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Donnerstag, 12. März 2020

Endlich legt sich die VLN mit Lindner ins Bett.

Jetzt wo alle so schön mit Virus beschäftigt sind, kann man ja gut eine Meldung zwischenschieben:

Lindner ist Hotelpartner der Nürburgring Langstrecken-Serie

Na wenn das kein Grund zum Feiern ist. Für Kai Richter und Jörg Lindner.

Man merkt wie langsam die Maske fällt und der russische Nürburgring nach und nach sein wahres Gesicht zeigt. Die Rennserie unter Kontrolle bringen, um sich auf den übrigen Geschäftsfeldern gesundzustoßen.

Ist ja auch nicht der erste Versuch - aber jetzt hält man die Zeit wohl für reif, um die Dämme einzureißen.

Konnte doch niemand ahnen!!1!

Langstrecke | Richter | Lindner | Koppelgeschäfte |


Freitag, 31. Januar 2020

Muss Ingolf Deubel vielleicht doch ins Gefängnis?

Zugegeben, das würde mein Weltbildnis ziemlich erschüttern. Denn was Rheinland-Pfalz bisher vorgeführt hat, war volle Rückendeckung unter Kollegen - also in der Politik.

Alleine die lange Zeitspanne hat ja immer wieder deutlich vor Augen geführt, dass man es nicht eilig hat. Im Gegenteil. Ich bin selber auch schon ungeduldig geworden - aber mit dem niederen Fussvolk gibt man sich natürlich nicht ab. Ich hatte das zum vierjährigen Geburtstag des Nicht-Prozesses zum Anlass genommen mal nachzufragen.

Ganz am Anfang - also am ersten Prozesstag - bin ich sogar extra nach Koblenz gefahren. Das war am 16. Oktober 2012.

Hier auf dem Filmmitschnitt von diesem Tag kann man mich grob erkennen - ich weiß ja, wo ich gesessen bin:

Mike Frison / renn.tv

Mir fällt es ja selber schwer mich an alles zu erinnern - von daher gut, dass ich es immer aufgeschrieben habe. Gut in Erinnerung geblieben sind mir allerdings die Berichte, wie vehement Ingolf Deubel seine Verteidigung vertreten hat.

“Deubel betonte in seiner mehr als 200-seitigen Stellungnahme zudem, dass ein Baustopp am Nürburgring für die größtenteils landeseigene Ring-Gesellschaft negative Folgen gehabt hätte.”

Was für eine schwache Argumentation - man hätte garnicht erst anfangen dürfen zu bauen. Heute heißt es immer lapidar, dass “der Nürburgring-Ausbau” zu groß geraten sei.

Also 1. ist nicht der Nürburgring ausgebaut worden, sondern man hat die schöne Eifel Landschaft mit Beton und Schnellbauhütten vollgepflastert - das ist alles andere, aber nicht der Nürburgring.

Und 2. ist das nicht irgendwie zu groß geraten, sondern war von Anfang an völlig unnötig.

Hätte doch nur jemand gewarnt! Am besten noch, bevor der Ausbau beschlossen wird!

Heute jammert der Herr Deubel seiner schönen Pension hinterher und Adenau dem Schwimmbad.

Es gab nämlich wieder mal ein Urteil aus Koblenz und obwohl gestern sogar die Tränendrüse bemüht wurde, lautet es:

2 Jahre und 3 Monate Gefängnis.

Deubel’s Anwalt Rüdiger Weidhaas hatte für 1 Jahr und 7 Monate plädiert. Das ist schon bemerkenswert, wenn der Anwalt Gefängnis fordert. Allerdings wäre in dem Strafmaß eine Bewährung möglich gewesen und auch die Pension - immerhin 6.700 € monatlich - wäre erhalten geblieben. Anscheinend wird die auch aktuell immer noch bezahlt.

Im Grunde ist mir der Mann egal - ob er nun im Gefängnis schmort oder auf Hawaii. Wobei Verbrecher im Gefängnis natürlich besser aufgehoben sind. Was mir nicht so egal ist: wie jetzt einer auf Mitleid gemacht wird - und die Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen:

Beim Prozessauftakt hatte sich Deubel von einer anderen Seite als bei seinem ersten Prozess gezeigt: Angeschlagen und selbstkritisch. Mit zeitweise tränenerstickter Stimme und zitternden Händen sagte er, er bedauere zutiefst seine frühere “an Starrsinn grenzende Verhaltensweise”. Sie habe dem Land Rheinland-Pfalz und dem Steuerzahler immense finanzielle Schäden verursacht. Erstmals übte Deubel öffentlich deutliche Selbstkritik. Im ersten Prozess hatte er noch jegliche Schuld von sich gewiesen.

Dass das Kulturdenkmal Nürburgring geschändet wurde, um es dann windigen Profiteuren zum Fraß vorzuwerfen, davon redet niemand. Die 500 Millionen Steuergeld sind mir noch vergleichsweise egal, wenn ich daran denke, wie mit der Strecke und ihrem Erbe umgesprungen wurde. Heute sind wir schon soweit, dass der Name Nürburgring fast als Schimpfwort verwendet wird.

Und es ist natürlich auch hinterlistig, dass Ingolf Deubel der alleinige Schuldige sein soll. Wo sind die ganzen anderen Beteiligten, Jürgen Pföhler, Carsten Kühl, Hendrik Hering, Roland Härtel, Clemens Hoch, Roger Lewentz und natürlich nicht zu vergessen Kurt Beck? Haben alle schön weiter Karriere gemacht im politisch tief vernetzten SPD-RLP. Auch die kräftigen Griffe ins Klo von Kai Richter und Jörg Lindner wabern immer noch ungesühnt durch die Anlage - Grüne Hölle lässt grüßen.

Einen kleinen Funken Resthoffnung habe ich noch, dass Ingolf Deubel im Gefängnis genug Zeit zum Nachdenken bekommt und er reinen Tisch machen will. Oder um Uschi Schmitz zu zitieren aus einem TV Beitrag vom Oktober 2012:

“Wenn er sehr in die Enge getrieben wird, glaube ich schon dass er auspackt. Also wenn er clever ist, dann packt er aus. Und lässt sich nicht die Schuld alleine in die Schuhe schieben.”

UPDATE:

Ingolf Deubel hat angekündigt Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Deubel | Prozess | Urteil | Erlebnisgrab | Gefängnis |


Mittwoch, 05. Juni 2019

Rundenrekord: 6:05 (!) im VW Elektro-Rennwagen mit Romain Dumas.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat VW bei dem Pikes Peak Rennen für heftige Schlagzeilen und eine schnelle Rundenzeit gesorgt: der hektisch zusammengedengelte und “ID-R” getaufte Rennwagen, der auf dem Norma basierte, den Romain Dumas schon selber in Pikes Peak privat eingesetzt hatte (mit Gesamtsieg!), hatte den Fabelrekord von Sébastien Loeb gebrochen.

Wir erinnern uns: damals hatte Peugeot den Le Mans Stecker ziehen müssen und so standen sie ohne Motorsportprogramm, aber mit ganz vielen LMP1 Ersatzteilen arbeitslos in der Werkstatt rum. Was lag näher, als einen 208 T16 Pikes Peak zu bauen.

Ob das schon der Zenit des Verbrennermotors war?

Jedenfalls meinte ich letztes Jahr im Juni, dass die 19,99 km von Pikes Peak ziemlich genau den 20,832 km der Nordschleife entsprechen - und VW sieht das wohl ähnlich. Denn gestern - nach akribischer Vorbereitung - haben sie mit 6:05 die Eifel elektrisiert. 6:05! Gäbe es nicht die 5:19 vom Porsche LMP1 und Timo Bernhard vom letzten Jahr - man würde vor dem Elektroauto auf den Knien rutschen. Denn bisher war Stefan Bellofs 6:11 das Maß der Dinge - und diese Zeit ist von 1983. Unvorstellbar!

Die Stefan Bellof Runde bleibt für mich persönlich das Größte - egal was passiert - aber der Respekt vor den VW-Konzern-Runden wird dadurch nicht geschmälert. Ob die 5:19 jemals unterboten werden wird? Ich glaube nicht.

Dass es jedoch noch einmal gelingt, die 6:11 zu schlagen, das hat schon Klasse. Und ist eigentlich nur mit Konzern-Power möglich - echtem Werkssport also. VW hatte für den Rekord 2 (!) identische Autos vor Ort, da wurde nichts dem Zufall überlassen.

In den Diskussionen, die natürlich jetzt emotional entbrannt sind, sollte man nicht vergessen, dass die 20,832 km Streckenlänge tatsächlich 1983 zum letzten Mal vom Top-Motorsport benutzt wurde (Langstrecken WM / Gruppe C). Weil nebenan die Grand Prix Strecke gebaut wurde - dank Otto Flimm! - die dann 1984 eingeweiht wurde. Da kamen also einige Zufälle zusammen - später wurde diese Streckenvariante von der sport auto für ihren Supertest entdeckt. Und hat bis heute einen hohen Stellenwert - die Grenzen zum Touristenverkehr sind fließend und in so manchem Ringtool wird leider auch die Stoppuhr aktiviert.

Brendan Keirle - leider nicht mehr unter uns - hat es mit BTG noch einmal vereinfacht - Dale Lomas führt die Tradition fort.

Und wo wir schon bei dem Thema Rundenzeiten sind: der Nürburgring - oder wie auch immer sie sich heute offiziell nennen - will es jetzt sogar als Geschäftsmodell ausschlachten. Wer mich länger kennt, weiß dass ich seit den Anfängen hier (2000) gegen Rundenzeiten argumentiere. Aus einfachem Grund: den Touristenfahrten den Renncharakter und damit die Schärfe zu nehmen, ist nicht einfach - man fährt auf einer RENNstrecke, mit Zuschauern, Curbs, Start + Ziel - inzwischen sogar Streckenposten. Jede Maßnahme, die den Charakter entschärft, ist sinnvoll. Wenn jetzt der Veranstalter und Organisator der Touristenfahrten ebenfalls Rekordfahrten durchführt, dann schneidet er sich in´s eigene Fleisch - langfristig gedacht ist das jedenfalls nicht. Sind wir wieder auf Richter-Lindner-Niveau? Mitnehmen was geht?

In zwei Wochen wissen wir mehr, dann wird in Luxemburg beim EuG das Ja zum Nürburgring Urteil erwartet.

Jetzt bin ich ordentlich abgedriftet, aber allgemein werden die Zusammenhänge leider auch zu oberflächlich betrachtet. Etwas Einordnung kann ja nie schaden - und 6:05 sind ein gigantischer Erfolg. Es wird auch der Elektromobilität helfen, denn die volle Leistung für diese Distanz abzurufen, erfordert einige technische Klimmzüge. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, aber eine elektrische Rennserie würde dem Ring gut zu Gesicht stehen. Die bräsige VLN wird das nicht gebacken bekommen - modern kommt in deren Wortschatz nicht vor.

Vielleicht erkennen Andere die Zeichen der Zeit besser - wie wäre es mit einem 4 Runden Rennen? WTCC oder die alte DTM fahren auch kurze Distanzen - Spannung pur. Energiemanagement wäre die große Herausforderung, nachtanken kommt ja eher nicht in Frage aufgrund der Zeitdauer. Und einen zakspeedmäßigen Tankwechsel würde ich vom Reglement her auch ausschließen - zu einfach.

Die Formel E fährt inzwischen ihre Rennen durch - immerhin schnell genug für Stadtkurse. Da müsste es doch auch für den Tourenwagensport Varianten geben. Ich fände es jedenfalls sehr spannend und technisch reizvoll: dicke Batterien und schweres Auto - oder lieber Leichtbau?

Viele elektrische Rundenrekorde werden wir jedenfalls erstmal nicht mehr sehen, dafür hat VW die Latte zu hoch gelegt. Also niedrig - bezogen auf die Rundenzeit. Ihr wisst was ich meine. Oder verschiebt die elektrische Ära die Dimensionen? Müssen wir uns an solche Zeiten gewöhnen? Die 6 Minutengrenze, die geknackt werden will? Ich kann es mir nicht vorstellen.

VW hat auch eine Onboard veröffentlich - jedenfalls nennen sie es so:

youtu.be/9iZY5IMn0wg

Bei Pikes Peak hatten sie ja ordentlich verwachst - Ton und Bild asynchron. Da kennt sich der renn.tv Mike aus! Aber warum müssen die das mit Hubschrauberaufnahmen mixen? Gerade dann umblenden, wenn man anfängt sich einzugrooven? Warum fragen die nicht jemand, der Ahnung hat? Besser als nichts - aber das kann ja wohl nicht der Maßstab sein. Bitte VW: pure ungeschnittene Onboard ohne alles, ok?

Volkswagen | Rundenrekord | Elektro | Dumas |


Sonntag, 03. März 2019

Der Deubel-Nicht-Prozess hat bald 5-jährigen Geburtstag.

So langsam fällt nicht nur mir auf, dass in RLP ein potenzieller Verbrecher frei herumläuft.

Kleine Anfrage im Landtag: Verurteilung des früheren Finanzministers Ingolf Deubel.

Die Antwort ist natürlich das Papier nicht wert auf dem sie steht, denn sie wurde von Clemens Hoch verfasst, der selber damals knietief mit drinsteckte. Das übliche Blabla - unabhängige Justiz - ausgerechnet in RLP - selten so gelacht.

Schön auch, wie in der Presse die Ecken und Kanten nachträglich glattgeschliffen werden - Geschichtsverzerrung während man dabei ist:

Auch fast fünf Jahre nach dem Untreue-Urteil gegen den früheren rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) lebt er juristisch weiter in Ungewissheit.

Viel gravierender ist, dass die Bevölkerung nach wie vor in der Gewissheit lebt, dass ein Verbrecher immer noch frei herumläuft.

2009 war in der Eifel die Privatfinanzierung des zu großen Ausbaus des Nürburgrings spektakulär gescheitert. Dieser kostete rund 330 Millionen Euro. Als sich kein Investor fand, musste das Land einspringen und Deubel zurücktreten.

Auch eine schöne Verdrehung der Tatsachen. Die gesamte Regierung hat der Bevölkerung kackdreist in's Gesicht gelogen, dass Heilsbringer Kai Mediinvest Richter privat investiert, während sie ihm hintenrum die Steuer-Millionen mit der Schubkarre rangekarrt haben. Das war kein spektakuläres Scheitern, sondern ein Reinfall mit Anlauf & Ansage. Siehe auch den FAZ-Beitrag.

Mike Frison / renn.tv

Wenn man schon über Katastrophen reden will, bitteschön - hier mein Textvorschlag:

Nach der Insolvenz der Nürburgring GmbH ist der sinnlose Freizeitpark-Ausbau inklusive der GP-Strecke und der historischen Nürburgring Nordschleife für ein Bruchteil der investierten Summe - über ein paar Umwege und mit EU-rechtlich fragwürdigen Abläufen - in Privatbesitz mit unbekannten russischen Geldgebern übergegangen.

Deubel | Erlebnisgrab | Prozess | Gefängnis | Landtag |


Jubelartikel zum Nürburgring - ist es wieder soweit?

So langsam glaubt man wohl in Ringrufweite, dass es an der Zeit ist den Namen Nürburgring wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das hat sich in der Vergangenheit schon bewährt einen “Alles wieder gut” Artikel in die Welt zu setzen - bzw. in die Frankfurter Allgemeine.

Der Autor aktuell ist Benjamin Fischer und wie man liest hat er eine Mainzer Vergangenheit.

Aber darüber bin ich erst später gestolpert, nachdem es mir beim Lesen des Artikels immer schwieriger gefallen ist mit meine anfängliche Unvoreingenommenheit aufrechtzuerhalten.

Im besten Relotius Storytelling wird versucht anhand von Belegen und eingestreuten Zeitzeugen ein Bild zu formen, dass der Ring zwar eine Durststrecke zu überwinden hatte, dies aber der Vergangenheit angehört und heute alles bestens ist.

Das Ganze noch schön aufgehübscht mit historischen und aktuellen Ringbildern - und ganz subtil wird uns dann noch so im Vorbeigehen hier und da eine Geschichtsumschreibung untergejubelt.

Ich pick mal ein paar Zitate raus:

Doch die teure Formel 1 und ein überdimensionierter Vergnügungspark stürzten den Nürburgring in die Insolvenz.

Das geht schon gleich am Anfang los: die böse Formel 1 und der böse Freizeitpark. Walter Kafitz wird mit keiner Silbe in dem Artikel erwähnt und sein Mißmanagement gepaart mit Größenwahnsinn natürlich auch nicht. Ebensowenig, dass ihn auch nur die Bewährungsauflage vor dem Gefängnis bewahrt hat.

Nach dem Verlust des Publikumsmagneten Formel 1 brachen in der Region die Einnahmen weg, denn auch anderen Renn-Serien wurde die Nordschleife allmählich zu heikel. Erst die neue, sogenannte „Grand Prix“-Strecke sorgte für Entspannung. 1984 kehrte die Formel 1 zurück an den Ring und mit ihr die Zuschauermassen. Der moderne Kurs lässt sich mit der legendären Nordschleife verbinden. Auf ihr fahren seitdem aber nur noch langsamere Serien.

Natürlich kein Wort von Otto Flimm oder Ja zum Nürburgring, die damals erst den Bau der GP Strecke in politisch schwerem Umfeld durchgeboxt haben. Traurig wie solche historischen Kraftakte weggeglättet werden.

Die aktuellen GT3 langsam zu nennen bestätigt natürlich die Nicht-Kompetenz des Autors - aber die Selbstverständlichkeit, mit der solche Fakten in einem Medium rausgehauen werden, dem die Leute normalerweise glauben, zeugt schon von großer Dreistigkeit.

Über die Jahre stieg das Antrittsgeld für die Königsklasse des Motorsports stetig an und brachte die staatseigene Nürburgring GmbH finanziell immer stärker in Bedrängnis. Allein in den Jahren 2004 und 2005 fiel jeweils ein Verlust von mehr als neun Millionen Euro an – hauptsächlich verursacht durch die etwa 16 Millionen Euro Gebühr für die Formel 1.

Da ist sie ja wieder die böse Formel 1. Dass dieser Vertrag von jemandem unterschrieben worden war - vorher! - ist wohl nebensächlich. Und dass die Kafitz’schen Abenteuer große Löcher in die Kasse rissen - auch ohne Formel 1 - brauche ich hier wohl niemandem erklären. Wisst Ihr noch, Bike World zum Beispiel?

Aber es ist ja viel praktischer, wenn die Probleme nicht hausgemacht sind, sondern einfach so vom Himmel fallen - wie zum Beispiel die lächerlichen Schecks von Kurt Beck’s “ganz großem Geldadel”:

Was folgte, war ein Trauerspiel. Zwei Schecks eines dubiosen Geldgebers platzten, der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel musste zurücktreten und statt der avisierten Kosten von 150 Millionen Euro flossen fast 500 Millionen Euro von den Steuerzahlern.

Das Trauerspiel startete natürlich viel früher - da rollte noch kein einziger Bagger. Denn der damalige Aufsichtsrat: Deubel - Pföhler - Härtel - Kühl, hat den Bau der Erlebnisregion abgenickt - entgegen aller Kritik von … ja eigentlich von ALLEN. Niemanden habe ich getroffen, der das in Ordnung fand.

Mike Frison / renn.tv

Und bereits ein halbes Jahr später - im Mai 2008 - wurde Mediinvest mit einer stillen Beteiligung aus der Staatskasse beglückt, die so still war, dass die Regierung diese Geldflüsse erst Jahre später zugegeben hat. Über 85 Mio. Euro wurden so transferiert, um der Bevölkerung eine Privatbeteiligung vorzutäuschen.

Mike Frison / renn.tv

Trotzdem wurde gebaut, eröffnet und gejubelt - gegen Kritik wurden PR Agenturen und sogar die Staatsanwaltschaft in Stellung gebracht. Denn in Rheinland-Pfalz gibt es starken Schulterschluss, wenn es darum geht dubiose Geldflüsse zu vertuschen.

Mike Frison / renn.tv

Heute, nach Untersuchungsausschuss, Mega-Prozess und Landesrechnungshof sind wir schlauer - die FAZ natürlich ausgenommen. Dass ein deutscher Finanzminister zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, ist zwar in Deutschland bisher noch nie passiert, aber der FAZ keine Silbe wert.

Und dass Kurt Beck sich nur wenige Tage nach Deubels Rücktritt vor die Kameras stellt und erklärt, dass dem Land kein Schaden entstanden ist, braucht man ja auch nicht nochmal aufzuwärmen. Das ist doch jetzt schon 10 Jahre her, also Schwamm drüber.

Kurt Beck (in ARD)

Endgültig den Schweinen zum Fressen vorgeworfen wurde der Ring, als Richter / Lindner im Handstreich zu den neuen Pächtern erklärt wurden. Von deren Auftreten hat sich die Anlage bis heute nicht erholt, obwohl sie nichtmal 2 Jahre in dieser Funktion wirkten. Und dass Rainer Mertel im Anschluss an seine Aussage im Untersuchungsausschuss eine tödliche Herzattacke erlitten hat, interessiert offensichtlich auch niemanden mehr.

Mike Frison / renn.tv

Als Kurt Beck im Juli 2012 die Insolvenz verkündete, war damals die böse EU Schuld. Er selber hat natürlich seine Hände in Unschuld gewaschen. Was folgte war ein Tal der Tränen in Eigenverwaltung - inklusive abenteuerlichen Abläufen während der Ausschreibung und Zuschlagserteilung. Dass dadurch nach wie vor 2 unabhängige Prozesse beim Europäischen Gericht anhängig sind, darüber will die FAZ - bzw. Benjamin Fischer - auch lieber nicht reden.

Dann könnte er ja nicht mehr die Mär der heilen Welt verbreiten.

Dann lieber die aktuelle Geschäftsführung in Watte baden:

Auch Mirco Markfort will über die Vergangenheit am liebsten gar nicht mehr reden. Er ist seit März 2016 Geschäftsführer der Nürburgring-Betriebsgesellschaft. Von 2009 bis 2015 hat er das Drama als Mitarbeiter im Veranstaltungsmanagement miterlebt. Das meiste erfuhr er jedoch aus der Presse.

Hach der Arme - es konnte ja wirklich niemand ahnen!

Bei den Zuschauern wird es richtig abenteuerlich:

Knapp 80.000 Zuschauer zog die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) im vergangenen Jahr an.

Schon klar, dass die DTM auf der Kurzanbindung fährt? Und dass die Hälfte der Tribünen sowieso geschlossen ist?

117.500 wollten den Truck Grand Prix sehen.

Dabei lässt der ADAC Mittelrhein aufgrund der Thematik inzwischen offiziell die Hosen runter. Aber das liest sich natürlich nicht so gut, da haben Zeitungen anscheinend ein Problem mit.

Das alljährliche Highlight aber ist das 24-Stunden-Rennen auf der Kombination aus altehrwürdiger Nordschleife und Grand Prix-Strecke. 210.000 Menschen pilgerten dafür in die Eifel.

Ja nee iss klar.

Mike Frison / renn.tv

Das muss dieses Wochenende sein, das beim ADAC so etwa Montags anfängt.

“Water under the Bridge” nennt es der Engländer, wenn Vergangenem hinterhergetrauert wird. Und eigentlich ist mir meine Zeit dafür auch zu schade. Aber wenn einem solche Artikel prominent aufgetischt werden, dann wird man regelrecht gezwungen den Rotstift zu zücken.

Oder andersrum gefragt: müssen Werbeartikel heutzutage nicht mehr als solche gekennzeichnet werden?

Erlebnisgrab | Insolvenz | Zuschauerzahlen | KurtBeck | BFCHR |


Dienstag, 19. Februar 2019

Wenn es darum geht das Geld anderer Leute einzusammeln, sind die Lindners um keine Idee verlegen.

Kennt man ja bereits von deren Medico Fonds bzw. Gebau.

Man muss schon genau hinschauen, aber Jörg Lindner und Kai Richter haben den Betrug mit großer Selbstverständlichkeit im Wortschatz:

Mike Frison / renn.tv

Mit schönem Gruß an Sigmund Freud!


Montag, 07. Januar 2019

Hans-Joachim Stuck Video Interview.

Auch wenn man Strietzel-Stuck - aus Gründen - nicht mehr mag, dieses Interview vom BR ist sehens- und hörenswert.

Ich wollte es eigentlich nur kurz durchscannen, aber bin dann doch komplett hängengeblieben.

Interessante und kurzweilige Zeitreise.

Nur leider hat der gute Mann dem Ring den Sargnagel persönlich eingeschlagen:

Mike Frison / renn.tv

... und war sich auch nicht zu schade für ein Lindner/Richter Sponsoring für das 24h-Rennen mit seinen Söhnen.

Das hat ihn einige seiner treuesten Fans gekostet, aber offensichtlich ist ihm das egal, solange die Gage stimmt.

Stuck | Strietzel |


Donnerstag, 07. Juni 2018

Das muss diese schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz sein, weswegen VW diesen Richter wegen Befangenheit - erfolglos - absägen wollte.


Mittwoch, 09. Mai 2018

Hans Joachim Stuck hat noch einen weiteren Grund beim 24h-Rennen aufzuschlagen: er bekommt den Nürburgring Lifetime Achievement Award verliehen.

Und natürlich kann niemand bei so vielen Terminen und Achievements erwarten, dass der Herr Präsident Zeit hätte für die DMSB Jahreshauptversammlung.

Das Theater (pun intended) wird wirklich immer armseeliger. Ich schlage als nächsten Preisträger Kai Richter vor.


Mittwoch, 02. Mai 2018

4 Jahre Ingolf Deubel Urteil.

Am 16. April 2014 wurde Ingolf Deubel zu 3,5 Jahre Gefängnis verurteilt.

Wirklich hinter Gittern war er seitdem jedoch nie - für mich Anlass mal beim Landgericht Koblenz anzufragen, wie es denn jetzt weitergeht:

Sehr geehrte Damen und Herren, für einen Beitrag in meinem Blog “renn.tv” möchte ich den Stand des Verfahrens gegen Ingolf Deubel aufgreifen und bitte um zitierfähige Rückmeldung zu dem Thema.

Das Urteil des Landgerichts Koblenz liegt nun 4 Jahre zurück (16.April 2014).

Die gravierende Bestrafung - 3,5 Jahre Gefängnis ohne Bewährung - ist allerdings teilweise nicht rechtskräftig, d.h. potentiell befindet sich ein Verbrecher nach wie vor auf freiem Fuß.

Die teilweise Zurückweisung vom Bundesgerichtshof an das Landgericht Koblenz erfolgte am 26.Nov. 2015. Seitdem scheint nichts mehr passiert zu sein. Ein beschleunigter Abschluss des Verfahrens ist für die Öffentlichkeit nicht zu erkennen, im Gegenteil: es entsteht der Eindruck, dass es verschleppt werden soll.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dazu diese Fragen beantworten könnten:

  1. Warum findet der Prozess keine Fortführung, sondern scheint zum Erliegen gekommen sein?
  2. Gibt es Einflussnahme von höherer Stelle, das den Ablauf des Verfahrens verlangsamt?
  3. Teilt das Gericht die Auffassung, dass aufgrund der Schwere der Vorwürfe eine möglichst zügige Bearbeitung ein öffentliches Interesse darstellt?
  4. Wie ist der weitere Ablauf des Verfahrens?
  5. Wann kann mit einem Abschluss des Verfahrens gerechnet werden?

Danke & mit freundlichen Grüßen,
Michael Frison

Die Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten, war aber eher enttäuschend. Wenn auch nicht überraschend, wir reden ja hier über Rheinland-Pfalz:

Sehr geehrter Herr Frison,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass Anfragen zum Verfahrensstand nur dann von der Pressestelle des Landgerichts beantwortet werden können, wenn die Anfrage von einem Vertreter/einer Vertreterin der Medien im Sinne des rheinland-pfälzischen Landesmediengesetzes (§ 3 Abs. 1 LMG RLP) stammt.

Ihre Nachricht vom 23.04.2018 habe ich so verstanden, dass Sie nicht zu dieser Gruppe gehören.

Selbstverständlich unberührt davon bleibt, dass Sie sich im Rahmen der öffentlichen Hauptverhandlungen, die am Landgericht Koblenz stattfinden, über die jeweiligen Strafverfahren informieren können.

Aktuelle Hauptverhandlungstermine werden unter https://lgko.justiz.rlp.de/de/presse-aktuelles/strafverfahren/ bekannt gegeben.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen (gezeichnet von einem Richter am Landgericht)

Natürlich hält sich mein Verständnis in Grenzen. Das Ganze entbehrt aber auch nicht einer gewissen Komik, denn ausgerechnet ich habe energisch dafür gekämpft, für mich das Laienprivileg in Anspruch zu nehmen. Was mir in Köln beim Landgericht und Oberlandesgericht verwehrt wurde und die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe wurde ohne Begründung nicht zugelassen.

Und so spielen die Handelnden weiter auf Zeit in der Hoffnung, dass sich irgendwann keiner mehr daran erinnert.

Deubel | Ringprozess | Insolvenz | Gefängnis | Landgericht |


Dienstag, 01. Mai 2018

Was ist rausgekommen bei der Ja zum Nürburgring Verhandlung in Luxemburg?

Man traf sich letzten Mittwoch vor dem Europäischen Gericht und rausgekommen ist erstmal nichts. Jetzt heißt es warten.

Die Verhandlung dauerte 6 Stunden und von der Presse war genau niemand da. Dafür aber Dieter Weidenbrück und er hat den Tag für uns zusammengefasst:

Die Richter haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie sehr tief im Thema stecken, und haben im Detail sehr genau nachgefragt.

Das lässt hoffen. Mehr kann man im Moment auch nicht machen.

JaZumNürburgring | Ringverkauf | Insolvenz | Weidenbrück |


Montag, 15. Januar 2018

Kai Richter´s Grüne Hölle wird abgerissen.

Zumindest ein Teil.

Es gibt also doch noch gute Nachrichten.

Dabei sage ich doch schon seit Jahren: abreißen den Rotz!

Wobei ich nicht gedacht hätte, dass das überhaupt so lange hält.

Einweihung war am 9. Juli 2009.

Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

Steuergeld - wie sich später rausstellt.

Erlebnisgrab | KaiRichter | Insolvenz | GrüneHölle | Abriss | Rückbau |


Mittwoch, 06. Dezember 2017

VW Dieselgate Manager Oliver Schmidt zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.

Heute war Prozesstag für Oliver Schmidt - der VW Manager, der trotz Dieselgate nach Amerika geflogen ist und dort prompt verhaftet wurde. In dem Buch von Jack Ewing kann man nachlesen, dass Oliver Schmidt in Florida Mietwohnungen besitzt und deswegen nach Miami geflogen ist.

Jedenfalls läuft der Prozess auch vor dem Hintergrund, dass der Ingenieur James Liang bereits die brutale Strafe von 40 Monaten Haft und 200.000 USD erhalten hat vor gut 3 Monaten. Ich habe das ausführlich dokumentiert.

Oliver Schmidt bekennt sich für schuldig, will aber auch Opfer des VW Konzerns sein. Und sein Anwalt fragt ernsthaft nach 40 Monaten und 100.000 USD Strafe. Also weniger als James Liang aufgebrummt bekommen hat. Er begründet das mit der Dauer der Verschwörung, James Liang sei viel länger beteiligt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert da schon stärker, bringt auch das brisante Detail, dass Oliver Schmidt am 27.Juli 2015 - also 2 Monate vor Bekanntwerden des Defeat Device - eine Präsentation zum Thema gegeben hat an keinen geringeren als Martin Winterkorn.

Automotive News Journalist Larry P. Vellequette kommentiert um 21:42 Uhr unserer Zeit:

If you can’t get the sense from watching it on Twitter, it’s evident here: The hammer is about to drop on Oliver Schmidt.

Was der verantwortliche Richter Judge Cox dann auch gemacht hat:

7 Jahre Gefängnis und 400.000 $ Strafe.

Also ziemlich genau doppelt so viel wie für James Liang.

Da klappen in Wolfsburg einige Kinnladen runter.

In München eventuell auch, denn während man in Deutschland die Gerichte kaum fürchten muss, läuft in den USA bestimmt schon ein 3er BMW Diesel durch die Prüfprogramme.

UPDATE:

So hat er den Prozess besuchen müssen:

In roter Häftlingskleidung kam er in kurzen Trippelschritten in den Gerichtssaal - weil er Fußfesseln tragen musste. Wegen seiner Handschellen konnte er nicht mal alleine aus seinem Wasserglas trinken

UPDATE 2:

Zudem muss Schmidt laut “BamS” 95 Dollar pro Tag für den Haftaufenthalt bezahlen.

UPDATE 3:

Im Geständnis (“Factual Basis for Guilty Plea”) ist beschrieben, wie Oliver Schmidt vom VW Management angewiesen wurde sich zu verhalten:

Following the July 27, 2015 meeting, VW management instructed SCHMIDT to seek a meeting with a senior-ranking CARB employee, with whom SCHMIDT had had a business relationship based on SCHMIDT’s previous work in the United States. VW management instructed SCHMIDT not to disclose the defeat device or any intentional cheating by VW to the CARB employee during the meeting and rather to obtain the necessary U.S. regulatory approvals for the model year 2016 vehicles, which was Schmidt’s primary assigned objective.

On or about August 5, 2015 in Traverse City, Michigan, SCHMIDT and a colleague met with a CARB employee to discuss the discrepancy of emissions of the Subject Vehicles. During the meeting, and as instructed by VW management, SCHMIDT intentionally did not use the term “defeat device” when describing the discrepancy of the emissions of the Subject Vehicles. In addition, Schmidt did not disclose that VW had intentionally installed software in the Subject Vehicles designed to cheat and evade emissions testing. On or about August 7, 2015, SCHMIDT and a colleague had a telephone conversation with another CARB employee and made the same omissions. SCHMIDT knew that his omissions were misleading and designed to conceal the existence of intentional cheating by VW.

Zusätzlich soll Oliver Schmidt aber jetzt von VW vor die Tür gesetzt werden, weil er gegen die Compliance Regeln verstoßen habe. Was ist denn dann mit den Managern, die ihn angewiesen haben zu lügen? Werden die auch rausgeworfen? Oder verstößt man bei VW erst dann gegen die Compliance Regeln, wenn man verhaftet wird?

Dieselgate | Prozess | OliverSchmidt | Gefängnis | Akustikfunktion |


Dienstag, 24. Oktober 2017

BridgeToGantry.com: Zeitnahme bei Touristenfahrten stoppen.

Was klingt wie frisch aus dem Postillon ist real: Dale Lomas bekommt den Geist nicht mehr in die Flasche und ruft seine Community dazu auf, keine Rundenzeiten mehr zu nehmen.

Nicht dass er geläutert wäre - nein, die Russen machen Stress. Weil natürlich auch sie den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen, aber jetzt trotzdem verzweifelt versuchen die Zeitennahme einzudämmen. Was natürlich hoffnungslos ist.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt! (Ich sehe gerade, dass ich diesen Beitrag, den ich als Beispiel rausgekramt habe, an meinem 37. Geburtstag geschrieben habe. Also vor 15 Jahren. Das Netz vergisst nichts. Ich weiss bis heute nicht, wie schnell langsam ich meine Runden gedreht habe. Ist mir immer noch egal.)

Den Ursprung der BTG Zeitnahme (Bridge to Gantry, die 2 Brücken auf der Döttinger Höhe) hatte ich zu dem sehr traurigen Anlass im Mai hier aufgeschrieben - Dave hatte die URL von Brendan vor einiger Zeit übernommen.

Es gab mal früher vernünftige Ansätze, die Touristenfahrten nicht zu motorsportlich werden zu lassen. Welche nach der feindlichen Übernahme durch Richter/Lindner sofort der Gier zum Opfer fielen. Nicht zufällig hat man mich damals aus dem - von mir initiierten - Arbeitskreis Sicherheit entsorgt. Kritische Stimmen unerwünscht, auch schon wieder über 10 Jahre her.

Die Gier ist geblieben - nur kommen die Besitzer inzwischen nicht mehr aus Düsseldorf, sondern aus Russland. Aber auch die haben kein Problem damit, wenn Touristenfahrer ihre Sportgeräte vom Anhänger laden, Geschwindigkeit und Ausstattung locker mit der VLN mithalten können, und die Verkehrsdichte gefühlt locker doppelt so hoch wie die der VLN ist.

Den Touristenfahrern kann man nur empfehlen die Zeiten ad acta zu legen - zu viele Risse im dünnen Eis.

Denn was ist besser: Touristenfahrten ohne Zeitnahme, oder gar keine Touristenfahrten?

Touristenfahrten | Rundenzeiten | Zeitnahme | BridgeToGantry |


Sonntag, 27. August 2017

Brutales Urteil für VW Dieselgate-Ingenieur James Liang: 40 Monate US-Gefängnis und 200.000 Dollar Strafe.

Da kannte der Richter keine Gnade: 40 Monate Haft und $200.000 Strafe - das lag ordentlich über dem von der Staatsanwalt geforderten Maß (36 Monate und $20.000).

Die Verteidigung hatte auf sehr viel größere Milde gehofft: 1 Jahr Stubenarrest zuhause (“Home Detention”), 1.500h Sozialarbeit und ein symbolischer Geldbetrag (“Nominal Fine”).

Alta Motors

Das ist mir sogar eine eigene Grafik wert. Denn wahrscheinlich sind alle erstmal schwer blass geworden, als Richter Sean Cox das vernichtende Urteil verlas. Das Problem mit amerikanischen Gefängnissen: Ausländer kommen prinzipiell in Low-Security Gefängnisse - zusammen mit krassen Verbrechern und Bandenmitgliedern. Nicht das geeignete Umfeld für einen 62-jährigen mit eher schmächtiger Statur.

Ich war auf der Suche nach mehr Hintergrundinformationen und wurde bei Prozessreporter Robert Snell fündig, der für Detroit News arbeitet:

Überraschenderweise war bei der Urteilsverkündung am Freitag kaum was los im Gerichtssaal - da hätte ich mehr Medienrummel erwartet. Besonders, weil das ja das erste Urteil ist, das in der ganzen VW Affäre gefällt wurde. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, James Liang kann noch Berufung einlegen. Was ich eigentlich erwarten würde, denn schlimmer kann es ja nicht werden und es ist ja hoffentlich VW, die die Prozesskosten tragen.

Und wenn der Ingenieur, der keine Leute unter sich hatte und keine Management-Position, schon so eine heftige Strafe bekommt, obwohl er freizügig mit der Strafverfolgung zusammengearbeitet hat, was blüht dann erst dem VW Manager Oliver Schmidt? Der noch leichtsinnig nach Florida in Urlaub geflogen ist, wo man ihn direkt am Flughafen verhaftet hat? Die Latte liegt jetzt jedenfalls ziemlich hoch.

Die Prozessdokumente sind sehr spannend, kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.

In der Anklage ist z.B. von einer “Company A” die Rede (S.5):

Company A was an automotive engineering company based in Berlin, Germany, which specialized in software, electronics, and technology support for vehicle manufacturers. VW AG owned fifty percent of Company A’s shares was Company A’s largest customer.

Und dann auf Seite 17:

On or about November 10, 2006, a Company A employee submitted a request, on behalf of Volkswagen, for a software design change to what was known as the “acoustic function” that would become the defeat device.

Die Akustik Funktion! Die hat damals im Dez. 2015 Felix Domke in dem historischen Vortrag beim CCC vorgestellt.

In der Anklageschrift kann man aber auch nachlesen, dass es vermehrt Qualitätsprobleme beim EA 189 Motor gab. Weil die Prüfstandserkennung nicht akkurat funktionierte und der Motor dadurch auch auf der Straße im abgasarmen Modus lief. Wofür die Komponenten aber wohl nicht ausgelegt waren. Und wie adressiert man das am geschicktesten? Natürlich per Softwareupdate. Ich weiß nicht, was sie den Kunden in’s Gesicht gelogen haben, aber auf Seite 13 der Anklageschrift kann man nachlesen, dass per Software die Lenkwinkelerkennung nachgerüstet wurde, um die Prüfstandserkennung zu verbessern. Sehr krass.

Als der Betrug drohte aufzufliegen, haben die Beteiligten alles versucht, die wahren Gründe zu verschleiern. James Liang war von Anfang an beteiligt und hat auch an den Sitzungen für die ursprüngliche Zulassung teilgenommen. Aber er war natürlich nicht Kopf des ganzen und nur die vorgeschobene Außenstelle. Aufgrund des Emailverkehrs, der in der Anklageschrift zitiert wird, kann man vermuten, dass noch einige Namen auf der US Fahndungsliste stehen. Da werden wohl ein paar Leute ihre Reisetätigkeiten stark einschränken in Zukunft.

Zur Zeit wohnt James Liang mit seiner ganzen Familie (2 Töchter, 1 Sohn - 18, 23 und 24 Jahre alt) in Kalifornien. Das geht aus der Schrift der Verteidigung hervor. Die Aufenthaltsgenehmigung für James Liang wird bei Verurteilung zurückgezogen und nach der Gefängnisstrafe muss er sofort das Land verlassen. Er arbeitet seit 1982 bei VW - direkt nach dem Studium in Hannover - also 35 Jahre. 2006 war er einer der Ingenieure, die an der 2L Diesel Entwicklung mitgewirkt haben - für 69.000 € im Jahr. Normales Ingenieursgehalt würde ich sagen.

Schon damals war der Entwicklungsabteilung klar, dass die NOx Werte nicht zu schaffen sind und in 2007 wurde der “Clean Diesel” der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB) vorgestellt. Von Anfang an mit Defeat Device, das natürlich verheimlicht wurde. Mitte 2008 ist James Liang dann gewechselt zu VW GOA (Volkswagen Group of America). 2014 hat die ICCT Study alles aufgedeckt und erst im September 2015 hat VW gestanden.

Jetzt - 2 Jahre später - wird ein Ingenieur eingelocht. Während z.B. der feine Herr Winterkorn beurlaubt ist und weiterhin 3.000€ Gehalt bekommt. Täglich. Und die Strafverfolgung in Deutschland im Bezug auf VW außer Kraft gesetzt scheint.

Dieselgate | Liang | Akustikfunktion | Detroit | Michigan | Winterkorn |


Donnerstag, 27. Oktober 2016

Audi verabschiedet sich aus Le Mans.

Nicht 2018, nicht 2017 - nein schon Ende diesen Jahres wird das komplette WEC Programm eingestampft.

Noch 2 Rennen, dann ist Schluss.

Die Einschläge kommen im Moment knüppeldick für VW. Am Dienstag hat VW einem Vergleich in den USA über 14,7 Milliarden (Milliarden!) Dollar zugestimmt, um die 475.000 in Amerika verkauften Green-Diesel als 2 Liter Variante vom Tisch zu bekommen. 85.000 3L warten noch auf eine Lösung. Nicht vergessen, dass es sich insgesamt um 11 Mio. Fahrzeuge handelt - alleine 2,61 Mio. in Deutschland.

Bei VW geht es finanziell an´s Eingemachte und man hat sich sowieso gefragt wie es sich ein Konzern leisten kann, 2 LMP1 Teams - Audi und Porsche - auf allerhöchstem Level gegeneinander antreten lassen kann. Matthias Müller hatte an dieser Entscheidung sicher auch seinen Anteil, denn im Windschatten von Winterkorn ist er 2010 Chef von Porsche geworden. Um 2015 den dann geschassten Winterkorn zu beerben und die Leitung der VW AG zu übernehmen. Wo sich der Kreis wieder schließt, denn dort verantwortet er natürlich auch das Einstampfen des Audi R18.

Vielleicht schlägt sein Motorsport-Herz eher für Porsche, aber Audi über die Klinge springen zu lassen hat noch einen anderen Grund: den Diesel.

Denn Audi setzt als einziges Motorsport-Team einen Diesel als Antriebsquelle ein - aus Marketinggründen. Und zwar schon ewig - nämlich seit 2006. Insgesamt geht Audi seit 1999 in Le Mans am Start und hat ab 2000 eine unvergleichliche Siegesserie hingelegt: nur 2009 konnte Peugeot gewinnen - die Siege 2005 (ADT Champion Racing, R8) und 2003 (Bentley) buche ich mal mit dazu. Geändert hat es sich allerdings mit dem Einstieg von Porsche, denn die Weissacher konnten die letzten beiden Jahre gewinnen. (Das tragische Schicksal von Toyota von diesem Jahr haben wir ja noch gut in Erinnerung.)

Seit Dieselgate hat Audi Sport die Bezeichnung Diesel vermieden wie der Teufel das Weihwasser - wenn es gar nicht mehr anders ging wurde TDI eingesetzt. Was eigentlich nur Auto-Insidern ein Begriff sein dürfte. Damit stand also auch schon 2016 unter einem schlechten Stern, denn selbst Erfolge konnten sich überhaupt nicht vermarkten lassen, da der Ruf des Diesels für immer und ewig vergiftet war. Eigentlich hatte man sich geschämt, einen Diesel einzusetzen - aber das ließ sich ja nicht so schnell ändern. Ich wette es gab im Konzern genug Leute, die nur auf die erste Gelegenheit gewartet haben, das Audi Le Mans Programm über die Klinge springen zu lassen. Einen Sauger neu zu konstruieren machte natürlich noch viel weniger Sinn, das läuft ja schon bei Porsche.

Das ist schon bitter zu beobachten, wie ein Sportteam zum Spielball der Marketing Strategen wird - erst, als ihnen übergedeut wurde doch einen Diesel einzusetzen und jetzt, wo sie ihn ausgereift haben, gehen sie als Opfer mit unter.

Die Era dicker V8 (Toyota), kleiner Turbo (Porsche) und Diesel (Audi) in der LMP1 gegeneinander antreten zu sehen, wird als ausgewöhnlich in die Le Mans Geschichte eingehen. Ich war fasziniert davon, diese grundsätzlichen Konzepte Kopf an Kopf im Rennen zu sehen. Wetten, dass dass sich die Konzepte jetzt wieder aneinander annähern? Wobei ja nur noch Toyota und Porsche übrig sind. Ob jetzt noch ein weiterer Hersteller einsteigt? Die Türen beim ACO werden sperrangelweit offen stehen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die deutsche Autoindustrie beeindruckt aber auch das konsequente Handeln von Audi - durch den Druck von allen Seiten sind sie gezwungen alte Zöpfe abzuschneiden und können sich - ohne Diesel Ballast - voll auf Elektro konzentrieren.

So desaströs die Situation momentan erscheint - es könnte sich hinterher als großer Glücksfall herausstellen.

Bitter ist es für die Fahrer - ich hoffe sie müssen nicht aus der Not heraus noch Formel 1 fahren.

LeMans | AudiLMP1 | Dieselgate | LM24 |


Dienstag, 23. August 2016

Ringprozess auf einmal wieder Thema in der FAZ.

Aber der Artikel hat mich stutzig gemacht:

Anfang 2015 begann in Mainz der Prozess gegen einen Schweizer Finanzvermittler, der einst versprochen hatte, den Nürburgring mit einem ominösen Geldgeber zu retten. Doch das Verfahren stockt von Anfang an.

Aus heiterem Himmel ein Artikel über den Ringprozess in der FAZ? Hört sich erstmal ganz gut an, aber dann wird es dubios. Denn der Autor geht weniger auf Ingolf Deubel oder Walter Kafitz ein, sondern arbeitet sich an Urs Barandun ab.

Was ist eigentlich aus dem Nürburgring-Prozess gegen den Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun geworden? Man weiß: Der Prozess wurde im Februar 2015 unterbrochen und ist seither nicht wiederaufgenommen worden.

Das Thema Deubel wird nur im Vorbeigehen gestreift:

Ein anderer möglicher Grund für die Verzögerung könnte in der Justiz selbst liegen. Dass der Vorsitzende Richter im Frühjahr 2016 in Pension ging, dürfte das Verfahren zumindest nicht beschleunigt haben, jedoch, so hebt das Landgericht hervor, sei dadurch auch keine Verzögerung entstanden. Nicht völlig lebensfremd dürfte außerdem sein, dass das Landgericht womöglich abwarten wollte, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall des früheren rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) entscheidet.

Soll die Bevölkerung schonmal langsam darauf vorbereitet werden, dass das Ganze wegen Personalmangel im Sande verläuft?

Ende 2015 wurde in der rheinland-pfälzischen Landespolitik heftig über Personalmangel in der Justiz debattiert. Anlass war, dass ein mutmaßlicher Rauschgifthändler aus der Untersuchungshaft freigelassen werden musste, weil ein Prozess nicht fristgerecht angesetzt werden konnte. Der Grund sei Personalmangel gewesen, sagte die CDU-Opposition.

Ringprozess | Deubel | Barandun |


Montag, 22. August 2016

Schlechte Nachrichten vom Richter/Lindner Biggesee.

Das überrascht Euch jetzt sicher genauso wie mich: läuft nicht.

Hätte doch bloß jemand vorher gewarnt!

Die beiden Möchtegerns haben auch ihre Firma umgenannt:

Lindner Investment Management GmbH präsentiert sich ab sofort unter dem Namen 12.18. Investment Management GmbH. Die 12. steht für Lindner, die 18. für Richter, den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern des Investmentunternehmens mit Sitz in Düsseldorf.

Dummerweise lautet die URL 12-18.com und 12 minus 18 sind minus 6. Die Spezialisten für´s Miese machen? Nomen est Omen.

Richter | Lindner | Biggesee | Attendorn |


Sonntag, 31. Juli 2016

Mikebericht: WEC 6h-Rennen Nürburgring.

Nach Spa und Le Mans durfte ich natürlich auch am Ring nicht fehlen, als die Langstrecke dort Station machte. Durch die Eifel Rallye musste ich mir die Zeitplanung etwas straffer gestalten - das hatte ich auch noch nie, dass ich an 1 Wochenende gleich bei 2 Veranstaltungen akkreditiert bin. Na, wollen wir uns mal nicht beschweren.

Die Fotos, die ich mitgebracht habe, könnt Ihr alle wieder durch Anklicken vergrößern.

Bei der WEC ist das immer so, dass man nur dann an der Strecke fotografieren darf, wenn man beim Fotografen-Briefing dabei war. Davon gab’s am Sonntag nur eins - und zwar um 8:30. Inklusive der Stunde Fahrzeit von Köln aus war ich also für einen Sonntag schon früh auf den Beinen.

Jeff Carter ist der Presse-Delegierte und auch wenn seine Einweisungen keine besonderen Neuigkeiten enthalten, so ist er doch immer sehr kurzweilig:

Eigentlich ist das auch in Ordnung so die Fotografen auf Spur zu bringen, für die Fahrer gibt es ja auch bei jedem Rennen ein Drivers Briefing.

Danach habe ich mir dann mal den Gridwalk angeschaut - das war ganz schön busy:

Wobei sich bei so mancher Tochter die Begeisterung doch eher in Grenzen hielt - im Vergleich zu den Vätern:

Das Ganze nennt sich zwar Autogrammstunde, aber heutzutage werden die Promis per Selfie erlegt:

Die Aktiven haben sich trotzdem die Finger wundgeschrieben:

Wenn man so durch die Boxengasse schlendert mit allem ihrem Prunk und Protz, dann fällt die Unterkunft der Feuerwehr durch ihre Bescheidenheit auf:

Hier ist Drew Gibson im Einsatz - seine Fotos finden sich hier und das Resultat meines Making-Off ist das hier:

Aber so richtig groß wurde das Gedränge bei Porsche:

Das war sogar so heftig, dass 2 Absperrzonen eingerichtet wurden: eine Gasse für die Autogrammjäger und eine um Fotos zu machen:

Das ist Strecki:

Er hat mir vor Jahren mal im Gegenzug für N-Aufkleber einen schicken Schlüsselanhänger geschenkt (Paracord selbstgemacht). Der mir so gut gefallen hat, dass er inzwischen zum Motorradschlüssel aufgestiegen ist. Ich wollte mich immer mal extra bedanken, aber wie das so ist mit Snailmail, man weiß nicht mehr, wer einem was geschickt hat. Da war ich sehr froh, dass er mich angequatscht hat … “Ich weiß nicht, ob Du Dich noch erinnerst …”. Und wie ich mich erinnere! Vielen Dank nochmal :)

Und weil die kleine Welt klein ist, kennt er den Typen, dessen Auto ich am Freitag vorher hier erwischt habe (Stephan Süsens, krasses Projekt!).

Hat mich auf jeden Fall sehr gefreut den Strecki mal kennengelernt zu haben, das lag mir nämlich schon lange auf der Seele. Quasi jedesmal, wenn ich das Motorrad gezündet habe.

Ein anderer Kämpfer, über den ich mich immer freue, wenn ich die WEC besuche, ist Pierre Kaffer:

Immer fokussiert und leicht kantig - sehr angenehm im Vergleich zu den weichgespülten Werksfahrern. Obwohl man sagen muss, dass es bei der WEC noch geht - bei anderen Serien sind die Maulkörbe größer. Schade für Pierre, das sein Team ByColles im Rennen leider ausgefallen ist.

Das ist das Alpine Straßenauto, dass es bis zur Marktreife schaffen soll:

Porsche ist jetzt im 5.Stock im TÜV Tower untergebracht - dort war vorher BMW. Die VIPs dort werden ordentlich verwöhnt, selbst Mark Webber gibt sich die Ehre:

Dann wurde es aber Zeit für mich, die Startaufstellung unsicher zu machen - es sind zwar nur 20 Minuten, aber man trifft immer ein paar Gesichter und allen ist die Anspannung anzumerken. Die Tribünen bei Start und Ziel sind zu diesem Zeitpunkt auch randvoll mit Zuschauern - dazu das gute Wetter - alles perfekt.

Audi Sport und Marcel Fässler:

René Rast:

Dominik Kraihamer:

Und hier noch ein paar mehr Schnappschüsse aus der Startaufstellung:

Es war auch schön Roelant de Waard und Wolfgang Kopplin wiederzusehen - das letzte Mal hatten wir uns in Le Mans getroffen:

Wolfgang hat sich dann die Kamera geschnappt und auch für mich ein Erinnerungsbild geschossen:

Mark Lieb hatte ich mal nach seiner Le Mans Rolex gefragt, aber die hat er zu Hause gelassen - käm’ wohl nicht zu gut an beim Sponsor Chopard:

Die Tribünen pickepackevoll:

… aber hier ist noch ein Platz frei!

Na? Erkannt?

Doch dann ging es los - Einführungsrunde und fliegender Start.

Die Fotofenster der ersten Kurve waren zum ersten Mal limitiert, nur 16 Leute bekamen Zugang. Aber nur für die ersten 3 Runden - also für die Startbilder.

Für mich war das jetzt kein Drama - ich habe mich innerhalb der Arena aufgehalten - dort hat man viele Möglichkeiten und entsprechend habe ich mich ausgetobt. Wieder einmal mit der zierlichen 100D und dem Kit-Teleobjektiv, allerdings diesmal was das 16–35 L Objektiv als Weitwinkel mit dabei.

Aber trotzdem: der Preis für die kleinste Kamera geht wieder mal an mich!

Die Action auf der Strecke war gut und dank Ringradio war ich auch gut informiert mit Olli und Lars auf dem Ohr. Die beiden haben einen Super Job gemacht - vor allem weil die WEC ja nur einmal im Jahr vor Ort ist.

Hier ein paar Eindrücke von der Strecke:

Zurück im Fahrerlager habe ich auch die Rennleitung gefunden - damit keiner zu schnell fährt:

Vom Boxendach kann man auch ganz gut Fotos machen, wobei der Ausschuss bei 1/40s entsprechend hoch ist:

Es gab noch eine Karte zuviel für den Sp(i)rit of Le Mans Club - die gehen normalerweise für 700 Tacken über die Theke:

Da habe ich dann auch Pierre Fillon - den ACO Präsidenten - beim Pokémonspielen erwischt:

Roelant de Waard war wieder voll in seinem Element. An der Rennstrecke fühlt sich der VP von Ford Europa richtig wohl, denn privat setzt er einen Radical RXC Turbo ein in der Supercar Challenge. Der wird befeuert von einem 3,7L V6 Ford-Motor - na das passt ja. Eine GSX-R 1100 hatte er früher übrigens auch - guter Mann.

Die Gewinner der GT AM:

Was DER Kinderkram soll, erschließt sich mir allerdings nicht ganz - Richter-Lindner-Style vom Feinsten:

Dafür habe ich den FWD Porsche gefunden, der mir auch schon in Le Mans über den Weg gelaufen ist:

Nach dem Rennen werden die Autos teilweise noch einmal gründlichst untersucht - und zwar nicht erst, wenn ein Mitstreiter Protest einlegt, sondern generell. Also so, wie man es normalerweise auch erwarten würde:

Ich bin dann noch um die Autos rumgeschlichen - auch im Parc Fermé - und habe ein paar Details der geschundenen Kämpfer eingesammelt:

Das wird jetzt eine Weile dauern, bis wir die WEC in Europa wiedersehen, denn den Rest der Saison geht es nach Mexiko, USA, Japan, China und Bahrain. Der ACO sorgt jedoch immer für einen guten Livestream und über die offizielle App lässt sich das prima zuhause am TV anschauen. Vor Ort ist es ja immer schwierig alle Details gut mitzubekommen. Von daher freue ich mich auch schon auf das ein oder andere Rennen von zuhause.

FIAWEC | Mikebericht |


Dienstag, 12. April 2016

Jöckel Hilgeland gestorben.

Hans-Jürgen Hilgeland ist einer der VLN-Gründer und bei vln.de gab es erst eine knappe Meldung - dann ein einfühlsamer Rückblick mit dem Menschen im Mittelpunkt. Allerdings ohne weitere Erklärungen zu der tragischen Art und Weise seines Todes.

Die kann man bei Wilhelm Hahne nachlesen: eine im Oktober 2015 im Rhein bei Duisburg gefundene Leiche wurde jetzt erst als Hans-Jürgen Hilgeland identifiziert.

Er hat sich sehr um den Motorsport verdient gemacht und im N-Forum war er sogar auch eine Weile aktiv und hat sich in seiner offiziellen Funktion den Diskussionen gestellt.

Wilhelm Hahne und die VLN loben seine Taten für den Motorsport.

In aktueller Erinnerung habe ich ihn jedoch, als der Nürburgring ihn dringend gebraucht hätte. In der Richter/Lindner Era hat er sich bereitwillig den beiden angedient, ist Otto Flimm im März 2011 bei einer Pressekonferenz im Dorint mächtig in die Parade gefahren (habe ich ungläubig live miterlebt) und hatte auch die dilettantischen Performance Days mit zu verantworten, als Motorsport und Straßenverkehr geradezu abenteuerlich durcheinander gewürfelt wurden. In letzter Sekunde erst wurde zur Überraschung der Teilnehmer das Ganze als Trackday mit Haftungsausschluss deklariert (auch das habe ich seinerzeit ungläubig live miterlebt).

So macht jeder seine eigenen Erfahrungen mit den Mitmenschen und am Ende bleibt der Eindruck, den man zu Lebzeiten gesammelt hat.

Jöckel | Hilgeland |


Freitag, 04. März 2016

Wie Konzerne den Protest managen - und die Parallelen zum Nürburgring.

Spannende Lektüre rund um das Thema Lobby-Arbeit. Beim Lesen werden viele Gemeinsamkeiten deutlich, mit denen auch wir Nordschleifen-Kämpfer konfrontiert sind und wir haben - leider - in der Vergangenheit uns oft genug mit den Praktiken auseinandersetzen dürfen.

Einige Auszüge:

Der Lobbyist Ron Duchin, ein Kollege der damaligen Nestlé-Berater, unterschied in einer Rede 1991 vier Typen von Aktivisten: Radikale, Idealisten, Opportunisten und Realisten. Das Ziel müsse sein, Radikale zu isolieren, Idealisten zu Realisten machen und die Realisten zur Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu bewegen („co-opt the realists into agreeing with industry“) – die Opportunisten würden dann folgen.

Könnt Ihr Euch ja mal selber fragen, zu welcher dieser Gruppen Ihr gehört und wie man versucht, Euren Willen zu brechen.

Astroturf:

Es handelte sich also nicht um eine echte Bürgerinitiative, sondern um eine künstliche Initiative, die mit dem Begriff Astroturf beschrieben werden kann. „Astroturf“ ist eigentlich ein Markenname für Kunstrasen und bezeichnet die Imitation von Grassroot-Initiativen. Astroturf soll wie Graswurzeln, also Bürgerbewegungen von unten aussehen, ist aber künstlich.

Da fällt mir spontan die Freunde-des-Nürburgring Truppe ein, die von Hendrik Hering inszeniert wurde und immer noch aktiv ist.

Dialogfalle:

Die KritikerInnen werden beschäftigt, so dass sie für ihren Protest auf der Straße weniger Zeit haben. Sie müssen sich mit den Dialogangeboten auseinandersetzen und lassen sich dadurch mitunter spalten – in die, die mitreden, und die, die es nicht tun. Das Unternehmen gibt sich modern, offen und dialogbereit, was gerade auch in der Medienöffentlichkeit gut ankommt. Wer nicht am Dialog teilnehmen will, wird hingegen schnell als Verweigerer abgestempelt. Eine Dialogfalle schnappt regel- mäßig dann zu, wenn ergebnislose Gespräche hinter verschlossenen Türen geführt werden, um eine öffentliche Konfrontation zu umgehen und die Protestbewegung zu schwächen.

Nürburgring Beispiele? Jede Menge Runder Tische in Adenau, in Nürburg, am Ring - alle mit viel Aufwand, aber ohne Ergebnis - oder die Fan Diskussion mit Richter / Lindner, die damit die Communities umarmen und die Kritiker spalten wollten. Oder - ziemlich genau 1 Jahr her - als Malu Dreyer einen Termin mit Sabine und Christian hatte - Ihr erinnert Euch. Ganz großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes, denn Malu Dreyer hat sich als erstklassige Schauspielerin herausgestellt. Hat den Aktivisten die Zeit gestohlen und ihnen Hoffnung gemacht, während sie in Wirklichkeit auf einer komplett anderen Agenda unterwegs war, um später mit Sigmar Gabriel den Joaquin Almundia weichzuklopfen für den Verkauf an Capricorn.

Wollen wir bei der Übersicht aber nicht das peinlichste Beispiel vergessen, das Stefanie Hohn von der NAG seinerzeit krampfhaft als ganz normale PR Kampagne verkaufen wollte: der LOVE THE RING Aufkleber als Offensive gegen den SAVE THE RING Erfolg. Das war wirklich unterirdisch.

Trotzdem: alle diese Maßnahmen haben uns beschäftigt, verunsichert und aufgehalten. Man darf nie vergessen, dass gewaltige wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, denen unsere eher ethisch basierten Beweggründe völlig egal sind.

Doch mit ein wenig Detektivarbeit sind alle diese inszenierten Propaganda-Aktionen durchschaubar und verlieren, wenn sie schnell enttarnt werden, auch schnell ihre Wirkung.

Lobby | Astroturf | Dialogfalle | Protest |


Freitag, 15. Januar 2016

DEAG vs CNG Prozess

Die Rock-am-Ring-Nachfolge-Pleite, die mit Pauken und Trompeten im Gulli versenkt wurde, beschäftigt immerhin fleissig Anwälte und Richter.

Florian Zerfaß in WiWo bleibt am Ball.

Da stehen ein paar lustige Sachen drin, z.B. was einzelne Bands so an Gage aufrufen (Metallica für 2 Konzerte 7,3 Mio USD). Oder dass das große börsennotierte Unternehmen bei Künstler-Millionenzahlungen sich auf mündliche Absprachen oder Emails beruft.

Mich wundert nur wie Marek Lieberberg das überleben kann vor lauter totlachen.

DEAG | RockAmRing |


Mittwoch, 04. November 2015

Übrig Ns vom Mittwoch.

Den trollenden Sebastian Vettel find ich super.

Rad am Ring hat einen 3-Jahres Vertrag ausgehandelt. Termin nächstes Jahr: 29.–31.7.2016. Anmeldungen sind jetzt freigeschaltet, Preise wurden nicht erhöht. Das war nicht immer so friedlich.

Kai Richter - der Immobilienexperte mit 20 Jahren Erfahrung.

Ken Block macht Werbung für Unity Media. Gibt es schon länger, aber ist mir gerade aufgefallen, ich guck ja sonst nicht soviel Fernsehen. Bzw. Werbung.

Walter Eichin ist verstorben.

BOP Ärger in der GTE.

Jörg Ufer hat das N-Forum Tippspiel gewonnen. Jetzt hab ich ein Problem, denn der Gewinner bekommt das neue N24h Buch. Ihr wisst schon, das der Jörg Ufer geschrieben hat.


Sonntag, 30. August 2015

Mikebericht WEC 6h-Rennen.

Endlich wieder Autorennen - das war mein erster Rennstreckenbesuch für dieses Jahr! Das Tempolimit auf der Nordschleife hat mir kräftig den Spaß versaut - na gut, anderes Thema.

Dieses Wochenende war Le Mans Atmosphäre angsagt und das ist natürlich Rennsport genau nach meinem Geschmack. In Spa und Le Mans hatte ich die Serie schon mehrfach besucht und bin nie enttäuscht worden.

Am Ring habe ich zur Abwechselung mal Heimspiel und passend zur Eifel wurde ich direkt mal von einem Traktor begrüßt:

Aber auch Sonnenuntergänge wie diese sind Eifel und zusammen mit dem stylischen Setup der WEC ein großartiges Schauspiel:

Wie gewohnt hat Audi dicker aufgetragen als alle anderen und diesen Palast in das Fahrerlager geklotzt:

Und zur Vollendung der Romantik gab es am Wochenende sogar Vollmond:

Ich selber war Freitag und Samstag vor Ort. Während es am Freitag noch übersichtlich war und man sich gemütlich auch in der Boxengassen abends das Treiben angucken konnte, war es am Samstag schon richtig voll:

Und das, obwohl am Samstag nur eine Stunde morgens (Freies Training) und 20 Minuten nachmittags (Qualifying) die LMP zu sehen waren.

Auf den Zuschauerrängen ebenso wie im Fahrerlager:

Diese Audiwerbung wirkte irgendwie deplaziert:

Und erinnert auch daran, dass Audi nichts unternommen hat, um die Nordschleife vor dem Ausverkauf zu bewahren.

Und weil wir schon im alten Fahrerlager sind - hier ist die Webcam untergebracht:

Und Andre Lotterer’s sport quattro - hab ich ihn doch gefunden:

Adventure GmbH? Ich dachte das ganze verschachtelte Sub-Firmen Konstrukt sei aufgelöst? Das sind die Relikte der Zakspeed Rennfahrerschule, die den Nürburgring bzw. den Steuerzahler viel Geld gekostet haben:

Im Pressezentrum war ich froh zu sehen, dass Gustav Büsing würdig vertreten war. Hat mich positiv überrascht und eine schöne Ergänzung zu der Beerdigung in Oldenburg, wo ich einige bekannte Gesichter vermisst habe:

Aber nicht nur eine kleine Gedenkfeier, sondern sogar einen eigenen Baum - die Gustav-Büsing-Blutbuche - ist zu seinen Ehren gepflanzt (?) worden:

Der Jochen ist jetzt auch feuerfest, aber dass meine kleine Kamera mit ihrem billigen Kitobjektiv so weitwinkelig kann, damit hat er wohl nicht gerechnet ;)

Und so ein N im prall gefüllten Presseraum macht sich natürlich immer gut - Olli’s Berichte könnt Ihr hier lesen, wenn sie fertig getippert sind:

Als ich im Juni vorletztes Jahr zum ersten Mal alleine nach Le Mans gefahren bin nach unserer Radtour in 2012, war Lorens der erste, den ich im Fahrerlager gesprochen habe.

Da habe ich mich natürlich sehr gefreut, ihn am Ring wiederzutreffen. War sein erster Besuch in der Eifel!

Mit Franz Konrad lässt sich natürlich prächtig fachsimpeln.

Nicht nur, dass KCMG ein glänzend schönes Auto haben, sie haben auch beim 6h-Rennen die LMP2 gewonnen! Sind Gesamt 7. geworden hinter den Werks-LMP1.

So gemütlich sieht das Freitags abends in der Boxengasse aus - also wenn das nächstes Jahr wieder stattfindet und ihr mal nahe an die Autos kommen wollt, den Termin solltet Ihr mitnehmen:

Da wurden dann die letzten Vorbereitungen getroffen. Allerdings habe ich auch noch nie vorher gesehen, dass jemand Klebestreifen auf den Boden hämmert:

Markus Schurig war auch da - natürlich. Ein WEC Rennen lässt er sich nicht entgehen - von daher praktisch, dass mal eins in Deutschland stattfindet:

Ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihm zu diesem Artikel über die DTM zu gratulieren. Da hat er mal richtig ausgeholt und Wahrheiten ausgesprochen, die man so bisher nicht in der Zeitung lesen konnte:

“Wird sich die DTM jetzt ändern? Nein. Das primäre Ziel ist nicht Rennsport, sondern Marketing. Den Ansatz hat man so lange weitergedreht, dass man sich ziemlich weit vom Rennsport entfernt hat. Sportlichkeit ist das hübsche Gewand, in das sich die DTM kleidet. Blöd ist halt nur, wenn der Rock hochrutscht.”

Das passt gut zu diesem Text, den ich zu dem Thema geschrieben habe.

Grund war natürlich die Schieb-ihn-raus Nummer. Dass er sich mit so einem Text nicht nur Freunde macht, dürfte klar sein. Aber gerade deswegen bewundere ich seinen Mut und die Aufrichtigkeit, das gibt mir den Funken Hoffnung, dass vielleicht doch nicht alles verloren ist.

Die sport auto hat in der Industrie nach wie vor ein Standing und vielleicht ist das der Weckruf für ein paar Entscheidungsträger die aktuelle Sportlandschaft zu überdenken. Von DMSB über DTM bis hin zu GEZ.

Und falls jemand Dr.Wolfgang Ullrich in Moskau beim DTM Rennen vermisst hat - wo er ja Boxenverbot hat - hier ist er:

Die Pose passt. Vor seinem Audi-Palast trotzt er der öffentlichen Meinung und zieht gnadenlos sein Ding durch.

Das soll mir mal einer erklären: da wird jemand von dem deutschen Sportgericht verurteilt, während der DTM keine Boxengasse mehr betreten zu dürfen. Die Strafe ist übrigens rechsgültig, keine Revision eingelegt. Und zeitgleich tritt er bei einer anderen Rennserie auf, als wäre nichts passiert?

Das ist so, als würde man seinen Führerschein verlieren, aber nur für die Strecke, wo man zu schnell gefahren ist.

Andre Lotterer war am Ring voll in seinem Element. Rattenschnell und super geerdet - für jeden Zeit für ein Foto oder Schwätzchen. Und dann noch mit dem eigenen sport quattro angereist, was will man mehr. OK - gewinnen - da war Porsche dann doch schneller.

Die haben im Ringboulevard mal ein paar Gewinner ausgestellt, davon haben sie ja genug. Schöner Fuhrpark, angeführt vom diesjährigen Le Mans Sieger:

Wer nicht weiss, was DMG MORI so macht - die Infografik hilft:

Coole Frästeile, das liebe ich am Werkssport:

Ich wollte dann aber auch mal wissen, wie die Autos auf der Strecke abgehen und habe mir die Dunlopkehre ausgesucht. Waren auch ein paar Zuschauer da:

Aber die T8 (Dunlopkehre) und T9 (Schumacher S) waren leider zu:

Verstehe ich nicht - sind die baufällig oder was? Gerade das Schumacher S halte ich mit diesen schnellen Autos für einen der besten Zuschauerpunkte.

Erinnert Ihr Euch noch an das alte Logo? Hier ist es:

Da war die Welt noch in Ordnung.

Anders als beim Einchecken, da wurde man nämlich in die Akkreditierungsstelle der Kai-Richter-Dorfkulisse gezwungen:

Überhaupt fällt auf, dass an vielen Stellen der Lack ab ist:

Wie war das noch mal mit den Premiummarken auf der Flaniermeile? Die Träumerei ist jetzt in der Realität angekommen:

Warum ist denn in der Retti-Außenstelle das Presse abgeklebt? Haben die Fotografen versucht sich da zu akreditieren? Werde ich wohl hoffentlich beim nächsten Mal Tanken erfahren :)

Widerwillig bin ich auch mal in den Boulevard, eigentlich nur um ein paar Fotos mitzubringen. Neudeutsch heißen die Imbisse da jetzt Food - ich musste an den Begrüßungstraktor denken:

Beim Tritt in den Allerwerten läuft alles höflich ab mit Bitte und Danke:

Welches Verständnis?

Selbst bei Mertens gibts es Food. Aber auch Nachwuchs - Glückwunsch an den schnellen Mario mit dem Vorschlaghammerhändedruck! Alle gesund und munter und die kleine Familie ist jetzt zu Viert!

Der Ringroster - hier das Beweisbild:

Lack ab oder Patina?

Kreativer Kabelkanal:

Das ist die Müllenbachschleifen-Kurzanbindung.

Was machen eigentlich diese grünen Säulen da? Von der F1 übriggeblieben?

Ich hab dann auch mal die Reifenstapellackiererei gefunden:

Auf der Strecke sehen die LMP super aus, sind ja auch mächtig schnell und vielseitig mit den unterschiedlichen Konzepten. Aber aus manchen Perspektiven sind sie auch grottenhässlich. Die Lackierung kaschiert da einiges, aber stellt den Euch mal in einer anderen Farbe vor - und guckt mal wo der Fahrer sitzt:

Dass ein Rennauto mit Platten in die Rettungsstrasse abbiegt, kommt wohl auch eher selten vor:

Da waren die Fotografen verdutzt - um mit der großen Brennweite drauf natürlich auch leicht überfordert ;)

FCY - Full Course Yellow:

Dann müssen alle 80 fahren, das soll das Safety Car ablösen.

Keep Fightig Michael:

Habt Ihr an dem Audi mal die Rückspiegel gesehen? Krass:

Das Qualifying habe ich mir vom 6.Stock des TÜV Tower angeschaut. Und mich gewundert, dass einige die NGK Schikane (Motorradvariante) im Adenauer-Forst-Stil genommen haben:

Und so kommt zusammen, was zusammen gehört: Radio Le Mans und 87,7 Ringradio mit Lars und Olli. Daran könnte ich mich gewöhnen!

Unter’m Strich eine Mega-Veranstaltung, man hat gemerkt, dass die Mannschaft am Ring alle Register gezogen hat, damit es ein Erfolg wird. Das mächtige Zuschauerinteresse wird für die Anstrengungen entschädigen - ich hoffe es sind sich alle einig, dass das nächstes Jahr fortgesetzt werden muss! :)

Bei so einer sonnigen Paradeveranstaltung denkt natürlich jeder, dass es mit dem Ring wieder aufwärts geht. Aber realistisch betrachtet ist der Komapatient immer noch zwangsbeatmet und die Heilungschancen sind nicht vorhersehbar.

Oder wisst Ihr, wer aktuell Besitzer ist? Was aus den Gerichtsprozessen zwischen den jetzigen Geschäftsführern wird? Wer hinter dem russischen Konsortium steckt, wenn schon der Vorzeigekopf selber Oligarch ist? Wie der Prozess beim Europäischen Gericht ausgeht? Und wann?

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Samstag, 18. Juli 2015

3 Jahre Nürburgring Insolvenz.

Heute vor 3 Jahren hat Kurt Beck die Nürburgring GmbH der Insolvenzverwaltung zum Fraß vorgeworfen. Und wie sie den Ring seitdem ausgeweidet haben!

Florian Zerfaß hat die komplexen Vorgängen seit dem traurigen 18.Juli 2012 noch einmal so übersichtlich wie möglich zusammengefasst:

Der Nürburgring in lähmender Starre

Da sind einige neue brisante Informationen dabei:

  • Zwischen Getspeed (20% Anteil) und Charitonin / Russenholding (80%) laufen aktuell etwa 10 Gerichtsprozesse.

  • Insolvenzer Schmidt streicht wohl Monat für Monat 17.850 Euro ein. Wohlgemerkt: aus der Insolvenzmasse. Für was eigentlich?

  • Die Hintermänner der russischen Holding sind nach wie vor unbekannt, aber es gibt im Aufsichtsrat einen Platz für einen gewissen Andrej Osipov - nie gehört den Namen, aber wie man lesen kann kein Unbekannter in Oligarchenkreisen.

Ich bin froh, das Florian am Ball bleibt. Sein umfangreiches Hintergrundwissen steigt immer weiter und er hält auch mit Wertungen nicht hinter’m Berg. Davon profitiert man als Leser auf der Suche nach einer eigenen persönlichen Meinung.

Wobei mir Kai Richter viel zu gut wegkommt - für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man seine Cleverness perfide zur Mehrung des persönlichen Wohlstandes einsetzt oder ob man sein Geld eben ehrenhaft verdient, ohne ein Schlachtfeld zu hinterlassen.

Natürlich bleibt mir nicht verborgen, dass in unserer heutigen Gesellschaft die hemmungslose Gier kein gesellschaftlicher Makel mehr ist - aber meine Werte sind das nicht. Glücklicherweise habe ich besonders auch durch den Ringk(r)ampf viele wertvolle Menschen kennengelernt, die das Herz am rechten Fleck tragen. Für mich stellt ein aufrechter Charakter jedes Bankkonto in den Schatten und ich empfinde es als große Ehre Seite an Seite mit Gleichgesinnten dem Kampf um den Erhalt der Nordschleife ein Gesicht zu geben.

