangsverwaltung belegt oder versteigert werden müssten. Im Ergebnis würde dies die Liquidation der Gesellschaft bedeuten.

Geschäftsführer der Gebau Fonds GmbH ist Jörg Lindner, der eigentlich heute aus der Eifel abreisen sollte.

Hoffentlich sind die bald weg - Save The Ring!


Dienstag, 28. Februar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: so könnte ich mir das vorstellen.

Tyrol Equity und der Unternehmer Udo Wendland wollen sich bei BBS künftig auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Leichtmetallrädern für den OEM- und Tuning-/Aftermarket konzentrieren.

PS: nach der Kündigung kam das Angebot diese aufzuheben, dafür gäb’s dann zwei Monate gratis. Da bin ich ja nochmal extrafroh das gemacht zu haben, wenn man als Mitglied erst interessant wird, wenn man sich verabschiedet.


Donnerstag, 09. Februar 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Das mit dem Steinkühler-Spott ist jetzt auch der Rhein-Zeitung aufgestossen.

  • Der Landesrechnungshof hat seinen 2012er Jahresbericht vorgelegt. Siehe gestern.

  • Die Nürburgring GmbH will da wohl bei dem Herrn Lippelt nochmal nachhaken.

  • Den Eintrag mit dem NAG Rausschmiss hab ich mit weiteren Links als UPDATE ergänzt.

  • “Hat die Landesregierung vor der Landtagswahl 2011 in Bezug auf den Nürburgring mit geschönten Zahlen versucht, die Öffentlichkeit zu beruhigen?” - Jetzt wirklich? Das ist ja nicht zu fassen!!

  • Die wahrscheinlich einzigste Staatsdisko auf der ganzen Welt macht zu - wenn auch (erstmal) nur für ein paar Wochen.

  • Als Politiker ist zumindest auf eins Verlass: auf die Staatsanwaltschaft.

  • Wer sagt denn, man könne nicht bei Schnee auf die Nordschleife? Im Formelauto? Das Love The Ring ist wohl nicht mehr so beliebt. Bläst da etwa schon ein laues Lüftchen auf die Fähnchen?

  • Die Freunde des Nürburgrings sind wieder da! Erst lassen sie sich im Eifeldorf abfüttern und im Lindner betagen, jetzt wollen sie die großen Versöhner spielen.

  • Manche machen sich das Leben eben passend - oder lassen es sich für ein paar VIP Kärtchen mit Käsebrötchen passend machen:

“Bisher hat sich ring1.de immer darauf gestützt nur über den Sport am Nürburgring zu berichten (einzige Ausnahme war die Eröffnung 2009). Dieser Position sind wir stets treu geblieben und werden ihr auch weiterhin treu bleiben.”

Die Äffchen von Ring1.


Mittwoch, 08. Februar 2012

Schlammschlachten mit Steinkühler.

Im Oktober hab ich mich noch gefragt, was hat man da vor bei der NAG?, als sie die Agentur Steinkühler unter Vertrag genommen und ihre bisherige - “Das ist eine ganz normale PR-Kampagne.” - Fachkraft Stefanie Hohn entsorgt verloren haben.

Seit gestern ist es klar, als diese von Herrn Steinkühler gezeichnete PM als Antwort auf die NAG-Kündigung verbreitet wurde.

Das war aber noch nicht alles, gestern nacht hat der Blogger Karl-Heinz Steinkühler nochmal nachgelegt und sich ordentlich im Schlamm gesuhlt:

Mainzer Plauderstunde.

Dort wird handverlesen und aufwendig abgerechnet mit

  • Kurt Beck
  • Eveline “Evelyn” Lemke
  • den Sozialdemokraten allgemein
  • den Herren Lewentz und Kühl
  • und der Nürburgring GmbH (!!)

Seine Kunden - Kai Richter und Jörg Lindner - würde er wohl am liebsten auf dem Cover des Manager Magazins sehen:

  • die Unternehmer am Ring einzig fähig aus der “überflüssigen Betonruine” Kapital zu schlagen
  • die privaten Ringbetreiber mit tollen Veranstaltungen

während

… Kurt Beck mit seinem angeblichen Freizeitpark vor zwei Jahren eine Schrottimmobilie in die Eifel-Landschaft gestellt hat.

Meint er diesen Schrott?

In Mainz zittern sie bestimmt jetzt alle mit den Knien, denn

Die besten Wirtschaftsanwälte Deutschlands werden nun zumindest auf Seiten der NAG juristisch gegen die Kündigungen vorgehen.

Arbeiten die eigentlich gegen Vorkasse?

Er spricht auch von den

“… nie zu bedienenden gigantischen Investitionskredite …”

Wer hat nochmal wem was abgekauft?

Screenshot SWR, als die 3 Düsseldorfer Mainz besucht haben.

“Diese Nürburgring GmbH kann froh sein, dass die Nürburgring Automotive GmbH weitermacht. Denn sonst würden weitere Minus-Millionen Kurts Konto womöglich schwer belasten.

Ganz ehrlich: haut ab.

Die paar Millionen machen den Kohl jetzt nicht mehr fett und billig wird der Umbau sowieso nicht. Eure Zeit ist um, Ihr seid gekündigt.


Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Montag, 06. Februar 2012

Die Mieter rausschmeißen?

Wenn man nach dem Zeitungsbericht geht, dann gibt es eine 50% Chance, daß der Vertrag mit der NAG gekündigt wird.

“Die Mainzer Landesregierung sucht nach Wegen, die Zusammenarbeit mit den beiden Ring-Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter zu beenden.

Hört sich gut an - aber was kommt danach? Der nächste Betreiber? Oder doch Wieder die Verantwortung vom Land in der alten Nürbrgring GmbH? Also so, wie es von 1927-2010 der Fall war?


Dienstag, 31. Januar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Verdi-Landeschef Uwe Klemens sagte, für die Gewerkschaft sei nicht vorstellbar, dass es “mit den beiden weitergeht”.

Gemeint sind Kai Richter und Jörg Lindner. Die Verdianer haben’s voll drauf würd ich sagen. Der Ring mutiert nur noch zum “Geldverdienen” und “Arbeitsplatz-Melkkuh”. Rennstrecke, Breitensport, Kulturgut - diese Inhalte scheinen völlig verschwunden zu sein. Umso wichtiger, daß die Nordschleife beschützt wird - save.the.nurburgring!

  • Instagram hatte ein benzinlastiges Weekend-Hash-Project: #soloparking. Hier die Gewinner. Sind über 1.000 Fotos über’s Wochenende aus der ganzen Welt zusammengekommen und meine Liebste und ich haben auch mitgemacht.

  • Auf der Liste, was man als Kommunalpolitiker dem Rennbetrieb auf der Nordschleife Furchtbares antun kann, steht neben einer grotesken Verschuldung natürlich ein Neubaugebiet ganz weit oben auf der Liste.


Dienstag, 24. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Unfortunately, the area’s local businesses built around the touristenfahrer, the ones that help give the ’Ring its distinctly funky aura, are practically guaranteed to take a hit.

Teile von dem, was 2009 errichtet wurde, sind wirtschaftlich noch weniger erfolgreich als ursprünglich erwartet.

Noch weniger? Na das gibt’s doch garnicht.

Das ist übrigens das Hotel, das ich so gerne mit dem Ring tauschen würde, denn da wird bald das Lindner-Schild abgeschraubt (“Wasnerin”, siehe Dienstag).


Freitag, 20. Januar 2012

Übrig Ns vom Freitag.
  • Ernsthafte Einigung - das muß die NAG jetzt schon extra hinschreiben, damit man’s glaubt. Witzig ist auch, daß jetzt auf einmal wieder von “Sie [die NAG] beschäftigt rund 350 Mitarbeiter …” die Rede ist, vor einer Woche waren es noch 338.

  • Gestern gab’s ein kleines Kartprogramm auf Schumi’s Aussenbahn im Regen. Kann man echt empfehlen - einfach Klamotten zum Wechseln mitnehmen und fleißig durch’s Wasser rutschen. Die lassen einen bei jedem Wetter fahren.

  • Interessanter Retweet von Eveline Lemke, quasi als Bestätigung.

  • Die Sendung gestern in “Zur Sache” über den Nürburgring gibt es auch jetzt in der Mediathek als Video.

  • Schön gemachte Infografik der Nordschleife von carbuzz.co.uk.

  • Die NAG argumentiert unter der Gürtellinie (Arbeitsplätze). Die SPD in RLP mit schwarzem Gürtel in Perfidie kann darüber nur lachen:

“Das habe man von jemandem, der aus einer renommierten Unternehmerfamilie kommt nicht erwartet.”

Gemeint ist Jörg Lindner mit seinem Familienclan und dieser Clemens Hoch, der bedauerlicherweise aus Andernach kommt, eröffnet im Landtag die Schlammschlacht, bei der es nur Verlierer geben wird - Nordschleife mit eingeschlossen.

  • Wer zur DSK Hauptversammlung fährt, kann ja mal fragen, ob der Christian Menzel aus dem Verein ausgetreten ist und wenn ja: warum?

  • Die Nasen haben tatsächlich gestern wieder 2 Geburtstage gepostet. NERV Haben die den Social Media Pratikanten jetzt durch einen BOT ersetzt?


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Wilhelm Hahne hat heute Geburtstag (79!) - Alles Gute und bitte schön feiern! :)

  • Riesenschocker in der Motorsport-Szene: Peugeut zieht sich aus seinem Le Mans Engagement zurück! Keine Schlachten mehr mit Audi - das ist jetzt Geschichte. Heute ist auch Einschreibefrist für Le Mans.

  • Eine Stunde Radio-Diskussion im SWR über den Ring. Mit Wilm Hüffer und sehr hörenswert, sind ein paar interessante Sachen dabei. Auch wenn das mit den 50 Euro pro Runde (noch) nicht stimmt.

  • Sag ich doch: Geburtstage.

  • “Sollten die jetzigen Pächter aufgeben, werden wir den Ring-Betrieb neu ausschreiben. Wir arbeiten an verschiedenen Rettungskonzepten, mit denen wir die Übergangszeit überbrücken könnten.”

meint Eveline Lemke heute im Interview. Das klingt doch garnicht mal schlecht!

Sieht so aus, als zeigt das Land Rückgrat beim Pachtvertrag und knickt auch nicht bei der politisch maximal schlechten Arbeitsplätze-in-Gefahr Drohung der NAG ein. Ihren höchsten Trumpf hat die NAG (auf Kosten der Menschen) ausgespielt, die Pacht muß trotzdem bezahlt werden.

Bei der NAG hab ich den Eindruck, daß sie jetzt versuchen, das Thema Arbeitsplätze in den Medien zu halten. Ah ja, geht schon los - und sogar auch international. Bloß nichts anbrennen lassen.

  • Wo wir medientechnisch in Deutschland grade stehe kann man gut daran ablesen, daß die Tatsache, daß der Herausgeber der FAZ selber twittert, einigen Wirbel in eben diesem verursacht hat. Ist noch ein langer Weg!

  • Das mit der Einschwungphase wendet der Jörg Lindner jetzt auch auf eigene Projekte an, bzw. im Namen der an seinem Fond beteiligten Leute. Ob der neue Mieter sich auch damit bedankt, daß er einfach nicht bezahlt?

  • Freizeitpark? Neues Hotels? 400.000 zusätzliche Besucher? Regierungspläne? Sieht so aus, als hätten die “Investoren” jetzt Magny Cours entdeckt. Das ist hier: http://g.co/maps/dp3b4. Fehlt eigentlich nur noch der magny°racer .

Zum Vergleich, Paul Ricard ist hier: http://g.co/maps/w4vh3.

  • Nach NUR 1,5 Jahren soll es dieses Jahr VIELLEICHT SCHON zur Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co. kommen.

Vielleicht sollten die es mal mit Rollrasen probieren, das normale Drüber-wachs-Gras wächst so langsam.

Der Harloff wird’s schon richten, daß am Ende doch keiner angeklagt wird.

  • Rock am Ring: ausverkauft (85.000), da freut sich MLK und NAG hat endlich gute Nachrichten. Die erfolgreichste Veranstaltung lehnt die Ringcard ab - na, klingelt’s? Aber Veranstalter: BB Promotion. Nie gehört, was ist mit Lieberberg und MLK?

Auch für die Landesregierung ist die Suche nach guten Nürburgring Nachrichten eine Verzweifelte, also hängen die sich auch mit dran.


Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Rheinpfalz rechnet vor, daß neben dem 330 Mio. Kredit für den Beck°Protz der Ring 160,33 Mio. Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten hat oder zugesagt sind.

In Zahlen:

490.330.000,00 Euro

Das ist jetzt erstmal eine unfassbar große Zahl, daher ein motorsportlicher Vergleich: in Deutschland baut man zur Zeit eine Tiptop-Rennstrecke für 34 Mio. Euro. Man könnte also 14 (!!) Rennstrecken für diesen Betrag bauen.

Eigentlich sollte sich mit dem Ringdrama nicht die Justiz, sondern eine leistungsfähige Psychiatrische Klinik befassen.

Ob’s am Ring auch so lange dauert?

Selbstverständlich ist die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich erfolgt - was habt Ihr denn gedacht?

Das mit der Spielbankabgabe steht auf Seite 20 vom Pachtvertrag und liest sich so:

Fällt die “Spielbankabgabe”, die im bisherigen Umfang dem Projekt Nürburgring zugute kommt, aus, verändert sich die vorgeschriebene Verteilung des Jahresergebnisses proportional.

Inwiefern man da einfach die Mindestpacht einbehält?

Das mit der Spielbankabgabe halt ich für Zeitspiel. Das steht nicht drin, daß die an die NAG zu zahlen ist. Das wär ja auch ein schlechter Witz, wenn der Steuerzahler ihnen Millionen zahlt und damit dann die Miete bezahlt wird. Obwohl … - würde nahtlos in’s Schema passen.

Kurz: den Grüßaugust.


Dienstag, 17. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Der Titel ist nicht schlecht: Nürburgring versinkt im Chaos. Und tatsächlich - springt einem auch direkt mal der Achim entgegen! :D


Sonntag, 15. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Bei der Verdi-Kundgebung heute war richtig was los in der Nürburger Gemeindehalle - 600 Leute muß man da schon feste reindrücken. Bei der NAG hersche ein Regime der Angst gepaart mit Planlosigkeit - also soweit wenig Neues. Man solle sich von den Pächtern Richter / Lindner trennen, so eine Forderung hätten die mal besser bei dieser Veranstaltung hier damals gemacht:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt.

Ja nee iss klar.

Ich komm auf 156.

(Mit Video von heute.)


Gegensätze.

Während die Nürburger Gemeindehalle bei der Gewerkschaftskundgebung aus allen Nähten platzt, feiert der Direktor vom Lindner Nürburgringhotel fröhlich Karneval.


Übungsstunde bei Rethorik Steinkühler.

In der neuesten Folge von Rethorik Steinkühler geht es ausnahmsweise mal nicht um Schön-schreiberei, sondern Schön-rechnerei.

In der Vergangenheit ging es ständig darum die Arbeitsplätze möglichst hoch zu rechnen, um mit dem Arbeitsplätze-schaffen-Scheinargument der Regierung möglichst viele Milliönchen aus den Taschen zu leiern. Hat ja auch super funktioniert.

Zwei Jobbörsen wurden inszeniert und so hat sich das damals am 7.März und 5.April 2009 angehört, als für 400 neue Stellen die große Leutesuche durch den Propagandawolf gedreht wurde.

Walter Kafitz:

Wir haben heute vor Ort bewiesen, dass wir ein Konjunkturpaket zum Anfassen sind.

Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung, die daraus erwächst, voll bewusst.

Wir setzen auch in Zukunft alles daran, die bestehenden Arbeitsplätze am und um den Ring zu sichern.

Der “begeisterte” Projektentwickler Kai Richter:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.

Das Gesamtprojekt Nürburgring 2009 kann nur in der Vernetzung perfekt funktionieren.

Bei der Bewerbungsbörse hat sich gezeigt, wie gut die einzelnen Bausteine bereits jetzt zueinander passen.

Für Bewerber aus dem weiteren Umfeld können wir im Lindner Boardinghouse in Adenau komfortable Personalwohnungen zur Verfügung stellen.

Bernd Schiffarth, Bürgermeister Adenau:

Wir brauchen dringender denn je innovative Menschen mit Mut, die am Großprojekt Nürburgring 2009 mitwirken und es mitgestalten.

Otto Lindner (Vorstand von Lindner und Jörg’s Bruder):

Für unser außergewöhnliches Projekt direkt an der Rennstrecke des Nürburgrings suchen wir Bewerber, die für den Motorsport brennen.

Mit [unseren Hotels] ziehen wir Gäste an, die die spannungsgeladene Luft des Mythos Nürburgring atmen wollen.

Mitarbeiter genießen eine Reihe von Sonderleistungen: ein Personalhaus vor Ort, eine übertarifliche Bezahlung und Karrierechancen in einer führenden deutschen Hotelgruppe mit internationalem Wachstum.

Leider alles nur warme Luft und die reingelegten angeworbenen Leute werden nicht mehr gebraucht: die Wahlen sind inzwischen gewonnen, die Pachtverträge unterschrieben und die tollen Powerpointpläne nichts als teuer bezahlte Hirngespinste.

Die Leute müssen entlassen werden, aber die Auftraggeber wollen unbedingt gut-klingende Nachrichten vom Ring.

Ein Fall für Wir-helfen-in-Notlagen Super-Steinkühler!

Ausgangssituation, Mitte Dez.:

141 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Insgesamt sind 380 Beschäftige bei der NAG, diese hängt die Leute kurz vor Weihnachten aus dem Fenster und stellt die Landesregierung unter Druck.

Heutige Situation - steingekühlert und gehorsam von Agenturen und Presse verbreitet:

NAG optimiert Zukunftskonzept und reduziert den Personalabbau um 49 Stellen.

Welches Zukunfskonzept? 49 Stellen weniger - das hört sich doch toll an!

Bei der NAG müssen jetzt noch 92 von 338 Stellen abgebaut werden.

Augenblick mal: 338? Wo ist der Rest von 380?

Es ist jetzt aber erforderlich, mit Konsequenz und ohne Verzögerung das Zukunftskonzept umzusetzen, um die verbleibenden 224 Arbeitsplätze zu sichern.

Oha - 224!! Kurz überschlagen:

 380 NAG'ler Dez 2011
-224 NAG'ler Zukunft
 ===
 156 Entlassungen

Steingekühlert sieht die Rechnung so aus:

 380 NAG'ler Dez 2011
- 42 Wo sind die geblieben?
- 92 "Abbau" lt. PM
- 22 Was passiert mit denen?
 ===
 224 "verbleibende Arbeitsplätze"

Es ist typisch für die Katastrophe am Ring, daß solche Fragen von einem dusseligen Blogger wie mir gestellt werden, aber die Medien einfach übernehmen und verbreiten, was sie als PM serviert bekommen. Sogar die Ring-erfahrene Rhein-Zeitung und selbst die CDU Opposition.

Das Team Richter / Lindner / Steinkühler hat leichtes Spiel und versteht sich blind. Wie praktisch auch, daß alle 3 Nachbarn sind (A: Lindner, B: Richter, C: Steinkühler).

Armer Nürburgring :/


Freitag, 13. Januar 2012

2010er Bilanzen der ganzen Seil°Schaften.

So wie ich das GmbH Gesetz als juristischer Laie verstehe, sind diese verpflichtet innerhalb eines Jahres ihre Bilanzen zu veröffentlichen.

Bezüglich des Zeitpunkts der Offenlegung bleibt es grundsätzlich bei der Maximalfrist von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag. Entspricht das Geschäftsjahr – wie in den meisten Fällen – dem Kalenderjahr, ist der Abschluss für das Geschäftsjahr 2006 also spätestens bis zum Ende des Jahres 2007 einzureichen und bekannt zu machen.

Das ist wohl mit ein Preis dafür, daß sie mit “begrenzter Haftung” Geschäfte machen dürfen.

Am Ring gibt es jede Menge dieses Firmentyps - und auch jede Menge, deren Zahlen noch ausstehen.

Ich hab mich mal bei bundesanzeiger.de umgeschaut (gibt es auch kostenlos als praktische App) und nichts 2010-mäßiges gefunden für:

  • Nürburgring GmbH (die Landesgesellschaft)
  • Nürburgring Automotive GmbH (die je 50% Mediinvest & Lindner gehört)
  • Cash Settlement & Ticketing GmbH (Ring Card)
  • Mediinvest GmbH
  • nürburgring.tv Media Services GmbH

(soweit ich weiß 90% im Besitz der Jung Produktion GmbH, die wiederum zur Hälfte der Mediinvest gehört. Ich hab die Frage nach der Veröffentlichung der Bilanz mal in deren brandneuer Facebookseite gestellt, doch ich wurde prompt gesperrt LOL und die Frage gelöscht. DAS ist doch mal lösungsorientiert. Wenn Ihr nochmal probieren wollt …)

  • MI-Haus GmbH
  • Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH
  • Grüne Hölle Betriebsgesellschaft mbH
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH
  • MI-Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH
  • Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Gefunden habe ich

  • Companion 67 Visuelle Kommunikation GmbH (21.12.2011)

… muß man ja auch mal lobend erwähnen.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Rechenkünstler.

