Vollansicht

Montag, 15. März 2021

Seit 1991 stellt die SPD in Rheinland-Pfalz die Regierung.

Und daran wird sich auch die nächsten 5 Jahre nichts ändern, dass haben die RLP'er am Sonntag so gewählt. Verbrecher-Karrieren scheinen nicht weiter zu stören.


Sonntag, 28. Februar 2021

Arte-Film über Khashoggi Ermordung.

Der Film The Dissident über die Ermordung von Jemal Khashoggi ist noch nicht in Deutschland released, aber dafür habe ich diesen 2-teiligen Film bei Arte gefunden:

Mord im Konsulat - Mohammed bin Salman und der Fall Khashoggi

Gibt es noch in der Mediathek: Teil 1 / Teil 2.

Passend zum Thema werden die Zuschauer mit einem Formel E Rennen auf die Thematik eingestimmt.

Und um den Kreis zu schließen war der Kronprinz auch jetzt am Wochenende in der Startaufstellung vor Ort.

FormelE | FormulaE | SaudiArabien | Khashoggi | Politik |


Samstag, 27. Februar 2021

Formel E und der Khashoggi Ban.

Das ist aber unglückliches Timing, dass der neue US Präsident ausgerechnet zum Saisonstart der Formel E in Saudi Arabien die Geheimdienst-Hintergründe zum Mord an Jamal Khashoggi veröffentlicht.

Man hatte wohl gehofft, dass Gras über die Sache wächst, aber das Gegenteil ist der Fall. Zeitgleich hat die USA auch ein Khashoggi Ban in Kraft gesetzt, unter dem erstmal 76 Saudis Visa-Restriktionen auferlegt bekommen.

Währenddessen versucht die Formel E das heile-Welt-Image aufrechtzuerhalten - und mit ihr auch alle Teams und Teilnehmer. Wie auch schon in der Vergangenheit vermeidet man von Saudi Arabien zu sprechen, stattdessen liest man nur von Diriyah. Vielleicht merkt es ja keiner.

Von der 12 Teams sind insgesamt 4 aus Deutschland (Audi, BMW, Mercedes, Porsche) und auch 4 Fahrer (René Rast, Maximilian Guenther, André Lotterer und Pascal Wehrlein).

Die Suche nach kritischen Berichten ist mühsam, offensichtlich will sich da niemand die Finger verbrennen. (Würde mich über Hinweise freuen!). Hier hat es das Motorsport Magazine versucht und dieser Artikel von der SZ aus 2018 hat nichts an Aktualität eingebüßt.

Es gibt auch einen neuen Film zum Fall Khashoggi von Bryan Fogel: The Dissident - kann man sich schon anschauen, werde ich am Wochenende mal machen.

Interessant fand ich noch, dass Joe Biden vor der Veröffentlichung in Saudi Arabien angerufen hat, allerdings nicht beim Kronprinz, sondern beim Papa - dem König.

FormelE | FormulaE | SaudiArabien | Khashoggi | Politik |


Sonntag, 24. Januar 2021

Die Stadt Bonn will in den nächsten 4 Jahren die Innenstadt von den Autos befreien.


Sonntag, 13. Dezember 2020

Aus der Abteilung Wasser predigen und Wein saufen: Grünenpolitiker mit 177 km/h geblitzt.


Sonntag, 04. Oktober 2020

Die Grünen positionieren sich gegen den Bau neuer Autobahnen.

Peak Autobahn? Die Wähler laufen ihnen in Scharen zu - oder werden sie von den anderen Parteien vertrieben?

Sollten sie damit den Zeitgeist treffen, dann sind wir auch bald tempolimitiert.


Donnerstag, 27. August 2020

Flavio Briatore hat sich mächtig über die Corona-Restriktionen aufgeregt - jetzt liegt er selber positiv im Krankenhaus.


Montag, 06. April 2020

Corona knackt 100.000.

Ich bin selber verblüfft, wie präzise sich die Corona-Infektionen an mathematische Gesetzmäßigkeiten halten.

Hier nochmal die Vorausberechnung vom 11. März, da waren wir noch mit einer Wachstumsrate von 21% unterwegs und es gab insgesamt 1.567 Infizierte (bzw. als infiziert positiv Getestete).

Inzwischen haben wir 100.000 erreicht und obwohl sich die Wachstumsrate massiv reduziert hat, liegt die damalige Vorhersage zum realen Eintreffen der 100k Schallmauer nur 1 Woche auseinander.

Und das ist das Problem, denn wir sind jetzt bei den großen Zahlen angekommen. Leider. Hätte man nämlich mit energischen Maßnahmen vermeiden können, aber unsere Politik verzettelt sich lieber, statt entschlossen zu handeln.

Hier ein Zahlenbeispiel:

19.März - 10.999
20.März - 13.957

Das entspricht einem Tageswachstum von 2.958 - oder 27%.

Gestern gab es ein sehr kleines Wachstum von nur 4% - das wird gefeiert. Aber:

5.April - 91.714
6.April - 95.391

Also obwohl nur 4% Wachstum, entspricht das absolut 3.677 Neuinfizierten.

Der Fluch der großen Zahlen.

Und das ist auch der Grund, warum wir das jetzt nicht mehr loswerden - eine Kontrolle ist kaum noch möglich.

Wenn wir es schaffen, bei 4% zu bleiben - also einer Verdopplung von 25 Tagen - was sich ja erstmal nach großem Erfolg anhört - wie entwickeln sich dann die Zahlen?

Sehr ernüchternd würde ich sagen - denn selbst bei nur 4% fällt die 1 Million Anfang Juni.

Könnt Ihr ganz einfach selber in Excel durchspielen und die Felder runterziehen, bis 1 Million erreicht ist:

4% -> Anfang Juni
3% -> Ende Juni
2% -> Anfang August
1% -> Ende November

Denn selbst solche kleinen Wachstumsraten folgen den exponentiellen Gesetzen und auch eine Verdopplung innerhalb von 25 Tagen ist eine Verdopplung - wenn sie nicht weiter gebremst oder gestoppt werden kann.

Wie ich schon seit Wochen hier schreibe hilft es nur die Wachstumsrate zu beobachten - und sich selber eine Meinung zu bilden. Die “Experten” haben bei diesem Event geschlossen versagt - und die Medien haben entweder verlernt selber nachzudenken oder sind zu reinen Manipulatoren des Staates verkommen, um die Bevölkerung nicht unnötig zu beunruhigen.

Mike Frison / renn.tv

Das wird uns noch eine Weile begleiten - und meine tägliche Radfahrt zur Arbeit fehlt mir doch sehr. Darum habe ich angefangen trotzdem eine Runde zu fahren. Der Plan ist eine Stunde vor und nach der Arbeit - mal sehen, ob ich das etabliert bekomme. Der Anfang ist gemacht - und es war sehr schön.

Coronavirus |


Freitag, 20. März 2020

Coronavirus - das konnte doch keiner ahnen!!1!

Doch.

Konnte.

Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen - ich bemühe mich ja selber nach Kräften - aber werde nur müde belächelt. Wenn dann so eine Bundespressekonferenz daherkommt und der ach-so-schlaue Christian Drosten die Leute in Sicherheit wiegt - alles halb so schlimm, macht euch keine Sorgen, wir sind bestens vorbereitet - ja dann darf sich auch niemand wundern, wenn die Bevölkerung sich tatsächlich keine Sorgen macht.

Und kollektiv auf den Abgrund zurast.

Denn Ausmaß, Geschwindigkeit und der sich jetzt sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich ausbreitende Kollaps war selbst für einen Laien wie mich überrschend genau vorhersagbar.

Am 11. März habe ich bei 1.567 Infizierten das Datum für 10.000 Infizierte für den 20.März vorhergesagt.

Am 19.März wurden 10.999 Infizierte gemeldet.

Ich möchte das einmal veranschaulichen mit Hilfe einer Tabelle, wie zutreffend die mathematische Vorhersage eigentlich seit Ausbruch ist: in jeder Zeile stehen die Anzahl der Infizierten, so wie sie das RKI bekanntgegeben hat. Daneben dann als Prognose die Dauer in Tagen berechnet aus Anzahl der Infizierten und der Wachstumsrate zum Vortag. Primitive Exponentialrechnung - passt auf ein übersichtliches Excel (Numbers!) Sheet (anklicken für große Ansicht):

Coronavirus - das konnte doch keiner ahnen!!1!

Mit grün habe ich den 11.März noch einmal markiert, um es erklären:

Vom 10. auf den 11.März ist die Zahl der Infizierten von 1.296 auf 1.567 gestiegen - ein Wachstum um 21%.

In der Prognose ergibt sich:

  • 10.000 Infizierte am 20.März
  • 100.000 am 1.April
  • 1 Mio. am 14.April

Das war die Situation als Berechnung vom 11.März.

Wenn wir zeitlich vorspulen ergibt sich in der Zeile vom 20.März:

  • (10.000 schon offiziell am 19.März)
  • 100.000 am 28.März
  • 1 Mio. am 6.April

Die Geschwindigkeit der exponentiellen Ausbreitung hat also weiter zugenommen.

(Die zugehörige Berechnung habe ich in der Tabelle unten mit diesen Beispieldaten aufgelistet. Das Ergebnis ist 21,89 Tage, was dem 1.April entspricht.)

Wenn man mal durch die Tabelle stiefelt, dann kann man gut erkennen, dass bereits sehr früh gute Vorhersagen möglich waren. Wenn die Politik jetzt von überraschend gestiegenen Zahlen fabuliert, dann nur, um von den eigenen Versäumnissen abzulenken.

Die Verniedlichungen in den Pressekonferenzen kann man schon fast als kriminell bezeichnen - man hat den Leuten ein gemütliches Sicherheitsszenario verkauft - kein Wunder, dass niemand eine ernste Gefahr sieht.

Und dass Leute mal selbstständig ihr Gehirn einschalten, scheint ja komplett aus der Mode gekommen zu sein.

Und jetzt kommen - Überraschung! - die großen Zahlen und das große Heulen setzt ein.

Coronavirus | exponentiell | Drosten |


Sonntag, 08. März 2020

Corona-Limit: 1.000 Teilnehmer.

Das wären beim 24h-Rennen schon alleine die Sportwarte.

Aber auch bei den Rennen formerly known as VLN braucht man keine Zuschauer, um auf über 1.000 Veranstaltungs-Teilnehmer zu kommen.

Coronavirus |


Freitag, 21. Februar 2020

Erkenntnis des Tages: Tesla ist der Industrie um Jahre voraus.

Da kommen die Japaner aber auch früh drauf:

What stands out most is Tesla's integrated central control unit, or "full self-driving computer." (..) The module -- released last spring and found in all new Model 3, Model S and Model X vehicles -- includes two custom, 260-sq.-millimeter AI chips. Tesla developed the chips on its own, along with special software designed to complement the hardware. The computer powers the cars' self-driving capabilities as well as their advanced in-car "infotainment" system.

Im Oktober 2016 hat Tesla seine Pläne vorgestellt zum autonomen Fahren.

Mein Kommentar damals:

Das sind ziemlich sensationelle Nachrichten und da wird es heute einige Krisensitzungen bei der Konkurenz - also quasi der gesamten restlichen Automobilindustrie - gegeben haben.

Tja, offensichtlich war dem nicht so und alle haben sich wieder schlafen gelegt.

Mike Frison / renn.tv

Geht aber noch weiter.

Nvidia CEO Jen-Hsun "Jensen" Huang im November 2016 ( - und hier im Blog zu lesen):

And I think what Tesla has done by launching and having on the road in the very near-future here, a full autonomous driving capability using AI, that has sent a shock wave through the automotive industry. It’s basically five years ahead.

Nvidia ist die AI-Chip-Hersteller-Firma. Denn sie haben früh erkannt, dass die Kapazitäten aus der Grafik-Chip-Industrie, wo sie ursprünglich herkommen, auch gute Dienste bei rechenintensiver AI leistet.

Geht aber noch weiter!

Denn für Tesla war Nvidia nicht gut genug und da haben sie einfach ihren eigenen AI Chip designed. Was da so harmlos steht, ist eine ziemliche Sensation, aber irgendwie hat es keiner mitbekommen. Außer den Lesern hier natürlich.

Und falls man jetzt meinte, Tesla sei damit überfordert, der sollte mal Jim Keller googeln - den konnte man nämlich als Chipdesigner gewinnen.

Viel aussagekräftiger allerdings war der Lobgesang von Nvidia selber, die in einem eigenen Blogpost tief den Hut vor dem Design gezogen haben - das war im April letzten Jahres. Um natürlich auch Werbung für sich selber zu machen:

Indeed Tesla sees this approach as so important to the industry’s future that it’s building its future around it. This is the way forward. Every other automaker will need to deliver this level of performance. There are only two places where you can get that AI computing horsepower: NVIDIA and Tesla. And only one of these is an open platform that’s available for the industry to build on.

Das heißt, Tesla treibt nicht nur die klassische Autoindustrie vor sich her, sondern auch die Computerindustrie.

Und dann kommen die Japaner - Jahre später - bauen ein Model 3 auseinander und kriegen die Mund nicht mehr zu? In welchem Erdloch waren die all die Jahre versteckt?

Das bisschen Infotainment macht der Supercomputer natürlich im Schlaf so nebenher - da braucht man nicht noch eine Extrabox einzuschrauben. Dadurch steigt die Fertigungstiefe - solche Lösungen kann man nirgendwo einkaufen.

Was ebenfalls im Gegensatz zur klassischen Autoindustrie steht, denn hier hat man in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Fertigungstiefe immer weiter reduziert und Lieferanten für die Modulbauweise rund um die Fließbänder angesiedelt - Stichworte Supplier Parks und Just in Time. Das fällt den Herstellern jetzt alles bleischwer auf die Füße. Da braucht man nur die Anzahl der Module - bzw. ECUs (Electronic Control Unit) - zu zählen. Kostet alles Geld, erhöht die Komplexität und natürlich auch die Fehleranfälligkeit. Und man kann auch nicht von heute auf morgen gegensteuern, weil mit sinkender Fertigungstiefe natürlich auch das Know How verloren geht.

Hier ein Foto von der Cebit 2003, da dachte man noch man könne einfach etwas Microsoft dranklatschen und fertig ist der Computer auf Rädern:

Mike Frison / renn.tv

Als der Tesla S im Jahr 2011 vorgestellt wurde, machten wir uns hauptsächlich über die Bauqualität und die Spaltmaße lustig.

... meint Karl-Thomas Neumann inzwischen ehrlich zurückblickend.

Aber irgendwie so richtig verstanden, was hier gerade passiert, haben sie alle noch nicht. Dafür braucht man als CEO eigenen IT Hintergrund und nicht ein Heer von Leuten, denen man dann glauben muss, was sie einem sagen.

(Siehe auch electrive.net, emobly.com, und electrek.co.)

Tesla | Nvidia | ArtificialIntelligence | Chip | Chiphersteller |


Montag, 03. Februar 2020

Bild Ehrung für Ingolf Deubel.

Im Januar 2010 war Walter Kafitz Verlierer des Tages bei der Bild - seinerzeit war er sogar noch unvorbestraft und hat große Töne gespuckt. Von dem hört man inzwischen überhaupt nichts mehr.

10 Jahre später kommt diese Auszeichnung Ingolf Deubel zugute - wobei der ja inzwischen bemitleidenswert kleinlaut geworden ist (Link / Screenshot).

Ganz schön ergiebig so ein Versagerpark. Wobei Kurt Beck immer noch viel zu gut wegkommt, den sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Bild | Verlierer | Kafitz | Deubel |


Freitag, 31. Januar 2020

Muss Ingolf Deubel vielleicht doch ins Gefängnis?

Zugegeben, das würde mein Weltbildnis ziemlich erschüttern. Denn was Rheinland-Pfalz bisher vorgeführt hat, war volle Rückendeckung unter Kollegen - also in der Politik.

Alleine die lange Zeitspanne hat ja immer wieder deutlich vor Augen geführt, dass man es nicht eilig hat. Im Gegenteil. Ich bin selber auch schon ungeduldig geworden - aber mit dem niederen Fussvolk gibt man sich natürlich nicht ab. Ich hatte das zum vierjährigen Geburtstag des Nicht-Prozesses zum Anlass genommen mal nachzufragen.

Ganz am Anfang - also am ersten Prozesstag - bin ich sogar extra nach Koblenz gefahren. Das war am 16. Oktober 2012.

Hier auf dem Filmmitschnitt von diesem Tag kann man mich grob erkennen - ich weiß ja, wo ich gesessen bin:

Mike Frison / renn.tv

Mir fällt es ja selber schwer mich an alles zu erinnern - von daher gut, dass ich es immer aufgeschrieben habe. Gut in Erinnerung geblieben sind mir allerdings die Berichte, wie vehement Ingolf Deubel seine Verteidigung vertreten hat.

“Deubel betonte in seiner mehr als 200-seitigen Stellungnahme zudem, dass ein Baustopp am Nürburgring für die größtenteils landeseigene Ring-Gesellschaft negative Folgen gehabt hätte.”

Was für eine schwache Argumentation - man hätte garnicht erst anfangen dürfen zu bauen. Heute heißt es immer lapidar, dass “der Nürburgring-Ausbau” zu groß geraten sei.

Also 1. ist nicht der Nürburgring ausgebaut worden, sondern man hat die schöne Eifel Landschaft mit Beton und Schnellbauhütten vollgepflastert - das ist alles andere, aber nicht der Nürburgring.

Und 2. ist das nicht irgendwie zu groß geraten, sondern war von Anfang an völlig unnötig.

Hätte doch nur jemand gewarnt! Am besten noch, bevor der Ausbau beschlossen wird!

Heute jammert der Herr Deubel seiner schönen Pension hinterher und Adenau dem Schwimmbad.

Es gab nämlich wieder mal ein Urteil aus Koblenz und obwohl gestern sogar die Tränendrüse bemüht wurde, lautet es:

2 Jahre und 3 Monate Gefängnis.

Deubel’s Anwalt Rüdiger Weidhaas hatte für 1 Jahr und 7 Monate plädiert. Das ist schon bemerkenswert, wenn der Anwalt Gefängnis fordert. Allerdings wäre in dem Strafmaß eine Bewährung möglich gewesen und auch die Pension - immerhin 6.700 € monatlich - wäre erhalten geblieben. Anscheinend wird die auch aktuell immer noch bezahlt.

Im Grunde ist mir der Mann egal - ob er nun im Gefängnis schmort oder auf Hawaii. Wobei Verbrecher im Gefängnis natürlich besser aufgehoben sind. Was mir nicht so egal ist: wie jetzt einer auf Mitleid gemacht wird - und die Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen:

Beim Prozessauftakt hatte sich Deubel von einer anderen Seite als bei seinem ersten Prozess gezeigt: Angeschlagen und selbstkritisch. Mit zeitweise tränenerstickter Stimme und zitternden Händen sagte er, er bedauere zutiefst seine frühere “an Starrsinn grenzende Verhaltensweise”. Sie habe dem Land Rheinland-Pfalz und dem Steuerzahler immense finanzielle Schäden verursacht. Erstmals übte Deubel öffentlich deutliche Selbstkritik. Im ersten Prozess hatte er noch jegliche Schuld von sich gewiesen.

Dass das Kulturdenkmal Nürburgring geschändet wurde, um es dann windigen Profiteuren zum Fraß vorzuwerfen, davon redet niemand. Die 500 Millionen Steuergeld sind mir noch vergleichsweise egal, wenn ich daran denke, wie mit der Strecke und ihrem Erbe umgesprungen wurde. Heute sind wir schon soweit, dass der Name Nürburgring fast als Schimpfwort verwendet wird.

Und es ist natürlich auch hinterlistig, dass Ingolf Deubel der alleinige Schuldige sein soll. Wo sind die ganzen anderen Beteiligten, Jürgen Pföhler, Carsten Kühl, Hendrik Hering, Roland Härtel, Clemens Hoch, Roger Lewentz und natürlich nicht zu vergessen Kurt Beck? Haben alle schön weiter Karriere gemacht im politisch tief vernetzten SPD-RLP. Auch die kräftigen Griffe ins Klo von Kai Richter und Jörg Lindner wabern immer noch ungesühnt durch die Anlage - Grüne Hölle lässt grüßen.

Einen kleinen Funken Resthoffnung habe ich noch, dass Ingolf Deubel im Gefängnis genug Zeit zum Nachdenken bekommt und er reinen Tisch machen will. Oder um Uschi Schmitz zu zitieren aus einem TV Beitrag vom Oktober 2012:

“Wenn er sehr in die Enge getrieben wird, glaube ich schon dass er auspackt. Also wenn er clever ist, dann packt er aus. Und lässt sich nicht die Schuld alleine in die Schuhe schieben.”

UPDATE:

Ingolf Deubel hat angekündigt Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Deubel | Prozess | Urteil | Erlebnisgrab | Gefängnis |


Freitag, 08. November 2019

Im laufenden Baradun-Prozess wird der Leichnam des Erlebnisgrabes noch einmal exhumiert.

Wenn nach über 10 Jahre solche Details aus dem Nürburgring’schen Erlebniswelt-Skandal ans Tageslicht kommen, dann reg ich mich nicht mehr darüber auf - aber die Details sind immer eine gute Gelegenheit, meine Chronik zu ergänzen.

Der Controller war es, der am 29. Juni 2009 den ersten Scheck über 67 Millionen Dollar entgegennahm, in einem Luxushotel in Zürich.

Ebenfalls im Juni 2009: Hausdurchsuchung bei Wilhelm Hahne (9. Juni) und Plenarsitzung im Mainzer Landtag (24. Juni). Dort untermauern Kurt Beck, Ingolf Deubel und Hendrik Hering die Seriosität der “Finanzierung” - muss man tatsächlich in Anführungszeichen setzen, denn es war ja nicht mehr als ein schlechter Witz.

Wieso habe ich damals eigentlich gewusst, dass ich das Plenarprotokoll später nochmal brauche?

Auch solche Andeutungen sind nur Bestätigung dessen, was ich seit Jahren bzw. Jahrzehnten schreibe:

Während der Controller im Gerichtssaal befragt wird, sitzt draußen bereits der nächste Zeuge, der Ex-Finanzchef. Er raunt: Wenn die wahre Geschichte ans Licht käme, dann „gibt es keine Regierung mehr“. Es gehe um Hinterzimmer-Absprachen von Regierung und Justiz.

Wenn aber dann die Rheinland-Pfälzer ihre Regierung im Amt bestätigen (2011 & 2016), dann wollen sie es ja vielleicht genau so.

Erlebnisgrab | Barandun | Beck | Deubel | Prozess |


Samstag, 13. Juli 2019

Wachstum und Fortschritt - oder Ende der Fahnenstange?

Noch ist von Verzicht nicht viel zu spüren, doch die Erkenntnis arbeitet sich langsam in die Köpfe vor, dass es ohne nicht gehen wird.

Heute in der Süddeutschen Zeitung:

Echter Klimaschutz wird weh tun.

Politikerinnen und Politiker sollen es richten, dafür werden sie gewählt. Sie sollen es aber so tun, dass es nicht wehtut. Wirtschaft und Wohlstand sollen immer weiter wachsen - nach dem Motto: Wasch’ mir den Pelz, aber mach’ mich nicht nass!

Wir haben uns Wohlstand erarbeitet - aber wollen irgendwie nicht wahrhaben, dass dies auf Kosten der Umwelt geschieht. Denn würden wir es einsehen, dann müssten wir ja konsequenterweise darauf verzichten. Und Verlust ist etwas, das der Mensch grundsätzlich vermeiden möchte.

Mike Frison / renn.tv

Also machen wir es uns auf dem Wohlstandsthron bequem - und lassen uns einreden, dass wir dies verdient hätten. Fängt an bei den Kleinigkeiten - mal schnell mit dem Auto zum Bäcker Brötchen kaufen - und setzt sich bei den größeren Sünden fort: Flugreisen zum Beispiel. Oder Motorsport.

Die CO2 Rechnung hatte ich ja schon aufgemacht - da muss man schon mit dem spitzen Stift kalkulieren, um das Budget nicht zu überschreiten. Wer verzichtet schon auf’s Heizen im Winter, um budgetgerecht im Sommer in Urlaub zu fliegen?

Mike Frison / renn.tv

Noch schreckt der Staatsfunk davor zurück, den Leuten reinen Wein einzuschenken. Schleichen um den heißen Brei, reden von Tonnen und Prozent - aber die reale Plus-Minus-Rechnung wird vermieden. Der Grund ist klar: wir leben aktuell weit über unsere Verhältnisse - quasi in Saus und Braus - nicht bereit auch nur einen Zentimeter aufzugeben. Nie wurden in Deutschland soviele SUVs verkauft wie heute.

Mike Frison / renn.tv

Inzwischen spürt zumindest die Autoindustrie, dass der Zenit überschritten ist. Es werden Allianzen geschmiedet, die früher undenkbar waren: BMW und Daimler, VW und Ford. Und die Analysten sagen weitere Zusammenschlüsse voraus.

Die Dynamik gewinnt an Fahrt - und der o.g. Artikel aus der Süddeutschen untermauert, dass mit dem Tabu gebrochen wird, es könne immer so weitergehen. Es sind Einschnitte nötig, die unser aller Leben betreffen werden. Während die Öl- und Verbrennerindustrie verzweifelt die alten Pfründe verteidigt, wird übersehen, dass die Mobilität insgesamt ungesunde Ausmaße angenommen hat und zurück auf Normal reduziert werden will. Das betrifft nicht nur Personen-, sondern auch Warentransporte und es kann nicht schaden, sich darauf schonmal gedanklich vorzubereiten.

Denkt mal ein paar Jahre weiter - und die Hitzesommer noch ein paar Grad heißer, die Regen stärker, die Tornados wütender. Jedes Extremwetter wird die Diskussion weiter anfachen - das Klima ist nicht mehr Theorie, sondern real für alle live zu erleben. Wobei es fast schon makaber ist, sich über Merlot in Rheinland-Pfalz zu freuen, wie es Julia Klöckner kürzlich im Interview gemacht hat.

Man wird auf die Verbrenner mit dem Finger zeigen, auf die SUVs, auf die Vielfahrer, auf die Flugreisenden, auf die Motorsportler. Und wenn das alles nichts hilft, wenn die Grünflächen weiter ausdörren, die Wasser- durch Flüchtlingsströme ersetzt werden, das Wasser knapp wird - dann wird Mobilitätsverzicht sowieso unser kleinstes Problem sein.

Mike Frison / renn.tv

Ich bin mal gespannt, wie sich der Rhein diesen Sommer einpegelt - hier ist ein guter Link für den Wasserstand in Köln.

In Köln beobachte ich in den letzten Jahren eine interessante Entwicklung: immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Auto, obwohl sie sich das locker leisten könnten. Nicht der fette Klappenauspuffbenz ist cool, sondern der Lastenradpapa, der seine Sprößlinge zur Kita radelt.

Mike Frison / renn.tv

Veranstaltungen wie Critical Mass wachsen kontinuierlich - der Radverkehr nimmt gefühlt ständig zu. Leider bezahlen auch Viele mit ihrem Leben, in Deutschland letztes Jahr mehr als 1 Radtoter pro Tag (445).

Mike Frison / renn.tv

Ich habe zwar wenig Hoffnung, dass sich die Erkenntnis durch alle Schichten durchsetzen wird, aber ich bin dabei. Im Grunde genommen schon seit ich in Köln wohne - also über 25 Jahre.

Mike Frison / renn.tv

Noch ein Punkt lässt mir keine Ruhe: das Bevölkerungswachstum. Wusstet Ihr, dass die Menschheit täglich um 220.000 wächst? Grob gesagt verdoppelt sich die Bevölkerung alle 30 Jahre. Verdoppelt! Das ist ein globales Problem und solange wir in Länder aufgeteilt sind, die nationalistisch - also als Nation egoistisch - denken, wird das nichts mit solidarischem Handeln.

Die Erde an sich juckt das übrigens überhaupt nicht - die überlebt uns ganz locker. Hat schon 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel - uns gibt es erst so 100.000 Jahre. Auf eine 24h Skala übertragen sind das 2 Sekunden - dieser Film, der die Geschichte des Universums simuliert, gibt einen guten Eindruck. Nimmt man ein Menschenleben - sagen wir 80 Jahre - dann sind das in dieser Analogie ein bis zwei 1/1.000stel Sekunden - worüber reden wir hier eigentlich?

Vielleicht nehmen wir uns alle einfach nur zu wichtig und sind in Wirklichkeit: völlig irrelevant.

Zukunft | Mobilität | Verzicht | Klima | Wohlstand | Radverkehr |


Sonntag, 07. Juli 2019

Heute vor 10 Jahre ist Ingolf Deubel zurückgetreten.

Er wurde auch mal zu 3,5 Jahren Gefängnis verurteilt, hat aber noch keinen Fuß in den Knast gesetzt. Liegt auch schon 5 Jahre zurück.

Angeblich soll Bewegung in den Prozess kommen, aber die haben sicher schon einen Plan, um das weiter auf die lange Bank zu schieben. Denn in RLP sind die Grenzen zwischen Politik und Justiz fließend, wie wir ja deutlich vor Augen geführt bekommen haben.

Die aktuellen Abläufe und das Ergebnis - bzw. deren Fehlen - sprechen ja ebenfalls Bände. Siehe auch Chronik.

Und in der Zwischenzeit hält der Besserwisser-Professor fleißig Vorlesungen und verdient kräftig mit seiner Government Consultancy, wo man ihm aus politischen Kreisen die Aufträge zuschustern kann.

Deubel | Prozess | Insolvenz | Haftstrafe | Erlebnisgrab |


Mittwoch, 05. Juni 2019

Andrea Nahles ist ja quasi arbeitslos - kommt sie jetzt wieder zurück in die Eifel? Au weia.

Immerhin ist Malu Dreyer beschäftigt, dann kann sie in RLP weniger Schaden anrichten.

Schade, dass die SPD erst jetzt am Boden liegt und nicht schon vor 10 Jahren, als sie dem Nürburgring den Betonsarg um den Hals gehangen haben.

Aber CDU Hoffnung Julia Klöckner agiert auch nicht gerade weise.


Mittwoch, 15. Mai 2019

Den Adenauern fällt auf, dass man ohne Schwimmbad ja gar kein Schwimmbad mehr hat.

Was liegt da näher, als ein neues Schwimmbad bauen zu wollen!

Wieso muss ich spontan an Schilda denken?


Sonntag, 24. März 2019

Wie sich der Verkehrsminister ein dickes Eigentor in Brüssel geschossen hat.

Der Herr Scheuer hat sich doch so sehr über die Lungenärzte gefreut, die gerne mehr Schadstoffe hätten, dass man schon nicht mehr an Zufall glauben konnte.

Er hat die Vorlage auch direkt volley nach Brüssel weitergespielt - hat sich aber ein fettes Eigentor eingehandelt.

Scheuer:

Es mehren sich Stimmen in der deutschen Ärzteschaft, die die wissenschaftliche Herleitung (..) in Frage stellen.

Antwort aus Brüssel:

(..) Ihnen zwar dafür danken, dass Sie uns (..) Kritikpunkte mehrerer Mediziner in Deutschland geschickt haben.

(..) In diesem Zusammenhang wird auch überprüft, ob die derzeitigen EU Grenzwerte ausreichend streng sind, um die Gesundheits- und Umweltziele unserer Politik zu erreichen.

Da wird er sich aber ein paar heiße Ohren von seinen Chefs der Autokonzerne eingefangen haben.

Scheuer | Umwelt | Schadstoffe | Emissionen | Brüssel |


Sonntag, 17. Februar 2019

Kurt Beck: Ich habe keine Feinde mehr.

Na wenn das so ist, kann er ja mal probieren in Nürburg Kaffee trinken zu gehen. Ich glaube nicht, dass er ihm gut bekommt.

(Achtung: Link geht zu Bild.)

Sein selbstgeschaffenes beck°ruine Mahnmal wird jedenfalls noch viele Generationen an den größenwahnsinnigen Versager erinnern.


Samstag, 29. Dezember 2018

Toyota ist mehr wert als VW, Daimler und BMW zusammen.

Interessanter Vergleich der Börsenwerte von Automobilunternehmen. Anlass war, dass Tesla nach BMW jetzt auch Daimler überholt hat.

Toyota liegt weit in Front und ich habe mal nachgerechnet: VW, Daimler und BMW zusammen liegen im Wert immer noch knapp hinter Toyota (191,88 Mrd. USD). Dennoch dominieren die deutschen Hersteller noch im weltweiten Vergleich, was sich inzwischen als Segen und Fluch gleichzeitig herausgestellt hat. Denn die Konzernbosse und Eignerfamilien haben die Politik in Deutschland komplett im Sack, der Dieselskandal führt uns das aktuell schön vor.


Dienstag, 04. Dezember 2018

Geschäfte einer Landesregierung, windige ausländische Investoren, gefälschte Bankbelege, Prüfung der EU Kommission?

Willkommen in Rheinland-Pfalz.


Dienstag, 20. November 2018

Jetzt ist es amtlich, dass Formel E keine Waffen sind.

Denn während Waffenexporte nach Saudi Arabien ausgesetzt sind, findet die Saisoneröffnung der Formel E wie geplant statt.

In der 5. Saison werden die neuen Gen 2 Fahrzeuge erstmal ein Rennen komplett durchfahren - vorher wurde beim Boxenstopp getauscht - und BMW stellt zum ersten Mal seinen eigenen Werksrenner vor.

Also große Premieren beim ersten Rennen der Saison, das in Ad Diriyah in Saudi Arabien gestartet wird.

Im Moment geben sich alle Beteiligten jedoch ziemlich kleinlaut, auf der FIA Formel E Webseite steht zu dem Rennen lediglich: "Bald gibt es mehr Infos."

Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema demnächst ziemlich hochkocht - parallel zu den weltweiten politischen Schlagzeilen.

Sportminister ist übrigens der am Ring nicht ganz unbekannte Aziz - bzw. Abdulaziz Al Faisal - bzw. "His Royal Highness Prince Abdulaziz bin Turki AlFaisal Al Saud" - der in Le Mans sogar mit N-Aufkleber unterwegs war:

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

Mike Frison / renn.tv

FormelE | SaudiArabien | Abdulaziz | AlFaisal |


Sonntag, 21. Oktober 2018

Der Mobilitätswandel schleicht sich langsam, aber kontinuierlich, in die Köpfe der Bevölkerung. [Update 2]

Gestern musste ich noch einmal unbedingt zur VLN - den neunten Sieg im neunten Rennen vom Team Kohlhaas durfte ich nicht verpassen:

Mike Frison / renn.tv

Dritter in der VLN Meisterschaft mit einem Ferrari - das hätte vorher auch niemand für möglich gehalten.

Vorher - beim Bäcker - ist mir die Seite 1 der Sueddeutschen in’s Auge gefallen. Ein Elektroroller auf dem Titelbild, eingerahmt von Cholero-Hoeneß und bayerischem Wahlschock - das will was heißen. Und es kommt noch besser: im Artikel geht es nicht um ein hippes neues Modell, sondern ganz konkret um das Gesetzesvakuum, das den Betrieb der kleinen elektrischen Geräte in Deutschland illegal macht.

Mike Frison / renn.tv

Den Kommentar dazu gibt es auch online - kann ich so unterschreiben.

Genau wie den in der selber Zeitung verfassten Beitrag über die deutsche Autoindustrie, deren hartnäckige Ignoranz von Moral und Modernität.

Meine Theorie zum Mobilitätswandel ist ja schon länger, dass nur der öffentliche Druck groß genug werden muss, dann kommt sogar die träge Politik in die Gänge. Gegen die Bestrebungen der Lobbyisten, die am liebsten alles so lassen würden wie es ist.

Einfach machen!

Darum habe ich heute auch meine elektrische Variante wieder ausgeführt - dann fährt man nicht zum nächstgelegenen Bäcker, sondern 1–2 Alternativen weiter - weil es Spaß macht!

Mike Frison / renn.tv

Als ich mit meinen Brötchen wieder beim Bäcker raus bin, ist eine etwa 60-jährige Frau mit ihrer Bäckerbeute in ihren Mercedes SLK gestiegen. Natürlich direkt vor der Tür, keinen Meter zu viel laufen. Benziner, silber, Doppelauspuff. Und wie sie so davonfuhr - nicht leise und Frischluft verbrauchend - dachte ich nur: wie lame.

Es war so einer dieser Momente, in denen man kurz innehält, weil es Klick macht. Mir ist aufgegangen, dass über die Argumente hinaus sich die Elektromobilität durchsetzen wird, einfach weil es sympathischer ist. Vielleicht war der SLK für diese Frau mal die gewünschte Verjüngungskur - aber die Zeiten sind so lange vorbei.

Das Auto - stinkend und laut - war tatsächlich so altbacken wie die Fahrerin. Wo früher um Anerkennung gebuhlt wurde, kann man heute nur noch auf Mitleid hoffen.

Ich bin dann leise und frischluftschonend zurück nach Hause und es gibt niemanden unterwegs, der die Fuhre nicht neugierig mit den Augen inspiziert hätte - so wie es die Kürze der Vorbeifahrt zulässt. Und man kann es ihnen regelrecht ansehen - dieser “Cool, will ich haben!” Gesichtsausdruck.

Und wenn dann noch die Sueddeutsche auf dem Frühstückstisch liegt, wird der Gedanke nahtlos aufgegriffen, um weiter zu reifen. Jedes elektrisch angetriebene Gefährt - der Roller, das Skateboard, Unicycle, usw. - macht den Leuten unterwegs Appetit und so kommt Bewegung in die Sache. Es gilt nur die Kräfte zu überwinden, die das verzweifelt versuchen aufzuhalten, weil sie möchten, dass wir uns weiter faul in’s Auto fallen lassen.

UPDATE:

Leider ist der Gesetzentwurf bisher viel zu kompliziert und restriktiv - wissen die Autoren, dass es gilt den Rückstand zu anderen Ländern zu verringern?

UPDATE 2:

Noch ein Link - ausführliche Hintergründe, ob und warum nicht der kleine elektrische Roller Xiaomi M365, den man auch ab und zu in freier Wildbahn sieht - legal im Straßenverkehr bewegt werden kann. (tl;dr: Nein.)

(Quelle für die Links - danke!)

Elektro | Mobilität | Mobilitätswandel | Elektroroller | RacingOne | VLNLangstrecke |


Donnerstag, 04. Oktober 2018

RLP Justiz hat Urs Barandun wieder im Visier.

Das Gefängnisurteil gegen Ingolf Deubel ist zwar nicht ungültig, aber gültig ist auch auch nicht. Und das schon jetzt seit über 4 Jahren.

Und so ist der potentielle Verbrecher nach wie vor auf freiem Fuß und Verhandlungstermin ist auch noch keiner angesetzt. Wahrscheinlich, weil sie zu viel zu tun haben.

Denn die Justiz in RLP kümmert sich lieber um solche Leute wie Urs Barandun.

Krähe und Auge, Ihr versteht schon.

Dass sie DEN wieder aus dem Hut zaubern, hat mich schon vor 2 Jahren das erste Mal stutzig gemacht.

Kurt “ganz großer Milliardärsadel” Beck wäre wohl lieber, das Thema Barandun käme nicht mehr auf die Tagesordnung. Hoffentlich reiben ihn die Medien nochmal kräftig mit Salz ein.


Dienstag, 11. September 2018

Minister Scheuer windet sich wie ein frisch geölter Aal, um im Stuttgarter Dieselgate Prozess nicht auszusagen.

Paradox: wenn im Namen des Volkes Recht gesprochen werden soll, dann werden die Vertreter des Volkes auf einmal ganz kleinlaut. Woran DAS wohl liegen mag.

Dieselgate | Scheuer | Verkehrsminister |


Montag, 27. August 2018

Überschrift des Tages: Droht Markus Söder die Beugehaft?

Sowas liest man gerne.

Doch die Punchline ist das hier:

Der Verwaltungsgerichtshof hatte deshalb bereits Zwangsgelder in Höhe von 10 000 Euro angesetzt - ohne Erfolg. Die Landesregierung lehnt Fahrverbote weiter strikt ab. Das Land zahlte die Zwangsgelder brav, ohne aber die eigene Politik zu ändern. Ein Schaden entsteht dem Land nicht. Das Geld fließt ohnehin zurück an den bayerischen Finanzminister.

Wieso muss ich spontan an Schilda denken?

Aber auch andere Landesregierungen stellen sich quer. Wetten, wenn der erste hinter Gittern sitzt, dann werden sie auf einmal ganz emsig?


Dienstag, 29. Mai 2018

Auf der Unbeliebtheitsskala ist Kurt Beck nach wie vor das Maß der Dinge.


Mittwoch, 09. Mai 2018

Gestern als dpa Meldung:

Neuer Prozess gegen Ex-Minister Deubel: Beginn noch unklar.

Na so ein Zufall.

Siehe auch diesen und diesen Artikel.


Freitag, 23. März 2018

Was fabuliert denn der Verkehrsverhinderungsminister Dobrindt denn da über den Islam?

Klarer Fall von Ablenkungsmanöver.


Samstag, 17. März 2018

Videobeitrag zu der DUH-Fahrverbots-Klage und der Verweigerungstaktik in der Politik.


Sonntag, 04. März 2018

Carsten Kühl könnte Bundestagsmandat erben.

Wenn einer der rheinland-pfälzischen SPD'ler mal wieder den Hals nicht voll genug bekommt, dann lassen ihn die Genossen halt über die Klinge springen. Die schauspielerischen Qualitäten sind dabei über jeden Zweifel erhaben.

Und so fügt es sich, dass der Nürburgring-Totengräber Carsten Kühl schon auf ein warmes Plätzchen im Bundestag hofft.

Barbaro | Kühl | MarcusHeld | Worms | Bundestag |


Donnerstag, 22. Februar 2018

Eine Meldung wie aus dem letzten Jahrhundert: VG Adenau startet Projekt für schnelles Internet.


Made in Germany - mal anders.

CNN:

A global scandal, made in Germany

(..) While two VW employees were sentenced to prison in the US in the past year, to date there have been no criminal prosecutions in Germany, the country that gave birth to the "Dieselgate" scandal.

Feuerwehr-technisch würde man hier wahrscheinlich von einem Schwelbrand sprechen. Und weil sowohl die Politik (Dieselsubvention) als auch die Industrie (Clean Diesel) versagt haben - das aber nie zugeben werden - hängen wir als Bürger schachmatt in der Mausefalle.

Ich würde hier auch gerne mal wieder was über Motorsport schreiben, aber die Dieselthematik erstickt alles - im wahrsten Sinne des Wortes. Früher konnte man einmal stolz auf die Errungenschaft "Auto" sein, heute ist es fast ein Schimpfwort. Und die dominanten deutschen Hersteller, die auch im Motorsport den Ton angeben - VW Gruppe, Mercedes, BMW - haben zunehmend Schwierigkeiten ihre Rennaktivitäten zu rechtfertigen und stampfen ein Projekt nach dem anderen ein.

Dieselgate |


Montag, 19. Februar 2018

Wieviele Diesel gibt es in Deutschland?

Am Donnerstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über die generelle Möglichkeit der Diesel-Fahrverbote in Städten. Aber wieviele Diesel fahren überhaupt auf deutschen Straßen herum?

Das KBA veröffentlicht eine Statistik vom 1.1.2016. Ist ja nicht so, als wäre das im Moment Diskussionsthema Nr.1 - aktueller können oder wollen sie wohl nicht.

Demnach sind in D insgesamt 45 Millionen PKW zugelassen, davon 14,5 Millionen Diesel - also ziemlich genau jedes 3. Auto.

Die Transporter habe ich absichtlich weggelassen - da wird es schwer überhaupt Nichtselbstzünder zu finden.

Kein Wunder, dass die Politik in leichte Schockstarre verfällt bei dem drohenden Szenario.

UPDATE:

Es gibt auch 2017er KBA Zahlen, aber sie sind komisch verlinkt. Schön auch, dass als großes Symbolbild am Anfang der Datei ein Parkplatz aus Amerika (?) verwendet wird - super Idee für ein deutsches Bundesamt.

Jedenfalls hat sich der Bestand auf 45,8 Millionen Fahrzeuge erhöht, die Diesel auf 15 Millionen Fahrzeuge.

Dieselgate | Fahrverbot |


Sonntag, 11. Februar 2018

Matthias Wissmann dankt beim VDA ab - Bernhard Mattes übernimmt.

Bernhard Mattes ist in Wolfsburg geboren, war vor seiner Zeit bei Ford lange bei BMW und löst jetzt Matthias Wissmann als VDA Präsident ab.

Dieter Zetsche meint zu Wissmann’s Abgang:

Unter Ihrer Führung war der VDA ein kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Medien. Ob in Berlin oder Brüssel – stets haben Sie die Interessen von Herstellern und Zulieferern glaubwürdig vertreten und der deutschen Automobilindustrie eine starke Stimme verliehen.

So kann man es auch nennen, wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt.

In der langen VDA Selbstbeweihräucherung Pressemitteilung sucht man das Wort “Diesel” natürlich vergeblich.

Immerhin ist Bernhard Mattes kein ehemaliger Verkehrsminister.

Wissmann | Mattes |


Samstag, 27. Januar 2018

Kurt Beck fliegt wieder mal ein Millionengrab um die Ohren.

Kurt Beck hat dem Fußballverein FC Kaiserslautern ein 76,5 Millionen Euro teures Stadion übergeholfen, in der Folge sind die Fußballer pleite gegangen, die Stadt Kaiserslautern ist rettend eingesprungen, kauft das Stadion und vermietet es an den Verein.

Beim Beck’schen Lieblingsverein läuft es aber nicht rund, es droht akute Drittklassigkeit. Und die Stadt Kaiserslautern hat einen grandiosen Plan: Steuererhöhung.

KurtBeck | Kaiserslautern | Stadion |


Sonntag, 14. Januar 2018

In Frankreich gilt ab 1. Juli Tempo 80 auf der Landstraße.

Wegen der Sicherheit.

Hat natürlich nicht lange gedauert, bis einige Spezialisten das auch für D fordern.

Und man kann sich zu Recht fragen, wo man dann noch Motorradfahren soll?

Tempolimit |


Montag, 25. Dezember 2017

VW wird ungeduldig, weil sie keine Politik-Ansprechpartner haben.

Kaum gibt es mal ein paar Monate keine Regierung, da wird man in der Vorstandsetage plötzlich ganz nervös.

Ratet mal, wem das mit der Mobilität auf einmal nicht schnell genug geht.

Tipp: es ist es dieselbe Person, die sich gefühlt gestern noch schützend vor den Diesel gestellt hat.

Da merkt man mal, wie abhängig man in Wolfsburg davon ist in Berlin Einflüsterer zu sein.

Volkswagen | Regierung | Wolfsburg | Berlin | Dieselgate |


Samstag, 09. Dezember 2017

Neuer LMK Direktor Eumann. In Rheinland-Pfalz werden öffentliche Posten ausgeklüngelt?

Na so eine Überraschung!

Es geht immerhin um den Direktorposten der LMK - Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz.

Mit SWR (!) Film dazu.

Oder wie Über Medien schreibt:

Ein Klüngelmännchen für die Medienaufsicht.

Oder die FAZ:

Die roten Würfel sind gefallen.

Auch heise.de hat fleissig Hintergründe gesammelt.

Natürlich reiner Zufall, dass der neue Direktor SPD Mitglied ist.

Und in Rheinland-Pfalz auch eher nützlich als schädlich, dass Marc Jan Eumann im Kölner Parteispendenskandal der NRW SPD eine aktive Rolle wahrgenommen hat - das ist für die Mainzer Genossen eine Qualifikation von Wert.

Markus Kompa, der die Sache von Köln aus kritisch begleitet und aus Protest sogar versucht hat sich zu bewerben, kennen wir übrigens noch von früher.

Eumann | Kompa | RheinlandFilz |


Malu Dreyer lächelt sich weiter nach oben - jetzt in Berlin.

Und erobert den SPD Parteitag:

Die Abstimmungskönigin des Parteitags, die mit mehr als 97 Prozent erstmals an die Parteispitze und zur Stellvertreterin von Martin Schulz gewählt wurde, kommt aus Rheinland-Pfalz. Dort hat die 56-Jährige das Erbe von Kurt Beck so erfolgreich verwaltet, dass sie mitten in der Flüchtlingskrise 2016 ihre erste Landtagswahl gewann.

Das Intrigieren als Verwaltung zu umschreiben ist eine fahrlässige Verharmlosung. Ehrlicher wäre diese Zusammenfassung gewesen:

Nachdem sie Kurt Beck erfolgreich aus der Schusslinie und den Nürburgring weit unter Wert und fragwürdigsten Umständen in russische Hände verschachert hat, sind ihr die gutgläubigen RLP-Wähler trotzdem auf den Leim gegangen und haben eine weitere SPD Regierung ermöglicht.

Dreyer | Beck | Nahles | Berlin |


Dienstag, 05. Dezember 2017

DUH hat Euro 6 BMW im Visier - Steuergerät entschlüsselt.

Eine ziemlich unglaubliche Geschichte, die uns die DUH da auftischt: BMW soll beim 320d tief in die Trickkiste gegriffen haben. Das Besondere dabei: es ist ein Euro 6 Auto und wurde erst auf den Markt gebracht, nachdem Volkswagen schon in Handschellen durch’s Dorf getrieben wurde.

Und noch eine Besonderheit: die Motorsteuerung ist keine Black Box mehr, sondern wurde von dem Tuner DS Motorsport (die hier?) entschlüsselt. Ergebnis:

In der Software erkannten sie einen Programmteil, der die Abgasrückführung ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen reduziert und ab 3500 Umdrehungen ganz abschaltet.

Kommt nach dem Temperaturfenster jetzt das Drehzahlfenster?

Dieselgate | Umwelthilfe | BMW320d | DSMotorsport | BlackBox |


Dienstag, 28. November 2017

Heute ist wieder mal ein Dieseltag.

Die Politik versucht die Luft auf Biegen und Brechen sauber zu bekommen, indem sie - passend zur Weihnachtszeit - Pakete schnüren. Die Erkenntnis, dass sich Schadstoffe nicht mit Geld neutralisieren lassen, scheint sich nicht durchzusetzen.