Wie ist der Nürburgring eigentlich in die katastrophale Situation gekommen, in der er sich heute befindet?

Die Wurzel allen Übels ist die Entscheidung Ende 2007 die Erlebnisregion an die Rennstrecke zu betonieren.

Schon die damals offiziell veranschlagten 215 Mio € hätten den Ring in ein fatales Schuldengrab gestürzt - in Wirklichkeit lag die Gesamtsumme eher 3x so hoch! Damit war die Insolvenz von Anfang an besiegelt, denn alleine die Zinslast war unmöglich zu erbringen.

“Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.”

… habe ich vor 3 Jahren geschrieben, als die Insolvenz bekanntgegeben wurde.

“Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.”

Ich stehe felsenfest hinter meiner damals niedergeschriebenen Meinung, lest Euch den Text vom 17.Juli 2012 gerne noch einmal in Ruhe durch:

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Und lässt man die jetzt zusätzlich vergangenen 3 Jahre ebenfalls Revue passieren - so wie es Florian in seinem Artikel akribisch gemacht hat - dann stellen wir fest: es wird immer schlimmer, je länger es dauert.

Wann erreichen wir endlich die Talsohle?

Ich wage es nicht zu prognostizieren. Ich fürchte jedoch wir können uns noch nicht vorstellen, wie weit es noch bergab gehen wird.

Ich bin von Natur aus Optimist - sehe immer das Gute in Ereignissen - egal was passiert. Aber am Ring bin ich am Ende mit meinem Optimismus. Die Faktenlage ist zu erdrückend, als dass man sich vormachen könnte, es würde bald wieder aufwärts gehen.

Die erste Jahreshälfte ist vorbei, doch mein erster Ringbesuch für dieses Jahr muss erst noch stattfinden. Selbst wenn HJS in der Fahrerbesprechung das Tempolimit salopp für den Rest der Saison ausruft gibt es niemanden, der ihn mal nachhaltig einnordet. Die zweck-pragmatische Lass-uns-so-weitermachen-als-wäre-nichts-passiert Atmosphäre stinkt zum Himmel - aber alle so: “Ich rieche nichts!?

Ein kleiner Lichtblick ist der neue 3-jährige VLN-Vorvertrag, der dem emsigen Karl Mauer zu verdanken ist. Wenn man dann jedoch liest, wie sehr der ADAC bemüht ist seinen Machtanspruch durchzusetzen, dann bekommt man sofort wieder Bauchschmerzen.

Aber es würde mich freuen, wenn sich die VLN endlich emanzipiert und auch strategisch den Ton für den Motorsport auf der Nordschleife angibt - anstatt sich wie in der Vergangenheit vor den Kommerzkarren des N24h ADAC Nordrhein spannen zu lassen. Dafür sollten wir Karl Mauer die größtmögliche Rückendeckung geben.

Der Nordschleife stehen schwere Zeiten bevor - deshalb hat sie unsere Unterstützung nötiger denn je. Was vor 3 Jahren passiert ist, ist heute schon Geschichte - so wie unsere Handlungen, die wir heute anstrengen, bald auch als Geschichte festgeschrieben sein werden.

Save The Ring!

Insolvenz | WiWo | Zerfaß |


Montag, 19. Januar 2015

Ex-Bürgermeister Hilleke vom Biggesee macht Karriere.

Erinnert Ihr Euch noch an Wolfgang Hilleke? Der damals in Attendorn das Richter-Lindner-Biggesee Projekt so wohlwollend durchgewunken hat? Den sie dann als Bürgermeister bei der nächsten Wahl rausgekantet haben?

Ratet mal, wo der jetzt angestellt ist. Kommt Ihr nie drauf:

“Attendorns ehemaliger Bürgermeister Wolfgang Hilleke hat eine neue Aufgabe gefunden. Ein gutes halbes Jahr nach seiner Abwahl im Mai 2014 wechselt er in die Geschäftsleitung des Düsseldorfer Unternehmens LIM (Lindner Investment Management GmbH).”

Steht in einem unglaublich unkritischen Artikel der Westfalenpost (Printausgabe) von heute. Kein Wort über die damals so geschmeidige Geschäftsanbahnung für Richter/Linder am Biggesee.

(Danke für den Artikel Steffen.)

UPDATE:

Gibt’s auch Online.

Tags: Hilleke | Attendorn | KaiRichter | JörgLindner | Biggesee |


Dienstag, 13. Januar 2015

Urs Barandun fehlt, Richter droht mit Haftbefehl.

Heute war Prozessauftakt für Urs Barandun, aber der hat sich entschuldigt. Verteidiger kam auch keiner, hat aber eine Email geschickt vom Car Crash Service. Haha!

Seine Fa. hieß auch mal Wundervermögensverwaltung auf Deutsch.

Der Richter meinte jedenfalls, wenn er beim nächsten Mal auch fehlt, dann gibt’s Haftbefehl. Hier die Details.

Tags: UrsBarandun | Barandun | Ringprozess | Prozess |


Johannes Stuck versteht die Welt nicht mehr.

Was haben denn auf einmal alle gegen seinen tollen Papa Strietzel Stuck?

Auf Facebook (bzw. für die FB Verweigerer hier als Text kopiert):

“Das Thema dieses Beitrags ist die angespannte Situation rund um den Nürburgring, da wir besonders viele Nachrichten und Beiträge in diesem Zusammenhang erhalten. Viele dieser Nachrichten und Beiträge kritisieren uns persönlich und besonders meinen Vater Strietzel Stuck in Bezug auf ein mangelhaftes Engagement für die Rettung des Nürburgrings.”

Soweit stimme ich da ja noch zu, aber dann wird’s ziemlich haarsträubend:

“(..) nur sehr wenig Zeit geblieben ist, mich mit der Thematik und den aktuellen Geschehnissen zu beschäftigen und somit wäre jeder Kommentar unfundiert und ”Klugscheisserei“.”

“(..) Fakt ist jedoch, dass es keinem gelungen ist diese Rennstrecke profitabel und wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben.”

Das ist gelinde gesagt Bullshit. Dazu reicht ein Blick in die historischen Bilanzen. Ohne F1 Zuschüsse und Kafitz Experimente war die Nürburgring GmbH ein gesundes und profitables Unternehmen.

“Ich kann mir leider kein Szenario vorstellen und mir wurde auch noch nie eines vorgelegt, welches den Fortbestand des Nürburgrings sichert (..)”

Noch so ein nächste Klopper.

“(..) Das Schicksal des Nürburgrings liegt aus meiner Sicht nicht alleine in den Händen des nächsten Betreibers, sondern in den Händen der Macher des Motorsports, um die Ränge wieder zu füllen und die Begeisterung für den Motorsport wieder aufleben zu lassen.”

Dieser Zusammenhang erklärt sich mir nicht - der Nürburgring ist ausgebucht!

“Ich freue mich wirklich, wenn Ihr Eure Meinung und Gedanken teilt, mich und meine Ansichten kritisiert, ergänzt oder teilt, (..)”

Na aber immer doch! :)

Ohne das Beck°Werk und Aussaugen durch Richter/Lindner - unterstützt von den Stucks! - wäre der Ring gesund und munter wie eh und je.

“Zum Schluss möchte ich jetzt noch eine Lanze für meinen Vater brechen, der sich dessen sehr bewusst ist, was er dem Sport und der Nordschleife zu verdanken hat und nach bestem Wissen und Gewissen handelt. Um Prozesse anzuschieben und Missstände zu ändern zählt nicht die Lautstärke der Botschaft, sondern der Inhalt!”

Jau.

Hier mal ein Beispiel von bestem Wissen und Gewissen. Und hier, und hier, und hier, und hier, und hier, …

Tags: Stuck | Strietzel | Ringverkauf |


Mittwoch, 07. Januar 2015

Ermittlungen gegen Kai Richter eingestellt.

Das hat die Staatsanwaltschaft am 23.12. bekanntgegeben (Link Kopie).

Gibt es ein besseres Datum, um eine Entscheidung sang- und klanglos untergehen zu lassen?

Begründung vom Oberstaatsanwalt Kruse: alle Mittel wurden zweckgebunden eingesetzt und überhaupt sind die Verantwortlichen des Landes immer im Bilde gewesen:

“…, dass sämtliche zweckgebundenen Mittel ihrer Zweckbestimmung durch die RIM entsprechend eingesetzt worden sind.”

“…, dass die Verantwortlichen auf Seiten des Landes und seiner Gesellschaften über die tatsächliche Verwendung der „stillen Beteiligungen“ umfassend unterrichtet und auch einverstanden waren …”

“… den Verantwortlichen auf Seiten des Landes und ihrer Gesellschaften die zugrunde liegenden Vertragswerke in allen Einzelheiten bekannt waren …”

Tags: KaiRichterStaatsanwaltStaatsanwaltschaft | Untreue | Insolvenz | Mediinvest | Ringverkauf |


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das nützt doch nichts.

Hör ich öfter.

Na dann gucken wir doch mal:

  • Finanzminister Deubel zurückgetreten

  • Kafitz fristlos entlassen

  • Untersuchungsausschuss

  • EU Beihilfeverfahren

  • Ministerpräsident Kurt Beck zurückgetreten

  • Richter/Lindner gekündigt

  • Deubel zu 3,5 Jahren Knast verurteilt

  • Kafitz zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt

  • 5 Minister (von insgesamt 8) ausgewechselt

  • … und jetzt steht die Regierung mit dem Rücken an der Wand.

Da soll mal einer nochmal sagen: Das nützt doch nichts.

Muss man sich mal von der Dimension her reinziehen, gab es in D vorher noch nie. Lasst Euch nicht einreden das sei Kinderkram - das ist eine ausgewachsene Katastrophe. Wird nur absichtlich verniedlicht.

Fehlt nur noch das Happy End, dafür müssen wir aber kräftig die Ärmel hochkrempeln - freiwillig werden die das Feld nicht räumen, soviel ist klar.

Jede Kleinigkeit zählt, daher schreibt bitte an die EU Kommissarin.

Wenn das Fass voll genug ist, reicht ein einziger Tropfen, um es überlaufen zu lassen.

Und vielleicht bist Du dieser einzige kleine Tropfen der noch fehlt.

Tags: KafitzDeubel | InsolvenzRingverkauf |


Sonntag, 07. Dezember 2014

Strietzel Stuck kaum zum Aushalten.

Hans-Joachim Stuck - Ihr wisst schon, das ist der, der beim 24h-Rennen auf einem Richter-Lindner-Lamborghini gefahren ist und zum Dank die beiden in der F1 Live-Übertragung als “tüchtige Unternehmer” beschrieben hat - möchte mal eben die Nürburgring-Geschichte umschreiben.

Auf die Frage in seinem Gästebuch (Link/Screenshot), warum er sich nicht für die Nordschleife stark macht:

“(..) Sie können aber sicher sein dass ich an vielen Lösungsvorschlägen aktiv mitgearbeitet habe und auch weiterhin mitarbeiten werde. (..)”

Stimmt:

Wir sind an Dreistigkeit ja schon viel gewohnt von unseren Politikern, aber Strietzel setzt da ganz entspannt noch einen obendrauf.

Im Januar hatte er sich zu dem Thema schonmal geäußert:

wir hätten ja alle keine Ahnung.

Tags: Stuck | StrietzelRingverkauf |


Samstag, 29. November 2014

Mikebericht von SWR4 Klartext in Adenau.

Gestern - am Donnerstag - gab es eine Live Radiosendung von SWR4 unter dem Titel Klartext.

Ich hatte im Vorfeld kein gutes Gefühl, denn wir hatten vor 18 Monaten diese Sendung schon einmal - damals in Nürburg - und das war eine sehr peinliche Geschichte.

Um es vorwegzunehmen: diesmal war es eine gute Veranstaltung. Moderator Thomas Meyer hat zwar - wie auch in der 1.Ausgabe - deutlich Partei ergriffen, aber es war so offensichtlich, dass es jedem bewusst wurde. Quasi eine gute Schulung zur Meinungsbildung! Denn normalerweise kommen solche Beeinflussungen viel subtiler daher.

Wilhelm Hahne und Christian Menzel haben einen ganz starken Job gemacht auf dem Podium, während die Vertreter von SPD (Marc Ruland) und Grünen (Nils Wichmann) sich bis auf die Knochen blamiert haben.

Von der CDU war Alexander Licht gekommen - die Opposition hat es in RLP wirklich nicht einfach, aber er hat sich nicht provozieren lassen und ist sachlich mit der Diskussion umgegangen.

Hier könnt Ihr Euch die 2 Stunden komplett anhören:

youtu.be/iAmyK_3Alxo

UPDATE:

Hier auch der Link zur SWR Mediathek inklusive Video.

Ich bin dankbar, dass ich auch zu Wort kommen durfte. Das ist keine Selbstverständlichkeit, immerhin hat man mir den Vorzug gegeben vor den Nisiussen und Sattlers dieser Welt. Bei 1h 24:55 geht’s los, wer will kann über diesen Link direkt dort hinspringen bzw. hier direkt anschauen:

youtu.be/_LBaP-pS2Fs

Die Halle in Adenau war gut …

… und schwergewichtig ;) besucht:

Das Moderatorenteam Steffi Lingscheidt und Thomas Meyer:

Das ist Marc Ratlos Ruhland aus Andernach. Seine Gesichtsfarbe war ziemlich schnell ziemlich weiß und er hatte ein Dauerabo auf am-liebsten-im-Erdboden-versinken:

Zwischendrin hat er immer wieder in seinen Notizen gekritzelt - aber das ändert alles nichts an seinem Totalausfall.

Jetzt könnte man sagen: och, der arme Kerl. Voll ausgenutzt von den SPD Hyänen, haben ihn der Meute zum Frass vorgeworfen.

Auf der anderen Seite möchte ich aber zu bedenken geben: dieser Junge Mann Mensch ist MdL - bei 101 Abgeordneten und 4 Mio RLP’ern vertritt er sage und schreibe 40.000 Leute. Das ist 3x die VG Adenau. Also bitte kein Mitleid - bei soviel Verantwortung sind Könner gefragt und keine Loser.

Obwohl das Ganze ab und zu auch seine komischen Momente hatte:

Der Ernst der Lage war aber allen klar - Christian’s Schild hat die letzten Zweifel ausgeräumt:

Bei Uli Adams muss ich sagen: Respekt! Das hätte ich nicht erwartet: klare Ansage von dem RZ-Mann aus der lokalen AW Redaktion, hat passend zum Abend tatsächlich Klartext geredet.

Da stellt sich für mich dann zwangsläufig die Frage: warum liest man solche Töne nicht in der Rhein-Zeitung?

Auch Hanna Breuer verdient Respekt: morgens eine Elbogen-Operation über sich ergehen lassen und abends die Nordschleife verteidigt!

Wilhelm Hahne hat dann - zur Überraschung des Moderators - unsere sogenannte Demokratie in Frage gestellt:

Ihr könnt das auch nochmal genauer in seinem Eintrag von heute nachlesen.

Ich weiß aus Gesprächen, dass es inzwischen vielen Leuten genauso geht wie mir: das Vertrauen in die Politik ist komplett aufgebraucht. Die Erwartungshaltung ist inzwischen so weit, dass man von Vorteilsnahme und Verbrechern ausgeht und eher überrascht ist, wenn man mal eine fähige Person in der Politik trifft. So weit sind wir schon.

Die Fraktion “Begossene Pudel” durfte nicht fehlen, hier in Gestalt der Bürgermeister Hoffmann (Stadt Adenau) und Nisius (VG Adenau):

Einmal kam während der Sendung das abgegriffene “Jatzt muss doch mal Ruhe einkehren” zur Sprache und die beiden waren unterstützt von Peter Nett tatsächlich die Einzigen, die zum Klatschen angesetzt haben. Was sie dann natürlich schnell wieder sein gelassen haben, als keiner mitklatschen wollte.

Das war für mich so ein Schlüsselmoment, dass ein Umbruch stattgefunden haben könnte. Ich bleib mal vorsichtshalber im Konjunktiv. Aber wenn jetzt die Adenauer ihren Kommunalpolitikern klarmachen, dass sie gefälligst zu kämpfen haben, statt sich mit Milliardären zu treffen oder aus Ja zum Nürburgring auszutreten, dann wäre das zwar spät, aber trotzdem erfreulich.

Hintergangen von den Politikern war es dann wieder am Volk die Stimme zu erheben, Dieter Weidenbrück zum Beispiel, der das Thema Stiftungsmodell in’s rechte Licht gerückt hat.

Mein persönliches Highlight war gegen Ende Alexander Kraß, der den taumelnden Marc Ruland endgültig k.o. knockte. Die Vorgeschichte war, dass Christian Menzel ihm eine glatte 6 gegeben hat für die moralischen Abgründe, die seine SPD vorführt und Marc Ruland meinte entgegnen zu müssen, dass es ihm nicht zustehe Noten zu verteilen. 90 Minuten später stellt sich der Alex als Lehrer vor - legitimiert Noten zu verteilen - und vergibt hochoffiziell die glatte 6 noch einmal. Da war der Saal am Toben - man freut sich inzwischen über jede noch so kleine Genugtuung.

Dieser Marc Ruland übrigens, der Christian Menzel das Recht absprechen will über ihn nach Noten zu urteilen, studiert seit 12 Jahren. In Worten: zwölf. Das sind 24 Semester. Kann man auf seiner Homepage nachlesen. Zitat: “Uni Bonn, Abschluss avisiert”.

Keine weiteren Fragen.

Dank Social Media gibt es natürlich schon jede Menge Rückmeldungen, z.B. diesen lesenswerten hier von Christoph Brune oder die Kommentare bei WsN.

Nach meinem Auftritt meinte ein Ur-Eifler zu mir: “Sie haben mir voll aus der Seele gesprochen - vielen Dank dafür!“ Da war ich sehr gerührt und dankbar für die Rückendeckung, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Bisher fühlte ich mich eher so wie der Revoluzzer, den man besser zurückpfeift, statt ihn zu unterstützen. Also in Adenau jetzt, nicht in Nürburg.

Als die Sendung vorbei war habe ich mich zu diesem Statement hinreissen lassen:

“Was man einmal einem Eifeler antut, das merkt der sich für’s ganze Leben.”

… das ich aber auch wirklich so meine. Wenn ich die gestrige Veranstaltung mit meinem bisher einzigen anderen Besuch in der Hocheifelhalle vergleiche - nämlich Hendrik Hering’s Vorstellung des Richter-Lindner-Vertrages im März 2010 - dann war da gestern doch einiges mehr an Stimmung. Und das wird noch mehr Stimmung, wenn die Folgen des katastrophalen Ringverkaufs bei den Leuten ankommen. Und das werden sie.

Occupy Nordschleife empfiehlt Malu Dreyer schonmal den Helm anzuziehen, denn der Widerstand nimmt Fahrt auf.

Tags: SWR4 | KlartextHocheifelhalle | Ringverkauf |


Sonntag, 23. November 2014

SWR 4 Klartext wieder am Ring.

Die glauben anscheinend wir hätten das Schauspiel vor 18 Monaten schon vergessen (damaliger Mikebericht und kompletter Mitschnitt).

Am meisten hat mich damals geärgert, wie sie Otto Flimm abserviert haben und wie die Moderatoren statt neutral zu begleiten die Diskussion massiv beeinflusst haben.

Die neue Sendung ist für nächsten Donnerstag geplant (27.Nov, 19–21 Uhr, Adenau Hocheifelhalle).

Das Podium lässt leider wenig hoffen: 3 x Politiker und der Axel Heinemann. Die SPD hatte zuerst Carsten Pörksen geschickt, aber der hat wohl zuviel Schiss vor den Versprengten. Jetzt kommt für ihn Marc Ruland - komplett unbedarft was den Ring angeht und auch aus Andernach wie Clemens Hoch.

Leider niemand, der die Bevölkerung, die Anwohner, die Unternehmer, die Sportler und Rennfahrer, die Veranstalter, die Historiker, die Anhänger der Nordschleife, die Gegner des Verkaufes oder andere Betroffene vertreten dürfte.

Ich werde trotzdem da sein und versuchen ausreichend Redezeit zu bekommen und es wäre natürlich gut, wenn der Verkaufsprotest gut hörbar vertreten ist - das ist eine Radio Livesendung.

Die laufen dann wieder mit Mikrofon rum und dann “darf man Fragen stellen”. Nur damit die Rollenverteilung schonmal vorab geklärt ist - das an sich ist ja Frechheit genug.

So soll unsere Lautstärke kleingehalten werden. Hendrik Hering hat es längst nicht mehr nötig, irgendeinen Dialog einzugehen - da wird dann auf Facebook großzügig gesperrt. Das kann der Landesverband der SPD inzwischen auch ganz gut, sperrt Kritiker einfach aus. Oder lässt die Polizei auffahren, wenn man ihnen zu nahe auf die Pelle rückt.

Wenn wir uns diesen Umgang gefallen lassen, dann haben wir es auch nicht besser verdient. Ich warte ja noch auf den Tag, wenn Adenau geschlossen auf den Putz haut. Aber der Guido Nisius trifft sich lieber mit dem Milliardär Chartonin, damit kein Zweifel an seiner Demut aufkommt.

Manchmal habe ich den Eindruck, die VG Adenau sehnt sich den Feudalismus aus dem Mittelalter zurück - die Zeichen dafür stehen aktuell ganz gut.

Das letzte Mal in der Hocheifelhalle war ich übrigens an jenem traurigen Tag, als Hendrik Hering versucht hat, die Richter-Lindner-Verpachtung zu verkaufen.

Tags: Klartext | SWRKlartext | Hocheifelhalle |


Freitag, 31. Oktober 2014

Lass sie doch erstmal machen!

Dieser Satz wird in die traurige Nürburgring-Geschichte eingehen, wie kein anderer. Er wird vorzugsweise von den Leuten benutzt, die zu bequem sind sich zu engagieren und damit gegenüber sich und anderen rechtfertigen zu können, die Hände in den Schoß zu legen.

  • Als Kafitz seine hochtrabenden Pläne zum Freizeitpark vorstellte: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Bagger anrückten und den Ring auf links gedreht haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Begriffe “Eifeldorf” und “Grüne Hölle” vereinnahmt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Richter/Lindner die neuen Pächter wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Kastelruther Spatzen als Musikhighlight präsentiert wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als die Insolvenzverwalter das Ruder übernommen haben: Lass sie doch erstmal machen.

  • Als Capricorn/Getspeed als neue Eigentümer vorgestellt wurden: Lass sie doch erstmal machen.

  • Und sogar jetzt - ein russischer Oligarch: … naja, Ihr wisst schon.

Ich hab sie nicht machen lassen und mir manches Mal die Finger verbrannt. Sie waren sich nichtmal zu schade mich vor den Kadi zu schleppen, um mich zu beeindrucken.

Ich kenne den Ring - und Ihr kennt ihn auch - wir wissen schon selber, was ihm guttut und was nicht. Es lohnt sich zu kämpfen und auch wenn sich Abgründe aufgetan haben - ich habe auch viele ehrenwerte Menschen kennen und schätzen gelernt, an deren Seite es sich lohnt zu kämpfen. Zu kämpfen gegen die Vergewaltigung unseres geliebten Asphalts - aber immer mehr auch gegen das System, für das das gemeine Volk nur noch unbequemer Gegner zu sein scheint.

Mit RLP haben wir es besonders schlimm erwischt, der Schein der Demokratie kann nur noch mit Ach und Krach und viel Propaganda made in Mainz aufrechterhalten werden. Doch es gibt keinen Grund aufzugeben. Jetzt heißt es erst recht die Reihen zu schließen und den Mainzer-Möchtegern-Monarchen amtlich den Allerwertesten aufzureissen.

Wir sind zwar nur das gemeine Volk, aber wenn wir wollen sind wir Viele und wir können verdammt unbequem werden. Empört Euch, seid laut, frech - kämpft gegen die Propaganda mit allen Mitteln, die Euch zur Verfügung stehen!

Wir werden verarscht nach Strich und Faden und wir haben allen Grund der Welt wütend und zornig zu sein.

Und wir können jederzeit stolz in den Spiegel schauen, denn wir lassen sie eben NICHT erstmal machen!

15.November: Mainz! #Mainz15Nov


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der traurigste aller Nordschleifen-Rekorde.

Der Verkehr bei den Touristenfahrten wird immer dichter und die Geschwindigkeiten immer schneller. Richter/Lindner haben die Profitmaximierung eingeleitet zu Lasten der mühsam erarbeiteten Sicherheitsmargen.

Ergebnis:

“Die Polizei befürchtet in diesem Jahr einen neuen Unfallrekord am Nürburgring. Bis jetzt hat die Dienststelle in Adenau schon 120 Unfälle aufgenommen. Vor drei Jahren waren es im ganzen Jahr nur sechs mehr.”

Na DAMIT konnte ja wirklich niemand rechnen.

Eines sollten allen klar sein: sind die Touristenfahrten erst einmal weg, bringt sie keiner mehr zurück.

Tag: Touristenfahrten


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Jede Menge Versprechungen.

So haben Kai Richter und Jörg Lindner am Nürburgring auch mal um die Wette gegrinst und Versprechungen gemacht. Jetzt liegt alles in Trümmern.

Tags: KaiRichterJörgLindnerFleesensee


Mittwoch, 08. Oktober 2014

Das Richter/Lindner Duo ist wieder da.

Zum Glück weit weg.

Der Bürgermeister vor Ort “hofft jetzt, dass die neuen Eigentümer nicht nur verwalten, sondern auch investieren.”

Hahaha, der war gut! Wie wär’s mit Auspressen wie eine Zitrone?

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Mittwoch, 01. Oktober 2014

EU Kommission segnet Nürburgring- und Nordschleifen-Verkauf ab.

Jetzt hat es Almunia also doch geschafft, als eine seiner letzten Amtsaktionen den Ringverkauf durchzuboxen:

Die Kommission stellte fest, dass das Verfahren offen, transparent und diskriminierungsfrei war und die Veräußerung zum Marktwert erfolgte.

Immerhin haben sie nicht geschrieben: Die Kommission hat geprüft, dass …, weil dann wären sie zu einem anderen Schluss gekommen. So haben sie einfach nur die Darstellungen der Verkaufsbeauftragten Lieser & Schmidt übernommen, aus denen sie das dann festgestellt haben.

Erstaunlich, dass die wirtschaftliche Kontinuität explizit ausgeschlossen wurde:

Dabei legt die Kommission unter anderem folgende Indikatoren zugrunde: Gegenstand der Veräußerung (Aktiva und Passiva, Fortbestand der Belegschaft, gebündelte Aktiva), Kaufpreis, Identität des/der Erwerber(s), Zeitpunkt der Veräußerung und die ökonomische Folgerichtigkeit der Transaktion. Im Falle des Nürburgrings bestand offenbar keine wirtschaftliche Kontinuität.

Doch, das ist doch genau das Problem.

Die EU hat das Unmögliche möglich gemacht und den Weg geebnet, dass zum ersten Mal seit ihrer fast 90-jährigen Geschichte die Nordschleife in Privatbesitz verschoben wird. Volksenteignung vom Feinsten und ein sehr trauriger Tag für alle Nordschleifen-Freunde.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Kaufpreis gezahlt wird. Obwohl - da lässt sich bestimmt noch was machen - bzw. justieren, wenn es klemmt. Und ob es klemmt!

Das werdet Ihr so übrigens nirgendwo in den Nachrichten zu hören bekommen, dass weltweit einmaliges Kulturgut in Privathand verscherbelt wird. Man weiss ja, was sich gehört. So werden wir Zeuge, wie das heutzutage läuft: die Regierung will nichts weiter als die liebgewonnene Macht erhalten, was mit dem Nürburgring passiert, ist ihr völlig egal.

In Mainz finden sie deshalb den Verkauf auch total super, die Region könne aufatmen und man hätte Planungssicherheit.

Malu Dreyer:

Am Nürburgring können wir den Weg, den wir beschritten haben, weitergehen und das ist auch ein gutes Zeichen für die Region.

Auch mit meinem Kommentar Richtung Doktortitelsammler Schmidt hier habe ich richtig gelegen.

Gestern im Interview:

"Tatsache ist, dass die unterlegenen Bieter bei uns angefragt haben, ob man ein Gespräch führen könnte, um ihnen die Gelegenheit zu geben, noch einmal ihre rechtliche Position darzulegen. (..) Herr Lieser ist hingefahren und hat sich die Positionen angehört. Punkt - und das war’s. (..) Aber das war auch der einzige Grund, warum Herr Lieser hingefahren ist.

(Hervorhebung von mir.)

Heute in der Rhein-Zeitung von Regierungsprecher Redakteur Brück:

H.I.G. und Nexovation lassen indes durchblicken, dass sie den Eindruck hatten, es sei bereits nach einem Nachfolge-Käufer gesucht worden.

Genauso ist es gewesen, sie haben nach Möglichkeiten gesucht, wie HIG oder Nexovation in den Capricornvertrag eintreten könnten. Und der Herr Schmidt - der immerhin einen öffentlichen Auftrag erfüllt! - streitet es ab. Allein dafür sollte er schon zur Rechenschaft gezogen werden.

Warum diese Klimmzüge? Weil Capricorn protegiert ist. So wie es Richter/Lindner waren. Wir werden nicht erleben, dass die 25 Millionen Euro Vertragsstrafe fällig werden.

Die Region tut mir sehr leid. Ich prophezeie ein großes Tal der Tränen - dafür muss man kein Hellseher sein, sondern einfach nur 1+1 zusammenzählen. Mit was für Bandagen gekämpft werden wird, kann man heute schon sehen: Das Kai-Richter-Gedenk-Festival “Grüne Hölle” wurde gegenüber Rock am Ring in Mendig um eine Woche vorverlegt:

Unser Hauptinteresse gilt den Fans. Wir möchten, dass sie eine tolle Zeit und viel Spaß mit den coolen Bands am Nürburgring erleben.

Mein Gott, das tut echt weh, für wie doof die einen halten.

Lest Euch mal den Text durch und ersetzt “Festival” bzw. “Konzert” durch “24h-Rennen”, dann könnt Ihr erahnen, was in Zukunft passiert.

Der Zeitpunkt, das ausgerechnet heute bekanntzugeben, ist natürlich kein Zufall. Schön abgelenkt durch die EU Nachrichten wurde das noch schnell untergeschoben. Und so hat Robert Wild noch vor ein paar Tagen getönt.

Der Nürburgring ist übrigens nicht das einzige faule Ei, das Almunia und die scheidende Kommission (gilt noch bis Ende Oktober) durchgeschleust hat.

Auch wenn wir verschaukelt werden dass es kracht, sollten wir nicht resignieren. Es kommen auch wieder bessere Tage, aber ich fürchte erstmal geht es ziemlich bitter bergab.

Tags: AlmuniaEUKommission | Ringverkauf | Capricorn |


Dienstag, 30. September 2014

Kein Geld bei den Nürburgring-Wilderern?

Morgen soll in Brüssel über den Nürburgringverkauf entschieden werden. Und heute - 1 Tag vorher - hat Florian Zerfaß eine kleine Bombe in den Mainzer Klüngelstuben gezündet:

Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus (WiWo)

Ich hatte mich ja schon vor 6 Monaten darüber aufgeregt, dass es überhaupt möglich sei, den Ring auf Pump zu kaufen. Denn dadurch hängt die Zukunft der Nordschleife am seidenen Faden, falls der Schuldner mal in Schwierigkeiten kommt.

Jetzt scheint sich herauszustellen, dass es diese Finanzierung gar nicht mehr gibt. Oder noch schlimmer: nie gab. Das wird natürlich von Seiten der Verkaufsbeauftragten sofort dementiert:

Frage: Was ist an dem Bericht der “Wirtschaftswoche” dran?

Antwort von Doktortitelsammler Schmidt: “Nichts.”

Nichts?

Das Brisante an dem Thema ist, dass während der hektischen Verkaufsüberredungsveranstaltung am denkwürdigen 11.3.2014, die die Handlanger der Regierung Hals über Kopf einberufen haben, den Gläubigern laut WiWo wörtlich zugesichert wurde:

“Die Finanzierungsbestätigung der Deutsche Bank AG ist banküblich und valide. Die Deutsche Bank AG hat eine eigene Due Diligence durchgeführt, an der eine größere Gruppe von Beratern tätig war. Die Finanzierungsbestätigung ist, wie banküblich, auf ein Jahr befristet.”

Da passt ja was nicht zusammen, wenn es jetzt auf einmal keine Finanzierung mehr geben sollte und man darf sich fragen, wer sich da zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Erinnert mich an das hier:

“Am 10. September 2008, berichtet Deubel, habe er vom Geschäftsführer des Privatinvestors Mediinvest GmbH, Kai Richter, erstmals erfahren, die Finanzierung seiner Projekte sei gefährdet. Am 8. Oktober sei daraus Gewissheit geworden. Ein zugesagter (aber nicht schriftlicher fixierter) Kreditbetrag über 60 Millionen Euro sei der Mediinvest flöten gegangen.”

Robertino Capricorni heute so: An der Finanzierungzusage habe sich nichts geändert. Die Vorwürfe im Artikel der “Wirtschaftswoche” entbehrten der Tatsachen.

Ganz schön schwaches Dementi in meinen Augen, denn inzwischen hat man ja einen geschärften Blick für sowas. Nichts geändert könnte auch heißen, dass die nicht existierende Zusage nach wie vor nicht existiert. Er hätte ja einfach sagen können, dass eine Finanzierungszusage vorliegt - aber die Formulierung hat er vermieden.

Und wisst Ihr noch die Nachjustierung? Völlig normal sei das und erst vor kurzem hat der Herr Wild in Nürburg beim STRassenfest sinngemäß gesagt, was soll das Geld denn auf einem Konto verschimmeln, da kann man besseres mit anfangen. Es läge auf jeden Fall nicht daran, dass er knapp bei Kasse sei.

Jetzt der Hammer: die Beschlussvorlage der EU hat Details zu dem Deal. 8% Zinsen muss Wild für den Aufschub bezahlen - 8%! Da soll er uns mal zeigen, wo er sein angebliches Geld investiert bis Oktober, um über 8% mitzunehmen. Darüber hinaus musste er sein letztes Hemd verpfänden, um das abzusichern. Das macht man doch nicht freiwillig.

Machen wir in der jetzigen Situation doch einfach einen Sanity Check - also mal den gesunden Menschenverstand eingesetzt.

Was würdet Ihr in der aktuellen Lage an der Stelle von Robby Furious machen: die EU Entscheidung steht kurz vor der Tür - Zahlungsfähigkeit wird angezweifelt - Geld liegt millionenfach auf den Konten … RICHTIG! 5 Millionen auspacken und auf den Tisch legen. Schluss mit der schlechten Presse, weiter im Text, nächstes Thema. Noch heute mittag hätte ich das an seiner Stelle gemacht, ohne auch nur eine Sekunde Zeit zu verlieren. Alle Gerüchte vom Tisch, EU Abnicken nur noch Formsache.

Aber er macht es nicht. Warum? Nach gesundem Menschenverstand gibt dafür nur eine Erklärung: Ebbe auf dem Konto.

Und das soll die tolle neue Nürburgring-Zukunft sein, die in Mainz umjubelt und betanzt wird?

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Sonntag, 21. September 2014

Rechnungshof: Nürburgring Verpachtung war zum Scheitern verurteilt.

Da hat der Rechnungshof sich aber mächtig reingekniet. Über 300 Seiten sind es geworden, 2 Jahre hat es gedauert.

Es geht um den denkwürdigen Tag im März 2010, den einige auch live in Adenau erlebt haben: die Privatisierung des Nürburgrings, der Startschuss der NAG mit Richter/Lindner und gleichzeitig die Übernahme der als Privat geplanten Kai-Richter-Bauten.

Bereits im Dezember 2009 wurde das Konzept vorgestellt und hat bei den Ringfans große Trauer ausgelöst. Ich hatte seinerzeit die Startseite von 20832.com durch eine Todesanzeige ersetzt und diesen Text in Frage / Antwort Form geschrieben.

Das ist jetzt knapp 5 Jahre her.

Die Veranstaltung am 26.März 2010, als Hendrik Hering zusammen mit Ri/Li den besiegelten Todesstoß vor versammelter Bevölkerung mit blumigen Worten verkündete habe ich auch besucht und auch den kompletten Audiomitschnitt mitgebracht.

Erst kürzlich hatte ich mit Hendrik Hering eine Auseinandersetzung zu dem Thema. Bzw. ich habe auf seiner Facebookseite sein Mitwirken an der Insolvenz des Nürburgrings in’s Spiel gebracht - worauf er mich gesperrt hat. Dialog 2.0 quasi. Und nicht nur mich, das ging richtig hoch her zum Jahreswechsel und ich habe mich intensiv mit seiner Rolle auseinandersetzt.

Was jetzt der Landesrechnungshof noch einmal in einer komplett anderen Dimension macht. Und diesmal kann der ehrenwerte Herr Hering nicht einfach den Klaus Behnke sperren - diesmal zieht sich die Schlinge kräftig zu.

Hendrik Hering - damals Wirtschaftsminister und heute SPD Fraktionsvorsitzender in RLP - und Carsten Kühl - damals und heute Nachfolger von Ingolf Deubel als Finanzminister und beim Ursprungskonzept in 2007 Mitglied des 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrates - wandeln auf hauchdünnem Eis. Man könnte sogar sagen sie sind erledigt. Von Rücktritt (Politologe Jürgen Falter / SWR Video bei Minute 5:00) bis Neuwahlen (Florian Zerfaß / WiWo) reicht die Palette der geforderten Konsequenzen. Und die Staatsanwaltschaft musste sich auch schon erklären, weil soviele Anfragen reinkamen. Da muss doch jetzt was passieren?!

Wenn, ja wenn wir nicht in RLP wären. Obwohl - oder weil? - in RLP viele Juristen in Politikerpositionen gelandet sind - Malu Dreyer war sogar mal Staatsanwältin. Von der hört man im Moment zum Thema übrigens … nichts.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz und der jetzt hektisch betriebenen Veräußerungsaktivitäten hätte ich mir allerdings von dem Gutachten eine intensivere Betrachtung des Eigentumübergangs der Richter-Immobilien in Staatshand gewünscht. Aber auch ohne diese Baustelle enthält der Bericht neben einer großen Anzahl von schwergewichtigen Verfehlungen auch jede Menge Details, die zumindest mir so nicht bekannt waren oder die es lohnt im Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen zu bekommen.

Ich hab mir mal die Mühe gemacht und meinen Genesungssonntag mit Lesen verbracht - statt F1, 1000km, WRX, Familie, Hausrenovierung, usw.

2 Dokumente möchte ich Euch zum Lesen anbieten:

Die Regierung redet sich jetzt raus, der Landesrechnungshof hätte die komplexe Materie nicht gepeilt. Auf der einen Seite eine freche Beleidigung nach der hervorragenden Arbeit, auf der anderen wieder eine dieser perfiden Ausreden, um von den Tatsachen abzulenken. In Wirklichkeit ist es der Regierung nicht gelungen, die Vorgänge so komliziert auszugestalten, dass sie tatsächlich keiner mehr versteht. Man könnte nämlich den Eindruck bekommen, dass wäre die Zielsetzung ihres Handelns. Der Rechnungshof aber hat sich durchgewühlt und einen 1a Überblick zusammenbekommen. Ähnlich beeindruckend wie die EU Kommission in ihrem Eröffnungsbeschluß - die Tiefe und die Details helfen auch unsereins beim Verständnis.

Zusammenfassend bekommt man den ausführlich begründeten Eindruck, dass die Regierung bzw. Hering/Kühl absichtlich Dokumentationen verhindert haben und Organe wie die Nürburgring Aufsichtsrat oder untergeordnete Firmen wie die ISB mit Tricks und Druck in die Illegalität gedrängt haben. Alles unter hohem Zeitdruck und ohne Erwägung von Alternativen. Die Verpachtung an Ri/Li und der Kauf des Gastromülls waren quasi vorgegeben - nur 1 Jahr vor den bevorstehenden Landtagswahlen. Die erstellten Gutachten haben die typischen Merkmale von Auftragsgutachten und sind in engen Grenzen so gesteckt, damit keiner auf dumme Ideen kommt.

Über allem, was man liest, schwebt der Auftag von Kurt Beck, kurzfristig für Ruhe zu sorgen, koste es, was es wolle. Hauptsache die Landtagswahl (am 27.März 2011) geht noch haarscharf über die Bühne. Und was es gekostet hat! Nicht nur, dass der Ring und wir unter dem Ri/Li Regime gefoltert wurden, auch kohlemässig wurde massivst umverteilt. Die NAG hat sich natürlich kräftig bedient, so eine Chance lassen die sich nicht entgehen. Was wir immer befürchtet haben ist jetzt auch schwarz auf weiss dokumentiert. Da wurden kräftig Aufräge an beteiligte Firmen verteilt, dass die Gewinne aus dem Nürburgringbetrieb fast verdunstet sind.

Auch der Nürburgring TV von Pathe/Althof darf man gratulieren zum Einzug in den Rechnungshofbericht, sie sind aufgeführt unter den mit der NAG verflochtenen Unternehmen, dank derer die Ausgabenhöhe hoch gehalten worden. Seite an Seite mit Richter’s Ehefrau Tini Richter und ihrer Dienstleistungen für die NAG wird die Nürburgring TV mit einem 2010er Umsatzvolumen von 167.000 Euro (!) aufgelistet, das alleine mit der NAG abgerechnet wurde (PDF Seite 228).

Aber auch der Letter of Understanding mit der NAG wird veröffentlicht ebenso wie der Kreditauftrag. Man reibt sich schon hier und da die Augen, was da zusammengebastelt wurde. Eigentlich muss jedem klar gewesen sein, dass das Kartenhaus schon beim Angucken zusammenfällt.

Im Einzelnen geht es in dem Gutachten von Behnke und Co. hauptsächlich um folgende Verfehlungen:

Fehlende Abstimmung mit der EU Kommission.

Man hat das nicht nur vergessen, nein - man hat einen Riesenbogen um Brüssel geschlagen. Hier und da ein Gutachten, dass die Rechtsgültigkeit der Beihilfen bescheinigt - aber bloß nicht selber nachfragen!

Den Grund können wir uns alle denken: die EU hätte Hering & Kühl ihr Anliegen links und rechts um die Ohren gehauen!

Das Zukunfskonzept war das Papier nicht wert auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hering’s Cunning Plan war laut Rechnungshof von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil selbst die vereinbarten Mindestpachten nicht gereicht hätten, Zins und Tilgung zu decken.

Dabei hatte man tief in die schmutzige Trickkiste gegriffen und z.B. die Abschreibunsdauern kurzerhand … verdoppelt!!

Die Entscheider wurden absichtlich dumm gehalten und zur Unterschrift gedrängt.

Dem Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH wurde sogar der Betriebspachtvertrag vorenthalten, stattdessen hat der Herr Minister (Hering) mündlich (!!) referiert.

Daraufhin wurde authorisiert. Dokumentation: Fehlanzeige.

Das Ganze wurde unter hohem Zeitdruck durchgezogen, die Entscheider waren nicht in der Lage, fundierte Informationen einzufordern. Sie haben es aber auch nicht probiert - das wird ihnen jetzt angelastet (sowohl ISB als auch Nürburgring GmbH).

Jürgen Pföhler hat sich bei der Abstimmung übrigens enthalten!

Es wurden keine Sicherheiten überprüft von den Pächtern Lindner / Richter.

Ich erinnere mich gut an diese Situation bei der Veranstaltung in Adenau. Jörg Lindner wurde bedrängt seine Sicherheiten zu benennen, worauf er dann schließlich meinte, er bürge mit seinem guten Namen.

Alle Gutachten waren Folgegutachten, d.h. sie basierten nach wie vor auf den Ausgangsparamentern, die zur Erstellung des Freizeitgrabs verwendet wurden.

So wird das natürlich nie was. Die völlig zu groß geratenen Beckbauten dokumentieren das für jeden, der mal dort war - aber die Traumtänzer hantieren einfach weiter, als ginge sie die Realität nichts an.

Keine Bank der Welt hätte den Monsterkredit von 330 Millionen Euro für das Zukunftsprojekt bewilligt. Ausser der eigenen Landesbank (ISB). Die hätte sich sogar fast an dem Brocken verschluckt.

Der Finanzminister hat den Kreditauftrag geschickt - was der Chef sagt, wird gemacht. Und das Prüfen auf Sicherheiten wurde ausdrücklich untersagt.

Das Finanzministerium (Kühl) hat Swapgeschäfte zur Zinssicherung befohlen. Daraus entstehen für den Steuerzahlen in den nächsten Jahren 80 Mio. Euro (!!) Kosten. Kein Witz. 80 Mio. Euro. Nur für die Zinssicherung des Kredits. Das sind 2 Bilster Berg Rennstrecken. Und nebenbei mehr als der Verkauf des gesamten Nürburgrings einbringen soll. Einfach mal so zum Schornstein raus!

Eine Ermächtigung für den Kredit gibt es laut Rechnungshof nicht im Haushalt. Damit hätte sich der Finanzminister zu weit aus dem Fenster gewagt. Ebenso die Verwendung des Cashpool, der dem Rechnungshof schon lange - als schwarze Kasse - ein Dorn im Auge ist.

Der Ministerrat hat (am 24.März 2010) dem Vorhaben zugestimmt - so nennt man in RLP die Regierung, d.h. alle Minister der damaligen Regierung inkl. Malu Dreyer haben das Vorhaben abgenickt.

Es gab keine Ausschreibung.

Hendrik Hering hat die Beteiligten über den wahren Kreditbedarf im Unklaren gelassen. Er lag in Wirklichkeit noch höher.

Eine Dokumentation der Vorgänge war quasi nicht vorhanden. Verträge wurden bearbeitet und geändert, auf Begründungen wurde verzichtet.

Warum auch. Geht ja bloß um Steuergeld.

Leidiges Thema Besucherzahlen: wie gehabt viel zu hoch angesetzt. Hendrik Hering hatte seinerzeit von 170.000 Besuchern gesprochen - stellt sich raus es waren nur 94.000.

Nur mal so als Auszug. Macht Euch die Mühe und geht das Dokument durch, besser als jeder Krimi.

Wenn es nicht so traurig wäre. Die Vorgänge waren tatsächlich die Sargnägel für die Nordschleife.

Und wer jetzt immer noch glaubt, dass wenigstens der Verkaufsprozess ordentlich über die Bühne gegangen sein soll … dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Tags: HendrikHering | CarstenKühlRechnungshof | Gutachten | Zukunftskonzept | JörgLindnerKaiRichter | Privatisierung | RücktrittNeuwahlen |


Freitag, 05. September 2014

Kai Richter ist jetzt auf Facebook.

Seiner Mediinvest hat er eine neue Homepage verpasst und da darf Social Media nicht fehlen. Allerdings steht in der Projektliste kein Nürburgring mehr drin.

Neu ist das neue Luxusresort und Hideaway auf Ibiza, das dieses Jahr Lindner gekauft habe. Ich kann mir auch schon denken von welchem Geld.

Was machen eigentlich die Ermittlungen gegen Kai Richter? Im August 2012: "Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen."

Tags: KaiRichter | MediinvestLindner |


Freitag, 18. Juli 2014

Robertino Wild agiert schon wie der Grossmogul ...

… und nutzt eine öffentliche Veranstaltung, um Otto Flimm eins auszuwischen:

Der andere - JzN um Ex-ADAC-Chef Otto Flimm - sei nicht mal im Verfahren gewesen, “redet alles schlecht, hat aber keine bessere Idee. Er sitzt in der Nachbarschaft, agiert total kurzsichtig und schadet der Region.”

Und die Lokalpolitiker lassen es geschehen, sitzen ehrfürchtig daneben und geben der Propaganda die Bühne.

Jaja, die pösen Schlechtredner! Wieso prügelt der wilde Rob eigentlich nicht auf Meyrick Cox ein? Der hat ebenfalls eine Eingabe in Brüssel gemacht, aber bei dem traut er sich wohl nicht. Weil er ihn noch braucht?

Schonmal so als Vorgeschmack, was da inzwischen auf uns zurollt. Wieso erinnert mich das an das hier? Wilhelm Hahne zieht ähnliche Parallelen zu Kai Richter und Dieter Weidenbrück kontert bei JzN:

“Jeder, und zwar ausnahmsloser jeder, der Otto Flimm und dem Verein „Ja zum Nürburgring“ vorwirft, etwas Anderes als das Wohl des Nürburgrings und der Region im Sinn zu haben, sollte dringend einmal in sich gehen und überprüfen, wie viel er von der der langen Geschichte des Nürburgrings und der Rolle Otto Flimms wirklich weiß.”

Es stimmt: ohne Otto Flimm hätten wir all diese Probleme garnicht. Nicht weil Otto Flimm dem Nürburgring schaden würde, sondern weil es ohne Otto Flimm den Ring garnicht gäbe! Was für eine Respektlosigkeit gegenüber dem Mann, der sich so verdient für diese Sportstätte gemacht hat.

Über die Gründe, warum Robertino Wild gegenüber Otto Flimm, der bei der Veranstaltung garnicht vor Ort war, so auftritt, kann man nur spekulieren. Ich glaube nicht, dass es ihm an Intelligenz mangelt, eher an Feingefühl und Bodenhaftung.

Wobei, wenn ich so drüber nachdenke … schlau war das nicht. Besonders in der jetzigen Situation, wo noch garnicht feststeht, dass Capricorn den Zuschlag bekommt, denn die EU Entscheidung wurde jetzt schon zum 4.Mal verschoben - Ende offen.

Das war schon eine seltsame Kommunal-Veranstaltung - ich habe im Vorfeld nichts davon gehört. Ihr? Vielleicht wären dann mehr als 6 Leute dagewesen. Oder hat man es absichtlich still und leise gemacht, damit bloß keiner kommt? Der dann womöglich noch dumme Fragen stellt?

Dabei fällt mir ein, erinnert Ihr Euch noch an den Beirat, der zusammen mit Malu Dreyer gross angekündigt wurde, um möglichst bald zu tagen und die Bevölkerung mit einzubeziehen? Das ist jetzt 10 Wochen her und nichts ist passiert. Auch wenn ich wetten könnte, dass dann da sowieso nur so Darsteller wie Demandt, Sattler & Co drinsitzen, die es mit sich machen lassen. Otto Flimm wurde ja vorauseilend schonmal als Persona non grata gestempelt.

Für mich jedenfalls ist Otto Flimm der Grösste. Kann ich garnicht oft genug wiederholen.

Tags: Capricorn | RobertinoWild | Grossmogul | Nisius | VGAdenau | OttoFlimm | Ringverkauf |


Mittwoch, 16. Juli 2014

Formel 1: Nächstes Wochenende kann Kurt Beck wieder seine Rechenkünste unter Beweis stellen.

Ein Klassiker aus 2010, Kurt Beck zum Thema Erlebnisgrab:

“Das Investment wird am Ende ein Erfolg. Ich will den Finanzierungsablauf und Managementfehler nicht schönreden, aber der Nürburgring zieht. Beim Truck-Grand-Prix waren am vergangenen Wochenende 200 000 Besucher, in Hockenheim bei der Formel 1 gerade mal 60.000.”

Nächstes Wochenende ist wieder zeitgleich Truck am Ring und F1 in Hockenheim. Deren Chef Seiler - übrigens geborener Hockenheimer! - hofft auf 55.000 Zuschauer.

Am Nürburgring werden die Zahlen einfach passend gemacht - war schon immer so.

Und wisst Ihr noch 2012?

“Und dann kam Lindner mit Richter nach Hockenheim, um mit Formel–1-Vermarkter Bernie Ecclestone über die Zukunft des Nürburgrings zu sprechen, sie hatten einen Termin am Samstag um zwölf Uhr. Aus dem mobilen Büro von Ecclestone aber trat nur seine Sekretärin heraus, eine Frau mit schwarzem Haar, Mister Ecclestone rufe an, sobald er Zeit habe, sagte die Sekretärin. Lindner hielt sein Handy in der rechten Hand, stundenlang, zwischendurch hatte sein Gerät keinen Empfang, weil Handys in Hockenheim öfter mal keinen Empfang haben, da wurde er leicht panisch. Ecclestone aber rief nicht an: Er war gar nicht in Hockenheim. Wie Jörg Lindner und seine Kollegen vor Ecclestones Büro standen und warteten, wie Kinder an Weihnachten warten, bis sie in das Zimmer mit dem Christbaum dürfen, das war ein schönes Bild, es erzählte viel über dieses Wochenende der Deutschen in Hockenheim.”

Aktuell schwebt über der F1 der sensationelle 5 Jahresvertrag mit dem Nürburgring, der sich nur 1 Tag später als fette Ente entpuppt hat.

Georg Seiler kommentiert ganz trocken:

“Fakt ist, dass nicht Bernie Ecclestone die Mitteilung herausgegeben hat, sondern Capricorn. Das finde ich schade. Vier Wochen vor einem deutschen Grand Prix macht man das nicht.”

Und seid vorsichtig, wenn Ihr nach Hockenheim zur F1 fahrt: auch da kann man sich ganz schnell eine Nfektion einfangen! ;)

Tags: Hockenheim | Formel1


Samstag, 12. Juli 2014

Friedhelm Fähnchen-im-Wind Demandt.

rp-online.de:

“Als 2011 mit der Insolvenz das Ende der legendären Rennstrecke drohte, war der Wickrather bei der Gründung des gemeinnützigen Vereins ”Freunde des Nürburgrings“ dabei. In ihm haben sich Sport, Kultur, Medien und Persönlichkeiten aller Lebensbereiche zusammengeschlossen, die eines eint: die Faszination des ”Rings“.”

Also wenn diese Leute eins eint, dann ist das übersteigertes Geltungsbedürfnis oder die Gier nach Geld. 2011 hat von denen ganz bestimmt keiner von einer drohenden Insolvenz gesprochen - da wurden die blühenden Landschaften besungen, die Henrik Hering in Aussicht gestellt hatte, nachdem er alle Immobilien aufgekauft und die Gesamtanlage an die NAG verpachtet hat.

Die größte Katastrophe überhaupt und ein klarer Fall für den Staatsanwalt.

Der FDP Politiker Demandt gibt eine beeindruckende Schlagzahl von Seitenwechseln vor. Kaum hat jemand Neues das Regiment am Ring übernommen - was in der letzten Zeit ja öfters passiert ist - steht er schon für’s Thumbs Up Bild parat.

(Quelle: Nürburgring NAG Geschäftsbrief 1/2011)

Kai Richter? Super Typ, Spitzen Unternehmer. Ringcard, Arena oder Achterbahn? Die größte Erfindung seit geschnitten Brot!

Wer ihn auf der denkwürdigen SWR4 Veranstaltung in Nürburg live erlebt hat, der wird ihn vielleicht so wie ich in Erinnerung behalten haben: trauriges Überbleibsel eines senilen Wichtigtuers.

Aber die Darstellung solcher Zusammenhänge kann man heutzutage leider nicht mehr vom Zeitungsjournalismus erwarten. Da werden Loblieder gesungen, statt kritisch zu recherieren. Wobei Recherche ist auch übertrieben, da braucht man nur mal kurz Google anzuschmeissen.

Müssen sie sich wieder vom Blogger vorführen lassen - nützt ja alles nix.

Die Gründung des Vereins geht übrigens auf Hendrik Hering zurück, mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Alles in diesem Geschäftsbrief nachzulesen.

Mich haben die sauberen Freunde schon von Anfang an von ihrer Facebookseite verbannt - ohne Begründung. Da schließt sich dann der Kreis wieder zu Hendrik Hering.

Tags: Demandt | FreundeDesNürburgrings | Hering | KaiRichter


Mittwoch, 09. Juli 2014

Heute vor 5 Jahren: Freizeitpark-Eröffnung und Nürburgring-Todesurteil durch Kurt Beck.

“Mit einem Festakt im neuen WARSTEINER Event-Center wurde am Donnerstag, den 9. Juli 2009, um 12 Uhr der zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ausgebaute neue Nürburgring durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, eröffnet.”

Dazu wurde diese Pressemitteilung mit diesen Pressebildern (Bild1, Bild2) verschickt. Hier auch der passende Jubelfilm dazu. Und in diesem Film kann man schön sehen, wie die stolzen Gockel Beck/Pföhler/Kafitz durch die Gegend laufen und wichtige Sprüche machen. Kurt Beck:

“… nach vorne schauen und nicht zögerlich und ängstlich vor sich hinsiechen. (..) Wer daran zweifelt, hat einfach Zukunftsängste. (..) Der rheinland-pfälzische Steuerzahler wird keinen Euro draufbezahlen. (..) Die Nürburgring GmbH wird ihre Kredite zurückzahlen wie jedes andere Unternehmen auch.”

Da darf sich Walter Kafitz natürlich nicht lumpen lassen:

“Also a) haben wir viel Marktforschung betrieben im Vorfeld und b) wenn ich das jetzt mir mal anschaue, dann muß ich sagen: wenn das kein Erfolg wird, dann hab ich keine Ahnung!”

Vor drei Jahren hab ich zum Jahrestag noch geschrieben: "Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine."

Immerhin haben sie inzwischen Ingolf Deubel am Haken - 3,5 Jahre, wer hätte das gedacht.

500.000 Euro hat angeblich alleine die Eröffnungsfeier gekostet. Was haben sie sich gefeiert die Versager.

Heute liegt alles in Trümmern und keiner will’s gewesen sein.

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | Eröffnungsfeier


Samstag, 05. Juli 2014

Audiomitschnitt: Wie Hendrik Hering sein Nürburgring ´Zukunftskonzept´ am 26.März 2010 vorgestellt hat.

Aufgrund der aktuellen Brisanz hier noch einmal der komplette Mitschnitt - 2,5 Stunden. Nichts für Leute mit schwachen Nerven, denn Hermann-Josef Romes, Jörg Lindner und Kai Richter kommen ausführlich zu Wort.

Aber auch Hendrik Hering, der energisch den Vertrag verteidigt, von dem wir heute wissen, dass er den Nürburgring endgültig in die Insolvenz geschickt hat. Nicht nur wegen der desaströsen Verpachtung an die NAG, sondern wegen der Übernahme der ehemals privaten Investitionen von Kai Richter & Co in die Nürburgring GmbH, die sich von den ca. 100 Millionen Euro zusätzlichen Schulden nicht mehr erholen konnte.

Audio Mitschnitt, 26.März 2010 (2,5 Std. MP3)

Wie peinlich und billig das alles - nur 4 Jahre später - rüberkommt.

Ich hoffe Hendrik Hering ist inzwischen eine dicke und wachsende Akte bei der Staatsanwaltschaft.

Tags: Hering | Insolvenz


Freitag, 04. Juli 2014

Keine Geduld: Kai Richter´s Partydorf soll noch vor Verfall abgerissen werden.

Eigentlich hätte man warten können, bis alles von selber zusammenfällt - ich glaube nicht, dass das lange gedauert hätte. So wird früher abgerissen - das wird den Bauherrn freuen, da kann man ihm dann keine Mängel mehr nachweisen.

Wieviel hat Hendrik Hering dafür nochmal bei seinem Superdeal 2010 bezahlt? Und wieso läuft er noch frei rum?

Tags: KaiRichter | Eifeldorf | Insolvenz


Donnerstag, 03. Juli 2014

Kriminelle Vereinigung.

Laut Wikipedia:

“Unter einer kriminellen Vereinigung versteht man einen Personenzusammenschluss von gewisser Dauer, dessen Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, Straftaten zu begehen.”

Genau das ist meimer Meinung nach bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz der Fall. Sehenden Auges Untreue, Insolvenzverschleppung, verbotene Beihilfe - von dem Quälen und Foltern der Nürburgringfans ganz zu schweigen.

Ingolf Deubel ist schon zu Zuchthaus (vorläufig) verurteilt, für Hendrik Hering und Carsten Kühl kommen die Einschläge näher. Fällig ist meiner Meinung jedoch das gesamt Kabinett von 2010.

Florian Zerfaß in WiWo:

“(..) Das Zukunftskonzept wurde 2010 nicht vom Parlament beschlossen, sondern nur vom Kabinett gebilligt. (..)”

D.h. an der parlamentarischen Kontrolle vorbei unter SPD’lern ausgeklüngelt. Sollte man alle verhaften.

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie der Carsten Kühl sich windet, kam eben im SWR.

Aber wieder einmal kein einziges Wort darüber, dass Hendrik Hering seinerzeit die Immobilien der privaten MSR ohne Not für ca. 100 Millionen Euro abgekauft und der Nürburgring GmbH als Schulden umgehangen hat. Womit Kai Richter damals fein raus war und sich sogar noch als Pächter austoben durfte. Was er ja dann auch gemacht hat.

Der Abschlussbericht zum Beihilfeverfahren ist übrigens zum zweiten Mal verschoben worden. Läuft anscheinend alles glatt. Nicht. Und der Bericht vom Landesrechnungshof kommt nach den Sommerferien, nachdem er den Beteiligten schon seit März vorliegt.

Um nochmal auf Wikipedia zurückzukommen:

“Unter einem VERBRECHEN wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden. Allgemein gesprochen handelt es sich um eine von der Gemeinschaft als Unrecht angesehene und von ihrem Gesetzgeber als kriminell qualifizierte und mit Strafe bedrohte Verletzung eines Rechtsgutes durch den von einem oder mehreren Tätern schuldhaft gesetzten, verbrecherischen Akt.”

Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe die VERBRECHER kommen alle hinter Schloss und Riegel - da wo sie hingehören!

Tags: Insolvenz | Deubel | Kühl | Hering | Lewentz | Beck


Montag, 30. Juni 2014

Hendrik Hering behauptet im TV, es habe keine Alternativen gegeben. Falsch!

Henrik Hering im SWR:

Damals wurden keine anderen verantwortbaren Vorschläge gemacht, wie man hätte anders handeln können. Und deswegen - will mal sagen - aus damaliger Sicht war das verantwortbar - es gab damals keine umsetzbaren Alternativen. Dass man nach 4–5 Jahren neue Erkenntnisse hat - dann schlauer ist - das zeigt das Leben auch in anderen Bereichen.

Ich darf dann mal kurz das Betreiberkonzept in Erinnerung bringen, das genau deswegen - ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand unter anderem von mir - ausgearbeitet wurde: um Alternativen aufzuzeigen.

Unser Motto damals am 27.April 2010:

“Katastrophenalarm in der Vulkaneifel, Nürburgring-Experten informieren in Mainz.”

Hier ist mein Mikebericht dazu: renn.tv/425.

Es gibt auch einen Audiomitschnitt und die anschließende Presseschau.

In Wirklichkeit haben sie sich beeilt, die Richter/Lindner Übernahme durchzuboxen. Denn die Einladungen für die Pressekonferenz in Mainz waren verschickt, der Termin bekanntgegeben. Dem wollte man unbedingt zuvorkommen - was man auch - am 26.März 2010 - geschafft hat.

Wir wurden absichtlich ausgebootet und der Vernichtungsfeldzug unbeirrt fortgesetzt.

Man hätte viele Fehler der letzten 4 Jahre vermeiden können, wenn man uns Gehör geschenkt hätte. Stattdessen ignoriert bzw. diffamiert man uns (“Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz”) und die geballte Arroganz kommt auch in dem Heringstatement hinterher sei man immer schlauer gut rüber.

Ingolf Deubel hat auch immer große Reden geschwungen und hat jetzt 3,5 Jahre an der Backe. Es hilft dem Ring zwar nicht mehr, aber ich hoffe solche Möchtegern-Diktatoren wie Hendrik Hering und seine Bande bekommen ihre Quittung.

Tags: Hering | Insolvenz | Betreiberkonzept


Sonntag, 29. Juni 2014

Hendrik Hering und Carsten Kühl rücken zu Ingolf Deubel in die Riege der amtlichen Ringzerstörer auf.

SWR:

“Der neue Rechnungshofprüfbericht ergebe, dass die Überschuldungssituation der Ring GmbH schon 2010 klar erkennbar gewesen sei. Hering habe damals dennoch behauptet, dass die Landesregierung die Probleme in den Griff bekomme. Ebenfalls in der Kritik steht die durch Finanzminister Carsten Kühl (SPD) angewiesene zwischenzeitliche Finanzierung von 330 Millionen Euro über die Landesförderbank ISB, für die das Land auch noch gebürgt hatte. Laut Rechnungshof sei das Kreditausfallrisiko zu hoch gewesen - außerdem habe Kühl die Summe durch einen Nachtragshaushalt absegnen lassen müssen.”

Als ich Hendrik Hering auf Facebook um Stellungnahme gebeten habe, hat er mich kurzerhand gesperrt. Er hat dem Nürburgring im März 2010 den Todesstoss versetzt, als er - um die SPD über die 2011er Wahl zu retten - Kai Richter seine Gastro- und Hotelbauten für 100 (?) Millionen Euro abgekauft hat. Das konnte die Nürburgring GmbH überhaupt nicht verkraften.

Und Carsten Kühl war vor seiner Zeit als Finanzminister einer der 4 Verantwortlichen, die mit ihrer Aufsichtsratsentscheidung die Todesseuche Erlebnisregion im Nov. 2007 erst in Gang gebracht haben, schon daran hat sich die Nürburgring GmbH überhoben.

Tags: Hering | Kühl | Insolvenz


Samstag, 28. Juni 2014

Urs Barandun angeklagt.

dpa / t-online:

“Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Schweizer Geschäftsmann wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen am Landgericht Mainz erhoben, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.”

Dabei ist es erst 3 Jahre her, als ich mich wunderte, dass er nicht angeklagt werden soll.

Wenn ihr nach alten Artikeln sucht: damals hat man ihn uns gerne als Barandum (mit “m”) verkauft.

Die Homepage, auf der Urs Barandum mit den Vorgängen am Nürburgring blogmässig abgerechnet hatte, gibt es nicht mehr.

(Update zur Homepage: das Web vergisst nichts. Danke MS!)

Am besten war Kurt Beck: “Ganz großer Milliardärsadel!

Und wann kommt die Anklage gegen Kai Richter?

Tags: Ringprozess | Barandun


Dienstag, 03. Juni 2014

Die Rock am Ring Annexion.

Die heute offiziell vorgestelle Festival-Kopie soll tatsächlich

Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring

bzw. als URL

grünehöllerock.com

heissen.

Mit einem Design aus einer Mischung von Dschungelcamp und Frühlingsquark:

Das haben die doch 5 Minuten vor der Pressekonferenz zusammengenagelt, alles andere wäre zu peinlich.

Auch wird schon Werbung hochgezogen, um dem jetzt anlaufenden Rock am Ring die Kunden wegzuschnappen.

“Für die aus dem In- und Ausland erwarteten rund 80.000 Rockfans bleibt in 2015 bei der ‚Grünen Hölle - Rockfestival am Nürburgring’ fast alles wie bisher, einzig der Veranstalter ist neu.” (PM)

Zum einen ’ne super Idee für einen Event, der internationales Publikum anziehen soll, in der URL mit Umlauten zu hantieren - zum anderen den Kai-Richter-verseuchten Grüne Hölle Irgendwas wieder auszubuddeln. Am Ende haben sie dem Möchtegerninvestor und Yachtliebhaber noch die grottige Marke abgekauft.

Man will auch an dem 5.Juni 2015 festhalten, so wie ich gestern schon befürchtet hatte.

3 Open Air Konzerte (Rock am Ring, Rock im Park und die DEAG Kopie) in Deutschland an einem Wochenende.

Wieso auch nicht.

Tags: RockAmRing


Montag, 02. Juni 2014

Zoff am Ring.

Die Rock am Ring Kündigung schlägt mächtig Wellen - alle großen Medien berichten darüber.

Capricorn will jetzt selber ein Konzert aufsetzen für 2015 und völlig ungeniert beschreibt man den Kopiervorgang.

Das erinnert mich an die Situation bei Rad am Ring 2012, als die NAG ebenso ungeniert den Kunden vor Ort einen neuen - eigenen - Event angepriesen hat.

Während man bei der Rhein-Zeitung wie gewohnt Lobeshymnen singt, kommt Marek Lieberberg bei Spiegel oder FAZ zu Wort:

“Die Verhandlungen mit Capricorn, den neuen Herren am Nürburgring, ziehen sich seit Januar hin.”

Wie geht das denn - die haben doch erst am 11.März den Zuschlag bekommen?

Lieberberg nutzt natürlich die mediale Aufmerksamkeit um klarzustellen, dass er weiter Rock am Ring veranstalten wird - nur Not auch einem anderen Ort. Immerhin besitzt er schon ewig die Markenrechte. Mönchegladbach rollt auch schon den roten Teppich aus.

Als neuen Nürburgring-Rock-Veranstalter hat man sich DEAG (Deutsche Entertainment AG) ausgeguckt, denn die haben schon Rock the Ring im Programm: mit Peter Maffay und Bryan Adams … im Autobahnkreisel in Hinwil (kein Witz!).

Der Schlagabtausch findet jetzt - also kurz vor dem Event - statt, der am Wochenende 5.–8.Juni steigt. So eine vergiftete Athmosphäre, wo Festivals doch zum Feiern da sein sollten.

Man kann sich leicht ausrechnen, wie das weiterläuft:

  • MLK und DEAG werden Druck auf ihre Bands/Agenturen machen, damit diese nicht überlaufen.

  • Sooo lukrativ ist die Festivallandschaft in Deutschland nicht, dass man gerade mal eben eine neues “größtes deutsches Festival” aus dem Boden stampft. Sowohl MLK als auch DEAG werden um die Kundschaft buhlen - da kann es nur Verlierer geben.

  • MLK meldet jetzt schon den 2015er Termin an (erstes Juni Wochenende - so wie immer) - das Ganze läuft ja seit einiger Zeit auch immer parallel in Nürnberg. Da darf man sich am Ring jetzt überlegen ob man parallel ein 3.Konzert auflegt (unwahrscheinlich) oder einen neuen Termin findet (ohne Tradition).

  • Die Fangemeinde ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn der Ring eine kultive Austragungsstätte ist, spätestens wenn Rock am Ring in - z.B. - Mönchengladbach ausgetragen wird, will jeder die Hintergründe wissen - da kommt Capricorn nicht gut weg. Und wenn die Zuschauer MLK treu bleiben, dann darf man am Ring erstmal neue Festivalbesucher anwerben.

  • Die Signal für aussenstehende Geschäftspartner ist - mal wieder - veheerend. Wenn man die Rhein-Zeitung ausblendet der mediale Super GAU - garnicht gut für das neue Image, das quasi nahtlos an beste Richter/Lindner Manier anknüpft. In der Woche vor der Veranstaltung die Situation so eskalieren zu lassen, dass sie in voller Breite in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist ganz schlechter Geschäftsstil und wird keinem zukünftigen Geschäftspartner gefallen.

Marek Lieberberg ist sicher kein Kind von Traurigkeit - aber: er hat dem Ring die Treue gehalten - er hatte ein großes Risiko und hat 3 Jahrzehnte alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Schaut Euch das Line Up von 1985 an, wie sehr sich die Musik und die Leute verändert haben. Hier ist übrigens meine Karte von damals. MLK war (fast) immer auf der Höhe der Zeit und der Ring hat finanziell, aber auch vom Image her, partizipiert.

Da geht man doch nicht im Streit auseinander.

Tags: RockAmRing


Donnerstag, 29. Mai 2014

In Attendorn wurde Bürgermeister Hilleke abgesägt.

Wolfgang Hilleke hatte trotz aller Warnungen Kai Richter und Jörg Lindner am Biggesee den roten Teppich ausgerollt. Jetzt wurde überraschend der Gegenkandidat Bürgermeister:

“Bei der Bürgermeisterwahl in Attendorn gab es eine Riesenüberraschung: Der parteilose Bürgermeister Wolfgang Hilleke, der 2009 fast 68 Prozent der Stimmen bekommen hatte, wurde abgewählt. Sein Nachfolger wird der erst 32-jährige Christian Pospischil von der SPD. Er bekam knapp 58 Prozent und war darüber selbst überrascht. Hilleke zeigte sich enttäuscht: Viele seiner Projekte hätten offensichtlich nicht den erhofften Zuspruch gefunden.”

Geht doch.

(Danke Dirk!)

Tags: KaiRichter | Biggesee | Hilleke | Attendorn


Mittwoch, 28. Mai 2014

Wieviel sind eigentlich 500 Millionen Euro?

Das ist für unsereins schwer vorstellbar, also versuche ich das mal mit Zahlen zu verdeutlichen, die wir alle kennen.

Wenn man soviele Porsche GT3 kauft, die man für 500 Millionen Euro bekommt und sie dann auf der Nordschleife parkt - wieviel Abstand gibt es zwischen den Autos?

Ziemlich genau: 1 Meter.

Es sind 3.788 Stück (132.000 Euro) und die passen tatsächlich gerade so auf die Strecke (4,50m Länge, 20,832 km Nordschleife).

Auto an Auto, GT3s soweit das Auge reicht.

Soviele GT3 wird Porsche garnicht herstellen, aber diese unglaubliche Summe hat die Regierung an unserem Steuergeld versenkt, DAMIT SIE DAS VOLKSEIGENTUM NÜRBURGRING VERLIERT!

Das stört mich wieder masslos an den aktuellen Berichten z.B. in der Rhein-Zeitung, denn es wird immer nur die monetäre Belastung für den Steuerzahler aufgezeigt, die jetzt in ihrer ganzen Dimension zu beziffern ist.

Wie hoch die Belastung für unsereiner ist, weil die Nordschleife Privateigentum wird - das wird unter den Teppich gekehrt. Von den Qualen, die wir zu erleiden haben, ganz zu schweigen.

Wilhelm Hahne macht die Gegenrechnung auf und kommt auf 1,2 Milliarden Euro. Selbst das halte ich noch für zu wenig.

Den Medien jedoch scheint es völlig egal zu sein, dass wir alle nicht nur um die 500 Mio. Euro betrogen werden, sondern zusätzlich auch um den Nürburgring.

Der Grund für die aktuelle Aufregung in der Presse ist eine geleakte Beschlussvorlage für das EU Parlament, die so ziemlich alle illegalen Beihilfen, die wir schon aus dem Eröffnungsbeschluss kennen, auch so bestätigen.

Eigentlich keine Überraschung - auch die Regierung hat das befürchtet und gerade deshalb ja den Nürburgring Hals über Kopf verscherbelt, damit neue - angeblich korrigierende - Tatsachen geschaffen werden.

Die richtig schlechte Nachricht ist allerdings, dass die EU den Verkaufsprozess für ok hält und absegnen will.

Das ist traurig und damit schwimmt der Strohhalm davon. :/

Ich hab nichts gegen Capricorn und noch viel weniger gegen den Racer Adam Osieka, aber ein Nürburgring in privater Hand bereitet mir große Bauchschmerzen. Und darüber hinaus scheint das Konstrukt auf dünnem Eis (größenteils auf Bankkredit) gebaut - die Risiken türmen sich schon wieder gigantisch auf.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: die EU hat in ihrem Entwurf auch die ganzen Beihilfeempfänger gelistet - z.B. Kai Richter’s Mediinvest, die Österreicher Geisler&Trimmel oder auch die Richter/Lindner NAG - die hoffentlich zurückzahlen dürfen, wenn die illegal geflossenen Beihilfen bestätigt werden.

Das wäre dann der endgültige Einsturz von Kurt Beck’s Karten°Haus.

Was für eine Blamage für die Regierung von RLP. Trotz aller Warnungen sehenden Auges in die Illegalität und Insolvenz gleichzeitig gestürmt. Wenn ich allein an den Auftritt von Wirtschaftsminister Hendrik Hering am 26.März 2010 in Adenau denke: der gelernte Jurist hat den frischen NAG Pachtvertrag kurzerhand für EU-konform erklärt. Dabei kann selbst so ein Laie wie ich daran fühlen, dass das ohne Ausschreibung irgendwie nicht passen kann.

Wisst Ihr noch? Der Herr Minister wörtlich im März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Die EU scheint jetzt aber mir und nicht Hendrik Hering Recht zu geben und listet u.a. den Pachtvertrag explizit als illegal auf.

Da hilft es jetzt auch nicht mehr, mich auf Facebook zu sperren.

Normalerweise müssten die alle bei so einem amtlichen Armutszeugnis geschlossen zurücktreten.

Tags: Insolvenz | Kommission | Beihilfen


Montag, 05. Mai 2014

Wilhelm Hahne zu dem Boulevardabend mit Dreyer, Wild und Co.

Ich hatte mich ja schon direkt nach der Veranstaltung hingesetzt und meine Eindrücke aufgeschrieben - Wilhelm Hahne hat noch ein paar Hintergründe recherchiert und heute nachgelegt:

Der „Tag der Begegnung“ hatte für mich als alter Mann so etwas von einer großartig geplanten und dann auch in die Realität perfekt umgesetzten Kindergartenveranstaltung. - Hatte ich vielleicht schon die neuen Attraktionen einer neuen „Nürburgring-Geisterbahn“ kennen gelernt?

Eigentlich gab es auch keinen großen Unterschied zwischen dem was ich z.B. in 2010 in Adenau durch Herrn Kai Richter gehört hatte:

„Nun haben wir zunächst mal die Verträge geschlossen. - Und jetzt fangen wir an zu denken.“

…und den aktuellen Höreindrücken von 2014:

„Strukturen müssen angepasst und verändert werden. Aber wir werden nicht überhastet oder überstürzt vorgehen.“

Tags: Insolvenz | Capricorn | WilhelmHahne


Freitag, 18. April 2014

Mainz in Schockstarre nach Deubel´s Gefängnis-Urteil.