Für die Lindner-Hotels scheinen die gleichen Leute zu arbeiten wie für die Formel 1 Abrechnung - also ich zumindest versteh diese Rechnung nicht.


Montag, 09. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.
  • Die Sorgen am Brünnchenparkplatz haben viel Resonanz gefunden und viele Leute haben sich spontan bereit erklärt mitzuhelfen. Sind gute Aussichten und ich habe den Post von gestern entsprechend ergänzt.

  • “Alzen-Ford” klingt ungewöhnlich. Ist aber eine vielversprechende Kombination. Wem das noch nicht reicht kann noch Artur Deutgen mit dazuzählen.

  • Ich dachte bisher Achim kann nur ON oder OFF. Stellt sich raus, stimmt garnicht.

  • Scheint so als sprechen Jörg Lindner und sein Geschäfteführer Karl-Josef Schmidt bei ihren Plänen wörtlich von alternativlos.

Diese Wortwahl passt ausnahmsweise mal wie Arsch auf Eimer zu den beiden. Haben gute Chancen als Unmanager des Jahres!

Wäre mal interessant zu sehen, wie sich die 911er Zulassungen über die Jahre entwickelt haben. Gehen die sogar zurück? Also wenn da mal jemand einen Link zur Hand hat …

  • Mehr Details zu der Beschwerde Dorint / Bundeskartellamt. Der Rennstreckenmarkt in Deutschland werde maßgeblich durch Nürburgring und Hockenheimring bestimmt, daher hätten auch andere Bewerber geprüft werden müssen. Daß genau das nicht geschehen ist, haben wir ja eindrücklich nachweisen können.

  • Wenn es nach Julia Klöckner geht, dann ist der Nürburgring auch 2016 immer noch wahlentscheidend.


Sonntag, 08. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • die Kohlekarte (Nordschleife nur für VIPs) koppele auf unzulässige Weise die Angebote,
  • die Vergabe an Richter/Lindner sei insgesamt intransparent gewesen, das Land habe seine marktbeherschende Stellung mißbraucht.

Da soll nochmal einer behaupten, Kurt Beck schaffe keine Arbeitsplätze. Inzwischen beschäftigen sich soviele Behörden mit dem Ring, man kommt ja garnicht mehr mit:

  • Staatsanwaltschaft,
  • Landesrechnungshof,
  • EU Kommission,
  • Landeskartellamt und jetzt auch:
  • Bundeskartellamt.
  • Achim’s Tage (Jahre!) als Nordschleifen-Marshall sind vorbei. Grund laut NAG-Rommel: Reduktion. Was ist das denn für eine Logik: weniger Marshals = mehr Sicherheit?

Achim war der erste Auto-Marshall überhaupt - er hat diese Sicherheitsmaßnahme vor knapp 10 Jahren mit erfunden.

Neben der natürlichen Fluktuation hat die NAG die ursprünglichen Mitglieder damit komplett entsorgt.


Montag, 02. Januar 2012

Erste Übrig Ns von 2012.

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, …

Wird soweit ich weiß von denen gefüttert, die durften wir ja zum Thema Ring schon kennenlernen. Schöne Grüße vom Schulterblatt Bla und so.

  • Einen kleinen Ausblick in die Arroganz Psyche der Lindners bekommt man im Fußballstadion, da werden Fans gleich mitverkauft:

Bay Arena VIP Package .. Direkt vor Ihnen unterstützen die eingefleischten Bayer-Fans die Werks-Elf auf dem Platz. Die zu öffnenden Oberlichter der großzügigen Glasfront vor Ihnen lassen Sie gefühlt mitten im Block stehen .. Sie sind also live dabei und fast mittendrin! Zusätzlich genießen Sie aber das komfortable Ambiente des Lindner Hotels BayArena, den ausgezeichneten Service und die Annehmlichkeiten eines VIP-Bereichs!

Zu doof, daß am Ring die VIPs den Autos nur beim Tanken zugucken dürfen. Vielleicht merkt’s ja keiner.

  • Die NAG spielt ein komisches Spiel - meinen die Blitzmerker von Verdi, die auch beim Nürburgring mitspielen wollen. Kann da bitte mal einer den Stecker ziehen. (Hab ich auch im Kommentareforum angesprochen - was haltet Ihr von der Nummer?)

  • Die Dakar läuft - hier eine kleine Vorschau.

  • Bei der Dakar sind die Minis gut dabei (sogar Siegfavorit), aber bei der WRC sieht’s garnicht gut aus. Dafür ist Ford für die nächsten 2 Jahre wieder mit Werksteam und Jari-Matti Latvala am Start - freut mich persönlich natürlich besonders (bin schon 18 Jahre bei dem Verein!). Und neu dazu kommt Petter Solberg - das wird lustig. Los geht’s bei der Monte ab 17.Januar.

Beim 2.WRC Lauf - Schweden - wird Richard Göransson Mini fahren. Der ist ja inzwischen echter Nordschleifen Haudegen. (Danke Marcel!)


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Wenn der Jörg Lindner was der Zeitung erzählt ..

… dann packt die erstmal ein angeblich davor.


Dienstag, 20. Dezember 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • Tolle Überschrift gewählt vom Markus Kompa:

Nürburgring Forum wieder im Rennen.

Ring bekommt Sicherheitszentrum: Mit dem Bau des gemeinsamen Gebäudes für DRK, Feuerwehr und Polizei soll noch im ersten Halbjahr 2010 begonnen werden. [..] Das hat Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf einer SPD-Veranstaltung erklärt. Mit rund vier Millionen Euro ist die neue Heimstätte für Rettungskräfte, DRK und Polizei veranschlagt, die an der B 256 in der Nähe der Fahrsicherheitszentren entstehen soll. Die Kosten trägt das Land. [..] Zumal der Bedarf an Sicherheit und Sanitätsleistungen durch die neuen Einrichtungen wie Erlebnisboulevard und Gastronomiedorf gewachsen ist. [..] Jetzt kommen alle unter ein Dach in einem modernen Haus”, so Landrat Jürgen Pföhler.

NACH den Landtagswahlen (also heute):

Jahrelang wurde geplant - und jetzt wird kräftig abgespeckt: Für die vorgesehene Sicherheits- und Einsatzzentrale der Rettungskräfte am Nürburgring fehlt das Geld. Die Verantwortlichen haben sich von einem Millionen Euro teuren Neubau mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Einsatzfahrzeuge im kleinen Örtchen Balkhausen verabschiedet und planen nun ein Gebäude, das bei Bedarf um Container erweitert wird. (beides aus der Rhein-Zeitung)

Die das nicht kennen: damit “verdient” der Jörg Lindner in seinem normalen Leben sein Geld.

Für die schönen neuen Bauten brachte der vermeintliche Investor auch gleich einen Nutzer mit: die renommierte Düsseldorfer Hotelkette Lindner und in ihrem Schlepptau Jörg Lindner, einen von fünf Söhnen des Gründers und Seniorchefs Otto Lindner. Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt. (Quelle: wiwo)

  • Bilster Berg? Läuft.

  • Nürburgring-Rückblick in der Rhein-Zeitung:

    Skandalgeschichte … Schleuder- und Schlingerkurs … Teilzeitpark … Abriss? … leere Gebäude … eingemottet … Prozesse … am Ring brennt es … Erpressung … Täuschung … aggressive Kampagne … Mahnbescheid … brüchiges Zweckbündnis … schwerer Schlag … schillernde Seifenblasen … Rechnungshof … Staatsanwaltschaft … Finger am Abzug …

    das sind so die Vokabeln, mit denen heutzutage über den Ring berichtet wird.

  • Die ZDF Reportage von neulich gibt es jetzt auch mit englischen Untertiteln. Bitte in Eurem internationalen Bekanntenkreis verteilen - gibt einen relativ balancierten Überblick zur aktuellen Situation.

  • Im Forum ist wieder richtig Leben in der Bude - prima!

  • SAAB hat Insolvenz angemeldet (via).

  • Wilhelm Hahne über Verschaukeln statt Transparenz - die Nürburgring Verpachtung und die Gutachter.


Samstag, 17. Dezember 2011

Übrig Ns vom Samstag.
Samstag, 03. Dezember 2011

Mit Vollgas in die Zukunft.

Vor gut einem Jahr ging es am Ring auch schonmal um Arbeitsplätze - das war im November 2010 und damit natürlich noch VOR den Wahlen. Da brauchte man gute Nachrichten und entsprechend wurde die Propagandamaschine angeworfen.

Die Pressemitteilung der Nürburgring Automotive GmbH sah am 2.Nov.2010 so aus:

Jobmotor Nürburgring

“Seit 2008 hat sich die Zahl der Mitarbeiter am Nürburgring mehr als verdreifacht.”

Inklusive tollem Gewinnerchart. Und Sprüchen wie:

… über 200 zusätzliche Arbeitsplätze …

… Steigerung von über 180 Prozent …

… als einen ersten Schritt auf dem Weg, das vorhandene Potenzial des Nürburgrings als Freizeit- und Erlebnisdestination voll zu erschließen.”

Jörg Lindner:

“Unsere motivierten und engagierten Mitarbeiter sind ein wesentlicher Bestandteil der Erfolgsgeschichte Nürburgring. Das Unternehmen profitiert von ihren Erfahrungen und Vorschlägen.

Neue Mitarbeiter, die wir auf zusätzlich geschaffenen Stellen einsetzen, bringen weitere Impulse und Ideen. In dieser Kombination können wir das vorhandene Wachstumspotenzial des Nürburgrings optimal ausschöpfen”.

Jetzt hat es sich anscheinend schon nach kurzer Zeit aus-profitiert und wie das mit dem Erschließen und Ausschöpfen des Potentials aussieht, ist dann gestern so die Zeitungen gegangen:

Sozialpläne und Entlassungen.

Aber das ist ja auch NACH den Wahlen.

Am Ring werden übrigens auch aktuell noch Leute geworben:

Ok, Teilzeit / Aushilfe / Wochenende - aber dafür verantwortungsvolle Tätigkeiten in einer stark wachsenden Unternehmensgruppe.

Und ich fürchte auch darauf werden wieder Leute reinfallen - die können einem jetzt schon leidtun.


Freitag, 02. Dezember 2011

Die Visionen von vor 1,5 Jahren.

Hier kann man sich nochmal die 2,5 Stunden Audiomitschnitt anhören, als am 26.März 2010 in Adenau die Verpachtung des Nürburgring’s an Kai Richter und Jörg Lindner vorgestellt wurde.


Dienstag, 22. November 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Die Koalitionspartner verfolgen das Ziel, den Bergbau am Nauberg im Westerwald nicht auszuweiten. Dafür wird es keinen Pachtvertrag mit den am Bergbau Interessierten geben. Das bergrechtliche Verfahren bleibt allerdings abzuwarten.”

Kommt jetzt nicht soo gut an bei den Grünen.

Und wo wir grade bei Zufällen sind: das Lindner Hotel Westerburg ist auch bei Herings um die Ecke.


Sonntag, 20. November 2011

Greetsiel: 1, Beton: 0.

Die Greetsieler haben abgestimmt und schicken die Betonmischer unverrichteter Dinge wieder in die Wüste.

Über 60% haben mit NEIN gestimmt.

Wähler insgesamt: 4.751 (45,58 %)
20 ungültige Stimmen
gültige Stimmen: 4.731.

Mit JA für den Ferienpark Greetland haben gestimmt:

  • 1.802 (38,08 %),

mit NEIN, gegen den Ferienpark Greetland haben gestimmt:

  • 2.929 ( 61,91 %).

Das freut einen, auch wenn es etwas traurig ist, daß in Nürburg und Umgebung die Möglichkeit zur Volksabstimmung verwehrt geblieben ist.

Wer sich jetzt fragt, was Greetsiel mit Nürburg zu tun hat, der liest nicht genug hier mit ;)

Ein Investor möchte für 80 Millionen Euro einen Ferienpark hinklotzen und eine Hotelgruppe als Betreiber steht auch schon bereit: Lindner.

Aber sowas von Déjà-vu!

UPDATE:

Schönes Zitat in der dadp-Meldung:

“Die Bürger haben sich dafür entschieden, Altes zu bewahren, und dagegen, Neues zu erschaffen.”


Samstag, 19. November 2011

Eine Form des Grundbesitzes.

Der RLP Innenminister Lewentz kritisiert in einem aktuellen Interview die Kommunikationsstrategie der NAG - bzw. ihres neuen Lieblingsaufwieglers - um dann genau das selbe zu machen. Nämlich Themen zwischen den beiden Vertragspartnern erstmal via Medien in Umlauf zu bringen.

Neuestes Beispiel: Erbpacht. Die ist zwar in Deutschland verboten und vielleicht hat der Minister auch das Erbbaurecht gemeint - aber allein die Tatsache, daß dieses Thema bei der Nürburgring Diskussion in’s Spiel gebracht wird, halte ich für alarmierend.

“Selbst in der SPD machen jetzt Phantasien von der Abrissbirne die Runde. Wäre das eine Alternative?”

“Das geht mir natürlich deutlich zu weit. Dass die Nutzung bestimmter Räumlichkeiten wie beispielsweise der Arena verbesserungswürdig ist, wurde bereits mehrfach kommuniziert. Herr Lindner und Herr Richter haben uns eine neue Nutzung rund um das Thema Auto vorgestellt. Diese Überlegungen wären eine gute Grundlage für Gespräche. Geld können wir aber keines geben und verkaufen wollen wir die Räumlichkeiten auch nicht. Vorstellbar wäre eine Überlassung in Erbpacht.

Da geht’s zwar erstmal um “gewisse Räumlichkeiten”, aber so schnell können wir garnicht gucken, daß das Volk - also wir - nochmal ein Stück weiter enteignet wird.


Montag, 14. November 2011

Jörg Lindner im Motorsport-Fernsehen.

Grade läuft im Kölner Center TV - gibt’s auch als Live-Stream - eine Motorsport-Sendung und Jörg Lindner ist eingerahmt von Harald Grohs und Rainer Braun.

Ziemlich krotesk, aber ab und zu meldet er sich auch zu Wort, z.B.

“Meine Frau findet Button auch am sympathischsten.”

Ich guck da mal noch ein bisschen zu, wird vielleicht noch lustiger. :) Geht bis um 21:00 Uhr.

“Mercedes wird als Weltkonzern auch irgendwann in der Lage sein, ein konkurenzfähiges Auto zu stellen.”

Nürburgring:

“Zweite erfolgreiche Saison, überall steigende Zahlen - außer Superbike WM. Sind mit der Entwicklung des Unternehmens sehr zufrieden. Wir haben ein profitables Unternehmen.”

“Ganzjahresdestination war grundsätzlich richtig. Feriendorf Belegung Oktober: 76%. Nov - Feb: 25.000 Hotelgäste letztes Jahr. Ganzjahresdestination ist möglich. Wie kommt man dort hin?”

“Mit den jetzigen Einrichtungen nicht umsetzbar. Kostensenkungen vornehmlich im Personalbereich.”

“Nürburgring ist nicht als Rennstrecke, sondern als Infrastrukturmaßnahme gebaut worden. Schritt Nürburgring 2009 ist richtig, man muß nur am Konzept arbeiten.”

“Es wird versucht den Nürburgring mit dem Begriff ”Freizeitpark“ zu diffamieren."

Eine schöne NAG Werbesendung ist das, ich bin mal gespannt, ob die anderen beiden auch was dazu sagen.

Harald Grohs:

Macht sich keine Sorgen um den Motorsport. Herr Lindner hat die große Aufgabe den GP wieder in die Eifel zu kriegen. Wünscht sich die Eifelaner etwas ruhiger zu stellen. Ist wirtschaftlich nicht so auf dem Laufenden, würde sich aber von der Presse ruhigere und ehrlichere Berichterstattung wünschen.

Rainer Braun:

Motorsport und Nordschleife sind das Herzstück des Nürburgrings. NRing hat ein großes Stück seines Gesichts verloren. Ist für die “alten Kinder des NRings” Umgewöhnung - ist nicht lustig. Jochen Berger ist mit dem Auto bis zum Buffet gefahren und hat nach dem Weg gefragt - LOL. An JL: Sie verdienen einen Großteils ihres Geldes mit der Nordschleife.

Jörg Lindner:

Motorsport-Kalender nicht eingeschränkt. Motorsport alleine reicht nicht. Auch alle anderen Rennstrecken haben diese Probleme. Gebäude: “sind nun mal da wie sie sind”.

Hat einige Verhandlungen mit Mr.E hinter sich, haben hohen Unterhaltungswert. Entwickeln Konzept, F1 alle zwei Jahre und weniger Geld investiert vom Land. Ist keine “Subvention”, sondern “Investition”. Man spricht von Wertschöpfung von etwa 50 Mio. Euro, zweistelliges Steueraufkommen durch F1. Vergleicht mit Olympiabewerbung München und Frauen-Fußball WM.

Da merkt man, daß er seine eigene neue F1 Firma im Kopf hat.

JL:

“Presse nimmt sich zu wichtig - wird aber am nächsten Tag dem thermischen Prozess zugeführt.”

HG:

“24h-Rennen gehört ohne Wenn und Aber in die Eifel.”

JL:

“24h, nach dem Rennen 2012 mit dem ADAC zusammensetzen um neuen Vertrag auszuhandeln.”

RB:

“In Duisburg steht eine Achterbahn für Fußgänger.”

JL:

“Achterbahn hat alle Siegel, die man so braucht und irgendwann wird auch die Kreisverwaltung Ahrweiler ihren Kaiser Wilhelm darunter setzen.”

Also unterm Strich: das hätte man sich sparen können. Das übliche Bla - man kann das Script quasi herauslesen. Die aktuelle Kommunikationsstrategie wird auf allen Kanälen unter das Volk posaunt, jetzt kann man nur hoffen, daß die Landesregierung nicht einknickt und tatsächlich auf Erfüllung des Vertrages besteht.

Ist schon der Hit, daß Jörg Lindner sich als Nürburgring Betreiber dort hinsetzt, obwohl wir alle wissen, daß er wohl nicht bereit ist, die Miete in voller Höhe zu zahlen.


Mittwoch, 09. November 2011

Die wundersame Zuschauervermehrung.

Vor ziemlich genau 1 Jahr - am 4.Nov.2010 - hat die Eifelzeitung die doppelte Buchführung aufgedeckt, die die Nürburgring GmbH verwendet hat bei der Veröffentlichung von Zuschauerzahlen. Penibel wurde Buch geführt und nach “verkauft” und “publiziert” unterschieden. An’s Licht gekommen waren damals die Zahlen von 1994 bis 2001.

Vor einem Jahr sprach ich von einer Verdreifachung, das muß ich jetzt korrigieren.

Denn heute veröffentlicht die Rhein-Zeitung exakt die selben Zahlen, allerdings aktualisiert für den Zeitraum bis 2008.

x 3,7 - das ist doch mal sportlich. Interessanterweise hat in der Phase der Vorbereitung zur Erlebnisregionsplanung die Dreistigkeit systematisch zugenommen, siehe rote Linie mit dem “Korrekturfaktor” (Hallo Staatsanwaltschaft: Wink! Wink!).

Aber das Beste kommt erst noch: Jörg Lindner und Kai Richter tun völlig überrascht.

UPDATE:

Bin beim Eintippern verrutscht und mußte das nochmal korrigieren. Gesamteindruck ist aber geblieben


Samstag, 05. November 2011

Zurück auf Anfang: Thema Zuschauerlüge.

Ich hab mir mal den Artikel in der Sueddeutschen durchgelesen, der zwar überall referenziert wird, aber wohl nur gestern (Freitag) in Papierform verbreitet wurde. Es ist ein Interview mit Richter/Lindner und auf mich macht es einen sehr gescripteten Eindruck. Die gestellten Fragen scheinen wie eine Vorlage, um die aktuelle Strategie - Wir sind nur Opfer und wurden mit falschen Zahlen auf’s Kreuz gelegt - zu verstärken.

Ein paar Statements sind dabei, da dreht’s einem echt den Magen um:

“Wir können nicht zaubern. Wir können einen Blinden nicht sehend machen.”

Gemeint ist Nürburgring 2009 und gesagt hat das ausgerechnet Kai Richter, der maßgeblich an Planung und Umsetzung beteiligt war. Und der Schwarze Peter ist auch schon gefunden: die Besucherzahlen.

SZ: Was läuft schief? Wo bleiben die vorhergesagten Besucher?

Richter: Das ist das generelle Problem, das wir hier vorgefunden haben: Der frühere Betreiber, die Nürburgring GmbH, wie auch die Veranstalter haben mit Besucherzahlen operiert, die allesamt falsch waren. Man hat die offiziell gemeldeten Zahlen einfach addiert und dann noch mit zwei multipliziert, weil manche Veranstaltungen ja über mehrere Tage gehen. So ist man auf eine irrsinnige Zahl von vier Millionen Gästen gekommen. Heute wissen wir, nach zwei Saisons, dass wir nicht mal mit einem Viertel davon rechnen können.