Und so geistert die Fahrverbotsbedrohung weiter durch die Debatten, als würde damit das Ende der Menschheit besiegelt. Was ist eigentlich so schlimm daran, mal mit dem Rad zur Arbeit zu fahren? Die fehlende Sitzheizung?

VDA und FDP sind sich einig: das Fahrverbotgespenst muss aus den Städten vertrieben werden. Aber mehr als Verkehrsverflüssigung und den unglaublich freiwilligen Softwareupdates fällt ihnen auch nicht ein. Dabei steht auch hier mitten in der Stadt der Elefant - bzw. das Fahrrad - unübersehbar im Raum.

Zeitgleich fahren in Frankreich Geschütze gegen FIAT / FCA auf, weil man da wohl auch einen Luftverpestungsschalter installiert habe. Das Strafszenario schwingt sich in die Höhe von 10 Milliarden Euro auf - das würde bei einer Autofirma schonmal für einen Farbwechsel von schwarz auf rot in der Jahresbilanz ausreichen.

Im realen Leben habe ich jetzt schon mehrere Menschen getroffen, die eine regelrechte Wut entwickeln, wenn sie einen SUV sehen. Und das nicht nur, wenn der 2,5t Panzer auf dem Radweg stehend die Kinder Richtung Schule entfrachtet.

Dieselgate | Fahrverbot | Debatte |


Donnerstag, 09. November 2017

Bob Lutz - nüchterner Blick in die automobile Zukunft. Wird nicht jedem gefallen.

Für regelmäßige Leser hier im Blog alles keine neuen Erkenntnisse. Aber dass sie ausgrechnet von Bob Lutz stammen, ist schon bemerkenswert:

It saddens me to say it, but we are approaching the end of the automotive era. The auto industry is on an accelerating change curve. For hundreds of years, the horse was the prime mover of humans and for the past 120 years it has been the automobile. Now we are approaching the end of the line for the automobile because travel will be in standardized modules.

Als Petrolhead ist er über diese Entwicklung genauso traurig wie Du und ich - aber nichts wird sie aufhalten.

Auch wenn ich in Gesprächen oder auch anhand politscher Ereignisse immer wieder feststelle, dass Leute nicht in der Lage sind, die Dramatik des Wandels zu antizipieren, so wird er trotzdem stattfinden. Und wer nicht vorbereitet ist, wird von den Ereignissen einfach überrollt werden. Das gilt für Fahrzeughersteller ebenso wie den Vertrieb aber auch die Konsumenten.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge der Zukunft sind so miteinander verzahnt, dass sie wie ein Zug die Straßen entlanggleiten. Überholen, Sicherheitsabstand oder Performance sind Schnee von gestern, werden abgelöst durch Vernetzung. Man wird auch nicht vor die Wahl gestellt, denn man wird feststellen, dass Unfälle stets von Menschen verursacht werden. Die Unfallstatistiken werden die Länder zwingen per Gesetz den Individualverkehr zu verbieten, es werden sich auch keine Versicherer für das Risiko Mensch im Straßenverkehr finden.

Diese fahrenden Module - so nennt Bob Lutz sie - werden von den Flottenbetreibern in Massen in Auftrag gegeben. Fahrzeughersteller geraten immer mehr in den Hintergrund. Kein Wunder, denn wenn die Module aneinander gekettet durch die Landschaft düsen, gibt es für Marken kaum noch Unterscheidungsmerkmale - optisch wird alles ziemlich gleich aussehen ohne prägnante Front- und Heckpartie. Die heutigen Sicherheitsmerkmale - z.B. Blinker und Spiegel - sind ebenso überflüssig wie Fenster - dadurch ergeben sich uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten für den Innenraum.

Und die Akzeptanz in der Bevölkerung? Nebensächlich:

All we need is acceptance by the big fleets: Uber, Lyft, FedEx, UPS, the U.S. Postal Service, utility companies, delivery services. Amazon will probably buy a slew of them. These fleet owners will account for several million vehicles a year. Every few months they will order 100,000 low-end modules, 100,000 medium and 100,000 high-end. The low-cost provider that delivers the specification will get the business.

These modules won’t be branded Chevrolet, Ford or Toyota. They’ll be branded Uber or Lyft or who-ever else is competing in the market.

Vor einem Jahr meinte Holger Weiss noch zu mir (German Autolabs, während der TU Europe in München), dass sich Marken wie BMW oder Porsche - also die deutschen Premiumhersteller - nach wie vor über die Dynamik differenzieren werden.

Meine Zweifel an dieser Theorie wurden in den letzten 12 Monaten eher bekräftigt als abgeschwächt. Der Verkehr der Zukunft ist ein stetiges Miteinander, keine nervöse Lichthupe auf der linken Spur.

Schlechte Nachrichten für die stolze Autonation Deutschland. Aber statt die Zeichen der Zeit zu erkennen, protektiert man lieber den Status Quo, so wie Sigmar Gabriel in Brüssel. Damit ist natürlich niemandem geholfen - im Gegenteil, es vergrößert den Entwicklungsrückstand nur noch mehr. Wenn das so weitergeht, dann bleibt am Ende als Autohersteller nur noch DHL übrig.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: der Motorsport wird als Betätigungsfeld übrig bleiben und er wird faszinieren, weil hier der Mensch noch selber fährt. Allerdings nur so lange, wie sich die Infrastruktur - also z.B. Rennstrecken - über Wasser halten kann.

Die Analogie zum Pferd und dem Reitsport habe ich oft bemüht, aber sie bietet sich an und auch Bob Lutz greift sie auf:

A horse dealer had a stable of horses of all ages, and you would come in and get the horse that suited you. You’d trade in your old horse and take your new horse home.

Das hätte damals auch niemand gedacht, dass die Pferdehändler mal arbeitslos werden wegen so einer komischen knatternden Kutsche ohne Pferde.

Bob Lutz schätzt, dass die Umwandlung spätestens in 20 Jahren abgeschlossen sein wird - also 2035 bis 2040. Vergleicht das mal mit den Aussagen der Politik - da phantasieren einige noch was vom Verbrennungsmotor.

BobLutz | Zukunft | autonom |


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Neues von Kurt Beck und der Monarchie Rheinland-Pfalz.

Eigentlich nicht Neues, sondern Altes - aber es wird jetzt nochmal an die Oberfläche gespült und offenbart sehr anschaulich die in RLP verankerte Denkweise:

Ein dem Regime angenehmer Staatssekretär - Joachim Hofmann-Götting - hat 2010 die Möglichkeit Oberbürgermeister von Koblenz zu werden. Damit wäre zwar ein wichtiges Amt aus Sicht der Regierenden gut besetzt, hätte aber für die Person den Nachteil eines geringeren Gehalts.

Kurt Beck wäre nicht Kurt Beck, wenn es für den treuen Vasallen nicht eine perfide und bauernschlaue Lösung gäbe:

Den Noch-Staatssekretär einfach 4 Tage vor dem Wechsel in den vorzeitigen Ruhestand versetzen, damit die 1.500 Euro Monats-Ruhe-Gehalt dem OB helfen über die Runden zu kommen. Was bei 9.800 € OB Gehalt ja sonst auch eine echte Herausforderung geworden wäre.

Das alles kocht gerade wieder hoch, weil in Koblenz wieder gewählt wird - vielleicht hätte man sonst gar nichts davon erfahren.

Aber das Beste ist König Kurt’s entlarvender Kommentar:

Der damalige Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte der “Rhein-Zeitung”: “Das Beamtenrecht sieht vor, dass ein Ministerpräsident ohne die Angabe von Gründen politische Beamte in den Ruhestand versetzen kann. Davon habe ich im Fall Hofmann-Göttig Gebrauch gemacht.” Mehr habe er dazu nicht zu sagen, so Beck weiter.

Bastapolitik at its best. Ist ja auch nicht sein Geld.

Das kommentiert König a.D. in dieser Form natürlich auch nicht zufällig, sondern um seine Thronfolgerin Dreyer aus der Schusslinie zu nehmen. Denn nur wenn es der SPD RLP gut geht, dann geht es auch Kurt Beck gut. Und als Terrorbeauftrager ein bisschen Ablenkungsstaub aufwirbeln geht auch immer.

UPDATE:

Zumindest einem Rheinland-Pfälzer war das dann doch zuviel - hat Anzeige wegen Untreue erstattet.

KurtBeck | Koblenz | Götting | Bürgermeister | Wahl |


Montag, 02. Oktober 2017

Winfried Kretschmann in Stuttgart hat inzwischen seine Grüne Vergangenheit komplett hinter sich gelassen, hat kein Problem damit bei dem Diesel-Fahrverbotsurteil in Revision zu gehen.


Sonntag, 01. Oktober 2017

Andrea Nahles, die die Ringregion, aus der sie selber stammt, so sensationell im Stich gelassen hat, hat sich in der SPD in die erste Reihe gedrängt.


Freitag, 22. September 2017

Auto Union, Hans Stuck und das NS-Regime.

Am Großglockner in Österreich gibt es dieses Wochenende eine Oldtimer-Veranstaltung:

In Erinnerung an die legendären Rennen der 1930er-Jahre findet am Freitag und am Samstag wieder der Großglockner-Grand-Prix statt.

Mit der historischen Startnummer 83 geht Hans-Joachim “Strietzel” Stuck auf den Bergkurs, der Sohn des Siegers von 1938.

Zur geschichtlichen Einordnung: ein Jahr später - im September 1939 - brach der 2.Weltkrieg los.

Hier eine Dokumentation zu den politischen Verflechtungen damals und auch die Rollen von Hans Stuck (der Vater von Hans Joachim Stuck) und Ferdinand Porsche (der Großvater von Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche).

Im Film (ab Min. 9:15):

Auch Ferdinand Porsche taktiert. Zur Unterredung bei Hitler nimmt er den bekannten Rennfahrer Hans Stuck mit.

Historiker Peter Kirchberg:

Stuck war derjenige, der sehr früh enge Kontakte zur NSDAP hatte und der ja auch bei der Schlüsselunterredung deshalb mit dabei war, als es 1933 bei Hitler darum ging Geld für die Rennerei zu finden.

Hans Stuck nach dem Sieg beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 15.7.1934: Heil unserem Führer!

Stuck | Politik | Grossglockner | Silberpfeile | AutoUnion |


Donnerstag, 21. September 2017

Faster, Higher, Farther - das Dieselgate-Buch von Jack Ewing.

Selbst wenn man die Abläufe bei Volkswagen so intensiv verfolgt, wie ich das hier im Blog gemacht habe, verliert man schnell die Übersicht in der komplexen Gemengelage zwischen Politik und Industrie, zwischen Deutschland, Europa und Amerika und den vielen Schachzügen der Mächtigen im Hintergrund.

Trotzdem hatte ich das Gefühl einigermaßen durchzublicken, denn als Ingenieur, in Deutschland, in der Autoindustrie arbeitend, sogar selber schon am Prüfstand Kennfelder programmiert, zeitgleich mit Ferdinand Piëch bei Audi in Ingolstadt gearbeitet - wie kann mir jemand von der New York Times aus Amerika noch etwas Neues beibringen?

Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich die Lektüre des Buches wird für mich eher Pflichtveranstaltung als Augenöffner.

Wie ich mich täuschen sollte!

In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: durch meine Vorgeschichte war ich befangen, habe Ereignisse als selbstverständlich hingenommen, obwohl sie von großer Bedeutung sind und war auch nicht in der Lage, die Entwicklung aus der Distanz als großes Ganzes wahrzunehmen.

Jack Ewing ist das hervorragend gelungen: er hat behutsam die Historie ausgebreitet, akribisch alle Details aufbereitet und navigiert souverän zwischen den Schlüsselpersonen - aber auch geografisch zwischen den Kontinenten.

Alle Rollen der Akteure wurden - soweit das in der Öffentlichkeit möglich ist - zu den Geschehnissen logisch und zeitlich einsortiert: über die Porsches und Piëchs zu Pischetsrieder, Wiedeking und Winterkorn - die Liste der Handelnden ist mächtig und lang.

Auch technisch ist Jack Ewing sattelfest unterwegs. Mir war neu, dass der EA 189 Motor quasi die Ablösung von Pumpe-Düse hin zu Common Rail war - und welche Machtverhältnisse zu diesem Zeitpunkt im VW Konzern herrschten.

Aber auch solche Details, dass Oliver Schmidt nach Miami geflogen ist, weil er dort nicht nur das schöne Wetter genießen wollte, sondern selber in Florida auch Mietwohnungen besitzt.

Und gefreut habe ich mich, dass auch Felix Domke und der CCC den ihnen gebührenden Platz in dem Werk gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem deutschen bzw. europäischen Rechtssystem und dem amerikanischen war hierzulande in der Berichterstattung immer etwas zu kurz gekommen. Jack Ewing räumt damit auf. Auch die Vorgeschichte, warum es überhaupt zu der Enthüllung kam, die dann auffällig? zufällig? genau zum Start der 2015er IAA eingeschlagen ist - spannend, aber auch unterhaltsam zugleich. Da bleibt für Verschwörungstheorien nicht mehr viel Raum und wir müssen eingestehen, dass wir ohne die beharrliche Emissionsforschung in Amerika heute alle ein gewaltiges Stück dümmer wären.

Es wird während der Lektüre auch klar, dass uns das Thema noch lange nicht loslassen wird - so sehr das Matthias Müller auch herbeizureden versucht.

Fazit: volle Punktzahl und unbedingter Lesebefehl für alle, die irgendwie mit Autos zu tun haben. Also quasi jeder, der hier mitliest würde ich schätzen.

Ich selber habe die englische Originalversion gelesen, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung. Und Kindle gibt es auch - gut für Bahnfahrer wie mich.

Danke an Jack Ewing für dieses Buch!

Dieselgate | Ewing | Miketest | Buchvorstellung | NewYorkTimes | Piëch | Volkswagen |


Montag, 18. September 2017

2 Jahre Dieselgate - Ende offen.

Am 18.September 2015 hat die amerikanische Umweltbehörde die Notice of Violation of the Clean Air Act veröffentlicht - sie hat VW in der Folge schon 22 Milliarden US$ gekostet. Am Anfang war das noch gar nicht absehbar - von “Defeat Device” bzw. Prüfstandserkennung war die Rede. Erst dieser Vortrag beim jährlichen Kongress des Chaos Computer Clubs 3 Monate später brachte Licht in’s Dunkel - Felix Domke war es gelungen die Motorsteuerung zu hacken und er war auch der erste, der dort die Akustikfunktion auslesen konnte.

Martin Winterkorn flog schon nach Tagen aus dem Sattel, allerdings ist er weich gefallen: 3.000 € Urlaubsgeld pro Tag summieren sich in 2 Jahren zu über 2 Mio. €.

Das Ganze passierte 2015 auch ausgerechnet zur IAA - Verschwörungstheorien befeuerten die öffentliche Diskussion, von Wirtschaftskriegen zwischen USA und Deutschland war die Rede.

Heute - eine IAA später - sind wir schlauer und die ersten Leute im Gefängnis, aber VW noch lange nicht geläutert. Am Wochenende habe ich mir die ZDF Diskussion bei Maybrit Illner angeschaut. Es war zwar keine Zeitverschwendung, aber wie sehr eine ominöse Software als Schuldiger aus dem Fenster gehangen wird, stellt einem die Nackenhaare auf. Man muss kein Informatiker sein, um die Zusammenhänge zu verstehen, aber selbst Ranga Yogeshwar - der Alleserklärer - hat die Thesen von VW Vorstand Herbert Diess unwidersprochen im Raum stehen lassen.

In Wirklichkeit reden wir von einem klassischen SCHALTER, der auf AN oder AUS gestellt wird. Damit wird die Abgasreinigung ein- oder ausgeschaltet, je nachdem ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht (Abgasreinigung AN) oder im Alltag auf der Straße unterwegs ist (Abgasreinigung AUS). Sowas wird heutzutage natürlich einprogrammiert, aber nur weil es in Bits und Bytes abgebildet wird, ändert das nichts an der Funktionsweise.

Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist sich nicht zu schade, von einem Fehler in der Software zu sprechen, der halt über den Softwareupdate korrigiert wird. Natürlich ist das alles andere als ein Fehler - es ist ein Betrugs-FEATURE, auf dem die millionenfache EA 189 Dieselmotorstrategie des VW Konzerns fußt.

Ich lese aktuell noch in dem ausgezeichneten Buch von Jack Ewing und er hat kürzlich ein schönes Interview geführt, das man sich hier anhören kann. Beides - Buch und Podcast - sind sehr zu empfehlen. Mir ist klar, dass VW besonders in Deutschland viele Freunde und Fans hat - Käfer, Audi 80 GTE und der elterliche Werkstatt-Passat ziehen sich auch bei mir anekdotenreich durch die jugendlichen Verkehrseskapaden - sowas verbindet.

Und man kann verstehen, dass große Teile der Öffentlichkeit und auch VW die lästige Dieselthematik gerne hinter sich lassen möchten, aber die Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden: Gerechtigkeits-Schwergewichte wie Michael Hausfeld nehmen gerade erst Anlauf. Und auch wenn die Vorstände alle lässig abwinken: der Konzern ist noch lange nicht über’n Berg.

Dieselgate | Akustikfunktion | Winterkorn | Yogeshwar | Softwareupdate |


Freitag, 15. September 2017

Ehemaliger deutscher Dieselstolz entwickelt sich zur internationalen Peinlichkeit.

Jack Ewing´s ausführlicher Artikel in der New York Times über die Verflechtungen von Politik und Autoindustrie in Deutschland:

Sometimes it is hard to tell where the German government ends and the auto industry begins. (..)

For decades, the German government has been a crucial ally for carmakers, operating as a de facto lobbyist for the industry.

Und dabei selber für die Dieselprobleme gesorgt, die uns jetzt belasten:

Germany has taxed diesel fuel at a lower rate than gasoline since the 1980s, originally to make truck transport, which is predominantly diesel, less expensive. The goal, according to a 2011 study by Transport and Environment, an advocacy group in Brussels, was to lower costs to help German manufacturers compete internationally.

Alles hat nur auf CO2 geguckt und die NOX Werte lange ignoriert. Und die Regierung hat sich mit breiter Brust verteidigend vor die Autoindustrie gestellt, um die Einführung von strengeren Grenzwerten zu verhindern: in Deutschland, in Europa, sogar in Amerika.

Das ist erfrischend und erschreckend zugleich, die Zusammenhänge so klar und detailliert in einer nicht-deutschen Zeitung erklärt zu bekommen.

Dieselgate | NYTimes | JackEwing | Politik |


Donnerstag, 07. September 2017

Dr. Wack Chemie mit 20.000€ auf der Spendenliste der AfD.

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass mir eine Spenderfirma der AfD für 2015 bekannt vorkommt. Bis ich bei Abgeordnetenwatch in der übersichtlichen Liste der 7 Großspender (= Spenden über 10.000€) die Firma Dr. Wack Chemie mit einem Beitrag von 20.000€ gesehen habe.

Ich habe die Firma dann mal angeschrieben und der Marketingleiter - Receb Dursun - rief mich an und meinte, das sei eine einmalige Aktion gewesen und weil die AfD ihre wirtschaftspolitische Ausrichtung geändert habe, sei man nicht mehr dort engagiert. Außerdem würde man an seiner Person (also Receb Dursun) deutlich sehen, dass man ein diverses Unternehmen sei und Inklusion in der Firma einen hohen Stellenwert habe.

Ich finde es schade. Die Produkte sind top und ich benutze sie schon solange ich Motorrad fahre. Diese Schramme ist allerdings jetzt im Lack.

WackChem | Politik | Parteispenden |


Dienstag, 05. September 2017

Mein Aufruf zur Wahl - und zum Nachdenken.

In 3 Wochen sind ja Wahlen und alle reden uns ein wir hätten eine Wahl - die Wahl als Zenit der Demokratie.

Was aber, wenn das alles nur Fassade ist? Gerade jetzt gibt es wieder viel zu lesen, zu sehen, zu hören. Dabei fällt auf, dass die wirklichen Probleme unter den Teppich gekehrt werden und im Vergleich dazu werden aber Banalitäten zur nationalen Debatte aufgebläht: nach wie vor sitzt die NSA schnorchelnd an unseren wichtigen Datenverkehrsknoten, die Bildung für die heranwachsende Generation ist im Sinkflug, an jeder Ecke kollabiert vernachlässigte Infrastruktur - während die Industrie die gewählte Regierung am Nasenring durch die Manege zieht.

Das kann doch jeder mit eigenen Augen sehen, wieso wird das nicht prinzipiell in Frage gestellt? Haben wir alle schon kapituliert? Trägt die tägliche Gehirnwäsche durch das Fernsehen endlich Früchte?

Und wenn das so ist: wer zieht im Hintergrund die Fäden und worauf soll das hinauslaufen?

Während mir diese Fragen durch den Kopf spuken, fällt mir dieser Text in die Hände, der zum Nachdenken anregt:

Endziel ist die Schaffung eines globalen Feudalsystems – Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, finanzielle Privilegien einer mächtigen Minderheit, Absicherung der Beute durch einen autoritären Überwachungsstaat.

Politik | Gesellschaft | nachgedacht | Rubikon |


Donnerstag, 10. August 2017

Ist Euch das auch schon aufgefallen, die Sprache im Dieselgate-Skandal ist voller Verniedlichungen - von Schummelsoftware, überhöhten Werten, getäuschten Diesel-Fahrern und Nachjustierungen ist die Rede. Selbst der Justizminister kommt über ein Tricksereien nicht hinaus - so sehr wird die Autoindustrie in Watte gepackt.

Diese einseitige Protektion wird die Bevölkerung weiter spalten und ökologisch eingestellte Menschen werden noch weniger Verständnis für Motorsport aufbringen.

Die Gesellschaftsfähigkeit des Sports, die sich in etwa in der Nach-Schumi-Ära eingestellt hat und die es vielen Industriellen ermöglicht hat, ohne Pseudonym transparent ihre Leidenschaft zur Schau zu stellen, ist aktuell wieder gefährdet.


Mittwoch, 09. August 2017

Die Grenzen zwischen Staat und VW sind fließend.

Die KBA vorher-nachher Analysesoftware war inklusive Notebook von VW ausgeliehen und damals, als Dieselgate aufkam, hat Ministerpräsident Stephan Weil seine Regierungserklärung vorher mit VW abgestimmt.

Ganz normale Vorgänge zwischen Abteilungen.


Dienstag, 01. August 2017

Jakob Augstein: Autoindustrie trägt Züge der organisierten Kriminalität.

Kann man nicht ganz von der Hand weisen:

Die deutsche Autoindustrie kann machen, was sie will. Es ist wie bei den Banken: Ist man erst mal “too big to fail”, dann sind die Gesetze egal, und die Politik hat ganz viel Verständnis - sogar die Grünen.

Er zitiert die Definition von organisierter Kriminalität, die sich so auch in der Wikipedia findet:

Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,
b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder
c) unter Einflussnahme auf Politik, Massenmedien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.

Bis auf den Punkt b) mit der Gewalt scheint sich das leider zu bestätigen:

Danach wären also große Teile der deutschen Autoindustrie der organisierten Kriminalität zuzurechnen. “Planmäßige Begehung von Straftaten” - was sonst waren die Abgasbetrügereien, also das Vortäuschen günstigerer Emissionswerte anhand einer extra entwickelten Lügensoftware? Und was sonst wären die Kartellabsprachen der fünf deutschen Autokonzerne, wenn sich die jüngsten Berichte des SPIEGEL bewahrheiten?

Dieselgate | Augstein | Spiegel | Kriminalität |


Montag, 10. Juli 2017

14 Monate Gefängnis für Ingolf Deubel ´sicher´?

Im Fall Deubel hat der BGH zwar den Prozess insgesamt an das LG Koblenz zurückgeschickt, nicht aber den Teil mit der Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss. Und die ist 14 Monate Gefängnis wert, die mindestens übrig bleiben sollten.

Das Ganze soll aber noch Monate dauern, bevor es weitergeht.

Deubel | Ringprozess |


Donnerstag, 15. Juni 2017

Kurt Beck hat es mal wieder in die Zeitungen geschafft.

Auf welt.de:

Das einstimmige Ergebnis auf dem Parteitag war echt.

Ja, sooo echt in etwa.

Ich notiere mir seit 25 Jahren jeden Tag auf einem Zettel die Headlines und Kernaussagen der Zeitungen. Und diese Zettel zeigen eindeutig die mediale Anti-Schulz-Tendenz.

Da ist sie ja wieder die Schuld der anderen!

Das mit den Zetteln kann ich mir gut vorstellen, wie er da in einem miefigen Büro ganz wichtig in einem Stapel Zeitungen sitzt und Überschriften abmalt.

KurtBeck |


Dienstag, 21. Februar 2017

Windkraftpark am Ring.

Rund um die Nordschleife könnten in der VG Adenau 30 Windkrafträder aufgestellt werden. Da haben wir noch nicht über die VG Kelberg gesprochen.

Sturm im Wald e.V. stemmt sich gegen diese überzogenen Pläne und versucht zu retten, was zu retten ist.

Was mir persönlich bei diesen Planungen immer fehlt, ist die geplante Stromgewinnung durch diese Anlagen. Und wie der Bürger, der ja die Nachteile in Kauf nehmen muss, davon profitiert. Wird der Strom für die Eifler dann billiger? Das wäre doch das mindeste. Oder kostenloses Tanken für Elektroautos. Warum werden nicht mal solche Vorschläge gemacht? Als Kompromiss? Statt immer nur bräsig durchzuboxen.

Wie vergleicht sich z.B. so ein Eifel Windpark gegenüber einem in der Nordsee? Oder einem Solarkraftwerk? Von der Effizienz und der Ausbeute her.

Und wenn die Annahmen für die Kraftwerke falsch waren, werden sie dann wieder abgebaut?

Und was mir auch noch keiner erklären konnte: wenn dem Wind die Energie entzogen wird, hat das dann nicht auch Einflüsse? Zum Beispiel auf das Wetter? Oder ist das marginal?


Donnerstag, 12. Januar 2017

Der Umweltminister von NRW fährt Tesla.

Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein deutscher Minister ein amerikanisches Auto fährt.

Aber was soll Johannes Remmel auch sonst machen? In NRW oder in Deutschland gibt es keinen Hersteller mit ähnlichem Produkt.

Sowas macht dann natürlich auch international Schlagzeilen.


Sonntag, 02. Oktober 2016

Ein Grund, warum die SPD in RLP so ein leichtes Spiel hat, ist dass die Opposition andauernd über ihre eigenen Füße fällt:

Die CDU in Rheinland-Pfalz hat möglicherweise unzulässige Spenden in Höhe von mehreren zehntausend Euro erhalten. Die Partei soll das Geld über eine Anwaltskanzlei von dritter Seite erhalten haben. Berichten zufolge soll das Geld vom ehemaligen Geheimagenten Werner Mauss stammen.

Der Wikipedia-Eintrag von Werner Mauss ist filmreif und am Montag begann in Bochum sein Prozess wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 15 (!) Mio. €.

Ich glaube es ist schwer eine schillerndere Person zu finden, von der man Parteispenden annehmen könnte. Egal ob legal oder illegal: an dieser Geschichte wird Malu Dreyer noch lange Freude haben.


Donnerstag, 15. September 2016

Beruhigungspillen fürs Volk mal wieder vom Nürburgring.

Alles in Ordnung, gehen sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen.

Im Übrigen gehe es dem Nürburgring laut Markfort gut und es würden erstmals schwarze Zahlen geschrieben.

Kein Wunder, wenn die Baukosten alle zu Lasten des Steuerzahlers gehen. Mit wieviel Prozent Verzinsung geht denn die Kaufsumme in die schwarze Zahlen Berechnung ein?

Der Ring stehe auf gesunden Beinen und da sei es auch für die Region wichtig, dass Ruhe eingekehrt sei, so Markfort.

Erinnert mich an das hier.

Zum 90. Geburtstag des Nürburgrings soll es auf Nachfrage von Bürgermeister Nisius im Jubiläumsjahr 2017 kein großes Festprogramm geben (..)

Warum auch, Tradition und Historie werden sowieso völlig überbewertet.

Markfort | Nisius |


In der Politik ist doch noch nicht alles verloren, Martin Sonneborn zur Lage der Nation.


Dienstag, 23. August 2016

Ringprozess auf einmal wieder Thema in der FAZ.

Aber der Artikel hat mich stutzig gemacht:

Anfang 2015 begann in Mainz der Prozess gegen einen Schweizer Finanzvermittler, der einst versprochen hatte, den Nürburgring mit einem ominösen Geldgeber zu retten. Doch das Verfahren stockt von Anfang an.

Aus heiterem Himmel ein Artikel über den Ringprozess in der FAZ? Hört sich erstmal ganz gut an, aber dann wird es dubios. Denn der Autor geht weniger auf Ingolf Deubel oder Walter Kafitz ein, sondern arbeitet sich an Urs Barandun ab.

Was ist eigentlich aus dem Nürburgring-Prozess gegen den Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun geworden? Man weiß: Der Prozess wurde im Februar 2015 unterbrochen und ist seither nicht wiederaufgenommen worden.

Das Thema Deubel wird nur im Vorbeigehen gestreift:

Ein anderer möglicher Grund für die Verzögerung könnte in der Justiz selbst liegen. Dass der Vorsitzende Richter im Frühjahr 2016 in Pension ging, dürfte das Verfahren zumindest nicht beschleunigt haben, jedoch, so hebt das Landgericht hervor, sei dadurch auch keine Verzögerung entstanden. Nicht völlig lebensfremd dürfte außerdem sein, dass das Landgericht womöglich abwarten wollte, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall des früheren rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) entscheidet.

Soll die Bevölkerung schonmal langsam darauf vorbereitet werden, dass das Ganze wegen Personalmangel im Sande verläuft?

Ende 2015 wurde in der rheinland-pfälzischen Landespolitik heftig über Personalmangel in der Justiz debattiert. Anlass war, dass ein mutmaßlicher Rauschgifthändler aus der Untersuchungshaft freigelassen werden musste, weil ein Prozess nicht fristgerecht angesetzt werden konnte. Der Grund sei Personalmangel gewesen, sagte die CDU-Opposition.

Ringprozess | Deubel | Barandun |


Donnerstag, 30. Juni 2016

Die alte-neue RLP Regierung macht genau da weiter, wo sie aufgehört hat.

Denn der Flughafen Hahn entwickelt sich zur nächsten Blamage. Was ja keine Überraschung ist, denn die Rheinland-Pfälzer waren so [ ] naiv, [ ] bescheuert, [ ] kurzsichtig, [ ] den Knall nicht hörend (zuzutreffendes ankreuzen), daß sie Malu Dreyer und Ganoven im Amt bestätigt haben.

Der SWR hatte zuvor Zweifel an der Seriosität des Käufers genährt. Ein Korrespondent des Senders fand an der Adresse einer "Guo Qing Investment Company" einen Reifenhandel und eine leerstehende Büroetage, aber nicht das von der Landesregierung genannte führende Bauunternehmen.

Da kann jetzt aber keiner ernsthaft Mitleid erwarten, oder? Immerhin, der Unterhaltungswert stimmt - wenn es sich nicht um unser aller Steuergeld handeln würde.

Apropos: wieso läuft eigentlich Ingolf Deubel noch frei herum?

Dreyer | Lewentz | Hahn |


Dienstag, 26. April 2016

Deubel´s Vorgänger Thilo Sarrazin verarbeitet das Nürburgring-Thema.

Wusstet Ihr, dass Thilo Sarrazin der Vorgänger von Ingolf Deubel im Nürburgring-Aufsichtsrat war? Ist mir neu. Jedenfalls redet der selbsternannte Rächer der Enterbten dem Volk wieder mal nach dem Maul und erobert - Überraschung - die Charts. Immerhin bekommt Deubel sein Fett weg.

Wieso läuft der feine Herr Professor Deubel eigentlich noch frei herum? Ob die meinen das fällt nicht auf?

Sarrazin | Deubel | Aufsichtsrat |


Sonntag, 28. Februar 2016

Die Politik täuscht - tarnt - trickst weiter mit allen Mitteln.

Die SPD macht ein Riesenfass auf, dass sie so transparent seien und die Bürger einbinden. Das unwürdige Schauspiel geht sogar so weit, dass einen #FragMalu Hashtag verwenden und die ZEIT das sogar noch unterstützt.

Dabei liegen die Fragen auf der Hand und werden von den Verantwortlichen wegignoriert. Was denen nicht einfach fällt, die müssen sich mächtig anstrengen.

Wie zum Beispiel hier - auch wieder Wilhelm Hahne - der die kürzlich vorgestellte 2014er Bilanz des Lindner Hotels zum Anlass nimmt noch einmal gezielt nachzufragen.

Fast 30 Mio. nicht gedeckter Fehlbetrag - wie erklärt sich das? Warum gab es nie einen Sanierungsplan für die Nürburgring GmbH Insolvenz? Wieso tut die Regierung immer so, als hätte sie keinen Einfluss auf die Abläufe, dabei handelt es sich doch um eine Insolvenz in Eigenverwaltung?

Und ganz generell könnte man auch einfach die Frage stellen, wieso Politiker einfach nie Verantwortung übernehmen, wenn sie den Karren übelst in den Dreck gesetzt haben. Also außer zu sagen: tut mir leid?

Dreyer | Beck | Ringverkauf | Insolvenz | Erlebnisgrab |


Mittwoch, 20. Januar 2016

ML Dreyer im Postillon.

Na das ging ja schnell!

SPD und Grüne halten sich so lange die Augen zu, bis AfD verschwunden ist.

Ist die AfD bald Geschichte? Mit einer neuartigen Taktik wollen die Regierungsparteien Grüne und SPD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dafür sorgen, dass die “Alternative für Deutschland” beim Wähler keine Chance hat: Sie halten sich ganz einfach so lange die Augen zu, bis die AfD von alleine verschwunden ist. “Sind sie schon weg? Kann ich wieder gucken?”, fragt Winfried Kretschmann (Grüne) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), und linst vorsichtig zwischen zwei Fingern durch.

Auch ansonsten kein Medium, das sich in Deutschland nicht mit dem Thema beschäftigt hätte. Und die SPD natürlich hoffnungslos überfordert, weil sie es mit einem Mal nicht mit hörigen RLP Quellen zu tun hat.

Aber genießen wir erstmal den heutigen Tag, Dreyer´s Postillon Auftritt war wirklich überfällig.

Dreyer | Postillon |


Dienstag, 19. Januar 2016

SWR bestätigt offen seine Rolle als Regierungssender.

Das passt natürlich gut in die jetzige Debatte, dass der SWR auf Druck der Regierung konkurierende Parteien nicht zu TV Terminen einlädt.

Für unsereins, die wir den unterwürfigen SWR schon länger kennen, ist die Überraschung eher, dass jetzt irgend jemand überrascht ist.

Boudgoust, Boudgoust - da war doch was?

SWR und Regierung sitzen eng an eng zusammen in Mainz - da verschwimmen schonmal die Grenzen.

Die SPD ist seit 1991 ununterbrochen (mit)regierende Partei - die Netzwerke sind inzwischen undurchdringlich. Dass Kurt Beck immer noch beim ZDF - in Mainz! - in führender Position agiert, spricht Bände.

Trotz allem erlebt das unwürdige Schauspiel heute seinen Höhepunkt, denn so klar wurden die Abhängigkeiten bisher nicht nach außen gespült.

Peter Boudgoust windet sich jetzt, dass ihm keine Wahl geblieben sei - alternativlos!

Überlegen wir mal: wie würde ein wirklich unabhängiger Sender vorgehen? Man lädt Politker zu einer Talkrunde ein - wer kommt kommt, wer nicht kommt hat Pech gehabt.

Soweit die normale Logik.

In der rheinland-pfälzischen Parallelwelt ist das Rational leicht verschoben: die Regierung sagt, wenn XY auch eingeladen ist, dann komme ich nicht.

Dass die Regierung nicht kommt, ist für den SWR keine Option. Die Regierung ist gesetzt, egal was passiert. Zu sehr manifestiert sind die Abhängigkeiten, zu offensichtlich das Gefälle von Chef (= Regierung) zu Befehlsempfänger (=SWR). Umso entlarvender die Argumentation von Boudgoust, der im Eifer des Gefechts das Offensichtliche bestätigt.

Wäre die Stimmung in Deutschland gerade nicht so angeheizt, dann würde sich niemand dafür interessieren. Wir - die Leidgeplagten des Nürburgring Disasters - könnten einige Beispiele aufzeigen, die nach ähnlichem Muster abgelaufen sind. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Der vorauseilende Gehorsam spielt eine große Rolle, denn nach so vielen Jahren Anpassungsarbeit sind konkrete Handlungsanweisungen kaum noch notwendig. Vordergründig versucht der SWR die Mär der Unabhängigkeit zu wahren, aber hinter den Kulissen werden kräftig die Strippen gezogen.

Die Rheinland-Pfälzer lassen das alles ehrfürchtig über sich ergehen: was im Fernsehen kommt muss ja stimmen. Und die Regierung nutzt das willenlose Verhalten der abgestumpften Bevölkerung nach allen Regeln der Kunst aus. Wir haben es die letzten Jahre erlebt und konnten nicht fassen, dass das in unserer heutigen - angeblich aufgeklärten Welt - in diesem Umfang möglich ist.

Allerdings kommt jetzt ein interessanter Aspekt dazu, mit dem man in Mainz keine Erfahrung hat und den wir Nürburgring-Kämpfer vergeblich versucht haben zu erreichen: dass die Grenzen von Rheinland-Pfalz überschritten werden und eine zahlenmäßig größere - und hoffentlich kritischere! - Bevölkerung erreicht werden kann.

Das wird noch interessant 2 Monate vor der Landtagswahl, denn mit ihren erprobten Strategien - aussitzen und zeitgleich die Marionetten in günstige Positionen bringen - werden die Mainzer Schauspieler diesmal nicht weit kommen. Und etwas anderes haben sie noch nie probiert.

Der angerichtete Schaden ist übrigens enorm, denn der einzige Profiteur des Skandals ist die AfD, die ohne einen Finger krumm zu machen jede Menge Neu-Sympathisanten in ihre klebrigen Demagogenfinger getrieben bekommt. Man kann es den Leuten nicht mal verdenken, denn sie werden vom Establishment weggetrieben - irgendwo müssen sie ja wieder an Land gehen.

Bei der Gelegenheit sage ich auch schonmal voraus, dass weder Die Grünen noch die SPD ihren Koalitionspartner in Schutz nehmen werden. Weil man sich jeweils die Chancen für eine Regierungsbildung mit der CDU offenhalten möchte. Macht korrumpiert: der eine hält die Hand auf - der andere wirft den Charakter über Bord.

SWRRLP | SPDRLP | Boudgoust | Kuschelkurs |


Montag, 18. Januar 2016

Nürburgring - damit auch die Nordschleife - jetzt komplett unter russischer Kontrolle.

Bisher musste Getspeed mit dem 2. Nürburgring Geschäftsführer Adam Osieka alle Entscheidungen am Nürburgring mittragen. Das ist jetzt Geschichte, weil sich die russische Holding freigekauft hat und jetzt niemanden mehr um Erlaubnis fragen muss.

Zwischen den beiden Geschäftsführern bzw. Beteiligungen haben sich einige Gerichtsprozesse aufgetürmt - nicht gerade üblich, wenn es doch beiden um den gemeinsamen Geschäftserfolg gehen sollte.

nuerburgring.de:

Die beiden Gesellschafter der capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH (cNBG), GetSpeed GmbH & Co. KG und NR Holding AG, haben ihre Differenzen und rechtlichen Auseinandersetzungen einvernehmlich beigelegt. GetSpeed GmbH & Co. KG hat seinen Geschäftsanteil an der capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft mbH deutlich reduziert. Damit gibt GetSpeed GmbH & Co. KG auch ihre Rolle in der Geschäftsführung der Nürburgring-Gesellschaften auf. Eine entsprechende Vereinbarung haben die beiden Gesellschafter am Freitag, 15. Januar 2016, unterzeichnet.

Wieviel das die Russen gekostet hat weiss man nicht. Axel Heinemann dürfte froh sein, wenn er mit einem blauen Auge davongekommen ist - man konnte lesen, dass er seine Beteiligung durch einen Bankkredit erst möglich gemacht hat.

In den Sternen steht auch wie es mit Getspeed weitergeht, die kurze Meldung der CNG lässt vermuten, dass die Beteiligung nicht kompett aufgelöst wurde. Florian Zerfaß meint in der WiWo sie sei auf unter 5% gesunken.

Ist Euch mal aufgefallen, dass bei vornehmlich gut klingenden Nachrichten seitenweise aufgebauscht wird - am besten noch mit tollen Handschlagsfotos begleitet. Hier zum Beispiel. Aber wenn es beendet wird, dann eher heimlich - da müssen wir schon froh sein, dass sie überhaupt was schreiben.

Und was bedeutet das Ganze jetzt für den Ring? Noch bevor es zur Landtagswahl im März geht ist Maria Luise Dreyer’s Versprechen (kein Oligarch!) hinfällig. Falls die EU Klagen erfolglos bleiben, geht der Ring in russische Hand über. Bis dahin gehört er - ja wem gehört er denn? - und wird von den Russen gepachtet.

Wer diese Russen sind? Streng geheim, sogar der Vorzeigefrontmann und Fast-Milliardär Viktor Charitonin hat es nicht für nötig gehalten, sich auch nur einmal der Öffentlichkeit vorzustellen.

Übrigens, wenn man heute nach Russland googelt, landet man erstmal auf diesem Artikel: Ohne Schmiergeld geht gar nichts.

Ok, den Gag mit der Schmierstoffindustrie spar ich mir jetzt.

UPDATE:

Dieter fasst die Situation einmal zusammen:

Ein Armutszeugnis für Landesregierung, die in beispielloser Unfähigkeit den Nürburgring aus recht stabiler Lage erst in die Insolvenz getrieben hat, wie auch für die Insolvenzverwalter, die den Ring dann an einen Käufer ohne die nötigen Mittel verschleuderten, um ihn dann in einem fragwürdigen Zweitverkauf in die Hände russischer Investoren zu spielen.

Charitonin | Getspeed | Osieka | Heinemann |


Samstag, 09. Januar 2016

Für Georg Link (SWR) ist das Nürburgring Disaster die größte RLP Pleite.

Der Landeskorrespondent meint rückblickend (!) zu dem Nürburgring Disaster, dass es von den Dimensionen her das Größte in der rheinland-pfälzischen Politik der letzten Jahrzehnte ist.

Zum einen finde ich das rückblickend unangebracht, denn das Disaster ist noch lange nicht ausgestanden. Fragt mal jemanden, ob er weiss, wem der Nürburgring aktuell gehört. So verworren ist die Informationslage. Oder wer weiss schon, wie die Klage in Brüssel ausgeht? Sowieso darf eine Nordschleife in Privatbesitz nicht das erstrebenswerte Ziel sein.

Zum anderen versucht er etwas verworren Kurt Beck in Schutz zu nehmen. Weil der ja immerhin seit 20 Jahren starke Mehrheiten erreicht habe und ihm jetzt das Ring°Grab an den Fersen hafte. Dabei ist es doch ganz einfach: gerade WEIL er so lange an der Macht war und dank feinmaschiger Netzwerke nichts dem Zufall überlassen hat, IST er der Hauptschuldige in der Ring-Katastrophe. Ob leichtgläubig oder nicht: er hat die ihm übertragene Verantwortung maßlos mißbraucht und sowohl den öffentlichen Kassen großen Schaden zugefügt als auch den Nürburgring Bewahrern unerträgliche Qualen beschert.

Immerhin bestätigt mich dieses Interview in meiner Ansicht, dass der SWR - bzw. die gesamte rheinland-pfälzische Presselandschaft inklusive Rhein-Zeitung usw. - mit den Dimensionen dieses mutmaßlichen Verbrechens weit überfordert war. Und immer noch sind. Weinfeste - ok, ein paar Skandälchen auch - aber ein waschechter Politkrimi? Das ist dann doch ein paar Nummern zu groß. Das wussten die Akteure auch und haben entsprechend selbstbewusst und kriminell gehandelt. Dass ein paar davon - vielleicht - verurteilt werden, ist nur ein kleiner Kollateralschaden.

GeorgLink | KurtBeck |


Donnerstag, 19. November 2015

Übrig Ns vom Donnerstag.

Was ist besser als eine 500er Vierzylinder 2Takt GP Maschine? Eine 576er Zweitakt! Oder besser gesagt: 99 Stück davon, die man einfach so kaufen kann. Dieses verrückte Projekt hat Eskil Suter auf die Räder gestellt: suter500.com. 195 Zweitakt-PS, 127kg. Shut up and take my money! Oooh, 120.000 Schweizer Franken. Möchte jemand Sponsorfläche kaufen? Ich verspreche auch eine schöne Flugkurve.

Die MotoGP ist in den Kurven schon so schnell geworden, dass bei Abflügen die Fahrer bzw. Mopeds in die Begrenzung knallen können. Deswegen will die Dorna jetzt was unternehmen, um die Kurvengeschwindigkeiten zu senken. Ist meines Wissens das erste Mal, das der Kurvenspeed z.B. durch maximale Reifendimension reduziert werden soll. Bisher war das rein durch den Performancegedanken optimiert worden. Schade eigentlich, dass es am Limit angelangt ist.

Citroen kehrt der WTCC den Rücken und setzt WRC 2016 auch aus. Dabei ist Citroen eine Firma, die keinen Abgasskandal an der Backe hat. Grund ist, um sich auf die WRC in 2017 zu konzentrieren - da gibt es neue, freiere Regeln. Damit bleiben als Teilnehmer der “Tourenwagen Weltmeisterschaft”: Volvo, Lada und Honda. Und wahrscheinlich private Citroens und Chevrolets. Uups.

Der Cayman GT4 Clubsport ist da, wurde gestern auf der LA Autoshow vorgestellt: rennfertige 1.300kg mit 385PS für 165.000 Dollar. In der VLN soll der kleine Feger in einer eigenen Klasse fahren - nach einem Upgrade Kit von Manthey / Raeder. Kann man sich auf der kommenden Essen Motorshow angucken (ab 27.11.).

Wenn Ihr mal einen Ausblick auf die Motorradmodelle des nächsten Jahres werfen wollt.

Romain Dumas sorgt immer wieder für schöne motorsportliche Überraschungen: hat dem Peugeot Werk einen 2008 DKR15+ abgekauft, um damit die Dakar Rallye zu fahren. Ist sein 2. Einsatz bei der Dakar - diesmal geht es durch Bolivien und Argentinien. Beruf: Rennfahrer, Hobby: auch Rennfahrer!

Läuft zwischen IDM und DMSB. Nicht.

Wer erinnert sich noch an die A1 Lückenschluss Planungen? Komisch, bei den Windrädern sind die Politikern mit viel mehr Einsatz bei der Sache, kaum ein Eifelhügel, der noch nicht zugespargelt ist. Liegt es an den Verdienstmöglichkeiten?

Ach der Herr Lewentz. Hat uns schon als Nürburgringminister von seinen Unfähigkeiten überzeugen können und jetzt als Innen- bzw. Terrorminister versucht er es wieder. Und zieht ausgerechnet die Sauerland Gruppe als Erfolgsmodell an.

Aus der Abteilung Dicke Männer im Anzug: Kurt Beck besitzt die Frechheit dem olympischen Komittee vorzuwerfen, es würde den Sport dem Kommerz unterordnen. Wer hat nochmal den Nürburgring geopfert, um sich ein persönliches denk°mal zu bauen? Und wieso sitzt der schwerkranke Mann eigentlich noch an oberster Stelle des öffentlich-rechtlichen Propagandaapparates? Warum kann der nicht einfach in’s Pflegeheim gehen, sich Essen bringen und uns in Ruhe lassen.

Suter | MotoGP | WTCC | Cayman | Dumas | Dakar | Lückenschluss | Lewentz | Beck |


Mittwoch, 18. November 2015

Übrig Ns vom Mittwoch.

Marcel Fässler und Mike Rockenfeller fahren für GM Corvette die Langstreckenrennen in Daytona (24h) und Sebring (12h). Allerdings keine Info darüber, inwiefern - und ob überhaupt - ihr Engagement bei Audi betroffen ist.

Die VLN hat die 2016er Termine veröffentlicht und nennt sich in dem Zusammenhang immer noch Breitensportserie.

Unter anderem wird Dirk Müller als neuer Ford GT Fahrer gerüchtelt.

In Wales wird eine neue Rennstrecke inklusive Drumherum gebaut. Veranschlagte Kosten: 315 Millionen Pfund. Hoffentlich haben die ihre Hausaufgaben gemacht, denn das Projekt wird teilweise über die Regierung finanziert. Kommt uns doch bekannt vor. Ist das jetzt Legal State Aid im Vergleich zum Ring?

Die neuen Porsche Junioren stehen fest: Dennis Olsen, Mathieu Jaminet, Matteo Cairoli und Sven Müller. Sind sind 19 bis 23 Jahre jung - und man wird die Namen sicher noch öfter hören! Erstmal gehen sie im Carrera und Supercup an den Start.

Zeretzke, Zeretzke … da war doch was? Oder klingelt’s bei La Tene Capital? Als die Insolvenzverkäufer am Ring sich - mal wieder! - komplett lächerlich gemacht haben? In Bayern ist man nicht so dämlich wie am Ring, da ist der Hochstapler schnell aufgeflogen. Siehe auch hier.

Wige hat sich über Bande bei motorsport-total.com eingekauft.

Kennt Ihr noch Darda?!

Man verliert ja in letzter Zeit gerne mal den Glauben an die Jugend - aber dann kommen Meldungen wie diese hier und es wird einem klar: es gibt noch Hoffnung!

Der Lausitzring angelt sich für die nächsten 3 Jahre die Superbike WM.

Von manchen Formel 1 Schwachsinnsregeln erfährt man erst, wenn jemand bestraft wird.

Beim Eifel Rallye Festival nächstes Jahr versuchen die Organisatoren die Gruppe S antreten zu lassen. Das wäre ein Coup! Diese Autos haben quasi nie das Licht der Öffentlichkeit gesehen - nachdem der Vorgänger - die Gruppe B - verboten wurde.