Offensichtlich war ich nicht der einzige, der von dem Urteil überrascht war. Denn in Mainz, dem Machtzentrum von Rheinland-Pfalz, ist man anscheinend doch sehr erschrocken, dass einer der ihren in den Bau soll. So un-schlagfertig habe ich die Damen und Herren Politiker noch nicht erlebt, seit sie die Nürburgring-Posse gestartet haben.

Es gibt bis jetzt nur eine einzige offizielle Mitteilung mit so etwas ähnlichem wie Inhalt, und die kommt vom SPD Generalsekretär namens Jens Guth.

Argument 1: ewig her und längst abgearbeitet (“Am Nürburgring sind Fehler gemacht worden, diese liegen viele Jahre zurück und wurden auch eingestanden!”)

Argument 2: die CDU ist auch nicht besser (“Wenn die CDU Rheinland-Pfalz die gleichen Maßstäbe an sich selbst anlegen würde, müssten Julia Klöckner und nahezu die gesamte Führungsriede der Christdemokraten schon längst zurückgetreten sein, ergänzte Guth und erinnerte an die Veruntreuung von Steuermitteln für den CDU-Wahlkampf im Jahre 2006”)

Das ist schon bitter, wenn einem nur noch “… die anderen haben doch auch!” einfällt.

Was mir Hoffnung macht: im Prozess hat der vorsitzende Richter anscheinend deutliche Worte gefunden, dass besonders das Post-Deubel-Konstrukt (siehe auch mein Post gestern) nicht besonders weitblickend war. Um genau zu sein: es hat nur haarscharf über die 2011er Landtagswahl gerettet - für einen ziemlich teuren Preis:

“Nach dem Rücktritt des Finanzministers 2009 habe das Land eine Neustrukturierung vorgenommen, ‘eine Umschuldung, bei der die rheinland-pfälzische Politik sehenden Auges in die Insolvenz des Nürburgrings lief.’”

Das ist schon ein Unterschied, ob ich das so sehe oder der vorsitzende Richter des grössten Prozesses, den die Mainzer Politiker je erlebt haben.

Kommt das Kartenhaus in Klein-Berlusonien zum Einsturz? Noch hält der Kitt, den Kurt Beck überall reingeschmiert hat. Doch wenn das Deubelurteil rechtsgültig wird, dann ist die Mär des Einzeltäters kaum noch aufrechtzuerhalten - dann schwebt das Gespenst der kriminellen Vereinigung über der Staatskanzlei.

Der Regierung schlottern die Knie, dass der Bumerang Anlauf holt. Denn damit fällt auch die bisher gewählte Option, sich mit einem Schnupfen aus dem Parlament zu verabschieden (“… aus gesundheitlichen Gründen …”), um dann dieselben Weisheiten Blödheiten in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen unter die Leute zu bringen, aus. Die neue - bisher nicht in Betracht gezogene Lebensplanung - heisst: Doppelzimmer mit Klo, Gemeinschaftsduschen und vergitterte Fenster.

Da kann selbst den sprachgewandten politischen Dauerrednern die Stimme versagen und die Farbe aus dem Gesicht fallen.

Ich glaube zwar nicht, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - aber ich hätte auch nicht für möglich gehalten, dass Deubel in den Bau geschickt wird.


Mittwoch, 16. April 2014

Ingolf Deubel zu 3,5 Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hat er den Nürburgring in den Ruin getrieben, jetzt wird der arrogante Besserwisser in den Bau geschickt. Das hätte er sich - und uns!! - ersparen können, denn der Nürburgring ist für immer zerstört und verschandelt.

Nur leider läuft Kurt Beck immer noch frei rum, seine Teflonbeschichtung scheint besser abzuperlen als die von seinem gottähnlich-gepriesenen Finanzminister.

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit der Haftstrafe nicht wirklich gerechnet. Da mach ich mir ein Fläschchen auf - und vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für Rheinland-Pfalz. Dann darf aber bei dem jetzt abgeschlossenen Gerichtsverfahren nicht Schluss sein!

Was war zum Beispiel mit der Aufsicht? Oder trägt der Aufsichtsrat diesen Namen nur zur Zierde? Eine übersichtliche Gruppe von 4 Leuten war auserwählt, die Entscheidungen zu bewerten und zu genehmigen. Mit dabei die aktuell amtierenden Politiker AW Landrat Pföhler und RLP Finanzminister Kühl.

Aber auch nach der öffentlichen Hinrichtung des Bauernoipfers Deubel ging das muntere “lasst-uns-den-Nürburgring-in-die-Scheisse-reiten” Spiel weiter: der aktuell amtierende RLP SPD Fraktionsvorsitzende Hering hat damals als Wirtschaftsminister zum Todesstoß ausgeholt, als er Hotels, Richter’s Gastrodorf und den Ferienpark im Namen des Staates gekauft hat. Das Thema hatte ich ja schon öfter und besonders jetzt - nach dem Versteigerungsverfahren - ist klar, dass er mit ca. 100 Mio. Euro nur für diese Bestandteile einen viel zu hohen Preis gezahlt hat (Verkaufserlös insgesamt für diese Baugruppen plus Nordschleife, GP Strecke, Personalhaus, Boulevard, Ringwerk, usw.: 77 Mio Euro).

Und überhaupt: warum kaufen, wenn es nur kurze Zeit später wieder verkauft werden muss?

Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeld ist, dann weiss ich’s auch nicht mehr. Dagegen ist Ingolf Deubel ja nur ein kleiner Lausbub!

Aus der heutigen WiWo von Florian Zerfaß:

“n Kreisen der Staatsanwaltschaft Koblenz heißt es schon länger, dass man auch die Neufinanzierung des Projekts nach dem Deubel-Rücktritt im Auge habe. 2010 hatten Deubels Nachfolger ein Konzept ersonnen, mit dem die SPD-Landesregierung sich über die Landtagswahl 2011 rettete, das schließlich aber im Bankrott der weitgehend landeseigenen Firma mündete. Der Rechnungshof des Landes arbeitet die Neufinanzierung aktuell in einem Sondergutachten auf, die Veröffentlichung wird Mitte des Jahres erwartet. Weitere Ermittlungen könnten durchaus noch folgen.”

Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen und es wäre tatsächlich ein weiterer Teil Wiedergutmachung, damit wir Bürger nicht komplett den Glauben verlieren.

Zusätzlich bleibt die Hoffnung, dass die arrogante und selbstherrliche Landesregierung auch kapiert, dass sie das Korrektiv noch nicht ganz ausgerottet hat und es noch ordentlich zurückbeissen kann.

Auch wenn wir in unseren Befürchtungen der vergangenen Jahre bestätigt wurden - dass die Argumentation eher auf krimineller Energie, als auch logischen Argumenten aufgebaut war - so hilft das dem Nürburgring in seiner Not leider nicht.

Der Schaden ist angerichtet und die Spitze des Verantwortlichen-Eisbergs vom Gericht bestätigt und verurteilt. Neben der Erweiterung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wäre es auch an der Zeit, Schadensersatzforderungen aufzumachen - das muss weh tun!

Tags: Ringprozess | Deubel | Kafitz


Samstag, 12. April 2014

Warum ich ein Problem mit Falken Motorsport habe - und was das mit Kai Richter und Mediinvest zu tun hat.

Kai Richter gilt nicht nur für mich als der Totengräber des Nürburgrings, seine weltfremden Investitionen, die am Ende der Steuerzahler bezahlen musste, sollen nach nur ein paar Jahren wieder abgerissen werden. Doch die Folgen sind katastrophal: Insolvenz der Nordschleife mit anschließendem Verkauf des öffentlichen Eigentums.

Nichtmal vor dem N-Forum hat er haltgemacht - und es kurzerhand verklagt.

Unterstützt wurde er bei seinen Aktivitäten von einer Kommunikationsagentur in Hamburg: Dederichs Reinecke.

Hier ein paar Beispiele der professionellen Schönredner:

“Den geschäftsführenden Gesellschafter der Mediinvest GmbH und Leiter der Investorengruppe, Kai Richter, überzeugten insbesondere die Alleinstellungsmerkmale des Projektes: ”Das was hier entsteht, ist weltweit einmalig. Der Nürburgring ist emotional enorm aufgeladen und für Motorsport-Fans auf allen Kontinenten ein Muss. Keine Rennstrecke ist so stark traditionell verankert und bietet gleichzeitig auf eine moderne Art und Weise so viele unterschiedliche Angebote. Prof. Dr. Ingolf Deubel sieht den Nürburgring-Ausbau auch als Resultat der regionalen Verantwortung: “Der Nürburgring ist der wichtigste Frequenzbringer und Wirtschaftsmotor in der Region. Diese wird im hohen Maße profitieren. Der Ausbau verbessert nicht nur die wirtschaftliche Stellung des Rings, sondern stärkt auch alle anderen touristischen Angebote in der Region.”

"Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

“Erstmalig bot der Nürburgring am Grand-Prix-Wochenende auch für Besucher ein Abendprogramm, das sich hinter keiner Großstadt-Partymeile verstecken muss. Am Donnerstag flossen zum Fassanstich im Eifeldorf Grüne Hölle 500 Liter Freibier - natürlich vom eigenen Nürburger Bräu. Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit konnten wir das Eifeldorf Grüne Hölle, das Lindner Congress & Motorsport Hotel sowie den Lindner Ferienpark Nürburgring in Dress/Eifel bereits einige Tage vor dem offiziellen Startschuss in Betrieb nehmen und insbesondere auch der regionalen Bevölkerung präsentieren“, freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.”

Schön die Taschen voll gemacht und den Leuten Honig um den Mund geschmiert, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als der Nürburgring Unterstützung am nötigsten hatte.

Immer wenn Kai Richter einen Auftritt hatte …

… war Dederichs Reinecke - hier in Person von “Senior PR Berater” André Schmidt - nicht weit:

Der Nürburgring wurde immer tiefer reingeritten, doch was kümmert einen schon die Not der Nordschleife, wenn man Kai Richter die Tasche hinterhertragen darf?

Doch was hat das jetzt mit Falken Motorsport zu tun?

Seit 2011 vertraut die Reifenfirma auf die Dienste von Dederichs Reinecke

(Klick! für gross.)

… und ganz ehrlich: damit ist Falken für mich untendurch. Business as usual ist mit mir nicht drin, besonders wenn es um den Nürburgring geht.

Aktuell feiert man sich mit 100.000 Facebook Likes und hat auch einen entsprechenden Aufkleber auf dem Auto:

Ob diese 100.000 Facebooker wissen, daß sie - über Bande - dem Totengräber des Nürburgrings ihre Stimme geben?

Tags: Dederichs | Reinecke | Falken


Sonntag, 23. März 2014

Wie hoch ist der Verkaufspreis für den Nürburgring und wann wird er bezahlt?

Im Grunde geht es uns Volk ja nichts an, wenn unser Eigentum verkauft wird. Da wird zum Verkaufspreis nur lapidar verkündet:

“Das Transaktionsvolumen liegt bei über 100 Mio. EUR, wovon bis zu 25 Mio. EUR für Investitionen in den Ausbau des Nürburgrings und seiner Peripherie sowie für die Entstehung eines neuen Automobilen Technologie Clusters vorgesehen sind.”

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Allerdings hat der Spiegel Details ausgegraben und das liest sich so:

“Demnach werden 3,5 Millionen Euro für Ausgaben abgezogen, darunter 2,5 Millionen für einen von Capricorn geplanten Personalabbau um etwa 70 Stellen. 6 Millionen sind ein reiner Rechenwert: der angeblich erwartete Gewinn, den der Ring bis zum Jahresende erwirtschaften soll.”

Beim nächsten Autokauf mach’ ich das auch so:

Ich sag dem Verkäufer, daß er ein Jahr lang kräftig Sprit sparen soll und die Ersparnis soll er mir dann auf den Verkaufspreis gutschreiben.

Daß ich da noch nicht früher drauf gekommen bin!

“Zudem sollen dem Käufer 11 Millionen teils jahrelang ”gestundet“ werden, die Zahlung hängt also vom Erfolg des Geschäftsmodells am Ring ab.”

Das hat ja schon unter Richter/Lindner garnicht prächtig funktioniert! Kann man also wieder so machen.

“Die angekündigten Investitionen über 25 Millionen Euro sind bislang reine Absichtserklärungen von Capricorn, die im Vertrag nicht fixiert sind.”

Vertraglich fixieren? Warum, wenn’s doch auch ohne geht.

Alles in allem nicht die Antworten, die ich mir erhofft hatte. Gut nachzuvollziehen, daß Reinhold Schüssler das nicht unterschreiben konnte. Die anderen 4 Gläubigerausschüssler hatten da wohl weniger Problem (die Namen stehen hier).

Für mich riecht das Ganze wieder stark nach Beihilfe (Staat unterstützt Unternehmen) und damit wären die nächsten Unruhen vorprogrammiert. Ich seh auch den Geier HIG wieder kreisen, denn so ein wackeliges Konstrukt ist angreifbar - wer weiß, ob da nicht schon an der Klage gebastelt wird. Schließlich hat HIG bisher in dem Verfahren schon eine mächtige Stange Geld ausgegeben, da kommt es darauf dann auch nicht mehr an.

Statt dem Nürburgring die verdiente Ruhe zu gönnen, werden einfach die nächsten Nebelkerzen gezündet. Wann hört die Geheimniskrämerei endlich auf?

Tags: Insolvenz | Ringverkauf


Samstag, 15. März 2014

Stimmen-Sammlung zum Nürburgring Verkauf.

Florian Zerfaß / WiWo:

“Für die derart teuer errichteten Spaßbauten sind 77 Millionen Euro ein Schnäppchenpreis – erst Recht, wenn es dazu auch noch das Tafelsilber der beiden Rennpisten Nordschleife und Grand-Prix-Strecke obendrein gibt. Noch peinlicher wird es für das Land, wenn der Käufer Capricorn ankündigt, die kostspielige Achterbahn verschenken zu wollen und den für viel Geld errichteten Verlustbringer „Grüne Hölle“ mit Hotel, Disco und diversen Restaurants gleich ganz abzureißen.”

Olli Martini:

“Eine Sache ist doch klar: der Nürburgring hat nur dann eine Zukunftschance, wenn man den neuen Besitzern auch eine Chance gibt. (..) Ein Robertino Wild hat nicht ein Jahr lang hunderte Stunden damit verbracht, ein Konzept zu erstellen, nur um es zwei Jahre später gegen die Wand zu fahren. (..) Aber eine Chance haben sie wie oben gesagt nur dann, wenn diese Gespräche auch von der anderen Seite AKTIV mitgeführt werden, wenn Ideen, Ratschläge, Tipps, ectc. auch bei Capricorn ankommen und nicht nur Miesmacherparolen.”

Christoph Brune:

“Spielen wir also einmal mehr ”Goldgräber“ am Ring ? Ist es die Aufgabe der ”Allgemeinheit“, nur weil einer jetzt die vermeindlich größte, bunteste Murmel hat, jetzt zu kuschen ? Wer in direkter Abhängigkeit steht, wird wohl keine Wahl haben. Einige von uns aber schon. Echte Liebe hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun, und die, die jetzt laut propagieren, das man doch erst mal wieder abwarten soll, haben nicht verstanden, was unser Ziel ist.”

Wilhelm Hahne:

“Seit der Pressekonferenz weiß ich, dass man diese Düsseldorfer Firma nun „Cäpricorn“ ausspricht. Wie man auch in Rundfunk und Fernsehen hören kann, wo man die „moderne“, so unternehmerisch bedeutend – und international (!) - klingende Aussprache der Insolvenz-Sachwalter übernommen hat. (Ein Umlaut passt auch hier besser, weil – schon in vergangenen Zeiten - ein Umlaut immer besser zu bestimmten Namen passte. - Oder können Sie sich einen Hauptmann von Kopenick vorstellen? (..) Nein, ich empfinde diesen Verkauf des Nürburgrings nicht als eine gute Lösung. Aber ich leide im Moment noch mehr mit den Mitarbeitern am Nürburgring, die mal wieder – wie eine Ware – verschachert wurden.”

Dieter Weidenbrück:

“Heute ist der Ring verkauft worden an ein kleines Unternehmen, das nur mit Mühe die Finanzierung nachweisen konnte, wie es heißt. Und das solll nun die langfristige Heimat für diese ehrwürdige Rennstrecke sein. Ein sehr trauriger Tag, auch wenn der Kaufvertrag die EU-Entscheidung erst durchstehen muss. Da helfen auch alle Versprechungen nichts…”

Tom Schwede / 1300ccm.de:

“Ich bleibe dabei. Der Verkauf des Nürburgrings ist keine gute Nachricht. Selbst wenn mit einem Autozulieferer vermutlich das kleinste Übel der möglichen Kandidaten den Zuschlag erhalten hat. Es ist meiner Meinung nach einfach falsch, eine öffentliche Sportstätte an einen privaten Investor zu verkaufen. (..) Das Wort „abzuschreiben“ klingt harmlos. Ist es aber nicht. Es bedeutet, dass das Geld (einfach) weg ist. Das kommt – nach dem Abschluss des Verfahrens – auch nicht wieder. Denn die Gewinne, die das Kerngeschäft Ring macht, fließen ja jetzt in die Kassen eines privaten Investors. (..) Ich wäre ja dafür, Kurt Beck und den anderen beteiligten Politikern die Pension zu pfänden. Das wäre zwar auch eine Rechnung mit der linken und der rechten Tasche, hätte aber eine große symbolische Bedeutung.”

Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen. (..) Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.”

Frank Uhlig:

“Erst wird mit der Heuschrecke ein Investor hervorgezaubert, bei dem alle auf die Barrikaden gehen, dann kommt ein scheinbar nicht ganz so schlimmes Ergebnis und das gemeine Volk darf frohlocken ”ist ja nicht so schlimm wie es hätte kommen können“. Und die Versager in Mainz klopfen sich voller Stolz auf die Schulter und denken sich ”voll verarscht und keiner hats gemerkt“.”

Sebastian Bauer, passiondriving.de:

“Das klingt nun alles ziemlich gut und ich bin ehrlich: Capricorn und Robertino Wild traue ich einen erfolgreichen, nicht Rendite-getriebenen Betrieb des Ringes zu. Ohne Frage: der Privatbesitz birgt etliche Risiken und nach dem Massaker der ehemaligen Landesregierung am Ring ist das Vertrauen der “Eifelaner” zurecht erschüttert. (..) Und doch bin ich guter Dinge. Lieber den Ring unter privater und vernünftiger Führung (sofern nicht die Rendite im Vordergrund steht), als in der Hand einer in Bezug auf das Management einer Rennstrecke unfähigen Regierung.”

Volker Wissing, FDP:

"“Ein Fußballmanager der 28 Mio. Euro Steuern hinterzieht, wird zu 3 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. SPD-Politiker, die 250 Mio. Euro Steuergelder verschwenden übernehmen noch nicht einmal die politische Verantwortung”, sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz. Solange die SPD eine so groteske Form der Vernichtung von Steuergeldern, wie sie am Nürburgring praktiziert wurde, mit einem Achselzucken hinnimmt, ist sie nicht glaubwürdig, wenn es um Fragen der Steuermoral geht, so Wissing. Er bezeichnete die Ankündigung der Ministerpräsidentin als Hiobsbotschaft gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung."

Frank Giarra / Volksfreund:

“Bei der Frage, welche Lehren aus der Affäre zu ziehen sind, spielt das Landgericht Koblenz eine tragende Rolle. Im Untreueprozess gegen Ex-Finanzminister Deubel und einige Manager geht es um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, was sich Politiker unter dem Ansinnen, Strukturpolitik zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, erlauben dürfen. (..) Sollte die Kammer um den Vorsitzenden Richter Winfried Hetger zu einem anderen Urteil kommen und den ehemaligen Minister sogar ins Gefängnis schicken, wäre dies ein Signal, das bundesweit Aufsehen erregen würde. Würde es doch bedeuten, dass sich nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker, die zum Beispiel in Tochtergesellschaften wie Stadtwerken in Aufsichtsräten aktiv sind, bei leichtfertigem Umgang mit Steuermitteln juristischer Konsequenzen bewusst sein müssten. Der Bund der Steuerzahler erwartet dementsprechend das Urteil mit großer Spannung. ”Ich hoffe, dass die verantwortlichen Personen eine harte Bestrafung erhalten werden“, sagt Geschäftsführer Quante.”

Hendrik Hering, SPD:

“Die Menschen in der Region haben Grund zum Aufatmen. Der Investor capricorn hat mit seinem Konzept für einen Neustart am Nürburgring überzeugt. Das mittelständische Unternehmen will Arbeitsplätze erhalten und die Rennstrecke für Fans und andere Nutzer weiterhin öffentlich zugänglich machen.”

Moritz Nolte, automobil-blog.de:

“Ich für meinen Teil glaube, nein, hoffe (sogar inständig), dass die Capricorn Nürburgring GmbH im Gegenteil durchaus an einem renditegetriebenem Betrieb interessiert ist. Anders kann es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Es bleibt zu hoffen, dass Capricorn keine Luftschlösser baut, sondern realistisch, ja pragmatisch plant und sich vor allem auf die Basis der Fans und Fahrer sowie die Bedürfnisse der Automobilindustrie konzentriert und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln kann.”

Fabian Mechtel, autorevue.at:

“Für den Breitensport soll sich nicht viel ändern. Der Ring wird weiterhin die bekannten Veranstaltungen beherbergen und auch die Schranke für die Touristenfahrer geöffnet halten. Angst vor horrend steigenden Preise, weil ja nun ein privater Investor seine Kosten bedienen muss, sind auf den ersten Blick unbegründet. Das von capricorn vorgelegte Nutzungskonzept legt einen klaren Schwerpunkt auf langfristige Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die dortigen Entwickler ist den Konzernen bares Geld wert, mit dem sich die Einnahmenseite auf dem Nürburgring deutlich verbessern lässt. Auch die Überprüfung bisheriger Verträge wird wahrscheinlich für deutliche Mehreinnahmen sorgen – denn 80 Jahre Staatsbetrieb haben Netzwerke geschaffen, die den eigenen Vorteil suchten.”

Claus Mühlberger, auto-motor-und-sport.de:

"Denn anscheinend weigern sich Flimm und seine Gefolgsmänner zu akzeptieren, dass der insolvente Nürburgring nicht deswegen verkauft wurde, weil die Gläubigerbank der Geduldsfaden gerissen war. Vielmehr war die EU-Gesetzgebung daran schuld, dass ein Verkauf der Strecke unumgänglich war. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten es als unzulässig, dass eine (bislang) staatliche Freizeiteinrichtung, der Nürburgring, von einer staatlichen ISB-Bank subventioniert wird."

Ich hab das alles mal absichtlich unkommentiert gelassen, damit Ihr Eurer Meinungsbildung freien Lauf lassen könnt.

Tag: Ringverkauf | Trauertag


Dienstag, 11. März 2014

Der Tag, an dem der Nürburgring verkauft wurde.

Schwer zu glauben, aber heute wurde die Nordschleife verkauft. Wer der Käufer ist, ist dabei schon zweitrangig (es ist Capricorn), ebenso der Kaufpreis (77 Mio.), denn der Nürburgring soll endgültig in private Hand wechseln.

Was war das heute für ein Gezerre: der Gläubigerausschuss wollte wohl nicht so wie die Insolvenzverwalter sich das vorgestellt haben und so hat die für 14 Uhr geplante Pressekonferenz bis 18 Uhr auf sich warten lassen.

Ich schätze im Gläubigerausschuss waren heute:

  • Reinhold Schüssler (Nürburg)
  • Karsten Drawe (ISB)
  • Winfried Ott (Arbeitnehmervertreter)
  • Günter Thull (Agentur für Arbeit)
  • Carl-Bernhard von Heusinger (Müllenbach, für Udo Mergen)

(Bitte mich korrigieren, wenn das nicht stimmt!)

Meine Vermutung ist, daß die eine einstimmige Entscheidung erzwingen wollten, deswegen haben sie den 5 Leuten auch so kurzfristig die Pistole auf die Brust gesetzt mit Pressekonferenz gleich hinterher. Und das hat wohl nicht geklappt, aber man hat den Verkauf trotzdem durchgezogen.

Dieter Weidenbrück war auch in Koblenz zusammen mit Otto Flimm, ich bin auf seine Einschätzung gespannt (kommt morgen) - hier also schonmal meine.

Der Doppeldoktor Insolvenzverbrecherwalter meinte in der PK, daß man jetzt endlich Planungssicherheit hätte, dabei ist es genau umgekehrt: so unsicher war die Zukunft des Nürburgrings noch nie. Das Verkaufsverfahren ist angreifbar - die armselige Durchführung erkennt man ja sogar als Laie - und die EU muss jetzt entscheiden, ob durch den Verkauf die verbotene staatliche Beihilfe korrigiert ist. Nach JzN ist sie das eben nicht, sondern zementiert, weil der Komplex als gesamte Einheit verkauft wurde: wirtschaftliche Kontinuität. Die bevorstehende Prüfung haben auch die IVer heute nochmal extra erwähnt, es gab Zeiten, da haben die das lässig vom Tisch gewischt: das sei juristisch ein Nullum - ja nee iss klar.

Wieviele Betreiber die uns die letzten Jahre schon vor die Nase gesetzt haben! Erst 15 Jahre Kafitz-Leidensweg, dann Richter/Lindner, die Insolvenzverwalter und jetzt also Capricorn. Und habt Ihr mal gemerkt, die mussten alle Wortschöpfungsregister ziehen, denn Besitzer geht ja nicht, also wird abwechselnd von “Investor” bzw. “Erwerber” gesprochen.

Eigentlich war auch noch eine PK von Dreyer / Lemke / Lewentz geplant, aber durch das ewige Verschieben ist die wohl geplatzt. Ich hatte zwischenzeitlich gehofft, daß der Verkauf auch platzt - aber die Marschrichtung ist von der Politik klipp und klar vorgeschrieben.

Ich wage mal ein paar Prognosen: Capricorn wird - wie auch seinerzeit Richter/Lindner - jetzt massiv die Öffentlichkeit umwerben. Die beiden geschassten Düsseldorfer haben es hauptsächlich die Touristenfahrern umgarnt - Preise nicht erhöht, Fan-Diskussion inszeniert, usw.

Der neue Düsseldorfer will Richter’s Kulissenbaracken abreissen, die Achterbahn auch und die Ringcard abschaffen. Da rufen natürlich alle “Hurra” und klatschen Beifall - und schon ist alles super. Ich hab grad ein Déjà Vu und höre die ersten “Lass sie doch erstmal machen!” sagen - wie seinerzeit bei Richter/Lindner.

Woher die 100 Millionen kommen und wie sie sich refinanzieren sollen, gerät dann schnell in den Hintergrund. Dabei ist das eine stramme Summe: 3x Bilster Berg!

Auch dieses Kapital fällt nicht vom Himmel, sondern möchte Rendite sehen (bei zurückhaltenden 5% schon 5 Millionen pro Jahr) und Zinsen zahlen (bei 4% = 4 Millionen). Schlappe 9 Millionen Euro, die zusätzlich verdient (!) werden müssen. Von einer Anlage, die auch vorher schon ausgebucht war und enorme Fixkostenblöcke vor sich herschiebt.

Ich bin auch mal gespannt, wer sich jetzt direkt auf deren Seite schlägt, in der Hoffnung ein paar Krümel vom Tisch abzustauben. Bei Richter/Lindner gab es auch Leute, die sie auf den Schultern getragen haben.

Und dann die Leute, die für die gute Sache kämpfen - also gegen die neuen auserkorenen Privatbesitzer - und für einen Nürburgring, der dem Gemeinwohl dient! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin rund um den Ring und im Fahrerlager den STR Gedanken aufrechterhalten und bin sicher, daß viele Leute genauso denken. Eins kann man klar festhalten: ohne den Widerstand wäre unseren Volksverrätern Vieles viel leichter gefallen!

Wenn vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, daß am 11.März 2014 eine Firma aus dem Meuspather Gewerbegebiet den kompletten Nürburgring kauft, den hätten sie in die Geschlossene gesteckt.

Tags: Insolvenz | Trauertag | Gläubigerausschuss | Verkauf | Capricorn


Donnerstag, 06. März 2014

10 Reasons why selling the Nürburgring is a bad idea.

Before I start, some introduction in case you don’t know me: I grew up at the Nürburgring, drove it with motorcycle many years both with Jahreskarte and racing licence (including some Adenau hospital visits …), run 20832.com since 2000, introduced the red-white N logo and initiated Save The Ring over 3 years ago.

I am not involved in any commercial activities at the Ring - which is important to take into account when you read other people’s opinion. In fact you can’t buy any services from me.

I am however a big fan of Nordschleife, the track, the history, the Eifel area, the people, the racing - everything. I have been protesting against the Leisure Park, when it still was in planning phase, I protested against it, when they were building it, I protested against the Lindner/Richter lease contract (Richter even sued me and my forum, which made me close it for a year) and now I’m protesting against the sale of the tracks.

So why is it a bad idea to sell Nürburgring?

1.) Public ownership becomes private ownership.

Never before in it’s nearly 90 years history has the Nürburgring been in private ownership. Funding came from the public in the first place and it was the tax payer who kept it running.

2.) Non-profit vs profit oriented.

As a typical non-profit oriented company in public ownership, the Nürburgring has never been forced to make profits. Mis-management led to losses, but the setup originally allowed for maintenance and investment from the funds earned. This all will change dramatically, when a private company starts to satisfy investors. 20% have been mentioned by papers, which equates to an additional 20 million profit, in case it’s sold for 100 million Euro. Clearly this is impossible in the long run and would only destroy the available assets. You have two options to achieve that: raise prices or drive down maintenance. My guess is both.

3.) Public company vs private company.

The Nordschleife is located right in the middle of a nature reserve. Due to its size no less than 4 villages are located within the track. This has never been a big problem when operated by the government: one department talked to the other. Once in private hands this will all be different and confrontations are ligning up already, ranging from environmental complications to noice complaints.

4.) Benefit for the region vs benefit for a company

During the Richter/Lindner era (May 2010 - Nov 2012) we got some taste what a private-run Nürburgring means for the small businesses: step-by-step all services, which softly grew over decades, got absorbed by them and with the power of tracktime customers have been forced to their offers. No matter the quality. These guys only rented the Ring, imagine what an owner is able to do. You see many closed shops in Adenau already today, this will only get worse, when they are exluded from participations at the Ring’s businesses.

5.) Tourist Drives

Very sensitive subject. People tend to tell me nobody would stop something which earns money. Richter/Linder pushed the traffic to the max, ignoring all risks involved. However, their greed was short term. For a new owner several problems are just around the corner: risk obviously is a big one and it’s a different game for a private company compared to the government. How many tracks do you know, which offer tourist drives the relaxed way the Ring does? None? How come these tracks don’t do it, if it’s such a cash cow? Compare this to a posh VIP track day, 20 people with their Ferraris etc., 5k each. No traffic, no risk, no work, 100k a day. Complete no brainer if you ask me.

6.) Grass root motorsport

This is what the Ring is all about, the ladder from tourist drives via GLP, RCN, VLN up to the big 24 Hours race. The races are already at risk now with the prices driven up in the last years, don’t be suprised when that all collapses.

7.) Heritage

The cultural heritage of the Nordschleife needs to be preserved for generations to come. It’s without comparison in the world deserves special protection. Once in private hands the public has no vote anymore and the new owner is allowed to change everything.

8.) Non-reversable

Once the sale is done, it’s done for good. But there is no need for the government to act that fast, in fact there are many more options than just selling. Insolvency administration claims they make profits - so why not perserve Nürburgring GmbH and save it, rather than sell it as quickly as possible?

9.) European Commission

Even the insolvency administration states that the sale is only valid after the state-aid investigation has come to a close by the European Commission. Which means the buyer signs a contract, that only comes into effect after that decision. Why not better use the time to evaluate options and find a solution everybody can live with?

10.) Ja-zum-Nürburgring with Otto Flimm.

Otto Flimm doesn’t get tired to fight the sale and keeps pushing for a good solution. He declared already to call the European Court of Justice in case the sale goes through. More years on uncertainty in the pipeline, which help nobody - and which can be avoided easily!

So what would be a viable solution? It’s pretty easy really: a non-profit oriented operation of the race tracks, sale of hotels and leisure park to the highes bidder - and everybody - Ring, region, motorsport - would be able to race into a great future.

Save The Ring!

UPDATE:

Many thanks to Jalopnik, who reposted this on March 7th.

Tags: SaveTheRing | English


Mittwoch, 19. Februar 2014

Jetzt hat der ADAC Skandal auch das 24h-Rennen erreicht, nämlich die Zuschauerzahlen.

DIE ZEIT macht gerade ein Fass auf, dass der ADAC Nordrhein die Besucherzahlen für das 24h-Rennen schönrechnet:

“Der ADAC Nordrhein hat nach Informationen der ZEIT über Jahre hinweg Zuschauerzahlen seiner Veranstaltungen übertrieben hoch ausgewiesen. Der Zeitung liegen Dokumente zu Fällen vor, bei denen vom ADAC genannte Besucherzahlen von Veranstaltungen wie dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring bis zu viermal höher ausfallen als die Zahl der Ticketverkäufe.”

Damit kommen die jetzt? Wieso nicht 2010 oder 2011?

Geht aber noch weiter:

“Die früheren Betreiber des Nürburgrings kritisierten schon 2012 in einem Schreiben an den gerade zurückgetretenen ADAC-Präsidenten Peter Meyer, dass es ”eine Tradition der falschen und weit überhöhten Angabe von Besucherzahlen“ gebe. Konkret nehmen die Autoren des Briefes Bezug auf das 24-Stunden-Rennen von 2012. ”So hat der ADAC Nordrhein in diesem Jahr 235.000 Besucher beim 24-Stunden-Rennen vermeldet, obwohl nur 49.048 Eintrittskarten und 16.418 Karten für das Camping an der Rennstrecke verkauft wurden.“ Meyer ist nach wie vor Vorsitzender des Regionalclubs ADAC Nordrhein.”

Die Betreiber, die der Artikel nicht namentlich nennt, waren Kai Richter und Jörg Lindner. Das war vor nicht allzulanger Zeit die heiße Phase, als sie gekündigt waren (7.Feb.2012), aber nicht gehen wollten. Dann wurde fleißig steingekühlert, wie z.B. am 6.Juli 2012 mit dieser Pressemitteilung (!!), die die DIE ZEIT jetzt als große Recherche verkauft. Und das sogar von allen anderen Blättern willenlos übernommen wird.

Wobei man sagen muß, der ADAC eiert aber auch kräftig durch die Gegend mit dieser Darstellung:

Der ADAC erklärt die Diskrepanz zwischen der verbreiteten Zuschauerzahl und den Ticketverkäufen mit den vielen Extrazugängen für die Teilnehmer: “Neben den verkauften Tickets fließen ebenso Tickets für Fahrer, Teams und deren Gäste, Freikarten, Fia- oder Permanent-Pässe in die Statistik ein. Aufgrund des weitläufigen Gebietes einer Rallye werden darüber hinaus auch Luftaufnahmen und entsprechende Schätzungen der Behörden in die Ermittlung der Zuschauerzahlen miteinbezogen und entsprechend abgestimmt.”

Das kann sich doch jeder Laie an 2 Fingern abzählen, daß es nicht 4x mehr Aktive als Zuschauer gibt. Und was hat das 24h-Rennen denn bitte mit einer Rallye zu tun?

Die Erklärung, die ich mir immer anhören muß: die 4 Tage werden zusammengezählt und nennen sich dann “Gesamt-Wochenende”. Geht mir schon ewig gegen den Strich - also quasi immer - denn die Medien lassen das mit dem “Gesamt-Wochenende” dann einfach weg und Porsche gewinnt vor 250.000 Zuschauern. Wer käme schon auf die Idee, daß so ein “Gesamt-Wochenende” Donnerstags anfängt und die Camper tageweise addiert werden?

Wann verabschiedet man sich endlich von diesen Tricksereien? Der Beck°Beton wurde schon mit solchen Wunschzahlen begründet und jetzt fällt es sogar dem ADAC selber auf die Füße. Ob es was nützt? Am 22.Juni werden wir es wissen.

Tags: ADAC | N24h | Zuschauer | Zuschauerzahlen


Sonntag, 02. Februar 2014

Hermann-Josef Romes: Selbst im Nachhinein keine Spur schlauer.

Einen großen Auftritt hat der scheidende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau - nach 16 Jahren ist seine Amtszeit mit der Pensionierung zuende - mit einem ganzseitigen (!) Interview in der Rhein-Zeitung vom Wochenende.

Der Nürburgring spielt in dem Artikel eine große Rolle, ist HJR doch einer der Hauptverantwortlichen für die Katastrophe.

(Kafitz, Pföhler, Romes bei der Formel 1 2005)

Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn eine Kamera in der Nähe war, hat er tatkräftig mitgeholfen, das Grab der Rennstrecke auszuschaufeln:

2008 beim Spatenstich von Kai Richter’s Grünen Hölle …

… ebenso wie z.B. beim Richtfest von Nürburgring 2009 …

… immer in vordester Front dabei.

Und heute?

“(..) wir konnten doch damals nicht sagen, das kann nicht gut gehen. (..) Da geht kein Kommunalpolitiker hin und sagt, wir machen da nicht mit. Im Nachhinein ist jeder schlauer. (..)”

Herr Romes sieht sich da wohl eher in der Opferrolle und vergisst verdrängt, daß er den Freizeitpark-Ausbau massiv befürwortet hat.

Schon 2004 (!) hat er dafür Werbung gemacht (Rhein-Zeitung vom 6.Mai 2004).

“Überzeugt vom Projekt ist auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes. ”Das ist die zweite große Chance für die Region nach dem Bau der Rennstrecke in den 20er Jahren. Noch mehr in die Breite gehende Angebote am Ring würden den Tourismus in der Region stärken, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass, was die Kommunalpolitik an Hilfestellung geben könne, werde die Verbandsgemeinde leisten, verspricht er. Angst davor, dass ein neues Hotel und ein Feriendorf den Betrieben rund um Adenau Kunden wegnimmt, hat Romes nicht. Konkurrenz belebe bekanntlich das Geschäft, und die anderen Betriebe könnten von einer Ferienregion Nürburgring eigentlich nur profitieren, glaubt der Bürgermeister. “Wer auf dem Markt tätig ist, muss sich auf neue Angebote einstellen und notfalls auch neu orientieren. Das gehört zum Tagesgeschäft.” "

Im März 2007 hat er sich mit anderen Politikern persönlich sogar an Kurt Beck gewandt, um den Widerstand, der in Nürburg mit “Rettet den Ring” im Entstehen begriffen war, zu entkräften.

Aus der Rhein-Zeitung vom 27.3.2007:

“Wörtlich heißt es in dem Brief nach Mainz: ”CDU, SPD und FDP der Nürburgring-Verbandsgemeinde Adenau bedauern die nach unserer Überzeugung kurzsichtige Einstellung in Nürburg, die von den kommerziellen Interessen einiger Gewerbetreibender geprägt wird und die Chancen außer Acht lässt, die mit dem Projekt “Erlebnisregion” auch für die unmittelbare Anlieger-Gemeinde verbunden sind. Wir begrüßen und unterstützen vielmehr den Plan der Landesregierung und des Landkreises, ein ganzjährig nutzbares Sport-, Freizeit- und Business-Zentrum zu schaffen, um neue touristische Märkte zu erschließen und für den Nürburgring ein größeres Maß an Unabhängigkeit von den Konjunkturzyklen des Automobil-Rennsports zu erreichen."

Dabei war die Eingabe der Nürburger vom 15.März 2007 an Kurt Beck wohlbegründet:

“Die Fehlkalkulation der Besucherzahlen zeigt sich bereits bei der Erlebniswelt am Nürburgring, die ebenfalls kontinuierlich Rote Zahlen schreibt, weil die erwarteten Menschenströme ausbleiben.”

Oder 2009:

“Dass ein solches Riesenvorhaben – es ist die derzeit größte Baustelle in Rheinland-Pfalz – zu öffentlichen Diskussionen führe, sei normal. Es handele sich um eine Übergangsphase. Langfristig würden auch die Kritiker des Vorhabens erkennen, dass der Nürburgring zusätzlich zum Motorsport neue, zukunftssichere Standbeine brauche. Eine leere grüne Wiese sei jedenfalls keine Lösung.”

Wenn Herr Romes meint - “Im Nachhinein ist jeder schlauer.” - dann schließt er sich persönlich offensichtlich aus, denn:

“Die Unsicherheit, die jetzt geschürt wird, hat auch etwas mit dem Bieterverfahren zu tun. Da sollen mögliche Investoren abgeschreckt werden, ein Angebot abzugeben. In einer solchen Gemengelage tun wir als Kommunalverband gut daran, uns mit Kommentaren zurückzuhalten.”

Wenn Ihr mich fragt: nicht mal ansatzweise etwas dazugelernt - von wegen schlauer geworden. Hält sich mit Kommentaren zurück, damit die Heuschrecken, denen der Nürburgring geopfert werden soll, es schön mollig und warm haben.

Und überhaupt: die Schuld der anderen. Nicht er ist schuld, daß der Ring jetzt hoffnungslos am Ende ist. Sondern - festhalten:

RZ: Wie bewerten Sie die Aktionen von “Ja zum Nürburgring”, Save the Ring“ und ”Wir sind der Nürburgring"?

HJR: “Sie sind dazu geeignet, seriöse Anbieter von einem Angebot abzuhalten.”

So einfach ist das. Die bösen Kritiker, machen alles kaputt. Ohne sie kämen die “seriösen Investoren” in Scharen!

Und weiter:

HJR: “Es ist keine Volksbewegung, es ist nicht die Region, die protestiert. Es sind viele Fans aus ganz Deutschland, aber es ist nicht die Region.”

Was für ein Armutzeugnis. Es ist doch viel mehr eine Volksbewegung, wenn die Leute sich aus ganz Deutschland aufmachen, um an Protesten teilzunehmen!

Der Ruhestand für Herrn Romes ist wirklich überfällig. Ich werde den Mann als jemand aus einer Parallelwelt in Erinnerung behalten, der sich seine Rolle immer so zurechtgelächelt hat, daß sie sich mit dem geringstmöglichen Rückgrat opportun an die politisch vorgegebene Richtung angeschmiegt hat. Kein Volksvertreter, sondern nur ein grinsendes Gesicht, das großen Schaden angerichtet hat.

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Samstag, 01. Februar 2014

Die Kreise um den ADAC haben jetzt auch die Wige und den Nürburgring erreicht.

Es geht um das Gläserne Studio im Nürburgring Boulevard, aber auch das hier:

“(..) wurde der Hubschrauberlandeplatz des Lindner-Hotels am Nürburgring als ”ADAC-Heliport“ ausgewiesen, (..)”

Ach?! Hör ich zum ersten Mal. Prima angelegtes rausgeschmissenes Geld. Das einzige, was da landet, ist Regen und Schnee.

Steht alles in dem Vertrag, der auch geleakt wurde.

Mit in das Gläserne Studio ist auch die Nürburgring TV GmbH von Pathe/Althof eingezogen, diese Firma hat im Juli 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen.

Der Vertrag ist datiert auf 3.11.09 - um das weiter zeitlich einzusortieren: einen Monat später haben Hendrik Hering und Kurt Beck die Verpachtung an die Richter/Lindner NAG bekanntgegeben (siehe Chronik).

sueddeutsche.de:

"Im November 2009 schloss der Regionalverband Nordrhein einen Vertrag mit einer Firma namens Wige Performance, die zur Wige Media AG gehört, einem Unternehmen, das unter anderem Fernsehbilder von Sportereignissen produziert. Etwa von Autorennen, auch von solchen, die der ADAC veranstaltet. (..)

Meyer und Geishecker kennen sich seit Langem aus dem ADAC Nordrhein. (..) 2011 schied Geishecker aus Altersgründen aus dem Vorstand des ADAC Nordrhein aus."

Die Süddeutsche hat sich ganz schön beim ADAC festgebissen - bzw. Hans Leyendecker. Der lässt so schnell nicht locker. Lasst Euch nicht durch Süddeutsche irritieren, er wohnt soweit ich weiß in Much - das ist quasi in Rufweite vom ADAC Nordrhein.

Ich hatte Hans Leyendecker auch schonmal hier (renn.tv/1728) - da hatter er sich Mitte 2012 zum Nürburgring-Prozess eingeklinkt. Aber damals sich leider nicht richtig festgebissen.

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Dienstag, 14. Januar 2014

Eveline Lemke: Sell The Ring statt Save The Ring.

Früher hat Eveline Lemke Seite an Seite für den Nürburgring und die Region Stellung bezogen, aber heute gibt es für sie nur noch eins: weg damit, verkaufen, so schnell es geht.

Früher war sie weder im Landtag, noch in der Regierung - heute bekleidet sie als stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin hohe Regierungsverantwortung.

Vergangenen Samstag meldet sie sich auf ihrer Homepage - nach ewig langer Zeit des Schweigens - überraschend zum Thema Nürburgring:

“Viele Menschen in meiner Heimat um den Nürburgring haben Sorge, dass nach Abwicklung des Insolvenzverfahrens die Region nicht mehr vom Rennsport profitiert oder die Öffentlichkeit vom Zugang zum Mythos Nürburgring ausgeschlossen sein könnte.”

Dazu muss man wissen, daß sie in Bad Bodendorf bei Sinzig zuhause ist - von dort sind es nur 50 km zum Ring.

Und wie adressiert sie in dieser hohen Regierungsfunktion die Sorge ihrer Mitbürger?

“Damit sich die Menschen nicht Sorgen machen müssen, hat der Landtag das Nürburgring-Gesetz beschlossen.”

Schon im Mai 2013 habe ich dazu geschrieben: Das Nürburgring-Gesetz. Oder: wie die Landesregierung dem Volk Valium verabreicht. Dieter Weidenbrück hat es kommentiert und auch Ja zum Nürburgring. Bei der Auseinandersetzung mit Hendrik Hering bin ich auch noch einmal detailliert auf das Gesetz eingegangen - egal, von welcher Seite man es betrachtet: es ist Valium für’s Volk und öffnet dem neuen Besitzer Tür und Tor zum Dehnen der Formulierungen. Industriepool oder Einbeziehung der Region kommen zusätzlich zu den Schwächen überhaupt nicht vor.

Das Gesetz hat sich die Politik nur ausgedacht, um den geplanten Verkauf der Rennstrecken weiter planmäßig durchziehen zu können. Der Alles-wird-gut-Keks für den besorgten Bürger.

Umso enttäuschender, daß Eveline Lemke 1:1 die Hendrik Hering Argumentation aufgreift, obwohl der unwirksame Schutz längst dargestellt wurde.

“Die rot-grüne Landesregierung ist 2011 in dem Bewusstsein und mit der Verabredet gestartet, die Verhältnisse am Nürburgring neu zu ordnen und dies im Einvernehmen mit der EU-Kommission zu tun.”

Ja - daran kann ich mich gut erinnern. Sogar noch nach der Wahl - im Juli 2011 - hat sie die SAVE THE RING Demonstration unterstützt.

Aber als sie am geplanten Ende des Demonstrationsweges auf einmal neben Jörg Lindner auf uns wartete, da witterten nicht Wenige eine Falle. Kaffee und Kuchen hätte es geben sollen, dabei richtete sich der Protest ausdrücklich gegen die NAG von Kai Richter und Jörg Lindner und ihr Unterdrücker-Regime.

Der Umzug machte 100m vor den Beiden kehrt - die einzig richtige Entscheidung.

“Etwas polemisch sind wir GRÜNE damals mit der Forderung in den Landtagswahlkampf gezogen, dass das ”Fass“ endlich einen ”Boden“ erhalten solle. Einer Abwägung vor Ort, wo Schwimmbäder wegen fehlender Haushaltsmittel geschlossen werden müssen oder die Löcher in den Straßen nicht geflickt werden können, hält keine Argumentation FÜR Millionen am Nürburgring stand.”

Ganz einfach: das Fass ohne Boden ist der Freizeitpark und nicht die Rennstrecke. Trennen von Rummel und Rennen - und schon hat der Nürburgring wieder eine Zukunft! Und noch einmal: warum hat Hendrik Hering die privaten Bestandteile für ca. 100 Mio Euro innerhalb der Nürburgring GmbH verstaatlicht? Dieser Schritt war quasi die Insolvenzgarantie!

“Vor der Insolvenz bestand der Wille, den notwendigen Transformationsprozess seitens der Landesregierung noch aktiver ausgestalten zu können.”

Oder auf deutsch: weitere Millionen in das Fass ohne Boden zu pumpen!

“Dafür hat die Landesregierung bei der EU Kommission eine Beihilfe beantragt, die nicht genehmigt wurde.”

Kurt Beck’s Lieblingsargument: die böse EU! Kein Wunder, daß die EU RLP erstmal auferlegt hat, kein WEITERES Geld in die Nürburgring GmbH zu pumpen, wenn gleichzeitig eine große Beihilfeuntersuchung läuft. Gängige Praxis, daß vor Beantwortung der Fragen alle weiteren Zahlungen (Beihilfen!) ausgesetzt werden.

“Statt dessen ging dann der Nürburgring in die Insolvenz.”

Naja, ging ist relativ: die Regierung inklusive Eveline Lemke hat ihn dahin geschickt, am 18.7.2012.

“Das Deutsche Insolvenzrecht hat klare Vorgaben, an die sich alle halten müssen, auch die Politik.”

Ja? Und das heißt jetzt genau was?

Es heißt auf jeden Fall NICHT, daß der Nürburgring verkauft werden MUSS und vor allem nicht mit der Hektik, in der das aktuell abgewickelt wird.

Genausogut könnte die Firma auch SANIERT werden, aber da redet niemand drüber. Die Verkaufsprospekte preisen ein rentables Unternehmen an und man fragt sich zwangsläufig: warum sollte jemand auf die Idee kommen, sowas freiwillig zu verkaufen? Die defizitären Bestandteile sind Kurt Beck’s in Beton gegossene Träume - die Rennstrecke hat gute Chance auf eigenen Beinen zu stehen.

Ihr Text geht noch weiter, könnt Ihr ja selber mal schauen. Das Gesetz muß ein zweites Mal als Argument herhalten und Otto Flimm wird auch abgebügelt.

Alles in allem ein sehr bitterer Aufsatz - und auch eine große Enttäuschung. Das einzige, woran die Regierung interessiert zu sein scheint: verkaufen! So schnell wie möglich verkaufen!

Und warum? Man möchte damit der Entscheidung aus Brüssel zum Beihilfeverfahren zuvorkommen. Anscheindend hat man mehr Angst vor einem negativen Bescheid, als man zugeben möchte. Das kommt einem Eingeständnis gleich, gegen EU Gesetze verstoßen zu haben und deshalb möchte man das Urteil erst garnicht hören.

Das Ganze natürlich nur, wenn der Verkaufsprozess auch EU-sauber abläuft. Und da haben Otto Flimm und Dieter Frey massive Zweifel und die 50-seitige Beschwerde scheint mächtig Staub aufzuwirbeln. Bester Beweis dafür ist, daß Insolvenzlautsprecher Nuvoloni der Beschwerde gelassen entgegen sieht.

So kann man sich natürlich fein aus der Affäre ziehen und wenn die Nordschleife dafür über die Klinge springen muss, so what? Die Politiker fahren Samstags nicht zum Brünnchen, denen ist das egal.

Wenn man sich mal die finanziellen Größenordnungen anschaut: 500 Mio Euro sind in den Freizeitpark geflossen und angeblich hat Capricorn 50 Mio Euro FÜR ALLES geboten. Der ADAC hat nur für die Rennstrecken angeblich 37 Mio Euro geboten (und wurde dafür vor die Tür gesetzt: zu niedrig). Das heißt der Freizeitpark mit Kosten von 500 Mio Euro Steuergeld vor 5 Jahren hat einen Marktwert von 13 Mio Euro. Mit Hotels und Feriendorf und allem drum und dran.

Das muß man erstmal sacken lassen.

Und um diese läppischen 13 Mio Euro nach oben abzurunden soll jetzt die Nordschleife verkauft werden! Die für die ganze Katastrophe am allerwenigsten kann.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, weder logisch - noch betriebswirtschaftlich!

Liebe Eveline Lemke, liebe Landesregierung: kommt zur Vernunft und stoppt diesen Amoklauf! Die Nordschleife ist kulturelles Erbe, weltberühmte Sportstätte und Lebensnerv einer ganzen Region. Wir müssen verhindern, daß dies alles der Ausbeutung zum Opfer fällt!

UPDATE:

Eveline Lemke hat über Facebook geantwortet:

“Lieber Mike Frison, danke für Dein Eingehen, ich finde es wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit der Haltung trotzdem korrekt im Umgang miteinander auseinandersetzen. Sobald es aus meiner Sicht eine neue Erkenntnis, ein neues Argument oder eine Entscheidung gibt, werde ich mich wieder zu Wort melden. BG Eveline”

Und ich auch nochmal:

“ Eveline, zu warten halte ich für keinen guten Vorschlag, denn die Zeit drängt enorm. Ist der Verkauf erst einmal vollzogen, wird sich dieser wohl kaum rückgängig machen lassen. Und dann folgt nach den grausamen Jahren erst mit NAG und jetzt mit den Insolvenzverwaltern der nächste, der sich hemmungslos am Nürburgring bedient: der Privatbesitzer.”

“Wie viele andere auch, sehe ich nur die Chance des gemeinnützigen Betriebes, am besten in Landeshand - und den Verkauf verhindern wir besser heute als morgen. Bitte lass diese Chance nicht ungenutzt und öffne Dich dringend für die Gespräche, die Dir angeboten wurden - sonst ist es schnell zu spät.”

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der Nürburgring-Verkauf kann noch gestoppt werden.

Otto Flimm / JzN haben eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil der Verkaufsprozess weder transparent, noch diskriminierungsfrei abläuft.

Vorausgegangen war ein Schreiben an Malu Dreyer, den sie aber nicht beantwortet hat - naja, das kennen wir ja aus Facebook.

Die WiWo hat einen knackigen Artikel und hier ist auch die Pressemitteilung von JzN.

Da ist bei beiden reichlich Zündstoff drin, das kann auch der umtriebige Herr Nuvoloni nicht mehr schönreden.

  • Die Insolvenzverwalter bevorzugen Angebote zur Gesamtanlage. D.h. inklusive Hotels und Freizeitpark, dadurch würde natürlich die Beihilfe endgültig manifestiert. Das Monopol der Rennstrecken könnte beliebig benutzt werden, um die Hotels zu füllen. Die IV nennen das Synergie, in Wirklichkeit sind es Kopplungsgeschäfte. Und das erklärt auch, warum der ADAC gedisst wurde, der hat nämlich nur auf die Rennstrecken geboten und das passt den IV nicht.

Eigentlich sollte der Verkauf die verbotenen Beihilfen - also die Wettbewerbsverzerrung - auflösen. Das funktioniert aber nicht, wenn man Bieter bevorzugt, die nur alles tutti kompletti kaufen. Denn genau das macht ja die Wettbewerbsverzerrung eben nicht rückgängig.

Das Problem hat auch einen Namen: wirtschaftliche Kontinuität:

Dann würden die Beihilfen auf den Käufer übergehen und die Kommission könnte vom neuen Eigentümer einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern.

Können die Bieter ja schonmal ordentliche Rückstellungen bilden!

Die Capricorner haben sich sogar schon den Nürburgring-Mitarbeitern vorgestellt, die scheinen sich ihrer Sache ja ganz schön sicher zu sein.

Und damit nichts anbrennt, schaltet Capricorn auch vorsichtshalber Imageanzeigen im lokalen Blick Aktuell. (Danke für das Bild Uwe!)

  • Wenn Otto Flimm jetzt nicht massiv vorgehen würde, dann bekommt der Nürburgring in ein paar Jahren das nächste Problem. Warum? Den aktuellen Verkaufsprozess kann man nur noch als dilettantisch beschreiben, die La Tene Capital Hongkong Nummer sagt ja schon alles. Und weil es um viel Geld geht, ist das quasi eine Einladung für die nächsten Gerichtsprozesse. Der Ring käme immer noch nicht zur Ruhe, auch dem neuen Betreiber droht die Insolvenz - dann lieber einmal jetzt alles richtig auf die Schienen setzen, als ein endloses Tal der Tränen.

  • Jetzt wissen wir auch, woher die Betriebsgesellschaft, die im Oktober 2012 auf einmal als Briefkasten aufgetaucht ist, ihr Geld herhat: 2 Mio Euro von der insolventen Nürburgring GmbH. Und - ZACK! - wieder das nächste Beihilfeproblem. Für normale Insolvenzen, so wie sie Schmidt/Lieser gewohnt sind, mag das der richtige Weg sein. Aber europarechtlich wohl doch nicht so ganz astrein.

Das ganze Gezerre muss endlich ein Ende haben. Hoffentlich kommt Otto Flimm doch noch mit Malu Dreyer in’s Gespräch, was soll das hartnäckige Mauern. Der Verkaufsprozess muss neu konzipiert werden, die Rennstrecken dürfen nicht verkauft werden und der Rest wird meistbietend versteigert. Warum ist das so schwer?

Nachdem Sabine Schmitz vorgestern schon mit einer Abordnung vom Ring auf Kurt Beck getroffen ist, war sie gestern zusammen mit Christian Menzel im Hunsrück. Dort gab es auch eine Veranstaltung - diesmal von der CDU - und auch Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger.

Klasse Einsatz und wir merken ja auch so langsam, daß die Aktionen Früchte tragen. Wir dürfen nicht lockerlassen, es gibt eine Chance den Verkauf der Nordschleife zu verhindern!

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Montag, 06. Januar 2014

Otto Flimm und die Insolvenzverwalter.

Im Rahmen ihrer abgebrühten Kommunikationsstrategie haben die Insolvenzverwalter ja probiert Otto Flimm als Übeltäter darzustellen, damit sie selbst ihre Hände in Unschuld waschen können. Ich hatte das hier auch thematisiert vor 3 Wochen (renn.tv/2359), wie sie mit der Verdrehung der Tatsachen versuchen die Leute an der Nase herumzuführen.

Dazu gibt es jetzt auch eine Antwort von Otto Flimm, bzw. eine PM vom Verein Ja zum Nürburgring:

“Sollte tatsächlich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt die Rechtsauffassung vorherrschen, dass man einen nachhaltigen EU-Rechtsverstoß totschweigen sollte, anstatt auf ihn hinzuweisen? Sollte er wirklich der Auffassung sein, dass nicht demjenigen, der sich rechtswidrig verhalten hat, die Schuld zu geben ist, sondern demjenigen, der auf den Rechtsverstoß hinweist? Das wäre in der Tat ein seltsames Rechtsverständnis für einen promovierten Juristen. Unsere Auffassung ist es sicher nicht.”

Klartext! Das tut gut!

Schön, daß auch Eveline Lemke aus ihrem Versteck hervorgezogen wird, von ihr hat man - im Gegensatz zu der Zeit VOR der Landtagswahl - garnichts mehr zum Thema Nürburgring Rettung hört:

“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lassen die EU-Kommission prüfen, ob die Gelder, die die Landesregierung über die landeseigene Gesellschaft Nürburgring GmbH bereits in den Bau der Erlebniswelt investiert hat, auch einwandfrei und gesetzeskonform zu den bestehenden EU-Richtlinien geflossen sind.”

Eigentlich ist es ganz einfach: man muß sich nur überlegen, welche Absicht hinter den Aktionen steckt.

Bei Otto Flimm ist es so:

“Ziel der Maßnahmen ist es, einen Neustart einzuleiten, damit der Fokus am Nürburgring wieder auf den Motorsport gerichtet wird.”

(aus der Einladung zur Mitgliederversammlung am 22.Juni 2012).

Ganz einfache Geschichte und da finden wir uns alle wieder.

Und bei den Insolvenzverwaltern? Nun, die haben einen Auftrag bekommen und den wollen sie gut wie möglich zu Ende bringen. Nicht für den Motorsport und auch nicht für die Region, sondern gut für sich selber und ihre Kanzlei.

Da werden alle Register gezogen, das darf auch ruhig was kosten. Denn am Ende soll der Verkauf ja auch ordentlich Geld in die Kasse der Anwälte spülen. Umso teurer, umso besser. Klar, daß denen nicht schmeckt, daß das Volk die Rennstrecken nicht verkaufen will, das bringt ja dann viel weniger Geld ein!

Jetzt, wo der Verkauf unmittelbar bevorsteht, fallen auch bei den Insolvenzverwaltern die Hüllen: es geht nur noch um den höchsten Preis, die Region interessiert schon lange nicht mehr.

Und was haben sie für einen Aufwand betrieben im Vorfeld. Dialog versprochen und Diktatur geliefert. Wisst Ihr noch? nuerburgring-dialog.de?

“Helfen Sie, den Mythos Nürburgring zu erhalten. Bringen Sie sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen ein. Wie kann oder soll die Zukunft des Rings aussehen?”

Da sind tatsächlich ein paar Leute drauf reingefallen, im Nachhinein ging es nur darum, die Öffentlichkeit in Diskussionen zu verstricken, während im Hintergrund fieberhaft der Ausverkauf vorbereitet wurde. Perfide - was anderes fällt mir dazu nicht ein.

Nicht nur zeitlich nahtlos an die Richter/Lindner NAG angeknüpft.

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Freitag, 03. Januar 2014

Die Insolvenzverwalter haben eine alte neue Marke angemeldet.

Und wie ich finde, sehr frech:

register.dpma.de/../3020130598032/DE

Das ist das Layout nur der Nordschleife, das war eigentlich immer den Communities vorbehalten. Sozusagen als Erkennungsmerkmal, um was es wirklich geht. So wie 20832. Die, die keine Ahnung haben, fahren auf ihren Prollbüchsen ja immer noch die Grand Prix Strecke inklusive Haughaken mit spazieren.

Und das meldet die insolvente Nürburgring GmbH am 15.11. 2013 an. Zum zweiten Mal! Denn beim ersten Mal wurde keine Unterscheidungskraft festgestellt.

Ich hoffe mal, daß es da Widersprüche hagelt, denn dieses Bild wird von vielen Leuten verwendet, ohne daß es dafür eine Marke braucht.

Aber wo wir schon dabei sind: insgesamt hat die Nürburgring GmbH 98 Marken angemeldet.

Die älteste ist von 1982 - das war noch cool.

2006 kam das neue Nürburgring-Logo, die Entwicklung hatte damals viel Geld gekostet und Walter Kafitz hat sich in diesem Logo verewigt. Deswegen kann ich auch nicht verstehen, daß es trotzdem so viele Leute freiwillig benutzen, sie unterstützen damit quasi Kafitz’sches Gedankengut.

2008 wurde es albern, da wurden alle Nordschleife-Streckenabschnitte geschützt, z.B. Karussell. Verstehe zwar nicht, wie man sowas eintragen kann, aber geschenkt.

Und natürlich viel schlimmer, 2009 kam die heutige Freizeitpark- und Insolvenz-Era mit Ring°elpietz und Schimmel°pilz, als mit dem Beck°Werk alles be°ringt wurde.

Und nicht zu vergessen 2009, als sich auch Kai Richter auf Steuerkosten verewigen durfte.

Aber die affigste aller affigen Markenanmeldungen der Nürburgring GmbH ist mit Abstand diese hier von 2011. Was für eine Steuergeldverschwendung!

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Freund des Nürburgring Fred Pretz.

Ich habe mich immer gefragt, was Fred Pretz wohl dafür bekommt, daß er sich bei Hendrik Hering’s Blendgranatenverein “Freunde des Nürburgring” so engagiert.

(Aus dem “Geschäftsbrief” der NAG vom März 2011, Fred Pretz rechts neben Kai Richter.)

Er ist vorher noch nie mit dem Thema Nürburgring in Erscheinung getreten, aber wurde von heute auf morgen Vereinsvorsitzender von diesem Club.

Na - wie wär’s denn mit einer neuen Stadthalle?

Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, hofft auf eine Einweihung der neuen Halle im ersten Halbjahr 2015. Kosten soll der Bau nach Berechnungen des rheinland-pfälzischen Innenministeriums rund 10,5 Millionen Euro. Das Land hat bereits 2010 einen Zuschuss von 5,2 Millionen Euro bewilligt, weitere 1,5 Millionen Euro kamen in diesem Jahr dazu.

Wem Vallendar nichts sagt: das ist ein kleiner Ort gegenüber von Koblenz auf der schääl Sick, hat 8.500 Einwohner.

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Donnerstag, 02. Januar 2014

Meine Kommentare zu der Facebook-Antwort von Hendrik Hering.

Hendrik Hering - der Ex-Wirtschaftsminister von RLP, der 2010 die Richter-Immobilien verstaatlich hat (die heute wieder privatisiert werden sollen) und den 30-jährigen NAG Pachtvertrag ausgehandelt hat - war ja zum Jahreswechsel hier Thema.

Er hat tatsächlich sogar in der Sylvesternacht fleissig Posts auf seiner Facebookseite gelöscht und massig User geblockt. Mich hat er auch auf seine persönliche Blacklist gesetzt.

Und jetzt gibt es auch ein Statement von ihm, das ich zwar selber nicht lesen kann (Blacklist), das mit aber zugeschickt wurde.

Der Text ist ein Spiegelbild der aktuellen Argumentationslinie und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Satz für Satz zu kommentieren.

Das ist zwar ein sehr trauriger Start in das Jahr 2014 und ich könnte mir meine freie Zeit sicher angenehmer vorstellen - z.B. spielend mit unserer 10 Wochen alten süßen Maus im Zimmer nebenan. Aber ich konnte das einfach nicht so unkommentiert stehen lassen:

In den letzten Tagen werden auf meinem Facebook-Account sachliche und weniger sachliche Posts zum bevorstehenden Verkauf des Nürburgrings hinterlassen, die ich sehr genau gelesen habe.

Soviel zu der Vermutung, jemand anders würde die Seite für Hendrik Hering pflegen.

Ich erlaube mir auch zukünftig, auf meiner persönlichen Facebook-Seite Posts zu löschen, die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette entsprechen.

Da gibt’s direkt mehrere Punkte:

  • Nicht nur Posts zu löschen, sondern auch die User zu blocken! Ich und gefühlt das halbe Facebook können nach seiner Hexenverbrennung die Seite nicht mehr sehen.
  • Meinen Post kann ja jeder hier nachlesen: renn.tv/2367. Ich kann kein Problem mit der Netiquette feststellen.
  • “die nicht der in den Notizen noch einmal dargestellten Netiquette” - noch einmal? Dieses Hendrik-Hering-Facebook-Gesetz hat die große Säuberungsaktion nachträglich legitimieren wollen.

“Einer Diskussion über die Zukunft des Rings habe ich mich seit ich 2006 als Minister damit befasst wurde, nie entzogen.”

HAHAHA! Darf ich mal laut lachen?

Also

  • 2006? Das ist ja das Allerneueste! Nachdem Ingolf Deubel über die Klinge springen musste, der als Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH in Personalunion das Sagen hatte, wurde die Verantwortung in Hendrik Hering’s Wirtschaftsministerium geschoben. Das war 2009.
  • Über die Köpfe aller Betroffenen wurde entschieden, gleich einer Diktatur. Ich war live dabei, als Richter/Lindner in Adenau von Hendrik Hering als Pächter mit 30 Jahre Vertrag vorgestellt wurden. Alle Bedenken von Sportlern und Bevölkerung wurden - wie auch die Jahre davor - herrschaftlich vom Tisch gewischt! Im SWR sagte Hering im März 2010:

Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.

“Was WIR am sinnvollsten halten!” Klarer kann man dem Volk doch garnicht mehr sagen, daß es zu kuschen hat.

“Daher hier, für alle, die sich in den letzten Tagen mit ihren sachlichen Posts gemeldet haben, meine ausführliche Stellungnahme zum Ring:”

Nach ja - für alle, die noch nicht geblockt sind - und das ist die Minderheit würde ich sagen.

“Anders, als von einigen Interessengruppen suggeriert, ist ein Verkauf des Rings durch die Insolvenzverwalter nicht zu verhindern.”

Alternativlos! Das ist doch mal ein Argument!

“Wir haben klare Vorgaben aus Brüssel, die wir nicht verneinen können.”

Klare Vorgaben - und warum sagt er dann nicht, worum es sich bei den klaren Vorgaben handelt? Ein Verkauf ist es nämlich nicht! Die EU hat nicht vorgeschrieben, daß der Nürburgring verkauft werden muss. Das hat sich die Landesregierung als Märchen ausgedacht, damit sie sich dahinter verstecken kann.

Was die EU gemacht hat: sie hat ein Verfahren wegen verbotener Beihilfen eröffnet. Ergebnis: offen. Da ist noch überhaupt nichts entschieden und besonders Herr Hering hat ja als Jurist und Wirtschaftsminister immer hartnäckig argumentiert, daß alles EU-konform abgelaufen sei. Also müsste er auch dem Beihilfeverfahren gelassen entgegen sehen.

“Ich gehöre nicht zu den Menschen, die mit der Möglichkeit, den Ring in Landeshand zu belassen, spekulieren und in der Region falsche Hoffnungen wecken.”

Was heißt hier spekulieren und falsche Hoffnungen wecken! Es geht um Volkseigentum von unermesslichem kulturellen Wert, da würde man von jedem verantwortungsvollen Politiker erwarten, daß er es mit dem Messer zwischen den Zähnen bis auf den letzten Tropfen Blut verteidigt! Was für eine perfide Umkehrung der Argumentation!

“Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht die Antwort ist, die die Mehrzahl der Userinnen und User, die sich bei mir gemeldet haben, lesen wollen.”

… und auch nicht lesen können. Vielleicht weiß Herr Hering garnicht, was das bedeutet, wenn man einen User auf die Blacklist setzt.

“Durch die Insolvenz hat die Landespolitik nur noch geringen Einfluss auf das Verfahren.”

Da ist sie ja wieder: die Insolvenz, die wie von Geisterhand vom Himmel gefallen ist. Kein Wort darüber, daß er - Hendrik Hering - durch den Kaufvertrag über die privaten Immobilien maßgeblich zum Bankrott beigetragen hat! Hätte er meinen Kommentar nicht gelöscht, dann hätte er auch darauf antworten können - hier habe ich das Thema im Detail beleuchtet.

“Der Verkauf der Vermögenswerte an Investoren ist bei einer Insolvenz unvermeidbar.”

Da - wieder: alternativlos. Wieso sollte das unvermeidbar sein? Eine Involvenz bietet viele Möglichkeiten die Gläubiger zu befriedigen, vor allem da der Hauptgläubiger das Land selber ist! Eine Trennung von Beck°Park und den Rennstrecken mit anschließendem Verkauf der Hotel- und Freizeitimmobilien wäre doch ein hervorragender Weg. Die Anlagen haben vor 4 Jahren über 330 Mio Euro gekostet, da muß doch noch ein Wert übrig sein. Wenn nicht, dann frage ich mich, wo das Geld hin ist?

“Wir haben allerdings dafür gesorgt, dass nach dem Verkauf ein öffentliches Zugangsrechts am Nürburgring gesetzlich geregelt ist. Dadurch wird der Ring für die Region und für den Motor- und Breitensport erhalten bleiben.”

Das Nürburgring Gesetz. Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das sagen eigentlich alle Beteiligten, nur die Regierung schiebt es immer wieder als Ausrede vor sich her.

Hier ein paar Stellungnahmen:

Ja zum Nürburgring:

“Um fünf nach zwölf wurde dann ein Landesgesetz zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings verabschiedet, das den freien Zugang zur Rennstrecke zu angemessenen Kosten garantieren sollte. Das Gesetz ist allerdings so weit gefasst, dass es den gewünschten Zweck nicht erreicht. Es ist nicht mehr als eine leere Hülle und stellt keinen konkreten und bindenden Rahmen für einen zukünftigen Eigentümer/Betreiber dar. Vielfältige und langjährige Rechtsstreitigkeiten sind absehbar, wenn die Rennstrecke in die falschen Hände gerät. Es fehlt vollständig der Bezug zur Region, zu deren Unterstützung der Nürburgring einst gebaut und fast 90 Jahre lang betrieben wurde. Auch von dem Ziel „angemessene Kosten“ für den Motorsport ist nichts geblieben. Nach dem Gesetz ist der Betreiber vollkommen frei in seiner Preisgestaltung. Damit werden ohne Not wesentliche Zielvorgaben der legendären Sportstätte des Nürburgrings dem Gutdünken eines privaten Investors preisgegeben.”

Julia Klöckner:

“Die CDU-Landtagsfraktion hat das heute von den Regierungsfraktionen verabschiedete Gesetz abgelehnt – aus Solidarität mit der Region! Wir haben unsere Position auch in einem eigenen Entschließungsantrag deutlich gemacht. (..) Bis heute haben die Regierungsfraktionen nicht plausibel darlegen können, warum ein derart hoher Zeitdruck aufgebaut werden musste.”

Dieter Weidenbrück:

“Ich halte das Gesetz für unbrauchbar. Der Anspruch, mit diesem Gesetz die Nutzung des Nürburgrings auch weiterhin kontrollieren zu wollen, kann nicht erfüllt werden.”

Das Gesetz könnt Ihr hier und die Nutzungsordnung hier nachlesen.

“Historisch war der Ring schon immer ein Ort, der sowohl für die Region als auch für Rennbegeisterte offen stand. Das ist in dem Landesgesetz, dass mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet wurde, auch für die Zukunft so geregelt.”

Reine Augenwischerei - nichts ist geregelt, im Gegenteil, es wurde so schwammig formuliert, daß es nur den zukünftigen Besitzer schützt.

“Niemandem nutzt eine private Rennstrecke mit der Region und den Menschen vor Ort als Zaungäste.”

Ach?

“Deswegen haben wir für ein öffentliches Zugangsrecht und dessen gesetzliche Absicherung gesorgt.”

Die einzige Absicherung scheint die der Regierung zu sein, erlässt schnell ein Gesetz, damit es damit den Leuten Sand in die Augen streuen kann.

“Über die positiven Signale für unser Gesetz von Seiten der EU-Kommission freuen wir uns und wissen, dass dies Ministerpräsidentin Malu Dreyer und den Sanierern am Nürburgring durch die ständige Rückkopplungen mit der EU-Kommission gelungen ist.”

Da sind sie ja wieder, die Sanierer! Immer schön wiederholen, vielleicht glaubt es ja dann jemand. Das sind ganz normale Insovlenzverwalter, die erst einmal das Wohl ihrer eigenen Kanzlei im Auge haben. Sanierer würden sanieren, nicht verkaufen!

“Für Infrastrukturprojekte wie den Nürburgring werden auch zukünftig Steuergelder in die Hand genommen werden müssen.”

Das ist ein seltsame Aussage und hat überhaupt nichts mit dem Problem zu tun. Witzigerweise ist das auch die Passage, die von der Agentur dpa aufgegriffen wurde. Irgendwie ein Ablenkungsmanöver, das sogar funktioniert hat.

“Diese Aussage gilt unabhängig davon, dass die Bauten am Nürburgring überdimensioniert sind.”

Äh - ja - stimmt. Das hat wirklich nichts miteinander zu tun. WTF?

“Freizeitpark und Boulevard würden heute in dieser Größenordnung nicht mehr gebaut werden.”

Das ist doch der Wortlaut von Kurt Beck? Damit hat er sich auch immer das Problem kleinreden wollen, daß das ja nicht nochmal gemacht wird.

“Es ist nicht gelungen, deren Kosten zu refinanzieren.”

Nicht nur das. Es war auch von vorneherein absehbar, daß das ein komplettes Disaster wird. Und es gab viele laute und warnende Stimmen, die vom Tisch gewischt wurden.

“Das ärgert keinen mehr als mich selbst.”

Noch so ein Kurt-Beck-Textbaustein. Herr Hering, denken Sie sich doch mal was eigenes aus.

“Betrachtet man den Refinanzierungsbedarf handelsrechtlich, waren die damaligen Berechnungen des Landesrechnungshofs nachvollziehbar.”

Des Landesrechnungshofes? Der jahraus jahrein der Nürburgring GmbH und der Landesregierung Geldverschwendung nachgewiesen hat? Aber immer ignoriert wurde? Dieser Landesrechnungshof?

“Ernst & Young, die von der damaligen Landesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Refinanzierungsbedarf für das Investment am Nürburgring auf anderer betriebswirtschaftlicher Grundlage kalkuliert als der Rechnungshof dies tut.”

Achja, die Auftragsgutachten. Die waren ja auch immer als Argument herangezogen worden. Damals wurde aber immer von renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesprochen. Die Zeiten sind wohl vorbei.

“Darüber hinaus wurden Ertragsaussichten aufgezeigt, die diesen Refinanzierungsbedarf decken und die auch von den Pächtern durch die Unterzeichnung der Verträge als realistisch anerkannt wurden.”

Und von denen jeder Außenstehende gesagt hat, daß die Rechnung vorne und hinten nicht aufgeht.

“Aus heutiger Sicht waren die 2010 gemachten Annahmen eindeutig zu optimistisch.”

Ah - jetzt wird es interessant - das ist der 30-jährige Richter/Lindner Vertrag und der Abkauf für 100 Mio Euro (?) der privaten Richter Immobilien.

“Auch hat sich das in die Vertragspartner gesetzte Vertrauen nicht in der erhofften Weise erfüllt und wurde in den letzten Wochen vor der Vertragskündigung schwer erschüttert.”

Ach nee. Die Schuld der Anderen.

“Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würden die Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 getroffen werden.”