SZ: Also nur eine Million im Jahr?

Richter: Nein, viel weniger.

Da muß man sich echt die Augen reiben, das sind ja mal völlig überraschende Einsichten.

Stinknormale Bürger wie Du und ich haben sich lange vor den Ausgrabungen mit den Zahlen beschäftigt und sie für völlig übertrieben befunden. Grade die Tatsache, daß die oft geschönten Veranstalterzahlen Einzug gehalten haben in einen Businessplan, aufgrund dessen dann Beton vergossen wurde, war von Anfang an Kritikpunkt Nummer 1 aller öffentlichen Diskussion.

Weit VOR Vertragsunterzeichnung - am 4.Okt.2008 - wurde von der MSR (Motorsport Resort Nürburgring GmbH) diese Pressemitteilung unter die Leute gebracht.

Da ist zu lesen:

Der Nürburgring ist als Rennstrecke eine lebende Legende und wird von seinen Anhängern ehrfurchtsvoll Grüne Hölle genannt. Er ist heute einer der traditionsreichsten und gleichzeitig innovativsten Motorsportplätze der Welt. Und eines der beliebtesten Nationalmonumente in Deutschland. Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen. Formel 1, DTM, 24h-Rennen, Rock am Ring sowie Truck- und Oldtimerrennen gehören ebenso dazu wie Fahrertrainings, Offroad-Touren und Touristenfahrten.

Kai Richter war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer dieser GmbH (zusammen mit Erich Geisler).

Von den 4 Millionen war tatsächlich mal die Rede, aber davon hat man schnell wieder verabschiedet.

Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung im April 2008 wurde verbreitet, daß man die aktuellen 2 Mio. Besucher um 500.000 auf 2,5 Millionen steigern möchte.

Mit dem Projekt „Nürburgring 2009“ soll nun die jährliche Besucherzahl an der Rennstrecke, die 2007 seit 80 Jahren bestand, um eine halbe Million auf 2,5 Millionen steigen.

Diese Zahlen - 2 Mio. plus 0,5 Mio. - wurden über die Jahre dann aufrechterhalten.

VOR Vertragunterzeichnung wird Kai Richter am 25.Sep.2009 so wiedergegeben:

Und er sei überzeugt, dass auch das Gesamtkonzept am Nürburgring aufgehe. Die öffentliche, größtenteils negative Diskussion um das Eifel-Projekt hat er satt. “Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht."

Und zum Jahreswechsel 2009/2010 so:

Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter sieht sein Konzept für den Ring als ganzjährige Freizeitattraktion in der Eifel vor allem durch die Besucher-Resonanz bestätigt. Das neben der Rennstrecke Nürburgring hochgezogene „Eifeldorf Grüne Hölle“ (benannt nach dem Spitznamen der Rennstrecke) mit seiner Diskothek „Eifel-Stadl“ und zahlreichen weiteren Gaststätten, das neue Congresshotel und die motorsportlich geprägten Attraktionen um Ring-Arena, -Boulevard und -Werk hätten in ihrem ersten Jahr bereits erfolgreich eingeschlagen, befindet Richter. Nicht nur von weiter her angereiste Touristen, sondern auch Gäste aus der Eifel selbst hätten für erfreuliche Umsätze gesorgt, die teils deutlich über den Erwartungen lagen.

Allein die Diskothek zählte in ihren ersten sechs Monaten 100 000 Gäste, so der Investor. Das steht in unübersehbarem Widerspruch zu den Angaben früherer Geschäftsführer am Ring, die in ihrer Befragung in Mainz aussagten, die Besucherzahlen seien - auch infolge verspäteter Fertigstellung einiger Attraktionen - bisher weit unter den Prognosen geblieben. Ins „Ring-Werk“ kamen in diesem Jahr nur halb so viele Besucher wie erwartet. Der Mediinvest-Chef sieht es eben einfach anders.

Die Besucherzahlen - sowohl die verbreiteten als auch die darauf basierenden Prognosen - wurde von der Öffentlichkeit immer wieder in Frage gestellt.

Allen voran Wilhelm Hahne, der sich sogar mal die Mühe gemacht hat, die einzelnen Veranstaltungen aufzubröseln, um dann eine konservative Schätzung mit allem Aufrunden von 750.000 Besuchern abzugeben. Das war bereits im Jahr 2007 - genau am 13.Dez.2007 und damit auch in einem Formel 1 Jahr.

Am 2.Feb.2010 - also auch VOR Vertragsunterzeichnung - hat Norbert Hanhart im Untersuchungsausschuß Klartext gesprochen und die RZ hat darüber geschrieben:

“Die Prognose, mit dem im Sommer 2009 eröffneten Freizeitpark an der Rennstrecke jährlich 500 000 Besucher mehr anlocken zu können, sei auf fragwürdiger Basis zustande gekommen, kritisierte Hanhart. Teils sogar mit ”Taschenspielertricks“. So seien damalige Besucher zweier schon vorhandener Attraktionen am Nürburgring einfach doppelt gezählt worden. ”Das war eine Art wundersamer Besuchervermehrung.“ [..] Fatalerweise waren die ”überzogenen Prognosen“ nach Darstellung des Zeugen aber die Grundlage des Ausbaukonzepts. ”Wenn die Basis nicht stimmt, kann das Haus nicht halten“, sagte Hanhart. Am Ring sei eine landschaftsverschandelnde ”Gigantomanie“ geplant worden.”

Später kam es noch doller, als ein Excelpapier geleakt ist, das die doppelte Buchführung der Zuschauerzahlen dokumenieren soll. Das habe ich seinerzeit auch aufgegriffen - am 4.Nov.2010.

Daß die Besucherzahlen nicht nur leicht geschönt, sondern massiv nach oben phantastiert wurden, war in der Öffentlichkeit stets Kritikpunkt Nummer 1 für den völlig überdimensionierten Größenwahnsinn namens “Nürburgring 2009”. Solange man seine eigenen Bauprojekte damit in große Dimensionen schieben konnte, war das opportun. Jetzt - wo das wackelige Kartenhaus Stück für Stück kollabiert - möchte man sich reinwaschen und sucht verzweifelt nach Auswegen.

Daß man den Ausweg über die Zuschauerlüge wählt, zeigt eigentlich nur die Größe der Verzeifelung.


Hervorragend und profitabel.

Jörg Lindner meint in der Allgemeinen Zeitung von heute:

“Die touristischen Bereiche, die von Herrn Richter geplant und gebaut wurden, laufen alle hervorragend und profitabel.”

Deswegen hat sein Eifeldorf wahrscheinlich auch mehr zu als auf und muß mit der Nordschleife zwangsverkuppelt werden.


Freitag, 04. November 2011

Neues aus der Veranstaltungsküche: Triathlon.

Sieht so aus, als solle im Freilinger See geschwommen, auf der Nordschleife geradelt und auf der GP-Strecke gelaufen werden.

Money Quote:

“Das Eifeldorf Grüne Hölle bietet eine bunte Mischung verschiedener gastronomischer Highlights und wer nach dem aufregenden Tag nicht gleich nach Hause reisen will, dem sind die komfortablen Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Gelände zu empfehlen. Ob das eifeltypische Ambiente im Lindner Hotel Eifeldorf Grüne Hölle, das schicke Zimmer oder die geräumige Suite im Lindner Congress & Motorsport Hotel oder der Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees/Eifel) mit rund 100 Ferienhäusern – der Nürburgring bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel das richtige Angebot.”

Termin: 24.Juni

Rad am Ring mußte übrigens auf den 1./2.September verschoben werden:

“Als einzige sinnvolle Alternative hat sich der 1. und 2. September 2012 im Terminkalender des Nürburgrings festlegen lassen.”


Zur Sache ...

… heißt die SWR Sendung, die gestern im Dritten auch etwas über den Nürburgring gebracht hat. Kann man sich online anschauen und auch als MP4 runterladen.

Jörg Lindner, 3.Nov.2011:

“In dieser Einführungsphase müssen wir jetzt feststellen, daß eben die Möglichkeiten, die der Nürburgring in seiner heutigen Aufstellung hat, begrenzt sind.”

Na da wär’s doch mal Zeit ein paar Takte mit denen zu reden, die für den Aushub und die darauffolgende Neu-Aufstellung verantwortlich sind. Uups, da isser ja wieder der Herr Lindner.

Jörg Lindner, 4.Okt.2008:

Hier noch ein schönes Marius-Althof-Filmdokument vom Spatenstich an diesem 4.Okt.2008:


Spatenstich Eifeldorf Grüne Hölle - MyVideo


Dienstag, 01. November 2011

Vor gut 3 Monaten ...

… Jörg Lindner im Interview:

volksfreund.de:

Die Pacht, die Sie zahlen müssen, steigert sich langsam: von fünf, auf zehn, auf 15 Millionen Euro. Sind Sie optimistisch, dass der Ring so viel abwirft?

Jörg Lindner:

Sonst säßen wir nicht hier.


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Stopp Greetland! Das ist Ostfriesisch und heißt in etwa Save The Ring.

Mit megalangen Teleskopen soll man ja in der Lage sein fernen Galaxien beim Entstehen zuzugucken. Genauso ein Gefühl hatte ich, als ich heute diese unglaubliche Geschichte gelesen hab. Ossi ist zufällig drübergestolpert:

Nicht Lichtjahre entfernt, sondern exakt 441 km nördlich vom Nürburgring kämpfen Anwohner eines kleines Örtchens gegen eine gigantische Freizeitanlage. Der Ort heißt Greetsiel, hat 1.500 Einwohner und wird konfrontiert mit Investoren, die eine Hotelkapazität von über 1.000 Betten aus dem Boden stampfen wollen.


(Quelle: stopp-greetland.de)

Es ist noch kein einziger Stein verbaut und eine Bürgerinitiative stemmt sich gegen den von der Politik forcierten Plan.

Einen Betreiber soll es auch schon geben …

… und jetzt haltet Euch fest: die Lindner Gruppe.

Das überrascht mich schon, daß man quasi jetzt erst so zufällig da drüber stolpert. Da bekomm ich es ein wenig mit der Angst, daß es noch weitere unschuldige Gegenden gibt, die zügellos zubetoniert werden.

Die Parallelen zum ring°grab sind so megaauffällig, man meint echt man sitzt in einem schlechten Film:

Hit-Radio antenne:

Rund 80 Millionen Euro will ein Investor in das Bauprojekt stecken. Auf der grünen Weise neben dem idyllischen Fischerdorf nördlich von Emden soll ein Touristenmagnet entstehen. Insgesamt 85.000 Quadratmeter sollen bebaut werden, 1.200 Betten sollen nach dem Willen des Investors kommen.

Der Westen:

Investor Kay Schwarz aus Dresden …

Das ist so krass, der Investor heißt echt Kay!

… und seine “Greetland Projektentwicklungsgesellschaft” wollen den Wohn- und Freizeitpark am Ortsrand von Greetsiel bauen. Auf 85.000 Quadratmetern sollen Ferienwohnungen, ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, Schwimmbad, Spielscheune und eine Wasserburg als architektonisches Highlight entstehen. Geplant sind fast 1.200 Betten.

Hinrich Barfs (DIE LINKE):

Herr Schwarz hat einen Managementvertrag mit der Hotelgruppe Lindner, die die Ferienanlage betreiben soll. Sie wirbt mit 64% Auslastung ihrer Hotels- u. Ferienanlagen. Ob diese Auslastung langfristig gesehen, vor allen Dingen in den Wintermonaten hier erreicht wird, ist fraglich. Für die Lindner AG stellt es kein Problem dar, um eine ausreichende Auslastung zu erreichen, die Preise zu diktieren. Das könnte zu einer Gefahr für die bereits ortsansässigen Gastronomiebetriebe werden.

Bürgermeister Johann Saathoff (SPD):

Schön wäre es gewesen, wenn die BI (Bürgerinitiative) mit uns gesprochen hätte. Es ist bedauerlich, dass sie alles in die Presse jagt, ohne wirklich die Hintergründe zu kennen.

Die Bürgerinitiative heißt Stopp Greetland und hat über 16.600 Unterschriften gesammelt. Auch wenn die Facebook Gruppe noch sehr übersichtlich ist. Eine Chance haben die Anwohner aber noch: am 20.Nov. ist Bürgerbefragung. Das ist den Nürburgern (AW’lern, Sportlern, …) leider verwehrt geblieben.

Hoffentlich haben die Greetsieler mehr Erfolg und können das greet°grab noch verhindern.


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Mr. Medico.

Geschlossene Immobilienfonds haben den Nachteil, daß sie nur schwer wieder zu verticken sind. Zumindest nicht so einfach wie Aktien. Es hat sich aber ein Zweitmarkt gebildet um Anteile trotzdem zu handeln. Wie ich darauf komme? Jörg Lindner ist in seinem anderen Leben Geschäftsführer der Gebau Fonds GmbH und im Vorstand der Gebau AG, das sind die Firmen hinter den “Medico Fonds”.

Heute konnte man bei Wallstreet:Online etwas zur September Performance von geschlossenen Fonds lesen:

“Der niedrigste Kurs liegt im September bei 0,5 Prozent: Je ein Anteil am Medico 31, 32 und 33 konnte zu diesem Kurs vermittelt werden.”

Ich wußte ja, daß es um die Fonds nicht gut bestellt ist - aber 0,5 Prozent?! Das heißt wenn jemand 50.000 Euro über die Theke geschoben hat, “vermittelt” ihm der Zweitmarkt 250 Euro dafür. Hab mich sowieso schon gewundert, was ein Hotelier mit Immobilienfonds zu tun hat. Oder ist das umgekehrt?

Wie auch immer, zumindest die Landesregierung hat Qualifikationen gefunden, um geschätzte 640 Millionen Volkseigentum für die nächsten 20 Jahre verwalten zu lassen.


Samstag, 08. Oktober 2011

Übrig Ns vom Samstag.

Das Problem ist nur, daß wir den Australiern völlig egal sind und die sich nichtmal im Traum an unsere Schlafenszeiten halten. Rennstart heute nacht von Samstag auf Sonntag um 1:00 Uhr.

  • Jacques Berndorf fürchtet, daß die Windenergie mit ihren kreiselnden Dingern den Wald zerstören:

"Ich lege großen Wert darauf, dass alle Leute hierhin kommen und die Seele baumeln lassen können. Stellen Sie sich vor, auf dem kurzen Stück zwischen Blankenheim und Hillesheim stehen 25 solcher Dinger mitten im Wald. Den Wald kann ich doch vergessen!

Zunächst musste die Veranstaltung um mehrere Stunden verschoben und schliesslich verkürzt werden, weil die angeforderten Rettungswagen nicht vor Ort waren.

Ging ja nur um die Meisterschaft.

Übrigens, SAVE THE RING setzt 57.968 dagegen. Ohne Marketingabteilung und Steuergeldbudget.

  • Na wenn die sonst keine Sorgen haben.

  • Es gibt kein undurchsichtiges Geflecht in sich verschachtelter Gesellschaften. Niemand macht mit sich selbst Geschäfte. Es wurden keine abgehobenen Projekte geplant. Und es gilt das Prinzip: Wer bestellt, der bezahlt auch.

Für Nürburgring mit (–1) multiplizieren.


Freitag, 07. Oktober 2011

Ungemütlicher Winter - für die Ringbetreiber.

Gestern kam in SAT1 was zu den Winteraussichten am Nürburgring.

“Da kommen ja wieder einige kältere Tage auf uns zu. Besonders ungemütlich wird es für die Betreiber vom Nürburgring. Die wollen in den Wintermonaten den Freizeitpark am Ring teilweise schließen. Der Grund: zu wenig Besucher. Eine neue Erkenntnis, die eigentlich nicht überraschend ist. Winter ist eben keine Ring-Zeit.”

Aber auch sonst ist das SAT1 Archiv zum Thema Nürburgring recht ergiebig und geht zurück bis Januar 2010.


Samstag, 10. September 2011

FWG nimmt den Dialog in die Hand.

Die FWG Ahrweiler stellt eine Diskussionsveranstaltung zum Nürburgring auf die Beine, Treffpunkt ist am 27.Sep. um 19:00 Uhr im Bahnhof in Engeln:

“… würden wir uns freuen, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger der Region, aber auch Freunde des Motorsports, Gewerbebetriebe und Inhaber von touristischen Einrichtungen an der Veranstaltung im Engelner Bahnhof teilnehmen.”

Jörg Lindner hat schon zugesagt, hier die komplette Einladung.


Dienstag, 23. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Gegen Deubel und Lindner - Wird Anklage am Ring wahrscheinlicher?”

Haben das aber schnell korrigiert und Lindner gegen Richter ausgetauscht. Wobei mich schon interessieren würde, was die Staatsanwaltschaft über die Rolle der Lindner’s weiß.

Der Artikel aus der RZ hat aber dem FOCUS mal nachrecherchiert und die Meldung in’s rechte Licht gerückt: nichts Genaues weiß man nicht.

Wie im Autoscooter, wenn man kein Geld nachwirft. (Danke Thomas!)

  • Sieht nicht gut aus für das Schwimmbad in Adenau. Das ist so unglaublich: die Verbandsgemeinde Adenau hat nichtmal 500.000 Euro pro Jahr, um ihren Bürgern ein Schwimmbad zu bieten. Wir reden hier über 13.600 Einwohner, die sich aus 37 Gemeinden zusammensetzen. Das ist doch das totale Armutszeugnis, daß nichtmal genug Geld da ist, um ein Schwimmbad zu halten. Es geht nichtmal um einen Neubau.

An solche Sachen muß ich immer denken, wenn ich den weltfremden Leuchtturm°Unsinn sehe. Während die Eifel schon am Tropf hängt, wird sie aus Mainz noch zusätzlich verzockt.

Es ist übrigens wieder die FWG, die positiv - weil konstruktiv - auffällt.

  • Jochen Krumbach ist derjenige, der am Montag für Toyota den eRekord knacken möchte. STR: Smash That Record!! :))

  • Kleines Update zur Starterliste 6h-Rennen:

    Schubert kommt mit 2 Z4 GT3:
    * Peter Posavac / “Flying” Anders Burchardt
    * Pedro Lamy (!!) / Marko Hartung (das “Spa” Auto)


Mittwoch, 17. August 2011

Facettenreiche Unterhaltungs- und Erholungsmöglichkeiten für 6.000 Gäste.

Gestern bin ich am Ring durchgekommen und hab mal im Eifeldorf geschaut, was da so los. Immerhin ist ja Ferienzeit. Meine kühnsten Erwartungen wurden noch weit untertroffen. Trotz schönem Wetter hatten nur zwei Läden auf und die waren auch nur dürftig besucht. Das Ganze hatte was Gespenstiges: künstliche Bauten, Beton, Leere - und alles hell erleuchtet. Auf der Bundesstraße kein einziges Auto, Fußgänger sowieso keine - dafür aber Neonreklame im Las Vegas Style. Grotesk. Ab und zu sieht man mal einen Nachtwächter oder jemand vom Personal, der eine rauchen geht.

Hier ein paar Bilder (Di, 21 Uhr):


Hell beleuchtet, aber trostlos. Die Stromrechnung möcht ich nicht bezahlen.


Im Lindner gehen die Lichter aus. Was ich mich immer gefragt habe: wem gehört eigentlich dieses “Lindner” Schild? Würde mich nichtmal wundern, wenn das auch Volkseigentum ist - so wie das Hotel.


Einfach zu. Kein Hinweisschild, Öffnungszeiten, … nichts.


Immerhin wird so nichts schmutzig, aber armotisieren geht anders.


“Das Eifeldorf Grüne Hölle (..) bietet seinen bis zu 6000 Gästen facettenreiche Unterhaltungs- und Erholungsmöglichkeiten.” Steht hier.


Insgesamt hatten nur 2 Läden auf - und die waren ziemlich leer. Also bei 6.000 Gästen Kapazität würd ich mal schätzen 1–2% Auslastung.


Für Leute zu empfehlen, die die Einsamkeit suchen.


Wem’s gefällt.


Mythos?


Irgendwie wirkt das auf mich alles ziemlich verkrampft.


Wenn wenig Lichter an sind, kommt wenigstens der Mond besser zur Geltung.

Ich bin dann zur Pistenklause. Nett wie immer, ein paar bekannte Gesichter getroffen, schnell eine leckere Pizza gegessen, natürlich bar bezahlt und noch ein paar Sachen erfahren, die ich noch nicht wußte:

  • daß der Retti genau auf der AW/MYK Grenze liegt und sein Auto ja auch MYK drauf hat,
  • daß die Pistenklause an Heiligabend 1972 vom Günther Schmitz eigenhändig zusammengenagelt wurde - und heute noch so im Einsatz ist,
  • und was ein Strichwein ist! :)

Donnerstag, 11. August 2011

N-Forum seit 6 Monaten offline.

Genau vor 6 Monaten - am 11.Februar - mußte ich das N-Forum vom Netz nehmen. Grund war die einstweilige Verfügung, die Kai Richter gegen mich/uns erwirkt hat und die so weiträumig formuliert ist, daß ich keine interaktiven Inhalte mehr anbieten kann. Auch die Bildkommentare und die dokumentarische Ringumbau-Seite habe ich deswegen vom Netz genommen.