Fässler | Rockenfeller | Corvette | FordGT | Wales | Zeretzke | Wige | Darda | Crossbahn | GruppeS |


Freitag, 13. November 2015

Museum Villa Trips verkauft - und damit gerettet.

Nein, nicht Kerpen oder der Rhein-Erft-Kreis haben sich zur Sicherung der Kultur eingesetzt, ein Privater musste es richten:

Die Ungewissheit hat nun ein Ende, denn der Horremer Unternehmer Alexander Nova hat die Villa Trips gekauft und versprochen das Museum weiter zu betreiben. Durch einen Mietvertrag kann der Fortbestand des Museum nun für weitere fünf Jahre garantiert werden.

Schön, dass es weitergeht. Schade, dass die Politik ihrer Verantwortung - wieder einmal - nicht gerecht wird.

Trips | Kerpen | Nova |


Mittwoch, 14. Oktober 2015

Putin beim Sochi F1 GP - Wie weit darf sich der Sport von der Politik vereinnahmen lassen?

Joe Saward stellt zurecht die Frage, inwieweit sich der Sport von der Politik - bzw. den jeweils amtierenden Politikern - vereinnahmen lassen darf. Wir sind ja gewohnt, dass Politiker das Rampenlicht auf dem Podium suchen, aber Putin hat in Sochi noch einen draufgesetzt, als er nach dem Rennen die Sieger schon im Vorraum aufgelauert hat. Natürlich schön live drauf im Fernsehen.

Setting mighty precedents with mighty presidents is really not a very good idea… Before you know it, the FIA President will be demanding red carpets at airports, in exchange for the driver-hugging rights in Formula 1, because it is not defined in the commercial agreements who has the right to nominate the local dignitaries.

Wobei zweifelhaft ist, ob heutzutage Formel 1 überhaupt noch als Sport durchgehen kann. Oder einfach nur noch Geschäft ist.

Formel1 | Sochi | Putin |


Donnerstag, 24. September 2015

Frische Atombomben für Büchel - 30km von Nürburg entfernt.

Mit den Eifelern kann man es ja machen.

Büchel | Atombomben | Eifel |


Mittwoch, 09. September 2015

Übrig Ns vom Mittwoch.

ÜbrigNs


Dienstag, 09. Juni 2015

Die Nürburgring-Abwärtsspirale.

Sie haben kein Rezept, treten auf der Stelle und wärmen alte Zukunftsvisionen auf:

Allerdings möchte Schumacher das Geschäftsmodell „als Ganzes“ weiterentwickeln, heißt: „Nicht nur Rennveranstaltungen, sondern den Nürburgring als Event-Location etablieren.“

Stimmt. DAS hatten wir lange nicht mehr. Wie wär’s mit echten Kamelen?

Ringverkauf | Capricorn |


Dienstag, 02. Juni 2015

Sepp Blatter ist gerade zurückgetreten - wieso muss ich da an Mainz denken?

Das Fifa Management und seine Funktionäre haben sich für unantastbar gehalten und werden jetzt mit Schwung auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Nach außen immer schön den Deckmantel der Gediegenheit und diese staatsmännische Aura - im Inneren jedoch durchtrieben und korrupt bis in die Haarspitzen bzw. Glatzen.

Und wir kleinen Bürger stehen dem Handeln machtlos gegenüber - gelähmt von den Dimensionen an Geldern, die bewegt werden und dann spurlos verdunsten.

Unantastbar scheinen sich die Drahtzieher mühelos jeder Verantwortung entziehen zu können, getragen von der Politik und der Industrie dürfen sich die Heuchler als Ehrenmänner zelebrieren.

Kritiker des Systems werden diskreditiert, zur Schau gestellt und eingschüchtert - die Maskerade wird mit allen Mitteln und aller Macht beschützt - nichts und niemand darf die sorgfältig geschmierten Abläufe stören.

Wenn selbst das Handeln von Behörden und Justiz - bei der Fifa sogar ganzer Staaten - anrüchig und unecht wirkt, dann scheinen wir Bürger dem Treiben nur noch ohnmächtig ausgeliefert zu sein.

Habt Ihr die Parallelen erkannt?

Wenn man die Fifa hochgehen lassen kann, dann sollte das doch auch bei der rheinland-pfälzischen SPD mit ihren grünen Schoßhündchen möglich sein!

Jens Weinreich ist übrigens heute im Schweizer Fernsehen zu Gast - falls das jemand empfangen kann. In seinem Blog ringt er nach Worten. Er begleitet den Skandal schon seit einer Ewigkeit und wurde von den Fifa-hörigen Medien gerne ignoriert - ich hoffe das schlägt jetzt in’s Gegenteil um.

Fifa | Korruption | SPDRLP | Staatskanzlei | Beckwerk |


Samstag, 23. Mai 2015

Loveparade auf der Nordschleife?

Nicht ganz, aber man spekuliert über ein Elektrofestival am Ring.

Stellt sich raus Lieberberg hat einen 5-Jahresvertrag in Mendig abgeschlossen und Rock am Ring an sich steht am Ring nicht mehr zur Diskussion.

Jetzt kommt das Ring-Management auf einmal angekrochen und gibt sich kleinlaut, aber es ist zu spät.

RockAmRing | Mendig | Lieberberg | Elektrofestival |


Freitag, 24. April 2015

Bei welchem Thema kennt sich MP Dreyer so gut aus, dass sie ein Buch darüber schreiben könnte?

Probleme aussitzen? Katastrophen weglächeln? Kulturgüter an Russen verschachern? Kritische Facebook-Kommentare löschen? Kabinett auswechseln? Bei Kurt Beck in die Schule gehen? Warm lächeln, aber eiskalt lügen?

Alles falsch. Ich hoffe Ihr sitzt stabil: sie veröffentlicht ein Buch über ehrliche und transparente Politik.

Na klar! Bei dem Thema fällt einem doch als erstes die SPD RLP ein! Nicht.

Tags: Dreyer | SPDRLP | Buchvorstellung | Dreyerbuch |


Donnerstag, 09. April 2015

Warum die GT3 an allem schuld sind.

Ja ja, die bösen GT3! Natürlich sind nicht die GT3 schuld, das Problem ist viel komplexer. Da wir aktuell den Tiefpunkt der GT3 Problemtik erleben mit der Entscheidung ein Tempolimit auf einer Rennstrecke einzuführen, möchte ich mal etwas weiter ausholen.

Erstmal ein kleiner Rückblick: 2005 wurden die GT3 von Stéphane Ratel und der SRO in’s Leben gerufen als günstige Alternative zu GT1/GT2, die dem Werkssport vorbehalten bleiben sollten. Leistungs- und Preismäßig sollten sie sich in der Region vom Porsche Cup ansiedeln - was am Anfang auch so war. Inzwischen sind über 30 verschiedene Fahrzeuge homologiert.

Auf der Nordschleife wurden die Autos zum ersten Mal 2009 zugelassen, dafür wurde die SP9 erschaffen - eine 1:1 Übernahme der homologierten GT3 Klasse. Die Mintgen Viper war in 2009 das erste GT3 Auto auf der Strecke.

Und jetzt wird’s kompliziert - ich versuche das mal einzeln aufzubröseln.

Die Hersteller haben immer neidisch auf Porsche geschaut, die es tatsächlich fertig bringen mit dem Motorsport Geld zu verdienen. Auf der Suche nach einem Geschäftsmodell ist bei Audi die Idee geboren, basierend auf dem schon sportlichen R8 einen günstigen, aber trotzdem schnellen, Rennwagen zu erschaffen, der dann - und das ist der wichtige Teil - in großen Stückzahlen verkauft werden soll. Und bei einem Rennwagen reden wir schon von großen Stückzahlen bei 50 oder so. 50 mal 400.000 € Kaufpreis sind immerhin 20 Millionen Euro.

Gesagt - getan! Und weil bei der Langstrecke so viele potentielle Kunden unterwegs sind, sollte das auch der große Aufschlag vom R8 werden. Dazu musste man das neue Auto aber auch schmackhaft machen und das geht natürlich am besten, wenn man das 24h-Rennen gewinnt.

Audi war sich nichtmal zu schade Einfluss auf das Reglement zu nehmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Win on Sunday - sell on Monday - allerdings nicht auf die Serienfahrzeuge bezogen, sondern die Kunden sollten den Renn-R8 kaufen, mit dem das Werk so erfolgreich Motorsport betreibt.

Black Falcon hatte damals freudig auf den R8 gesetzt und nach den ersten Fahrten den Audi ganz schnell wieder entsorgt.

Es war wie verhext - 4 Anläufe brauchte Audi, um endlich den Gesamtsieg feiern zu können. Der Aufwand wurde in schwindelerregende Höhen getrieben - nichts dem Zufall überlassen.

Die anderen Hersteller - auch nicht blöd - haben gesehen, was Audi vorhat und haben ähnliche Programme in kleinerem Maßstab gestartet. Die GT3 Szene fing an sich auszubreiten, allerdings nicht aus sportlichen, sondern vielmehr aus geschäftlichen Gründen.

Und als die Hersteller einmal Blut geleckt hatten, wurden sie auch schnell die eigentlichen Kräfte hinter Reglement und Veranstalter.

Peter Geishecker reibt sich die Hände - auf einmal stehen die zahlungskräftigen Industriekunden bereit für VIP und LKW Flächen, Filmproduktionen und sonstige Leistungen, die von der Wige angeboten werden. Endlich! Auch haben die Hersteller ihre ausgefahrenen Kommunikationskanäle mit N24h Meldungen gefüttert - ein Traum für Wige/Geishecker, dem die Vermarktungsrechte für das Rennen zugesprochen wurden.

Die VLN war zur Tatenlosigkeit verurteilt und durfte die Bühne bereiten für die 24 Stunden. Hersteller und ADAC Nordrhein haben mit DMSB & Co leichtes Spiel, Audi wurde mit Spezialregeln wettbewerbsfähig gemacht. Auf einmal wurden Tankkannen und Boxenstopp Mindestzeiten zur Pflicht - ein eigener Technikausschuss durfte von Rennen zu Rennen neue Gesetze für einzelne Fahrzeuge erlassen.

Eine VLN BOP (Balance of Performance) wurde über die GT3 Homologations-BOP gestülpt. Witzigerweise betraf das hauptsächlich Porsche, deren Leistungs- und Verbrauchsvorteil einfach rausgekürzt wurde - als Stellschrauben gibt es Gewicht, Restriktor, Leistung, Tankinhalt (!) und Tankkannenrestriktor (!).

Mit sportlichem Wettbewerb hat das Ganze natürlich nichts mehr zu tun, mit Breitensport schonmal garnicht. Rennsieger werden von Norbert Kreyer am Mischpult zusammengemixt und im Hintergrund sorgt eine undurchschaubare Gemengelage von monetären Einzelinteressen zu einem Politikdickicht, das kaum zu durchschauen ist.

Wenn Ihr jetzt meint das seien weltfremde Verschwörungstheorien, dann habe ich hier einen praktikablen Sanity Check für Euch: die Entscheidungen von vorgestern - aber auch der vergangenen Monate und Jahre kamen vielen Leuten unlogisch und geradezu dumm vor. Als hätten die Entscheider keine Ahnung vom Motorsport. Wenn Ihr jetzt meine Erklärung als Antrieb für die Entscheidungen anzieht, dann sind sie auf einmal gar nicht mehr so dumm und unerklärlich. Reverse Engineering nennt man das.

Ab und zu führen einige Leute vertrauliche Gespräche mit mir, man ist sogar der Meinung, dass meine freche Schnauze wichtig ist als Gegengewicht zu den Bücklingen in der Motorsport Presselandschaft. Die habe ich dann auch genutzt, um meine Theorie auf Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Und sie hat immer gehalten.

Wir haben uns Schritt für Schritt vom Sport verabschiedet, Marketing und Unternehmensinteressen haben das Sagen. DMSB und ADAC Nordrhein haben es forciert, die VLN hat sich nicht gewehrt - und jetzt ist es zu spät.

Meiner Meinung waren die GT3 auf der Nordschleife ein Desaster waiting to happen. 20 Autos in irrer Geschwindigkeit, die um jeden technischen Vorteil untereinander beraubt wurden, jagen im Verkehr um die Strecke. Die Risiken, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen, werden automatisch größer und die hohe Dichte an Fahrzeugen fordert einen Unfall mit mehreren Beteiligten geradezu heraus. Meiner Meinung nach ist die fatale Nissan Katastrophe diesem viel wahrscheinlicheren Szenario einfach nur zuvorgekommen.

Die Langstrecke ist längst zum Spielball von Konzernen geworden und so passiert tatsächlich das Lächerlichste, was man sich auf einer - auf DER - Rennstrecke vorstellen kann: Tempolimit. Einzig und allein geschuldet den Geschäftsplänen von Unternehmen. Viele davon mit hohem Ansehen im Motorsport: BMW, Audi, Porsche, usw. Es muss weitergehen - der große Marketingaufschlag 24h-Rennen steht vor der Tür!

Wenn man dann noch weiß, das Hans-Joachim Stuck Repräsentant des VW Konzerns ist (Audi, Porsche, Bentley), dann schließt sich der Kreis.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: diese Unternehmen haben schon tatenlos mit angesehen wie der Nürburgring von Politik und Gier zerfressen wurde - jetzt sind sie sich nicht zu schade dem halbtoten Komapatienten noch ein Clownsgesicht zu malen - nur damit die Euro wie geplant in der Kasse klingeln.

Was ich davon halte? Es widert mich einfach nur noch an.

Save The Ring.

Tags: Tempolimit | DMSB | FIAGT3 |


Mittwoch, 08. April 2015

Es geht doch nichts über gesunde Selbstreflektion.

Jens Guth ist SPD Generalsekretär in Mainz:

“Guth verwahrte sich gegen Versuche, im Wahlkampf der Landesregierung aktuelle Missstände am Nürburgring anzulasten. Wenn der Landesregierung vorgeworfen würde, sie sei schuld an der Absage der Formel 1 am Ring und dem Abgang von „Rock am Ring“, dann sei das „lächerlich“, so Guth.”

Wenn es jemand gibt, der mal komplett völlig unschuldig ist an der Plünderung des Nürburgrings, dann ja wohl die Landesregierung.

Tags: Guth | Beckwerk | Insolvenz | Ringverkauf |


Freitag, 03. April 2015

Leseempfehlung: Wilhelm Hahne´s Wort zu Ostern.

Diesmal geht es über den runden Alibi-Tisch des DMSB …

“Man lässt einen „Runden Tisch“ entscheiden, was sich die Herren bei der Präsidiumssitzung des DMSB ausgedacht haben.”

… über den Niclas Kentenich Unfall …

“Motor-KRITIK findet es nicht gut, wenn sich bei einem Aufprall in die Leitplanken ein Stück dieser Sicherheitseinrichtung im Fahrzeug wieder findet.”

… den schon im Vorfeld ausgeguckten Bentley als 24h-Gewinner …

“Aus meiner Sicht wird alles getan, um einen solchen Erfolg darzustellen.”

… die Atmosphäre bei den Leuten rund um den Ring …

“Die erlebte Stimmung war immer depressiv, die Situation des Rings wurde – unter diesen Bedingungen – als aussichtslos empfunden.”

… die aktuelle Schachmattsituation der Gesellschafterstruktur und den sich anbahnenden Gerichtsprozessen mit dem Fazit:

“Im Moment – um es ganz volkstümlich zu formulieren – wird die gute alte Nordschleife „an die Wand gefahren“. (..)”

“Steht nun der Nürburgring, die Nordschleife vor dem Exidus? - Ja! - Wenn man jetzt nicht in Mainz – und das möglichst umgehend – eine Kursänderung vornimmt. Man sollte nicht jede Verantwortung, für das was aktuell geschieht, weit von sich weisen. Man sollte sich der Aufgabe stellen, sie annehmen. - Mainz hat schließlich den Nürburgring nicht nur in eine Insolvenz geritten, sondern auch gegen EU-Gesetze verstoßen. - Die Politik ist hier zum Täter geworden. - Und flüchtig!”

Ein attraktiver Lösungsansatz darf nicht fehlen, man wird doch noch träumen dürfen!

“Eine Stiftung, die zu je einem Drittel von der Landesregierung, dem ADAC und der deutschen Automobilindustrie (VDA) ins Leben gerufen wird.”

“Aber so positiv kann man wirklich nur kurz vor Ostern denken. Dieses Fest erinnert uns an das Wunder, bei dem jemand den Tod besiegte.”

Amen.

Tags: WilhelmHahne | MotorKritik | Ostern | Karfreitag |


Dienstag, 31. März 2015

Maria Luise Dreyer lässt sich ihre Nürburgring Erfolgsstory nicht kaputtreden.

“Der Region geht es wirtschaftlich gut, und am Nürburgring finden viele Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel die deutsche Tourenwagenmeisterschaft oder der Truck-Grand-Prix. Außerdem haben wir das Nürburgring-Schutzgesetz verabschiedet, damit auch weiterhin die öffentliche Nutzung des Rings sichergestellt wird.”

Sehr Ihr? Alles dufte!

Hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter!

Tags: Dreyer |


Montag, 26. Januar 2015

Was haben Wilhelm Hahne und Robertino Wild gemeinsam?

Eine Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Koblenz. Das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Eventuell noch, dass beide keinen Doktortitel haben - aber das sieht der Herr (Doktor?) Wild mal so - mal so.

Es gab letzte Woche jede Menge Hausdurchsuchungen, WiWo / Florian Zerfaß informieren - mal wieder - umfassenst!

Wild hatte Haus und Hof verpfändet, um den Fuß in die Tür zu bekommen und Malu Dreyer hatte ihn seinerzeit ja schon auf dem Sockel durch die Eifel getragen.

Die 2.Kaufrate für den Nürburgring konnte er aber schon nicht mehr beibringen - da war die Luft raus. Schwer nachzuvollziehen, wie jemand dann trotzdem als der große Zampano durch die Gegend stolzieren kann - aber genau das hat er gemacht.

Auf einer Fandiskussion - das kommt immer gut, wenn man die Öffentlichkeit gewinnen will - meinte er am 13.9.2014:

“Wenn wir scheitern, dürfen Sie mich teeren und federn und aus dem Dorf jagen.”

Und wie er gescheitert ist: Totalschaden.

Ich weiss nicht, was das für Bildchen waren, die der Sachwalter Lieser als Sicherheit akzeptiert hat. Es heisst immer nur “private Kunstsammlung”. Hört sich doch toll an. Vielleicht ist es nur eine selbstgemalte Doktorurkunde - wer weiss das schon.

Das Problem ist jedenfalls, da hatte schon jemand die Hand drauf. Und Kreditbetrug ist kein Kavaliersdelikt - also ist die Staatsanwaltschaft Monate später (!) ausgerückt. Und hat großflächig Büros gefilzt.

Da schließt sich dann der Kreis zu Wilhelm Hahne. Den wollten sie damals, als Deubel und Beck noch das herrschaftliche Zepter geschwungen haben, ruhigstellen. Na der Schuß ist aber mächtig nach hinten losgegangen.

Ich war noch nie bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz, aber ich stelle mir das so vor, dass die da ein eigenes Nürburgring-Resort haben. Den Flur lang und hinten gleich hinter “Rauschgift” links. Leider ist die Abteilung chronisch unterbesetzt, sodass die Abläufe nur nacheinander abgearbeitet werden können. Gleichzeitig wäre der richtige Weg. Mir fallen auf Anhieb 3 Bälle ein, die sie aktuell in der Luft halten wollen: Deubel, Barandun und jetzt Wild.

Wie wurde das so schön auf Twitter kommentiert:

“Mit R.Wild hat’s am Nürburgring sicher nicht den Falschen getroffen - aber keinesfalls den Richtigen!”

Ordentlich Druck im Kessel ist bestimmt nicht das, was Malu Dreyer mit ihrem brutalen Ministerkahlschlag erhofft hatte. Der Boomerang holt ordentlich Anlauf und das Frühjahr 2016 (neue Wahlen) rückt unaufhaltsam näher.

Wer weiss, was die Fahnder an brisantem Material rausgetragen haben. Soll Wild nur zum Sündenbock gemacht werden oder ist es die Spitze des Eisbergs? Wir wissen, was alles unter der Decke schmort und dem Herrn Lieser hat es sicher nicht geschmeckt, dass sie bei ihm Material abgesaugt haben. Propaganda Nuvoloni hat auch gleich verniedlicht, aber Oberstaatsanwalt Kruse hat nochmal den Besuch der Behörde bestätigt.

Bisher ist Jens Lieser nur als Zeuge Teil der Ermittlungen und natürlich hat er ein starkes Interesse, dass das so bleibt.

Ob die Aktionen in Brüssel zur Kenntnis genommen werden? Man hat den Eindruck die EU’ler wollen im starken Schulterschluss mit der RLP Regierung jeden Sturm aussitzen. Bisher kommen sie damit durch, aber wenn noch mehr Wind aufzieht könnte es eng werden.

Wenn es nach mir geht, dann dürfen sie gerne aussitzen: für ein paar Jahre bei Wasser und Brot auf der Kartause.

Tags: Wild | Robertino | Kreditbetrug | Staatsanwaltschaft | Kunstsammlung | Hausdurchsuchung |


Donnerstag, 18. Dezember 2014

Übrig Ns vom Donnerstag.

Zitat pro-mosel.de: “Im Januar dieses Jahres versicherte Eveline Lemke (Die Grünen) mehreren Mitgliedern der Bürgerinitiative Pro-Mosel, dass sie sich schützend hinter ihre Leute stellen würde. Nun wissen wir, dass diese Aussage keinerlei Wert hatte.”

Willkommen im Club!

Tag: ÜbrigNs


Dienstag, 09. Dezember 2014

My Open Letter to EU Commissioner Margrethe Vestager.

(Please find the English version further down.)

Sehr geehrte Frau Vestager!

Ich schreibe Ihnen als Bürger von Deutschland, der in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen ist und heute in Köln Nordrhein-Westfalen lebt.

Ich bin 49 Jahre alt und seitdem ich einen Führerschein besitze und mobil bin, beschäftige ich mich mit dem Nürburgring und insbesondere mit der historischen Nordschleife als Sportstätte. Rückblickend waren es sehr schöne 33 Jahre - doch die letzten 7 Jahre waren sehr nervenaufreibend und frustrierend.

Der Grund liegt im Freizeitpark-Projekt “Nürburgring 2009”, mit dem man die völlig funktionierende Anlage und deren öffentliche Besitzgesellschaft von 1925 innerhalb von nur 5 Jahren (!) in die Insolvenz getrieben hat.

Von Seiten der Politik gab es leider keinerlei Bemühungen die Rennstrecken vor dem Verkauf in Privathand zu bewahren. Die eingesetzten Insolvenzverwalter haben geradlinig den möglichst schnellen Verkauf gesucht. Als Beobachter bleibt einem nichts anderes übrig, als die Abläufe mit hektisch und chaotisch zu umschreiben.

Als Bürger war es unmöglich Kenntnisse über die im Geheimen ablaufenden Ereignisse zu erhalten. Allerdings haben Presseberichte regelmäßig im Nachhinein Verfehlungen während des Verkaufsprozesses öffentlich gemacht.

Der Nürburgring - und ganz besonders die Nordschleife - sind von hoher weltweiter Bedeutung für Fahrzeugentwicklung und Motorsport. Es gibt keine vergleichbare Anlage auf der ganzen Welt und dieses Alleinstellungsmerkmal hat innerhalb Europas eine hohe Anziehungskraft.

Sowohl die wirtschaftliche Zukunft als auch der Erhalt des kulturellen Erbes sind nur möglich, wenn eine gemeinwohlorientierte Betriebsform gewählt wird. Das Profitstreben eines Privaten bedeuten mittel- und langfristig das Ausbluten der Eifelregion und das Plündern eines kulturell herausragenden Denkmals.

Ich habe auf die Bedeutung schon einmal eindringlich hingewiesen während meines Besuches in Brüssel bei der Wettbewerbskommission am 25.Feb.2011. Gerne stehe ich jederzeit für weiterführende Gespräche zur Verfügung.

Um Ihrer europäischen Verantwortung gerecht zu werden, bitte ich Sie eindringlich die bisherigen Entwicklungen zu überdenken und den Nürburgring-Verkaufsprozess neu aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison


English version:

Dear Ms Vestager!

I’m contacting you as citizen of Germany, born and raised in Rhineland-Palatinate who is now living in Cologne North Rhine-Westphalia.

I’m 49 years old and since I have my driving licence and thus am mobile, I’m active at the Nürburgring and especially at the historic Nordschleife as sports venues. Looking back this have been great 33 years - however the last 7 years have been very exhausting and frustrating.

The reason is the Leisure Park project “Nürburgring 2009”, with which the absolutely functional property and its public owner company of 1925 have been led into insolvency within only 5 years!

Our politicians unfortunately have made no efforts whatsover to protect the Race Tracks against sale into private hands. The Insolvency Administration has not followed any other options except quickly selling the property. As observer one was left with the only option to describe the process as hectic and chaotic.

As a citizen is was not possible to gain knowledge on the procedures, which were carried out in secret. Only press reports have regulary published misconduct after the event during the sale process.

The Nürburgring - and Nordschleife in particular - are of worldwide importance for Automotive Engineering and Motorsport. There is no comparable site globally and this uniqueness has huge attraction within Europe.

Both the economical future and the conservation of the cultural heritage are only possible within a non-profit-making type of business. Profit seeking ventures of privateers will mid- and longterm lead to bleeding of the Eifel region and plundering of the cultural heritage.

I already had the chance to highlight the special significance during my visit in Brussels at Feb.25th, 2011 at the Competition Department (http://renn.tv/1016). I’m happy to join further discussions any time.

To serve your European responsibility I urge you to rethink the development and start the Nürburgring sale process all over again.

Yours sincerely,
Michael Frison


Die EU hat übrigens 24 Amtssprachen! Wenn Ihr auch Magrethe Vestager kontaktieren wollt:

By the way, EU has 24 official languages! In case you also want to contact Magrethe Vestager:

Adresse:

COMMISSIONER
Margrethe Vestager
European Commission
Rue de la Loi / Wetstraat 200
1049 Brussels
Belgium

Facebook: fb.com/margrethevestager

Twitter: @vestager

Email: margrethe.vestager@ec.europa.eu

Tags: VestagerMagretheVestager | EUKommission | RingverkaufOffenerBrief |


Samstag, 29. November 2014

Mikebericht von SWR4 Klartext in Adenau.

Gestern - am Donnerstag - gab es eine Live Radiosendung von SWR4 unter dem Titel Klartext.

Ich hatte im Vorfeld kein gutes Gefühl, denn wir hatten vor 18 Monaten diese Sendung schon einmal - damals in Nürburg - und das war eine sehr peinliche Geschichte.

Um es vorwegzunehmen: diesmal war es eine gute Veranstaltung. Moderator Thomas Meyer hat zwar - wie auch in der 1.Ausgabe - deutlich Partei ergriffen, aber es war so offensichtlich, dass es jedem bewusst wurde. Quasi eine gute Schulung zur Meinungsbildung! Denn normalerweise kommen solche Beeinflussungen viel subtiler daher.

Wilhelm Hahne und Christian Menzel haben einen ganz starken Job gemacht auf dem Podium, während die Vertreter von SPD (Marc Ruland) und Grünen (Nils Wichmann) sich bis auf die Knochen blamiert haben.

Von der CDU war Alexander Licht gekommen - die Opposition hat es in RLP wirklich nicht einfach, aber er hat sich nicht provozieren lassen und ist sachlich mit der Diskussion umgegangen.

Hier könnt Ihr Euch die 2 Stunden komplett anhören:

youtu.be/iAmyK_3Alxo

UPDATE:

Hier auch der Link zur SWR Mediathek inklusive Video.

Ich bin dankbar, dass ich auch zu Wort kommen durfte. Das ist keine Selbstverständlichkeit, immerhin hat man mir den Vorzug gegeben vor den Nisiussen und Sattlers dieser Welt. Bei 1h 24:55 geht’s los, wer will kann über diesen Link direkt dort hinspringen bzw. hier direkt anschauen:

youtu.be/_LBaP-pS2Fs

Die Halle in Adenau war gut …

… und schwergewichtig ;) besucht:

Das Moderatorenteam Steffi Lingscheidt und Thomas Meyer:

Das ist Marc Ratlos Ruhland aus Andernach. Seine Gesichtsfarbe war ziemlich schnell ziemlich weiß und er hatte ein Dauerabo auf am-liebsten-im-Erdboden-versinken:

Zwischendrin hat er immer wieder in seinen Notizen gekritzelt - aber das ändert alles nichts an seinem Totalausfall.

Jetzt könnte man sagen: och, der arme Kerl. Voll ausgenutzt von den SPD Hyänen, haben ihn der Meute zum Frass vorgeworfen.

Auf der anderen Seite möchte ich aber zu bedenken geben: dieser Junge Mann Mensch ist MdL - bei 101 Abgeordneten und 4 Mio RLP’ern vertritt er sage und schreibe 40.000 Leute. Das ist 3x die VG Adenau. Also bitte kein Mitleid - bei soviel Verantwortung sind Könner gefragt und keine Loser.

Obwohl das Ganze ab und zu auch seine komischen Momente hatte:

Der Ernst der Lage war aber allen klar - Christian’s Schild hat die letzten Zweifel ausgeräumt:

Bei Uli Adams muss ich sagen: Respekt! Das hätte ich nicht erwartet: klare Ansage von dem RZ-Mann aus der lokalen AW Redaktion, hat passend zum Abend tatsächlich Klartext geredet.

Da stellt sich für mich dann zwangsläufig die Frage: warum liest man solche Töne nicht in der Rhein-Zeitung?

Auch Hanna Breuer verdient Respekt: morgens eine Elbogen-Operation über sich ergehen lassen und abends die Nordschleife verteidigt!

Wilhelm Hahne hat dann - zur Überraschung des Moderators - unsere sogenannte Demokratie in Frage gestellt:

Ihr könnt das auch nochmal genauer in seinem Eintrag von heute nachlesen.

Ich weiß aus Gesprächen, dass es inzwischen vielen Leuten genauso geht wie mir: das Vertrauen in die Politik ist komplett aufgebraucht. Die Erwartungshaltung ist inzwischen so weit, dass man von Vorteilsnahme und Verbrechern ausgeht und eher überrascht ist, wenn man mal eine fähige Person in der Politik trifft. So weit sind wir schon.

Die Fraktion “Begossene Pudel” durfte nicht fehlen, hier in Gestalt der Bürgermeister Hoffmann (Stadt Adenau) und Nisius (VG Adenau):

Einmal kam während der Sendung das abgegriffene “Jatzt muss doch mal Ruhe einkehren” zur Sprache und die beiden waren unterstützt von Peter Nett tatsächlich die Einzigen, die zum Klatschen angesetzt haben. Was sie dann natürlich schnell wieder sein gelassen haben, als keiner mitklatschen wollte.

Das war für mich so ein Schlüsselmoment, dass ein Umbruch stattgefunden haben könnte. Ich bleib mal vorsichtshalber im Konjunktiv. Aber wenn jetzt die Adenauer ihren Kommunalpolitikern klarmachen, dass sie gefälligst zu kämpfen haben, statt sich mit Milliardären zu treffen oder aus Ja zum Nürburgring auszutreten, dann wäre das zwar spät, aber trotzdem erfreulich.

Hintergangen von den Politikern war es dann wieder am Volk die Stimme zu erheben, Dieter Weidenbrück zum Beispiel, der das Thema Stiftungsmodell in’s rechte Licht gerückt hat.

Mein persönliches Highlight war gegen Ende Alexander Kraß, der den taumelnden Marc Ruland endgültig k.o. knockte. Die Vorgeschichte war, dass Christian Menzel ihm eine glatte 6 gegeben hat für die moralischen Abgründe, die seine SPD vorführt und Marc Ruland meinte entgegnen zu müssen, dass es ihm nicht zustehe Noten zu verteilen. 90 Minuten später stellt sich der Alex als Lehrer vor - legitimiert Noten zu verteilen - und vergibt hochoffiziell die glatte 6 noch einmal. Da war der Saal am Toben - man freut sich inzwischen über jede noch so kleine Genugtuung.

Dieser Marc Ruland übrigens, der Christian Menzel das Recht absprechen will über ihn nach Noten zu urteilen, studiert seit 12 Jahren. In Worten: zwölf. Das sind 24 Semester. Kann man auf seiner Homepage nachlesen. Zitat: “Uni Bonn, Abschluss avisiert”.

Keine weiteren Fragen.

Dank Social Media gibt es natürlich schon jede Menge Rückmeldungen, z.B. diesen lesenswerten hier von Christoph Brune oder die Kommentare bei WsN.

Nach meinem Auftritt meinte ein Ur-Eifler zu mir: “Sie haben mir voll aus der Seele gesprochen - vielen Dank dafür!“ Da war ich sehr gerührt und dankbar für die Rückendeckung, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Bisher fühlte ich mich eher so wie der Revoluzzer, den man besser zurückpfeift, statt ihn zu unterstützen. Also in Adenau jetzt, nicht in Nürburg.

Als die Sendung vorbei war habe ich mich zu diesem Statement hinreissen lassen:

“Was man einmal einem Eifeler antut, das merkt der sich für’s ganze Leben.”

… das ich aber auch wirklich so meine. Wenn ich die gestrige Veranstaltung mit meinem bisher einzigen anderen Besuch in der Hocheifelhalle vergleiche - nämlich Hendrik Hering’s Vorstellung des Richter-Lindner-Vertrages im März 2010 - dann war da gestern doch einiges mehr an Stimmung. Und das wird noch mehr Stimmung, wenn die Folgen des katastrophalen Ringverkaufs bei den Leuten ankommen. Und das werden sie.

Occupy Nordschleife empfiehlt Malu Dreyer schonmal den Helm anzuziehen, denn der Widerstand nimmt Fahrt auf.

Tags: SWR4 | KlartextHocheifelhalle | Ringverkauf |


Montag, 17. November 2014

´Redaktionelle Straffung´ ist das neue ´nachjustiert´.

Alexander Schweitzer, das ist der neue SPD Fraktionsvorsitzende, der Hendrik Hering beerbt hat und mit dem jetzt alles ganz doll aufwärts gehen soll.

Allgemeine Zeitung:

“Neuer SPD-Fraktionschef weist bei Nürburgring Vorwurf zurück. (..) Schweitzer sagte, er habe in einer Mail an die staatliche Förderbank ISB eine redaktionelle Straffung vorgeschlagen, aber keine solche Streichung veranlasst. Er war damals Vizechef des Aufsichtsrats der staatlichen Förderbank ISB.”

Ich glaube zur Lösung des Problems in RLP hilft da echt nur noch der Kammerjäger.

Tags: Schweitzer | Rechnungshof | Straffung | nachjustiert |


Sonntag, 16. November 2014

Das neue Narrativ der SPD.

In der Demo und der Reaktion der (Westerwald = Hering) SPD gestern dazu ist ein Detail etwas untergegangen: die Partei hat ihr - von der Polizei abgeriegeltes - Treffen dazu genutzt, eine neue Sprachregelung zum Nürburgring auszugeben.

  • Dreyer: “Lasst die CDU ruhig weiter in der Vergangenheit weilen. Lasst sie einfach in der Ecke des vergangenen Nürburgrings. Wenn sich die CDU weiter am gestern abarbeiten will, dann ist sie dort gut aufgehoben liebe Genossen und Genossinnen.”

  • Westerwald SPD / Hering: “Es waren einige Versprengte heute der Meinung, dass der Ring der Nabel der Welt ist, er ist es nicht. Fehler wurden gemacht, erkannt und abgestellt.”

Ihr seht schon, worauf das hinausläuft - mal mehr mal weniger deutlich. Natürlich lähmen die 500 Freizeitpark-Steuermillionen jegliche Diskussion über andere Themen - wie soll man auch jemanden ernst nehmen, der dermaßen verkackt hat?

Was also tun? Man erklärkt das Problem einfach für beendet. Das macht die Politik gerne schonmal, wenn sie keinen Ausweg mehr weiss.

Das Ganze wird dann noch positiv klingend garniert, “vorwärtsgerichtet”, “Zurück in der Zukunft” und zusammen mit den Dreyer Hütchenspielen (Politiker Rochade) glaubt man jetzt den Cunning Plan zu haben.

Mit tatsächlichen Lösungen hat das natürlich alles nichts zu tun, eher mit Sand-in-die-Augen-streuen.

Auch Kurt Beck hat mal beteuert, dass sein Freizeitpark den Steuerzahler nichts kosten wird. In Wirklichkeit hat er neben einer 9 bis 10-stelligen Summe Steuergeld noch ein weltweit einmaliges Kulturdenkmal oben draufgelegt, das dem Steuerzahler verloren geht.

Damit ist die einzige Konstante, die sich durch den Ablauf der Jahre hindurchzieht, der Nicht-Wahrheitsgehalt der Aussagen der SPD Politik. Malu Dreyer knüpft da nahtlos an.

So richtig stoppen kann das eigentlich nur die Staatsanwaltschaft, aber die scheint brav mitzumachen bei dem perfiden Schauspiel.

Für uns erst Recht der Grund uns hinzustellen und sowohl Aufarbeitung als auch eine echte Zukunft für Sport und Strecke zu fordern.

Wann ist die nächste Demo/Aktion? Ich stecke zwar noch mitten im Hausbau, aber dafür nehm ich mir immer Zeit, Ehrensache.

Tags: SPDRLP | Dreyer | ParteitagMainzPofalla | Lewentz | Hering | Ringdemo | Narrativ |


Dienstag, 28. Oktober 2014

Ingolf Deubel wird SPD Wahlkampfleiter.

Naja, nicht ganz, aber fast:

“„Es gibt keinen Grund, mit Kurt Beck zu brechen.“ Der SPD-Ehrenvorsitzende werde im Wahlkampf eine Rolle spielen. Wie es in der Partei heißt, ist Beck auf Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz weiterhin ein begehrter Redner.”

Ausgerechnet Kurt Beck!? Für mich gibt es zwei mögliche Erklärungen für die Wiederauferstehung des Problembärs aus der Pfalz:

a) Das RLP Wahlvolk ist tatsächlich so einfältig, dass sie den größenwahnsinnigen Ganoven brav zuhören, anstatt ihn mit faulen Eiern zu bewerfen.

oder/und

b) Der Schwachkopf Schwachstromelektriker befürchtet den SPD-Hyänen zum Opfer zu fallen und hat immer noch genug Netzwerk, um sich nach vorne zu drängeln. Im Rampenlicht ist die Chance geringer geopfert zu werden, so wie Ingolf Deubel schon für diese Rolle herhalten musste. Malu Dreyer hat vorsichtig angedeutet, dass “Fehler gemacht wurden” - und schon kommt die Schlange wieder aus dem Bau. Bevor das noch weiter ausartet oder man gar zur Verantwortung gezogen wird, stürzt man sich halt wieder in’s Rampenlicht und gibt den Ton an. Widerlich.

Jede Wette, die würden liebend gerne Kurt Beck abschütteln. Man könnte dann auch schön so tun, als gäbe es einen Neuanfang. Aber Kurt Beck lässt das nicht mit sich machen, er will seinen Ruf verteidigen. Offensichtlich hat er noch was vor, der arme kranke Mann. Da kann man nur hoffen er reisst die SPD in den Abgrund, und sich gleich mit.

Die Wahl ist übrigens erst im März 2016, die Genossen sind hypernervös. Gab schon schlechtere Ausgangspositionen. Und den Grünen würde ich auch keine Träne hinterherweinen: es gab nichtmal zarte Versuche aufzuräumen, die haben sich einfach komplett einkassieren lassen.

Tags: KurtBeck | Wahlkampf | MaluDreyer | IngolfDeubel |SPDRLP |


Mittwoch, 01. Oktober 2014

Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident, hätte er jetzt zurücktreten müssen.

Treffender Kommentar von Susanne Höll in der Süddeutschen:

"Wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident in Mainz, hätte er in dieser Woche zurücktreten müssen. Die etlichen Millionen Euro Steuergelder, die er in das Phantasieprojekt Nürburgring steckte, sind nicht nur verloren. Er verstieß mit dieser Finanzierung von Anfang an auch gegen EU-Recht. (..)

Niemand, auch nicht Dreyer, seinerzeit Sozialministerin unter Beck, stellte das absurde Unterfangen je infrage."

Tags: Insolvenz | KurtBeckRingverkauf |


EU Kommission segnet Nürburgring- und Nordschleifen-Verkauf ab.

Jetzt hat es Almunia also doch geschafft, als eine seiner letzten Amtsaktionen den Ringverkauf durchzuboxen:

Die Kommission stellte fest, dass das Verfahren offen, transparent und diskriminierungsfrei war und die Veräußerung zum Marktwert erfolgte.

Immerhin haben sie nicht geschrieben: Die Kommission hat geprüft, dass …, weil dann wären sie zu einem anderen Schluss gekommen. So haben sie einfach nur die Darstellungen der Verkaufsbeauftragten Lieser & Schmidt übernommen, aus denen sie das dann festgestellt haben.

Erstaunlich, dass die wirtschaftliche Kontinuität explizit ausgeschlossen wurde:

Dabei legt die Kommission unter anderem folgende Indikatoren zugrunde: Gegenstand der Veräußerung (Aktiva und Passiva, Fortbestand der Belegschaft, gebündelte Aktiva), Kaufpreis, Identität des/der Erwerber(s), Zeitpunkt der Veräußerung und die ökonomische Folgerichtigkeit der Transaktion. Im Falle des Nürburgrings bestand offenbar keine wirtschaftliche Kontinuität.

Doch, das ist doch genau das Problem.

Die EU hat das Unmögliche möglich gemacht und den Weg geebnet, dass zum ersten Mal seit ihrer fast 90-jährigen Geschichte die Nordschleife in Privatbesitz verschoben wird. Volksenteignung vom Feinsten und ein sehr trauriger Tag für alle Nordschleifen-Freunde.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Kaufpreis gezahlt wird. Obwohl - da lässt sich bestimmt noch was machen - bzw. justieren, wenn es klemmt. Und ob es klemmt!

Das werdet Ihr so übrigens nirgendwo in den Nachrichten zu hören bekommen, dass weltweit einmaliges Kulturgut in Privathand verscherbelt wird. Man weiss ja, was sich gehört. So werden wir Zeuge, wie das heutzutage läuft: die Regierung will nichts weiter als die liebgewonnene Macht erhalten, was mit dem Nürburgring passiert, ist ihr völlig egal.

In Mainz finden sie deshalb den Verkauf auch total super, die Region könne aufatmen und man hätte Planungssicherheit.

Malu Dreyer:

Am Nürburgring können wir den Weg, den wir beschritten haben, weitergehen und das ist auch ein gutes Zeichen für die Region.

Auch mit meinem Kommentar Richtung Doktortitelsammler Schmidt hier habe ich richtig gelegen.

Gestern im Interview:

"Tatsache ist, dass die unterlegenen Bieter bei uns angefragt haben, ob man ein Gespräch führen könnte, um ihnen die Gelegenheit zu geben, noch einmal ihre rechtliche Position darzulegen. (..) Herr Lieser ist hingefahren und hat sich die Positionen angehört. Punkt - und das war’s. (..) Aber das war auch der einzige Grund, warum Herr Lieser hingefahren ist.

(Hervorhebung von mir.)

Heute in der Rhein-Zeitung von Regierungsprecher Redakteur Brück:

H.I.G. und Nexovation lassen indes durchblicken, dass sie den Eindruck hatten, es sei bereits nach einem Nachfolge-Käufer gesucht worden.

Genauso ist es gewesen, sie haben nach Möglichkeiten gesucht, wie HIG oder Nexovation in den Capricornvertrag eintreten könnten. Und der Herr Schmidt - der immerhin einen öffentlichen Auftrag erfüllt! - streitet es ab. Allein dafür sollte er schon zur Rechenschaft gezogen werden.

Warum diese Klimmzüge? Weil Capricorn protegiert ist. So wie es Richter/Lindner waren. Wir werden nicht erleben, dass die 25 Millionen Euro Vertragsstrafe fällig werden.

Die Region tut mir sehr leid. Ich prophezeie ein großes Tal der Tränen - dafür muss man kein Hellseher sein, sondern einfach nur 1+1 zusammenzählen. Mit was für Bandagen gekämpft werden wird, kann man heute schon sehen: Das Kai-Richter-Gedenk-Festival “Grüne Hölle” wurde gegenüber Rock am Ring in Mendig um eine Woche vorverlegt:

Unser Hauptinteresse gilt den Fans. Wir möchten, dass sie eine tolle Zeit und viel Spaß mit den coolen Bands am Nürburgring erleben.

Mein Gott, das tut echt weh, für wie doof die einen halten.

Lest Euch mal den Text durch und ersetzt “Festival” bzw. “Konzert” durch “24h-Rennen”, dann könnt Ihr erahnen, was in Zukunft passiert.

Der Zeitpunkt, das ausgerechnet heute bekanntzugeben, ist natürlich kein Zufall. Schön abgelenkt durch die EU Nachrichten wurde das noch schnell untergeschoben. Und so hat Robert Wild noch vor ein paar Tagen getönt.

Der Nürburgring ist übrigens nicht das einzige faule Ei, das Almunia und die scheidende Kommission (gilt noch bis Ende Oktober) durchgeschleust hat.

Auch wenn wir verschaukelt werden dass es kracht, sollten wir nicht resignieren. Es kommen auch wieder bessere Tage, aber ich fürchte erstmal geht es ziemlich bitter bergab.

Tags: AlmuniaEUKommission | Ringverkauf | Capricorn |


Samstag, 27. September 2014

Carsten Kühl leidet unter dem Pippi Langstrumpf Syndrom.

Denn er behauptet allen Ernstes, er habe keinen Schaden angerichtet.

Erinnert mich von der Argumentation her ein bischen an den hier.

“Den Kopf in den Sand zu stecken ist auch nicht das, was die Steuerzahler erwarten.”

Oh - ich glaube da gehen die Meinungen auseinander!

“Warum wurde dann aus einem Vermerk an den Aufsichtsrat die Zahl von 90 bis 120 Millionen Euro an zusätzlichem Finanzbedarf wieder herausgestrichen?”

“Dafür gibt es sicherlich eine vernünftige Erklärung.”

Ja, die gibt es: Tarnen, Täuschen und Tricksen bis der Arzt kommt!

Ingolf Deubel - sein Vorgänger als Finanzminister - war auch bis zum Schluss überzeugt alles richtig gemacht zu haben. Dann haben sich das mal andere Leute angeschaut und kamen zu dem Urteil, dass er mal 3,5 Jahre Zeit bekommt, um über alles nachzudenken. Die würden dem Carsten Kühl auch gut zu Gesicht stehen. Manche Leute muss man einfach wegsperren, um den Schaden zu begrenzen.

Wobei - der Strick um den Hals auf dem Bild in dem Zeitungsartikel steht ihm auch ausgezeichnet, die Schlinge ist schon stramm zugezogen!

Tags: CarstenKühlRücktrittDeubel | Finanzminister


Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Freitag, 05. September 2014

Deubelurteil wird geheime Verschlussache.

Die Verhandlung war öffentlich und die Urteilverkündigung war öffentlich. Doch das Urteil, das im Namen des Volkes erlassen wurde, wird dem Volk vorenthalten. Denn Herrn Deubels Politikerschutz Persönlichkeitsschutz wiegt höher.

Tags: Ringprozess | Deubel | Urteilsverkündung |


Mittwoch, 03. September 2014

Dreyer: Auf Rennstrecken hat die öffentliche Hand nichts zu suchen.

Hat sie der FAZ erzählt.

Vielleicht sollte sie mal jemand an die Verfassung erinnern, auf die sie ihren Amtseid geschworen hat:

“Der Sport ist durch das Land, die Gemeinden und Gemeindeverbände zu pflegen und zu fördern.”

und:

“Der Staat nimmt die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft in seine Obhut und Pflege.”

Schöne Obhut und Pflege ist das. Vergangen haben sie sich an dem Kulturgut Nordschleife!

Und nur weil die regierenden Damen und Herren nicht Verantwortung übernehmen wollen für ihr eigenes größenwahnsinniges Handeln, sollen wir schnell enteignet und der Nürburgring verkauft werden.

Tags: DreyerKulturgutVolkseigentum | Enteignung |


Samstag, 26. Juli 2014

Eine Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent? Wie entscheidet die EU zum Nürburgringverkauf?

Robertino Wild hält den Nürburgring-Verkaufsprozess für transparent, offen und diskriminierungsfrei. Und die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht zum Zuge kommen könnte aufgrund von Bedenken seitens Brüssel, schätzt er auf 1%.

Ich persönlich habe den Verkaufsprozess intensiv beobachtet und jede Information, die an die Öffentlichkeit kam, aufgesaugt. Und ich finde die Vorgänge waren alles andere als offen - für mich war das eine Geheimveranstaltung, deren Ende von vorneherein abgesprochen war. Von Transparenz keine Spur - täuschen und verschleiern, so wie wir das vorher durchgängig von Erlebnisgrab und Regierung gewohnt waren.

Wer gehofft hatte es würde sich was ändern, wurde bitter enttäuscht. Erinnert Ihr Euch noch, wie sie versucht haben die Öffentlichkeit einzulullen? Mit ihrer nuerburgring-dialog Webseite zum Beispiel? Oder im Schulterschluss mit SWR Radio bei der Diskussionsrunde in Nürburg?

Ohne jemals einen Sanierungsplan vorzustellen haben sich die Sanierer daran gemacht, das Volkseigentum so schnell wie möglich zu verkloppen. Für diese Heldentat haben sie sich kürzlich sogar selber als die großen Nürburgring-Retter gefeiert (“Erfahrungen in der grünen Hölle – Die Rettung des Nürburgrings.”).

Mit der Erfahrung über die Jahre habe ich allerdings auch gelernt, die Manöver der Landesregierung immer schneller zu durchschauen - man wird auch hellhöriger mit der Zeit.

Und aktuell habe ich das Gefühl, dass sich die Windrichtung dreht. Erst wurde Otto Flimm öffentlich in die Zange genommen, jetzt wird die EU als Kapitalismusknechte beschimpft. Vom RLP Landtagspräsidenten.