Diese Erkenntnisse lagen damals - also auch 2007, als die Erlebnisregion beschlossen wurde - auf der Straße! Jeder - JEDER! - hat gesagt das geht in die Hose. Nur die arrogante Landesregierung hat alle Kritik überhört und ist mit dem Kopf durch die Wand.

“Die Trennung von Besitz und Betrieb war allerdings eine richtige Entscheidung.”

What? Hab ich was verpasst? Fehlt da ein Stück? Den Betrieb aus der Hand zu geben und die Richter-Immobilien zu kaufen war die richtige Entscheidung? Weil … ?

Das war die garantierte Nürburgring-Insolvenz mit Ansage und Anlauf! Was redet der Mann da für ein wirres Zeug!?

“Dadurch wurde zudem auch die Kündigung des Betriebspachtvertrags möglich gemacht.”

Ach - jetzt versteh ich - das war ein Witz! Hahaha - der ist gut!

Ja, das stimmt natürlich - die Kündigung des Pachtvertrages ist erst durch die Entstehung des Pachtvertrages möglich geworden.

Au weia.

“Die Menschen in der Eifelregion rund um den Ring sind mir und sind der Landesregierung ganz sicher nicht egal.”

Doch, völlig - leider. Ihr interessiert Euch nur für Euren warmen Bürostuhl auf Steuerzahlerkosten - und das wird jedem aufmerksamen Leser alleine schon bei diesem Text deutlich.

“Die enorme strukturpolitische Bedeutung der Rennstrecke für die Eifel muss trotz der Insolvenz mit dem Ziel gesichert werden, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.”

Zum Schluß noch was Staatstragendes, das kommt immer gut. Und Arbeitsplätze gehen immer.

Sorry, aber diese Ausflüchte sind ein einziges Trauerspiel. Und zusammen mit der Vorgeschichte einfach nur noch furchbar erbärmlich. Keinen Arsch in der Hose, Rumgeeiere bis zum Anschlag - dabei hätte ausgerechnet Hendrik Hering einiges wieder gutzumachen.

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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hendrik Hering, Facebook und die Meinungsfreiheit.

Hendrik Hering ist gelernter Jurist und war Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, bis er 2011 von Eveline Lemke abgelöst wurde. (Wir hatten damals große Hoffnungen in diesen Wechsel gesetzt, aber das ist ein anderes - ebenso trauriges - Kapitel.) Er hat entscheidend die Weichen für den Nürburgring gestellt, denn sowohl der Pachtvertrag mit Lindner/Richter als auch den gleichzeitigen staatlichen Aufkauf der privaten Richter-Projekte hat er zu verantworten.

Das Thema hatte ich vor 2 Wochen nochmal aufgegriffen, denn für mich waren das die entscheidenden Katastrophen, die die Nürburgring GmbH unweigerlich in die Insolvenz - nur 2,5 Jahre später - geführt haben. Will nur heute niemand mehr was von wissen, besonders nicht Herr Hering.

Nachdem er seinen Stuhl im Wirtschaftsministerium räumen musste, hat man ihm den SPD Fraktionsvorsitz üerlassen, Landtagsmitglied ist er natürlich auch.

Und da es heutzutage chic ist auf Facebook zu sein, wird das auch im Westerwald umgesetzt.

Das ist seine Homepage - inklusive dem Facebooklink (Wer-kennt-wen? WFT?):

Thema Nummer 1 auf seiner Seite ist der Umzug seines Bürgerbüros von Bad Marienberg nach Hachenburg und da habe ich mir gestern erlaubt diesen Kommentar einzustellen (das eigene Verfassen von Beiträgen ist nicht erlaubt, man kann aber auf Beiträge antworten):

“Wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit einem Abstecher an den Nürburgring Herr Hering? Immerhin waren Sie es, der den Vertrag vom 8.April 2010 ”ausgehandelt“ hat, der mit der Übernahme der MSR die Insolvenz der Nürburgring GmbH herbeigeführt hat. Wie viele Steuermillionen hat der Deal gekostet? 100?
Und jetzt soll eine der berühmtesten Sportstätten der Welt verkauft werden, um Ihre fatalen Fehler zu überdecken. ”Verantwortung“ ist in der RLP Politik wohl aus dem Wortschatz gestrichen?
http://renn.tv/2357”

Das sah dann gestern abend so aus:

(Anklicken für groß.)

Und wie geht man als Politiker mit so einem Dialogwunsch um? Na klar, löschen! Ganz schnell löschen!

Sehr Ihr - ganz einfach! - heute morgen alles wieder (fast) sauber:

Dabei hatte mein Kommentar innerhalb einer Stunde schon 47 Likes, so viele sammelt Hendrik Hering nichtmal mit seinen eigenen Einträgen.

Das ist also das Dialogverständnis der rheinland-pfälzischen Politiker: die Frau Dreyer erklärt ihre Facebookseite kurzerhand zur Privatsache und Hendrik Hering hält sich erst garnicht lange mit Erklärungen auf, er fegt da einmal kräftig mit dem Zensurbesen durch.

Das Bürgerbüro wäre doch mal was für unsere Westerwälder Motorsportler: das ist Euer Vertreter im Mainzer Landtag! Vielleicht mal einen schönen Nachmittag machen und alle mit den Trucks vorfahren.

Aber so sind sie die Zöglinge von Kurt Beck: erst reiten sie uns mit Ansage in die Vollkatastrophe und dann wollen sie damit nichts mehr zu tun haben.

Was wollen diese Politikerdarsteller denn dann auf Facebook? Sollen sie sich doch einigeln, meterhohe Sicherheitszäune um ihre Büros ziehen und Security vor die Tür stellen. Aber dann auch die Finger von Entscheidungen lassen, die unser aller Leben massiv beeinflussen.

UPDATE:

(Klick für groß.)

Hendrik Hering hat seine Facebookseite kurzerhand abgeschaltet. Dialog 2.0. Der Link zu Facebook auf seiner Homepage ist noch da. Da kann er aber froh sein, daß er mich hat, der alles so schön dokumentiert. Und auf Twitter gibt es ihn auch (noch): @hendrikhering.

Der hat wohl noch nie von Barbra Streisand gehört! :)

UPDATE 2:

Anscheinend nicht gelöscht, sondern nur mich blockiert. Kommt Ihr noch auf die Seite drauf? Wenn ja, dann könnt Ihr ihm ja mal ein paar Takte da lassen.

UPDATE 3:

Hendrik Hering hat reagiert. Und zwar indem er Regeln erlassen hat, die quasi jede Meinungsäußerung von Usern untersagen. Sein eigenes Facebook-Gesetz!

Ich hab mal die wichtigen Passagen zusammengefasst:

Liebe Facebook-Freundinnen und -Freunde, … unzulässig sind … sie werden von mir entfernt, die Userin oder der User werden gesperrt … führt zur Sperrung der Userin bzw. des Users … Kommentare, die … werden gelöscht … unerwünscht sind … sie werden gelöscht … die Userin oder der User von mir gesperrt … Beiträge, die … werden von mir gelöscht … wird die Userin oder der User von mir gesperrt … werden umgehend gesperrt … sind untersagt … unzulässig sind … die Userin oder der User wird gesperrt … es ist nicht erlaubt …

Glaubt Ihr nicht? Bitte sehr. (Hendrik Hering’s Seite kann ich ja nicht mehr sehen, ich bekomme als gesperrter User eine Fehlerseite.)

Und weil’s so schön ist - Hendrik Hering’s Facebookgesetz als Wordle:

(Klick! für gross.)

Und aktuell - an Sylvester! - hat er tatsächlich nichts anderes zu tun, als Beiträge am Fließband zu löschen und User (Bürger!!) zu sperren. Könnt Ihr gerne mal testen.

UPDATE 4:

Die Rhein-Zeitung hat das Thema aufgegriffen (und die dpa recht oberflächlich).

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Freitag, 20. Dezember 2013

Der Insolvenzverdiener aus der Otto-Flimm-Straße 1.

Thomas B. Schmidt in volksfreund.de:

“Noch ein Wort zu Otto Flimm: Er hat sich ohne Zweifel durch sein hohes persönliches Engagement am Nürburgring und in der Region verdient gemacht. Sein Verhalten ist aber unverantwortlich, denn er schürt gezielt Ängste bei Motorsportfans. Er fordert jetzt die Einstellung des Investorenprozesses und droht mit Klage, womit er die Stilllegung des Nürburgrings riskiert. Fakt ist: Das Beihilfeprüfverfahren haben wir maßgeblich Otto Flimm zu verdanken! Er und der Verein Ja zum Nürburgring haben es durch eine Beschwerde bei der EU Kommission 2011 mit angestoßen.”

Zum einen ist es ja gut, daß Doppelpromovierte so mit dem Rücken an der Wand steht, daß er zu solchen Mitteln greifen muß.

Auf der anderen Seite ist es aber unverschämt / perfide / hinterhältig / erbärmlich / unsportlich / charakterlos (sucht Euch was aus), wie er versucht Otto Flimm - OTTO FLIMM - irgendeine Schuld für die Abläufe der Vergangenheit in die Schuhe zu schieben. Da zeigt sich doch das wahre Gesicht des Mannes, von dem immer noch viele sagen, daß der arme Kerl doch nur seinen Job macht.

Ich sage Euch, der sieht seine Felle davonschwimmen - diese Reaktion auf Otto Flimm einzuprügeln ist ja schon fast panisch. Vielleicht liegt es daran, daß jeder Brief, den er bekommt, an die Otto-Flimm-Straße 1 adressiert ist und er inzwischen an chronischer Flimmophobie leidet. Da kann ich nur ganz dringend eine fachärztliche Behandlung empfehlen!

Auch wenn es alle wissen, man kann es nicht oft genug aufzählen: ohne Otto Flimm gäbe es den Nürburgring garnicht, denn er hat in den 80igern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die GP-Strecke bauen zu können, die vor genau 30 Jahren in Betrieb genommen wurde. Und er hat sich aufgerieben wie kein anderer beim Kampf gegen den Freizeitpark: während der Planung, der Erstellung, des Betriebes, der unseeligen Linder/Richter Verpachtung und jetzt dem Höhepunkt: der Insolvenz mit dem drohenden Rennstreckenverkauf.

Der Weg nach Brüssel war der einzig mögliche, um die Problematik über die Grenzen von Rheinland-Pfalz zu transportieren und hätte er das nicht gemacht, dann wäre der Ring jetzt trotzdem mindestens genauso pleite. Vielleicht wäre Kurt Beck noch Ministerpräsident und Lindner/Richter die Pächter, dann sähe alles noch viel düsterer aus.

Lieber Herr Schmidt:

Netter Versuch, aber der Einzige, der hier Ängste schürt, sind Sie! Die ewige Leier mit der drohenden Nürburgring-Schließung, wenn er nicht verkauft wird - weil die EU das angeblich so vorgibt. Ihnen glaubt doch niemand mehr! SIE sind mit Ihrer Faktenverdrehung die wahre Bedrohung für den Nürburgring - für die Jahre und Jahrzehnte, die nach dem Verkauf kommen werden. Für die illegalen Beihilfen, die in staatliche Hotels, Restaurants, Achterbahn, Disko, … geflossen sind, dürfen Sie sich bei Ihrem Kumpel Kurt Beck bedanken - die Rennstrecken haben von den Millionen keinen einzigen Cent gesehen und Otto Flimm hat die Bedrohung von Anfang als solche erkannt und bekämpft. Und hätten Sie nicht nur Ihr Bankkonto, sondern das Wohl des Rings im Kopf gehabt, dann hätten Sie Otto Flimm nicht in Brüssel ausgebootet, sondern hätten Seite an Seite mit ihm die Optionen ausgelotet. Aber das war ja garnicht in Ihrem Interesse und Ihr tatsächliches Handeln entlarvt Sie bis auf die Unterhose.

Es stehen aber auch ein paar richtige Sachen in dem Interview:

Thomas B. Schmidt:

Das setzt zwingend voraus, dass die Vermögenswerte des Nürburgrings einzeln oder gesamt an den oder die besten Bieter verkauft werden. Struktur- oder regionalpolitische Erwägungen dürfen nicht ausschlaggebend sein.

Autsch. Das haben wir von Anfang an gesagt, daß es nur um’s Geld geht, aber es wurde regelmäßig dementiert. Jetzt gegen Ende wird zurückgerudert und ich bin mir sicher, daß derjenige die Nordschleife besitzen wird, der das meiste Geld auf den Tisch legt - wenn wir den Verkaufsprozess nicht dringend stoppen! Es wird kein Wohltäter sein - mit der Idee halten sich immer noch einige über Wasser - und dann heißt es Gute Nacht. Für den Sport, die Region und die Historie. Nicht für den Abwickler, der ist dann prächtig saniert!

Ich komme in dem Artikel übrigens auch vor, mal zur Abwechselung nicht als Blogger sondern als 48-jähriger gebürtiger Mayener Ex-Motorrad-Hobbyrennfahrer. Nur leider kein O-Ton von Sabine und Christian, obwohl ich die Handynummern weitergegeben habe.

Daß den Volkseigentumverhökern immer noch so eine Bühne geboten wird, finde ich unerträglich. Und solche Leute, die Otto Flimm diffamieren und dem Ring den finalen Todesstoß versetzen, dann noch als Sanierer zu liebkosen, setzt dem Ganze die Krone auf.

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Was hat Hendrik Hering mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun?

Alle tun immer so, als sei die Insolvenz des Nürburgrings vom Himmel gefallen und heute hatte ich ein Telefonat mit einem Redakteur, der meinte, daß man ja keine Wahl hatte, außer die Nürburgring GmbH für zahlungsunfähig zu erklären. Die EU kam in dem Gespräch auch wieder vor, als ob die etwas dafür könnte, daß Kurt Beck mit seiner Gefolgschaft nach Belieben Hotels, Achterbahn und sogar eine Disko gebaut in die Eifellandschaft gesetzt hat. Auf Staatskosten! Gibt’s eigentlich irgendwo auf der Welt noch eine weitere Staatsdisko? Nur eine einzige?

Wenn wir uns die Abläufe im Detail anschauen, dann hat allerdings garnicht Kurt Beck die Disko gebaut, sondern Kai Richter und Co - und wir - der Staat und damit der Steuerzahler - haben sie ihm abgekauft.

Wieso fragt sich eigentlich niemand, warum wir das überhaupt gemacht haben? Besonders jetzt, wo doch alles wieder (zurück-) privatisiert werden soll?

Bei der schnellen Abfolge der Ereignisse kann man leicht den Überblick verlieren, daher brösel ich die hier entscheindenden Aktionen nochmal zeitlich auf:

26.März 2010:

Hendrik Hering verkündet in Adenau seinen Cunning Plan. Das war zum einen der Pachtvertrag mit Lindner/Richter und zum anderen die Übernahme der MSR, die fand dann statt am:

8.April 2010:

Die Nürburgring GmbH übernimmt die MSR - für wieviel? 100 Millionen Euro? So hoch waren die Verbindlichkeiten in der 2010er Bilanz.

Und nur zwei Jahre später so:

18.Juli 2012:

Kurt Beck verkündet die Insolvenz der Nürburgring GmbH

Was war nochmal MSR? Die Motorsport Resort Nürburgring GmbH war die private (!) Firma unter Mitwirkung von Kai Richter, die den Teilbereich II gebaut hat.

Und wer hat entschieden, daß die Nürburgring GmbH diesen privaten Bereich aufkauft?

Hendrik Hering, der damalige Wirtschaftsminister. Wir erinnern uns alle an seinen denkwürdigen Auftritt damals in Adenau. Wie die begossenen Pudel saß die Bevölkerung brav in der Halle und hat es mit sich machen lassen.

Warum ich das alles schreibe? Weil wegen dieser katastrophalen Entscheidungen jetzt die Nordschleife beim Auktionator gelandet ist! Wieso hat dieser Hendrik Hering eigentlich kein Untreueverfahren am Hals?

Heute versucht man wieder ZU VERKAUFEN, was man erst vor ein paar Jahren GEKAUFT HAT - und die Rennstrecken gibt’s noch obendrauf. Normalerweise müsste man schallend loslachen - oder laut aufheulen, je nach Gemüt.

Ist ja nicht das erste Mal, daß ich dieses Thema aufgreife - aber dieses Getue, daß die Insolvenz vom Himmel gefallen sei oder womöglich durch die ach so teure Formel 1 verursacht … Für 100 Millionen Euro könnte man viele Formel 1 Rennen veranstalten! Oder eine Rennstrecke vor dem Ausverkauf retten. Heute sind sie froh, wenn sie für alles zusammen insgesamt 100 Millionen Euro bekommen - nur 3,5 Jahre nach dieser weitsichtigen Hendrik-Hering-Entscheidung.

Und um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ja, Hendrik Hering hat sehr viel mit der Nürburgring-Insolvenz zu tun - für mich ist er einer der Haupt-Verantwortlichen.

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Dienstag, 17. Dezember 2013

Sinnvoller Einsatz unseres Steuergeldes: kein Deal mit Kai Richter - Prozess geht weiter.

Die Nürburgring Insolvenzverwalter - von der Presse liebevoll Sanierer genannt - lassen sich auf keinen Deal ein bei dem Prozess gegen Kai Richter. D.h. der Prozess in Düsseldorf geht weiter.

Das ist die erste gute Nachricht, die ich von den Insovenzverwaltern lese, seit sie im Einsatz sind.

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Montag, 16. Dezember 2013

Was bedeutet das eigentlich, wenn der Nürburgring verkauft wird?

Am Samstag ist die große Protest Demo - ab 5 vor 12 im Brünnchen. Sabine Schmitz und Christian Menzel werden unterstützt von vielen Helfern und wehren sich gegen den Verkauf der Nordschleife.

Doch was würde das bedeuten, wenn die Nordschleife verkauft wird?

1. Öffentliches Eigentum wird Privateigentum.

Damit geht es natürlich direkt mal los, was vorher uns allen gehörte, gehört nach dem Verkauf jemand anderem: einer Firma, einem Fonds, einer Privatperson … wer weiß das schon? Erst einmal vollzogen, ist der Kaufvertrag nicht mehr umkehrbar - dabei ist der Ring seit seiner Eröffnung 1927 fest in öffentlicher Hand.

Dazu kommt der Denkmal-Charakter der Rennstrecke, die es so in dieser ursprünglichen und historischen Form nicht ein zweites Mal auf der ganzen Welt gibt. Wenn man die internationale Resonanz verfolgt, dann kann niemand verstehen, wie man als Staat auf die Idee kommen könnte, sich freiwillig davon zu trennen.

2. Gemeinnützig vs privatwirtschaftlich.

Gehen wir der Einfachheit halber mal von einem Verkaufspreis von 100 Mio Euro aus. Die liegen ja nicht so rum, sondern die muß man sich entweder von der Bank leihen oder man setzt sie im Auftrag von Geldgebern ein. Das Investment den Nürburgring zu kaufen steht in Konkurenz zu vielen anderen möglichen Investments, mit 100 Mio Euro lässt sich eine Menge anstellen.

Die Geldgeber - wer immer das auch ist - wollen natürlich was davon haben, daß sie ausgerechnet in den Nürburgringkauf investieren. Hätten ja auch was anderes mit dem Geld machen können, was ordentlich Gewinn abwirft. Also muß eine Rendite her. Setzen wir die mal niedrig an: 5%. Das sind bei 100 Mio Euro satte 5 Mio Euro pro Jahr, die der Ring mehr abwerfen müsste, als er es bisher getan hat. Wir reden hier nicht von Umsatz, sondern von zusätzlichem Gewinn. Wo das Geld herkommt? Entweder steigen die Preise kräftig oder es wird an der Instandhaltung gespart. Gerne auch eine Kombination aus beidem. Die Anlage wird runtergeritten und ausgesaugt. Und niemand kann etwas dagegen machen.

Gemeinwirtschaftlich betrieben muß der Ring überhaupt keinen Gewinn machen, da reicht eine schwarze Null - also kein Minus. So sollten Sportstätten und Denkmäler - zum Wohle des Volkes - auch betrieben werden normalerweise.

3. Landesgesellschaft vs Privatfirma.

Bisher hatte die Nürburgring GmbH die Zügel in der Hand, sie war wie eine Behörde und wurde auch so behandelt. Der Ring liegt in einem hochsensiblen Gemenge aus Lärmschutz und Umweltschutz - kennt Ihr irgendeine andere Rennstrecke, die in einem Naturschutzgebiet (!) liegt?

Als Behörde lässt sich einfacher mit anderen Behörden zusammenarbeiten, als dies je eine Privatfirma könnte. Erst einmal in privater Hand sind die Probleme vorprogrammiert.

4. Zum Wohle der Region vs zum Wohle des Investors.

Manche haben es schon erfolgreich verdrängt, aber die Era Richter/Lindner vom 2.Mai 2010 bis 27.Nov.2012 hat uns einen deutlichen Vorgeschmack darauf gegeben, was ein Privatbesitzer veranstalten wird. Dabei waren die beiden nur Pächter - wie wird ein Besitzer erst der Region den Hahn zudrehen?

Das Monopol der Rennanlage nutzend werden nach und nach die Dienstleistungsangebote, die sich über Generationen und Jahrzehnte am Nürburgring angesiedelt haben, aus eigener Hand angeboten. Dabei muß man noch nicht einmal den Konkurenzkampf über Preis oder Qualität fürchten, man hat die uneingeschränkte Hoheit über die Strecke, alle Kommunikation gebündelt und kann spielend leicht kleine lokale Dienstleister in’s Leere laufen lassen.

5. Touristenfahrten.

Ganz heikles Thema. Ich hör dann immer gerne von den Leuten: “Die Touristenfahrten wird es immer geben, denn die bringen ja richtig Geld ein.” Das mag kurzfristig richtig sein und in den 2,5 Jahren, als die Richter/Lindner NAG möglichst schnell möglichst viel Geld scheffeln wollte hat man auch gesehen, daß der Verkehrsdurchsatz massiv erhöht wurde.

Wenn man das Ganze aber etwas längerfristig betrachtet, dann sind die TF vor allem eins: ein unkalkulierbares Risiko. Nehmt zum Vergleich 20 reiche Sportwagenfahrer, bietet ihnen die Strecke exklusiv mit allem, was ein VIP so braucht - zu Kosten von 5.000 Euro pro Nase. Machen die sofort, das Geld interessiert sie nicht und wer will nicht in Ruhe mit ein paar Kumpels mal die Nordschleife genießen. Das sind schlappe 100.000 Euro an einem Tag - ohne Aufwand - ohne Risiko. Da sehen die TF ganz schön alt aus. Und die vielen Pensionen und Gästezimmer ganz schön leer.

6. Breitensport.

Schon jetzt sind die Streckenmieten aufgrund der kostspieligen Module, die sich die NAG’ler ausgedacht haben und die deren GF Schmidt jetzt weiterführt, kaum noch zu bezahlen. Bodenständiger, bezahlbarer Motorsport ist am Nürburgring kaum noch zu realisieren, die Vereine, die die VLN Veranstaltungen durchführen, sind froh, wenn das Wetter passt - so sehr ist das alles auf Kante genäht.

Ein privater Besitzer - mit den oben beschriebenen Profit-Zwängen - wird unweigerlich weiter an der Preisschraube drehen oder sich weitere neue Zwangsmodule ausdenken, dann fällt’s weniger auf.

7. Die Region.

Noch ein heikles Thema. In den vergangenen acht Jahrzehnten war die Nürburgring-Führung schlau genug, die Region am Geschäft partizipieren zu lassen. Das wurde unter Kafitz zwar grenzwertig ausgeschöpft, aber auch er war schlau genug, daß er genug Krümmel vom Tisch fallen lassen muß, um den Frieden zu wahren.

Wird ein Privatbetreiber auch so weitsichtig agieren? Sobald die Region sich ausgegrenzt fühlt - oder auch Einzelne, deren Lebensplanung auf einmal ganz neue Wege finden muß - werden die sich überlegen, ob man die Lärm- und sonstigen Unannehmlichkeiten weiter ohne zu murren in Kauf nimmt.

Sicher gibt es noch viele weitere Auswirkungen, die ein Nordschleifen-Verkauf mit sich bringt. Ich hab hier einfach mal runtergeschrieben, was mir so spontan eingefallen ist.

Egal, wie man es dreht und wendet: der Nürburgring - und damit meine ich die Rennstrecken - muß in öffentlicher Hand bleiben und dem Gemeinwohl dienen.

Wir sehen uns am Samstag im Brünnchen!

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Donnerstag, 28. November 2013

Verkaufsprozess stoppen! PK mit Otto Flimm heute in Mainz.

Der Wind wird rauer, denn die Zeit wird knapp! Heute war in Mainz Pressekonferenz und zusammen mit Dieter Frey wurde von Ja zum Nürburgring massiv das undurchsichtige Rennstrecken-Verschachern kritisiert.

Der ADAC wurde schon gedisst, weil er - bei der unverbindlichen (!!) Angebotsabgabe - zu wenig auf den Tisch gelegt hat.

Aber geht noch weiter, sieht so aus, als würden die skrupelosen Insolvenzer darauf hinarbeiten, die Rennstrecken nur zusammen mit dem Beck°Beton verkaufen. Was dann passieren wird, haben wir schon einmal erlebt unter Richter/Lindner, die 1.000 Betten wollen gefüllt werden und mit dem Rennstreckenmonopol in der Hand kann der neue Besitzer ganz leicht argumentieren.

Nach draussen dringt vom Verkaufsprozess garnichts, alles top secret. Daher fordert Otto Flimm zu recht:

“Schluss mit der Geheimniskrämerei! Schließlich geht es um den Verkauf öffentlichen Eigentums, das noch dazu ein automobiles Kulturgut darstellt.”

Der Verein hat einiges in die Wege geleitet:

  • einen ausführlichen Brief an Malu Dreyer,

  • ein Schreiben an die EU inklusive Ankündigung einer Klage, und

  • eine Umfrage in der Region. Resultat: die Leute wollen, daß der Ring gemeinwohlorientiert betrieben wird. Na so eine Überraschung. Hoffentlich dämmert es denen in den Mainzer Büros auch bald.

Und schließlich fordert der Verein, daß das jetzige Verfahren gestoppt und nochmal neu - und dann - wenn nötig - vernünftig neu aufgesetzt wird.

Erfreulicherweise gibt es auch ein ordentliches Medienecho:

Wollen wir hoffen, daß es zündet und wenn nicht, dann hilft nur nachlegen. Jetzt im Winter haben wir den Vorteil, daß den Ring°Killern die Rennen ausgegangen sind, mit denen sie schön Werbung machen konnten. Und die Medien langsam mitbekommen, daß am Ring was ganz kräftig falsch läuft!

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Flimm | JzNRing | Insolvenzverwalter


Freitag, 04. Oktober 2013

Heute vor 5 Jahren war Beerdigungstermin.

Auszüge dem Pressetext von Dederichs Reinecke:

(..) Startschuss für die neue Erlebnisgastronomie, die als wichtiger Frequenzbringer ein Eckpfeiler im Gesamtkonzept Nürburgring 2009 sein wird. Rund 35 Millionen Euro investiert Projektentwickler Mediinvest GmbH (Düsseldorf) mit seinen Partnern und privaten Geldgebern (..).

„Passend zu packendem Rennsport bieten wir hier Entertainment und Partystimmung pur“, verspricht Kai Richter.

Neben dem Eifeldorf Grüne Hölle gehört ein neues 4-Sterne-Hotel sowie ein Ferienressort in Drees zum Paket, das der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest und seine Partner als private Investoren zum Projekt „Nürburgring 2009“ beisteuern.

Von dieser Entwicklung wird die gesamte Region nachhaltig profitieren.

„100 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze werden allein direkt im Dorf geschaffen und Personal dringend gesucht. Bewerben können sich Interessierte direkt bei der Betriebsgesellschaft“, ergänz Kai Richter.

Herzstück der Anlage sind das Brauhaus mit bis zu 400 Sitzplätzen und die Diskothek, in der bis zu 1.500 Menschen gleichzeitig feiern können. Je nach Publikumsgeschmack wird im Brauhaus geschunkelt, geschwoft oder gerockt. Von Hip-Hop bis Hardrock reicht das Musikangebot der Diskothek. Auf sechs verschiedenen Ebenen kann hier getanzt werden. Jede Ebene hat ihre eigenen Barszenarien, ihr eigenes Musikangebot, ihren eigenen Diskjockey. Die mit der modernsten Technik ausgestattete Bühne ist für Live-Auftritte bestens ausgerüstet. Und sie ist mobil: Per Knopfdruck kann sie vom Saal zum Dorfplatz gedreht werden und verwandelt sich so zur Open-Air-Plattform für Künstler.

Buchen kann man die Erlebnisgastronomie à la Carte am Ring aber jetzt schon – beispielsweise bei Müller-Touristik, Europas größtem Gruppenreisenveranstalter. Und da ist man begeistert über das riesige Buchungsinteresse - obwohl man erst für frühestens September 2009 bestellen kann. „Bis dahin wird uns der volle Nürburgring-Veranstaltungskalender das Dorf füllen“, ist Richter überzeugt.

Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen.

Die neue ganzjährige Freizeitanlage ring°werk als spannende Mischung aus Museum und Science-Center rund um die Themen Mythos Nürburgring, Motorsport und Mobilität wird dabei große und kleine Motorsport-Fans begeistern.

Im Vergleich zu letztem Jahr:

  • Kai Richter und Jörg Lindner betreiben den Nürburgring nicht mehr.
  • Die Nürburgring GmbH ist mit +/- 500 Millionen Euro Schulden insolvent.
  • Die Landesregierung, die den Untergang zu verantworten hat, hat sich komplett aus der Verantwortung zurückgezogen.
  • Insolvenzverwalter leiten die Geschicke am Nürburgring.
  • Der Nürburgring wurde zum Verkauf ausgeschrieben.
  • … und soll in den nächten 6 Monaten verkauft werden, damit würde endgültig der Übergang von öffentlichem Vermögen in privates Eigentum vollzogen.

Warum Hendrik Hering seinerzeit überhaupt diese ganzen Privatengagements gekauft hat (= die Schulden erlassen hat), hat er nie schlüssig erklärt. Das wurde einfach gemacht, nennt sich dann “regieren”. Die Summe war ein großer Batzen der Gesamtkosten.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Hendrik Hering kauft im Namen der Nürburgring GmbH die privaten Immobilien (26.3.2010) und die Nürburgring-Gesellschaft erstickt an den Kosten und geht kurz darauf pleite (21.7.2012) und soll selber verkauft werden. Ratet mal, wer fein raus ist.

Die Grundsteinlegung war wohl eher eine Grabsteinsetzung.

Tags: Eifeldorf | Dederichs | Reinecke | Insolvenz | Eifeldorf | Mediinvest | KaiRichter | HendrikHering


Dienstag, 01. Oktober 2013

Der braungebrannte Kai Richter ...… auch am Biggesee so wie wir ihn kennen: als Abmahner.

In Attendorn ist die Entscheidung zugunsten Mediinvest übrigens letzte Woche gefallen, in nichtöffentlicher (!!) Sitzung.

Wer das Thema Biggesee nicht kennt, siehe hier: renn.tv/1836. Kai Richter’s Webseite ist übrigens immer noch Under Construction.

UPDATE:

Wilhelm Hahne hat auch was zu dem Thema.

Tags: KaiRichter | Biggesee


Sonntag, 18. August 2013

Steinreich oder hochverschuldet? WDR Düsseldorf über den Düsseldorfer Kai Richer.

WDR Lokalzeit: “Düsseldorf geniesst den Ruf die Stadt mit den meisten Menschen zu sein, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie steinreich oder hochverschuldet sind. Zu diesen Menschen zählt auch der Projektentwickler Kai Richter.”

Hier der Beitrag, der sich mit dem - ausnahmsweise mal in NRW stattfindenden - Zivilprozess um Schadenersatz beschäftigt. (Schnell anschauen, bevor es wieder depubliziert wird.) Wilhelm Hahne - der den Prozess besucht hat - kommt auch zu Wort. (siehe auch renn.tv/2234 vom Mittwoch.)

So einen Satz hätte es meiner Meinung nach im SWR nie gegeben, in RLP habe ich den Eindruck, daß Kai Richter Protektion durch die Politiker und Regierung erhält. Und der SWR das macht, was ihm gesagt wird. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz ermittelt, ermittelt, ermittelt, … aber von Anklage keine Spur.

Auf dem Bild da hinter Kai Richter ist übrigens sein damaliger Berater André Schmidt von der Agentur Dederichs Reinecke & Partner. Die waren in der Folgezeit Auffangbecken für Stephan Cimbal und haben heutzutage überhaupt kein Problem damit weiter (im Namen von Falken Motorsport) auf dem Nürburgring rumzureiten - großmütig ausblendend, daß sie tatkräftig mitgeholfen haben, ihn trotz aller Widersprüche in die Insolvenz zu treiben.

Tags: KaiRichter | Erlebnisgrab | Schadenersatz | Mediinvest | AndreSchmidt | Dederichs | Reinecke | WilhelmHahne | Lokalzeit | Düsseldorf


Mittwoch, 14. August 2013

Bei dem Schadenersatzprozess heute ist erstmal nichts rausgekommen.

Der Richter will dem Richter dann als nächstes einen Vergleichsvorschlag anbieten. Immerhin gibt es mal eine Prozessnummer (16 O 414/12). Und das Grundstück soll nicht 166.000 Euro, sondern 184.000 Euro gekostet haben. Und wegen dem Risiko (!) hat es dann beim Weiterverkauf 2.500.000 Euro gekostet.

UPDATE:

Wilhelm Hahne hat sich die Zeit genommen den Prozess persönlich zu besuchen. Hier seine Schilderung.

Tags: KaiRichter | Erlebnisgrab | Schadenersatz | Mediinvest


Dienstag, 13. August 2013

Kai Richter im Focus.

Im wahrsten Sinne des Wortes. Würd’ ich mir aber jetzt nicht allzuviel von versprechen, für mich wirkt das nur als weiterer Akt in dem Theater.

Seine Webseite ist übrigens immer noch Under Construction. Aber umgezogen isser.

Tags: KaiRichter | Mediinvest


Sonntag, 11. August 2013

Mikebericht vom Oldtimer Grand Prix.

Am Wochenende war ich mal beim Oldtimer Grand Prix, hab ich auch schon länger nicht mehr gemacht. Vor allem den Freitag wollte ich mir anschauen, der einzige Tag, an dem im Rahmen der Veranstaltung auf der Nordschleife Rennen gefahren wird. Hat sich echt gelohnt.

So ist Marco Werner Runde für Runde mit dem Elfer durch Eschbach gesurft, eine echte Augenweide!

Man hat auch schon auf dem Brünnchen Parkplatz geahnt, daß das kein normales Wochenende ist.

Wer den Schaden hat, ...

Guckt Euch dieses Auto an, das war riiiiesig! Alles irgendwie doppelt so groß wie normal. Der Wagen hört auf den niedlichen Namen "The Beastie" und hier hab ich auch ein Foto in Fahrt gefunden. Hab dann auch gelernt: Baujahr 1918, 150 PS, 3,5 Tonnen und 6 Zylinder mit 14,5 Liter Hubraum!! Damit gewinnste jedes Quartett ;)

Gab auch neue Autos, die Hersteller haben teilweise große Areale gebucht. Das ist der Jaguar C-X75, aus dem Datenblatt hab ich: 1600ccm, 862 PS, 3,8 Liter auf 100km. Soll aber nicht in Serie gehen. Hier noch ein Bild von vorne im Instagram-Feed.

Kaum im Fahrerlager angekommen, wurde ich auch schon von den ersten Computerproblemen begrüsst. Wenn das nur immer so einfach wäre wie beim Wolfgang! :)

Der erste nfizierte ließ auch nicht lange auf sich warten.

BMW Senior Team! Hab ich so auch noch nicht gesehen. Das muß man erstmal entdecken bei so einem atemberaubenden Anblick ;)

Die DRM Teilnehmer rücken an ...

... einer schöner als der andere.

Konnte ich mal die neue kleine EOS 100D ausprobieren, das hier ist 1/60.

Aber irgendwie ...

... bekommt man ...

... den Eindruck, daß bei der DRM ...

... nur ...

... BMW gefahren sind! Was für sagenhafte Fahrzeuge. Vergleicht das mal mit der heutigen BMW Palette, da geht im Moment nicht viel. Außer Gewicht.

Ein Hörprobe habe ich auch mitgebracht. Schaut mal wie ich mich erschrecke, als der Gas gibt! Haha!

Der Parc Fermé war immer gut gefüllt, z.B. mit diesen Formel 1.

Ohne GoPro geht heutzutage garnichts mehr.

Selbst die Kaffeebude authentisch. Aber wie ätzend, daß man selbst dort Ringcard brauchte. Die haben doch tatsächlich dem ganzen Event diese Gängelei aufgezwungen. Hab das an der Imbissbude beobachtet, wie Drückerkolonnen sind die Grünhemden im Einsatz und bearbeiten die wartende Schlange. Da sind nicht wenige dabei die sich die Schallplatte anhören und dann völlig verständnislos und mit knurrendem Magen wieder abdrehen.

Die Ringcard gehört so schnell wie möglich abgeschafft, weiß sowieso nicht was das soll, nachdem es Kai Richter's CST garnicht mehr gibt.

Beim Wandern durch das Fahrerlager muß man immer die Kamera griffbereit halten!

Und dann stelle ich fest, daß ich der einzig korrekt gekleidete für die 90 Jahre Le Mans Ausstellung bin! :)

Und was für eine Ausstellung das ist: hier der Porsche GT1 von Uwe Alzen, Jörg Müller und Bob Wollek.

Was ich nicht verstehe und vielleicht erklärt mir das jemand: "40 Jahre 911" steht vorne drauf, das Auto ist von 1998 und dieses Jahr ist "50 Jahre 911"?

Von der Erklärtafel hab ich, daß '98 Aiello/McNish/Ortelli den 16.Gesamtsieg für Porsche eingefahren haben - das ist Rekord. Die 25 hat lange geführt, doch "kurz vor Schluß endeten die Siegeshoffnungen mit einem Dreher von Jörg Müller." Normalerweise steht das Auto wohl im Porschemuseum.

So aufgereiht habe ich diese Autos auch noch nicht gesehen. Der GT One ist eine Augenweide, dem widme ich mal einen Extra-Eintrag!

Der 2012er Siegerwagen R18 mit dem Spitznamen "Electra". Wusst ich so auch nicht, aber André Lotterer hat das auf Insta kommentiert. 2012 war das mit der Radtour ;)

Die kleine 100D mit dem 18-55 Kitobjektiv ist echt gut, hier im schummrigen Zelt aufgenommen, 1/60 bei Blende 5,0 und ISO 640 im Automatikmodus mit ohne Blitz - so gefällt mir das. Ich glaube der Kamera widme ich auch mal einen Extra-Eintrag. Da passt sogar das 300er drauf! ;)

Das sah mal interessant aus, kennt das jemand? Kleiner Elektroroller für schmale Mark?

Es wurde auch standesgemäß gebastelt, ...

... aber muß man gleich einen DTM BMW durchsägen? :)

Transit!

Noch ein Le Mans Auto - diesmal von Gordon Murray. Was macht eigentlich sein Stadtauto-Projekt?

Das war am Stand von McLaren Düsseldorf und es hat sich eine interessante Gesprächsrunde gebildet. Kennt Ihr alle?

Steht dann da so unschuldig ein Formel 1 mit auf dem Stand und man ist ja gewohnt, daß das Dummies sind.

Aber nicht beim Oldtimer GP! Das ist Alain Prost's Weltmeister-Gewinner von 1989 - original.

So sind die damals gefahren, mit H-Schaltung und 2 Knöpfen am Lenkrad.

Hier auch nochmal abgefilmt.

Den hab ich mit 1/30stel verhaftet! ;)

Im DRM Zelt ...

... jede Menge BMW nach dem Rennen und ...

... man konnte überall den Kopf bzw. die Kamera reinstecken. GoPro soweit das Auge reicht, da müssen wir mal ab und zu bei youtube checken!

6-Zylinder im übersichtlichen Motorraum, ...

... da wo heutzutage eine Airbox sitzt. Hier nur die pure Orchester-Kapelle!

Und die Zündfolge.

Kaum aus dem Auto wird schon Fernsehen geguckt, ich sag's ja: GoPro.

So sieht der Maschinenraum beim M1 aus.

Stilechte Verkaufsstände.

Und ein Gruppe C mit Straßenzulassung?

Schönheiten, die auch im Rennen ordentlich bewegt werden.

Wobei ich mich frage, ob das die Ferrari Originallackierung ist?

Und dann war da noch: Porsche! Riesen-Areal wie immer in der Mercedes-Arena.

Inklusive Traktoren.

Und Walter Röhrl Autogramm geht immer.

Das ist der neue Alfa Romeo 4C, den gibt es bald zu kaufen. Um die 1.000 kg, 240 PS und 61k Euro.

Das Schöne am OGP, daß man sich überall frei bewegen kann.

Und einem immer ...

... solche ...

... tollen Autos vor die Linse fahren!

Am liebsten sind mir aber die Autos, denen man ihr Alter auch ansieht. :)

Und dann war der (Sams)Tag schon wieder zuende - und ich hab' kein einziges Rennen gesehen! Braucht man garnicht unbedingt, das Fahrerlager bietet ein Höhepunkt nach dem anderen. Und eigentlich wollte ich ja nur mal die neue Kamera ausprobieren. Nächstes Jahr guck ich dann vielleicht mal ein Rennen. :)

Tags: OldtimerGrandPrix | MarcoWerner | TheBeastie | CX75 | McLaren | Nothelle | Ringcard | LeMans | LM24


Donnerstag, 08. August 2013

Ich würd mich ja wirklich gerne über die Stefan Bellof Ehrung am Wochenende freuen ...

Ich würde mich gerne über die Stefan Bellof Ehrung am Wochenende freuen … aber es gelingt mir nicht. Das einzig wirklich Großartige ist die Demofahrt von seinem Teamkollege Derek Bell im restaurierten #007 von damals - aber alles andere ist nur noch Brechreizflatrate: Ausstellung im Ringwerk, Vorführung im Ringkino - und als Krone eine Ringcard mit Sonderdruck. Und in was für blumige Worte das alles gepackt wird.

Daß Stefan Bellof auch nur ansatzweise in die Nähe von Kai Richter gebracht wird, hätte ich nicht für möglich gehalten - soviel Fingerspitzengefühl hätte ich selbst in den dicksten Wurstfingern vermutet. Aber so kann man sich irren und wir werden erleben, daß Stefan Bellof und der Porsche 956 die verhasste Ringcard zieren, die Kai Richter mit seiner Firma CST dem Nürburgring und allen Veranstaltern übergeholfen hat. (stefan-bellof.de: “Mit dieser Karte kann an vielen Stellen des Nürburgrings bargeldlos bezahlt werden.” würg.) Die CST - C[r]ash Settlement Ticketing - ist inzwischen pleite, die Nürburgring GmbH dadurch auf ihren Forderungen sitzengeblieben, was wiederum einen Teil zu ihrer Insolvenz beigesteuert hat. Ausgerechnet Stefan Bellof, der wirklich am allerwenigsten dafür kann. Und es wird begeisterte Besucher geben, die das alles ganz toll finden, weil sie die komplexen Hintergründe nicht kennen. Das hat auch diese perfiden Züge, die wir in den letzten Jahren kennenlernen durften bzw. mussten: eiskalt wird der Enthusiasmus unschuldiger Fans ausgenutzt, um die Vergehen der Neuzeit gesellschaftsfähig zu machen.

Ich persönlich hab auf jeden Fall in meinem Leben noch keine Ringcard besessen und kann nur hoffen, daß diese Seuche bald endlich wieder verschwindet.

(Wobei das ja eigentlich nebensächlich ist, wenn der Ring nach den Plänen der Bestatter bald komplett verkauft ist.)

Und da haben wir noch nicht über den neuen Streckenabschnittsnamen gesprochen.

Tags: Bellof | KaiRichter | Ringcard | Ringwerk | Ringkino | OldtimerGrandPrix


Mittwoch, 24. Juli 2013

Warum ich bei dem neuen Stefan Bellof Abschnitt auf der Nordschleife gemischte Gefühle habe.

Gestern wurde spät abends bekannt, daß im Rahmen des OGP die Nordschleife einen neuen Streckennamen bekommt: das “Stefan Bellof S”. Das soll die Stelle nach dem Pflanzgarten–2-Sprung werden, an der damals vor 30 Jahren sein 956er nach dem heftigen Abflug liegengeblieben ist.

Eins vorweg: ich bin ein Mega-Stefan-Bellof-Fan, ohne ihn je getroffen zu haben, und über meine Zuneigung zur Nordschleife brauchen wir ja nicht zu reden. Das geht nicht nur mir so, er war auch schon immer ein Thema im N-Forum, z.B. hier.

Nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen habe muß ich sagen, daß mir die neue Namensgebung auch Sorgen macht. Ändern kann ich es eh nicht, aber doch zumindest meine Gedanken niederschreiben.

Soweit mir das bekannt ist wird dieser neu-ernannte-Streckenabschnitt der erste sein, der jemals im langen Leben der Nordschleife dazukommt. Wir sind die vielen namenlosen Kurven gewohnt und die Community war schon immer kreativ sich selber was einfallen zu lassen. Zum Beispiel Miss-Hit-Miss für die 3-fach-Rechts nach Kallenhard oder Barbecue Corner / Lauda-Links für die Linkskurve vor Bergwerk. Nicht zu vergessen die ein oder andere Mutkurve.

Ein einziges Mal (korrigiert mich, wenn ich falsch liege!) wurde an einem existierenden Streckennamen rumgespielt (Karussell nach Caracciola-Karussell in 2001), aber nie kam ein neuer Name dazu. Und ausgerechnet jetzt - in der kritisch(st?)en Phase des Nürburgrings - wird damit rumexperimentiert.

Das Problem ist natürlich, wenn man gleichzeitig Nordschleifen- und Bellof-Fan ist, sitzt man irgendwie zwischen den Stühlen, aber mit den Umständen und der Signalwirkung, die das haben kann, wäre mir lieber gewesen, man hätte die Finger davon gelassen.

Denn was kommt als nächstes? Tatsächlich die Lauda-Links? Da kann ja auch niemand was dagegen haben. Oder mal einen Schritt weiter gedacht: wer will einem Privatbesitzer, der im April nächstes Jahr die Nordschleife kauft, verübeln, wenn er ein paar Streckenabschnitte zufügt? Oder sogar die Namen verkauft? Das hat doch sogar die Firma im Landesbesitz gemacht, warum nicht auch der Privatbesitzer? Im schlimmsten Fall müssten wir sogar durch eine Kai-Richter-Kurve fahren.

Hier wird nach 86 Jahren der bewahrenden Tradition ein neues Kapitel aufgeschlagen, ohne daß es wirklich notwendig wäre. Es gibt soviele Möglichkeiten Stefan Bellof zu ehren, aber diese Nummer hier hat für mich den Anschein eines Marketing-Stunts, dessen Folgen nicht absehbar sind. Auf der Grand-Prix-Strecke sind wir gewohnt, daß die Namen verkauft werden, das ist dort Tradition. Aber auf der Nordschleife sind eben die ursprünglichen Namen Tradition und es sind die kleinen Eingriffe, die schleichend das Erbe aufbrauchen.

Am Nürburgring gibt es die Stefan-Bellof-Straße, die leider durch das (staatseigene) Lindner-Hotel und das Achterbahn-Gerippe als Wahrzeichen der Kastrophe verschandelt wurde.

Was passiert dann nächstes Jahr, 1984? Da wurde vor 30 Jahren die Grand-Prix-Strecke eröffnet, bekommt dann Otto Flimm auch eine Kurve? Ganz bestimmt nicht, der ist ja zum Buhmann auserkoren, da er die Wege der höchstpreisgeilen Sanierer Schrottverkäufer mit Rennstrecken-Zugabe kreuzt. Nur Stefan Bellof, der kann sich nicht wehren und passt gerade prima für die Gute-Nachrichten Abteilung - auf Kosten der Nordschleifen-Tradition?

Im April 2014 - wenn der Nürburgring verkauft ist - klappen die Herren NAG/Hockenheim-Schmidt, Doppeldoktor Schmidt und Ohnedoktor-Lieser die Akte Nürburgring zu und es interessiert sie nicht mehr, was danach passiert. Deren Countdown läuft längst und das oberste Ziel ist der fette Scheck in der Tasche.

Natürlich wird sich niemand dagegen wehren Stefan Bellof zu ehren. Aber ich bin auch nicht der Einzige, bei dem ein bitterer Beigeschmack bleibt. So wie ich auch immer daran denken muß, daß es Walter Kafitz war, der das Karussell umbenannt hat - das schwingt immer so mit.

Wer trifft solche weittragenden Entscheidungen? Im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Öffentlichkeit, als wäre die Nordschleife schon Privatbesitz. Noch ist sie öffentliches Eigentum und da hätte die Öffentlichkeit ein Mitsprachrecht verdient.

Eine Art Selbstbedienungsmentalität, ohne Rücksicht auf das kulturelle Erbe, für den kurzen Marketing-Moment.

Und deswegen hab ich gemischte Gefühle bei dieser Nummer.

UPDATE:

Wilhelm Hahne zu dem Thema: Stefan Bellof und ein Marketing-Quickie

Die, die ihn erlebt haben, brauchen keinen „Stefan-Bellof-Tribute“, um ihn nicht zu vergessen. Und die, die ihm nun im August diese Ehre bereiten, das sind die „qualifiziert Unqualifizierten“, die eigentlich selbst für den Motorsport kein Verständnis haben. (..)

Ich habe einen schalen Geschmack im Mund, wenn ich an diese Art der Ehrung im August denke. Stefan Bellof braucht das nicht. Die Nordschleife wird sich darum auch nicht besser „verscherbeln“ lassen. - Warum das also alles?

Im N-Forum wird das Thema - mit ähnlichem Tenor - diskutiert, auch bei Facebook. Es haben sich auch Leute gemeldet, die nicht meiner Meinung sind. Wenn man allerdings Beleidigungen und Verallgemeinerungen auf der Suche nach Argumenten ausblendet, dann bleibt leider nicht viel. Als hätte man einem Kind sein Spielzeug weggenommen.

Auch mit Thomas Guthmann - der bewundernswert die Stefan-Bellof.de betreut - hatte ich Email Austausch. Er meinte

"Dahinter stecken definitv keine “Insolvenzverwalter” sondern engagierte Bellof-Fans." und "Es ist einfach Schade wenn da negative Eindrücke mitschwingen. Bei mir kommen nur positive Rückmeldungen an. (..)

Bislang ist das ringwerk ja gelinde ausgedrückt eher langweilig. Jetzt kommt endlich mal etwas rein, was für Fans der alten Garde interessant ist."

Worauf ich dann in einer langen Mail habe versucht zu erklären, daß man das eine nicht von dem anderen trennen kann. Und wenn die Nordschleife im April nächstes Jahr verkauft ist, dann kann der Besitzer damit sowieso machen, was er will. Und wie wichtig es deshalb ist, den Verkauf mit aller Kraft zu verhindern, statt die Schöne-Heile-Welt Propaganda zu unterstützen. (Hier ist wieder eine “Alles super - alles toll!” von gestern.)

Bestimmt von vorne bis hinten gut gemeint, aber der Regierung, die gegen uns arbeitet, nützt es mehr, als Stefan Bellof. Und weil wir alle Energie für Protest und Widerstand gegen den Verkauf brauchen. Dadurch schadet die Aktion der Nordschleife auf lange Sicht.

Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Tags: Bellof | Streckenabschnitt | Pflanzgarten | Kafitz | Historie | Caracciola | Karussell


Samstag, 06. Juli 2013

My Interview with Brazilian Journalist Renan Do Couto about Save The Ring Situation at German Formula 1 Grand Prix.

Renan Do Couto is visiting the Nürburgring GP as Brazilian journalist and besides the track action he got curious about SAVE THE RING and asked me for an email interview. Which I’m happy to give! I think these are really good questions and he allowed me to post here as well, as it might help others too.

As always I’m happy to hear your feedback on Facebook.

=====

Hey, Mike, sorry for the delay, a lot of work here at the Grand Prix. A lot of useful informations on these two links, thank you. Here are the things I’d like to ask you:

1- When did you create the Save the Ring? What was happening at that moment that motivated you?

I created Save The Ring December 9, 2010. We were struggling heavily under the Richter/Lindner regime, who took over Nürburgring operations in May 2010 - and yet the international community wasn’t really aware. In German I document the Nürburgring since over 10 years (http://20832.com with chronicle, forum, blog, etc.) and it was not an easy decision to take on the international challenge. I knew it will be heavily time consuming, but I have to admit the feedback is really rewarding. This article I wrote for Jalopnik the month before kicked it all off, as it gained much attention and good feedback: jalopnik.com/5684589/save-the-nurburgring

2- Since then, what goals have you achieved? And what has been more difficult?

Despite all the frustration, for me it’s absolutely mind blowing to see the reach we’ve got. I’ve been in Le Mans the other week and the first person I met in the paddock was Lorens from Hong Kong based KC Motorgroup. We never met before, yet he knew everything about STR. Things like that happen all the time. The complexity of the subject - which I think is sometimes contructed on purpose - makes it difficult to keep up and explain, even in my mother tounge German, let alone in English.

3- Do you have political, financial or any other kind of support?

The only support I ask for is to spread the word. This is what keeps me going. And it’s great that I/we by now have massive support in that way.

4- I’ve spoken with the Ring’ managing-director, Mr. Schmidt, and he said that there is no other way around, the track has to be sold, and the best thing to do right now is to focus on finding the right investor. Do you agree?

This is the talking line of the politicians involved and it’s plain wrong. Nobody is forcing the sale, except the local Government, who owns Nürburgring. It is correct that Brüssel investigates illegal state aids, but they are far away from a final decision. An ownership change like this - given that the Ring has been public property since it’s start in 1927 - should be handled with all possible care, but we face a hectic and not properly thought through sales process. One can only speculate about the reasons, but the insolvency administrators apparently only earn their money at the time of sale and Mr.Schmidt you talked to has already been head of operations during the horrific Richter/Linder regime.

5- Can you imagine the scenario above happening?

Unfortunatley yes, and it frightens me a lot.

6- For you, the construction of the NüroDisney and the other things was needed to make the Ring’ (more) profitable?

Everybody you talked to thought right from the beginning that the leisure park - so called “Nürburgring 2009” project - is the most stupid idea ever. At the time they approved 215 million Euro investment, which would be way to much for the Nürburgring to recover. Let alone the 550 million Euro it is now. Way before any official approval we organised protests and open letters, but government didn’t listen at all, in fact they only reacted arrogant and government as well as Nürburgring operation (under Walter Kafitz) made us look silly.

7- Are in favour of government spending on race tracks? (I also ask you this because in Brazil, most of the tracks belong to state or city governments, and most of the tracks badly managed, so there is some debate about this point)

I personally think governments should spend their tax money budgets wisely and infrastructure for culture and sport for me is clearly a part of that. So, a definite yes!

8- The Russian Time is running a Save the Ring livery here at Nürburgring this weekend. Can you tell me more about this deal?

The best thing about it: it came as total surprise to everybody including me. Loving it a lot. We’ve seen things like that - surprise car designs - in the past too and it jumps right into the heart of us racing people. Like Schubert’s beautiful STR BMW Z4 for endurance racing. But we’ve never seen it at a Formula 1 program and I hope they release it as model car too.

9- 4000 followers on Twitter, 80000 likes on Facebook… how useful are social networks being to you?

Honestly, that reach of information around the world would not be possible without Social Media. It needs a homepage though as it’s base, which is savethering.org. It’s only a “one pager”, but serves the purpose well.

10- Are you from Nürburg?

I grew up near by in Andernach and the first 24 Hours race I visited on my own was back in 1981. Since then I spent a large portion of my time at the Nürburgring. And what a great time that was - until 2007, when they started NüroDisney and we all had to witness the Nürburgring driven into bancruptcy.


Montag, 01. Juli 2013

0,8 Mio Euro veruntreut? Ich komm auf das 600-fache.

Also in Mainz möcht ich nicht leben müssen, die Medien dort reiben den Leuten immer neuen Sand in Augen. Wie jetzt bei einem weiteren Verhandlungstag im Untreueprozess, da wird unkritisch ohne Hinterfragen die Zahl 800.000 Euro als Untreue weiterverbreitet.

Dabei wissen wir inzwischen, daß die Nürburgring GmbH mit satten 550 Millionen in der Kreide steht und alle Immobilien zusammen - also inklusive Nordschleife! - auf einen Restwert von ungefähr 70 Millionen kommen. Das heißt nach meiner Milchmädchenrechnung mal mindestens 480 Millionen Euro veruntreut in den letzten 6 Jahren.

Aber in Rheinland-Pfalz überrascht mich längst nichts mehr, da hat der als Zeuge geladene Justizminister überhaupt keine Hemmungen mal vorher den vorsitzenden Richter anzurufen.

UPDATE:

Ursula Samary greift das in der Rhein-Zeitung mit Jochen Hartloff’s Anruf nochmal gesondert auf.

Tags: Prozess | Untreue | Kafitz | Deubel | Erlebnisgrab


Mittwoch, 12. Juni 2013

Die hörige Medienlandschaft spielt gehorsam mit, während der hektische Nürburgringverkauf weiter planmäßig durchgepeitscht wird.

Am Nürburgring überschlagen sich die Ereignisse, denn die Landesregierung benutzt die Antwort von EU Vizepräsident Almunia, um daraus eine “EU Vorgabe” zu machen. Man könnte meinen, das wäre garnicht so einfach, aber dank gehorsamen Berichten in den Medien - sowohl öffentlich-rechtlich, als auch privat - ist die Berichterstattung gleichgeschaltet in der Richtung, wie sie Insolvenzanwälte und Landesregierung sehen möchte.

Ich hatte das ja schon kritisiert (2141), bevor der Brief von Joacim Almunia öffentlich gemacht wurde. Immer dieses unsägliche “… der unserer Zeitung vorliegt”. Gemeint ist natürlich, “den die tolle Regierung uns zugesteckt hat, damit wir daraus eine schöne Story basteln können und natürlich zeigen wir uns dankbar und lassen die Regierung gut dabei wegkommen. Eine Hand wäscht die andere.”

Hier also der Brief, den die Rhein-Zeitung der Öffentlichkeit als “EU Entscheidung” verkauft:

Brief von Joaquin Almunia an Malu Dreyer.

Wenn man sich das in Ruhe durchliest, wird das perfide Treiben, zu welchen Zwecken diese Äußerungen eingesetzt werden, noch deutlicher.

Dieter hat sich mal (wieder!) die Mühe gemacht und die Antworten in einen neutraleren Kontext gestellt. Da sieht die Sache dann auf einmal ganz anders aus.

Könnt Ihr auf Facebook nachlesen oder hier auskopiert als Text.

Ich zitiere mal:

"Welcher Bezug besteht denn nun zwischen dem Verkauf und dem EU-Beihilfeverfahren? Kein direkter, das macht Almunia im zweiten Absatz der zweiten Seite klar. “Deutschland und der Sachwalter haben den geplanten Verkauf der Vermögenswerte der Nürburgringgesellschaften seit Oktober 2012 mit meinen Dienststellen erörtert. Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, um das Privatisierungsverfahren am 15. Mai 2013 einzuleiten.”

Knochentrocken, oder? Ja, und zwar eine knochentrockene, schallende Ohrfeige für das Land Rheinland-Pfalz und die Insolvenzverwalter. Man könnte auch sagen, ein Revange-Foul der EU für vorangegangene Äußerungen der Genannten. Denn in diesem Satz steckt Einiges, das man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen sollte. “Der geplante Verkauf” wurde erörtert. Moment mal, wurde nicht immer behauptet, die EU fordere den Verkauf? Nein, sie hat nichts gefordert, zu keinem Zeitpunkt. Almunia sagt hier deutlich “Leute, IHR WOLLTET DEN VERKAUF, nicht wir”. “Der Sachwalter hat erste Schritte unternommen…”: Haben sich Insolvenzverwalter und Sachwalter nicht monatelang überschlagen mit Aussagen wie “Verkauf wird gefordert”, “wir müssen der EU zuvorkommen”, “ohne sofortigen Verkaufsstart wird der Ring in 4 Monaten geschlossen” (Aussagen paraphrasiert)? Nein, der Sachwalter hat erste Schritte unternommen, d.h. es gab keine Schritte der EU, die davor waren. Und es war ein geplanter Verkauf, kein geforderter. Das ist hiermit nun ein für alle Mal und für die Diplomatensprache sehr deutlich formuliert worden."

Heute ist dann dieses dubiose “Interesse Bekundungsverfahren” zu Ende gegangen, das in der Wirtschaftswoche herbe kritisiert wurde. Aber das rheinland-pfälzische Paralleluniversum interessiert das nicht die Bohne, Georg Link vom SWR bietet dem Volkseigentumverkäufer Lieser die Bühne, die er gerne hätte. Der dann auch staatsmännisch theatralisch beim SWR einmarschieren darf:

Kritische Fragen braucht man da keine zu befürchten, das wirkt eher wie das Einnehmen der Bühne, die für solche staatstragenden Momente bereitsteht.

Und man spricht dann beim SWR auch brav vorauseilend von “Bieterfrist für Nürburgring endet”. Da werden natürlich wieder Pflöcke in den Boden gerammt (Verauf alternativlos, kurz bevorstehend, Kaufgebote). Und auch noch zwei andere Handelnde, die wir lange nicht mehr gesehen haben, dürfen so langsam wieder auf die Bildfläche: Kai Richter und Jörg Lindner. Wir haben ja bei dem ganzen Ablauf sowieso das Gefühl, als sei alles längst entschieden und wer weiß, ob die sich nicht noch ein paar Verhandlungsverstärkungen aufgehoben haben, bei dem der ein oder andere in Mainz die Gesichtsfarbe verliert. Und für jemand wie Otto Flimm ist bei soviel Prominenz in dem 1 Minuten Beitrag natürlich kein Platz. Wie bitter.

Auf jeden Fall verloren haben wir alle, denn es wurde uns wieder unauffällig ein Kaufpreis untergejubelt, diesemal sind es 120 Mio Euro. Und wo ist der Rest? Einfach weg? Oder vielleicht doch strafrechtlich relevant veruntreut? Aber keine Sorge, solche Fragen sind bei unseren Mainzer Volksverarschern Volksvertretern gut aufgehoben. Unterm Teppich nämlich.

Tags: Erlebnisgrab | Insolvenz | Medien | DieterWeidenbrück


Mittwoch, 01. Mai 2013

Vor 3 Jahren: Verstaatlichung als Insolvenz-Garantie?

“Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen.”

So hieß es damals am 26.3.2010 stolz verkündet von Kurt Beck, Hendrik Hering und Jörg Lindner - die den Deal untereinander ausgehandelt haben.

Hendrik Hering meinte dazu am 23.März 2010:

“Wir haben dort Partner, mit denen es gemeinsam betrieben werden muß. Wir können das nicht wie in anderen Fällen einer Ausschreibung zuführen, und werden das umsetzen, was wir im Abwägungsprozess für die Zukunft des Nürburgring am sinnvollsten halten.”

Schwerpunkt liegt auf ".. betrieben werden muß." Denn Alternativen wurden absichtlich keine zugelassen.

Was wir damals nicht wussten: was bedeutet dieser 1 Euro genau, mit dem die Motorsport Resort Nürburgring GmbH (MSR) übernommen wurde?

Jetzt - 3 Jahre später - kann diese Frage auch beantwortet werden, denn der Doppeldoktor Schmidt hat die Bilanz 2010 für die MSR veröffentlicht:

Verbindlichkeiten: 100.158.860,23 Euro.

Quelle: bundesanzeiger.de

Ein teurer Euro - das hat man in der Kommunikation mühevoll verschwiegen.

"Damit sind die Weichen für eine gute Zukunft am Nürburgring neu gestellt und noch vor Saisonstart Fakten geschaffen worden“, so Beck und Hering.

Das mit dem Fakten schaffen sehen wir gerade im Moment auch wieder, da soll der Nürburgring ganz schnell verkauft werden, ehe noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Oder vielleicht Alternativen auslotet.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: "Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Ein besonderer Tag war das wirklich, aber nicht der für eine erfolgreiche Zukunft, sondern für den Untergang.

Die zentrale Frage lautet heute dringender denn je:

Wieso haben Kurt Beck / Hendrik Hering die MSR für die stolze Summe von 100 Millionen Euro verstaatlicht, um sie jetzt - nur 3 Jahre später - wieder zum Verkauf anzubieten? Gibt es da irgendeinen Deal, von dem wir nichts wissen?

Die MSR war in privater Hand sehr gut aufgehoben. Dieses Riesen-Investment konnte bis jetzt keiner erlären - vor allem, weil das jetzt nach so kurzer Zeit wieder verkauft werden soll. Und so wie es aussieht nur zu einem Bruchteil der 100 Mio Euro, die es mal gekostet hat.

Der von den beiden Volksvertretern vollzogene Schritt hat die Nürburgring GmbH hoffnungslos überschuldet und die Insolvenz hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Das war nach meinem Gefühl sowas von mit Ansage.

Wieso schreitet da die Staatsanwaltschaft nicht ein? 100 Millionen Euro Steuergeld mal gerade so im Handstreich bezahlt durch den Forderungsverzicht.

Ach stimmt ja - Rheinland-Pfalz. Da werden die Wahrheit bzw. Recht und Ordnung über die Mehrheitsverältnisse im Landtag definiert. Um dann über die pöhse EU zu schimpfen!

Tags: Erlebnisgrab | KurtBeck | JörgLindner | HendrikHering | Bilanz | Insolvenz


Freitag, 26. April 2013

Mikebericht von SWR 4 Sendung gestern in Nürburg.

Gestern war die Podiumsdiskussion, ging von 20 bis 22 Uhr. Wird aber heute erst ausgestrahlt (abends) und danach dürfen alle anderen, die das mitaufgezeichnet haben, es auch online stellen.

Ich war gespannt wieviele Autos wohl da stehen, wenn ich um halb acht von der Touri-Einfahrt aus kommend nach Nürburg fahre.

Und es waren viele, sehr viele! Parkplatz überfüllt und Wiese zugeparkt. Ich hab mich mal direkt bei einem Hotel in den Hof gestellt.

So sah das vor der Halle aus. So einen Ü-Wagen brauch ich auch, Bloggermobil Deluxe!

Viele Leute sind garnicht reingekommen, ich hab mir sagen lassen, daß selbst eine Anreise um zehn nach sieben nicht gereicht hat, um in der Halle einen Platz zu finden. Ich selber kam auch sehr spät (19:45) und hab mich mit dem dicken Fotoapparat bewaffnet reinschmuggeln können. In der Halle war die Lauf auch nicht die beste, war echt bis auf den letzten Platz rappelvoll.

Das war das Podium:

  • Andrea Thelen aus Adenau (Blaue Ecke)
  • Jürgen Häfner, der hat als Vertreter-Vertreter-Vertreter mit Textbausteinen ausgestattet die Regierung vertreten. Genau derselbe Jürgen Häfner, der auch schon diese 3-stündige Vorstellungsrunde als Runder Tisch in Adenau verkauft hat und der der einzige war, den die Regierung zu der Demo in Mainz gelassen hat.
  • Thomas Meyer, der Moderator auf dem Podium
  • Prof.Dr.Dr. Thomas Schmidt, der Doubledoc, der Kai Richter im treu-gucken-Dackelblick echte Konkurenz macht.
  • und Hermann-Josef Romes, das Verbandsgemeindefähnchen, immer lächelnd und mit sich zufrieden.

Moment mal!! Wo ist denn Otto Flimm? Noch nicht da? Kommt später? Vielleicht 2 Talkrunden?

Ich kämpfe mich mal weiter nach vorne, garnicht so einfach bei so vielen Leuten.

Stellt sich raus, Otto Flimm ist garkein Podiumsteilnehmer. Die haben den in's Publikum verbannt und waren dann mal so gnädig eine Gesprächsrunde mit ihm zu machen. Das ist auch der zweite Moderator, der heißt Heinrich Schöneseifen.

Das war wirklich unglaublich, wie die den Otto Flimm abgekanzelt haben. Er konnte seine Statements garnicht richtig anbringen und hat im Vergleich zu dem Doubledoc zum Beispiel nur ein Bruchteil Redezeit bekommen.

Aber trotzdem hat Otto Flimm die Chance genutzt Tacheles zu reden. Da war dann auch Schluß mit Dackelblick.Seht Ihr dort das Mikrofon? Kleines Detail nur, aber die Podiumsteilnehmer hatten alle ihr eigenes.

Immerhin einer, der Spaß hatte!

Viele Kameras hab ich gesehen.

Überfüllte Halle und es waren einige Leute (200?), die von draußen zugucken mussten.

Nochmal ein Panoramabild, das geht echt gut mit dem iPhone.

Dieter Frey musste sehr energisch darauf drängen, doch bitte auch einmal zu Wort kommen zu dürfen. Und hat dem Sanierer den Zahn gezogen, daß der Ring so furchtbar dringend verkauft werden müsse. Muß er nämlich garnicht. Das Beihilfeverfahren würde sich noch lange hinziehen und erst bei einem negativen Bescheid drohe ganz am Schluß auch eventuell die Schließung. Ist aber alles Zukunftsmusik, nur solche Optionen will man nicht hören. Nichtmal beim SWR!

Manfred Sattler hat sich als IHK Präsident im Namen der regionalen Unternehmen zu Wort gemeldet. Das fand ich gut, denn die werden es echt schwer haben, wenn der Ring in ein gewinnorientiertes Privatunternehmen verwandelt wird.

Er hat Dieter und mir auch ein Gespräch zugesagt und wir schauen mal, wie wir das umsetzen.

Regelrecht grotesk war allerdings der Auftritt von Friedhelm Demandt, der im Gegensatz zu Otto Flimm von Moderator Schöneseifen geradezu heroisiert wurde und dann als Freunde des Nürburgring-irgendwas tatsächlich davon gefaselt hat, daß der Nürburgring jetzt dringend an seinem Marketing arbeiten muß, um Familien an den Ring zu bringen. WTF. Ich stand ziemlich weit vorne und hab in's Publikum geschaut und hab noch nie soviele verdutzte Gesichter gesehen. Ich muß zugeben, das war echt lustig. Ich glaub die verdutzten Gesichter hört man sogar im Radio! :)

Als ich was sagen durfte ...

(Danke an Jürgen für das Bild!)

... und noch einmal deutlich gemacht habe wie frustrierend das ist, daß uns die Politik erst reinreitet und uns jetzt komplett im Regen stehen lässt - hat mich Herr Schöneseifen noch gefragt, wie denn die Rolle der Grünen zu bewerten sei. Ganz gezielt. Müsst Ihr Euch mal anhören. Da hatte ich das Gefühl, der ist doch mit Hidden Agenda unterwegs. Ich bin da garnicht groß drauf eingegangen, meinte nur, daß nach meinem Gefühl Eveline Lemke nicht mehr soviele Freunde in der Region hat. Ups, der Applaus dazu war dann doch etwas stärker als erwartet! Eveline: wenn Du das hier auch liest, wann warst Du das letzte Mal vor Ort? Vor zwei Jahren warst Du die glühende Kämpferin für Gerechtigkeit und die Nürburgring-Region, doch heute möchtest Du am liebsten nur noch Windräder in der Eifel abstellen?

Moderator Heinrich Schöneseifen ...

... und sein Kollege Thomas Meyer. Ich weiß echt nicht, wie ich das einstufen soll, aber Moderatoren waren das nicht. Das waren verlängerte Arme von Regierung und Insolvenzern mit einem Schuß Oberlehrer. Das Ganze glich viel mehr einer Propaganda-Veranstaltung und hatte viele Ähnlichkeiten mit der Lindner/Richter-Nummer, als sie damals mit einer ähnlich inszenierten Geschichte der Bevölkerung Beruhigungspillen verabreicht haben.

Der Doubledoc mit Dackelblick - wenn er bewusst gelassen redet versucht er wahrscheinlich so eine Art Hypnose, aber gestern sind ihm nur zwei SWR'ler aus Mainz auf den Leim gegangen.

Egal was sie gesagt haben, Häfner und Schmidt haben nichtmal einen Anstandsapplaus bekommen. Zwischenrufe und ein paar Buuh's waren aber schon für sie übrig. Es war ihnen zwar nicht gleichgültig, aber die Welt geht für sie dafür nicht unter. Die sehen das gnadenlos als Job: gute Miene zum bösen Spiel.

Sowohl Jürgen Häfner ...

... als auch der Insolvenzgeschäftsführer haben sich noch den Fragen gestellt. Das fand ich sehr gut, weil es war ja schon spät abends 10 Uhr. Nur viel dabei rausgekommen ist nicht wirklich. Dieter hat ihn auf die Problematik der Touristenfahrten angesprochen, die ein Privater in der jetzigen Form wohl kaum aufrecht erhalten könne. Es wurden Argumente ausgetauscht ... um dann festzustellen: der Geschäftsführer dachte es ging um die Achterbahn. Manchmal bekommt man Zweifel, ob er wirklich ganz im Thema ist.

Cover Gerri hat das dann in seiner unnachahmlichen Art mal klargestellt.

Hinterher waren sich alle einig: die Politik zieht das gnadenlos gegen den Willen der Bevölkerung und Sportler durch. Was mich noch mehr stört als die Tatsache an sich, ist daß die meinen wir wären tatsächlich so doof als würden wir das nicht kapieren. Der multiple Dottore mit seiner aufgesetzten Besonnenheit und dem eintrainierten Dackelblick, der Herr Häfner mit den bedeutungslosen, aber wichtig klingenden Worthülsen und dann die zwei Moderatoren, die mir teilweise richtig gebrieft vorkamen. Öffentlich-rechtlich ist da nur noch die Bezahlung, die nämlich von uns kommt, der Rest wird den Akteuren offensichtlich aus dem Mainzer Politikerbüros in's Lastenheft geschrieben.

Wie es jetzt weitergeht ist schwer zu sagen, aber ich hatte das Gefühl, daß immer mehr Leute bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln. Natürlich drängt jetzt die Zeit enorm, bis zum 15.Mai sind es nur noch gut 2 Wochen und wenn die Ausschreibung erstmal raus ist, wird es noch viel schwerer als jetzt. Wir müssen der Politik zeigen, daß wir uns nicht vorführen lassen und genauso wie Otto Flimm gestern dafür kämpfen Gehör zu finden. Wir sehen ja, daß es funktioniert!

Wieviel einfacher wäre es, wenn ein paar bekannte Fahrer oder Marken sich auch für ihre Nordschleife einsetzen würden. Wink! Wink!

UPDATE:

So beschreibt der SWR den Ablauf, “Die SWR4-Moderatoren hatten viel zu tun.” und “Lebhafte Diskussionen im Publikum.”

Tags: SWRKlartext | JaZumNürburgring | OttoFlimm


Montag, 22. April 2013

Das traurigste 24h-Rennen ever?

Mittwoch 15.Mai ist eigentlich der Korsomittwoch vom 24h-Rennen.

Den Korso gibt es nicht mehr, das 24h-Rennen vielleicht auch bald nicht mehr.

Denn Mittwoch der 15.Mai ist genau der Tag, an dem Der Nürburgring zum Verkauf ausgeschrieben wird. Das hat der Gläubigerausschuss letzten Freitag einstimmig entschieden.

Jetzt stellt Euch mal vor am Mittwoch vor dem 24h-Rennen sind die Zeitungen voll mit großformatigen Anzeigen:

“Nürburgring mit Nordschleife meistbietend zu verkaufen.”

Also mir würde das 24h-Rennen ganz schön im Hals stecken bleiben. Es wäre das letzte 24h-Rennen so wie wir es kennen und der ADAC hat ja schon gesagt, daß er sich auf Richter/Lindner 2.0 nicht einlassen wird.

Noch ist es nicht soweit, denn noch können die Rennstrecken aus dem Verkaufsprozess ausgegliedert werden. Wenn denn das Land überzeugt wird, daß das eine gute Lösung ist. Denn im Moment steuert die Regierung schnurstracks auf einen Komplettverkauf zu - ohne Wenn und Aber.

Im Klartext wollen sie die Nordschleife zu Geld machen, weil der Beck°Park der totale Katastrophenausfall ist und durch die Nordschleife vielleicht doch noch ein paar Milliönschen reinkommen.

Auf der anderen Seite jedoch haben die Rennstrecken an dem Umbau garnicht teilgenommen - von der Tribüne mal abgesehen, aber die vorher war ja auch ok - d.h. man könnte durchaus argumentieren, daß keine verbotenen Beihilfen in die Rennstrecken an sich geflossen sind. Und diese als Sportstätten weiterhin gemeinnützig und zugänglich für den Sport betrieben werden können, d.h. die Strecken aus dem Verkaufsprozess herausgetrennt werden.

Es liegt jetzt an uns diese Argumentation mit Nachdruck nach Mainz zu tragen, damit man sich von dort aus nach Brüssel aufmacht. Uns bleiben nur noch 23 Tage!

Ein Termin, der eigentlich zufällig entstanden ist, ist der nächste Donnerstag abend in Nürburg. Da kommt nämlich das SWR 4 Radio mit der Sendung Klartext und veranstaltet eine Podiumsdiskussion in der Gemeindehalle.

Bitte macht Euch ALLE auf diese Veranstaltung um 19 Uhr zu besuchen!