Der selbe Kai Richter meint im Schulterschluß mit Jörg Lindner auf seiner Homepage:

“Dass Herr Frison sein Nürburgring-Forum schließt, war niemals unsere Absicht und ist zudem auch unnötig.”

Also wenn etwas unnötig war, dann die Entscheidung einem gelöschten Artikel eine Einstweilige Verfügung hinterherzuschicken.

“Wir stehen für Meinungsfreiheit und eine offene und freie Dialogkultur.”

heißt es dort auch. Und wenn den Worten dann Taten folgen, kommt so etwas dabei raus. NAG Style, offen und fair.

Unterm Strich ist es jedenfalls gelungen ein 10 Jahre altes Forum (temporär?) zu killen und den regen Diskussionen einen dicken Riegel vorzuschieben.

Wie schon geschrieben kämpfe ich weiter für die Wiederkehr des Forums. Ich bekomme das auch in Gesprächen bestätigt, daß eine große Lücke geblieben sei. Auch Facebook ist nicht in der Lage Ersatz zu bieten. Technisch gibt es weniger Möglichkeiten und nicht Jeder möchte sich mit Zuckerberg & Co anfreunden.

Der nächste Schritt nach unserer Verhandlung am Landgericht ist das Berufungsverfahren, das am OLG Köln verhandelt wird. Unser Anwalt Dr.Frey hat die Argumentation ausgearbeitet und diese wird morgen bei Gericht abgegeben. Im Anschluß wird uns dann demnächst der Verhandlungstermin bekanntgegeben.

Diese OLG Verhandlung ist dann auch final für das Einstweilige Verfügungsverfahren. Den Ausgang kann man nur noch anfechten durch ein normales Klageverfahren, das dann wieder beim Landgericht startet, allerdings auch über OLG und Bundesgerichtshof bis zum Bundesverfassungsgericht getragen werden kann.

Inzwischen ist unser Fall auch in der Datenbank der NRW Justiz angekommen und im Original komplett nachzulesen:

Urteil, Landgericht Köln, 28 O 72/11

Unser Anwalt Dr.Frey hat das Thema auch noch einmal aktuell in seinem eigenen Blog aufgegriffen:

GILT DAS LAIENPRIVILEG AUCH FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DISKURS IM INTERNET?

Noch ein Wort zum Spendenstand: von den benötigten ca. 16.000 Euro sind aktuell

10.886,65 Euro

zusammengekommen. Details dazu finden sich hier ganz unten und ich freue mich natürlich über jede Unterstützung, um diese Lücke zu schließen.

Ich hoffe immer noch optimistisch auf ein Happy End für beide: sowohl das Forum und als auch den Ring.


Freitag, 29. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • In England hat das Bezahlfernsehen zugeschlagen und die Hälfte der F1 Rennen der BBC abgegriffen. Die müssen sich die Übertragung jetzt aufteilen, d.h. die halbe Saison gucken die Nicht-Sky-Abonnierer in die Röhre. Die Grenzen zur Erpressung sind fließend. Bei uns laufen die ja (noch) parellel in RTL/Sky.

  • Marc Hennerici's Team steht beim 24h Spa auf Pole.

  • Aus der Reihe: "Kein Tag ohne Medico Nachrichten" gibt es hier wieder einen gewonnen Gerichtsprozess um Anspruch auf Schadensersatz.

    Wer die Zusammenhänge grad nicht so parat hat kann sich hier einlesen, Jörg Lindner ist im Vorstand der GEBAU AG. Neben seinen anderen Geschäftsführer- und Gesellschafterfunktionen bei Treufinanz und Lindner Firmen.


Mittwoch, 27. Juli 2011

Ehrenhafte Gesellschaft trifft Ehrenamt.

Für Kurt Beck ist das Ehrenamt:

"das Rückgrat der solidarischen Gesellschaft."

Sein Protegé Jörg Lindner setzt das in die Praxis um und erklärt den Fernsehzuschauern, daß sein Geschäftsmodell auf dem Rücken des Ehrenamts aufbaut:

"Wir haben viele große Veranstaltungen, die wir überhaupt nicht durchführen könnten, wenn wir nicht eine Unzahl von ehrenamtlichen Helfern hätten, die uns unterstützen."


Samstag, 23. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • Bei den Aussagen von Jörg Lindner habe ich mir eine gesunde Skepsis angewöhnt, aber das hier kauf ich ihm sofort ab:

“Wir sind nicht dazu da, wenigen Menschen die Ausübung ihres Sports zu ermöglichen.”

Doch die Automotive richtet das Rennen nicht allein aus. Nach dem Zuschlag ließen Lindner und Richter zwei neue Firmen eintragen: Die Grand Prix Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG und als Komplementärin die Grand Prix Rheinland-Pfalz Verwaltungs-GmbH. Lindner und Richter sind jeweils einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer.

Im Klartext heißt das: Richter und Lindner verschieben mit der Konstruktion einen Teil ihres Geschäfts an andere Firmen und dennoch an sich selbst. Die Nürburgring Automotive GmbH muss laut Betriebspachtvertrag einen Großteil ihres Gewinns an die Nürburgring GmbH und somit das Land abführen. Ein Teil der Gewinne aber fällt nun bei anderen Firmen an – das Land geht leer aus.


Freitag, 22. Juli 2011

NAGs new campaign to make you LOVE them.

By coincidence I came across this LOVE THE RING brand registration:

It has been registered in May 2011 by the private Nürburgring operators - Kai Richter and Jörg Lindner - with their “Nürburgring Automotive GmbH” company. Click the picture for the official documentation.

The logo looks pretty similar to the SAVE THE RING logo I invented in December 2010 for our protest against the Leisure Park and Nürburgring privatisation:


(24 Hours 2011 Parc Fermé - click picture for gallery.)

I’m still missing the point to register something, which already exists - and even more: which is targeting exactly in the opposite direction. Never mind, just about everything happening at the Ring right now is hard to understand, so let’s put the reasoning aside for a moment.

When you compare their fake logo with my original, they are nearly the same. But are they THE SAME? Did they make a 1:1 copy and walk that to the brand registration office?

Actually, they did. Here is a comparison merged into 1 picture, I took their layout from the original documentation (can be downloaded as PDF here, search for registration number 009987108).

The letters are exactly the same, not just similar, but identical. In red you see the STR logo and the black outline redraws their copy of it.

So why all this effort and spending so much money?

This evening - as we speak - they introduce a new website, which is LOVE THE RING all over it:

They seem to think that the public can’t differentiate between the historic Nordschleife as such and Kai Richter / Jörg Lindner, who are running it since one year.

I’m not a native English speaker, but on our STR wall it has been mentioned that their new claim LOVE THE RING allows alternative interpretations:

I doubt you’ll be seeing this appearing on the cars of any heterosexual male drivers… Would look great with a rainbow background.

^^ has hit one nail on the head. Don’t think they realise what that can and will be read as.

CST goes CSD? Hard to imagine they overlooked this, given the effort they are putting into the new campaign. Then again the Nurburgring Automotive GmbH has shown on earlier occasions their lack of language skills.

Guess what, they have a sticker too:

“If you like, we send you the Love-The-Ring-sticker to your home for free. Or you download it as a graphic and produce it for yourself”.

Sounds familiar?

Looking at the community it seems like stealing the STR idea doesn’t go down too well: the anti-LOVE THE RING group was live even before they had their website online.

The reactions here tell it all really. Let’s keep pushing STR and spread the word. People need to know what’s happening, even though there is some effort needed to look behind the scenes.


Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Freitag, 15. Juli 2011

Lindner, Ecclestone und Save The Ring.

Bei Zur Sache Rheinland-Pfalz ging es gestern um die Zukunft der Formel 1, dabei kamen u.a. Renate Manthey, Jörg Lindner und Uschi Schmitz zu Wort.

Während Jörg Linder verregnet auf seinem neuen Siegerpodest stand und von Bernie Ecclestone schwärmte, hatte man bei Frau Schmitz einen schönen Überblender direkt von den SAVE THE RING Aufklebern gewählt. Paßt!

Hier kann man sich den Beitrag nochmal anschauen: “Ecclestone und die Eifel.”


Dienstag, 05. Juli 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

[x] Gefällt mir! :)


Samstag, 02. Juli 2011

The End of the 24 Hours Race?

Alarming news from ADAC Chairman Peter Meyer:

“Motor sport is rarely lucrative, except for Bernie Ecclestone. With the 24-hour race at Nurburgring, we might have, thanks to many volunteers, generated break-even. But most of the time it is a support business. The guys from Nürburgring Automotive GmbH don’t get it, they claim to know everything better.

We have a framework agreement, which extends to 2012. We will fulfil this contract. After that we need to negotiate a new one. A lot will happen up to then - it is known that some legal disputes are running against the operators. We will quietly examine what is happening. There are alternative race tracks around, Zolder is not far and Spa also located close to Cologne.”

Peter Meyer is not anybody, he is chairman of ADAC. See ADAC’s wikipedia entry - it is Germany’s and Europe’s largest automobile club with more than 17 million members. The ADAC is also organiser of the 24 Hours race - despite others, like the German Formula 1 GP.

He claims the NAG, which belongs to Kai Richter and Jörg Lindner, “knows everything better”. The people I talk to second that and expamples like Scuderia Hanseat demonstrate, how the NAG multiplies fees or even tries to take over events altogether. Their motivation, unlike the one of ADAC, is not to support motorsports, but to maximise their private income.

One thing is for certain: if 24 Hours Race goes, it would be the end of Nordschleife as we know it. Save The Ring.


Freitag, 01. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Dienstag, 28. Juni 2011

Wenn Lindner austeilt ...

Sieht für mich auf deren Facebook Pinwand so aus, als würden die sich über den Manta lustig machen:

“…gewinnt dieses Jahr wahrscheinlich nicht…”

Mal davon abgesehen, daß der Sieg garnicht so unwahrscheinlich war, weil der Manta auf Pole der 2-Liter Klasse stand und 19 modernere Renner hinter sich gelassen hat.

Noch besser sind die dezenten STR Aufkleber, die der Facebook-Abteilung wohl durchgegangen sind. Lindner macht SAVE THE RING Werbung, weiter so!


Freitag, 24. Juni 2011

Übrig Ns vom 24h-Freitag.
  • Das Wetter am Ring beim 24h-Rennen ist ziemlich übel, kann nur besser werden! Im Fahrerlager schimpfen alle über das Chaos und die vollen Boxen. Da müssen 8 Autos in eine Box, gehen keine Tore mehr zu. Außer bei VW, die haben Platz ohne Ende. Auf der Haupttribüne gab’s wohl einen Fehlalarm und die Offiziellen sind sehr entspannt damit umgegangen. Haben nämlich nichts gemacht. Die Feuerwehr haben sie trotzdem anrücken lassen. Marco Werner hat sich in Facebook auch mal ordentlich ausgek#%&$t und einen schönen Gruß an Herrn Lindner dagelassen. Ziemliches Chaos mit den Zugangskontrollen. Wenn man auf den langen Wegen mal am Eifeldorf vorbeikommt, ist das immer leer. Allerdings kommen mir auch die Campingplätze leerer als sonst vor, war aber noch nicht überall. Und im Lindner habe man AMG kurzfristig ausquartiert, das muß man auch erstmal bringen. Wenn da einer Infos hat, her damit ;)

  • Meanwhile in Mainz: der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH muß noch dieses Jahr belangt werden, sonst droht Verjährung. Nicht von der Hand zu weisen, so wie die mauern.

  • Obwohl für Juni angekündigt, geht die Achterbahn doch nicht in Betrieb. Am besten ich speichere mir das mal als Textbaustein.


Dienstag, 21. Juni 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Samstag, 18. Juni 2011

Samstags Übrig Ns Nachschlag.

Auffällig ist bei den ganz NAG-nahen Accounts, daß die sich nie mit ihrem Namen zu erkennen geben, sondern immer hinter solchen “Wir sind hier ein Social Media Team” Floskeln verstecken. Das ist so, wie wenn man als Kunde in ein Geschäft geht und der Verkäufer einen mit Maske und verzerrter Stimme begrüßt. Das ist doch mal eine Unterhaltung auf Augenhöhe:

Wir arbeiten im Team und führen die Diskussion auf diesem Account im Namen des Nürburgrings. Es handelt sich hier um unsere Social Media Abteilung, die zur Unternehmenskommunikation des Nürburgrings gehört. Da wir als Team zusammen arbeiten, werden keine einzelnen Mitarbeiter in den Vordergrund gestellt.


Freitag, 27. Mai 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Mittwoch, 18. Mai 2011

Geschäftsführerinflation.

Der Geschäftsführer der Hockenheim-Ring Gmbh - Dr. Karl-Josef Schmidt - meldet in einer Rundmail, daß er ab 1.Juli 2011 als Geschäftsführer in die NAG eintritt.

Der Mann ist nicht zu beneiden, zumal die Legalität des aktuellen Pachtvertrages angezweifelt wird. Vielleicht haben die ja auch jemanden gesucht, der schon Ecclestone-Verhandlungserfahrung hat - hat das nicht geklappt in Australien?

Und was passiert mit dem jetzigen Geschäftsführer Jörg Lindner? Muß der sich um seine anderen Geschäfte kümmern?

UPDATE:

So ganz friedlich war der Abgang in Hockenheim wohl doch nicht. Hier auch noch was dazu.


Dienstag, 10. Mai 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

Die Siegener Zeitung titelt auf jeden Fall heute:

“Mediinvest wirft die Brocken hin”

Die Worte vom zuständigen Landrat Frank Beckedorf hätte ich mir vom Ahrweiler Landratskollegen und Senior Aufsichtsratsmitglied der Nürburgring GmbH Jürgen Pföhler gewünscht:

“Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.”

Dieses Mediinvestment in Olpe ist übrigens nicht so neu, wie es den Anschein hat.

  • Es gibt den neuen VLN Fanguide, der ist letztes Jahr gut angekommen. Ist 16 Seiten dicker (= 96 Seiten), aber auch 3 Euro teurer (= 5 Euro) geworden.

  • Ein Porsche ab Werk, der nur 120 fährt? Armer Boxster.

  • Im Lindner Formel 1 Special ist alles dabei, nur keine Übernachtung. Ist das der Kreativausbruch, um das steuerfinanzierte Formel 1 Kartengeschenk zu verkaufen?

In dem Zusammenhang fällt mir auf, daß die Dunlopkehre nur noch “ehemalige Dunlopkehre” heißt. Das wäre schade, wenn die Dunlop vergrault hätten, die Kurve kenn ich nur unter dem Namen. Wenn neue Kurvennamensponsoren auf den Plan treten, wird immer ein Riesenbrimborium gemacht. Aber wenn Namen wegfallen, werden sie still und heimlich unter den Teppich gekehrt.


Montag, 09. Mai 2011

Übrig Ns vom Montag.

Die WRC scheint gut aufgestellt für die Zukunft, auch VW will ab 2013 mitspielen - mit dem Polo.

  • Beim VLN 6h-Rennen am Samstag soll auch der P 4/5 wieder antreten.

  • In Remagen wurde das Denkmal von Rudolf Caracciola beschädigt, bzw. der Mercedes Stern wurde rausgebrochen.

  • Gerd Weisel wurde im Handelsregister als Geschäftsführer der Nürburgring GmbH eingetragen (mit Datum 21.4.2011). Mal so ‘ne Info für die Öffentlichkeit, was denn das bedeutet, ist wohl nicht drin. Ist ja bloß eine Landesgesellschaft, die uns allen gehört.

  • Die VLN besuchen schon ab 99,- Euro!


Samstag, 07. Mai 2011

Übrig Ns vom Samstag.
Dienstag, 03. Mai 2011

Mainzer Pöstchenspiele.

Der Nürburgring wird weiter durchgereicht: nach Finanzministerium erst Wirtschaftsministerium und jetzt Innenministerium. Solche Klimmzüge werden wahrscheinlich nur gemacht, damit alles schön in den eigenen SPD Reihen bleibt, nachdem feststeht, daß Eveline Lemke den Hendrik Hering aus dem Office kegelt.

Immerhin scheint sich Kurt Beck schonmal auf die “Neuausschreibung” vorzubereiten. Die Formulierung ist mal wieder typisches Politikertheater:

Für den Fall, dass eine Beschwerde in EU Erfolg hat, wird eine Neuausschreibung vorgenommen, sagt Beck.

NEUausschreibung? Als wäre jemals eine ALTausschreibung erfolgt. Und natürlich ist dann nicht er, sondern die böse EU schuld an der Rückabwicklung.

Vor der Wahl hat das noch so geklungen:

Bei dem mit der Hotelkette Lindner abgeschlossenen Pachtvertrag handele es sich um eine Dienstleistungskonzession, die nicht den Vergaberichtlinien unterliege.

Die zweite Erwähnung des Rings im RZ-Ticker hört sich so an:

Ein neues Wirtschaftslichkeitsgutachten und Risikoanalyse für den Nürburgring, die ihn über bisherige Untersuchungen hinaus durchleuchtet, wird sicher auch weiter in der Enscheidungsfindung mitbewertet.”

Analyse? Gutachten? Wie wär’s mit einer Beratung dazu?

Eine bissige strafrechtlich-relevante Untersuchung - das muß jetzt her. Im Moment ist das ja eher ein Schlaflabor. Und Abschluß des Untersuchungsausschusses, der ja unvollendet geparkt wurde.


Freitag, 22. April 2011

Übrig Ns vom Freitag.

  • Jörg Lindner im Interview: “Eine Woche vor Ostern haben wir den Fishermansfriend „StrongmanRun“ mit 10.000 Teilnehmern und 40.000 bis 50.000 Zuschauern.”

Kleiner Real-Abgleich: 20.000 Zuschauer haben Euch 8.890 StrongmanRunnern heute an den 14 Hindernissen ordentlich eingeheizt.

Leute, die vor Ort waren, halten selbst die 20k für übertrieben.

“Bekanntlich lebt der 24h-Klassiker in der Grünen Hölle nicht nur vom packenden Rennsport auf der Piste – auch die Begeisterung der Fans ist legendär. Deshalb ist der M Corso über die Nordschleife, bei dem sich die Festivalbesucher mit ihrem eigenen BMW M Fahrzeug feiern lassen, eines der Highlights der Veranstaltung.”

Welch eine Ehre für die Fans solvente BMW Fahrer in ihren schicken Autos huldigen zu dürfen! Nicht daß den Fans vor lauter Ehrerbietung spontan das gestrige Bier durch den Kopf geht. Stell ich mir grad so bildlich vor.

Und obwohl die Agentur davon auch letztes Jahr vor Ort war, hat sie vom 24h-Rennen nichts verstanden.


Sonntag, 17. April 2011

Übrig Ns vom Sonntag.

  • Sabine und Klaus gewinnen den RCN Lauf. Schnellste-Schmitz-Zeit: 7:04,0 Min. für 20,832 km.

  • Manchmal werden bei der Formel 1 auch noch Traditionen gepflegt und so findet sich im 2011er Streckenplan auch wieder die Bitkurve.

  • Freund Eppe vom Team Eich 1 hat den Strongmanrun in 1:44,18 bewältigt, Platz 117. Glückwunsch! Jörg Lindner vom Team Nürburgring Automotive GmbH war knapp eine Stunde und 2.701 Plätze dahinter.


Donnerstag, 14. April 2011

Zahlen? Unseriös!

Während es am Ring garnicht pompös genug zugehen kann und die Verwalter sich dank Minipacht entspannt einschwingen können, kämpft Adenau in einer viel kleineren Preisklasse um sein Schwimmbad.

Wie sagte Jörg Lindner letzte Woche so schön, als er wieder mal den Nürburgring umbauen wollte:

“Jetzt Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Kann ich auch, dachte sich Herrmann-Josef Romes beim Förderverein von badenova:

“Zu diesem Zeitpunkt schon Zahlen zu nennen, wäre unseriös.”

Klarer Fall für neusprech.org.


Montag, 11. April 2011

VIP-Andrang statt Wippermann?

Falls da noch Zweifel an der Zielgruppe sein sollten:

  • VIP-Paket “Champion” für Samstag
  • VIP-Ticket für die Wiedereröffnung
  • VIP-Parkplatz
  • VIP-Zelt/Fahrerlager
  • VIP-Catering inkl. Getränke im VIP-Zelt/Fahrerzelt
  • Gala am Samstagabend.”
  • Einzelzimmer Comfort Class: EUR 339,00

Ich hab da auf einmal so ein VIPsen auf den Ohren.


Sonntag, 10. April 2011

Tipp des Tages.

Nicht der Polizei die Vorfahrt nehmen, wenn man morgens um halb sechs nach Hause fährt:

“Am Sonntagmorgen um 05.30 Uhr befuhr ein Funkstreifenwagen der Polizei Adenau den Kreisverkehr am Lindner Hotel am Nürburgring. Ein PKW – Fahrer aus England nahm dem Streifenwagen beim Einfahren in den Kreisverkehr die Vorfahrt. Bei der Kontrolle des 30 – jährigen Fahrzeugführers wurde bei diesem starker Alkoholgeruch festgestellt. Der Alkoholtest verlief positiv und der englische Staatsbürger musste mit zur Blutprobe.”