Da wird meiner Meinung nach der Acker bereitet für die beiden Schuldigen, die später zur Schau gestellt werden sollen: Otto Flimm und die EU.

Das neueste Problem der Dilletanten in Mainz ist die Ablehnung Brüssels, weiteres Steuergeld in den Flughafen Zweibrücken zu stecken. Dort läuft nämlich seit 2010 ein Behilfeverfahren - 1:1 ein Nürburgring Déjà Vu. Sagenhafte 174 Millionen Euro haben sie seit 25 Jahren da reingebuttert und die Gesellschaft hat es in all den Jahren nicht geschafft, auf eigenen Füssen zu stehen.

Die haben tatsächlich Flugbetrieb rund um die Uhr - für gerade mal 6 (!!) Starts/Landungen pro Tag. Das muss man sich mal vorstellen, was da alles an Infrastruktur vorgehalten werden muss, damit alle paar Stunden mal ein Flugzeug landet. Dienstags sind es sogar nur 2 - schaut Euch mal den Flugplan an.

Gestern mussten sie Insolvenz anmelden und die SPD ist inzwischen so verzweifelt mit dem Rücken an der Wand, dass sie quasi gegen sich selber und die Schließung des Flughafens demonstrieren wollen. WTF? Wie dreist ist das denn, die Killer kommen noch trauernd zur Beerdigung?

Aber die einfältigen Rheinland-Pfälzer lassen sich offensichtlich alles bieten - so dumm kann der Trick garnicht sein, dass sie nicht drauf reinfallen. Ob Kurt Beck denen über seine Chemiekumpels irgendwas in’s Trinkwasser träufelt? Ich hab hier jedenfalls eine chronische Facepalmattacke nach der anderen.

Auch wenn es auf den ersten Blick mit dem Nürburgring nichts zu tun haben scheint, die Handelnden sind genau dieselben. Ich glaube in Brüssel schlagen sie schon wie ich die Hände über’m Kopf zusammen, wenn wieder was aus Rheinland-Pfalz angeflattert kommt. Wieso leistet sich die Regierung eigentlich eine Europa-Ministerin? Was macht die die ganze Zeit, habt Ihr jemals bei dem Brüsselgezetere etwas von ihr gehört?

Jedenfalls sind die Beziehungen zur EU so schlecht wie nie. In der Vergangenheit wurden Richtlinien und Gesetze in Gutsherrenarroganz - von Juristen!! - vom Tisch gewischt und wenn es jetzt darum geht, gütliche Einigungen zu erzielen, dann macht es das Gepoltere von Joachim Mertes bestimmt nicht einfacher.

Es sei denn - und hier kommt meine Spekulation - es ist sowieso schon zu spät und man pfeift auf gute Beziehungen. Jetzt geht es darum den Sündenbock aufzubauen. Denn wir wissen ja: selber Verantwortung zu übernehmen ist in Mainz keine Option.

Wer in dieser komplexen Lage als Bürger auf den Journalismus von Rhein-Zeitung oder SWR - die im regionalen Bereich rund um den Nürburgring die Kommunikationshoheit haben - hofft, der kann auch direkt bei kurt-beck.de lesen gehen - alles super, alles toll - die EU ist böse und Otto Flimm auch. Vorauseilender Gehorsam ist Tagesprogramm und da passt es auch, dass Robertino Wild als toller Hecht auf dem Silbertablett präsentiert wird - er ist ja auch soo autoaffin. Ob er sich den Spass überhaupt leisten kann, wird als nebensächliches Detail vernachlässigt und überhaupt: kritische Fragen trüben nur die nette Atmosphäre. Schließlich möchte man - bzw. Dietmar Brück - es sich nicht vermiesen mit der Regierung, dann klappt es auch mit der nächsten Chinareise.

Und wenn jetzt die schöne Inszenierung der Regierung in sich zusammenfällt und alles ganz anders kommt? Wilhelm Hahne hält es gar nicht für so unrealistisch, dass der geplante Verkauf an Capricorn in Brüssel abgelehnt wird. Natürlich alles Spekulation, aber es würde die aktuellen Handlungen gut begründen - die Mainzer Politiker wissen jedenfalls mehr, als sie öffentlich preisgeben.

Dieter hat sich mal Gedanken über die möglichen Szenarien gemacht, die auf uns zukommen könnten.

Wenn Capricorn die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, dann steht uns eine große Hängepartie bevor - hausgemacht in Eigenverwaltung von der Regierung und ihren Insolvenzkomikern.

Einen Funken Hoffnung gibt es: dass die EU die wirtschaftliche Kontinuität bemängelt und die Rennstrecke unabhängig vom Erlebnisgrab verwertet wird - und dadurch in gute Hände gelangt. Am besten in eine nicht-gewinnorientierte Organisationsform.

Alles andere könnte schnell sehr bedrohlich für Ring & Region werden, denn wenn Brüssel voll durchzieht, dann könnte aufgrund des gescheiterten Verkaufsprozesses tatsächlich eine Stilllegung folgen. Eigentlich sollte der Verkauf die illegale Beihilfe beseitigen - was ja dann kräftig misslungen wäre. Wenn in Brüssel der Hals dick genug ist - was man sich durchaus vorstellen kann - dann machen sie den Laden jetzt dicht. Die vom Ring abhängigen Firmen und Rennteams hätten ein ziemlich großes Problem und die Industrie würde verärgert ihre Entwicklungsteams abziehen.

Jetzt sind Fingerspitzengefühl und gutes Verhandlungsgeschick gefragt - beides in Mainz leider komplett Fehlanzeige. Wenn es so kommt, dann hätten die Nixblicker es tatsächlich geschafft auch den letzten Rest Porzellan zu zerschlagen.

Alles nur Spekulation im Moment, aber an Zufälle glaube ich bei diesem Disasterstadl schon lange nicht mehr. Die Handlungen der letzten Wochen kommen nicht von ungefähr und es schadet nicht zu versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Tags: ErlebnisgrabInsolvenz | RingverkaufCapricornInsolvenzkomiker | Nexovation


Freitag, 04. Juli 2014

Keine Geduld: Kai Richter´s Partydorf soll noch vor Verfall abgerissen werden.

Eigentlich hätte man warten können, bis alles von selber zusammenfällt - ich glaube nicht, dass das lange gedauert hätte. So wird früher abgerissen - das wird den Bauherrn freuen, da kann man ihm dann keine Mängel mehr nachweisen.

Wieviel hat Hendrik Hering dafür nochmal bei seinem Superdeal 2010 bezahlt? Und wieso läuft er noch frei rum?

Tags: KaiRichter | Eifeldorf | Insolvenz


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Dienstag, 01. Juli 2014

Der Postillon und das Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst.

Mein Postillon Ableger von gestern hat es sogar bis in die SWR Nachrichten geschafft! Find ich gut - zeigt, dass diese Leute Humor haben. :)

Die Flanke gestern war einfach zu steil, als dass ich sie nicht verwandeln durfte ;)

Viele Leute haben es sogar für bare Münze genommen, obwohl ich es sehr deutlich gekennzeichnet habe: verlinkt, als Tag aufgelistet und den Postillon absichtlich 1:1 kopiert, damit es auch wirklich jeder merkt. Nur die Kräne hab ich durch die Achterbahn ersetzt. Aber anscheinend ist manchen von Euch Aufregen wichtiger als aufmerksames Lesen.

Wer darauf reingefallen ist, dann tut mir das zwar leid, aber Ihr seid selber schuld. Wie deutlich hättet Ihr es denn gerne?! Ein wenig mehr Sorgfalt statt schnellem Überfliegen bei dem Umgang mit Nachrichten würde Euch auch in anderen Bereichen gut helfen. Dieses Buch kann ich zum Einstieg empfehlen - schon ein paar Jahre alt, aber nach wie vor aktuell.

Lasst Euch nicht verarschen und hebt Euch die Empörung für Sachen auf, die es wirklich verdient haben! Das ist nicht nur unser Recht, das ist unsere Pflicht als Bürger.

Unabhängig davon wäre ich tatsächlich dafür, die Achterbahn als Mahnmal stehen zu lassen. 15+ Millionen Euro für Nichts ausgegeben, ausser einem vor sich hinrostenden Stahlgerüst - ein Sinnbild für die Politik in Rheinland-Pfalz. Jetzt haben wir 5 Jahre unter dem Anblick gelitten - während der Ring in die Insolvenz geritten wurde - dann kann man es auch mahnend als Kurt-Beck-Gedächtnisgerüst für die Zukunft stehen lassen.

Tags: Achterbahn | Postillon


Samstag, 28. Juni 2014

Urs Barandun angeklagt.

dpa / t-online:

“Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Schweizer Geschäftsmann wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen am Landgericht Mainz erhoben, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.”

Dabei ist es erst 3 Jahre her, als ich mich wunderte, dass er nicht angeklagt werden soll.

Wenn ihr nach alten Artikeln sucht: damals hat man ihn uns gerne als Barandum (mit “m”) verkauft.

Die Homepage, auf der Urs Barandum mit den Vorgängen am Nürburgring blogmässig abgerechnet hatte, gibt es nicht mehr.

(Update zur Homepage: das Web vergisst nichts. Danke MS!)

Am besten war Kurt Beck: “Ganz großer Milliardärsadel!

Und wann kommt die Anklage gegen Kai Richter?

Tags: Ringprozess | Barandun


Sonntag, 08. Juni 2014

Kartenhaus mit akuter Einsturzgefahr.

Wilhelm Hahne prognostiziert in seiner unnachahmlichen Art, dass das Kartenhaus ‘Nürburgringverkauf’ stark einsturzgefährdet ist.

Denn bei der EU haben sie den Termin verschoben, der am Mittwoch hätte sein sollen und an dem alles durchgewunken werden sollte.

Tags: Ringverkauf | WilhelmHahne


Freitag, 06. Juni 2014

Selbst der SWR wird jetzt deutlicher.

Bei SWR Zur Sache haben sie gestern das Nürburgring Thema vor dem Hintergrund der EU Vorlage durchleuchtet - erstaunlicherweise haben Beck, Kühl und Hering ordentlich einen mitbekommen. Und den Lewentz haben sie im Interview - für SWR Verhältnisse - kräftig gegrillt, der wäre fast geplatzt.

Erst geht’s um Rock am Ring (19:17) und dann kommt das allgemeinere Thema (25:55):

Videolink SWR.de / gibt es auch als Download.

Da sind dann solche Spitzen drin, dass Deubel und Beck zurückgetreten sind - die Beck’sche Ausrede mit der Gesundheit wird absichtlich nicht mehr erwähnt. Oder dass Kühl und Hering noch im Amt sind, obwohl sie Schuld an der Katastrophe haben.

Lediglich auf die Verantwortung von Roger Lewentz sind sie im direkten Gespräch nicht eingegangen - in seiner Verantwortung als Innenminister lag der Nürburgring seit der Landtagswahl März 2011.

Ich bleibe dabei: sollte die EU wirklich das vernichtende Urteil aussprechen, müsste meiner Meinung nach die Regierung zurücktreten und Neuwahlen ausgerufen werden. Denn dann wären die Massnahmen, die Hendrik Hering mit Rückendeckung der Regierung ergriffen hat, alle illegal und haben nur dem Ziel gedient, unter großen Verlusten für den Steuerzahler, die Landtagswahl 2011 zu gewinnen.

Die EU hat allerdings die Entscheidung - die heute hätte fallen sollen - vertagt. Das kann 2 Gründe haben: entweder versucht man das Urteil abzuschwächen oder der Verkauf geht doch nicht so sauber durch, wie es ursprünglich inszeniert wurde.

UPDATE:

In der WiWo steht, das die Beschwerde vom unterlegenen Bieter NeXovation der Grund ist.

Tags: ZurSache | Insolvenz


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Montag, 05. Mai 2014

Der 1.FCK hat die gleichen Probleme wie der Nürburgring: Ingolf Deubel und Kurt Beck.

Mit Fussball kenne ich mich nicht so aus, daher war der Beitrag im SWR gerade recht erhellend:

VIDEO: Die FCK-Story.

Stellt sich raus, dass da genauso größenwahnsinning an’s Werk gegangen wurde wie am Nürburgring. Es gibt sogar eine Prüfung der EU über verbotene Beihilfen!

Am Betzenberg war es das Verlangen der Verantwortlichen, sich im Ruhm der Fussball-WM zu sonnen. Und von dem Monsterstadion haben sich weder die Stadt noch der (Zweitliga-) Verein erholt - Ende offen.

(Danke für den Tipp Jörg! Du hattest Recht, viele Parallelen!)

Tags: KurtBeck | IngolfDeubel | Kaiserslautern


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Dienstag, 01. April 2014

Edgar Dören - von uns gegangen heute vor 10 Jahren.

Am 1.4.2004 ist Edgar Dören im Alter von 62 Jahren viel zu früh verstorben.

So kannte man ihn auf der Nordschleife, immer die linke Hand aus dem Fenster zum Gruß - das Bild vom Tuffi Porsche ist vom 20.Okt.2001.

Die VLN hatte ihm zu Ehren einen Text im Programmheft bei VLN 1 - man kann es auch online nachlesen.

“Edgar Dören führt zum Zeitpunkt seines Todes am 1. April 2004 die ewige VLN-Statistik sowohl bei den Gesamt- als auch bei den Gruppensiegen an. Der überzeugte Porsche-Fan teilt sich im Verlauf der Jahre das Cockpit mit vielen Gentleman-Drivern.”

Die nannte er übrigens Knetemänner - hat mir der Kai aus dem Edgar-Duden verraten, er war auch mal mit ihm zusammen gefahren.

Aber auch in Wuppertal erinnert man sich an Mr.Porsche:

“Seine Fans haben ihn nicht vergessen, ich bekomme immer noch Anfragen für Fotos”, sagt Dieter Willpütz, Freund von Dören und jahrelang Teamchef in seinem Rennstall.

Und Carsten Krome schreibt in der Porsche Szene:

“Beim 24-Stunden-Rennen 1988 besiegt er BMW, Ford und Mercedes im Steinzeit-Elfer von 1973. Die Politik muss eingreifen, klassische GT-Sportwagen vom Hof jagen. Macht nichts - Edgar Doeren gewinnt den Veedol-Langstreckenpokal als neue Heimat. Hier fühlt er sich zuhause, kann den Wohlbestallten auch mit schmalem Budget einheizen.”

Wenn man sich an solche Charakter wie den Edgar Dören erinnert, dann fällt einem wieder auf, wie sehr sie heute fehlen. Fahrer mit Rückgrat, die sich nichts vormachen lassen.

Tag: Dören


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Happy Birthday N-Forum!

Heute hat das N-Forum Geburtstag, es wird 13 Jahre alt: Herzlichen Glückwunsch liebes N-Forum!

Und am Dienstag wurde die Nordschleife verkauft - ich muss zugeben, bei mir überwiegt die Trauer.

Ich glaube die Leute mit der “Lass-sie-doch-erstmal-machen” Einstellung sind pragmatischer als ich. Zweckoptimismus, nach vorne schauen, das Leben geht weiter. Ich bin da zurückhaltender. Sollte die EU den geplanten Verkauf besiegeln, geht ein Kapitel für immer zuende, das Volkseigentum Nürburgring wechselt in Privatbesitz.

All die Jahre habe ich mich bemüht, um genau das zu verhindern. Es gab und gibt auch viel Unterstützung und ich bin dankbar für jeden einzelnen, der Zeit und Nerven geopfert hat und auch weiter opfert - doch leider gab es noch viel mehr Leute, die schneller in Deckung gegangen sind, als man gucken kann. Darunter waren auch genau die Leute gewesen, auf die es ankommt, die Leute mit Gewicht, die Leute, die auch der Nordschleife dankbar sein können, daß sie in der Situation sind, in der sie sich heute befinden. In zwei Wochen wollen sie wieder umjubelt werden und tun so, als wäre nichts gewesen.

Als ich das Forum gegründet habe, waren wir ein eingeschworenes Team, wir haben im FSZ und in Balkhausen Feste gefeiert und die Nordschleife hochleben lassen. Wir haben uns ausgetauscht, sind durch sportliche Höhen und Tiefen gegangen und die Welt war in Ordnung.

Die Jahre 2004 und 2005 waren sensationell, für alles Geld der Welt möchte ich sie nicht missen. Ich war so begeistert, daß ich alle Register gezogen habe, um sie in Foto und Film festzuhalten - und die Fahrer haben sich die Mühe gemacht, die Emotionen mit ihren Rennberichten rüberzubringen. Das N war unser Gütesiegel, der Fahrer des Jahres eine hart umkämpfte Wahl.

Doch dann kam das Böse. 2006 wurde es ernst, 2007 schließlich abgesegnet und 2009 erhob es sich für jeden sichtbar als hässliches Geschwür mitten in der schönen, traditionsreichen Anlage.

Doch das Böse zog auch ein in die Menschen, die Lager wurden gespalten und die Leute infiltriert von Habgier und Missgunst - andere zogen den Schwanz ein aus Furcht und Angst. Wie die Scheissfliegen wurden die gierigen Falschspieler aus allen Ecken angelockt: aus der Politik und Wirtschaft, aber auch aus Berater- und Anwaltbüros.

Ein räuberischer Beutezug durch die Eifel, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und - um den Bogen wieder zu spannen - auch ohne Rücksicht auf die engagierte Szene: das N-Forum wurde kurzerhand verklagt, für ein Jahr stillgelegt und der Betreiber - ich - in einen nervenaufreibenden Prozess verstrickt.

Ich habe es gerne gemacht, denn sonst hätte ich längst das Handtuch geschmissen - und ich habe auch die Hoffnung nie aufgegeben, daß die Gemeinschaft, die ich aus früheren Jahren so eingeschworen in Erinnerung hatte, zusammen das Ruder rumreissen könnte. Immerhin hatten wir alle Argumente auf unserer Seite und wenn wir alle zusammenhalten für die Sache, dann sind wir viele und dann sind wir laut.

Leider waren wir zu wenig und zu leise, die Politik konnte uns am langen Arm verhungern lassen. Ich bin mir sicher, es stand auf der Kippe und mit mehr Unterstützung aus den Reihen der Aktiven hätte die Entwicklung anders ausgesehen.

Doch so wurde die Nordschleife wieder und wieder vergewaltigt - viele schauen zu oder weg, manche klatschen sogar Beifall.

Was für ein bitterer Rückblick zum Geburtstag - ich weiß. In der Schule wären wir mit 13 jetzt in der 7.Klasse, aber unsere Schulzeit wäre geprägt gewesen von Versagern und Plünderern.

Ob ich es nochmal machen würde? Ich fürchte: ja. Die Alternative wäre gewesen tatenlos zuzusehen - da hätte ich dann sogar noch mehr gelitten.

Ich habe Respekt vor dem Coup, den Adam, Dr.Wild, Axel Heinemann und die unbekannten Geldgeber im Hintergrund gelandet haben. Ich hoffe sie werden glücklich. Aber ich sehe scharz für die Dinge, die mir und vielen anderen an der Nordschleife von Bedeutung waren - es sind Erinnerungen an eine vergangene Zeit, die vielleicht heutzutage nicht mehr passt. Ich möchte damit nicht bewerten, ob deren Abenteuer erfolgreich ist oder nicht - vielmehr ist der Nürburgring nicht mehr das, was er war: unser aller Volkseigentum, wo wir mit großer Freude unsere Frezeit verbringen durfen und für den wir manche Entbehrungen auf uns genommen haben. Jetzt ist er Privatbesitz und das wird - das Abnicken des Kaufvertrages durch die EU vorausgesetzt - immer und ewig so bleiben.

Das N wird uns vielleicht helfen, die schönen Erinnerungen an eine vergangene Zeit immer wieder zurück in’s Gedächtnis zu rufen - so wie Save The Ring den Protest zum Ausdruck bringt, daß gegen unseren Willen gehandelt wurde - aber auch die Hoffnung auf eine gute Nürburgring-Zukunft unter komplett veränderten Voraussetzungen.

Es waren einzelne Personen, die sich an der Rennstrecke vergangen haben und genau so, wie wir die Erfinder und Erbauer der Nordschleife in Ehren halten, so verdienen auch die Schuldigen ein Denkmal der Verachtung, damit ihre durchtriebenen Taten nie in Vergessenheit geraten.

Tags: NForum | Geburtstag | Insolvenz | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Dienstag, 04. Februar 2014

Keine vernünftigen Angebote für den Nürburgring?

Im Juni letzten Jahres hieß es noch:

“Medienberichten zufolge sind bisher rund 100 Interessenbekundungen eingegangen, davon seien etwa 30 ernstzunehmende. Verbindliche Angebote liegen allerdings noch nicht vor. In Automobil-Branchenkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass am Ende tatsächlich 30 verbindliche Angebote für den Nürburgring abgegeben werden.”

Und heute dann so:

“Der Nürburgring-Verkauf droht zum Fiasko zu werden: Das vermeintliche Angebot von Bernie Ecclestone gibt es offensichtlich nicht, die Insolvenzverwalter suchen händeringend nach einem Käufer für die Rennstrecken samt angeschlossenem Pleite-Freizeitpark. Auch der Zeitplan dürfte kaum zu halten sein.”

In meinen Augen sind das gute Nachrichten, denn eine Möglichkeit den Verkauf zu stoppen, wäre natürlich auch, daß es keinen Käufer gibt.

Und was ist mit Capricorn oder der HIG Heuschrecke?

“Capricorn tat sich allerdings schwer, die geforderten Finanzierungsnachweise zu erbringen. Inzwischen soll nach Informationen aus dem Umfeld der Insolvenzverwalter daher HIG Capital die Nase vorne haben. Die Finanzierung ist für den 13 Milliarden US-Dollar schweren Finanzkonzern aus Miami nicht das große Problem – hier allerdings hakt es anscheinend am Nutzungskonzept. „Wir waren ziemlich entsetzt“, sagt ein Nürburgring-Mitarbeiter zu den Gesprächen, die HIG-Vertreter mit der Belegschaft geführt haben, „die HIG-Leute haben überhaupt keine Ideen, wie sie das Geschäft weiterentwickeln wollen. Im Grunde wollen sie die Anlagen so weiter betreiben wie bisher. Aber an der Pleite hat man ja schon gesehen, dass das so nicht funktioniert.“”

Hier gibt es noch einen Bericht bei yahoo/AFP und erstaunlicherweise auch ein kritischer Bericht beim SWR.

Ich hoffe mein Eindruck täuscht mich nicht, daß die IV’er auf dem Rückzug sind und doch nicht so schnell - hektisch! - der Verkauf durchgeboxt bekommen. Die Stimmen nach einem Verbleib des Rings in öffentlicher Hand werden jedoch immer lauter.

Es gibt sogar - bereits 10 Tage vor der Demo! - eine Vorabmeldung im Focus und auch die WiWo hatte die Demo mit drin.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Demo


Donnerstag, 30. Januar 2014

Wieso sitzt Kurt Beck eigentlich noch nicht hinter Gittern?

Allgemeine-Zeitung:

“Wenn er vor der Situation stehen würde, würde er in puncto Ring ‘wieder was machen’ (..)”

Hat 500 Millionen Euro Steuergeld verbrannt, die berühmteste Rennstrecke der Welt in den Ruin getrieben - und erzählt kackdreist, er würde es jederzeit wieder tun?

Das erfüllt in meinen Augen den Tatbestand § 126 Strafgesetzbuch.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: KurtBeck


Freitag, 24. Januar 2014

Sonntag ist wieder Demo-Zeit!

Die Politik muß endlich begreifen, daß sie Region und Sport nicht ignorieren darf!

(Klick! für gross.)

Kurz-URL zum Facebook-Event: renn.tv/go/demo.

Und aktuell Sabine im Interview:

“Wir werden weiter kämpfen und ungemütlich bleiben!”

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Demo


Freitag, 17. Januar 2014

Nicki Lauda kann auch politisch - wenn er will.

krone.at:

Finden Sie es richtig, dass Bundeskanzler Werner Faymann nach Sotschi fährt?

“Wenn österreichische Sportler dort um olympische Medaillen kämpfen, muss auch die Politik da hin. So war es früher auch in der Formel 1, zum Beispiel in Südafrika. Da finde ich es viel unglaublicher, dass das offizielle Österreich nicht am Begräbnis von Nelson Mandela teilgenommen hat. Das hat bei mir große Verwirrung ausgelöst. Fürs Image Österreichs im Ausland war es eine Katastrophe.”

Ich finde Prominenz und Sportler sollten sich viel intesiver in die Politik einmischen - man sieht ja, wie schnell sie sonst zum anscheinend willenlosen Spielball werden.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tag: NickiLauda | Lauda


Es gibt gute Chancen, den Nürburgring-Verkauf zu stoppen.

Im Gegensatz zur Politik, die nur das alternativlos Argument als Grund anführen kann, geht Dieter Frey im Detail auf die Situation ein und die Gefahren, die sich aus dem aktuellen hektischen Verkauf ergeben:

„Ja zum Nürburgring“ will den Verkauf der Rennstrecke mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission des Nürburgrings stoppen. Wie realistisch ist das?

Wir halten dies für sehr realistisch, da die EU-Kommission bei Verstößen gegen die Transparenz und das Gebot der Diskriminierungsfreiheit von Bietverfahren verlangt, dass ein Verkaufsprozess eingestellt und neu konzipiert wird.

Es gibt gleich mehrere gravierende Fehler, die die Vorgehensweise der Insolvenzverwalter - um damit der Politik - in Frage stellen.

Daß der Verkauf der gesamten Anlage an einem Stück bevorzugt wird, dafür sprechen viele Anzeichen:

  • der ADAC wurde gedisst, obowhl er 37 Mio Euro (?) für die Rennstrecken geboten hat. Das sei zu wenig gewesen, aber Capricorn ist mit anscheinend 50 Mio Euro (?) der Favorit.

  • die Geschäftsunterlagen der Nürburgring GmbH, die hochtrabend als “Datenraum” bezeichnet werden, können nur von max. 5 Parteien eingesehen werden. Diese Beschränkung alleine ist schon eine Diskriminierung der Anbieter, die auf einzelne “Cluster” bieten. Sie liegen im Preis natürlich niedriger, als jemand, der auf alles bietet.

  • Denn Nuvoloni spricht ganz offen von Gesamtpreismaximierung.

  • Der Verkaufsprospekt wirbt für die Komplettanlage und einen “Neustart ohne Altlasten”.

Das erlaube den willkürlichen Ausschluss von Bietern, siehe ADAC und darüber hinaus gibt es noch weitere Schwächen, z.B. fehlende Bewertungs- oder Zuschlagkriterien. Und die durch illegale Beihilfen entstandenen Wettbewerbsverzerrungen werden weiter verfestigt, anstatt sie aufzulösen.

Das mag bei normalen Insolvenzen an der Tagesordnung sein, aber die Nürburgring Situation ist eine völlig andere. Die Regierung versucht durch den Verkauf einer eventuellen Rückforderung von verbotenen Beihilfen zuvorkommen. Auf der einen Seite ist die Rückforderung noch lange nicht ausgesprochen, auf der anderen Seite gesteht die Regierung durch den vorauseilenden Gehorsam automatisch ihr illegales Handeln in der Vergangenheit selber ein.

Wenn der Verkauf an sich jetzt aber auch noch ZUSÄTZLICH gegen EU Gesetze verstößt, dann gräbt sich der Nürburgring tiefer in den Schlamassel, als ihn loszuwerden. Also eine Fortsetzung dessen, was uns die letzten Jahre immer wieder als “Neuanfang” und “Zukunftskonzept” auftischt wurde: es ging immer tiefer bergab!

Dabei hat die Regierung - obwohl sie es gerne anders darstellt - alle Fäden in der Hand: das Land ist der Hauptgläubiger und die Insolvenz findet in Eigenveraltung statt.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: DieterFrey | Frey | JaZumNürburgring


Mittwoch, 15. Januar 2014

Malu Dreyer verspricht den seriösen Partner ... und auf die Bühne kommt Bernie Ecclestone.

Malu Dreyer meinte an Weihnachten auf Facebook:

“Ich habe die Beiträge gelesen und möchte auch hier noch einmal meine Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass ein seriöser und guter Partner für die Zukunft des Nürburgrings gefunden werden wird. ”

und heute steht in der Zeitung:

“Ecclestone greift nach dem Nürburgring - Der Formel–1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.”

Na dann ist ja alles klar.

Könnt Ihr schonmal den Bankraub planen, wenn Ihr nochmal Touristenfahrten machen wollt.

UPDATE:

Ein Gutes hat diese Ecclestone Nummer ja: so landen Otto Flimm’s Bemühungen sogar im Express.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | MaluDreyer | Ecclestone


Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: EvelineLemke | Lemke | Insolvenz | Erlebnisgrab


Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: WiWo | WirtschaftsWoche | Flimm | JaZumNürburgring


Samstag, 04. Januar 2014

Kurt Beck reiht sich nahtlos ein ...

… zu Ronald Pofalla, Roland Koch, Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Helmut Kohl, …

Abendblatt:

“Prominente Seitenwechsler – Beck, Koch, Schröder und Kohl: Kurt Beck (SPD) wechselte 2013 nur wenige Monate nach seinem mit gesundheitlichen Problemen begründeten Rücktritt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident als Berater zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.”

Schön, daß die wahre Gesinnung von Kurt Beck auch in der Allgemeinheit ankommt.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: KurtBeck


Freitag, 03. Januar 2014

Die Demo wirkt noch nach, Christian Menzel gibt weiter Gas.

Wochenspiegel:

Ring-Demo: Menzel beklagt das Fernbleiben der Politik

Gegensätzlicher konnte die Resonanz nicht sein: Während über 2.000 Menschen jüngst gegen den drohenden Verkauf des Nürburgrings am Nordschleifen-Streckenabschnitt Parkplatz Brünnchen demonstrierten, blieb die Politik bis auf ganz wenige Ausnahmen der Veranstaltung fern.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Demo | Erlebnisgrab


Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Hering | Insolvenz | Erlebnisgrab


Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Hering | Erlebnisgrab | Insolvenz


Donnerstag, 12. Dezember 2013

Jetzt liegt es an uns!

Die Karten zum Nürburgring-Verkauf liegen sowas von offen auf dem Tisch:

Das Rennen läuft, jetzt liegt es an uns!

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Insolvenz | Demo | Erlebnisgrab


Mittwoch, 11. Dezember 2013

Nürburgring Demo Sa. 21.Dez.!

Sabine Schmitz und Christian Menzel rufen zu einer Protest-Demo, um sich gegen den Nürburgring-Verkauf zu wehren!

Sabine:

“Ich bitte um Teilnahme! Das ist wirklich unsere letzte Chance.”

Christian:

“Es ist 5 vor 12 - oder doch schon zu spät? Der Nürburgring darf nicht verkauft werden!”

Symbolisch startet die Demo um 5 vor 12 - und zwar genau:

Nürburgring, Samstag, 21.Dez., 11:55 Uhr

Ablauf und Ort werden noch bekanntgegeben, aber bitte haltet Euch schonmal den Termin frei, damit richtig viele Leute zusammenkommen.

Am besten gefällt mir diese Antwort auf Facebook von Henrik:

“don’t understand german, but i have nothing to do on the 21 dec. I’ll take the trip from Norway, no problem. Save The Ring”

Save The Ring ist übrigens vorgestern 3 Jahre alt geworden - naja - hat zwar niemand gratuliert, aber so wirklich ein Grund zum Feiern ist es ja auch nicht. Wir kämpfen und strampeln uns ab, doch die Politik interessiert sich nicht die Bohne für die Probleme. Sie wollen einfach nur an der Macht bleiben und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Kurt Beck verantwortet jetzt bei der Friedrich Ebert Stiftung wieder ein Jahresbudget 139 Millionen und seine Nachfolgerin Malu Dreyer lässt verlauten, daß der Nürburgring ihr keinen Anlass zur Sorge bereitet.

Also Leute, wenn Ihr auch so wütend seid wie ich, dann lasst das nicht auf Euch sitzen und mobilisiert alle Kräfte, damit wir eine kräftige Demo bekommen, deren Wellen auch Mainz erschüttern!

Und ja - Ihr habt Recht - viel können wir nicht mehr ändern. Aber wir sollten ihnen die geplante Zwangsenteignung so schwer wie möglich machen! Und wer weiss? Vielleicht kippen wir es ja doch!

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: DemoSabine | Menzel


Samstag, 07. Dezember 2013

Dreyer schaltet sich zum Thema Nürburgring ein ...

... und erklärt die Diskussion kurzerhand für beendet:

“Aus meiner Sicht gibt es im Moment keinen Anlass zur Sorge.“”

Seht Ihr: alles Ordnung, bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Nur falls jemand meinte es würde nach Kurt Beck besser werden.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tags: Dreyer | Insolvenz | Erlebnisgrab


Mittwoch, 04. Dezember 2013

Übrig Ns vom Mittwoch.

Kommentare: Facebook | N-Forum | Tag: ÜbrigNs


Freitag, 29. November 2013

Kurt-Beck-Gedächtnispark mit der nächsten Luftnummer.

Lange brauchten die Nürburgring-Verzocker Insolvenzverwalter Lieser & Schmidt ja nicht, um sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Den ADAC haben sie nicht an die Geschäftsdaten gelassen, aber einen umtriebigen Träumer schon: ohne Geld an den Hacken den Nürburgring übernehmen - das kommt uns doch irgendwie bekannt vor?

Große Sprüche und kleine Kasse - wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht auch ein zweites Mal! Da scheint der Kurt Beck sich ja echte Gesinnungsgenossen ausgesucht zu haben, um den Nürburgring abzuwickeln. Sie führen sein Werk tatsächlich zu Ende, wenn ihnen niemand Einhalt gebietet. Otto Flimm hatte ja gestern schon eindrücklich den Stopp des Verkaufsprozesses gefordert.

Wieviele Schaumschläger sollen sich eingentlich noch an der Nordschleife gesundstossen, bis sich da mal bei den Sportlern und der Bevölkerung Widerstand regt? Alles wird gut?

Kommentare: Facebook | N-Forum

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Insolvenz | WiWo


Dienstag, 19. November 2013

Heute vor 6 Jahren war der Nürburgring 500 Millionen Euro reicher.

Am Ringtrauertag, dem 19.November 2007 - also heute vor 6 Jahren - hat der Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion beschlossen.

Der Jahresfehlbetrag lag Ende 2006 bei 40 Millionen Minus - hauptsächlich weil eine massive Rückstellung von 36 Millionen Euro gebildet wurde. (Nachzulesen im GmbH Bericht Nürburgring / Unternehmensregister). Dazu kommt noch das Kafitz’sche Management mit millionenschweren Fehlentscheidungen - z.B. Bikeworld. Bereinigt um das Missmanagement also eine augeglichene Bilanz - bitte glaubt nicht der Beck’schen Propaganda, daß die Rennstrecken sich nicht getragen hätten.

Warnung vor der Katastrophe - Flyer vom 15.September 2007: “Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.”

Stand heute, also 6 Jahre später: 560 Millionen Euro Schulden erwirtschaftet durch den Katastrophen°Park und beschlossen von 4 Männern, die es immer noch wagen stolz durch die Gegend zu laufen.

An diesem Ringtrauertag gedenke ich der armen Nordschleife, die unschuldiges Missbrauchsopfer wurde, um diese gigantische Geldumverteilungsmaschine in Gang zu setzen.

Tags: Ringtrauertag | Erlebnisgrab | Aufsichtsrat | Deubel | Pföhler | Härtel | Kühl


Samstag, 16. November 2013

Übrig Ns vom Samstag.

Kommentare: facebook.com/renntv
Tag: ÜbrigNs


Sonntag, 03. November 2013

Übrig Ns vom Sonntag.

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 31. Oktober 2013

Die Schaumschläger vom Ring.

Oder wie die WiWo titelt:

PR-Loopings mit der Geisterbahn

Heute soll also - mit nur 4,5 Jahren Verspätung - die Achterbahn in Betrieb gehen. Da fasst man sich natürlich beidhändig an den Kopf, was das jetzt - Anfang November mitten in der Eifel - soll?

Das übliche Getöse auf der offiziellen Webseite, das geht schon auf der Startseite los.

Jetzt ist auch klar, wie die das mit dem Unterfahrschutz gelöst haben: man darf einfach keine Gegenstände mitnehmen. Also nichtmal eine Brille, Uhr oder Schlüssel. Steht in den Nutzungsbedingungen (PDF).

Und Personen über 1,95 dürfen auch nicht mit. WTF? Ist die Bahn aus dem Mittelalter?

Aber der größte Witz ist dieser:

"Da die Fahrt überwiegend im Freien stattfindet, muss der Betrieb möglicherweise aus witterungsbedingten Gründen eingestellt werden, um die Erlebnisqualität nicht zu beeinträchtigen."

Sehr Ihr? Erlebnisqualität! Kein Wort darüber, daß bei Wind, Regen, Kälte, Schnee - also bei Nürburgringwetter - die Fahrt garnicht erlaubt ist. Und bei Rennveranstaltungen sowieso nicht. Wilhelm Hahne ist da mal tiefer eingestiegen.

Ich nenn das mal ganz platt Verarschungsqualität. Die hätten das Ding abreissen sollen, solange noch Zeit dafür war.

Jetzt poltert der Kasperlekarren an den Büros vorbei, verbrät mehr Geld, als er einnimmt, nur weil die Leichenfledderer Insolvenzverwalter gute Nachrichten verbreiten müssen. Die denken, daß sie in 6 Monaten mit vollgestopften Taschen fein raus sind, wenn unsere Enteignung besiegelt wird und das öffentliche Eigentum Nürburgring in private Hand verschoben wird.

Und weil’s gerade so schön zum Thema Verarschung passt: die Schön-Wetter-Abteilung der Landesregierung mit dem Namen “Freunde des Nürburgring” macht auch wieder von sich reden mit diesem Text, den die selber verfasst haben. “Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.” DAS glaub ich sogar, die betuteln sich gegenseitig und fühlen sich toll dabei.

In der Region selber leider nur Schockstarre, statt Protest gegen den Ausverkauf einer einmaligen Rennstrecke gibt es nur Werbung für Junggesellenfeste.

Auch im Industriegebiet Meuspath nur Schulterzucken. Entweder haben die sich ihrem Schicksal schon ergeben oder reden sich ein, daß alles gut wird.

Da tut es gut, wenn den Trickspielern die Hosen runtergezogen werden - wie jetzt aktuell in der WiWo. Auch wenn ich meine Zweifel habe, daß das Viele der 13.247 Einwohner der VG Adenau aufrüttelt.

Es ist zwar spät, aber noch nicht zu spät: solange keine Tinte unter dem Verkaufsvertrag steht, kann der Verkauf gestoppt werden!!

Tags: Achterbahn | Insolvenz | Erlebnisgrab | WiWo


Dienstag, 29. Oktober 2013

Übrig Ns vom Dienstag.

Was sonst noch so im Nternet passiert ist:

Tag: ÜbrigNs


Freitag, 18. Oktober 2013

Übrig Ns vom Freitag.

Nteressante Netz-Fundstücke in lockerer Folge:

Falls Ihr Links für mich habt: Danke, immer her damit! :) Aber bitte vorher prüfen, ob ich das schon hatte. (Email steht ganz oben.)

Tag: ÜbrigNs


Donnerstag, 29. August 2013

Das Fahrsicherheitszentrum und der Offroad-Park ...

geben Wilhelm Hahne zu denken. Man könnte vermuten, daß die Anteile am FSZ verkauft worden sind - das wäre dann ohne Ausschreibung passiert und der Offroad-Park soll mit dem Nürburgring verkauft werden, obwohl er im Falle einer Insolvenz wieder an Drees zurückfällt. Und wenn Drees da nicht hart am Ball bleibt, dann machen sich die Verantwortlichen der Gemeinde schuldig. Also Aussitzen - was in der Politik immer gerne gemacht wird - wäre diesmal keine so gute Option.

Tags: Fahrsicherheitszentrum | Offroadpark | Insolvenz | Erlebnisgrab


Sonntag, 25. August 2013

Kein Wunder, daß nachts das Erlebnisgrab immer hell erleuchtet ist.

Und sogar die Riesenvideowand rund um die Uhr durchläuft, auch wenn keiner draufguckt. Stellt sich raus, die Stromkosten werden nicht vom Betreiber gezahlt, sondern uns allen.

(Danke Eddie!)

Tags: Stromkosten | Erlebnisgrab


Sonntag, 21. Juli 2013

Mikebericht von VLN 5. // renn.tv Coverage Nürburgring Endurance VLN 5.

After my Le Mans adventures 4 weeks ago it was time for Nürburgring Endurance again!

(Nach meinen Le Mans Abenteuern von vor vier Wochen war es wieder Zeit für VLN Langstrecke!)

First thing to say hello to me in the paddock was this, Save The Ring!

(Komm ich im Fahrerlager an und erstmal das: Finger weg!)

Olaf Manthey fully relaxed after his Le Mans double victory in GT-PRO.

(Ein entspannter Olaf Manthey mit Le Mans Doppelsieg in der Tasche.)

Nice to see some Ja zum Nürburgring stickers on some cars.

(Schön auch ein paar JzN Sticker auf den Autos zu sehen.)

Cozy racecar.

(Picknickdecke im Rennauto lässt aber auch tief blicken.)

Uwe Alzen, we had some very entertaining discussions about politics. His arguments are as uncompromising as his driving.

(Habt Ihr Euch mal mit Uwe Alzen über Politik unterhalten? Da macht er genauso wenig Gefangene wie auf der Rennstrecke, sehr empfehlenswert.)

Transit van with Porsche wheels/brakes? Want!!

(Transit mit Porschefelgen und -bremsen? Muss ich haben.)

Ralf Schall and his DTM Mercedes 190.

(Die Schalls bleiben ihrem 190er treu.)

A situation I know from Le Mans too well: Pierre Kaffer signing autographs.

(Wie in Le Mans: Pierre Kaffer beim Autogrammeschreiben.)

I used the chance to get some inside tipps from the social media guru Pierre!

(Hab ich mir vom Social Media Experten Pierre direkt mal ein paar Tipps abgeholt.)

Tire Pressure (Luftdruck)

Christopher won in court against his manager when he arrived at the Ring. And he won the class Cup Porsche while being here.

(Christopher Mies kam schon mit einem Sieg am Nürburgring an und ist mit noch einem wieder nach Hause gefahren.)

You always wonder how I do these pictures? That's how, thanks Bjoern! :)

(Ihr fragt Euch, wie ich immer diese Selbstportraits mache? Geheimnis gelüftet dank Bjoern! :) Lange Arme können allerdings nicht schaden.)

This is Helmut Kissling, who I know back from the days when working at Opel DTM 20 years ago. After the Kissling company took over responsibilities in the Astra Cup, he does not enter racing cars anymore. I have to admit I like his new role, especially as Helmut celebrated his 70th birthday in January!

(Helmut Kissling kenn ich schon ewig, das geht zurück bis zu meinen Laufversuchen als Dateningenieur bei Opel. Aber eigentlich kannte ich ihn immer nur in oder unter einem Auto steckend! Ich muss sagen seine neue Rolle gefällt mir auch ausgesprochen gut. Mit 70 ist es ja auch lange noch nicht zu spät mal was neues auszuprobieren!)

This is the Opel Gang with Volker Stryek, Stefan and Helmut Kissling.

(Die Opel Truppe mit Volker Strycek, Stefan und Helmut Kissling.)

Nice and tidy. (Akurat das Werkzeug.)

Ring Coach René Wolff, looks after the French part of Kremer Racing.

(René Wolff kümmert sich um den Franzosen-Porsche, den Kremer Racing einsetzt.)

Can you guess why the numbers on the steering wheel?

(Könnt Ihr raten, was die Nummern auf dem Lenkrad sollen?)

Proper TAPE job! (Sauber abgeklebt!)

Uwe just out of his car, after his qualifying record lap in 8:02,418. Watch it onboard here: renn.tv/2199. Which reminds me of his 8:09,949 race record lap that I released as DVD 8 years ago - the pre-GoPro era.

(Uwe gerade aus dem Auto nach seiner Rekordrunde für die Pole Position. Die Onboard dazu könnt Ihr Euch hier anschauen: renn.tv/2199. Erinnert mich an meine renn.tv DVD von 2005, auch schon wieder 8 Jahre her. Das war noch in der Vor-GoPro-Era.)

Unbelievable, sunshine at the Ring! One driver - Herbert von Danwitz - mentioned to me he managed 3 dry laps so far this year. And now this!

(Sonne? Am Ring? Herbert von Danwitz meinte, er hätte bisher 3 trockene Runden zusammengebracht. Und jetzt so!)

Some samples of the machinery used at the Ring's paddock, like this aircooled Suzuki 2 stroke ...

(Aus der Kategorie Grundehrlichefahrzeuge war einiges am Ring im Fahrerlager im Einsatz, diese luftgekühlte 2-Takt Suzi, ...)

... a very nice Zündapp Mofa ...

(... Zündapp Mofa ...)

... and what is "Klapprad" in English?

(... und Klapprad!)

We always had to drive with MYK numberplate, because they united KO (Koblenz) and MY (Mayen). That was decades ago, but recently they allowed the old combinations again. I'm born in Mayen, so this is really nice.

(MY Nummernschild! Daß ich das noch erleben darf. Muss dazusagen, daß ich in Mayen geboren bin.)

Kissling Corvette got new owner.

(Neuer Besitzer für die Kissling Corvette.)

Was talking to Georg Weiss, when his car got pushed to the grid. Good to have the camera handy, I like that picture.

(Hab mich mit Georg unterhalten, als sein Auto in die Startaufstellung kam. Gut die Kamera griffbereit zu haben, mir gefällt das Bild!)

Do you know Masseur Axel? A must see movie, not only because I did that, but it's just hilarious. Thats's the man himself and here is his movie: youtu.be/IXvsiFgWX7Y.

(Wisst Ihr noch? Masseur Axel? Das isser!)

While we are talking about Dirk Adorf: we watched the start together, which was fun. He has a new role, offering his help to BMW teams. Both as a driver and consulting any way they want.

(Wo wir gerade über den Dirk sprechen - haben uns schön den Start zusammen angeguckt. Er hat sich einer neuen Aufgabe verschrieben, nämlich BMW Teams seine Hilfe als BMW Mann anzubieten. Sowohl was das Fahren angeht, als auch sonstige Tipps und Tricks. Kommt gut an in der Szene!)

Pohlen racing is back!

I spent some time at Wehrseifen ...

(Hab mich ein bisschen im Wehrseifen rumgetrieben ...)

I was prepared to run for cover! That was close.

(Ich bin gedanklich schon hinter die Leitplanke gesprungen, das war knapp.)

Different kind of Mercedes battle.

(Eine etwas andere Art von Mercedes Kampf.)

Umbrellas: yes. Rain: no!

(Regenschirme ja, aber kein Regen!)

Nice message für Wolf Silvester: Tschüss für alles.

Hot temperatures leads Ferraris to strip!

(Kaum gehen die Temperaturen hoch, ziehen die Italienerinnen die Klamotten aus!)

Ever heard of Dennis Trebing? Look at this!!

(Dennis Trebing? Schonmal gehört? Schaut Euch dieses Bild an!!)

That was Dirk Adorf's drive.

(Den ist der Dirk gefahren.)

Dieter Weidenbrück - my regular talk partner in the hangouts we do - drove the 991 to victory in class V6.

(Klassensieg für den Dieter Weidenbrück!)

Class victory for the 458 as well. Check GT Corse on Facebook.

(Klassensieg in der SP8, GT Corse ist auch auf Facebook.)

Great to meet Aziz again, finished 2nd overall!

(Schönes Wiedersehen mit Aziz, ist 2. geworden!)

The leading car: Frikadelli Racing. Coming into the pits ...

(Frikadelli führt und kommt in die Boxen zum Fahrerwechsel ...)

... and all mechanics photographer jump at it!

(und sofort stürzen sich alle Mechaniker Fotografen auf das Auto!)

Off goes Klaus Abbelen ...

(Jetzt fährt Klaus die Schlußrunden ...)

... while Patrick Pilet checks back with race control some incident.

(... während Patrick Pilet bei der Rennleitung vorspricht.)

Patrick Huisman looking foward to win this race and hard to believe: Sabine couldn't take part due to some minor injury on her ancle!

(Patrick Huisman hofft auf den Sieg und kaum zu glauben: Sabine konnte nicht mitfahren, weil sie sich den Knöchel verstaucht hat!)

Teammanager Frank Lynn not always citable! :)

(Frank Lynn auch nicht immer zitierfähig!)

Look at this: first and second place next to each other at the pitwall: Frikadelli and Schubert. I did this little Video, when Klaus crossed the line for the first overall victory of Frikadelli Racing.

(Lustig zu sehen, Frikadelli - 1. - und Schubert - 2. - waren direkt nebeneinander. Hier auf Video, als Klaus über die Ziellinie fährt.)

Off to the ceremony ...

(Auf zur Siegerehrung ...)

... of course with crate of beer!

(... natürlich mit Kasten Bier!)

No idea how that happened.

(Hab keine Ahnung, wie das passiert ist.)

Johannes Stuck had some argument with Jochen Krumbach.

(Johannes Stuck hat mit Jochen Krumbach wohl noch was offen.)

But it wasn't this. Watch this video how it happened.

(Das kann's nicht gewesen sein, hier ist ein Video vom Unfall.)

 

Happy Karl Mauer to see Frikadelli, Schubert and Wochenspiegel on the podium.

(Karl Mauer freut sich, was für ein tolles Podium: Frikadelli, Schubert, Wochenspiegel.)

Champagne!

Sabine's mother Uschi couldn't stay at home and watched this live, Audi's Werner Frowein was one of the first to congratulate.

(Uschi hat es zuhause nicht mehr ausgehalten und live vor Ort mitgefiebert - Werner Frowein von Audi war einer der ersten Gratulanten.)

Next VLN is in 5 weeks time, but I'm not sure Team Frikadelli has recovered from their party until then! :)

Thank you for reading my report - check out my full picture set here and keep the feedback coming on the renn.tv Facebook page.

(Das nächste VLN Rennen ist zwar erst in 5 Wochen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Frikadelli's sich bis dahin von der Siegerfeier erholt haben!