Wenn die Straßen verstopft sind und die Halle aus allen Nähten platzt, dann können wir zeigen, daß wir es ernst meinen. Gerade auch an die VLN Teams, die am Donnerstag anrücken: bitte lasst den Ring nicht im Stich - kommt mit Mann und Maus ALLE zur Gemeindehalle. Auch auf die Gefahr hin, daß in Nürburg das mittlere Chaos ausbricht: den SWR Leuten muss die Kinnlade runterfallen.

Und bitte keine Ausreden. Vor allem nicht bei mir. Was hab ich die letzten Jahre für Entbehrungen auf mich genommen, da wird es sich doch einrichten lassen 2 Stunden in Nürburg zu opfern.

Wenn wir das bis 15.Mai nicht hinkriegen und die Nordschleife tatsächlich versteigert wird, dann haben wir alle auf einmal sowieso viel mehr Freizeit, als uns lieb ist.


Montag, 08. April 2013

Neues vom Deubel-Prozess.

Heute ein kurzer Bericht im SWR mit neuen Zeugen-Vorladungen:

“Die Anklage wirft den Bankmanagern mangelnde Sorgfalt vor. Der Weiterbau sei offenbar wichtiger als die Prüfung der Wirtschaftsverhältnisse von Kai Richter gewesen.”

Kann man sich hier nochmal angucken.


Sonntag, 17. März 2013

ADAC kämpft!

In der Rhein-Zeitung:

“Der Automobilclub ist fest davon überzeugt, dass legendäre Nordschleife und Grand-Prix-Strecke ein einzigartiges Kulturgut von hohem öffentlichen Interesse darstellen und daher aus Sicht der EU-Kommission privilegierungsfähig sind.”

"Wir wollen da oben nicht Lindner-Richter 2.0.”

Was ich allerdings nicht verstehe:

“Der ADAC schlägt eine Stiftung oder ein ähnliches Modell vor (..)”

Das macht er doch garnicht. Wo hat der ADAC eine Stiftung vorgeschlagen? Das wird solange in den Raum geworfen, bis es alle glauben. Die Demo setzt sich für Gemeinwohlbindung ein - die Unternehmensform ist da doch erstmal zweitrangig.

Meiner Meinung nach haben die Medien dieses Stiftungsgespenst selber konstruiert. Das passt natürlich den Insolvenzverwaltern prima in’s Geschäft, denn auch eine Überführung in eine Stiftung ist ein Eigentümerwechsel, also ein Verkauf. Denen ist egal, an wen sie verkaufen, Hauptsache verkaufen!

Deshalb wird immer wieder subtil untermauert, daß der Verkauf beschlossene Sache sei - oder eben alternativlos.

Aber genau einen Verkauf will Otto Flimm und die Demo ja verhindern! Die Rennstrecken sind Volkseigentum und sollen es auch bleiben. Eine Stiftung nützt da erstmal garnichts.


Saisoneröffnung im Randalestadl.

Pressemeldung der Polizei:

"Körperverletzung So., 17.03.13/ 04:30 h Disco Eifelstadl – Nürburgring

Der 18-jährige Geschädigte wurde auf der Tanzfläche von verschiedenen Personen angegangen und ohne Grund geschlagen. Die Angreifer waren ihm nicht bekannt. Der Geschädigte wurde verletzt und mußte sich im Krankenhaus behandeln lassen. Kongrete Täterhinweise liegen z.Z. nicht vor."

Da schließt sich dann der Kreis, denn die Disko ist Volkseigentum, wird aber von der Richter/Lindner NAG betrieben, wie auch der Rest der Kulissenbauten auf A7.

Wie wär’s, die vom Staat bezahlten Polizeibeamten könnten gleich hinter der volkseigenen Theke arbeiten und wären dann schneller zur Stelle, wenn’s mal wieder auf die Zwölf gibt.

Arbeitsbeschaffung im Kurt-Beck-Stil!

Eröffnung im Juli 2009 mit Hans-Joachim Stuck, Kai Ebel (verdeckt), Jürgen Pföhler, (kennichnicht), und Kai Richter.


Dienstag, 12. März 2013

Jürgen Pföhler 2008 vs Jürgen Pföhler 2013.

Anfang 2008 wurde der Grundstein für das Verderben den Freizeitpark Nürburgring gelegt und entsprechend Reden geschwungen.

Jürgen Pföhler am 12.April 2008:

“Deshalb ist es wichtig, dass wir diese Investitionen in die Zukunft mit soliden Partner durchführen. Ich freue mich sehr, dass wir den Spatenstich heute auch mit Unternehmern zusammen machen, die überall in Europa sich umschauen, die ihre Chancen suchen, Unternehmer die hoch kreativ sind, mutig, aber weiß Gott keine Glücksritter sind. Die Mediinvest-Gruppe, heute vertreten insbesondere durch Herrn Richter, werden 80 Millionen Euro hier investieren. Das macht man nicht mal einfach so.”

Knapp 5 Jahre später Jürgen Pföhler vor Gericht (!) so:

Jürgen Pföhler am 12.März 2013:

Nürburgring-Prozess: Landrat Pföhler hatte Zweifel an Betreibern

Koblenz – Vertreter des Landkreises Ahrweiler haben die mittlerweile gekündigten Nürburgring-Pächter schon früh sehr skeptisch betrachtet. Zweifel hätten er persönlich und der Kreistag an deren Konzept und Eignung gehegt, sagte Landrat Jürgen Pföhler am Dienstag im Untreue-Verfahren um die gescheiterte Privatfinanzierung des Ringausbaus vor dem Landgericht Koblenz.

Pföhler sagte aus: «Das hat sich durch die tatsächliche Entwicklung, glaube ich, auch bestätigt.»

Deswegen hat der vor Zweifel und Skepsis geplagte Landrat wahrscheinlich auch Richter/Lindner persönlich beim Schaufeln ausgeholfen.


Samstag, 09. März 2013

Von einer Begründung wird abgesehen.

Unsere Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ist abgelehnt worden. Ohne Begründung. Unanfechtbar.

Ich habe unter 20832.com/prozess die Dokumentation vervollständigt. Scheint so, als sei dieses traurige Kapitel dann auch abgeschlossen.

"Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Von einer Begründung wird (..) abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar."

So läuft das heute.

An der Stelle auch nochmal mein ausdrücklicher Dank an all jene, die mich mit Spenden unterstützt haben. Dadurch hat mich der Prozess zwar viele Nerven, aber immerhin kein Geld gekostet. (Aktueller Stand: 1.175,29 €, Gesamtspenden: 11.907,49 €)

OLG Köln, 11.10.2011

Wer sich die detailliert ausgearbeitete Beschwerde einmal durchlesen möchte:

Verfassungsbeschwerde vom 23.12.2011.

Die Abmahung von Kai Richter bzw. seinem Anwalt Gernot Lehr lag vor ziemlich genau 2 Jahren in meinem Briefkasten. Hier noch einmal der zeitliche Ablauf:

Kai Richter hat sich übrigens bei keinem der Termine die Mühe gemacht vor Gericht zu erscheinen.

Rückblickend muß ich gestehen, daß mein Demokratie- und Rechtsverständnis massiv gelitten hat. Jetzt soll auch noch als Gipfel des Ganzen das Volkseigentum Nordschleife verscherbelt werden, nur damit ein paar Versager ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können.

Wo sind denn die Leute, die sich wehren? Gerade der Motorsport, der im Kern von Kampf und Dynamik bestimmt ist wie keine andere Sportart, scheint völlig gelähmt. Die beeindruckenden Leistungen auf der Rennstrecke werden beim Thema Nürburgring durch das Nichthandeln in den Schatten gestellt, opporunistisch und feige sind bei den Adjektiven, die mir dazu einfallen, noch die Harmlosesten.

Wie in einem Paralleluniversum werden neue Autos und Fahrer vorgestellt, bei Facebook betteln sie um Likes wie kleine Kinder - aber wenn’s wirklich darum geht auf den Tisch zu hauen, da müssen sie auf einmal ganz schnell weg.

Ausnahmen bestätigen die Regel und wer noch retten möchte, was zu retten ist, findet bei Otto Flimm die richtige Anlaufstelle.


Montag, 18. Februar 2013

Kurt Beck morgen vor Gericht - leider nur als Zeuge.

Pünktlich zu Kurt Beck’s Auftritt morgen beim Langericht Koblenz bereitet die Allgemeine Zeitung bzw. Markus Lachmann nochmal die jüngsten Ereignisse auf.

Denn das Drama lief ja in den letzten 5 Jahren in 2 großen Akten ab:

1.) Bau der großkotzigen Betonburgen für 400+ Millionen ohne Finanzierung und ohne funktionierendem Businessplan - innerhalb der historischen Nürburgring GmbH, anstelle einer eigenständigen GmbH z.B. (unter Finanzminister Ingolf Deubel, Vorstandsbeschluß vom Nov.2007).

2.) Extralange Verpachtung der kompletten (!!) Anlage, also Neu-Beton inklusive beider Rennstrecken an ausgerechnet Kai Richter und Jörg Lindner (unter Wirtschaftsminister Hendrig Hering, Vertrag vom März 2010)

“Als private Pächter der Landesimmobilien fanden sich die Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner.” schreibt Markus Lachmann, wobei der Witz ja ist, daß man nie nach alternative Betreibermöglichkeiten gesucht hat. Im Gegenteil: man hat sich größte Mühe gegeben, alternative Lösungsvorschläge energisch zu ignorieren. Das war garnicht einfach. Den Beweis habe ich höchstpersönlich antreten, indem ich mich in einer Gruppe eingebracht habe, die sogar eine Pressekonferenz in Mainz (!) abgehalten hat, um zu beweisen, daß es auch anders gehen könnte (April 2010). Wobei die chronologische Reihenfolge so war, daß wir zuerst den Termin in Mainz veröffentlicht haben und danach Hendrik Hering auf einmal ganz schnell den furchtbaren Pachtvertrag aus dem Hut zauberte.

Man kann sich garnicht vorstellen, wie augen- und ohrenzuhaltend die Regierung davon nichts hören und sehen wollte. Zumindest nach außen. In diesem Schauspiel drängte sich geradezu der Eindruck auf, daß es andere - der Öffentlichkeit nach wie vor unbekannte - Gründe geben könnte, daß sich die Regierung dermaßen den beiden Düsseldorfern für den Zeitraum einer ganzen Generation (20+10 Jahre) ausliefert. Und natürlich das Volkseigentum Nürburgring ein zweites Mal verzockt.

Das dritte Mal steht uns kurz bevor: der Verkauf.

Kurt Beck läßt das alles kalt. Ich prognostiziere mal sein kommendes Lieblingswort: Ressortverantwortlichkeit. Damit wird er versuchen alles abzuwälzen auf Ingolf Deubel, das war ja vor vornerein so abgemacht (Rücktritt am Formel 1 Wochenende 2009). Und sollte das nicht reichen und tatsächlich ein Krümel “Gesamtverantwortung” übrig bleiben, dann gibt es als Plan B halt Erinnerungslücken.

Wäre ich morgen Staatsanwalt, ich würd den ja sowas von grillen! So wie er den Nürburgring gegrillt hat, alles verseucht hier.


Samstag, 16. Februar 2013

Steinkühler und die pösen Hacker.

Der NAG Sprecher von Richter/Lindner hatte sich letzte Woche mit seinem Politiker Blog über Peer Steinbrück wieder aus dem Internet zurückgezogen, Schuld waren Hackerangriffe:

“peerblog.de ist als normale Website online gegangen. Firewalls gegen unerwünschte Eindringlinge auf CIA-Niveau kamen und kommen für uns nicht in Frage.”

Stellt sich raus sein Provider Strato weiß nichts davon: “Keine Auffälligkeiten.”

Wieso überrascht mich das jetzt nicht?

(Via.)


Montag, 04. Februar 2013

Crash Settlement Gesellschaft.

Im Bundesanzeiger steht so knapp wie es nur geht:

Cash Settlement & Ticketing GmbH

Nürburg

Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich bei ihr zu melden.

Der Liquidator

Da freut sich der Landesrechnungshof, der hat mehr als einmal von einer unnötigen Firma gesprochen. Wer die Lektüre nicht kennt, hier der Link (PDF, Rhein-Zeitung).

Keine 5 Jahre ist die Firma alt geworden!

Was haben die uns mit diesem Plastikzwangsgeld gequält. Und den Steuerzahler geschröpft.

Wobei viele Fragen offen bleiben:

  • Wird die Karte jetzt abgeschafft?
  • Wer haftet für die offenen Forderungen?
  • Was macht die Bankenaufsicht und wer wird jetzt die neue Bank? Wie steht es mit den Pflichten, wer tritt dafür ein?
  • Wird jemand zur Verantwortung gezogen? (Ok, war ’ne rethorische Frage.)
  • Wer entschädigt uns für die Qualen der letzten 5 Jahre? (Noch eine.)

Doch bei der CST gab es nicht nur Verlierer. Die Skidata z.B. hat prächtig verdient, ebenso die payment solution AG. Gelitten hat dagegen das Image des Ring’s, das durch die offen zur Schau getragene Schröpfung der Besucher furchtbar durch den Schmutz gezogen wurde.

Geschäftsführer Kai Richter meinte mal gegenüber dem SWR: “Die unternehmerischen Entscheidungen der CST seien gut begründet.”

Das glaub ich ihm auf’s Wort.


Mittwoch, 30. Januar 2013

Also doch Formel 1!?

Das Gezerre scheint beendet, der Ring bekommt das Rennen. Ohne Richter / Lindner, die - so grotesk das klingen mag - Strafanzeige gestellt haben. Also DIE haben Strafanzeige gestellt. Echt jetzt.

Das mit der Fahrerfeldgebühr tät mich mal interessieren - gibt es eine? (Wäre das erste Mal, wenn nicht.) Wer bezahlt die? Die insolvente Rennstrecke?

Also wenn das funktioniert, dann wird es doch wohl auch zu schaffen sein, daß die Nordschleife nicht verkauft werden muß!

UPDATE:

Wilhelm Hahne hat auch noch was.


Samstag, 22. Dezember 2012

Danke Kurt Beck.

RPR 1 hat sich was Besonderes einfallen lassen für den Verpisser hochverdienten Ministerpräsidenten Kurt Beck. (Der nimmt im Januar seinen Hut.)

Das große Kurt Beck Danke Buch!

“Seit 1994 ist Kurt Beck unser Landesvater. Bevor er geht, sagen alle nochmal ”Danke“. Postet eure Danksagen und Wünsche für die weitere Zukunft an Kurt Beck, wir machen daraus ein richtiges Buch. Und in eurem Namen werden wir es persönlich überreichen.”

(André Schmidt, Kai Richter, Kurt Beck - die Zukunftskonzeptphantasten. Die Ohren von Hendrik Hering und Jörg Lindner gucken auch noch links und rechts hinter den dicken Backen raus.)

Da steht der Mike mit diesem Text jetzt auch drin:

“Danke Kurt Beck, daß Sie den Nürburgring konvertiert haben von einer Rennstrecke mit Weltruf in ein hässliches Betonmonster. Danke auch, daß Sie alle Warnungen in den Wind geschlagen haben, als es noch früh genug war, um pünktlich zum 85.Geburtstag dieses einmalige Kulturdenkmal in Volkseigentum endgültig in die Insolvenz zu treiben. Und abschließend ein ganz herzliches Dankeschön, daß Sie endlich von der Bühne abtreten und zumindest keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.”

Hat komischerweise was gedauert mit der Anmeldung, aber könnt Ihr Euch auch verewigen:

facebook.com/groups/407962035938977

Man muß die wenigen Chance nutzen, um dem Mann, der den Ring geprägt hat wie kein anderer, ein Dankeschön zu hinterlassen.


Freitag, 14. Dezember 2012

Generalbevollmächtigter.

Ein voll mächtiges Wort, betrifft die umfassende Vollmacht für alle rechtlichen Stellvertretungen.

Von der ist bei Rad am Ring die Rede:

„Es gibt bei Kleinigkeiten noch finalen Abstimmungsbedarf", erklärt Dr. Karl-Josef Schmidt, Generalbevollmächtigter der neuen Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH.

Das ist der Mann, den Kai Richter und Jörg Lindner im Juli 2011 als neue Geschäftsführung der NAG vorgestellt haben.

Na das ist doch mal eine Super Ausgangsposition für einen Neuanfang! Nicht.


Dienstag, 11. Dezember 2012

Was lag da näher, als sich mit Boris Becker in Verbindung zu setzen.

Meinte Walter Kafitz vor über 3 Jahren - ohne natürlich auch nur ansatzweise zu erwähnen, wieviel es den Steuerzahler kostet sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Kann man sich alles auf youtube.com/MariusAlthof angucken:

Mein Gefühl sagt mir, daß sich eher Werner Heinz mit Kumpel Walter in Verbindung gesetzt hat - da er als Fahrermanager seine Wurzeln im Renngeschäft hat und am Ring gab (gibt?) es auch eine WH Sport VIP Lounge. Die RZ schreibt:

Der dreifache Wimbledonsieger sollte das Gesicht des neuen Nürburgrings samt Freizeitpark werden. Dafür war der Trierer Vermarktungsgesellschaft „WH Sport international“, die die Tennis-Legende in die Eifel vermittelte, ein Honorar von 450 000 Euro netto zugesagt worden.

Begründet sich auf dem NAG-Go-Home-Vertrag, der geleakt wurde. Von dem Wilhelm Hahne allerdings den Eindruck hat, da sei nicht die endgültige Fassung veröffentlich worden - aber das ist ein anderes Thema.

Die Boris-Becker-Nummer war eine der vielen kleinen und großen Sargnägel, die in die Nordschleife getrieben wurden. Stück für Stück wurde die Überschuldung besiegelt und alle haben sie fleissig mitgemacht: der Nürburgring Geschäftsführer ebenso wie Sportmanager oder Propaganda-Filmer, die im Film aufgeregt rumspringende Stefanie eine-ganz-normale-PR-Kampagne Hohn oder der später bei Dederichs Reinecke sanft gelandete Stephan Cimbal. Das ist die Agentur, die damals die Volksverarsche in blumige Worte packte

“Und im Eifel Stadl feierten nicht nur Prominente wie Boris Becker oder Giulia Siegel bis spät in die Nacht. ”Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit … bla … bla … bla", freut sich Kai Richter, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomiebausteine am Ring.

… und heute ganz unschuldig versteckt hinter Falken Motorsport einen auf Ringfan-Kumpel machen.

Und natürlich die ach-so-schuld-und-ahnungslose Lokalpolitik, Hauptsache die eigenen Schäfchen im Trockenen.

Der Mann in der Mitte ist der, der am längsten im Aufsichtsrat sitzt.

Boris Becker kommt in dem historischen Stück übrigens auch zu Wort und sagt so etwas Bedeutendes wie:

Man muß nicht Formel 1 Weltmeister sein, es geht nicht nur um die Formel 1.

Man muss wahrscheinlich Boris Becker sein, um das zu verstehen. Und Walter Kafitz, um mit den Steuergeldern nutzlos herumzuwerfen: 200.000 Euro auf Kosten der Nordschleife, inzwischen amtlich:

Die fälligen 200 000 Euro wurden denn auch bereits an die Managementgesellschaft „WH Sport international“ überwiesen.

Heute - nichtmal 3 Jahre später - tun sie dann alle so, als hätten sie damit garnichts zu tun und der jetzt drohende Verkauf des Nürburgrings sei vom Himmel gefallen.

Kognitive Dissonanz at it’s best.


Sonntag, 09. Dezember 2012

2 Jahre SAVE THE RING.

Ist schon witzig zu sehen, was alles aus einer Idee werden kann. Auf der anderen Seite natürlich frustrierend, wie wenig wir Bürger zu sagen haben. Gerade am Ring wurden (werden?) wir nach Belieben ausgetrickst und vorgeführt und die Verantwortlichen flüchten sich im schlimmsten Fall in den Ruhestand. Mit Rente Höhe sorgenfrei und prall gefülltem Konto versteht sich.

Am 9.Dez.2010 - das war vor genau zwei Jahren - habe ich so Save The Ring in’s Leben gerufen auf Facebook: hier ist Post Nummer 1.

Dem Ring geht’s zwar nicht besser - im Gegenteil - aber was will man ausrichten gegen so einen übermächtigen Gegner? Politisch gewollt - na vielen Dank. Volksvertreter - wer glaubt das noch?

Die letzten 5 Jahre waren für mich ein Paradebeispiel wie verottet unsere Gesellschaft inzwischen geworden ist. Leider sind die Politiker sind nur die, die wir verdienen. Manchmal wünsche ich mir ich wäre so naiv geblieben, wie ich es vor 5 Jahren tatsächlich war. Daß es nicht nur mir so geht weiß ich aus Gesprächen mit anderen Ringfreunden.

So wenig wir ausrichten können, umso mehr freut einen doch das ein oder andere Signal, daß nicht alle Hoffnung umsonst ist.

Wie zum Beispiel:

Die Demo bei der Formel 1 2011:

Der bildhübsche Ja-zum-Ring Z4 von Schubert:

Daß ausgerechnet das Kai-Richter-Grüne-Hölle-Girl das Banner zusammen mit Sabine hält, als der Frikadelli-Porsche in Reihe 1 fahren konnte (Mai 2011):

Die vielen selbstgemachten STR Aufkleber:

Die Aktiven, die Flagge zeigen:

Das große Interesse und die weiten Kreise - vom Mofarennen in Kell:

über Hillclimbing in Schottland:

die Boss GP Serie:

oder Japanische Super GT:

bis zum Porsche-Cup in Middle East:

Daß keine Unterschriften-Liste groß genug wäre, um alle zu sammeln - sind immer nach ein paar Tagen voll:

Und sowieso Uschi’s Standhaftigkeit:

Und die vielen kleinen Unterstützungen, die immer wieder ohne großes Aufsehen einfach entstehen, in Afghanistan:

genauso wie in der Hatzenbach:

In diesem Sinne:

Happy Birthday & Save The Ring.


Freitag, 30. November 2012

Die Rückgabe des Nürburgrings.

Ich bin dann mal durch den Vergleichsvertrag gestiefelt und hab mitnotiert, was mir so aufgefallen ist.

“Die Rückgabe des Nürburgrings erfolgt dabei insbesondere, um den Klägern die Möglichkeit zu geben, den Nürburgring nach Rückerhalt im Rahmen eines EU-konformen Verfahrens an Dritte zu veräußern.”

So schön Rückgabe klingt, so bedrohlich schließt sich Veräußerung an.

“Für den Zeitraum vom Rückabwicklungsstichtag bis zum Rückgabestichtag ist kein Pachtzins mehr zu bezahlen.”

Heißt also der November war schon NAG-frei.

“Die Pachtsache geht ohne jede Gewährleistung in dem Zustand über, in dem sich die Pachtsache zu diesem Zeitpunkt befinden wird.”

So einen Mietvertrag hätte ich auch gerne mal.

“Hohen Rain 1”

Ist das das Haus in Nürburg, das die NAG komischerweise mal über eine Mittelsfrau gekauft hat? Und keiner sich einen Reim machen konnte, was sie damit wollen? Das hängen sie jetzt dem Nürburgring um?

“Die NAG verpflichtet sich () die Bezeichnung ”Nürburgring“ für geschäftliche Angelegenheiten() nicht mehr zu verwenden”

LIKE!!

“In der () Aufstellung sind alle wesentlichen Verträge () aufgeführt”.

Betonung liegt auf “alle”, d.h. die Zeitbombe ist dann doch eher ein Bömbchen. Super! Denn es kann eben kein “wesentlicher” Vertrag aus dem Hut gezaubert werden wie befürchtet. “Alle” Verträge, die 50k übersteigen können, sind in der Anlage aufgeführt.

“Die NBG tritt () in () noch bestehende Verträge ein. Ausgenommen sind Verträge () der NAG-Parteien mit verbundenen Unternehmen.”

Liest sich für mich so, daß die ganzen Kai Richter Unter-firmchen von Jung Produktion bis Nürburgring TV ihre künstliche Bevorzugung verloren haben. Willkommen auf dem freien Markt! Ob die Kai Richter Ring1 Kabelträger jetzt immer noch “Nürburgring” Arbeitsausweise zur Schau tragen?

“() dass sämtliche Erträge () der NBG zustehen ()”

Erträge! D.h. eventuelle Vorauszahlungen - also Einzahlungen - sind noch nicht erfolgswirksam geworden (noch keine Leistung) - und stehen der NBG zu. Also auch ein Punkt von hier, der adressiert wurde.

WH Sport - (Werner Heinz) - bekommt noch Geld von der NAG? 425k für Borisbeckervermittlung? 86k für Warsteiner Lieferrechte? Krass. Sogar die Instandhaltungsrücklage 600k wird erlassen?

“Der () zwischen NAG und der GHB abgeschlossene () Betriebsüberlassungsvertrag () wird () aufgehoben.”

Sehr gut, diesen Vertrag hat sowieso keiner verstanden. Weil da noch nichtmal Inventar dabei war und die Gebäude usw. gehören sowieso längst uns Steuerzahlern. Das gilt auch für die CST.

Die nennen das Geld auf den verhassten Ringkarten “Fanguthaben”? Was für ein Unwort.

Für die Formel 1 würden die Düsseldorfer Nasen die Anlage für 2 Wochen kostenlos bekommen inklusiver aller Sachleistungen (bis 1 Mio Wert). Personal gibt’s für Nullinger obendrauf. Wir reden hier über Steuergeld und Volkseigentum, wie geht sowas?

“dass () ein gesetzeskonformes Verwertungsverfahren des Nürburgrings nicht möglich ist.”

Meine Rede: nicht verkäuflich!

“Der zwischen der NG und der NAG ab dem 1.5.2010 bestehende Geschäftsbesorgungsvertrag (ohne Datum) …”

Der WAS? Kennen wir den? Helf mir mal einer.

Die CST wird Kai Richter für 1,- Euro abgekauft (MIBV). Jetzt müsste man die aktuellen Zahlen der CST kennen, die letzte veröffentlichte Bilanz (2010) war so gnadenlos rot und wurde erst im Mai 2012 veröffentlicht. Durch Gerd Weisel:

“Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag bilanziell überschuldet. Der Ausweis des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags beläuft sich nach Abzug des Jahresfehlbetrags auf EUR 4.087.668,40.”

Und die wird für 1 Euro gekauft? Vorher war der Geschäftsführer Michael Nuss-Kaltenborn, der eigentlich Michael Nuss heißt und sich aktuell im Koblenzer Untreueprozess verantworten muss.

“Der NG und der MSR ist bekannt (), dass die GHB und die MFM demnächst liqudiert werden sollen”.

Jep, braucht kein Mensch.

“Soweit ein Liquidationsüberschuss entsteht …”

Tja, äh … wie soll ich das jetzt sagen … Also der Edzard Andres Plath, das ist der Geschäftsführer von Grüne Hölle Betriebsgesellschaft und von Marketing & Facility Management Nürburgring. Naja und diese beiden Firmen, also die Position “nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag” - also ähm … siebenstellig (1,2 bzw. 5,4).

“Zwischen der Lindner Hotels AG und der MSR wurden am 26.2.2008 drei Managementverträge abgeschlossen ()”.

Sooo früh?! Am 19.Nov.2007 wurde das Projekt abgesegnet und erst am 12.April 2008 der Grundstein gelegt.

Diese “Lindner-Managementverträge” würd ich ja gerne mal sehen. Als Steuerzahler sollte ich da auch ein Recht drauf haben.

“.. stellt die NAG () die zur bisherigen erweiterten Geschäftsleitung der NAG zählenden Mitarbeiter zur Verfügung ..”

Muss das sein?

“Die NAG ist schließlich bereit, die NBG nach Bedarf bei der Fortentwicklung der Geschäftsbereiche der NBG aus vornehmlich strategischen Gesichtspunkten zu unterstützen. Wird die NAG tätig, erfüllt sie ihre Aufgaben mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns.”

Du - nöö - lass mal.

“.. und der NAG () ein Recht zur (Mit)Benutzung dieser Domains eingeräumt wird.”

Wieso das denn? Die haben doch eine tolle Domain.

Und was ist z.B. mit Facebook und Twitter? Das ist doch komplett NAGverseucht.

“Die NBG wird der NAG () angemessene Räumlichkeiten im Businesscenter zur Verfügung stellen.”

Wo iss’n das? Wir wär’s alternativ mit einer angemessenen Freifahrt mit dem ring°roster?

Unter’m Strich muß man sagen, endlich mal ein Vertrag, der die Bezeichnung auch verdient. Das amtilche Zuschanzdokument vom Hendrik Hering war ja eher ein Nürburgring-Ausbeutungs-Freibrief. Steh ich auch nicht alleine mit der Meinung.

Hätte doch der Jurist Hendrik Hering im März 2010 nur annähernd einen Pachtvertrag dieser Qualität entworfen, dann wäre uns das ganze Theater erspart geblieben. Aber er wollte ja garkeinen guten Pachtvertrag, er wollte bloß die Wahl retten und sein schönes Ministerpöstchen behalten. Und da ist dann so ein Pachtvertragsmüll bei rausgekommen.


Befreiungsvertrag.

Die RZ hat den Vertrag, der den Würgegriff der NAG beendet hat, dann mal komplett geleakt. Mit einem Artikel drumrum.

Richtig so. Kann sich jetzt jeder ein Bild davon machen. Wilhelm Hahne steigt da auch gerade noch tiefer ein.

Der Vertrag wurde am 27.Nov. unterzeichnet, also letzten Dienstag.

Zeitgleich hält die NAG heute übrigens ihr Pressegespräch ab. Man braucht nur die Einladung dazu zu lesen um wissen, daß man das nicht braucht:

"Sehr geehrte Damen und Herren, der Betrieb des Nürburgrings war wirtschaftlich noch nie so erfolgreich wie in den Jahren 2010 bis 2012. Der private Betreiber, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), wird auch 2013 am Nürburgring wichtige Aufgaben übernehmen. Über Projekte, Zukunftsaufgaben und Strategien der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) informieren Sie die Gesellschafter, Jörg Lindner und Kai Richter."

Die einzige Strategie, die ich erkennen kann, ist das verzweifelte Strampeln, irgendwie ohne Gesichtsverlust aus der Nummer rauszukommen. Um je mehr sie strampeln, umso peinlicher wird es.

Die Jahre 2010 bis 2012 gehen sicher in die Geschichte des Nürburgrings ein, aber nicht als die erfolgreichsten, sondern als die schwärzesten. Daß das skrupellose Wirken der NAG erst solche Protestbewegungen wie STR auf den Plan gerufen hat (gegründet 8 Monate nach Nürburgring-Übernahme durch die NAG), sagt eigentlich schon alles.

Lass sie doch strampeln in ihrem tollen Superiorschuppen, am Nürburgring brauchen sie jetzt eine Eintrittkarte wie jeder andere auch.

“Im Anschluss an das Pressegespräch stehen Herr Lindner und Herr Richter den elektronischen Medien für Einzelinterviews zur Verfügung.”

Nein Danke.

(Was sind denn bitteschön elektronische Medien? Stehen die unter Strom?)

“Bei einem kleinen Imbiss können darüber hinaus weitere vertiefende Gespräche mit den Gesellschaftern geführt werden.”

Dann lieber verhungern.

Nach wie vor ist von einem Verkauf des Nürburgrings die Rede, stellt Euch mal vor, Richter/Lindner würden das kaufen. …. Nee, macht es besser nicht :/

Einen Verkauf halte ich nach wie vor für das schlimmste aller Szenarien, wohin ein profitorientierter Betrieb geführt hat, haben die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt: Auspressen von Strecke und Region zum Vorteil Einiger und zum Nachteil von Ring & Sport.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: ein gemeinnütziger Betrieb - ohne Gewinnerziehlungsabsicht - dafür aber mit der Absicht Sport, Historie und Region gleichermaßen zu fördern. Das war die Aufgabe der alten GmbH, nur leider sind da ein paar Leute hohlgedreht und haben den Boden unter den Füssen verloren.

Der Angriff der Schöngeföhnten wurde zwar abgewehrt, aber die Verluste waren enorm und jetzt treibt der Ring angeschlagen auf hoher See. Und es zieht neuer Sturm auf.


Donnerstag, 29. November 2012

Zeitbombe?

Wilhelm Hahne schreibt, daß die Insolvenzverwaltung in die Leistungsverpflichtungen der NAG eingetreten ist, ohne sie zu kennen. Genaugenommen haben angeblich nicht alle Verträge vorgelegen, weil - festhalten - man sie nicht gefunden habe!

Das wäre ungeheuerlich und ich hoffe sehr, daß es nicht stimmt. Denn genau diese Übung - Sichten und Anpassen von 1.000 +/- Verträgen hat die NAG gerade erst hinter sich! Das ist nichtmal 2,5 Jahre her! Und jetzt finden die die Verträge nicht mehr? Wer soll das denn glauben?

Sollte es stimmen, dann bedeutet das, daß jederzeit jemand aus der Hecke springen kann mit einer Leistungsforderung, die nicht nur unvorteilhaft ausgehandelt worden sein könnte, sondern die auch womöglich im Voraus bezahlt worden sei.

Natürlich würden die das nie machen, aber rein theoretisch könnten dann sogar noch nachträglich Verträge vom Himmel fallen, die dann beliebig aus dem Hut gezaubert werden. Wie kann man sich auf solch ein - wenn auch nur theoretisches - Risiko einlassen als Verhandlungsführer?

Nie im Leben hätte ich gedacht, daß Unterschriften unter eine Einigung gesetzt werden, bevor nicht ALLE Verträge haarklein auf dem Tisch liegen. Wo gibt’s denn sowas. Sollte das wirklich so gelaufen sein, dann tickt hier eine Zeitbombe, deren Größe nur Kai Richter und Jörg Lindner kennen.

Von daher hoffe ich, daß Wilhelm Hahne diesmal komplett daneben liegt. Nur die Erfahrung hat gelehrt, daß die Chancen dazu schlecht stehen.


Sie können´s einfach nicht lassen.

Gestern hab nicht nur ich mich gewundert, wieso 2 gegensätzliche Meldungen durch die Medienlandschaft gewabert sind.

Karin Dauscher klärt die bizarren Widersprüche auf:

“Die Sanierer Thomas B. Schmidt und Jens Lieser auf der einen und die Pächter Kai Richter und Jörg Lindner auf der anderen Seite rangen sofort nach der Unterschrift mit getrennten Pressemitteilungen um die Deutungshoheit.”

Finde ich sehr gut in der Rheinpfalz diese Widersprüche direkt mal aufzuzeigen!

Im SWR kam dann der neue Geschäftsführer Schmidt zu Wort:

“Operativ haben die Herren Lindner und Richter am Ring keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr.”

Frage: “Warum behaupten die dann in ihrer Pressemitteilung was anderes?”

“Fragen Sie mich mal was Leichteres!”

Überraschung! Nicht.

Ich weiß zwar nicht, was man als Interims-Hotelbetreiber und potentiellem Formel 1 Ausrichter noch für großartige Pressekonferenzen veranstalten will, aber bitteschön: die NAG - also das, was davon noch übrig ist - lädt am Freitag zum Pressegespräch. Wo? Im Hotel. Harhar. Freut sich der Herr Metzner sicher schon wie ein kleines Kind, daß er wieder Kaffee rumtragen darf! Und wer dumme Fragen stellt bekommt eine vor die Zwölf?

Auch wenn man jetzt mal kurzfristig aufatmen kann, die nächste Bedrohung steht schon vor der Tür:

Horrorszenario Zwangsversteigerung.


Dienstag, 27. November 2012

Die Tyrannei der NAG ist beendet.

Heute wurde die Ära von Kai Richter und Jörg Lindner am Ring beendet. Ein Stückchen wiedergewonnene Freiheit nach 29 Monaten Geiselhaft für die Nordschleife:

“Die NAG scheidet damit aus der operativen Geschäftsführung des Ringgeschäfts aus.”

In den beiden Hotels, im Ferienpark und bei der Formel 1 haben sie noch Aktien, aber die Nordschleife wurde heute von ihrem Würgegriff befreit.

Ich wußte auch nicht, ob ich der Pressemitteilung der Insolvenzverwalter bzw. der Nürburgring GmbH trauen kann, besonders weil der Spiegel diesen eher irreführenden Artikel veröffentlicht hat:

“Demnach sollen die ungeliebten Pächter möglicherweise noch bis Ende 2015 diverse Führungsaufgaben am Ring übernehmen und dafür ein Millionenhonorar kassieren.”

Aber ich hab ein bisschen telefoniert und die Verträge seien unterzeichnet, die NAG Herrschaft über die Rennstrecken ist beendet. 1.5.2010 bis 27.11.2012 - was für eine Horrorphase. Nur damit die SPD sich über die Wahl retten kann.

Auf Nimmerwiedersehen NAG!

Wärst Du uns doch bloß erspart geblieben.


Samstag, 17. November 2012

Pünktlich zur großen Biggesee-Erorberung ...

… hat Kai Richter seine mediinvest.de-Seite abgeschaltet. Das macht ja mal richtig Sinn. Nicht.


Freitag, 16. November 2012

Save The Biggesee.

Gestern ging’s zum Thema Nürburgring drunter und drüber, das passiert immer, wenn man die Formel 1 in’s Spiel bringt. Das hat man bei der NAG inzwischen auch gelernt und setzt es jetzt wohl nach Belieben taktisch ein, so war z.B. gestern in der FAZ plakativ zu lesen:

“Nürburgring-Affäre: Schock am Ring.”

kombiniert mit:

“Nun droht der Rennstrecke das endgültige Aus.”

Das sind natürlich tolle Reisser, doch wo kommen sie her? Die Erklärung liefert der Artikel gleich mit:

“In einem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegenden Brief …”

Na wie der da wohl hingekommen ist?

Neben dem Formel–1-Rennen 2013 seien auch die Großveranstaltungen „Rock am Ring“ und das 24-Stunden-Rennen des ADAC gefährdet, sagte ein Sprecher der NAG.

Dieser Sprecher ist doch Steinkühler? Na war ja klar. Und warum? Kann es mir so erklären, daß man gemerkt hat wie leicht die Insolvenzverwalter in die Defensive zu drängen sind und haben für den finalen goldenen Handschlag mal ein paar Pfunde auf den Tisch geknallt. Hat ja gut funktioniert. Sogar Mr E wurde dadurch gezwungen sich zu räuspern und ein Vettel-Statement hilft noch einmal alles durch den Kommunikations-Mixer zu jagen.

Gestern war aber noch ein anderes denkwürdiges Ereignis: in Attendorn gab’s großen Bahnhof für den Heilsbringer Kai Richter, der mit viel Tamtam und Bürgermeister-Umgarnung ein neues Was-auch-immer vorstellte, das wahlweise unter dem Begriff Projekt, Resort oder Anlage den Bürgern schmackhaft gemacht wurde. Schön garniert mit “Sensibilität” und “Superior”. Die haben dann auch artig geklatscht, als er für “seine Gruppe” - ein mittelständisches Familienunternehmen - die Bühne erklommen hat.

Ich war zwar selber nicht vor Ort, aber mir ist ausführlich Info zugetragen worden. So sah das da aus:

Er hat dann mit blumigen Worten seine Erfolge am Nürburgring verkauft - und eine ganz besondere Sicht auf die aktuelle Lage: “… auch wenn das Gesamtprojekt - insbesondere durch die Formel 1 - derzeit nicht erfolgreich erscheint.”

So ein Zufall aber auch, daß die Zeitungen grade voll damit sind.

Im Vergleich zu seinem missglückten Aufschlag vor 1,5 Jahren hat er diesmal Jörg Lindner statt Edzard Andres Plath mitgebracht, d.h. die beiden Nürburgring-Betreiber haben grade nichts besseres zu tun, als am Biggesee auf Verkaufstour zu gehen.

Gebaut werden soll da wohl in großem Stil und zu dem schon gekauften Grundstück will Herr Mediinvest anscheinend noch eins dazukaufen. Er schwärmt im besten NAG Vokabular von Destination und erneuerbaren Energien, von Superiorhäusern und Zelten mit Bett, aber auch von Seegastronomie, Kinderbetreuung und Klettergarten.

Für Eifler wäre die Veranstaltung einem 6-Jahres Zeitsprung in die Vergangenheit gleichgekommen, die Rede ist von 88 Ferienhäusern, 18+30 Appartments, 50 Bungalows, Hotel mit Schwimmbad, Konferenzzentrum, Strandbad und Hastenichtgesehen.

Natürlich in Kombination mit neuen Arbeitsplätzen und vielen Aufträgen für heimische Zulieferer. Der Bürgermeister von Attendorn - Wolfgang Hilleke - hatte ein langes Gespräch mit dem Bürgermeister der VG Adenau und der habe “begeistert erzählt” (kein Witz!), daß die ganze Region von dem Projekt Nürburgring profitiert, belegt das mit gestiegenen Übernachtungszahlen und 2.500 abhängigen Arbeitsplätzen.

Interessante Sicht der Dinge Herr Verbandsgemeindebürgermeister!

Da hätte er wohl besser mal den Bürgermeister von Nürburg angerufen, der hätte ihm aber was anderes erzählt. Aber vielleicht passt das ja nicht so gut in’s Konzept.

Kai Richter meinte zum Nürburgring, daß damals der Hendrig Hering auf ihn (KR) zugegangen sei, weil sein Betrieb der einzige Bestandteil war, der funktionierte. Er habe dann Jörg Lindner überredet, Komm, laß uns das wagen! Und jetzt würden sie das Unternehmen erfolgreicher denn je führen: Umsatz verdreifacht, Ertrag vervierfacht.

Die Insolvenz wird banalisiert, als sei sie vom Himmel gefallen, Jörg Lindner erklärt das mit der EU, dadurch sei man “über ein europäisches Verfahren in die Insolvenz geraten. ”

Kai Richter meinte auch, man habe sich geeinigt (also gestern) und die Gespräche befriedet. Interessantes Timing.

Jörg Linder war in Fahrt und berichtet von einem ausverkauften Haus sowohl in den NAG Hotels, als auch im Dorint - und das, obwohl Schnee in der Eifel liegt und die Rennstrecken definitv nicht genutzt werden.

Obwohl es am Tag vorher auf der Nordschleife so aussah.

Die hatten die Bürger dann tatsächlich soweit, daß einer schon fragte, ob man als Anleger einsteigen kann. Ohje.

Manchen Leuten kann man nicht helfen, für die anderen hab ich ein paar weiterführende Links (nach Datum sortiert, Neueste oben):

(Kai Richter und Jörg Lindner, ungekrönte Betroffenheitsmeister.)

Für die, die es nicht kennen - so haben sie sich am Nürburgring vergangen verewigt. Beton und Stahl für die Dinge, die keiner braucht. Das hat inzwischen alles der Steuerzahler bezahlt und komischerweise wird es immer schnell evakuiert, wenn ich mal ein Foto machen will. Hier hab ich mal versucht, die offiziell genannten 330 Mio. aufzuteilen - rückt ja keiner genau mit der Sprache raus.

Kaum noch zu erahnen, aber am Ring war es mal urig und gemütlich - so wie man es sich vorstellt für eine über 80 Jahre gewachsene traditionelle Sportstätte von Weltruhm. Bis auf einmal Visionen, Investoren und Destination-Prediger ihren Zerstörungsfeldzug angetreten haben, der im 85.Geburtstag des Nürburgrings in die Insolvenz geführt hat. Und damit die akute Gefahr begründet, daß das Volkseigentum Nürburgring zusammen mit der Nordschleife einem privaten Besitzer bei der “Verwertung” in die Hände fällt.

Es gab übrigens auch in Adenau solche Informationsveranstaltungen, auch der hiesigen Bevölkerung wurde damals viel versprochen - die aktuelle Realität könnte grausamer für den Ring und die Region nicht sein.

Save The Biggesee :/

UPDATE:


Donnerstag, 15. November 2012

Ein Projektentwickler zusammen mit einem internationalen Hotelkonzern.

Ziemlich genau so klingt der Anfang vom Ende des Nürburgrings.

Und genauso steht das wörtlich im aktuellen Sauerlandkurier, ganz klein und schüchtern auf Seite 2 unten rechts.

Die Reizwörter Biggesee, Mediinvest, Kai Richter oder Edzard Plath tauchen nicht auf, reiner Zufall wahrscheinlich. Dafür aber “Lindner Hotels AG”. Ich kenn mich in der Gegend nicht aus, aber Attendorn ist Biggeseestadt:

goo.gl/maps/hnh4T

2.Anlauf?

Heute abend ist jedenfalls Informationsveranstaltung:

“Die Stadt Attendorn lädt zu einer Informationsveranstaltung über „Entwicklungen im Erholungsbereich Waldenburger Bucht“ am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr in die Stadthalle ein.”

Wäre ich Attendorner oder Biggeseeanwohner würde ich hochalarmiert heute abend dort in der Stadthalle sitzen. Mit SAVE THE RING T-Shirt.

Mediinvest gehört wohl ein 5 Hektar Grundstück an der Waldenburger Bucht. Seit dem denkwürdigen Auftritt im Mai 2011 ist es ruhig geworden um Edzard Andres Plath - also von den hektischen (?) tiefroten Unternehmensabschlüssen mal abgesehen. Damals hieß es noch

Ende mit Schrecken: Mediinvest wirft die Brocken hin.

Das war vor 1,5 Jahren in Olpe, aber Attendorn war auch schon beteiligt:

“Äußerst dünnhäutig zeigte sich gestern Abend Mediinvest-Chef Kai Richter. Er erklärte, keine Zukunft für das Gesamtprojekt zu sehen, weil eine ”unsachliche, an Personen statt an der Sache orientierte Diskussion“ entstanden sei.”

Siehe auch hier / hier und hier.

Wenn Kai Richter und Jörg Lindner kurz vor der Insolvenz ihrer NAG wirklich nichts besseres zu tun haben, dann läßt das ja tief blicken. So sehr ich mir auch wünsche, daß sie nach 5 Jahren Abwirtschaften dem Ring endlich den Rücken kehren, so sehr tut einem aber auch schon jeder leid, wo sie als nächstes aufschlagen. (Eine Ausnahme gibt es, könnt Ihr Euch sicher denken. Aber das werden wir wohl leider nicht erleben.)

Wenn man schon auf mich nicht hört, dann vielleicht auf die, die grade am Ring die Scherben zusammenkehren:

"Die Sanierer werfen den privaten Pächtern eine „verantwortungslose Interessenspolitik“ vor. „Hier werden Mitarbeiter, Veranstalter und die Region in Geiselhaft genommen“, kritisierte Nuvoloni. „Das ist eine Geschäftspolitik der verbrannten Erde.“


Dienstag, 13. November 2012

Die NAG hätte auch gern Insolvenz.

Am Freitag war noch tolle Lavagrubeneinweihung (die wurde angeblich für 400.000 Euro mit Beton NAG’d), jetzt auf einmal das:

NAG Insolvenz zum 1.Dezember

Und zwar in Eigenverwaltung. Und Schutzschirmverfahren.

Damit kommen sie meiner Meinung nach nicht durch, weil:

“… die Sanierung des Schuldners darf nicht offensichtlich aussichtslos sein.”

Der Aufschlag kam von der NAG über den Spiegel und die Insolvenzverwaltung hampelte sich in der Defensive dann das hier zusammen. Stellt sich raus, L/R wollten noch bis 2014 den Ring weiterschröpfen - können wir nur froh sein, daß DAS nicht unterschrieben wurde.

Dann ging auf einmal alles ganz plötzlich und die Verlegung des NAG Firmensitzes nach Düsseldorf vor zwei Wochen ist sicher reiner Zufall. Und daß die 2010er Bilanz auch noch nicht veröffentlicht wurde bestimmt ein bedauerliches Versehen.

Der Herr Steinkühler sagt schonmal definitiv die Formel 1 ab. Wähnt sich wohl schon im Schutzschirmverfahren, da kann ihm dann keiner was. Jetzt schadensersatzmäßig und so.

Zumindest erklärt das jetzt, warum der Nürburgring Eventkalender so abrupt im Oktober aufhört. Also der, der im November 2011 veröffentlicht wurde.

Das war in der Ganzjahresdestination auch schon mal anders, inklusive Wunschdenken. Da wurden Fußball, Judo, Karneval und echte Kamele angeschleppt auf Deubel komm raus. Und natürlich Weihnachtsmarkt, der Riesenspaß für die ganze Familie. Mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmann. Aus echtem Plastik.

Und Spastelruther Katzen - oder noch schlimmer Sissi & Ludwig.

“m Dezember 2010 gibt der Nürburgring den Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe ring°kultour. Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen wie Musical, Swing oder Gospel präsentieren eigene Stücke und sorgen für Sonntagnachmittage voller Emotionen, Klänge, die berühren und jede Menge Spaß. Mit dabei sind Swing-Star Tom Gaebel, Musiklegende Thomas Anders, sowie Kathy Kelly, die Frontfrau der Erfolgsband The Kelly Family.” (NAG Pressemitteilung)

Und die neue Falken Motorsport Agentur Dederichs Reinecke hat so getextet:

“ Für Shows, Konzerte und Sportveranstaltungen jenseits der Rennstrecke bietet die ring°arena den perfekten Rahmen. Nachdem hier bereits im Januar ein großes Hallenfußballturnier und ein Abba-Konzert für Begeisterung sorgten, werden Ende Februar Deutschlands beste Judo-Kämpfer bei der 1. Offenen Deutschen Meisterschaft auf die Matte gehen.”

Und wir so.

Im Gegensatz zum DSK Verein bzw. dessen Vorstand Karl-Friedrich Ziegahn, der den Ringbestattern unterwürfig die Füße geküsst hat:

“Am schönsten aber war erneut, dass sich alle beim DSK bildlich gesprochen ‚die Klinke in die Hand gaben’. (..), Jörg Lindner, Jockel Hilgeland und viele, viele weitere Macher des Motorsports (..)”

Da war Peter Meyer vom ADAC deutlicher, hat in seinem Brief an Hendrik Hering und Kurt Beck deutliche Worte gefunden:

“Mit zunehmender Sorge muss ich als Präsident des ADAC zur Kenntnis nehmen, dass die ´Privatisierung´ des Nürburgrings an branchenfremde Dritte zu Lasten der Veranstalter von Motorsportveranstaltungen ungehindert fortschreitet.”

Wie gesagt - vor zwei Jahren.

Und Kurt Beck? Phantasierte davon, den Nürburgring “auf einen guten Weg gebracht” zu haben. Das Hirngespinst hab ich ihm damals auch schon vorgerechnet.

Aber er gibt der NAG mit Jörg Lindner und Kai Richter grünes Licht den Ring kaputt-zu-experimentieren:

“Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.”

Einige wussten damals schon, daß das nichts wird - den anderen dürfte es so langsam dämmern. Und die berechnenden Profiteure stricken sich schon die Ausreden passend. Ich hör in letzter Zeit häufiger “Wenn ich’s nicht mache, macht’s doch ein anderer.” Quasi der selbstausgestellte Freibrief für alle Schandtaten.

Das wird nur noch getoppt durch das SPD Rudelklatschen am Wochenende. Kein - KEIN! - Wort über den Ring, während sich die Heuchler durch die Hintertür schleichen. Was für eine feine, feige Gesellschaft:

Schießen von hinten und gehen nichtmal zur Beerdigung.


Samstag, 03. November 2012

Konsequenzen aus dem CST-Gutachten?

Heute vor zwei Jahren am 3.Nov.2010 hat der Landesrechnungshof ein Gutachten zur ring°card Firma CST (Cash Settlement & Ticketing GmbH) vorgestellt. Es ist später durch die Rhein-Zeitung veröffentlicht worden.

Wer es noch nicht kennt: interessanter Lesestoff.

Wenn man es liest kann man sich nur schwer vorstellen, daß nichts in den letzten 2 Jahren passiert ist, was irgendwie als Konsequenz aus dem Gutachten gedeutet werden könnte. Also von der Insolvenz der Nürburgring GmbH mal abgesehen.

Aktuell steht die CST wieder im Mittelpunkt, weil Kai Richter als CST Gesellschafter diese an die NAG verpachtet hat. Also wieder an sich selber.

Statt die CST zu kontrollieren, wie es die WiWo dem Insolvenzverwalter nahelegt, wäre ich für abschaffen. Und wäre damit nicht nur mit dem Rechnungshof einer Meinung (“überflüssig”), sondern im Grunde auch mit allen Besuchern und Sportlern am Ring. Durch die Gängelei haben einige Leute einen richtigen Hass aufgebaut. Und der gute Ruf des Rings ist orgentlich beschädigt worden.


Freitag, 02. November 2012

Amtlich pleite.

Kam gerade in der Zeitung:

“Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Nürburgring ist jetzt auch offiziell eröffnet.”

Und wisst Ihr wer schuld ist? Wir natürlich, die Schlechtredner, ewig Gestrigen und Kritiker. Wie war das noch? Das Geschrei in der Region muss aufhören.

Wenn sich nichts mehr dreht, dann wird’s ruhig.

Daher an dieser Stelle nochmal mein allerherzlichster Dank an all die Buckler und Mitläufer, die sich für

[ ] ein paar Euro
[ ] VIP Karten
[ ] Schnittchen
—————–
(zutreffendes bittes ankreuzen)

kaufen lassen.

Wo sind sie auf einmal alle? Manche poppen im gegenüberliegenden Lager schon wieder hoch, sogar wenn sie gleichzeitig bei der NAG noch als Empfänger geführt werden. (Hier auch gleichzeitig, gleichzeitig.)

Gerade eine Motorsport-Legende wie Hans-Joachim Stuck hätte das Zeug gehabt zu warnen, denn auf ihn hört man. Stattdessen weiht er das Eifeldorf ein, wird selbst bei VLN 10 noch als VIP zum Essen gereicht und huldigt bei der Formel 1 Übertragung Lindner und Richter als tüchtige Unternehmer. Die NAG auf dem 24h-Lambo fügt sich in’s Bild.

Daß man die Entwicklung nicht schon lange vorher wusste, kann mir keiner erzählen. Da braucht man nur mal in diesem alten Thread von 2007 zu lesen: Insolvenz mit Ansage. Seit mehr als 5 Jahren spielen wir jetzt schon Don Quijote. Merkwürdig, wenn wir popeligen Ringfans den Durchblick haben, aber andere fleissig weghören und uns gleichzeitig mit Propagandagetöse aus allen Agenturrohen übertönen. Und falls das nicht reicht, wofür gibt’s denn einstweilige Verfügungen?

Kurt Beck am 31.7.2012: “Das haben wir uns nicht ausgedacht, das waren Prognosen renommierter Wirtschaftsprüfer.”

(Klick auf’s Bild, Link.)


Donnerstag, 01. November 2012

Für nächsten Dienstag ist Kai Richter vorgeladen. Als Zeuge.

Am vergangenen Dienstag war wieder ring°prozess, das war der 7.Verhandlungstag. Diesmal durften die beiden LKA Beamten vorsprechen, die auch schon im Untersuchungsausschuss waren:

“Der Abschlussreport, den die LKA-Ermittler im September dem damaligen Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) vorlegten, fiel dennoch ziemlich ernüchternd aus. (..) Etwa eine Woche nach der Übergabe des Berichts an das Innenministerium stellte IPC seine Geschäftsaktivitäten ein, wie ein LKA-Zeuge sagte. Eine neue Firmengruppe wurde anschließend vom IPC-Chef aus der Taufe gehoben, die fortan unter dem Namen Pinebeck die Investorensuche am Ring begleitete.”

Na sowas, Zufälle gibt’s, die gibt’s garnicht!

Zum 8.Verhandlungstag - der findet am 6.November ab 9:00 Uhr im Koblenzer Landgericht statt - ist Kai Richter geladen. Als Zeuge.


Die Lage ist ernst.

Auch wenn die Mehrzahl der Leute das völlig verpeilt hat - das ist sie schon seit mindestens 5 Jahren.

Guido Quirmbach - Speedweeker & Adenauer in Personalunion - war am Dienstag bei der CDU Veranstaltung mit Haug-Tomczyk-Meyersrenken - und fasst die Veranstaltung und die aktuelle Situation zusammen. So schlimm und verfahren die Lage inzwischen auch ist.

“Seit Juli ist der Nürburgring nun insolvent, mit dem heutigen 1.11. wird das Verfahren wohl offiziell eröffnet. Die Pächter sollten bis 31.10.2012 das Feld räumen. Ob Lindner und Richter damit endgültig draussen sind, hofft wohl jeder, dem etwas am Motorsport und dem Nürburgring liegt, aber will auch niemand so richtig glauben oder gar bestätigen. Dabei wäre es dringend notwendig, um das Land in Sachen Nürburgring handlungsfähig zu machen.”

“So forderten Tomczyk ebenso wie Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug sich des «automobilen Kulturguts Nürburgring» (Tomczyk)und des «Grundwertes Nordschleife» (Haug) anzunehmen und das Problem Nürburgring als «nationale Angelegenheit» zu behandeln. Dafür müsse die Angelegenheit aus Mainz hinaus nach Berlin getragen werden, sprich, die Bundesregierung muss eingeschaltet werden.”


Musiker und Dichter ...

… für Lindner und Richter.

Auf der NAG Facebookseite.

Eigentlich dürften die heute garnicht mehr da sein.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt.

Das mit der Charme-Offensive vom Heissgetränke-Beauftragten am Samstag war wohl nur bedingt erfolgreich:

Sie sind noch gar nicht weg, da wird auf ihrer eigenen Facebook-Seite schon ihr Abschied besungen. “Netter Titel zum wörtlich nehmen”, schreibt da ein User auf der Nürburgring-Pinnwand und verlinkt dazu das Youtube-Video des Songs “You have to go”. Gemeint sind die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter. Ihnen gibt der kecke Facebook-User den Hinweis: “Nicht vergessen: Morgen ist Stichtag!” Inzwischen überbieten sich Nutzer damit, Musikvideos an die Nürburgring-Pinnwand zu posten. Von “Sag beim Abschied leise Servus”, einem Schinken aus dem Jahr 1932, über “Never Come Back” bis zum unvermeidlichen “Time To Say Goodbye.”

Steht in der WiWo. Dreht sich um den Abgang der NAG, der irgendwie immer noch nicht auf die Reihe kommt.

Das ist nämlich so:

“…im Februar fristlos zum 31. Oktober gekündigt …”

Weiss zwar nicht wie sowas geht, aber steht in der FAZ - dann muss es ja stimmen.

Was haben die damals für ein Wind gemacht:

“In den zurückliegenden Monaten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass eine gute Zukunft in diesem Sinne am Ring mit den jetzigen Pächtern nicht möglich ist, das Vertrauen in der Region und in der Mitarbeiterschaft ist aufgebraucht. Zudem bin ich als Sachwalter für das Land gezwungen, aus dem Umstand, dass die vertraglich vereinbarte Pacht nicht gezahlt wurde, Konsequenzen zu ziehen. Ich habe deshalb heute dem Kabinett vorgeschlagen, die Nürburgring GmbH zu bitten, den Betriebspachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH sowie alle weiteren relevanten Verträge, insbesondere den Konzessionsvertrag über die Organisation der Formel 1 Rennveranstaltungen auf dem Nürburgring, unverzüglich außerordentlich zu kündigen.”

Nee iss klar, deswegen auch:

“… derzeit verhandeln die Ring-Pächter Lindner und Richter mit Formel–1-Boss Ecclestone, ein Ergebnis steht noch aus.”

Wenn jeder der NAG auf Facebook einen netten Gruß da läßt, dann will ich natürlich auch nicht fehlen:

Die Taschen voll, der Ring am Ende -
die schlimmsten Jahre der Legende.

Beton°geschwüre, Kitsch und Gier -
ohne euch war’s schöner hier.

Auch wenn der Müll noch lange steht:
geht nur, aber geht!


Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Keinrückzug der NAG.

Die Rheinzeitung war mal so nett bei der neuen Betriebsgesellschaft nachzuhaken: die haben die Insolvenzverwalter schonmal vorsorglich gegründet, falls es schnell gehen soll. Anscheinend will man das der Nürburgring GmbH damit garnicht mehr anvertrauen. Ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll, aber zumindest wär dieses Rätsel für’s erste geklärt.

Und die NAG so? Verlegt ihren Sitz von Nürburg nach Düsseldorf. Als der ganze NAG Horror anfing gab es erst eine Firma in Düsseldorf, die später umbenannt und nach Nürburg verlegt wurde. Also der Anfang vom Ende? Das sei kein Rückzug. Also wenn das kein Rückzug ist, was dann?

Vielleicht sind es ja auch ganz praktische Gründe, für mindestens 2 Leute verringert sich der Weg zur “Arbeit” ja drastisch. Oder man möchte sich aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz retten, dann wären andere Behörden zuständig. Also nicht das was Ihr jetzt denkt, sondern so ganz banale Sachen wie Finanzamt z.B.

Es gibt aber noch andere Firmen mit Kai Richter Beteiligung, die in Düsseldorf sitzen, die Grand Prix Rheinland-Pfalz (!) oder die Nürburgring TV GmbH fallen mir spontan ein. (Siehe auch WiWo.)

Was natürlich auch sein könnte, daß sie die Betongebirge mit dem ganzen ro°tz nicht mehr sehen können. DAS könnte ich sogar verstehen. Können sie alles mit nach Düsseldorf nehmen, wir Steuerzahler machen auch einen guten Preis: das, was der Herren Deubel und Hering in unserem Namen dafür ausgegeben haben. Wieviel war das nochmal? 115+215 Millionen? Schnäppchen!


Freitag, 19. Oktober 2012

Vor 4 Jahren.

Am 4.Okt.2008 war Spatenstich für das Eifeldorf.

4 Jahre später:

  • Jörg Lindner und Kai Richter betreiben den Nürburgring.
  • Gegen Kai Richter ermittelt die Staatsanwaltschaft ("… gesondert verfolgt …).
  • Walter Kafitz und Ingolf Deubel müssen sich aktuell vor Gericht verantworten.
  • Erich Geisler - ich schätze der läßt es sich in seiner Tiroler Heimat gutgehen.
  • Jürgen Pföhler landratet weiter vor sich hin.
  • Hermann-Josef Romes lächelt wie eh und jeh für die VG Adenau in jede sich ihm bietende Kamera.

Achja: und die Nordschleife und der Nürburgring sind hoffnungslos überschuldet und haben Insolvenz angemeldet.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Radio Tiergarten.

Der Radiobeitrag heute live aus Nürburg ging über 1 Stunde und man kann das MP3 File hier runterladen (Rechte Maustaste … Speichern unter).

Meine Prognose von gestern hat sich bestätigt, die Frau BSR hat nicht den Hauch eines Schimmers. Das war aber nicht weiter schlimm, denn der Naivste konnte gleich merken, daß außer ihren brav gelernten Worthülsen Strukturförderung … blah … aus Fehlern gelernt … blah … Runder Tisch … blah … Gutachten … blah … Alles wird gut nichts weiter zu holen war. Sie meinte sogar, daß an einigen Stellen zu groß gebaut wurde (Gähn!), dafür aber an anderen Stellen zu klein. WTF?!

Uschi Schmitz hat den Zahn von wegen strukturschwach gleich zu Beginn gezogen: es hat nie was Strukturschwaches gegeben. Im Gegenteil: vor dem Eingriff der Politik lief alles bestens - mal abgesehen von der Kafitz’schen Misswirtschaft.

Save The Ring wurde auch genannt, Ossi Kragl meinte, daß man nicht nur nicht von der Politik gehört wurde, sondern mundtot gemacht wurde mit allen Kräften: durch Medien, Experten, Agenturen und Politik.

Die Grünen haben Nils Wichmann geschickt, das ist der, der auch kürzlich in der Debatte die üblichen Luftblasen schwadroniert hat. Man habe ja aus den Fehlern gelernt und die Region sei jetzt eingebunden.

Daß ich nicht lache - das läuft doch genauso geheim weiter wie vorher. Der berühmte Runde Tisch hat sich einmal (!) getroffen und war größtenteils von NAG Leuten und Politikern besetzt. Und nachdem sich alle vorgestellt hatten - war es auch schon vorbei. Nicht nur Otto Flimm war stinksauer.

Insolvenz-Geschäftsführer Schmidt meinte, daß er keine Aussage treffen könne, wohin das ganze Geld am Ende geflossen ist. Mit der NAG gäbe es Gespräche, man sei optimistisch, aber es gibt auch in fast allen Punkten Streit. Einsicht in die Zahlen habe man keine.

Der Beste war Marek Lieberberg - das war ein echter Höhepunkt. Den hatten sie per Telefon aus London dazugeholt. Die Gigantomanie ist aus seiner Sicht nicht anderes als ein Schildbürgerstreich - und zu allem Elend nehmen die nutzlosen Bauten auch noch wertvolle Flächen Weg.

Meine Rede, gut der Mann!

Er meinte auch noch in den Planungen habe man den Nürburgring zum Zentrum der Welt erklärt, so wäre das auf den Karten auch immer eingezeichnet gewesen.

(Ab 33:40 Min. in dem Audio-File.)

Alexander Licht meinte jetzt sei doch Oktober und zum Oktober sollten Richter&Lindner geräumt haben? Thomas Schmidt konterte der Monat sei noch nicht rum und man ist optimistisch, daß der Nürburgring geräumt würde. Man suche aber das Gespräch und möchte die beiden Herren nicht aussperren.

Die Formel 1 Verhandlungen würden auch von RiLi geführt und da wolle man nicht stören. Na das ist doch nett und höflich.

Reinhold Schüssler war zum Glück gewohnt erfrischend, man sei belogen und betrogen worden und am Ring haben sich viele schuldig gemacht - und die müssen auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Mit dabei waren auch noch Sabine, Henning Meyersrenken, der Herr Lieser, und die zwei Moderatoren (Tekla Jahn, Michael Röhn).

Ach, was red ich - hört es Euch doch selber an! ;)


Montag, 08. Oktober 2012

188 Seiten Anklageschrift.

So dick starten die durch nächsten Dienstag in Koblenz beim ring°prozess, die Rhein-Zeitung bereitet schonmal gedanklich vor.

Sowohl Kai Richter als auch Kurt Beck möchten man als Zeugen sehen. Die Ermittlungen gegen Kai Richter laufen noch - gegen Kurt Beck wird leider (noch?) nicht ermittelt.


Sonntag, 16. September 2012

Hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter.

Am 15.Oktober startet in Mainz in Koblenz der Prozess gegen 6 Angeklagte, laut Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen gegen Kai Richter weiterhin an. In Brüssel wurde im März das Verfahren wegen verbotener Staatsbeihilfen offiziell und sehr detailiert eröffnet und am 20.Juli hat die Nürburgring GmbH den Antrag zur Insolvenz gestellt.

Und die NAG? Na alles super, was denkst Du denn!?

“Die Kunden des Nürburgrings können sich weiterhin zuverlässig auf die Beratung, Betreuung und die Durchführung ihrer Veranstaltungen durch die Nürburgring Automotive GmbH in der gewohnten Qualität und Stabilität verlassen.”

Wobei mir das Wort verlassen im Zusammenhang mit NAG und Nürburgring richtig gut gefällt.


Montag, 03. September 2012

Rad am Ring 2013: Feindliche Übernahme.

Richter/Lindner (NAG) kapern dann mal Rad am Ring, hatte ich hier ja auch schon kurz. Daß die aber nichtmal davor zurückschrecken, WÄHREND der Rad am Ring Veranstaltung Banner-Werbung für ihre 2013 geplante eigene Veranstaltung zu machen, offenbart einen neuen Level von Skrupellosigkeit. Unter rad-und-run.de kann man sich bei der NAG schon für 2013 anmelden, Ausschreibung, Preis und Termin - alles fertig. Sogar den Sponsor BULLS haben sie übernommen. Ich werd mich hüten auf die #§&%$ zu verlinken.

Aus dem Rad am Ring Newsletter, wurde eben verschickt:

“Jubiläumsveranstaltung mit unappetitlichem Beigeschmack

Mehr als 10.000 Radsportler und Läufer feierten am Samstag und Sonntag erneut ein bemerkenswertes Breitensportfest bei Rad am Ring und dem Hochwald-Nürburgring-Lauf. Alleine 5.186 traten bei den 24-Stunden-Rennen in die Pedale und markierten damit einen neuen Teilnehmerrekord. Doch es gab nicht nur Grund zur Freude.

„Wir sind stolz auf das, was wir für unsere Teilnehmer geschaffen haben, die unseren Dank für ihren großen Anteil an diesem Erfolg verdienen”, berichten die Organisationsleiter Willi Schüller und Hanns-Martin Fraas. Jedes Rädchen der Veranstaltung, das von einem der insgesamt rund 500 Organisatoren und Helfern aus der Region rund um den Nürburgring gedreht wird, greift ins andere – und das von Jahr zu Jahr reibungsloser.

Einen unappetitlichen Beigeschmack bekam das Jubiläum durch die öffentliche Ankündigung der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), das Veranstaltungspaket Rad & Run am Ring im kommenden Jahr in Eigenregie organisieren zu wollen. Entsprechende Banner wurden während der laufenden Rad & Run am Ring-Ausgabe am Boxengebäude platziert sowie Plakate und Flyer gestaltet und aufgehängt.

Schüller und Fraas geben sich einerseits gelassen, anderseits kämpferisch. Dass die Automotive GmbH am Nürburgring nach 2012 überhaupt noch aktiv ist, ist laut Medienberichten eher unwahrscheinlich. „Für diesen Fall haben wir auch positive Signale von Insolvenz-Geschäftsführer Prof. Schmidt”, sagen Schüller und Fraas . „Sollte die NAG 2013 auf diesem Konfrontationskurs bleiben, haben wir ein starkes Bündel juristischer Möglichkeiten, uns gegen diese Trittbrettfahrerei zu wehren. Uns – wie geschehen - eine gemeinsame Zukunft vorzugaukeln und stattdessen zu versuchen, sich unser Know-how anzueignen und uns dann kaltblütig abzuservieren, halten wir für ein befremdliches Geschäftsgebaren, das wir weder menschlich noch juristisch akzeptieren werden.”

Die Erfahrungen aus 10 Jahren Rad am Ring liegen bei Schüller, Fraas und der „Rad am Ring”-Truppe. Die ist keinesfalls gewillt, nach zehn Jahren mühevollen Ackerns die Ernte von anderen einfahren zu lassen.

Herzliche Grüße Ihr “Rad am Ring”-Team”

Die mit denen noch Geschäfte machen sollte das eigentlich zu denken geben.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung greift auch das Thema auf: erfolgreiche Veranstaltungen werden von der NAG gekapert. Das wird natürlich gleich gesteinkühlert - war ja nicht anders zu erwarten. Die NAG Handlungen sind inzwischen so durchsichtig wie eine frisch geputzte Windschutzscheibe. Wem wollen die eigentlich was vormachen?

Am besten ist das hier:

“In den vergangenen Jahren gab es zum Teil erhebliche Kritik an der Veranstaltung, die auf den Betreiber des Nürburgrings zurückfiel. Das wollen wir in Zukunft verhindern.”

Ich weiß aus eigener Teilnehmererfahrung auch genau wann das besser war: in der Vor-NAG-Zeit.

Daß ausgerechnet jetzt der RC Herschbroich vorgeführt wird - die kleine Gemeinde Herschbroich ist eine von den 4 Ortschaften, die innerhalb der Nordschleife liegen.


Dienstag, 28. August 2012

10 Jahre Rad am Ring - Weiterführung ungeklärt. Wie so vieles am Ring.

Kommendes Wochenende ist wieder Rad am Ring und da war ich ja auch schon ein paarmal dabei. Auch beim allerersten Mal 2003:

Da sind wir mit 31 (oder so) 4er Teams in’s 24h-Rennen gestartet. Ist ‘ne Weile her, damals waren sogar die Schilder noch grün:

(Wenn mich nicht alles täuscht ist das der Fabian Sigwart?)

Dieses Jahr dann also die 10.Veranstaltung mit dem RC Herschbroich und es werden 11.000 Sportler erwartet.

Hat sich ganz schön gemausert. Und das weckt natürlich Begehrlichkeiten, könnt Euch schon denken bei wem. War ein großer Artikel gestern in der Rhein-Zeitung:

Da steht:

“Die Zukunft ist noch offen. Denn im Mai teilten die amtierenden Pächter Richter und Lindner (..) mit, dass sie das Ding künftig selbst übernehmen wollen. (..)

Es gibt bislang noch keinen bestätigten Termin und keinen neuen Vertrag für 2013.

Willkommen im Club!

UPDATE:

Der Rad am Ring Artikel ist jetzt auch online verfügbar.


Sonntag, 19. August 2012

Hört sich eher an wie eine Drohung:

“Die Kunden des Nürburgrings können sich weiterhin auf die zuverlässige Beratung, Betreuung und Durchführung ihrer Veranstaltungen durch die Nürburgring Automotive GmbH verlassen.”

Das einzige was bei Kai Richter und Jörg Lindner zuverlässig funktioniert ist deren persönliche Vermögensbildung bei gleichzeitiger Enteignung der Bevölkerung.


Donnerstag, 16. August 2012

6 Grab°Schaufler auf der Anklagebank, Kai Richter in Arbeit und für Kurt Beck fehlt noch der passende Bustyp.

Ihr kennt sie alle, die angebliche Begründung, warum Ingolf Deubel 2009 als Finanzminister zurückgetreten ist - schließlich wurde das von der Presse bis zum Erbrechen rauf und runter dekliniert:

… ist auf dubiose Finanzvermittler reingefallen.

Eben im SWR TV meint der freundliche Staatsanwalt:

“Eine Opferposition hat sich so aus unseren Ermittlungen zumindest nicht ergeben.”

Nach langem Warten ist ja die Anklage, die dem Landgericht Koblenz seit Januar (!) vorliegt, zugelassen worden und der Prozessbeginn auf 16.Okt. terminiert. Könnt Ihr Euch ja schonmal vormerken, ist ein Mittwoch, ganz normaler öffentlicher Gerichtstermin, den sich Bürger ansehen dürfen. Hier nochmal der komplette Text der Anklage, um was es sich dreht.

Die Anklagebank ist recht lang, sitzen 6 Leute drauf:

  • Deubel - “den früheren Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz”
  • Kafitz - “den früheren Hauptgeschäftsführer”
  • Kaltenborn/Lippelt - “zwei weitere Mitarbeiter Nürburgring GmbH”
  • Metternich - “früheren Geschäftsführer ISB”
  • Wagner - “einen Geschäftsführer RIM”

Die Sendung heute im SWR war wirklich gut, so langsam scheinen die Medien endlich auch soweit zu sein das verworrene Chaos zu durchschauen. Musste sich wohl jeder erstmal einarbeiten.

Den 5:44 Min. Beitrag “Zur Sache” kann man sich hier anschauen oder gleich als MP4 runterladen (57 MB).

Wer sich jetzt fragt, was ist eigentlich mit Deubel’s Wunderkind Investor?

“Kai Richter, einer der gekündigten Pächter am Nürburgring, ist nach wie vor im Visier der Staatsanwaltschaft. 2007 wurde er als Investor für das Lindner-Hotel, den Ferienpark und gastronomische Einrichtungen vorgestellt. Geld hatte er nicht und so bekam er Hilfe vom Land. Sein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit diesen Geldflüssen wurde von dem ersten Verfahren abgetrennt. Wann die Ermittlungen zu Ende sind, ist offen.”

Steht in der Rheinpfalz - Karin Dauscher macht da einen auffällig guten Job.

Das ist leider nicht bei allen Zeitungen so - ein Beispiel:

“So billigte Deubel einen Kredit über drei Millionen Euro an einen Düsseldorfer Investor, der an der Rennstrecke Hotels, Gaststätten und ein Feriendorf bauen will.”

(… dazwischen viel Text …)

“Nach dem Scheitern der Privatfinanzierung war unter der SPD-Alleinregierung die Rennstrecke samt Erlebniswelt 2010 an die inzwischen wieder gekündigten Geschäftsleute Kai Richter und Jörg Lindner verpachtet worden.”

Steht in ein und demselben Zeitungsartikel.

Wollen die den Zusammenhang nicht aufzeigen - oder können die nicht?

Kurt Beck macht in der Zwischenzeit übrigens das, was wir von ihm erwartet haben: er tut so, als würde ihn das nichts angehen. Schippert gemütlich im Bus nah bei de Leut durch die Lande und umgarnt die mitfahrenden Journalisten. (Siehe meine Spekulation letzte Woche: die Politik sei jetzt raus aus der Nummer.)

Wenn ich da mal einen kleinen Vorschlag bezüglich des Bustyps machen dürfte?! Könnt ich mich sehr gut mit anfreunden :)


Mittwoch, 15. August 2012

Lindner/Richter-Sprüche, heute vs früher.

Während alle gelähmt zuschauen wie die nichtzahlenden Pächter den Begriff ehrbarer Kaufmann definieren, habe ich mal ein Sprüchevergleich Heute / Früher gemacht:

Heute:

Jörg Lindner:

“Man kann sich leicht ausrechnen, dass die Pacht für die Bedienung und Ablösung der Kredite nie gereicht hätte.”

NAG:

“Die (..) Gebäudeschäden (..) des Eifeldorfs „Grüne Hölle“ betreffen ausschließlich die Verantwortlichkeit der Immobiliengesellschaft Nürburgring GmbH (NG).”

2008/2009

Kai Richter:

“Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht.”

Richters Unternehmen Mediinvest ist über die Tochter MSR Projektentwickler und Investor am Ring: Es zeichnet für (..) das Eifeldorf “Grüne Hölle” (..) verantwortlich.