(via PM.)


Freitag, 08. April 2011

Die verfahrene Nürburgring Situation im SWR (Video).

Gestern lief im SWR ein 5 Min. Beitrag zum Ring, kann man sich in der SWR Mediathek hier nochmal anschauen oder lieber Runterladen, denn das wird sicher bald wieder de-publiziert:

Video als MP4-File.

“Das Dauerbrenner-Thema Nürburgring gewinnt an neuer Fahrt. Schließlich war der Ring einer der Hauptkritikpunkte der Grünen an der bisherigen Landesregierung - kein Euro Steuergeld solle mehr dort hineinfließen, so die Forderung. Jetzt gehören die Grünen vermutlich bald selbst zur Regierung und müssen erklären, wie das gehen soll. Einfach ist die Situation nicht. Kurz vor der Wahl haben die Ringbetreiber Lindner und Richter ausgesprochen, was viele längst ahnten: die Attraktionen der Erlebniswelt seien einfach nicht attraktiv genug, neue Konzepte müssen her. Und die Landesregierung hat dafür schon mal sieben Millionen Euro bereitgestellt. Zugleich kündigt die EU-Kommission an, jetzt, nach der Wahl, zu prüfen, ob es sich bei den Landesinvestitionen am Ring um unerlaubte staatliche Beihilfen, also Wettbewerbsverzerrung, handelt. Eine ziemlich verfahrene Situation, wie zur Sache-Reporterin Sabine Rappen zeigt.


Freitag, 01. April 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Mittwoch, 30. März 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ich habe die Termine für GLP und RCN aktualisiert - ich hoffe, daß die jetzt so bleiben, damit ich nicht nochmal ändern muß.

Die Terminübersicht normal oder reduziert für’s Handy: 20832.com/termine. Wer Korrekturen oder neue Termine für mich hat: immer her damit! :)

  • Die Richtung stimmt: VLN Siegerehrung statt im Randalestadl jetzt in der Abflughalle. Fehlt nicht mehr viel bis zum Fahrerlager.

  • Die Noch-Regierung in Mainz glaubt sie könne den Untersuchungsausschuß UA 15/2 einfach so …. aufhören.

  • Schicke Schlagzeile in der Eifelzeitung:

“Monarchie in Rheinland-Pfalz beendet.”

  • Daumen drücken!

Keine Einigung ist beim Streitthema Nürburgring in Sicht. Die Grünen fordern vehement, das Land solle die Verträge mit den privaten Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter kündigen. Die SPD hält das für nicht machbar.

  • Die SPD sieht sich schon völlig selbstverständlich als neue Regierung:

‘Wir wollen uns auch ein Stück freuen, dass wir weiter mitregieren können’, sagte Hartloff.

  • Und für so einen Ministerposten spielt die Qualifikation offensichtlich eine untergeordnete Rolle:

Zu der Frage, ob er das Amt des Justizministers anstrebe, sagte Hartloff lediglich, alle Ministerposten seien ‘interessant.’

  • Rheinland-Pfalz Begrünung in der taz.

  • Christian Menzel freut sich in seiner Kolumne auf den ersten VLN Lauf, macht aber auch kein Hehl daraus, daß er sich große Sorgen um den Nürburgring macht:

Logisch entschieden haben sich ungefähr 36 Prozent der Wähler bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz scheinbar nicht. Wer den Nürburgring-Skandal seit einigen Jahren verfolgt hat, der weiß was ich meine. Ich habe Angst um die schönste Rennstrecke der Welt, und ich schreibe das auch ganz deutlich.


Samstag, 26. März 2011

Genau 1 Jahr nach Vorstellung der Nürburgring Privatisierung: EU Kommission, kein Konzept und nochmal Umbauen.

Am 26.März 2010 hat Hendrik Hering in einer Nacht-und-Nebel Aktion eine Veranstaltung der Tourismusverein Adenau genutzt, um die besiegelte Privatierung des Nürburgring vorzustellen.

Ich habe das ausführlich dokumentiert und würde auch gerne dorthin verlinken, aber ich mußte ja meine Foren abschalten.

Jurist Hering sah sich auch damals mit kritischen Fragen konfrontiert, wie es sich denn mit der Ausschreibung nach EU Recht verhält und hat das wirsch abgebürstet in dem Tenor:

Das haben wir geprüft und wir müssen das nicht ausschreiben.

Leider mussten wir uns mit dieser saloppen Antwort zufriedengeben.

Ganz so lässig wird er jetzt nicht mehr durchkommen, denn die Bundesregierung wird ungemütlich, nachdem die EU Kommission offensichtlich Mängel erkennt. Die WiWo bleibt am Ball:

“Die EU-Kommission sieht offenbar Anhaltspunkte dafür, dass das Land gegen das Vergaberecht verstoßen hat und hat eine Stellungnahme angefordert. Brüssel hat deshalb jetzt einen umfangreichen Fragen-Katalog an die der Bundesregierung geschickt.”

“Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Fragen aus Brüssel nach Recherchen der WirtschaftsWoche in dieser Woche an das Landeswirtschaftministerium in Mainz weiter gereicht. Landeswirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hat nun bis Ende Mai Zeit, seine Stellungnahme nach Berlin zu schicken.”

Nicht nur das nach wie vor dubiose Zustandekommen der Pachtverträge, auch die Konzeptlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Handeln des letzten Jahres:

“Gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte der Sozialdemokrat eine Ankündigung der privaten Nürburgring-Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner, dass die erst 2009 fertiggestellten zentralen Nürburgring-Gebäude Ring-Boulevard, Ring-Arena und Warsteiner-Event-Center ein neues Konzept brauchen und aufwändig umgebaut werden müssen.”

Das sind so Tage, an denen man wehmütig an den schönen Schotterparkplatz auf A6 zurückdenkt.


Mittwoch, 23. März 2011

Millionen verdienen nur die Pächter.

Leserbrief von Jochen Seifert heute in der Eifelzeitung. Dazu muß man wissen, daß Jochen Seifert nicht irgendwer ist, sondern er war lange Ortsbürgermeister in Kempenich und ist aktuell Mitglied im AW-Kreistag.

“Nürburgring: Millionen verdienen nur die Pächter

Wie die Wirtschaftswoche in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, fordert die Nürburgring Automotive GmbH als Betreiber der Rennstrecke von der Landesregierung massive Umbaumaßnahmen an den Shopping- und Freizeiteinrichtungen sowie Änderungen an deren Vermarktung. Dazu, so die Aussage von Lindner/Richter, sei ein Millionenbetrag erforderlich, der vom Land aufzubringen wäre!

Konkrete Vorschläge für ein neues Konzept – liegt überhaupt ein „altes“ Konzept vor(?) – für den Ring-Boulevard wollen Lindner und Richter nach der Landtagswahl vorlegen.

Ich frage mich, wozu wurde ein Vertrag abgeschlossen, der Grundbesitz und bewegliches Vermögen abschließend(?) beinhaltet, wenn ca. 10 Monate nach Abschluss bereits Änderungen beantragt werden. Ich frage mich aber auch warum die „Herren“ vom Ring die Frechheit besitzen etwas zu fordern, was lt. Vertrag § 8 Nr. 5, ich zitiere:

„Bei eventuellen baulichen Veränderungen, die der Pächter vornehmen möchte, ist er für die Einholung aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen sowie die Einhaltung aller einschlägigen Gesetze und Verordnungen allein verantwortlich.“

dem Pächter zuzuordnen ist – oder fehlt da was? Damit meine ich, dass Lindner/Richter ggf. darauf spekulieren, dass ja in diesem Absatz nichts von finanziellen Dingen steht. Diese Annahme wäre nicht so abwegig bei dem dilettantischen Vertrag, in dem die Hälfte fehlt.

Aber in § 6 (Umfang des Nutzungsrechts) steht folgendes:

„Der Pächter ist berechtigt, die Pachtgegenstände im eigenen Namen und für eigene Rechnung zu nutzen und den Geschäftsbetrieb der Pachtobjekte zu betreiben. Er ist berechtigt, soweit dies den Regeln einer ordnungsgemäßen Betriebsführung entspricht, die Nutzung der überlassenen Gegenstände zu verändern.“

Im Sinne des ersten Satzes dieser Festlegung ist damit m.E. der Pächter für die Finanzierung von evt. Änderungen/Ergänzungen zuständig.

Ich stelle abschließend fest, dass bei der Übergabe an Richter/Lindner offensichtlich „Fachleute“ am Werk waren, die nichts klar geregelt haben und dafür sorgen, dass nach wie vor Millionenbeträge den beiden „Herren“ in die Kasse spülen. Ich habe keine Hoffnung, dass dieses Spielchen sich nach dem 27.03.2011 ändert, die Eifel wird weiterhin verdummbeutelt.

Jochen Seifert, Kempenich


“Ja zum Nürburgring” mit klarem NEIN zu der Fehlentwicklung “Nürburgring 2009”.

Sagt im Grunde alles:

“Nach den Feststellungen des Vereins haben das Land Rheinland-Pfalz und die Nürburgring GmbH durch die Bündelung motorsportfremder Freizeitaktivitäten mit der einzigartigen Sportstätte des Nürburgrings den Rennsport aus dem Fokus verloren und durch die Einsetzung der Nürburgring Automotive GmbH für den Betrieb der gesamten Wirtschaftsaktivitäten am Nürburgring gegen zentrale Regelungen des EU-Rechts verstoßen.”

Das wird auch noch konkreter:

“Die zugänglichen Informationen belegen, dass der Nürburgring Automotive GmbH bzw. den sie kontrollierenden Unternehmen von Kai Richter und Jörg Lindner Begünstigungen aus staatlichen Mitteln gewährt wurden bzw. werden.”

Und ein Passus ist besonders interessant:

”(…) Nichtigkeit des Pachtvertrags mit der Nürburgring Automotive GmbH.”

Kann ich garnicht oft genug lesen - und je öfter ich das lese, umso besser gefällt es mir.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung hat auch einen schönen Artikel dazu - inklusive 20832.com Link (Danke!). Und kaum veröffentlicht, ist es auch schon sauber in’s Englische übersetzt.

Die 50.000+ Save The Ring’er brauchen Input! :)


Samstag, 19. März 2011

6-seitiger Wirtschaftswoche Bericht über das Erlebnis°Grab: Avanti Dilettanti!

Bei der Wirtschaftswoche, die zur Verlagsgruppe des Handelsblatt gehört, ist man tief in das Thema Nürburgring eingestiegen. Ganze 6 Seiten arbeiten das Thema aufwendig ab! Sowohl die jetzige Betreiberstruktur als auch die Historie der mysteriös verschleierten Finanzierung werden aufbereitet. Den Handelnden wird sachlich und unaufgeregt der Spiegel vorgehalten, ein aufwendig recherchierter Bericht zu den Machenschaften, die unsere Lieblingsrennstrecke so tief mit runter gezogen hat.

Das Heft gibt es seit heute am Kiosk zu kaufen, ich habe mir mal schnell ein’s besorgt, nicht daß irgendein Landgericht auf die Idee kommt es zu verbieten.

Hier schonmal eine kleine Vorschau mit ausgewählten Zitaten, im Gesamt-Zusammenhang liest es sich natürlich flüssiger:

Die Überschrift lautet:

“Bessere Investitionsruine”

und die Chronik ist betitelt mit:

“Avanti Dilettanti. Wie aus dem Neuanfang am Nürburgring ein Wirtschaftsskandal wurde.”

In der Einleitung:

“Noch redet Beck sich alles schön. (…) Davon wird nach der Landtagswahl am 27. März keine Rede mehr sein. Ist der Urnengang vorbei, werden die von der Regierung beauftragten Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner – Eigentümer des privaten Ring-Betreibers Automotive GmbH – dem Land die bittere Mitteilung machen, dass sich die Chose nicht rechnet.”

Zur Achterbahn-Reperatur:

“Selbst wenn es klappt, wird der Ring-Racer zumindest im ungemütlichen Eifel-Winter kaum mehr Besucher anlocken als ein Freibad.”

Zu den neuen Verwaltern:

“Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt.”

“Der smarte Firmenjongleur war nicht nur mit seiner Projektfirma Mediinvest, sondern mit mindestens sieben weiteren Firmen am Ring aktiv. Zwischen diesen Unternehmen schob er, wie der Landesrechnungshof aufdeckte, Gelder munter hin und her.”

Zu Protest, Widerstand und Save The Ring:

“Unter den Gästen der „Blauen Ecke“ im nahen Eifel-Städtchen Adenau macht schon seit jeher das Wort „Ring-Mafia“ die Runde. Becks „Leuchtturmprojekt“ zur Förderung der Region stößt dort, wo es seinen Segen entfalten sollte, auf Unverständnis und eine Welle des Widerstands.”

In der „Grünen Hölle“ ist der Teufel los und in Brüssel stapeln sich die Beschwerden – von Europaabgeordneten der CDU und Grünen, der Fan-Initiative „Save The Ring“ sowie dem Verein „Ja zum Nürburgring“, hinter dem der frühere ADAC-Präsident Otto Flimm steckt.”

Alles prima Lesestoff - die Hoffnung auf einen so umfangreichen Artikel hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Jetzt könnte es durchaus sein, daß die Diskussion neu befeuert wird.


Freitag, 18. März 2011

Neues von den Blitzmerkern.

Die Wirtschaftswoche bringt in ihrer neuen Ausgabe was über den Ring. Money Quote:

„Boulevard und Veranstaltungsflächen lassen sich in der heutigen Form isoliert betrachtet nicht profitabel betreiben, das Konzept muss verändert werden“, sagten die Geschäftsführer und Inhaber der Betreibergesellschaft, Kai Richter und Jörg Lindner, dem Blatt.

Nicht profitabel betreiben? Hallo Landesregierung, jemand zuhause? Mehr Geld wollen sie von uns auch:

“Dazu sei ein Millionenbetrag erforderlich, der nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre vom Land aufzubringen wäre.”

Ich zitiere an der Stelle noch einmal Stefan Rota vom 27.April 2010:

“Nehmen sie noch ein einziges Mal das Geld der Steuerzahler in die Hand und reißen sie alles ab.”

Am Dienstag meinte Hendrik Hering noch:

“Wir haben Probleme am Ring gelöst und eine gute Entwicklung angestoßen (..)”.

Der Freizeitpark ist wirklich erfolgreich: als Steuergeldvernichtungsmaschine!

UPDATE:

Aufgegriffen von Volksfreund.


Montag, 14. März 2011

Übrig Ns.
  • Neues Wort gelernt: ministrabel.

  • Für die Abflughalle werden nach wie vor verzweifelt Konzepte gesucht - neuester Kreativerguß: VLN Pressekonferenz. Und damit das nicht so leer aussieht, darf jeder kommen und ein paar Autos werden auch reingefahren.

„Die Langstreckenmeisterschaft ist eine Breitensportserie, die sich vor allem durch ihre Fannähe auszeichnet“, erklärt Hans Jürgen Hilgeland, Sprecher der Gesellschafter der VLN. „In diesem Zuge nutzen wir die Möglichkeiten, die uns die neuen Bauten am Nürburgring bieten. Ende März, unabhängig von der Wetterlage, einen Publikumsevent zu organisieren – diese Möglichkeit gab es bislang noch nicht.“

Natürlich gab’s die, sehr gut sogar und das weiß der Jöckel ganz genau, weil er morgens dort die Fahrerbesprechung macht: im Pressezentrum. Kann man super sitzen mit ganz vielen Leuten und die Akkustik ist tip-top. Kann man vom Boulevard nicht behaupten.

Aber Jöckel kann als Sprecher ja die Gelegenheit nutzen und den versammelten Fans erklären warum ihr Forum so böse ist, daß man das Landgericht bemühen muß. Die Überschrift

“Mit Paukenschlag in die neue Saison”

trifft es ja ganz gut.

  • Neu aus der Spielzeugabteilung, so ein bischen wie ein RC Car zum Draufstellen. (via)

  • Morgen ist die Pressekonferenz von Ja zum Nürburgring im Dorinthotel. Werde auch vor Ort sein, um mir das anzuschauen. Und natürlich berichten! ;)

  • Grade war Jörg Lindner bei Center TV. Wenn das ein redaktioneller Beitrag war: ok. Wenn nicht, dann hat es gekostet und zeigt überdeutlich, daß man ordentlich die Kasse aufmacht, nur um das Image zu kitten. Inhaltlich der übliche Blah, wir haben hier etwas ganz Neues geschaffen usw.

Wir sind hier auf dem besten Wege, etwas Einmaliges zu zerstören hätte ich passender gefunden.

Hering: Im Interesse der Region sollte den Betreibern die faire Chance gegeben werden, ihr Konzept umzusetzen.

Das ist ja der blanke Hohn die gleichzeitige Monopolisierung der Dienstleistungen und Streckenkapazitäten in einem Atemzug mit Fairness zu nennen. Von der Demütigung durch NüroDisney ganz zu schweigen.

Licht: Ich persönlich werde dabei eher meine Hand für eine attraktivere Nordschleife heben als für weitere Gelder in eine Achterbahn.

Hört sich viel besser an!


Mittwoch, 09. März 2011

Da haben sich 2 gefunden: Staatsschulden im Lindner Hotel.

Klausurtagung im Lindner Hotel zum Thema Staatsschulden. Na das paßt doch mal wunderbar zusammen. Erstmal nur in Österreich, aber ich finde das gehört viel mehr nach Rheinland-Pfalz.


Sonntag, 27. Februar 2011

Ringcard details, the Ring´s enforced plastic money.

The Nürburgring plastic card payment system "ring°card" has been covered in detail in the German "Rhein-Zeitung". It is based on a 56-pages governmental audit report, which is dated Nov 3rd, 2010 - but only now made it's way to the public. Kai Richter - today the new Ring operator next to Jörg Lindner - is also the person behind the ringcard company "CST". I'm still reading my way through the audit, whereas Frank has managed to translate the covering newspaper article. Many thanks Frank!!

Nurburgring Drama: The case of the CST – Kai Richter really cashed in at the Ring.

It is really confusing to read through page after page, which all cry for legal justice. In fact the investigation by prosecution started June 22nd, 2010 and it seems to be just doing nothing.


Samstag, 26. Februar 2011

Jörg Lindner: Wir haben viele guten Ideen.

In einem Zeitungsinterview mit Jörg Lindner kann man ein paar interessante Einsichten nachlesen. Zum Beispiel:

Sicherlich auch um ihre eigene Investition am Ring zu schützen haben die Lindners zugestimmt und mit weiteren Investoren die Nürburgring Automotive gegründet.

Investitionen? Investoren?

".. im Sommer 2006 hatte der Ring 60 fest angestellte Mitarbeiter, heute haben wir 390."

Ok, statt 40 Millionen Schulden hat die Nürburgring GmbH heute auch eher 400 Millionen Schulden.

"Die politischen Verhältnisse im Land haben allerdings keinen Einfluss auf unsere Arbeit."

Ich glaube mit der Meinung steht er ziemlich alleine da.

"Jeder ist Trainer am Nürburgring und weiß, wie es geht oder auch nicht geht."

Ja! Und die neuen Betreiber mit großem Vorsprung vorneweg!

"Wer bitte ist denn vergangenes Jahr Formel 1 Weltmeister geworden? Ein Energy-Drink-Hersteller, quasi ein Limonadenprodukt!"

Hallo Adrian Newey, jetzt wissen Sie Bescheid!

"Ich will ja nicht das ADAC Reglement ändern."

WOT?!

Da gibt es eine Facebookseite „Save the ring“. Da wird der Eindruck erweckt, der Ring würde geschlossen.

"So ein Unsinn, das ist doch gefährlich, solche falschen Inhalte in die Welt zu setzen."

Falsche Inhalte?

"Da gibt es einen so genannten Industriepool der Autozulieferer. Die machen unter anderem Test- und Touristenfahrten."

Nee, iss klar.

"Darüber hinaus habe ich mal in der Wasserballbundesliga gespielt und habe somit im Bereich der nonverbalen Kommunikation gewisse Vorkenntnisse (lacht)."

Da steht einem ja auch schonmal das Wasser bis zum Hals.

"Man muss beharrlich sein, wir haben viele gute Ideen und wollen möglichst viel umsetzen."

Oh sh*t, ich hab's befürchtet.

(Das komplette Interview gibt's hier bei Koblenz Erleben auf Seite 6.)


Sonntag, 13. Februar 2011

Richter-Hahne-Lindner im Schulterschluß.

Hier das Pressebild zur Hubert Hahne Verpflichtung:

mit dem passenden Text dazu.

Eine deutlichere Anerkennung für Wilhelm's harnäckige Arbeit kann es meiner Meinung garnicht mehr geben.


Samstag, 12. Februar 2011

Jetzt neu am Ring: Egotherapie.Nach Spa am Ring jetzt neu im Programm: Egotherapie!
Samstag, 29. Januar 2011

Wir bezahlen unsere Mitarbeiter fair und anständig.Als der Nürburgring mit Beton zugeklotzt wurde, mußte mehrmals der Zoll auftreten, es gab sogar schonmal eine große Razzia. Eigentlich eine irrwitzige Vorstellung, daß bei einem steuerfinanzierten Projekt der Regierung so Begriffe wie Schwarzarbeit und Lohndumping fallen.