Danke für das Lesen dieses Mikeberichts - hier gibt es das komplette Foto Set. Und über Rückmeldungen freue ich mich im N-Forum oder auf der renn.tv Facebook Seite.)

Tags: Mikebericht | VLNLangstrecke | Coverage | English


Freitag, 19. Juli 2013

Der Fahrplan für den hektischen Nürburgring-Verkauf wird weiter ungebremst durchgezogen.

Im Frühjahr nächsten Jahres (Q1 2014) soll alles verkauft sein und die Zeitungen hüten sich wieder mal davor unbequeme Fragen zu stellen. Zum Beispiel wer die Gehälter der Mitarbeiter bezahlt der insolvenzen Nürburgring GmbH oder die Zinsen für aufgelaufenen Schulden in Höhe von über 550 Millionen Euro.

Ich bin sicher der Fahrplan bis zum Verkauf nächstes Jahr steht und niemand scheint ihn aufhalten zu können. So ein Pressetermin wie gestern gehört zum Programm und die Medien spielen bereitwillig mit, hier eine Auswahl:

Tenor: Alles super, alles toll - heile Welt und Blümchen-Tanz. Daß die Nordschleife bluten soll für die Freizeitpark-Katastrophe, wird unter den Teppich gekehrt.

“Uns ist es gelungen, das Ruder herumzureißen und dem Nürburgring eine neue Perspektive zu geben.”

meint der von Kurt Beck erst kürzlich ernannte Professor und hat überhaupt kein Problem damit sich als Sanierer feiern zu lassen. Für die Schandtat ein volkseigenes Denkmal zu privatisieren.

Tags: Insolvenz | Erlebnisgrab | Insolvenzverwalter | Doppeldoktor


Montag, 01. Juli 2013

0,8 Mio Euro veruntreut? Ich komm auf das 600-fache.

Also in Mainz möcht ich nicht leben müssen, die Medien dort reiben den Leuten immer neuen Sand in Augen. Wie jetzt bei einem weiteren Verhandlungstag im Untreueprozess, da wird unkritisch ohne Hinterfragen die Zahl 800.000 Euro als Untreue weiterverbreitet.

Dabei wissen wir inzwischen, daß die Nürburgring GmbH mit satten 550 Millionen in der Kreide steht und alle Immobilien zusammen - also inklusive Nordschleife! - auf einen Restwert von ungefähr 70 Millionen kommen. Das heißt nach meiner Milchmädchenrechnung mal mindestens 480 Millionen Euro veruntreut in den letzten 6 Jahren.

Aber in Rheinland-Pfalz überrascht mich längst nichts mehr, da hat der als Zeuge geladene Justizminister überhaupt keine Hemmungen mal vorher den vorsitzenden Richter anzurufen.

UPDATE:

Ursula Samary greift das in der Rhein-Zeitung mit Jochen Hartloff’s Anruf nochmal gesondert auf.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Samstag, 15. Juni 2013

95% finden: Kurt Beck ist ein dreister Lügner.

Ist Kurt Beck dämlich? falsch beraten? oder dreister Lügner?

Hab ich gestern mal als repräsentative Umfrage in Facebook gemacht, haben sich insgesamt 109 beteiligt.

Das Ergebnis:

2%

“Kurt Beck ist zu dämlich die Zusammenhänge zu überblicken.”

3%

“Kurt Beck ist einfach nur falsch beraten”.

95%

“Kurt Beck ist ein dreister Lügner.”

Schade, daß man solche Fragestellungen nie im SWR sieht. Auch wenn die in ihrem Medien-Politik-Paralleluniversum noch so lange alles schön und toll tünchen, die Leute können sich ganz gut eine Meinung bilden.

In diesem Zusammenhang hier noch einmal der Link zu seinem Auftritt am Mittwoch in Marburg.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | KurtBeck | Umfrage


Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Donnerstag, 06. Juni 2013

Der Ring wird immer tiefer reingeritten.

Heute war im Landtag wieder Nürburgring-Tag und prompt hagelt es von allen Seiten schlechte Nachrichten. Dieses Nürburgring-Gesetz - hatte ich ja hier schonmal - wurde im Landtag behandelt (Link zum Gesetzesentwurf als PDF in WiWo).

Aber auch die Wirtschaftswoche hat sich damit beschäftigt, lange nichts mehr von Florian Zerfaß gehört! Stellt sich raus, die sind auf dem besten Wege in die nächste Beihilfefalle zu springen.

Die Rhein-Zeitung bzw. deren Redakteur Dietmar Brück geht sogar soweit zu titeln:

“EU hat entschieden: Rennstrecken am Nürburgring werden verkauft”

Das ist natürlich völliger Blödsinn. Nicht die EU hat das entschieden, sondern nach meiner Einschätzung die sich die Taschen vollmachenden Insolvenzverwalter. Deren Handeln von der Landesregierung ferngesteuert wird. Nennen sich Sanierer und haben in einer Marathonsitzung auf den Gläubigerausschuss eingewirkt, bis dieser den Verkauf beschlossen hatte.

Natürlich muss überhaupt nicht verkauft werden und schon garnicht so dringend. Aber ein Pfahl nach dem anderen wurde eingschlagen und der Spielraum immer kleiner. So läuft das heute.

Und so ist sich die Rhein-Zeitung auch nicht zu schade, das so wirken zu lassen, als sei das eine alternativlose Vorgabe der EU.

Es ist übrigens erst knapp 6 Jahre her, als der amtierende Finanzminister Carsten Kühl mit seinen 3 Aufsichtsratskollegen den Bau der tödlichen Erlebnisregion beschlossen hat. Die 80 Jahre davor ging es dem Ring eigentlich ganz gut. Um Carsten Kühl muß man sich übrigens auch keine Sorgen machen, der genießt höchstens Ansehen. Also bei seinen Kumpels, nicht bei mir. Aber das ist ihm sowieso egal.

Wir sind ja inzwischen gewohnt zu leiden, aber der Showdown, den wir aktuell erleben, ist mit seiner Erbärmlichkeit nur sehr schwer zu ertragen.


Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Samstag, 30. März 2013

Eiszeit-Kommentar im Motorsport-Magazin.

Gut geschrieben von Sönke Brederlow:

“Es herrscht Eiszeit am Nürburgring. Schnee, Eis und auch die Politik lassen die Traditionsrennstrecke in der Eifel erstarren. (..)”

“Doch auch abgesehen vom Wetter herrscht am Nürburgring derzeit Eiszeit, denn die Landesregierung wird den insolventen Ring verkaufen! Motorsport-Fans, Veranstalter und Rennfahrer sind sich einig: der Nürburgring wird in privater Hand nie eine Zukunft haben. (..)”

So langsam kommt die Botschaft an.


Samstag, 16. März 2013

Am Dienstag schlägt der Ring in Mainz auf.

Bei der Otto Flimm Veranstaltung vor genau 2 Wochen am 2.März in Nürburg waren breit gefächert alle verantwortlichen Politiker aus der Mainzer Landesregierung eingeladen - und keiner ist gekommen.

Das war nicht nur eine bittere Enttäuschung, sondern (wieder einmal) ein überdeutliches Signal, daß man ausgerechnet mit denen, die diese Sportstätte am meisten angeht, nämlich DIE SPORTLER, nicht gewillt ist zu reden.

Doch Otto Flimm gibt nicht nach und daraus ist die Idee der Demo in Mainz geboren. Es haben sich Viele solidarisiert und inzwischen ist klar:

Wenn die Politiker nicht zum Nürburgring kommen, dann kommt der Nürburgring zu den Politikern!

Der Aufstand in der Region um den Ring ist zwar nach wie vor eine bittere Enttäuschung, aber ich hatte ja 5 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen, von daher keine Überraschung.

Was mich aber positiv stimmt, daß zum letzten Gefecht auch reichweiten-gewaltige Personen wie Peter Meyer aufbrechen oder Organisationen wie der ADAC-Nordrhein. Die wissen genau, daß der deutsche Motorsport schon mächtig auf Kante genäht ist und jeder private, gewinnorientierte Betrieb mit den Folgen für Streckenmiete und Zugänglichkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

So wird dann auch ohne lang drumrum zu reden der Abzug der ADAC Veranstaltungen in Aussicht gestellt, sollten GP-Strecke und Nordschleife tatsächlich den Besitzer wechseln.

Dann gehen am Ring nicht nur für die Zuschauer mächtig die Lichter aus, sondern auch für die Breitensportler. Wer aktiv mit etwas Dynamik und Wettbewerb auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß wieviel ehrenamtliches Engagement nötig ist, um einigermaßen mit einer schwarzen Null solche Rennen zu stemmen. Und trotzdem muss mit ordentlichem Startgeld das Fahrerfeld zur Kasse gebeten werden.

Zwei deutliche Artikel heute, einmal in der Rhein-Zeitung mit Bezug auf Otto Flimm:

“Finger weg von der Nordschleife: Demo gegen Verkauf des Nürburgrings”

Zum ersten Mal lese ich etwas in den Medien, das den Bezug zur Nordschleife deutlich herstellt! Das hatte ich ja schon im Talk erwähnt, daß durch gezielte Wortverdrehungen die Öffentlichkeit eingelullt werden soll:

Die Verscherbler nennt man lobend Sanierer und der gescheiterte Beck°Park wird allumfassend Nürburgring genannt.

Beides völlig an den Haaren herbeigezogen, aber wenn man es lange genug macht, glaubt man es irgendwann sogar selber.

Das Ziel dieser Manipulation ist ganz klar: die Nordschleife ist das wertvollste Asset im Nürburgring-Angebot und man möchte es sich unauffällig zunutze machen, um mit dem Verkauf Geld für die Freizeitpark-Insolvenz herbeizuschaffen.

Bisher sah es auch so aus, als kämen sie damit durch. Buchstäblich in letzter Sekunde scheint es langsam durchzusickern, was das für den Ring und den Sport bedeuten würde und der Widerstand formt sich viel massiver und geschlossener als vorher.

Das ist auch für die Regierenden eine neue Situation und wer die Motorsportler kennt: einmal in Bewegung gesetzt hält die so schnell keiner auf. Die tragen auch ein 2. oder 3.mal den Ring nach Mainz und auch wenn die nächsten Wahlen noch 3 Jahre entfernt scheinen im Frühjahr 2016 - wenn man jetzt weiter versucht, die Ring-Nutzer zu übergehen bzw. zu übertölpeln, könnte das für die jetzt Handelnden bei den nächsten Wahlen noch ein ziemlich bitteres Ende bedeuten.

Dietmar Brück - den wir versuchen auch mal für einen Talk zu gewinnen - schreibt heute morgen:

“Der ADAC-Ehrenpräsident hat Expertise einholen lassen und ist fest davon überzeugt, dass das EU-Beihilfeverfahren keinen schnellen Verkauf nötig macht. „Wir haben Zeit für eine gute Lösung, die auch in Zukunft Breitensport zu bezahlbaren Preisen am Nürburgring garantiert“, so Flimm. Den Ring-Sanierern unterstellt er Profitstreben. Und: Nach einem Verkauf, fürchtet Flimm, „kann der neue Besitzer machen, was er will“. Ein öffentliches Zugangsrecht wird einen Investor seiner Ansicht nach kaum daran hindern, vorrangig auf seinen eigenen Profit zu schauen.”

(Da waren sie ja wieder, die Sanierer - habt Ihr’s gemerkt?)

Und später heute dann dieser Artikel in der WiWo vom ringerprobten Florian Zerfaß:

“Nürburgring Verkauf: Die große Koalition gegen die Regierung.”

"(..) Jetzt hat Meyer die Notwendigkeit gesehen, sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort zu melden: Wegen des anstehenden Verkaufs der Rennstrecke attackiert der ADAC-Boss die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) – und droht mit dem Wegzug aller ADAC-Rennveranstaltungen aus der Eifel.

„Ich habe den Eindruck, dass sich die Regierung mit einem Verkauf einfach des Problems entledigen will. Zu Lasten der Automobilindustrie, die auf dem Nürburgring testet, zu Lasten des Motorsports und der Großregion Eifel“, sagt Meyer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche."

Das tut gut, Rückendeckung zu bekommen, wenn man auf die Straße geht.

Denn die Argumente sind da:

"Doch der ADAC verweist auf ein Gutachten, das der gemeinnützige Verein „Ja zum Nürburgring e.V.“ bei dessen Rechtsanwalt, Dieter Frey aus Köln, in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Sportstätte sei grundsätzlich förderungsfähig, anders etwa als die mit Landesgeld erbauten Hotels und der Freizeitpark. Mehr noch: Die Sportförderung genieße in Rheinland-Pfalz sogar Verfassungsrang, und europarechtlich „spiegelt besonders Art. 165 AEUV die besondere Bedeutung des Sports und die Verpflichtung der Union, zu seiner Förderung beizutragen, wider.“

Die Veranstaltungen auf dem Nürburgring sind laut Frey zu mehr als 90 Prozent Breitensportveranstaltungen, zudem sind in die Rennstrecken selbst praktisch keine Beihilfen geflossen."

Und auch die Demo mit ihrer Entstehungsgeschichte wird angesprochen:

"Dem immer lauter werdenden Protest wird die Landesregierung vor der eigenen Haustür in Mainz nicht so leicht ausweichen können wie der Mitgliederversammlung von „Ja zum Nürburgring“ vor zwei Wochen in Nürburg. Mehrere Regierungsmitglieder waren eingeladen, unter anderem auch Ministerpräsidentin Dreyer und ihre Stellvertreterin Eveline Lemke (Grüne), der für den Nürburgring zuständige Innenminister Roger Lewentz (SPD) und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering.

Dem Verein um seinen Vorsitzenden, den früheren ADAC-Chef Otto Flimm, stieß bitter auf, dass alle eingeladenen Regierungsvertreter absagten, mitunter sogar recht kurzfristig."

Es braut sich was zusammen, nur noch 3x schlafen!

Das hatten wir in der Form erst einmal, am 24.Juli 2011:

Das ist auch nicht das erste Mal, daß Sabine mit ihrer tapferen Mutter Uschi auf die Straße geht:

Damals dachten wir noch, wir hätten Verbündete in Mainz:

Hat sich rausgestellt: iss nich wegen iss nich.

War auch so eine Lektion. Für uns.

Die Lektion für die Regierung kommt dann am Dienstag! Daher nochmal mein Appell: alles was Beine hat in alles was Räder hat und auf zum Regierungssitz am Dienstag! So eine Chance, zu zeigen wer wir sind und wieviele wir sind bekommen wir nicht so schnell nochmal.


Donnerstag, 28. Februar 2013

Nordschleife soll für beck°ruine geopfert werden.

Heute war der Nürburgring in allen Medien, die nämlich brav verbreitet haben, was sich die Insolvenzer mit ihren politischen Einflüsterern ausgedacht haben.

Die entscheidenden Fragen haben die Medien aber höflicherweise nicht gestellt. Man weiß ja, was sich gehört:

  1. Wieso ausgerechnet heute? Antwort: weil morgen die angekündigte außerordentliche Mitgliederversammlung von Ja zum Nürburgring stattfindet.
  2. Wie kann die Nordschleife für den Breitensport erhalten werden? Ganz einfach, indem sie eben nicht den Besitzer wechselt, also Volkseigentum bleibt und damit ihre Nutzung für die Öffentlichkeit weiter gewährleistet ist.
  3. Steigt der Verdienst der Insolvenzverwalter bei höherem Verkaufserlös? Auf diese Frage warte ich schon die ganze Zeit, aber da kann ich lange warten. Die wird nicht gestellt von den Journalisten, die früher mal den Anspruch hatten, die vierte Gewalt im Staate zu sein. Im Umfeld des Nürburgrings verkümmern sie zu Erfüllungsgehilfen der zerstörerischen Kräfte aus Mainz.

Hier mal ein Überblick der gleichgeschalteten Nachbeter:

Trierischer Volksfreund: Verkauf des Nürburgrings beginnt im März und Nürburgring-Käufer muss viel Eigenkapital besitzen.

Presseagentur dadp: Nürburgring soll spätestens im nächsten Jahr verkauft werden.

Presseagentur dpa: Interessenten für Nürburgring - Kein reicher Scheich dabei.

Rhein-Zeitung: Sanierer: Nürburgring geht nur an solide Interessenten - Rennstrecke wird kein Privatvergnügen.

Allgemeine Zeitung: Käufer gesucht - Bis zu internationale 50 Interessenten.

SWR: Eifel-Rennstrecke meistbietend abzugeben

Ich war überrascht, wie heute meine Google Reader Alerts aus so vielen Quellen im Grunde die gleiche Nachricht verbreiten:

  • Verkauf quasi alternativlos, weil sonst Schließung
  • Verkauf wird nicht in Frage gestellt
  • Die Volkseigentum-Verkaufs-Vorbereiter werden als “Sanierer” oder “Experten” in positives Licht gerückt
  • Nordschleife kommt als Thema überhaupt nicht vor
  • Die EU hängt als böse Bedrohung über allem und zwingt zu diesem Handeln (wird auch nicht hinterfragt!)

Und wie bekommt man so einen präzisen Gleichschritt hin?

Ganz einfach: man lädt gezielt zu einem Pressegespräch nach Mainz (nach Mainz!), lullt die Teilnehmer ein, indem man ihnen ihre dadurch erreichte Exklusivität in den Kopf steigen lässt, und hat dann sogar leichtes Spiel, sie zu einer Sperrfrist zu verpflichten.

Der große Aufschlag, der dann völlig unerwartet über die Bevölkerung prasselt, wird aufgrund der breiten Einigkeit nicht hinterfragt und schon sind die Fakten geschaffen. Aus dem Nichts! Anders kann ich mir den heutigen Tag nicht erklären.

Präzise ge-timed auf den Vortag der Otto Flimm Einladung.

Genauso macht es Angela Merkel übrigens auch mit ihren elitären Gesprächsrunden, wo in kuscheliger Athmosphäre Meinungsmacher gezielt auf den geplanten Kurs eingeschworen werden.

Nicht nur, daß man sich davon nicht reinlegen lassen darf - hier wird vor unseren Augen die Nordschleife zu Tode gefoltert, um den Super-GAU der größenwahnsinnigen beck°ruine zu verschleiern. Damit eben dieser seinen fetten Hals aus der Schlinge ziehen kann, scheint jedes Mittel recht.

Galt 2007, gilt 2013: Rettet die Nordschleife vor dem Erlebnisgrab.


Dienstag, 26. Februar 2013

Desaster Recovery Plan für Rock am Ring?

Eigentlich ist das ein Begriff aus der IT im Rahmen von Risk Management, aber ich musste daran denken, als Lieberberg heute zwei Konzerte bekanntgegeben hat:

An sich ja nichts Ungewöhnliches, wenn ein Konzertveranstalter Konzerte veranstaltet.

Wenn er aber seine breit ausgefahrenen Rock am Ring Kommunikationskanäle dafür nutzt - wie zum Beispiel den Rock am Ring Newsletterverteiler, oder Facebook - dann bekommt das schon eine würzige Note.

Kann ich auch gut verstehen, nachdem sie letztes Jahr in luftiger Höhe aus dem Fenster gehalten wurden.

Denn die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Nürburgring-Desasters - um wieder Risk Management Vokabeln zu bemühen - hat sich deutlich erhöht.

Da ist man bei MLK jetzt besser vorbereitet, wer will es ihnen verübeln.


Dienstag, 19. Februar 2013

Langsam bin ich es leid Recht zu behalten.

Kann Kurt Beck nicht einmal Rückgrat zeigen? Kann er nicht. Heute als Zeuge vor Gericht: viel geredet, nichts gesagt. Nur die üblichen Worthülsen, alles super, hinterher ist man immer schlauer und wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht. Bla, bla, bla.

Und wie erwartet: er könne sich ja nicht um alle Details kümmern (Resortverantwortlichkeit, siehe gestern) und es gibt ja auch noch diese … wie heißt es doch gleich? … Erinnerungslücken - das war’s!

Der einzige Lichtblick an diesem traurigen Tag war, daß es Florian Zerfaß geschafft hat den Prozesstag zu besuchen, um gewohnt treffsicher das elende Schauspiel in Worte zu kleiden:

Viel reden, bloß nicht viel sagen (Wirtschaftswoche)

Kurt Beck sagte vor dem Koblenzer Landgericht als Zeuge im Nürburgring-Prozess aus – und mit einer Doppelstrategie zwischen Ahnungslosigkeit und Ausweichen doch fast nichts.

Die Beck°Seuche werden wir und der Ring so schnell nicht los. Und das mit dem Nordschleife-Verkaufen pflanzen die als Sanierer getarnten Bestatter immer tiefer in die Köpfe der Bevölkerung.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Sonntag, 17. Februar 2013

Otto Flimm: Es soll der Eindruck vermittelt werden, alle Probleme des Nürburgrings seien gelöst.

Es ist alarmierend, wie skrupelos Politik im Schulterschluss mit den Insolvenzverwaltern den Nürburgring inklusive Nordschleife zum Verschachern aufhübscht. Das soll das letzte Kapitel werden und jetzt müssen die Rennstrecken endgültig bluten für das Erlebnisgrab Desaster.

Breitensport, Historie und Volkseigentum werden völlig ignoriert und daher lädt Otto Flimm noch einmal ein

zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins „Ja zum Nürburgring“ e.V.

einfach zu merken:

1.März, Freitag - 16.00 Uhr - Nürburg Gemeindehalle.

(Gäste sind willkommen!)

Dort kommt auch die Unterschriften-Aktion auf den Tisch, die u.a. auch ich im August letzten Jahres zusammengeschustert habe und die Uschi Schmitz und viele andere kräftig unterstützt haben.

“Was für eine Schmach, dass sich der Insolvenzverwalter um diese geschichtsträchtige Rennstrecke kümmern muss!”

zitierte mich die Rhein-Zeitung von diesem 2.Aug.2012, als die Idee zur Unterschriftenaktion geboren wurde, die nochmal klipp und klar die Forderungen zusammenfasst (Trennung Erlebnisgrab von Rennstrecke, Betrieb durch öffentliche Hand, freier Zugang und Verwertung vom Rest).

Bis jetzt habe ich immer alle Veranstaltungen von Otto Flimm besucht und darüber berichtet, und es wäre wirklich gut, wenn möglichst viele am 1.März ihr Gesicht zeigen.

So viele Chancen die Nordschleife zu verteidigen werden wir nicht mehr bekommen.


Samstag, 16. Februar 2013

Steinkühler und die pösen Hacker.

Der NAG Sprecher von Richter/Lindner hatte sich letzte Woche mit seinem Politiker Blog über Peer Steinbrück wieder aus dem Internet zurückgezogen, Schuld waren Hackerangriffe:

“peerblog.de ist als normale Website online gegangen. Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage.”

Stellt sich raus sein Provider Strato weiß nichts davon: “Keine Auffälligkeiten.”

Wieso überrascht mich das jetzt nicht?

(Via.)


Freitag, 08. Februar 2013

Kommunikationsagentur, aber keinen Schimmer.

Der Karl-Heinz Steinkühler scheint ein hoffnungsloser Fall:

“Das von ihm gutgeheißene peerblog.de ist nach einem kurzem Gastspiel binnen nicht mal einer Woche wieder offline. Der schnelle Exit ist exemplarisch für Steinbrücks Scheitern in den sozialen Medien: Der 67-Jährige kann mit diesem Internet einfach nichts anfangen.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Die bösen Hacker!

Schade, daß der’s am Ring so lange ausgehalten hat.

Auf seiner peerblog.de stand gestern noch:

“Aufgrund von Wartungsarbeiten ist der Peerblog derzeit nicht verfügbar. Wir bitten um Verständnis.”

Heute steht da nur noch:

“ ”


Mittwoch, 30. Januar 2013

Also doch Formel 1!?

Das Gezerre scheint beendet, der Ring bekommt das Rennen. Ohne Richter / Lindner, die - so grotesk das klingen mag - Strafanzeige gestellt haben. Also DIE haben Strafanzeige gestellt. Echt jetzt.

Das mit der Fahrerfeldgebühr tät mich mal interessieren - gibt es eine? (Wäre das erste Mal, wenn nicht.) Wer bezahlt die? Die insolvente Rennstrecke?

Also wenn das funktioniert, dann wird es doch wohl auch zu schaffen sein, daß die Nordschleife nicht verkauft werden muß!

UPDATE:

Wilhelm Hahne hat auch noch was.


Samstag, 29. Dezember 2012

Wusstet Ihr, daß die SPD Miteigentümer von RPR1 ist?

War mir auch neu, 9% von RPR1 gehören quasi der SPD. Finde das sehr bedenklich, daß eine Partei bei einem privaten Radiosender mitmischt. Der Einfluss der Politik bei den Öffentlich-Rechtlichen kommt ja noch dazu.

Auf jeden Fall erklärt es das Kurt-Beck-Danke-Buch.

Obwohl - so, wie das im Moment aussieht, würde das ziemlich dünn, eher ein Heft. Bei einem sind sich aber alle (also im Sinne von alle ohne SPD Jünger) einig:

Danke, daß er geht.

Wird es eigentlich wieder Kurt-Beck-Hände zur Neujahrsansprache geben?

Das nimmt er doch sicher noch mit. Geht inzwischen auch besser als früher, haben fast alle Breitbild.


Dienstag, 27. November 2012

Die Tyrannei der NAG ist beendet.

Heute wurde die Ära von Kai Richter und Jörg Lindner am Ring beendet. Ein Stückchen wiedergewonnene Freiheit nach 29 Monaten Geiselhaft für die Nordschleife:

“Die NAG scheidet damit aus der operativen Geschäftsführung des Ringgeschäfts aus.”

In den beiden Hotels, im Ferienpark und bei der Formel 1 haben sie noch Aktien, aber die Nordschleife wurde heute von ihrem Würgegriff befreit.

Ich wußte auch nicht, ob ich der Pressemitteilung der Insolvenzverwalter bzw. der Nürburgring GmbH trauen kann, besonders weil der Spiegel diesen eher irreführenden Artikel veröffentlicht hat:

“Demnach sollen die ungeliebten Pächter möglicherweise noch bis Ende 2015 diverse Führungsaufgaben am Ring übernehmen und dafür ein Millionenhonorar kassieren.”

Aber ich hab ein bisschen telefoniert und die Verträge seien unterzeichnet, die NAG Herrschaft über die Rennstrecken ist beendet. 1.5.2010 bis 27.11.2012 - was für eine Horrorphase. Nur damit die SPD sich über die Wahl retten kann.

Auf Nimmerwiedersehen NAG!

Wärst Du uns doch bloß erspart geblieben.


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Sonntag, 11. November 2012

NAG oder Nicht-NAG?

Während die Insolvenzverwalter schon durchblicken ließen, daß die Tage der NAG gezählt sind, macht die mal gepflegt die Lavagrube wieder auf. Oder wie es im NAG-Speak heißt: Destination Offroad-Park. Es gibt auch eine Pressemeldung dazu und dieses hochpeinliche Presse-Bild. Das ist nicht nur grottenschlecht, auch das Gelände ist zum Fremdschämen. Das macht ja jeder halbwegs selbstbewusste Defender noch vor’m Kaffee. Der Bildname heißt 03-Offroadpark-Gelaende-Copyright-Nuerburgring-Automotive-GmbH.jpg - als würde da jemals jemand auf die Idee kommen das irgendwo freiwillig zu zeigen. Hab dann mal in die Exif geschaut und es ist diese Kamera bei rausgekommen. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, wenn die NAG Presse so am Boden liegt.

Den “Park” an sich, also die Grube, kann man nur wieder als verpasste Chance ansehen. Das kommt dabei raus, wenn sich Leute mit Ledersöhlchen und Manschettenknöpfen auch mal schmutzig machen wollen. Da gibt’s dann Module, wie z.B. “Loses Geröll”.

Und das ausgerechnet in der Eifel. :/

Ich weiß zwar nicht warum die das schreiben, aber es wird gestrunzt mit

“Dauer des Umbaus: ca. 12 Monate”

Vielleicht ist es aber auch nur eine Finte, um die Abfindung höher zu schrauben. Das würde das Popel Presse-Foto und die hektisch zusammengenagelte Webseite erklären: “Termine folgen in Kürze.”

Eine Sache ist allerdings beim “Offroad Park” richtig abenteuerlich: nämlich die Art und Weise, wie wir Steuerzahler seinerzeit das Gelände der “Camp4Fun” abgekauft haben. Das hatte der Rechnungshof mal detailliert aufgezeichnet.

Oder als im Juli 2007 ein mit 20 (!) Personen besetzter LKW umgekippt ist. Wilhelm Hahne hatte sich auch damit beschäftigt.

Der NAG ist aber auch was umgekippt letzte Woche: ihre Behauptung sie habe keine martkbeherschende Stellung. Das ist vom OLG Koblenz am Donnerstag gekippt worden, das Gericht spricht ausdrücklich von einer Sonderstellung der Nordschleife Touristenfahrten - kurzum: Monopolstellung.

Den Prozess hat Ron Simons geführt und nun Anspruch auf Schadensersatz.

Im Vorfeld hatten Ron und ich uns viele Mühe gegeben, dem Landeskartellamt einen Einblick in die Besonderheiten am Nürburgring zu vermitteln. Seitdem hab ich aus der Ecke nichts mehr gehört. Obwohl die doch dem Wirtschaftsministerium - also Eveline Lemke - zugehörig sind. Oder muß es heißen weil?

Ratet mal, von wem dieser Text stammt:

“20 alteingesessene Hoteliers und Gastronomen aus der Eifel hatten im November 2009 einen Hilferuf an das Landeskartellamt geschickt. Durch Kopplungsverträge zwischen Rennstreckennutzung und Auslastung der Gastronomiebetriebe Grüne Hölle und Lindner sahen sie sich einem unlauteren Verdränungswettbewerb ausgesetzt. U. a. auch deshalb, weil das Vier-Sterne-Hotel am Ring Zimmerpreise für 33 Euro bot und damit einen ruinösen Preiskampf einläutete. Die Kartellbehörde hat die Vorwürfe laut Wirtschaftsministerium umfassed geprüft, insbesondere die Frage, ob gegen das Behinderungs- und Missbrauchsverbot verstoßen wurde, hat jedoch keine Verdachtsmomente entdeckt.”

“Die Adenauer reagieren derweil mit einem Auftrag an eine Rechtsanwaltskanzlei in Koblenz, die für sie juristische Schritte prüfen soll. Hierfür ist wichtig zu wissen, dass Landeskartellamt und Wirtschaftministerium (Hausherr ist Minister Hering, der jetzt federführend den Nürburgring betreut) in einem Hause sitzen. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären. Dass das Land nicht gegen sich selbst vorgehen würde, scheint jedem klar, zeigt aber hier einen ”Mangel“ im System. Ich bin auf die Auskunft der Rechtsanwälte sehr gespannt, denn im Zweifel müsste die Politik (also auch wir GRÜNE) eine Lösung für diesen ”Mangel“ ausarbeiten. Das bedeutet Arbeit, die ich für die Menschen gerne mache!”

Das war Eveline Lemke am 10.Februar 2010. Die im März 2011 jenen Hendrik Hering im Amt beerbt hat. Die Frage der Befangenheit ist damit eindeutig zu klären?

Und ich Naivling hab diesen Worten tatsächlich geglaubt. Doch das Versprechen des “korrigieren” ist durch eine Realität des “arrangieren” ersetzt worden.

Trotz aller Frustrationen muß man aber auch nüchtern mal die kleinen Erfolge verbuchen: Kurt Beck ist so gut wie vom Tisch, auch wenn die komme-was-wolle-zusammenschweissten Genossen ihm jetzt alle die speckige Schulter klopfen. Und in Koblenz haben wir schon 8 Verhandlungstage erlebt zu einem Prozess, den die jetzt Angeklagten (und auch ich) vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätten.

Ausbaufähig.


Samstag, 03. November 2012

Konsequenzen aus dem CST-Gutachten?

Heute vor zwei Jahren am 3.Nov.2010 hat der Landesrechnungshof ein Gutachten zur ring°card Firma CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) vorgestellt. Es ist später durch die Rhein-Zeitung veröffentlicht worden.

Wer es noch nicht kennt: interessanter Lesestoff.

Wenn man es liest kann man sich nur schwer vorstellen, daß nichts in den letzten 2 Jahren passiert ist, was irgendwie als Konsequenz aus dem Gutachten gedeutet werden könnte. Also von der Insolvenz der Nürburgring GmbH mal abgesehen.

Aktuell steht die CST wieder im Mittelpunkt, weil Kai Richter als CST Gesellschafter diese an die NAG verpachtet hat. Also wieder an sich selber.

Statt die CST zu kontrollieren, wie es die WiWo dem Insolvenzverwalter nahelegt, wäre ich für abschaffen. Und wäre damit nicht nur mit dem Rechnungshof einer Meinung (“überflüssig”), sondern im Grunde auch mit allen Besuchern und Sportlern am Ring. Durch die Gängelei haben einige Leute einen richtigen Hass aufgebaut. Und der gute Ruf des Rings ist orgentlich beschädigt worden.


Freitag, 02. November 2012

Freizeitpark? Welcher Freizeitpark?

In dieser dpa Meldung von heute wegen der amtlichen Pleite ist nur noch die Rede von

  • Nürburgring
  • Formel–1-Strecke
  • Rennstrecke

Keine Spur von beck°werk und Größenwahn.

Naja, q.e.d. - obwohl es mir andersrum auch lieber gewesen wäre.


Amtlich pleite.

Kam gerade in der Zeitung:

“Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Nürburgring ist jetzt auch offiziell eröffnet.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Wir natürlich, die Schlechtredner, ewig Gestrigen und Kritiker. Wie war das noch? Das Geschrei in der Region muss aufhören.

Wenn sich nichts mehr dreht, dann wird’s ruhig.

Daher an dieser Stelle nochmal mein allerherzlichster Dank an all die Buckler und Mitläufer, die sich für

[ ] ein paar Euro
[ ] VIP Karten
[ ] Schnittchen
—————–
(zutreffendes bittes ankreuzen)

kaufen lassen.

Wo sind sie auf einmal alle? Manche poppen im gegenüberliegenden Lager schon wieder hoch, sogar wenn sie gleichzeitig bei der NAG noch als Empfänger geführt werden. (Hier auch gleichzeitig, gleichzeitig.)

Gerade eine Motorsport-Legende wie Hans-Joachim Stuck hätte das Zeug gehabt zu warnen, denn auf ihn hört man. Stattdessen weiht er das Eifeldorf ein, wird selbst bei VLN 10 noch als VIP zum Essen gereicht und huldigt bei der Formel 1 Übertragung Lindner und Richter als tüchtige Unternehmer. Die NAG auf dem 24h-Lambo fügt sich in’s Bild.

Daß man die Entwicklung nicht schon lange vorher wusste, kann mir keiner erzählen. Da braucht man nur mal in diesem alten Thread von 2007 zu lesen: Insolvenz mit Ansage. Seit mehr als 5 Jahren spielen wir jetzt schon Don Quijote. Merkwürdig, wenn wir popeligen Ringfans den Durchblick haben, aber andere fleissig weghören und uns gleichzeitig mit Propagandagetöse aus allen Agenturrohen übertönen. Und falls das nicht reicht, wofür gibt’s denn einstweilige Verfügungen?

Kurt Beck am 31.7.2012: “Das haben wir uns nicht ausgedacht, das waren Prognosen renommierter Wirtschaftsprüfer.”

(Klick auf’s Bild, Link.)


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt.

Das mit der Charme-Offensive vom Heissgetränke-Beauftragten am Samstag war wohl nur bedingt erfolgreich:

Sie sind noch gar nicht weg, da wird auf ihrer eigenen Facebook-Seite schon ihr Abschied besungen. “Netter Titel zum wörtlich nehmen”, schreibt da ein User auf der Nürburgring-Pinnwand und verlinkt dazu das Youtube-Video des Songs “You have to go”. Gemeint sind die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter. Ihnen gibt der kecke Facebook-User den Hinweis: “Nicht vergessen: Morgen ist Stichtag!” Inzwischen überbieten sich Nutzer damit, Musikvideos an die Nürburgring-Pinnwand zu posten. Von “Sag beim Abschied leise Servus”, einem Schinken aus dem Jahr 1932, über “Never Come Back” bis zum unvermeidlichen “Time To Say Goodbye.”

Steht in der WiWo. Dreht sich um den Abgang der NAG, der irgendwie immer noch nicht auf die Reihe kommt.

Das ist nämlich so:

“…im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt …”

Weiss zwar nicht wie sowas geht, aber steht in der FAZ - dann muss es ja stimmen.

Was haben die damals für ein Wind gemacht:

“In den zurückliegenden Monaten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft in diesem Sinne am Ring mit den jetzigen Pächtern nicht möglich ist, das Vertrauen in der Region und in der Mitarbeiterschaft ist aufgebraucht. Zudem bin ich als Sachwalter für das Land gezwungen, aus dem Umstand, dass die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt wurde, Konsequenzen zu ziehen. Ich habe deshalb heute dem Kabinett vorgeschlagen, die Nürburgring GmbH zu bitten, den Betriebspachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH sowie alle weiteren relevanten Verträge, insbesondere den Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel 1 Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring, unverzüglich außerordentlich zu kündigen.”

Nee iss klar, deswegen auch:

“… derzeit verhandeln die Ring-Pächter Lindner und Richter mit Formel–1-Boss Ecclestone, ein Ergebnis steht noch aus.”

Wenn jeder der NAG auf Facebook einen netten Gruß da läßt, dann will ich natürlich auch nicht fehlen:

Die Taschen voll, der Ring am Ende -
die schlimmsten Jahre der Legende.

Beton°geschwüre, Kitsch und Gier -
ohne euch war’s schöner hier.

Auch wenn der Müll noch lange steht:
geht nur, aber geht!


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die ersten zwei Wochen ring°prozess ...

… sind zu Ende und immer noch sitzt keiner im Gefängnis! Naja, man wird ja noch träumen dürfen ;)

Ich bin mir allerdings sicher, daß keiner der 6 Angeklagten damit gerechnet hat, daß sie mal auf der Anklagebank landen. Ist doch auch schon was. Knapp 5 Jahre nach dem Spatenstich.

Insgesamt gab es jetzt 6 Verhandlungstage, jeweils Di/Mi/Do in den letzten 2 Wochen. Ingolf Deubel hat alleine für seinen “Vortrag” 10 Stunden gebraucht, über mehrere Tage verteilt.

Der Controller der Nürburgring GmbH - Michael Nuß - oder wie Ingolf Deubel das nennt “aus der Nuß-Ecke” - wirkt bedauerlicherweise jetzt schon aufgebraucht. Mit den Nerven am Ende nennt es die RZ, Judo-Schwarzgurt Deubel geht rein optisch erstmal als der stolze Sieger von der Matte.

Siehe auch Volksfreund bzw. hier auch, SWR, und Allgemeine Zeitung.

Andrea Thelen von der Blauen Ecke hat auch mal die Gelegenheit genutzt die öffentliche Gerichtsverhandlung zu besuchen. Kann man nur empfehlen sich das anzusehen, nächster Verhandlungstermin in Koblenz ist am Dienstag. Laut SWR sollen dann die Beamten des Landeskriminalamt aussagen. Die hätten seinerzeit u.a. auch ausgerechnet vor Urs Barandun gemahnt. Von dem Deubel jetzt meint, er habe ihn mit krimineller Energie betrogen.

Nee iss klar.

Und Kurt Beck? Der meint unterdessen er werde trotz Rücktritt auch weiterhin politisch arbeiten - das kann man dann durchaus als ernstzunehmende Drohung ansehen.

Eine gute Gelegenheit auch noch einmal beim Wilhelm Hahne vorbeizuschauen, der aktuell das Thema anschneidet, Ingolf Deubel habe nie in die Geschäftsführungsaufgaben eingegriffen. Muss man wahrscheinlich im Gesamtzusammenhang sehen, des Deubels neuestes Lieblingswort.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Heute war wieder Die-Schuld-der-Anderen ...

… von Ingolf Deubel.

Die Rhein-Zeitung hat was zum 4.Prozesstag, dpa, dadp und die FAZ auch.

Warum wird der Prozess eigentlich nicht in’s Internet übertragen?

Banken von “Gegnern” bombardiert? Welche Gegner? Die hat es doch angeblich so gut wie garnicht gegeben. Und überhaupt: woher sollen die gewusst haben, von welchen Banken die Rede ist? Und wenn das soviele Banken waren, die alle zurückgezogen haben, sollte es da nicht klingeln? Hallo McFly?

Ich weiß was noch schädlicher für die Nürburgring Gesellschaft war als ein drohender Baustopp: der Baustart.

Wer hat den nochmal in Gang gesetzt? Ohne stehende Finanzierung? Auf gefälschten Zahlen basierend?

Keine weiteren Fragen euer Ehren.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

3.Prozesstag

Der “Prof.Dr. Ingolf Deubel” hat heute seinen Monolog fortgeführt und ist noch nicht fertig mit seiner Abrechnung. Obwohl die komplette historische Anlage in die Insolvenz getrieben wurde und nutzlose Betontrümmer vor sich hinschimmeln - mit ihm hat das alles nichts zu tun. Frei nach dem Motto “Die Schuld der Anderen” hat er heute gerechtfertigt und um sich geschlagen.

Zum Glück verfolgen Journalisten die Verhandlungstage aufmerksam - von der Bevölkerung gibt es leider wenig Anteilnahme. Grade mal 10 Leute schaffen es in der 100.000 Einwohnerstadt Koblenz - die mit 60 km Entfernung zum engeren Ring-Einzugsgebiet gehört - in den öffentlichen Gerichtssaal.

Hier ein paar Links von heute zum Nachlesen:

Nächsten Dienstag geht’s weiter.


Samstag, 13. Oktober 2012

WiWo mit Vertuschungsdetails.

Nachdem im Sommer 2010 klar war, daß nochmal 50 bis 80 Millionen in das Beck°Grab gepumpt werden müssten, hat man laut WiWo im Wirtschaftsministerium großzügig den Radiergummi eingesetzt. Auf dem Weg bis zum Aufsichtsrat seien die Zahlen verschwunden und pauschal durch “Anlaufverluste” ersetzt worden.

Er wird auch die Frage gestellt, ob Alexander Schweitzer die Finger im Spiel gehabt hat. Er war Staatssekretär für Minister Hendrik Hering (Wirtschaftsministerium, Vorgänger von Eveline Lemke) und ISB Aufsrichtsrat in Personalunion.

Leider kann der sich nicht mehr erinnern.

Das ist auch so ein Phänomen: je größer die Zahlen, desto schlechter das Gedächtnis. Muß eine Politikerqualifikation sein.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Donnerstag, 04. Oktober 2012

Kurt Beck stürmt die Charts - Bürgerbeteiligung Theorie und Praxis.

Kurt Beck war ja letzten Freitag in allen Medien vertreten, weil er sich endlich durchgerungen hat abzutreten.

Das hat ihm wohl so gut gefallen, daß er es heute schon wieder in die Trending-Charts geschafft hat.

Wie er das gemacht hat? Salopp gesagt hat er - ausgerechnet als Experte für Bürgerbeteiligung - einem für seinen Geschmack zu frechen Bürger gesagt, er solle “einfach das Maul halten”.

Der Bürger meinte dann noch, er sei schließlich nur ehrlich und überhaupt, gut daß er (also der Beck) endlich zurückgetreten sei.

Bei sowas sind sie natürlich alle zur Stelle, die Spiegels, Sterns und Bilds in diesem Lande.

Aber wenn Hunderte Mio Steuergeld zusammen mit einer Traditionssportstätte vor aller Augen mit Ansage in die Tonne gekloppt werden, dann sucht man sie vergeblich.

Was mich am meisten wundert bei diesen Ausschnitt aus dem SWR Fernsehen: daß die das gesendet haben. Da haben wir beide nicht mit gerechnet, also weder ich noch der Kurt Beck. Sonst hätte er nicht so herrschaftlich die Fernsehleute dirigiert (“Können wir nochmal?”). Da sehe ich einen kleinen Funken Hoffnung, daß sich das Öffentlich-Rechtliche mit Sitz in Mainz aus dem Würgegriff der Regierung befreien möchte. Zu spät für den Ring, aber immerhin. Meinen Segen haben sie. Und meinen Respekt für den kleinen Sendebeitrag auch.

Das Video vom SWR kann man sich hier anschauen.

Noch ein paar Beckposen, der Mann hat Begabung.

Also jetzt reicht’s aber:

Kurz vor der Explosion:

Wieder auf Sendung, das fromme Schaf vom Lande:

UPDATE:

Beck’s Sprecherin verteidigt den Anschnauzer heute (Freitag):

“Auch ein Politiker muss sich nicht alles gefallen lassen.”

Tja, wir Bürger anscheinend schon.


Samstag, 29. September 2012

Das Beck´sche Paralleluniversum ...

… noch einmal zusammengefasst in der WiWo:

Beck führt eine an Unfähigkeit kaum zu übertreffende Regierung, die sich auf der Suche nach privaten Investoren für die Rennstrecke von zwielichtigen Hasardeuren ausplündern und abzocken lässt. (..)

Becks Regierung verliert in der Zeit der Alleinregierung die Bodenhaftung. Ohne das Korrektiv eines Koalitionspartners werfen die Genossen mehrfach Anstand und Verstand über Bord, begreifen den Staat zunehmend als ihr Eigentum, Recht und Gesetz dagegen als lästige Hindernisse beim Gestalten und Wohltaten verteilen. (..)

Kritiker bleiben auf der Strecke, treue SPDler kommen nach oben. So entwickelt sich die Mainzer Ministerialbürokratie zu einem geschlossenen Mikrokosmos, der zugleich ein Paralleluniversum ist und immer weiter von der Realität wegdriftet. (..)


Freitag, 31. August 2012

FAZ: Die wollen Autos, Boxengasse und Bratwurst – mehr nicht.

Dieser Nürburgring Hintergrund-Artikel ist gestern in der FAZ auf Seite 3 (Politik) erschienen:

Auf der Titelseite wird das so beschrieben:

“Mit Vollgas ins Ungewisse
Das Dorf Nürburg in der Eifel lebt seit über 80 Jahren vom Rennsport. 1927 wurde der Nürburgring eröffnet, nun ist die Nürburgring GmbH pleite und die Zukunft des Rings ungewiss.”

Um gründlich für den Artikel recherchieren zu können ist die Journalistin Anna Hansen-Nootbaar letztes Wochenende 3 Tage am Ring unterwegs gewesen, um Stimmungen einzufangen - ich durfte auch zu Wort kommen. Sie hatte übrigens auch die Ehre als eine der ersten das fertige Männerpuzzle probezusitzen!

Was ich spannend fand, wie wirkt das Ganze auf jemand, der noch nie am Ring war und sich selber ein Bild macht?

Das Resultat und die wie ich finde gut gelungene neutrale Momentaufnahme könnt Ihr auch online hier nachlesen:

FAZ 30.Aug.’12, Nürburgring - Ein Ring, sie zu knebeln


Mittwoch, 29. August 2012

Pleite Politiker statt Copy-Paste-Sanierer.

Daß der Flughafen Hahn ähnlich dem Nürburgring behandelt wurde und gleichermaßen ISB, Liquiditätspool und EU Kommission beschäftigt, hatte ich ja kürzlich.

Jetzt droht auch dort der Insolvenzverwalter zu übernehmen.

SpOn titelt treffend: Beck, der Bruchpilot.


Dienstag, 28. August 2012

Freut euch gefälligst und hört auf zu dummschwätzen.

Heute kam eine 6-minütige Ringreportage im ARD Morgenmagazin: Die Nürburgring-Pleite und ihre Folgen.

Starring (in sequence of appearance):

  • “Retti” Retterath
  • Uschi Schmitz
  • Reinhold Schüssler und
  • Jörg Lindner mit seinem Fahrer Andy Gülden

Retti:

“Diese Erlebniswelt hat ja eigentlich keiner gebraucht und auch keiner gewollt - und auch die Kritiker haben das schon richtig erkannt, aber es war ja nichts zu machen! Es war eine politische Sache und es wurde durchgezogen. Man galt hier als Nestbeschmutzer, als Behinderer des Fortschritts und es war nichts dran zu machen.”

Sowohl Uschi …

… als auch Reinhold Schüssler drücken ihre großen Sorgen aus.

Dann kommen Andreas Gülden und Jörg Lindner.

Wir haben jetzt mit vielen Menschen in der Region gesprochen, die haben gesagt, daß das Ding ‘ne Nummer zu groß war hat man vorher schon gewusst. Waren die schlauer?

Jörg Lindner (Andi Gülden fährt, grinst):

“Keine Ahnung ob die schlauer waren - ich hab auch keine Ahnung ob die das tatsächlich vorher alle gewusst haben - was ich ganz sicher weiß ist, daß das völlig irrelevant ist.”

Warum?

“Ja weil es jetzt da ist. Und mein Appell an die Region ist eigentlich der Folgende: aufhören zu schwätzen, die Leute hier in der Region sollen sich freuen, daß der Nürburgring da ist, das ist in Europa eine einmalige Rennstrecke - gerade mit den Gebäuden drumherum - und die Leute sollen sich einfach freuen, daß der Umsatz hier des Nürburgrings sich zum Wohle aller in der Region verdreifacht hat. Und die Dummschwätzerei soll aufhören.”

Also zusammengefasst: während die Angst um sich greift verlangt der als “Nürburgring Pächter” seit 7.Februar gekündigte Nürburgring-Pächter, daß wir uns gefälligst zu freuen haben, daß es den Nürburgring gibt und er sich auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen vollschaufelt - achja, und die Dummschwätzerei: aufhören gefälligst. Ende der Durchsage. (Andi grinst.)


Montag, 20. August 2012

Massaker an der Reeperbahn. Oder so.

Der doppelt-gesprungene Massakervergleich zeigt, daß es doch immer noch ein Stückchen tiefer geht als man denkt - na und die BLÖD wird natürlich ganz fickerisch, wenn Nutten in’s Spiel kommen, dazu auch noch steuergeldfinanzierte. Die waren so nervös, daß Zürich gleich zweimal Zürch wurde und das Bild zeigt die Reeperbahn.