Lindner Hotels:

“Lindner und Mediinvest geben dem Nürburgring ein neues Gesicht”

Ich wüsste ja gerne mal wie positiv die Fortführungsprognose der NAG aussieht, aber ohne veröffentlichte Bilanzen fällt mir das schwer.


Donnerstag, 09. August 2012

Versuch einer Erlebnisgrab-Kostenaufteilung.

Gestern sind ja die 330 Mio Euro Kredit von der ISB Bank dem Land RLP umgehangen worden, weil das Land gebürgt hat und der Kreditnehmer - die Nürburgring GmbH - Insolvenz anmelden musste.

Da war sie wieder die dubiose Zahl 330 Mio und ich wollte immer mal wissen, wie die sich aufteilen. Ich glaube so könnte es gewesen sein:

(Zum Vergrößern Bild anklicken.)

Teilbereich 1 (Nürburgring GmbH)

20 Mio € Tribüne
26 Mio € Multifunktionshallen
9 Mio € Autowelten
17 Mio € Parkhaus

72 Mio € Boulevard

60 Mio € Innere und äußere Erschließungsmasnahmen
74 Mio € ring°werk
9 Mio € Ausstattung

215 Mio € Gesamt Teilbereich I

Teilbereich II (Mediinvest)

23 Mio € Ferienpark Drees
4 Mio € Personalhaus
36 Mio € Eifeldorf
31 Mio € Hotel 4*
21 Mio € (nicht gefunden, MSR)

115 Mio € Gesamt Teilbereich II

330 Mio € Gesamt I + II

Als Quelle hab ich bei Mediinvest die Angaben auf Kai Richter’s Seite gefunden und für die Nürburgring GmbH aus dem Schreiben der EU.

Da sind natürlich jetzt immer noch jede Menge Fragen offen, z.B.:

  • Was sind das für restliche 194 Mio €, da die EU von 524 Mio € spricht?

  • Wofür sind die 21 Mio € zwischen 94 und 115 Mio €?

  • Warum hat der Steuerzahler den Teilbereich II überhaupt Kai Richter abgekauft?

  • Entsprechen die von uns Steuerzahlern gezahlten Preise dem verbauten Gegenwert?

Auch wenn Kurt Beck sich alle Mühe gibt der EU die Schuld für die Insolvenz zu geben, in Wirklichkeit sind es natürlich diese nutzlosen Gebilde, die nach meinem Gefühl im Vergleich zur Sportanlage völlig überzogen und überteuert sind. Absolut hoffnungsloses Unterfangen schon auf der Papierform, da irgendwie die Zinsen - und geschweige denn eine Tilgung - zu erwirtschaften.

Tags: Erlebnisgrab | ISBBank | Mediinvest | Steuerzahler | KurtBeck


Mittwoch, 08. August 2012

Armer insolventer Nürburgring.

Und wieder gibt es eine Schlagzahl an Nürburgring Ereignissen, daß man kaum noch mitkommt.

Geht damit los, daß Kurt Beck den Insolvenzverwalter für die Insolvenz in Eigenverwaltung (s.hier) zur Chefsache macht und gestern persönlich besuchte. Für 1,5 Stunden. Und wie Markus Lachmann treffend kommentierte:

Infos für die Öffentlichkeit: Keine.

Da bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als zu spekulieren und ich rate mal, daß sie sich nicht über das Wetter unterhalten haben. Und ich rate weiter, daß er ihm nahegelegt hat, daß er das Gefühl von Transparenz und Bürgerbeteiligung vermitteln soll - aber in Wirklichkeit bliebe natürlich nichts anderes übrig, als möglichst viel zu versilbern. Falls sich kein Käufer für die Rennstrecke findet kann man immer noch sagen, daß es gelungen sei sie in Volksbesitz zu halten. Natürlich trage er - also der Insolvenzverwalter - jetzt die Verantwortung, dafür sei er ja da und die Politik sei jetzt raus aus der Nummer. Und natürlich soll das alles nicht zu seinem Schaden sein.

Wie gesagt, reine Spekulation, aber was bleibt mir übrig bei den Geheimniskrämern? Die mit Volkseigentum so umgehen, als sei es ihr eigenes? Denen das Denkmal Nordschleife am Arsch vorbeigeht völlig egal ist? Und immer war?

Passend zu der per Spekulation gemutmassten Unterhaltung zwischen Ringkiller Beck und dem als vermeintlichen Retter auftretenden Restezusammenkehrer gab es dann heute wieder Insolvenzkommunikation. Wie mir diese ganzen Profikommunikateure im Zusammenhang mit dem Nürburgring auf die Nerven gehen. Angefangen von Dederichs Reinecke (die sich jetzt bei Falken Motorsport als Ringfans ausgeben) über Steinkühler zu jetzt Pietro Nuvoloni. Wieso sagt einem immer noch keiner gradeaus mitten in’s Gesicht einfach was Sache ist?!

“Bei der Rettung des insolventen Rings will der Sanierungsgeschäftsführer alle Beteiligten einbinden. “Es soll auf jeden Fall der Eindruck vermieden werden, dass im stillen Kämmerlein eine Entscheidung getroffen wird”, so Schmidt.”

Und eine tolle Webseite gibt es, die Zeitungen linken sogar darauf:

www.nuerburgring-dialog.de

Das ist jetzt kein Witz, die machen allen Ernstes eine Presseinformation für eine leere Internetseite, für die es grade mal eine URL gibt.

Bei mir wird mit diesem Aktionismus nur der Eindruck verstärkt, daß der Ausgang dieses Schauspiels ohnehin längst feststeht. Und die Nordschleife vor unseren Augen verkauft werden soll. Und Schuld ist dann wieder die EU, damit hat man ja schon Erfahrung in Mainz:

“Es kann sein, dass das EU-Recht uns zwingt, in einen Versteigerungs- und Verkaufsprozess einzusteigen.”

Aber Hauptsache “Jeder kann Vorschläge einbringen” und ein “transparenter Dialog mit Workshops”. Die Nutzer (Motorsportverbände) und die Region (Anwohner, Gewerbebetriebe) werden damit gleichgestellt mit Hinz und Kunz im Internet - was für eine Farce. Vielleicht lassen sie die Seite besser blanko - man könnte alternativ über die leere Seite noch schreiben: “Die Nürburgring Businesspläne 2007-2012” - wenn es sie überhaupt geben sollte, sind die nämlich auch das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Damit seine Meldungen auch schön die Runde machen, wird auch noch die F1 provoziert - die könne nämlich gerne kommen, aber für umsonst - das ist doch klar. Ich hätte nicht gedacht, daß man einen am Boden liegenden Nürburgring noch weiter zusammentreten kann. Wie sieht es denn mit Instandhaltung aus? Gestrichen? Ich würd mir gerne die Haare ausraufen, wenn ich welche hätte. Was haben die in den letzten Jahren mit dem Geld um sich geworfen.

Apropos Geld: wieso geben wir Steuerzahler Kai Richter seinen Plunder eigentlich nicht wieder zurück? Geht doch bei Amazon auch, wenn was nicht funktioniert. Toxischer Schimmel steht bestimmt im Verkaufsprospekt. Hätten wir mit einem Schlag 115 Mio. Euro mehr in der Kasse - soviel hat er dafür bekommen.

Stattdessen erlöst das Land die ISB und überweist mal locker aus der Hüfte keine 254 Mio. Euro sondern die gesamten 330 Mio. Euro. Da bin ich doch jetzt sehr überrascht, wahrscheinlich denken die sich: wenn schon Beihilfeverstoss, dann richtig.

Von der Medienlandschaft bin ich auch enttäuscht, die machen sich nämlich garnicht mehr die Mühe, die Ereignisse zu hinterfragen. Die Ablösung der ISB wird als Rettung für den Nürburgring gefeiert, dabei ändern sich an den 330 Mio. Euro Schulden für den Ring und dem Insolvenzantrag Null Komma Null. Nur der Gläubiger wurde ausgetauscht.

Hier kann man das ja noch ahnen, weil wenn jemand Eau Rouge als Nürburgring verkaufen will, kann das nicht weit her sein. Aber autosport?

Immerhin Marc Surer spricht eine deutliche Sprache: Alles abreissen.

Willkommen in der Realität - soweit waren wir schon vor 2 Jahren.

Ach was soll’s, lasst uns feiern! Und die paar toxischen Schimmelpilze, die saufen wir uns einfach schön!


Montag, 30. Juli 2012

Bankrott-Debatte statt Olympia-Ablenkung.

Am Mittwoch gibt es eine Sondersitzung im Landtag zum Thema Nürburgring Bankrott. Kurt Beck hofft ja auf Olympia, aber so wirklich hat das nicht vom Thema abgelenkt.

“Landtagspräsident Mertes hat sich zu der Einberufung des Landtags entschlossen, weil er der Auffassung ist, dass wegen der Bedeutung der Thematik der Landtag die Gelegenheit zur unmittelbaren  Information seitens der Landesregierung  und zur Debatte haben sollte.

Auf deutsch heißt das: unter’n Teppich kehren hat nicht funktioniert, die Wellen schlagen meterhoch und mit der Brisanz der gefährdeten ISB kommt nochmal Sturm auf. Statt Ferien jetzt wieder Schönreden und Verharmlosen versus Anklagen und in die Pfanne hauen.

Bringt dem Nürburgring natürlich garnichts - im Gegenteil. Hat jemand in letzter Zeit irgendwo etwas von Nordschleife, Denkmal, kulturellem Erbe oder Breitensport gehört? Siehste. Nur von Investoren, Assets und Wertfeststellung ist die Rede.

Daß diese historische Strecke quasi die komplete Entwicklung des Automobils begleitet hat und weltweit große Sorge umgeht, daß der artgerechte Erhalt gefährdet ist - scheint den dafür Verantwortlichen völlig egal. Vielen Dank auch.

Wer jetzt meint so eine Sondersitzung sei doch nichts Besonderes: das ist die Erste dieser Form in einer Sommerpause seit 1960.

Das passt dann prima zur Nürburgringinsolvenz, das ist die Erste seit 1927 :/

Der SWR verschiebt extra sein Programm und steigt live mit allem ein, was es gibt: Web, TV und Radio.

Die WELT bereitet schonmal die Grundlagen:

Land unter in Rheinland-Pfalz.

Kurt Beck startet in 3 Wochen auch seine traditionelle Journalisten-Zulaber-Tour Sommertour. Würde zeitlich doch viel besser als Abschiedstour passen.

Wilhelm Hahne greift das Thema auch nochmal auf und verlinkt auf einen seiner archivierten Artikel von 2010.

Denn nach wie vor ist unbeantwortet, warum der Steuerzahler Kai Richter sein gefaktes Eifeldorf abgekauft hat. Das wäre doch bei ihm viel besser aufgehoben! Und zu was für einem horrenden Preis. Genau wurde die Summe nie genannt, aber es müssten über 80 Mio Euro sein - die damaligen Schulden, die erlassen wurden.

Gekauft von einer Firma - nämlich der Nürburgring GmbH - die nur 2,5 Jahre später Insolvenz anmelden muss.

Viel Geld für eine hässliche Fehlkonstruktion und der Todesstoß für eine sowieso schon überschuldete Landesgesellschaft. Wer kommt auf solche Ideen und warum? Und wieso klicken da keine Handschellen? Achja … Rheinland-Pfalz - Wir machen’s einfach.

In Gedenken an die Nürburgring GmbH - das war ihr Geschäftszweck:

Die Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Straßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken “Nürburgring” und ihrer Einrichtungen der Fremden- verkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.

Den hat sie viele Jahrzehnte wunderbar erfüllt - bis ehrenwerte Politiker, Investoren, Gutachter [ hier eine passende Bezeichnung nach Wahl einsetzen ]- und viele kleine Helferlein meinten, sie müssten “gestalten”. Die sind übrigens alle ganz kleinlaut geworden, nachdem das jetzt final abgeschlossen ist. Um dann früher oder später wieder ganz unverschämt und ohne jedes Schamgefühl ihr Fähnchen in den Wind zu hängen. Einige haben schon angefangen.


Sonntag, 29. Juli 2012

Wenn man beim Verharmlosen und Vertuschen die Kontrolle verliert.

Die ISB - das ist die “Investitions- und Strukturbank”, also eine RLP Landesbank - hatte zwei große Auftritte am Nürburgring:

a) als sie in 2008 über die RIM über 85 Mio Euro an Mediinvest (bzw. “Privatinvestor” Kai Richter) für seine Kitschbauten ausgezahlt hat,

b) und als sie in 2010 mit einem 330 Mio Euro Kredit die Nürburgring GmbH in die Lage versetzt hat, ihre alten Kredite abzulösen und dem “Privatinvestor” Kai Richter bzw. der MSR den Kitsch dann in unserem Namen abzukaufen.

Während Kai Richter mit seinem Verkauf fein raus ist

Die Nürburgring GmbH erwirbt alle Anteile an der Motorsport Resort Nürburgring GmbH für je einen Euro bei gleichzeitigem Verzicht der bisherigen Gesellschafter auf die Rückzahlung ihrer Gesellschafterdarlehen. (..) Der Gesamtfinanzierungsbedarf für das Projekt wird bei rund 330 Millionen Euro liegen und über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) refinanziert.

… mußte die völlig überschuldete Nürburgring GmbH letzte Woche Insolvenz anmelden.

Wenn man sich den 2007er Geschäftsbericht der ISB anschaut, fühlt man sich gleich in die Nürburgring-Welt versetzt:

Grußwort von

  • Prof. Dr. Ingolf Deubel, Minister der Finanzen

den kennen wir als Vorsitzenden des insgesamt 4-köpfigen Nürburgring Aufsichtsrat, der das Erlebnisgrab in Gang gesetzt hat. Seine Anklage der Staatsanwaltschaft wartet seit Februar beim Langericht Koblenz.

  • Hendrik Hering, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

der als Jurist den dürftigen 30-jährigen Pachtvertrag mit Richter/Lindner “ausgehandelt” hat und das Zukunftskonzept vorgestellt hat mit dem monströsen 330 Mio Kredit und damit die Insolvenz grade mal 2,5 Jahre später.

Und auch im Aufsichtsrat der ISB bekannte Namen:

  • STELLVERTR. VORSITZENDER DR. CARSTEN KÜHL, Staatssekretär, ständiger Vertreter des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz

ebensfalls schillernde Figur, seinerzeit mit Deubel im Nürburgring Aufsichtsrat, dann später nach Deubel’s Rücktritt sein Nachfolger als Finanzminister von RLP.

Die ISB steht unter der Obhut des Wirtschaftsministeriums - also inzwischen Eveline Lemke.

Jetzt ist die Nürburgring GmbH insolvent und bei den 330 Mio möchte die ISB nun ihre Sicherheiten ziehen und sich beim Land RLP bedienen.

Clemens Hoch (SPD) erzählt im Landtag am 2.Mai 2012:

“Es bürgt überhaupt niemand. Es ist ein Kreditauftrag.” (Frau Klöckner, CDU: Ganz klar!) “Lachen Sie nicht. Es ist ein Kreditauftrag. Es ist keine Bürgschaft.”

Natürlich hat das Land Garantien abgegeben und dafür auch gleichzeitig mit der NAG Kündigung in weiser Voraussicht (!) eine Rücklage von 254 Mio Euro gebildet. Die jetzt das schwarze Loch bei der ISB ein Stück weit ausgleichen soll - die nennen das “aktivieren”, hört sich doch so positiv an.

Da gibt es jetzt nur ein Problem: diese Zahlung wird von einigen Experten ebenfalls als verbotene Beihilfe im Kontext des Vertrages zur EU angesehen - ebenso wie auch schon der seinerzeitige Kredit. Damit wären sowohl Kreditvertrag als auch Garantie nichtig.

Jetzt gehen der Landesregierung die Optionen aus:

  • der Landesbank fallen 330 Mio aus - wäre damit pleite, oder
  • trotzdem bezahlen und evtl. vorsätzlich illegal handeln.

Sommerpause ist wohl abgesagt im Parlament, eigentlich sollte am Mittwoch die Zahlung beschlossen werden.

Zum Lesen gibt es einen ausführlichen Artikel in der Wirtschaftwoche von heute

Die haben also mit dem Beton°Grab nicht nur den Nürburgring ruiniert, sondern wenn’s dumm läuft auch eine Landesbank gleich mit.

Die Frage nach Insolvenzverschleppung wird übrigens auch gestellt, denn anscheinend hat man angemeldete Schadensersatzansprüche bei der Verkehrswertermittlung im Mai nicht berücksichtigt.

Reicht der Knall, damit Kurt Beck aus seinem festgeklebten Sitz fliegt?


Freitag, 27. Juli 2012

Die Sueddeutsche bleibt am Ball ...

… ... und lässt Kurt Beck nicht so leicht vom Haken.

Von heute:

Revolte gegen König Kurt

Wie ich hier auch schon gesagt habe:

Die Zukunft der Nordschleife ist umgekehrt proportional zu Kurt Beck’s politischer Karriere.

Was hat der Mann mit seinem Gefolgsleuten für einen Schaden angerichtet rund um Nürburg.

Kai Richter wird auch zitiert und fühlt sich unfair behandelt, hoffentlich bekommt er bald seinen Prozess.

UPDATE:

Die FAZ hat auch was zum Thema:

SPD in Rheinland-Pfalz, Im Blutrausch der Rücktrittsforderung

“(..) wird in der SPD-Führung jedoch gespannt abgewartet, wie Beck dieses auch ihn persönlich treffende Misstrauensvotum von 31 Prozent verkraftet und ob die bis jetzt geschlossen schweigende Partei weiter still hält.”

Ich fürchte die wachen erst auf, wenn sie unten aufschlagen.

UPDATE:

… und die Rhein-Zeitung:

Ring-Pleite: Becks SPD stürzt ab

UPDATE:

Allgemeine Zeitung / Markus Lachmann:

“Ob Beck das Nürburgring-Fiasko politisch überlebt, steht noch nicht fest. Mittlerweile wird überregional in Medien über die Pleite am Ring berichtet - Tenor: Die Landesregierung habe schon 2010, als sie das „Rettungskonzept“ für den Nürburgring strickte, gewusst, was auf sie zukommt. Gut für Beck und die SPD: Bis zur Wahl sind es noch knapp vier Jahre. Man hofft vermutlich auf die Vergesslichkeit des Wählers. Dennoch: Das Drama am Nürburgring ist ein Mehrakter. Als nächstes steht wohl ein Prozess gegen frühere Verantwortliche an. Vorwurf: Untreue im Zusammenhang mit der Ring-Finanzierung. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die CDU den nächsten Untersuchungsausschuss zum Nürburgring einrichtet. Aber das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Noch nicht.”

Daß die da lapidar von “einpreisen” reden wie bei einem Börsenkurs, das kann einen schon wütend machen. Hoffentlich kommt der Prozess bald! Und gründlich!

UPDATE:

Kommt ja immer mehr, Badische Zeitung:

Insolvenz des Nürburgrings: König mit Problemring.

UPDATE:

Kommentar von Dietmar Brück / Rhein-Zeitung:

“Doch wer übernimmt jetzt die politische Verantwortung für den ganzen Schlamassel? Niemand, weil die potenziellen Nachfolger Becks noch nicht aus der Deckung wollen? Oder geht der Ministerpräsident noch einmal in sich und überlegt, ob ein klarer Schnitt nicht etwas Befreiendes für die rheinland-pfälzische SPD haben könnte? Sagen wird ihm das niemand. Darüber nachdenken werden viele.”


Die Bilanz der MFM Nürburgring GmbH für 2011 ...

… ist wenig überraschend tiefrot.

Ausgeschrieben heißt die Firma

Marketing & Facility Management Nürburgring GmbH

und der Geschäftsführer ist Edzard Andres Plath. Der hat ja bei einigen der neuen Ring°Firmen den GF gemimt, z.B. der Grüne Hölle Betriebsgesellschaft mbH. Und hatte auch am Biggesee seinen Auftritt. Er war schon Sales Manager bei Kai Richter, als die Mediinvest noch MediterranInvest hieß.

Hier sein Ergebnis für 2011:

Zum 31. Dezember 2011 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 1.245 aus. Die bilanzielle Überschuldung wurde durch einen Rangrücktritt der Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH beseitigt.

Und die “Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH” hat ja - wie wir wissen - letzten Freitag per Einwurf im Nachtbriefkasten Insolvenz angemeldet. Na da schließt sich doch der Kreis!

Moment noch … Grüne Hölle … mal gucken …

Tatsächlich - die hat auch ihre 2011er Bilanz veröffentlicht. Nicht 2010er - 2011er! So schnell waren die mit ihren Bilanzen noch nie.

Geschäftsführer wieder E.A.P. und das Ergebnis?

Zum 31. Dezember 2011 weist die Gesellschaft einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 5.389 aus. Die bilanzielle Überschuldung wurde durch Rangrücktritte der Gesellschaft Motorsport Resort Nürburgring GmbH beseitigt.

5,3 Mio Euro! Herrschaftszeiten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Firma Motorsport Resort Nürburgring GmbH in Höhe von insgesamt Euro 6.692.000,00.

Für die die Landesregierung(!) Insolvenz angemeldet hat.

Na wenn das mal kein Grund zum Feiern ist!


Donnerstag, 26. Juli 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Im SWR kam eben auch ein größerer Beitrag zum Ring bei Zur Sache RLP und ein Beitrag hat sich mit der brodelnden Unzufriedenheit an der grünen Parteibasis beschäftigt. Was man denn besser machen könne?

Kurt Beck soll abdanken und mit einem Teil seiner Pension helfen die Schulden zu tilgen.

Das finde ich ist ein vertiefenswerter Ansatz!

  • Einen ausführlichen Post mit Hintergründen zur Freizeitparkpleite hatte ich am Dienstag geschrieben für die nicht-deutsch-sprechenden Leute - hab ihn heute nochmal aktualisiert. Könnt Ihr Euch ja mal angucken, um ihn zu verlinken, wenn Ihr ihn mal braucht: mikefrison.com/1666.

Hab mich auch über die Verlinkung bei SPEEDHUNTERS gefreut.

  • Wenn ich das lese frage ich mich, warum Hendrik Hering - ebenfalls unter größter Geheimhaltung - für viele Millionen Euro Steuergeld die Kai-Richter-Immobilien gekauft hat. Die nur zwei Jahre danach einen Bruchteil der Kaufpreises wert sind. War das nicht auch völlig überteuert?

Aus dem EU Schreiben:

  • Bis zum 25. März 2010 waren Anteilseigner der MSR die Mediinvest GmbH (49,5 %), Geisler & Trimmel General Contractor GmbH (33,8 %), die NG (10 %) und die Weber Projektierungs- und Realisierungs GmbH (6,7 %).

  • Seit dem 25. März 2010 befindet sich die MSR zu 93,3 % im Eigentum der NG und zu 6,7 % im Eigentum der Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement GmbH („RIM“).

Was wollen wir mit dem schimmelnden Plunder und warum?

  • Wieder kein Wort von Nordschleife oder Kulturdenkmal.

  • Toto Wolff ist bei Williams jetzt geschäftsführender Direktor.

  • Mister Medico aka Jörg Lindner kann schonmal Rückabwicklung üben. 160.000 - stramme Einlage. Muß aber nicht er rückabwickeln, sondern Bonnfinanz.

“Aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme steht für das Gericht fest, dass die Beklagte diese Pflicht verletzt hat, als sie dem Kläger und der Zeugin auf deren ausdrückliche Nachfrage, in Bezug auf eine Veräußerungsmöglichkeit, erklärte, dass sie die Anlage jederzeit und auch nach 12 Jahren “mit Handkuss” loswürden.”

Iss klar.


Mittwoch, 25. Juli 2012

Mit den aktuellen Schlagzahlen der Nürburgring Meldungen ...

... kann man heute kaum noch Schritt halten.

Ich versuch’s mal in groben Zügen:

Los ging’s mit einer Pressekonferenz der Insolvenztruppe, die im Lindnerhotel (!) gehalten wurde. Und da waren einige Überraschungen dabei:

  • Seit gefühlten 20 Jahren gibt es wieder eine Pressemitteilung der Nürburgring GmbH. Die hat sich bisher ja aus allem rausgehalten und sich vornehm auf die Aufgaben als “Besitzgesellschaft” reduziert.

  • Was jetzt ziemlich paradox ist, weil die ebenfalls das Nürburgring Logo benutzen. Also einer von beiden - NAG oder NG - benutzt es rechtswidrig, ich wüßte auch schon wer. Ist da eigentlich auch Schadensersatzanspruch geplant?

  • Es gibt wieder mal einen neuen Geschäftsführer (Thomas Schmidt, Trier) und einen Sachwalter (Jens Lieser, Koblenz). Die beiden inszenieren sich mit Hilfe einer ebenfalls neuen PR Bude (Krisen-PR, das ist Dederichs Reinecke auch - Steinkühler sowieso).

  • Gaaanz bedeckt gibt sich die Landesregierung. Die ganze Inszenierung halte ich für die Ausrede-Strategie im Stile von: “Da können wir jetzt nichts machen, da müssen wir die Auflagen der Insolvenzverwalter befolgen.” Genauso wie die Grünen nach Machtübernahme sich mit “Da müssen wir uns an den Koalitionsvertrag halten” aus der Verantwortung gestohlen haben.

  • Zitat aus der PM: “Nur so wird es in Zukunft gelingen, die Attraktivität dieses traditionsreichen Standortes mit seiner bestehenden Infrastruktur aus Hotels, Gastronomie, Freizeit- und Erlebnispark in einer strukturschwachen Region zu erhalten.”

HALLO?? RENNSTRECKE?? Au Mann, das wird noch bitter.

Womit dann jetzt endgültig das nächste (letzte?) Kaptitel des Drehbuches Nürburgring Privatisierung in 5 Jahren eingeläutet wäre. Was mich an dieser groß angelegten Volksenteignung am meisten wundert: daß die Leute es mit sich machen lassen - oder für ein paar Krümelchen vom Tisch dabei mithelfen. Wi-der-lich.

Der “Wirkliche Neuanfang” sieht dann erstmal so aus, daß die NG das Ganze in Eigenverwaltung durchzieht und so wichtige Gläubiger wie “Ja zum Nürburgring” nicht zur Gläubigerversammlung zugelassen werden. Super.

Und wie es weitergehen soll, wissen die beiden auch schon: Vermarktungskonzept aus einem Guss. Mir bluten die Ohren, so oft mußten wir uns das die letzten Jahre anhören.

Was der Ring braucht wäre mal ein richtiges Aufräumen - also inklusive Ausmisten. Und dann Leute, die wissen was der Unterschied zwischen einer “Infrastruktur” und einer Rennstrecke ist. Ganz besonders einer so historisch bedeutenden.

Der Volksfreund schreibt:

Die Nürburgring GmbH (NG) gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Kreis Ahrweiler. Seit Mai 2010 ist die NG nur eine Besitzgesellschaft und Verpächterin der Formel-1-Rennstrecke und weiterer Einrichtungen wie Freizeitpark, Hotels und Geschäfte. Die NG beschäftigt 30 Mitarbeiter.

Die Nordschleife wird schon garnicht mehr erwähnt, was für ein Trauerspiel.

Hier sind auch die offiziellen Insolvenzbekanntmachungen:

Und noch ein paar Links:


Samstag, 21. Juli 2012

Nürburgring GmbH hat gestern offiziell Insolvenz angemeldet ...

… beim Amtgericht Bad Neuenahr.

Ich sitze grade am Ring, das VLN Zeittraining ist zuende und es ist ein niederschlagendes Gefühl, daß das alles auf einer Strecke abläuft, die in die Pleite geritten wurde. Im Streckenradio freut man sich über Rundenzeiten, als wäre nichts gewesen …

Gestern hat die Nürburgring GmbH dann eilig hochoffiziell das Handtuch geworfen und die Insolvenz eingereicht.

Aber nicht nur die, sondern insgesamt 3 Firmen - davon war bisher ÜBERHAUPT NICHT die Rede. Kurt Beck und seine treuen Minister halten das vielleicht für ein nicht-bemerkenswertes Detail.

  • Nürburgring GmbH
  • Motorsport Resort Nürburgring GmbH
  • Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Der Insolvenzverwalter ist auch schon klar:

RZ: Jens Lieser (Koblenz) soll “Sachwalter” bei #Nürburgring GmbH werden, Thomas Schmidt (Trier) verstärkt Leitung

In der Zwischenzeit ist auch der dicke Brief geleakt, den die Landesregierung (wann?) als sogenannten Antrag auf Rettungsbeihilfe an die EU geschickt hat. Die abgelehnt wurde und weswegen Kurt Beck und Eveline Lemke bei der Pressekonferenz so sehr Richtung Brüssel geschimpft haben.

Viele Medien haben dann auch erwartungsgemäß davon gesprochen, daß EU Hilfsgelder abgelehnt wurden, was natürlich Humbug ist. In Wirklichkeit wollte man weitere Schulden als RLP Steuergeld in die maroden Firmen stopfen - um Zeit zu gewinnen. Von Rettung kann garkeine Rede sein, der Freizeitpark war doch schon unrettbar, bevor er überhaupt gebaut wurde.

Dieser Antrag, der nicht genehmigt wurde und die Landesregierung - nach dem Rhein-Zeitungs-Report am Montag - dann am Mittwoch in die Offensive getrieben hat, ist inzwischen - wieder bei der Rhein-Zeitung - auch geleakt:

Da wird einem schwindelig.

Die Rolle der beiden anderen Firmen ist aber immer noch nicht geklärt, vor allem, warum der Steuerzahler jetzt dafür haften soll. (Siehe auch gestern.)

Die MSR wird von der RZ so erklärt:

MSR steht für die Motorsport Resort Nürburgring GmbH. Sie verantwortet das Eifeldorf mit Drei-Sterne-Hotel, das Vier-Sterne-Plus-Hotel sowie das Feriendorf in Drees. Hauptgesellschafter ist mit rund 40 Prozent die Düsseldorfer Mediinvest von Kai Richter, der auch MSR-Geschäftsführer ist. Ko-Geschäftsführer ist Erich Geisler vom österreichischen Hotel-Projektierer Geisler & Trimmel (rund 35 Prozent). Zehn Prozent hält die Nürburgring GmbH, fünf Prozent liegen bei Peter Weber Architekten (Köln).

Später war sie dann in den Schlagzeilen, weil sie sich nicht in die Bücher schauen ließ:

Weder dem Nürburgring noch dem Rechnungshof erlaubte die MSR, in die Bücher zu schauen, und fasste dazu sogar entsprechende Beschlüsse.

Und jetzt haftet der Steuerzahler für diese Firma, deren Geschäfte von Kai Richter geführt wurden.

Kann ich nicht nachvollziehen, wieso ein ganzes Land für die mißlungenen Geschäfte eines Unternehmers aus Düsseldorf zur Kasse gebeten wird.


Donnerstag, 19. Juli 2012

Der DMSB Präsident ...

… meldet sich zum Thema Nürburgring zu Wort. Die EU ist schuld, eh klar.

Schön auch das Bild, das man bei Motorsport Total gewählt hat: Stuck, Pföhler, Richter - fehlt eigentich nur noch Kurt Beck.

Die Kommentare sind dafür erfrischend, wer noch auf dem Schlauch steht, kann ja mal schauen ob bei seinen Sponsoren und Partnern was auffällt.

Hatten wir seinerzeit (Aug.2010) auch im Forum.


Mittwoch, 18. Juli 2012

How come the Ring is in trouble? Is it serious?

(For updates please scroll further down …)

By now you have heard the Ring / Nürburgring / Nordschleife is in trouble, otherwise you probably wouldn’t be here reading.

I can offer you my personal position on where we are and I hope it helps you to understand the current situation. To do this you need to know who I am, as much of the information flying around is biased. I’m sure mine is too, therefore I lay out my Ring-related background. I admit it looks like showing off, still I feel you need to know where I’m coming from.

I’m born in Mayen and grew up near the Ring. As a local I enjoyed a lot of activities on Nordschleife and it didn’t take me long for my first Jahreskarte. This must have been around 1985. From then onwards much of my life happened at the Ring:

  • Riding my bikes, preferably GSX-R. Countless Jahreskarten as well as some stationary periods in Adenau hospital. More serious endurance racing later too. I never raced cars though.

  • Supporting MTM Audi 200, which is owned by two mates and put on the 24 Hours starting grid over 10 times since 1994. Watch Chris here on youtube lapping Nordschleife in 7:40 mins.

  • Taking part in 24 hours bicycle race on Nordschleife. We joined with our team of 4 since day one in 2003, but said good bye last year. Ridicolous prices and equally redicolous NAG involvment.

  • Gixxerkart, Achim deserves all the credit, all I donated was the idea and the engine. The toy still exists btw.

  • renn.tv - prior to youtube I put in a lot of effort to conserve some of the best machinery in action of that era, glad I did.

  • 20832.com aka nurburgring.de, Nürburgring site, which is online since year 2000. It originated around the Audi 200 project.

  • Red-and-White N, you might have seen this. Even though this sticker has never been for sale and still isn’t. It’s my registered brand since many years, just to protect it.

  • Save The Ring, not something I love to do, but had to do. My initial Jalopnik guest entry kicked it off late 2010. On Facebook and Twitter too.

  • I’m also one the persons who has been sued by Kai Richter (the N-Forum trial). Extensively documented here and we’re still not fully done with it. My bill is over 10.000 Euros, however donations came in quickly and I’m fully covered.

I did offer some multimedia services for money in the past within the motorsport area, but I’m out of that since youtube took over. I work as an IT guy in the automotive industry since 20 years now, still I keep 20832.com running in parallel.

The reason I tell you all this background: many people communicating on the Nürburgring subject are commercially involved in one way or another. Thus they try to favour a certain opinion. I want you to judge yourself, all I can offer is to be honest and open. I have nothing to lose, but I do value the Nordschleife a lot - both it’s history as well as the present track.

I summarized the last 5 years from my point of view here in a German post I did yesterday and in case you understand German I invite you to read this.

Today the news of a bust Nürburgring kept spiraling, but some news contained errors while others only looked at a fraction of the problem. I by no means am completely in the known, but certain things spring to my eyes and I can only offer you to give you my perspective - maybe a petrol head like you. I do this a bit differently to the German post, as I’ve learned from the comments that internationally the spread of knowledge (little vs a lot) is even wider as it is over here.

I’m sharing with you what I think what happened.

So what is this bad news of the Ring all about?

From 2007 to 2009 the Ring has been expanded by a leisure park including hotels, roller coaster, restaurants, ring werk, etc. It was projected at 215 Mio Euro, but ended up in the area of 400 Mio Euro. They opened the complex at the F1 in 2009 - exactly 3 years ago.

The project has been promoted in the public with significant contribution of private investors, but they never materialised. Only one investor - Kai Richter - was left and only later it turned out that over 85 Mio Euro in public money have been transferred into his accounts, as he claimed his bank pulled out at the early stages of the project.

In March 2010 several things happened:

The government (Rhineland-Palatinate “RLP”, they own the Ring 90%, the remaining 10% is with the county Ahrweiler) bought everything, which has been built - from hotels to club to restaurants. Most of the money came from public funds anyways. They also took over all debts.

For the first time of the Ring’s long history starting in 1927 the complex has been rented out to privateers. Funny enough to the same Kai Richter, who once was introduced as investor - together with Jörg Lindner, who was part of the initial private engagement too.

The contract has been put in place for 30 years, but the operators are not paying the rent the government expects, which is why their contract got terminated in February this year.

The debt is with the public company “Nürburgring GmbH”, while the two private operators called their company “Nürburgring Automotive GmbH”.

What does EU Brussels have to do with that?

EU has investigated in depth, mainly due to legal action by “Ja zum Nürburgring” and Dorint Hotel. They came to the conclusion that the RLP Government supported the leisure park, but also the rest of the Nürburgring, with illegal state aids. Their preliminary total sums up to 524 Mio Euro, you can read the full report in English here.

RLP wanted to inject another 13 Mio Euro to keep the public company “Nürburgring GmbH” alive, which seems to be illegal within the contract of the European Union.

The Ring does not receive enough money from the private operators to pay the intersts and RLP is not allowed to put more money in. Thus the risk of being insolvent soon.

Will the Ring close when it goes bankrupt?

Probably not, because the Ring earns money only when kept open. But it might be under control of the insolvency administrator or a private owner thereafter.

Will there be the 24 Hours race next year?

Time is running out, as FIA/DMSB have deadlines in July. ADAC president Peter Meyer has published an open letter addressed to Kurt Beck (Premier of RLP) complaining about the situation. Since then nothing seems to have happened. ADAC does not see any point in signing a contract with NAG. So bottom line: we don’t know.

Why didn’t you tell us earlier?

I did. In fact I’m telling you way before the first construction work started. I’m trying to raise awareness for the desaster since the first plans have seen the light of the public. The problem is to get heard in all that buzz going on.

Lindner and Richter are the problem - right?

Only partially. They are running the Ring now and everything you see - homepage, Facebook, bills, newsletters, etc., … - comes from them and their company. Things like this too (read here for more info). But an even bigger problem are the politicians at the RLP government, who made this all happen.

Why does the government not help?

They are not allowed to and even worse, they are part of the problem. I don’t know why, but they make every possible effort to not allow outside people gaining insights into contracts and agreements. It seems they fear something, but I can’t figure out what. Prosecution in the RLP county is no help either.

Can’t we crowd-fund and buy the Ring?

Right now the Ring isn’t even for sale yet. On the other side the Ring has always been in public ownership - owned by everybody of us. “Ja zu Nürburgring” feels it’s essential to keep the tracks that way in order to support (gras root) motorsport. I agree with their views.

What would be your solution?

Two things need to happen urgently: seperate the tracks from desastrous NuroDisney and get rid of the private operators. The rest can be sold or otherwise taken care of, but the tracks need to be run by a public company in benefit to the public. Run by management not looking after themselves, but looking after a solid future for the Ring.

Who is it actually in person to blame that huge desaster?

It’s too many to list, but Kurt Beck (the RLP premier) is the main figure in that plot. Local and county politicians come next along with all these greedy suits.

I want to help, what can I do?

Please spread the word. Even though it might sound too little, if we keep growing as an international supporters group, we will always be there when needed. Like now. Put a sticker on your car and ask for friends for the same. You can make one yourself with the artwork via download on savethering.org - or pick one up at Hotel Tiergarten in Nürburg.

You might even race your GT3 in STR livery.

Or anything else you have in mind, great things keep hitting the Facebook page.

How big is the problem in Euros?

Debt of the public “Nürburgring GmbH” is currently 413 Mio Euro. (It was 27 Mio Euro in 2006). Illegal state aid claimed by European Commission is 524 Mio Euro at this point in time, might even grow.

They keep telling they had to do something at the Ring - is that true?

In my opinion: no - not at all. Ring was fine, it was just suffering horrible management and crazy amounts of money wasted. All this was known and criticised by governmental audit year after year - with no consequences.

Aren’t you competelely fed up with all these years of hopeless fighting?

Yes, I am. Still I want to look into the mirror saying to myself I tried everything I could to protect Nordschleife for future generations.

Let the Ring go bust and sell it off, it can only change to the better.

The Ring has been in public ownership since day 1 (which dates back to 1927). It would be a tragic loss to the community if it would get sold.

If the EU can help banks and even countries, why can’t they help the Ring?

EU has never been asked for money in the first place. The Ring has been put into that situation by greed and megalomania.

If you have read thus far, thank you for that. We are pretty balanced on the facts now. If there is anything else you want me to ask, I’m happy to hear that and would update the post accordingly.  

UPDATE July 18th:

Now it’s official - today July 18th 2012 - the Rhineland-Palatinate government under premier Kurt Beck called a press conference at 10:30 am. They declared they will file for bankruptcy for Nürburgring GmbH.

This is making big news in all German media and the motorsport media worldwide. Hard to believe, but Kurt Beck refuses to resign and blames EU, who made that step neccessary in his view.

UPDATE July 26th:

So many things happening right now, it’s hard to keep track:

  • Liquidators have been anncounced and the first thing they did was a press conference. At the Lindner Hotel.

  • Jörg Lindner (NAG, operator with terminated contract since Feb.) stated in a TV interview he would consider buying the track. Now get this: the Ring is bankrupt because of missing rent and the lessee is allowed to consider to buy it.

(Picture from Oct.2008 showing Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler and Hermann Josef Romes - happy faces while digging the Ring’s grave.)

Even Mr.E has been quoted buying the track, rumours are spiralling.

In my view this discussion on who would be a suitable buyer does distract from the fact that we are talking public ownership here. If the Ring falls into private hands - no matter who - would mean worst case szenario, as the owners could do with Nordschleife whatever they want. From day 1 onwards since 1927 the Ring is in public hands and had to serve region and motosport alike. Only recently (2010) abuse started to line privateers pockets.

First thing the liquidators stated was to find an agreement with NAG to leave in order to secure the 2013 season. NAG hasn’t left for the last five months and time running by does them a favour. Which they know. I wouldn’t expect them leaving anytime soon.

At the same time this was the first press release of Nürburgring GmbH since years. They stepped back from communicating when NAG took over in May 2010. Still NAG keeps control over the Ring’s Facebook account and stuff.

Critics against the Rhineland-Palatinate government - and especially Kurt Beck - become louder, as internal papers slowly leak into public. One says the government was fully aware of acting against European Law when they supported construction of the hotels, restaurants etc. with public money. Kurt Beck - the RLP socialists premier - is in charge since 1994 (!) and won’t be the leader for the next election - which is due in spring 2016. His problem is now to prepare for a nice retirement, but on the other hand he doesn’t seem to dare to give up powers. The public hasn’t seen yet what he needs to hide, but my impression is that it must be huge. At least big enough of a problem to destroy his nice retirement plans.

Chances that Kurt Beck resigns are rather low, even though the damage under his leadership is significant. If he does resign it would open the possibility of proper investigations, which currently seem to be fully blocked.

It’s fair to say that the future of Nordschleife is inversely proportional to Kurt Beck’s political career.

… stay tuned! …

UPDATE:

Here is one of the better English articles:

The Nürburgring - from prestige project to catastrophe.

UPDATE Aug. 3rd 2012:

On Wednesday August 1st the Rhineland-Palatinate Parliament came together for an extraordinary meeting. They scheduled that to discuss the Nürburgring insolvency and consequences for the county. The debate has made it to all relevant German news, I’ve compiled a list here.

Prior to the heated session the government realeased funds of 254 Mio Euro in favour of the state owned bank ISB, as the state has given the guarantee for the 330 Mio Euro Leisure Park debt of Nürburgring GmbH. As they are insolvent the bank with only around 240 Mio Euro own capital came under risk too and called for the state money.

Several international news gave the impression that this money supports the Ring, but in fact only the debitor changed. The amount of debts remains unchanged.

Jörg Lindner is quoted too - he and Kai Richter are still running the Ring with their NAG company, even though their contract got terminated by government in February 2012. I have no idea why the government does not force them out and I suspect some arrangements we do not know.

Prior to the meeting this made some news, as several experts regard both the credit and now the state’s guarantee as illegal state aid under European legislation.


Dienstag, 17. Juli 2012

Wie konnte es dazu kommen, daß der Nürburgring in nur 5 Jahren in den Bankrott getrieben wird?

Das Nürburgring Desaster wird sicher in die Geschichte eingehen, aber man kann jetzt schon - wo der Scherbenhaufen vor einem liegt - ein Resumee ziehen. Und ich mir den Frust von der Seele schreiben, denn rückblickend ist die Entwicklung entlarvend transparent.

Meiner Meinung nach war alle Argumentation Pro-Erlebnisregion von Anfang vorgeschoben und ich habe auch von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht. Natürlich bin ich traurig, daß das Desaster nicht verhindert werden konnte, ich persönlich habe mich ziemlich aufgerieben bei dem mißlungenen Versuch.

Walter Kafitz war 15 Jahre lang Geschäftsführer am Nürburgring, ziemlich genauso lange wie Kurt Beck Ministerpräsident. Die beiden verstanden sich wohl auch ganz gut. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem der Landesrechnungshof nicht auf die Verfehlungen in der Eifel aufmerksam gemacht hätte. Selbst die krassesten Fehlentscheidungen wurden gedeckelt und die Millionen sind nur so davongeflossen (Bikeworld, Rennfahrerschule, alte Erlebnisregion, altes Pressezentrum, sprunghafter Gehälteranstieg usw. usw.). Als Außenstehender hatte man den Eindruck, das dürfe mit politischer Rückendeckung beliebig die Kontrolle verlieren.

Ende 2007 hat dann der Nürburgring Aufsichtsrat den Bau der Erlebnisregion genehmigt, dafür mußte natürlich erstmal großflächig abgerissen werden.

Man hat private Investoren versprochen - der Gemeinde Nürburg sogar schriftlich zugesichert - die aber leider nie die Bühne betreten haben.

Bis auf einen: Kai Richter. Und der wurde als der große Heilsbringer zelebriert, ein Mann mit enormer Projekterfahrung und erfolgreich sowieso. Und sowas von millionenschwer, wie es sich für einen anständigen Investor gehört.

Was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfahren sollte: dem guten Mann “sind die Kreditgeber abgesprungen” - sowas aber auch. Da muß man natürlich helfen, weil sonst ist das schöne Investormärchen ja dahin. Zumal es auch nur diesen Einzigen gab. Da traf es sich gut, daß der Ingolf Deubel nicht nur dem Nürburgring vorstand, sondern auch den rheinland-pfälzischen Finanzen. Über 85 Millionen Euro aus Landeskassen sollten es am Ende sein, die dem “Investor” Stück für Stück überwiesen wurden.

Währenddessen wurde fleißig gebaut, natürlich ohne öffentliche Kontrolle, weil privat. Ausschreibung? Aber nicht doch. Und es entstanden Firmengeflechte, die mit ihrer Mehrdimensionalität schwer auf Papier zu bringen waren.

Am Ende wurden aus den projektierten 215 Mio. Euro 330 und heute wissen wir, daß die wirkliche Zahl belastbar in der Nähe von 400 Millionen Euro liegt. Die WiWo listet aktuell 413 Mio. Euro Schulden für die Nürburgring GmbH, 2006 - also vor dem Bau - hatte sie 27 Mio. Euro Verbindlichkeiten bilanziert.

Und was machen die Verantwortlichen?

Fangen wir mal oben an, nach unten läßt sich fast beliebig fortsetzen und soviel Platz wollte ich dem Post hier dann doch nicht einräumen.

Kurt Beck

… kommt mir ziemlich verzweifelt vor. Ich kenne den Mann nicht persönlich, aber am Ende seiner politischen Laufbahn droht ihm das Risiko, daß ihn der Nürburgring-Knall in Stücke reißt. Viel Zeit zur Korrektur bleibt ihm nicht mehr, die Nachfolger für die Wahl 2016 scharren schon mit den Hufen. Wie es einem Ministerpräsident ergehen kann, der nicht mehr Kraft seines Amtes dirigieren kann, erleben wir gerade in Baden-Württemberg im Fall Mappus. Das weiß auch Kurt Beck und jetzt versucht er verzweifelt zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Ingolf Deubel

… hat zwar eine über 100 Seiten dicke Anklage auf seinem Schreibtisch liegen, aber - einflußnehmend oder nicht - ob es überhaupt zum Prozess kommt, läßt das Gericht offen. Und vertröstet - mal auf den Sommer, dann auf den Herbst und dann vermutlich auf Ende des Jahres. Und so zieht der honorige “ehemalige Finanzminister” über die Lande und beschert SPD-Ländern mit seiner Deubel Government Consulting teure Einblicke in das Thema Schulden.

Carsten Kühl

… hat ihn beerbt als Finanzminister, hat er doch brav die Aufsichtsratsentscheidungen am Nürburgring mitgetragen. Man erkennt schnell, welches Profil in RLP karrierefördernd ist.

Jürgen Pföhler

… schüttelt fleißig Hände als großer Landrat, der der Region doch soviel Unheil gebracht hat … ebenso wie …

Hermann-Josef Romes

… der Lächler schlechthin, keine Kamera in der VG Adenau ohne sein freundliches Gesicht. Das er auch beim Spatenstich für die Erlebnisregion mit Wonne aufgesetzt hat.

Eveline Lemke

… auf der vor der Landtagswahl im März 2011 die Hoffnung einer ganzen Region lag. Wähler, die niemals zuvor ein grünes Kreuzchen gemacht haben, gaben voller Euphorie Rückendeckung. Um im Regen stehengelassen zu werden. Ein letzter großer Auftritt bei der Formel 1 vor genau einem Jahr. Der kleinen Ansammlung der Demonstraten Mut zugesprochen, während Kurt Beck im Fahrerlager posierte. Dabei hat gerade sie durch ihr monatelanges Mitwirken vor Ort ein konkurrenzloses Insiderwissen verglichen mit ihren Mainzer Kollegen und durch ihre Einsetzung als Wirtschaftsministerin auch die entsprechende Machtposition. Ob in den Mainzer Regierungskantinen rückgratsauflösende Mittel zugesetzt werden?

Die Vielen hier nichtgenannten

… brauchen nicht glauben, daß man sie vergisst. Nur ich zumindest habe heute abend keine Lust mehr sie mir mehr als nötig in Erinnerung zu rufen.

Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand verurteilt die letzten 5 Jahre am Ring als kriminell, ob das durch Gerichte bestätigt wird oder nicht.

Ein nicht wiederbringliches Erbe unserer Vorfahren wurde mit Füßen getreten und hoffnungslos in die Pleite geritten. Die Profiteure haben sich hemmungslos bedient und ihre politische Karriere oder den persönlichen Wohlstand gefördert.

Was motiviert solche Leute zu diesen krassen Fehlentscheidungen? Ist es Skrupellosigkeit, Profitgier, Geltungsbedürfnis, Größenwahn, Realitätsverlust - oder vielleicht ein bisschen von allem? Oder sind sie einfach nur ganz banal überfordert?

Der Aufsichtsrat hat nicht nur völlig versagt in der Kontrolle, sondern auch die katastrophale Entscheidung getroffen, die bestehenden Gebäude einzureißen und für 400 Mio Euro die Aussicht zuzubetonieren.

Ausbaden darf nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der gemeine Sportler, Motorsportfan und Nürburgring-Historiker, dem nicht nur die einmalige Sportstätte genommen wird, sondern der für die Hinrichtung durch langsames Ausbluten auch noch bezahlen muß.

Die Leute, die sich gegen die Entwicklung gestemmt haben, sind so wenige, man kennt sich inzwischen persönlich.

Die, die tatenlos zugesehen haben, und/oder sich die Taschen mal mehr - mal weniger - gefüllt haben ohne Rücksicht auf soziale und historische Verantwortung, ist leider ungleich größer. Auch sie sind bekannt, doch es schert sie wenig. Einige haben sich schon nach erfolgreichem Ausweiden des Nürburgrings anderen Tätigkeiten zugewendet, der Rest wird nachziehen. Und sich gegenseitig ein gutes Gewissen einreden: “wenn sie es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.”

Während dieser Epoche 2007 bis 2012 ist nicht nur mein Demokratieverständnis komplett auf den Kopf gestellt worden, auch haben viele Leute, die ich glaubte zu kennen, ihr wahres Gesicht offenbart.

Es sind nicht nur die Handelnden verantwortlich. Die Nicht-Handelnden tragen ebenso große Schuld. Eingestehen wird es sich keiner von beiden.


Freitag, 13. Juli 2012

Nur leicht verspätet, die 2010er CST Bilanz.

Das wir das noch erleben dürfen: die offenlegungspflichtige CST GmbH hat ihre 2010er Bilanz veröffentlicht.

CST ist die Ringcard-Firma und heißt ausgeschrieben “Cash Settlement & Ticketing GmbH”. Die haben auch eine Homepage: www.cst-nuerburgring.de, die gibt aber nicht viel her. Nur die 2 (?) Geschäftsführer Kai Richter (den kennen wir ja zu Genüge) und Gerd Weisel, das ist der Beamte aus Mainz, der auch GF der Nürburgring GmbH ist.

Und die Ringcard ist das “bargeldlose Zahlungssystem”, das am Ring kein Mensch braucht. Zu der Firma sagt auch der Landesrechnungshof in seinem 2011er Report, daß sie überflüssig ist.

Die Staatsanwaltschaft hat die CST auch im Visier und Walter Kafitz ist deswegen fristlos gekündigt worden.

Die Bilanz ist knallrot, aber daran scheint sich niemand zu stören. Denn die Grünen Männchen sind am Ring immer noch im Einsatz.

Im Bundesanzeiger kann man das nachlesen:

  • Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro
  • Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 4.087.668,40 Euro.

Ein paar Sachen haben mich stutzig gemacht:

  • die Sachanlagen sind von ca. 7,3 Mio. in einem Jahr auf 3,5 Mio. gesunken. Sieht für mich aus wie eine stramme Wertevernichtung.

  • Mit Wirkung zum 01. Januar 2011 wurde der Geschäftsbetrieb an die Nürburgring Automotive GmbH, Nürburg, verpachtet.” Das wäre dann der nächste Vertrag, den wir nicht kennen.

  • Gesellschafter der Cash Settlement & Ticketing GmbH mit jeweils 50 % sind die Nürburgring GmbH, Nürburg, sowie die MI Beteiligungs- und Verwaltungs- GmbH, Düsseldorf. Man ahnt es schon, GF ist Kai Richter. Auch hier bilanzielle Überschuldung (31k) und Rangrücktritt. Und quasi an sich selber verpachtet.

  • Kai Richter sei bis 16.Dez.2011 GF gewesen, Gerd Weisel ab 13.Dez.2010.

Wieder mal ein schönes Beispiel von “Ihre Steuergelder bei der Arbeit.”

Falls jemand mit mehr Sachkenntnis erhellende Erkenntnisse für mich hat - immer gerne :) Von der sich verschanzenden Landesregierung brauchen wir ja keine ehrlichen Informationen erwarten, was sie mit unseren Steuergeldern anstellen.

UPDATE:

Hier auch die Erklärung, warum das Anlagevermögen so geschrumpft ist:

“Ein Teil des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 3.243 (Restbuchwert zum Zeitpunkt des Verkaufs) wurde an die Nürburgring GmbH veräußert.”

Wieso kauft die Landesgesellschaft für 3,2 Mio Euro “Kassenanlagen”? Um es dann wieder an eine private Firma zu verpachten?

(Danke Jörg!)


Donnerstag, 12. Juli 2012

Richter Anwalt.

Seit Gernot Lehr den Prozess gegen uns geführt hat, ist man immer ein wenig hellhörig, was seine Mandate angeht. Weil die ja auch gerne mal durch die Medien gehen. Das war beim Christian Wullf so - und ist jetzt bei Joseph Aloisius Ratzinger wieder so.


Vor 3 Jahren: Eröffnung Nürburgring 2009.

Vor drei Jahren wurde das Erlebnisgrab während der Formel 1 mit viel Tamtam eingewiehen. Boris Becker wurde mit (Steuer-)geld verpflichtet, damit man einen Clown Promi für die Pressebilder hatte. Zum Beispiel bei dem Start der über 15 Mio. € teuren Achterbahn:

… der auch live im Fernsehen kam und damals schon ahnen ließ, was für ein Rohrkrepierer die Bahn in Wirklichkeit ist:

Natürlich mit den kamerageilen Kurt Beck und Walter Kafitz.

Seitdem ist die Bahn aber nie in Betrieb genommen worden und es gibt sicher nicht viele Menschen, die von sich behaupten können, mit diesem Steuerverschwendungsdenkmal gefahren zu sein:

Der damalige Pressetext:

… neben Michael Schumacher auch RTL-Formel-1-Reporter Kai Ebel, Comedian Mario Barth, Catharina Cramer, Chefin der Warsteiner Brauerei, und ADAC-Sportpräsident und Vizepräsident des Automobilweltverbandes FIA, Hermann Tomczyk und Sharlely “Lilly” Becker.

Überhaupt lesen sich die Pressetexte von damals heute ganz anders:

Mit einem zünftigen Fassanstich, 500 Litern Freibier und einer großen Party ist am Donnerstag, den 9. Juli 2009, der gastronomische Themenpark Eifeldorf Grüne Hölle am Nürburgring eingeweiht worden. Das Fass - natürlich mit dem eigenen Bier „Nürburger“ gefüllt - wurde von Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter Motorsport-Legende Striezel Stuck vor über 2.000 Gästen und Besuchern auf dem Dorfplatz angestochen. Gefeiert wurde anschließend im Eifel Stadl bis spät in die Nacht – darunter auch zahlreiche Prominente wie zum Beispiel Boris Becker.

Der Nürburgring Aufsichtsrat Jürgen Pföhler freut sich über beide Backen auf das Freibier und Hans-Joachim Stuck vielleicht schon über den Sponsor “Nürburgring” auf seinem 24-Stunden Lambo.

Investor des Eifeldorf Grüne Hölle ist – wie auch für das Lindner Congress & Motorsport Hotel, den Lindner Ferienpark Nürburgring (Drees / Eifel) und das Lindner Boardinghouse Adenau – der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest GmbH. Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte – davon fallen rund 31 Millionen Euro auf das Eifeldorf Grüne Hölle.

… meint die Pressemitteilung vom 10.Juli 2009. Nur ein paar Tage vorher - am 7.Juli 2009 - ist an diese Mediinvest die letzte Überweisung von Landesmitteln über 5,5 Mio. € geflossen. Insgesamt waren es 85,512 Mio. €, die seit Mai 2008 bis zur Erlebnisgrab-Eröffnung von der RIM an die Mediinvest GmbH überwiesen wurden. RIM steht dabei für das sperrige Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH, und diese Gesellschaft ist der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz) zugehörig. Die wiederum vom Rheinland-Pfälzischen Wirtschaftsministerium beaufsichtigt wird. Das ja - wie wir wissen - damals von Hendrik Hering und heute von Eveline Lemke geleitet wird.

Gegen die Banker ermittelt die Staatsanwaltschaft - und zwar schon jahrelang. Auch gegen Kai Richter. Und Ingolf Deubel. Konsequenzen? Keine.


Dienstag, 10. Juli 2012

Noch ein schwerer Motorradunfall, ...

… als ein gestürzter Fahrer von einem Auto überfahren wurde. Veranstalter der Touristenfahrten sind übrigens Kai Richter und Jörg Lindner mit ihrer NAG.


Montag, 09. Juli 2012

Schonmal zuhause üben.

Kai Rückbau Richter.


Aussage der NAG-Gesellschafter in höchsten Maße unseriös und irreführend.

Meint Peter Meyer.

“Mit großer Verwunderung nimmt der ADAC zur Kenntnis, dass sich die Pächterin des Nürburgrings, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), noch für die “ihr anvertrauten Anlagen” auch in 2013 verantwortlich fühlt.” (..)

“Der ADAC hat schriftlich und jederzeit nachweisbar vor dem kostenintensiven Bau der Gebäude am Nürburgring gewarnt.”

Vorher gab es “ein Gespräch in Düsseldorf” zwischen Lindner/Richter und offensichtlich ausgewählten Medien. Die drucken auch brav ab, z.B. Rhein-Zeitung oder General Anzeiger.

Die Ringbesetzer sind soo leicht zu durchschauen. Die Funkstille aus Mainz ist ihnen natürlich auch nicht entgangen und schon versuchen sie wieder sich in Stellung zu bringen. Gekündigt - na und? Verhandeln fleißig mit Mr E (“Vor wenigen Tagen hat Jörg Lindner mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone telefoniert.”) und sind sich auch nicht zu schade dem ADAC vorzuwerfen, der Club (!) würde den Motorsport am Ring gefährden. Für nichts zu schade halt.

UPDATE:

Es gibt auch bei Motorsport-Total einen längeren Beitrag.


Donnerstag, 05. Juli 2012

Fahrerlagerparty morgen.

Erinnert Ihr Euch noch an das “traditionelle Sommerfest”, mit dem die die Fahrerlagerparty gekapert haben?

Mehr als 2.000 Besucher brachten die Grüne Hölle zum Beben und feierten gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden.

So hat die damalige Propagandaabteilung Krisen-Agentur Dederichs das seinerzeit versucht zu verkaufen. Die kümmern sich inzwischen ürigens um Falken - wer drauf reinfällt ist selber schuld. Yeah.

Auf jeden Fall war die Nummer mit der Auslagerung aus dem Fahrerlager eher ein tiefer Griff in die sanitären Anlagen, jetzt ist die Party wieder im Fahrerlager.

Leider hat ausgerechnet beim Bier Kai Richter seine Finger mit im Spiel:

Als Getränkesponsor konnte in diesem Jahr Nürburgring TV gewonnen werden.

Bitterer Beigeschmack. Daß die Fa. mehr oder weniger dem großen Investor gehört wisst Ihr ja schon lange.


Dienstag, 01. Mai 2012

Ein besonderer Tag für Kai Richter und Jörg Lindner.

Jörg Lindner:

Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.

Wir freuen uns darauf, diese große gestalterische und operative Herausforderung anzunehmen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nürburgring wollen wir ein verlässlicher und engagierter Partner für Veranstalter, Dienstleister, Kooperationspartner und die Eifel-Region sein.

Meinte er allerdings nicht heute, sondern vor 2 Jahren am 26.März 2010.

In der Zeitung heute so:

Das Kabinett habe daher beschlossen, die Pächter vom Ring zu klagen.

und:

Land will Nürburgring zurück

Streitwert Räumungsklage: 17 Mio. Euro, direkt mal bei Gericht zu bezahlen: 230.000 Euro.

Am Tag 84 der NAG Kündigung.


Freitag, 13. April 2012

Daß Porsche Nardo gekauft hat ...

... hat sich ja inzwischen rumgesprochen. Nur in den betonenen Bunkern am Ring und den Beamtenstuben in Mainz - aber auch bei der ringinteressierten Rhein-Zeitung - keine Reaktion, nichtmal ‘ne laue Meldung.

Da muß WH wieder ran, macht ja sonst keiner. Bei dem Industriepoolgezerre Ende 2010, als die gierigen Betreiber so richtig den Kohlebagger warmlaufen ließen, da war Nardo als Konkurenzstrecke schon klar das Thema. Deutlich. Trotzdem haben die Politiker den Patienten Nürburgring den profitsüchtigen Organhändlern überlassen, die sich über das vermeintliche Monopol hermachten. Es war klar, daß von der lange-im-Voraus-plandenden-Industrie so kurzfristig keiner mehr aus der Nummer rauskonnte - aber genauso klar war, daß die Industrie dadurch genötigt wird, Alternativen auszuloten.

So hab ich das damals kommentiert:

Für die Betreiber ist das Risiko gering, aber für die Region bedrohlich. Das betrifft das Industriegebiet Meuspath, die regionalen Pensionen und Hallenverpächter - aber auch die Reputation des Rings als Test- und Entwicklungsstrecke wird auf´s Spiel gesetzt.

>Schöner neuer Nürburgring.

Wo die Reise hingeht - nämlich nach Italien - sehen wir jetzt. Im Endeffekt aktiv von der Politik gesteuert, jetzt hat Porsche seine - bzw. eine weitere - Teststrecke. Das hat der Mainz-Düsseldorfer-Pakt sauber hinbekommen und so reiht sich das Abwandern in die wachsende Zahl der Kollateralschäden und weiterem Ausbluten von Ring und Region.

Die noch folgenden Konsequenzen der grabschaufelnden Männer, die sich in ihren dunklen Anzügen diebisch freuen, werden uns leider auch in Zukunft nicht erspart bleiben.

(Jörg Lindner, Walter Kafitz, Kai Richter, Ingolf Deubel, Erich Geisler, Jürgen Pföhler, Hermann Josef Romes.)

Die Herren selber sind natürlich alle fein raus.


Donnerstag, 15. März 2012

Übrig Ns vom Donnerstag.

Kafitz war fünfzehn Jahre lang Geschäftsführer des Nürburgrings, fiel dort aber finanziellen Schwierigkeiten zum Opfer.

Opfer? Opfer! Mir fallen sicher viele Namen für diesen Menschen ein, aber Opfer ist nicht dabei.


Donnerstag, 08. März 2012

N-Forum meets Bundesverfassungsgericht.

Das sieht lustig aus, wenn man Spiegel Online anklickt, und da das markante 20832 Layout zu finden ist - inklusive N-fiziertem Schubert Z4:

www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,818419,00.html

Verfassungsbeschwerde - Blogger kämpft fürs Laienprivileg

Sollten Blogger Journalisten gleichgestellt werden? Nein, findet Mike Frison. Aus gutem Grund: Wegen eines alten Zeitungsartikels in seinem Forum wurde er zu einer Unterlassungserklärung verdonnert, obwohl er den Text auf Aufforderung entfernt hatte. Jetzt zieht er vor das Bundesverfassungsgericht.

Muß ich doch direkt auch mal ‘nen Screenshot machen:

Der Grund für den Artikel ist allerdings weniger lustig, denn es geht nach wie vor um die Einstweilige Verfügung, die von Kai Richter / Mediinvest gegen das N-Forum und mich ergangen ist. Und zwar vor über einem Jahr am 7.Feb.2011.

Hier habe ich das ja alles im Detail dokumentiert:

20832.com/prozess

Ich bin nach wie vor fest überzeugt Nichts Unrechtes getan zu haben und durch die widersprüchliche Begründung der Urteile hat sich die Möglichkeit der Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ergeben.

Jetzt haben wir soviel Ärger hinter uns, da kommt es auf das Bisschen auch nicht mehr an. Die Kosten sind durch Eure Spenden gedeckt und wer weiß - vielleicht holen wir ja doch noch den Gesamtsieg! Echte Racer geben so schnell nicht auf ;)

Ich hoffe auch etwas beitragen zu können für die Rechtssicherheit von anderen Foren und Bloggern, damit solche Einschüchterungsversuche vielleicht in Zukunft viel schneller im Sande verlaufen.

Jetzt erstmal Daumen drücken, daß die Beschwerde zugelassen wird und wir das Ding gewinnen! :D


Mittwoch, 29. Februar 2012

29. Februar, Lindner und die Community.

Heute war also der angekündigte 29.Feb., an dem die NAG das Feld räumen sollte. Und was ist passiert? Leider sind sie noch nicht weg. :/

Otto Lindner hatte einen schönen Kaffeeklatsch und meine Frage auf der Facebookseite, warum er nicht beim Kofferpacken hilft, wurde statt zu beantworten kommentarlos gelöscht. Ein paar andere Leute haben daraufhin auch Kommentare geschrieben, die sind inzwischen ebenfalls wegradiert.

Das pannemässige an den neuen Lindnerschen “me and all hotels” ist deren Zielsetzung:

Deine Ideen. Deine Community. Dein Hotel.

Man macht einen auf Hip und Cool:

me and all ist mehr als nur ein Hotel. me and all bietet Euch als Traveller Freiräume auf Reisen und erfüllt höchste Ansprüche an moderne Kommunikationstechnologien. (..) Unsere Community-Lounges sind stadtoffenes, authentisches und lebendiges Herzstück der me and all hotels und verbinden Euch mit Eurer Community.

Und noch weiteres Bla.

Wenn man bei so harmlosen Community-Begegnungen schon so unentspannt reagiert bei der Firma Lindner, dann wüßte ich gerne mal, was die von diesem Artikel aus der Wirtschaftswoche halten. Ich hoffe mal die WiWo liegt weit verbreitet aus in den Lindner Hotels:

Nürburgring, Ein Desaster für Lindner
Die Düsseldorfer Hoteldynastie Lindner ruiniert mit dem scheiternden Rennstrecken-Engagement ihren Namen.

Ein paar Highlights:

Der Lindner-Clan hat das Risiko, das Sammelsurium von Indoor-Freizeitpark, Disco, Veranstaltungsarena, Kartbahn, Kino, Ladenpassage, sieben Restaurants sowie zwei Hotels und einem Ferienpark, massiv unterschätzt.

„Jörg ist nicht der leuchtende Stern der Familie“, sagt ein Düsseldorfer Immobilien-Unternehmer, „am Nürburgring wollte er zeigen, dass in ihm auch ein Lindner steckt.“

Doch das eigentliche Sagen hat nach Wahrnehmung der NAG-Mannschaft Richter.

Die Familie zeigt Einigkeit auch in der Krise. Keiner distanziert sich vom Nürburgring-Engagement, das ihnen ihr schwarzes Schaf Jörg eingebrockt hat. „Nach außen zeigen sie Solidarität“, bestätigt ein Kenner des Clans, „aber hinter den Türen fliegen die Fetzen.“

Aber die Lindners haben noch gaaanz andere Probleme:

Mit Bezug auf den Medico Fonds Nr. 20 kann man aktuell bei den Anwälten Sternisko/Lehrieder lesen:

Mit Schreiben vom 17.02.2012 werden Sie ultimativ zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens und der Inanspruchnahme durch das finanzierende Kreditinstitut aufgefordert Ihre Haftsumme aufzufüllen um so ihre Haftentlassung sicherzustellen.

und

“Auch in den Fonds Nr. 30, 31, 32 u. 37 hat die Geschäftsführung mehr oder minder aus heiterem Himmel die Kommanditisten vor die Alternative einer freiwilligen Zahlung – in der Form einer Kapitalerhöhung – oder der Rückzahlung gewinnunabhängiger Ausschüttungen gestellt, andernfalls werde das jeweilige Kreditinstitut das Darlehen kündigen, mit der Folge, dass die Fondsobjekte mit einer Zwangsverwaltung belegt oder versteigert werden müssten. Im Ergebnis würde dies die Liquidation der Gesellschaft bedeuten.

Geschäftsführer der Gebau Fonds GmbH ist Jörg Lindner, der eigentlich heute aus der Eifel abreisen sollte.

Hoffentlich sind die bald weg - Save The Ring!


Dienstag, 28. Februar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: so könnte ich mir das vorstellen.

Tyrol Equity und der Unternehmer Udo Wendland wollen sich bei BBS künftig auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Leichtmetallrädern für den OEM- und Tuning-/Aftermarket konzentrieren.

PS: nach der Kündigung kam das Angebot diese aufzuheben, dafür gäb’s dann zwei Monate gratis. Da bin ich ja nochmal extrafroh das gemacht zu haben, wenn man als Mitglied erst interessant wird, wenn man sich verabschiedet.


Samstag, 25. Februar 2012

Gelöschte Zeitungsartikel über Kai Richter wieder aufgetaucht.

Die von Handelsblatt und Rhein-Zeitung veröffentlichten Artikel, die am Donnerstag noch im Netz nachzulesen waren, waren auf einmal nicht mehr auffindbar, ohne daß Gründe dafür angegeben wurden.

Man kann da nur spekulieren, bisher hat Kai Richter dafür die Anwälte losgejagt und Einstweilige Verfügungen verschicken lassen. Haben wir ja auch erlebt. Seit neuestem schickt er aber immer öfter den Karl-Heinz Steinkühler los, der ja gerne schonmal die Brechstange ansetzt. Die Grenzen zwischen NAG und Mediinvest bzw. Kai Richter persönlich sind dabei garnicht mehr klar zu ziehen und werden bewußt oder aus Versehen verschwommen dargestellt.

Keine Ahnung was hier vorgefallen ist, aber immerhin hat das Netz Kopien der Artikel aufgehoben:

Handelsblatt / Rhein-Zeitung

Werden die sich jetzt auch wieder in Luft auflösen? Vielleicht trifft ja jemand Vorsorge, daß sie für die Nachwelt erhalten bleiben. Zumindest scheint es jemand zu geben, der ein großes Interesse daran hat, daß die Artikel, die ja schon veröffentlicht waren (!), vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Na wer das wohl sein mag.

Wäre ganz gut, wenn die Verlage den Donnerstag mal erklären würden. Vor allem, weil der Artikel aus dem Handelsblatt ja auch im Print erschienen ist. Ich fände das wichtig, denn die Rolle der Presse ist nicht grade nebensächlich.

Da läuft doch was verkehrt. Ein Forum kann doch auch ganz gut gegen eine Kai-Richter-EV anstinken.


Freitag, 24. Februar 2012

Kurze Info von der Staatsanwaltschaft: läuft.

Staatsanwaltschaft Koblenz:

Zur Pressemitteilung der Nürburgring Automotive GmbH vom 23.02.2012 teilt die Staatsanwaltschaft Koblenz mit:

1. Ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Beschaffung der Mittel für den Bereich II des Projekts „Nürburgring 2009“ war gegen Kai Richter bei der Staatsanwaltschaft Koblenz nicht anhängig. Ein solches Verfahren ist daher auch nicht eingestellt worden.

2. Wie bereits mitgeteilt, besteht gegen Kai Richter der Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Verwendung der Mittel für den Bereich II des Projekts „Nürburgring 2009“.

Insoweit dauern die Ermittlungen an.

gez. Gandner, Oberstaatsanwalt

Das ist bestimmt wieder so eine fiese Medienkampagne … vom Oberstaatsanwalt.


Donnerstag, 23. Februar 2012

Heute gings ganz schön rund ...

… beim Thema Nürburgring. Auf der einen Seite gut, daß nach und nach immer mehr an’s Tageslicht kommt, auf der anderen Seite ziemlich eklig, was da so alles nach oben gespült wird.

Money Quote:

Insgesamt flossen also rund 17 Millionen Euro aus der öffentlich gesponserten MSR in Richters Firmengeflecht. Steinkühler sieht im Geschäftsgebaren von Richter am Nürburgring jedoch anscheinend nichts Verwerfliches. Offenbar könnten manche „nicht ertragen, dass Unternehmer durch eigene Anstrengungen und kaufmännisches Geschick auch Erträge erwirtschaften dürfen.“ 

Die Kommentare sind auch interessant, da geht’s eigentlich nur um Korruption und Knast.

Hier und hier gibt’s noch ein paar Infos dazu, die Staatsanwaltschaft bestätigt “wesentliche Mittelabflüsse”. Und eine neue Anwältin hat er: Renate Verjans. Hab mal gegoogelt.

  • Dann ging’s heftig weiter im Landtag.

Kurt Beck hat der gekündigten NAG einen neuen Vertrag angeboten: .. dass sie einen Sondervertrag im Bereich Hotel und im Bereich dieses Ferienparks weiter erfüllen und wir ansonsten eine neue Pachtsituation herbeiführen.

und Julia Klöckner hat Kurt Beck den Rücktritt angeboten.

Die Eifelzeitung sieht Beck schon angezählt.

Günter Eymael von der FDP meinte: Mein Vorschlag ist: Noch einen niedrigen Millionenbetrag in die Hand nehmen und mit der Abrissbirne alles platt machen, was nicht unbedingt zur Rennstrecke gehört. DAS kommt mir ziemlich bekannt vor!

  • Und schließlich hat Wilhelm Hahne den vertraulichen Teil vom Gutachten des Landesrechnungshofes vom 23.Juni 2010 geleakt: Teil 1 und Teil 2. Hier die 143 Seiten, die man schon kannte.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Aschermittwoch Übrig Ns.

Mein Vorschlag: einpacken.

“Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) habe einen wesentlichen Teil der Abmachung nicht erfüllt, nämlich keine Pachtzahlungen geleistet.”

und: “Wir sind sehr zuversichtlich, was die Qualität des Vertrags angeht.”

Zu dem Vertrag gehen die Meinungen auseinander:

“Zur Beurteilung des Vertrags haben wir ein juristisches Gutachten beauftragt. Dieses Gutachten macht deutlich, hier handelt es sich um kein solides Vertragswerk, sondern es werden zahlreiche Lücken deutlich.”

… meint Eveline Lemke … im Nov.2010.

Den Vertrag kann man hier nachlesen.

Daß der Kurt Beck jetzt mitspielt beim Ihr könnt nach Hause gehen deute ich mal als Zeichen, daß der Ring bald richter- und lindnerfrei ist. Muß man dem Mann fast dankbar sein, aber das hilft seinem Minuskonto auch nicht mehr.

Allerdings werde das Land Vorkehrungen für eine mögliche Umschuldung der Investitionskredite treffen, sollten die zukünftigen Pachteinnahmen die Tilgungsraten nicht decken können.

Wie lange will eigentlich der AW-Landrat Jürgen Pföhler noch untertauchen?

Das Ende der Netzgemeinde.

Das böse Unbekannte nimmt Einzug in unser tägliches Leben und das Internet wird dabei automatisch auch für alle Nicht-Nerds de-mystifiziert. Feine Sache das und für die gegensteuernden Lobbyisten glücklicherweise nur schwer in den Griff zu kriegen.

“Das ist die neue Realität in Deutschland: Die Netzgemeinde ist tot – es lebe das Netz. Und wer dessen Nutzung beschränken will, der stellt sich nicht gegen einen Kult oder eine Sekte – sondern gegen einen großen Teil der Bevölkerung.”

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Pressemitteilung dazu einen Tag vorher “plaziert”.

  • Sueddeutsche.de: Recht am Ring.

  • Aus der Rubrik: Blogger sind keine Journalisten.

  • Andrea Die-Ring-Region-im-Stich-gelassen Nahles macht einen auf Facebook. Am lesenswertesten wie so oft: die Kommentare.

  • Damit hat der Herr Steinkühler wohl nicht gerechnet, daß die Rhein-Zeitung einfach den Telefonhörer in die Hand nimmt und mal bei Bernie Ecclestone anruft.


Donnerstag, 09. Februar 2012

Anklage gegen Ingolf Deubel.

Anscheinend wird Ingolf Deubel - ex-Finanzminister und Nürburgring Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion - noch diese Woche wegen Untreue angeklagt. Mitgefangen auch Ernst Metternich und Roland Wagner wegen Beihilfe zur Untreue.

Das Verfahren gegen Kai Richter läuft extra.


Mittwoch, 08. Februar 2012

Schlammschlachten mit Steinkühler.