Daran mußte ich grade denken, als ganz aktuell heute Jörg Lindner Vorwürfe in ähnlicher Richtung weit von sich weist.
Lindner Hotel gibt es jetzt auch bei ALDI.´Zwei Übernachtungen mit Frühstück im Fünf-Sterne-Hotel, inklusive Nachmittagstee, Benutzung des hoteleigenen Wellnessbereichs, Drei-Gang-Menü am Anreisetag und kostenloser Eintritt ins Casino – für 239 Franken pro Person im Doppelzimmer: «Reisen zu Aldi-Preisen». «Luxus mit Tradition» nennt der Discounter dieses Angebot, das vom 30. Dezember 2010 bis zum 30. April 2011 gültig ist. Ziel der Reise ist das Lindner Grand Hotel Beau Rivage in Interlaken. Will man im selben Zeitraum direkt über die Hotel-Homepage buchen, variieren die Preise für Übernachtungen im Comfort-Class-Doppelzimmer zwischen 255 und 440 Franken – mit Frühstück, aber ohne weitere Extras.´

Mit ein paar Trendfloskeln vermixt läßt sich das auch wunderbar rechtfertigen:

´Wir sprechen im Marketing vom hybriden Konsumenten. Das sind Menschen, die kein Problem damit haben, morgens bei Prada und mittags bei Aldi einzukaufen. Die Gruppe dieser Konsumenten wird immer grösser.´

UPDATE:

Bekomme grade den Hinweis, daß das Lindner Hotel Interlaken in der letzten Bilanz rote Zahlen geschrieben hat. Kann man hier nachgucken: unternehmensregister.de und im Suchfeld ´Lindner Unternehmensgruppe´ eingeben. Bei der Bilanz 2008 wird weiter unten bei den Beteiligungen das ´Hotel Interlaken´ gelistet.
Donnerstag, 20. Januar 2011

Sabine und STR im SWR - inkl. Lindner-only Catering.Eben hat der SWR eine kleine Reportage über die verfahrene Situation am Ring ausgestrahlt. Sabine hat sich viel Aufmerksamkeit erarbeitet, jetzt dürfte die Botschaft auch so langsam in Mainz ankommen.

Ich hatte auch Gelegenheit Save The Ring vorstellen.

Der SWR hat aber noch mehr ausgegraben, der Hammer ist der neue Veranstalter-Vertrag: Catering nur noch über Lindner!



Da konnte auch Herr Hering nicht mehr viel sagen, schaut´s Euch an.

Hier der Film und hier auch als Download.
Montag, 17. Januar 2011

Jörg Lindner hat einen Auftritt in der aktuellen Wirtschaftswoche.Titel der Geschichte: Aufstand der Autokonzerne.



Zum Beispiel:

Der Manager (..) hat sich offenbar verzockt, von den Automobil- und Reifenherstellern mehr Geld zu verlangen, wenn sie die Rennstrecke für Testfahrten nutzen. (..)

Den Anfang machte der italienische Reifenhersteller Pirelli, der vergangene Woche ankündigte, er wolle bis auf Weiteres nicht mehr am Nürburgring testen. ´Es gibt eine gewaltige preisliche Diskrepanz. Wir sind ziemlich weit weg von dem, was bislang gezahlt wurde´, sagt eine Pirelli Sprecherin. Karl Taprogge, Manager des Industriepools droht: ´Das derzeitige Angebot ist nicht akzeptabel. Wenn wir uns nicht einigen, finden am Nürburgring erst mal keine Tests mehr statt.´


(Danke Markus!)
Freitag, 14. Januar 2011

Save The Ring - Personal Letter to European Commissioner Joaquin Almunia.Save The Ring is just 5 weeks underway - the Petition even shorter - yet we have over 8.000 signatures and 40.000 Facebook followers to support the case. Now there is a Twitter account too.

Please stay involved, spread the word and think about possibilities how we could become louder.



(Great Logo Design by Trey Petitjean!)

Here is another sample letter I'm allowed to share, which has been written to Joaquin Almunia, the Vice President of the European Commission:

Dear Commissioner Almunia,

I am sending you this email on behalf of the “Save the Ring” campaign. The main purpose of this letter is to request that the race track and the Leisure Park be kept separate. From my experience in Houston, Texas I believe the Leisure Park is going to fail completely, and soon. Here’s why.

Houston, Texas is a thriving city with a very diversified economy: oil and gas industries, the tenth largest port in the world, manufacturing, colleges, medical industries and hospitals, and construction. The economy has always been strong here and the standard of living is quite high. The area also has a very temperate climate with cold weather affecting only two months of the year.

In 1968 Houston had the opening of its own leisure and amusement park, Astroworld. This park lasted 37 years before it was demolished. In the beginning it covered 57 acres and over the years grew to 75 acres. During its lifetime, Houston’s population swelled from 1 million to 5 million people. Astroworld was sold 3 times in its life. As the decades went by, millions of dollars had to be poured into it to keep it fresh, yet attendance trends kept going down, hence, the many sales of it. The last 5 years of its life it was a virtual money pit with return on invested capital low or nonexistent. Astroworld being located next to the Astrodome, which has been referred to as a wonder of the modern world, did not help it one bit. The closing and demolishing of it had few mourners. Despite having every possible thing going for it, it failed.

The Leisure Park at the Nuerburgring isn’t quite as fortunate as Astroworld was. It is located next to a race track in a sparsely populated area that has a clientele of mature adults that have pure motorsports in mind. Anyone going to the Park at Nuerburgring will have to travel some distance to get there, as opposed to Astroworld, which was in the center of Houston. The climate in the Eifel area has about half as much time of temperate weather as Astroworld leaving it with a much smaller window of opportunity to rake in profits. I have read that the Park at Nuerburgring has not been producing profits, and by some accounts, actually going into debt as the months go by. I can’t think of anything that will change this. The fact is amusement and leisure parks are expensive to build and maintain and few wind up making ends meet. The leisure park at the Nuerburgring is fighting a much stiffer head wind than Astroworld ever did.

It is very important that these two entities stay separated financially. The Nuerburgring has existed since 1927 and is an iconic part of Germany. While it has managed to pay its way over the years, it will not support a money pit like the leisure park. To put it simply, if the two are kept separate and the Nuerburgring leisure park fails, you still have the track. If they are tied together financially and fail, you will lose both.

German cars are the best driving cars on the market and part of that comes from testing on the Nuerburgring. If a car is good on the Nordschleife, it can handle anything anywhere and that is part of the joy of owning a German car. If the track is lost over the failure of this leisure park, it will eventually show up the cars Germany sells. There is no other track German manufacturers could go to get the results the Nuerburgring gives. Please fight to keep our beloved race track a sovereign entity .

I’ll close this letter by asking you to let Joerg Lindner and Kai Richter go it alone on this endeavor; if they cannot profit from their venture at the Nuerburgring, let them go down by themselves and leave the track behind. Theme parks come and go, but the Nuerburgring can last forever if you keep Mr. Lindner and Mr. Richter out of its affairs.

Thank you for your time, xxx xxx

Mittwoch, 12. Januar 2011

Berndorf vs Lindner: Gradeaus und auf den Punkt gegen hintenrum und augenzwinkernd.Jacques Berndorf hat nicht nur großen Erfolg mit seinen Krimis, er setzt sich auch nach Kräften für den Erhalt des Nürburgrings ein. Er hat uns tatkräftig unterstützt bei dem Alternativkonzept, das die Regierenden aber unter den Tisch gewischt haben.



Das war schon seltsam, als die Premiere des Nürburg-Papiere Krimis ausgerechnet in der Staatskanzlei durchgeführt wurde. Der Krimi an sich hat aber dann nach Strich und Faden mit dem beton°sarg abgerechnet. Und mit Claudio Bremm auch.



Umso unverschämter dann die nicht abgesprochene Verwendung von Jacques Berndorf als Werbeträger, unser kleiner Film hat zumindest im Internet ein bischen geholfen, daß er die Sache zeitnah richtigstellen konnte.



Die lustigen Werbestrategen der NAG (´.. augenzwinkernde Kommunikation ..´) haben jetzt noch nicht mal im Griff, wo überall die Werbung auftaucht. Denn im Internet ist die Anzeige immer noch geschaltet.

Es gibt aber auch Positives, denn der Autor hat sich Zeit für ein ausführliches Interview genommen. Ist ein lesenwerter Text! Hier ein paar Beispiele:

.. Bei der Nürburgring GmbH gibt es schlicht keine schlechte Nachricht, die nicht stimmt. ..

.. Warum musste alles in anderthalb Jahren passieren? Es gab doch offiziell keinen Zeitdruck. Bauen im Winter ist viel teurer, das weiß jeder Fachmann. Etwa 30 Millionen hätten so gespart werden können! Mir ist wirklich schleierhaft, wer das alles getragen hat. Politisch muss die gesamte Beamtenschaft vom kleinen Mann bis hoch zum Ministerpräsidenten Beck versagt haben. ..

.. Da machst du nichts anderes als ein Taschenbuch und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz lädt dich für eine gemeinsame Presse-Vorstellung desselben in seine Schaltzentrale ein! Und das, obwohl Beck mein Buchmanuskript vorab gelesen hatte. Man kann ja nun nicht behaupten, dass es zu seinen Gunsten geschrieben wurde. ..

.. Aber irgendwann wird irgendjemand meine Romane aufgreifen, weil ich nämlich in aller Bescheidenheit glaube, dass die Sachen gut zu verfilmen sind. Möglicherweise bin ich dann allerdings schon längst Staub. ..

.. Wenn ich überhaupt einen festen Arbeitsablauf habe, dann während des Schreibens, weil ich einfach nichts anderes tue in der Zeit – bis auf Schlafen, Duschen und Essen. In dieser Phase findet meine Frau mich immer zum Kotzen. Ich bin dann getrieben, gestresst, versessen, habe Scheuklappen auf und nehme kaum mehr etwas um mich herum wahr. ..

.. Klar kann ich googeln und so, aber da kommt dann dermaßen viel Scheiß raus ..

.. Meiner Meinung nach wollen Frauen auch in Romanen ihre Seele bestätigt sehen. Wir sind ja auch heute noch nicht richtig in das Zeitalter der Frauen eingetreten, das wird erst noch kommen. Davon abgesehen denke ich wirklich, dass Frauen die besseren Männer sind. Sie haben es einfach besser drauf. ..

.. In mir gibt es einen Anteil, der nicht alt wird. Im Grunde genommen bin ich im Kopf noch sehr jung. Ich würde mich auch heute immer noch auf völlig neue Lebensumstände einrichten können. In meinem Kopf herrscht eine Mischung aus jungem Denken und Altersweisheit. Manchmal sind jüngere Menschen aus meinem Umfeld überrascht, wie verrückt dieser alte Mann heute noch ist und was für bekloppte Ideen er haben kann. ..

.. Natürlich möchte ich noch gerne viele Jahre leben und arbeiten, aber wenn mir diese Chance nicht gegeben wird, bin ich auch nicht sauer. Sterben ist zutiefst menschlich. Ich habe wirklich keine Angst davor. Deshalb werde ich auch nie ein Senior werden, der sich ständig beobachtet und eine halbe Stunde lang über einen quer sitzenden Furz reden kann. ..

So kennt man ihn, gradeaus und auf den Punkt. Nicht hintenrum und augenzwinkernd.
Mittwoch, 05. Januar 2011

Der neue ring°park verbrennt täglich über 20.000 Euro.Die Landesregierung feiert sich, weil:

Die private Nürburgring Automotive GmbH unter der Leitung des Hoteliers Jörg Lindner, der zusammen mit dem Projektleiter Kai Richter Pächter der Rennstrecke und ihrer Anlagen ist, hat schon vor Abschluss des ersten Geschäftsjahres mehr Gewinn ausgewiesen als geplant war. Deshalb wird sie schon jetzt nach Angaben der Landesregierung eine Pacht in Höhe von zwei Millionen Euro an die Nürburgring GmbH zahlen. Laut Vertrag war die erste Pachtzahlung für das zweite Geschäftsjahr vorgesehen. Die Summe kann einen Beitrag zu den Zins- und Tilgungsverpflichtungen der Landesgesellschaft leisten. Diese hat bei der landeseigenen Förderbank ISB einen 330 Millionen Euro hohen Kredit für den Ausbau des Nürburgrings zu einem Geschäfts- und Freizeitzentrum aufgenommen.

Ausgaben: 9,9 Millionen (3% Zinsen für 330 Millionen)
Einnahmen: 2,0 Millionen
Ergebnis: Minus 7,9 Millionen.




Um das etwas griffiger darzustellen: umgerechnet sind das 21.600 Euro, die das beton°grab jeden Tag verbrennt. Steuergeld natürlich.

UPDATE:

Von einem Blogleser habe ich diese Rechnung zugeschickt bekommen:

Ein privater Investor würde wohl eher so rechnen:

18,5 Mio, Finanzierung über 25 Jahre bei 3% Zinsen
6,6 Mio, Instandhaltungsaufwand (3% der Bausumme p/a)
33,0 Mio, 10% Rendite, Verwaltungskosten etc. (branchenüblicher Wert)

Die Differenz ist der verursachte Schaden für den Steuerzahler.


Das sind dann 58,1 Mil. Euro pro Jahr oder umgerechnet:

Über 150.000 Euro pro Tag.
Dienstag, 04. Januar 2011

Via Facebook in die Zeitung.Die Rhein-Zeitung ist zwar ´nur´ eine lokale Tageszeitung, doch wenn es um Social Media geht, sind sie ziemlich vorne mit dabei. Während andere Verlage auf die Barrikaden gehen und ein ´Leistungsschutzrechts´-Gesetz einfordern, erkennen die RZ´ler die neuen Möglichkeiten zur Verzahnung mit ihren Lesern. Ob Facebook oder Twitter, die Rhein-Zeitung mischt mit.

Was das mit dem Nürburgring zu tun hat? Die ´Save The Ring´ Bewegung schlägt grade ziemlich hohe Netz-Wellen: innerhalb von nichtmal 4 Wochen gibt es 36.000 Mitstreiter bei Facebook und Sabine´s Weihnachtsgrüße wurden 75.000 Mal auf youtube angeschaut. Die neue Petition hat in nur 3 Tagen 2.500 Unterschriften gesammelt, um die EU Kommission in Brüssel aufzurütteln.

Grund genug für die Rhein-Zeitung einen Artikel über die Proteste zu schreiben. Hoffentlich wird das auch in Mainz gelesen. Die lokalen Politiker haben den Ring samt Region nämlich schon abgeschrieben. O-Ton Hermann-Josef Romes (CDU):

´Es gibt Gewinner und Verlierer des Modells, dass die SPD-geführte Landesregierung gewollt hat. Geht sie ihn konsequent weiter, kann man Lindner nicht vorwerfen, dass er wirtschaftlich handeln muss.´

Der Mann ist Bürger(!!)meister der Verbandsgemeinde Adenau - und arbeitet von Anfang an für die andere Seite. Sogar das persönliche Grabschaufeln hat er sich nicht nehmen lassen.

International werden die Entwicklungen mit großer Spannung verfolgt, hier habe ich einige Quellen verlinkt, die sich mit den abenteuerlichen Vorgängen engagiert auseinandersetzen. Das werden hoffentlich noch viel mehr!
Donnerstag, 30. Dezember 2010

Jörg Lindner ... und viele, viele weitere Macher des Motorsport.So umgarnt der DSK Präsident den Nürburgring Pächter, der Olaf Manthey noch nicht mal erkennt, wen er vor ihm sitzt.
Montag, 27. Dezember 2010

Maximales Risiko: Autos und Motorräder sollen gemeinsam auf der GP-Strecke fahren.Neues aus dem Experimental-Labor der Firma Lindner: 20 Minuten GP-Strecke für 38 Euro. Autos und Motorräder zusammen.

Ich sag nur: Deckung!


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Sonntag, 12. Dezember 2010

Neues Buch - Kleiner Kreis - Großer Ring.Gestern wurde in illustrer Runde ein neues Nürburgring Buch vorgestellt: Kleiner Kreis - Großer Ring, Adenau und der Bau des Nürburgrings.



Die Autoren Thomas Födisch und Michael Behrndt wollten es sich nicht nehmen lassen, das neue Werk direkt am Nürburgring vorzustellen, Gastgeber war Ralf Zensen vom Sportwagen Zentrum Eifel in Barweiler.

Das Buch behandelt den ursprünglichen Bau der Nordschleife mit seinen enormen Anstrengungen und es ist gradezu krotesk zu sehen, was aktuell mit dieser Rennstrecke geschieht. Die Autoren haben auch keinen Hehl daraus gemacht, daß die heutigen Betonbauten im krassen Widerspruch zu den damaligen Bemühungen stehen, die Nordschleife in das vorhandene Eifelprofil einzubetten. Kai Richter und Jörg Lindner müßten nach der Lektüre dieses Buches eigentlich sofort ihre Koffer packen.





Doch was weiß ich schon - die wahren Kritiker und Kenner sind ganz andere. Daß das Buch auch diese schwere Prüfung mit Bravour überstanden hat ist eine echte Auszeichnung.



Kaufen kann man es im Männerparadies Retterath oder online bei Amazon.
In der Hoffnung, daß sich eine tiefergehende Auseinandersetzung um den Erhalt und den Bestand des Nürburgring verhindern lässt.Am 18.März 2010 also vor 9 Monaten - hat Peter Meyer als Präsident des ADAC einen Brief an Kurt Beck geschrieben. Seitdem ist eigentlich alles noch viel schlimmer gekommen:

Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet. (..)

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man die berechtigten und nachvollziehbaren Einwände, dass man bitte die originären Rechte der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen unangetastet lassen möchte, ungeachtet lässt. Ich dachte eigentlich (..) hinreichend deutlich gemacht zu haben, dass wir jegliche Eingriffe in die Veranstalterrechte - beispielsweise ringcard, Zwangscatering durch Lindner, usw. - nicht akzeptieren werden.

Sollte sich das Bild verdichten, dass hier zukünftig private Betreiber zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Veranstalter das Kerngeschäft am Nürburgring betreiben wollen, um mit verstärkter Nutzung der Rennstrecke Verluste von defizitären Fehlinvestitionen auszugleichen, dann werden wir uns sehr intensiv mit der Prüfung von Rückforderungsansprüchen beschäftigen (..).

In der Hoffnung, daß sich eine tiefergehende Auseinandersetzung um den Erhalt und den Bestand des Nürburgring verhindern lässt (..).





Die Befürchtungen von Herrn Meyer haben sich nicht nur genauso umgesetzt, es scheint sogar alles noch viel schlimmer zu werden.
Donnerstag, 25. November 2010

Jubel-Agentur im Einsatz.Nochmal Facebook: das Dilettanten°Stadl macht sich grade völlig naß, daß sie 10.000 Facebookfans haben. Die inoffizielle Seite zur Nordschleife hat das 3-fache.

Noch eine kleine Frechheit am Rande: man kann ein Häkchen setzen, um über weitere tolle Aktionen der Nürburgring Automotive GmbH und Lindner Hotels AG informiert zu werden. Bekomme ich dann Werbung aus Oberstaufen?. Wieder wird zusammengekoppelt, was nicht zusammengehört.
Freitag, 19. November 2010

Touristenfahrten 2011 mit massiver PreiserhöhungIn 2010 mußte man die Community der Touristenfahrer friedlich stimmen, denn die Privatisierung des Nürburgrings sollte durchgezogen werden, da kann man keine schlechte Stimmung gebrauchen. Jetzt sind die Verträge unterschrieben und für 2011 hat der ring°beton endgültig die Nordschleife erreicht. Für die Jahreskarte 2011 verlangen Jörg Lindner und Kai Richter satte 1.350 Euro, das ist eine Steigerung von 26% gegenüber den 1.075 Euro von diesem Jahr.

Hier die Übersicht:



Die Automotive GmbH selber stellt das so dar:

Die Preise für den puren Fahrspaß in 2011 stehen jetzt fest und Touristenfahrer bekommen im nächsten Jahr mehr fürs Geld. Denn ab dem Kauf eines 4-Runden-Tickets für die Nordschleife gibt es die Eintrittskarte für den Themenpark ring°werk kostenlos dazu. Ob im Drehtheater ´Mythos Grüne Hölle´, beim 24h-Rennen in 4D oder beim Anblick der ausgestellten Fahrzeuge, die in der über 80jährigen Geschichte des Nürburgrings über die Nordschleife gelenkt wurden – im ring°werk kommen auch eingefleischte Fans und Kenner der Grünen Hölle auf ihre Kosten. Um sich im Anschluss über die gefahrenen Runden und das eigene Abenteuer richtig austauschen zu können oder einfach um den Hunger zu stillen, gibt es neben dem ring°werk-Ticket auch noch einen Verzehrgutschein für das Eifeldorf Grüne Hölle dazu. Ganz egal ob Steakhaus, Nürburger-Brauhaus, Langstreckenbar oder Coffee-Lounge, für jeden Geschmack findet sich hier die richtige Stärkung. Außerdem erhält jeder Käufer zehn Prozent Rabatt auf die Leihgebühr der neuen Onboard-Kameras, mit denen ab 2011 jeder Fan ein Stück Nordschleifen-Feeling mit nach Hause nehmen kann.