War mir beides zu unerwähnenswert - aber ja, hab’s auch gesehen ;)


Sonntag, 19. August 2012

Kurt mir-kann-keiner Beck.

Die demonstrative Gute-Laune-Tour von Kurt°Beck mag ihm selber vielleicht Spaß machen, aber die Journalisten, die er mit in seinem Bus hat, sind wohl doch nicht so doof wie er meint.

Welt Online:

Tomaten und Erbsen – Kurt Beck schaltet auf stur

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck begegnet dem Ärger in seinem Land mit demonstrativer Routine. Sein Motto nach der Insolvenz seines Prestigeobjekts: Aussitzen statt Abschiednehmen.

Rhein-Zeitung:

Auf Sommerreise: Kurt Beck lächelt die Krise am Ring weg

Ministerpräsident Kurt Beck hat das Desaster an der Rennstrecke Nürburgring äußerlich gut weggesteckt - und sieht es nur noch als ein Thema von vielen, um das er sich kümmern muss.

FAZ:

Verantwortungsträger mit beschränkter Haftung

Der Nürburgring war keine Station auf der Sommerreise von Kurt Beck. Vor der Kulisse rheinhessischer Winzertraumlandschaften versucht der gebeutelte Ministerpräsident, vom Finanzdebakel abzulenken.

Volksfreund:

Kurt Beck auf Sommerreise: Es muss auch mal gut sein

Da können noch so viele ärgerliche Berichte in der Zeitung stehen - etwa, wie zuletzt so oft, über das schmerzhafte Debakel am Nürburgring. Auf seine Sommertour mit Journalisten verzichtet Kurt Beck deswegen nicht. Auch diesmal sucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident dabei den Kontakt zu den “einfachen Leuten”. Und die scheinen ihm seine Fehler zu verzeihen.

Abgrundtiefe Verachtung, mehr kann ich für diesen #%&$§ nicht aufbringen.

Oder um Kurt Beck zu zitieren:

“Auf jeden Fall eine Herausforderung, die ich natürlich nicht gerne gehabt habe, aber die Entscheidungen, die damals in der Tat 2008/2009 getroffen worden sind, haben falsche Daten unterstellt - zwar guterachterlich empfohlen, aber das hilft ja alles nichts heute. Und insoweit sind wir in diese schwierige Situation geraten und jetzt werden wir sie miteinander lösen.”

Aber auch der Rest des großen SAT1 Sommerinterviews mit dem selbstherrlichen Selbstdarsteller ist nur unter großen körperlichen Schmerzen zu ertragen.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Mittwoch, 15. August 2012

Lindner/Richter-Sprüche, heute vs früher.

Während alle gelähmt zuschauen wie die nichtzahlenden Pächter den Begriff ehrbarer Kaufmann definieren, habe ich mal ein Sprüchevergleich Heute / Früher gemacht:

Heute:

Jörg Lindner:

“Man kann sich leicht ausrechnen, dass die Pacht für die Bedienung und Ablösung der Kredite nie gereicht hätte.”

NAG:

“Die (..) Gebäudeschäden (..) des Eifeldorfs „Grüne Hölle“ betreffen ausschließlich die Verantwortlichkeit der Immobiliengesellschaft Nürburgring GmbH (NG).”

2008/2009

Kai Richter:

“Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht.”

Richters Unternehmen Mediinvest ist über die Tochter MSR Projektentwickler und Investor am Ring: Es zeichnet für (..) das Eifeldorf “Grüne Hölle” (..) verantwortlich.

Lindner Hotels:

“Lindner und Mediinvest geben dem Nürburgring ein neues Gesicht”

Ich wüsste ja gerne mal wie positiv die Fortführungsprognose der NAG aussieht, aber ohne veröffentlichte Bilanzen fällt mir das schwer.


Donnerstag, 09. August 2012

Der 330 Millionen Kredit.

Eine ganze Stange Geld ist das, könnte man z.B. 4.800 BMW M3 für kaufen. Um dann für die nächsten 90 Jahre an jedem Wochenende einen neuen zu fahren.

Kurt Beck ist aber kein Motorsportfan und pumpt das Geld lieber in die Stahl- und Betonindustrie, die ihm dann ein Beckmal am Nürburgring auftürmt. Hatte ich ja gestern im Detail.

Wenn man kein eigenes Geld zum Rausschmeissen hat, dann ist es gut, wenn der Finanzminister mit vollen Händen in die Landesbank greifen kann. Jetzt wär die Bank aber beinahe an der Last erstickt - also direkt in’s Landeskonto gegriffen.

Die nennen das Auflösen einer Rücklage und der SWR hat sich mal die Mühe gemacht, das zu erklären:

Rheinland-Pfalz hatte 2007 zwar mehr Ausgaben als Einnahmen (11.904 Mio vs 11.533 Mio) - also Minus 371 Mio. - aber hätte mit einem noch größeren Minus gerechnet. Und sich entsprechend im Haushalt einen um 254 Mio. Euro höheren Kredit genehmigen lassen, der aber nicht in Anspruch genommen wurde, weil die Einnahmen doch höher ausgefallen sind.

Dieser Anspruch auf den nicht genommenen Kredit im Jahr 2007 wird jetzt wieder aufgewärmt - und in Anspruch genommen. D.h. das Land macht 254 Mio. Euro neue Schulden.

Sowas nennt man als Politiker also Rücklage.

Beim SWR steht auch:

Ohne diese Last von 330 Millionen Euro sei der Nürburgring jetzt viel attraktiver, so Lewentz am Donnerstag.

Versteh ich nicht. Die Nürburgring GmbH hat nach wie vor den offenen Kredit von 330 Mio am Hals - und hat ja deswegen einen Insolvenzverwalter als Chef. Daß der Gläubiger ausgetauscht wird, ändert doch am Kredit nichts. Und dem Nürburgring was Gutes tun und den Freizeitpark schenken, das hat die EU ja ziemlich deutlich gemacht: läuft nicht.

Meine Meinung: der Herr Lewentz hat spitz gekriegt, wie oberflächlich die Medien sowas aufgreifen und hofft jetzt darauf, daß die das zu einer guten Nachricht zusammendichten. Die Wette gewinnt er.

Apropos Wette.

Also so für sich genommen ist der Kurt Beck ja schon eine peinliche Lachnummer. Aber mit jemandem, der ein ernsthaftes Alkoholproblem erfolgreich bekämpft hat, um Wein zu wetten - das ist richtig unterirdisch.


Mittwoch, 08. August 2012

Armer insolventer Nürburgring.

Und wieder gibt es eine Schlagzahl an Nürburgring Ereignissen, daß man kaum noch mitkommt.

Geht damit los, daß Kurt Beck den Insolvenzverwalter für die Insolvenz in Eigenverwaltung (s.hier) zur Chefsache macht und gestern persönlich besuchte. Für 1,5 Stunden. Und wie Markus Lachmann treffend kommentierte:

Infos für die Öffentlichkeit: Keine.

Da bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als zu spekulieren und ich rate mal, daß sie sich nicht über das Wetter unterhalten haben. Und ich rate weiter, daß er ihm nahegelegt hat, daß er das Gefühl von Transparenz und Bürgerbeteiligung vermitteln soll - aber in Wirklichkeit bliebe natürlich nichts anderes übrig, als möglichst viel zu versilbern. Falls sich kein Käufer für die Rennstrecke findet kann man immer noch sagen, daß es gelungen sei sie in Volksbesitz zu halten. Natürlich trage er - also der Insolvenzverwalter - jetzt die Verantwortung, dafür sei er ja da und die Politik sei jetzt raus aus der Nummer. Und natürlich soll das alles nicht zu seinem Schaden sein.

Wie gesagt, reine Spekulation, aber was bleibt mir übrig bei den Geheimniskrämern? Die mit Volkseigentum so umgehen, als sei es ihr eigenes? Denen das Denkmal Nordschleife am Arsch vorbeigeht völlig egal ist? Und immer war?

Passend zu der per Spekulation gemutmassten Unterhaltung zwischen Ringkiller Beck und dem als vermeintlichen Retter auftretenden Restezusammenkehrer gab es dann heute wieder Insolvenzkommunikation. Wie mir diese ganzen Profikommunikateure im Zusammenhang mit dem Nürburgring auf die Nerven gehen. Angefangen von Dederichs Reinecke (die sich jetzt bei Falken Motorsport als Ringfans ausgeben) über Steinkühler zu jetzt Pietro Nuvoloni. Wieso sagt einem immer noch keiner gradeaus mitten in’s Gesicht einfach was Sache ist?!

“Bei der Rettung des insolventen Rings will der Sanierungsgeschäftsführer alle Beteiligten einbinden. “Es soll auf jeden Fall der Eindruck vermieden werden, dass im stillen Kämmerlein eine Entscheidung getroffen wird”, so Schmidt.”

Und eine tolle Webseite gibt es, die Zeitungen linken sogar darauf:

www.nuerburgring-dialog.de

Das ist jetzt kein Witz, die machen allen Ernstes eine Presseinformation für eine leere Internetseite, für die es grade mal eine URL gibt.

Bei mir wird mit diesem Aktionismus nur der Eindruck verstärkt, daß der Ausgang dieses Schauspiels ohnehin längst feststeht. Und die Nordschleife vor unseren Augen verkauft werden soll. Und Schuld ist dann wieder die EU, damit hat man ja schon Erfahrung in Mainz:

“Es kann sein, dass das EU-Recht uns zwingt, in einen Versteigerungs- und Verkaufsprozess einzusteigen.”

Aber Hauptsache “Jeder kann Vorschläge einbringen” und ein “transparenter Dialog mit Workshops”. Die Nutzer (Motorsportverbände) und die Region (Anwohner, Gewerbebetriebe) werden damit gleichgestellt mit Hinz und Kunz im Internet - was für eine Farce. Vielleicht lassen sie die Seite besser blanko - man könnte alternativ über die leere Seite noch schreiben: “Die Nürburgring Businesspläne 2007-2012” - wenn es sie überhaupt geben sollte, sind die nämlich auch das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Damit seine Meldungen auch schön die Runde machen, wird auch noch die F1 provoziert - die könne nämlich gerne kommen, aber für umsonst - das ist doch klar. Ich hätte nicht gedacht, daß man einen am Boden liegenden Nürburgring noch weiter zusammentreten kann. Wie sieht es denn mit Instandhaltung aus? Gestrichen? Ich würd mir gerne die Haare ausraufen, wenn ich welche hätte. Was haben die in den letzten Jahren mit dem Geld um sich geworfen.

Apropos Geld: wieso geben wir Steuerzahler Kai Richter seinen Plunder eigentlich nicht wieder zurück? Geht doch bei Amazon auch, wenn was nicht funktioniert. Toxischer Schimmel steht bestimmt im Verkaufsprospekt. Hätten wir mit einem Schlag 115 Mio. Euro mehr in der Kasse - soviel hat er dafür bekommen.

Stattdessen erlöst das Land die ISB und überweist mal locker aus der Hüfte keine 254 Mio. Euro sondern die gesamten 330 Mio. Euro. Da bin ich doch jetzt sehr überrascht, wahrscheinlich denken die sich: wenn schon Beihilfeverstoss, dann richtig.

Von der Medienlandschaft bin ich auch enttäuscht, die machen sich nämlich garnicht mehr die Mühe, die Ereignisse zu hinterfragen. Die Ablösung der ISB wird als Rettung für den Nürburgring gefeiert, dabei ändern sich an den 330 Mio. Euro Schulden für den Ring und dem Insolvenzantrag Null Komma Null. Nur der Gläubiger wurde ausgetauscht.

Hier kann man das ja noch ahnen, weil wenn jemand Eau Rouge als Nürburgring verkaufen will, kann das nicht weit her sein. Aber autosport?

Immerhin Marc Surer spricht eine deutliche Sprache: Alles abreissen.

Willkommen in der Realität - soweit waren wir schon vor 2 Jahren.

Ach was soll’s, lasst uns feiern! Und die paar toxischen Schimmelpilze, die saufen wir uns einfach schön!


Donnerstag, 02. August 2012

Der 1.August 2012 war wohl Nürburgring-Tag.

Aber kein schöner Anlaß. Die Sondersitzung im Landtag hat etliche Berichte hervorgebracht. Passiert ist natürlich nichts, die Regierung hat sich gewunden wie eh und je und sich brav verprügeln lassen. Kurt Beck übernimmt heroisch die Gesamtverantwortung - als hätte er die nicht schon sowieso. Ja und? Ja nix und.

Hier eine Sammlung von Links, auch heute wieder Thema in der 20:15 Tagesschau - das ist schon sehr bemerkenswert.

Übrig Ns: Räuber Hotzenplotz wurde heute 50.

UPDATE:

  • Rheinpfalz, Kommentar Karin Dauscher - Zur Entschuldigung wurde er dem Vernehmen nach von der rot-grünen Koalition gedrängt. / Dass Beck bestellte Jubelnachrichten braucht, zeigt, wie angeschlagen er ist.

  • General Anzeiger Bonn und Kommentar von Ulrich Lüke, Ministerpräsidenten deutscher Bundesländer sind schon aus viel nichtigeren Anlässen zurückgetreten, als es die Millionenpleite in der Eifel ist. / Nachmittags das Parlamentsplenum stundenlang debattieren zu lassen, nachdem vorher der entscheidende Landtagsausschuss Hunderte von Millionen zur Milderung der Krise freigemacht hat, ist die falsche Reihenfolge. / Das Beste ist aus jetziger Sicht, dass wenigstens der alte Ring gerettet werden kann.

UPDATE:

The European: Der Beck-Effekt / v. Jennifer Nathalie Pyka -

Kurt Beck steht exemplarisch für einen arroganten Politikstil. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein zieht sich quer durch alle Ämter. (..)

Beck wiederum sagt zwar, die „gesamtpolitische Verantwortung“ für das Debakel zu übernehmen, allerdings meint er es nicht so. Denn ein Rücktritt kommt ihm selbstverständlich nicht in den Sinn, womit Worte eben nicht zu Taten werden, sondern ausgeleierte Hülsen bleiben. (..)

Christian Wulff beispielsweise hielt das Amt des Bundespräsidenten sowie vergünstigte Kredite und zweifelhafte Übernachtungen aller Kritik zum Trotz solange für vereinbar, bis ihm die Staatsanwaltschaft Hannover endgültig einen Strich durch die Rechnung machte. Seine Einsicht, also die zwingende Voraussetzung für Verantwortung, scheint er irgendwo zwischen Sylt und Mallorca verloren zu haben. (..)

Am Ende des Tages mag man sich fragen, ob ein solcher „Politikstil“ als Degeneration der Demokratie zu werten ist, und wie viele Aufschneider, die aus Macht automatisch Freiheit von Verantwortung ableiten, dieses Land eigentlich noch tragen kann. (..)

Was dagegen hilft? Nichts, außer vielleicht ein endgültiger Abschied von der Illusion des verantwortungsvollen Politikers.


Mittwoch, 01. August 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Na dann.

  • Daniel Köbler (Die Grünen) nennt das ürbrigens Nötigung. Also nicht das, was er will (entgegen strafrechtlicher Bedenken im Landtag absegnen) - sondern das, was die Oppostion gemacht hat: auf die strafrechtlichen Konsequenzen hinzuweisen.

Klarer Fall von Vorzeichenfehler.

  • Auf das Gröblichste - hab ich auch noch nie gehört. Es gab in den 62 Jahren Mainzer Landtag erst zweimal eine Sondersitzung in der Sommerpause: vor 52 Jahren - und morgen.

  • Instagram ist bei 80 Mio Usern angekommen. Sind im Schnitt 120.000 Neue jeden Tag. (Ich bin hier: @renntv).

  • Sieht gut aus der 918 Spyder - jetzt das Martini auch in Farbe.

  • Zum Rücktritt von Landrat Onnertz aus der VG Vulkaneifel gibt es auch einen SWR Bericht. Die Eifelzeitung ist da nicht ganz unbeteiligt.


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Freitag, 27. Juli 2012

Die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung.

Ich hab’s befürchtet, die hektische Nummer mit der Eigenverwaltung ist ein Winkelzug, damit keine neugierigen Fragen gestellt werden.

Zu Gläubigern gehören natürlich auch Leute mit offenen Schadensersatzforderungen und grade am Ring ist es ja alles andere als koscher zugegangen.

Sowohl Ja zum Nürburgring als auch Dorint gegen auf die Palme.

WiWo: Protest gegen Insolvenz in Eigenregie

“So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

(Aus diesem Aufsatz hier.)

Rechtstreu? Vertrauenswürdig? Nein - ganz sicher nicht.


Die Sueddeutsche bleibt am Ball ...

… ... und lässt Kurt Beck nicht so leicht vom Haken.

Von heute:

Revolte gegen König Kurt

Wie ich hier auch schon gesagt habe:

Die Zukunft der Nordschleife ist umgekehrt proportional zu Kurt Beck’s politischer Karriere.

Was hat der Mann mit seinem Gefolgsleuten für einen Schaden angerichtet rund um Nürburg.

Kai Richter wird auch zitiert und fühlt sich unfair behandelt, hoffentlich bekommt er bald seinen Prozess.

UPDATE:

Die FAZ hat auch was zum Thema:

SPD in Rheinland-Pfalz, Im Blutrausch der Rücktrittsforderung

“(..) wird in der SPD-Führung jedoch gespannt abgewartet, wie Beck dieses auch ihn persönlich treffende Misstrauensvotum von 31 Prozent verkraftet und ob die bis jetzt geschlossen schweigende Partei weiter still hält.”

Ich fürchte die wachen erst auf, wenn sie unten aufschlagen.

UPDATE:

… und die Rhein-Zeitung:

Ring-Pleite: Becks SPD stürzt ab

UPDATE:

Allgemeine Zeitung / Markus Lachmann:

“Ob Beck das Nürburgring-Fiasko politisch überlebt, steht noch nicht fest. Mittlerweile wird überregional in Medien über die Pleite am Ring berichtet - Tenor: Die Landesregierung habe schon 2010, als sie das „Rettungskonzept“ für den Nürburgring strickte, gewusst, was auf sie zukommt. Gut für Beck und die SPD: Bis zur Wahl sind es noch knapp vier Jahre. Man hofft vermutlich auf die Vergesslichkeit des Wählers. Dennoch: Das Drama am Nürburgring ist ein Mehrakter. Als nächstes steht wohl ein Prozess gegen frühere Verantwortliche an. Vorwurf: Untreue im Zusammenhang mit der Ring-Finanzierung. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die CDU den nächsten Untersuchungsausschuss zum Nürburgring einrichtet. Aber das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Noch nicht.”

Daß die da lapidar von “einpreisen” reden wie bei einem Börsenkurs, das kann einen schon wütend machen. Hoffentlich kommt der Prozess bald! Und gründlich!

UPDATE:

Kommt ja immer mehr, Badische Zeitung:

Insolvenz des Nürburgrings: König mit Problemring.

UPDATE:

Kommentar von Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Doch wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für den ganzen Schlamassel? Niemand, weil die potenziellen Nachfolger Becks noch nicht aus der Deckung wollen? Oder geht der Ministerpräsident noch einmal in sich und überlegt, ob ein klarer Schnitt nicht etwas Befreiendes für die rheinland-pfälzische SPD haben könnte? Sagen wird ihm das niemand. Darüber nachdenken werden viele.”


Donnerstag, 26. Juli 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Im SWR kam eben auch ein größerer Beitrag zum Ring bei Zur Sache RLP und ein Beitrag hat sich mit der brodelnden Unzufriedenheit an der grünen Parteibasis beschäftigt. Was man denn besser machen könne?

Kurt Beck soll abdanken und mit einem Teil seiner Pension helfen die Schulden zu tilgen.

Das finde ich ist ein vertiefenswerter Ansatz!

  • Einen ausführlichen Post mit Hintergründen zur Freizeitparkpleite hatte ich am Dienstag geschrieben für die nicht-deutsch-sprechenden Leute - hab ihn heute nochmal aktualisiert. Könnt Ihr Euch ja mal angucken, um ihn zu verlinken, wenn Ihr ihn mal braucht: mikefrison.com/1666.

Hab mich auch über die Verlinkung bei SPEEDHUNTERS gefreut.

  • Wenn ich das lese frage ich mich, warum Hendrik Hering - ebenfalls unter größter Geheimhaltung - für viele Millionen Euro Steuergeld die Kai-Richter-Immobilien gekauft hat. Die nur zwei Jahre danach einen Bruchteil der Kaufpreises wert sind. War das nicht auch völlig überteuert?

Aus dem EU Schreiben:

  • Bis zum 25. März 2010 waren Anteilseigner der MSR die Mediinvest GmbH (49,5 %), Geisler & Trimmel General Contractor GmbH (33,8 %), die NG (10 %) und die Weber Projektierungs- und Realisierungs GmbH (6,7 %).

  • Seit dem 25. März 2010 befindet sich die MSR zu 93,3 % im Eigentum der NG und zu 6,7 % im Eigentum der Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH („RIM“).

Was wollen wir mit dem schimmelnden Plunder und warum?

  • Wieder kein Wort von Nordschleife oder Kulturdenkmal.

  • Toto Wolff ist bei Williams jetzt geschäftsführender Direktor.

  • Mister Medico aka Jörg Lindner kann schonmal Rückabwicklung üben. 160.000 - stramme Einlage. Muß aber nicht er rückabwickeln, sondern Bonnfinanz.

“Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte diese Pflicht verletzt hat, als sie dem Kläger und der Zeugin auf deren ausdrückliche Nachfrage, in Bezug auf eine Veräußerungsmöglichkeit, erklärte, dass sie die Anlage jederzeit und auch nach 12 Jahren “mit Handkuss” loswürden.”

Iss klar.


Rufen Sie nicht an - wir rufen Sie an.

Letzten Samstag in Hockenheim: die Sekretärin von “Mister Ecclestone” hat schwarze Haare und das JörgLindner-KaiRichter-Duo sich die Beine in den Bauch gestanden - mit dem Handy in der Hand vor Mr E’s Wohnmobil. Hat die Sueddeutsche in bildreicher Sprache nachskizziert.

Überhaupt, Sueddeutsche - sehr ergiebig und gut recheriert unterwegs zum Thema:

  • Guter Hintergrund-Artikel:

Kurt Becks “Erfolgsmodell” — Wie der Nürburgring in die Pleite fuhr

  • Und der passende Kommentar dazu - auch sehr hintergründig:

Nürburgring-Desaster — König Kurts niemals endender Albtraum


Mittwoch, 25. Juli 2012

Mit den aktuellen Schlagzahlen der Nürburgring Meldungen ...

... kann man heute kaum noch Schritt halten.

Ich versuch’s mal in groben Zügen:

Los ging’s mit einer Pressekonferenz der Insolvenztruppe, die im Lindnerhotel (!) gehalten wurde. Und da waren einige Überraschungen dabei:

  • Seit gefühlten 20 Jahren gibt es wieder eine Pressemitteilung der Nürburgring GmbH. Die hat sich bisher ja aus allem rausgehalten und sich vornehm auf die Aufgaben als “Besitzgesellschaft” reduziert.

  • Was jetzt ziemlich paradox ist, weil die ebenfalls das Nürburgring Logo benutzen. Also einer von beiden - NAG oder NG - benutzt es rechtswidrig, ich wüßte auch schon wer. Ist da eigentlich auch Schadensersatzanspruch geplant?

  • Es gibt wieder mal einen neuen Geschäftsführer (Thomas Schmidt, Trier) und einen Sachwalter (Jens Lieser, Koblenz). Die beiden inszenieren sich mit Hilfe einer ebenfalls neuen PR Bude (Krisen-PR, das ist Dederichs Reinecke auch - Steinkühler sowieso).

  • Gaaanz bedeckt gibt sich die Landesregierung. Die ganze Inszenierung halte ich für die Ausrede-Strategie im Stile von: “Da können wir jetzt nichts machen, da müssen wir die Auflagen der Insolvenzverwalter befolgen.” Genauso wie die Grünen nach Machtübernahme sich mit “Da müssen wir uns an den Koalitionsvertrag halten” aus der Verantwortung gestohlen haben.

  • Zitat aus der PM: “Nur so wird es in Zukunft gelingen, die Attraktivität dieses traditionsreichen Standortes mit seiner bestehenden Infrastruktur aus Hotels, Gastronomie, Freizeit- und Erlebnispark in einer strukturschwachen Region zu erhalten.”

HALLO?? RENNSTRECKE?? Au Mann, das wird noch bitter.

Womit dann jetzt endgültig das nächste (letzte?) Kaptitel des Drehbuches Nürburgring Privatisierung in 5 Jahren eingeläutet wäre. Was mich an dieser groß angelegten Volksenteignung am meisten wundert: daß die Leute es mit sich machen lassen - oder für ein paar Krümelchen vom Tisch dabei mithelfen. Wi-der-lich.

Der “Wirkliche Neuanfang” sieht dann erstmal so aus, daß die NG das Ganze in Eigenverwaltung durchzieht und so wichtige Gläubiger wie “Ja zum Nürburgring” nicht zur Gläubigerversammlung zugelassen werden. Super.

Und wie es weitergehen soll, wissen die beiden auch schon: Vermarktungskonzept aus einem Guss. Mir bluten die Ohren, so oft mußten wir uns das die letzten Jahre anhören.

Was der Ring braucht wäre mal ein richtiges Aufräumen - also inklusive Ausmisten. Und dann Leute, die wissen was der Unterschied zwischen einer “Infrastruktur” und einer Rennstrecke ist. Ganz besonders einer so historisch bedeutenden.

Der Volksfreund schreibt:

Die Nürburgring GmbH (NG) gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Kreis Ahrweiler. Seit Mai 2010 ist die NG nur eine Besitzgesellschaft und Verpächterin der Formel-1-Rennstrecke und weiterer Einrichtungen wie Freizeitpark, Hotels und Geschäfte. Die NG beschäftigt 30 Mitarbeiter.

Die Nordschleife wird schon garnicht mehr erwähnt, was für ein Trauerspiel.

Hier sind auch die offiziellen Insolvenzbekanntmachungen:

Und noch ein paar Links:


Dienstag, 24. Juli 2012

Blitzinsolvenz - Sachwalter mit den Trümmern vom Kafitzwalter.

Nochmal kurz der Ablauf der Insolvenz, geht alles so schnell:

  • WiWo berichtet Samstags (14.), daß die Nürburgring GmbH 413 Mio. Schulden bei 126 Mio. Unternehmenswert hat.

  • Am Dienstag (17.) veröffentlicht die Rhein-Zeitung, daß die EU die neuen angefragten Unterstützungen aus Landesmitteln in Höhe von 13 Mio. EU nicht bzw. nicht zeitnah genehmigen wird. Dadurch wäre die Zahlungsfähigkeit der hoffnungslos überschuldeten NG nicht mehr aufrecht zu erhalten.

  • Am Mittwoch (18.) tritt die RLP Regierung (Beck + 3 Minister Lemke/Lewentz/Kühl) hektisch vor die Presse und verkündet, daß man einen Insolvenzantrag für die Nürburgring GmbH einreichen wird.

  • Am Freitag (20.) wird dieser Antrag für die NG und 2 Tochterfirmen (MSR und CCxx) in den Nachtbriefkasten (!) des Amtsgerichtes Bad Neuenahr-Ahrweiler eingworfen, wo er Montags (23.) gefunden wird.

  • Am Dienstag (24.) werden die Gläubiger versammelt und anscheinend wird die Insolvenz in Eigenverwaltung genehmigt. Der Spiegel greift das sofort auf - durch das Einsetzen eines Sachwalters statt eines Insolvenzverwalters befürchtet man den Bock zum Gärtner gemacht zu haben.

Einen guten Text zum Thema habe ich hier gefunden:

Die Eigenverwaltung nach der Insolvenzordnung
von Prof. Dr. Thomas Zerres

So wird eine Eigenverwaltung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sich der Schuldner bisher rechtstreu verhalten hat und persönlich vertrauenswürdig erscheint.

… woran ja nicht nur ich so meine Zweifel habe.


Erinnert Ihr Euch an den DSK?

Der DSK, der dem Walter Kafitz die Füße geküsst hat für einen Tag freies Fahren? Und der sich nichtmal zu schade war, das sogar bei der NAG zu machen?

Und dessen Mitgliederschwund ich hier mal aufgegriffen habe und vom “Präsidenten” des Vereins dazu Stellung genommen wurde?

(..) Und wenn ich sehe, was im Rahmen der Konjunkturpakete so alles verbuddelt oder hingeklotzt wird, dann brauchen wir uns als Motorsportler eigentlich nicht zu beschweren. Schlimmer wäre es, wenn der Ring nichts abbekommen hätte.

Daß es einen ganze Reihe von Ring-Fans (wie wir es ja auch sind) gibt, die sich über den Finanzskandal und die Machenschaften hinter den Kulissen ärgern, verstehe ich sehr gut. Allerdings bin ich persönlich halt ein Pragmatiker:

Jetzt ist das Zeugs da, wir fahren gern auf dem Ring - laßt uns versuchen, das Beste daraus zu machen. Die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich, denn bei uns steht die Freude am Motorsport und der Spaß am sportlichen Fahren im Mittelpunkt.

Der laßt-uns-das-Beste-draus-machen-Spaß-haben-und-Pragmatiker-DSK?

Jetzt wo die Pleite nicht mehr weggeleugnet werden kann, wird sich - festhalten - POSITIONIERT:

Positionspapier des DSK zur Zukunft des Nürburgrings

Alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden müssen zugunsten der Zukunft des Nürburgrings ihre Grabenkämpfe beenden und sich konstruktiv bei der Entwicklung von Lösungen einbringen. Uneinsichtige Streithähne sind durch erfahrene und ergebnisorientierte Macher zu ersetzen. (..)

Nein, das geht sogar noch weiter, aber ich bring’s nicht fertig, das hier zu posten.

Ganz grotesk formuliert in einer Kombination aus “man muß” und Befehlsform: müssen - sind .. zu ersetzen - ist … weiterzuentwickeln - muss … gestaltet werden - ist … unabdingbar - müssen … verhandelt werden … - usw.

Nicht den Hauch der Spur einer Einsicht, daß man durch die selbstgewählte Schosshündchen-Rolle das Disaster mitzuverantworten hat. Und statt auf die Barrikaden zu gehen, wie es sich die ausgetretenen Mitglieder gewünscht hätten, gehorsam mit den Wölfen geheult hat.

Der DSK sieht sich selbst als die “europaweit größte Vereinigung von aktiven Fahrern und Motorsport-Fans” und gibt an 13.000 Mitglieder zu haben.

Wer sich bei dem “die meisten unserer Mitglieder denken so ähnlich” nicht mehr wiederfindet ist übrigens in guter Gesellschaft.


Samstag, 21. Juli 2012

Nürburgring GmbH hat gestern offiziell Insolvenz angemeldet ...

… beim Amtgericht Bad Neuenahr.

Ich sitze grade am Ring, das VLN Zeittraining ist zuende und es ist ein niederschlagendes Gefühl, daß das alles auf einer Strecke abläuft, die in die Pleite geritten wurde. Im Streckenradio freut man sich über Rundenzeiten, als wäre nichts gewesen …

Gestern hat die Nürburgring GmbH dann eilig hochoffiziell das Handtuch geworfen und die Insolvenz eingereicht.

Aber nicht nur die, sondern insgesamt 3 Firmen - davon war bisher ÜBERHAUPT NICHT die Rede. Kurt Beck und seine treuen Minister halten das vielleicht für ein nicht-bemerkenswertes Detail.

  • Nürburgring GmbH
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH
  • Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Der Insolvenzverwalter ist auch schon klar:

RZ: Jens Lieser (Koblenz) soll “Sachwalter” bei #Nürburgring GmbH werden, Thomas Schmidt (Trier) verstärkt Leitung

In der Zwischenzeit ist auch der dicke Brief geleakt, den die Landesregierung (wann?) als sogenannten Antrag auf Rettungsbeihilfe an die EU geschickt hat. Die abgelehnt wurde und weswegen Kurt Beck und Eveline Lemke bei der Pressekonferenz so sehr Richtung Brüssel geschimpft haben.

Viele Medien haben dann auch erwartungsgemäß davon gesprochen, daß EU Hilfsgelder abgelehnt wurden, was natürlich Humbug ist. In Wirklichkeit wollte man weitere Schulden als RLP Steuergeld in die maroden Firmen stopfen - um Zeit zu gewinnen. Von Rettung kann garkeine Rede sein, der Freizeitpark war doch schon unrettbar, bevor er überhaupt gebaut wurde.

Dieser Antrag, der nicht genehmigt wurde und die Landesregierung - nach dem Rhein-Zeitungs-Report am Montag - dann am Mittwoch in die Offensive getrieben hat, ist inzwischen - wieder bei der Rhein-Zeitung - auch geleakt:

Da wird einem schwindelig.

Die Rolle der beiden anderen Firmen ist aber immer noch nicht geklärt, vor allem, warum der Steuerzahler jetzt dafür haften soll. (Siehe auch gestern.)

Die MSR wird von der RZ so erklärt:

MSR steht für die Motorsport Resort Nürburgring GmbH. Sie verantwortet das Eifeldorf mit Drei-Sterne-Hotel, das Vier-Sterne-Plus-Hotel sowie das Feriendorf in Drees. Hauptgesellschafter ist mit rund 40 Prozent die Düsseldorfer Mediinvest von Kai Richter, der auch MSR-Geschäftsführer ist. Ko-Geschäftsführer ist Erich Geisler vom österreichischen Hotel-Projektierer Geisler & Trimmel (rund 35 Prozent). Zehn Prozent hält die Nürburgring GmbH, fünf Prozent liegen bei Peter Weber Architekten (Köln).

Später war sie dann in den Schlagzeilen, weil sie sich nicht in die Bücher schauen ließ:

Weder dem Nürburgring noch dem Rechnungshof erlaubte die MSR, in die Bücher zu schauen, und fasste dazu sogar entsprechende Beschlüsse.

Und jetzt haftet der Steuerzahler für diese Firma, deren Geschäfte von Kai Richter geführt wurden.

Kann ich nicht nachvollziehen, wieso ein ganzes Land für die mißlungenen Geschäfte eines Unternehmers aus Düsseldorf zur Kasse gebeten wird.


Freitag, 20. Juli 2012

Wenn man seit 26.Okt.1994 Ministerpräsident ist, …

… dann weiß man, wie Politik nah bei de Leut geht:

“Doch Beck, so ist in der SPD zu hören, will den Sturm der Entrüstung inklusive etlicher Rücktrittsempfehlungen in rheinland-pfälzischer Zeitungen über sich hinwegziehen lassen. In drei Wochen, so lautet eine optimistische Prognose dort, könnte dank Olympia, Sommerferien und der Ermüdung vieler Bürger beim Thema Nürburgring das Schlimmste überstanden sein.”

Stand gestern in der FAZ.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Montag, 16. Juli 2012

Woran erkennt man, daß Kurt Beck maximal verzweifelt ist?

a) Er benutzt die Vokabel zuversichtlich. Das ist im Politikerwortschatz der Ausdruck, der der größtmöglichen Katastrophe am nächsten kommt.

b) Er greift sogar die Parolen der geschassten NAG auf.

Ich würde sagen, da ist nicht mehr viel zu machen.


Samstag, 14. Juli 2012

WiWo: Nürburgring GmbH hat 413 Mio. Euro Schulden an der Backe ...

… und muß noch diesen Monat Insolvenz anmelden, wenn aus Mainz keine weiteren Schulden in den Freizeitpark gepumpt werden (dürfen).

Nur mal um das greifbar zu machen, da sind an Zinsen bei 4% jedes Jahr 16,5 Mio. Euro fällig. Von Tilgung garnicht zu reden.

In dem Artikel steht auch:

  • daß die NAG der Nürburgring GmbH 13 Mio. Euro schuldet
  • daß der Unternehmenswert der Nürburgring GmbH laut einem Gutachten (ächz!) einen Unternehmenswert von 126 Mio. Euro hat. Und das sei schon positiv gerechnet.

413 minus 126 sind also 287 Mio. Euro, die irgendwie verdunstet sind. Jedenfalls sind damit nicht Werte entstanden.

Wenn die Staatsanwälte in Baden-Württemberg mit dem Mappus fertig sind: ich hätt da mal ein Anliegen.


Brodelnde Vulkaneifel, Landrat zurückgetreten.

In Daun geht es nicht nur in zwei Wochen bei der Eifel Rallye ab (26.-28.Juli), auch in den Amtsstuben der Kreisverwaltung Vulkaneifel tobt heftig der Bär.

Rhein-Zeitung 2.7.:

“Der parteilose Landrat des Vulkaneifelkreises, Heinz Onnertz (62), hat angekündigt, zum 31. März 2013 seinen vorzeitigen Ruhestand anzutreten. (..) Als Gründe nannte er eine permanente Blockadepolitik „der unheilvollen Koalition aus CDU, dem Linken und der BUV“ im Kreistag sowie der „dauerhaften Hetzkampagne der BUV-nahen Eifelzeitung“.

Hier die Presseerklärgung dazu und ein Bericht im Volksfreund.

Da ist ein ordentlicher Protest unterwegs, der sich gegen Peter Lepper richtet. Der Mann ist eine Nummer in Daun:

Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber er muß einigen Leuten mächtig auf den Schlips getreten haben. Es gibt eine Homepage Keine Eifelzeitung mit passender emotionaler Facebookgruppe. Jacques Berndorf und sein Verleger Ralf Kramp beziehen deutlich Position.

Die Wellen schlagen inzwischen so hoch, daß der SWR darüber im Fernsehen berichtet hat:

Mit prompter Reaktion der Eifelzeitung:

Was sich die SWR-Reporterin Myriam Schönecker am vergangenen Dienstag, 20. Juni 2012 in Daun geleistet hat, ist durchaus vergleichbar mit einem Angriff auf die freiheitliche Gesellschaft.

Letzten Montag hat schließlich auch die Sueddeutsche die Auseinandersetzung aufgegriffen und heute der Kölner Stadtanzeiger.

UPDATE:

Aktuelle Leserbriefe im Volksfreund, Nummer eins und zwei.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Jetzt wirklich? Ministerpräsident bekommt Besuch vom Staatsanwalt.

Heute in der Sueddeutschen:

“Amtlich beglaubigt steht nun ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: dass sich ein Ministerpräsident zum Schaden seines Landes strafbar gemacht hat. Weil er nur das eigene Wohl im Blick hatte.”

Die Staatsanwaltschaft hat tatsächlich Ermittlungen gegen den Regierungschef aufgenommen.

Aber nicht den von Rheinland-Pfalz, sondern den von Baden-Württemberg. Und das auch erst, als er im Amt abgelöst war.

Da fallen mir spontan zwei denkwürdige Termine ein:

Dankbares Thema wären auch die gefälschten Zuschauerzahlen, um den Gigantismus schönzurechnen. Oder die Reihenfolge: erst Tribüne sprengen bzw. anfangen zu bauen, obwohl die Finanzierung noch unausgegoren war und wie wir inzwischen wissen auch immer geblieben ist. Viele Sachen wissen wir noch garnicht, Staatsanwälte aber schon - wenn sie denn wollen. Zum Beispiel die Verträge, mit denen der Steuerzahler dem Privatinvestor Mediinvest erst mit 85 Mio. Euro ausgeholfen hat, um dann später die realisierten Alpträume mit der Landesgesellschaft Nürburgring GmbH aufzukaufen. Und warum überhaupt.

Gibt es in RLP denn noch Staatsanwälte mit Rückgrad? Oder sind die nach 18 Jahren Beckherrschaft ausgerottet? Der Artikel in der Sueddeutschen ist von heute und zu Kurt Beck gibt es heute diese Nachrichten:

Beck will wieder als SPD-Landesvorsitzender antreten.

Im November wählt die SPD nämlich intern ihren Chefsozi und offentlich will Kurt Beck noch eine Weile Ministerpräsident bleiben. Weil er die Riesenschiebung am Ring noch nicht in trockenen Tüchern hat? Wenn die Macht erstmal abgegeben ist steht man auf einmal im Regen. Wilhelm Hahne hat das heute auch kommentiert. Dann scheint die Lage wirklich schlimm zu sein, wenn Beck gezwungen ist die Zügel stramm in der Hand zu halten.

Was auf der anderen Seite Anlass zur Hoffnung gibt, daß ihm sein ganzer Filz mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Und was meint Eveline Lemke dazu?

“Beck will bleiben. Erwartungsgemäße, gute Entscheidung!”


Richter Anwalt.

Seit Gernot Lehr den Prozess gegen uns geführt hat, ist man immer ein wenig hellhörig, was seine Mandate angeht. Weil die ja auch gerne mal durch die Medien gehen. Das war beim Christian Wullf so - und ist jetzt bei Joseph Aloisius Ratzinger wieder so.


Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Montag, 09. Juli 2012

Aussage der NAG-Gesellschafter in höchsten Maße unseriös und irreführend.

Meint Peter Meyer.

“Mit großer Verwunderung nimmt der ADAC zur Kenntnis, dass sich die Pächterin des Nürburgrings, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), noch für die “ihr anvertrauten Anlagen” auch in 2013 verantwortlich fühlt.” (..)

“Der ADAC hat schriftlich und jederzeit nachweisbar vor dem kostenintensiven Bau der Gebäude am Nürburgring gewarnt.”

Vorher gab es “ein Gespräch in Düsseldorf” zwischen Lindner/Richter und offensichtlich ausgewählten Medien. Die drucken auch brav ab, z.B. Rhein-Zeitung oder General Anzeiger.

Die Ringbesetzer sind soo leicht zu durchschauen. Die Funkstille aus Mainz ist ihnen natürlich auch nicht entgangen und schon versuchen sie wieder sich in Stellung zu bringen. Gekündigt - na und? Verhandeln fleißig mit Mr E (“Vor wenigen Tagen hat Jörg Lindner mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone telefoniert.”) und sind sich auch nicht zu schade dem ADAC vorzuwerfen, der Club (!) würde den Motorsport am Ring gefährden. Für nichts zu schade halt.

UPDATE:

Es gibt auch bei Motorsport-Total einen längeren Beitrag.


Donnerstag, 05. Juli 2012

Als wäre nichts geschehen.

Während die Politik in Mainz möglichst leise auf der Stelle tritt und der “Verfügungsgewalt am Ring” hinterherjammert, bieten die gekündigten Parasiten Betreiber dem Rock am Ring mal lässig einen 10 (!) Jahresvertrag. 5 Monate nach Vertragskündigung.


Montag, 04. Juni 2012

Vermieter des Jahres.

Kurt Beck und seine treuen Kumpanen sind ganz vorne mit dabei dieses Jahr.


Sonntag, 03. Juni 2012

Volkseigentum - Na Und?

Die lokale RZ macht sich freiwillig oder unfreiwillig zum Diener der Bananenprovinz Landesregierung und bereitet das fromme Volk schonmal auf den Ring-Ausverkauf vor:

“Vermutlich enthält dieser (Plan) den Ausverkauf des Rings und das Ende der Nürburgring GmbH. Teile des traditionsreichen Eifelkurses werden liquidiert.”

Und nimmt die Täter liebvoll in Schutz:

“Neuerdings lässt man am liebsten den Finanzminister sprechen. Der erklärt alles so schön technisch, als ginge es gar nicht um Politik.

Daß dieser Finanzminister Carsten Kühl heißt und neben Deubel, Pföhler und Härtel als Nürburgring Aussichtsrat im Nov. 2007 den Tribünenabriss bzw. den Bau von NuroDisney besiegelt hat, wird dem werten Leser verschwiegen. Auch, daß alle 4 ergebungsvoll der SPD dienen (inklusive CDU-Landrat Jürgen Pföhler!).

Absicht? Unwissen?

Auf jeden Fall tickt die Uhr zur 5-Jahre Verjährungsfrist und die Ring-Hinrichter können schonmal den Sekt kaltstellen für den 20.Nov.2012. Sowas wie Rechenschaft oder Verantwortung wurde in den letzten 15 Jahren in RLP erfolgreich ausgerottet.


Dienstag, 01. Mai 2012

Ein besonderer Tag für Kai Richter und Jörg Lindner.

Jörg Lindner:

Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.

Wir freuen uns darauf, diese große gestalterische und operative Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nürburgring wollen wir ein verlässlicher und engagierter Partner für Veranstalter, Dienstleister, Kooperationspartner und die Eifel-Region sein.

Meinte er allerdings nicht heute, sondern vor 2 Jahren am 26.März 2010.

In der Zeitung heute so:

Das Kabinett habe daher beschlossen, die Pächter vom Ring zu klagen.

und:

Land will Nürburgring zurück

Streitwert Räumungsklage: 17 Mio. Euro, direkt mal bei Gericht zu bezahlen: 230.000 Euro.

Am Tag 84 der NAG Kündigung.


Freitag, 27. April 2012

Wirkungsvolle Politik.

Soll mal einer sagen, daß die Infrastrukurmaßnahmen nicht wirken würden: nachdem Porsche (sprich: der übermächtige VW Konzern) schon erfolgreich in Italien shoppen war, hat Ron Simons aktuell in Belgien verhandelt:

RSRNürburg und Circuit de Spa-Francorchamps haben sich heute zu einer offiziellen Zusammenarbeit entschlossen (..)

Siehe auch bei Wilhelm Hahne.

In der Zwischenzeit versucht Otto Flimm zu retten, was zu retten ist:

Im weiteren Verfahren wird sich der Verein nunmehr für eine strukturelle Separierung der Rennstrecken von den im Zuge des sog. Projekts „Nürburgring 2009“ errichteten Freizeit-, Hotellerie- und Gastronomieunternehmungen einsetzen. (..)

Dabei wird zentrales Anliegen sein, einen diskriminierungsfreien Zugang des Motorsports zu den Rennstrecken zu gewährleisten. Einseitige wirtschaftliche und ausschließlich auf Gewinnmaximierung zielende Interessen der privaten Bertreiber müssen durch gemeinwohlorientierte Konditionen insbesondere für den Breitensport ersetzt werden.

Ganz-dick-unterschreib!


Bad Beck Bank.

Zum ersten Mal fällt der Begriff Untreue im Zusammenhang mit dem Beck°Werk und der Regierungsverantwortung. Es geht um den Liquiditätspool, der Kurt Beck’s Schwarze Bank sei und mit der man Gelder der parlamentarischen Kontrolle entziehen könne.

Die Opposition greift das auf und bringt auch die Staatsanwaltschaft in’s Spiel. Die kann das dann prima auf den Nürburgring-Stapel legen in der Hoffnung, daß wir das alle vergessen.

Ist auch fast geschafft, denn dauert nicht mehr soo lange, bis die ersten Verjährungsfristen abgelaufen sind. Wenn man mal von 5 Jahren ausgeht, dann behalten die Herren Deubel, Pföhler, Härtel und Kühl sicher den 19.Nov.2012 im Auge. Diese vier Helden haben mit ihrer Unterschrift als Aufsichtsrat den Ring°Sarg im Nov.2007 genehmigt.

Die Gründe, warum diese Menschen so riskant im Dunstkreis des Illegalen handeln, kann ich nicht nachvollziehen.


Samstag, 21. April 2012

WiWo ausführlich über EU-Verfahren.

Am 29.März war Kurt Beck im ZDF zum Talken und hat dabei auch über den Nürburgring erzählt. In Kurzform: alles ist super, Arbeitsplätze geschaffen, kein Geld bezahlt und Probleme kriegen wir in den Griff. Und dabei auch den Piraten Christoph Lauer angegiftet, daß er keine Ahnung habe.

Am 20.März - ALSO VOR DEM BECK-AUFTRITT! - hat die EU ihre Stellungnahme verschickt. Die Begründung der EU für die Einleitung des Verfahrens gibt es jetzt komplett in 53 Seiten als Download via WiWo und die Kommission läßt kein Zweifel daran, daß das Mainzer Freizeitparkabenteuer von vorne bis hinten einer verbotenen Beihilfe entspräche. Ob Kredite oder Pachtvertrag - alles wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge so eingestuft und müßte zurückgezahlt / rückabgewickelt werden.

Damit wär der Nürburgring - und diesmal sprechen wir über die Landesgesellschaft Nürburgring GmbH - mit einem Schlag pleite. Überschuldet war sie ja bereits.

Am Donnerstag hatte bereits Wilhelm Hahne das Thema aufgegriffen - heute nochmal ausführlich in der WirtschaftsWoche - wird wohl auch am Montag im Print im Heft zu finden sein.

Insgesamt auch nochmal eine gute Gelegenheit zu erinnern, WER damals am 19.Nov.2007 als Nürburgring Aufsichtsrat die Erlebnisregion abgesegnet hat.

Und wer eindringlich davor gewarnt hat.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Kurt-Beck-Ersetzer.

Verpasst Pleitebeck den Absprung? Wirkt so, als klammert sich da jemand an sein Amt. Sonst hat er ja nichts. OK, ein Denkmal. Hat auch nicht jeder, vor allem in dieser Preisklasse.


Sonntag, 01. April 2012

Kurt Beck im ZDF zum Nürburgring: keine Landesmittel geflossen und hunderte von Arbeitsplätzen entstanden.

Kurt Beck war am Donnerstag (29.März) im ZDF zu Besuch bei Maybrit Illner’s Talkrunde und siehe da: auch der Nürburgring wurde angesprochen. Das Thema am Abend war ausgerechnet “Sparen” und Kurt Beck’s Aussagen zum Thema waren so bemerkenswert, daß ich mir die Mühe gemacht habe sie abzuschreiben. Hier ist der Link zur Sendung, ab 47:30 geht’s los.

Das ist der Mann, der soviel Leid und Elend in die Eifelregion und zu den Nürburgringfans weltweit gebracht hat und immer noch selbstherrlich seine irre Realtitätsferne und den Größenwahn vor den Fernsehzuschauern verteidigt.

Maybrit Illner: Herr Beck: der Landesrechnungshof hat das grade nochmal alles bestätigt - das Land Rheinland-Pfalz hat eine Menge Geld ausgegeben für den Nürburgring. Fehlt das anderswo und wenn ja: wo?

Christopher Lauer: Schlecker?

(Publikum Gelächter.)