Im Oktober hab ich mich noch gefragt, was hat man da vor bei der NAG?, als sie die Agentur Steinkühler unter Vertrag genommen und ihre bisherige - “Das ist eine ganz normale PR-Kampagne.” - Fachkraft Stefanie Hohn entsorgt verloren haben.

Seit gestern ist es klar, als diese von Herrn Steinkühler gezeichnete PM als Antwort auf die NAG-Kündigung verbreitet wurde.

Das war aber noch nicht alles, gestern nacht hat der Blogger Karl-Heinz Steinkühler nochmal nachgelegt und sich ordentlich im Schlamm gesuhlt:

Mainzer Plauderstunde.

Dort wird handverlesen und aufwendig abgerechnet mit

  • Kurt Beck
  • Eveline “Evelyn” Lemke
  • den Sozialdemokraten allgemein
  • den Herren Lewentz und Kühl
  • und der Nürburgring GmbH (!!)

Seine Kunden - Kai Richter und Jörg Lindner - würde er wohl am liebsten auf dem Cover des Manager Magazins sehen:

  • die Unternehmer am Ring einzig fähig aus der “überflüssigen Betonruine” Kapital zu schlagen
  • die privaten Ringbetreiber mit tollen Veranstaltungen

während

… Kurt Beck mit seinem angeblichen Freizeitpark vor zwei Jahren eine Schrottimmobilie in die Eifel-Landschaft gestellt hat.

Meint er diesen Schrott?

In Mainz zittern sie bestimmt jetzt alle mit den Knien, denn

Die besten Wirtschaftsanwälte Deutschlands werden nun zumindest auf Seiten der NAG juristisch gegen die Kündigungen vorgehen.

Arbeiten die eigentlich gegen Vorkasse?

Er spricht auch von den

“… nie zu bedienenden gigantischen Investitionskredite …”

Wer hat nochmal wem was abgekauft?

Screenshot SWR, als die 3 Düsseldorfer Mainz besucht haben.

“Diese Nürburgring GmbH kann froh sein, dass die Nürburgring Automotive GmbH weitermacht. Denn sonst würden weitere Minus-Millionen Kurts Konto womöglich schwer belasten.

Ganz ehrlich: haut ab.

Die paar Millionen machen den Kohl jetzt nicht mehr fett und billig wird der Umbau sowieso nicht. Eure Zeit ist um, Ihr seid gekündigt.


Ihr könnt nach Hause gehen!

Der 7.Februar 2012 ist ein geschichtsträchtiger Tag am Nürburgring, denn heute wurden Richter/Lindner offiziell von der Regierung rausgeschmissen. Sie wollen zwar nicht gehen, aber von so Kleinigkeiten laß ich mir doch heute nicht den Tag versauen.

Obwohl die Pressekonferenz der Regierung in Mainz erst um 13:30 Uhr losging, hat die NAG schon um 10 Uhr morgens einen Brief an die Belegschaft geschickt. Und darin auch ihr klebriges Bleibebedürfnis zum Ausdruck gebracht. Die Gewerkschaft war - wenig überraschend - völlig überrascht.

Die PK in Mainz schien etwas improvisiert, von daher hat auch der ebenso improvisierte Livestream über Handy gut dazu gepasst. Die Neusprechvokabel Neuausschreibung (gab es jemals eine Altauschschreibung? Nein.) wird zwar immer wieder fleißig bemüht, aber es gesellen sich jetzt auch solche schönen Worte wie Rückbau dazu.

So wurde das heute von der Rhein-Zeitung “übertragen”.

Der feine Herr Kühl, der als einer der 4 Aufsichtsräte den ganzen Zir°kus mit abgesegnet hat, saß ungeniert als Finanzminister in der PK und hat weitere Ringmillionen in Aussicht gestellt. Natürlich ohne Belastung des Steuerzahlers, weil dazu eine Reserve angezapft würde. Als ob das einen Unterschied machen würde - er gibt nach wie vor unser Geld aus.

Der Hendrik Hering, der so stolz den tollen 30-jährigen Vertrag ausgehandelt hat, der nichtmal die 2-jährige Einschwungphase (grmpf!) überstanden hat, war vor einem Rücktritt sicher, weil er ist ja vorsichtshalber kein Minister mehr.

Und Kurt Beck? Ich muß weg …

Ich prognosiziere immer noch für kommenden Donnerstag ein vernichtendes Gutachten vom Landesrechnungshof - was auch die heutige Hektik erklären würde: die Regierung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Flucht nach vorne. Naja, lieber ein Ende mit Schrecken …

Die Verkündung hat ein großes Echo hervorgebracht, kein Wunder, denn die hochtrabenden Pläne, die Beck im Wunderland sich mit seinen Spielzeugsoldaten ausgedacht hatte, haben einen richtig schmerzhaften Bauchflatscher hingelegt (Kopfkino: Beck, 10 Meter Turm, …). Bei dem juristischen Gezerre, das die NAGler selbstbewußt ankündigen, kann man sich regelrecht vorstellen, wie sie gierig und händereibend am Schreibtisch über den Textbausteinen hocken.

Damit wir im Trubel nicht den Überblick verlieren, hier die massive Linksammlung von heute:

Lindner/Kafitz/Richter beim Grabschaufeln.

Gute Erziehung ist alles und so lassen es sich die Ringfans auch nicht nehmen die NAG mit einem kleinen Gruß zu verabschieden. Mein Favorit ist der hier.

War wäre der Ring ohne seine Fans, gemeinsam können wir das wieder hinbiegen. Wird aber noch ein anstrengender Weg.

Am meisten Sorge macht mir die Neuausschreibung. Sollten die Rennstrecken wieder in private Hände fallen, dann kämen wir vom Regen in die Traufe. Neue Betreiber wären viel stärker legitimiert, da ja “fair” ausgeschrieben wurde und es besteht die Gefahr, daß der Ring noch viel stärker als bisher geschröpft wird. Als Volkseigentum sollte er jedoch so betrieben werden, daß der dem Volk zugute kommt. Also durch die öffentliche Hand oder auch eine gemeinnützigen Organisation. Aber mit viel stärkeren Kontrollmechanismen, die auch ihren Namen zu Recht tragen.

“Investoren” brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück!

Da das Forum wieder da ist: hier die Kommentare zum Erlebnisgrab.

UPDATE:

Hier noch weitere Links, die zum Thema eingedrudelt sind:


Montag, 06. Februar 2012

Die Mieter rausschmeißen?

Wenn man nach dem Zeitungsbericht geht, dann gibt es eine 50% Chance, daß der Vertrag mit der NAG gekündigt wird.

“Die Mainzer Landesregierung sucht nach Wegen, die Zusammenarbeit mit den beiden Ring-Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter zu beenden.

Hört sich gut an - aber was kommt danach? Der nächste Betreiber? Oder doch Wieder die Verantwortung vom Land in der alten Nürbrgring GmbH? Also so, wie es von 1927-2010 der Fall war?


Dienstag, 31. Januar 2012

Übrig Ns vom Dienstag.

Verdi-Landeschef Uwe Klemens sagte, für die Gewerkschaft sei nicht vorstellbar, dass es “mit den beiden weitergeht”.

Gemeint sind Kai Richter und Jörg Lindner. Die Verdianer haben’s voll drauf würd ich sagen. Der Ring mutiert nur noch zum “Geldverdienen” und “Arbeitsplatz-Melkkuh”. Rennstrecke, Breitensport, Kulturgut - diese Inhalte scheinen völlig verschwunden zu sein. Umso wichtiger, daß die Nordschleife beschützt wird - save.the.nurburgring!

  • Instagram hatte ein benzinlastiges Weekend-Hash-Project: #soloparking. Hier die Gewinner. Sind über 1.000 Fotos über’s Wochenende aus der ganzen Welt zusammengekommen und meine Liebste und ich haben auch mitgemacht.

  • Auf der Liste, was man als Kommunalpolitiker dem Rennbetrieb auf der Nordschleife Furchtbares antun kann, steht neben einer grotesken Verschuldung natürlich ein Neubaugebiet ganz weit oben auf der Liste.


Dienstag, 24. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Unfortunately, the area’s local businesses built around the touristenfahrer, the ones that help give the ’Ring its distinctly funky aura, are practically guaranteed to take a hit.

Teile von dem, was 2009 errichtet wurde, sind wirtschaftlich noch weniger erfolgreich als ursprünglich erwartet.

Noch weniger? Na das gibt’s doch garnicht.

Das ist übrigens das Hotel, das ich so gerne mit dem Ring tauschen würde, denn da wird bald das Lindner-Schild abgeschraubt (“Wasnerin”, siehe Dienstag).


Dienstag, 17. Januar 2012

Übrig Ns vom Montag.

Der Titel ist nicht schlecht: Nürburgring versinkt im Chaos. Und tatsächlich - springt einem auch direkt mal der Achim entgegen! :D


Sonntag, 15. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • Bei der Verdi-Kundgebung heute war richtig was los in der Nürburger Gemeindehalle - 600 Leute muß man da schon feste reindrücken. Bei der NAG hersche ein Regime der Angst gepaart mit Planlosigkeit - also soweit wenig Neues. Man solle sich von den Pächtern Richter / Lindner trennen, so eine Forderung hätten die mal besser bei dieser Veranstaltung hier damals gemacht:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt.

Ja nee iss klar.

Ich komm auf 156.

(Mit Video von heute.)


Übrig Ns vom Samstag.
  • Wenn die Kai-Richter-Disko einmal die Woche aufmacht, dann ist das für seine Leute natürlich immer eine aufregende Sache. (Stolze 2 Likes übrigens.)

Das NAG Facebook hat für 2012 auch eine dufte Idee: Geburtstage! (a, b, c)

Der 9.Jan. allerdings geht in die Geschichte ein als der Wochentag, an dem der Social Media Praktikant der NAG keinen Facebookpost ausgegraben hat. Das gibt Punktabzug. An fehlenden Themen kann es nicht gelegen haben - das hat auch in Vergangenheit nie gestört.

Fragen zu beantworten wäre wohl zuviel verlangt.

Als nächstes kommen die mit Clowns. Achso, gibt’s ja auch schon, da sorgen die Lindners persönlich für.


Übungsstunde bei Rethorik Steinkühler.

In der neuesten Folge von Rethorik Steinkühler geht es ausnahmsweise mal nicht um Schön-schreiberei, sondern Schön-rechnerei.

In der Vergangenheit ging es ständig darum die Arbeitsplätze möglichst hoch zu rechnen, um mit dem Arbeitsplätze-schaffen-Scheinargument der Regierung möglichst viele Milliönchen aus den Taschen zu leiern. Hat ja auch super funktioniert.

Zwei Jobbörsen wurden inszeniert und so hat sich das damals am 7.März und 5.April 2009 angehört, als für 400 neue Stellen die große Leutesuche durch den Propagandawolf gedreht wurde.

Walter Kafitz:

Wir haben heute vor Ort bewiesen, dass wir ein Konjunkturpaket zum Anfassen sind.

Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung, die daraus erwächst, voll bewusst.

Wir setzen auch in Zukunft alles daran, die bestehenden Arbeitsplätze am und um den Ring zu sichern.

Der “begeisterte” Projektentwickler Kai Richter:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.

Das Gesamtprojekt Nürburgring 2009 kann nur in der Vernetzung perfekt funktionieren.

Bei der Bewerbungsbörse hat sich gezeigt, wie gut die einzelnen Bausteine bereits jetzt zueinander passen.

Für Bewerber aus dem weiteren Umfeld können wir im Lindner Boardinghouse in Adenau komfortable Personalwohnungen zur Verfügung stellen.

Bernd Schiffarth, Bürgermeister Adenau:

Wir brauchen dringender denn je innovative Menschen mit Mut, die am Großprojekt Nürburgring 2009 mitwirken und es mitgestalten.

Otto Lindner (Vorstand von Lindner und Jörg’s Bruder):

Für unser außergewöhnliches Projekt direkt an der Rennstrecke des Nürburgrings suchen wir Bewerber, die für den Motorsport brennen.

Mit [unseren Hotels] ziehen wir Gäste an, die die spannungsgeladene Luft des Mythos Nürburgring atmen wollen.

Mitarbeiter genießen eine Reihe von Sonderleistungen: ein Personalhaus vor Ort, eine übertarifliche Bezahlung und Karrierechancen in einer führenden deutschen Hotelgruppe mit internationalem Wachstum.

Leider alles nur warme Luft und die reingelegten angeworbenen Leute werden nicht mehr gebraucht: die Wahlen sind inzwischen gewonnen, die Pachtverträge unterschrieben und die tollen Powerpointpläne nichts als teuer bezahlte Hirngespinste.

Die Leute müssen entlassen werden, aber die Auftraggeber wollen unbedingt gut-klingende Nachrichten vom Ring.

Ein Fall für Wir-helfen-in-Notlagen Super-Steinkühler!

Ausgangssituation, Mitte Dez.:

141 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Insgesamt sind 380 Beschäftige bei der NAG, diese hängt die Leute kurz vor Weihnachten aus dem Fenster und stellt die Landesregierung unter Druck.

Heutige Situation - steingekühlert und gehorsam von Agenturen und Presse verbreitet:

NAG optimiert Zukunftskonzept und reduziert den Personalabbau um 49 Stellen.

Welches Zukunfskonzept? 49 Stellen weniger - das hört sich doch toll an!

Bei der NAG müssen jetzt noch 92 von 338 Stellen abgebaut werden.

Augenblick mal: 338? Wo ist der Rest von 380?

Es ist jetzt aber erforderlich, mit Konsequenz und ohne Verzögerung das Zukunftskonzept umzusetzen, um die verbleibenden 224 Arbeitsplätze zu sichern.

Oha - 224!! Kurz überschlagen:

 380 NAG'ler Dez 2011
-224 NAG'ler Zukunft
 ===
 156 Entlassungen

Steingekühlert sieht die Rechnung so aus:

 380 NAG'ler Dez 2011
- 42 Wo sind die geblieben?
- 92 "Abbau" lt. PM
- 22 Was passiert mit denen?
 ===
 224 "verbleibende Arbeitsplätze"

Es ist typisch für die Katastrophe am Ring, daß solche Fragen von einem dusseligen Blogger wie mir gestellt werden, aber die Medien einfach übernehmen und verbreiten, was sie als PM serviert bekommen. Sogar die Ring-erfahrene Rhein-Zeitung und selbst die CDU Opposition.

Das Team Richter / Lindner / Steinkühler hat leichtes Spiel und versteht sich blind. Wie praktisch auch, daß alle 3 Nachbarn sind (A: Lindner, B: Richter, C: Steinkühler).

Armer Nürburgring :/


Mittwoch, 11. Januar 2012

Der Wulff Verteidiger.

Der Anwalt, den Kai Richter auserkoren hatte das Forum zu verklagen und der auch gegen Wilhelm Hahne vor die Gerichte zieht, bekommt heute vom SPIEGEL einen ganz Artikel gewidmet (Danke Kai!).


Sonntag, 08. Januar 2012

Übrig Ns vom Sonntag.
  • die Kohlekarte (Nordschleife nur für VIPs) koppele auf unzulässige Weise die Angebote,
  • die Vergabe an Richter/Lindner sei insgesamt intransparent gewesen, das Land habe seine marktbeherschende Stellung mißbraucht.

Da soll nochmal einer behaupten, Kurt Beck schaffe keine Arbeitsplätze. Inzwischen beschäftigen sich soviele Behörden mit dem Ring, man kommt ja garnicht mehr mit:

  • Staatsanwaltschaft,
  • Landesrechnungshof,
  • EU Kommission,
  • Landeskartellamt und jetzt auch:
  • Bundeskartellamt.
  • Achim’s Tage (Jahre!) als Nordschleifen-Marshall sind vorbei. Grund laut NAG-Rommel: Reduktion. Was ist das denn für eine Logik: weniger Marshals = mehr Sicherheit?

Achim war der erste Auto-Marshall überhaupt - er hat diese Sicherheitsmaßnahme vor knapp 10 Jahren mit erfunden.

Neben der natürlichen Fluktuation hat die NAG die ursprünglichen Mitglieder damit komplett entsorgt.


Unsere Kollegen.

Der Praktikant, Die Werbeagentur, Das Social Media Team, Die Person, die den Nürburgring Twitter Account befüllt, schreibt im Zusammenhang mit der Firma Nürburgring TV von Kollegen.

Das ist sicher salopp formuliert, hat aber vor dem Hintergrund der aktuellen Entlassungen einen faden Beigeschmack: während die Mitarbeiter der NAG auf die Straße gesetzt werden, können die Leute aus Kai Richter’s undurchsichtigem Firmengeflecht sich die Nürburgring-Bälle gegenseitig zuschieben. Da wundert man sich dann auch nicht mehr, wenn diese Leute mit Nürburgring Arbeitsausweisen ausgestattet sind. Oder die Gewinne für die NAG ausbleiben.

Oder müssen sich Jung Produktion bzw. Nürburgring TV auch neue Aufgaben suchen? DAS wäre doch mal Solidarität. Während normalerweise bei angespannter Geschäftssituation Arbeitsumfänge nach intern verlagert werden hat man am Ring das Gefühl, daß es genau umgekehrt läuft.

Für 2010 hat die Jung Produktion eine Bilanzsumme von 1,5 Mio. Euro ausgewiesen (2009 1,6 Mio / 2008 1,3 Mio / 2007 1,1 Mio / 2006 0,8 Mio). Wäre mal interessant zu wissen, wieviel Umsatz davon am Ring generiert wird, aber sowas bekommt man natürlich nicht zu sehen.

Ebenfalls noch nicht zu sehen ist die 2010er Bilanz der nürburgring.tv Media Services GmbH, die eigentlich bis zum Ende letzten Jahres hätte veröffentlicht werden müssen. Gehört auch zu den Jung/Mediinvest Firmen und hat erst einmal eine Bilanz veröffentlicht (7-12/2009, 60k Euro Bilanzsumme).

UPDATE:

(Hier war ursprünglich ein Bild von Nürburgring-TV. Da waren allerdings 2 Personen drauf, die das nicht wussten bzw. wollten und so hab das Bild wieder rausgenommen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, sie würden mit Nürburgring-TV zusammenarbeiten.)


Samstag, 07. Januar 2012

Kai Richter vor 10 Monaten:

“Wir haben ein innovatives Konzept entwickelt, mit dem wir dauerhaft Einnahmen generieren.”

Werden Sie die Pacht auf Dauer zahlen können?

“Davon gehen wir aus.”

General Anzeiger vom 8.4.2011.


Sonntag, 18. Dezember 2011

Prozess N-Forum und Beschluss vom OLG Köln.

Die Klage von Kai Richter gegen das N-Forum ist erstmal ausgestanden und den Beschluss vom OLG Köln vom 22.Nov. könnt Ihr hier nachlesen. Hab das versucht auch alles nochmal so gut wie möglch zu dokumentieren:

20832.com/prozess

Das Forum wär dann auch wieder auf. :)


Samstag, 17. Dezember 2011

Christian Wulff und Kai Richter.

Was haben Bundespräsident Christian Wulff und Nürburgring Investor, Projektentwickler Betreiber Kai Richter gemeinsam?

Den Anwalt.

“Lehr ist oft gefragt, wenn es um brenzlige Situationen in höchsten Stellen geht.

Der hat mir die Abmahnung für das N-Forum geschickt und auch den Prozess gegen uns geführt.


Samstag, 10. Dezember 2011

Übrig Ns vom Samstag.

Nachdem das geklärt ist, können wir jetzt den alten Nürburgring wiederhaben?

  • Wenn die Ring-Pächter deprimiert wirken, wie geht es dann uns? In der Zwischenzeit machen sich mal alle wieder schön an Gutachten satt.

Mittwoch, 07. Dezember 2011

Perfidie am Ring.

“Perfide” hatten wir heute doch schon mal - jetzt kommt es ein zweites Mal auf den Tisch. Zufall? Die Handelnden sind zumindest gleich, Kai Richter wird allerdings noch durch Michael Köbele unterstützt - in der neuesten Geschichte von Wilhelm Hahne.

So lautet übrigens die Wikipedia Definition:

Als Perfidie (lat. perfidus = treulos, unredlich) beziehungsweise mit dem davon abgeleiteten Adjektiv perfide werden Handlungen einer Person oder Personengruppe bezeichnet, die vorsätzlich das Vertrauen oder die Loyalität einer anderen Person oder Personengruppe ausnutzen, um beispielsweise in geschäftlichen Beziehungen oder in militärischen Auseinandersetzungen einen Vorteil zu erlangen.


Freitag, 02. Dezember 2011

Die Visionen von vor 1,5 Jahren.

Hier kann man sich nochmal die 2,5 Stunden Audiomitschnitt anhören, als am 26.März 2010 in Adenau die Verpachtung des Nürburgring’s an Kai Richter und Jörg Lindner vorgestellt wurde.


Samstag, 19. November 2011

Eine Form des Grundbesitzes.

Der RLP Innenminister Lewentz kritisiert in einem aktuellen Interview die Kommunikationsstrategie der NAG - bzw. ihres neuen Lieblingsaufwieglers - um dann genau das selbe zu machen. Nämlich Themen zwischen den beiden Vertragspartnern erstmal via Medien in Umlauf zu bringen.

Neuestes Beispiel: Erbpacht. Die ist zwar in Deutschland verboten und vielleicht hat der Minister auch das Erbbaurecht gemeint - aber allein die Tatsache, daß dieses Thema bei der Nürburgring Diskussion in’s Spiel gebracht wird, halte ich für alarmierend.

“Selbst in der SPD machen jetzt Phantasien von der Abrissbirne die Runde. Wäre das eine Alternative?”

“Das geht mir natürlich deutlich zu weit. Dass die Nutzung bestimmter Räumlichkeiten wie beispielsweise der Arena verbesserungswürdig ist, wurde bereits mehrfach kommuniziert. Herr Lindner und Herr Richter haben uns eine neue Nutzung rund um das Thema Auto vorgestellt. Diese Überlegungen wären eine gute Grundlage für Gespräche. Geld können wir aber keines geben und verkaufen wollen wir die Räumlichkeiten auch nicht. Vorstellbar wäre eine Überlassung in Erbpacht.

Da geht’s zwar erstmal um “gewisse Räumlichkeiten”, aber so schnell können wir garnicht gucken, daß das Volk - also wir - nochmal ein Stück weiter enteignet wird.


Mittwoch, 09. November 2011

Die wundersame Zuschauervermehrung.

Vor ziemlich genau 1 Jahr - am 4.Nov.2010 - hat die Eifelzeitung die doppelte Buchführung aufgedeckt, die die Nürburgring GmbH verwendet hat bei der Veröffentlichung von Zuschauerzahlen. Penibel wurde Buch geführt und nach “verkauft” und “publiziert” unterschieden. An’s Licht gekommen waren damals die Zahlen von 1994 bis 2001.

Vor einem Jahr sprach ich von einer Verdreifachung, das muß ich jetzt korrigieren.

Denn heute veröffentlicht die Rhein-Zeitung exakt die selben Zahlen, allerdings aktualisiert für den Zeitraum bis 2008.

x 3,7 - das ist doch mal sportlich. Interessanterweise hat in der Phase der Vorbereitung zur Erlebnisregionsplanung die Dreistigkeit systematisch zugenommen, siehe rote Linie mit dem “Korrekturfaktor” (Hallo Staatsanwaltschaft: Wink! Wink!).

Aber das Beste kommt erst noch: Jörg Lindner und Kai Richter tun völlig überrascht.

UPDATE:

Bin beim Eintippern verrutscht und mußte das nochmal korrigieren. Gesamteindruck ist aber geblieben


Samstag, 05. November 2011

Zurück auf Anfang: Thema Zuschauerlüge.

Ich hab mir mal den Artikel in der Sueddeutschen durchgelesen, der zwar überall referenziert wird, aber wohl nur gestern (Freitag) in Papierform verbreitet wurde. Es ist ein Interview mit Richter/Lindner und auf mich macht es einen sehr gescripteten Eindruck. Die gestellten Fragen scheinen wie eine Vorlage, um die aktuelle Strategie - Wir sind nur Opfer und wurden mit falschen Zahlen auf’s Kreuz gelegt - zu verstärken.

Ein paar Statements sind dabei, da dreht’s einem echt den Magen um:

“Wir können nicht zaubern. Wir können einen Blinden nicht sehend machen.”

Gemeint ist Nürburgring 2009 und gesagt hat das ausgerechnet Kai Richter, der maßgeblich an Planung und Umsetzung beteiligt war. Und der Schwarze Peter ist auch schon gefunden: die Besucherzahlen.

SZ: Was läuft schief? Wo bleiben die vorhergesagten Besucher?

Richter: Das ist das generelle Problem, das wir hier vorgefunden haben: Der frühere Betreiber, die Nürburgring GmbH, wie auch die Veranstalter haben mit Besucherzahlen operiert, die allesamt falsch waren. Man hat die offiziell gemeldeten Zahlen einfach addiert und dann noch mit zwei multipliziert, weil manche Veranstaltungen ja über mehrere Tage gehen. So ist man auf eine irrsinnige Zahl von vier Millionen Gästen gekommen. Heute wissen wir, nach zwei Saisons, dass wir nicht mal mit einem Viertel davon rechnen können.

SZ: Also nur eine Million im Jahr?

Richter: Nein, viel weniger.

Da muß man sich echt die Augen reiben, das sind ja mal völlig überraschende Einsichten.

Stinknormale Bürger wie Du und ich haben sich lange vor den Ausgrabungen mit den Zahlen beschäftigt und sie für völlig übertrieben befunden. Grade die Tatsache, daß die oft geschönten Veranstalterzahlen Einzug gehalten haben in einen Businessplan, aufgrund dessen dann Beton vergossen wurde, war von Anfang an Kritikpunkt Nummer 1 aller öffentlichen Diskussion.

Weit VOR Vertragsunterzeichnung - am 4.Okt.2008 - wurde von der MSR (Motorsport Resort Nürburgring GmbH) diese Pressemitteilung unter die Leute gebracht.

Da ist zu lesen:

Der Nürburgring ist als Rennstrecke eine lebende Legende und wird von seinen Anhängern ehrfurchtsvoll Grüne Hölle genannt. Er ist heute einer der traditionsreichsten und gleichzeitig innovativsten Motorsportplätze der Welt. Und eines der beliebtesten Nationalmonumente in Deutschland. Rund zwei Millionen Besucher erleben hier jedes Jahr rund 100 Rennen und 200 weitere Veranstaltungen. Formel 1, DTM, 24h-Rennen, Rock am Ring sowie Truck- und Oldtimerrennen gehören ebenso dazu wie Fahrertrainings, Offroad-Touren und Touristenfahrten.

Kai Richter war zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer dieser GmbH (zusammen mit Erich Geisler).

Von den 4 Millionen war tatsächlich mal die Rede, aber davon hat man schnell wieder verabschiedet.

Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung im April 2008 wurde verbreitet, daß man die aktuellen 2 Mio. Besucher um 500.000 auf 2,5 Millionen steigern möchte.

Mit dem Projekt „Nürburgring 2009“ soll nun die jährliche Besucherzahl an der Rennstrecke, die 2007 seit 80 Jahren bestand, um eine halbe Million auf 2,5 Millionen steigen.

Diese Zahlen - 2 Mio. plus 0,5 Mio. - wurden über die Jahre dann aufrechterhalten.

VOR Vertragunterzeichnung wird Kai Richter am 25.Sep.2009 so wiedergegeben:

Und er sei überzeugt, dass auch das Gesamtkonzept am Nürburgring aufgehe. Die öffentliche, größtenteils negative Diskussion um das Eifel-Projekt hat er satt. “Lasst uns doch einfach mal ein Jahr in Ruhe und zeigen, ob das Projekt ein Erfolg wird oder nicht."

Und zum Jahreswechsel 2009/2010 so:

Mediinvest-Geschäftsführer Kai Richter sieht sein Konzept für den Ring als ganzjährige Freizeitattraktion in der Eifel vor allem durch die Besucher-Resonanz bestätigt. Das neben der Rennstrecke Nürburgring hochgezogene „Eifeldorf Grüne Hölle“ (benannt nach dem Spitznamen der Rennstrecke) mit seiner Diskothek „Eifel-Stadl“ und zahlreichen weiteren Gaststätten, das neue Congresshotel und die motorsportlich geprägten Attraktionen um Ring-Arena, -Boulevard und -Werk hätten in ihrem ersten Jahr bereits erfolgreich eingeschlagen, befindet Richter. Nicht nur von weiter her angereiste Touristen, sondern auch Gäste aus der Eifel selbst hätten für erfreuliche Umsätze gesorgt, die teils deutlich über den Erwartungen lagen.

Allein die Diskothek zählte in ihren ersten sechs Monaten 100 000 Gäste, so der Investor. Das steht in unübersehbarem Widerspruch zu den Angaben früherer Geschäftsführer am Ring, die in ihrer Befragung in Mainz aussagten, die Besucherzahlen seien - auch infolge verspäteter Fertigstellung einiger Attraktionen - bisher weit unter den Prognosen geblieben. Ins „Ring-Werk“ kamen in diesem Jahr nur halb so viele Besucher wie erwartet. Der Mediinvest-Chef sieht es eben einfach anders.

Die Besucherzahlen - sowohl die verbreiteten als auch die darauf basierenden Prognosen - wurde von der Öffentlichkeit immer wieder in Frage gestellt.

Allen voran Wilhelm Hahne, der sich sogar mal die Mühe gemacht hat, die einzelnen Veranstaltungen aufzubröseln, um dann eine konservative Schätzung mit allem Aufrunden von 750.000 Besuchern abzugeben. Das war bereits im Jahr 2007 - genau am 13.Dez.2007 und damit auch in einem Formel 1 Jahr.

Am 2.Feb.2010 - also auch VOR Vertragsunterzeichnung - hat Norbert Hanhart im Untersuchungsausschuß Klartext gesprochen und die RZ hat darüber geschrieben:

“Die Prognose, mit dem im Sommer 2009 eröffneten Freizeitpark an der Rennstrecke jährlich 500 000 Besucher mehr anlocken zu können, sei auf fragwürdiger Basis zustande gekommen, kritisierte Hanhart. Teils sogar mit ”Taschenspielertricks“. So seien damalige Besucher zweier schon vorhandener Attraktionen am Nürburgring einfach doppelt gezählt worden. ”Das war eine Art wundersamer Besuchervermehrung.“ [..] Fatalerweise waren die ”überzogenen Prognosen“ nach Darstellung des Zeugen aber die Grundlage des Ausbaukonzepts. ”Wenn die Basis nicht stimmt, kann das Haus nicht halten“, sagte Hanhart. Am Ring sei eine landschaftsverschandelnde ”Gigantomanie“ geplant worden.”

Später kam es noch doller, als ein Excelpapier geleakt ist, das die doppelte Buchführung der Zuschauerzahlen dokumenieren soll. Das habe ich seinerzeit auch aufgegriffen - am 4.Nov.2010.

Daß die Besucherzahlen nicht nur leicht geschönt, sondern massiv nach oben phantastiert wurden, war in der Öffentlichkeit stets Kritikpunkt Nummer 1 für den völlig überdimensionierten Größenwahnsinn namens “Nürburgring 2009”. Solange man seine eigenen Bauprojekte damit in große Dimensionen schieben konnte, war das opportun. Jetzt - wo das wackelige Kartenhaus Stück für Stück kollabiert - möchte man sich reinwaschen und sucht verzweifelt nach Auswegen.

Daß man den Ausweg über die Zuschauerlüge wählt, zeigt eigentlich nur die Größe der Verzeifelung.


Über°blick.

Die Allgemeine Zeitung greift zum Wochenende das Debakel am Ring umfassend auf:

Die Widersprüche sind erst auf den zweiten Blick sichtbar:

Richter:

“Ich habe mir nichts vorzuwerfen, deshalb gehe ich davon aus, dass die Staatsanwaltschaft zum gleichen Ergebnis gelangt.”

Anklage gegen Richter 2012?

(..) Dem Vernehmen nach soll Richter in der ersten Hälfte des kommenden Jahres angeklagt werden.


Hervorragend und profitabel.

Jörg Lindner meint in der Allgemeinen Zeitung von heute:

“Die touristischen Bereiche, die von Herrn Richter geplant und gebaut wurden, laufen alle hervorragend und profitabel.”

Deswegen hat sein Eifeldorf wahrscheinlich auch mehr zu als auf und muß mit der Nordschleife zwangsverkuppelt werden.


Dienstag, 01. November 2011

Mal eben 4 Millionen Euro Mietrückstand.

Die RZ bohrt nach und erfährt, daß die Landesregierung inzwischen per Mahnbescheid die Miete eintreiben muß. Würde das über den SPIEGEL gespielte Armutszeugnis erklären.

Inzwischen seien 4 Millionen Euro offen und die NAG hält schonmal vorsorglich 140 Mitarbeiter aus dem Fenster, um eine Maximalmiete von 5 Mio. Euro zu erpressen auszuhandeln.

Im April 2009 hörte sich das so an:

“Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest GmbH, Investor und Projektentwickler der Hotel- und Gastronomieeinheiten am Nürburgring, ergänzt: ”Die neugegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Um jedem Bewerber eine faire Chance zu bieten, werden wir bis zur zweiten Bewerbungsbörse noch keine Personalentscheidungen treffen - auch wenn es bei derart engagierten und enthusiastischen Bewerbern oft schwer fällt."


Mittwoch, 26. Oktober 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

Auf der einen Seite kann ich ja verstehen, daß man nicht unbedingt Spaß daran hat, einem künstlich aufgemächtigten Gegner Paroli zu bieten - auf der anderen Seite könnte etwas mehr Courage auch nicht schaden.

Übrigens kann man Wilhelm’s Blog auch prima per RSS empfangen - so wie meinen auch. Ich persönlich benutze den Google Reader mit dem iPhone Gegenstück mobileRSS.

  • Law Hunting - ja, da seh ich Parallelen … (via http://buskeismus.de)

  • Escort-Mk1-Film via Speedhunters - toll gemacht! Mit AW Nummer drauf.

  • Nicht vergessen: Saisonabschluß in Nürburg beim STRassenfest am Freitag abend. Trotz Abmahnung und Unterlassungserklärung ab 18 Uhr gemütliches Beisammensein.

  • Scirocco-Cup Juniorchampion Moritz Oestreich - mit STR auf der Motorhaube. Aus dem wird mal was! ;)

  • Das mit dem Golfplatz hat sich ja hoffentlich erledigt. Wir haben schon genug Probleme an der Backe.

  • Neues aus Garmisch: Fast so schlimm wie Nürburgring oder Bayrische Landesbank.

  • Die Freunde machen garkeinen Hehl daraus, wo sie hingehören. Zum “Saisonabschlußfest” hat man sich als “Veranstaltungsort” die Kai-Richter-Kneipen ausgesucht, geschlafen wird bei Lindners und als Programmpunkte gibt’s “Backstagetour” und Ringwerkbesuch.

Was für ein (alb)traumhaftes Ringwochenende!


Dienstag, 11. Oktober 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Montag, 10. Oktober 2011

Morgen ist OLG-Prozess N-Forum.

Nochmal zur Erinnerung, daß sich morgen das OLG Köln mit der einstweiligen Verfügung von Kai Richter / Mediinvest gegen das N-Forum und mich auseinandersetzt. Ist um 11:15 Uhr und unter dem Link finden sich alle Details. Die Verhandlung ist öffentlich und wer will, kann vorbeikommen. Kai Richter selber wird wohl nicht kommen, er hat das Gericht durch seinen Anwalt gebeten, ihn von der Anordnung auf persönliches Erscheinen zu befreien.

Das vorausgegangene Urteil vom Landgericht kann man auch online abrufen.

Morgen ist das Forum auf den Tag genau 8 Monate vom Netz - und wir sind inzwischen auch schon ein paar Tausend Euro ärmer. Hoffen wir auf einen guten Ausgang!


Samstag, 08. Oktober 2011

Übrig Ns vom Samstag.

Das Problem ist nur, daß wir den Australiern völlig egal sind und die sich nichtmal im Traum an unsere Schlafenszeiten halten. Rennstart heute nacht von Samstag auf Sonntag um 1:00 Uhr.

  • Jacques Berndorf fürchtet, daß die Windenergie mit ihren kreiselnden Dingern den Wald zerstören:

"Ich lege großen Wert darauf, dass alle Leute hierhin kommen und die Seele baumeln lassen können. Stellen Sie sich vor, auf dem kurzen Stück zwischen Blankenheim und Hillesheim stehen 25 solcher Dinger mitten im Wald. Den Wald kann ich doch vergessen!

Zunächst musste die Veranstaltung um mehrere Stunden verschoben und schliesslich verkürzt werden, weil die angeforderten Rettungswagen nicht vor Ort waren.

Ging ja nur um die Meisterschaft.

Übrigens, SAVE THE RING setzt 57.968 dagegen. Ohne Marketingabteilung und Steuergeldbudget.

  • Na wenn die sonst keine Sorgen haben.

  • Es gibt kein undurchsichtiges Geflecht in sich verschachtelter Gesellschaften. Niemand macht mit sich selbst Geschäfte. Es wurden keine abgehobenen Projekte geplant. Und es gilt das Prinzip: Wer bestellt, der bezahlt auch.

Für Nürburgring mit (–1) multiplizieren.


Dienstag, 27. September 2011

Heute in 2 Wochen: Prozess Mediinvest ./. N-Forum.

Am Dienstag den 11.Oktober - also genau in 2 Wochen - wird es ernst für unser N-Forum. Dann wird vor dem OLG Köln verhandelt.

Ich hab dazu in Form einer “Förmlichen Zustellung” eine “Ladung” bekommen:

“Das Gericht hat angeordnet, dass Sie persönlich bei der Verhandlung anwesend sein müssen. Die Anordnung erfolgt zum Zwecke des Güteversuchs und zur Aufklärung des Sachverhalts.”

Natürlich wäre ich sowieso gekommen, aber ich geh mal davon aus, daß Kai Richter auch so einen gelben Brief bekommen hat und persönlich anwesend sein muss.

Unser aktueller Spendenstand ist

11.157,48 €

und ich habe ein Prozesskostenrisiko von etwa 16.000,00 €. Wer noch etwas nachfüttern will, hier steht ganz unten die Kontoverbindung vom Klaus, der sich freundlicherweise bereit erklärt hat das Geld für uns einzusammeln (Vielen Dank nochmal Klaus!).

Ich hoffe wir haben wieder ein paar Besucher in Köln - bei der Verhandlung am Landgericht konnte ich mich auch über Unterstützung von einigen N-Freunden freuen!!


Übrig Ns vom Dienstag.
  • Schirra Mini is back - und fuhr am Samstagmorgen das erste mal unter 9 Min. Ist im Rennen leider nicht in’s Ziel gekommen, weil dem Getriebe die Luft ausgegangen ist.

  • Wenn die Geschäftsführung der NAG schon offiziell von teilweiser Schließung spricht, dann kann es eigentlich nicht mehr lange bis zur Komplettschließung dauern. Immerhin haben sie das Märchen 2 Jahre lang hoch gehalten - und dabei viel Geld verbrannt.

Von Regress ist auch die Rede. Aber nicht so, wie Ihr jetzt denkt:

“Deswegen prüften die Betreiber nun sogar, ob sie den Besitzer und Verpächter des gesamten Nürburgrings, die Nürburgring GmbH, für den Schaden in Regress nehmen könnten.”

Ich hoffe Kai Richter ist auch verpflichtet worden, das nicht funktioinierende Eifeldorf von uns Steuerzahlern zurückzukaufen. Wenn nicht, dann müßte man die Politiker haftbar machen, die den Vertrag geschlossen haben und die es in unserem Namen und mit unserem Geld gekauft haben. Allen voran Kurt Beck und Hendrik Hering. Um Ingolf Deubel kümmert sich hoffentlich die Justiz schon.

Daß sich jetzt die prognostizierten Besucherzahlen nicht wie geträumt einstellen, darf für den Betreiber keine Überraschung sein, denn er verbreitet die Zahlen selber:

Schon heute reisen rund zwei Millionen Besucher pro Jahr zur Formel–1-Strecke in die Eifel.

Und als ordentlicher Kaufmann und Unternehmer hat er diese Zahlen natürlich vor der Veröffentlichung geprüft!?

  • Kühl & Co.

  • Am Wochenende lief nach dem VLN-Rennen der (megamäßig gute!) Hahne/BMW/24h-Film im Nürburgringkino. Das wurde auch mächtig beworben - durch die VLN und die NAG - sogar im Ringradio während des Rennens. Eigentlich eine gute Gelegenheit mal “ausverkauft” zu vermelden. Und wieviel Leute sind gekommen? Irgendwas zwischen 15 und 30.

  • Die Rhein-Zeitung durchleuchtet das NAG/RLP Formel 1 Geschäft. Ein paar Details:

  • Konzessionsvertrag mit der NAG gilt bis 2030 (Verlängerungsoption bis 2040).
  • Die Schlußrechnung zur Formel 1 ist noch in Arbeit.
  • Aufsichtsratschef der NG: Klaus Stumpf.

Montag, 05. September 2011

Übrig Ns vom Montag.
Donnerstag, 25. August 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
Dienstag, 23. August 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

“Gegen Deubel und Lindner - Wird Anklage am Ring wahrscheinlicher?”

Haben das aber schnell korrigiert und Lindner gegen Richter ausgetauscht. Wobei mich schon interessieren würde, was die Staatsanwaltschaft über die Rolle der Lindner’s weiß.

Der Artikel aus der RZ hat aber dem FOCUS mal nachrecherchiert und die Meldung in’s rechte Licht gerückt: nichts Genaues weiß man nicht.

Wie im Autoscooter, wenn man kein Geld nachwirft. (Danke Thomas!)

  • Sieht nicht gut aus für das Schwimmbad in Adenau. Das ist so unglaublich: die Verbandsgemeinde Adenau hat nichtmal 500.000 Euro pro Jahr, um ihren Bürgern ein Schwimmbad zu bieten. Wir reden hier über 13.600 Einwohner, die sich aus 37 Gemeinden zusammensetzen. Das ist doch das totale Armutszeugnis, daß nichtmal genug Geld da ist, um ein Schwimmbad zu halten. Es geht nichtmal um einen Neubau.

An solche Sachen muß ich immer denken, wenn ich den weltfremden Leuchtturm°Unsinn sehe. Während die Eifel schon am Tropf hängt, wird sie aus Mainz noch zusätzlich verzockt.

Es ist übrigens wieder die FWG, die positiv - weil konstruktiv - auffällt.

  • Jochen Krumbach ist derjenige, der am Montag für Toyota den eRekord knacken möchte. STR: Smash That Record!! :))

  • Kleines Update zur Starterliste 6h-Rennen:

    Schubert kommt mit 2 Z4 GT3:
    * Peter Posavac / “Flying” Anders Burchardt
    * Pedro Lamy (!!) / Marko Hartung (das “Spa” Auto)


Montag, 22. August 2011

FOCUS: Hauptpersonen der Nürburgringaffäre werden angeklagt.

Weiß der FOCUS schon mehr?

"Die Hauptpersonen der Nürburgringaffäre in Rheinland-Pfalz, bei der Millionen Steuergelder in private Kanäle geflossen sein sollen, werden bis Ende des Jahres angeklagt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Koblenz. Dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) werde ebenso Untreue vorgehalten wie Kai Richter, heute Teilhaber der Betreibergesellschaft ,,Nürburgring Automotive GmbH“.

Die Zeitschrift Nummer 34 kommt morgen raus, aber im Inhaltsverzeichnis steht nichts vom Nürburgring. Morgen mal am Kiosk durchblättern …


Freitag, 19. August 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • Der deutsche Rallye WM Lauf läuft.

  • So sieht also das Auto aus, mit dem Toyota den eRekord knacken will. Sie meinen unter 8 Min. ist drin.

  • Sehr schöner Artikel des ambitionierten Hobbyfotografen Dan Carr, der die Gelegenheit hatte in Le Mans zu arbeiten. Und neben der tollen Doku gibt es auch ein paar sehr schöne Fotos zu sehen.

  • Kai Richter’s Rückzug aus der CST zieht ganz schön Kreise, obwohl die Aufgaben der CST doch längst in der NAG aufgegangen sind. Scheint für die Medien ein sensibles Thema zu sein. Interessant fand ich diesen Passus in der Rheinpfalz:

“Der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund sagte gestern auf Anfrage, derzeit würden die Anklagen im Nürburgring-Komplex formuliert.”

Bisher hieß es immer nur, daß Anklagen geprüft würden. Hach wär das schön, wenn das karten°haus einfach in sich zusammenfällt.


Montag, 15. August 2011

Übrig Ns vom Montag.
  • Richter bekommt 28 Jahre Haft. (Via.)

  • Flash Korden @ Autoblog.

  • Neulich an der Nordschleife. Kunst? Meinungsfreiheit? Beleidigung? Satire? Karrikatur? Ich jedenfalls glaube nicht, daß der Nürburgring in seiner 84-jährigen Historie jemals unbeliebtere Geschäftsführer hatte.

  • Wie bei VW die Talente firmenintern umplaziert werden, kann man hier gut erkennen: Audi - VW - Porsche in einem Atemzug.

  • Aus der Welt:

“.. Beck, der zudem unter dem erfolglosen Nürburgring-Großprojekt leidet, ..”

Bevor er sich am Ende noch selber leidtut, ich finde die Schmerzgrenze besonders bei den ursprünglichen Ringfans ist längst überschritten. Das sind die wahren Leidenden.

  • “Offenbar wird auch die Variante in Betracht gezogen, dass ein privater Investor baut und das Gebäude dann (..) vermietet. (..) Ein solches Bauprojekt müsste allerdings ausgeschrieben werden, möglicherweise europaweit.”

Erstaunlich, so etwas aus RLP zu hören. Und dann auch noch aus der Ringstraße.


Samstag, 13. August 2011

Kai Richter und Hendrik Hering.

In der Politik wird die Frage nach der Trennung von Kai Richter inzwischen so beantwortet:

“Man muss jetzt erstmal die staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren abwarten.”

Die Allgemeine Zeitung Mainz meint:

“.. die Staatsanwaltschaft wird wohl Anklage gegen Ring-Betreiber Kai Richter erheben.


Donnerstag, 11. August 2011

N-Forum seit 6 Monaten offline.

Genau vor 6 Monaten - am 11.Februar - mußte ich das N-Forum vom Netz nehmen. Grund war die einstweilige Verfügung, die Kai Richter gegen mich/uns erwirkt hat und die so weiträumig formuliert ist, daß ich keine interaktiven Inhalte mehr anbieten kann. Auch die Bildkommentare und die dokumentarische Ringumbau-Seite habe ich deswegen vom Netz genommen.

Der selbe Kai Richter meint im Schulterschluß mit Jörg Lindner auf seiner Homepage:

“Dass Herr Frison sein Nürburgring-Forum schließt, war niemals unsere Absicht und ist zudem auch unnötig.”

Also wenn etwas unnötig war, dann die Entscheidung einem gelöschten Artikel eine Einstweilige Verfügung hinterherzuschicken.

“Wir stehen für Meinungsfreiheit und eine offene und freie Dialogkultur.”

heißt es dort auch. Und wenn den Worten dann Taten folgen, kommt so etwas dabei raus. NAG Style, offen und fair.

Unterm Strich ist es jedenfalls gelungen ein 10 Jahre altes Forum (temporär?) zu killen und den regen Diskussionen einen dicken Riegel vorzuschieben.

Wie schon geschrieben kämpfe ich weiter für die Wiederkehr des Forums. Ich bekomme das auch in Gesprächen bestätigt, daß eine große Lücke geblieben sei. Auch Facebook ist nicht in der Lage Ersatz zu bieten. Technisch gibt es weniger Möglichkeiten und nicht Jeder möchte sich mit Zuckerberg & Co anfreunden.

Der nächste Schritt nach unserer Verhandlung am Landgericht ist das Berufungsverfahren, das am OLG Köln verhandelt wird. Unser Anwalt Dr.Frey hat die Argumentation ausgearbeitet und diese wird morgen bei Gericht abgegeben. Im Anschluß wird uns dann demnächst der Verhandlungstermin bekanntgegeben.

Diese OLG Verhandlung ist dann auch final für das Einstweilige Verfügungsverfahren. Den Ausgang kann man nur noch anfechten durch ein normales Klageverfahren, das dann wieder beim Landgericht startet, allerdings auch über OLG und Bundesgerichtshof bis zum Bundesverfassungsgericht getragen werden kann.

Inzwischen ist unser Fall auch in der Datenbank der NRW Justiz angekommen und im Original komplett nachzulesen:

Urteil, Landgericht Köln, 28 O 72/11

Unser Anwalt Dr.Frey hat das Thema auch noch einmal aktuell in seinem eigenen Blog aufgegriffen:

GILT DAS LAIENPRIVILEG AUCH FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DISKURS IM INTERNET?

Noch ein Wort zum Spendenstand: von den benötigten ca. 16.000 Euro sind aktuell

10.886,65 Euro

zusammengekommen. Details dazu finden sich hier ganz unten und ich freue mich natürlich über jede Unterstützung, um diese Lücke zu schließen.

Ich hoffe immer noch optimistisch auf ein Happy End für beide: sowohl das Forum und als auch den Ring.


Samstag, 06. August 2011

Vor 10 Jahren ... Ulli Richter.

Das 6-Stunden Rennen am 4.August 2001 hat nur 3,5 Stunden gedauert. Es gab einen sehr schweren Unfall, bei dem Ulli Richter sein Leben lassen musste. Mit auf dem Auto gefahren sind Ulrich Galladé und Olaf Manthey, der damals seine Porsche noch selber gesteuert hat.

Ulli Richter führt mit 28 Gesamtsiegen immer noch die VLN-Tabelle an (zusammen mit Olaf Manthey und Jürgen Alzen).

Das war ein trauriges Fahrerlager vor 10 Jahren, denn Ulli Richter war nicht nur sehr erfahren und schnell, sondern auch sehr beliebt. Möge er in Frieden ruhen und sein Andenken an ihn hochgehalten werden.


Mittwoch, 27. Juli 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

  • kA ob's 'ne Amthandlung war oder Privatvergnügen, aber beim Formel 1 Samstag hatten sich in der staatlichen Ringdisko mit Michael Ammer auch verantwortungsvolle Personen aus dem Bereich des Langstreckensports eingefunden. Solange mit offenen Karten gespielt wird, sehe ich da keinen Interessenskonflikt. Allerdings waren die dazugehörenden Fotos schneller wieder gelöscht, als ich sie verlinken konnte. Sicher ein unglückliches Mißverständnis.

  • Haben sich schon 20 Lover zusammengefunden. Die rekrutieren sich auffällig in den eigenen Reihen, bitte sagt mir jetzt nicht, daß das 'ne Dienstanweisung ist. Wobei - haben ja noch gut Platz nach oben bei 350 Abhängigen.

  • Formel 1 Kosten und die RZ macht Kai Richter zum Ring-Boss, ohne dabei die Frage nach dessen Qualifikation zu beantworten.

  • Vorschau Spa 24h.

  • Starterliste VLN 6, trotz 24h-sind-schon-rum-Effekt und 24h Spa zeitgleich mit 167 Startern. Beängstigend!

  • Falls jemand Spa kaufen will.

"There is the potential to develop the track but the efforts across the hills at the Nurburgring have been rather frightening, with the operating company in deep debt after building its theme park/convention centre and so on."

Auch nicht besser oder richtiger, sowas paßt meiner Meinung nach besser zu einem Pferderennen:

"Beim Qualifiying am Samstag konnte sich der Australier Mark Webber die Pole Position am Nürburgring sichern. Nachdem er bereits 2009 seinen ersten Sieg in der Eifel feiern konnte, ging der derzeitige WM-Zweite auch bei diesem Rennen als Führender auf die Strecke. Dicht gefolgt von Lewis Hamilton und Teamkollege Sebastian Vettel. Nach einem spannenden Rennen war es jedoch Lewis Hamilton, der als erstes die Ziellinie überquerte. Auf das Podium folgte ihm Fernando Alonso (2. Platz) und Mark Webber (3. Platz). In der Gesamtwertung führt weiterhin Sebastian Vettel mit 216 Punkten."

Ich hab ja nicht viel von dem Rennen gesehen, aber daß Lewis Hamilton am Start gleich mal Mark Webber kassiert hat, das ist sogar mir nicht entgangen.

Ist halt immer mit einem gewissen Restrisiko verbunden, wenn man sich kaufen läßt. Die meisten Bürgermeister scheinen aber umsichtig gehandelt zu haben. In dem Bericht steht auch drin, daß nach Nürburg erst garkeine geschickt wurden. Das paßt dann aber nicht zu der Hohn-Argumentation (".. den Menschen in der Region etwas zurückzugeben ..")

Die Eifelzeitung geht noch einen Schritt weiter: "Ob nun alle Formel-1-Ticket Beschenkten den freiwilligen Schritt nach vorne tun und ihre Vorteilsannahme anzeigen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Mal sehen, wer ehrlich ist und wer nicht."

"(..) Ihr Auftreten in den Medien finde ich Lächerlich. Um einen Job wie den Ihren zu machen braucht es eine gewisse Härte! Sie repräsentieren doch DEUTSCHLAND und nicht irgendeinen Stall voller LOOSER!"


Samstag, 23. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.
  • Bei den Aussagen von Jörg Lindner habe ich mir eine gesunde Skepsis angewöhnt, aber das hier kauf ich ihm sofort ab:

“Wir sind nicht dazu da, wenigen Menschen die Ausübung ihres Sports zu ermöglichen.”

Doch die Automotive richtet das Rennen nicht allein aus. Nach dem Zuschlag ließen Lindner und Richter zwei neue Firmen eintragen: Die Grand Prix Rheinland-Pfalz GmbH & Co. KG und als Komplementärin die Grand Prix Rheinland-Pfalz Verwaltungs-GmbH. Lindner und Richter sind jeweils einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer.

Im Klartext heißt das: Richter und Lindner verschieben mit der Konstruktion einen Teil ihres Geschäfts an andere Firmen und dennoch an sich selbst. Die Nürburgring Automotive GmbH muss laut Betriebspachtvertrag einen Großteil ihres Gewinns an die Nürburgring GmbH und somit das Land abführen. Ein Teil der Gewinne aber fällt nun bei anderen Firmen an – das Land geht leer aus.


Freitag, 22. Juli 2011

NAGs new campaign to make you LOVE them.

By coincidence I came across this LOVE THE RING brand registration:

It has been registered in May 2011 by the private Nürburgring operators - Kai Richter and Jörg Lindner - with their “Nürburgring Automotive GmbH” company. Click the picture for the official documentation.

The logo looks pretty similar to the SAVE THE RING logo I invented in December 2010 for our protest against the Leisure Park and Nürburgring privatisation:


(24 Hours 2011 Parc Fermé - click picture for gallery.)

I’m still missing the point to register something, which already exists - and even more: which is targeting exactly in the opposite direction. Never mind, just about everything happening at the Ring right now is hard to understand, so let’s put the reasoning aside for a moment.

When you compare their fake logo with my original, they are nearly the same. But are they THE SAME? Did they make a 1:1 copy and walk that to the brand registration office?

Actually, they did. Here is a comparison merged into 1 picture, I took their layout from the original documentation (can be downloaded as PDF here, search for registration number 009987108).

The letters are exactly the same, not just similar, but identical. In red you see the STR logo and the black outline redraws their copy of it.

So why all this effort and spending so much money?

This evening - as we speak - they introduce a new website, which is LOVE THE RING all over it:

They seem to think that the public can’t differentiate between the historic Nordschleife as such and Kai Richter / Jörg Lindner, who are running it since one year.

I’m not a native English speaker, but on our STR wall it has been mentioned that their new claim LOVE THE RING allows alternative interpretations:

I doubt you’ll be seeing this appearing on the cars of any heterosexual male drivers… Would look great with a rainbow background.

^^ has hit one nail on the head. Don’t think they realise what that can and will be read as.

CST goes CSD? Hard to imagine they overlooked this, given the effort they are putting into the new campaign. Then again the Nurburgring Automotive GmbH has shown on earlier occasions their lack of language skills.

Guess what, they have a sticker too:

“If you like, we send you the Love-The-Ring-sticker to your home for free. Or you download it as a graphic and produce it for yourself”.

Sounds familiar?

Looking at the community it seems like stealing the STR idea doesn’t go down too well: the anti-LOVE THE RING group was live even before they had their website online.

The reactions here tell it all really. Let’s keep pushing STR and spread the word. People need to know what’s happening, even though there is some effort needed to look behind the scenes.


Samstag, 16. Juli 2011

Überraschung! Überdimensionierter Gebäudekomplex nicht profitabel zu betreiben.

Am Donnerstag den 25.März 2010 hat das Land Rheinland-Pfalz die Verträge für die Verpachtung des Nürburgring unterschrieben, am Tag darauf - Freitag den 26.März - wurde das der Bevölkerung in Adenau kundgetan. Der Vertrag ist hier einzusehen und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit Option für weitere 10 Jahre.

v.l.n.r.: Peter Nett, Hermann-Josef Romes, Hendrik Hering, Hans Joachim Koch, Kai Richter, Jörg Lindner (am 26.März 2010 in Adenau, siehe Chronik).

Die nicht-ausgeschriebene Vergabe wurde mit blumigen Worten begleitet, die Landesregierung wörtlich:

Zukunftskonzept Nürburgring - Vertrag mit Lindner-Gruppe unterschrieben - Neuordnung schafft transparente Strukturen - bis zu 1000 neue Arbeitsplätze - keine Belastung für Landeshaushalt

“Der Vertrag stellt sicher, dass die Gesamtinvestition ohne Belastung für den Landeshaushalt finanziert wird“, betonten Beck und Hering.

Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe, betonte: “Für mich und meinen Partner Kai Richter ist heute ein besonderer Tag. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Nürburgrings zu schaffen, und ich bedanke mich für das Vertrauen.“

Und vor den Wahlen hat man sich mit 7-stelligen Erfolgsmeldungen gegenseitig auf die Schulter geklopft:

“Bereits im September hatte Hering erklärt, es werde schon im ersten Geschäftsjahr Pacht in Millionenhöhe fließen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro.

Heute - nach den Wahlen - kehrt die Realität zurück. Die Betreiber fordern weitere Millionen vom Steuerzahler, wie in der Wirtschaftswoche zu lesen ist:

“Die privaten Betreiber des Nürburgrings fordern weitere 20 Millionen Euro. Sonst seien die Großbauten am benachbarten Freizeitpark nicht profitabel zu managen.

Doch nach nur zwei Jahren sind die Bauten zu Investitionsruinen verkommen. Sie müssten radikal umgebaut werden, fordern die vom Land beauftragten privaten Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner. In der derzeitigen Form könne ihre Nürburgring Automotive GmbH den überdimensionierten Gebäudekomplex „nicht profitabel betreiben“, klagen die Düsseldorfer Unternehmer.

Was der Umbau kosten soll, offenbarten Richter und Lindner jetzt der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke: 27 Millionen Euro, um vor allem die schlecht ausgelastete Veranstaltungshalle Ring-Arena und die meist menschenleere Shopping-Meile Boulevard nach neuem Konzept mit Leben zu füllen.

Neues Konzept? Hat es überhaupt jemals ein altes Konzept gegeben? Ich habe nie eins gesehen. Was ich aber gesehen habe ist eine peinliche Veranstaltungsexperimentiererei, bei der man von einem Flopp in den nächsten gestrauchelt ist.

Laut Spiegel gibt es einen üppig bezahlten “Projektentwickler”:

“Mehr als 85 Millionen Euro schleuste die Beck-Regierung so nach und nach in Richters Firmengruppe, während der gleichzeitig - so steht es in vertraulichen Unterlagen - sich von einer seiner gepäppelten Firmen ein stattliches Honorar von etwa 50 000 Euro im Monat auszahlen ließ. Er habe sich nie als Investor, sondern immer als “Projektentwickler” verstanden, verteidigte sich Richter vergangene Woche.


Freitag, 08. Juli 2011

Übrig Ns vom Freitag.

So sieht die Starterliste aus.

Wundert mich, daß die vor zwei Jahren soviel damit rumfahren durften und heute heißt es, daß die Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Stadio? Arena? Nur falls mal irgendjemand meint Ihr dürftet mit Eurem Banner nicht auf die Tribüne. Da hat der BGH sich mit beschäftigt und das Hausrecht eingeschränkt.

Pföhler hat alle Entscheidungen mitgetragen und noch bei der Eröffnung geschwärmt: „Eine Vision wird Wirklichkeit“.


Samstag, 02. Juli 2011

Neue Widersprüche bei Freunde des Nürburgring e.V.

Ich kann zwar selber dort nichts mehr posten, weil man mich gesperrt hat (und diese Sperre angeblich nicht mehr aufheben kann), aber die Facebookseite der Nürburgring Vereinsfreunde ist die letzten Tage sehr ergiebig. Dabei ist es der Community gelungen ein paar Widersprüche aufzudecken, die wirklich bemerkenswert sind:

“… auch wir - “wir”, das ist die Nürburgring Automotive - sind nicht perfekt …”

Mit diesem Link kann man direkt an die entsprechende Stelle springen.

“Ein Mitglied mit dem Namen Hering ist nicht im Verein.”

Im “Geschäftsbrief” 1/2011 der NAG steht aber:

“Weitere Gründungsmitglieder und Unterstützer sind der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering …”

Dazu gibt es ein “Thumbs Up” Bild von Kai Richter zusammen mit Vereins-Vorsitzendem Fred Pretz und Vereins-Geschäftsführer Friedhelm Demandt. (Den 4. auf dem Bild kenn ich nicht.)

Nuff said.


The End of the 24 Hours Race?

Alarming news from ADAC Chairman Peter Meyer:

“Motor sport is rarely lucrative, except for Bernie Ecclestone. With the 24-hour race at Nurburgring, we might have, thanks to many volunteers, generated break-even. But most of the time it is a support business. The guys from Nürburgring Automotive GmbH don’t get it, they claim to know everything better.

We have a framework agreement, which extends to 2012. We will fulfil this contract. After that we need to negotiate a new one. A lot will happen up to then - it is known that some legal disputes are running against the operators. We will quietly examine what is happening. There are alternative race tracks around, Zolder is not far and Spa also located close to Cologne.”

Peter Meyer is not anybody, he is chairman of ADAC. See ADAC’s wikipedia entry - it is Germany’s and Europe’s largest automobile club with more than 17 million members. The ADAC is also organiser of the 24 Hours race - despite others, like the German Formula 1 GP.

He claims the NAG, which belongs to Kai Richter and Jörg Lindner, “knows everything better”. The people I talk to second that and expamples like Scuderia Hanseat demonstrate, how the NAG multiplies fees or even tries to take over events altogether. Their motivation, unlike the one of ADAC, is not to support motorsports, but to maximise their private income.

One thing is for certain: if 24 Hours Race goes, it would be the end of Nordschleife as we know it. Save The Ring.


Donnerstag, 30. Juni 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Hauptseminar Schuldenkrisen. Realität ist durch keine Satire zu toppen.

  • Wer verhandelt über die Formel 1 Zukunft am Ring? Die NAG bzw. Kai Richter und Jörg Lindner. Kurt Beck spricht übrigens von “Staatsgeld” statt von Steuergeld, typische Verhaltensweise von Politikern, um mit Hilfe der Sprache schonmal Fakten zu schaffen. In diesem Fall die Eigentumsverhältnisse, er macht das damit quasi zu “seinem” Geld, aber es ist nach wie vor “unser” Geld. Ich kann in diesem Zusammenhang den Neusprechblog empfehlen, der kürzlich per Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Siehe Fefe.

  • “Die Kosten für “Nürburgring 2009” liegen bei fast 500 Millionen Euro.”

  • Natürlich ist das Alles ein furchtbares Mißverständnis. Wie immer.

  • Nachdem unser Forum zwangsgeschlossen ist, will der Innenminister jetzt sein Eigenes aufmachen. Von Dialog und Augenhöhe ist die Rede. Na vielen Dank, denn der Dialog, mit dem ich mich auseinandersetzen muß, ist die Vorbereitung für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Köln, damit erstmal wir Nürburgring-Fans uns untereinander austauschen dürfen. Aber was kümmern schon den Innenminister so jämmerliche Sterbliche wie wir.

  • Walter Kafitz ist zu Recht fristlos entlassen worden, das kam am Dienstag beim Landgericht Koblenz raus. Insgesamt hatte die Nürburgring GmbH 26 Gründe vorgebracht für die fristlose Entlassung. Die würd ich gern mal lesen. Besprochen wurde aber nur einer, nämlich daß er die RA Redeker beauftragt hat mit einem Gutachten, obwohl diese laut Aufsichtsrat grade NICHT beauftragt werden sollten. Hier in der Rheinpfalz nachzulesen. Dort steht auch sein Monatsgehalt, da kauft sich unsereins ein neues Auto für. Und daß die ISB sich weigert die “Anschubfinanzierung” (Unwort des Jahres) von 33 bis 80 Millionen Euro bereitzustellen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Rechenkünste würd ich da mal locker über 100 veranschlagen. Unfassbar, das ist soviel Geld, da kann man 2 Rennstrecken für bauen. Natürlich unser aller Steuergeld, eh klar.

  • Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen soviele Leute, daß man schonmal den Überblick verlieren kann.

  • Ach was soll das Jammern, laß mal ‘ne richtige Sause schmeißen. Ammer-Geburtstag sponsort by “Nürburgring”. In Düsseldorf. (via.)

  • 24h-Rennen: Am Schwalbenschwanz gab es keinen einzigen Sanitäter. Es ging um einen Fall mit Atemnot und die Security meinte, die müssen zum Brünnchen gehen, dort gibt es Sanitäter.


Ein 12-jähriger mit Taschenrechner ...

“Das Gesamtprojekt würde von einem 12-jährigen mit Taschenrechner innerhalb von 10 Minuten beerdigt.”

meint ein Cav.Friedhelm Demandt im November 2009 zum Nürburgring-Umbau.

Heute - 18 Monate später - verteidigt ein Mann gleichen Namens die Errungenschaften der Ringcard, Arena oder Achterbahn besser als jede Agentur der NAG.

Er ist seit kurzem Geschäftsführer des neuen Vereins “Freunde des Nürburgring”, der ja gestern schon Thema war. (Nein, ich darf immer noch nicht auf deren Facebookseite schreiben, obwohl Admin Jimmy sich nach Kräften bemüht.)

Was ist also von diesem Verein zu halten? Noch bevor er überhaupt im Vereinsregister zu finden ist, nutzt die NAG schon den Werbeeffekt in ihrem Jubelbrief. Und Herr Demandt läßt sich fast auf Augenhöhe mit Linder/Richter abbilden. In dem Video erzählt er von einem Büro, das er “in dem Gebäude” beziehen wird und da die Geschäftsadresse mit Ringboulevard angegeben ist, gehe ich mal davon aus, daß er mit seiner neuen Heimat den beton°bunker meint.

Herr Demandt dreht aber auch noch andere Videos, nämlich für die FDP, weil er ist Politiker in Mönchengladbach. Und da will man natürlich auch mal bei den Kollegen strunzen.

Wieso überrascht mich das alles nicht?


Dienstag, 21. Juni 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Donnerstag, 09. Juni 2011

2009: Der gute Start für die Grüne Hölle Betriebsgesellschaft - jetzt auch als offizielle Bilanz.

Ende 2009 hat sich der Geschäftsführer der “Grüne Hölle Betriebsgesellschaft” rückblickend ein gutes Zeugnis ausgestellt:

“Wir möchten uns schon jetzt bei unseren Fans und Gästen für den guten Start in diesem Jahr bedanken.”

Inzwischen ist auch klar, wie er das gemeint hat. Seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2009 weist 7-stellig rote Zahlen aus.

Da muß man sich schon ganz schön strecken, um in dem Kulissendorf in einem Jahr soviel Geld zu versenken.

Der Mann nennt sich laut Bilanz übrigens “Edzard Andreas Plath”. Manchmal gibt es ihn auch als “Edzard Andres Plath” oder - wie kürzlich am Biggesee - einfach nur Edzard Plath. Er arbeitet wohl schon länger für Kai Richter, auch damals in dessen MediterranInvest-Zeiten. Da wird sicher unser respektierter Recherchejournalist noch ein paar brisante Details rausfinden.


Freitag, 27. Mai 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Mittwoch, 11. Mai 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.

“Ein Leuchtturmprojekt das nicht leuchtet: So wurde mit dem größtmöglichen Aufwand der geringste Erfolg geschaffen.”

Da zieh ich direkt nochmal meinen Hut.

Christian Altmeier: “Mir erschließt sich nicht, wie etwa die versuchte Privatfinanzierung am Nürburgring ausgerechnet von einer SPD-Regierung auf den Weg gebracht werden konnte! Wieso hat niemand “Halt” gerufen? Wer zeitgleich plakatieren lässt, “Finanzhaie würden FDP wählen”, darf nicht selbst mit “Finanzmaklern” versuchen, günstiger als die öffentliche Hand zu finanzieren.”

Bitte mehr davon!


Richter ./. Hahne Verhandlung heute am LG Köln.

Es gab heute am Landgericht Köln mal wieder eine Verhandlung zum Thema Nürburgring, dabei ging es um eine Klage von Kai Richter gegen die Eifelzeitung und auch gegen Wilhelm Hahne, aufgrund der Hartnäckigkeit und der Summe der Berichterstattung der Eifelzeitung.

Ich habe dazu auch nichts Schriftliches, habe aber heute bei der Gerichtsverhandlung einige Eindrücke sammeln können. Es waren auch ein paar Nürburgring Anhänger gekommen und besonders gefreut habe ich mich, daß Sabine Schmitz die Zeit gefunden hat, bei Gericht vorbeizuschauen.

Ich dachte bisher, es ginge hier um “Schmerzensgeld” oder “Schadenersatz”, der korrekte Ausdruck allerdings lautet “Geldentschädigung”. Konkret 20.000 Euro, die Kai Richter einfordert aufgrund der Vielzahl und der Hartnäckigkeit der gegen ihn gerichteten Berichterstattung. Der Anwalt sprach von einem “medialen Stalking” gegen seinen Mandaten. (Sowas Ähnliches haben wir doch gestern erst gelesen aus Olpe, “.. mediale Gewalt ..”.) Er würde als Geschäftsmann kriminalisiert oder soll systematisch zerstört werden. Dabei würde die gesamte Berichterstattung immer wieder auf freien Erfindungen basieren. Der Anwalt zeichnete das Bild eines verzweifelten Mandaten, der nicht mehr weiter wüßte, um seine Privatsphäre zu schützen.

Er hat sich dabei ordentlich in Fahrt geredet und wurde mehrmals heftig laut im Gerichtssaal, um sich Gehör zu verschaffen. Er hat auch vorgetragen, daß man versuche, eine Verbindung herzustellen zu kriminellen Finanzvermittlern, nach denen gefahndet würde.

Das mit der Fahndung war mir bis dahin garnicht bekannt. Bisher wußte ich nur, daß die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen mehrere Personen wegen Betrug und Untreue ermittelt - und zwar seit 22.Juni 2010. Darunter auch “den Verantwortlichen der Pinebeck Nürburgring GmbH” (die Finanzvermittler?) und “den Geschäftsführer der Mediinvest”. Das Ganze begründet sich laut Staatsanwaltschaft so:

“Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat aufgrund der Erkenntnisse aus dem wegen des Verdachts des Provisionsbetruges am 30.07.2009 förmlich eingeleiteten Verfahrens zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass diese Beschuldigten an der missbräuchlichen Verwendung staatlicher Mittel mitgewirkt haben.”

Ist die Staatsanwaltschaft jetzt auch ein Stalker? Auf die Pelle gerückt ist sie den Leuten ja schonmal ganz ordentlich:

“Zur Zeit laufen Durchsuchungsmaßnahmen durch mehr als zwanzig Kräfte des Polizeipräsidiums Koblenz und der Staatsanwaltschaft Koblenz an sechs Orten, über die ich keine näheren Angaben machen kann. Ich rechne mit der Sicherstellung umfangreicher Beweismittel, deren Auswertung Monate in Anspruch nehmen wird.”

Seitdem haben wir nichts mehr gehört und ich hoffe, daß aus den Monaten nicht Jahre werden, denn eins ist schon fast rum.

Zur “Verbindung” Mediinvest / Pinebeck flechte ich hier mal kommentarlos ein Statement von Finanzminister Carsten Kühl vom Sep.2009 ein:

“In einem bei der ISB am 2. Dezember 2008 geführten Gespräch zwischen Vertretern von Mediinvest/MSR, der Nürburgring GmbH, der Pinebeck GmbH und Vertretern der ISB GmbH wurden Überlegungen angestellt, mit welchen Finanzierungsinstrumenten eine weitere Überbrückungsfinanzierung dargestellt werden könne, bis eine angestrebte Fonds-Finanzierung umgesetzt werden könne.”

Das war übrigens nur 2 Monate nach dem Spatenstich für das “Eifeldorf Grüne Hölle” (4.Okt.2008). In der damaligen Pressemitteilung der MSR (Motorsport Resort Nürburgring, Geschäftsführer Kai Richter) klingt das so:

“Rund 35 Millionen Euro investiert Projektentwickler Mediinvest GmbH (Düsseldorf) mit seinen Partnern und privaten Geldgebern in das nur rund 100 Meter von der Grand-Prix-Strecke entfernte Objekt.”

“Neben dem Eifeldorf Grüne Hölle gehört ein neues 4-Sterne-Hotel sowie ein Ferienressort in Drees zum Paket, das der Düsseldorfer Projektentwickler Mediinvest und seine Partner als private Investoren zum Projekt „Nürburgring 2009“ beisteuern.”

Zum Zeitpunkt dieses Gesprächs bei der ISB am 2.Dezember 2008 hat die Mediinvest bereits 14 Mio. Euro als stille Beteiligung durch die Landesbank RIM erhalten (insgesamt 85,512 Mio. Euro).

In Köln war ich ganz froh zu hören, daß das Gericht der Thematik durchaus ein berechtigtes öffentliches Interesse zugesteht - ein Minister sei bereits zurückgetreten.

Der Prozessverlauf hat heute kein Urteil ergeben, denn zum einen wurden wohl zwei Verfahren ineinander vermengt und müssen getrennt werden und zum anderen ist von Beklagtenseite noch ein Schriftsatz übergeben worden, auf den die klagende Seite noch Stellung nehmen kann. Das nennt man wohl “Schriftsatznachlaß”.

Das Urteil wurde terminiert auf den 13.Juli.

Ich muß ganz ehrlich sagen, daß es mir bei der Verhandlung schwer gefallen ist, die Haltung zu bewahren. Der Betreiber des Nürburgrings möchte gefälligst in Ruhe gelassen werden. Hallo? Der Nürburgring gehört uns allen, dem Volk! Schlimm genug, daß wir weder informiert werden noch mitbestimmen dürfen, was mit dem Ring geschieht - anscheinend dürfen wir das noch nichtmal hinterfragen oder in Frage stellen! Könnte ja mediales Stalking sein. Die neuen Bauten liegen in der Größenordnung von 400 Millionen. Wieviel ist der originale Nürburgring mit GP-Strecke, Nordschleife und jeder Menge Historie wert? Verglichen mit den neuen Investitionen sicher das 10-fache, aber einigen wir uns mal unter Freunden auf das 1,5 fache, also 600 Millionen Euro. Eine Milliarde Euro (!!) Volksvermögen werden hier von privater Hand verwaltet, aber uns hat nichts anzugehen, wer dahinter steckt.

Ich als Nürburgringfan bin jedenfalls froh über die Hartnäckigkeit solcher Journalisten wie Peter Doeppes oder Wilhelm Hahne, denn ohne sie wären noch viel mehr Ungereimtheiten kommentarlos unter den Teppich gekehrt worden. Sie nehmen ihre Aufgabe als unabhängige Journalisten ernst. So wie wir es uns von der 4.Gewalt wünschen, recherchieren und dokumentieren sie den Umgang mit unseren Steuergeldern.


Dienstag, 10. Mai 2011

Übrig Ns vom Dienstag.

Die Siegener Zeitung titelt auf jeden Fall heute:

“Mediinvest wirft die Brocken hin”

Die Worte vom zuständigen Landrat Frank Beckedorf hätte ich mir vom Ahrweiler Landratskollegen und Senior Aufsichtsratsmitglied der Nürburgring GmbH Jürgen Pföhler gewünscht:

“Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.”

Dieses Mediinvestment in Olpe ist übrigens nicht so neu, wie es den Anschein hat.

  • Es gibt den neuen VLN Fanguide, der ist letztes Jahr gut angekommen. Ist 16 Seiten dicker (= 96 Seiten), aber auch 3 Euro teurer (= 5 Euro) geworden.

  • Ein Porsche ab Werk, der nur 120 fährt? Armer Boxster.

  • Im Lindner Formel 1 Special ist alles dabei, nur keine Übernachtung. Ist das der Kreativausbruch, um das steuerfinanzierte Formel 1 Kartengeschenk zu verkaufen?

In dem Zusammenhang fällt mir auf, daß die Dunlopkehre nur noch “ehemalige Dunlopkehre” heißt. Das wäre schade, wenn die Dunlop vergrault hätten, die Kurve kenn ich nur unter dem Namen. Wenn neue Kurvennamensponsoren auf den Plan treten, wird immer ein Riesenbrimborium gemacht. Aber wenn Namen wegfallen, werden sie still und heimlich unter den Teppich gekehrt.


Samstag, 07. Mai 2011

Biggesee kann erstmal durchatmen.