Mehr fürs Geld? Das Monopol Nordschleife wird mißbraucht, um die Besucherzahlen im Ringwerk zu erhöhen und den regionalen Lokalitäten die Gäste abzugreifen.

Es ist höchste Zeit, ring°belustigung und Nordschleife/Motorsport zu trennen, denn sonst ist das hier nur der Anfang. Die Preiserhöhung und die Kopplung mit dem ring°bla zeigen zwei Dinge ganz deutlich: 1.) daß die Privatbetreiber jetzt kräftig an allen Preisschrauben drehen werden, um ihre aufgeblähten Kosten zu decken und 2.) daß Ringwerk und Gastrodorf ein Schuß in den Ofen sind, denn sonst bräuchte man nicht so zwanghaft den Gästen den Besuch aufzwingen.
Dienstag, 09. November 2010

Jörg Lindner: Wir müssen jetzt experimentieren.Nichts funktioniert, doch das Ergebnis ist positiv und alles super. Jörg Linder und Kai Richter strahlen um die Wette bei der Propagandatour in Mainz.

´Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.´

Kai Richter hat auch seine neueste Titelfindungsphase abgeschlossen und nennt sich jetzt ´Generalbeauftragter´.

(Danke für den Link!)
Samstag, 06. November 2010

Formel 1 lohnt sich. Fragt sich nur für wen.Die Formel 1 ist in ihrer Gesamtheit wirtschaftlich sinnvoll. Meint Jörg Lindner.

Bernie Ecclestone wird ihm da sicher Recht geben!



(Danke Ernst!)
Donnerstag, 04. November 2010

Geschönte Zuschauerzahlen oder systematischer Betrug?Heute veröffentlicht die Eifelzeitung im Stil von Wikileaks ein Dokument, das die Zuschauerzahlen am Nürburgring von 1994 bis 2001 nach Veranstaltung auflistet. Das Brisante dabei ist die doppelte Buchführung, die systematisch vorgenommen wurde: publizierte und tatsächliche Besucherzahlen. Unterm Strich wurden die realen Werte fast verdreifacht:



Für 2001 ergibt sich die Summe von 370.000 verkauften Tickets - weit entfernt von den 2 Millionen, die bei jeder Gelegenheit von den Verantwortlichen genannt wurden und immer noch aktuell genannt werden. Und die auch Ausgangslage sind für das 350 Millionen Invest, das uns jetzt so schwer auf dem Magen liegt.

Kriminell - anders läßt sich nicht mehr beschreiben - wie hier Öffentlichkeit und Geschäftspartner gleichermaßen belogen wurden. Und basierend auf diesen Traumzahlen wurde ein Geschäftsmodell vorangetrieben, das von Anfang an nie den Hauch einer Chance hatte.

Auch wenn wir im April in Mainz schon energisch auf die faulen Zahlen hingewiesen haben, so offenbart die systematische Verdreifachung die berechnende Verlogenheit, die am Nürburgring offensichtlich zur Kultur gehörte. Und immer noch gehört? Jörg Lindner zumindest fabuliert im Interview weiterhin von siebenstelligen Besucherzahlen. Obwohl er inzwischen Zugang zu allen Interna hat.
Montag, 01. November 2010

6 Monate privater Nürburgring.Soll man feiern oder trauern? Vor einem halben Jahr haben Kai Richter und Jörg Lindner gemeinsam den Nürburgring übernommen und für diesen Zweck ihre neue Firma Nürburgring Automotive GmbH gegründet.



Zwar wollte man versuchen, neue Besuchergruppen zu erschließen, aber dem Beobachter kommt es so vor, als ob die vorhandenen Ringfans einfach stärker gemolken werden. Ringkarte, Parkgebühren und gescheiterte Mitläufer-Shows (Top Gear) tragen das vorhandene Image weiter ab. Das Schlagerkonzert letzte Woche ist auch so ein Fall: schon ab Juni wurde Hansi Hinterseer flächendeckend in das Umland plakatiert um dann endlich in einem dürftigen Konzert zu gipfeln.

Währenddessen in Mainz: man spielt den Besonnenen und versucht Erfolg auszustrahlen, aber hinter den Kulissen leuchtet Alarmstufe rot. Von Untreue-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft über Untersuchungsausschuß im Landtag bis zur Klage bei der EU Wettbewerbskommission reichen die Folgen, die das angebliche Leuchtturmprojekt begleiten. Jetzt hat man sich sogar dazu entschlossen einen weiteren Geschäftsführer am Ring zu plazieren - einen Experten für Vergaberecht.

Was war im Vorfeld von neuer Transparenz und Dialog die Rede. Im Jetzt angekommen werden die Kritiker immer noch mit den alten rüden Methoden eingeschüchtert, Kai Richter schickt schon wieder seine Anwälte gegen Aufmüpfige los - souverän geht anders.

Und die Besucher? Offiziell phantasiert man immer noch von über 2 Millionen pro Jahr, obwohl diese Träumerein längst mehrfach widerlegt sind und auch die Ringwerk-Prognosen weit nach unten korrigiert werden mußten. So weit, daß ohne Freikarten nicht mehr viel übrig bleibt.

Die neuen Betreiber glänzen in erster Linie als Besserwisser und experimentieren mit neuen Formaten: ob bei den Touristenfahrten, der Homepage oder Veranstaltungen - Hauptsache erstmal alles auf Links drehen. Und wenn´s schiefgeht? Kein Problem, dafür gibt es ebenso neue Kommunikationsprofis, die sich das euphorische Hochjubeln gut bezaheln lassen.

Der Auftrag für die nächsten 6 Monate ist einfach: Ruhe ausstrahlen und Erfolge vermelden. Denn Ende März sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen und da kann man vor allem eines garnicht gebrauchen: schlechte Nachrichten.
Samstag, 09. Oktober 2010

Lieber heute als morgen aussteigen bzw. ´rückabwickeln´.Die Rhein-Zeitung veröffentlicht ein Interview mit Prof. Kühling der Uni Regensburg. Fazit: die fehlende Ausschreibung für den Ring-Betrieb kann noch richtig viel Ärger mit der EU bringen, auch wenn Hendrik Hering das Problem herunterspielt. Als Beispiel nennt er das Köln-Messe-Desaster, das so auch auf Rheinland-Pfalz zukommen kann, wenn die Verträge mit Richter/Lindner ´rückabgewickelt´ werden müssen.

Sauber reingeritten würd ich sagen, was für eine Riesengeldverbrennungsanlage. Nach den Gutachtern sind jetzt die Juristen dran.
Samstag, 18. September 2010

Neues vom Ring: VLN jetzt nur noch auf der Grand Prix Strecke.Die von Lindner&Richter betriebene nuerburgring.de Homepage hat einige Überraschungen auf Lager. Wenn man auf der Suche nach Motorsport-Termine es in der frickeligen Navigation schafft unter ´Events´ - ´Motorsport-Events´ - ´Alle Events´ den Link zu klicken:



dann lernt man, daß die VLN jetzt nur noch auf der GP-Strecke fährt und die Kastelruther Spatzen dem Rennsport zugerechnet werden. Von der RCN morgen am Sonntag ist allerdings nichts zu finden.



Wer kommt eigentlich für den ganzen Schaden auf, der hier angerichtet wird?
WELT: Arroganz der MachtEine Stellungnahme in der WELT, wie Lindner&Richter mit ihrem neuen Trumpf Nordschleife die Kunden zappeln lassen.

´Der Betreiber der großartigsten Strecke der Welt weiß sehr genau, dass er da über die großartigste Strecke der Welt verfügt, und er nutzt diese Machtposition einfach aus. Die Doppelbuchung, die ich mitbekam, war nicht die einzige, sagen Kenner, das passiere hier häufiger. Weil niemand mit dem Fuß aufstampfen und sagen kann, er gehe eben woanders hin.´
Freitag, 17. September 2010

Erster Einsatz des SMS ALG GT3.Das ist die Mercedes-Antwort auf die Konjunkturkrise: SMS ALG GT3, der Rennwagen für Arbeitslose inklusive Handy-Flat! Sorry, aber die Steilvorlage konnte ich natürlich nicht auslassen:



Rotiert grade auf der N°A Homepage (hier gefunden.) Jetzt versteh ich auch, warum Jörg Lindner händeringend neue Leute sucht.
Dienstag, 14. September 2010

DSK Mitglieder treten aus dem Verein aus - Grund: die sport auto.Als DSK Mitglied bekommt man ein sport auto Abo gratis, das ist dann quasi deren Mitgliederzeitung. Der DSK darf sich im Gegenzug auf 2 Seiten austoben, bzw. seine Sponsoren abdrucken. Zu den beiden Themen kürzlich kopiere ich mal diese Betroffenen-Emails - beide Motorsportler sind aus dem DSK ausgetreten:

"Leider bin ich als DSK Mitglied Zwangsabonnent dieser Zeitung. Bei mir wandert das Schmierblatt jedoch unverzüglich und ungelesen direkt aus dem Briefkasten in die blaue Tonne. Wenn man sich die Mitgliedsbeiträge des DSK mal genauer ansieht, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass man mehr die Sport Auto subventioniert als die satzungsmäßigen Ziele, wegen derer ich einmal Mitglied in diesem Verein geworden bin. Ich jedenfalls habe für meinen Teil beschlossen, Die Rakete Visselmann nicht mehr mit meinem sauer verdienten Geld zu subventionieren und habe meine Mitgliedschaft gekündigt. Ansonsten Respekt, seit Sie bloggen schau ich fast täglich bei Ihnen rein."

"Finde Ihre Seite mitsamt Blog extrem informativ und schaue regelmäßig ´drauf. Zu der Sport Auto-Berichterstattung. Ich habe das Blatt als DSK-Mitglied bezogen und habe meine DSK-Mitgliedschaft aufgrund der Ausgabe Juli? 2010 - Werbung für die ehrbaren Kaufleute Lindner/Richter mit Nordschleifengutschein – und des wirklich irrlichtigen Kommentars von v. Saurma in der Folgeausgabe gekündigt."


Neugierig hab ich dann mal nach der Satzung des DSK Ausschau gehalten und hab das hier gefunden.

Dort liest man dann als allererstes:

Der DSK erstrebt den Zusammenschluß aller, die - in lebendiger Bewahrung einer verpflichtenden Tradition - den Motorsport Deutschlands aktiv oder fördernd pflegen.

Oberstes Gebot ist die Förderung des Motorsports auf gemeinnütziger Grundlage sowie die Wahrnehmung aller hiermit im Zusammenhang stehenden Aufgaben.

Der DSK nimmt insbesondere Fahrerinteressen wahr und betrachtet sich als neutrale Institution.


Dagegen die sport auto, alles andere als neutral und klar (kommerziell!) Stellung beziehend. Aber vielleicht ist auch der DSK garnicht so neutral. Sein Präsident Ziegahn meint:

"Für ihren unternehmerischen Mut in diesen schwierigen Zeiten gebührt den Investoren und Planern des Projekts Nürburgring 2009 höchstes Lob."

Kein Wunder, daß dem DSK die Mitglieder davonlaufen.

(Danke für die Emails zu diesem Thema!)
Freitag, 10. September 2010

Auslastung der Gästebetten in Nürburg ist rückläufig.Das statistische Landesamt RLP hat die Übernachtungszahlen bis Juni 2010 veröffentlicht, dadurch konnte ich zwei Monate in der Statistik für Nürburg nachtragen. Ich hab auch auf die normale Jan-Dez Darstellung umgestellt - zur Erinnerung, die Hotels haben im Juli 2009 eröffnet.

Die Auslastung Mai/Juni ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen und liegt ordentlich hinter den Zahlen vor der Erlebnisregion. Wie sich die Zahlen auf die einzelnen Häuser aufteilen kann man nicht ablesen. Jörg Lindner meinte im Mai:

´Wer uns vorwirft, wir kannibalisieren den Markt, tut das faktenfrei. Ich bin überzeugt, die Region profitiert von uns.´

Kann ich beides so nicht sehen.


Die Lindner-Bilanzen am 25.März 2010.Die Firma Lindner Hotels International GmbH hat am 16.August 2010 eine korrigierte Bilanz veröffentlicht:

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008 weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 466 aus.

Oops.

Alleiniger Gesellschafter ist die Lindner Hotels AG. Sieht aber auch nicht viel besser aus:

Die Lindner Hotels AG, Düsseldorf, weist zum Stichtag 31. Dezember 2008 eine angespannte Liquiditätslage auf. Erste Maßnahmen zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit dieser Gesellschaft wurden bereits vom Vorstand der Lindner Hotels AG ergriffen.



Was ist da los? Bei der ursprünglichen Veröffentlichung am 25.März 2010 war noch alles in Ordnung. 25.März ... da war doch was? Achja, Zufälle gibt´s: der Pachtvertrag für den Nürburgring wurde ebenfalls am 25.März unterschrieben.

Und wem gehört die Lindner Hotels International GmbH, die jetzt so für Schlagzeilen im Bundesanzeiger sorgt? Ganz einfach:

Die Lindner Unternehmensgruppe Hotel GmbH

ist Komplementär (= pers. haftende Gesellschafterin) der

Lindner Unternehmensgruppe GmbH & Co. Hotel KG,

diese ist wiederum Muttergesellschaft der

Lindner Hotels AG,

und die ist alleinige Gesellschafterin der

Lindner Hotels International GmbH.
Donnerstag, 09. September 2010

Otto Lindner: keinerlei öffentliche Gelder.Im Februar wendet sich Otto Lindner Junior - das ist nach Vater Otto der tonangebende der 5 Lindner-Brüder - in einem offenen Brief an Jürgen Rüttgers, damals noch Ministerpräsident von NRW. Generell geht es um das FDP-Steuergeschenk an das Hotelgewerbe. Er stellt darin seine Firma vor (2.500 Mitarbeiter, Hotelverdopplung innerhalb von 5 Jahren) und ist auf eine Sache besonders stolz:

Bitte erlauben Sie mir auch den Zusatz, dass wir keinerlei öffentliche Gelder für dieses Wachstum beansprucht oder erhalten haben.


Vier-Sterne Wäscheleine von Lindner und Mediinvest in Kössen.Das Lindner Golf & Congress Hotel Kaiserwinkl in Kössen/Tirol wird von Kai Richter auf seiner Webseite mit blumigen Worten beworben, man möchte vor Ehrfurcht fast in die Knie gehen:

250 Betten, 300 Seminarplätze - das sind die nüchternen Zahlen, die die Größe des Hotels beschreiben. Doch das Vier-Sterne Hotel besticht über sein Angebot. (..) Die Lindner Hotels AG hat einen festen Platz in der Rangliste der Hotellerie. Internationale Performance Ratings nennen das Unternehmen in einem Atemzug mit der Hilton-Gruppe sowie der Steigenberger-Gruppe und vielen anderen.

Ende letzten Jahres sei das Hotel fertig geworden:

Completion: End of 2009

In Wirklichkeit hängt da bloß eine Wäscheleine als Protest der Anwohner gegen das geplante (!) Hotel und der Kössener Bürgermeister ist leicht irritiert, weil auf einmal das 1,2 Millionen Euro schwere Treuhandkonto leergeräumt ist.
Samstag, 04. September 2010

Mehr Transparenz kann ich mir in einer Diktatur kaum vorstellen.Die Vergabe des Nürburgrings an private Betreiber beschäftigt sowohl das Verwaltungsgericht (Dorint-Klage) als auch den EU-Wettbewerbskommissar (Anfrage von CDU und Grünen). Die Landesregierung sieht das ganz gelassen und Hendrik Hering beschreibt im Fernsehen (Do., 2.Sep.), wie seiner Meinung nach Regieren (bzw. in Rheinland-Pfalz: Diktieren) zu laufen hat:



Wir haben im Dezember in einer Pressekonferenz mitgeteilt, daß wir beabsichtigen einen Vertrag mit der Gruppe Lindner und ihren Partnern abzuschließen und haben auch den eigentlichen Vertragsabschluß dann drei Monate später in einer Pressekonferenz verkündet. Mehr größere Transparenz kann ich mir bei einem Vertrag der öffentlichen Hand kaum vorstellen.

Ab Min. 3:00 hier noch in der Mediathek nachzuschauen, bis es wieder gelöscht wird.
Freitag, 27. August 2010

Schluß mit schönen Worten - die Diskussion wird in den Gerichtssaal verlagert.Man könnte meinen Jörg Lindner sei mitten im Wahlkampf, denn er jettet von einer Sitzung zur nächsten, um die Kritiker zu beruhigen. So auch schon im Mai diesen Jahres, als er in Bezug auf das Dorint-Hotel sagte: ´Einer unserer Mitbewerber hier am Ring hat schon in diesem Jahr den besten Jahresanfangsumsatz seit seinem Bestehen erwirtschaftet.´ Das Dorint denkt es hört nicht richtig - und reicht erstmal Klage beim Verwaltungsgericht in Mainz ein. Lindner profitiere von Steuermitteln und außerdem sei der Nürburgring unter der Hand vergeben worden.

Wird nur nicht viel nützen in Mainz, denn in Rheinland-Pfalz halten alle brav zusammen. Vielleicht gibt es Möglichkeiten (Berufung?) die Landesgrenzen zu überschreiten, dann wird´s interessant.
Dienstag, 27. Juli 2010

Die Statistiktricks von Jörg Lindner.Jörg Lindner hatte am 15.Juni einen Riesenauftritt in der Rhein-Zeitung, Titel: ´Nürburgring-Region profitiert von uns´. Eine ziemlich gewagte Theorie - und das fand nicht nur ich, sondern das fanden auch fast einstimmig die Zimmeranbieter im Umkreis. Herr Lindner hat zur Unterstützung Zahlenmaterial mitgebracht: in Nürburg sind die Übernachtungen im Januar 2009 gegenüber 2010 von 1.629 auf 3.832 gestiegen. Und weiter: ´Wer uns vorwirft, wir kannibalisieren den Markt, tut das faktenfrei. Ich bin überzeugt, die Region profitiert von uns.´

Zahlen haben den Vorteil der Überprüfbarkeit und mit Hilfe von Reinhold Schüssler habe ich auch die Quelle beim Statistischen Landesamt gefunden: die Daten sind öffentlich einsehbar und im Archiv bis 2005 abgelegt.

Also habe ich eine Sonderschicht eingelegt (wieder mal - grrrmpf!) und Betten mit Gästen in Excel eingeklimpert. Herr Lindner kennt das Ergebnis, er ist der Fachmann und kann auf ein Heer von Mitarbeitern zurückgreifen. Ich jedenfalls finde es sehr erstaunlich und es ist auch ernüchternd, wie schnell die Rhein-Zeitung seine Botschaften ohne Hinterfragen abdruckt.

Fangen wir mal an mit der Kapazität. Die Zahl der Betten hat sich natürlich heftig erhöht, für die Gemeinde Nürburg ergibt sich im August 2009 ein Sprung von 875 auf 1.331 (Spalte ´Bettenangebot´). Das ist ein Anstieg von stolzen 52%. (Wo das Feriendorf Drees geblieben ist? k.A., in der VG Kelberg konnte ich die Betten auch nicht finden.)



Übertragen auf die Auslastung würde ich bei neutralem Ausgang auch hier einen 52%-Anstieg erwarten. Bei einem ´Profitieren für die Region´ eher sogar im 70-80% Bereich, alles andere wäre Augenwischerei. Zum Vergleich mit den Vorjahren liegt bisher nur der Zeitraum August bis April vor, da die neuen Hotels erst letztes Jahr im August eröffnet wurden und von den Statistikern die Zahlen 2010 erst bis April vorliegen. Das sieht dann im Jahresvergleich so aus:



Der Januar als Vergleich scheidet meiner Meinung nach aus, ebenso Dezember und Februar - sie sind statistisch einfach nicht belastbar. Außerdem: im Januar am Ring!! Für die übrigen Monate ist im Oktober eine schon fast erschreckende Übereinstimmung trotz höherer Kapazitäten festzustellen (12.930 vs 11.899, plus 9%). Und der höchste Zuwachs findet sich im August (17.838 vs 12.844), doch er erreicht nur ein Plus von 39%. Das entspricht nicht einmal dem Zuwachs an Bettenkapazität, denn der liegt bei 52%. Die Auslastung im August 2009 lag bei 52% und in 2010 bei 41%.

Erschwerend kommt noch dazu, daß bei dieser mathematischen Betrachtung die Auslastung bei allen Anbietern gleich ist. Wenn man sich aber einmal die Alleinstellung der neuen Nürburgring Automotive GmbH vor Augen hält, die Rennstrecke und Betten in einem Atemzug vermarktet, dann kann man erahnen, welch ruinöse Zeiten auf die Gewerbetreibenden aus der Region zukommen. Nicht faktenfrei, sondern zweifelsfrei.
Donnerstag, 22. Juli 2010

Qualitätstourismus oder Verdrängungswettbewerb?´Wir wollen keinen Verdrängungswettbewerb´ sagte Otto Lindner am 12.April 2008, als Nürburgring GmbH und Mediinvest ´zum Doppelschlag ausgeholt haben´ (Zitat PM Mediinvest). Ziel sei, die vielen Nürburgring-Tagesurlauber zum Übernachten zu bewegen - mit Qualitätstourismus.