Christopher Lauer: Ich hab nichts gesagt …

Kurt Beck: Bisher haben wir überhaupt kein Geld dafür ausgegeben, sondern die Gesellschaft, die den Nürburgring trägt. Jetzt ist die Frage, ob man das rentabel kriegt oder nicht.

Der Nürburgring ist gebaut worden 1928 in der Eifel, wo nicht viel los ist, damit dort Arbeitsplätze hinkommen. Es ist zu Zeiten von Bernhard Vogel investiert worden zu 100% aus Steuermitteln.

Wir versuchen jetzt ein Teil, daß der sich refinanziert. Da haben wir einige Schwierigkeiten in der Umsetzung, das ist richtig, aber wir werden das in den Griff bekommen.

(Das ist Christopher Lauer, @schmidtlepp, Piraten)

Kurt Beck: In dieser Region in der Eifel nichts zu tun hieße eben, daß wir die ganzen Unternehmen, die auf Tourismus aufgebaut sind ecetera dort natürlich mit einem wichtigen Impuls nicht mehr versehen. Also so einfach ist es nicht, wie es dargestellt wird. Es gibt gelegentlich auch mal Probleme mit einem Projekt, das ist garkeine Frage, aber das kriegen wir in den Griff und darüber hinaus …

Einwurf Maybrit Illner: … darf ich nochmal zitieren, der Landesrechnungshof sagt bis 2030 - also die nächsten 2 Jahrzehnte - drohen dem Land in der Eifel Fehlbeträge von 210 Millionen Euro.

Kurt Beck: Das ist eine solche Rechnung wie wenn man das an dem Theater über das wir grad geredet haben hochredet. Wenn sie Infrastrukturprojekte zu 100% refinanzieren und die Abschreibung refinanzieren wollen, dann kommen sie auf solche Zahlen. Das ist bei Infrastrukturprojekten NIE der Fall.

Oder - sie müssen sie ja nicht machen als staatliche Gesellschaft, wenn’s ein Privater machen würde - wir haben ja einen Privaten als Betreiber dort - das macht man, damit Geldströme und Menschen in eine Region kommen - und das macht man an ganz vielen Stellen - das gibt’s bei uns an 600 Stellen - wo vorher Kasernen und Militärflugplätze waren … vorbildlich gelungen und an einer Stelle haben wir ein Problem in der Umsetzung …

Christopher Lauer: Haben Sie an allen Stellen 330 Millionen investiert oder ist das jetzt hier nur an der einen Stelle?

Kurt Beck: Ich hab’s ihnen grade erklärt, wenn sie zugehört hätten, könnten sie zumindest die Frage …

Christopher Lauer: Ich hör die ganze Zeit zu.

Kurt Beck: Nein, sie können jetzt nicht zugehört haben …

Chritopher Lauer: Doch.

Kurt Beck: … ich habe ihnen grade gesagt, daß eine Gesellschaft - die Nürburgring Gesellschaft - das investiert hat. Das ist eine 90%-ige Tochter des Landes und Landesmittel sind NICHT geflossen bisher! Ich sage nur, daß in der Zukunft man sehen muß, was ordnet man dem Infrastruktureffekt zu und was ist eben wirtschaftlich hereinzuholen durch Pachten und Mieten für die Hotels und das was dort gestanden ist.

Christopher Lauer: Was ist denn da zu holen?

Kurt Beck: Das sind wir grad dabei das hinzukriegen und nach unserer Rechnung - nach unserer Rechnung - ist ein Löwenanteil dessen hereinzuholen.

Christopher Lauer: Irre.

Kurt Beck: (wird laut) Ja sie sagen “irre” - sie haben doch KEINE Ahnung jetzt wovon sie reden. Entschuldigung: wieso nennen sie das irre? Sagen sie das mal. Es sind hunderte von Arbeitsplätzen dort entstanden - auch wenn’s ein Problem gibt - warum ist denn das irre?

Christopher Lauer: Der Herr Beck der Unterschied zwischen uns …

Kurt Beck: Nicht alles was man nicht weiß kann man beurteilen!

Christopher Lauer: Herr Beck, ich glaub der Unterschied zwischen uns beiden ist, daß ich wirklich zu meinen Lücken hier offen stehe und garnicht den Eindruck erwecke ich hätte davon Ahnung - sie es noch immer verzweifelt tun. Und das ist der Witz. Ich finde es bemerkenswert, wie sie auf die Piraten hier zum Beispiel draufhauen - wie sie auf uns hier irgendwie draufhauen - und so naja und BGE und sie haben von Schlecker keine Ahnung - und lalalalala - und dann mit so einer Leichtigkeit - ja - ach - 210 Millionen - ja - das hat der Rechnungshof jetzt hier gemacht - das erklärt dann auch einiges - wie gesagt, vielleicht haben sie ja auch Recht - ich konnte ihnen wie gesagt folgen - verstanden habe ich es noch immer nicht - aber ihre Wähler und Wählerinnen und Bürger von Rheinland-Pfalz finden das bestimmt großartig …

Kurt Beck: Sie haben mich auf jeden Fall die Wähler schon fünfmal wiedergewählt.

Christopher Lauer: Vielleicht war das ein paarmal zu oft.

Maybrit Illner: Herr Beck, vielleicht können wir die …

(Publikum lacht höhnisch.)

Kurt Beck: (zu Christopher Lauer) Ihre Arroganz wird ihnen auch noch vergehen, das versprech ich ihnen. Wenn sie mal ernsthaft versuchen Politik zu machen und für die Menschen da zu sein, statt so’n Schnickschnack von sich zu geben, dann werden sie mal erleben, wie schwer dieser Job ist. Glauben sie mir das.

Christopher Lauer: Ja.

Kurt Beck: … wie schwer dieser Job ist.

Christopher Lauer: Mach ich gerne. Mach ich gerne.

Kurt BeckIch hab ‘ne ganze Nacht wieder hinter mir - mit anderen telefoniert, um Schlecker zu retten.

Christopher Lauer: Hat gut funktioniert, ne?

Kurt Beck: Ja es hat nicht funktioniert wegen der FDP.

Christopher Lauer: Ja, iss ok.

Kurt Beck: Aber glauben sie mir, das war …

Christopher Lauer: Ja, immer die anderen.

Kurt Beck: Glauben sie mir, daß man da lustig ist, wenn man mit den Betriebsräten von Schlecker geredet hat - jetzt - und die Frauen VÖLLIG VERZWEIFELT SIND und da kann ich nicht so’n Schnickschnack mitmachen und jetzt heute abend hier lachen und lächeln.

Mir geht’s DRECKIG, weil’s tausenden von Menschen dreckig geht, denen wir hätten helfen können. Deshalb bin ich zornig und wütend und deshalb bin ich auch engagiert und innerlich empört und da kann ich so’n Schnickschnack einfach nicht ertragen - das sag ich ihnen.

(Kurt Beck lehnt sich zufrieden zurück, Publikum applaudiert.)

UPDATE:

Weil hier grade Leute von außerhalb - also aus dem Nicht-Nürburgring Dunstkreis - landen bzw. entern, ganz knapp eine kleine Executive Summary:


Montag, 27. Februar 2012

beck°werk.

Kurt Beck wurde zugetragen, daß es am Nürburgring Probleme gibt. Und obwohl er garnichts damit zu tun hat, hat er sich aufopfernd bereit erklärt zu vermitteln:

Für eine solche Brückenbaufunktion stehe ich persönlich zur Verfügung, das ist jetzt öffentlich gesagt, das wird intern auch nachgearbeitet wie man’s tut - mit einem Brief - ich pflege nicht dann auf Anrufbeantworter oder sowas zu sprechen …

Wie war das? Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.

Zeitgleich


Sonntag, 26. Februar 2012

Eine Million Euro pro km Nürburgring ...

... ist eine stramme Summe, besonders wenn man die 24h-Rennen Variante wählt. Das hat die NAG wohl gemacht und reicht Klage ein gegen Rheinland-Pfalz:

“Nürburgring-Betreiber verklagen Land und fordern 25,9 Millionen Schadenersatz.”

Wer hat die nochmal angeschleppt? Vor nichtmal 2 Jahren? VOR der Landtagswahl?


Donnerstag, 23. Februar 2012

Heute gings ganz schön rund ...

… beim Thema Nürburgring. Auf der einen Seite gut, daß nach und nach immer mehr an’s Tageslicht kommt, auf der anderen Seite ziemlich eklig, was da so alles nach oben gespült wird.

Money Quote:

Insgesamt flossen also rund 17 Millionen Euro aus der öffentlich gesponserten MSR in Richters Firmengeflecht. Steinkühler sieht im Geschäftsgebaren von Richter am Nürburgring jedoch anscheinend nichts Verwerfliches. Offenbar könnten manche „nicht ertragen, dass Unternehmer durch eigene Anstrengungen und kaufmännisches Geschick auch Erträge erwirtschaften dürfen.“ 

Die Kommentare sind auch interessant, da geht’s eigentlich nur um Korruption und Knast.

Hier und hier gibt’s noch ein paar Infos dazu, die Staatsanwaltschaft bestätigt “wesentliche Mittelabflüsse”. Und eine neue Anwältin hat er: Renate Verjans. Hab mal gegoogelt.

  • Dann ging’s heftig weiter im Landtag.

Kurt Beck hat der gekündigten NAG einen neuen Vertrag angeboten: .. dass sie einen Sondervertrag im Bereich Hotel und im Bereich dieses Ferienparks weiter erfüllen und wir ansonsten eine neue Pachtsituation herbeiführen.

und Julia Klöckner hat Kurt Beck den Rücktritt angeboten.

Die Eifelzeitung sieht Beck schon angezählt.

Günter Eymael von der FDP meinte: Mein Vorschlag ist: Noch einen niedrigen Millionenbetrag in die Hand nehmen und mit der Abrissbirne alles platt machen, was nicht unbedingt zur Rennstrecke gehört. DAS kommt mir ziemlich bekannt vor!

  • Und schließlich hat Wilhelm Hahne den vertraulichen Teil vom Gutachten des Landesrechnungshofes vom 23.Juni 2010 geleakt: Teil 1 und Teil 2. Hier die 143 Seiten, die man schon kannte.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Aschermittwoch Übrig Ns.

Mein Vorschlag: einpacken.

“Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) habe einen wesentlichen Teil der Abmachung nicht erfüllt, nämlich keine Pachtzahlungen geleistet.”

und: “Wir sind sehr zuversichtlich, was die Qualität des Vertrags angeht.”

Zu dem Vertrag gehen die Meinungen auseinander:

“Zur Beurteilung des Vertrags haben wir ein juristisches Gutachten beauftragt. Dieses Gutachten macht deutlich, hier handelt es sich um kein solides Vertragswerk, sondern es werden zahlreiche Lücken deutlich.”

… meint Eveline Lemke … im Nov.2010.

Den Vertrag kann man hier nachlesen.

Daß der Kurt Beck jetzt mitspielt beim Ihr könnt nach Hause gehen deute ich mal als Zeichen, daß der Ring bald richter- und lindnerfrei ist. Muß man dem Mann fast dankbar sein, aber das hilft seinem Minuskonto auch nicht mehr.

Allerdings werde das Land Vorkehrungen für eine mögliche Umschuldung der Investitionskredite treffen, sollten die zukünftigen Pachteinnahmen die Tilgungsraten nicht decken können.

Wie lange will eigentlich der AW-Landrat Jürgen Pföhler noch untertauchen?

Das Ende der Netzgemeinde.

Das böse Unbekannte nimmt Einzug in unser tägliches Leben und das Internet wird dabei automatisch auch für alle Nicht-Nerds de-mystifiziert. Feine Sache das und für die gegensteuernden Lobbyisten glücklicherweise nur schwer in den Griff zu kriegen.

“Das ist die neue Realität in Deutschland: Die Netzgemeinde ist tot – es lebe das Netz. Und wer dessen Nutzung beschränken will, der stellt sich nicht gegen einen Kult oder eine Sekte – sondern gegen einen großen Teil der Bevölkerung.”

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Pressemitteilung dazu einen Tag vorher “plaziert”.

  • Sueddeutsche.de: Recht am Ring.

  • Aus der Rubrik: Blogger sind keine Journalisten.

  • Andrea Die-Ring-Region-im-Stich-gelassen Nahles macht einen auf Facebook. Am lesenswertesten wie so oft: die Kommentare.

  • Damit hat der Herr Steinkühler wohl nicht gerechnet, daß die Rhein-Zeitung einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt und mal bei Bernie Ecclestone anruft.


Dienstag, 14. Februar 2012

NAG Kündigung Tag 7 ...

… aber sie sind immer noch da.

Und haben die Anwälte eingschaltet, um noch länger zu bleiben.

Ist aber nicht mehr die Nürburgring-übliche Redeker Sellner Dahs (der Herr Lehr …), sondern neu hlfp aus Düsseldorf: Hoffmann Liebs Fritsch. Auch ein Riesen-Schuppen.

Also für die Anwaltsbranche ist das beck°werk auf jeden Fall eine neue Chance für Arbeit und Wertschöpfung.


Mittwoch, 08. Februar 2012

Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Montag, 06. Februar 2012

Die Mieter rausschmeißen?

Wenn man nach dem Zeitungsbericht geht, dann gibt es eine 50% Chance, daß der Vertrag mit der NAG gekündigt wird.

“Die Mainzer Landesregierung sucht nach Wegen, die Zusammenarbeit mit den beiden Ring-Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter zu beenden.

Hört sich gut an - aber was kommt danach? Der nächste Betreiber? Oder doch Wieder die Verantwortung vom Land in der alten Nürbrgring GmbH? Also so, wie es von 1927-2010 der Fall war?


Mittwoch, 18. Januar 2012

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Wilhelm Hahne hat heute Geburtstag (79!) - Alles Gute und bitte schön feiern! :)

  • Riesenschocker in der Motorsport-Szene: Peugeut zieht sich aus seinem Le Mans Engagement zurück! Keine Schlachten mehr mit Audi - das ist jetzt Geschichte. Heute ist auch Einschreibefrist für Le Mans.

  • Eine Stunde Radio-Diskussion im SWR über den Ring. Mit Wilm Hüffer und sehr hörenswert, sind ein paar interessante Sachen dabei. Auch wenn das mit den 50 Euro pro Runde (noch) nicht stimmt.

  • Sag ich doch: Geburtstage.

  • “Sollten die jetzigen Pächter aufgeben, werden wir den Ring-Betrieb neu ausschreiben. Wir arbeiten an verschiedenen Rettungskonzepten, mit denen wir die Übergangszeit überbrücken könnten.”

meint Eveline Lemke heute im Interview. Das klingt doch garnicht mal schlecht!

Sieht so aus, als zeigt das Land Rückgrat beim Pachtvertrag und knickt auch nicht bei der politisch maximal schlechten Arbeitsplätze-in-Gefahr Drohung der NAG ein. Ihren höchsten Trumpf hat die NAG (auf Kosten der Menschen) ausgespielt, die Pacht muß trotzdem bezahlt werden.

Bei der NAG hab ich den Eindruck, daß sie jetzt versuchen, das Thema Arbeitsplätze in den Medien zu halten. Ah ja, geht schon los - und sogar auch international. Bloß nichts anbrennen lassen.

  • Wo wir medientechnisch in Deutschland grade stehe kann man gut daran ablesen, daß die Tatsache, daß der Herausgeber der FAZ selber twittert, einigen Wirbel in eben diesem verursacht hat. Ist noch ein langer Weg!

  • Das mit der Einschwungphase wendet der Jörg Lindner jetzt auch auf eigene Projekte an, bzw. im Namen der an seinem Fond beteiligten Leute. Ob der neue Mieter sich auch damit bedankt, daß er einfach nicht bezahlt?

  • Freizeitpark? Neues Hotels? 400.000 zusätzliche Besucher? Regierungspläne? Sieht so aus, als hätten die “Investoren” jetzt Magny Cours entdeckt. Das ist hier: http://g.co/maps/dp3b4. Fehlt eigentlich nur noch der magny°racer .

Zum Vergleich, Paul Ricard ist hier: http://g.co/maps/w4vh3.

  • Nach NUR 1,5 Jahren soll es dieses Jahr VIELLEICHT SCHON zur Anklage gegen Deubel, Kafitz und Co. kommen.

Vielleicht sollten die es mal mit Rollrasen probieren, das normale Drüber-wachs-Gras wächst so langsam.

Der Harloff wird’s schon richten, daß am Ende doch keiner angeklagt wird.

  • Rock am Ring: ausverkauft (85.000), da freut sich MLK und NAG hat endlich gute Nachrichten. Die erfolgreichste Veranstaltung lehnt die Ringcard ab - na, klingelt’s? Aber Veranstalter: BB Promotion. Nie gehört, was ist mit Lieberberg und MLK?

Auch für die Landesregierung ist die Suche nach guten Nürburgring Nachrichten eine Verzweifelte, also hängen die sich auch mit dran.


Übrig Ns vom Dienstag.
  • Die Rheinpfalz rechnet vor, daß neben dem 330 Mio. Kredit für den Beck°Protz der Ring 160,33 Mio. Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten hat oder zugesagt sind.

In Zahlen:

490.330.000,00 Euro

Das ist jetzt erstmal eine unfassbar große Zahl, daher ein motorsportlicher Vergleich: in Deutschland baut man zur Zeit eine Tiptop-Rennstrecke für 34 Mio. Euro. Man könnte also 14 (!!) Rennstrecken für diesen Betrag bauen.

Eigentlich sollte sich mit dem Ringdrama nicht die Justiz, sondern eine leistungsfähige Psychiatrische Klinik befassen.

Ob’s am Ring auch so lange dauert?

Selbstverständlich ist die Trennung einvernehmlich und freundschaftlich erfolgt - was habt Ihr denn gedacht?

Das mit der Spielbankabgabe steht auf Seite 20 vom Pachtvertrag und liest sich so:

Fällt die “Spielbankabgabe”, die im bisherigen Umfang dem Projekt Nürburgring zugute kommt, aus, verändert sich die vorgeschriebene Verteilung des Jahresergebnisses proportional.

Inwiefern man da einfach die Mindestpacht einbehält?

Das mit der Spielbankabgabe halt ich für Zeitspiel. Das steht nicht drin, daß die an die NAG zu zahlen ist. Das wär ja auch ein schlechter Witz, wenn der Steuerzahler ihnen Millionen zahlt und damit dann die Miete bezahlt wird. Obwohl … - würde nahtlos in’s Schema passen.

Kurz: den Grüßaugust.


Dienstag, 17. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Der Titel ist nicht schlecht: Nürburgring versinkt im Chaos. Und tatsächlich - springt einem auch direkt mal der Achim entgegen! :D


Sonntag, 15. Januar 2012

Übungsstunde bei Rethorik Steinkühler.

In der neuesten Folge von Rethorik Steinkühler geht es ausnahmsweise mal nicht um Schön-schreiberei, sondern Schön-rechnerei.

In der Vergangenheit ging es ständig darum die Arbeitsplätze möglichst hoch zu rechnen, um mit dem Arbeitsplätze-schaffen-Scheinargument der Regierung möglichst viele Milliönchen aus den Taschen zu leiern. Hat ja auch super funktioniert.

Zwei Jobbörsen wurden inszeniert und so hat sich das damals am 7.März und 5.April 2009 angehört, als für 400 neue Stellen die große Leutesuche durch den Propagandawolf gedreht wurde.

Walter Kafitz:

Wir haben heute vor Ort bewiesen, dass wir ein Konjunkturpaket zum Anfassen sind.

Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung, die daraus erwächst, voll bewusst.

Wir setzen auch in Zukunft alles daran, die bestehenden Arbeitsplätze am und um den Ring zu sichern.

Der “begeisterte” Projektentwickler Kai Richter:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.

Das Gesamtprojekt Nürburgring 2009 kann nur in der Vernetzung perfekt funktionieren.

Bei der Bewerbungsbörse hat sich gezeigt, wie gut die einzelnen Bausteine bereits jetzt zueinander passen.

Für Bewerber aus dem weiteren Umfeld können wir im Lindner Boardinghouse in Adenau komfortable Personalwohnungen zur Verfügung stellen.

Bernd Schiffarth, Bürgermeister Adenau:

Wir brauchen dringender denn je innovative Menschen mit Mut, die am Großprojekt Nürburgring 2009 mitwirken und es mitgestalten.

Otto Lindner (Vorstand von Lindner und Jörg’s Bruder):

Für unser außergewöhnliches Projekt direkt an der Rennstrecke des Nürburgrings suchen wir Bewerber, die für den Motorsport brennen.

Mit [unseren Hotels] ziehen wir Gäste an, die die spannungsgeladene Luft des Mythos Nürburgring atmen wollen.

Mitarbeiter genießen eine Reihe von Sonderleistungen: ein Personalhaus vor Ort, eine übertarifliche Bezahlung und Karrierechancen in einer führenden deutschen Hotelgruppe mit internationalem Wachstum.

Leider alles nur warme Luft und die reingelegten angeworbenen Leute werden nicht mehr gebraucht: die Wahlen sind inzwischen gewonnen, die Pachtverträge unterschrieben und die tollen Powerpointpläne nichts als teuer bezahlte Hirngespinste.

Die Leute müssen entlassen werden, aber die Auftraggeber wollen unbedingt gut-klingende Nachrichten vom Ring.

Ein Fall für Wir-helfen-in-Notlagen Super-Steinkühler!

Ausgangssituation, Mitte Dez.:

141 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Insgesamt sind 380 Beschäftige bei der NAG, diese hängt die Leute kurz vor Weihnachten aus dem Fenster und stellt die Landesregierung unter Druck.

Heutige Situation - steingekühlert und gehorsam von Agenturen und Presse verbreitet:

NAG optimiert Zukunftskonzept und reduziert den Personalabbau um 49 Stellen.

Welches Zukunfskonzept? 49 Stellen weniger - das hört sich doch toll an!

Bei der NAG müssen jetzt noch 92 von 338 Stellen abgebaut werden.

Augenblick mal: 338? Wo ist der Rest von 380?

Es ist jetzt aber erforderlich, mit Konsequenz und ohne Verzögerung das Zukunftskonzept umzusetzen, um die verbleibenden 224 Arbeitsplätze zu sichern.

Oha - 224!! Kurz überschlagen:

 380 NAG'ler Dez 2011
-224 NAG'ler Zukunft
 ===
 156 Entlassungen

Steingekühlert sieht die Rechnung so aus:

 380 NAG'ler Dez 2011
- 42 Wo sind die geblieben?
- 92 "Abbau" lt. PM
- 22 Was passiert mit denen?
 ===
 224 "verbleibende Arbeitsplätze"

Es ist typisch für die Katastrophe am Ring, daß solche Fragen von einem dusseligen Blogger wie mir gestellt werden, aber die Medien einfach übernehmen und verbreiten, was sie als PM serviert bekommen. Sogar die Ring-erfahrene Rhein-Zeitung und selbst die CDU Opposition.

Das Team Richter / Lindner / Steinkühler hat leichtes Spiel und versteht sich blind. Wie praktisch auch, daß alle 3 Nachbarn sind (A: Lindner, B: Richter, C: Steinkühler).

Armer Nürburgring :/


Freitag, 13. Januar 2012

Doch im Herbst implodierte die Scheinidylle - Frankfurter Rundschau

Neuer Zeitungsartikel, vom 14. (!!) Januar:

Es ist gespenstisch. Volles Programm auf der „größten Videowand der Welt“, bunte Bilder an einem düsteren Januartag im überdachten „Ring-Boulevard“. Auf 45 mal 11 Metern zappeln Werbeclips, morgens bis abends. Die Wand preist die nächsten Motorsport-Rennen im Sommer an, dazwischen läuft Werbung für den neuen Sherlock Holmes. Nur schaut keiner zu. Gar keiner. Wirklich niemand.

„Wenn es hoch kommt, haben wir im Boulevard 50 Besucher am ganzen Tag“, sagt ein Mitarbeiter der Betreibergesellschaft „Nürburgring Automotive GmbH“ (NAG).


Gernot Lehr ...

… kann sich über mangelnde Publicity bei seinem neuen Mandat nicht beschweren. (Für sporadische Blogleser: er hat auch bei uns die Gegenseite vertreten.)


Donnerstag, 12. Januar 2012

Deutschlandfunk noch einmal.

Haben die Nürburgring-Themenwoche im Deutschlandfunk? Gestern der längere Bericht - heute nochmal als Fünfminüter zusammengefasst:

Achterbahnfahrt am Nürburgring

(Hier geht’s direkt zum MP3.)

Aufhänger ist der “jetzt beginnende Prozess” gegen Walter Kafitz - geht um “rund 8 Millionen Euro Schadensersatz”.

Auch Ingolf Deubel wird angesprochen:

Welche Managementfehler die nun anstehenden Prozesstermine mit Ex-Nürburgring-Chef Walter Kafitz und wohl bald auch Ex-Finanzminister Ingolf Deubel noch zutage fördern: Die rheinland-pfälzische Politik muss sich mit der “Altlast” des Freizeitzentrums am Ring herumschlagen.

Aus der großen Sause, die in Eifel versprochen wurde, ist nichts geworden. Das Motto “Der neue Nürburgring - machen sie sich auf was gefasst” klingt heute wie eine Drohung.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Der Wulff Verteidiger.

Der Anwalt, den Kai Richter auserkoren hatte das Forum zu verklagen und der auch gegen Wilhelm Hahne vor die Gerichte zieht, bekommt heute vom SPIEGEL einen ganz Artikel gewidmet (Danke Kai!).


Mittwoch, 07. Dezember 2011

Perfide und unanständig.

“Es sei perfide und unanständig, mit dem Schicksal von Arbeitnehmern von unternehmerischen Fehlentscheidungen ablenken zu wollen.

So wird Nils Wiechmann (Grüne) heute aus dem Landtag zitiert. Sogar Manfred Strack hat sich nach Mainz aufgemacht, um das Ohr Richtung Politik zu halten und um die weisse Fahne zu hissen - von den Zuschauerrängen aus und nach meinem Gefühl vier Jahre zu spät.

Es fällt aber auf, daß unser Lieblingswort “Neuausschreibung” immer öfter fällt und sogar durch “Neuordnung” noch übertroffen wird. Könnte jetzt eigentlich nur noch durch Räumungsklage getoppt werden.


Samstag, 03. Dezember 2011

Mit Vollgas in die Zukunft.

Vor gut einem Jahr ging es am Ring auch schonmal um Arbeitsplätze - das war im November 2010 und damit natürlich noch VOR den Wahlen. Da brauchte man gute Nachrichten und entsprechend wurde die Propagandamaschine angeworfen.

Die Pressemitteilung der Nürburgring Automotive GmbH sah am 2.Nov.2010 so aus:

Jobmotor Nürburgring

“Seit 2008 hat sich die Zahl der Mitarbeiter am Nürburgring mehr als verdreifacht.”

Inklusive tollem Gewinnerchart. Und Sprüchen wie:

… über 200 zusätzliche Arbeitsplätze …

… Steigerung von über 180 Prozent …

… als einen ersten Schritt auf dem Weg, das vorhandene Potenzial des Nürburgrings als Freizeit- und Erlebnisdestination voll zu erschließen.”

Jörg Lindner:

“Unsere motivierten und engagierten Mitarbeiter sind ein wesentlicher Bestandteil der Erfolgsgeschichte Nürburgring. Das Unternehmen profitiert von ihren Erfahrungen und Vorschlägen.

Neue Mitarbeiter, die wir auf zusätzlich geschaffenen Stellen einsetzen, bringen weitere Impulse und Ideen. In dieser Kombination können wir das vorhandene Wachstumspotenzial des Nürburgrings optimal ausschöpfen”.

Jetzt hat es sich anscheinend schon nach kurzer Zeit aus-profitiert und wie das mit dem Erschließen und Ausschöpfen des Potentials aussieht, ist dann gestern so die Zeitungen gegangen:

Sozialpläne und Entlassungen.

Aber das ist ja auch NACH den Wahlen.

Am Ring werden übrigens auch aktuell noch Leute geworben:

Ok, Teilzeit / Aushilfe / Wochenende - aber dafür verantwortungsvolle Tätigkeiten in einer stark wachsenden Unternehmensgruppe.

Und ich fürchte auch darauf werden wieder Leute reinfallen - die können einem jetzt schon leidtun.


Mittwoch, 30. November 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Sitzplatz Südtribüne überdacht bei allen Motorsport-Veranstaltungen
  • Sonderparkplatz bei allen Motorsport-Großveranstaltungen garantiert
  • 1 x Fanpaket Hockenheimring
  • Freie Fahrt bei den Touristenfahrten während der gesamten Saison*
  • Freier Eintritt ins Motor-Sport-Museum am Hockenheimring
  • Freie Insider-Führung “Hockenheimring TOUR” während der gesamten Saison

Freier Eintritt - das ist doch mal ‘ne Ansage. Und keine künstliche Belebung von Besucherfailattraktionen. Ach ja: 880 Euro. (Via)

Für den Fall, dass die oben genannten … Unterlagen … der Europäischen Kommission nicht oder nur teilweise zugeleitet wurden: Warum nicht?


Montag, 28. November 2011

Graf Zahl.

Nehmen wir mal an, jemand hätte einen Stundenlohn von 15 € und sich in den Kopf gesetzt Millionär zu werden. Dann müßte dieser Jemand über 33 Jahre lang arbeiten, um 1.036.000 € zu verdienen.

Schneller geht so.

Wo die MSR soviel Geld herhat? Dumme Frage, von Dir natürlich!


Freitag, 25. November 2011

Am 22.Nov.2007 wurde das Erlebnis°Grab ausgehoben.

Vor 4 Jahren war am 22.Nov.2007 Spatenstich für Nürburgring 2009. Und damit wir diesen denkwürdigen Moment nie vergessen, hier das Erinnerungsfoto:

Jürgen Pföhler, Ingolf Deubel und Walter Kafitz haben es sich nicht nehmen lassen, die Ruhe°Stätte persönlich auszuheben.

Gut, daß Wilhelm Hahne vor Ort war, um zu dokumentieren:

Und dann dankte Dr. Kafitz dem Aufsichtsrat für seine kluge Entscheidung …

Er bedankt sich sogar “für die kritische Begleitung” des Projekts, es “auf sinnvolle Art und Weise zu hinterfragen”. - Diesen Kritikern “gilt mein demokratischer Dank.” Sagt Dr. Kafitz. Er spricht einen “demokratischen Dank” aus. Diese Wortkombination höre ich zum ersten Mal in meinem Leben.

Dann redet Finanzminister Prof. Dr. Ingolf Deubel. (…) Er findet: “Rennen reichen nicht” und gut, “gegen allen Widerstände” den Bau des Projekts durchgesetzt zu haben.”

Aber Prof. Deubel kommt nun beim Reden ins Träumen: Man hätte “Externe” beauftragt, kritisch die Zahlen abzuklopfen. Es galt zu überprüfen, “ob Private die Risiken und Chancen genau so sehen”. - Und Deubel steigert sich: Die Finanzierung des Projekts wäre auch zu 100 Prozent privat möglich gewesen. Aber dann hätte die Nürburgring GmbH auch weniger davon gehabt.

So sieht es also aus. In einigen Internet-Foren wird es tatsächlich heute schon als “Millionen-Grab” bezeichnet.

Es gab auch einen Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger:

Man gehe davon aus, dass nach dem Ausbau die Zahl der Arbeitskräfte von 500 auf über 1000 steige.

Die Nürburgring Pressemitteilung darf natürlich auch nicht fehlen:

“Viele Gäste aus der Region, Nachbarn und Partner aus Wirtschaft und Politik waren dabei, als der offizielle Spatenstich zum Projekt Nürburgring 2009 gefeiert wurde.

Zu diesem Anlass wurde auch die MediInvest GmbH als Hauptinvestor für das Projekt vorgestellt.

„Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ist der wichtigste Meilenstein in seiner Geschichte seit Errichtung der Nordschleife 1927 und der Ergänzung durch die Grand- Prix-Strecke 1984“, freut sich Nürburgring GmbH Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Kafitz.

… Boulevard … Marken-Erlebniswelten … Automobil-Hersteller … Indoor-Arena … Themenpark … Action- und Freizeitmodul … Infotainment … schnellste Racecoaster der Welt …

… AUA! Mir bluten die Ohren.


Sonntag, 20. November 2011

Greetsiel: 1, Beton: 0.

Die Greetsieler haben abgestimmt und schicken die Betonmischer unverrichteter Dinge wieder in die Wüste.

Über 60% haben mit NEIN gestimmt.

Wähler insgesamt: 4.751 (45,58 %)
20 ungültige Stimmen
gültige Stimmen: 4.731.

Mit JA für den Ferienpark Greetland haben gestimmt:

  • 1.802 (38,08 %),

mit NEIN, gegen den Ferienpark Greetland haben gestimmt:

  • 2.929 ( 61,91 %).

Das freut einen, auch wenn es etwas traurig ist, daß in Nürburg und Umgebung die Möglichkeit zur Volksabstimmung verwehrt geblieben ist.

Wer sich jetzt fragt, was Greetsiel mit Nürburg zu tun hat, der liest nicht genug hier mit ;)

Ein Investor möchte für 80 Millionen Euro einen Ferienpark hinklotzen und eine Hotelgruppe als Betreiber steht auch schon bereit: Lindner.

Aber sowas von Déjà-vu!

UPDATE:

Schönes Zitat in der dadp-Meldung:

“Die Bürger haben sich dafür entschieden, Altes zu bewahren, und dagegen, Neues zu erschaffen.”


Freitag, 18. November 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • “Der besondere Fokus liegt auf einer Bauweise, die sich an maritimen Küstenensembles orientiert – also auch am Baustil der Häuser in Greetsiel ..”

  • “Durch den Ferienpark entstehen in Greetsiel ca. 80 neue VOLLZEIT-DAUER-Arbeitsplätze ..”

  • “Durch exklusive Angebote werden neue Zielgruppen aus neuen Quellregionen angesprochen.”

  • “Durch die höherpreisigen Angebote des Ferienparks wird es keinen Verdrängungswettbewerb mit den Ferienwohnungen vor Ort geben.”

  • “Greetsiel hat von April bis Oktober Saison – durch den Ferienpark wird ganzjährig eine Infrastruktur (Saunalandschaften, Restaurants, Events, Schwimmbad) vorgehalten, dadurch kommen Touristen auch in der Nebensaison nach Greetsiel ..”

Am Sonntag ist Showdown, dann dürfen (müssen!) die Bürger wählen, bzw. abwählen. Siehe auch hier.

  • Bei Jerlitschka / Moch (= Vorjahressieger, 4.dieses Jahr) mitfahren Rallye K-AW. (Via.)

  • Der Grottigste Website Contest geht in eine neue Runde. Und den Preis für die grottigste URL gibt’s noch obendrauf:

erlebnisregionnuerburgring.de


Samstag, 05. November 2011

Über°blick.

Die Allgemeine Zeitung greift zum Wochenende das Debakel am Ring umfassend auf:

Die Widersprüche sind erst auf den zweiten Blick sichtbar:

Richter:

“Ich habe mir nichts vorzuwerfen, deshalb gehe ich davon aus, dass die Staatsanwaltschaft zum gleichen Ergebnis gelangt.”

Anklage gegen Richter 2012?

(..) Dem Vernehmen nach soll Richter in der ersten Hälfte des kommenden Jahres angeklagt werden.


Hervorragend und profitabel.

Jörg Lindner meint in der Allgemeinen Zeitung von heute:

“Die touristischen Bereiche, die von Herrn Richter geplant und gebaut wurden, laufen alle hervorragend und profitabel.”

Deswegen hat sein Eifeldorf wahrscheinlich auch mehr zu als auf und muß mit der Nordschleife zwangsverkuppelt werden.


Donnerstag, 03. November 2011

Suboptimal.

Wie lautet auf Politikerdeutsch: “Der Freizeitpark am Nürburgring ist so eine riesengroße Geldverbrennungsmaschine und wird niemals im Leben auch nur annähernd profitabel zu betreiben sein.”?

So:

“Bestimmte Teile des Nürburgrings sind in ihrer Ertragskraft nicht optimal.”

Solche rethorischen Qualifikationen zeichnen Klaus Stumpf als Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürburgring GmbH aus.


Dienstag, 01. November 2011

Mal eben 4 Millionen Euro Mietrückstand.

Die RZ bohrt nach und erfährt, daß die Landesregierung inzwischen per Mahnbescheid die Miete eintreiben muß. Würde das über den SPIEGEL gespielte Armutszeugnis erklären.

Inzwischen seien 4 Millionen Euro offen und die NAG hält schonmal vorsorglich 140 Mitarbeiter aus dem Fenster, um eine Maximalmiete von 5 Mio. Euro zu erpressen auszuhandeln.

Im April 2009 hörte sich das so an:

“Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest GmbH, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomieeinheiten am Nürburgring, ergänzt: ”Die neugegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Um jedem Bewerber eine faire Chance zu bieten, werden wir bis zur zweiten Bewerbungsbörse noch keine Personalentscheidungen treffen - auch wenn es bei derart engagierten und enthusiastischen Bewerbern oft schwer fällt."


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Stopp Greetland! Das ist Ostfriesisch und heißt in etwa Save The Ring.

Mit megalangen Teleskopen soll man ja in der Lage sein fernen Galaxien beim Entstehen zuzugucken. Genauso ein Gefühl hatte ich, als ich heute diese unglaubliche Geschichte gelesen hab. Ossi ist zufällig drübergestolpert:

Nicht Lichtjahre entfernt, sondern exakt 441 km nördlich vom Nürburgring kämpfen Anwohner eines kleines Örtchens gegen eine gigantische Freizeitanlage. Der Ort heißt Greetsiel, hat 1.500 Einwohner und wird konfrontiert mit Investoren, die eine Hotelkapazität von über 1.000 Betten aus dem Boden stampfen wollen.


(Quelle: stopp-greetland.de)

Es ist noch kein einziger Stein verbaut und eine Bürgerinitiative stemmt sich gegen den von der Politik forcierten Plan.

Einen Betreiber soll es auch schon geben …

… und jetzt haltet Euch fest: die Lindner Gruppe.

Das überrascht mich schon, daß man quasi jetzt erst so zufällig da drüber stolpert. Da bekomm ich es ein wenig mit der Angst, daß es noch weitere unschuldige Gegenden gibt, die zügellos zubetoniert werden.

Die Parallelen zum ring°grab sind so megaauffällig, man meint echt man sitzt in einem schlechten Film:

Hit-Radio antenne:

Rund 80 Millionen Euro will ein Investor in das Bauprojekt stecken. Auf der grünen Weise neben dem idyllischen Fischerdorf nördlich von Emden soll ein Touristenmagnet entstehen. Insgesamt 85.000 Quadratmeter sollen bebaut werden, 1.200 Betten sollen nach dem Willen des Investors kommen.

Der Westen:

Investor Kay Schwarz aus Dresden …

Das ist so krass, der Investor heißt echt Kay!

… und seine “Greetland Projektentwicklungsgesellschaft” wollen den Wohn- und Freizeitpark am Ortsrand von Greetsiel bauen. Auf 85.000 Quadratmetern sollen Ferienwohnungen, ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, Schwimmbad, Spielscheune und eine Wasserburg als architektonisches Highlight entstehen. Geplant sind fast 1.200 Betten.

Hinrich Barfs (DIE LINKE):

Herr Schwarz hat einen Managementvertrag mit der Hotelgruppe Lindner, die die Ferienanlage betreiben soll. Sie wirbt mit 64% Auslastung ihrer Hotels- u. Ferienanlagen. Ob diese Auslastung langfristig gesehen, vor allen Dingen in den Wintermonaten hier erreicht wird, ist fraglich. Für die Lindner AG stellt es kein Problem dar, um eine ausreichende Auslastung zu erreichen, die Preise zu diktieren. Das könnte zu einer Gefahr für die bereits ortsansässigen Gastronomiebetriebe werden.

Bürgermeister Johann Saathoff (SPD):

Schön wäre es gewesen, wenn die BI (Bürgerinitiative) mit uns gesprochen hätte. Es ist bedauerlich, dass sie alles in die Presse jagt, ohne wirklich die Hintergründe zu kennen.

Die Bürgerinitiative heißt Stopp Greetland und hat über 16.600 Unterschriften gesammelt. Auch wenn die Facebook Gruppe noch sehr übersichtlich ist. Eine Chance haben die Anwohner aber noch: am 20.Nov. ist Bürgerbefragung. Das ist den Nürburgern (AW’lern, Sportlern, …) leider verwehrt geblieben.

Hoffentlich haben die Greetsieler mehr Erfolg und können das greet°grab noch verhindern.


Donnerstag, 15. September 2011

Wie man es nicht machen sollte.

In der aktuellen MOTORSPORT aus England liest man im Editorial von Damien Smith:

The catchword for sports venues these days is to make them ‘destinations’. That was the aim of the major developments at the Nürburgring, a circuit whose heritage we celebrate in this issue. A roller-coaster that we’ve never seen run and a cavernous (and often empty) shopping mall are soulless warnings to Silverstone of how not to do it.

Nach Millionengrab steht der Nürburgring als nächstes Paradebeispiel bereit: für die Entwicklung von Rennstrecken auf der Welt, wie man es nicht machen sollte.


Dienstag, 06. September 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • In der MSa werden neue Rahmenbedingungen für das 24h-Rennen gelistet: nur noch 190 Teams (statt bisher 210–220), Top 30 Qualifying und Nenngelderhöhung von 4.500 auf knapp 5.800 Euro. Grund für Steigerung seien auch höhere Preisen der NAG.

Meiner Meinung eine nicht zu vermeidende Entwicklung, da das Rennen immer professioneller wird. Da schaukeln sich mehere Sachen gegenseitig auf - teils gesteuert (GT3 und auch sonst steigendes Hersteller-Engagement) und teils zufällig bzw. Zeitgeist (Nordschleife, weltweites Interesse, Playstation).

Das 24h-Rennen liebäugelt mit der Profiliga und eigentlich müßte unten jetzt wieder was nachwachsen. Ein 24h-Rennen für den echten Breitensport / Tourenwagen nur für Amateure, dafür ist die Zeit reif. Bis die Werke merken, daß ihr generalstabsmäßiger Ablauf viel zu steril geworden ist und die Abenteurlichkeit fehlt - und sie die Amateure wieder langsam unterwandern.

Irgendwie der ewige Motorsportkreislauf halt.

  • Hat jemand Zuschauerzahlen von der Superbike WSB letztes Wochenende? Ich war nicht vor Ort (war beim Mofarennen) und im TV sah es doch sehr leer aus - obwohl die sich bei den Schwenks bemüht haben, die Tribünen nicht zu zeigen.

  • Für die Öffentlichkeit ist der Nürburgring keine Rennstrecke mehr, sondern Millionengrab. Das gefährdet den Motorsport massiv, der in Deutschland sowieso einen schweren Stand hat. Die Zockerei mit der historischen Anlage hat jetzt schon ein nachhaltiges Trümmerfeld hinterlassen.

In dem SPIEGEL Beitrag von heute wird neu Jochen Hartloff und die Firma IGM GmbH aus Medard in’s Spiel gebracht. Die machen Fenster und Fassaden und am Nürburgring wohl sieben Mio. Euro Umsatz. Und sind aus Hartloff’s Wahlkreis Kusel. Der “liebe Ingolf” weist natürlich jede Schuld weit von sich.

Ein schönes Beispiel für das Politikverständnis in Rheinland-Pfalz, schaut Euch mal das SWR Video an. Der jetzige Justizminister und damalige Abgeordnete empfindet es als völlig normal von Unternehmern umgarnt zu werden - Tagesgeschäft und quasi seine Aufgabe als Abgeordneter. Der redet so selbstverständlich, ich habe die Befürchtung er glaubt das sogar selber, daß das seine Aufgabe sei. Der “gewählte” Herr Volksvertreter.

Das Video hat aber noch ein paar schöne Details, der Brief listet die Reihenfolge der Angebote (woher weiß er das?) und die Konkurenzfirma stammt aus “Bayer”.

Vielleicht bin ich einfach zu doof, um die schlauen Politiker zu verstehen: nach einem verlorenen Bieterverfahren bittet ein Unternehmer seinen Abgeordneten sicherzustellen, daß man berücksichtigt wird. Und das ist dann ganz normal. Ja nee iss klar.

Es ver-schanzen sich dort aber noch mehr Mediinvest-nahe Firmen:

Zum Beispiel die Grüne Hölle Betriebsgesellschaft, das sind die hier.

Oder die nürburgring.tv Media Services GmbH von Pathe/Althof.

Oder die Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH.

Muß irgendwie ein (das?) Nest sein. (Danke für die Hinweise!)


Dienstag, 30. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
  • 12-Stunden Ruhrblitz? Wenn dort direkt mit der NAG verhandelt wird, dann wird nicht nur der ADAC ausgebremst, sondern auch die VLN GbR.

  • Die NAG posaunt - mal wieder - einen Achterbahn-Start in die Welt und die Kreisverwaltung ist - mal wieder - gezwungen sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Rhein-Zeitung nennt das passend abgewatscht. Im normalen Leben hätte so eine Firma doch längst das Zeitliche gesegnet.

  • Die Zeitungen beschäftigt weiterhin das “geheime” Gutachten zur Unter-der-Hand-Verschiebung des Nürburgrings, sprich: fehlende Ausschreibung. Ex-Minister Hering versucht sich herauszureden, er nennt das eine eher ABSTRAKTE Abhandlung. Also ich persönlich empfinde die weiterhin praktizierte Ver#$%&e als ziemlich KONKRET.

  • Wer es noch nicht gesehen hat: hier sind meine Bilder vom 6h Rennen, sind auch kommentiert - leider nur von mir wegen dem Urteil gegen mich. Die kommentierten Bilder erkennt man am Unterstrich im Datum oder man findet sie direkt hier auf der Kommentareseite.

  • Viele hier kennen Hartmut Wagner, denn er hat unsere Verhandlung “N-Forum” am 20.April in Köln besucht - und darüber in seiner Eigenschaft als Redakteur bei der Rhein-Zeitung berichtet.

Diesmal ist Hartmut Wagner in einer ganz anderen Recherche unterwegs und wandelt auf den Spuren von Günter Wallraff: er hat ein 5-Tage Obdachlosen-Leben geführt in Koblenz. Der Artikel ist auch online zu lesen (oder PDF), der Chefredakteur lobt den Journalismus der Lokalredaktionen und sogar dem Bildblog ist es eine Meldung wert. Ich prophezeihe mal, da werden wir noch von hören: von dieser Reportage ebenso wie von Hartmut Wagner. Respekt!

  • Frischer Wind nicht nur bei der Energie, sondern auch in der Kommunikation: das RLP Wirtschaftsministerium twittert seit gestern: @MWKEL_RLP. Find ich gut!

  • rück°bau: der geht auch am Personal nicht vorbei. Damit ist das komische Retortendorf wohl endgültig gescheitert. Ob jetzt irgendein Gutachter/Berater/Investor/Projektentwickler/Hier-beliebige-wichtigklingende-Bezeichnung-einsetzen die Kohle zurückzahlen muß, die er für dieses Erfolgskonzept bekommen hat? Natürlich nicht, eh klar. Schuld ist wahrscheinlich der Winter, der überraschend direkt nach dem Herbst kam.


Montag, 15. August 2011

Übrig Ns vom Montag.
  • Richter bekommt 28 Jahre Haft. (Via.)

  • Flash Korden @ Autoblog.

  • Neulich an der Nordschleife. Kunst? Meinungsfreiheit? Beleidigung? Satire? Karrikatur? Ich jedenfalls glaube nicht, daß der Nürburgring in seiner 84-jährigen Historie jemals unbeliebtere Geschäftsführer hatte.

  • Wie bei VW die Talente firmenintern umplaziert werden, kann man hier gut erkennen: Audi - VW - Porsche in einem Atemzug.

  • Aus der Welt:

“.. Beck, der zudem unter dem erfolglosen Nürburgring-Großprojekt leidet, ..”

Bevor er sich am Ende noch selber leidtut, ich finde die Schmerzgrenze besonders bei den ursprünglichen Ringfans ist längst überschritten. Das sind die wahren Leidenden.

  • “Offenbar wird auch die Variante in Betracht gezogen, dass ein privater Investor baut und das Gebäude dann (..) vermietet. (..) Ein solches Bauprojekt müsste allerdings ausgeschrieben werden, möglicherweise europaweit.”

Erstaunlich, so etwas aus RLP zu hören. Und dann auch noch aus der Ringstraße.


Samstag, 13. August 2011

Eveline Lemke und die ISB.

Da wird Eveline Lemke aber massiv von der Vergangenheit eingeholt, als sie heute mit Ulrich Dexheimer bei der ISB aufgetreten ist.

Vor gut einem Jahr klang das noch so:

“.. hat die ISB es offensichtlich versäumt, die Wirtschaftlichkeit des neuen Nürburgringprojektes zu prüfen.”

Hier das Bild vom “Zukunftskonzept” am 2.Dez.2009. mit der Finanzierung durch die ISB, da wurde die Privatisierung dem Volk kundgetan und auf der 20832.com hatte ich die Startseite mit einem Nachruf an die Nordschleife ersetzt.

Das Handeln der ISB ist in der Öffentlichkeit nach wie vor fragwürdig und Dexheimer’s Vorgänger Hans-Joachim Metternich im Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft.


Kai Richter und Hendrik Hering.

In der Politik wird die Frage nach der Trennung von Kai Richter inzwischen so beantwortet:

“Man muss jetzt erstmal die staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren abwarten.”

Die Allgemeine Zeitung Mainz meint:

“.. die Staatsanwaltschaft wird wohl Anklage gegen Ring-Betreiber Kai Richter erheben.


Mittwoch, 03. August 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Die FAZ hat einen großen Nürburgring Aufmacher. Endlich mal ein positiver Artikel, es geht um die großartigen Leistungen der neuen Betreibergesellschaft und deren erfolgreiches Marketing, aber es werden auch die Positiv-Effekte für die Region und die einheimischen Unternehmer befürwortet. Unabhängige Gutachter bescheinigen der Landesregierung eine glückliche Hand und kritische Stimmen werden immer seltener.