Kai Richter muß sich wohl noch etwas gedulden bei der Biggesee Umkrempelung. Am Montag sollte im Kreistag über die nächsten Schritte abgestimmt werden. Das ist jetzt 2 Monate nach hinten verschoben worden auf 11.Juli, damit man mehr Informationen einholen kann. Der Grund dafür sei die negative Einschätzung der zwei Referenzprojekte: Nürburgring und Kössen.

Gibt es eigentlich ein Biggesee Forum? Weil die könnten dann die Zeit nutzen und sich schonmal in Ruhe nach ‘nem Anwalt umschauen.

Diese Präsentation, die Edzard Plath gegeben hat (den kennen wir als Geschäftsführer der “Grüne Hölle Betriebsgesellschaft mbH”) gibt es übrigens nicht öffentlich. Wem gehört der Biggesee eigentlich, daß das alles so geheim abläuft? Volkseigentum wie am Nürburgring?


Freitag, 29. April 2011

Etappensieg beim LG Köln für W.Hahne und die Eifelzeitung.

Heute wurde am Landgericht Köln der Fall “Richter ./. Südwest- und Eifel-Zeitung Verlags- und Vertriebs GmbH u.a.” verhandelt (28 O 863/10). War für 1:20 Std. angesetzt, aber schon nach 40 Minuten war das Ding vom Tisch: die Gegenseite hat den Antrag auf Einstweilige Verfügung ist zurückgezogen.

Da kann man Peter Doeppes und Wilhelm Hahne gratulieren, die sich den “Einschüchterungsversuchen” (Zitat W.Hahne) widersetzen und sich konsequent ihr Recht erkämpfen.

Ich war übrigens der einzige Besucher und der Anwalt der Gegenseite war genau derselbe, der in meinem Prozess letzte Woche Mittwoch gegen mich und das Forum aufgetreten ist (der Jüngere der beiden).

Worum ging es diesmal? Im Verlauf der Verhandlung wurde klar, daß Kai Richter’s Frau gegen Wilhelm Hahne vorgegangen ist, um ihn davon abzuhalten, ihren Spitznamen zu nennen. Ist jetzt kein Witz. Streitwert: 10.000 Euro.

Das Gericht ist im Vorfeld der Begründung der Antragsteller gefolgt und hatte eine Einstweilige Verfügung erlassen - allerdings ohne zu wissen, daß Frau Richter sich mit genau diesem Spitznamen inklusive Potraitbild selber bei Facebook der Öffentlichkeit präsentiert. Da hatte das Gericht dann doch Zweifel, inwieweit hier eine Privatsphäre verletzt wurde.

Es kam auch das pikante Detail zur Sprache, daß Frau Richter mit ihrer Firma “Sandra Richter Kunst und Design” für die Ausstattung der Ferienhäuser in Drees seinerzeit den Zuschlag erhalten hatte. Heute gehört das ja alles uns - weil Volkseigentum. Es wäre wirklich mal interessant zu erfahren, wie das denn vor garnicht allzu langer Zeit alles so im Detail gelaufen ist. Wir als Volk haben es doch gekauft, wo bleiben die Infos? Bei der CST hat der Landesrechnungshof ja schon einmal gründlich gebohrt und interessante (haarsträubende?) Details veröffentlicht.

Insgesamt also schonmal ein kleiner Grund zum Feiern, auch wenn Hahne/Doeppes noch ein paar EVs abarbeiten müssen. In diesem heute verhandelten Fall ist sie jedenfalls vom Tisch, die Gegenseite (Richter) übernimmt sowohl die Gerichts- als auch Wilhelm Hahne’s Anwaltskosten.


Donnerstag, 28. April 2011

Übrig Ns vom Donnerstag.
  • Ein Audi S1 Replika - und Roland Gumpert hat die Finger mit im Spiel. Respekt!

  • Zeitgleich zum VLN-Lauf wird das Alte Fahrerlager “Wiedereröffnet”. War das je geschlossen? Ich finde ja, die hätten es so lassen sollen wie es war. Das war top in Schuß und hatte Maximum Patina. Ich hoffe das wird jetzt kein Schmickimickitreffen, so langsam gehen einem am Ring dann die Zufluchtsmöglichkeiten aus.

  • Morgen früh (Fr., 9:50 Uhr) ist Wilhelm Hahne mal wieder zu Besuch am Landgericht Köln. Es geht um eine Einstweilige Verfügung (eh klar), allerdings nicht von dem Herr Richter. Mir paßt das timingmäßig ganz gut in’s Programm auf dem Weg zum Ring, also schau ich da mal vorbei.

  • Die Starterliste für den VLN #2 hat einige Überraschungen parat. Jürgen Alzen ist wieder dabei und nach noch viel längerer Pause ist unser Fahrer des Jahres 2002 Artur Deutgen wieder aktiv am Ring. Genaugenommen sind die beiden sogar zusammen unterwegs in einem Alzenporsche.

  • Die VLN warnt vor Waldbrand, beim DWD kann man sich immer aktuell über die Lage informieren.

  • Den Glickenhaus Ferrari gibt es hier auch als Modell. (Via.) Da bekommt man auch mal einen Eindruck, wie der final in rot aussieht. Wow.

  • Neue Firmen am Nürburgring gehören zur Kategorie “Schnell-Nachwachsend” und um den Überblick zu behalten, schau ich gerne schonmal durch das Register der Veröffentlichungen. Die offenlegungspflichtigen Bilanzen (z.B. von GmbHs) gibt es jetzt auch für unterwegs:

auf dem iPhone oder dem Android Handy.

Funktioniert super, aber besser werden die Zahlen dadurch auch nicht.

Die Motorsportler aus Köln haben eine jahrzehnte-lange Tradition, der Club ist schon 57 Jahre alt und war bisher immer eng mit dem Nürburgring verbunden.


Freitag, 22. April 2011

Übrig Ns vom Freitag.

  • Jörg Lindner im Interview: “Eine Woche vor Ostern haben wir den Fishermansfriend „StrongmanRun“ mit 10.000 Teilnehmern und 40.000 bis 50.000 Zuschauern.”

Kleiner Real-Abgleich: 20.000 Zuschauer haben Euch 8.890 StrongmanRunnern heute an den 14 Hindernissen ordentlich eingeheizt.

Leute, die vor Ort waren, halten selbst die 20k für übertrieben.

“Bekanntlich lebt der 24h-Klassiker in der Grünen Hölle nicht nur vom packenden Rennsport auf der Piste – auch die Begeisterung der Fans ist legendär. Deshalb ist der M Corso über die Nordschleife, bei dem sich die Festivalbesucher mit ihrem eigenen BMW M Fahrzeug feiern lassen, eines der Highlights der Veranstaltung.”

Welch eine Ehre für die Fans solvente BMW Fahrer in ihren schicken Autos huldigen zu dürfen! Nicht daß den Fans vor lauter Ehrerbietung spontan das gestrige Bier durch den Kopf geht. Stell ich mir grad so bildlich vor.

Und obwohl die Agentur davon auch letztes Jahr vor Ort war, hat sie vom 24h-Rennen nichts verstanden.


Dienstag, 12. April 2011

Übrig Ns vom Dienstag.
Freitag, 08. April 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Die verfahrene Nürburgring Situation im SWR (Video).

Gestern lief im SWR ein 5 Min. Beitrag zum Ring, kann man sich in der SWR Mediathek hier nochmal anschauen oder lieber Runterladen, denn das wird sicher bald wieder de-publiziert:

Video als MP4-File.

“Das Dauerbrenner-Thema Nürburgring gewinnt an neuer Fahrt. Schließlich war der Ring einer der Hauptkritikpunkte der Grünen an der bisherigen Landesregierung - kein Euro Steuergeld solle mehr dort hineinfließen, so die Forderung. Jetzt gehören die Grünen vermutlich bald selbst zur Regierung und müssen erklären, wie das gehen soll. Einfach ist die Situation nicht. Kurz vor der Wahl haben die Ringbetreiber Lindner und Richter ausgesprochen, was viele längst ahnten: die Attraktionen der Erlebniswelt seien einfach nicht attraktiv genug, neue Konzepte müssen her. Und die Landesregierung hat dafür schon mal sieben Millionen Euro bereitgestellt. Zugleich kündigt die EU-Kommission an, jetzt, nach der Wahl, zu prüfen, ob es sich bei den Landesinvestitionen am Ring um unerlaubte staatliche Beihilfen, also Wettbewerbsverzerrung, handelt. Eine ziemlich verfahrene Situation, wie zur Sache-Reporterin Sabine Rappen zeigt.


Montag, 04. April 2011

Übrig Ns vom Montag.
  • Eurosport hat sich aufgehübscht, nur falls jemand sich in die Designanalyse einlesen will. Den meisten wird’s eh egal sein bzw. nicht auffallen - Hauptsache die halten sich an die Übertragungszeiten, dazu Bier, Chips und Livetiming.

  • Patrick Simon hatte es am Wochenende vorgezogen lieber rennenzufahren als streckenzusprechern. Beim 6-Stunden Rennen der Le Mans Series war er im Dress-for-Less Formula Le Mans unterwegs: Klasse gewonnen und Gesamt 12. Den kann man schicken.

  • Die Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH mit den Geschäftsführern Kai Richter und Erich Geisler hat ihre 2009er Bilanz veröffentlicht. Kann jeder nachlesen und sich seine eigenen Gedanken zu machen:

“Die bilanzielle Überschuldung der Gesellschaft ist durch den qualifizierten Rangrücktritt eines Gesellschafters beseitigt.

Na dann.

  • Eveline Lemke bedankt sich für die Unterstützung und freut sich auf die Aufgaben, die vor ihr liegen. Was das genau sein wird findet sich in den nächsten 4 (?) Wochen, ich drücke feste die Daumen!

  • Das Randalestadl hat mal wieder zugeschlagen, eigentlich schon normal am Wochenende:

“Opfer einer Auseinandersetzung zwischen noch unbekannten Personen im „Eifelstadl“ wurde am Sonntag gg. 02:00 Uhr ein ansonsten unbeteiligter junger Mann, als ihm ein Schlag ins Gesicht versetzt wurde. Der 21-jährige erlitt hierbei eine Nasenbeinfraktur.

Eine Stunde später schlug ein 18-jähriger Mann aus Bad Münstereifel einen anderen Besucher, der seine Freundin im Arm hielt, auf dem Mund.”

  • Am Brünnchen bleibt es auch nicht mehr friedlich:

“Offensichtlich hatten die steigenden Temperaturen am Samstagnachmittag auch die Gemüter zweier Rennbesucher auf dem Parkplatz „Brünnchen“ am Nürburgring erhitzt. Der Streit zwischen zwei Männern endete schließlich in handgreifliche Auseinandersetzungen, in dessen Verlauf der Geschädigte von einem 45-jährigen Mann aus der Kreisstadt zunächst mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen und anschließend am Boden liegend mit mehreren Fausthieben traktiert wurde.”

  • Zu dem schlimmen Feuerunfall auf der GP-Strecke habe ich immer noch keine Meldung irgendwo gesehen. Laut Polizei wird der Verletzte immer noch intensiv versorgt in einer Spezialklinik in Ludwigshafen. Die Kripo Mayen ermittelt wegen “Betriebsunfall”, der Formel Renault habe sich beim Wieder-Starten entzündet.

  • Mad Max is back!


Freitag, 01. April 2011

Übrig Ns vom Freitag.
Mittwoch, 30. März 2011

Übrig Ns vom Mittwoch.
  • Ich habe die Termine für GLP und RCN aktualisiert - ich hoffe, daß die jetzt so bleiben, damit ich nicht nochmal ändern muß.

Die Terminübersicht normal oder reduziert für’s Handy: 20832.com/termine. Wer Korrekturen oder neue Termine für mich hat: immer her damit! :)

  • Die Richtung stimmt: VLN Siegerehrung statt im Randalestadl jetzt in der Abflughalle. Fehlt nicht mehr viel bis zum Fahrerlager.

  • Die Noch-Regierung in Mainz glaubt sie könne den Untersuchungsausschuß UA 15/2 einfach so …. aufhören.

  • Schicke Schlagzeile in der Eifelzeitung:

“Monarchie in Rheinland-Pfalz beendet.”

  • Daumen drücken!

Keine Einigung ist beim Streitthema Nürburgring in Sicht. Die Grünen fordern vehement, das Land solle die Verträge mit den privaten Betreibern Jörg Lindner und Kai Richter kündigen. Die SPD hält das für nicht machbar.

  • Die SPD sieht sich schon völlig selbstverständlich als neue Regierung:

‘Wir wollen uns auch ein Stück freuen, dass wir weiter mitregieren können’, sagte Hartloff.

  • Und für so einen Ministerposten spielt die Qualifikation offensichtlich eine untergeordnete Rolle:

Zu der Frage, ob er das Amt des Justizministers anstrebe, sagte Hartloff lediglich, alle Ministerposten seien ‘interessant.’

  • Rheinland-Pfalz Begrünung in der taz.

  • Christian Menzel freut sich in seiner Kolumne auf den ersten VLN Lauf, macht aber auch kein Hehl daraus, daß er sich große Sorgen um den Nürburgring macht:

Logisch entschieden haben sich ungefähr 36 Prozent der Wähler bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz scheinbar nicht. Wer den Nürburgring-Skandal seit einigen Jahren verfolgt hat, der weiß was ich meine. Ich habe Angst um die schönste Rennstrecke der Welt, und ich schreibe das auch ganz deutlich.


Samstag, 26. März 2011

Genau 1 Jahr nach Vorstellung der Nürburgring Privatisierung: EU Kommission, kein Konzept und nochmal Umbauen.

Am 26.März 2010 hat Hendrik Hering in einer Nacht-und-Nebel Aktion eine Veranstaltung der Tourismusverein Adenau genutzt, um die besiegelte Privatierung des Nürburgring vorzustellen.

Ich habe das ausführlich dokumentiert und würde auch gerne dorthin verlinken, aber ich mußte ja meine Foren abschalten.

Jurist Hering sah sich auch damals mit kritischen Fragen konfrontiert, wie es sich denn mit der Ausschreibung nach EU Recht verhält und hat das wirsch abgebürstet in dem Tenor:

Das haben wir geprüft und wir müssen das nicht ausschreiben.

Leider mussten wir uns mit dieser saloppen Antwort zufriedengeben.

Ganz so lässig wird er jetzt nicht mehr durchkommen, denn die Bundesregierung wird ungemütlich, nachdem die EU Kommission offensichtlich Mängel erkennt. Die WiWo bleibt am Ball:

“Die EU-Kommission sieht offenbar Anhaltspunkte dafür, dass das Land gegen das Vergaberecht verstoßen hat und hat eine Stellungnahme angefordert. Brüssel hat deshalb jetzt einen umfangreichen Fragen-Katalog an die der Bundesregierung geschickt.”

“Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Fragen aus Brüssel nach Recherchen der WirtschaftsWoche in dieser Woche an das Landeswirtschaftministerium in Mainz weiter gereicht. Landeswirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hat nun bis Ende Mai Zeit, seine Stellungnahme nach Berlin zu schicken.”

Nicht nur das nach wie vor dubiose Zustandekommen der Pachtverträge, auch die Konzeptlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Handeln des letzten Jahres:

“Gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte der Sozialdemokrat eine Ankündigung der privaten Nürburgring-Betreiber Kai Richter und Jörg Lindner, dass die erst 2009 fertiggestellten zentralen Nürburgring-Gebäude Ring-Boulevard, Ring-Arena und Warsteiner-Event-Center ein neues Konzept brauchen und aufwändig umgebaut werden müssen.”

Das sind so Tage, an denen man wehmütig an den schönen Schotterparkplatz auf A6 zurückdenkt.


Mittwoch, 23. März 2011

Millionen verdienen nur die Pächter.

Leserbrief von Jochen Seifert heute in der Eifelzeitung. Dazu muß man wissen, daß Jochen Seifert nicht irgendwer ist, sondern er war lange Ortsbürgermeister in Kempenich und ist aktuell Mitglied im AW-Kreistag.

“Nürburgring: Millionen verdienen nur die Pächter

Wie die Wirtschaftswoche in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, fordert die Nürburgring Automotive GmbH als Betreiber der Rennstrecke von der Landesregierung massive Umbaumaßnahmen an den Shopping- und Freizeiteinrichtungen sowie Änderungen an deren Vermarktung. Dazu, so die Aussage von Lindner/Richter, sei ein Millionenbetrag erforderlich, der vom Land aufzubringen wäre!

Konkrete Vorschläge für ein neues Konzept – liegt überhaupt ein „altes“ Konzept vor(?) – für den Ring-Boulevard wollen Lindner und Richter nach der Landtagswahl vorlegen.

Ich frage mich, wozu wurde ein Vertrag abgeschlossen, der Grundbesitz und bewegliches Vermögen abschließend(?) beinhaltet, wenn ca. 10 Monate nach Abschluss bereits Änderungen beantragt werden. Ich frage mich aber auch warum die „Herren“ vom Ring die Frechheit besitzen etwas zu fordern, was lt. Vertrag § 8 Nr. 5, ich zitiere:

„Bei eventuellen baulichen Veränderungen, die der Pächter vornehmen möchte, ist er für die Einholung aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen sowie die Einhaltung aller einschlägigen Gesetze und Verordnungen allein verantwortlich.“

dem Pächter zuzuordnen ist – oder fehlt da was? Damit meine ich, dass Lindner/Richter ggf. darauf spekulieren, dass ja in diesem Absatz nichts von finanziellen Dingen steht. Diese Annahme wäre nicht so abwegig bei dem dilettantischen Vertrag, in dem die Hälfte fehlt.

Aber in § 6 (Umfang des Nutzungsrechts) steht folgendes:

„Der Pächter ist berechtigt, die Pachtgegenstände im eigenen Namen und für eigene Rechnung zu nutzen und den Geschäftsbetrieb der Pachtobjekte zu betreiben. Er ist berechtigt, soweit dies den Regeln einer ordnungsgemäßen Betriebsführung entspricht, die Nutzung der überlassenen Gegenstände zu verändern.“

Im Sinne des ersten Satzes dieser Festlegung ist damit m.E. der Pächter für die Finanzierung von evt. Änderungen/Ergänzungen zuständig.

Ich stelle abschließend fest, dass bei der Übergabe an Richter/Lindner offensichtlich „Fachleute“ am Werk waren, die nichts klar geregelt haben und dafür sorgen, dass nach wie vor Millionenbeträge den beiden „Herren“ in die Kasse spülen. Ich habe keine Hoffnung, dass dieses Spielchen sich nach dem 27.03.2011 ändert, die Eifel wird weiterhin verdummbeutelt.

Jochen Seifert, Kempenich


“Ja zum Nürburgring” mit klarem NEIN zu der Fehlentwicklung “Nürburgring 2009”.

Sagt im Grunde alles:

“Nach den Feststellungen des Vereins haben das Land Rheinland-Pfalz und die Nürburgring GmbH durch die Bündelung motorsportfremder Freizeitaktivitäten mit der einzigartigen Sportstätte des Nürburgrings den Rennsport aus dem Fokus verloren und durch die Einsetzung der Nürburgring Automotive GmbH für den Betrieb der gesamten Wirtschaftsaktivitäten am Nürburgring gegen zentrale Regelungen des EU-Rechts verstoßen.”

Das wird auch noch konkreter:

“Die zugänglichen Informationen belegen, dass der Nürburgring Automotive GmbH bzw. den sie kontrollierenden Unternehmen von Kai Richter und Jörg Lindner Begünstigungen aus staatlichen Mitteln gewährt wurden bzw. werden.”

Und ein Passus ist besonders interessant:

”(…) Nichtigkeit des Pachtvertrags mit der Nürburgring Automotive GmbH.”

Kann ich garnicht oft genug lesen - und je öfter ich das lese, umso besser gefällt es mir.

UPDATE:

Die Rhein-Zeitung hat auch einen schönen Artikel dazu - inklusive 20832.com Link (Danke!). Und kaum veröffentlicht, ist es auch schon sauber in’s Englische übersetzt.

Die 50.000+ Save The Ring’er brauchen Input! :)


Samstag, 19. März 2011

6-seitiger Wirtschaftswoche Bericht über das Erlebnis°Grab: Avanti Dilettanti!

Bei der Wirtschaftswoche, die zur Verlagsgruppe des Handelsblatt gehört, ist man tief in das Thema Nürburgring eingestiegen. Ganze 6 Seiten arbeiten das Thema aufwendig ab! Sowohl die jetzige Betreiberstruktur als auch die Historie der mysteriös verschleierten Finanzierung werden aufbereitet. Den Handelnden wird sachlich und unaufgeregt der Spiegel vorgehalten, ein aufwendig recherchierter Bericht zu den Machenschaften, die unsere Lieblingsrennstrecke so tief mit runter gezogen hat.

Das Heft gibt es seit heute am Kiosk zu kaufen, ich habe mir mal schnell ein’s besorgt, nicht daß irgendein Landgericht auf die Idee kommt es zu verbieten.

Hier schonmal eine kleine Vorschau mit ausgewählten Zitaten, im Gesamt-Zusammenhang liest es sich natürlich flüssiger:

Die Überschrift lautet:

“Bessere Investitionsruine”

und die Chronik ist betitelt mit:

“Avanti Dilettanti. Wie aus dem Neuanfang am Nürburgring ein Wirtschaftsskandal wurde.”

In der Einleitung:

“Noch redet Beck sich alles schön. (…) Davon wird nach der Landtagswahl am 27. März keine Rede mehr sein. Ist der Urnengang vorbei, werden die von der Regierung beauftragten Unternehmer Kai Richter und Jörg Lindner – Eigentümer des privaten Ring-Betreibers Automotive GmbH – dem Land die bittere Mitteilung machen, dass sich die Chose nicht rechnet.”

Zur Achterbahn-Reperatur:

“Selbst wenn es klappt, wird der Ring-Racer zumindest im ungemütlichen Eifel-Winter kaum mehr Besucher anlocken als ein Freibad.”

Zu den neuen Verwaltern:

“Richters Partner ist Chef der zum Familienunternehmen gehörenden Finanzierungsgesellschaft Gebau. Weder Landesvater Beck noch sonst jemanden in Mainz störte, dass Gebau negative Schlagzeilen machte und im Clinch mit Anlegern liegt, weil rund ein Dutzend der 55 von der Gebau aufgelegten geschlossenen Medico-Immobilienfonds in Schwierigkeiten steckt.”

“Der smarte Firmenjongleur war nicht nur mit seiner Projektfirma Mediinvest, sondern mit mindestens sieben weiteren Firmen am Ring aktiv. Zwischen diesen Unternehmen schob er, wie der Landesrechnungshof aufdeckte, Gelder munter hin und her.”

Zu Protest, Widerstand und Save The Ring:

“Unter den Gästen der „Blauen Ecke“ im nahen Eifel-Städtchen Adenau macht schon seit jeher das Wort „Ring-Mafia“ die Runde. Becks „Leuchtturmprojekt“ zur Förderung der Region stößt dort, wo es seinen Segen entfalten sollte, auf Unverständnis und eine Welle des Widerstands.”

In der „Grünen Hölle“ ist der Teufel los und in Brüssel stapeln sich die Beschwerden – von Europaabgeordneten der CDU und Grünen, der Fan-Initiative „Save The Ring“ sowie dem Verein „Ja zum Nürburgring“, hinter dem der frühere ADAC-Präsident Otto Flimm steckt.”

Alles prima Lesestoff - die Hoffnung auf einen so umfangreichen Artikel hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Jetzt könnte es durchaus sein, daß die Diskussion neu befeuert wird.


Freitag, 18. März 2011

Neues von den Blitzmerkern.

Die Wirtschaftswoche bringt in ihrer neuen Ausgabe was über den Ring. Money Quote:

„Boulevard und Veranstaltungsflächen lassen sich in der heutigen Form isoliert betrachtet nicht profitabel betreiben, das Konzept muss verändert werden“, sagten die Geschäftsführer und Inhaber der Betreibergesellschaft, Kai Richter und Jörg Lindner, dem Blatt.

Nicht profitabel betreiben? Hallo Landesregierung, jemand zuhause? Mehr Geld wollen sie von uns auch:

“Dazu sei ein Millionenbetrag erforderlich, der nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre vom Land aufzubringen wäre.”

Ich zitiere an der Stelle noch einmal Stefan Rota vom 27.April 2010:

“Nehmen sie noch ein einziges Mal das Geld der Steuerzahler in die Hand und reißen sie alles ab.”

Am Dienstag meinte Hendrik Hering noch:

“Wir haben Probleme am Ring gelöst und eine gute Entwicklung angestoßen (..)”.

Der Freizeitpark ist wirklich erfolgreich: als Steuergeldvernichtungsmaschine!

UPDATE:

Aufgegriffen von Volksfreund.


Freitag, 11. März 2011

Übrig Ns.
Sonntag, 27. Februar 2011

Ringcard details, the Ring´s enforced plastic money.

The Nürburgring plastic card payment system "ring°card" has been covered in detail in the German "Rhein-Zeitung". It is based on a 56-pages governmental audit report, which is dated Nov 3rd, 2010 - but only now made it's way to the public. Kai Richter - today the new Ring operator next to Jörg Lindner - is also the person behind the ringcard company "CST". I'm still reading my way through the audit, whereas Frank has managed to translate the covering newspaper article. Many thanks Frank!!

Nurburgring Drama: The case of the CST – Kai Richter really cashed in at the Ring.

It is really confusing to read through page after page, which all cry for legal justice. In fact the investigation by prosecution started June 22nd, 2010 and it seems to be just doing nothing.


Samstag, 26. Februar 2011

Das Einmaleins der Nürburgring Ringcard.

Der Prüfbericht zur CST hat ja schon einigen Wirbel verursacht, da ging es in den "Blogs" von Kai Richter und Landesrechnungshof hin und her.

Seit gestern kann man den bisher geheimen Bericht vom 3.Nov.2010 auch als PDF bei der Rhein-Zeitung nachlesen. Sind für Steuerzahler 56 schwer verdauliche Seiten.


Montag, 21. Februar 2011

Unter 7-stellig wird garnicht mehr verhandelt.

Und der nächste Vertrag, der mit den Millionen nur so um sich schmeißt.

Laut Recherchen der Grünen und ihres Koblenzer Anwaltes Carl-Bernhard von Heusinger ist Kai Richter, dem gescheiterten Privatinvestor am Nürburgring, jedoch ein weiterer Millionenvertrag „zugeschustert“ worden.

Das kam heute raus bei der Info-Veranstaltung mit den Grünen RLP und Unternehmen am Ring.

Kann da bitte einer schnell den Stecker ziehen? Das kostet 1.750.000,00 Euro im 1.Jahr, also 4.800 Euro pro Tag. Erklärt natürlich auch, warum die sich immer so feiern, auch wenn nie einer kommt.

Was für eine Zeit°Bombe.


Sonntag, 20. Februar 2011

The public Q+A session with NAG management.

The new private owners at Nurburgring did invite the public last Thursday for a questions session. The whole thing was a bit messy - short notice, mid-week, unclear target audience and scope - but still got underway and has been shown on the internet too. The video download is not available as yet.

In the meantime Dale has made the effort to summiarize the outcome from what he could take out of this.

Thanks to AUSringers for picking it up - as well as the STR logo being in public domain space.

I wouldn't go as far as stating:

"One thing is certain, the Save the Ring movement is winning the public relations battle. The STR Facebook page is approaching 50,000 supporters. While the STR petition, launched on New Year’s Day, has attracted in excess of 17,500 electronic signatures."

but: we have been able to respond to the big communication machinery of NAG and more people are aware of the controversy than before. It's an invitation for everybody to make up their minds and compared to the one-way communication of the past, the talks now started by NAG allow a much more balanced decision than before.

Still there are so many hard facts missing and I don't expect them materialising before the election March 27th: the Nürburgring GmbH balance sheet for 2009, the results of the investigation against Kai Richter, the judgement of the European Commission regarding the monopoly and the missing call for tenders - to name but a view.


Sonntag, 13. Februar 2011

Richter-Hahne-Lindner im Schulterschluß.

Hier das Pressebild zur Hubert Hahne Verpflichtung:

mit dem passenden Text dazu.

Eine deutlichere Anerkennung für Wilhelm's harnäckige Arbeit kann es meiner Meinung garnicht mehr geben.


Sonntag, 06. Februar 2011

Kai Richter´s Zugangskontroll- und Plastikkartenfirma ´CST´ jetzt abwickeln.Eveline Lemke redet nicht lange drumherum:

Minister Hering weigert sich anzuerkennen, dass die Art, wie die CST geführt wird, umgehend politische Konsequenzen nach sich ziehen muss. Die Landesregierung darf nicht sehenden Auges zulassen, dass am Nürburgring weiterhin systematisch und gezielt Steuermillionen verschwendet werden. Sonst muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie diese Vorgänge nicht nur zulässt, sondern sogar unterstützt. Sofern die CST jetzt nicht vom Wirtschaftsminister abgewickelt wird, müssen die WählerInnen dies am 27. März wohl mit dem Wirtschaftsminister tun.

Inzwischen führt Hendrik Hering die Geschäfte quasi mit, durch seinen Sonderbeauftragten Gerd Weisel. Der steht auch schon im CST Impressum.

Das mit dem Aufpasser ist natürlich völlig absurd!
Freitag, 04. Februar 2011

German TV Report on Kai Richter´s Ringcard company with English subtitles.

This report has been shown yesterday on German TV, thanks to Frank it has English subtitles now! See also this blog entry from Thursday and this article from local newspaper.


Kai Richter´s Ringcard Company CST - Rhein-Zeitung Translation

Frank sent another translation, this time today's article of Rhein-Zeitung:

"Yet more losses at the Ring?

Rhineland Palatinate, Germany: According to TV station SWR, further millions have been wasted at the Nurburgring. The station refers to a now known confidential draft report by the National Audit Office.

The report is particularly critical of Kai Richter, in his capacity as manager of the Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST), and Prime Minister Kurt Beck has also come under fire from the opposition because of it.

CST, a company owned to 50% by Nürburgring Ltd, operates a cashless payment system at the Ring. SWR reports that Kai Richter signed numerous contracts with no service agreement and benefits for the CST.

CST has paid a number of invoices twice, paid six-figure sums to incorrect accounts and gave out new contracts without these going out to tender first. Staff members in the field have accumulated lavish expenses, such as two individuals who are said to have spent 13.000 Euro between them on phone bills in just three months. The CST is also alleged to have given out contracts to companies part-owned by Kai Richter, meaning he would have benefited financially from these transactions.

The CST hit the spotlight in 2010 when it nearly went bankrupt. The largely state owned Nurburgring Ltd granted a loan over 10 Million Euros at the time but the CST continued to incur losses.

The Ministry of Economic Affairs in Mainz emphasized that the draft report is no longer up to date as the privately run Nurburgring Automotive Ltd has taken over the day-to-day operation of CST with effect from early 2011. The draft report, dated 3 November 2010, refers to 2008 and 2009. Since the end of January there is a - yet unknown - final report.

Kai Richter has not yet been available for a detailed statement but a spokesman has acknowledged that funds did end up in incorrect accounts. These funds have since been returned. Kai Richter himself is not familiar with the content of either the draft report or the final report but he was quoted as saying: “I am sure the report would look differently if someone had asked me about the matter beforehand.” He is also quoted as saying that, for him, the National Audit Office report is irrelevant and only the positive attestation of the prestigious accounting firm Ernst & Young for the CST-accounting of the years 2008 and 2009 mattered.

The head of the CDU parliamentary group, Christian Baldauf, openly criticized the state government for ignoring warning issued by the National Audit Office. Even Green Party leader Evelyn Lemke denounces failures by the state government and calls for the dissolution of the CST, saying “ The structure of the company make it easy to waste taxpayers' money”."

(Many thanks Frank!!)


Verzerrtes Bild der Fakten - Klarstellung vom Landesrechnungshof

Der SWR Bericht gestern über Kai Richter's Ringkarten-Firma hat einige Reaktionen hervorgebracht. Auch aktuell sehr ausführlich vom Landesrechnungshof.

Hier nochmal die chronologische Übersicht:

  1. SWR Bericht gestern im TV
  2. Kai Richter
  3. Hendrik Hering
  4. Landesrechnungshof
  5. Am Schluß schreibt der Landesrechnungshof:

    "Vor diesem Hintergrund erübrigen sich weitere Ausführungen zu der Presseerklärung von Herrn Kai Richter."

    UPDATE:

  6. Kai Richter über RA C.Eßers

UPDATE:

Hier noch der gesamte Brief von Kai Richter an Christoph Würzburger (Redakteur SWR): Input Aktuell


Donnerstag, 03. Februar 2011

More public money needed to fund ring°card company.

More trouble at the Ring: the ring°card making news today with their CST Company and Kai Richter. The county's court of auditors got active again, but the report can't be published - for privacy reasons!? Apparently it got leaked and guess what they want: more money. CST (Cash, Settlement and Ticketing GmbH, the ring°card company) is already 10 million Euros in debt, but they need more for the next four years.

They also claim Kai Richter agreed contracts without advertising and without benefits for the company.

In dieser Funktion veranlasste Richter laut Rechnungshof zahlreiche Ausgaben ohne Ausschreibung, schloss Verträge ohne Leistungsvereinbarung und ohne erkennbaren Nutzen für die Gesellschaft. Die kleine Firma mietete demnach 30 Bürocontainer, sechs möblierte Apartments und überteuerte Lagerflächen. Sie beschäftigte laut Rechnungshof zeitweilig bis zu fünf Buchhalter parallel. Rechnungen seien doppelt bezahlt, Beträge im sechsstelligen Bereich auf falsche Konten überwiesen worden. Externe Mitarbeiter hätten üppige Spesen berechnet, zwei von ihnen in drei Monaten für 13.000 Euro telefoniert. In zwei Fällen hätten Firmen von Aufträgen der CST profitiert, an denen Richter selbst beteiligt ist.

The missing money has now to be paid again by the tax payer. If I would be that tax payer, I would just stop paying. Who needs that plastic card anyways?

Grmpf, I AM the tax payer!


Freitag, 14. Januar 2011

Save The Ring - Personal Letter to European Commissioner Joaquin Almunia.Save The Ring is just 5 weeks underway - the Petition even shorter - yet we have over 8.000 signatures and 40.000 Facebook followers to support the case. Now there is a Twitter account too.

Please stay involved, spread the word and think about possibilities how we could become louder.



(Great Logo Design by Trey Petitjean!)

Here is another sample letter I'm allowed to share, which has been written to Joaquin Almunia, the Vice President of the European Commission:

Dear Commissioner Almunia,

I am sending you this email on behalf of the “Save the Ring” campaign. The main purpose of this letter is to request that the race track and the Leisure Park be kept separate. From my experience in Houston, Texas I believe the Leisure Park is going to fail completely, and soon. Here’s why.

Houston, Texas is a thriving city with a very diversified economy: oil and gas industries, the tenth largest port in the world, manufacturing, colleges, medical industries and hospitals, and construction. The economy has always been strong here and the standard of living is quite high. The area also has a very temperate climate with cold weather affecting only two months of the year.

In 1968 Houston had the opening of its own leisure and amusement park, Astroworld. This park lasted 37 years before it was demolished. In the beginning it covered 57 acres and over the years grew to 75 acres. During its lifetime, Houston’s population swelled from 1 million to 5 million people. Astroworld was sold 3 times in its life. As the decades went by, millions of dollars had to be poured into it to keep it fresh, yet attendance trends kept going down, hence, the many sales of it. The last 5 years of its life it was a virtual money pit with return on invested capital low or nonexistent. Astroworld being located next to the Astrodome, which has been referred to as a wonder of the modern world, did not help it one bit. The closing and demolishing of it had few mourners. Despite having every possible thing going for it, it failed.

The Leisure Park at the Nuerburgring isn’t quite as fortunate as Astroworld was. It is located next to a race track in a sparsely populated area that has a clientele of mature adults that have pure motorsports in mind. Anyone going to the Park at Nuerburgring will have to travel some distance to get there, as opposed to Astroworld, which was in the center of Houston. The climate in the Eifel area has about half as much time of temperate weather as Astroworld leaving it with a much smaller window of opportunity to rake in profits. I have read that the Park at Nuerburgring has not been producing profits, and by some accounts, actually going into debt as the months go by. I can’t think of anything that will change this. The fact is amusement and leisure parks are expensive to build and maintain and few wind up making ends meet. The leisure park at the Nuerburgring is fighting a much stiffer head wind than Astroworld ever did.

It is very important that these two entities stay separated financially. The Nuerburgring has existed since 1927 and is an iconic part of Germany. While it has managed to pay its way over the years, it will not support a money pit like the leisure park. To put it simply, if the two are kept separate and the Nuerburgring leisure park fails, you still have the track. If they are tied together financially and fail, you will lose both.

German cars are the best driving cars on the market and part of that comes from testing on the Nuerburgring. If a car is good on the Nordschleife, it can handle anything anywhere and that is part of the joy of owning a German car. If the track is lost over the failure of this leisure park, it will eventually show up the cars Germany sells. There is no other track German manufacturers could go to get the results the Nuerburgring gives. Please fight to keep our beloved race track a sovereign entity .

I’ll close this letter by asking you to let Joerg Lindner and Kai Richter go it alone on this endeavor; if they cannot profit from their venture at the Nuerburgring, let them go down by themselves and leave the track behind. Theme parks come and go, but the Nuerburgring can last forever if you keep Mr. Lindner and Mr. Richter out of its affairs.

Thank you for your time, xxx xxx

Mittwoch, 05. Januar 2011

Der neue ring°park verbrennt täglich über 20.000 Euro.Die Landesregierung feiert sich, weil:

Die private Nürburgring Automotive GmbH unter der Leitung des Hoteliers Jörg Lindner, der zusammen mit dem Projektleiter Kai Richter Pächter der Rennstrecke und ihrer Anlagen ist, hat schon vor Abschluss des ersten Geschäftsjahres mehr Gewinn ausgewiesen als geplant war. Deshalb wird sie schon jetzt nach Angaben der Landesregierung eine Pacht in Höhe von zwei Millionen Euro an die Nürburgring GmbH zahlen. Laut Vertrag war die erste Pachtzahlung für das zweite Geschäftsjahr vorgesehen. Die Summe kann einen Beitrag zu den Zins- und Tilgungsverpflichtungen der Landesgesellschaft leisten. Diese hat bei der landeseigenen Förderbank ISB einen 330 Millionen Euro hohen Kredit für den Ausbau des Nürburgrings zu einem Geschäfts- und Freizeitzentrum aufgenommen.

Ausgaben: 9,9 Millionen (3% Zinsen für 330 Millionen)
Einnahmen: 2,0 Millionen
Ergebnis: Minus 7,9 Millionen.




Um das etwas griffiger darzustellen: umgerechnet sind das 21.600 Euro, die das beton°grab jeden Tag verbrennt. Steuergeld natürlich.

UPDATE:

Von einem Blogleser habe ich diese Rechnung zugeschickt bekommen:

Ein privater Investor würde wohl eher so rechnen:

18,5 Mio, Finanzierung über 25 Jahre bei 3% Zinsen
6,6 Mio, Instandhaltungsaufwand (3% der Bausumme p/a)
33,0 Mio, 10% Rendite, Verwaltungskosten etc. (branchenüblicher Wert)

Die Differenz ist der verursachte Schaden für den Steuerzahler.


Das sind dann 58,1 Mil. Euro pro Jahr oder umgerechnet:

Über 150.000 Euro pro Tag.
Donnerstag, 23. Dezember 2010

Was qualifiziert Kai Richter den Nürburgring zu betreiben?Nach dem SWR liegt jetzt auch der Rhein-Zeitung der 2. geheime Teil des Prüfberichtes des Landesrechnungshofes vor. Der erste Teil ist auf seinen 152 Seiten schon ziemlich vernichtend, der zweite Teil befasst sich hauptsächlich mit Kai Richter.



Man hat argumentiert, daß die bekanntermassen brisanten Details aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Ich hatte auch selber schon an Herrn Behnke geschrieben, aber er hat mich - höflich aber bestimmt - abgewimmelt.

So langsam scheint sich jetzt der Schleier zu lüften und das ist gut so, denn die handelnden Personen sind sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Der Druck wird hoffentlich so groß, daß selbst die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Deckel nicht mehr zuhalten kann. Und weil sich da einige Bar an Druck aufgebaut haben, könnte es einen ganz schön lauten Knall geben!

Der Artikel in der heutigen Rhein-Zeitung ist da schonmal nicht zimperlich:

(..) Als im November 2007 Aufsichtsratschef Ingolf Deubel, Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz, Projektentwickler Kai Richter sowie Bürgermeister [Romes] und Landräte [Pföhler] zum Spatenstich ausholen, gilt das damals noch mit 215 Millionen Euro veranschlagte Projekt als finanziell abgesichert und zukunftsweisend für Rennstrecke und Eifelregion.

(..) Die Papiere, die unserer Zeitung vorliegen [Anm: der zweite geheime Teil des Berichtes des Landesrechnungshofes], dokumentieren ein Versagen auf ganzer Linie. Sie lassen sogar die Vermutung zu, dass man sich bewusst hat täuschen lassen, nur um das von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Jahr 2004 vorgestellte Projekt endlich in Fahrt zu bringen.

(..) Kai Richter, das zeigen die uns vorliegenden Unterlagen, war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die zunächst mit rund 70 Millionen Euro veranschlagten privaten Bauprojekte logistisch oder finanziell zu stemmen.

(..) Weder die Bilanzen seines Unternehmens noch die Referenzen geben Grund zur Annahme, dass er das schafft, was Banken und international tätige Hotelgruppen für ein schlechtes Geschäft halten. Auf 705.000 Euro beläuft sich 2006 der Umsatz des Unternehmens mit drei Mitarbeitern, das immerhin 70 Millionen für Hotels, Partymeile und Feriendorf auftreiben will. 72.000 Euro kann Mediinvest als Eigenkapital aufweisen. Da hat mancher kleine Handwerksbetrieb in der Region mehr auf der hohen Kante.

(..) Das Ring-Engagement Richters war Banken und anderen möglichen Investoren sogar trotz einer Absicherung durch das Land Rheinland-Pfalz keinen Cent wert.


Kai Richter ist übrigens nicht nur Betreiber des Nürburgrings, er hat auch mit Firmen, Beteiligungen und Lizenzen zusätzliche Geschäftsmodelle geschaffen. Ein Blick in´s Handelregister sorgt schnell für Klarheit. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Nürburgring TV von Althof/Pathe durch die Beteiligungsverhältnisse eher Kai-Richter-TV heißen könnte? Oder ´Grüne Hölle´ eine eingetragene Marke von Mediinvest ist?

Gedeckt von Kommunal- und Landespolitik treiben Jörg Lindner und Kai Richter ihre gierigen Geschäfte immer weiter und haben schließlich erreicht, worauf sie von Anfang an scharf sind: die Nordschleife auszuschlachten. Die Preise für die Touristenfahrten schnellen in die Höhe und werden mit dem Gastrodorf gekoppelt, die Industrie wird mit bis zu 10-fach erhöhten Forderungen derart geknebelt, daß die Telefondrähte der Konzernbosse heißlaufen und selbst vor mühsam erarbeiteten Sicherheitsauflagen wird nicht Halt gemacht: für 2011 soll man Videokameras mieten können, um die eigenen Touristenfahrt aufzuzeichnen. Fehlt nur noch die offizielle Zeitnahme. Nur des Profits wegen werden von zwei Nicht-Motorsportlern nicht nur der Ring, sondern die ganze Region auf´s Spiel gesetzt.
Sonntag, 12. Dezember 2010

Neues Buch - Kleiner Kreis - Großer Ring.Gestern wurde in illustrer Runde ein neues Nürburgring Buch vorgestellt: Kleiner Kreis - Großer Ring, Adenau und der Bau des Nürburgrings.



Die Autoren Thomas Födisch und Michael Behrndt wollten es sich nicht nehmen lassen, das neue Werk direkt am Nürburgring vorzustellen, Gastgeber war Ralf Zensen vom Sportwagen Zentrum Eifel in Barweiler.

Das Buch behandelt den ursprünglichen Bau der Nordschleife mit seinen enormen Anstrengungen und es ist gradezu krotesk zu sehen, was aktuell mit dieser Rennstrecke geschieht. Die Autoren haben auch keinen Hehl daraus gemacht, daß die heutigen Betonbauten im krassen Widerspruch zu den damaligen Bemühungen stehen, die Nordschleife in das vorhandene Eifelprofil einzubetten. Kai Richter und Jörg Lindner müßten nach der Lektüre dieses Buches eigentlich sofort ihre Koffer packen.





Doch was weiß ich schon - die wahren Kritiker und Kenner sind ganz andere. Daß das Buch auch diese schwere Prüfung mit Bravour überstanden hat ist eine echte Auszeichnung.



Kaufen kann man es im Männerparadies Retterath oder online bei Amazon.
Freitag, 19. November 2010

Touristenfahrten 2011 mit massiver PreiserhöhungIn 2010 mußte man die Community der Touristenfahrer friedlich stimmen, denn die Privatisierung des Nürburgrings sollte durchgezogen werden, da kann man keine schlechte Stimmung gebrauchen. Jetzt sind die Verträge unterschrieben und für 2011 hat der ring°beton endgültig die Nordschleife erreicht. Für die Jahreskarte 2011 verlangen Jörg Lindner und Kai Richter satte 1.350 Euro, das ist eine Steigerung von 26% gegenüber den 1.075 Euro von diesem Jahr.

Hier die Übersicht:



Die Automotive GmbH selber stellt das so dar:

Die Preise für den puren Fahrspaß in 2011 stehen jetzt fest und Touristenfahrer bekommen im nächsten Jahr mehr fürs Geld. Denn ab dem Kauf eines 4-Runden-Tickets für die Nordschleife gibt es die Eintrittskarte für den Themenpark ring°werk kostenlos dazu. Ob im Drehtheater ´Mythos Grüne Hölle´, beim 24h-Rennen in 4D oder beim Anblick der ausgestellten Fahrzeuge, die in der über 80jährigen Geschichte des Nürburgrings über die Nordschleife gelenkt wurden – im ring°werk kommen auch eingefleischte Fans und Kenner der Grünen Hölle auf ihre Kosten. Um sich im Anschluss über die gefahrenen Runden und das eigene Abenteuer richtig austauschen zu können oder einfach um den Hunger zu stillen, gibt es neben dem ring°werk-Ticket auch noch einen Verzehrgutschein für das Eifeldorf Grüne Hölle dazu. Ganz egal ob Steakhaus, Nürburger-Brauhaus, Langstreckenbar oder Coffee-Lounge, für jeden Geschmack findet sich hier die richtige Stärkung. Außerdem erhält jeder Käufer zehn Prozent Rabatt auf die Leihgebühr der neuen Onboard-Kameras, mit denen ab 2011 jeder Fan ein Stück Nordschleifen-Feeling mit nach Hause nehmen kann.

Mehr fürs Geld? Das Monopol Nordschleife wird mißbraucht, um die Besucherzahlen im Ringwerk zu erhöhen und den regionalen Lokalitäten die Gäste abzugreifen.

Es ist höchste Zeit, ring°belustigung und Nordschleife/Motorsport zu trennen, denn sonst ist das hier nur der Anfang. Die Preiserhöhung und die Kopplung mit dem ring°bla zeigen zwei Dinge ganz deutlich: 1.) daß die Privatbetreiber jetzt kräftig an allen Preisschrauben drehen werden, um ihre aufgeblähten Kosten zu decken und 2.) daß Ringwerk und Gastrodorf ein Schuß in den Ofen sind, denn sonst bräuchte man nicht so zwanghaft den Gästen den Besuch aufzwingen.
Dienstag, 09. November 2010

Jörg Lindner: Wir müssen jetzt experimentieren.Nichts funktioniert, doch das Ergebnis ist positiv und alles super. Jörg Linder und Kai Richter strahlen um die Wette bei der Propagandatour in Mainz.

´Wir müssen jetzt experimentieren und herausfinden, mit welchen Formaten können wir in der Region erfolgreich sein.´

Kai Richter hat auch seine neueste Titelfindungsphase abgeschlossen und nennt sich jetzt ´Generalbeauftragter´.

(Danke für den Link!)
Montag, 01. November 2010

6 Monate privater Nürburgring.Soll man feiern oder trauern? Vor einem halben Jahr haben Kai Richter und Jörg Lindner gemeinsam den Nürburgring übernommen und für diesen Zweck ihre neue Firma Nürburgring Automotive GmbH gegründet.



Zwar wollte man versuchen, neue Besuchergruppen zu erschließen, aber dem Beobachter kommt es so vor, als ob die vorhandenen Ringfans einfach stärker gemolken werden. Ringkarte, Parkgebühren und gescheiterte Mitläufer-Shows (Top Gear) tragen das vorhandene Image weiter ab. Das Schlagerkonzert letzte Woche ist auch so ein Fall: schon ab Juni wurde Hansi Hinterseer flächendeckend in das Umland plakatiert um dann endlich in einem dürftigen Konzert zu gipfeln.

Währenddessen in Mainz: man spielt den Besonnenen und versucht Erfolg auszustrahlen, aber hinter den Kulissen leuchtet Alarmstufe rot. Von Untreue-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft über Untersuchungsausschuß im Landtag bis zur Klage bei der EU Wettbewerbskommission reichen die Folgen, die das angebliche Leuchtturmprojekt begleiten. Jetzt hat man sich sogar dazu entschlossen einen weiteren Geschäftsführer am Ring zu plazieren - einen Experten für Vergaberecht.

Was war im Vorfeld von neuer Transparenz und Dialog die Rede. Im Jetzt angekommen werden die Kritiker immer noch mit den alten rüden Methoden eingeschüchtert, Kai Richter schickt schon wieder seine Anwälte gegen Aufmüpfige los - souverän geht anders.

Und die Besucher? Offiziell phantasiert man immer noch von über 2 Millionen pro Jahr, obwohl diese Träumerein längst mehrfach widerlegt sind und auch die Ringwerk-Prognosen weit nach unten korrigiert werden mußten. So weit, daß ohne Freikarten nicht mehr viel übrig bleibt.

Die neuen Betreiber glänzen in erster Linie als Besserwisser und experimentieren mit neuen Formaten: ob bei den Touristenfahrten, der Homepage oder Veranstaltungen - Hauptsache erstmal alles auf Links drehen. Und wenn´s schiefgeht? Kein Problem, dafür gibt es ebenso neue Kommunikationsprofis, die sich das euphorische Hochjubeln gut bezaheln lassen.

Der Auftrag für die nächsten 6 Monate ist einfach: Ruhe ausstrahlen und Erfolge vermelden. Denn Ende März sind in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen und da kann man vor allem eines garnicht gebrauchen: schlechte Nachrichten.
Samstag, 09. Oktober 2010

Lieber heute als morgen aussteigen bzw. ´rückabwickeln´.Die Rhein-Zeitung veröffentlicht ein Interview mit Prof. Kühling der Uni Regensburg. Fazit: die fehlende Ausschreibung für den Ring-Betrieb kann noch richtig viel Ärger mit der EU bringen, auch wenn Hendrik Hering das Problem herunterspielt. Als Beispiel nennt er das Köln-Messe-Desaster, das so auch auf Rheinland-Pfalz zukommen kann, wenn die Verträge mit Richter/Lindner ´rückabgewickelt´ werden müssen.

Sauber reingeritten würd ich sagen, was für eine Riesengeldverbrennungsanlage. Nach den Gutachtern sind jetzt die Juristen dran.
Samstag, 18. September 2010

Nur 6 Wochen nach Grundsteinlegung fließen die ersten Steuermillion zu Kai Richter´s Mediinvest.Nur 6 Wochen nach der Grundsteinlegung von ´Nürburgring 2009´ im April 2008 hängt der private Investor am Tropf der Steuerzahler. Die erste Beteiligung der RIM wird am 29.Mai 2008 überwiesen. Bis zum 7.Juli 2009 fließen so insgesamt 85,512 Mio. Euro an Mediinvest.



Kann man alles online nachlesen.
Neues vom Ring: VLN jetzt nur noch auf der Grand Prix Strecke.Die von Lindner&Richter betriebene nuerburgring.de Homepage hat einige Überraschungen auf Lager. Wenn man auf der Suche nach Motorsport-Termine es in der frickeligen Navigation schafft unter ´Events´ - ´Motorsport-Events´ - ´Alle Events´ den Link zu klicken:



dann lernt man, daß die VLN jetzt nur noch auf der GP-Strecke fährt und die Kastelruther Spatzen dem Rennsport zugerechnet werden. Von der RCN morgen am Sonntag ist allerdings nichts zu finden.



Wer kommt eigentlich für den ganzen Schaden auf, der hier angerichtet wird?
WELT: Arroganz der MachtEine Stellungnahme in der WELT, wie Lindner&Richter mit ihrem neuen Trumpf Nordschleife die Kunden zappeln lassen.

´Der Betreiber der großartigsten Strecke der Welt weiß sehr genau, dass er da über die großartigste Strecke der Welt verfügt, und er nutzt diese Machtposition einfach aus. Die Doppelbuchung, die ich mitbekam, war nicht die einzige, sagen Kenner, das passiere hier häufiger. Weil niemand mit dem Fuß aufstampfen und sagen kann, er gehe eben woanders hin.´
Hallo McFly, jemand zuhause?Nachdem bei Linder&Richter aufgefallen ist, daß sie grade weiträumig das Internet belustigen, haben sie das kreative VLN-Banner korrigiert. Und auf Facebook gekumpelt:

´bitte entschuldigt das Versehen ... da hat sich leider der Fehlerteufel eingeschlichen ... :-( Das Banner wurde nun aktualisiert.´

Gut, man darf jetzt nicht zuviel auf einmal erwarten und außerdem ist Wochenende. Das mit dem Text reicht auch noch am Montag:



Und für all diejenigen, die einen Mercedes GT3 in der Garage haben, der mit falschem Badge ausgeliefert wurde, hier die Korrektur zum Ausschneiden:


Dienstag, 14. September 2010

DSK Mitglieder treten aus dem Verein aus - Grund: die sport auto.Als DSK Mitglied bekommt man ein sport auto Abo gratis, das ist dann quasi deren Mitgliederzeitung. Der DSK darf sich im Gegenzug auf 2 Seiten austoben, bzw. seine Sponsoren abdrucken. Zu den beiden Themen kürzlich kopiere ich mal diese Betroffenen-Emails - beide Motorsportler sind aus dem DSK ausgetreten:

"Leider bin ich als DSK Mitglied Zwangsabonnent dieser Zeitung. Bei mir wandert das Schmierblatt jedoch unverzüglich und ungelesen direkt aus dem Briefkasten in die blaue Tonne. Wenn man sich die Mitgliedsbeiträge des DSK mal genauer ansieht, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass man mehr die Sport Auto subventioniert als die satzungsmäßigen Ziele, wegen derer ich einmal Mitglied in diesem Verein geworden bin. Ich jedenfalls habe für meinen Teil beschlossen, Die Rakete Visselmann nicht mehr mit meinem sauer verdienten Geld zu subventionieren und habe meine Mitgliedschaft gekündigt. Ansonsten Respekt, seit Sie bloggen schau ich fast täglich bei Ihnen rein."

"Finde Ihre Seite mitsamt Blog extrem informativ und schaue regelmäßig ´drauf. Zu der Sport Auto-Berichterstattung. Ich habe das Blatt als DSK-Mitglied bezogen und habe meine DSK-Mitgliedschaft aufgrund der Ausgabe Juli? 2010 - Werbung für die ehrbaren Kaufleute Lindner/Richter mit Nordschleifengutschein – und des wirklich irrlichtigen Kommentars von v. Saurma in der Folgeausgabe gekündigt."


Neugierig hab ich dann mal nach der Satzung des DSK Ausschau gehalten und hab das hier gefunden.

Dort liest man dann als allererstes:

Der DSK erstrebt den Zusammenschluß aller, die - in lebendiger Bewahrung einer verpflichtenden Tradition - den Motorsport Deutschlands aktiv oder fördernd pflegen.

Oberstes Gebot ist die Förderung des Motorsports auf gemeinnütziger Grundlage sowie die Wahrnehmung aller hiermit im Zusammenhang stehenden Aufgaben.

Der DSK nimmt insbesondere Fahrerinteressen wahr und betrachtet sich als neutrale Institution.


Dagegen die sport auto, alles andere als neutral und klar (kommerziell!) Stellung beziehend. Aber vielleicht ist auch der DSK garnicht so neutral. Sein Präsident Ziegahn meint:

"Für ihren unternehmerischen Mut in diesen schwierigen Zeiten gebührt den Investoren und Planern des Projekts Nürburgring 2009 höchstes Lob."

Kein Wunder, daß dem DSK die Mitglieder davonlaufen.

(Danke für die Emails zu diesem Thema!)
Freitag, 10. September 2010

Mit welcher Qualifikation betreibt Kai Richter den Nürburgring?So auf die Schnelle scheint es da Nichts zu geben, also muß man akribisch vorgehen und auch die kleinen Details durchleuchten. Eine Untersuchungs quasi, die von einem Ausschuß durchgeführt wird. Dem könnte man das ja in einer Sitzung erklären. Und die dann Untersuchungsausschusssitzung nennen. Ob 22 Zeugen ausreichen?
Donnerstag, 09. September 2010

Vier-Sterne Wäscheleine von Lindner und Mediinvest in Kössen.Das Lindner Golf & Congress Hotel Kaiserwinkl in Kössen/Tirol wird von Kai Richter auf seiner Webseite mit blumigen Worten beworben, man möchte vor Ehrfurcht fast in die Knie gehen:

250 Betten, 300 Seminarplätze - das sind die nüchternen Zahlen, die die Größe des Hotels beschreiben. Doch das Vier-Sterne Hotel besticht über sein Angebot. (..) Die Lindner Hotels AG hat einen festen Platz in der Rangliste der Hotellerie. Internationale Performance Ratings nennen das Unternehmen in einem Atemzug mit der Hilton-Gruppe sowie der Steigenberger-Gruppe und vielen anderen.

Ende letzten Jahres sei das Hotel fertig geworden:

Completion: End of 2009

In Wirklichkeit hängt da bloß eine Wäscheleine als Protest der Anwohner gegen das geplante (!) Hotel und der Kössener Bürgermeister ist leicht irritiert, weil auf einmal das 1,2 Millionen Euro schwere Treuhandkonto leergeräumt ist.
Freitag, 20. August 2010

SWR Ländersache: Die geschickten Schachzüge von Kai Richter.Der SWR-Beitrag über Kai Richter / Privatfinanzierung liegt jetzt in der Mediathek vor (6 Min.).


Donnerstag, 19. August 2010

Ich habe nie behauptet, daß ich 94 Millionen in ein Projekt investiere.Kai Richter:

10.Juli 2009 via PM:

Insgesamt 94 Millionen Euro investierte Mediinvest in die vier Projekte.

19.April 2010 in Sat1 (Min. 2:11):

Ich habe nie behauptet, daß ich 94 Millionen in ein Projekt investiere.


Dienstag, 17. August 2010

Sie haben sich bemüht - na wenn das keine 1,2 Milliönchen wert ist.Sie haben sich bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, die Finanzierungsvermittler. Soviel Einsatz muß belohnt werden, dem Herrn Deubel ist das schlappe 1,2 Milliönchen Euro wert. Jetzt kommt der Quasi-Freispruch vom Staatsanwalt, der dem Richter kollegial vorgreift und keinerlei Straftaten erkennen kann: keine Anklage. Und Herr Deubel? Der verkauft seine Erfahrung als Sparexperte per Hochglanzgutachten dem Rest der Nation. Wäre ja soweit alles in Ordnung für die Aussitzer, allerdings funktioniert jetzt die Ausrede ´auf Betrüger reingefallen´ nicht mehr. Vielleicht merkt´s ja keiner. Sonst kommt am Ende noch raus, daß es nie so etwas wie private Investoren gab.
Mittwoch, 11. August 2010

Willi Weber: 2 Jahre auf Bewährung.Wegen Insolvenzverschleppung ist Willi Weber zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Da hatte Kai Richter mehr Glück, bei ihm sind die Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung eingestellt worden: keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten. Anders sieht das aus bei Betrug und Untreue, denn da sind die Ermittlungen kürzlich mit mehreren Hausdurchsuchungen spektakulär gestartet.
365 Tage im Jahr geöffnet - wenn davon nicht 208 Tage geschlossen sind.Die Werbeversprechen am Nürburgring lauten:

Bars & Partys non-stop. 365 Tage im Jahr. oder

365 Tage im Jahr für Dich geöffnet. Bist Du bereit?

Bin ich zumindest nicht bereit zu glauben und siehe da: wenn man die Öffnungszeiten studiert, dann ist Kai Richter´s Gastrodorf mehr geschlossen als geöffnet.



Unter der Woche sind die meisten Einrichtungen geschlossen.

Mach Dich auf was gefasst!

Zum Beispiel verschlossene Türen. So langsam wird sie offensichtlich, die Ganzjahres Illusion. Reicht die Maskerade noch bis zu den Landtagswahlen im März? Wilhelm Hahne weiß zu berichten, daß eine Winterschließung des Boulevard ab 1.Oktober diskutiert wird.

Zitat Kai Richter aus seiner eigenen Pressemitteilung:

Die neu gegründete Grüne Hölle Betriebsgesellschaft benötigt Mitarbeiter für insgesamt 167 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.
Montag, 09. August 2010

Einfach ein paar beliebte Rennfahrer in die unbeliebte Kai Richter nachbau°eifel.Das mit dem Ansprechen neuer Zielgruppen war vielleicht doch keine so gute Idee und bis zum überraschend harten Winter dauert es auch noch ein paar Monate. Wie also soll man Geschäft ankurbeln, ohne das Gesicht zu verlieren? Vergiß das mit dem Gesicht und schlachte alles aus was geht. Zum Beispiel nehme man einen beliebten Rennfahrer mit großer Fanbasis - wie wär´s mit Striezel Stuck! - und setze ihn in die ungeliebte Kai Richter nachbau°eifel. Dann noch ein paar Superlative durch die Publicrelationsmaschine gewurstet, das muß doch zu schaffen sein.
Freitag, 30. Juli 2010

Kai Richter´s Pressemitteilung zum Truck Grand Prix und meine eigenen Beobachtungen dazu.Ich hab die Pressemitteilung von Kai Richter zum Truck Grand Prix mal mit meinen eigenen Beobachtungen abgeglichen.
Mittwoch, 07. Juli 2010

22.11.2007: Spatenstich Erlebnisregion - heute Ermittlungen wegen Betrug auf breiter Front.Die auflagenstarke Eifelzeitung hat ein besonders symbolträchtiges Titelbild ausgegraben: die ring°henker, die am 22.11.2007 die Grabaushebung den ersten Spatenstich gefeiert haben:



Inzwischen wird gegen alle wegen Betrug ermittelt (außer Jürgen Pföhler, auch komisch).

Die Mediinvest (Kai Richter) Pressemitteilung von damals liest sich so:

Während die Nürburgring GmbH den 135 Millionen Euro teuren Boulevard baut, will die Düsseldorfer Mediinvest 80 Millionen Euro für Hotel, die Feriendörfer am Ring und in der Gemeinde Drees sowie ein Personalhaus in Adenau finanzieren. Als Betreiber für alle vier Immobilien fungiert die Lindner-Hotelgruppe.

Heute sind wir schlauer: der Steuerzahler hat den ganzen plumpa°quatsch an der Backe für 350 - 400 Millionen Euro, also 3x soviel (!!), als großmundig posaunt. Und einen Betreiber, der einen 20-Jahre Pachtvertrag in der Tasche hat, während zeitgleich gegen ihn ermittelt wird.
Montag, 07. Juni 2010

Die neue nuerburgring.de Homepage schafft optisch den Anschluß ... an die anderen Discounter.Es gibt eine neue Homepage unter nuerburgring.de. Damit schafft die neue Nürburgring Automotive GmbH von Kai Richter und Jörg Lindner zumindest optisch den Anschluß ... an die anderen Discounter.



Hab ich schon gesagt, daß die Seite mir nicht gefällt? Eine etwas neutralere Betrachtung des Relaunch auf der ring°umbau Seite. Für diesen halbgaren Auftritt hätten die von mir auf jeden Fall keine Abnahme bekommen.
Freitag, 21. Mai 2010

Die Stuntshow in der ring°arena ist abgesagt, obwohl die halbe Eifel damit zugekleistert ist.Die Stunt Show in der Arena ist kurzfristig abgesagt worden. Zwar wird im Internet die Veranstaltung immer noch beworben und die halbe Eifel ist mit Plakaten zugekleistert, aber wenn man die Hotline anruft bekommt man nur die Info, daß alle Mai-Termine abgeblasen sind. Eigentlich sollten morgen und übermorgen (Sa/So) noch Vorführungen stattfinden. Einen Grund für die Absage konnte mir die freundliche Dame am Telefon nicht nennen: "Das weiß ich auch nicht.".



Sogar Shell schmückt sich noch stolz mit dem Flop - und listet nach wie vor die Mai Termine:



Im Gegensatz zu der sonst typisch lauten und kumpelhaften Kommunikation verbreitet man von Seiten der ring°betreiber Lindner/Richter keine Nachrichten zu der Absage, ist vielleicht zu peinlich nach dem Riesenbrimborium, das man im Vorfeld für die Quietscheparty veranstaltet hat. Und obwohl die 24h-Besucher überschwemmt wurden mit Freikarten (die lagen stapelweise rum!), waren die Vorstellungen nur mäßig besucht. Inklusive Beifall vom Band. Was für ein jämmerlicher Zirkus - und zeitgleich läuft auf der Nordschleife das 24h-Rennen.

Ende April mußte ich mir von offizieller Seite u.a. wortwörtlich anhören: "Ich habe das Gefühl, dass in Deinen Augen immer alles doof ist, was neu ist."



Ganz ehrlich: dööfer geht nimmer.
Freitag, 23. April 2010

Die Eifelzeitung hat Strafanzeige gegen Kai Richter bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz erstattet. Damit wehrt sich die kleine Zeitung gegen die einstweilige Verfügung, die die Firma Mediinvest und deren Geschäftsführer Kai Richter Ende letzten Jahres erwirkt hat. Das habe ich heute in einem Gespräch mit der Eifelzeitung erfahren. Grob formuliert geht es um seine Rolle als Investor, bzw. seiner Firma Mediinvest.

Das hatte er am Montag in einem Sat1-Interview auch noch einmal ausdrücklich betont:

Ich habe nie behauptet, 94 Mio. Euro zu investieren ....



Vor ein paar Monaten klang das noch anders. Da war in der Zeitung zu lesen:

Mediinvest/MSR verantwortet den "privaten" Teil mit Vier-Sterne-Hotel, Eifeldorf "Grüne Hölle", Ferienpark samt 100 Ferienhäusern in Drees (Vulkaneifelkreis) und Personalhaus in Adenau. Kosten: rund 112 Millionen Euro. Zwischen dem privaten und dem öffentlichen Teil müsse man strikt trennen, fordert Richter. [..] "Wir sind mit einer deutlich zweistelligen Millionensumme im eigenen Risiko." Man habe ganz normal Kredite aufgenommen, wobei der Kapitaldienst (Zins und Tilgung) von ihm und seinen Partnern geleistet werde. [..] Kai Richter blickt zuversichtlich in die Zukunft. "Wir haben das Ganze projektiert, finanziert, gebaut und betreiben es. Wir werden diese Immobilien zum Erfolg führen", sagt er."
Donnerstag, 22. April 2010

Anfang des Jahres hat Kai Richter bzw. Mediinvest in einen unfertigen Ferienpark in Attendorn investiert. Nach dem Großprojekt am Nürburgring habe man etwas Neues "irgendwo am Wasser" gesucht. In den Kommentaren zu dem Artikel wird von einem "Zubetonieren des Naherholungsgebietes Waldenburger Bucht" gesprochen.

Eines muß man der Firma ja lassen: wenn sie etwas können, dann ist das Zubetonieren.
Sonntag, 28. März 2010

Die Veranstaltung in Adenau mit Minister Hering und den beiden Nürburgring Pächtern Jörg Lindner und Kai Richter war eigentlich als Tourismussitzung geplant, wurde jedoch zum Schlagabtausch mit Bürgern und Geschäftsleuten rund um Adenau.

Die komplette Veranstaltung von 2,5 Stunden ist hier als Audiofile (220 MB, MP3-Datei) verfügbar, bei 1:57,30 Std. durfte ich mich auch in die Diskussion einbringen.
Samstag, 27. März 2010

Der Vertrag für die neue Betreibergesellschaft von Lindner / Richter ist Donnerstag nacht kurz vor 23 Uhr unterzeichnet worden. Soviel dazu in aller Kürze, ich werde noch ein Audiofile der Sitzung von heute abend in Adenau hochladen.

Beim Freitagstraining heute war auch schon viel los, hier sind die ersten Fotos.
Im Laufe des Samstags werde ich versuchen noch ein paar weitere Bilder hochzuladen.

UPDATE:

Das Audiofile der Veranstaltung ist hochgeladen und hier zu finden.
Mittwoch, 24. März 2010

Darius Drzensla wurde vom Eifelstadl Personal so brutal zusammengeschlagen, daß sein Kiefer gebrochen ist. Das Ganze ist am Sonntagmorgen passiert: nachdem er an der Theke kurz eingenickt ist (max. 5 Min.) haben ihn 3 Eifelstadl Security rausgezerrt, 2 haben festgehalten, einer hat getreten. Danach haben sie weiter auf ihn eingeschlagen, bis ein Gast, der auf ein Taxi wartete, dazwischengegangen ist. Hat mir Darius grade selber geschildert.

Ich habe die Herrn Richter / Lindner / Koch angeschrieben, was sie von der Sache halten.

In der Nennungsliste für VLN am Samstag steht Darius auch drin, er wollte seinen BMW M3 (# 517) einsetzen. Im Moment ist mit Schlafen und Essen schwierig meint er, laut Arzt braucht der Kiefer 6-8 Wochen zum Heilen.

(Falls ein Jurist sich berufen fühlt, Darius in dieser Sache zu unterstützen, ich vermittle gerne den Kontakt.)

UPDATE:

Über die Agentur Dederichs Reinecke habe ich heute mit der Bitte um Veröffentlichung diese Stellungnahme bekommen:

"Hallo zusammen,

als General Manager des Eifeldorfes werde ich alles dafür tun, dass Gewalt bei uns keine Chance hat. Unser Sicherheitsteam dient dazu, allen Gästen einen unbeschwerten Abend zu bieten und Störer effektiv aber weitestgehend gewaltfrei von den Gästen zu distanzieren. Wir wissen aber auch: Jede Schlägerei ist eine zuviel. Gewalt werden wir - von welcher Stelle diese auch immer ausgeht - nicht tolerieren. Am vergangenen Samstag wurde Darius Drzensla von Mitarbeitern unseres Security-Dienstleisters brutal zusammengeschlagen. Woraufhin wir sofort reagierten und die Securityfirma wechselten.

Ich habe mich heute mit Darius Drzensla getroffen und mich für die Tat persönlich entschuldigt. Wir werden der Sache nun gemeinsam mit der Polizei nachgehen und Darius in jeder Hinsicht unterstützen - z.B. mit Informationen über den Tathergang, Personallisten etc. Die Darstellungen von Darius sind absolut schlüssig und lassen für mich keinen Zweifel darüber offen, was passiert ist. Ich bedaure sehr, einen so sympathischen Menschen unter diesen Umständen kennen gelernt zu haben.

Wir haben den Security-Dienstleister nun gewechselt und werden unser Sicherheits-konzept erweitern. So werden künftig die Mitarbeiter des Sicherheitsteams deutlich sichtbar ihren Namen auf der Jacke tragen.

Für Vorschläge aber auch Kritik stehe ich persönlich zur Verfügung.

Schöne Grüße aus dem Eifeldorf Grüne Hölle

Albert Ehrenreich"

Samstag, 27. Februar 2010

Frank Pohl heißt der neue "Gesamtleiter Vertrieb & Marketing" der Nürburgring GmbH, der Andreas Bruckner beerbt. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz hat 18 Monate gedauert. Einen Einfluß von Kai Richter auf die Personalentscheidung schließt die Nürburgring GmbH (bzw. deren Agentur) aus.
Freitag, 19. Februar 2010

Eigentlich würde man erwarten, daß Kai Richter's ring°card Firma - die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" (CST) - unter besondere Aufsicht gestellt wird. Immerhin ist sie nur trickreich der Insolvenz entkommen und hat den Nürburgring Geschäftsführer 4 Jahre zu früh den Job gekostet.

Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sieht das alles ganz anders, denn die CST ist eine von 300 Finanzdienstleistern in Deutschland, die von der vollumfänglichen Aufsicht befreit sind:

Freigestellte Unternehmen nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG:

Nach § 2 Abs. 4, 5 oder 7 KWG von wesentlichen Aufsichtsbestimmungen freigestellte Kreditinstitute bzw. Finanzdienstleistungsinstitute, deren jeweils besonders geprägte Geschäftstätigkeit eine vollumfängliche Aufsicht nicht erfordert.

Freitag, 29. Januar 2010

In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heute großer SPD Aufmarsch. Nach der deutlichen Kritik der Genossen aus Adenau reist Minister Hendrik Hering an, um Werbung für sein Zukunftsprojekt Nürburgring - also die Privatisierung Richter/Lindner - zu machen. Das darf natürlich nicht nochmal passieren, daß 2 bis 3 Leute vor Ort (O-Ton Kurt Beck) Kritik äußern aus den eigenen Reihen.
Im Vergleich dazu ist die lokale CDU handzahm, der Landrat für Ahrweiler Jürgen Pföhler (CDU) und der Adenauer Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes (CDU) lesen der Landesregierung im Bezug auf den Ring jeden Wunsch von den Lippen ab, Herr Pföhler ist sogar langjähriges Ring-Aufsichtsratsmitglied und genießt Expertenstatus, sodaß er bei wichtigen Sightseeing-Touren nicht fehlen darf.
Dienstag, 08. Dezember 2009

Bricht das Eis? Walter Kafitz scheint die "Cash Settlement & Ticketing GmbH" zum Verhängnis zu werden, denn Kurt Beck greift der Aufsichtsratsentscheidung vom kommenden Donnerstag vor. Die Firma wurde am 15.8.2008 installiert, um die Geldflüsse am Ring zusammenlaufen zu lassen. Die Firma ist am Ring auch sehr präsent, das sind nämlich die grünen "Haben-Sie-schon-eine-Ringcard?" Männchen, die den Besuchern meist zahlenmäßig überlegen waren.
Man fragt sich natürlich, was können das für "Mißstände" sein, von denen jetzt gesprochen wird? Wie kann eine Firma, die nichts anderes macht, als Geld zu sammeln, nach nur einem Jahr am Rande der Insolvenz stehen?
Die Fragen kann nur die Geschäftsführung der Grüne-Männchen-Firma beantworten. Laut Unternehmensregister sind oder waren dies Kai Richter, Hans-Jürgen Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn.
Freitag, 25. September 2009

GT5 Entwickler Kazunori Yamauchi ist beim letzten VLN Lauf am 29.8. auf dem weißen Lexus IS F mitgefahren. Sie sind durchgefahren und als 125. ins Ziel gekommen, zwei Plätze hinter dem Toyota Yaris von Ayk-Peter Richter. In der SP8 fuhr neben dem Lexus noch der Schirmer M3, der nach 4 Runden ausgefallen ist.
In der Pressemitteilung von Sony liest sich das dann so:

On August 29, in the 8th round of the VLN series round 8 at Germany's Nurburgring circuit, "Gran Turismo" series producer, Kazunori Yamauchi achieved a Class win in SP8 (engine "close to production" class / Lexus IS F). Mr Yamauchi had only experienced 2 races prior to this in normal cars. In his first racing car, in his first international race, and competing on the Nurburgring for the first time, this achievement proves above all else that training within Gran Turismo is truly effective.
Motorsport - was ist das? Am Nürburgring geht es nur noch um Achterbahn, Erlebnisgastronomie und Untersuchungsausschuß. Motorsport kommt höchstens noch im Namen vor, z.B. "Motorsport Resort Nürburgring". Deren Geschäftsführer Kai Richter fühlt sich ungerecht behandelt und geht in die Offensive. Insgesamt seien 114 Millionen Euro in Kongreßhotel und 2 Dörfer ("Ferien" und "Erlebnis") investiert worden. Das heißt umgekehrt, wenn man mal die 12 Millionen für die Achterbahn abzieht, daß - ausgehend von Gesamtkosten von 320 Millionen - der Boulevard ("Ringstraße") und Ringwerk zusammen 194 Millionen Euro verschlungen haben.
Wenn alle verkannt und schlecht behandelt werden: der Privatinvestor, die Regierung, die Opposition, der Geschäftsführer, die Anwohner, ... warum hat man es dann überhaupt gemacht?
Das wirklich traurige an der Sache ist, daß über Motorsport am Nürburgring niemand mehr redet. Die Nordschleife scheint für die "Ring Manager" nur noch ein Baustein im Attraktionssortiment, das es zu vermarkten gilt. Da muß auch die VLN mal die grüne Hölle probieren.
Mittwoch, 16. September 2009

Der Ton wird schärfer, die Nachricht deutlicher - die Grünen in RLP: "In welcher Bananenrepublik leben wir hier eigentlich? [...] Die Landesregierung lässt sich von Walter Kafitz, Helmut Lippelt und Kai Richter nach wie vor an der Nase herumführen."


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