Heute - grade mal 1 Jahr nach Eröffnung - übernachtet man im Lindnerhotel wochentags für 49,50 Euro im Einzelzimmer mit Frühstück.


Montag, 12. Juli 2010

Ein Jahr neuer Nürburgring - Radiobeitrag zum Jubiläum von SWR 4.4:30 Minuten Audiobetrag von SWR 4 Radio: Ein Jahr neuer Nürburgring - inklusive Live-Schaltung ins ´Gastrodorf´.

"es ist eigentlich überhaupt nichts los" ... "es waren um die 10, die ich hier hab durchstreifen sehen" ... "macht den Eindruck von Trostlosigkeit" ... "auch die Fahnen vor dem Lindner Hotel wehen eigentlich für niemanden" ... "herrlicher Sommertag, eigentlich müßte hier viel los sein" ... "ich möcht wissen, wer hier hochfahren soll" ... "das hatten sich sicher die Macher anders vorgestellt und erträumt".
Mittwoch, 07. Juli 2010

Hurra! Wir sind Vier-Sterne-Superior!Die Steuerzahler in Rheinland-Pfalz dürfen sich freuen: sie besitzen jetzt offziell eines der seltenen ´Vier-Sterne-Superior-Hotels´. Da ist es natürlich:

Kein Wunder, dass der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering, der ab dieser Hotel-Kategorie aufgrund der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der Häuser immer informiert wird, am Montagabend persönlich anreiste, um die Sterne am Nürburgring funkeln zu lassen. (Lindner Pressemitteilung)

Wie wär´s denn damit: alle mal im Kreis aufstellen -- und jetzt schön dem Vordermann auf die Schulter klopfen.
22.11.2007: Spatenstich Erlebnisregion - heute Ermittlungen wegen Betrug auf breiter Front.Die auflagenstarke Eifelzeitung hat ein besonders symbolträchtiges Titelbild ausgegraben: die ring°henker, die am 22.11.2007 die Grabaushebung den ersten Spatenstich gefeiert haben:



Inzwischen wird gegen alle wegen Betrug ermittelt (außer Jürgen Pföhler, auch komisch).

Die Mediinvest (Kai Richter) Pressemitteilung von damals liest sich so:

Während die Nürburgring GmbH den 135 Millionen Euro teuren Boulevard baut, will die Düsseldorfer Mediinvest 80 Millionen Euro für Hotel, die Feriendörfer am Ring und in der Gemeinde Drees sowie ein Personalhaus in Adenau finanzieren. Als Betreiber für alle vier Immobilien fungiert die Lindner-Hotelgruppe.

Heute sind wir schlauer: der Steuerzahler hat den ganzen plumpa°quatsch an der Backe für 350 - 400 Millionen Euro, also 3x soviel (!!), als großmundig posaunt. Und einen Betreiber, der einen 20-Jahre Pachtvertrag in der Tasche hat, während zeitgleich gegen ihn ermittelt wird.
Donnerstag, 17. Juni 2010

Die ring°arena braucht eine Küche?In der ring°arena fehlt angeblich die Küche. Weil man bei Stuntshow oder Boxkampf natürlich die Leute aufwendig bekochen muß.

Meine Version geht so: Broich hat die Lücke zwischen den realen und den geträumten Zuschauerzahlen schnell erkannt und das Weite gesucht. Ohne die Großküche zu installieren, die für das Catering geplant war. Jetzt übernehmen wir Steuerzahlen das, generös inszeniert von Herrn Hering, damit das Catering jemand anders machen darf. Ich tippe auf die Firma Lindner, lasse mich aber gerne überraschen. Da hätten bestimmt auch die erfahrenen lokalen Caterer ein großes Interesse in einer schönen neuen Großküche für Umme den Ring zu bekochen.
Montag, 07. Juni 2010

Die neue nuerburgring.de Homepage schafft optisch den Anschluß ... an die anderen Discounter.Es gibt eine neue Homepage unter nuerburgring.de. Damit schafft die neue Nürburgring Automotive GmbH von Kai Richter und Jörg Lindner zumindest optisch den Anschluß ... an die anderen Discounter.



Hab ich schon gesagt, daß die Seite mir nicht gefällt? Eine etwas neutralere Betrachtung des Relaunch auf der ring°umbau Seite. Für diesen halbgaren Auftritt hätten die von mir auf jeden Fall keine Abnahme bekommen.
Donnerstag, 03. Juni 2010

Formel 1 dieses Jahr am Nürburgring - oder hat sich bei Lindner-Hotels der Praktikant ausgetobt? Formel 1 dieses Jahr am Nürburgring - oder hat sich bei Lindner-Hotels der Praktikant ausgetobt?
Freitag, 21. Mai 2010

Die offiziellen Nürburgring Pressemitteilungen lesen sich nur 2 Tage nach "Machtübernahme" völlig ohne Scham wie ein Lindner Werbeprospekt:

"Um das volle Programm für die kleinen großen Ferien auch bis in die Abendstunden hinein auskosten zu können, empfiehlt es sich in einem der Hotels auf dem Gelände einzuchecken. Ob das Ferienhaus im Lindner Ferienpark mit der Familie oder die schicke Suite im Lindner Hotel zu zweit - der Nürburgring bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel das richtige Angebot. Für kulinarische Genüsse sorgen darüber hinaus die verschiedenen Restaurants im Eifeldorf Grüne Hölle."



Noch Ende März hat Minister Hendrik Hering solche Befürchtungen kategorisch ausgeschlossen:

"Von den Verantwortlichen des Nürburgrings und der Lindner-Gruppe sei nie beabsichtigt gewesen, bei Motorsportveranstaltungen wie auch immer geartete Kopplungsgeschäfte in Bezug auf Catering, der Nutzung von bestimmten Hotels oder der Ringcard zu verlangen."

Sind Pressemitteilungen keine Geschäfte?
Die Stuntshow in der ring°arena ist abgesagt, obwohl die halbe Eifel damit zugekleistert ist.Die Stunt Show in der Arena ist kurzfristig abgesagt worden. Zwar wird im Internet die Veranstaltung immer noch beworben und die halbe Eifel ist mit Plakaten zugekleistert, aber wenn man die Hotline anruft bekommt man nur die Info, daß alle Mai-Termine abgeblasen sind. Eigentlich sollten morgen und übermorgen (Sa/So) noch Vorführungen stattfinden. Einen Grund für die Absage konnte mir die freundliche Dame am Telefon nicht nennen: "Das weiß ich auch nicht.".



Sogar Shell schmückt sich noch stolz mit dem Flop - und listet nach wie vor die Mai Termine:



Im Gegensatz zu der sonst typisch lauten und kumpelhaften Kommunikation verbreitet man von Seiten der ring°betreiber Lindner/Richter keine Nachrichten zu der Absage, ist vielleicht zu peinlich nach dem Riesenbrimborium, das man im Vorfeld für die Quietscheparty veranstaltet hat. Und obwohl die 24h-Besucher überschwemmt wurden mit Freikarten (die lagen stapelweise rum!), waren die Vorstellungen nur mäßig besucht. Inklusive Beifall vom Band. Was für ein jämmerlicher Zirkus - und zeitgleich läuft auf der Nordschleife das 24h-Rennen.

Ende April mußte ich mir von offizieller Seite u.a. wortwörtlich anhören: "Ich habe das Gefühl, dass in Deinen Augen immer alles doof ist, was neu ist."



Ganz ehrlich: dööfer geht nimmer.
Montag, 03. Mai 2010

Die neue Geschäftsadresse der Nürburgrings liegt nicht mehr in Rheinland-Pfalz, sondern ist nach Nordrhein-Westfalen umgezogen - genauer gesagt nach Düsseldorf. Sportlich schnell wurde pünktlich zum 1.Arbeitstag der neuen privaten 20-jährigen Pacht das Impressum der Nürburgring Webseite aktualisiert: Nürburgring Automotive GmbH, eingetragen beim Amtsgericht Düsseldorf, lautet das neue Konstrukt.

Die neue GmbH ist als HRB 61513 beim Amtsgericht Düsseldorf ausgewiesen, die Onlineabfrage ergibt allerdings bisher nur das Ergebnis "GrundKapital Management GmbH" unter gleicher Adresse und den Geschäftsführern Jörg und Dirk Lindner. Ist vielleicht noch zu heiß die Nadel, mit der das gestrickt wurde.

Richtig paradox ist die Namensgebung "GrundKapital", denn laut Ansprache von Herrn Lindner am 26.März 2010 in Adenau (kann man komplett als MP3 hier runterladen) betreibt er den Nürburgring mit seinem guten Namen ohne Einsatz eigener Mittel.



Daher fallen mir die Geburts-Tags-Grüße nach Düsseldorf doppelt schwer: zum einen ist dies seit Gründung der Nürburgring GmbH (1925?) der erste private Betrieb dieser Sportanlage und zum zweiten hat man selbst als Immi-Kölner so seine Probleme mit dem benachbarten Dorf ;) Aber ich bin tapfer und wünsche: Viel Erfolg!

UPDATE:

Nein! Natürlich habe ich überhaupt nichts gegen Düsseldorfer!! Aber den hier find ich super :))

Ok - nix für ungut :D Sorry, falls ich hier mißverständlich war. Düsseldorf ist spitze!
Freitag, 23. April 2010

In genau einer Woche am 1.Mai 2010 soll der 20-jährige Nürburgring Pachtvertrag mit der Lindner-Gruppe in Kraft treten.
Sonntag, 28. März 2010

Die Veranstaltung in Adenau mit Minister Hering und den beiden Nürburgring Pächtern Jörg Lindner und Kai Richter war eigentlich als Tourismussitzung geplant, wurde jedoch zum Schlagabtausch mit Bürgern und Geschäftsleuten rund um Adenau.

Die komplette Veranstaltung von 2,5 Stunden ist hier als Audiofile (220 MB, MP3-Datei) verfügbar, bei 1:57,30 Std. durfte ich mich auch in die Diskussion einbringen.
Samstag, 27. März 2010

Der Vertrag für die neue Betreibergesellschaft von Lindner / Richter ist Donnerstag nacht kurz vor 23 Uhr unterzeichnet worden. Soviel dazu in aller Kürze, ich werde noch ein Audiofile der Sitzung von heute abend in Adenau hochladen.

Beim Freitagstraining heute war auch schon viel los, hier sind die ersten Fotos.
Im Laufe des Samstags werde ich versuchen noch ein paar weitere Bilder hochzuladen.

UPDATE:

Das Audiofile der Veranstaltung ist hochgeladen und hier zu finden.
Freitag, 26. März 2010

Völlig unverhohlen nutzt die Firma Lindner die Werbe- und Kommunikationskanäle der staatlichen Nürburgring GmbH zu ihrem eigenen Vorteil. Der Nürburgring ist eine Einrichtung der öffentlichen Hand und wird, da keine Gewinne erwirtschaftet werden, mit Hilfe von Steuergeldern subventioniert. Jetzt kommt eine Privatfirma (Lindner), die mit einem anscheinend priviligierten Recht in der Lage ist, auf dieser staatlichen Homepage Werbung zu verbreiten. Dies geschieht ohne besondere Kennzeichnung, die grafische Ausgestaltung und Ansprache ist die der Nürburgring GmbH. Die Grenzen verwischen und sind für einen Außenstehenden nicht mehr nachvollziehbar, in einem Atemzug werden genannt:

* Übernachtung (Lindner)
* Frühstück (Lindner)
* Eintritt Ring Casino (Land RLP)
* Eintritt ring°werk (Land RLP)

Und Minister Hering verkündet bei jeder Gelegenheit, daß es niemals Kopplungsgeschäfte geben wird. Alleine in diesem Beispiel ist soviel verkoppelt, daß man garnicht mehr die Grenzen wahrnimmt.

Heute abend ist eine gute Gelegenheit Herrn Hering dazu selber zu befragen, denn offensichtlich stellt er sich den Gewerbetreibenden in Adenau. Da kann er auch gleich was zum Abzug des Adenauer Racing Days sagen, der jetzt im ring°boulevard stattfinden soll.
Mittwoch, 24. März 2010

Darius Drzensla wurde vom Eifelstadl Personal so brutal zusammengeschlagen, daß sein Kiefer gebrochen ist. Das Ganze ist am Sonntagmorgen passiert: nachdem er an der Theke kurz eingenickt ist (max. 5 Min.) haben ihn 3 Eifelstadl Security rausgezerrt, 2 haben festgehalten, einer hat getreten. Danach haben sie weiter auf ihn eingeschlagen, bis ein Gast, der auf ein Taxi wartete, dazwischengegangen ist. Hat mir Darius grade selber geschildert.

Ich habe die Herrn Richter / Lindner / Koch angeschrieben, was sie von der Sache halten.

In der Nennungsliste für VLN am Samstag steht Darius auch drin, er wollte seinen BMW M3 (# 517) einsetzen. Im Moment ist mit Schlafen und Essen schwierig meint er, laut Arzt braucht der Kiefer 6-8 Wochen zum Heilen.

(Falls ein Jurist sich berufen fühlt, Darius in dieser Sache zu unterstützen, ich vermittle gerne den Kontakt.)

UPDATE:

Über die Agentur Dederichs Reinecke habe ich heute mit der Bitte um Veröffentlichung diese Stellungnahme bekommen:

"Hallo zusammen,

als General Manager des Eifeldorfes werde ich alles dafür tun, dass Gewalt bei uns keine Chance hat. Unser Sicherheitsteam dient dazu, allen Gästen einen unbeschwerten Abend zu bieten und Störer effektiv aber weitestgehend gewaltfrei von den Gästen zu distanzieren. Wir wissen aber auch: Jede Schlägerei ist eine zuviel. Gewalt werden wir - von welcher Stelle diese auch immer ausgeht - nicht tolerieren. Am vergangenen Samstag wurde Darius Drzensla von Mitarbeitern unseres Security-Dienstleisters brutal zusammengeschlagen. Woraufhin wir sofort reagierten und die Securityfirma wechselten.

Ich habe mich heute mit Darius Drzensla getroffen und mich für die Tat persönlich entschuldigt. Wir werden der Sache nun gemeinsam mit der Polizei nachgehen und Darius in jeder Hinsicht unterstützen - z.B. mit Informationen über den Tathergang, Personallisten etc. Die Darstellungen von Darius sind absolut schlüssig und lassen für mich keinen Zweifel darüber offen, was passiert ist. Ich bedaure sehr, einen so sympathischen Menschen unter diesen Umständen kennen gelernt zu haben.

Wir haben den Security-Dienstleister nun gewechselt und werden unser Sicherheits-konzept erweitern. So werden künftig die Mitarbeiter des Sicherheitsteams deutlich sichtbar ihren Namen auf der Jacke tragen.

Für Vorschläge aber auch Kritik stehe ich persönlich zur Verfügung.

Schöne Grüße aus dem Eifeldorf Grüne Hölle

Albert Ehrenreich"

Montag, 22. März 2010

Der ADAC holt mal tief Luft und schon braucht er beim Ring°Kartenspiel nicht mehr mitmachen:

"Von den Verantwortlichen des Nürburgrings und der Lindner-Gruppe sei nie beabsichtigt gewesen, bei Motorsportveranstaltungen wie auch immer geartete Kopplungsgeschäfte in Bezug auf Catering, der Nutzung von bestimmten Hotels oder der Ringcard zu verlangen."

Das wundersame Friedensangebot kommt zufälligerweise zeitgleich mit einer Information, daß am Nürburgring seit Monaten im Hintergrund ein alternatives Betreiberkonzept ausgearbeitet wird. Im SWR Fernsehen meinte Herr Hering eben, daß kein Weg an einem Betreiber "Lindner" vorbeiführt und eine Ausschreibung nicht in Frage kommt. Die Vorgehensweise kennen wir inzwischen: immer fleißig Fakten schaffen.

So wie sich dieser Text jetzt liest, scheinen die nicht-ADAC Motorsportverbände auch leicht ausgebootet:

"Bereits in dieser Woche sollen die Verhandlungen mit dem ADAC mit dem Ziel einer langfristigen Partnerschaft fortgesetzt werden."

Und noch mal alle herhören:

"Motorsport bleibt Kerngeschäft."

Nur falls da irgendeiner dran zweifelt. Ich finde dieses Bild hat Symbolcharakter, steht am Eingang zum alten Fahrerlager:


Dienstag, 23. Februar 2010

Wie in Zukunft die einheimischen Hotels von den Besuchern am Ring abgenabelt werden, zeigt die Judo-Veranstaltung kommendes Wochenende. Systematisch werden die Teilnehmer in die Lindner-Anlagen geschleust, selbst wenn diese meilenweit vom Veranstaltungsort entfernt sind. Das "Olympische Dorf" in Drees ist zwar 6 km entfernt, trägt dafür aber das Lindner-Logo. Und dort haben die Geschäftspartner des Nürburgrings zu übernachten. Mit dem Segen des Landeskartellamts, die keinerlei Kopplungspratiken erkennen können.
Freitag, 12. Februar 2010

Normalerweise läßt man an Ring keine Gelegenheit aus, um für Prominente und Politiker einen großen Bahnhof zu veranstalten. Heute ist hoher Besuch aus dem Europaparalament zu Gast, aber Kafitz-Nachfolger Hans-Joachim Koch hat ein im Vorfeld geplantes Treffen kurzfirstig abgesagt.



Eveline Lemke twittert fleißig von den Ereignissen, als nächstes steht eine Podiumsdiskussion auf dem Plan. Thema: Nürburgring – öffentliche Finanzierung aus europäischer Sicht.

Da paßt es zeitlich gut ins Bild, daß ausgerechnet jetzt sich der Chef der ISB Ulrich Dexheimer zu Wort meldet: "Wir müssen das EU-Recht sowie die eigene Risikotragfähigkeit beachten."

Eine etwas späte Erkenntnis, denn die ISB hatte in der Vorstellung des Todesstoßes Zukunfskonzepts am 2.Dez.09 mitgewirkt und die komplette Finanzierung bekanntgegeben:

"... und die ISB beabsichtigen, dass künftig eine private Betriebsgesellschaft unter Führung der Lindner Gruppe den Nürburgring managen soll. Die Finanzierung des Projektes erfolgt durch die ISB."

UPDATE:

Hier noch ein paar Hintergründe zu den plötzlichen kalten Füßen Terminproblemen von Herrn Koch.

Apropos Koch: Heike Raab von der SPD kocht ordentlich: "Was gerade passiert, gleicht einer Hetze."

Da scheinen einige Damen und Herren ja ordentlich pikiert zu sein, welche Öffentlichkeit die große Ablehnung gegen das tolle Zukunfskonzept bekommt.
Freitag, 29. Januar 2010

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heute großer SPD Aufmarsch. Nach der deutlichen Kritik der Genossen aus Adenau reist Minister Hendrik Hering an, um Werbung für sein Zukunftsprojekt Nürburgring - also die Privatisierung Richter/Lindner - zu machen. Das darf natürlich nicht nochmal passieren, daß 2 bis 3 Leute vor Ort (O-Ton Kurt Beck) Kritik äußern aus den eigenen Reihen.
Im Vergleich dazu ist die lokale CDU handzahm, der Landrat für Ahrweiler Jürgen Pföhler (CDU) und der Adenauer Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes (CDU) lesen der Landesregierung im Bezug auf den Ring jeden Wunsch von den Lippen ab, Herr Pföhler ist sogar langjähriges Ring-Aufsichtsratsmitglied und genießt Expertenstatus, sodaß er bei wichtigen Sightseeing-Touren nicht fehlen darf.
Mittwoch, 02. Dezember 2009

Das Erlebnisgrab hat ganze Arbeit geleistet und der letzte Sargnagel wird für die Nordschleife eingeschlagen: die Lindner Hotelgruppe übernimmt den Nürburgring - inklusive Rennstrecke. Mein herzliches Beileid für die Region und alle Ringfans. Die Quasi-Enteignung ist hiermit vollzogen. Mir wird grade schlecht. Vielen Dank an alle die mitgeholfen haben, das Grab auszuheben.
Freitag, 06. November 2009

Uschi Schmitz - Mutter von Sabine und Inhaberin vom Hotel Tiergarten und der Pistenklause in Nürburg - macht ihrem Ärger im Regionalfernsehen Luft (ab 4:13 Minuten). Große Kunden müssen ihre Zimmerkontingente bei Lindner buchen und die 8 Fress°buden zur Verköstigung nutzen, wenn sie attraktive Termine auf der Rennstrecke erhalten wollen. Der Geschäfts°führer weiß natürlich von Nichts.
Leider hat bisher niemand das Rückgrat Belege für solche Geschäfte zu veröffentlichen.

UPDATE: Nürburg macht ernst und schaltet die Landeskartellbehörde ein.

UPDATE: Guido Quirmbach greift das Thema auch heute in der Speedweek nochmal auf.


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