Nee, Spaß gemacht ;)

  • Politik und Ring sind ja leider eng verzahnt, aber jetzt wird sogar die VLN eingespannt. Aus der Pressemitteilung Rückblick VLN Rennen #6:

Beim 34. RCM DMV Grenzlandrennen des Rheydter Club für Motorsport waren führende Politiker des FDP Kreisverbandes Mönchengladbach zu Gast. Neben dem Vorsitzenden Andreas Terhaag und seinen beiden Stellvertretern Jörg Buer und Ute König war auch Cav. Friedhelm Demandt, von 1979 bis 1985 Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, mit von der Partie.

Was nicht erwähnt wird: Herr Demandt ist quasi der verlängerte Arm der NAG, auch wenn da noch ein Verein “Freunde des Nürburgring” zwischengeschaltet ist und dessen Geschäftsführer er ist. Der Verein ist dazu da, um

“neue Möglichkeiten zu erschließen, neue Veranstaltungen und Veranstaltungsformen in die Region zu bringen und für die schönste Rennstrecke der Welt national und international zu werben.”

Als müßte der Ring nicht schon genug Veranstaltungsexperimentierer aushalten. Das mit der Eigenwerbung von Herrn Demandt klappt ja schonmal ganz gut. Den Politiker gibt es auch bei youtube.

Auch Peter Itzel, der Vorsitzende des Richterrats am bedrohten Koblenzer OLG, gehört zur SPD. Er stichelt:

“Es scheint die Gefahr in der Politik zu sein, dass man sich ab einer bestimmten Zeit nur noch mit Leuten umgibt, die sagen, was man hören möchte.” Er meint Beck.

(..) Es geht darum, ob Beck wie ein abgehobener Alleinherrscher regiert, der die dritte Gewalt unterjochen will, weil sie ihm lästig geworden ist.

(..) Gleich am Anfang, als noch etwas zu retten war, sprach Beck davon, dass er sich nicht von “nachgeordneten Behörden” vorschreiben lasse, wo er spart.

Keine weiteren Fragen Euer Ehren.

  • SAVE THE RING Aufkleber sind alle. Tiergarten meldet leeres Lager. Irre, wie die einem aus der Hand gerissen werden. Falls hier jemand mitliest, dessen Marketingbudget noch ein wenig Luft hat und der möglichst viele Autos mit Save The Ring auf den Straßen sehen möchte:

Hier sind die Vorlagen und hier ist die Lieferadresse für den Karton mit den Aufklebern. Die wissen dann schon Bescheid ;)

Das sind die typischen Luxussorgen eines Zero Budget Protests ;)


Dienstag, 26. Juli 2011

Nürburgring Formel 1 mit einer ganz normalen PR-Kampagne.

"Eine normale PR-Kampagne", so nennt die NAG die LOVE THE RING Nummer, die sie mit aller Macht am Formel 1 Freitag rausgehauen hat. Am Formel 1 Freitag!! An dem man als Rennstreckenbetreiber ja sonst nix zu tun hat. Die Rhein-Zeitung nennt das "Bizarres Sticker Wettrüsten".

Wie originell das ist, habe ich ja schon beschrieben und mit der weit im Vorfeld angekündigten SAVE THE RING Demo hatte diese Überraschungs-Kampagne natürlich auch nichts zu tun.

Eine ganz normale PR-Kampagne, sich beim Großen Preis von Deutschland hiermit zu beschäftigen:

Und hat auch schon 6 (sechs!) Mitstreiter gefunden. (Hier auf "View Supporters" klicken. Waren mal 10, aber 4 haben es sich wohl schon wieder anders überlegt.)

Neue Sachen im Sinne von "kreativ" sind nicht dabei, dafür gibt es aber eine Erklärung hierzu:

"Die Eintragung ins europäische Markenregister erfolgte als vorbeugender Schritt, um die Botschaft "Love The Ring" in jedweder Form zu wahren und der Vermischung mit anderen Interessengruppen vorzubeugen."

Kann man hier nachlesen.

Und um der "Vermischung mit anderen Interessengruppen vorzubeugen" hat man dann sicher auch bei dem LRT-Button neben Nürburgring und Nordschleife

"Save the Ring"

als Keyword eingetragen.

Nein, Ihr wollt lieber nicht wissen, was ich von Euch halte.

Aber hier nochmal zur Erinnerung, was Ihr von Euch selber haltet:

"Es gibt kaum eine Sportstätte in Deutschland, in die die Fans so viel Leidenschaft investieren. Der Nürburgring hat sich in acht Jahrzehnten immer wieder neu erfunden und verändert und stets wurde das auch misstrauisch beäugt. Eine gewisse Verunsicherung ist dabei auch in der jetzigen Situation verständlich. Wir wünschen uns hier jedoch oft ein wenig mehr Fairness. Denn nicht selten versuchen Vertreter von eigenen Interessen, z.B. aus der Politik oder Wirtschaft, die Fans für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Wir setzen eine offene Kommunikationspolitik dagegen, denn es ist immer besser miteinander zu reden, statt übereinander."

Fairness? Offene Kommunikationspolitik? Instrumentalisierung? Eigene Interessen?


Mittwoch, 20. Juli 2011

Frisch geölte Aale - mein WoSp Kommentar von dieser Woche.

Jede Woche neu, hier der Text von heute:

“Vor 2 Jahren beim Formel 1 Lauf wurde der “neue” Nürburgring eröffnet, mit pompös inszeniertem Politik- und Prominenzeinsatz. Heute - ebenfalls zum Formel 1 Rennen - stehen wir vor den Trümmern. Die Erlebnisregion sollte den Ring unabhängiger machen, in Wirklichkeit stehen die häßlichen Betonhallen die meiste Zeit leer und kosten nur Geld. Hunderte von Steuermillionen sind versenkt worden und die Verantwortlichen experimentieren hilflos mit motorsportfremden Veranstaltungen. Wenn man jedoch die Schuldigen für das Desaster zur Rede stellt, dann winden sie sich wie frisch geölte Aale und weisen eigene Fehler weit von sich.


Sonntag, 17. Juli 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Von Leuten am Ring wurde auch heute wieder von Achterbahn-Tests berichtet. Die ist aber nicht ganz durchgefahren, sondern nur bis in den Looping. (Danke für die Mails!)

  • Das Handelsblatt findet ziemlich klare Worte:
    “Formel 1 auf dem Nürburgring vor dem Aus.”
    Das geistert jetzt auch als dpa Meldung durch die Lande und schreckt die Formel 1 Fans auf. In Wirklichkeit hätten die vor 2 Jahren auf die Barrikaden gehen sollen, als die Erlebniswelt genehmigt wurde. Damals war man aber noch ganz entspannt, so nach dem Motto: “Lieber hier Steuergelder versenken als woanders.” Die Rechnung kommt jetzt, denn nachdem soviel Geld verbrannt wurde, braucht man die nächsten Jahre sicher nicht mehr nach neuem fragen. Das jetzt den Grünen in die Schuhe zu schieben ist natürlich Quatsch, verbockt hat das alles Kurt Beck mit seinem Leuchtturmprojekt. Das übrigens gebaut wurde, um den Ring unabhängiger von der Formel 1 zu machen.

  • Neues vom Randale Stadl:
    “Gegen einen 26-jährigen Mann aus der VG Adenau wurde am Sonntag ein Strafverfahren eingeleitet. Er war am Sonntagmorgen gg. 01:20 Uhr im der Discothek „Eifelstadl“ in einen Rangelei mit zwei weiteren Männern verwickelt und schlug einer 20-jährigen Frau, die die Auseinandersetzung schlichten wollte, ins Gesicht.”
    (Quelle: Polizei PM)


Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Freitag, 24. Juni 2011

Übrig Ns vom 24h-Freitag.
  • Das Wetter am Ring beim 24h-Rennen ist ziemlich übel, kann nur besser werden! Im Fahrerlager schimpfen alle über das Chaos und die vollen Boxen. Da müssen 8 Autos in eine Box, gehen keine Tore mehr zu. Außer bei VW, die haben Platz ohne Ende. Auf der Haupttribüne gab’s wohl einen Fehlalarm und die Offiziellen sind sehr entspannt damit umgegangen. Haben nämlich nichts gemacht. Die Feuerwehr haben sie trotzdem anrücken lassen. Marco Werner hat sich in Facebook auch mal ordentlich ausgek#%&$t und einen schönen Gruß an Herrn Lindner dagelassen. Ziemliches Chaos mit den Zugangskontrollen. Wenn man auf den langen Wegen mal am Eifeldorf vorbeikommt, ist das immer leer. Allerdings kommen mir auch die Campingplätze leerer als sonst vor, war aber noch nicht überall. Und im Lindner habe man AMG kurzfristig ausquartiert, das muß man auch erstmal bringen. Wenn da einer Infos hat, her damit ;)

  • Meanwhile in Mainz: der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH muß noch dieses Jahr belangt werden, sonst droht Verjährung. Nicht von der Hand zu weisen, so wie die mauern.

  • Obwohl für Juni angekündigt, geht die Achterbahn doch nicht in Betrieb. Am besten ich speichere mir das mal als Textbaustein.


Samstag, 04. Juni 2011

Bahrain zurück im Formel 1 Kalendar.

Moral oder Moneten, Im Zweifel für das große Geld und Grober Unfug: die Neuansetzung für den Bahrain GP zeigt die moderne Käuflichkeit des Sports.


Freitag, 13. Mai 2011

Der Schuldenbremsenexperte für weiche Landungen.

Auch mit der weichen Landung, die scheint er für sich selber sauber hinbekommen zu haben:

“Professor Dr. Ingolf Deubel ist ehemaliger Finanzminister des Landes Rheinland Pfalz und Mitglied des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung”


Mittwoch, 11. Mai 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

“Ein Leuchtturmprojekt das nicht leuchtet: So wurde mit dem größtmöglichen Aufwand der geringste Erfolg geschaffen.”

Da zieh ich direkt nochmal meinen Hut.

Christian Altmeier: “Mir erschließt sich nicht, wie etwa die versuchte Privatfinanzierung am Nürburgring ausgerechnet von einer SPD-Regierung auf den Weg gebracht werden konnte! Wieso hat niemand “Halt” gerufen? Wer zeitgleich plakatieren lässt, “Finanzhaie würden FDP wählen”, darf nicht selbst mit “Finanzmaklern” versuchen, günstiger als die öffentliche Hand zu finanzieren.”

Bitte mehr davon!


Sonntag, 08. Mai 2011

Übrig Ns vom Sonntag.
Freitag, 01. April 2011

Die Justiz in Rheinland-Pfalz.

Eine Behörde ist immer nur so gut wie ihr Chef und bei Heinz Georg Bamberger gibt es da so Zweifel.

Einer ehrenhaften Gruppe platzt aber jetzt der Richterkragen und sie fordern Justizminister Bamberger in einem offenen Brief zum Rücktritt noch vor Ende der aktuellen Legislaturperiode auf:

Wilhelm Hahne wird sich bestätigt sehen.

Besonders gut gefällt mir, daß dieser Aufruf nach Verantwortung absichtlich auf einen Zeitpunkt nach der Wahl gelegt wurde. Das Thema ist zu ernst, um es im Geplänkel zu verheizen. So sollte mit den Aufräumarbeiten am Nürburgring auch umgegangen werden, besonders der Untersuchungsausschuß darf nicht still und heimlich abgehakt werden.


Mittwoch, 30. März 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ich habe die Termine für GLP und RCN aktualisiert - ich hoffe, daß die jetzt so bleiben, damit ich nicht nochmal ändern muß.

Die Terminübersicht normal oder reduziert für’s Handy: 20832.com/termine. Wer Korrekturen oder neue Termine für mich hat: immer her damit! :)

  • Die Richtung stimmt: VLN Siegerehrung statt im Randalestadl jetzt in der Abflughalle. Fehlt nicht mehr viel bis zum Fahrerlager.

  • Die Noch-Regierung in Mainz glaubt sie könne den Untersuchungsausschuß UA 15/2 einfach so …. aufhören.

  • Schicke Schlagzeile in der Eifelzeitung:

“Monarchie in Rheinland-Pfalz beendet.”

  • Daumen drücken!

Keine Einigung ist beim Streitthema Nürburgring in Sicht. Die Grünen fordern vehement, das Land solle die Verträge mit den privaten Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter kündigen. Die SPD hält das für nicht machbar.

  • Die SPD sieht sich schon völlig selbstverständlich als neue Regierung:

‘Wir wollen uns auch ein Stück freuen, dass wir weiter mitregieren können’, sagte Hartloff.

  • Und für so einen Ministerposten spielt die Qualifikation offensichtlich eine untergeordnete Rolle:

Zu der Frage, ob er das Amt des Justizministers anstrebe, sagte Hartloff lediglich, alle Ministerposten seien ‘interessant.’

  • Rheinland-Pfalz Begrünung in der taz.

  • Christian Menzel freut sich in seiner Kolumne auf den ersten VLN Lauf, macht aber auch kein Hehl daraus, daß er sich große Sorgen um den Nürburgring macht:

Logisch entschieden haben sich ungefähr 36 Prozent der Wähler bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz scheinbar nicht. Wer den Nürburgring-Skandal seit einigen Jahren verfolgt hat, der weiß was ich meine. Ich habe Angst um die schönste Rennstrecke der Welt, und ich schreibe das auch ganz deutlich.


Montag, 28. März 2011

Übrig Ns vom Montag.

Siehe auch in Spon: Kurt Beck unter Schock

oder dieses Video ab 0:56 Min.:

“Es gibt für Rheinland-Pfalz und auch für Baden-Würtemberg einen klaren Auftrag an die Sozialdemokratie zu regieren und diesen Auftrag werden wir auch wahrnehmen.”

Aber Zahlen scheinen für K.Beck ja sowieso eher etwas Nebensächliches zu sein. Total erreicht die SPD exakt 666.666 Stimmen, das kann doch kein Zufall sein. Vor der eigenen Türe kehren ist natürlich alternativlos unmöglich, da wird lieber von “überlagerten Wahlen” gesprochen. Wieder mal schöne Fälle Kognitiver Dissonanz.

  • Auffällig finde ich auch, wie man versucht, die erfolgreichen kleinen Parteien in den offiziellen (steuerbezahlten!!) Meldungen totzuschweigen unter dem Sammelbegriff “Übrige Parteien”. Dabei haben die Piraten oder FWG teilweise gute lokale Erfolge erziehlt. Da hat man wohl Schiss vor der heranwachsenden Konkurenz - genauso hat man den Grünen in den Anfangsjahren auch mitgespielt und wieder nichts dazugelernt.

  • Der in Mainz streitbare und umstrittene Michael Billen genießt bei seinem Wahlvolk große Rückendeckung und hat souverän seinen Wahlkreis 21 “Bitburg” gewonnen.

  • Tolle Visualisierung der RLP-Wahl: Wahlatlas. (Via).


Dienstag, 22. März 2011

Übrig Ns.

“Ich bin aber, um da kein Missverständnis aufkommen zu lassen, davon überzeugt, dass der Nürburgring viel zu schade ist, dass man ihn beschränkt auf Rock am Ring, ein Formel-1- und ein Trucker-Rennen.”

Da frag ich mich, wer oder was hier wirklich beschränkt ist. Schwacher Trost, daß der Mann abdankt.


Sonntag, 20. März 2011

Eine Rechnung über 1.623.500,00 Euro.

Da hat der Herr Koch sicher nicht schlecht geguckt, als ihm der Brief von “Ja zum Nürburgring” in’s Haus geflattert kam. Die Rückforderung an die Nürburgring GmbH in dieser Höhe ist an den Geschäftsführer adressiert und wurde schon am 28.Februar verschickt. Inklusive Kontonummer und allem drum und dran, der Betrag soll sobald er eingeht in eine Sportstiftung eingebracht werden zur Förderung von Nachwuchs und Breitensport.

Absender ist Otto Flimm, witzigerweise hat er seinen Brief an seine eigene Straße geschickt:

Dort ist nämlich die Nürburgring GmbH zuhause in dem originalen Verwaltungsgebäude. Etwas früher am 23.Februar hat Otto Flimm den Kurt Beck angeschrieben, in dessen Auftrag die Eifel zubetoniert worden ist:

“Wir möchten Sie bitten, der aus unserer Sicht prekären Fehlentwicklung, Einhalt zu gebieten.”

Der Verein “Ja zum Nürburgring” hat nicht nur die kürzlich an der Nordschleife investierten 1,6 Mio. beigesteuert, er hat sich auch beim Bau der Grand Prix Strecke mit fast 10% beteiligt.

Man hat in der Vergangenheit den Verbänden und Otto Flimm regelmäßig zugesichert, daß sich trotz Erlebnis°Grab für die Rennstrecken und die Veranstaltungen nichts ändern wird. Andernfalls wäre man schon viel früher auf die Barrikaden gegangen. Jetzt wird klar, daß sich sehr viel ändert - das ehemals zugesicherte Mitspracherecht und die Mitverantwortung für die Rennstrecken werden ad absurdum geführt.

In der Pressekonferenz letzten Dienstag meinte Otto Flimm sogar:

“Die jetzige Situation ist viel, viel schlimmer als unsere Probleme in den achziger Jahren.”

Damals stand der Ring heftig auf der Kippe, nach dem letzten F1 auf der Nordschleife mußte eine neue moderne Strecke her, um einen weiteren Sportbetrieb zu ermöglichen. Man hatte unter dem Banner “Rettet den Nürburgring” 100.000 Unterschriften gesammelt und Otto Flimm hat sich mit aller Kraft für den Ring-Erhalt eingesetzt. Damals ist z.B. Hans-Joachim Stuck mit einem “Ja zum Nürburgring” BMW M1 ausgerückt. Heute wechselt er die Seiten, ebenso wie Hans Jürgen Hilgeland, der Otto Flimm in der Pressekonferenz mächtig in die Parade gefahren ist.

Otto Flimm ist mit Baujahr 1929 fast genauso alt wie die Nordschleife (1927) und ebenso voller Tatendrang. Er hat zu dem wahnwitzigen Überlebenskampf des Nürburgrings von 1976 - 1984 eine aufwendige Dokumentation zusammengestellt:

Ich durfte sie mir ausleihen und bin schwer beeindruckt von den damaligen Kraftanstrengungen, ohne die es heute garkeinen Nürburgring mehr gäbe. Die Nordschleife wäre wahrscheinlich genauso zugewuchert, wie es die Südschleife aktuell ist. Man kann den Briefen und aufbewahrten Zeitungsartikeln entnehmen, welche Energie und welcher Einsatz auch im Zusammenspiel mit der Politik nötig war, damit die Grand Prix Strecke gebaut werden konnte und damit der Nürburgring insgesamt erhalten wurde.

Wir nehmen das heute alles als selbstverständlich gegeben hin, aber das ist es nicht. Über den Hohn, daß diese Anstrengungen im Sinne des Motorsports und des Allgemeinwohls jetzt profitgierigen Freizeitparklern zugeschustert wurden, brauche ich ja nichts zu schreiben.

Die PK war ganz gut besucht:

Otto Flimm sieht die Rückforderung der Millionensumme nicht als Schadensersatz, sondern als letzte Möglichkeit, den Sport wieder an den Ring zurückzuholen. Er favorisiert die Lösung, daß die alte Nürburgring GmbH das operative Geschäft der Rennstrecken verwaltet - so wie vorher - und eine neue, z.B. “Nürburgring Park- und Freizeit GmbH” den Rest betreibt. Diese Zweiteilung ist elementar und deckt sich auch mit dem Aufruf von SAVE THE RING.

Man zieht aber noch weitere Register und stellt sowohl die Vergabe als auch staatliche Beihilfen in Frage. Unterstützt durch ein Rechtsgutachten von Jürgen Kühling ist man überzeugt, daß die Vergabe zweifelhaft ist und die Rechtsfolge in der Konsequenz eine Nichtigkeit der Verträge nach sich zieht. Uuups. Und das sogar vor dem Hintergrund einer Dienstleistungskonzession, die Minister Hering (als ausgebildeter Jurist!) angeführt hat, um die Einhaltung der EU Gesetzgebung zu rechtfertigen. Er vertritt die Meinung, daß diese nicht den Vergaberichtlinien unterliegt. Auch die Aussage:

“Es war gar nicht möglich, andere dort mit einzubinden.”

wurde von dem Gutachten gepflegt auseinandergenommen.

Das ist so übel, daß die Sportler von Politik und Gier so hintergangen werden, daß keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als sich so massiv zur Wehr zu setzen. Und Otto Flimm verdient sich mächtig viel Respekt, daß er 30 Jahre nach seinem gewonnen Schwergewichts-Kampf um den Nürburgring erneut in den Ring steigt.


Donnerstag, 10. März 2011

Übrig Ns.
Mittwoch, 09. März 2011

Da haben sich 2 gefunden: Staatsschulden im Lindner Hotel.

Klausurtagung im Lindner Hotel zum Thema Staatsschulden. Na das paßt doch mal wunderbar zusammen. Erstmal nur in Österreich, aber ich finde das gehört viel mehr nach Rheinland-Pfalz.


Sonntag, 27. Februar 2011

Kurt Beck als gespaltene Persönlichkeit.

Die beiden Passagen sind aus dem selben Interview vom DLF von heute:

Zu Rheinland-Filz:

"Ich habe, solange ich Politik mache, mir immer geschworen, du musst dich selber im Spiegel angucken können."

Zum neuen Freizeitpark:

"Aber entgegen allen Prognosen verdient das Ding jetzt schon Geld."

Zumindest bleibt Herr Beck sich selber treu beim Nürburgringschönreden.


Dienstag, 25. Januar 2011

Völlig überdimensionierter Freizeitpark.Seit mehr als einem Jahr bringt der Untersuchungsausschuss zum Bau des völlig überdimensionierten Freizeitparks immer neue Details ans Licht: Ein Düsseldorfer Geschäftsmann soll dabei, dank verdeckter öffentlicher Finanzierung, Millionengewinne gezogen haben.

... meint sueddeutsche.de unter dem Titel:

´Der rote Riese wankt´, der Kurt Beck gewidmet ist.
Sonntag, 23. Januar 2011

auto motor und politik.Wie sehr sich die Handelnden hier in Deutschland gefangen nehmen lassen, kann man an diesem Beispiel gut erkennen: auto motor und sport berichtet über das Nürburgring Desaster - allerdings nur in Polen.
Donnerstag, 09. Dezember 2010

Außerhalb der SPD haben inzwischen alle die Problematik erkannt.Weil es grade in Mode ist oder meinen die es ernst? Die Linken melden sich zum Nürburgring. Zumindest haben sie die Situation klar erkannt.
Sonntag, 21. November 2010

Kurt Beck: das Nürburgring Projekt ist auf dem richtigen Weg. - Fragt man sich nur: wohin? Mit Vollgas gegen die Wand?Heute hat Kurt Beck im Welt Online Interview gesagt:

Beim Nürburgring sind Fehler gemacht worden, unbestritten. Die Fehler haben wir aufgearbeitet, und wir haben das Projekt inzwischen auf einen guten Weg gebracht.



Im Detail sieht das aktuell so aus:


Ja, das ist ein guter Weg: um den Nürburgring endgültig zu beerdigen. Vielleicht möchte Kurt Beck mal ab und zu in meinem Blog mitlesen, um zu erfahren, wie die Dinge wirklich stehen?
Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ferrariparkeröffnung in Abu Dhabi verschoben.Eigentlich hätte gestern die Ferrari-World in Abu Dhabi eröffnet werden sollen. Das ist jetzt verschoben worden auf nächste Woche Donnerstag, den 4.November:

تعلن إدارة مدينة عالم فيراري أبوظبي عن الموعد الجديد لافتتاح أبوابها للجمهور وذلك يوم الخميس الموافق 4 نوفمبر 2010، تمام الساعة 12 ظهراً. التذاكر متوفرة من خلال مكتب بيع التذاكر في عالم فيراري أبوظبي في يوم الافتتاح. نتطلع للترحيب بجميع ضيوفنا لخوض تجربة أول مدينة ترفيهية لفيراري في العالم من خلال هذا الافتتاح التجريبي

Der Park ist das Zuhause der schnellsten Achterbahn der Welt.



Grund für die Verschiebung ist, daß der Scheich/Herscher von Ra´s al-Chaima - eins der insgesamt sieben Emirate der VAE - gestern im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Er hat sein Emirat seit 1948 (!!) regiert. Die Tronfolge ist ungeklärt, da geht´s grade ganz gut zur Sache. Und schon eine Woche später - am 14.November - ist in Abu Dhabi großes Formel 1 Finale.

Am Nürburgring wurde auch letztes Jahr das Formel 1 Rennen genutzt, um die andere schnellste Achterbahn der Welt zu inszenieren. Seitdem ist sie nie wieder gefahren, nur zweimal explodiert. Und weil´s so schön ist, hier nochmal die peinliche Kurt-Beck-Gedächtnisfahrt, die live im RTL kam:


Donnerstag, 14. Oktober 2010

Die real nicht vorhandenen Besucher im ruin°werk kommen langsam auch in Mainz an.Nach den Jubelmeldungen von Minister Hering, daß am Ring jetzt die Gewinne sprudeln, dachte sich ein Redakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung: Schau´n wir uns das doch mal an. Und ist ziemlich ernüchtert wieder nach Hause gefahren: 7 Besucher in der Flaniermeile, eine gelangweilte Verkäuferin, der sie schon 3 Kolleginnen weggekündigt haben, eine 40 Meter Videowand, auf der Werbung läuft und die sich sowieso keiner anguckt .. - und dann noch das Gerücht, daß der ganzjährige Betrieb im Winter ausnahmsweise an einigen speziellen Wochentagen ausgesetzt werden soll.


Mittwoch, 06. Oktober 2010

Wenn PR-Buden einen auf Community machen.Astroturfing am Beispiel Stuttgart 21 (via Markus Kompa).
Dienstag, 21. September 2010

Schwarzer Peter oder doch Hütchenspiel?Clemens Hoch (SPD) weiß jetzt schon, was Hermann Tilke am 27.Sep.2010 im UA 15/2 aussagen wird und steuert bereits gegen. Jetzt müssen wieder die Gutachter herhalten, das muß hohe Politik sein.
Dienstag, 07. September 2010

Die taz schreibt aktuell über die Ring-Flops.Aktuell in der taz: Flop am Ring:

Die Bosse der Nürburgring GmbH, die bis zu 50.000 Euro monatlich an Gehalt einstrichen, Spesen in exorbitanter Höhe abrechneten und in Personalunion auch noch als Geschäftsführer der von ihnen selbst erfundenen Tochterfirmen fungierten, steckten öffentliche Gelder oft genug in die eigenen Taschen. Die Landesregierung nickte alles ab, Bedenken wurden beiseite gewischt. (..) Dass der Freizeitpark Nürburgring einmal Gewinn abwirft, glaubt nur noch Beck.


Dienstag, 24. August 2010

Horst von Saurma wittert ein gutes Geschäftsmodell: der kalkulierende Kritiker.Horst von Saurma - der die sport auto als Chefredakteur verantwortet - meldet sich per Editorial zum Thema Erlebnispark zu Wort:

Sich hinterher aufzuregen ist destruktiv - für viele allerdings lohnend.

Darin meint er: Viele von denen, die erst abwarten, um sich in Kenntnis der vollendeten Tatsachen kalkuliert auf die Seite der Kritiker zu stellen, verbinden damit sogar ein gutes Gschäftsmodell. (..) Es wird gewettert und geschimpft. Ganze Romane werden verfasst, um die vermuteten Machenschaften in der Eifel an den Pranger zu stellen. Waren all die Kritiker auch schon da, als das ´Ring´-Projekt in der Planungsphase seinen Anfang nahm?

Wenn man sich im Mikrokosmos der sport auto bewegt, dann gab es tatsächlich keine Kritik. Im Gegenteil, man hat dankbar zur Eröffnung Juli 2009 einen lukrativen Sonderteil produziert und die Leistungen von Walter Kafitz hochachtungsvoll verehrt.

Außerhalb dieser künstlichen Alles-Toll-Welt gibt es Medien, die offensichtlich nicht im Wahrnehmungsfeld des Chefredakteurs liegen. Ich hab einfach mal ein paar Artikel ausgesucht, die weder motor-kritik, Rhein-Zeitung oder Eifelzeitung sind. Und auch ein paar sport auto Ring-Artikel zeitlich einsortiert.

15.März 2007, Bürgerinitiative Nürburg e.V., Offener Brief an Kurt Beck

22.Mai 2007, DER SPIEGEL, Luftschlösser am Nürburgring

30.Sep.2007, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2007, Steuerverschwendung Nürburgring

8.Nov.2007, DER SPIEGEL, Disneyland an der Nordschleife

9.Okt.2008, Bund der Steuerzahler, Schwarzbuch 2008, Steuerverschwendung Erlebnisregion

12.Feb.2009, STERN, Nürburgring: Rheinland-Pfalz versenkt Steuermillionen

13.Feb.2009, sport auto, Nürburgring-Ausbau: Neue Arbeitsplätze für die Eifel-Region (Der Ausbau des Nürburgrings zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum bringt in der Eifelregion auch 400 neue Arbeitsplätze, die ab dem 7. März 2009 ausgeschrieben werden.)

3.März 2009, DIE WELT, SPD auf riskanter Investorenjagd am Nürburgring

8.März 2009, SPIEGEL ONLINE, Nürburgring nimmt dubiose Finanztransaktionen vor

4.Juni 2009, SPEEDWEEK, Nürburgring ohne Bank?

18.Juni 2009, STERN, Mit Vollgas gegen die Pressefreiheit.

23.Juni 2009, sport auto, Projekt Nürburgring 2009: Die Rennstrecke wird zum Erlebnisareal (Bestandssicherung am Nürburgring: 2009 wird die Traditionsrennstrecke um ein ambitioniertes Freizeit- und Businesszentrum erweitert.)

1.Juli 2009, NDR Fernsehen, Schikane-Razzia bei einem kritischen Journalisten

7.Juli 2009, STERN, Finanzminister Deubel stürzt über Nürburgring-Affäre

9.Juli 2009, FAZ, Erlebnispark am Nürburgring Crash in der Grünen Hölle

9.Juli 2009, FINANCIAL TIMES, Zoff am Nürburgring

9.Juli 2009, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Projekt Nürburgring Illusionen statt Millionen

10.Juli 2009, DER SPIEGEL, Nürburgring-Debakel blamiert Kurt Beck

Juli 2009, sport auto / Heft 07/2009, Topthema im Heft: Nürburgring-Spezial (Business, Sport und Spaß sind das neue Gesicht des Nürburgring. Zusätzlich gibt es ein Interview mit Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz über Tradition und Zukunft.)

(Danke für die vielen sport auto Leser, die mich angeschrieben haben zu dem Thema!)
Freitag, 11. Juni 2010

Kurt Beck inszeniert Jacques Berndorf - im Theater der StaatskanzleiKurt Beck ist keiner, der sich die Butter vom Brot nehmen läßt. Kurzerhand hat er Jacques Berndorf in die Staatskanzlei bestellt, damit er nächsten Dienstag kurz vor der Premierenlesung sein Buch dort vorstellt. Apropos vorstellen: ich kann mir nicht vorstellen, daß Kurt Beck das macht ohne sicher zu sein, daß er und seine Machenschaften Politik auch ordentlich dabei wegkommen.


Dienstag, 27. April 2010

Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.

Das war der Titel unserer Pressekonferenz, die wir heute in Mainz abgehalten haben. Direkt vor der Türe der Landesregierung.

Wer ist WIR? Als Referenten saßen an dem langen Rednertisch Stefan Róta, Jacques Berndorf, Peter Rumpfkeil, Klaus Limburg, Ossi Kragl und ich - Mike Frison. Diese seltsame Zusammensetzung des Podiums kommt jetzt sicher für einige überraschend, aber das ist kein Zufall.

Vielleicht ein wenig zur Vorgeschichte: der Frust über das unfähige Vorgehen der handelnden Nürburgring-Entscheider hatte bei vielen Leuten soviel Energie freigesetzt, daß es an der Zeit war die Kräfte zu bündeln. Auch ich wurde im Herbst letzten Jahres eingeladen an den Treffen teilzunehmen und um es uns zu ermöglichen, von Anfang an Tacheles zu reden, wurden alle Teilnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet. Neben den Leuten heute auf dem Podium haben aber noch viele andere hinter den Kulissen mitgewirkt - die Gruppe hat ein ziemlich dynamisches Eigenleben. Manche haben sich abgewandt, manche sind neu dazugekommen - wir haben die ganze Komplexität des Themas Nürburgring durchgemacht.

Am Anfang gab es keine genaue Zielformulierung und die konspirativ anmutenden Treffen waren sehr anstregend: es wurde kontrovers diskutiert, nicht selten hat das hohe Spannungsfeld die Nerven strapaziert. Und das Ganze natürlich parallel zu unseren normalen beruflichen Aufgaben, die wir alle haben - Profis eben ;)

Ok, einmal bedauern - danke - :) - ich spule mal vor: nach einem Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürburgring GmbH wurden wir ermuntert Alternativen auszuarbeiten und die Berücksichtigung eines Konzeptes wurde uns zugesagt. Da unsere Analysen weit gediehen waren, wurde ein Termin für eine Pressekonferenz ausgesucht, um unsere Ideen zu präsentieren. Und dann wurden wir alle in Adenau aus heiterem Himmel von Herrn Hering am 26.März 2010 darüber informiert, daß die Verträge unterschrieben sind und die nächsten 20 Jahre Bestand haben werden.

Uupps.

Ihr könnt Euch vorstellen, daß für uns erstmal eine Welt zusammengebrochen ist. Wie geht denn sowas? Nachdem wir das Ganze verarbeitet hatten, war uns klar: man wollte nur Zeit gewinnen, um uns dann klassisch auszubooten. Ok. Botschaft angekommen. Das Land will Ruhe am Ring? Nicht mit uns! Dafür hängen wir zu sehr an diesen 20.832 Metern, daß wir so schnell nicht aufgeben. Der Termin war fixiert - also fahren wir jetzt trotzdem nach Mainz und reden Tacheles. Und unser Konzept? Es liegt fix und fertig in der Schublade, die Bedienungsanleitung für den Nürburgring. Von unseren Regierenden hat sich leider niemand dafür interessiert.

Um sportlich zu bleiben: Fair Play geht anders und wer mit einem solchen Foul das Spiel gewinnt muß sich fragen lassen, was das wert ist.

Die Pressekonferenz an sich war für mich persönlich ziemlich spannend, denn diesmal saß ich nicht als rasender Reporter im Zuhörerbereich, sondern als referierender Nürburgring-Experte auf dem Podium. Ist mal was anderes! Endlich eine Gelegenheit um auszudrücken, was viele (alle?) hier im Forum oder bei den Gesprächen im Fahrerlager bzw. am fiesen FIA-Fangzaun deutlich rüber bringen: das kann doch alles nicht wahr sein! Beton statt Asphalt, Retorte statt Historie: das soll der Nürburgring der Zukunft sein? Und wir haben eine große Lanze gebrochen für den Motorsport, haben das Zahlentraumgebilde vor den großen Augen der Politiker zusammenbrechen lassen, haben anschaulich erklärt, daß die Katastrophe kurz bevorsteht.

Neben den Pressevertretern, deren Berichte grade nach und nach die Öffentlichkeit erreichen, möchte ich hier ein paar Anwesende namentlich aufführen und ihnen auf diesem Wege noch einmal für ihre Zeit danken:
Als Vertreter der Politik sind mir aufgefallen:

Christian Baldauf (CDU),
Günter Eymael (FDP),
Eveline Lemke (Die Grünen - sie hatte in den letzten Monaten als einzige Vertreterin der Politik immer ein offenes Ohr für uns und hat die Gruppe engagiert beraten!),
Alexander Licht (CDU).

Super fand ich auch, daß Christian Kohlhaas an seinem Geburtstag (!!) extra nach Mainz gefahren ist und Horst Philipp und Kalle Müller mitgebracht hat. Natürlich war auch Wilhelm Hahne vor Ort, denn auch er ist ein fleißiger Mitstreiter in der Initiatorengruppe, die für den Ring kämpft.

Wir sind absichtlich in Mainz aufgetreten, da hier die Reporter der Landespolitik zuhause sind und kurze Wege haben. Der SWR war direkt vor unserem Hotel, die Konferenz selber fand in der "Alten Patrone" statt, einer sehr schönen Hofanlage mit perfekter technischer Ausstattung für unseren Anlaß. (Danke für die großartige Unterstützung und auch an den Rettet-den-Ring Verein, der die Location und unsere Hotelzimmer bezahlt hat!!)

Auch wenn die letzten 8 Monate sehr anstrengend und aufreibend waren, ich durfte tolle, charakterstarke Menschen kennenlernen, denen Ehrenhaftigkeit noch etwas bedeutet und die sich nicht dem schnöden Mammon ausliefern.

2 Termine konnten wir auch schon bekannt geben, die Ihr Euch unbedingt rot markieren müßt! Am 19.5.2010 zeigt das SWR Fernsehen eine aufwendige 45-Minuten Nürburgring Recherche um 20:15 Uhr. Und Ende Mai - Anfang Juni erscheint Jacques Berndorf's "Nürburg Papiere" - ein Krimi mit garantiert hohem Unterhaltungswert.

Die Konferenz an sich habe ich komplett mitgeschnitten und werde sie in voller Länge hier im Netz einstellen. Aber ein paar Fotos kann ich jetzt schonmal zeigen:









Und wie geht es jetzt weiter? Von anderer Seite wird gegen die Vergabepraxis eine Klage beim EuGH vorbereitet. Das ist relativ aufwendig, doch die ersten Hürden - vor allem auch die finanzieller Art - sind genommen. Ansonsten heißt es weiterhin: ENGAGIEREN! Wenn jetzt nicht JEDER AUS DER DECKUNG KOMMT, dem die Nordschleife am Herzen liegt, dann wird die ehrwürdige 83-jährige Lady vor unseren Augen lebendig begraben! Wir können etwas bewirken und jede Initiative trägt ihren Anteil dazu bei. Auch zusätzliche Unternehmer bzw. solvente Privatpersonen möchten wir aufrufen sich zu überlegen, inwieweit sie sich finanziell engagieren und einsteigen möchten.

Abschließend bin ich ganz froh, daß wir diese spannungsgeladene Pressekonferenz gut hinter uns gebracht haben. Meine Kleine reagiert inzwischen sehr allergisch auf die roten Kalendareinträge mit dem Titel "Krisentreffen". ;)

Ich finde nach diesem ewig langen Blogolog und für die, die bis hierhin durchgehalten haben ;) paßt auch der Schlußsatz unserer Präsentation ganz gut:

"Wer immer im Windschatten fährt, kann nicht überholen!"
Freitag, 29. Januar 2010

Dieter Althaus wird in Zukunft die Magna Interessen bei VW vertreten. Als Ex-Ministerpräsident hat man also auch mit Vorstrafe (Fahrlässige Tötung) immer noch sagenhafte Karrierechancen in der Privatwirtschaft. Interessenkonflikt? Nicht für Dieter Althaus.
Montag, 18. Januar 2010

Klare Worte von Evelin Lemke (Die Grünen) zu 6 Monaten Ringwerk: "Das Konzept Freizeitpark am Nürburgring ist ein Flop.".
Herr Hering ist Wirtschaftminister in Rheinland-Pfalz und im Moment das von Kurt Beck auserwählte Sprachrohr in Sachen Nürburgring. Vor nicht allzulanger Zeit kamen Regierungsinfos zu diesem Thema immer aus dem Finanzministerium. Sicher ist Herr Hering einer der best informiertesten Nürburgringexperten, wenn es um Kennzahlen geht. Neben den vielen teuer bezahlten Gutachten hat er auch Zugriff auf alle Details der Nürburgring-internen Zahlen. Diese kommen nun auch zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, natürlich von Wilhelm Hahne, denn der ist von der Landesregierung mit dem Prädikat "Geheimnisverräter" ausgezeichnet worden und hat damit ja quasi einen offiziellen Auftag.

An dieser Stelle mein allerherzlichster Glückwünsch zum 77. Geburtstag an Wilhelm Hahne und daß noch viele weitere glückliche und von positivem Streß begleitete Jahre folgen mögen!

Auf motor-kritik.de schreibt Herr Hahne, daß 2009 von der Nürburgring GmbH 300.000 verkaufte Tickets registriert wurden. Zeitgleich (!) wird von der Presse und Herrn Hering aber nach wie vor kommuniziert, daß der Nürburgring in der Vergangenheit pro Jahr 2.000.000 Besucher vorzuweisen hatte.

Wann bekommen wir - die Bevölkerung und die Nürburgring Anhänger - endlich klaren Tisch? Die Gaukler tanzen und hüpfen und bauen darauf, daß wir auf ihre Tricks reinfallen. Herr Hering sagt: "Aber jetzt haben wir zum ersten Mal realistische de-facto-Zahlen bezüglich der Besucher ..." und baut nach wie vor seine Luftschlösser auf dem Hirngespinst der 2 Millionen Nürburgring Besucher.
Mittwoch, 16. Dezember 2009

Dem Untersuchungsausschuß liegen nichtmal die Kontobewegungen der Nürburgring GmbH vor. Die braucht man anscheinend nicht, wenn man die Hintergründe einer Finanzierung aufdecken möchte. Dafür steht Walter Kafitz jetzt auf einmal ohne Deckung da und sieht sich dem Vorwurf der mangelnden Qualifikation ausgesetzt.
Dazu fällt mir das SWR Interview mit Herrn Kafitz im Juli 2009 ein:

"Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen, wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung."
Wilhelm Hahne geht im Detail auf die Nachbehandlung des Unfalls im "Grüne Hölle" Multimedia Theater ein. Die Hauptakteure sind:

* Jürgen Pföhler (Landrat Kreis Ahrweiler seit 2000 und gleichzeitig einer von insgesamt 4 Aufsichtsratsmitgliedern der Nürbugring GmbH)
* Oliver Dederichs (Geschäftsführer der Agentur, die seit 5 Jahren den Nürburgring in Sachen Öffentlichkeitsarbeit betreut)
* der TÜV Rheinland
* Peter Doeppes (Herausgeber der Eifelzeitung)
* und natürlich Wilhelm Hahne.

Der Vorfall an sich ist schnell erzählt: im Theater fällt ein als Baum verkleidetes Stahlrohr in die Zuschauerränge. Obwohl nur wenig Zuschauer (6) in der Vorstellung sind, verletzt sich einer leicht.
Was aber alles danach passiert ist ein Paradebeispiel für die aktuellen Strukturen am Ring, das Bestreben negative Nachrichten möglichst unauffällig unter den Teppich zu kehren und die desaströse Verflechtung von Politik und wirtschaftlichen Interessen. Der Landrat ist gleichzeitig im Nürburgring Aufsichtsrat, der unabhängige TÜV gleichzeitig Nürburgring Sponsorpartner und die Nürburgring Öffentlichkeitsarbeit ist im Grunde ein auf "Krisen-PR" spezialisiertes Unternehmen.
Die letzten verbleibenden kritischen Berichterstatter - hier die Herren Hahne und Doeppes - werden wahlweise gegängelt, verklagt oder umgarnt, um sie doch noch rumzudrehen.
Und alles paßt sogar herrlich unter den Begriff "Theater".
Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Regierungspartei wirft der Oppositon vor, daß sie ihnen vorwirft, sich mit vorbestraften Geschäftspartnern eingelassen zu haben. Und als Begründung veröffentlicht man allen Ernstes, daß die Auswahl von nicht-vorbestraften Geschäftspartnern vom Zugriff auf das Bundeszentralregister abhängig sei.
Auf mich wirkt das alles wie Strampeln im Treibsand (howstuffworks). Im wahren Leben würden solche Konstrukute sofort in sich zusammenbrechen, in der Wattewelt der Politik werden diese handgemachten Katastrophen zu Lasten der Allgemeinheit abgefangen und schöngeredet.
Dienstag, 08. Dezember 2009

Verschenkt unsere Regierung jetzt die Nordschleife? Diese Frage muß man sich stellen, wenn man die Details von heute anschaut, die vom Wirtschaftminister Hendrik Hering bekanntgegeben wurden:
Zum ersten Mal wird im Zusammenhang mit der Erlebnisregion der Öffentlichkeit die Summe "350 Millionen Euro" vorgestellt. Weil die neuen Investoren auch die Schulden der Nürburgring GmbH mit übernehmen sollen. Aber nur für 300 Millionen Euro sollen sie die Zinsen und die Abschreibungen bezahlen. Mal grob rechnen (konservative Abschreibung auf 20 Jahre - solange hält das sowieso nicht, fällt ja jetzt schon auseinander):
Das wären an Abschreibung pro Monat 1,25 Millionen Euro und an Zinsen (erstes Jahr bei 4%) nochmal 1 Million dazu, also pro Monat gut 2 Millionen. Wenn die pro Besucher 50 Euro verdienen (nie im Leben! Verdienen!!), dann sind das 1.500 Besucher pro Tag. Garkein Problem, siehe Karneval.
Da ist jetzt noch kein müder Euro Tilgung geflossen, das kommt erst 2 Jahre später.

Wieso wird eigentlich nie die Nordschleife erwähnt? Offensichtlich soll sie den neuen Betreibern möglichst unauffällig zugeschustert werden. Auch hier mal eine grobe Rechnung - seeehr konservativ:
Bei einer Auslastung von 70% und einer angenommenen durchschnittlichen Tagesrate von 13.000 Euro für die Nordschleife ergibt das pro Jahr 3,3 Millionen Euro Einnahmen, also für die angestrebten 10 Jahre 33 Millionen Euro. Das ist jetzt mal grob überschlagen und in Wirklichkeit eher in Richtung 40-50 Millionen Euro (Teuerungsrate, Ticketverkäufe, Industriefahrten, usw.). Nicht nur, daß das Kulturdenkmal in die Obhut von Privatleuten geschoben werden soll, die isoliert betrachtet profitable Nordschleife wird verschenkt (!!!) und in den gesamten Schuldenberg integriert, sodaß für Investitionen, Instandhaltung und historische Pflege kaum Platz bleibt.

Erfreulicherweise wird der Widerstand an allen Fronten zunehmend massiv. Während die Politik die Steuerverschwendung und die POLIS Abfragen in den Fokus rückt (Oppositionspartei a) und Oppositionspartei b)) mobilisieren sich auch die ansonsten ohne Lobby ausgestatteten Nürburgring Anhänger: die Wer-kennt-Wen-Gruppe "Gegen Privatisierung des Rings" hat sich innerhalb weniger Tage zu über 650 Mitgliedern aufgeschwungen und inzwischen sind auch Demonstrationen und Flugblattaktionen in realistische Nähe gerückt.
Sonntag, 06. Dezember 2009

Auch in Berlin kann man lesen, wie man am Ring mit Kritik umgeht und ein lebens°werk in Beton in die Landschaft schüttet. Fehlende Investoren stören da genauso wenig wie gescheiterte Vorgängerprojekte.
Freitag, 04. Dezember 2009

Arno Elmer redet Tacheles - heute im Untersuchungsausschuß. Mißmanagement, sowohl strategisch, als auch operativ, habe es unter Walter Kafitz gegeben. Dem schriftlichen Einreichen der Kritik beim Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Eggers folgte nur kurz darauf die fristlose Kündigung des damaligen kaufmännischen Geschäftsführers.
Montag, 30. November 2009

Herr Billen von der CDU ist leider erkrankt. In dem RZ-Artikel ist auch seine Homepage gelistet, da bin ich natürlich als IT'ler immer neugierig. Meinen Eindruck formulier ich mal vorsichtig als "altbacken". Ich hab mir den Source angeschaut, um herauszufinden, mit welchem Data Becker Homepage Kit das gebastelt wurde und bin schon bei den META TAGS stutzig geworden: "Michael Billen, Landtagswahl, Rheinland-Pfalz, CDU, Bitburg, Prüm, Eifel, Vorstand, Parteivorstand, Politik, Zukunft, Heimat, Parteien, SPD". Uuups. (Anleitung, falls hier zufällig Politiker mitlesen: im Browser: View -> Source). Na immerhin ist er da inwzischen im Gespräch.
Dienstag, 27. Oktober 2009

Die Nürburgring GmbH hat ihre Akten so gut versteckt, daß keiner mehr weiß, wo was steht. Da sagt die Regierungspartei schonmal ganz herzlich Danke! Jetzt steht dem Verschleiern dem Aufklären nichts mehr im Wege. Immerhin kommt der Untersuchungsausschuß so zu einem zusätzlichen Betriebsausflug und hilft mit beim Aktensuchen. Termin: 10.November.
Mittwoch, 21. Oktober 2009

Broich zieht die Reißleine. Obwohl mit langfristigem zehn plus zehn Jahre Vertrag ausgestattet, zieht sich "Premium Caterer" Broich wieder aus der Eifel zurück. Die geschönten Umsatzprognosen werden langsam von der rauen Wirklichkeit eingeholt - noch vor dem überraschend harten Winter.
Mittwoch, 07. Oktober 2009

Harald Hallerbach schildert in der Eifelzeitung seine Sicht der Dinge, wie Politik und Nürburgring Management gezielt die Opferrolle suchen. Auch der Untersuchungsausschuß gibt ihm wenig Hoffnung, da bereits im Vorfeld die Weichen in die gewünschte Richtung gestellt werden.
Sonntag, 27. September 2009

34,6% - das ist das SPD-Ergebnis der Bundestagswahl von 2005. Heute wählen wieder 3 Millionen Rheinland-Pfälzer für den Bundestag. Und wenn diese der Landesregierung dann die Quittung geben für das Nürburgring-Desaster, dann heißt es aus Mainz als Ausrede bestimmt: ".. auch die Landesregierung bleibt von den Auswirkungen der Bundespolitik nicht verschont."

UPDATE: Was hab ich gesagt? Das war klar: "Die SPD hat bei Bundestagswahlen immer im Bundestrend abgeschnitten." beschwichtigt SPD-Generalsekretärin Heike Raab.
Dienstag, 15. September 2009

Rette Deine Freiheit, ein Kurzfilm über die Internetzensursperren, die per Gesetz beschlossen worden sind. Gegen eine Petition von 132.000 Mitzeichnern. Ein fünf Minuten langer Ausflug in die Politik unserer Volksvertreter in Deutschland.


Neue renn.tv Einträge:
Gesamten Blog komplett anzeigen (Überschriften)